Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Lasst uns zuerst alle NSA-Tracker töten

| 74 Lesermeinungen

Ein Internet ohne Schnüffelzugriff der NSA? Nichts ist schwerer als das, besonders, wenn die Datendiebe getarnt die Browser entern und Informationen saugen. Daran verdienen viele, aber man kann ihnen den Garaus machen.

Kontrollversuche der Bürger durch Staaten und Daten sind nicht neu: Das Prism-Programm des 14. Jahrhunderts in England war natürlich nicht sonderlich gut ausgeprägt, und es kannte auch kein Internet. Trotzdem war die Verwaltung des Königreiches schon damals sehr daran interessiert, möglichst viele Daten über ihre Untertanen zu sammeln, um sie zur Kriegsfinanzierung effektiv mit Steuern belasten zu können. Das geschah damals noch auf Pergament und Papier, und so verwundert es nicht, dass man 1381 während der grossen Bauernrevolte besonders hinter diesen Datenträgern her war. Als die Aufständischen London eroberten, suchten sie besonders jene Unterlagen und vernichteten sie, gerne auch zusammen mit jenen Juristen, die sie erstellt hatten, und stellten deren Köpfe, sorgsam vom Leib getrennt, an den Brücken von London aus. Der bei Shakespeare auftauchende Spruch „The first thing we do, let’s kill all the lawyers“, soll angeblich in dieser datensparsamen Massnahme begründet sein, und überhaupt sieht man hier, dass der Schutz der Persönlichkeitsrechte vor all zu viel Wissen des Staates gutes Herkommen, sehr bürgerlich und traditionsbewusst ist.

Allerdings sehe ich es als relativ unwahrscheinlich an, dass die heutigen Nachfahren konservativer Landbewohner und ihre politischen Interessensvertreter beim nächsten Besuch des amerikanischen Präsidenten in Deutschland versuchen werden, sich an seinen Begleitern zu vergreifen und deren Emails so zu checken, wie sie es mit Prism und anderen Programmen sonst noch tun – obwohl diese Form der Spionage und des Abschnorchelns eine ganz andere Qualität als die Methoden des feudalen Englands hat. Leider muss man wohl davon ausgehen, dass alles, was genutzt werden kann, auch genutzt wird und, falls es rechtlich nicht möglich ist, dennoch genutzt wird, weil man die Kontrollgremien dreist belügt (sagte hier gerade jemand „Euro-Hawk“?) und die Öffentlichkeit mit der „nationalen Sicherheit“ einlullen will. Das hat man übrigens auch schon 1381 so gemacht, denn das die Staatsfinanzen ruinierende Afghanistan der englischen Könige waren die alternativlosen Kriege in Frankreich, und für die Daten und das Geldeintreiben waren Personen zuständig, die damals auch schon ihr wenig moralisches Eigenleben führten – die nahm man in Kauf, denn man brauchte Geld, um die Freiheit des Landes an den Vogesen zu verteidigen.

Ach so, und Richard II. hat den Aufstand dann mit Versprechungen beschwichtigt, von denen er sich im Nachhinein vom Parlament hat befreien lassen, das sei gar nicht so gemeint gewesen. An welchen amerikanischen Präsidenten mag das erinnern?

Nachdem nun also trotz der vorbildlichen Arbeit des Guardian nicht davon auszugehen ist, dass es heute zu einem Aufstand gegen die NSA kommt, und man in Zeiten des Cloud Computings auch die Daten meistens nicht mit dem Abfackeln eines Rechenzentrums beseitigen kann, und der Fortschritt der menschlichen Gesellschaft, totalitäre Überwachung beiseite gelassen, auch keine Köpfe an Brücken mehr für statthaft hält, stellt sich sie Frage: Was tun?

Eine Antwort wurde hier schon gegeben, aber das alles ist insofern nicht ganz so leicht, als diese amerikanischen Dienste nicht nur bei sich daheim werkeln. Sie – und mit ihnen viele andere Unternehmen – sind auch auf Seiten aktiv, die gar nicht danach aussehen. Kein Google mehr? Dann sollte man auch die FAZ nicht mehr lesen, denn hier wird mit Google der Besucherverkehr gemessen, und auch Google Ads rufen Daten ab. Twitterbutton, Facebookbutton, Google Plus, alle bekommen sie mit, dass hier etwas passiert, und die Werbewirtschaft ist ohnehin gnadenlos, wenn es um den Einsatz von Trackern geht. Niemand hat Sie dafür um Erlaubnis gefragt? Tja.

Das ist so üblich, mich hat da auch keiner gefragt, das machen alle, hier, bei den Kollegen, und besonders doll treiben es da der Guardian und die taz – hier mal eine Liste dessen, was die Berliner auf ihre Leser an Trackern, Zählern, Datenabfragern und Schnüfflern so loslassen: AdScale. ADTECH, AdTiger, AppNexus, Audience Science, DoubleClick Spotlight, Emediate, etracker, Flashtalking, Flattr Button, freeXmedia, Google AdWords Conversion, INFOnline, MediaMath, Microsoft Atlas, Right Media, Rubicon, Semasio, SMART AdServer, VG Wort, Yieldlab, drei davon finde ich persönlich harmlos. Das Wenigste davon dürften Sie kennen, und vermutlich auch pikiert reagieren, wenn ein Herr von Yieldlab bei Ihnen klingeln würde und fragen, was Sie gerade wie lange bei der taz oder einer anderen, kooperierenden Website gelesen haben. Das müssen die Herren auch nicht tun. Dafür haben sie ja ihre Schnüffelprogramme. Yieldlab zum Beispiel macht „Real Time Advertising“, und dafür brauchen sie Daten, Daten, Daten. Sollten Sie ernsthaft vorhaben, die anderen Namen zu goog im Internet zu suchen und zu lesen, was die genau treiben, empfehle ich, vorher gut zu essen und einen Magenbitter bereit zu halten.

Und wenn der nächste Springervertreter, dessen Medien ebenfalls solche Tracker auf Sie loslassen, darüber schwadroniert, es gäbe kein kostenloses Internet und man bezahle Google mit Daten und sie wollen etwas davon abhaben – dann lachen Sie ihn aus. Kräftig. Man zahlt nämlich schon jetzt sehr oft mit seinen Daten an Datenräuberbanden, auch wenn man gar nicht merkt, dass man es tut. Legal natürlich, das ist in den Nutzungsbedingungen so abgesichert wie das Treiben der NSA in den Richtinien, die die Gesetze passend interpretieren.

Sie finden das nicht nett?

Also, das Party-like-its-1381-Thema ist umbringen und verbrennen, und weil man ja auch nur schlecht losziehen und Glasfaserkabel anzünden kann, sollte man das Problem vielleicht an der Wurzel lösen. Beim ignoranten Nutzer, und wenn Sie das alles bislang nicht gewusst haben, dann gehören Sie dazu. Sie möchten der Datenleibeigenschaft entfliehen und die Unterdrücker und Schnüffler abschütteln? Dann sollten Sie Ihren Browser (der vielleicht nicht von besagten, am Programm der NSA beteiligten Firmen sein sollte) aufrüsten. Es gibt da nämlich so Plugin-Programme wie NoScript, die alle aktiven Skripte auf einer Seite killt, wie etwa das Javascript, das Sie und mich hier in diesem Blog so gnadenlos ausbremst, wenn Sie kommentieren wollen. Es gibt aber auch spezifische Trackerkiller, die die ganze Bande auflisten und ausschalten: Ghostery und Donottrackme heissen diese hilfreichen Geister, und das einzige, was ihnen als Option fehlt, ist die Brücke, an denen man die Köpfe der Schnüffler ausstellt. Ansonsten installiert man die Plugins, und dann kommt – hier mit Ghostery gezeigt – folgende Mitteilung, welche Spione man hier mit der Seite mitgeladen hat.

Ein paar sind schon von mir durchgestrichen und erledigt, der Rest kommt jetzt. Dann klickt man oben im Browser auf das entsprechende Kästchen für das Plugin und schaltet weg, was man nicht haben möchte. Ghostery bietet zwar an, dass man vorher liest, wen man hier abmetzelt, aber ich sage: Lassen Sie nur die VG Wort leben, die tut nichts Böses und ist nett zu Schreibenden, die anderen, sobald sie etwas mit Werbung zu tun haben, rotten Sie aus mit Stumpf und Stil. Also, zumindest mache ich das so.

Denn auf meiner sozialen Wertigkeitsskala, wenn ich das so sagen darf, passt zwischen den Sheriff von Kent, den NSA-Spion, den Werbetrackerhelfer und den Warlord im Sudan kein Stück Zeitungspapier, und ob man mich nun zur Leibeigenschaft, zur Scharia, der amerikanischen Freiheit im Sinne der NSA oder Genmaisprodukten bekehren will, macht für mich keinen Unterschied. Die schleichen sich einfach so in meinen Browser, das ist nicht höflich, wir wurden uns nicht vorgestellt und deshalb zum Teufel damit.

Man sieht und lernt mit diesen Plugins einiges über das Internet, seine Giftwanzen, und wer da was mit wem macht. Vor allem aber schmeisst man damit teilweise die Schnüffler raus, die der NSA als Informationslieferanten besonders gefallen. Das ist natürlich nicht alles, aber es ist schon mal kein ganz schlechter Anfang. Es wird weiterhin viele Möglichkeiten zum Ausforschen und Verfolgen geben, und wie man in so einer Welt dann auch noch sogenannte soziale Netzwerke ernsthaft nutzen mag, wie man Cloud Computing ernsthaft empfehlen kann und Real Time Internet propagiert, alles, was verfolg- und verletzbar macht, wird mir immer ein Rätsel sein. Im Prinzip ist es wie mit jeder unbekannten Gefahr: Wir wissen nicht, was genau sie tun und planen. Wir wissen nur: Sie tun, was immer technisch möglich ist. Vor ein paar Jahrzehnten planten sie, Raketen mit Atombombenexplosionen ins All zu schiessen, heute sind sie bei der NSA. Man sollte ihnen so wenig Möglichkeiten geben, wie es nur gerade möglich ist.

HINWEIS:

Trackerarm und datensicher ist übrigens das dazugehörende WordPressblog, auf dem man diesen Beitrag ohne grosse Probleme und langes Warten gerne kommentieren kan.


74 Lesermeinungen

  1. Kill the messenger?
    Ist ja nicht schoen ihr Aufruf die NSA Tracker zu toeten, werter Don Alphonso. Ich hoffe der Headline Schreiber wird sofort bestraft und in die Data Minen (Bergwerke) verbannt.
    Das hoert sich an wie ein Revolutionsschrei, wie „Eat the rich“, „Kill the messenger“, „auf die Barrikaden“, oder „jedem was im zusteht“, oder so was aehnliches das Marx und Engels erhofften.
    Natuerlich bleibt es bei der Debatte ob „Data Mining“ gerechtfertigt ist oder nicht. Dazu auch noch die Frage was zu tun mit den Idealisten die sich sicher sind sie muessen ihre Entdeckungen dem Volk / der Welt vertrauen. Keine einfache Sache.
    Totz der serioesen Natur dieser NSA Tracking Affaire, findet mancher Witzbold sogar was lustiges daran.
    Einer sagte letzt mit Freude er sei froh auf dem Data Tracker Radar zu sein, und Beachtung bei der NSA zu finden.
    „Bis jetzt dachte ich dass ich unwichtig bin“ sagte der Schlaue, „Niemand hat sich um mich gekuemmert.“
    „Also ich war ein Niemand — ein “ Mr. Nobody.“
    „Jetzt, da man sich um meine Daten bemueht, bin ich ein „Jemand“ — ein Mr. Somebody“, sagte er.
    Schon beachtlich fuer jemand der sein ganzes Leben unsichtbar verbrachte.
    Nun ja, die Zeiten aendern sich … und Data Mining und Data Trackibing wird wohl dabei bleiben. bis wir gelernt haben mit der neuen Realitaet klar zu kommen und eine Loesung zu finden. Ich habe keine.
    Bis dann: Pax Vobiscum

    • Es ist ein weitgehend übernommenes Zitat von Shakespeare, das wird auch im Text erklärt. Darf man nicht mal mehr kulturbeflissen sein?

    • Geisterstunde
      Ja, Aufklärung tut not, auch bei sozialen Netzwerken, möglichst schon im Unterricht. Und die Mails an Freunde mit Google-Postfach werden ebenfalls gescannt, mitsamt den Fingerabdrücken ihres Mail-Programms. Aber es ist ja so bequem, alles bei Gmail einlaufen zu lassen.
      Big Brothers Little Helper nisten sich ungefragt auf dem PC/Smartphone ein – würde ich das Ausspähen meiner Surf- und Konsumgewohnheiten etwa einem Amazon/Facebook/Google-Vertreter in der Wohnung erlauben?
      Als Türsteher gegen die ungerufenen Geister sind die von ihnen genannten Programme recht hilfreich, werter Don. Eigentlich das Wahlkampfthema für die Piraten, doch von denen kommt ja nichts mehr.

    • Update zu Heinrich dem 6. (?)
      Es gibt zu dem Shakespeare Zitat eine neue Fassung:

      Wie nennt man es wenn ein Kreuzfahrtschiff bei einer Konferenz mit 2000 Anwälten untergeht?

      Einen Anfang…

    • ja sicher
      Ne ja ist klar, ich bin auch heilfroh, wenn mich irgendelche Leute ( UND ES GIBT KEINEN UNTERSCHIED OB KRIMINELLE PRIVATPERSONEN ODER LEGITIMIERT KRIMINELLE STAATSDIENER ) ausspionieren…>Ironie OFF<
      Und jetzt mal Ernst:
      Selten so einen Stuss gelesen.Da bin ich aber froh das Leute mit Ihresgleicher
      Meinung keine Entscheidungsträger hierzulande sind…
      Da kann man wieder einmal bestens sehen, wie weit Grenzdebilität in unserer Gesellschaft fortgeschritten ist.

  2. known unknowns und unknown unknowns
    Donald Rumsfeld hat ganz richtig unterschieden zwischen den bekannten Unbekannten und den unbekannten Unbekannten. Darf es die unerwarteten Unbekannten geben? Oder müssen wir mit allem möglichen rechnen.
    Die empfohlenen Maßnahmen praktiziere ich schon lange – die FAZ aber ist whitelisted. Auch das ist bei Ghostery möglich.

  3. Prism ist eine API kein Tracker
    Prism ist eine Serverseitig API und kein Tracker nur mal so nebenbei.

    • Klar, aber die API muss die Daten ja auch irgendwo her bekommen. Und wenn sie sagen, sie kriegen das von Google, sollte man eben Google ausknipsen-

  4. paranoid?
    Wer sagt mir ob die empfohlenen Trackerblocker nur das tun was Sie sollen?

    • Gute Frage. Die Anbieter von Ghostery haben ein Geschäftsmodell, das darauf basiert, dass Menschen das nutzen und donottrackmeist weitgehend anerkannt. Bessere Vorschläge?

    • Datensammler für Paranoide
      Als Geheimdienst gibt es keine bessere Methode, sensible Daten zu gewinnen, als einen Anonymisierungsdienst, oder eben solche netten kleinen Tools wie Ghostery zu betreiben bzw. zu entwickeln.
      Ich selbst benutze Ghostery seit einer Weile und bin zufrieden – fühle mich aber nicht sonderlich geschützt, denn das Geschäftsmodell dieser Firma habe ich nicht so recht verstanden. Womit verdienen die ihr Geld?

    • Ghostery
      Ghostery arbeitet wohl mit Filterlisten, genau wie AdBlock Plus. Auch für Adblock gibt es neben Werbefiltern Anti-Tracking Filterlisten. Und Gegensatz zu Ghostery ist es Open Source. Der Vorteil von Ghostery: Es hat eine attraktivere Oberfläche.

      Die beste Möglichkeit gegen das hier beschriebene Tracking ist neben Adblock, im Browser standardmäßig Cookies (die werden im Blog komischerweise gar nicht erwähnt!) und Scripte usw. zu blockieren. Mit Firefox-Addons wie Noscript, RequestControl und CookieController kann man dann einzelne Anfragen gezielt freigeben oder ganze Seiten „whitelisten“.

      Das dürfte eigentlich fast alle Funktionen von Ghostery abdecken und man muss nicht auf ein kommerzielles Projekt mit unklarem Hintergrund zurückgreifen.

    • Der zweite Teil wird dann heissen: Down down to hell, Cookie, and say I sent thee hither.

      Das Problem ist doch, dass man das verstehen lernen muss. Und natürlich kann man Cookies killen, aber wer das Problem nicht sieht (wie bei Ghostery) tut das nicht. Deshalb im ersten Schritt lieber eine erkennbare und verständliche Lösung ohne viel Stress.

      Sicher, ideal wäre es, man würde die Server der NSA verbrennen und Trackeranbieter wie Datenkriminelle behandeln. Aber das hier ist das Machbare.

    • Ghostery sammelt auch Daten für Websitenbetreiber
      …die wissen nämlich selbst nicht mehr, wer bei ihnen alles rumtracken darf.
      https://www.technologyreview.com/news/516156/a-popular-ad-blocker-also-helps-the-ad-industry/

      Unaufgeregter Artikel und scheint eine seriöse Quelle zu sein. Ich würde Ghostery niemandem mehr empfehlen.

  5. Der Artikel ist gut gemeint,
    aber er ist auch die Unterschrift der Kapitulition.
    Wir brauchen europäisch Server, Anbieter und Software.

    Wann wacht Europa auf!
    Eine eigene Software Industrie ist eine Frage der nationalen Sicherheit!
    Europa hat das komplett verschlafen.
    Realistisch gesehen haben wir jetzt auch keine Chance mehr, das aufzuholen. Dazu sitzen die amerikanischen Monopolkonzerne zu fest im Sattel.
    Die einzige Alternative besteht in einer staatlichen Förderung von Opern-Source-Projekten.
    Ähnlich wie bei ›Jugend forscht‹ gilt es dabei, innovative Projekte finanziell zu fördern.
    Für neue Programme und Verbesserungen kann der Staat (EU) Preise ausschreiben.
    Damit das funktioniert, muss man das natürlich in erheblichen Umfang machen.
    Trotzdem ist das der absolut billigste Weg, um eine echte Konkurrenz zu den amerikanischen Monopolkonzernen aufzubauen.
    Und es ist 10 mal billiger als die Lizenzzahlungen an die USA!
    Open Source hat den großen Vorteil, das dabei nicht nur der amerikanische Geheimdienst die Sicherheitslücken kennt.
    Jeder kann sie suchen, aber eben auch schließen.
    Linux war der erste, wichtige Schritt in diese Richtung.
    Wikipedia hat gezeigt, welche Leistung man durch freiwillige, unentgeltliche Zusammenarbeit im Netz erreicht werden kann.

    Ich weiß ja, das meine Anschauungen antiquiert sind.
    Auch meine Vorstellung von Würde, sowohl individuell als auch national.
    Aber anscheinend bin ich nicht nur von gestern sondern ein Dinosaurier.

    Unsere Kanzlerin will das Thema ansprechen und fordert Aufklärung.
    In meiner, anscheinend nur von einer kleinen Minderheit geteilten Vorstellung von einem souveränen Staat, hatte ich erwartet, dass sie eine sofortige und vollständige Beendigung dieser Praxis fordert.

    Es geht um meine persönlichen Daten.
    Laut unseren Gesetzen habe ich einen gewissen Anspruch darauf, dass diese geschützt werden.
    Wenn mein eigener Staat dieses Recht zwecks Gefahrenabwehr einschränkt, kann ich dagegen protestieren, muss es aber erst einmal hinnehmen.

    Das ein anderer Staat einfach alles, was ich mache bespitzelt, ist für mich eine Unverschämtheit.
    Mich würde interessieren, wie Merkel reagiert hätte, wenn Russland das machen würde?
    Ist es denn wirklich schon so weit, dass ich eine radikale Partei wählen muss, um eine Regierung zu bekommen, die meine gesetzlich verbrieften Rechte auch gegenüber anderen Staaten schützt?

    Als liberaler Mensch will ich das nicht!
    Da bleibt am Ende nur dieser chaotische Piratenverein.
    Da geht es zwar drunter und drüber, aber das sind die Einzigen, die sich überhaupt ernsthaft mit Datenschutz beschäftigt haben.
    Wenn sie auch von der Verwaltung eines Landes wenig Ahnung haben, zumindest damit kennen sie sich aus.

    Die Grünen waren am Anfang ja auch nicht regierungsfähig.
    Trotzdem haben einige sie gewählt und heute ist Umweltschutz eine Selbstverständlichkeit.
    In der Hoffnung, dass das irgendwann auch für den Datenschutz gilt, sollte man den Piraten eine Chance geben.
    Auf jeden Fall werde ich mich bemühen, wo immer möglich auf die ‚Dienstleistungen‘ der amerikanischen Monopol-Konzerne zu Verzichten.
    Das wird zwar meine Daten nicht schützen, da die USA die Server haben, aber mit solchen Vereinen will ich einfach Nichts zu tun haben.

    • Wie bitte?
      „Wann wacht Europa auf!“

      Was sind sie hauptberuflich? Komiker?

    • Chip warnt vor Ghostery, empfiehlt NoScript
      Zitat: Ghostery gibt nur vor, sich dem Schutz der User vor Schnüffel-Attacken zu verschreiben. Denn gleichzeitig stellt der Hersteller seine Datenbank der Werbewirtschaft zur Verfügung. Wir raten deshalb vom Gebrauch des Add-ons ab. Stattdessen empfehlen wir NoScript, um die Tracker zu unterdrücken.
      https://www.chip.de/downloads/Ghostery-fuer-Firefox_37693930.html

    • Naja, ich würde auch vor Chip warnen, hatte mit denen zu tun und war nicht angetan.

    • Falscher Rat von Chip
      Das ist mal wieder eine verkürzte Fehlmeldung von Chip. Vom Ghostery-Hersteller gibt es folgende Auskunft:

      „GhostRank sendet anonyme statistische Informationen zu Trackern, Anzeigen und anderen Skripten, die Ghostery findet, und zu den Seiten, auf denen sie gefunden wurden. Es nutzt keine Browser-Cookies oder Flash-Cookies und speichert keine individuellen Benutzerinformationen (nicht einmal IP-Adressen).

      Ghostery nutzt diese Informationen, um Paneldaten zur Verbreitung dieser Skripte zu erstellen, und teilt diese Daten mit der Ghostery-Community, Unternehmen, die ihre eigenen Aktivitäten genau bestimmen möchten und Compliance mit Datenschutzbestimmungen für das Internet erreichen möchten, sowie Organisationen, die sich für die Übernahme von Verantwortung durch diese Unternehmen einsetzen. GhostRank-Daten werden nicht für individuelle Werbung verwendet und niemals für diesen Zweck weitergegeben. Weitere Details zu den Daten, die GhostRank erfasst, finden Sie in unseren FAQs.

      Mit der Teilnahme an GhostRank stimmen Sie zu, Teil dieses anonymen Panels zu werden, und Sie unterstützen Ghostery, wenn Sie im Internet surfen.

      GhostRank ist eine Opt-In-Funktion. Sie können sich jetzt oder jederzeit zu einem späteren Zeitpunkt über das Optionsmenü von Ghostery für das Opt-In für GhostRank entscheiden.“

      Alles klar?

  6. Daten Stasi 2013
    In der DDR gab es die Stasi. Es wurden Akten über jeden Mitbürger mit einem Wust an Daten
    angehäuft. Im Jahr 2013 gibt es Google und Co. Viel Spass beim Datensammeln. Hat bei der
    Stasi auch nicht geklappt.

    • Es tut mir leid,
      dass Datensammeln hat bei der Stasi bereits analog sehr gut geklappt. Die SED scheute nur die „Umsetzung“ aus Angst vor Gorbatschow. So gesehen hatte die stalinistische Fixierung auf „Moskau“ und die Angst der Bonzen vor dem „HOTEL LUX“ im Nachhinein ihr Gutes. Wer weiß wozu die „Amis“ gut sind, wenn das von Atomkraft geschotterte Deutschland und die Atommacht Frankreich zusammen „Weltmacht“ spielen wollen.

  7. Das Wichtigste, was ich seit Langem gelesen habe. Danke Don Alphonso !
    Habe mir diesen Artikel ausgedruckt und werde ihn hervorholen, wenn ich mal wieder etwas zu Fluchen habe. Vielleicht besänftigt er mich, denn eigentlich steht zwischen jeder Zeile: „Selber Schuld, selber Schuld, selber Schuld……“

  8. Danke für den Artikel !
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  9. Sehr nett. Und noch ein Tipp.
    Im Umgang mit Informationen im Internet kann man nicht vorsichtig genug sein. Die Kombination der drei genannten hilft einigermassen. Am besten dazu noch ccleaner bei chip herunterladen, und den Computer nach jeder Internetnutzung von cookies befreien. Bei Firefox gab es mal „collusion“, da konnte man sich in Echtzeit anschauen, wer einen gerade trackt – war auch mit ghostery of 100% block noch sehr – „umfassend“.

  10. Was technisch machbar ist, wird auch gemacht - Oft jedenfalls und Oft ohne Schu
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  11. NSA-Aktivitäten
    In Wirklichkeit geht es nicht darum, was sich die Leute per Internet mitteilen. Nein – die Wahrheit ist, dass über diese Schiene Wirtschaftsspionage betrieben wird und zwar ganz massiv. Also brauchen wir uns über die Chinesen keine Gedanken machen. Die Amis können es noch besser

  12. Was technisch machbar ist, wird auch gemacht - Oft jedenfalls und Ohne Schuldbewusstsein
    Es ist doch so:
    Meine Spione sind immer die Guten!
    Deine Spione sind meist die Bösen!

    Die hier genannten Schutzmassnahmen z.B. von NoScript und Ghostery sind gewiß nützlich zur Erhöhung des Risiko-Bewusstseins unter den Internet-Nutzern.
    Dazu gehört übrigens auch: RequestPolicy.

    Jedoch mal im Ernst: Wie soll der schlichte PC-Nutzer, der Internet-Nutzer erkennen, ob nicht mit dem ’neuesten‘, ‚dringend nötigen‘ ‚Sicherheits-Update einer Software (einschliesslich der gerade bevorzugten Malware- und Antiviren Software), die ja in fast allen Fällen übrigens aus den USA kommt, ein Trojaner o. ä. auf den PC geladen wird?
    Keine Chance, dies zu entdecken, zumal die staatlichen Dienststellen diesseits und jenseits des Atlantik auch kein übertriebenes Interesse an dieser Art von Transparenz haben.
    Solange außerhalb der USA hauptsächlich Software und Kommunikations-Strukturen aus US-Quellen und auf US-Territorium genutzt werden, müssen diese Nutzer die Gesetze der USA akzeptieren. Alternativ müssen sie eigene Software und Kommunikations-Strukturen (z.B. auf EU-Territorium) entwickeln und nutzen.

    Es bleibt für den schlichten Normal-Nutzer also nur die Hoffnung, dass die ‚Verwalter‘ von all den ungefragt gesammelten Datenbergen einfach überfordert sind und sein werden mit der intelligenten Analyse. Das gab es wohl auch bei der Stasi.

    In der Zwischenzeit ist wohl Gelassenheit angesagt.

  13. Alles, was Recht ist
    … mit Humor lässt es sich besser leben – Danke für den Artikel.
    Nach Ihren Ausflügen in die Literatur kam mir folgender Gedanke (der mit Literatur nichts zu tun hat): Warum stellt die Bundesregierung keine Auslieferungsanträge an die USA mit dem Ziel, alle Verantwortlichen der NSA hier vor Gericht zu stellen – sie verstossen ja gegen geltendes Recht, ich würde vorschlagen, Mr. Snowdon mit einzuladen – da würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – denn 1. in Deutschland hat er keine so hohe Strafe zu befürchten und 2. vielleicht gibt es ja auch in den USA ein Gesetz, demzufolge jemand nicht zwei Mal wegen der selben Sache vor Gericht stehen kann – was aber wohl (leider) voraussetzen würde, das die USA unsere Rechtsauffassung und unser Rechtssystem akzeptieren würde – and by the way – warum nicht den Obama gleich mal hier behalten und ihm den Prozeß machen – zwar wird er die Strafe aus der Portokasse begleichen, aber immerhin würde er dann ein Rechtssystem kennen lernen, dass Gewaltenteilung noch kennt. (und hoffentlich bleibt das auch so)
    Aldous Huxley antwortete einst auf die Frage, wie er die Entwicklung der Gesellschaft vor dem Hintergrund seines zukunftskritischen Romans „Brave New World“ einschätzen würde sinngemwäß: Ich hätte nicht gedacht, dass es so schlimm kommen könnte.

  14. Danke
    Danke für den guten artikel. Als ob ichs geahnt hatte , als ich vor 2 monaten meinen fatzebook account plattgemacht habe .. Mulmig war mir immer , das die aber so dreist sind , hätte ich nicht gedacht ..

    Grüsse rossi

  15. Eigentor faz.net
    ghostery blockt bei mir auch die Werbung auf faz.net weg :D

    • The devil can cite Scripture for his purpose.

      Ja es derbröselt die ganzen Realtimedatadinger, die nicht statisch ausliefern, sondern spezifisch zugeschnitten. Die machen einen Request und wenn sie abgewiesen werden, wissen sie nicht, was sie tun sollen.

    • Schaaaaaaaaaaade ;-)

    • ^^
      Ich fands lustig dass die mich immer damit nerven dass ich adblock ausmachen soll und als ich sie dann auf die whitelist gesetzt hab kam immer noch keine Werbung :D ist mir erst aufgefalle als ich ghostery mal ganz aus hatte .

  16. Gruß an den Internet-SD
    Man/Frau kann ja einfach jeder E-Mail einen netten Gruß an den/die (vermutlich eher ein ehrgeiziger er) Internet-SD-SchachbearbeiterIn anfügen.
    SD steht bekanntlich für Sicherheitsdienst(e) und die sind bekanntlich männliche Erfindungen gegen die Angst vor politisch unkontrollierbaren Männern.

    Männer! Also viel Spaß beim weibischen Ausschnüffeln. Sind die USA trotz Busch/Schwarzenegger/Obahma/Rice weibisch. Ziemlich. Die BRD ist es ja auch. Oder „Kantisch“. Sie wissen, was gemeint ist.

    • Ob sofoad maili nua no in gscheadn boarisch, wei dös genna dö nedah.

    • Leider alles, alles kein Spaß
      Wie wäärs denn middem gefleechten sächssch? Da guggt dorr Schpitzelgumbel ausm freisden Land dorr Weld ooch dumm aus dorr Wäsche. Wenichsdens ä bissel.

    • tsts
      Jo ei verpupscht

  17. No chance.....
    „Leider muss man wohl davon ausgehen, dass alles, was genutzt werden kann, auch genutzt wird und, falls es rechtlich nicht möglich ist, dennoch genutzt wird, weil man die Kontrollgremien dreist belügt…“

    Wie meist in diesem Blog ist auch diese grundlegende Aussage richtig.
    Nur wie ebenfalls zumeist, besteht der Grossteil der Leserschaft dieser Zeitung aus Pangloss-Menschen die solchen Banalitäten sofort entgegen halten, dass es anderswo natürlich noch schlimmer sei, und man daher in der noch bestmöglichen Welt lebe. Und in diesen besseren Kreisen hat man das „Geh doch nach drüben!“ mittlerweile durch das „Wer nichts Unrechtes tut, der hat auch nichts zu befürchten!“ ersetzt, falls man Kritik überhaupt noch für erwiderungs-wert erachtet.
    Nun war ein Kampf gegen Dummheit immer schon vergebens, das ist also nichts neues.
    Und so ist der „ignorante Nutzer“ eben erst in zweiter Linie Nutzer, hauptsächlich aber „ignorant“, die Bemühungen am normalen Net-Gebrauch etwas zu ändern bleiben deshalb wohl Zeitverschwendung. Wer kein eigenes Leben, dafür aber wenigstens einen Ersatz in Facebook&Co gefunden hat, der wird dies nicht aufgeben. Denn, wenn er Zusammenhänge verstehen könnte, dann hätte er sich Firmen wie Google, Apple und Facebook von Anfang an vom Leibe, bzw. vom Computer, gehalten, für solche Erfindungen wie Cloud Computing nur ein müdes Lachen übrig gehabt, und Ghostery seit der ersten Version installiert.

    Nur, bringt Don Alphonso’sche Aufklärung wenigstens tatsächlich was? Wie ist es generell um die Bereitschaft der „Normalos“ bestellt sich mit solchen Dingen ernsthaft zu beschäftigen?
    Da man anscheinend stattdessen auch im gemütlichen Beisammensein mit gleich geschalteten Freunden damit renommieren kann, man habe soeben seinen 1000sten Like Zuspruch bekommen….
    (Man möge mir etwaige Detail Fehler nachsehen. Facebook existiert in meiner Welt natürlich nicht. Solche Arroganz und Überheblichkeit wird von manchen, die sich früher Freunde nannten, natürlich bestraft… solches Ausmisten hebt allerdings die Lebensqualität und auch die Anzahl freier Stunden ganz erheblich.)

    Wie sieht das Problem also etwas genereller betrachtet aus?
    Ich befürchte noch schlimmer…
    Denn, gibt es auch nur den kleinsten Hinweis darauf, dass die enormen Risiken, die Leute wie Assange, Manning und Snowden eingegangen sind, auch nur die kleinsten Konsequenzen haben? Eindeutig: Nein. Ausser natürlich dass sie ihre eigenes Lebens zerstört haben und die Cahnce es je wieder zurück zu bekommen verschwindend gering ist. Denn, wie Don ebenfalls schreibt, wir sehen nunmal keine Köpfe auf den Piken. Wenn, dann die Falschen.

    Was passiert im echten Leben… man schafft Occupy und Blockupy. Und was tut die „Gegenseite“? Gar nichts… muss sie auch nicht, denn sie geht, und zwar völlig zu Recht, davon aus, dass ALLE solchen Bemühungen früher oder später der Saft ausgeht. Sie schafen ein, sie entschlafen….
    Die Realität steht in Dons Blog. Nochmal:

    „Leider muss man wohl davon ausgehen, dass alles, was genutzt werden kann, auch genutzt wird und, falls es rechtlich nicht möglich ist, dennoch genutzt wird, weil man die Kontrollgremien dreist belügt…“

    Es gibt ein lesenswertes und unterhaltsames Buch wie diese Entwicklung weitergehen wird: nämlich ganz banal. Menschen gewöhnen sich an alles. (Wie man weiss, sogar an KZs, wenn es mal sein muss.)
    In nicht allzu ferner Zukunft sind ALLE Daten gesammelt und sogar verfügbar. Wie diese Welt in wenigen Jahrzehnten wohl aussehen wird, das beschreibt Gary Shteyngart in „Super sad true love story“.
    Kein Horror, sondern banal…. Sehr zu empfehlen.

  18. "Lasst uns zuerst alle NSA-Tracker töten"
    die unkontollierte Eigenmächtigkeit von US-Behörden hat eine lange Tradition; u.a. in den 1980er Jahren gab es die sogenannte Iran-Kontra-Affäre; in diesem Zusammenhang eine Aussage des damaligen US-Außenminister’s George Shultz: „Die US-Administration behält sich das Recht vor, die Öffentlichkeit zu miss- und desinformieren, wenn es unseren Ineteressen nützt.“ Und in der Zeit nach den Anschlägen vom 11.Sep 2001 ging die Willkürlichkeit im rechtsfreien Raum munter weiter.
    Somit sind die nun bekannt gewordenen Vorwürfe der übermächtigen nur eine konsequente Fort-Entwicklung von geheimer Rechtlosigkeit.

  19. Globale Verschwörung
    Vielen Dank für diesen Artikel.
    Das aufgedeckte Lauschprogramm PRISM der NSA ist wohl nur ein kleiner Teil einer gigantischen globalen Verschwörung. Wie wir aus der Unterhaltungsindustrie – die hier sicherlich mit drinhängt – wissen, hängt dies alles schlussendlich mit Primzahlen und/oder den Illuminaten zusammen. Die Verbindung von PRISM mit Primzahlen ist mir noch nicht klar. Die Verbindung zu den Illuminaten aber schon: man schreibe „illuminati“ rückwärts in den Browser und füge ein „.com“ hinzu. Ein bisschen unheimlich ist das schon.

    • Vermutlich ein Scherzkeks
      Der Registrar der Domain ist mit Sicherheit nicht die NSA. Vermutlich hat jemand eine Weiterleitung installiert – denke nicht, dass es Snowden war.

  20. Vielen Dank für die Informationen. Eine wichtige Bürgerinformation.
    Mit diesen Detail können die Menschen wirklich etwas anfangen.
    Sowas habe in den anderen Medien noch nicht gelesen.
    Die FAZ zeigt mal wieder ihre absolute Führerschaft in der deutschen Medienlandschaft.
    Was wichtig ist wird benannt.

    Wenn man bedenkt, was man für die Zwangsmedien bezahlen muss und hier besondern in der gedruckten Ausgabe bekommt, möchte man mehr Wettbewerb im Reigen der derr deutschen Infomationsquellen. Ich würde das Staatsfernsehen/Radio (welches ich ohnehin nicht nutze) sofort abbestellen, und nur noch Zeitungen beziehen.

    • Und wer bezahlt guten Journalismus?
      Im Zuge des Tageszeitungssterbens werde ich lieber hochwertig informiert und lasse dafür auf meinen Browser Cookies setzen – die lösche ich sowieso jeden Monat. Lieber Werbung, als das ich für alles bezahlen muss. Es interessiert mich nicht die Bohne, dass ein Werbeunternehmen sieht, dass ich mich nach verbesserter Wetterlage nun aktuell für einen Bikini interessiere.

    • Mir es es nicht egal. Wenn man bedenkt, was mit Modernen Data-Warehouse alles möglich ist
      und Daten weitergegeben werden, dann bietet sich ein Prima Bild

    • Was für ein Bild soll das genau sein?
      Mann, 35 Jahre, interessiert sich für Motorräder und Luxusartikel.

      Hatten/haben Sie auch Angst vor dem Postboten, wenn er Ihnen auf Ihre Interessen abgestimmte Werbematerialien in den Briefkasten steckt?

      Gerne möchte ich von Ihnen erfahren, was denn aktuell genau möglich ist? Machen Sie mich schlau?

  21. antivirenscanner
    in der Tat frage ich mich, wer so manch ein kostenloses Programm finanziert. Gute Programmierer sind teuer und wenn es kostenlose Software zum Download gibt, so gibt es sie nicht immer umsonst.
    Beim Virenscanner, der jedes eingehende Dokument prüft und nach Virensignaturen durchleuchtet, könnte man ja ebenso nach Textinhalten, die auf Terrorismus oder Straftat oder sonst etwas hindeuten untersuchen. Das tägliche Update sorgt dann für die Übertragung dieser Daten.
    Aber ich will hier niemanden auf dumme Ideen bringen.
    Obama st watching YOU. Man muss es eben wissen und darf sich nicht wundern,
    wenn man beim Eintreffen in den USA auf einmal am Flugzeug festgehalten wird
    und nicht einreisen darf, weil man in irgendeinem Diskussionsforum mal eine
    kritische Bemerkung zur Politik der USA hinterlassen hat.

  22. Schöner Artikel
    Sehr geehrter Herr Alphonso,

    schöner Artikel! Nach meiner Erfahrung reicht Ghostery als Tracker-Eliminator aus. Man sollte nur die Liste der zu blockenden Tracker aktuell halten, aber das geht automatisch. Sie haben hier noch vergessen, den berühmt-berüchtigten Adblocker zu erwähnen, mit dem man auch die Werbe-Industrie verbannen kann. (Da Sie mit Ihrer Schreibe Ihre Brötchen verdienen, sei es Ihnen verziehen.) Selbige betätigt sich ebenso gerne als Datensammler, bisweilen verbreiten sie auch (unabsichtlich) Schadsoftware, die einem das Leben wirklich vermiesen kann.

    Vor ca. 7 Jahren hatte ich das Vergnügen, für die Firma InfOnline ein Projekt zu realisieren. Dabei habe ich Einblicke in deren Praktiken gewonnen, die ich mir gerne erspart hätte. Kurz gesagt: Sie speichern alles! Sie vergessen nichts! Und die gewonnenen Daten sind geeignet, ein umfassendes Profil über jeden von uns zu erstellen, welcher sich im WWW bewegt. Die Stasi wäre grün vor Neid, soviel ist sicher. Seit dieser Zeit ist für mich die Blockade der IVW-Zählpixel Pflicht.

    Nochmals vielen Dank und einen schönen Tag.
    Hochachtungsvoll,
    Andreas M.

  23. Was soll die Aufregung?
    Früher gab es die Stasi und wann wurde der erste Sputnik von den Russen ins All geschickt? Wer weiß was da schon alles gesammelt wurde. ZDF hat auch schon für Wiso recherchiert. Also für mich haben div. Stellen Material, solange das positiv genutzt wird, um Terror, Gewalt, Missbrauch, Betrug usw. zu vermeiden oder gar auszuschalten, dann ist das doch eine gute Sache. Gemeinsam für eine bessere Welt. Nur betroffene Hunde bellen, die sollten dann schleunigst zusehen, dass sie nichts zu verbergen haben bzw. keinen Dreck am Stecken haben.

    • Das meinen Sie nicht ernst!?
      Am 10.10.2011 konnte man auf faz.net lesen:

      Jeder Biedersinn, der ’nichts zu verbergen‘hat, krankt angesichts dieser Tatbestände nicht
      nur an fehlendem Unrechts- und Grundrechtsbewusstsein, sondern vor allem an einer 2011
      mit nichts mehr zu entschuldigenden Informationsverarbeitungsschwäche… in der deutschen
      Verfassung steht nicht, die Unverletzlichkeit der Wohnung, das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis, die Medienfreiheit und die Gleichheit vor dem Gesetz seien hehre Ideale, fromme Wünsche oder tolle Ideen.

      Da steht, und zwar am Anfang, damit man es nicht vor lauter Websurfer-Augenmüdigkeit überliest, die genannten sittlich hochstehenden Einrichtungen ’binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht‘.

  24. Wir haben uns freiwillig und allzugerne sowie entgueltig
    in eine Abhaengigkeit begeben, aus der es kein Entrinnen mehr gibt und die im Artikel angebotenen Rezepte werden nur temporaer ihre Wirkung entfalten koennen.

    Aufgrund der Existenz vielfaeltiger „Schnittstellen“ – Handy etc. – waere eine strikte Trennung von beruflicher und privater Nutzung des WWW illusorisch. Auch die Moeglichkeit, sich eine voellig neue virtuelle Identitaet aufzubauen, funktioniert wegen der erwaehnten Schnittstellen nicht; es waere zumindest aeusserst zeitraubend und auch sehr teuer wegen zusaetzlich benoetigter Hardware.

    Loesung: Morpheus um ein Gespraech bitten; er wird zwei Pillen anbieten. Man sollte die rote nehmen. Alles weitere liegt in Gottes Hand – Verweigerung, Ausstieg, eine neue Partei gruenden ;)

    In der Tat wird der Sinn des Internets in seiner jetzigen Form wird immer zweifelhafter.
    Unabhaengig von den Gefahren, die in der Tiefe des Internetuniversums lauern, verdeutlicht es sich langsam, dass es immer quaelender wird, den Kern und den Wahrheitsgehalt von neu hereinkommenden Informationen zu verifizieren und gleichzeitig das vergangene Geschehen nicht zu vergessen, und weiterhin zu entscheiden, was denn nun wirklich wichtig ist.
    Ein schoenes Beispiel waren die hereinbrechenden Meldungen der letzten zehn Tage: Das Hochwasser verdraengte unverhofft Erdogan oder umgekehrt und Obama´s Chinabesuch wurde von Snowden punktgenau benutzt, um eine Debatte loszutreten, die geeignet war, etwas die Aufmerksamkeit von Vosskuhle´s Ringen um eine Entscheidung zurueckzudraengen. Nebenbei wurden Merk´s Machenschaften noch einmal an die Oeffentlichkeit gezerrt und daneben taucht blitzlichtartig und kurz die Gerichtsentscheidung auf, die Dobrindt zum Sieger erklaert und die Gruenen…aha, Cohn Bendit und die Ansage, dass der Paedobericht erst 2014…September, BTW…Syrien…von Netanjahu hoerts man eben auch nichts mehr…usw, usf.

    Was angedeutet werden soll, ist, ob uns denn eine zeitweilige Abkehr von dieser „Hysterie“ – so moechte ich einmal alle wichtigen und „unwichtigen“ Meldungen bezeichnen – dazu bringen koennte, sich weniger Sorgen zu machen.

    Eine andere Wahrheit ist, dass ich zwar eine traditionelle Zeitung in relativ kurzer Zeit – und das auch noch ungefaehrdet ;) – durchlesen kann, fuer die Online-Ausgabe jedoch keinen Zeitrahmen abstecken kann, auch aufgrund der staendig auftretenden Aktualisierungen. Die Tabs sind verwirrend, was unter „Aktuell“ steht, koennte auch unter „Satire“ passen, interessante Artikel jener Zeitung springen einem durch Zufall auf der Google-Startseite ins Auge; jene Tuer zum Labyrinth, deren Angebot sich zum Teil an meinen „Clicks“ orientiert. Reisen zum Beispiel ist eigentlich zum Anachronismus geworden, man schaut Video´s aus der Karibik, zurueckzukommen ist nicht schwer, denn der Rueckwaerts-Button spart Zeit, Geld und koerperliche Anstrengungen.
    Nocheinmal die Sinnfrage…

  25. Kleine Differenzen
    Wenn ein privates Unternehmen mich trackt, will es mir etwas verkaufen.

    Wenn ein Staat mich trackt, will er … Jedenfalls muss er nicht warten, bis ich ihm was abkaufe. In aller Regel erzwingt er mein Verhalten.

    Er behandelt mich als seinen potentiellen Gegner. Uns alle.

    Sind wir Gegner? Warum? Nun ja, erklärter Maßen wollen die USA die Welt beherrschen. Da fragen sie nicht erst.

  26. Wie wäre es mit einem sehr viel effektiveren Gegenschlag?
    Statt: „Lasst uns zuerst alle NSA-Tracker töten“ (was nichts bringt, da Geheimdienste bevorzugt an anderen, weniger manipulierbaren Stellen Daten absaugen). Die Damen und Herren, die da so groß im Heimlichen lauschen (und am besten die etwas höher geschichteten) ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zerren.

    Denn das mögen solche Finsterfrauen & Männer gar überhauptnicht und führt in der Regel dazu, dass ein neuer Job zu suchen ist. (aka is YOUR neighbour a DATA-Predator…?)

    Und anzuwendende Gewalt geht gegen 0.

  27. Helm auf!
    FAZ.Net und seine Blogs sollte man nach diesem Beitrag hier in der Tat nicht mehr lesen. Ghostery blockt bei mir – just in diesem Augenblick – 7 Dienste – darunter auch die Targeting Unternehmen nugg.ad und Audience Science, letztere sind Amerikaner. ACHTUNG, ACHTUNG , Helm auf und schnell in den Datenbunker, sonst hagelt es US Cookies.

    USA = NSA, ist doch klar.

    Aber wieso findet die taz hier eine besondere Erwähnung? Liegt es am ach so bösen Real-Time Advertising. Klingt für den Leser ja auch wieder so furchtbar gefährlich, so amerikanisch, so NSAig eben. Hat FAZ.NET vielleicht auf diesem Gebiet – also dem besagten Real-Time Advertising- ein eklatantes Defizit zu beklagen? Dann sollte vielleicht der Herr von Yieldlab mal beim FAZ-Vermarkter iq digital anklingeln. Yieldlab ist nämlich meines Wissens ein rein deutsches Internetunternehmen.

  28. Einfach DANKE...
    Möchte als Gutgläubiger einfach nur Danke für den Artikel sagen.
    Gleich was andere Ihnen da antworten, vorwerfen oder nachsagen,
    Gut geschrieben und nicht wirklich polemisch.
    Provokation dient ja auch zum Wachrütteln.
    Danke!!

    HR

  29. Titel eingeben
    Potz Blitz,
    da sammelt der Ami unsere Reisedaten, Kreditkartenabrechnung und Kontobewegung. Spioniert mit Echolon unsere Wirtschaft aus, unterhält Militärbasen auf deutschen Boden und lässt unsere Soldaten in fremden Kriegen kämpfen.
    Er bestimmt was im Radio gespielt und im Fernsehen gesendet wird, was Kunst und Kultur ist. Dadurch übernehmen wir amerikanische Symbole und himmeln amerikanische Ikonen an.
    Aber wenn ihr Geheimdienst unsere Katzenbilder mitkuckt, ist die Grenze wirklich überschritten!

    • was uns die Geschichte lehrt....das alte Rom
      Hm, schon mal darüber nach gedacht das wir nur ein hilfsvolk der Amis sind? das alte Rom hat dieses Prinzip genauso wie die Nazis genutzt.

  30. starker Auftritt
    Normalerweise betrachte ich Ihren Blog als intelligente Prosa mit Bezug zum Zeitgeschehen, diesmal konnte ich aber einen „echten Nutzwert“ erkennen.
    Für jmd. den ich nicht der IT-Branche zuordne, lieber Don Alphonso, war das ein starker Auftritt. Sie haben mit klaren Worten die Bösewichter benannt und eine Lösung angeboten. Hoffentlich lesen auch einige Lehrer Ihren Blog, denn ich betrachte die von Ihnen geschilderten Inhalte als Grundlagen des „Medienunterrichts“ in der Schule. Wie heißt es doch immer so schön: die heutigen Schüler müssten fit gemacht werden, für die Herausforderungen der Informationsgesellschaft und des Internets.

    Und wenn wir schon bei den Empfehlungen sind, hier meine top five für den Firefox:
    – WOT: web of trust (Stichwort Vertrauenswürdigkeit von Internetseiten)
    – Trueblock Plus oder Adblockplus (Werbeblocker)
    – Ghostery (s. Artikel)
    – NoScript (etwas umständlich für Laien, blockt aber fast alle Gefahren)
    – Proxtube (GEMA-Sperren auf Youtube umgehen)

  31. Die Geschichte aus dem mittelalterlichen England
    fand ich spannend – danke :)

  32. Als Conspirationsdepp abgetan und jetzt doch alles wahr
    Jeder haette es wissen koennen, viele haben es vermutet und viele haben es gewusst. Spionage war schon immer da und auch Mr. Obama ist nicht der Engel, den viele gerne in ihm sehen. Die wirklichen Feinde der Freiheit sind offensichtlich die, die sie am lautesten fordern bzw. verteidigen. Vor allem weit weg von zu hause. Die Zivilisation die wir zu hause nicht erreichen, muessen wir ja den anderen einbomben. Spionieren im Netz und ausnutzen der Daten, ob Staat oder Wirtschaft ist nichts anderes als Krieg ohne Bomben, aber genauso vernichtend.

  33. Wäre es nicht gelogen, wäre es Selbstbezichtigung:
    „passt zwischen den Sheriff von Kent, den NSA-Spion, den Werbetrackerhelfer und den Warlord im Sudan kein Stück Zeitungspapier, und ob man mich nun zur Leibeigenschaft, zur Scharia, der amerikanischen Freiheit im Sinne der NSA oder Genmaisprodukten bekehren will, macht für mich keinen Unterschied“
    Da spricht sich jemand jede Urteilsfähigkeit ab.

    • Wer will das beurteilen? Es gibt immer noch so etwas wie Meinungsfreiheit. Und der Warlord und der Sheriff sind wenigstens ehrlich.

  34. Sehr amüsiert
    Ach, schön.

  35. Prima! Gut gegeben!
    Das hat ja einen Riesenspaß gemacht, das zu lesen. Und man lernt noch eine Menge für´s praktische Leben.

  36. Sind wir schon im Sommerloch?
    Da werden Dinge in einen Zusammenhang gebracht, die gar nicht zusammen gehören. Was soll die Angst vor der Werbeindustrie – Panikmache im Sommerloch?

    • "Eklige" Honorare
      Die Honorare der FAZ enthalten sicher einen Anteil aus Werbeeinnahmen.

  37. Nur noch ein Tracker aktiv
    Bei der FAZ ist sind jetzt offenbar alle Tracker bis auf den hauseigenen abgeschaltet.

  38. Titel eingeben
    Nur zur Kenntnis des Bloggers:

    „Don Alphonso ist eine Kunstfigur, die IHREM Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.“

    „Verfasst“ man eigentlich Kunstfiguren?

  39. Hmm Ihre Empfehlungen mit Vorsicht geniessen....
    Die Alternativen die Sie hier beschreiben um den Datensammlern im Netz zu entgehen sind allesamt Mozilla Firefox Add-Onns die nur mit dem entsprechenden Browser funktionieren.

    Die Mozilla Stiftung wird nicht unerheblich finanziell von Google unterstützt (praktisch vollfinanziert) und da stellt sich mir die Frage wie effektiv diese Add-Onns tatsächlich sind wenn sie vom größten Amerikanischem Datenkraken schlechthin unterstützt werden…

  40. 'Die rote Linie ist nach Ansicht der USA überschritten' :D
    Soso …’u-s-agencies-said-to-swap-data-with-thousands-of-firms‘ – Besitzen Sie Nacktbilder von (a) Ihrer Frau und/oder (b) Ihrem Top_Secret Geheimprojekt ? Falls nicht, lassen sich diese Dinge jetzt wahrscheinlich für USD käuflich erwerben. Viele unserer Mandatsträger, Schreiber und Manager benutzen darüber hinaus ja glücklicherweise iPad und Co. – Ich denke, ich werde mir daher am Wochenende jetzt sicherheitshalber mal das Internet ausdrucken.

  41. Pingback: Durchs PRISM geguckt: Die NSA-Leaks in politiktheoretischer Perspektive » theorieblog.de

  42. Titel eingeben
    Sehr gut! Jedes Jahr kommen von den Universitäten,Hochschulen hunderte Experten,von den Leuten die aus „Behörden“ oder dem Militär ausgeschiedenen ganz zuschweigen..Das die alle in Florida in die Sommerfrische fahren und dort bleiben kann man sich nicht vorstellen.Schliesslich hat man was auf dem Kasten. Ich stelle mir einen reichen vernetzten Amerikaner vor ,dern die Untersuchungsausschüsse im Nachrichtendie-Bereich nerven ,sie für unpatriotisch hält. Dieser zieht seinen eigenen „Dienst“ auf,beschäftigt nur die besten und loyalsten Spezialisten kann Amerika retten und noch auch noch Geld damit verdienen…Vorrausgesetzt man denkt das Konzept und die rechtliche Situation von „Kopfgeldjägern“ (dürfen als Privatpersonen mehr als Eingeschworne Ordnungshüter)konsequent weiter!Als kleiner Buchtipp:“American Hero“ von Larry Beinhart(diente als Inspiration für „Wag the Dog“)

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