Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Tellkamp und wie man sich mit kultureller Hegemonie zu Tode siegt

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So schnell kann es gehen: Man wird auf eine Podiumsdiskussion eingeladen, vertritt die eine Meinung mit einer gewissen Klarheit des Wortes – und dann werden ein paar Sätze per Twitter aus dem Saal ins Internet verbreitet, dort von diversen Journalisten aufgegriffen, eine Gruppe von Leuten, die sich gern empört, empört sich, ein überforderter Verlag wird angegriffen und der sagt etwas weniger Schlaues. Fertig ist der Literaturskandal um Uwe Tellkamp und seine eigentlich nicht wirklich drastischen Aussagen, befeuert von einem Internet, das gar nicht dabei war. Aber so eine Gelegenheit, einen Literaten als Rechten und Sympathisanten von falschen Meinungen vorzuführen, kann man sich nicht entgehen lassen.

Die spannende Frage ist, ob das überhaupt etwas bringt. Eine gültige Antwort dafür wird erst in der Zukunft zu finden sein, und natürlich werden die Empörten glauben, einen wichtigen Beitrag zur richtigen Einstellung des Volkes zu leisten, das um diese moralische Orientierung bittet. Ich bin mir da nicht so ganz sicher, und das liegt an meinem Wohnsitz nahe der Grenze zu Österreich. In Österreich dominiert eine neue Regierung aus nationalkonservativer ÖVP und rechtspopulistischer FPÖ, und bei exakt jener Wahl, bei der diese Parteien siegten, sind die ärgsten Gegner der FPÖ, die dauernd vor Nazis warnenden Grünen, hochkant aus dem Parlament geflogen. Es war für die Grünen eine immens harte Landung nach dem riesigen Erfolg, den Grünen Alexander van der Bellen zum Präsidenten der Republik zu machen.

Aber dann spielte den Grünen das Glück und der Zufall in die Hände. In zwei Burschenschaften mit deutlichen Verbindung zur FPÖ tauchten alte Nazilieder auf. Nicht nur Rechtsrock mit Anspielungen, sondern wirklich übelstes, antisemitisches Zeug mit Befürwortung von Völkermord. Es gab eine riesige Empörung, Kandidaten und Mitarbeiter der FPÖ mussten zurücktreten, und der Parteichef Strache sah sich gezwungen, sich öffentlich – und unter Protest vieler Burschenschaftler – von diesen irren Einstellungen zu distanzieren. Im Gegensatz zur deutschen Tellkamp- Empörung hatte man da jetzt echte, böse, kriminelle Nazitexte. So etwas sieht man heute, da der Rechte Rand für viele Empörte schon bei Sarah Wagenknecht und Boris Palmer beginnt, eher selten. Echte rechtsextreme Altnaziumtriebe, die mit FPÖ-Vertretern schwach, aber immerhin, in Verbindung zu bringen sind.

Daraufhin war allen klar, dass die FPÖ doch superböse ist, wie das immer von Linken behauptet wurde und die Grünen gewannen dank ihrer Standhaftigkeit gegen Rechts haushoch die anstehenden Wahlen in Tirol und Kärnten, während die FPÖ vom Wahlvolk wegen der Nazilieder auf den Müllhaufen der Geschichte – äh, nun, nicht wirklich, es ging anders und für viele deutsche Beobachter vermutlich auch überraschend aus. Die FPÖ hatte trotzdem erhebliche Zugewinne bei beiden Wahlen, und die empörungsfreudigen Grünen stürzten ab. In Tirol, wo wegen der Aufgabe früherer Alternativgruppierungen viele Stimmen zu verteilen waren, kamen sie nur auf den vierten Platz hinter ÖVP, FPÖ und SPÖ. Und in Kärnten flogen sie ganz aus dem Parlament, runter von 12 auf 3 Prozent. Während die SPÖ auch manchmal mit der FPÖ koaliert, hatten sich die Grünen immer klar abgesetzt. Und jetzt konnten sie wirklich zeigen, dass sie immer recht hatten – und wurden trotzdem brutal abgestraft. Die Empörung hat ihnen nichts, gar nichts geholfen. Die politisch korrekten Grünen kämpfen mit Frauenquote und Gendersternchen um ihr Überleben, es wählen trotzdem deutlich mehr Frauen die FPÖ. Warum?

Ich denke, der echte Naziskandal hat nichts gebracht, weil es in Österreich solche Tellkamp-Empörungen auch schon lange gibt. Seit über 10 Jahren wird bei vielen kleineren Anlässen ebenfalls vor rechten Umtrieben gewarnt und zum Totalboykott aufgerufen. Was bei den Burschenschaften gefunden wurde, war eindeutig, aber für Empörung reichten auch schon weitaus weniger klare Fälle. Und diese Empörung richtete sich gegen alle, die nicht den Vorstellungen der progressiven Kreise in Wien, Innsbruck, Berlin, Hamburg, Graz entsprachen, egal wie beliebt und populär sie jenseits der empörungstonangebenden Kreise sind. Beispiele gibt für Gesinnungsprüferei es genug. Frei.Wild darf man nicht hören, sie müssen ausgeschlossen werden, ihre Konzerte müssen verhindert werden, weil es angeblich Rechtsrock ist und sie von Heimat singen. Das ist eine stehende Beurteilung seit vielen Jahren, die den Erfolg nicht schmälern kann: Bei mir daheim am Achensee, am Tegernsee und im Altmühltal fahren haufenweise tiefer gelegte VWs mit Frei.Wild-Aufklebern an der Stelle, an der in meiner Jugend noch “Panasonic” stand. Niemand zündet deshalb diese Autos wegen Neonaziverdacht an. Das ist hier Teil der Populärkultur.

Die Ursprung Buam sind in Deutschland weitgehend unbekannt, aber wenn ich an den Achensee fahre, bekomme ich ihre CDs an der Tankstelle und im M-Preis. So weit muss man es als Kulturphänomen aus dem Zillertal erst einmal bringen. Die Ursprung Buam, oder kurz “de Buam” – jeder bei uns weiss, wer damit gemeint ist – haben den Fehler gemacht, ein derb-satirisches Lied über die Sexualmoral in Saudi-Arabien zu schreiben, und sollten nach der Vorstellung von Empörern unter anderem deshalb von Sendungen der öffentlich rechtlichen Medien in Deutschland und Österreich ausgeschlossen werden. Man übersieht dabei in der Beurteilung leicht, was für eine Sprengkraft die unterschiedlichen kulturellen Einstellungen der alpinen Urlaubsgäste aus dem Orient mit sich bringen, und wie gut derartige Lieder bei denen ankommen, die sich überfremdet fühlen. Für den deutschen Kulturberichterstatter sind de Buam tumbe, volkstümliche Toren ohne Geschmack, die rechte Einstellungen bedienen. Aber daheim in den Dörfern des Zillertals machen de Buam vor Weihnachten die Kirchenmusik für alle. Dort sind sie Helden.

Der Musiker Andreas Gabalier hat eine eher traditionelle Vorstellung von Gleichberechtigung, die ihm zwar nicht seine weiblichen Fans übel nehmen. Aber sehr wohl der Standard in Wien und in der Folge auch die deutschen Nachrichtenseiten: Gabalier gilt Linken mit seiner Mischung aus Pop und Volksmusik als einer, der den Macho-Soundtrack der neuen FPÖ-Buberlpartie komponieren soll, weshalb es richtig ist, ihn zu beschimpfen. Seit seinen privaten Sympathiebekundungen für die FPÖ steht auch der Extremsportler Felix Baumgartner unter Medienbeobachtung. Aus dem Weltrekordspringer ist in der öffentlichen Darstellung ein übler Sexist geworden, während seine Gegnerin von den Medien gefeiert wird.

Zur Popgruppe Wanda gibt es einen Beitrag der Autorin Stefanie Sargnagel in der SZ, der nachhaltig dafür sorgte, dass die eher apolitische Gruppe von Feministinnen inzwischen als rechts und als Soft-Sexismus gebrandmarkt wird. Die Aussage, man glaube nicht, dass man mit einem 3-Minuten-Lied die Welt verändern könnte, und der Videoauftritt der bei Feministinnen umstrittenen Autorin Ronja von Rönne reichen aus, um Wanda als zumindest nicht ausreichend linientreu zu beurteilen. Und wenn Stefanie Sargnagel mal wieder andere unflätig beschimpft und dafür mit einer Sperre in sozialen Medien die Quittung bekommt, findet die gleichen Medien, die Netzwerke sollten sich nicht so haben und bittschön nur die Richtigen sperren.

Da halte ich dann fast immer meinen Mund, denn es ist ja nicht meine Musik und auch nicht mein Konflikt. Ich habe ganz andere Interessen, die weitgehend systemkonform mit der Hochkultur sind. Man kann mit mir besser über Formenentwicklung des Porzellans vom Rokoko bis zum Historismus reden. Aber nun regiert in Österreich eine Koalition aus ÖVP und FPÖ unter der Leitung von eher jungen, weissen Männern, die konservativ bis rechtspopulistisch sind. Gewonnen haben die Politiker, deren Wähler Frei.Wild und Gabalier hören, und Baumgartner bewundern. Man kann Herrn Kurz in Deutschland bei seinem Auftaktbesuch in die rechte Ecke stellen, für das, was er in Sachen Flüchtlinge sagt. Weil man wie Tellkamp natürlich alles sagen darf, es gibt kein Sprechverbot, und danach fallen die Empörten eben über sie her. Wie auch schon bei Wanda, Gabalier, den Ursprung Buam. Baumgartner, bei all den anderen jungen, adrett aussehenden, volksnahen Männer aus dem Bergland, die sich nicht konform äussern.

Ich habe meistens den Mund gehalten, denn warum sollte ich mich für die Ursprung Buam engagieren, oder für die Südtiroler, denen ihr Land heilig ist. Ich bin da nicht so, ich verstehe nur, warum die so sind, und finde, man kann es auch so sehen, wie die das tun, oder auch anders. Es gibt nicht die eine wahre Einstellung, Es ist kein Verbrechen, zur Staatsangehörigkeit der Südtiroler oder zu den Beinen von Modellen eine andere Meinung zu haben. Das sind Leute mit einem anderen Dialekt, anderen Einstellungen zur Heimat, und denen singt in Berlin Kreuzberg keiner ein Lied über ihre Befindlichkeiten. Also machen sie es selbst. In Wien und in Deutschland hat man das belächelt und nur darauf gewartet, dass einer von denen etwas Dummes sagt, um ihn in den braunen Sumpf zu planieren. Das Böse kommt seit Hitler immer aus Österreich, und es waren leichte Gegner. Aber halt Gegner, die etwas sangen und sagten, was viele andere mochten.

Kurz und Strache war es egal, was man in den Elfenbeintürmen dachte. Die mussten diese junge, männliche Klientel mitsamt seinen nicht in die Medienwelt passenden Einstellungen und Werten nur noch ansprechen, sie bestätigen und einsammeln. Diese Leute stehen jetzt trotz der diversen Skandale zu ihnen. Man hat weiten Teilen der österreichischen Gesellschaft die gesamte Populärkultur bis hin zu Leuten, die bei Flüchtlingskonzerten auftreten, mit Verdachts- und Unterstellungsberichterstattung zu verleiden versucht. Auf den Heckscheiben bei uns steht trotzdem Frei.Wild. Die tonangebenden Medien wollen diese fremde Welt nicht verstehen und nach ihren eigenen Regeln einordnen, und diese fremde Welt lächelt in Person von Herrn Kurz konziliant in Talkshows, weil es mehr Frei.Wild-Aufkleber als Schauspielintendanten gibt, und in der Demokratie nicht die Retweets bei Twitter, sondern die Mehrheit entscheidet. Diese Mehrheit hat jetzt in Kärnten und Tirol wieder gehört, dass es ganz schrecklich rechte Lieder gibt, und das so an sich abprallen lassen, wie schon in all den Jahren und Kampagnen davor – selbst wenn es diesmal echte Nazilieder waren. Die Wahlergebnisse zeigen überdeutlich, dass die Wähler bei Nazivorwürfen desensibilisiert sind: Die FPÖ baut ihre Machtbasis in Österreich trotzdem deutlich aus. Und die Grünen fliegen mit ihren Vorwürfen aus den Parlamenten. Rechte Wahlerfolge und linke Empörungskultur schließen sich nicht aus, und vielleicht, möchte ich vorsichtig anregen, ist es gar nicht so klug und weise, undifferenziert jeden in einen schlimmstmöglichen Topf zu werfen und abzuurteilen, nur weil er halt anders denkt und lebt und Sachen sagt, die man selbst nicht sagen würde. Weil das die anderen erst zusammen bringt.

In Östereich wurde das so weit getrieben, dass die Empörten die Parlamente verlassen müssen, und es nicht einmal mehr eine nennenswerte Protestbewegung gegen die Regierung gibt. Als der Autor Thomas Glavinic vor den Wahlen eine derartige Entwicklung beschrieb, wurde er als angeblicher „FPÖ-Versteherselbst kritisiert, weil nicht sein kann, was nicht sein darf..Aus meiner Sicht am Rande des Berglandes ist die Bestätigung von Glavinic durch die Wahlen eine klare Warnung, aber was weiss ich schon. Über Tellkamp urteilen andere ähnlich wie über Glavinic und freuen sich schon, dass er in Zukunft bei Auftritten Ärger und Streit mit Aktivisten bekommen wird, die böse Sachen über ihn sagen.

Und wie es ausgeht, wird man sehen.


730 Lesermeinungen

  1. Wenn es eines Beleges
    für die Mutmaßung, es herrsche örtlich ein anderes als gedankenfreies Meinungsklima, bedurft hätte: mit den Reaktionen auf diese Veranstaltung ist der Beleg da.
    Demokratie heißt eben nicht Uniformität, sondern Meinungsvielfalt und Diskussion und Rechtsstaat. Nur Justitiables wird verboten; alles andere muß diskutiert und ironisiert werden dürfen. Nichts fürchten echte Nazis mehr als Ironie und Spott – man frage Werner Finck oder Georg Kreisler.
    Danke für’s Aufspießen, D.A.
    M. A. Titz

    • Bitte, gern geschehen.

      Nur ist justiziables schon lang kein alleiniger Grund für Ausgrenzung mehr. das hat man ja mit Agentin etc sehr deutlich gesehen,

    • Es wird hier immer widerlicher.....
      Bei mehr undmehr Kommentaren meint man, mansie bei BILD angekommen.

      Da meint ein Schwätzer: „Demokratie heißt eben nicht Uniformität, sondern Meinungsvielfalt und Diskussion und Rechtsstaat. Nur Justitiables wird verboten; alles andere muß werden dürfen.“

      Anscheinend fällt für so manchen der Mord an einem Studenten 1967 durch einen Pollizisten im Dienst, oder der Mordanschlag eines durch die freie Presse aufgehetzten Primitivlings an einem radfehrenden Studenten auf offener Strasse unter den Begriff „diskutiert und ironisiert“ ?

      Man sollte nicht davon ausgehen, dass alle so verblödet sind wie man selber…..
      Was hier in den Kommentaren schon viel zu lange so alles geschrieben wird, das ist jedem echtem Konservativem peinlich.

      Nur mehr Stammtisch und BILD jetzt ?

    • TDV, bitte.

    • @ TDV
      Was verstehen Sie denn unter „echtem Konservativismus“? Sowas wie die „moderne“ CDU (ach du lieber Himmel) , also sowas wie Spahn, Tauber, etc.? Oh je, oh je, oh je!

      Unter Konservativität verstehe ich aufrechten Gang, Unbeugsamkeit (und eben nicht sich an alles und jeden anzubiedern, vor allem nicht den niederträchtigen Zeitgeist), den absoluten Willen das Gute zu verteidigen wenn man es durch etwas Schlechteres ersetzen will.

      Und was das BILD-Niveau angeht (kann es schon aus dem Grund nicht sein, weil die im Blick auf die Mainstreamleserschaft auch schon weitgehend linksgrün gestrickt sind): soll ich mal Ihren Text sprachlich korrigieren und aufzeigen wie viele Fehler Sie in den paar Zeilen drin haben? Von wegen BILD-NIveau…

      Und mit Ihren ollen, superollen 68-er Kamellen, da reißen Sie erst recht keinen mehr vom Hocker. Sie zelebrieren hier regelrecht vor aller Augen in welcher Geisteswelt Sie immer noch gefangen sind: Alt-68.

      Du lieber Vater.

      Mit Ihrer verschrobenen 68-er Nostalgie kommen Sie für mich rüber wie der Teilnehmer an einer Kaffeefahrt. Der verzweifelt (und zunehmend vergeblich) Gleichgesinnte sucht um mit Ihnen Klönschnack über Ohnesorg und Adorno zu halten. Ihre abstrusen Anspielungen, ein Plädoyer für Meinungsfreiheit hätte irgendwas mit einem Aufruf zur Gewalt zu tun zeigen wohl nur, dass Sie…

      Naja, sag ich lieber nicht.

      Nur eines:

      […]

    • wie viele Hinweise, dass Sie sich benehmen sollten, brauchen Sie noch?

    • jemand meint hier schreiben zu sollen:
      „Es wird hier immer widerlicher…..
      Bei mehr undmehr Kommentaren meint man, mansie bei BILD angekommen.
      Da meint ein Schwätzer:“

      Den Rest, da endgültig unnachvollziehbar, spare ich mir zu zitieren.

      Der kritisierte Leserbeitrag ist klar und deutlich, aber auch absolut anständig.

      Die Replik dagegen ist … wie soll ich sagen … also „widerlich“ trifft es ganz gut.
      Und „Schwätzer“ trifft es eigentlich auch ganz gut.

      Wenn Ihnen das hier nicht gefällt, mit bürgerlich freiheitlichen Haltungen eines Großteils der Mitwirkenden, dann bleiben Sie doch einfach weg.
      Oder Sie machen mit, aber dann doch bitte ohne solche unverschämten Anwürfe, die hart an der Grenze zur üblen Nachrede gegenüber anderen Debattenbeiträgen sind.

    • TDV, wer hat geschrieben, dass Morde zur europäischen Diskussionskultur gehören?
      Bitte nichts unterstellen.

      „Man sollte nicht davon ausgehen, dass alle so verblödet sind wie man selber…..“ Ein erster Ansatz von Selbstkritik? Dann besteht ja noch Hoffnung – für Sie.

    • Wann wird den "Wohlmeinenden" endlich bewußt
      dass „der Mord an einem Studenten 1967 durch einen Pollizisten im Dienst“ der Mord eines als westdeutscher Polizist verkleideten Stasi- Spions gewesen ist, der sein Ziel (Aufruhr und Destabilisierung in der verhassten da erfolgreicheren BRD) ganz wundervoll erreicht hat? Dessen Mord nur gedeckt wurde, weil die Untersuchenden nicht verstehen konnten, dass es der Mord eines Stasi-Agenten und nicht die behauptete Notwehr eines Kollegen war. Aber man ist halt lieber auf einem Auge blind und Putinversteher (trotz Gitmorden, mindestem einem abgeschossenen Flugzeug, einigen überfallenen souveränen und später tlw. anektierten Staaten) als Sachverhalte in ihrer ganzen Komplexität wahrnehmen zu wollen und überholte Zuschreibungen aufzugeben.

  2. Das wird man sehen,
    wenn man sich zu Tode gesiegt hat. Es ist das alte Lied, wie in der Fabel mit der Desensibilisierung vor der Gefahr des Wolfs für die Schafherde, weil der Junge ein paarmal zu oft, ohne Not, „Wolf“ gerufen hatte.

    • Ja, die Leute können es halt nicht mehr hören.

    • ... ja, schon ..
      … aber der Unterschied ist, dass der Junge in der Fabel noch lernfähig ist, während die grünlinken Medienschaffenden und ihre Anhänger darüber allenfalls verbittern und sich nicht nur verbal radikalisieren … Es wird noch manche Sportpalastrede zur Zuwanderungskatastrophe à la jetzt-erst-recht-wir-sind-ein-reiches-Land-geben, abgefackelte Autos und de facto kalt gestellte Schriftsteller …

    • Die Fabel...
      …hatte ich schon ganz vergessen, sehr passend! Aber vielleicht doch etwas metaradikal.

  3. Danke
    Für das fast preußische Durchhalten bis zum Schluss.

    Ich habe den Text sehr genossen. Obwohl ruhig im Ton zeigt er eine große Wucht.

    Chapeau!

    • Danke, gern geschehen. Man tut, was man kann.

    • Wucht?
      Dem Artikel fehlt meines Erachtens jegliche Analyse. Es heißt beispielsweise, die Grünen setzten sich per Quote für Frauen ein, dennoch wählten Frauen dann FPÖ. Der Autor fragt auch noch richtigerweise „Warum?“, geht dann aber einfach zum nächsten Thema über. Warum versucht er nicht wenigstens eine These zu entwickeln, warum das so seien könnte, wäre doch eine spannende Frage? Oder WARUM seine Dorfjugend so gerne Freiwild hört, die mit der Überhöhung der eigenen Heimat und ihrer Bewohner m. E. Eigentlich subtil sagen wollen „wir sind besser“. Auch keine Analyse. „Man tut, was man kann“, trifftś daher finde ich ganz gut….

    • Weil es halt eine Kultur ist, mit der sie sich eher identifizieren können. Ich finde das nicht zwimngend gut. Aber das kann man kaum ändern.

    • @ Goetzi: Willkommen bei der Dorfjugend
      „Oder WARUM seine Dorfjugend so gerne Freiwild hört, die mit der Überhöhung der eigenen Heimat und ihrer Bewohner m. E. Eigentlich subtil sagen wollen „wir sind besser““

      Ich kenne diese Musik nicht, aber wenn Sie mit Begriffen wie „Überhöhung“ und Unterstellungen wie „wir sind besser“ argumentieren, dann muss ich zumindest schmunzeln.
      Wenn Sie das für einen tragfähigen „Analyse“-Ansatz halten…
      Da sind doch tatsächlich junge Leute, die sich von der moralisierenden städtischen grünen Elite nicht den Schneid abkaufen lassen, sich NICHT als hinterwäldlerische Dorfdeppen abkanzeln lassen von Frau Roth oder Frau Slomka etc.

      Bravo, kann ich da nur sagen.

      Seien Sie doch froh, dass die ihre Heimat „überhöhen“. Vielleicht bleiben sie dann auch da wohnen, gehen nicht in die Stadt und studieren Gender mainstreaming, sondern übernehmen Vaters Handwerksbetrieb oder arbeiten sonst was gescheites.
      Und zahlen die Steuern und Sozialabgaben für die städtischen Eliten, die leider nichts rechtes können, außer anderen ihren wunderbaren multikulturellen Lebensentwurf mit urban gardening und free floating car sharing aufzwingen zu wollen.

      Aber vermutlich sind es letztlich böse white supremacists, die mit ihrer toxic masculinity und pausenlosen micro aggressions unter dem Vorwand der Heimatliebe bigotten Rassismus verherrlichen.

    • nicht besser, aber anders und dafür will man eine eigene Welt, ohne Vorgaben. Ich glaube, Frei.Wwild wurde auch wegen des verbissenen Kampfes gegen die Band so gross.

    • Und weil Herkunft aus einem Südtiroler Tal halt das Maximum an Antialles ist, das man momentan finden kann.

    • Bis zuletzt, der aufrechte Gang,
      auch wenn Detailverliebte am Beitrag Kritik äußern.
      Danke, für geniale Texte und viiiele Kommentare, die einen an das Überleben der deutschen Kultur glauben lassen.
      Das Land steht am Punkt 5 nach 12 und nur mit allergrößter, vor allem westdeutscher, Kraft können wir die Übernahme des Landes aufhalten.
      Ich hatte heute auf Arbeit auch das Thema, da die tollen s.g. Flüchtlinge sich nicht an unsere Gesetze und Normen halten wollen und wir, um nicht zu Konfrontieren, Schwäche zeigen und ihnen ihrem (Invasoren-)Willen nachgeben, was bei Deutschen, so NIE erfolgte.
      Das ist die Unterwerfung !
      Ich schätze FreiWild und andere Deutschrockbands. Ich war vor 10 Tagen bei Goitzsche Front, klar gegen richtige Nazis und doch für Heimat und Werte.
      Der Rückhalt im Volk kotzt die LinxGrünen an und dann wird deren Medienmaschinerie (u.a.Staatsfunk)angeworfen, um zu denunzieren.
      Auf ein Wiedersehen, in einem freien, konservativen Medium, Danke!

  4. Titel eingeben
    Ich sehe das hier im schönen Tirol, 15km vom Achensee, 1h20min mit dem Auto von München entfernt ganz ähnlich.

    Es gibt viel weniger einen Rechtsruck als eine Linksflucht. Viele haben einfach die Nase voll von dem andauernden Zustand der Empörung. Andere Länder wie Frankreich haben einen andauernden Terroralarm um Grundrechte einzuschränken. Im deutschsprachigen Raum gibt es einen andauernden Nazi-Empörungszustand aus dem dann Dinge wie das NetzDG erwachsen.

    Und ganz vielen reicht das eben damit. Und wenn man das abwählen will, was bleibt dann?

    • Nun, das hat man ja gesehen, bei den Grünen. Habem sie gelernt? Ich glaube nicht.

    • @Josef
      Linksflucht? Sehe ich auch so. Nur die unreif-Halbstarken bleiben linksgrün. Wegen Mangel an Lebenserfahrung. Und von ebenso unreif-weltfremden Paukern (wir haben eine gleichgeschaltet linksgrüne Schulkultur) werden sie in ihrer rotznäsigen Weltunkenntnis noch bestärkt.
      Durch die linksgrüne Gehirnwäsche und das Verketten dieser Versagerideologie mit Karrieremotiven hat sich der ganze Zirkus in den Schulen verselbstständigt. An der Stelle korrigieren Sie vorerst nix mehr. Daher ist es umso wichtiger, dass sich Erwachsene außerhalb dieser unheilvollen Umgebung für das Gute stark machen. Sonst multipliziert sich das Satanische immer weiter. Wer am meisten am eigenen Ast sägt wird belohnt. Diese unheilvolle Spirale nach unten muss umgekehrt werden.

      In unserer Kultur der Verlogenheit ist den Pharisäern kein Trick zu schade um sich immer weiter in die Tasche zu lügen, bequem einmal eingeschlagene, aber mittlerweile arg ausgetretene Pfade immer weiter zu beschreiten. Da kursiert gerade eine „Umfrage“ (guter Witz!) wonach die Wähler genau das was sie vor ein paar Monaten (vor den „Sondierungen“) noch massiv abgestraft haben jetzt auf einmal ganz doll mögen sollen.

      Ist echt unfassbar.

    • Der wahre Konservative ist ein wohlwollender Skeptiker
      und nicht ein reaktionärer Phantast. Das unterscheidet ihn eben vom Nationalisten, der einer Ersatzreligion anhängt die im 19. Jahrhundert aus der Taufe gehoben wurde, nachdem man an Gott nicht mehr glauben wollte. Der neue Gott hieß nun Nation. Von Nächsten- gar Feindesliebe keine Spur mehr. Denn dieser Götzenkult verlangte, dass man ihm die eigenen Söhne millionenfach und die der Feinde gleich mit dazu opferte. Archaisch und ziemlich heidnisch. Ist aber nicht die einzige unglückliche Erfindung aus dieser Zeit. Hervorzuheben wäre da auch noch die Erfindung Deutschlands, einer Kopfgeburt aus nationalistischem Geist, die wenig mit Geschichte, aber viel mit einer überbordenden Phantasie zu tun hatte. Aber wer eh schon Schwierigkeiten mit der Historie hat, ist da sicherlich gut aufgehoben.

  5. Gelebte Demokratie
    Danke für den Link zu Twitter, ohne ein „Smart“phone bin ich auf der Ebene ja aufgeschmissen. Aber wenn ich dann hier ab und zu lese, was ich da alles versäume, dann weiss ich, dass die Entscheidung richtig ist keines zu haben.

    „Die spannende Frage ist, ob das überhaupt etwas bringt.“ Ob eine Klarstellung durch Verlage etwas bringt, ist KEINE spannende Frage.
    Auf beiden Seiten des Abgrundes stehen unbelehrbare Dummköpfe (ein zu höfliches Wort, ich weiss), die die Wahrheit nicht gepachtet haben, sondern sie zu Recht ganz besitzen und sich daher so selbstgerecht wie früher mal die heilige Inquisition fühlen. Die Frage ist also keineswegs sonderlich spannend, sondern banal.
    Wer wissen will wie das bald aussieht, der braucht nur nach Amerika schauen. Wer lauter schreit, hat Recht. Fehlt nur noch, dass man in DE ein Second Amendment einführt…

    Was den Streit über das, was man diesseits und jenseits der Grenze zwischen Achensee und Salzburg unter Kultur und Politik angeht, so sieht das halt aus, wenn Bürger durch informationsfreie, aber manipulationsvolle Medien verblödet werden. Von TAZ bis FAZ gibt es da keinen Unterschied.
    Dieser Zustand existiert schon sehr viel länger, nur sich halt KEINER über die Konsequenzen darüber beschwert, als die neo-liberale Seite noch daraus ihre Vorteile ziehen durfte. Jetzt hat sich das Pendel gedreht, und statt rechter neo-liberaler Deppen sitzen halt jetzt sich für Links/Grün haltende Deppen an den Schalthebeln in den Redaktionen, und jetzt ist es auf einmal ein Problem?

    Welch lächerliche Heuchelei!
    Alles ist schlicht und einfach ganz genau so, wie es nur sein kann!

    Und die Bürger wählen jetzt brav immer wieder Politiker, die die von deren Parteien besetzten Rundfunkgremien fest in der Hand halten, und die sogenannten öffentlich Rechtlichen durch Zwangsabgaben mit ungeheuren Mitteln dazu ermächtigen ihre „aufklärerische Arbeit“ fortzusetzen.

    Gelebte Demokratie halt….

    • @TDV "Neoliberalismus"
      Ich habe größte Zweifel, dass Sie den Begriff anders verwenden als die Linxgrünen „Nazi“. Es scheint irgendeine Sammelbüchse für die falsche Gesinnung zu sein. Insofern haben Sie völlig recht: Welch lächerliche Heuchelei!

    • Second Amendment
      Yes, please!
      Und Hessen sollte das erste Open-Carry-Bundesland werden.
      Noch vor Bayern!

    • Was wissen Sie denn vom 2nd Amendment?
      Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass die sog. BRvD (GmbH) vor Waffenträgern eine Scheixxangst hat?
      Das 2nd Am. garantiert hier am anderen Ende der Welt, was den Menschen in der VS-Kolonie gut täte, aber das lässt Ihr Rudi-Dutscke-Blick nicht zu, gelle?

    • LOL 2nd Amendment
      Es würde schon reichen, das Prozedere und die Bedingungen der Schweiz und/oder Tschechien für das 2nd Amendment hier in Deutschland umzusetzen, statt die Schrauben immer weiter anzuziehen.
      Was will man von einem Staat erwarten, wo es den Grundsatz gibt so wenig Waffen wie möglich ins Volk gelangen zu lassen…vgl. […]Bei der danach erforderlichen Abwägung ist der Grundsatz zu beachten, „so wenig Waffen wie möglich ins Volk“ (vgl. dazu Urteil vom 13. Juli 1999 – BVerwG 1 C 5.99 – Buchholz 402.5 WaffG Nr. 85 S. 8 = GewArch 1999, 483 ) gelangen zu lassen.[….] http://www.bverwg.de/260308B6B11.08.0

      Zeigt meines Erachtens, welchen Stellenwert der Bürger aus Sicht des Staates hat….und obwohl die Schweiz in Waffenfragen recht liberal* und die Waffendichte dementsprechend hoch ist, passiert hier in der Schweiz mit Waffen relativ wenig…..

      *= Es reicht ein simpler Antrag WES genannt um eine Waffe zu bekommen. Es ist kein Bedürfnis nachzuweisen, als Begründung reicht die Angabe von „Sport-, Jagd- oder Sammelzwecke“. Es gibt keinen Vereinszwang, keine Wartezeit in einem Verein und man muss auch nicht nachweisen, dass man regelmäßig und ernsthaft schießt. Ferner bekommt man hier die Munition (sofern in CH zugelassen) unabhängig vom Kaliber der Waffen die man besitzt und es reicht der Ausweis und ein Auszug aus dem Schweizer Zentralstrafregister.
      Der Waffenerwerb ist auch Ausländern mit C-Ausweis erlaubt, sofern sie vom Erwerb nicht generell ausgeschlossen sind, da gibt es Restriktionen für Angehörige bestimmter Staaten, wo zu erwarten ist, dass die Waffen in deren Heimatländern illegal auftauchen. Kontrollen wie in Deutschland finden nicht statt und jeder noch Dienstpflichtige vom Militär hat daheim, sein Sturmgewehr stehen, was sogar ein „Vollautomat“ (3-Schuss-Salve bzw. Dauerfeuer) ist. Allerdings muss von dieser Waffe der Verschluss gesondert aufbewahrt werden und inzwischen wird von staatlicher Seite auch keine Munition mehr automatisch mitgegeben. Nur wer will, bekommt die richtige Munition bei jedem Waffengeschäft ohne Probleme….
      Beim WES-Antrag wurde ich beim ersten Mal zu einem Interview ins kantonale Waffenamt eingeladen. Es wurde zwar auch nach dem Grund für das Verlangen nach Waffen gefragt, aber trotzdem ging es da eher um das hiesige Waffengesetz, den Umgang, den Transport und die Aufbewahrung (abschließbarer Schrank reicht, muss kein Tresor sein). Nach zwei/drei Wochen wurde mein Gesuch positiv beschieden und ich konnte die Waffen erwerben. Die drei anderen Gesuche dauerten inklusive Postweg ca. 9 Tage und liefen problemlos ab….zudem sind die dortigen Beamten sehr hilfsbereit und ich hatte das Gefühl, dass die eher Pro Waffen in Privatbesitz sind als dagegen.

      bombjack
      der inzwischen seinen 4. WES Antrag gestellt hat….und sich im Sommer auf das schießen freut u.a. mit einem Colt Navy 1851 Schwarzpulver Vorderlader Replik….

    • @bombjack
      Danke für diese Darstellung des Waffenrechts in einem Land, das seine Bürger offensichtlich nicht ausschließlich als Nutztiere betrachtet.

      Auch gut geeignet als Arumentationshilfe für den Standardempörtenausruf „Wollen Sie denn amerikanische Verhältnisse?“.
      Antwort: „Nein, schweizer Verhältnisse.“

    • Second? First!
      Einfuehrung eines First Amendment waere vielleicht erstmal ganz nett. Nur mal um klarzustellen, dass Religions-, Rede- und Versammlungsfreiheit Grundvoraussetzungen sind, die absolut keine Einschraenkung vertragen. Ebenso auch, um zu unterstreichen, dass auf Grundlage der Religionsfreiheit sich genau niemand irgendwelche Sonderrechte herausnehmen kann (‚To rule otherwise, „would be to make the professed doctrines of religious belief superior to the law of the land, and in effect permit every citizen to become a law unto himself. Government would exist only in name under such circumstances.“ http://su preme.justia.com/cases/federal/us/98/145/case.html‘)

      Falls jemand auf die Idee kommt, mit dem Grundgesetz nach mir zu werfen: In der Praxis der Verfassungsrechtsprechung Deutschlands scheinen diese Grundsaetze zunehmend ‚aus den Augen, aus dem Sinn‘ zu verschwinden. Legislative und Exekutive, nach ihren Taten beurteilt … need I continue?

      Der Verlust der Sonderstellung beider grosser Kirchen waere sicher schmerzlich, wuerde aber hoffentlich helfen, die verbreitete ‚oeffentlich-rechtliche‘ Mentalitaet wieder durch eine christliche zu ersetzen. Klappt anderorten ganz prima.

      Danach klappt’s sicher auch mit dem Second.

  6. Wie es ausgeht...
    …kann man sich leicht vorstellen. Die Grünen in Deutschland erreichen in den Umfragen schon seit einiger Zeit stabil um 12%. Das liegt an der psychischen Verfassheit ihres Symphatisantensumpfes, die so ganz anders als in Österreich ist.

    Die Österreicher haben nie einen derartigen Schuldkult entwickelt wie die Deutschen. Man hat den obersten Nazi letztlich als Deutschen ausgebürgert und den Holocaust den ohnehin mentalitätsmäßig verachteten preußischen Bürokraten angelastet. Deshalb ist für die meisten Österreicher die Geschichte Geschichte.

    In Deutschland hingegen werden die ‚Nazis‘ umso stärker bekämpft, je länger das Dritte Reich Vergangenheit ist. Der typische Grünen-Pfadfinder wacht morgens mit zwei Ängsten auf: Dass die ‚Nazis‘ heute die Macht übernehmen und am Abend die SA wieder einen Fackelzug durchs Brandenburger Tor führt. Und dass er selbst nicht genug ‚Widerstand‘ dagegen geleistet hat.

    Weil so etwas bei genauer Betrachtung der Realitäten natürlich Irrsinn ist, kommt der altbekannte Mechanismus der kognitiven Dissonanz zum Tragen: Man dreht jede Äußerung und jeden politischen Zug, der sich auf ‚Nazi‘ beziehen lässt, exakt in diese Richtung. Dadurch verringert sich zum einen die kognitive Dissonanz, zum anderen stellt sich das wohlige Gefühl des Maulheldentums ein, denn man ist ja schließlich ‚gegen Rechts‘ aufgestanden und hat sich um „Nie Wieder!“ verdient gemacht. Als Nebeneffekt führt so ein Engagement zu instantaner Gruppenbestätigung innerhalb der eigenen Filterblase.

    So eine psychologische Schleife ist praktisch nicht zu durchschneiden. Selbstverständlich gibt es solche Gruppen auch in Österreich, Sie haben ja ein paar prominente Vertreter erwähnt. Die verfügen außerhalb ihrer geringen Mitgliederzahl aber über praktisch keine Unterstützung in den Medien oder der Bevölkerung, weil für die meisten – siehe oben – die Nazi-Vergangenheit keine große Rolle spielt.

    In Deutschland hingegen frisst sich die ‚Nazi‘-Neurose – von einer willfährigen Medienmeute stets auf neue angefacht – immer weiter bis in die ehemals bürgerlichen Kreise. Insofern prophezeie ich den ‚Grünen‘ eine auskömmliche Zukunft.

    • Die österreichische Form des Vergessens ist auch nicht schön, sondern ziemlich ekelhaft und in allen alten Parteien. Und die Deutschen sind da m.E. auch nicht wirklich besser, es gibt da nur manche Gruppen, die das sehr deutlich praktizieren. Von Kult rrede ich da aber ungern, die Motivationen sind viel zu unterschiedlich, da ist wirklich alles dabei vom echten Engagement bis zur moralischen Selbstüberhöhung. Nur wenige sind letztlich überzogen.

    • Titel eingeben
      Bin mal gespannt ob es in Köln noch mal eine Arsch huh Veranstaltung geben wird.
      Da waren die Kölner immer unter sich. Haben sich selbst gefeiert, ihre Toleranz und Weltoffenheit. Bei Kölschrock, Bratwurst und Bier.

    • @Koljakin
      Das eigentlich Irrwitzige liegt darin, dass der typische Grünenwähler ja nur jemand sein kann, der keine Lebenserfahrung hat. Das gilt sowohl für jene Grünlinge, die in ihrer Weltfremdheit alt geworden sind als auch für das Gros der unreif-halbstarken Pennäler und Erstsemester. Besonders abstrus: der Schuldkult nährt sich zwar aus der Nazi-Kiste, die Bildungskatastrophe hat aber dazu geführt, dass die nicht mehr ansatzweise so viel Geschichtskenntnis haben, dass sie damit etwas anfangen können. Wenn Sie heute einen Durchschnittsoberstufenschüler (so eine Dumpfbacke, die doofe Sauflieder hört, über cannabis-Anbau referieren kann und sich ein Spießer-Unverdächtigkeitstattoo hat machen lassen) befragen, der weiß weder was der 1. bzw. 2 Weltkrieg war, noch wann das war oder auch nur im Entferntesten worum es dabei ging.

      Aber diese gehirngewaschenen, unreifen kleinen [] sind wie Automaten: sie werfen oben was rein und dann ziehen sie eine Schublade auf. Und heraus kommt irgendwas mit Nazikeulengegröle. Die schwingen sie lautstark, auch wenn sie wie gesagt keine Ahnung haben worum es überhaupt geht.

      Also ich finde ja, man sollte das Wahlalter drastisch hochsetzen.

    • Reissen Sie sich zusammen, ernsthaft.

    • Nazi Psychose
      ist leider teilweise Realität, KGE denkt sich, laut Spiegel Interview, dass ihr beim Joggen hoffentlich keine Gruppe Nazis begegne.

      Auf der anderen Seite hat die Polizei Berlin gerade mit Verweis auf den Pressecodex genauere Auskünfte zur Herkunft eines Festgenommenen im Mordfall der 14jährigen in Berlin verweigert. Damit wird natürlich gar nicht der Verdacht in Richtung, könnte eine Diskussion wie in http://blogs.faz.net/stuetzen/2016/12/14/auch-nach-freiburg-keine-stimme-fuer-die-afd-7249/ anstoßen gelenkt.

    • Es ist absehbsar, was da jetzt kommt.

    • Schokolade
      Mögen viele Menschen, wenn sie aber das nur noch bekommen, hängt ihnen das schnell zum Hals raus.
      Kollektivschuld, 3. Reich und Nazi in Dauerschleife im Unterricht, gemischt mit 3 Welt Lyrik und noch mehr Schuldkult Marke Afrika (wer hat eigentlich die Kolonien gehabt??), all das ist weniger attraktiv als Schokolade. Ergebnis: der Mensch stumpft ab, kann das alles nicht mehr hören und der (noch verschämte) Spruch, wenn wieder mal ein testosterongeschwängerter Nichtsleister „Respekt“ einfordert ist schon bei den Jungen „wofür? Respekt dafür, dass Du geboren wurdest und noch lebst“?
      Bei den Leuten meines Alters kommt eher der Spruch zum Bettler „geh arbeiten“ und zum Rumgammler „Du lebst von meinem Steuergeld“.

      Oder kurz gesagt: selbst wenn man Schokolade mag, ist zuviel davon zuviel. Wenn es aber von vorherein nicht schmeckt, sondern nur „gesund“ ist, ist zuviel davon „ich kann dieses Zeugs nicht mehr sehen“.

      Seehofer geht grosses Risiko, wenn er sagt, „ich mache Deutschalnd so sicher wie Bayern“. Abgesehen davon, das Bayern nicht sicher ist, Rosenheim, Regensburg und fast jeder Woche Münchner UBahn, hat der Bundesminister wenig Einfluss auf das Versagen der Landesbehörden, bekommt aber bei jedem Anschlag die Schuld. Und Abschieben tun auch die Länder. Wenn die Vergewaltigungen in dieser Frequenz weitergehen, wird es auch die Kanzlerpartei zerlegen und dann ist da Platz für echte Populisten. Nett wird das nicht.

    • Der Feind im Inneren
      @ Harry Charles:
      Sehr geehrter Herr Charles, ich bin ja auch gegen wohlstandsverwahrlostes ÖD-Bürgertum, linke Spießer, Grüne, Alkohol und Cannabis bei Minderjährigen, auch Marxismus ist für mich die größte Epidemie in Europa seit, hmm, naja, der spanischen Grippe, usw. usf. Allerdings fällt mir bei Ihnen, trotz verwandter Gesinnung, leider auf, dass die Vorwürfe, die Sie Ihren Gegnern machen, auch auf Sie zutreffen. Auch bei Ihnen kommt durch, dass Sie sich eigentlich für etwas besseres halten als große Teile der Bevölkerung, nur sind bei Ihnen die Verachteten Akademiker und alle, die jünger als Sie sind. Bei unserem gemeinsamen politischen Gegner sind es stattdessen bspw. Landvolk und „Biodeutsche“, was ähnlich arrogant und unsympathisch wirkt. Wer politisch etwas bewegen will, sollte darauf achten, nicht alle zu verprellen.

    • @ PzDivAtatürk
      Ich verachte keineswegs ALLE Akademiker und auch nicht ALLE, die jünger sind als ich. Um es zu spezifizieren: was mich an vielen Akademikern stört (und da meine ich in erster Linie die Geisteswissenschaftler) ist ihr Mangel an akademischer Seriosität bei gleichzeitigem Dünkel. Mich stört die aufgesetzte Gutmenschattitüde als Ersatz für fehlendes Können und mangelnden akademischen Anspruch (gender-Lehrstühle sind das beste Beispiel dafür). Andere große Seuchen unserer Zeit wie die politische Korrektheit stammen wohl hauptsächlich von minderintelligenten Studis. Handwerker hätten für sowas keine Zeit, nur studentische Müßiggänger [die nicht ernsthaft studieren, sondern sich nur wichtig machen] können auf sowas kommen (Müßiggang ist eben aller Laster Anfang).

      Und was die Jugend angeht: die sind für mich eher Opfer als Täter. Opfer einer fehlgeleiteten Pädagogik. Zornig machen kann es einen dann, wenn sie die ihnen verpassten Strickfehler zwar sehen müssten, aber sie dann nach Kräften und ohne Not multiplizieren. Und mich stören pubertäre Regungen, die darin bestehen, dass man meint die Welt neu zu erfinden.

      Die ist aber schon eine Zeit lang da und wird auch nach denen noch da sein.

    • Danke für die Antwort!
      @ Harry Charles:
      Danke für die Antwort, insbesondere wegen ihrer wohltuenden Sachlichkeit. Nichts für ungut!

  7. Ja.
    Das Nazi-hier-Nazi-da-Schwert ist seit langem stumpf – diejenigen, die es schwingen, merken es nur nicht.

    Ich hatte im Spätsommer so eine Begegnung, eine entfernte Bekannte (Grüne) sprach mich an, ob ich auch zur Demo ginge. Ich erwiderte, aus Prinzip nicht zu Demos zu gehen. Aaaaber, im Nachbarort sei doch eine Wahlkampfveranstaltung der AfD, Gauland persönlich käme, ganz schlimm, es sei doch wichtig, vor der Halle dagegen Stellung zu beziehen, das seien doch alles Nazis, so schlimm und so weiter. „Ihr wollt also Werbung für den Gauland machen und das AfD-Publikum in seiner Wahlentscheidung bestärken?“ fragte ich (ehrlich und nicht provozierend gemeint). Sie verstand es nicht und fühlte sich provoziert.

    Nebenbei halte ich es, wie es mal Hadmut Danisch geschrieben hat – wer jeden für jede Aussage, die nicht auf der linken Meinungslinie liegt, als Nazi beschimpft, betreibt im Grunde Holocaustleugnung.

    Und die Leute (also das Fußvolk) hören schon lange weg, wenn solche Anklagen kommen. Da kann echtes Nazitum auch schon einmal durchrutschen, Desensibilisierung. Zumal man echte Nazis (im Sinne von Drittes-Reich-Fans) in Deutschland inzwischen suchen muß, von den paar Freaks arbeitet die Hälfte zudem beim Verfassungsschutz. Hakenkreuz-Schmierereien stammen in der Regel nicht von denen, da wären sie ja schon doof, die dienen der Gegenseite dazu, die Nazi-Bedrohung aufrechtzuerhalten. Und daher wird dann auch einmal ein Herr Tellkamp durch die Manege getrieben, weil es ja sonst nichts gibt. Und der „Kampf gegen rechts“ (längst nicht mehr nur gegen RechtsEXTREMISMUS) gibt schließlich auch vielen Lohn und Brot, die sich ansonsten beim Amt anstellen müßten. Anderen dient es als Hobby, um im Bündnis „Städtchen XYZ ist bunt“ ihre vermeintliche Überlegenheit bequem zur Schau stellen zu können. Die haben nicht einmal „Anmerkungen zu Hitler“ von Haffner gelesen, meinen aber zu wissen, was ein Nazi ist.

    Das sind die einen. Den anderen geht das Getue aber nur noch auf den Zeiger. Und das sind mehr. Man möchte doch schon allein lieber „rechts“ sein, um nicht zu denen zu gehören.

    Wenn wirklich übler Rechtsextremismus einst wieder salonfähig werden sollte, dann hätten die linken Diffamierungsapostel sich das ganz allein zuzuschreiben.

    • Es gibt immer noch haufenweise Neonazis und jeder ist einer zu viel, das ist überhaupt keine Frage. Nur sind die halt unter dem Radar, und man nimmt sich das vor, was drüber ist – eben Tellkamp, weil er gerade da ist. Und die Buchmessen.

    • Wenn es um echte Neonazis ginge...
      …wäre ja alles in Ordnung. Und vor allem: Wenn es darum ginge, daß Extremismus INSGESAMT nicht akzeptabel ist. Aber was Extremismus ist, entscheidet längst nicht mehr die ruhig beobachtende Mitte. Mancher ist böse, mancher geduldet, mancher gar erwünscht. Mit solcher Doppelmoral macht man alles kaputt. Und irgendwann werden immer mehr Leute Rechtsextremismus vielleicht – wieder – für das geringere Übel halten.

    • Was wurde aus der Idee, die Rote Flora zu schliessen?

    • Werde das Forum vermissen
      Der Don wird uns ja glücklicherweise, wie bereits versprochen, an anderer – derzeit noch unbekannter – Stelle erhalten bleiben. Ich hoffe aber sehr, dass die Mitforisten ebenfalls in großer Zahl zügig mit umziehen, denn ich werde die vielen klugen Kommentare zu brisanten Themen sonst sehr vermissen! Nirgendwo sonst im Netz wird auf so hohem Niveau und mit so viel Durchblick diskutiert. Die Community sollte sich durch den Umzug – wohin auch immer – nicht sprengen lassen. Auch das ist ein Stück geistiger Widerstand gegen die Denkverbote!

    • @Don: Weggedroht...
      …und ansonsten wissen sie ja, daß sie machen können, was sie wollen – ist doch noch nie etwas passiert.

    • Vielleicht kann man...
      …noch erwähnen, dass es eine größere Zahl von Menschen gibt, die hinter einer „grün-alternativen“ Agenda standen, also Anti-Atom, Keine Gene nirgendwo u.v.m.
      Aber: im Innersten gegen Veränderungen ihrer romantischen Vorstellungen von Natur und Gesellschaft sind.
      Die Reichsbürger sind da nur eine besonders auffällige Gruppe.

      Ich konnte sie lange nicht auseinander halten: grün, rechts, konservativ, irrational, religiös oder esoterisch?

      Eins wurde mir klar: gegen Zuwanderung immer…
      Und: „Grüne“ kannibalisieren ihre einstigen Wähler…

    • @DA Rote Flora
      Was nach dem G20-Geschehen 2017 aus der Roten Flora-Schliessung wurde?

      Soviel wie mit der Räumung des Crack-Handels in der Elbestrasse in Ffm.

      Es wurde Vizekanzler*in für Olaf Scholz daraus.

      Nur drei Fakten, keine Meinung.

    • Geil!
      Wortbedeutungen verändern sich eben, bitte bedenken Sie das.
      Im Mittelhochdeutschen bedeutete „geil“ soviel wie „fröhlich“ oder „ausgelassen“. Im Neuhochdeutschen wanderte es dann zum Gebrauch ausschließlich im sexuellen Kontext, um später (in den 70ern?) seine ursprüngliche Bedeutung wieder mit aufzunehmen.

      Mir geht es jedenfalls so, dass ich, nachdem ich erlebt habe, wofür die Bezeichnung „rassistisch“ heute gebraucht wird, mich heute selbstverständlich als Rassist bezeichne. Das ist heutzutage nichts Schlimmes mehr, glauben Sie mir.

    • Titel eingeben
      @IsopanFF: Ja, das ist schon komisch, das mit den ganzen „Nazis“. Alles mögliche ist ja „Nazi“, der Begriff ist mittlerweile so scharf umrissen wie die Reichsmark 1923 Kaufkraft hatte. Wahrscheinlich wird es immer welche geben, aber wahrscheinlich sind es sehr viel weniger, als heute geglaubt wird.

      Wirklich irre ist aber meiner Ansicht nach, dass die ganze Nazi-Suche eigentlich ablenkt von den wirklichen Problemen im Land: der Verarmung, der nicht-Teilhabe am geschaffenen Wohlstand, das Verrotten der Infrastruktur trotz Steuern die hoch sind wie nie, die Subventionierung oder besser gesagt verdeckte Arbeitslosenförderung durch das Beauftragtenunwesen und die strukturelle Korruption im Umfeld der Parteien und, leider, auch sehr vieler NGOs, die sinnlose Ressourcenverschwendung durch Förder-hier, Förder-da-Programme, verdeckte Subvention ganzer Wirtschaftszweige bei gleichzeitiger stummer Enteignung durch Niedrigzinsen, die Privatisierung von Gewinnen bei gleichzeitiger Sozialisierung von Risiken, und und und.

      Es gibt so viele Probleme im Land, und sehr viele davon haben mit den Parteien und den Interessen eines sehr kleinen Häufleins von Menschen zu tun. Das sind keine 1%, das sind vielleicht 0,1%.

      Aber am allerwichtigsten sind vermeintliche Nazis, die im Grunde nur ihr Grundrecht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen. Oder die Befindlichkeiten eines Haufens frustrierter Feministinnen mit Zugang zu den Medien.

      Der Vorwurf, den man „den Medien“ machen muss, ist also: die schauen weg, wo es interessant ist, und blasen uns zu mit, mit Verlaub, aufgeblasener Kackscheiße, auf dass wir keine Zeit, keinen Nerv und keine Kraft haben, die wirklichen Probleme (und die Profiteure dahinter) zu sehen, zu kritisieren und was dran zu ändern.

      Wo sitzen also die wahren Scharlatane? Im Autorenpool des Suhrkampverlags? Im Leben nicht.

    • Gut geschrieben, IsopanFF.
      Seltsamerweise sind es häufig jene, welche sich für „links“ halten, die sich im Rahmen ihrer ureigenen Selbstgerechtigkeit das Recht zur Gewalt bei AfD Gegendemos geben. Gerade in Ostdeutschland erkenne ich keine Unterschiede zwischen dem Fehlverhalten „Rechter“ und „Linker“. Sie fühlen sich schlicht im Recht. Das im Internet ist auch schon eine Art Gewaltausübung. Fast wollte ich das vergleichen mit städtischen Radfahrern, welche auch grundsätzlich glauben im Recht zu sein. Selbstwahrnehmungstraining sollte Pflichtfach in Schulen werden, vielleiht hilft es manchen.

    • Was wurde aus der Idee, die Rote Flora zu schliessen?
      Da gibt es wohl zu viel Angst vor den neodemokratischen Reaktionen der Antifaschisten mit den faschistischen Methoden. Die linken Schlägertrupps können eine Stadtverwaltung ganz schön beschäftigen.

    • Ausserdem gäbe es dann vermutlich schlechte Presse vom NDR.

    • Danke fürs Antworten...
      …ist doch schön, daß es im Netz noch Orte gibt, an den man sich anständig unterhalten kann. Ich hoffe, im neuen Blog geht es so weiter, es würde mich freuen.

      @greenbowlerhat: „Es gibt so viele Probleme im Land, und sehr viele davon haben mit den Parteien und den Interessen eines sehr kleinen Häufleins von Menschen zu tun. Das sind keine 1%, das sind vielleicht 0,1%.“ Leider sind es deutlich mehr – nämlich eben auch diejenigen, die von dem ganzen Unfug, der strukturellen Korruption inzwischen leben und abhängig sind. Die wollen nicht, daß ihr Beauftragten- oder Projektposten wegfällt. Wes‘ Brot ich eß, des‘ Lied ich sing‘. Ich habe selbst mal (vor 2015 hatte ich mir schon längst mit Grausen was anderes gesucht) in dem Bereich gearbeitet – es geht um Märkte, die lukrativ und nicht gerade klein sind. Und alles zahlt „der Staat“, denn „der Nettosteuerzahler“ sagt man nicht. Ich halte übrigens „Sozialindustrie“ nicht für ein böses AfD-Wort, sondern für eine nüchterne Beschreibung des Ist-Zustands. Dazu kommt noch die „Erziehungsindustrie“, oft beides im fließenden Übergang.

      @Stefan Margraf: Diejenigen, die am diffenziertesten und reflektiertesten tun, sind es in der Regel am wenigsten. Leider. Vielleicht liegt es daran, daß viele, gerade aus dem geisteswissenschaftlichen Umfeld, in dem ich mich auch einst herumgetrieben habe, unter „Bildung“ verstehen, alles infrage zu stellen, denn wenn man dagegen ist, ist man schließlich ein kritischer Geist (und wenn es ganz hoch kommt, gar ein amtlicher Poststrukturalist, sehr schick). Diesen Leuten fehlen aber die Maßstäbe des normalen Lebens, sie sehen keine Zusammenhänge mehr, sie können nicht unterscheiden, für das, was früher war, interessieren sie sich ohnehin nicht und Naturwissenschaften sind böse. Wie erfrischend sind da doch nicht auf diese Weise „gebildete“ Menschen, bodenständig, Herz am rechten Fleck, der gesunde Menschenverstand ist noch nicht abtrainiert. Die haben dann zwar auch nicht die klassische Bildung in Dons Sinne, aber man kann mit denen was anfangen.

      Wie gesagt, es sind viele, die das (auch schlicht eigennützig) immer noch stützen. Viele auch, weil sie es inzwischen gar nicht mehr besser wissen. Ich habe das Gefühl, daß da seit meiner Jugend (späte 80er/90er Jahre) sich zunächst als Randerscheinung belächelte Phänomene auf erschreckende Weise perpetuiert haben.

    • Echte Nazis...
      Die Idee, echte Nazi spielten derzeit in Deutschland eine wie auch immer geartete Rolle, ist absurd. Käme morgen die AfD mit absoluter Mehrheit an die Macht, wären wir in etwa beim Bayern des FJS. Nicht erstrebenswert, aber Nazis?

      Die tatsächlichen, durchaus Nazi-ähnlichen Bedrohungen werden dagegen totgeschwiegen, oder sind nur in der Westpresse zu lesen, hier z.B. in einem aktuellem Interview der NZZ mit Michael Wolffsohn. Denn wer druckt schon gerne, wenn ein renommierter Historiker und selbst Jude von Verschleierung, Irreführung und Lügen bezüglich der Bedrohung durch rechte Gewalt redet.

      —-
      NZZ: „Wenn heute von Judenhass die Rede ist, dann geht es fast immer um rechte Antisemiten.“

      M.Wolffsohn: […]Der gewalttätige Antisemitismus kommt heute nicht von rechts, auch wenn die irreführenden Statistiken etwas anderes sagen.“

      NZZ: Die deutsche Kriminalstatistik hat vergangenes Jahr knapp 1500 antisemitische Straftaten erfasst. 90 Prozent sollen Rechtsradikale verübt haben.

      MW: Dieses Bild ist völlig verzerrt. […]. Freundlich formuliert, könnte man von Verschleierung sprechen.

      NZZ: Und unfreundlich?

      MW: Es ist eine Lüge. Wenn ich mich in meinem jüdischen Bekanntenkreis umhöre, dann sagen alle das Gleiche: Gewalt gegen Juden geht ausschliesslich von Muslimen aus.
      ——

      Quelle: https://www.nzz.ch/feuilleton/der-historiker-michael-wolffsohn-sieht-in-einer-radikalisierten-muslimischen-minderheit-den-grund-fuer-wachsenden-antisemitismus-ld.1359869

      Immerhin, mittlerweile gibt es aktuell nette Dinge auch im Freitag zu lesen: Nächstes Jahr in Netanja: Über den Exodus französischer Juden nach Israel. Kleiner Ausschnitt:


      David drückt es drastischer aus: „Frankreich ist ein arabisches Land geworden, Frankreich steht in Flammen.“ Die schwarze Kippa trage er nicht, wenn er dort seine Verwandten besuche. „Unmöglich“ sei das. Er wirkt fatalistisch und desillusioniert, wenn er von der aufgegebenen Heimat spricht.

      https://www.freitag.de/autoren/lfb/naechstes-jahr-in-netanja

      Aber die Grünen und Linken vom Schlage Kipping+Co werden es erst dann glauben, wenn ihnen selbst, wie z.B. nach dem gemeinsamen Kampf mit dem Islam gegen Schah in Persien, von den ehemaligen Waffenbrüdern der Kopf abgeschlagen wird. In Deutschland jedenfalls. Schön, wenn man in Österreich etwas schlauer ist.

    • Ja. Es ist schwierig geworden. Aber Sie wissen ja, das Thema ist hier bewusst nicht meines. Wolfsohn hat recht.

  8. Desensibilisierung: Nazis überall
    „da der Rechte Rand für viele Empörte schon bei Sarah Wagenknecht und Boris Palmer beginnt“ – da ist ja noch Potenzial! Die Dauerempörten können nicht aufhören und bereiten den Weg für eine stramm rechte Regierung. Und wenn wir Deutschen das machen, dann richtig, mit Haupt und Gliedern. Nicht so halbherzig, wie die Österreicher das gerne tun. Davor müsste diesen Leuten eigentlich grauen. Aber das setzt eine eigenständige Denkleistung voraus, mit Schaum vorm Mund ist das eher nicht zu erwarten.

    Und so, wie Obama vorgemacht hat, wie man den Kongress aushebelt und Frau Merkel konsequent am Parlament vorbei regiert, so werden dann diese Kräfte ihre Wege finden, wie man auch ohne 2/3 Mehrheit kein Stein auf dem anderen lassen muss.

    Mir graut davor! Und es wird eher nicht die AfD sein, die wird dann als zu links hinweggefegt.

    • Am besten fand ich heute den Zwangsgebührenjournalisten Mario Sixtus, der Meinungsfreiheit mit Hitler zusammenbrachte – und vermutlich wird ihm das auch nicht schaden.

    • Leider ist der Mann nicht so mutig wie Deniz Yücel. Dem großen Vorsitzenden fiele bestimmt etwas ein, das er gern im Austausch hätte.

      Der weiß ja gar nicht, was er an Deutschland hatte.

    • Als Wessi im Ossiland:
      Ich sehe das genauso.
      Am Ende ist das Chaos so gross, dass wir die Demokratie verlieren.
      Ich sehe keine neue Nazi – Diktatur. Aber eine „gelenkte Demokratie“ wie in Russland, die sich hässlicher Bilder nicht schämt sondern als Leistungsbeweis stolz darauf ist, das sehe ich schon.
      Ohne jede Not verspielen diese Idioten in ihrer ideologischen Verblendung wirklich grosse Werte: Freiheitliche Demokratie, Europa, Im Sinne des Wortes beispiellosen Wohlstand.
      Mein Problem, die morgenländische Alternative nach dem unvermeidlich vor uns liegendem Chaos ist für mich noch weniger akzeptabel.

  9. Empörungs-Unkultur
    Die AfD braucht jetzt nur noch aufsammeln, was ihr aufgeregt gackernde Medienhühner in den Korb legen. Ich staune über die Empörungs-Unkultur in der Literaturszene zu den Worten eines Schriftstellers. Dies alles haben sie gut beschrieben und ihre Schlussfolgerung „Weil das die anderen erst zusammen bringt“ scheint sich zu bewahrheiten, leider.

    • Natürlich kassiert die AfD da ab, während die Mehrheit der kulturschaffenden brav den Mund hält und weiter Förderpreise annimmt, mit dem Ergebnis, dass die Unzufriedenheit über die staatsgenehme Kunst weiter steigt. Und da setzt dann die AfD wieder an.

    • Empörungs-Unkultur...
      ein Wort, das in meinen aktiven Wortschatz zu übernehmen ich geneigt bin.
      Es scheint für diese Empörten ansonsten keine wirklichen Probleme mehr zu geben. Nun bin ich ja dem geschriebenen Wort (vulgo: Literatur) durchaus aufgeschlossen und zugeneigt, möchte ich doch zuvörderst: mich unterhalten und dann: mich mit einer möglicherweise meinem Blickwinkel widersprechenden Meinung bzw. Erfahrung konfrontiert sehen. Mitnichten jedoch will ich wider meinen Willen belehrt werden. Wer mich argumentativ von seiner Meinung überzeugen kann, dem zolle ich Respekt, wer mich aber – mehr oder weniger medial konzertiert – mit seiner Empörung anschreit, den verachte ich. Denn: Wer schreit, hat Unrecht. Es scheint aber der Religion des guten Menschen das implizite Dogma der Unfehlbarkeit inne zu wohnen, das ganz zwanglos jede andere begründete Meinung mundtot machen darf. Noch nur im übertragenen Sinne. Bald aber wohl im physischen. Beispiele finden sich in der Menschheitsgeschichte zuhauf.
      Dem sog. Kulturbetrieb in’s Stammbuch: Die wenigen Protagonisten, die von Messe zu Preisverleihung, zu Empfang und wieder zurück pilgern, drehen sich nur und ausschließlich innerhalb ihres „inner circle“ um sich selbst und nehmen schon das nicht mehr wahr. Deren Blick endet am Zeit oder FAZ-Feuilleton.
      Das meine 2 Cent zum Sonntag!

    • Ergänzung
      Vom Suhrkamp-Verlag mit seinen zahlreichen linken Autoren, die ja in der Bonner Republik auch ihre Anschauungen kund taten, hätte ich mir folgendes Zwitschern gewünscht:

      „Auch wenn wir mit den Ansichten einzelner Autoren nicht übereinstimmen, ist ihr Recht auf freie Meinungsäußerung in keinster Weise infrage zu stellen.“

    • zur Ergänzung ...
      Ausgezeichneter Vorschlag, sambossa! Habe Ihre Ergänzung eben als email an Suhrkamp geschickt. Ich hoffe, Sie beanspruchen darauf kein Copyright.

    • (aka grammar nazi) says:
      I corrected the statement for Suhrkamp:

      „Auch wenn wir mit den Ansichten einzelner Autoren nicht übereinstimmen, ist ihr Recht auf freie Meinungsäußerung in keiner Weise infrage zu stellen.“

      „ich bin schwanger von dir“ – „Wie viel schwanger? Ich will aber kein Kind.“ – „Wie viel ‚kein Kind‘ willst du denn?“ – „Keinster Kind!“

    • Sehr schön!

    • Danke für ihr Lektorat,
      „du schreibst zu schnell“, hätte vielleicht geholfen ;)

    • Sprachregeln sind stilistisch dehnbar, zwiebelfisch-Abc vermerkt dazu:
      „Wenn „kein“ so viel bedeutet wie „nichts“ oder „niemand“, lässt es sich dann noch steigern?
      Logisch gedacht natürlich nicht, stilistisch ist dies trotzdem möglich. Man nennt dies den „Elativ“, eine Steigerungsform, die sich herkömmlicher Logik entzieht, um außergewöhnliche Höflichkeit, Entrüstung, Qualität, Trauer oder Demut auszudrücken.“

      Alles unklar jetzt? :)

    • sambossa, die Gegenlesung war nicht nötig.
      Der grammar nazi erhebt sich in mir lediglich, wenn es ein seriöses, offizielles, Statement werden soll. Und das sollte es ja. Und ein Verlag sollte dann eben auch die Verschriftlichung eines Inhaltes anbieten, der nicht nur umgangssprachlich verständlich sondern auch formal korrekt ist.

  10. pensées nocturnes
    Naja, aber im Unterschied zu den Ösis (die ja doch schlauer als Bayern u. Franken sein sollen, die ihrerseits als die schlauesten Deutschen gelten) funktioniert in der BRD das Moralinsaure u. das Moralisieren doch ganz erfolgreich? Schließlich hat die BRD auch die erste grüne Kanzlerin in der Geschichte … achne, die firmiert ja unter „populistisch-opportunistischer Wendehals“.

    Aber wenn Grüninnen rufen „Deutschland wird religiöser“ oder „Auch der letzte Schmetterling“ oder Hofreiter seine fettigen Locken schwingt, dann rufen alle willfährig „Hört den Ruf, wir folgen ihm“. Wie die Lemminge. Der/das/die Deutsche ist halt eine jasagende obrigkeitshörige Kreatur.

    Lustig finde ich’s, wenn Feministinnen oder Gesinngungswächter*innen was Rechtes ausmachen, aber nicht den Mut aufbringen, den AKP-Faschismus, türkischen Nationalismus und heißen Krieg gegen die Kurd_innen anzuprangern. Oder gegen Geschlechterstereotype und religiösen Fundamentalismus, die ja in zahlreichen (DITIB)-Moscheen indoktriniert werden … Die Traute fehlt, der „leichte“ Gegner wird gesucht. Vielleicht mal auch eine Gegnerin.

    Michel Houellebecq hat womöglich recht: Das „Linke“ ist dermaßen verwirrt, dass es sich aus Angst vor dem vermeintlich „Rechten“ in die Arme des religiösen Totalitarismus wirft … und unterwirft.

    Aber, um wieder etwas sachlicher zu schließen, die öffentliche Meinungs- und Willensbildung in der BRD ist massiv beschädigt … und das ist eine unmittelbare Folge der verfehlten Migrationspolitik, für die Frau Dr. Merkel verantwortlich ist. Niemand hat die Postdemokratisierung der BRD dermassen vorangetrieben wie diese Person, die nach meiner Ansicht durch und durch sozialistische Agitateurin, aber bestimmt keine „Demokratin“ ist.

    • Ich glaube, sie irren sich. Österreich ist Deutschland nur voraus, die Grokos hier sind so ruinös wie die GroKos in Österreich, und irghendwann wird das zum Bruch kommen.

    • @Le Léman: So ist es! Der/das/die Deutsche ist eine jasagende obrigkeitshörige Kreatur.
      Am Grunde eines Problems sitzt immer ein Deutscher!
      Voltaire (1694 – 1778)

    • Obrigkeitshöriger Michl
      Dieser ist von Zeit zu Zeit ein Held vor dem externen Feind. Bis zum bittersten Ende. Ich hatte das lange immer als Widerspruch angesehen. Bis mir klar wurde daß ja jeweils dieser „Feind“ von den Obrigkeiten definiert, zurechtgelegt und dem Volk vorgeschlagen wird. Das Volk folgt dem Vorschlag. Von daher passt es dann wieder (für mich) und der Widerspruch löst sich auf.

    • @BlackBlacky: Kadavergehorsam
      Die deutschen Michels sind in ihrer Masse zu feige, zu träge, zu verfettet und offenbar zu unbedarft um ihre „Lebensträume“ zu verteidigen und zu verwirklichen.
      Mangelndes Selbstwertgefühl ist ein epigenetisches Relikt der Traumatisierungen durch die „gesamte“ deutsche Geschichte.
      Man hat über Generationen erfolgreich angepasste Befehlsempfänger gezüchtet.

    • Don Alphonso @ 11. März 2018 um 04:28 Uhr
      Don Alphonso sagt:
      „Österreich ist Deutschland nur voraus, die Grokos hier sind so ruinös wie die GroKos in Österreich, und irghendwann wird das zum Bruch kommen.“

      Das glaub ich auch. Die Zwangsgebührenmeinung wird dann über die Rechten her fallen. Und die meisten von uns wissen, dass die Probleme nur deshalb immer größer werden, weil durch Propaganda noch nie Probleme gelöst wurden.

    • … und das ist eine unmittelbare Folge der verfehlten Migrationspolitik
      Das sehe ich ganz anders.
      Die Migrationspolitik war nur möglich, weil sich Merkel einer bereits erfolgten politisch korrekten Meinungsdomestizierung sicher sein konnte. Das gleiche gilt für Abschaffung der Wehrpflicht, Energiewende (was für ein Wort für jemanden, der mit Energie etwas anderes assoziiert als Müsliriegel), AKW Beschluss, Eurorettung und noch ein paar andere Kleinigkeiten, die sie morgens unter der Dusche anstatt im Parlament beschlossen hat.
      Der Student, nein ich meine den Krug, geht solange zur Mensa bis er bricht. Der Beschluss, die Maschinenpistolen statt an der Grenze, auf den Weihnachtsmärkten zu postieren hat die Rolle des berühmten Eimer Wassers ins randvolle Fass gespielt. Und jetzt schwingt das Pendel zurück. Die Physikerin sollte besser als alle wissen, dass es in der Nulllage nicht stehen bleibt.
      Die Dummköpfe haben vergessen die Meinungsfreiheit VORHER und vor allen Dingen richtig abzuschaffen. Was für Dilettanten. Der LINKEN wäre das nicht passiert.

    • @ Konrad Vogeler sagt:
      Nee, die forcierte Migrationskrise wurde nicht taktisch u. intentional „beschlossen“.

      Vielleicht haben Sie darin Recht, dass die dt. Bundeskanzlerin in autokratischer Selbstherrlichkeit tatsächlich keine Notwendigkeit sah, ihre Wendehals-Manöver „unter der Dusche“ vor der „öffentl. Meinung“ legitimieren zu müssen oder durch das Parlament „bestätigen“ zu lassen.

      [Das änderte sich, wenn auch nur geringfügig, bereits mit dem Aufkommen von Luckes-van Suntrums eurorettungskritischer AfD.]

      Die Diskurshoheit ging dem Bundeskanzlerinnenamt 2015 dann rasch verloren. Und die hilflosen Ausflüchte bzw. Lügen („Grenzen können nicht geschlossen werden“, „waren nie geschlossen“, ….) diskreditierten das Narrativ endgültig.

      Mit der Einladung an die Redaktionen Januar (?) 2016 sollte die Meinungsmacht wiederhergestellt werden. Und das ist recht erfolgreich geschehen. Der „Gesinnungsterror“ in Presse u. Öffentl.-Rechtl. behindert massiv eine „Meinungs- u. Willensbildung“ bzw. eine öffentliche Äusserung von nicht-konformen Meinungen. Und das geht auf die durch den weltbekannten Wendehals forcierte Migrationskrise zurück ;-)

      Und weil die dt. Regierung offensichtlich weiterhin erpressbar ist (dank Frau Dr. Merkel), gibt es keine Massnahmen gegen die Menschenrechtsverletzungen durch die türk. AKP oder deren völkerrechtswidrigen heissen Krieg gegen die Kurden ….. Aber das ist ein anderes Thema ….

    • @ von Meißen sagt:
      „Nee, die forcierte Migrationskrise wurde nicht taktisch u. intentional „beschlossen“. “

      Da bin ich Ihrer Meinung. Die ganze VT ist viel zu weit hergeholt.
      ABER: Ohne die vorangegangene Meinungsdomestizierung wäre die illegale Grenzöffnung nicht so glatt verlaufen. Da hätte die Bevölkerung den Mund schon aufgemacht.
      Die GRÜNEN und ihre blinden Klatschtruppen wissen, dass sie gesellschaftlich keine wirkliche Aufgabe mehr haben. Die schaffen die Probleme selber, die sie dann lösen wollen.
      Die Völkerwanderung gibt ihnen Existenzberechtigung und die Möglichkeit, Deutschland weiter zu schwächen.

    • Demokratin Merkel
      Interessant ist dabei, wie immer betont wird, die demokratischen Parteien müssten gegen die AfD zusammenstehen. Warum erinnert mich dieser Duktus der Demokratie nur stehts an die Deutsche Demokratische Republik.

  11. Eine Nußschale im Irrgarten
    Lebenslange Haft war für Jack Unterweger 1990, 40 Jahre alt, nach 14 Jahren beendet.

    Die Gefahr als zu hütendes Ofenfeuer, die zeitgenössische Kulturschaffende sich zutrauten.

    Vier Jahre später wurde er als neunfacher Frauenmörder verurteilt.
    Danach tötete er sich selbst.
    Daß er Österreicher war, ist mir eine Nebensache.
    Seine Texte habe ich nicht gelesen, ich habe keinen Eindruck davon.

    Heute scheint die Gefahr ein Flächenbrand zu sein.
    Das Böse in uns allen kehrt zurück?
    Meine Frage: brennt es Über- oder Untertage ?

    • Das Böse hat keine politische Richtung, es wäre aber nett, wenn alle mal überlegten, ob sie nicht dunkelgrau sind, bestenfalls.

    • Das Böse ist (angeblich) nie links
      Die Aktionsanalytische Aktion AAO des österreichischen Malers Otto Mühl hatte weite Übereinstimmungen mit dem besonders radikalen Flügel der 68-er Bewegung. Lange Jahre fand er Fürsprecher in diesem Milieu, obwohl die totalitäre Kaderstruktur der AAO bald nach außen bekannt war. Es wird vermutet, dass die AAO über dieses Milieu Protektion aus Politikerkreisen genoss, so dass die Wiener Staatsanwälte jahrelang zuwarteten bis sie gegen den bekannten exzessiven Kindesmissbrauch im Friedrichshof einschritten. Es dauerte viel zu lange bis Mühl zu einer langjährigen Gefängnisstrafe erurteilt wurde. Das Erschreckende ist dabei nicht jemand wie Mühl – solche wie ihn gibt es überall – sondern eben die schützende Hand die höchstwahrscheinlich über ihn gehalten wurde weil er ZU den „Richtigen“ gehörte.

    • Wenn ich dunkelgrau bin, welche Farbe hat dann Telford?

  12. die pathologische Phase
    Don, kurz und knapp: jeder Satz trifft die Situation exakt!

    Selten mag ich vergleichen, aber soeben las sich Ihr Text so, als wäre Sebastian Haffner zuvor zum Tee vorbeigekommen.

    Zur Sache: Wanda hat es getroffen? Eine Freundin wird mir nicht glauben, dass ihre früheren WG-Mitbewohner nun also auch…?

    Die Dreistigkeit von „Aktivist*innen“ hat jedes vernünftige Maß verloren. Zu viele Medienschaffende und auch Parteien decken dies, unterstützen dies aktiv, oder aber versuchen es schlicht zu übersehen.

    Was alle dabei übersehen: natürlich rauschen die Extremen der Gegner gleich mit an die Macht, wenn ich alles außer meiner eigenen Haltung aus der öffentlichen Gesellschaft verdrängen will.

    Die Feminismus-/Antifa-/Antinationalismus-/NoBorder-Bewegungen haben ab dem Moment eine Anstands- und Respektsgrenze überschritten, ab dem sie alle mit anderer Meinung pathologisierten!

    Wutbürger. Hysterische Reaktionen. Psychisch (narzisstisch) gestörte Populisten. Pack. Herzlose Menschenfeinde. Nazi sowieso.

    Das sind alles Begriffe, die nicht nur hier in meiner Lokalzeitung von den Redakteuren benutzt wurden, die man politisch aber Dr. Merkel bzw. der linksaußen Aktivistenszene von Kirche über Grüne bis zum DGB oder VVN/Antifa einordnen kann.

    Wie kann jemand, der offiziell für Demokratie engagiert sein will, andere Meinungen weder verstehen lernen, noch ernsthaft diskutieren, sondern als krank abstempeln? Und das über Jahre bis dato nicht einmal merken, so dass sich nun die Stimmung ändert, weil zu viele sich plötzlich auf der Seite der pathologisierten Nationalisten/Chauvinisten/Menschenfeinde wiederfinden, obwohl sie sich selbst gar keiner Partei zuordnen würden.

    Wir müssen die Dreisten und Pathologisierer einfach mal nicht mehr als Wortführer akzeptieren. Man kann klar und aufrecht, unaufgeregt und leise sagen, was man selbst denkt. Tellkamp sei dank.

    Auf öffentliche Meinungsäußerungen gab und gibt es Widerspruch. Aber wir alle müssen als Bürger mal wieder wie reife Erwachsene diskutieren – und das geht nur von Angesicht zu Angesicht im echten Leben.

    Twitter ist ein Medium der Emotion – jeder Tweet schüttet Glückshormone aus. Das ist das Leitmedium von Politikern und Journalisten, das Aktivisten bedienen.

    Das ist das einzig kranke Handeln, das ich sehe.
    Augenmaß gibt es nur, wenn man Menschen in die Augen sieht.

    Aber Frau Dr. Merkel muss ja erst noch nach Essen fahren.

    Augenmaß verhindert dann auch, dass dreiste Burschenschaftler jetzt ihre braune Soße wieder aufköcheln wollen.

    Augenmaß ist allerdings eines nicht, was speziell die Grünen ja immer in die Politik bringen wollten nach jeder Wahl: ein spannendes Experiment.
    Politisch brauchen wir weder Experimente, noch Pathologisierung. Beides kennen wir bereits in alternativen Extremen.

    Was wir brauchen, sind ruhige, klare Stimmen. Wie Ihre. Danke!

    • Tja.

      In der SZ heute ein Beitrag, das Männer eine lange Erziehung brauchen, um gute Menschen zu werden. Männer. Frauen offensichtlich nicht. Da kann man nur staunen. Aber so steht das da. So ist das heute in den Medien.

    • SZ
      Ja, aber darüber lachen sogar – jetzt bringe ich sie auch mal öffentlich – die Kinder. Die merken das nämlich noch.

      SZ und Prantl wurde 1998 das Abo gekündigt: wir lasen sie in der WG als Kompromisslösung 2 Jahre. Kritisch bis zur Wahl 1998, was richtig war. Dann kam Schröder / Scharping / Lafo / Joschka: ab dem Tag nach der Wahl kein kritisches Wort mehr.

      Kurz darauf schrieb die SZ, es sei unsere deutsche Pflicht, Belgrad zu bombardieren.

      Seitdem verachte ich Prantl und seine Pseudo-Humanisten.

      Arme Münchener!

    • HiHi
      Siehe Margot H. und Magda G.. Aber es gibt glaube ich auch keine Verbrecher*innen, Betrüger*innen, Sünder*innen etc.:-))

    • An Haffner...
      …mußte ich beim Lesen auch sofort denken (Kompliment an Don!). Leider ist er tot und wird offenbar nicht mehr viel gelesen.

      @Don: Wenn die SZ sowas schreibt, dann wundert mich gar nichts mehr. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist halt nur welche, wenn sie sich gegen die „falsche“ Gruppe wendet.

    • Unterprivilegierte Minderheiten, die kann man diskriminieren, denken sie.

    • Titel eingeben
      „dass dreiste Burschenschaftler jetzt ihre braune Soße wieder aufköcheln wollen. “

      Sind die erwähnten Burschenschaftler vermummt – und gröhlend Nazilieder singend – durch die Straßen gezogen und haben Autos angezündet, Schaufenster zerdeppert…? …oder haben sie Frauen das Gesicht zerschnitten, sie vergewaltigt… ?
      .
      …oder hat man (nur) ein historisches Liederbuch von anno ’38 in einem verstaubten Regal in einer Burschenschaftlervilla gefunden ?
      .
      (Und ehe eine evtl. Jagd auch hier losgeht: Ich mochte Burschenschaftler noch nie, die sind mir sowas von unsympathisch. Schade, dass ich das hier anfügen muss; aber die Zeiten sind offenbar so, q.e.d. = jedesmal wenn Satanas AfD erwähnt wird)

    • Erziehung?
      „In der SZ heute ein Beitrag, das Männer eine lange Erziehung brauchen, um gute Menschen zu werden. Männer. Frauen offensichtlich nicht.“
      Und ich hatte als Student mal eine Vermieterin, die keinesfalls Frauen wollte, weil es da mit der Erziehung wohl regelmäßig schiefgegangen ist (natürlich haben ich überhaupt nichts gegen Frauen. Frauen haben ja auch viele Vorteile. Sie werden nur in letzter Zeit arg überschätzt).

    • Das ist oft so, dass man das andere Geschlecht bevorzugt. Meine weiblichen Bekannten vermieten lieber an Männer, weil sie die vorteile sehen (kann selbst einen Nagel in die Wand schlagen), ich an Frauen (sind sauberer und belasten die Wohnung weniger).

    • Frauen und Erziehung
      Es ist nun mal der Zeitgeist, der die Frauen zum besseren Mann machen(schreiben) will, aber es klappt einfach nicht. Bei manchen Frauen lohnt die Erziehung einfach nicht, siehe Nahles. Da ist Hopfen und Malz verloren. Und Quote als Präferenzkriterium? Prost Mahlzeit.

    • @ alle
      Das Grundproblem der Frau: sie ist ewig davon überzeugt, man sei ihr was schuldig. Ich wage mal eine Analyse, wo diese Denke ihren Ursprung hat: in dem was Freud als „Penisneid“ bezeichnete. Frau in der ewigen Opferrolle. Die sich autorisiert sieht, noch mit den perfidesten, abwegigsten Mitteln für ihre „Interessen“ zu kämpfen. Auf diesem Mist wächst auch das lächerliche Ding mit der „toxischen Männlichkeit“.

      Mal ganz abgesehen davon, dass vor allem Frauen immer wieder die groben, unsensiblen Typen stark machen (weil sie sie fälschlicherweise für „durchsetzungsfähig“ halten), wie war das noch mit Lady Macbeth? Und ich glaube von der Sorte gab es immer schon ganze Heerscharen. Für etwas Status geht frau über Leichen. Sie stricken auch immer weiter an der Legende, sie seien „benachteiligt“, obwohl sie in allen Belangen schon längst extrem bevorteilt sind. Durch eine unsinnige, eigentlich grundgesetzwidrige Regelung werden sie bei der Einstellung in den öffentlichen Dienst bevorzugt. Mit dem Resultat, dass es im Lehramt (über alle Schulformen gesehen) mittlerweile doppelt so viele Frauen gibt als Männer. Und diese Verweiblichung bringt eine Vielzahl noch nicht erkannter Probleme mit sich. Und das wird in jedem Lebensbereich der Fall sein, wenn der Mann nicht gegenhält.

      Der Penisneid, das ist ein Fass ohne Boden. Wenn der Mann nicht den Deckel drauf macht…

    • @kdm
      Werter kdm,
      wir empfinden ähnlich beim Anblick der rechtsnationalen Burschen (samt Alter Herren und den sie umgebenden weiblichen Nutznießerinnen von patriachalischen Netzwerken). Solche Burschen sind und bleiben borniert. Mag ich nicht, deren Hinterzimmer.

      Gibt aber auch andere Burschenschaften, wie es auch am Naturschutz ernsthaft interessierte Grüne gibt.

      Es ändert nichts, wenn (noch) die Gewalt rechtsaußen nicht in den Grosstädten raumgreifend gelebt wird, wie es in Leipzig, Berlin, Hamburg linksaußen (noch) darf. Und nach Gesprächen mit jungen NPD’lern vom Biobauernhof in der nordostdeutschen Diaspora erhielten sie von mir zwei Aussagen: ich bin froh, dass unsere Gesetze so sind, wie sie sind un unsere Polizei und Justiz diese Rassengenetik verhindert. Und sie haben einfach alle nicht einmal die Biographie Henning von Treskows gelesen.

      Darum geht es bei der braunen Soße: sie ist und bleibt widerwärtig. Und gerade Konservative sollten die Kraft der Identitären nicht unterschätzen – weil es daneben kaum mehr nationale oder konservative Positionen gibt, in den Medien jedenfalls nicht ohne DA’s Beschreibungen.

      Und zur Verantwortlichkeit so mancher nationalistischer Burschenschaftler: neben dem Suff kaufen auch genügend dieser späteren Gutverdiener beim integrierten Kokain-Dealer ihres Vertauens ein. Soviel zu Moral und Doppelmoral dieser Gruppe.

      Mir geht es darum: jeder hat seine Blinden Fleck. Nur wenige Akteure wollen ihn kennenlernen.

      Ich lasse mich gerne korrigieren, aber nicht bevormunden oder für dumm verkaufen. Das ist der Punkt.

    • Einige Worte zu Sebastian Haffner
      Sebastian Haffner ist hier in den Kommentaren 3 Mal erwähnt worden. Das freut mich sehr, weil ich Haffner gerade für mich entdeckt habe. In der Tat hatte er immer sehr viel zu dem zu sagen, was in der öffentlichen Debatte in Deutschland schief läuft. Und seine Einsichten haben gerade für heute einen hohen Wert:
      https://hintermbusch.wordpress.com/2018/02/11/ich-bin-nun-mal-deutscher/

    • Don Alphonso @ 11. März 2018 um 04:25 Uhr
      Don Alphonso sagt:
      „In der SZ heute ein Beitrag, das Männer eine lange Erziehung brauchen, um gute Menschen zu werden. Männer. Frauen offensichtlich nicht.“

      Frauen gu-u-u-t, Männer schle-e-e-echt.

      Schafe können halt nur eins wirklich gut – blöken.

      Ich persönlich finde solche Texte recht amüsant.

    • Es ist hal übelster Sexismus.

      Was anderes, hier nur, weil ich gerade schreibe: Wer das Dritte Reich relativieren will, soll bitte woanders hingehen. Musste gerade einen Kommentar mit schräger IP Richtung Anonymizer löschen. Geht gar nicht.

    • ... es sind die engen Zeitfenster ...
      … d. h. die kurze Phase von 24-40, in der alles, wirklich alles geregelt sein muss, die m. E. entscheidender sind, als die freudschen Phänomene (obwohl die sicher auch wichtig sind) …

      Da kann frau nicht genug mitnehmen; da ist nie genug.

      Das kapieren die Leute nicht, die meinen, dass Nachgeben der klügere Weg sei…

      Im übrgen zählt in der Evolution allein der Erfolg, nicht ob er sensibel erreicht wurde oder nicht.

    • Hören Sie Billie Joel
      „She is always a woman“. Da ist alles gesagt.

    • Natürlich
      brauchen Männer eine längere Erziehung um gute
      Menschen zu werden, als Frauen.

      Frauen hatten in tausenden Jahren männlicher
      Unterdrückung einfach keine Wahl.

    • Erziehung-Frauen
      wenn man böse ist, könnte man auch eine Korrelation von Erziehungsbiografien der Schülern und den vielen Frauen in herstellen; vom Kindergarten bis zum Abitur fast nur weibliches Lehrpersonal.

    • Keine ahnung, ich hatte mehrheitlich Lehrerinnen und ich bin trotzdem kein Berliner mit Drogenproblem und Freunden bei der ARD gwworden.

    • Frauen und WGs
      Ich lebte einst mit einer Frau in der WG, die wollte für das 3. Zimmer in keinem Fall noch eine Frau. Zuviel Zickenkrieg, sagte sie. Manche haben eben doch eine realistische Ansicht ihres Geschlechts.

  13. Über Tellkamp kann man natürich sagen was man will. Aber wenn einer in der FAZ darüber
    schreibt, wird man fragen dürfen, ob das, was er schreibt, richtig ist.
    Nun, das geht in Zeiten des „Internets“ (DA) besonders leicht, weil da die ganze Veranstaltung einschließlich jeden einzelnen Wortes, das Tellkamp gesagt hat, mittlerweile einzusehen ist.

    Wer sich nun die Mühe macht, und das nachört wird womöglich erstaunt sein, wenn er liest, was Stefan Locke darüber geschrieben hat: Der FAZ-Bericht und die Aussagen Tellkamps passen nicht zusammen. Stefan Locke lässt die Sache so aussehen, als sei Tellkamp ein dummer Junge, der nicht versteht, dass Sarrazin viel Erfolg hatte. Locke geht sogar so weit zu behaupten, Tellkamp habe sich darüber beschwert, dass Sarrazin öffentlich kritisiert worden sei.

    Nichts davon aber – wie sich nun jeder selbst im Internet – auf auch Tichy’s Einlick, wo man ein Transkription von Tellkamps Aussagen bereithält, überzeugen kann.

    Locke wendet die überaus fragwürdige Methode an, die tatsächlichen Aussagen von jemanden so umzuformulieren, dass sie am Schluss wie die Behauptungen eines Schwachkopfes wirken.

    Für Menschen, die Locke in der FAZ unbefangen lesen, sieht das sehr gut aus.

    Für alle anderen, und die werden auch aufgrund des Internets immer mehr, sieht das aber leider nach schlechtem Journalismus aus – ja sogar nach dem Versuch, den Ruf von jemandem, der bisher als ganz unbescholten dastand, wer weiß vielleicht sogar nachhaltig anzukratzen.

    Ich bin – nicht nur aus diesem Grund, immer skeptischer, was die FAZ angeht, wie ich leider erneut auf diesem Blog sagen muss.
    Vor einiger Zeit habe ich hier in ganz ähnlichem Kontext geschrieben: Der Spiegel schafft sich ab…

    Das ist mein voller Ernst: Ich wünschte, das alles – das selbstschädigende Verhalten sowohl vieler maßgeblicher Spiegel-Leute, als auch dieses FAZ-Mannes jetzt wieder – wäre anders gelagert. Aber momentan bleibt mir nur festzustellen, wie die Lage ist: Sehr sehr schräg. Keine Ahnung, wo das noch alles endet. Aber mein Mitgefühl mit der FAZ schwindet und schwindet, das spüre ich deutlich.

    • Es geht mir nicht um die Texte anderer Leute, es geht mir grundsätzlich um die Dynamik der Grenzüberschreitung und Veerwischung, und was daraus folgt. Wer es wissen will, schaut es sich an. Ich sehen da nur einen versagenden Verlag.

    • Sie sehen da nur einen versagenden Verlag, werter Don?
      Ich sehe da versagende Menschen, die in diesem Verlag tätig sind. Und ich gehe jede Wette ein, dass viele der in diesem Verlag Tätigen zusammen mit den anderen Empörten in den selben Vorlesungen zu irgendwelchen ‚weichen‘ Fächern gesessen haben.

      All diesen Gewohnheitsempörten kaufe ich deren Empörung schon lange nicht mehr ab. Das sind alles überschüssige Abiturienten mit überschüssigen ‚Akademikerkarrieren‘ jenseits der gesellschaftlichen Nützlichkeit, die nur nach Rechtfertigungen dafür suchen, warum die Gesellschaft ihnen weiterhin ihre verkrachte Existenz sichern soll.

      Wenn diese Leute wirklich was drauf hätten, würden sie einen Roman in der Qualität des ‚Turm‘ als Entgegnung schreiben. Aber dazu reicht’s natürlich nicht. Und Verlage sind auch bald überflüssig. Heute kann jeder, der wirklich begabt ist, an den Verlagen vorbei veröffentlichen.

      Die Empörten versuchen verzweifelt, dass System, dass sie ernährt, über die Runden zu retten.

    • Ja, aber dass es sowas von einem Schwarm gefrässiger Kleinfische an sich hat, liegt in der Natur der Sache der chineischen Kulturrevolution.

    • die tendenziösen Berichte eines Stefan Locke über Sachsen
      waren bei mir der berühmte „letzte Tropfen“, der zur Kündigung des FAZ-Abos bereits vor über einem Jahr führten. Immerhin fühle ich mich von DA mittlerweile verstanden. Grüße aus Dunkeldeutschland.

    • Ich meine, 'Westfernsehen', ist doch schon ein tolles Ding,
      oder?

      Da gibt es ein Online-Spezialangebot der NZZ mit Nachrichten mit Fokus auf Deutschland, für Leser aus Deutschland. Das ist knapp an ‚pervers‘. Finden Sie nicht?
      Ähnlich wie Oskar Lafontaine (Link wurde früher schon eingestellt) Recht hat, dass eine prozentuale Wählerschaft für eine soziale Partei signifikant über die der heutigen LINKE plus SPD hinausgehen Prozente gehen würden, frage ich mich seit einiger Zeit, wieso niemand in diese offenbare Nische sprint, und eine z.B. Tageszeitung in Deutschland für Deutschland herausbringt, die ein Angebot wie das der NZZ überflüssig machen würde. Das Perverse daran ist ja, dass die Pressefreiheit in Deutschland das (noch) erlauben würde, und dass überall, bei ZEIT, SPIEGEL, FAZ, Prantlhausener, u.s.w. jede Menge Leute eben diese Medien als ’seriously biased – lack of journalism‘ einschätzen. Eine Zeitung, die wie die NZZ – und wie traditionell im Journalismus üblich – konzentrierte Informationen getrennt von Meinungen anbietet, sollte doch in Deutschland problemlos 300.000 oder 500.000 Leser anziehen können. Oder nicht?!

    • @Uwe Dippel...
      …vielleicht muß man als Journalist von draußen auf Deutschland draufschauen, damit es ausgewogen wird, ob man nun in der Schweiz oder am Tegernsee sitzt…

      Es gibt ja deutsche Tageszeitungen, die sich „gegen den Mainstream stellen“, aber die zäumen das Pferd nur von der anderen Seite auf, was auch nicht meinem Geschmack entspricht. Ich möchte halt klassischen Journalismus, der mir etwas beschreibt, mich umfassend zu einem Thema informiert.

    • @Uwe Dippel
      Soweit sind wir wieder.
      Um an ungefilterte Informationen zu kommen hören wir wieder Feinsender.
      Wenn mir das einer vor 20 Jahren gesagt hätte, ich hätte nur noch amüsiertes Mitleid gehabt.

    • Suhrkamp
      brauchte 5 Tage vor der Buchmesse in Leipzig noch einen Anlass, sich gut zu positionieren. Ich sehe der Veranstaltung – und den damit verbundenen Krawall-Touristen in den Begleitveranstaltungen mit einem unguten Gefühl entgegen. Es könnte die letzte Buchmesse in Leipzig werden.

      Im Übrigen: Schriftsteller verdienen bisher ihre Brötchen meist nicht über zugeteilte Zwangsabgaben, sondern über verkaufte Buchexemplare (Klar gibt es NGO-Stipendien, – Preise, -Förderungen usw). Tellkamp muss sich da sicher keine Sorgen machen. Zumindest nicht in Groß-Sachsen.

    • Also, as ich so höre, machen bei vielen schriftstellern die Buchverkäufe nur noch einen kleinen Teil der Einkünfte aus.

    • @Don Alphonso: Lebensunterhalt der Schriftsteller
      Mit dem nicht ausreichenden ausschließlichem Einkommen über die Bücher haben Sie natürlich Recht. Aber einerseits ist es vielleicht gut, wenn man nicht alles kauft, was geschrieben wird – und sich nur die Spitze des Eisbergs vom Schreiben ernähren kann. Andererseits haben viele der Schriftsteller ursprünglich einen „richtigen“ Beruf und betreiben das Schreiben lange Zeit nebenher. Das erdet deutlich mehr als gefördertes Leben in der Feuilleton-Blase. Aber auch hier sind Stipendien, Preise usw schon sehr breit eingeführt. Manchmal frage ich mich, wo das ganze Geld herkommt. Meine Stadtverwaltung hat bei ansonsten leeren Kassen gerade wieder ein umfangreiches Workshop-Programm einseitig gerichteter Toleranz aufgelegt.

  14. .../.
    Brillant. Sauber beschrieben. Auf den Punkt.

    • Gern geschehen.

    • ich finde überhaupt nicht, dass das ein gutgeschriebener Text ist,
      denn: Er kommt NICHT auf den Punkt. Was hat Tellkamp denn gesagt? Dass die Einwanderung vorrangig in die Sozialsysteme erfolgt. Das ist korrekt, wer sich darüber empört, dem ist an einer falschen Darstellung gelegen: Sowohl die Neuankömmlinge als auch die einheimische Bevölkerung als auch das Ausland soll glauben – denken ist in dem Zusammenhang ein unangebrachter Begriff – dass damit ein Wirtschaftsaufschwung zusammenhinge – und nicht nur ein künstliches Strohfeuer.

      Natürlich geht es darum, wer diesen gegen-die-Wand-Kurs länger durchsteht. Es gibt auch kaum noch Menschen, die sich trauen etwas anderes zu denken und dabei keine unsinnigen Feindbilder aufbauen, weil man ohne Feindbild den Druck auf Dauer nicht aushält.

    • Sie müssen ihn nicht mögen, das liegt in der Natur der Sache.

    • doch zensieren, wenn
      Sie nicht mögen, dass andere kommentieren, wenn sie was gegen Ihre Artikel einzuwenden haben! Von anderen erwarten Sie doch auch, dass sie gefälligst selber die Konsequenzen ziehen, die Sie für richtig halten – oder sich gefälligst die Schnauze halten. Oder reden Sie mal mit anderen, handeln Sie mal was aus? Nee. Sie machen – voran.

    • Ich sag's nur ungern
      aber das Freudengeheul der Industrieverbände während der Immigrationswelle deutet sehr klar darauf hih, dass man immer noch, wie schon zur Zeit der Anatolienimporte in den 60er-Jahren intensiv an das Billigabeitermodell glaubt. Natürlich werden die gesellschaftlichen Kosten der Immigration nicht von der Industrie bezahlt, dafür sind via Lohn- und Umsatzsteuer die Arbeitnehmer zuständig.

      Und leider hat diejenige Abteilung der Linkspartei (Wagenknecht/Lafontaine) recht damit, die darauf hinweist, dass es die Arbeitnehmer aus den unteren Einkommensgruppen sind, die wegen des durch Immigration impliziten Wettbewerbsdrucks im Niedriglohnsektor die Sache ausbaden müssen.

    • ich sags nicht ungern
      Das ist korrekt mit dem Billigarbeitermodell. Die Grossfirmenwirtschaft zögert nicht, ihr Wollen der Politik unterzujubeln.
      Was sich Politik nennt, hechelt dabei der Industrie hinterher, keineswegs auf Augenhöhe.
      Nach dieser Billigarbeitergier gibt es nicht Mann oder Frau, nicht blanco oder nigro, nicht diese oder jene Kultur, sie haben alle für den sogenannten Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und zwar vorrangig vor allem anderen.
      Ein Markt der nach dem Prinzip des catch-as-catch-can funktioniert.
      Sehr sonderbare Koalitionen bilden sich da um das durchzusetzen, Koalitionen, zu denen scheinbar gegenwärtig die Meinungsveröffentlicher gehören wollen.

      Don gehört offensichtlich nicht zu solchen Koalitionen, obwohl auch er sich als Journalisten bezeichnet. Deshalb wird auch der Moritz ohne Max, dieses Kunstfigürchen, ihn weiterhin lesen und danach suchen, wenn es Zeit ist.

  15. Nudelreview
    Jahaa, die haben es zum 3984ten mal von Ihnen gelesen.

    Allein, es wird nichts an deren Verhalten ändern.
    Denn die, das sind die Oomens und Meisners.
    Die Menschen, die aus ihrer Heimat verstoßen wurden und werden, weil die nichts können, als Gewalt und Haß zu sääen und auszuüben.

    Hauptsache der Narzissmus kickt und die Kasse stimmt.

    Tschuldigung für den kurzen, rüden Text, aber so ist es nun einmal.
    So sind wir Alle nun einmal.

  16. Danke, und gleich zu Beginn
    musste ich sarkastisch grinsen:
    „…den Grünen Alexander van der Bellen zum Präsident der Republik zu machen…“
    Die erste Heldentat von VdB: Er bezeichnete sich bei seinem Kandidieren gleich mal als „unabhängig“. Er warf sich in Trachtenanzüge und spielte bei Volksfesten den Heimatverbundenen, trat – obwohl bekennender Atheist- bei Weihnachtsmärkten auf, und aus früheren Zeiten ist nichts bekannt, dass er, noch ehrlich-grün, z.B. diesem Plakatfehltritt widersprochen hätte: „Nimm ein Flaggerl für dein Gaggerl“ (Grünalternative Jugend Wien). Für Leser aus dem Norden: „Gaggerl“ = Hundekot.
    Der Kopftuchsager brachte es dann auf etwas mehr Empörung:
    vdB: „…und wenn das so weitergeht, bei dieser tatsächlich um sich greifenden Islamophobie, wird noch der Tag kommen, wo wir die Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen. Alle, als Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun.“
    VdB: Ein chamäleonartiges Wesen ohne Rückgrat, berechnend und nur schlecht-getarnt machtgeil.
    Jedes Chamäleon auf dieser Erde besitzt mehr Charakter.

    • Nun, er spielt ja seine Rolle bei der neuen Regierung durchaus mit, sehr zur Enttäuschung vieler Grüner.

    • Ja,
      VdBs Trachtenauftritte passten schon damals nicht so ganz zu dem Slogan der grünen Jugend „Heimat im Herzen – Scheiße im Hirn“, mit dem die Selbsthasser auch schon mal punkten wollten.

  17. "Und wie es ausgeht, wird man sehen."
    Werter Don,

    man sieht jetzt schon, wie es ausgeht, ausgehen wird.

    Es wird böse enden, sehr böse.

    * PC als Deutungsinstanz

    * Verweiblichung (Genderisierung) der Gesellschaft

    * Verlust der Wehrfähigkeit

    * Geburtenrückgang

    * Gedankenkontrolle

    * Sprachregelung

    * Verhaltenskontrolle

    * Medien als Kontrollinstanzen

    * Virtuelle Kriege/Konflikte

    * Umweltkatastrophen

    * Umkehrung aller Werte

    * Deutschland schafft sich ab

    * Quo vadis, Germania?

    • Das dachte man in Österreich und Italien auch.

    • Titel eingeben
      Das ist nicht das Ende. Nur ein Zwischenstadium. Die Zahnpasta ist aus der Tube. Die kriegen die auch nicht wieder rein.

    • Thomas @ 11. März 2018 um 13:26 Uhr
      Thomas sagt:
      „Das ist nicht das Ende. Nur ein Zwischenstadium. Die Zahnpasta ist aus der Tube. Die kriegen die auch nicht wieder rein.“

      In der deutsche Geschichte hat ein Interim das andere abgelöst, es waren immer gute Zeiten. Westdeutschland war zB, rückblickend, nicht der schlechteste Staat, auch wenn wir damals anderer Meinung waren.

  18. Mich wundert ebenfalls an diesen Empörten...
    …mit welchem Maß an moralischer und intellektueller Dummheit sie ihren Kampf führen. Dies Leute sehen den Wald vor Bäumen nicht und bewegen sich schnurstracks in ihren Untergang.

    Meine Auslandaufenthalte schränken meine Teilnahme am Jagdleben in Deutschland leider ein. Einmal jährlich im November lasse ich es mir jedoch nicht nehmen, an einer Ansitzbewegungsjagd in meiner ostfälischen Heimat teilzunehmen.

    In solchen Kreisen hat für linke Empörungskultur noch nie viel Verständnis gegeben. Seit letztem November bin ich nun mit einem Polizisten und einem Soldaten, die ich beide aus meiner Jugend gute kenne, und die damals als apolitisch bezeichnet hätte, über WhatsApp verbunden.

    Ich will nicht viel über die Inhalte ihrer Nachrichten und deren Jusitiziabilität sagen. Aber sie machen auch mich immer mehr zum AfD-Versteher.

    • Ich hakte bekanntlich nichts von der AfD. Ich sehe nur die Dynamik und nichts, was sie aufhalten würde.

    • Verstehen heisst nicht wählen, aber...
      …bei der Ausländer- und Migrationspolitik ist die AfD für mich inzwischen das kleinere Übel.

      Für wählbar halte ich sie aus zwei Gründen nicht:
      1. Ablehnung des Klimaschutzes bzw. Negierung des menschengemachten Klimawandels: Man mag ja seine Zweifel haben. Aber das Vorsorgeprinzip bezüglich der Einwanderung einfordern und beim Umweltschutz ablehnen ist unredlich.
      2. Russlandpolitik: Man mag ja aus deutschem Interesse eine Annährung an Russland befürworten. Aber wer das Putinsche Regime moralisch überhöht, hat nichts verstanden. Ich sage dies als jemand, der 10 Jahre in der Ex-Sowjetunion und davon 4 Jahre in Russland gelebt hat.

    • Aufhalten
      Ist nicht eher die Frage zu stellen, was unsere größenwahnsinnige Kanzlerin aufhält? Außer der AfD ist da niemand. Die CDU ergeht sich in Standing Ovations und Seehofer faselte einst von Unrechtsstaat und Verfassungsklage. Jetzt wird er Innenminister und darf sich endgültig lächerlich machen.

      Seehofer CSU hat vor 2Jahren die richtigen Worte gefunden und Null Taten folgen lassen. Sie hätten die bundesweite Alternative zur CDU werden können. Dann würden sie heute den Kanzler stellen. Chance versäumt und stattdessen als Bettvorleger der Kanzlerin geendet. Da bleibt eben nur die AfD als Opposition.

  19. Österreichische Grüne
    Wenn ich mir anschaue was die Österreichischen Grünen so angerichtet haben:

    1. Ulrike Lunacek im EU Parlament mit dem sogenannten Lunacek Bericht
    https://charismatismus.wordpress.com/2014/02/04/eu-parlament-der-lunacek-bericht-richtet-sich-gegen-demokratische-grundrechte/
    und

    2. Eva Glatschnig mit der zuvor so bekämpften Spielautomatenindustrie
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Eva_Glawischnig

    dann haben die Bürger aus Österreich wohl erkannt was die Deutschen Wähler noch nicht begriffen haben.

    • Das sicher auch. Vor allem die Migrationspolitik natürlich. Und die Arroganz der an die Macht Kommenden,

    • Zukunft der Grünen
      Es wird eine der interessantesten Fragen sein, was mit den deutschen Grünen passieren wird. Bisher haben sie – und ich hätte das nicht gedacht – von ihrer Haltung in der Migrationspolitik und zur AfD profitiert. Ihre Wahlergebnisse sind in Ordnung. In den Niederlanden sieht es ähnlich aus, der Rechtsruck hilft also teilweise den Grünen, ihr Profil noch zu schärfen, ihr Milieu zu mobilisieren. Austria ist nun das genaue Gegenteil.
      Vielleicht sind es dort nur die inneren Querelen, die abgestraft werden? Vielleicht ist das politisch aber doch nicht so interessant. Womöglich wird es allein auf die Frage rauslaufen: Rechtsruck mit oder ohne parlamentarische Kommentierung durch die Grünen.

    • Eva Glawischnig, bitte!
      Ich finde da nichts Ehrenrühriges dran, ehrlich gesagt.
      Nun gut, es ist ein Sprung ins andere Lager, aber von irgendwas muss auch bei Glawischnigs der Schornstein rauchen. Sie war gut, und prominent, an der Spitze der Grünen, eine ziemliche gute Macher-Frau. Das war dann irgendwie nicht moralin genug, die Moralin-Begeisterten stichelten, Eva ging, die absolut dümmliche Ingrid Felipe übernahm (ich habe das in Zusammenhang mit den ‚Sommergesprächen‘ hier vermeldet gehabt). Das war es.

      Die neue Vorsitzende der deutschen Grünen ist durchaus intelligenter als Felipe, aber auch durchaus unterhalb von Cem eingenordet. Sie hatte ja schon solchen Unsinn erzählt (auch von mir hier vermeldet), wie dass Zappelstrom ‚im Netz gespeichert wird. Das ist alles ausgerechnet‘). Und kürzlich hatte sie noch eine ähnlich clevere Anwandlung, habe vergessen, was es war. Jedenfalls, noch ein paar solche Dummheiten, und dann im Doppel mit KGE, und die Zahlen werden runtergehen.

    • Die Zahlen gehen nicht runter; wenigstens das ist die Lehre aus Trump
      Es geht ja um die Gefühle; die Grünen stehen für das richtige Leben im Guten.
      Bei den jungen Wählern für das 白左-Gefühl, bei den älteren kommt vielleicht noch eine Prise Nostalgie und kosmopolitische Eleganz hinzu.

      Selbst wenn die Grüne Spitze falsche Dinge erzählt, ändert das die Grundeinstellung nicht nachhaltig genug, um die Wahlentscheidung zu beeinflussen, denn „ich fand die [Claudia Roth] eigentlich immer gut.“

      Schon weil das ja nicht die Partei ist, sondern nur eine Repräsentantin.

      Die Grünen bleiben grün; nichts kann ein Grund sein, sich „so wie die Sachsen zu verhalten“.
      Ich weiß nicht, was hier konkret gemeint war, ich habe dann nicht mehr gefragt.

    • Tja, weisser Mann,
      vielleicht. Dennoch denke ich, die Zahlen werden runtergehen, wenn die Leute an der Spitze weniger Charisma haben. Cem war kein Ausbund davon, aber ein ganz bodenständiger Repräsentant der an seine Worte glaubte. Hofreiter und Baerbock sind anders. Die vertreten nur Insider. Beide können den Unbeteiligten auf der Strasse nicht verständlich ansprechen. Schauen Sie sich die BPK von gestern an. Lindner war wie meist sehr gut, Meuthen und Gauland waren ziemlich klar, die einsame Baerbock da vorne war – einsam. Was sie sagte war nicht dumm oder falsch, es waren aber hauptsächlich Verlautbarungen einer isolierten grünen Innenwelt.

  20. nnnaja
    >jetzt konnten sie wirklich zeigen, dass sie immer recht hatten – und wurden trotzdem brutal abgestraft
    Oder sie hatten allumfassend recht: Dass wo Rauch ist eben auch Feuer ist – und natürlich weder diejenigen mit dem seichtbraunen Gedankengut (Frei.Wild, Aufkleberkleber et al) noch diejenigen mit dem alten Naziliedgut (Burschenschaften) die Grünen je wählen werden es sich also nicht lohnt um braune Wähler zu bemühen. Und die Umerziehung deswegen natürlich richtig und Jahrzehnte überfällig ist.

    • Ich glaube, dass Burschenschaftler nicht bekehrbar sind.

      Aber Frei.Wild-Hörer? Es gibt da keinen Automatismus, dass sie FPÖ wählen. Ausser man drückt sie da hin.

    • Wer "Umerziehung"
      in seine Texte einbaut, hat wohl auch bein Fackelmarsch der FDJ immer eine spontane Erektion bekommen.

      Das sind genau die Worte die von Wächtern ihrer absoluten Wahrheit benutzt werden.

      Wer damit nicht konform geht muss dann demnächst ins Umerziehungslager ?

      Beste Grüße aus der Haupstadt

    • Oh Don, bitte...
      Burschenschafter, nicht Burschenschaftler…
      Jemand der so viel auf seine Bildung gibt wie Sie sollte das eigentlich wissen.
      Und woher Ihre paranoiden Wahnvorstellungen diesbezüglich kommen ist mir auch nachdrücklich schleierhaft.

    • Stopp!
      „Umerziehung“ ? Wissen Sie nicht, was das bedeutet?

      Mir fällt allerdings ein „Bereich“ ein, wo ich Ihnen „das andere“, „das Unbekannte“ gerne näherbringen würde. Lassen Sie uns mit den Kommaregeln mal anfangen. Aus…Tonne…

  21. Was weiss ich schon
    Zum Abschied einer der besten Texte?

    • Kein Abschied vor dem 31.3..

    • Wo und wann geht es weiter?
      Servus, bin schockiert zu erfahren dass hier bald Sense
      ist mit ihrem Blog.

      Was passiert nach dem 31.03?
      Geht es irgendwo weiter?

      P.S.: Habe mein FAZ-Abo gerade gekündigt.
      Habe dieses wegen ihrem Blog abgeschlossen,
      nun gibt es nur noch wenig Gründe, das Abo weiterlaufen zu lassen.

      Viele Grüße

    • es geht weiter, ich sage noch Bescheid.

    • 31.3?
      Sollte ab dann D.A. andernorts schreiben, bitte ich um den neuen Link. Ich erinnere gelesen zu haben, daß vor kurzem zumindest um ein Jahr verlängert wurde.
      M. A. Titz

    • Ich habe zumindest vor nicht langer Zeit gefragt, ob ich weiter machen soll, und die Antwort war „auf jeden Fall“. Aber das war noch Blumencron, also faktisch bis vor 10 Wochen.

    • @D.A.,13:36
      Verstanden. Meine Wanderschuhe stehen bereit.
      M.A.Titz

    • DA: weitermachen? „auf jeden Fall“
      Ob diese Antwort Blumencrons wohl mit seinem Weggang von der FAZ zu tun hat? Ein VT-Anhänger würde das wohl bejahen.

      Es gibt einen Spiegelartikel zu dem Thema und dort steht Blumencron sei auf eigenen Wunsch gegangen.

      Dennoch habe ich Zweifel.

      1. Herr Blumencron hat die FAZ wohl nicht wegen einer neuen Aufgabe verlassen. Dazu ein Link:
      http://www.horizont.net/medien/nachrichten/FAZ-Mathias-Mueller-von-Blumencron-geht-161342

      2. Don Alphonsos Blog ist eine der ganz wenigen Stellen innerhalb der gerade von älteren Mitbürgern respektierten klassischen Medien, wozu eben auch die FAZ gehört, in denen ein Autor sich so frei und ohne Rücksicht auf die Machthaber äussert und dazu noch einen wirklich freien Kommentarbereich zulässt.

      Und auch wenn Leute wie Oomen vermutlich nur Wichtigtuer sind, so könnten doch auch andere mit mehr Geld und Einfluss auf die Idee gekommen sein, dass hier etwas abgestellt werden muss, um den heilen Märchenweltkonsens der klassischen Medien zu stabilisieren.

    • @ Don Alphonso - Erklärung auf rebellmarkt und Pressemitteilung
      Ja, ich habe Ihren Text dort schon gelesen. Klingt für mich auch plausibel. Nur dies hier:
      „Blumencron ist gegangen, warum auch immer, sein Nachfolger hat offensichtlich die Notwendigkeit meiner Blogs im Vergleich zu neuen Experimenten nicht mehr gesehen. “ erklärt nicht viel. Ausserdem steht es ein wenig im Widerspruch zur Pressemitteilung:

      Zu seiner neuen Aufgabe sagt Knop: „Ich freue mich sehr, den von Mathias Müller von Blumencron erfolgreich eingeschlagenen Weg mit seinem Team weitergehen zu dürfen: Die Internet-Strategie wird weiter vorangetrieben. Die Zahl der kostenpflichtigen Geschichten auf FAZ.NET wird sich, wie angekündigt, erhöhen…“

      hier noch der Link dazu:
      http://verlag.faz.net/unternehmen/presse/pressemitteilungen/carsten-knop-wird-chefredakteur-digitale-produkte-mathias-mueller-von-blumencron-verlaesst-die-f-a-z-15210970.html

      Eine denkbare Auflösung wäre, dass Herr Knop darauf gedrängt hat Ihre Blogs hinter einer Bezahlschranke zu verstecken und Sie dies abgelehnt haben. Wobei Sie, soweit ich mich erinnere, eine Bezahlschranke für Ihre Blogs schon vor einiger Zeit im Vorfeld ausgeschlossen hatten.

      Sehen Sie, Sie müssen ja meine wilden Spekulationen gar nicht entkräften. Schließlich habe ich auch keinerlei Insiderkenntnisse vom Feuilleton der FAZ. Ich schaue mir nur die Mitteilungen und Artikel an und finde die irgendwie nicht stimmig.

    • Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich habe letztes Jahr mehrmals angeboten, jenseits des Blogs für Bezahlschranke zu schreiben, da hat aber niemand reagiert, das ist mehr so eine Redakteurssache.

    • @ D.A. 12.3 um 00:15
      Betrieben Redakteure Journalismus funktionierte das wohl.
      Für Meinungen bezahle ich nichts – die habe ich kostenlos.
      M. A. Titz

  22. Empörungsaktivismus vs. realem Erleben
    Gelegentlich habe ich den Eindruck, dass vermeintlich oder tatsächlich Empörte einfach nur nur nach dem kleinsten Strohhalm zu greifen versuchen, um einfach eine lautstarke Kulisse aufzubauen. So dass andere Stimmen einfach untergehen.

    Das mag behilflich sein, um einen Teil des öffentlich Geäußerten Diskurses zu bestimmen, vorrübergehend.

    Es wird aber nicht darüber hinweg täuschen können, dass äusserst viele reales Leben erleben, mit all den schönen Dingen, aber auch üblen Erfahrungen.

    Es können noch soviele empörte Heuler versuchen, die Lautstärke zu bestimmen – ein Sartor hat gereicht, den realen Erfahrungen eine breite Schneise in den Diskussionen zu schaffen.

    Menschen in ihrem alltäglichen Leben lassen sich nur eine zeitlang verhohnepiepeln.

    Mir scheint, diese Zeit ist vorrüber.

    • Die arbeiten sich immer noch am Sartor ab, der Mann wird bestraft werden.

    • Der Mann wird bestraft werden?
      Na, dann weiß man doch, wem das hilft.

      Das Lied von den im Kreis fliegenden Saudis von de Buam sehe ich als ein Gstanzl. Das ist weniger, als sich in der Öffentlichkeit stehende von der Heute- Show oder anderen Kabarettisten gefallen lassen müssen.Die anderen kenne ich nicht.

      Es wird schon alles recht(s) werden. Der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken.

    • ja, diese Zeit scheint vorüberzugehen...
      …langsamer als von mir gewünscht, aber ich übe mich in Geduld.

      Jede neue Woche irgendeine neue Sau durchs Nazi-Dorf (Killer-dieselbefahren, und: da leben Familien – wie man mittlerweile weiß: die kleinste Keimzelle des Faschismus) getrieben, immer schnellere Entwertung/Ersetzung von an sich unverdächtigen Begriffen bis hin zur Preisgabe der Lächerlichkeit und Turmbau- zu -Babel- verdächtiger Sprachverwirrung.

      Wenn die medienkolportierte Realität mit der erlebten auseinanderfällt, kommt irgendwann das, was Ideologen immer hassen:

      Die normative Kraft des Faktischen.

      In der Wahlkabine sind die Menschen noch frei. Die angeblich alternativlosen vollendeten Tatsachen, vor die man dieses Land gestellt hat und schamlos immer noch stellt, werden sich Ventile suchen. Das wird keine schöne Zeit.
      Aber was weiß ich schon: ich hab Familie, ich hab Beruf & Einkommen, Eigentum und bescheidenen Fuhrpark und bin Nettosteuerzahler aus dem Mittelstand. Selbsterarbeitet, ganz ohne irgendwelche eingebildeten Privilegien.

      Also genau das Feindbild, dass den lauten Linken zwar die Miete zahlt, aber noch viel mehr geschröpft gehört. Dieser -großstädtischen- Verachtung trage ich Rechnung. Nicht gern, aber mir bleibt keine andere Waffe- und munkelnderweise sehen das immer mehr Menschen so.

      Schönen Sonntag noch,

      Gaetane

  23. Was weiss ich schon
    Tja! Das wird schwer – diesen Text noch zu übertreffen… ich wünsche gutes Gelingen!

  24. hmmmm
    >Aber Frei.Wild-Hörer? Es gibt da keinen Automatismus, dass sie FPÖ wählen. Ausser man drückt sie da hin.

    Eher wie: Halb zog sie ihn, halb sank er hin.

    Die Grünen werden argumentieren, dass es da sehr wohl einen Automatismus gibt.
    Und anführen, dass sie selbst sich nicht zum FPÖ-Wähler drücken liessen. (Weil sie reinen Geistes sind und dieser reine Geist die einzige Immunität gegenüber braunem Gedankengut ist. Umerziehung jetzt!)

    Auch fürchte ich dass es andere Kaliber als Burschenschaftler braucht, um einer Bekehrung gegenüber immun zu sein.

    • Ich war mal mit dem MTB in den Bergen unterwegs und habe einen Teil der Runde mit ein paar Jüngeren gemacht, die sich nicht auskannten. Ich hielt die für linke Hipster mit Bärten und Tatoos und Bewusstsein für Natur. Grüne halt. Am Parkplatz war dann ihr Bus mit Frei.Wild auf der Heckscheibe. Einfach nur apolitische Jungs, die gern in den Bergen waren. Ich denke, das ist bei vielen so. Und wie gewaltverherrlichend die Toten hosen schon waren, muss man auch mal sehen. Ein Hosenfan von damals in meiner Schule kandidiert jetzt für die AfD. Man weiss es also nicht.

    • Und Campino
      Gehört mittlerweile zum Empörten-Establishment. Das muss ungefähr eingetreten sein, als er sich über die Heino-Cover seiner Songs empörte.

    • Die Heino Cover
      sind einfach königlich und werden nur noch von der angespannten Reaktion der Toten Hosen getopt – what’s in a name?
      Soweit ich weiß hatte nur eine der gecoverten Bands den Mumm, Heino als „featuring“ mit auf die Bühne zu holen, auch noch in Wacken, wenn ich mich recht erinnere, und die Masse dort kam damit gut zurecht und fand es teils sogar großartig.

  25. lang her
    Damals hatte ich als Gymnasiast der Oberstufe vor den Toren der Olympiawerke (wer kennt noch die Olympia Schreibmaschinen?) zum ersten und für lange Zeit das letzt Mal das Bewusstsein etwas gegen die Mehrheit der Gesellschaft und gegen den Staat zu tun, als ich Flugblätter verteilte, in denen zum Streik, zur Weltrevolution, oder ich weiß nicht was, aufgerufen wurde. Die Flugblätter stammten vom KBW, zu einer Zeit als als das „W“ noch für Wilhelmshaven stand.

    Nach mehr als vier Jahrzehnten habe ich wieder – ganz verblüfft – das Gefühl bzw. Bewusstsein etwas „Verbotenes“ zu tun, etwas der Gesellschaft und dem Staat nicht Konformes, wenn ich im Familien-, Freundes-, Bekannten- und Lesekreis äußere, aus Protest gegen die Asylpolitik Merkels AfD gewählt zu haben.

    Man könnte sagen, das Pendel schlägt zurück und ich sitze drauf.

    Ohaua haua ha ….
    aus Protest gegen die Asylpolitik Merkels AfD gewählt zu haben.

    • Sie sind Teil einer wachsenden Minderheit. Und Sie sollten vorsichtug sein, die Rache für das Wahlergebnis wird kommen.

    • Mir geht's genauso!
      Schon vor ca. 20 Jahren stand ich kopfschüttend da und dachte: Und für euch jungen Frauen bin ich mal auf die Straße gegangen wg. §218 und ähnlichem zu Lasten meiner Zeit im Chemie-Studium. Wie habe ich da meine Zeit verschwendet! -War ein paar Jahre am anderen Ende der Welt mit kaum Internet und nicht mehr auf dem Laufenden in D. War spannend und lehrreich, auch wie ich mich „auf zu Hause“ freute. Obwohl jetzt gut 2 Jahre lang wieder hier lebend – „zu Hause“ fühle ich mich nicht, das ist nicht mehr D wie ich es kannte. Protestwahl -aber wie? Von meinen jugendlichen Anforderungen „100% Zustimmung zu einer Partei“ bin ich im Laufe der Jahrzehnte auf 51% gesunken. Die beiden Extreme liegen bei 10% Zustimmung, die restlichen 4 „Volksparteien“ zwischen 20 bis 40%. Nicht Wählen? Dies stärkt die starken Parteien. Außerdem: für das Erkämpfen des (Frauen-)Wahlrechts sind einmal Menschen gestorben! Dieses Recht ist für mich eine moralische Pflicht, die ich nicht wegwerfen darf und kann. Meine Lösung zum Protest: Wahl einer fast beliebigen unter 5%Partei. Das schwächt alle gewählten Parteien in ihrer „Gewinnquote“, zugegeben, die kleinen stärker als die großen. Ansonsten betrachte ich heimatverloren die Geschehnisse mit staunendem Interesse und dem tröstlichen Gedanken: ich muss es nicht mehr ausbaden, die paar Jahre hält es noch.

    • Die Rache wird kommen
      Ha! Drei statt einer Million Afrikaner*, Netzsperren und ein Bürgerschaftskonto für den Kampf gegen Rechts, inklusive Proscriptionen?

      Gesetze zur Bekämpfung organisierter Kriminalität nach italienischem Vorbild (Clan Miri!), damit man Reichsbürgern nicht nur ihre Waffen, sondern auch ihre Häuser wegnehmen kann?

      Vielleicht wird es Zeit, eine Stiftung zu gründen, um Ihre Immobilien vor dem Zugriff des Staates zu schützen.

      *(und Araber)

    • @Don, welche Rache
      Meinen Sie? Die Merkelsche Politik führt in ca. 20-30 Jahren entweder zum Staatszerfall oder zum Gestapostaat als verzweifelte Rettungsmaßnahme. Viel schlimmer kann es eigentlich nicht kommen, ob nun mit AfD oder ohne. Die Chance zur Umkehr wurde im Sep. 2017 vergeben.

  26. Was weiss ich schon
    Nach etwas Nachdenken glaube ich, in Deutschland wird es nicht so ausgehen wie in Österreich. Das liegt an den Grünen. Hier haben wir einen Habeck, der schon vor Jahren über Patriotismus nachgedacht hat – und einen Özdemir, der der AFD mangelnden Patriotismus vorwirft. Letzterer sagte zwar noch, dass er „stolz ist, Bürger dieses Landes zu sein“… aber nur noch ein paar Reden mehr und er spricht davon, stolz darauf zu sein, dass er Deutscher ist. Zu Recht.

    Wenn die Grünen in BW einigermassen clever sind (und das sind sie, sonst wäre Kretschmann niemals MP geworden) stellen sie Özdemir als nächsten Kandidaten auf.

    Fazit: Die Parteien sind teilweise cleverer als das Internet und die Journalisten. Sieht man auch an Frau Giffey. Die wird eher noch als Frau „Team Gina Lisa“ Schwesig Karriere machen, ich wette Fr. Schwesig hat erstmal in die Tischkante gebissen, als sie gehört hat, wer Familienministerin wird.

    • @ was weiß ich schon
      Der aufmerksame Beobachter durfte schon seit Längerem mutmaßen, dass es sich beim Gros der Grünlinge um verkappte, engstirnige kleine Chauvinisten handelt. Das ist schon unappetitlich genug. Noch brechreizerregender ist allerdings die Tatsache, dass sie in unqualifiziert-infantiler Manier und auf Kosten des Landes eine Läuterungsschleife durchlaufen wollen. Unter viel öffentlichem Getöse´, denn sie wollen ja Aufmerksamkeit.

      Das Peinliche daran ist, dass sie längst offene Türen einrennen. Sie wollen dem Ausland zeigen, dass sie keine Nazis sind. Dem Ausland war das immer schon, und zunehmend mehr egal. Man empört sich dort über die internationalen Verwüstungen, die das zwanghafte, kindische und dabei barbarische „virtue signalling“ auslöst. Wenn die einen Funken Scham und Verstand hätten wären sie spätestens beim Brexit im Boden versunken. Denn der geht wohl überwiegend auf die Kappe des deutschen „Refutschi Wällkamm“.

      Diese unreifen grünen Entschuldigungs-Weltbessermacher haben jegliche Kontrolle verloren. Das Ganze ist total aus dem Ruder gelaufen. Mit ihrem massenpsychotischen Fanatismus richten sie unendlichen Schaden an.

      Es ist höchste Zeit, gegenzusteuern.

  27. Empörungsaktivismus Teil 2
    Da hat eine Frau namens Stokowski lauthals Beschwerde darüber geführt, dass die SPD per Twitter in einem Tweet nur die männlichen der SPD angehörenden Minister nennt.

    Diese Frau hat geflissentlich überlesen, dass vor diesem kritisiertem Tweet die weiblichen Ministerinnen mit SPD Parteibuch nannte.

    Es ist wie bei Tellkamp und vielen anderen Themen:

    Die empörten Linken, Feministen usw. sind einfach völlig fertig, haben keine Argumente mehr und können vor lauter HIlflosigkeit ihre Positionen anscheinend nur noch durch Manipulation und Lautstärke verbreiten.

    Dass sich ein einst ehrwürdiger Verlag wie Suhrkamp sich so leicht am Nasenring vorführen lässt, ist allerdings bitter.

    Bitterer als das Statement von Merkel oder Barley zur Essener Tafel, obwohl diese anscheinend auch nicht begriffen haben, was los ist.

    Mal schaun, was sich in der nächsten Zeit so alles tun wird.

    Nach der Wende war ich oft vor der Wiedervereinigung in Erfurt. Das Stück der Scorpions war damals sehr angesagt – Winds of Change

    Obs zu einem Wandel kommen wird?

  28. Jetzt wäre doch der richtige Zeitpunkt
    für einige bei Suhrkamp verlegte Autoren, sich von Suhrkamp zu distanzieren.
    Von #Tellkamp zu #Suhrkamp -es ist nur ein kleiner Schritt, eine Silbe nur.

    • Konsequenzen von Klaus Rüdiger Mai, Autor bei Tichys Einblick, gegenüber Suhrkamp
      Sehr geehrter Herr Sparr,

      nach der Entgleisung des Verlages in Sachen Uwe Tellkamp scheint der vormals renommierte Suhrkamp Verlag sich zu einem Parteiverlag zu entwickeln. Linkes Denken mag sich darin ausdrücken, liberales hingegen nicht, denn dieses Denken findet sich in dem Voltaire zugeschriebenen Apercu: ich bin zwar nicht Ihrer Meinung, aber ich werde alles tun, damit sie Ihre Meinung frei äußern (und publizieren) können. Sie haben sich gegen die Vielfalt und für die politische Einfalt entschieden. Ich sehe nicht und glaube auch nicht, wie ein kritischer Essay, wie ich ihn projektiert habe, bei Ihnen erscheinen kann. Ich ziehe hiermit meinen Vorschlag zurück. Er wird andernorts und mit mehr Recht erscheinen.“

    • Suhrkamp retour
      wir sollten unsere gesammelten Suhrkamp-Werke an den Verlag zurückschicken.
      Ich brauch eh platz im Regal, nach den vielen Tips neulich in: http://blogs.faz.net/stuetzen/2018/02/10/her-mit-den-leicht-bekleideten-romanen-8737/

    • Die lieben Kollegen Autoren des Suhrkamp-Verlages
      Bedenkt man, was geschehen wäre, hätte sich einst ein DDR-Verlag wie „Aufbau“ oder der „Mitteldeutsche Verlag“ in einer derartigen Weise wie jetzt „Suhrkamp“ von einem seiner Autoren distanziert, beispielsweise von Heiner Müller, Peter Hacks, Volker Braun, Stefan Heym oder Christa Wolf, dann hätte es keine paar Stunden gebraucht und die nicht betroffenen Autoren-Kollegen hätten gemeinschaftlich ihre Solidarität mit dem Gemaßregelten erklärt.

      Am Abend wäre dies als Meldung in der Tagesschau gekommen.

      „Namhafte DDR-Autoren weisen Angriff auf die Meinungsfreiheit zurück“.

      Könnte es sein, muß nun gefragt werden dürfen, ob heute in gewisser Weise die Angst sogar größer ist als damals ?!

      Fehlt der Bundesrepublik vielleicht „der Westen“, wie ihn einst die DDR noch hatte ?

      Ja, dies könnte sein …
      __________________

      Der Mut von Uwe Tellkamp ist nicht hoch genug einzuschätzen !

    • Tagesschau heute: „Rechtsextreme rotten sich zusammen, Verfassungsschutz ist informiert, wir sprachen mit anetta Kahane.“

    • Mainstreamer
      Wie hiess es gestern Abend irgendwann irgendwie in den Nachrichten des Deutschlandradios? In etwa so: “ … Moschee einen Brandanschlag verübt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordversuches und schwerer Brandstiftung. Bei dem Anschlag wurde niemand verletzt.“

      Ohne Kommentar. Bei einem Anschlag von Muslimen auf eine Kirche …

    • Die Sau von „über 950 Angriffen auf Muslime“, die Mazyek seit einer Woche durch’s Dorf treibt, ist, gelinde gesagt, ein schlechter Scherz: Es gab dabei immerhin 33 Verletzte.

      Da „über 60“ Angriffe Gebäuden galten („Schmierereien, Brandanschläge“ (sic)), dürften die restlichen 850 „Angriffe“ Beleidigungen sein.

      Zur Erinnerung: Mazyek schlug der Evangelischen Kirche Brandenburg für die Gedenkfeier am Breitscheidplatz einen Imam vor, der vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

    • ... auf eine Kirche ...
      Ich weiß nicht, ob die Schutzmaßnahmen der Kirche in bestimmten Stadtteilen und die Anzahl der wundersamen Beschädigungen öffentlich zugänglich dokumentiert sind, aber diese Zahlen könnten erhellend wirken.

    • Zielschießen
      Es wird sich nicht mehr klären lassen, nur – seit den gezielten Silvesterraketenschüßen auf den Köner Dom 2015/16 nagt die Frage an mir…
      http://www.klenkes.de/magazin/stadtgespraech/30832.kirchenbrand-in-st-nikolaus-wiederaufbau-gesichert.html Fertig ist man dort mit dem Wiederaufbau übrigens immer noch nicht.

  29. Leider nicht
    läßt die Entwicklung in einem Land von der Größe Bayerns auch nur annähernd einen Rückschluß auf das sehr komplexe Gefüge Deutschlands
    zu. Das ist an den Haaren herbeigezogen.

  30. Na, wen wundert’s
    dass sich viele Menschen zu diesen Parteien hingezogen fühlen… das aktuelle Beispiel, die Bildung einer vom Wähler ungewollten und ungeliebten GroKo kann man ja nur als eine lächerliche Steissgeburt unter starken Schmerzen beurteilen. Egal, ob CDU oder im ganz Besonderen die Sozen (und hier vor allem der Scholzomat aus dem Provinzkaff Hamburg) haben ja mal wieder deutlich gemacht, woraus die Politik in Deutschland besteht. Und da wird sich über die steigende Popularität der national geprägten Parteien gewundert. Wenn dann noch solche nicht wirklich ernst zu nehmenden Leute wie die Sargnagel oder diese andere Kolumnistin von SPON ins Spiel kommen… das kann ja nur in die Hose gehen.

  31. großartig
    Zitat Booster: „Ich habe den Text sehr genossen. Obwohl ruhig im Ton zeigt er eine große Wucht.

    Chapeau!“

    Ich schließe mich an.
    Tellkamp sagt nur Offensichtliches.
    Auch wie Poschardt das gestern aufgearbeitet hat, verdient Respekt.

    Ich bin der Meinung, dass gewählt wird wie jetzt in Tirol und Kärnten, weil manche Dinge einfach offensichtlich sind, z.B. Übergriffe auf Frauen an einem Silvester in Innsbruck. Es wird nach der Realität gewählt. Die ideologisch unterfütterte Verleugnung wird durchschaut, der Vorwurf Populismus zieht nicht mehr, denn populus, wer ist das? Und populus will seine Kultur protegieren und seine Sicherheit gewährleistet wissen.

    • Chapeau
      Dem kann ich mich nur anschließen. Danke Don, wie versprochen, so geliefert. Sehr aufschlussreich wieder einmal. Erspart endlose Klicks woanders, meist mit fragwürdigem Ergebnis.

  32. Europa und Vielfalt
    Für mich haben Sie hier fein heraus gearbeitet, wie eine „Empörungskultur“ genannt wohl Gutmenschen, zwar von Vielfalt reden, aber letztendlich Einfalt fordern

  33. Titel eingeben
    Ein schöner behutsamer Text zu einem Thema, das wie kein anderes darüber entscheiden wird, in welchem Umfeld wir mittelfristig leben werden. Eine gewisse Zeit kann man sich behelfen und die Welt so interpretieren, wie man sie gern hätte, um nichts verändern zu müssen. Aber irgendwann dringt das Unangenehme mit aller Macht in das kollektive Bewusstsein und dann hilft es nicht mehr, wenn die Oberen sagen „ein Volk mit so extremen Meinungen brauchen wir nicht“. Dann werden sich die Dissonanzen im schlimmsten Fall in einem großen Systemzusammenbruch auflösen – so wie 1945. Aus dieser Erfahrung macht es meines Erachtens für jeden einzelnen viel Sinn, rechtzeitig an der Auflösung von untauglichen Dissonanzbewältigungsstrategien mitzuwirken und darauf hinzuwirken, dass die zugrunde liegenden Probleme der Migrationskrise, Eurokrise, Energie“wende“, Geburtenrückgang, Bildungskrise, Krise am Wohnungsmarkt, … durch eine Änderung des Blickwinkels neu diskutiert und einer vernünftigen Lösung zugeführt werden. Und somit die, die hoffen, mit einem Mehr von dem, was schon seit Jahren nicht funktioniert, durchzukommen, erst sprachlich zu entkleiden und dann leise vom Hof zu jagen. Ich hoffe sehr, dass es dafür noch nicht zu spät ist!

  34. ......
    Zuerst mal zu den Burschenschaften und ihrem Lied:

    Das Lied wurde bei einer Burschenschaft im Liederbuch gefunden, diese hat allerdings selbige Seiten geschwärzt bzw. unkenntlich gemacht. Bei einer anderen wirds zwar behauptet, rausgekommen ist aber bisher nix.
    Aus Interesse an der Wahrheitsfindung habe ich jemanden aus meiner Verwandtschaft befragt für dessen Integrität ich die Hand ins Feuer lege und der brachte eine deutlich andere Erklärung für das Lied als die Holocaustvereehrung. Bei den Liedzeilen geht es um das Reparationsabkommen zwischen Deutschland und Israel (daher kommt auch Ben Gurion in der Strophe vor obwohl dieser mit dem Holocaust nichts zu tun hatte und eigentlich erst nach dem Krieg wichtig wurde) von 1952.

    2. Man hat sich nicht wirklich zu Tode gesiegt sondern einfach das Wort Nazi völlig entwertet. Man kann die FPÖ mögen oder nicht aber Nazis sind sie nicht, selbst bei einer Alleinregierung der FPÖ wird Auschwitz nicht wieder startklar gemacht und Juden müssen Stern tragen. Es ist einfach unsinnig was da an Vergleichen gezogen wird, weil es der Realität nicht entspricht. Das Problem ist, dass man Hitler zu einem absolut Bösen aufgebaut hat und man heute Generationen von „Kulturschaffenden“ hat die gegen das absolut Böse im Kampfe antreten wollen nur dummerweise ist das absolut Böse schon lange besiegt, also sucht man eben andere Ziele um doch noch zum heldenhaften Kampf zu kommen.

    Ich kann nur hoffen das die österreichische Regierung sich findet und es schafft zu reformieren. Ich fürchte aber das die extrem feindliche Medienlandschaft hier alles zunichte machen wird, zur Not wird mit Halbwahrheiten hantiert und permanent die Staatskrise herbeigeschrieben um den Eindruck zu erwecken das die FPÖ gefährlich ist. Siehe BVT-„Skandal“.

    • Ausnahmekorrektur
      Bitte vielmals um Entschuldigung, bin kein Verbesserer, aber diese Formulierung von Ihnen verlangt nach einer:

      „selbst bei einer Alleinregierung der FPÖ wird Auschwitz nicht wieder startklar gemacht und Juden müssen Stern tragen“

      Nehme an, dass Sie meinen:
      selbst bei einer Alleinregierung der FPÖ würde Auschwitz nicht wieder startklar gemacht, und Juden müssten nicht wieder Stern tragen…..

    • Danke, H.Gruber
      Für die Information!
      Mir scheint auch,dass eben dies ( die Generierung einer geschichtlichen Singularität für Auschwitz. Und sie metaphysische Stilisierung Hitlers zum Bösen an sich…) hier einer gesellschaftlichen Fehlentwicklung Vorschub geleistet hat, deren faule Früchte uns heute auf die Füße fallen.
      Wer fährt schon gerne mit einem Chauffeur, der wild gestikulierend und schreiend -immer nur nach hinten schaut?!

  35. Stammtisch gegen Hannah Arendt
    Ja, die Volksfront von Judäa hat sich wieder formiert. Vielen Dank übrigens für den schönen Hinweis, der rechte Rand beginne mittlerweile bei Wagenknecht und Palmer.

    Ich habe die Podiumsdiskussion auf MDR Kultur zum Einschlafen hören wollen, muss aber gestehen, dass ich irgendwann abgeschaltet habe, weil sich der Herr Tellkamp doch sehr vergaloppiert hat. Seit Schopenhauers Eristischer Dialektik wissen wir ja, dass nicht unbedingt der in den Augen des Publikums recht bekommt, der auch wirklich recht hat. Durs Grünbein hat den lieben Herrn Tellkamp ganz klassisch ausgekontert. Da saßen sich die Ober- und Unterschicht emblematisch auf dem Podium gegenüber. Tellkamp, der eine Stammtischparole nach der andere extemporierte, auf der einen Seite und der Bohemien Grünbein, der aus dem Stegreif Hannah Arendt zitierte, auf der anderen Seite. Irgendwie konnte ich nicht anders, als innerlich letzterem beizupflichten.

    Allein, dass er den Shitstorm willentlich und wissentlich auf sich abregnen lässt, ehrt den Herrn Tellkamp. Satisfaktionsfähig war er in Dresden allerdings nicht.

    • Es geht ja nicht darum, ob er recht hat, sondern darum, ob man in Ruhe auch mal nicht recht haben darf.

    • Titel eingeben
      Und nun mal die Gegenperspektive:
      Tellkamp hat über das politische Topthema der letzten Jahre gesprochen, während sich Grünbein in langweilenden Elfenbeinturm-Monologen verlor.
      Im Übrigen sollten Linke, die sich nicht blamieren wollen, ihre Helden mal genauer unter die Lupe nehmen. Das gilt für Karl „Lassalle ist ein jüdischer Nigger“ Marx ebenso wie für Hannah „Nahostmenschen sind abstoßend primitiv“ Arendt.

    • Hannah Arendt ist wieder so eine typische überschätzte
      Quelle…
      Sind wir hier in der Nutznießer Diskussion (dann lesen Sie Nietzsches fünftes Evangelium von Sloterdijk: das ist ein heilsamer Spiegel!) oder sprechen wir darüber, wer die Wirklichkeit besser abbildet? Und dann zählt allein das Argument!

  36. Linke Presse
    Leider machen die Linken und Empörten trotz allem die besseren Zeitungen als ihre konservativen Pendants. Auch wenn ich mit meiner Meinung eher dem Focus und der Welt nahe stehen sollte, lese ich am Ende des Tages doch wieder die ZEIT und SZ.

    • Alles eine Frage der Autoren.

    • Zeitungsqualität
      bei Focus haben Sie recht, das zielt im Netz auf eine andere Gruppe (Klick muß es machen) und im Druck auf Menschen, die im Durchdenken der Dinge ihr Glück nicht finden. Die Welt wird von Aust und Döpfner gerade nach links gelegt, derzeit ist man in der Phase „Debatte“ mit allen Seiten, aber bitte nur sehr vorsichtig Fakten über Zuwanderer, das wird dann weiter Richtung links gehen.
      Ob SZ und Zeit wirklich gut schreiben lassen … gegen den Hausherrn hier ist das doch wirklich traurig.

      Wenn Sie gut lesen wollen: NZZ, mit dem nüchternen Blick auf Schland und die Dame aus der Uckermark. Ansonsten sollte man als kritischer Denker alles lesen, was man im Netz findet, Haaretz ebenso wie Al Dschasira, Voltairenet (wenn nur die grauenhaften Übersetzungen aus dem Französischen nicht wären, besser im Original, und nie vergessen, daß das aus Russland finanziert zu sein scheint) ebenso wie Politico, etc., um in der Analyse dann endlich besser zu verstehen.

    • Ich las letztens, Al Jazeera eigne sich nur als Quelle, wenn man Arabisch beherrsche, die englischsprachigen Meldungen wichen in ihrer Stoßrichtung enorm von den arabischen ab.

      Quelle vielleicht @IslamismMap auf twitter, nicht mehr ganz sicher.

  37. From then on I knew... God doesn't make the world this way. We do.
    Die interessante Frage wäre:

    Bringt das hier noch was?

    Also der Appell an die Vernunft mittels Sprache und Logik.

    Ich befürchte wir haben dem Moment verpasst, in dem Rationalität die Ausdifferenzierung der politischen Meinung wieder hätte einfangen können.

    Falls dieser Moment jemals existierte.

    Nun, Sinn operiert mittels Differenzierung, und diese Differenzierung ist das, was man beobachten kann.
    Und alle folgen ihr.

    Wie die Lemminge.

    Die einen laufen blind nach Links und die anderen umso mehr nach Rechts.

    Dazwischen?

    Nichts.

    Dazwischen wäre der Diskurs.

    Die Schlacht. Wie sie moderne Menschen führen.

    Ohne Schreien, Denunzieren, Verklagen, Schlagen, Wüten.

    Nur mittels Worte.

    Wäre anstrengend. Benötigt Intelligenz.

    Scheint nicht mehr möglich.

    In diesem Deutschland. Mit diesen „Intellektuellen“. Dieser „Elite“.

    Die FAZ hat diesen Ort des Diskurs geschlossen.

    Und sich von der Moderne verabschiedet.

    Suhrkamp auch.

    Weitere werden folgen.

    Die „Elite“ verabschiedet sich. Von der Moderne.

    Man sollte begreifen, was das bedeutet.

    • Ob es was bringt?`Was bringt es zuzuschauen, wenn die anderen es tun?

    • Once you realize what a joke everything is, ....
      Tellkamp hat sich dem Diskurs gestellt. Und wurde genau dafür exkludiert.

      Sie stellen sich hier der Kommunikation. Und….s.o.

      Schauen wir in die jüngere Geschichte dieses unsers Landes:

      1968 lehnte sich die Akademiker Jugend gegen die konservativen „Alt-Nazi“ Strukturen in den Machtzentralen.

      Die Machthaber ließen sich nicht auf eine Diskurs ein, die Jugend wurde verprügelt und als Penner bezeichnet. Ein Benno Ohnesorg wurde liquidiert, ohne Konsequenzen für den Täter.

      Darauf folgte die RAF, ein Jahrzehnt des Terrors.

      Danach die Machtübernahme der Linken.

      Jetzt stehen die Linken unter Druck, ihre Macht zu hinterfragen.

      Sie reagieren genauso wie einst die Alt-Nazis.

      Die Folgen sind klar.

      Wir, hier in diesem Blog, wir sind nur Zuschauer, die beschreiben. Wir ändern nichts.

      BTW: Der Witz bei Suhrkamp ist ja, dass Habermas, das erklärte Aushängeschild dieses Verlags, derjenige war, der Diskurs als Kennzeichen der Moderne betonte.
      Wie schon gesagt, man kann sich nur noch an den Paradoxien dieser vormodernen Menschen erheitern. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem alle die Nerven verlieren.
      Bald.

  38. Exakt
    Ofenkäse: „Die Menschen, die aus ihrer Heimat verstoßen wurden und werden, weil die nichts können, als Gewalt und Hass zu säen und auszuüben.“

    Genauso ist es: Man nennt es „Entwurzelung“, wenn Menschen verzweifeln und wild um sich schlagen wie Ertrinkende. Wer nicht weiß, wo er herkommt und wo er hin will, der landet immer irgendwo anders.

  39. Ja, ja, die AFD hat es schon schwer...
    Einfach nur die Klappe halten und die politischen Gegner die Wahlwerbung machen lassen.

    Bedeutet natürlich das die Qualitätskontrolle bei AFD-Kandidate miserabel ist. Klappe halten kann jast jeder aber gewählt machen sie dann doch die Klappe auf – und dann muss man einen Poggenheimer aus der Partei kicken.
    Der Typus kommt vor der Wahl durch weil eh jeder mit AFD hintern Namen braunster Nazi ist, zumindest laut Medienberichten. Da eine Mehrheit der AFDler das nun doch eben nicht sind werden alle Berichte ignorierbar, sowohl bei AFD als auch dem Wähler.

    Vieleicht ist die SPD in 10 Jahren wieder wählbar, nachdem dem jetzt unvermeidlichen Kick aus dem Bundestag bei den nächten Wahlen.
    CDU tritt meiner Meingung gerade in die Endphase ein: Merkel ist erschöpft und kein Nachwuchs in Sicht (Alle weggemäht von Mutti). Was da kommt hat man schon gesehen – die SPD der jüngsten (und nicht ganz so jüngsten) Vergangenheit.

    • Wie gesagt, ich bin nicht im Mindesten Fan der AfD, ich sehe nur, wie in meiner Stadt wirklich alles in ihre Hände arbeitet. Jetzt auch noch der Diesel“skandal“.

    • Mir wäre eine vernünftige SPD oder...
      auch eine berechenbar korrupte CDU auch lieber aber solange die beiden so eine Performance abliefern ist die AFD ein geduldetes Übel.

      Mir ist die AFD wohl etwas lieber als ihnen aber wär das fein wenn das nie so weit gekommen wäre, oder?

    • en hesse: hätte hätte Fahrradkette
      Was wäre, wenn man ohne Moralismus einfach mal die politischen Realitäten anerkennen würde? Sowohl spd wíe cdu haben sich aus dem demokratischen Diskurs verabschiedet, die Grünen waren nie Teil eines -Diskurses, sondern nur Kanzelbesetzer. Als demokratische Partei bleibt derzeit nur die AfD, sehen Sie sich die guten und engagierten Reden im BT an und ertragen Sie den subintellektuellen Mist, der der AfD entgegen geworfen wird und der von denen kommt ,“die schon länger“ im BT sitzen.

  40. Überall nur noch Nazis
    Gehen Sie mal auf Facebook, suchen Sie nach Gerald G Grosz aus Graz und lesen Sie ;)
    Gruss!

  41. Ein Appell an nasse Alkoholiker
    verantwortlicher mit ihrer Droge, ihrem Konsumverhalten, ihrem Geld und ihrem Gegröle in ihrer Kneipe, oder auf ihrer Straße oder vor den Grundstücken anderer umzugehen. Netter Versuch von Don Alphonso, aber das wird natürlich überhaupt nichts nützen.

    ‚Und Merkel hat das politisch so gewollt, deswegen hat sie de Maiziere als Innenminister auch abgelöst. Damit dies Land noch mehr innere Konflikte bekommt, ‚Streit an Ort und Stelle verhindert Bewegung‘, (z.b. vom Rockzipfel weg) – ‚oder soziale Kenntnisnahme anderer, die etwas weiter weg sind‘, also außerhalb Deutschlands in der großen weiten Welt und entfernt von den eigenen Arbeitsstellen in Deutschland; das stärkt den ‚deutschen Euro‘ und macht Merkels Führung auch weiterhin notwendig unangreifbar – und ihre eigene Ordentlichkeit höher über dem Chaos im eigenen Volk in größere Distanz – und Sicherheit des politischen Überlebens ihrer Idee von andauernder weiblicher Führung, ‚demnächst auf eine Jüngere übergehend, welche ähnlich ist wie sie“ – man sieht sie schon kommen, solche und ähnliche Vermutungen.

    ‚Wer zu Hause kämpft und uneins ist und sowieso wenig Jugendliche und Nachwuchs hat, kann auch keine Truppen entsenden in den Senegal oder zu NATO. Und wir forschen besser an Schutzausrüstung und Konfliktprävention im Vorstadtviertel anstelle von Interkontinentalraketen‘, Frau Dr Merkel tickt so vermutlich – und was wäre falsch daran? Sie ist eine Frau, und sie liebt das Leben. Und das heißt zunächst, das Herz schlägt, weil man noch nicht tot ist.

    • Das Ergebnis ist halt, dass es in Deutschland nie wieder eine linke Alternative zur GroKo geben wird.

    • Ja, Frau Merkel will das so
      and erst ihre Parteigänger machen es möglich. Und es ist schon eine Leistung, linke Alternativen zur Groko auf Dauer unmöglich zu machen. Nur da spielen die Linken“ kräftig mit.

      Frau Merkel hinterläßt ein ausgemerkeltes Land.

  42. Wahl in Kärnten
    Bei der Wahl in Kärnten hat wohl auch der ORF Skandal die Burschenschaftsgeschichte ausgestochen.
    Die FPÖ konnte das gekonnt auschlachten und viele Menschen gegen das „grüne System“ aufbringen.

    Der Parteiobmann (so heisst es wohl für Landesvorsitzende) von Kärnten wurde sinnenstellend im ORF gezeigt, als er mit einem „altnazi“ sprach.
    Seine abwehrende Entgegnung wurde im Filmbeitrag weggelassen.
    Ich finde eine ganz üble Geschichte und kein Rumesblatt für den ORF.

  43. Tirol statt Kärnten
    Ups, der ORF Skandal fand in Tirol statt, dürfte aber trotzdem einen Landesweiten Impakt gehabt haben…

  44. Der lange Marsch durch die Institutionen
    Die Gruenlichen haben vor 40 Jahren einen Marsch durch die Institutionen angetreten. Den haben sie gewonnen. In der Presse, der niederen Gerichtsbarkeit, den Schulen, in weiten Teile der SPD und CDU sind sie heute ueberrepraesentiert. Das aendert aber natuerlich nichts daran, dass sie in der Bevoelkerung, nicht nur nahe der bayerischen Seenplatte sondern auch in den Staedten, eine Minderheit bleiben. Es ist aber diese Ueberrepraesentation des illiberalen Gutmenschentums in den Institutionen, welche letztendlich die Erosion der Institutionen und den Erfolg der ebenso illiberalen Rechten befoerdert.

    • kein Ausweg
      Zitat:
      „Es ist aber diese Ueberrepraesentation des illiberalen Gutmenschentums in den Institutionen, welche letztendlich die Erosion der Institutionen und den Erfolg der ebenso illiberalen Rechten befoerdert.“
      Zitat Ende.

      Nur wird das der Rechten nichts nützten, wenn sie an die Regierung kommen sollte.
      Tausende durch Medien, Gewerkschaften, Kirchen, etc. „motivierte“ und geparkte Menschen in den Verwaltungen werden sich als Demokratiepaladine verstehen und Behördenprozesse sabotieren, was den Niedergang noch beschleunigt.

      Es gibt keine Rettung, das Ende ist nahe! ;)

    • ...und das alles auch gegen Recht und Gesetz oder mit größtmöglicher
      Auslegung zu Gunsten gewollter Menschen und Situationen – so schädigend für alle und alles es sich mit der Zeit auch herausstellen wird.
      Das finde ich das Übelste.
      Klagen derer, die dem Einhalt gebieten möchten, werden vor Gericht teilweise nicht zugelassen.

    • @ Delphi
      Bingo! Der Marsch durch die Institutionen war eine der erfogreichsten Strategien des letzten Jahrhunderts. Eine stabile Gesellschaft mit einer Graswurzelbewegung aus den Angeln zu heben, darauf muss man erst einmal kommen.

      @ Meyer
      Der Marsch war deshalb so erfolgreich, weil diese Leute sehr geduldig den Riesen Gulliver mit Gesetzen und Vorschriften gefesselt haben. Heute können sie völlig unangreifbar das Land vorschriftsmässig vor die Wand fahren.
      Wenn das Pendel durch die Nulllage durch und auf der rechten Seite ist, dann werden alle diese Gesetze und Vorschriften Stück für Stück entschärft. Und dann wird der linke akademische Mittelbau ganz legal kassiert, wenn er sich nicht an diese geänderten Regeln hält.

  45. Die Diskussion um die Zuwanderung wird ja öffentlich geführt.
    Nur eben nicht um die Themen, die den meisten Kritikern am wichtigsten sind. Zum Beispiel: Wie geht sich das aus? Was bringt die Zukunft? Was kostet das, und wen?

    Als beispielsweise das „100.000-Ein-Euro-Jobs-Programm für Flüchtlinge“ von Arbeitsministerin Nahles vor einem Jahr wegen Desinteresse und mangelnder Nachfrage eingestampft wurde, wurde dies medialöffentlich mit einem Schulterzucken quittiert. Und wo die öffentliche Diskussion und Ursachenforschung ausbleibt, wird eben zwangsläufig spekuliert.

    Die Stammtische, Pausenräume, Vereinsräume und Familientreffen ersetzen ohne Probleme die Schwatzbuden von Anne Maischillner.
    Mit allen dem entsprechenden Folgen. Bis zur nächsten Hochrechnung um 18:15 Uhr.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/bundesregierung-kuerzt-ein-euro-job-programm-fuer-fluechtlinge-14979404.html

    • Lindner, Will, AKK etc...
      Gestern Abend bei Anne Will war es Lindner, der nach über zwei Jahren als erster Politiker die Frage öffentlich stellte, warum Flüchtlinge überhaupt integriert werden müssten. Es reiche doch ein befristeter Aufenthalt bis zum Friede in ihrer Heimat. Die Frage stellte ich mir schon im Oktober 2015, auf eine politische Antwort warte ich immer noch. Für mich ist die
      Frage längst beantwortet.

  46. Angst
    Vielleicht ist es die Angst sich mit seinem eigenen inneren Nazi auseinanderzusetzen zu müssen.

    • Klar macht das Angst, sich mit seinen verborgenen inneren Anteilen zu
      beschäftigen. Aber wie sie erkennen, es ist schlimmer, es nicht zu tun und sich dann fast willenlos und von eigenen unbewussten Gefühlen leiten und überwältigt am Nasenring durch die geschaffene gefährliche Manege in den Abgrund ziehen zu lassen.
      Die, die durch den eigenen inneren Schlamassel gegangen sind, sind zumeist freier, sowohl im Denken, im Erkennen als auch im Bewegen und können sich einen weiteren Überblick schaffen.

      Nur ist der Umgang mit den, wenn auch unbewusst neue Erkenntnisse und neues Denken abwehrenden Mitmenschen, kein ganz einfacher.
      Zumal alles, was nicht ins eigene Muster und zur eigenen „Meinung“ passt, als „Pack“ und schlimmeres abgewertet und abgewehrt werden muss, um sich nicht weiter auf sich selbst und angeregte Denkvorgänge einlassen zu müssen, die die eigene Person und Position infrage stellen könnten. Nur so gelingt es, zu funktionieren – auch gegen das eigene Gewissen, so es sich dann doch irgendwann meldet.

    • @Taeve: Angst...
      Genau hier liegt m.E der Grund für die aktuellen Entwicklungen auf beiden Seiten, rechts wie links.
      Die vielbeschworene „Entnazifizierung“ nach dem 2. Weltkrieg hat nach meinem Dafürhalten überhaupt nicht stattgefunden, sondern war nur eine nette Inszenierung, die an ein paar armen Hanseln exemplarisch durchexerziert wurde, um sagen zu können:“schaut, wir machen was, und schaut, wie rein unsere Weste jetzt wieder ist“.
      So wurden z.B. Frontsoldaten, die Mitglied der Waffen-SS waren, wie Verbrecher behandelt, auch wenn sie nur um ihr Überleben gekämpft hatten. Während viele treue Parteigenossen, die in der Heimat Ämter und Pöstchen innehatten (Bürgermeister, Gauleiter etc.) recht schnell nach dem Krieg wieder in Amt und Würden waren, weil sie die richtigen Beziehungen hatten und „gebraucht wurden“ um den Laden am Laufen zu halten.
      Ebenso wurden viele ranghohe Funktionäre, die von den Siegermächten als „brauchbar“ betrachtet wurden, straflos einer neuen Verwendung in deren Diensten zugeführt.
      (Übrigens fand genau dasselbe nach 1989 mit zahlreichen Stasi-Mitarbeitern statt.
      Wuppatalarin hat das in DA’s letztem Blog in ihrem Beitrag „Stasileute“ vom 10. März 2018 um 14:04 Uhr gut beschrieben).
      Was nie stattfand, war eine Aufarbeitung, wie es dazu kommen konnte, dass ein Holocaust möglich war, woher der Judenhass kam, der es Hitler erst möglich machte, die Massen hinter sich zu bringen.
      Dazu hätte man darüber sprechen müssen, wie das Verhältnis der Deutschen zu den Juden war, welche Vorbehalte es gegen sie gab, was daran begründet war und warum, und was einfach nur Nachplappern von Vorurteilen war, ohne eigentlich zu wissen, woher diese eigentlich stammten.
      Ich erinnere mich gut, dass noch lange nach dem Krieg vom „Verjudeln“ von Grundstücken oder anderen Besitztümern, von „jüdischer Hast“ für unziemliche Eile die Rede war, etwas „bis zur Vergasung“ treiben, war Synonym für endlos lange, ohne aufzuhören etwas tun, und es dauerte lange, um sich bewusst die Benutzung dieser Redewendungen abzugewöhnen.
      Schon in den Jahren vor der Jahrhundertwende hatte Karl May in seinen Kolportageromanen öfter ein ziemlich abstoßendes Bild der Juden gezeichnet. Auch Karikaturen aus dieser Zeit belegen, dass damals schon so etwas wie „Antisemitismus“ existierte.
      Anstatt die Ursachen dafür herauszuarbeiten und sie offen zu diskutieren um sie auf ihren Sinngehalt abzuklopfen und zu widerlegen, wurde alles mit einem Tabu belegt und (auch im Zuge der „Umerziehung“ nach WK II), ein Angst-und Abschreckungsszenario aufgebaut, das bis heute durch tägliche Dokumentarfilme zum Thema Hitler/Drittes Reich auf PHOENIX, ZDF-Info, N24 etc. aufrecht erhalten wird, und was hier schon mehrfach als „Schuldkult“ beschrieben wurde.
      Anstatt sich wirklich mit den Ursachen für Antisemitismus, Rassenhaß etc. zu beschäftigen, werden publikumswirksam „Stolpersteine“ gesetzt und alljährlich pflichtschuldigst Gedenktage begangen oder Kränze niedergelegt, um zu demonstrieren, wie schuldig man sich fühlt.
      All das verhindert eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Thema und ist mit ein Grund für das Weiterleben dumpfer, unhinterfragter Einstellungen und Vorurteile tief in der „Volksseele“.
      Und die ganzen vermeintlichen „Kämpfer gegen Rechts“ begehen genau den gleichen Fehler, in ihrem Versuch, jegliche missliebige Äußerung zu unterdrücken, jede Diskussion abzuwürgen und jede Meinung zu ächten, die vom Mainstream abweicht, da es ein Irrglaube ist, diese verschwänden damit einfach. Das Gegenteil ist der Fall!
      Und das Vorgehen der vermeintlich „linken“ Aktivisten gegen „Andersdenkende“ zeigt ganz genau, dass auch tief in ihnen der „innere Nazi“ sehr lebendig ist, und dass linke und rechte Extrempositionen sich eigentlich ganz nahe sind.

    • Titel eingeben
      @Trojaner u. e. meins sehr ich auch so und Danke für das Feedback. der serdar somuncu thematisiert das auch so mit dem inneren Nazi, will aber als Schlussfolgerung das „deutschtum“ abschaffen auch wie der yücel. wichtiges Thema, was man intensiver diskutieren sollte. meines Erachtens spielt dabei auch vertrauen eine Rolle, Vertrauen das die Geschichte vielleicht doch etwas hinterlassen hat. Vertrauen ist aber nicht da und man holt sich noch viel grössere Probleme auf den Tisch.

    • In allen Menschen, egal welcher Herkunft, gibt es verschiedene Anteile
      brutale, ängstliche, fordernde, kreative, fördernde, heilende usw., die zumeist unbewusst Denken, Handlungen und Vorgehensweisen in Anteilen mitbestimmen.
      Mystiker und weise Menschen in allen Völkern beschäftigen sich damit, sie in sich zu erkennen und zu integrieren.
      So lange da welche mit den Fingern auf andere deuten und denen vorschreiben wollen, wie sie mit sich und anderen umzugehen haben, statt sich um sich selbst zu kümmern, ist das vergebliche Liebesmühe.
      Es scheint ein Zeitvertreib, eben auch um den Balken im eigenen Auge nicht zu sehen.
      Auch Somuncu oder Yücel haben vielleicht einen, wie auch immer gearteten, inneren Saboteur – weshalb kümmern sie sich nicht einfach um den?
      Welche Vermessenheit, stattdessen das „Deutschtum“ abschaffen zu wollen. Mit dem eigenen inneren „Türkentum“ haben sie es ja schon auch nicht geschafft.

    • Hoffentlich bleibt die Auseinandersetzung
      auf das Mentale beschränkt, und solche Meldungen
      http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/sprengstoff-fund-bei-antifa-thueringer-lka-uebernimmt-ermittlungen-15499324.html#void
      Ausnahme.
      M. A. Titz

      ps: solche internen Verlinkungen dürften ab 1.4.18 unmöglich sein.

  47. Wie sich die Bilder doch gleichen...
    In der Causa Tellkamp ein überforderter Verlag und in der Causa Don Alphonso eine überforderte FAZ, in der sich das eher links/grüne Feuilleton gegen eine eher konservative Restzeitung durchsetzt. Ich habe meine Zweifel, ob der Shitstorm der letzten Woche dauerhaft etwas bringt. In wenigen Tagen ist das vergeben, vergessen, vorbei! Man kann nur etwas bewirken, wenn man diejenigen, die man treffen will, an ihrem Geldbeutel trifft. Das war immer schon so und wird immer so sein. Daher, Leute, kündigt Euer Abo – ich werde meines nach reiflicher Überlegung heute gegen eine andere Zeitung eintauschen!

    • Ich war eh kaum im Print, insofern wird sich da nichts ändern.

    • Schlesische Weber, Leichentücher und ihre Verleger
      Zitat: „Aus gegebenem Anlass: Die Haltung, die in Äußerungen von Autoren des Hauses zum Ausdruck kommt, ist nicht mit der des Verlags zu verwechseln. #Tellkamp“ -, das ist doch ziemlich deutlich: ein Imperativ (!) an die zu belehrende Twitter-Gemeinde und eine Ablehnung der Verantwortung seitens des Verlegers für die „Webfehler“ derjenigen, deren Tuche sie bestellen, bezahlen und verkaufen.

    • Sie werfen ihn dem Mob vor, ganz einfach.

    • Die Alternative
      besteht darin, sich auf Tageszeitungen und Nachrichtenmagazine außerhalb Deutschlands zu konzentrieren – NZZ und Economist, um zwei hervorragende Angebote zu nennen.

      Trennung von Nachricht und Kommentar, keine pervasiver Erziehungsjournalismus, Fakten und Daten wie sie in D nicht publiziert werden. Als ein seit Jahren im Ausland lebender deutscher Staatsbürger mag einem ein derartiger Wechsel leichter fallen, zugegeben.

      ÖR Medien konsumiere ich noch vielleicht einmal pro Monat, Tagesthemen und Tagesschau für total eine halbe oder maximal eine ganze Stunde. Beide sind m.E. als seriöse Medien nicht mehr ernst zu nehmen.

      Wo bleiben grundlegende journalistische Prinzipien, siehe H.J. Friedrichs: “Mache Dich mit keiner Sache gemein, nicht einmal mit einer Guten” ? Wo bleiben grundlegende Prinzipien der Meinungsfreiheit, siehe Voltaire: “Ich verabscheue ihre Meinung, aber werde mich bis aufs Letzte dafür einsetzen, damit sie sie äußern können” ? (das “verabscheuen” illustriert das Prinzip, nicht dieses Blog). Anstatt dessen herrscht Aktivisten-Journalismus vor.

      Die FAZ bzw. FAZ.net schwenken immer mehr auf den links-alternativen veröffentlichten Mainstream mit seinem engen Meinungskorridor ein, der in D ohnehin vorherrscht. Bezüglich meines seit vielen Jahren bestehenden Abonnements gewähre ich der FAZ derzeit noch eine letzte Bewährungsfrist – aber eine Beendigung ist mittlerweile sehr viel wahrscheinlicher als eine Fortführung.

      Das Ende von “Deus ex Machina” auf FAZ.net schiebt mich weiter in Richtung Kündigung.

      Ein Nachfolge-Blog abseits von FAZ.net – ja, sehr gerne. Auch kostenpflichtig oder mit freiwilligem Beitrag meinerseits.

      Mit sehr kühlem Gruß an die FAZ.net Redaktion.

      Mit bestem und aufmunterndem Gruß an Don Alphonso,
      Rainer Zühlke

    • shitsorms
      das schöne an shitsorms ist doch, daß sie genauso lange bleiben und wirken, wie sie entstanden sind… Mein Abo ist übrigens gekündigt und ich bekam schon einen Anruf nachdem „warum“. Als ich sagte, daß ich wg. der Kündigung von Herrn Meyer wiederum mein Abo kündigte, war das scheue Reh am anderen Ender der Leitung sichtlich überfordert und wollte es so weitergeben. Ich bat darum.

  48. Textverständnis
    Lieber Don,
    kennen Sie den fraglichen Liedtext? Dieser ist so abstrus, dass er schwerlich ernst gemeint sein kann. Auch dürfte bei jungen Burschenschaftern kaum noch jemand wissen, wer Ben Gurion war. Dieses Lied ist wohl in der Nachkriegszeit „gedichtet“ worden (Gurion war 1949-63 israelischer Ministerpräsident; ähnliches gilt für die anderen in diesem Lied auftretenden Politiker), und stellt meines Erachtens missglückte Satire dar. Dass ein SPÖ-Mitglied an der Gestaltung des Liederbuchs beteiligt war, während der deswegen zurückgetretene FPÖler zu diesem Zeitpunkt 11 Jahre alt war, macht seine Eignung für ein FPÖ-Bashing zumindest fraglich.

    Auch wenn ich in Bezug auf Burschenschaften, bzw. Studentenverbindungen allgemein eine Art zunehmendes „Fremdeln“ in der deutschen Gesellschaft insbesondere in den Städten beobachte (ähnliches gilt für andere traditionelle Gemeinschaften), wird bei näherem Hinschauen deutlich, dass sich diese natürlich mit der Zeit weiterentwickelt haben. Wobei es in der Tat bei der Bekehrung zum Zeitgeist hapert. Ihr großer Verdienst liegt darin, dass sie, die Studentenverbindungen, z.B. an einigen österreichischen, westdeutschen Universitäten oder in Berlin seit Jahrzehnten die einzige Möglichkeit darstell(t)en, sich als Konservativer oder Nationalliberaler frei auszutauschen. Das ist für mich der eigentliche Grund der jetzigen Skandalisierung dieses verbrecherisch dummen Textes.

    Im Übrigen scheint es mir, dass im ländlichen Oberbayern, das Sie zurecht schätzen, bei der älteren Generation tw. ähnliche Haltungen existieren, wie bei älteren Verbindungsmitgliedern. Das klang bei Ihnen ja schon mehrfach an. Allerdings wundert mich, dass Sie, Don, nur in ihrem Umfeld differenzieren wollen. Auch für Burschenschafter sollte das Gleiche wie in anderen Bereichen gelten: Man sollte vorsichtig sein, die Verfehlungen einzelner Personen der Gesamtgruppe anzulasten.

    • Ich finde das Lied ganz ehrlich abstossend und ich weine da keine Träne, wenn der Laden aufgelöst wird. Sowas kann gerne auch noch 30 Jahre später weg, weil es ja nicht einfach so passiert, sondern tatsächlich Teil einer braunen Kultur ist. Und die SPÖ habe ich unter Gusenbauer gut kennengelernt: Da drehe ich die Hand nicht um, siehe Spiegelgrundskandal.

  49. Demokratien und ihre Feinde
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    ich schätze Ihre Texte und finde Ihr gesundes Selbstverständnis als kultiviertes Mitglied der besitzenden Klasse erfrischend und sympathisch. Solche Stimmen sind in der hiesigen Medienlandschaft rar geworden, es kündigt sich eine andere Zeit an. Der Wind hat sich gedreht, verehrter Don, Sie haben es vielleicht nur nicht gemerkt. Die FAZ schon.

    Sie mühen sich seit längerer Zeit mit Fakten am hysterische Geschrei der sog. „links-grünen“ Ecke ab. Mir scheint, dass sich das bei Ihnen fast zu einer Art Obsession entwickelt hat. Ich dachte Sie seien Historiker? Sie wissen doch, dass man sich zu Zeiten, in denen ideologischer Wahn und massenhysterische Erregung tonangebend waren, mit Diskurs und Differenzierung zwischen alle Stühle gesetzt hat.
    Die Entwicklung geht ungebremst in diese Richtung, wird aber nicht durch die Spinner an den Extremen des politischen Spektrums vorangetrieben. Die Fäulnis in dieser Gesellschaft breitet sich von der sog. „Mitte“ aus, mithin da, wo Sie wahrscheinlich stehen. Untrügliche Symptome für den Zerfall sind Jahrzehnte des Sozialabbaus, die Erosion des Rechtsstaats, die offenkundige Unwillen staatlicher Organe ihren offiziellen Aufgaben nachzukommen etc. Dem Einzelnen wird unmissverständlich klargemacht: wenn du nicht verwertbar bist, bist du nichts wert. Die Melange aus Abstiegsängsten, sozialer und politischer Frustration bildet den Nährboden für Entwicklungen, deren Ergebnisse man in Geschichtsbüchern studieren kann.
    Man sollte sich nicht täuschen: die Kakophonie in der veröffentlichten Meinung ist ein Ablenkungsmanöver. Was als „links“ gilt, ist dies ebensowenig wie das, was als „rechts“ stigmatisiert wird. Die Medien betreiben Etikettenschwindel. Die permanente öffentliche Erregung ist sehr nützlich, um Apathie und Verdruss in der breiten Masse zu erzeugen, ein Richtungswechsel auf dem Weg in den Abgrund ist nicht erwünscht. Cui bono? Sicher nicht für über 90% der Bevölkerung.

    Vor diesem Hintergrund scheint mir ein großes Missverständnis zwischen Ihnen und vielen Ihrer Leser zu bestehen. Sie wollen mit Ihren Texten primär unterhalten (was Sie auch gut können), viele Leser suchen aber politische Orientierung bzw. Bestätigung und halten Ihre Texte für eine fundierte Analyse (was sie sicher nicht sind).

    Jetzt ist mein Kommentar doch sehr lang geworden. Sehen Sie es mir bitte nach. Ich wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg viel Erfolg und werde Sie als vergnügter Leser begleiten.

    • Danke, ich denke auch, dass Sie im Kern recht haben, wenngleich nicht in allen Details.

      Nur: es ist meine aufgabe zu schreiben und ich kenne Mitarbeiter der SZ, die mir sagen: Schreib das, bei uns geht es nicht mehr. Es ist wichtig, dass es wenigstens irgendwo mal steht. Das denke ich auch.

    • Verstehe ich nicht:
      „Untrügliche Symptome für den Zerfall sind Jahrzehnte des Sozialabbaus“

      Was bitte meinen Sie damit? Sie wissen schon, welche Unsummen in die sozialen Sicherungssysteme gelenkt werden?

      Und welche Anteile normalen Arbeitnehmern daher vom Bruttogehalt abgenommen werden?
      Und das bei annähernd Vollbeschäftigung?

      Ich weiß nicht, ob alles ganz „gerecht“ geregelt ist bzw. ob das viele Geld klug verteilt wird.
      Aber pauschal von Sozialabbau zu sprechen, scheint mir nicht wirklich zu rechtfertigen.

    • @Michalski
      was hat die Größe des Sozialbudgets mit dem Sozialstaat zu tun?
      Doch bestenfalls nur den, wieviel Geld dort versenkt wird.
      Es ist bei einer bürokratisch subventionistischen Institution kein Widerspruch, das der Etat steigt, aber der Sozialabbau voranschreitet.
      Der alte Sozialstaat vor 1812 war das Klosterwesen, auch da hatte die Größe des Haushaltsposten immer weniger mit der Wahrung der sozialen Aufgabe zu tun. und die Verteidiger des Systems, sahen das damals genauso wie die heute, sie fanden Begründungen, warum dem doch so sei.

    • Titel eingeben
      Wie oft in den letzen Jahren, war es hier in den Kommentaren zu lesen, das Ihre Blog’s nicht mehr lange geben würde.
      Nur mal eine Frage an die FAZ.
      Wenn sie den gleichen Kuchen, wie ander im Medienzirkus bedienen wollen, warum sollte man dann noch z.b. die FAZ lesen?

      Schade

      Zitat Don:
      „Nur: es ist meine aufgabe zu schreiben und ich kenne Mitarbeiter der SZ, die mir sagen: Schreib das, bei uns geht es nicht mehr. Es ist wichtig, dass es wenigstens irgendwo mal steht. Das denke ich auch.“

    • Das müssen Sie die Leitung des Feuilletons und des Onlineauftritts fragen.

    • Hallo FAZ online
      @Don, die Frage habe Ich ja hier gestellt.

      Zitat Don:
      „Das müssen Sie die Leitung des Feuilletons und des Onlineauftritts fragen.“

      … und klar muß man nicht immer ihrer Meinung sein, wo kämen wir denn da hin. ?

  50. DasvLiederbuch der Burschenschaft Germania
    wurde übrigens von einem SPÖ Mitglied illustriert. Aber Antisemitismus ist ja auch der deutschen Linken nicht völlig fremd.

    • Die gute antifaschistische SPÖ
      Irgendwann nach ´45 machte die SPÖ eine Mitgliederwerbung bei ehem. NSDAP Mitgliedern. Aber nicht in der Art: Wir haben die in jeder Hinsicht besseren Vorstellungen sondern in der Art: Bei uns könnt ihr eure Ideale weiter vertreten. Ich habe den sehr interessanten Text mal gelesen, finde ihn aber nicht mehr. Überdies: Mein guter Vater, der mir manchmal zu altmodisch und so weiter war, war ganz entsetzt, was er in Arbeiterbeiseln die er mit seinem Schwager besuchte im „roten Linz“ so Knallbraunes zu hören bekam. Ach ja, dieser angeheiratete Onkel, Hochofenarbeiter bei der VOEST, bitterarm in den Bergen geboren, hing ja immer den „Roten“ und auch den antideitschen Österreicher raus. In mein Poesiealbum schrieb er mir: „Sei wahr, treu und edel, mit einem Wort ein deutsches Mädel.“ Das fand ich als Zehnjährige schon komisch.

    • Österreich ist tatsächlich en teilweise sehr finsteres Land gewesen.

  51. Blasen, Elfenbeintürme, Tellkamp und Baumgartner
    Blasen und Elfenbeintürme sind freilich Phänomene, die rechts wie links, in der Provinz, wie in den Metropolen, also eigentlich überall, die Regel sind. Der Mensch, auch der intelligente, ist halt bequem, oft bis zur Gemeinheit. Er neigt nicht zum unmittelbaren Austausch mit Menschen, deren Geschmäcker und Ansichten ihn herausfordern. Völlig fremd ist mir das selbst nicht, aber ich denke, man sollte sich dieser Bequemlichkeit zumindest bewusst sein und daraus die Konsequenz ziehen, nicht immer überall mitreden zu wollen. Bei Tellkamp scheint mir dieses Bewusstsein nicht unbedingt sehr ausgeprägt zu sein. Die üblichen Empörungskübel über ihn auszugießen, ist selbstverständlich trotzdem eine Sauerei. Baumgartner, nun ja, Mut hat er ohne Zweifel, zumindest geboren ist er, nebenbei bemerkt, aber nicht in den Bergen, sondern in Salzburg. Und zu der Stadt, und damit zu allen anderen Städten, hat ein Anderer ja bereits genug geschrieben. In der Sache, lieber Don, stimme ich mit Ihnen durchaus überein.

    • Glauben Sie mir, die Berge prägen Menschen mehr, als man sich das eingestehen will.

    • Titel eingeben
      Davon bin ich überzeugt. Die Küste und das platte Land aber meiner Beobachtung nach wohl kaum weniger. Und es macht natürlich auch einen Unterschied, ob man im engen Tal aufwächst oder am Hang. Das brauche ich Ihnen aber nicht zu schreiben. Ohnehin sollten wir heut lieber das Wetter nutzen. Ihnen einen schönen Sonntag auf dem Rad.

    • So ist's. Sorry, muß, weil Heimat.
      https://m.youtube.com/watch?v=XfHIRtAUuMM

  52. Titel eingeben
    Mr. Bannon gestern beim Front National:

    “Let them call you racists. Let them call you xenophobes. Let them call you nativists,” he said. “Wear it as a badge of honor.”

    Tasächlich wirkt es ja auch so – bzw. es wirkt nicht mehr.´Hat man ja gesehen. in den USA, in A und zunehmend in D.

    Diese Empörungs-Diffamierungskultur unabhängig vom jeweiligen Gegenstand wirkt eigentlich nur noch innerhalb von Medienkreisen, die ihre ideelle Deutungshoheit, von der sie meinen, dass sie sich ihr bemächtigt hätten, im praktischen Leben sektoral immer mehr verloren haben. Der Normalbürger quittiert es mit einem „Ach, die wieder mit diesem Zeug“ und wenn es einfach zu viel wird, mit einem „geht mir jetzt weg mit diesem fadenscheinigen Getue.“

    Je mehr die ihren Einfluss verlieren, um so mehr keilen sie in den nichtigsten Anlässen und um so mehr interessiert einen das nicht mehr – mitsamt denen, die immer wieder derartig grundlos solches Zeug in die Welt setzen.

    Klassisches Beispiel nun der Tellkamp bei Suhrkamp. In völliger Verkennung der Sachlage meint Suhrkamp, weil sie, die „großen Suhrkamps“, den Tellkamp in voll angemaßter Autorität mit großen Worten runterputzen, ist er nun weg. Irrtum Freunde! So läuft das nicht.

    Was hat genau hat der Tellkamp denn gesagt, was so böse ist? Bei Suhrkamp Fehlanzeige; das wenige, was sonst bekannt geworden ist, sind Sachverhaltsbeschreibungen, die meistensteils objektiv nicht zu widerlegen sind. Dafür ist man bei Euch „Rechter“, evtl. Nazi und „raus“? Aha.

    Was folgt draus:
    Bei Suhrkamps ist man offenbar nicht in der Lage, Sachverhalte korrekt zu bewerten, die inhaltliche Urteilskraft ist nicht vorhanden, wenn die ständig so tönen sind deren Bewertungen immer unbrauchbar, stattdessen wird gewettert wie weiland der Pfarrer von der Kanzel nach dem Motto „Je mehr Höllenfeuer je besser“, also kein vertrauenswürdiges Medienhaus mehr, dadurch inhaltlicher Einfluss reduziert – oder nur noch beschränkt auf Medienschaffende, die sich darüber noch besonders aufregen wie jetzt der Don.

    Wenn die beim nächsten Tellkamp dieses Spielchen wieder spielen, werden sie gleich wegen notorischer Tendenzialität und sachlicher Verfahltheit ihrer Aussagen in die runde Ablage „Nichtbeachtung“ verfrachtet – also da, wo etwa ZON ist, aber sich gerade im Moment immehin verzweifelt bemüht, von da tief unten wieder raus zu kommen.

    Wie sagt der Ösi so schön: „Goar ned ignorier´n.“

    Und an der Stelle kommt u.a. der Bannon, der die Wirkungslosigkeit dieser unbrauchbaren, ständig rohrkrepierenden „Meinngs-Waffe Bauart Stegner“ längst erkannt hat – und dreht sie offensiv um.

    • Man sollte Suhrkamp nicht so hoch hängen, da hat vermutlich einfach ein PR-Mitarbeiter unter Druck Unsinn gemacht. Ohne zu verstehen, was dann passiert.

    • Wenn es Surkamp allein wäre...
      Es ist die Dresdner Kultusministerin, es ist die ZEIT, die taz, der Perlentaucher, die FAZ, spon, es ist die gesamte linke Szene inclusive ihrem militanten Flügel. Mit einem Wort: Es ist die erdrückende Mehrheit der veröffentlichten Meinung in Deutschland. Interessante Ausnahme: Krause und Poschart in der „Welt“.
      (Nicht in der Schweiz, mal wieder, übrigens, da gehen die Uhren anders. Austria habbich nicht geschaut).

    • + ich, es gibt also schon noch mehr.

    • Der Don treibt natürlich auch seinen Spaß mit mir - kenn ich - - macht mir auch Spaß, hehe
      – – – und auch ich kann hier zum Gaudium des (geschätzt) halben Prozents der DA-Leserschaft, das nun immer noch an Bord ist, mit nämlich Gerhard Polt entgegnen:

      Don, Ihr „Gegenargument brauchat ich ja gar nicht – ich bin ja selber dagegen!“ – Also dagegen zu sagen, dass es a l l e außer der „Welt“ wären, die den Tellkamp zu unrecht rösten, in Deutschland.

      Klar, das ist auch meine oben artikulierte Ansicht, denn wenn ich oben sage, die erdrückende Mehrheit der veröffentlichten Meinung sei hinter Tellkamp her, so impliziert das ja die Aussage, es seien n i c h t alle zu unrecht hinter ihm her – – – und das lässt Platz für Sie, – – und das lässt am Ende sogar noch Platz für mich selber, sappradie , ich existiere ja sogar auch, und ich würde doch so weit gesehen zu behaupten, auch das sei mir so ungefähr wenigstens halb und halb bewusst, obwohl ich natürlich bei weitem nicht einmal das ganz verstehe, was mir durch die eischne Rübe rauscht, wie ich bereitwillig einzuräumen nicht anstehe (da bin ich Freudianer der strengen Observanz, ne, was das angeht).

      (hhehe. – Und darauf einen Schweizer Bio-Kräutertee vom VOLG – frisch aufgebrüht – auch wenn ich den genieße, werde ich mir meiner selbst einigermaßen zumindest bewusst – und kann ja auch dabei wider an Sie, geschätzter Don Alphonso, gefahrlos denken. Immerhin aber nun mit einem breiten Grinsen im Gesicht, wie ich Ihnen zum Schluß meiner kleinen Epistel wohl doch mit einigem Recht versichern darf!)

  53. Marx meinte, dass man dem System so lange seine eigene Melodie vorpfeifen müsste,
    bis es anfängt zu tanzen.
    Das ist hier nicht notwendig. Das System pfeift sich in permanenter Rückkopplung seine eigene Melodie vor und unterdrückt mit Gewalt Störgeräusche.
    Da sind Fachleute von der Art, die an der Dampfmaschine das Überdruckventil zukleben, weil es stört.

  54. D vs A
    „Die spannende Frage ist, ob das überhaupt etwas bringt.“
    Solche hysterischen Reaktionen wie bspw. auf Tellkamp bringen dem Empörern in ihrer Peer-Group veritable Ansehensgewinne und gleichzeitig Triebabfuhr. Man sattelt das moralische Ross, schließt die Reihen, grenzt sich ab. Das Stigma wird Tellkamp nie mehr los; im günstigsten Fall heißt es jetzt mindestens „umstritten“.

    Dabei geht es so gut wie nie um die Sache – selbst wenn Tellkamp eine Studie zitiert hätte statt von „95%“ zu schwadronieren, wäre man nicht abgerückt von der Empörung. Auf Twitter schrieb jemand, die rede von der „Einwanderung in den Sozialstaat“ sei ungenau. In Wahrheit wanderten die meisten „in den Wirtschaftsstaat [ein], der Chancen zu bieten scheint und wo man nicht um sein Leben zu fürchten hat.“ Es ist diese Form des Realitätsverlustes, der jegliche Diskussion verunmöglicht. In gleichem Maße wie eine vernünftiger Diskurs mit einem rechtsnationalen Höcke unmöglich ist, ist er mit diesen Wirklichkeitsverweigern ebenfalls unmöglich.

    Der Vergleich zwischen D und A hinkt dennoch, weil A nach 1945 gänzlich anders sozialisiert wurde. Die Verdrängungen waren Teil des Konsenses; rechte Positionen wie sie dann in den 1980ern Haider eloquent popularisierte trafen auf günstigem Nährboden. Hinzu kam, dass man die GroKo nicht nur auf politischer, sondern auch auf sozialer Ebene bis hinunter zum Hausmeister praktiziert hatte. Dass die Grünen jetzt in A kaum noch Zustimmung haben hat damit zu tun, dass (1.) die Bewegung sich gespalten hatte (gab es in den 1980ern weniger dramatisch in D auch) und vor allem (2.) die moralinsauren Attitüden der Grünen in A einfach keinerlei Sex-Appeal haben.

    • Sie haben schon recht, aber die Sache ist halt, dass in Deutschland erstens die SPD abstürzt und zweitens die AfD schin dort ist, wo die FPÖ bei der Anhängerschaft um 2000 herum war. Und die AfD hat nicht alte Probleme wie die FPÖ mit beispielsweise „Aula“. Und abgesehen davon ist in Deutschland auch ein grosser Teil der Bevölkerung rein vom Alter her in der Lage, etwas mit Nazi zu tun zu haben. Das wird Folgen haben, es ist unvermeidlich.

    • Miracles by their definition are meaningless, only what can happen does happen.
      Die politische Entscheidung über die Zukunft dieses Landes wird den linken und rechten Spinnern überlassen, weil die „bürgerliche Mitte“ nicht die Deutungshoheit in Anspruch nimmt und einen Diskurs führt.

      Versagen der sog. Elite.

      Deshalb müssen wir uns hier mit irgendwelchen unreifen Damen und ihren Twitter Meinungen rumschlagen. Weil die jetzt die Kommunikation bestimmen.

  55. Titel eingeben
    Don, vielen Dank für Ihre Beiträge. Das bemerkenswerte an den Hetzkampagnen gegen Tellkamp, Sarazin und andere ist doch, daß es bei deren Aussagen ja gar nicht darum geht, ob sie wahr oder falsch sind, sondern nur daß man sie gar nicht behaupten darf dank dem linken Meinungsterrorismus.

  56. Tu felix Austria
    Eine bessere Analyse der politischen Situation habe ich in den letzten Jahren nicht gelesen.

    „In Östereich wurde das so weit getrieben, dass die Empörten die Parlamente verlassen müssen, …“
    Und das ist auch gut so! Dann kann auch endlich den Empörungsmedien der Stecker gezogen werden.
    Auch wenn es – besonders im die Extreme liebenden Deutschland – ein paar Übertreibungen in die Gegenrichtung gibt: Für einen wie auch immer gearteten Nazismus würde schon das Personal fehlen (Demografie).

    Wer mit dem Guten nicht zufrieden ist und Alles will, kriegt in unserer Welt: Nichts.

    • die Sache ist eigentlich noch übler: Die aktuellen Ergbenisse zeigen, dass die schwarzblaue Mehrheit im ganzen Land stabil und gewollt ist. Es kann also sein, dass diese Regierung ohne jede echte Opposition 8 oder 12 Jahre das Land umbauen kann. Einfach weil SPÖ und Grüne nicht auf die Beine kommen.

    • Deutschland, das politische Pendel Perpetuum Mobile ohne Maß und Mitte
      Mitte geht nicht, gibt’s nicht (auf Dauer, nur kurz beim Nulldurchgang, nicht messbar). Und es wird wieder zurückpendeln. Und nicht in der Mitte stehen bleiben. Leider. Und je länger noch herumgemurkselt wird, desto heftiger der Ausschlag in die andere Richtung. Wieder leider. So ist das hier in Deutseland. Geht anscheinend nicht anders. Ob wieder zusammengeschmissen oder geteiltgeworden. Immer wieder mit Betonschädeln auf die Betonwand. Hurrrraaaaaa…

    • ... Der Nationalcharakter ist halt ein faustischer ...
      … immer in Bewegung, keine Ruhe, immer auf der Suche nach utopischen Großschöpfungen à la Wir-schaffen-das…

      Das hat uns in der Vergangenheit Innovation gebraucht, bringt aber, da die Techniker und Tüftler aussterben als Merkelei nur Verderben …

  57. Eine perfekte Gebrauchsanweisung.
    Die links-grüne Empörung-Hysterie ist ein Wegweiser, wenn nicht sogar eine genaue Bedienungsanleitung für eine weitere Orientierung nach ‚rechts“. Was ist leichter als den Ängsten der ‚Linken“ Folge zu leisten?! Aufgrund des nervigen Rumgejammers dieser selbsternannten Moralapostel fühlt man sich mittlerweile bestätigt den richtigen Weg gewählt zu haben!

    • es gibt da tatsächlich so ein „na wenn der schon Nazi ist dann kann das ja nicht so schlimm sein“-Gefühl. die ganzen Feiglinge da draussen nennen mich „rechtspopulistisch“, weil sie für „Nazi“ und den Prozess zu feige sich, aber da geht es hin. Ich habe vor zwei Wochen SPD gewählt und wähle heute FW, weil es die sozialeren sind. so haben sich die Vorstellungen verschoben.

  58. Die Reihen fest geschlossen.
    So sieht das wohl noch im deutschen Kultur- und Medienbetrieb aus. Ich bin mir nur sehr unsicher über die Anteile der Überzeugungstäter, der Mitläufer und der Gehirngewaschenen, zumindest bei den offensiv auftretenden Protagonisten. Interessanter finde ich, daß es durchaus im Bereich Unterhaltung oder Sport Persönlichkeiten der 1. oder 2. Reihe gibt, die sich bis heute zu gewissen Themen noch gar nicht geäußert haben. Und dann gerne einmal direkt oder über Bande öffentlich dazu genötigt werden.

    • Das ist anders. Es gubt vielleicht 20% Überzeugte, aber die greifen das Thema einfach komplett ab. Der Rest will keinen Stress und Ärger und hält den Mund.

  59. Hillibillys Elegie
    egal ob in Pennsylvania oder im Alpenraum. Ich fürchte, in Deutschland wartet schon der nächste Donald Trump auf seine Chance…und die wird immer größer.

    • Ja, und Strache, Salvini und Grillo sind jetzt noch nicht mal richtige Charismatiker.

    • Im Gegensatz zu Haider
      Ja, es ist eine interessante Frage, ob Haider noch mehr bekommen hätte. Ich weiß heute noch genau, ohne nachzusehen, wie Haider aussah.

    • In D
      Gab es auch mal einen, der mit Populismus liebäugelte und die Voraussetzungen mitbrachte. Ob es nun Selbstmord war oder Mord, dass der Fallschirm nicht aufging, diese Republik wäre heute vermutlich eine andere, nicht unbedingt bessere, aber deutlich andere, wenn Möllemann an Westerwelles Stelle gewesen wäre.
      Wer immer bei uns die Stelle von Trump, Johnson, Grillo, Tsipras usw. einnimmt, es wird diese Pendelbewegung geben.

      Im Grossen bin ich tatsächlich weniger pessimistisch als viele hier.

      Die Industrie hat längst erkannt, dass die Nummer mit den billigen Arbeitskräften so nicht aufgeht.

      Die Zuwanderer selbst sehen die Blicke und wissen sie zu deuten: sie sind hier weder welcome noch haben sie hier eine andere Zukunft als Hartz 4 oder prekäre Arbeit. Sobald es ruhiger wird in Syrien (und nach 12 Monaten Trump ist die IS fast weg) gehen die mit einer „Abfindung“ in grosser Zahl zurück dahin und in den Irak. Freiwillig, weil sie hier keine Zukunft sehen: keine Arbeit, kein Geld für die Liebe, schlechtes Wetter und schlechte Stimmung.

      Die Leute aus Marokko und Co werden auch nich bleiben, genauso wenig die Jungs mit dem anderen Frauenbild, die fliegen als Gefährder oder Verurteilte raus.

      Was bleibt, sind Menschen, die die Sprache lernen, sich Arbeit suchen, Freundschaften schliessen und Familien haben werden. Das mit der mittelalterlichen Religionsvorstellung wächst sich zurecht, zwei Generationen weiter sind das auch keine „Schlesier, Russen oder Polen“ mehr, sondern der Andrzej, Boris, die Irina oder die Maria oder Elena.
      Der Islam macht es schwerer, aber nicht unmöglich.

      Die Älteren hier wissen vielleicht noch, dass nach dem Zerbrechen Jugoslawiens (an dem D einen beträchtlichen Anteil hatte) hier auch fast 1Mio Menschen Zuflucht suchten.

      Als der Krieg dort zuende war, gingen die allermeisten zurück in ihre Heimat. Was hier blieb, waren viele zerstörte Freundschaften zwischen Kroaten und Serben, die vorher einfach nur beide Jugoslawen und Gastarbeiter in D. waren und unendlich viel zerstörtes Vermögen, zerbombte und enteignete Häuser. Entschuldigung, ich komm von Stöckchen zu Stöckchen, ich habe damals viele sehr sympathische Menschen sehr leiden sehen. Btw: ohne diese widerlich Anspruchshaltung, als das mühsam erarbeitete Haus in der Heimat zerbombt war, haben die in die Hände gespuckt und sich Eigentum in Deutschland geschaffen.

    • sorry, aber bitte hier keine Möllemann-VT oder Haider-VT, ernsthaft.

    • VT
      Das war lediglich eine Bemerkung, dass M. auf dem Populismuspfad war, nicht als VT Debattenansetz gemeint. Mir ist es herzlich egal, warum er vom Himmel fiel, der Punkt war: wir hätten hier schon einen Populisten haben können, den nächste kommt bestimmt.

    • Ich hatte damals mit M. direkt zu tun. Er war dumm und ungeschickt.

    • Frage an Bürger
      Was soll Vt heißen?
      Und mit der freiwilligen Ausreise der kürzlich Eingereisten wird das nichts werden. Das sieht man schon an den Flüchtlingen aus Jugoslawien. Die leben noch überdurchschnittlich häufig von Stütze, bleiben in ihren eigenen Kreisen und heiraten dementsprechend.
      Der Weg nach Nahost ist beschwerlich, in D ist es bequem zu leben, allein schon wegen Kindergeld, Hort und der guten ärztlichen Versorgung.

    • Der Islam macht es unmöglich
      Mensch im Sinne des Islam ist nur der Gläubige, somit hatte Erdogan recht, als er sagte, Assimilation sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Sie verstößt gegen die Scharia.

    • Titel eingeben
      VT ist Verschwörungstheorie.

  60. Alternative?
    Gerade in den Ruhestand eingetreten zieht man es hier vor, anstelle politischer Teilhabe konsequent zu privatisieren. Die Beschäftigung mit klassischer Musik, Antiquitäten und dem eigenen Wohlergehen in einem ausgesuchten Biotop stellt die Alternative dar und erlaubt ein komfortables Überleben bei Wahrung des Verstandes.

    • Kann man so machen
      So haben es viele Reiche in Beirut gemacht. Oder in Harare. Oder machen es heute so in Kapstadt. Bis das Monster irgendwann vor der Tür steht.

    • maciste grüßt den weggiser
      „denn wer den kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die niederlage…“
      anscheinend wissen sie noch nicht, was gewalt ist.
      battle on.

  61. Mainstream
    Hallo Don,

    kulturelle Hegemonie der Grünen?

    Worin besteht denn deren Überlegenheit?

    Deutlich ist das Auseinanderklaffen der veröffentlichen Meinung und des örtlich/regionalen Spektrums.

    Wir haben hier im Badischen in der Fastnacht die schöne Tradition des „Schlumpelns“. Da ziehen Gruppen von Männern und Frauen, getrennt oder gemischt, durch die Dörfer, klingeln bei bekannten oder unbekannten
    Leuten und werden mit Essen und vor allem mit Trinken versorgt.

    Auch zu uns kommen jedes Jahr verschiedene Gruppen. Die Unterhaltungen dabei sind immer lustig, es wird auch manchmal politisch, oft nur im örtlich interessierenden Bereich.

    Da spielen Themen wie Gender-Mainstreaming oder rechtspopulistische Einstellung keine Rolle. Eher die, wie die Unterkünfte der noch nicht so lange hier Lebenden ausgestattet sein müssen oder wie schwierig die Integration sich in den Kommunen gestaltet. Warum muß ich dabei an die Essener Tafel denken und daran, dass die Arbeit an der Basis so gering geschätzt wird?

    Was ich bekomme, ist ein unbändiger Zorn auf Gestalten wie Lauterbach und Barley, die überhaupt nichts für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft tun. Und da bin ich noch nicht einmal bei den Grünen angekommen. Was ich von Hofreiter im BT anläßlich einer Anfrage eines AFD-Abgeordneten an Arroganz und Schmierigkeit zu sehen bekam, läßt mich erahnen, wie sehr der Glaube an die eigene Unfehlbarkeit ausgeprägt sein muß. Das Beispiel Österreich wird da wohl niemand aufhalten.

    Ich danke Ihnen für den Text und natürlich für die schönen Bilder.

    MfG SoS

  62. Haltungsverlag
    Die Menschen von Suhrkamp verpaßten die Gelegenheit stillzusitzen und lieferten zugleich Kategoriensalat ab mit: „Die Haltung, die in Äußerungen von Autoren des Hauses zum Ausdruck kommt, ist nicht mit der des Verlags zu verwechseln.“

    Einer Institution kommt Haltung eo ipso nicht zu, denn sie kommt ausschließlich Menschen zu (evtl. sogar Verlegern).

    Auf gleicher Schiene: Inzwischen kann – in Kollektivhaftung – auch eine Stadt „schuldig“ sein (lt. Orosz, ehem. OB von Dresden). So hat nun ein Verlag eine Haltung. Die Verleger nicht; sie verstecken sich hinter „der Verlag“, treten also nicht – wie Tellkamp – mit offenem Visier an.

    Damit sind sie fein raus wie einst das Politbüro des ZK der SED. Es war als Institution für alles verantwortlich („Die Partei will …“). Nach Tisch suchten deutsche Gerichte – weitgehend vergeblich – nach Verantwortlichen.

    Im Falle von Institution gegen Person steht der Sieger im voraus fest, wie die Geschichte zeigt. Eugen Kogon schrieb das Buch „Der SS-Staat“. Ein Buch wie „Der SSD-Staat“ würde wohl eher bei Wagenbach als bei Suhrkamp erscheinen. Umso weniger werden sich die hochgradig verängstigten Suhrkamper trauen, ein Buch mit dem Titel „Der Merkel-Staat“ zu verlegen, wenn es denn einer schreibt.

    Den Suhrkampern ist offenbar die Angst in die Glieder gefahren, wegen Tellkamps Äußerungen von linken (Staats-)journis und Inquisitoren als Nazi-Verlag „eingeordnet“ bzw. auf den Index gesetzt zu werden. Frech unterm Tisch hervorzuschauen ist halt auch Haltung.

    • Des Verlegers* Angst vor "Nicht Hilfreich"
      Suhrkamp wäre allenfalls bei „nicht hilfreich“ verortet gewesen. Das ist für eine kleine sehr laute Minderheit =Nahtsie.

    • Christoph Schatte: Was ist der Körper, wenn das Haupt ihm fehlt? William Shakespeare
      „Der Suhrkamp Verlag verlegt keine Bücher, sondern Autoren.“
      Siegfried Unseld

    • bin gespannt,
      ob noch jemand unter den Tisch will.

  63. endlich wieder unverbittert
    Ich muss ja sagen, dass ich in den letzten Monaten ihre Texte nach kurzem überfliegen recht schnell weg geklickt habe, da mir ihr Tonfall zu verbittert geworden war. Dieser Text ist aber nun endlich wieder in einem klaren, konstruktiven Tonfall geschrieben. Eine gute Bestandsaufnahme aktueller Entwicklungen ist das.

    Die Entwicklungen haben aus meiner Sicht vor allem etwas mit Projektionen zu tun. Seit dem Beginn der Finanzkrise sitzt unsere Gesellschaft ja auf einem Pulverfass und die in der Gesellschaft gut etablierten Schichten tun alles, um die bestehenden Strukturen, in denen sie oben schwimmen, zu erhalten. So haben es die Eliten in jedem System getan. Doch unsere Eliten sind so stark in narzisstischen Strukturen gefangen, dass sie einfach nicht vor sich vertreten können, dass ihr politisches Handeln dazu dient, ihre (feudalen) Vorrechte zu behalten. Und so projizieren sie eben ihre Gier, ihre Ängste, ihrem Hass auf die unteren Schichten der Gesellschaft. Wenn die Verlierer der Globalisierung (Arbeiter, Arbeitslose, Landbewohner usw.) als dumm und rechtsextrem und frauenfeindlich bezeichnet werden, kann man eben wunderbar rechtfertigen, warum man selber in der Elitenposition der Gesellschaft bleiben sollte. Denn die Eliten müssten dann in deren Denke auf die verwerflichen Motive der „Deplorables“ aufpassen. Das ist die Projektion, denn eigentlich handeln die Eliten verwerflich, wenn sie alles daran setzen, die Bedingung jetzt für sich bequem zu halten auf Kosten der in Zukunft lebenden Menschen (Stichworte Verschuldung, instabile Rentensysteme, Umwelt).

    • ja
      Stimme Ihnen zu: viele Verantwortliche oder Personen in Leitungsfunktion tauchen ab. Jeder denkt nur noch an sich und seine Familie – Politik ist ja bäh und wurde qua Steuer(minimierter)zahlung ja an die Politiker delegiert.

      Merkel hat für Ruhe zu sorgen, nicht mehr, nicht weniger. Und darum wurde lange Jahre auch akzeptiert, dass sie machte, was sie wollte, eben auch dem linksgrün dominierten Presse-/PR-Zirkus so zu folgen, dass das Wahlvolk Mutti dankte für die Ruhe und die vielen kurzsichtigen Wohltaten.

      Erst seit ca. 2016 läuft das nicht mehr rund, weil man gesellschaftliche Verantwortung eben niemals delegieren kann, wenn man nicht in einem meritokratischen System enden will.

      Wer Geld hat, sichert sich international ab. Wird aber auch nicht funktionieren. Bequemes dolce vita ist ja selbst in bella Italia nicht mehr drin, von der Koks d’azur ganz zu schweigen.

  64. Jeder Satz ein Treffer. Bravo
    Die Nazikeule der Empöria tut längst nicht mehr weh. Weil damit ohne Sinn und Verstand auf jeden eingedroschen wird, der es wagt Begriffe wie Heimat oder Werte im positiven Kontext zu verwenden. Ich finde auch kaum passende (veröffentlichungsfähige) Worte für diese unsägliche Bevormundung aus Politik und Medien, das jämmerliche Geheule lebensunfähiger Zicken und das reflexartige Abschalten gesunden Menschenverstands, sobald es auch nur am Rande um diese Themen geht.

    Seit 35 Jahren wahlberechtigt und dem Mittelstand zugehörig fühlend, belohnt mich der Höchststeuersatz. Die Früchte meiner Arbeit kommen nicht mehr mir und meinen Liebsten zugute, sondern werden Genderspinnern, linken Psychopathen und sozialen Schmarotzern in den Hintern geschoben. Warum sollte ich unter solchen Umständen weiter leisten? Es macht schlicht keinen Sinn mehr. Also arbeite ich nur noch soviel dass mein Grenzsteuersatz unter 40% sinkt und geniesse die gewonnene Freizeit.

    Politisch sind uns Österreich und Italien derzeit voraus, doch ich denke und befürchte, dass wir das mit deutscher Gründlichkeit nach- und überholen. Auch ich wählte ja die Alternative, zugegeben mehr aus Notwehr und Hilflosigkeit denn Überzeugung. Dabei verorte ich mich zeitlebens einen Tick links der Mitte, aber das ist im heutigen Koordinatensystem ja schon „rechts“. Nun denn, mich schreckt diese Einordnung nicht mehr. Im Gegenteil, ich fühle mich dadurch mehr und mehr bestätigt.

    Wie das alles endet? Ich weiß es nicht. Ebenso wenig sehe ich mich in der Position, diese Entwicklung aufzuhalten. Alles was ich tun kann, ist meine Enkel so gut es geht auf die gewaltige Aufgabe vorzubereiten, diesen Müll dereinst wieder aufzuräumen.

  65. Mäzenatentum oder Brotberuf,
    anders wird es für Denkende nicht gehen und es ist auch das einzige was mich in diesem Zusammenhang überhaupt noch interessiert. Wo werde ich Autoren wie Sie noch lesen können.

    Dachte wirklich, Suhrkamp widerruft das sofort, entschuldigt sich, nicht abgesprochene Aktion eines Praktikanten, riesige Solidaritätswelle der anderen Autoren. Nichts, nichts, nichts. Außer dem nur Fachpublikum bekannten Klaus-Rüdiger Mai, der nicht mehr bei Suhrkamp veröffentlichen möchte, und – anders, wieder mal ein Überdrüber Opportunismus von Sibylle Berg, der es eingedenk ihrer ostdeutschen Herkunft vielleicht doch ein wenig mulmig wurde und die von Fascho Style schrieb, nur um dies dann gleich in einer Kottauflut von entsprechenden Tweets zu verstecken und begraben, nur tosendes Schweigen.

    Ihr Text ist wieder so exzellent komponiert, es ist so interessant, originell, und vor allem so unterhaltsam und beschwingt zu lesen, die Bebilderung einzigartig – die FAZ müsste Sie auf Händen tragen.

    Wenn ich es mit dem Projekt unseres Supermilliardärs vergleiche, alles ist gut, was dagegen hält, aber es ist so unfassbar fad und mit leider keinen besonders guten Schreibern, eine Pranke gehört halt auch dazu, besetzt. Sie sind da schon ein Solitär.

    Aber solche Mäzenatenprojekte und es ist mir absolut wurscht wer da dahinter steckt, das könnte schon die Zukunft sein. Die gesamte Literaturgeschichte ist so entstanden. Und in diese große Tradition dürfen Sie sich ganz und gar einreihen.

    • Machen Sie sich um mich keine Sorgen. Die Plattform ändert sich, das ist alles.

      Und ja, das Ausbleiben einer solidaritätswlle hat mich auch schockiert, das war ein Grund, warum ich den Beitrag geschrieben habe.


    • das Ausbleiben einer solidaritätswlle
      Nirgendwo ist die Ganz-Große-GroKo-Haltung verpflichtender und flächendeckender als im Kulturbetrieb. Da kann passieren, was will, wer da nicht den neusten Heuler unterstützt, wird aus der Meute ausgestoßen. Medien schätze ich als nur 90% so schlimm ein.

    • Leider hat man wirklich keine Lichterkette für Tellkamp von Seiten der Kollegen
      sehen können. Ich frage mich, wozu die Meisten noch schreiben, wenn ihnen a) entweder der Mut zu einer eigenen Meinung fehlt oder sie b) eh nur das sagen wollen, was alle sagen! Plötzlich klingt das ganz anders „morituri te salutan“.
      Was gsnau soll das noch sein „Kulturschaffende“, wenn der Wille zur Kultur fehlt?
      Bleibt dann nur noch „KulturarbeiterInnen“, sowas wie SexarbeiterInnen… und wo ist dann da noch der Unterschied, wenn der Aufschrei (zumindest sowas) fehlt?

    • Don Alphonso @ 11. März 2018 um 11:07 Uhr
      Don Alphonso sagt:
      „Und ja, das Ausbleiben einer solidaritätswlle hat mich auch schockiert, das war ein Grund, warum ich den Beitrag geschrieben habe.“

      Viele halten sich für was Besseres, aber sind halt doch nur feige Mainstreammitläufer.

    • Lieber Don,
      das Ausbleiben einer Solidaritätswelle hat Sie schockiert? Ehrlich?
      Mir scheint, Klonovsky hat doch den schärferen Blick:
      der schrieb zu Tellkamp: „der Nächste hat den Rubikon überschritten“, will heißen: er ist jetzt Feind und es gibt kein Zurück.
      Sie sind doch schon lange überm Rubikon. Und warten auf Solidarität – von denen???
      Die bekommen Sie jetzt wohl nur noch aus einer Ecke, der Sie sich (aus meiner Perspektive: leider) nicht zugehörig fühlen.

    • Ich brauche keine Solidarität für mein Ego, ich kann mich wehren.

    • Für Menschen , die sich derart elitär geben
      wie D.Alphons,- kann es kategorisch keine „Solidarität“ geben,- das wäre gegen jedes Prinzip!
      Im Übrigen ist Solidarität ja auch nur die gefledderte christliche Caritas unter Ausschluss Gottes- also ein billiges Brot der Linken Materialisten.

    • "Ich brauche keine Solidarität für mein Ego, ich kann mich wehren."
      Der Starke ist am mächtigsten allein?
      Na gut. Jedenfalls ehrenwert.

      Aber vielleicht lesen Sie mal, was Reich-Ranitzki unter 8. dazu meint:
      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/fragen-sie-reich-ranicki/fragen-sie-reich-ranicki-ueber-schiller-1282678.html

    • Wer allein ist, dem kann keiner in den Rücken fallen. Das ist meine Lektion aus den letzten paar Jahren.

    • Interessant, die Ansichten MRRs über Schiller.
      Unter 8. kritisiert MRR auch den stark idealistischen Ausspruch, daß das Leben nicht das höchste Gut sei, und regt an (wenn auch mit formuliertem Restzweifel), dies dahingehend zu korrigieren, daß das Leben eben doch über allen anderen Gütern stehe. Aus dem Kontext der „Jungfrau von Orleans“ geht hervor, daß damit jeweils das eigene Leben gemeint ist, das man, dem Idealisten Schiller zufolge, falls nötig einer höheren Sache zu ofpern bereit sein solle, nach dem Holocaust-Überlebenden MRR jedoch um jeden Preis retten möge. Angesichts seiner Biographie kann man MRR verstehen, wenn er sich gegen das wohl gängigste Adorno-Zitat stellt. Doch hatte er selbst auch Verständnis für die vielen, die sich aus bestimmter oder unbestimmter, objektiv jedenfalls begründeter Angst auf die andere Seite stellten, bloß um ihr höchstes Gut, das eigene Leben zu retten, zum Preis des Lebens anderer?

      „Wer allein ist, dem kann keiner in den Rücken fallen.“ Auch hier erweist sich Schiller stärker als MRR: Einander idealistisch Verbündete werden im Zweifel verläßlicher zusammenhalten als pragmatische Selbsterhalter, die das Zweckbündnis aufgeben, wenn Druck oder Angebot der andern Seite nur groß genug erscheinen. Abgesehen davon, daß die Einkreisung und damit der Angriff auch von hinten der Idealtypus der Taktik im Gefecht darstellt (vollständiges Cannae), so bedeutet der Mangel an Kampfgefährten eben auch, daß keiner einem den Rücken freihalten kann, im Falle, es wäre nötig (Cannae…).

  66. Die systematische Verengung des Meinungskorridors.
    Das ist das Problem in den deutschen Medien. So kurz, so einfach.
    Bleibt er nicht im „Meinungskorridor“, dann wird versucht, ihm die Grenzen zu zeigen.
    Wie jetzt Tellkamp es feststellen muß.

    • Bambodil @ 11. März 2018 um 10:50 Uhr
      Bambodil sagt:
      „Die systematische Verengung des Meinungskorridors.
      Das ist das Problem in den deutschen Medien.“

      Das ist jetzt schon fast eine Definition für Propaganda.

      Übrigens – ohne Zwangsgebühren wäre das nicht möglich.

  67. Ein Sumpf ist meistens auch grün, nicht nur braun
    Der Artikel passt ja wirklich wunderbar zum heute 80jährigen Anschluss Österreichs…vielleicht versucht die Geschichte es nun ja mal andersrum. Naja Spass beiseite. Aber trotzdem, man kann sich Wien derzeit schon durchaus näher fühlen als Berlin.
    Ich glaube aber nicht, dass die deutschen Grünen so schnell abstürzen. In den Bundesländern „die noch nicht so lange hier sind“ haben die Grünen nichts zu melden. Aber in den alten Bundesländern, in denen ja auch die entsprechenden (Medien- u.a.) Netzwerke existieren, sind die Grünen relativ fest im Sattel.

    Danke für Ihre Tätigkeit (hier und anderswo) Don!

    • Die Grünen gehen auf dem Land unter und überleben in der Stadt – genau das, was einer grünen Partei gerade nicht passieren darf. Das ist ihre Schwäche.

    • Titel eingeben
      Warum ziehen die Grün-Wähler aus dem urbanen Umfeld nicht aufs Land?

      Da haben sie es doch schön grün.

    • Don Alphonso @ 11. März 2018 um 11:05 Uhr
      Don Alphonso sagt:
      „Die Grünen gehen auf dem Land unter und überleben in der Stadt – genau das, was einer grünen Partei gerade nicht passieren darf. Das ist ihre Schwäche.“

      Ja, es ist witzig, wer heute in der Stadt grün wählt.

      Witzig ist auch, dass diejenigen, die die Millionen Neubürger bejubelt haben, sich jetzt beschweren, dass sie ihre Miete nicht mehr bezahlen können. Angebot und Nachfrage sind für solche Leute ein gordischer Knoten.

      Wenn halt alle marktwirtschaftlichen Grundlagen fehlen, dann wählt man auch mal SPD oder Grüne.

    • Michael @ 11. März 2018 um 15:04 Uhr
      Michael sagt:
      „Warum ziehen die Grün-Wähler aus dem urbanen Umfeld nicht aufs Land?
      Da haben sie es doch schön grün.“

      Ja schon, aber wo ist der nächste Dealer?

    • Ich wohne in einer Landgemeinde (15.000 Einwohner) im Nordwesten.
      Hier hat es noch nie Grüne im Rat gegeben. Die treten hier wegen Aussichtslosigkeit nicht einmal zur Kommunalwahl an. Am fehlenden Dealer kann es nicht liegen, denn die holländische Grenze ist nur 10 Minuten entfernt.

      Wie der Don schon sagte, Deutschland wird zerbrechen. Nicht in Nord und Süd, sondern in Stadt und Land. Leben in der Stadt wird nur noch für richtig Reiche möglich sein und Leben auf dem Lande für wirklich Kooperationsfähige.

    • Und wenn man arm und in der Stadt ist, muss man sich auch anpassen.

  68. Fasten your seatbelts, please - : Eva Hermann und - - Donald Trump: = Verschörungstheoretiker!
    Zur Erklärung zitiere ich ein paar Worte aus der heutigen Welt: „Eva Hermann ist (…) im Sommer 2015 eine der ersten in Deutschland, die ein Narrativ einsetzen, das sich in rechten Sphären inzwischen großer Zustimmung erfreut. Es springt ins Auge, dass Eva Hermann im Augsut 2015 eine ganz ähnliche Geschichte erzählt wie ein Jahr später Donald Trump.“

    Schreibt heute ein mann Namens Sascha Lehnartz wie gesagt in der „Welt am Sonntag“.

    (Die Logik geht so: Wer gegen ungeregelten Zuzug ist, begibt sich auf das Niveau von Eva Hermann.

    – Wenn das in anderen Zusammenhängen passiert wäre, also das was der Lehnartz jetz schreibt in der „Welt“, hätte ich auf irgendeine Überdosis von irgendwas getippt. Aber das geht hier nicht, der meint das im vollen Ernst seiner komplett vorhandenen geistigen Kräfte, fürchte ich.)
    Wenn ich derlei lese, wird mir tatsächlich flau.

  69. Haltung
    Wenn Tellkamp Dinge wie „Wenn man die 30 Milliarden Euro, die die Flüchtlinge im Jahr kosten, und das ist die offizielle Zahl aus dem Finanzministerium, wenn wir die in die Rentenlöcher stecken, ist das Problem Rentenloch erledigt“ und vieles ähnliche mehr sagt, (seine Aussage ist im Ganzen bei Tichy nachzulesen) dann ist er sehr mutig und weiß auf ihn zukommt.

    Er hat auf jeden eine Haltung und steht dazu und nimmt alle Nachteile in Kauf. Jede Demokratie muss eigentlich stolz auf solche Leute sein.
    In der „alten“ Bundesrepublik war es mal sozusagen der Beruf von Journalisten und Schriftstellern, die Regierung zu kritisieren. Heute wird, wer dies wagt, von der gesamten merkeltreuen Journalisten- und Aktivistentruppe ins Abseits gestellt, nach Möglichkeit beruflich vernichtet.
    Verstehen muss man es nicht. Mal schauen ob die Deutschen sich in dreieinhalb Jahren der Meinungsdiktatur entgegenstellen.

    • Diese Aussage ist leider nicht korrekt, der Bundeszuschuß betrug 2017 91 Milliarden.

      Wahr ist aber, daß vor diesem Hintergrund eigentlich kein Geld da ist.

    • Die merkeltreue Journalisten- und Aktivistentruppe
      der „Titanic“ würde wohl heute nichts mehr von F.K. Waechter oder Robert Gernhardt veröffentlichen.

      Zu frech.

  70. Titel eingeben
    Die letzten Wahlergebnisse in Österreich haben Sie hier allerdings doch etwas verkürzt dargestellt.

    Die FPÖ blieb eher deutlich unter den Erwartungen, vor allem in Niederösterreich, dem Epizentrum der Nazilieder Affäre. Dort wäre für sie vermutlich viel mehr zu holen gewesen, schon alleine weil das Team Stronach nicht mehr antrat, das zuvor viele Wähler von der FPÖ abgezogen hat.

    Auch in Kärnten und Tirol: Blaue unter den Erwartungen von vor der Affäre.

    Grüne in Tirol und Niederösterreich eigentlich ganz passabel.

    Und die Kärntner Grünen sind ein echter Spezialfall. Da waren sich offenbar ein paar nicht zu schade die ehemalige Chefin mithilfe von Geflüchteten, die sie extra dafür zum Parteitag gebracht haben, abzuwaehlen. Die haben dort in der Partei anscheinend ein Stimmrecht sobald sie die Grenze überschreiten. Und so eine Gruppe nimmt der Wähler dann vielleicht einfach nicht mehr ernst.

    Ich glaube Sie haben im Großen und ganzen schon Recht, aber, ob die letzten Wahlen dafür ein besonders guter Beleg sind, da bin ich mir nicht sicher.

    • Ich habe da ein wenig die deutsche Perspektive eingenommen – bei den Liedern gab es bei uns ja Stimmen, die FPÖ würde massiv abstürzen. Statt dessen hat es erneut die Grünen erwischt. Das ist schon bemerkenswert.

    • Tirol und NÖ
      In Tirol und NÖ sind sehr viele von ihrem Ausflug zu den ärmeren Verwandten, wieder in die Arme des Vaters bzw. der Mutter zurückgekehrt.

      Die Verwandten hatten nichts zu bieten und irgendwann braucht man doch etwas aus Innsbruck oder St. Pölten. Und dort hat man ein langes Gedächtnis, wenn jemand den Hof verlässt und bei der Verwandtschaft – mit der man streitet – lebt.

  71. Gleich im DLF:
    Jörg Meuthen im Interview der Woche, mal hören, wie das so läuft und ob Tellkamp auch zur Sprache kommt.
    Gruß K
    PS: Das war wieder zu schnell geschrieben!

    • Danke...
      ….für den Hinweis. Die üblichen Provokationen bleiben nicht aus (Pegida ist nicht rechter Rand, auch wenn Bachmann nicht satisfaktionsfähig ist), aber die Qualität des Interviewten macht den Text zum Gewinn. Meuthen ist nach meiner Meinung nach das beste Pferd im Stall der AfD und hat sehr souverän geantwortet.

  72. Herr
    Schlauer Text,hätte ich nur einen Hut.

  73. Danke
    Vielen Dank für den wieder mal sehr feinen Text – ich lese jetzt schon seit 8 Jahren mit, und glaube, das ist einer Ihrer besten Beiträge. Ich habe mit großem Bedauern mitbekommen, daß sie ab Ende März nicht mehr bei der FAZ publizieren werden. Sehr Schade, vor allem weil damit der einzige Autor geht, auf den ich mich jede Woche gefreut habe. Offen gestanden auch einer der letzten Gründe, noch FAZ online zu lesen. Ich hoffe, Sie publizieren weiter – sagen Sie der Leserschaft doch bitte Bescheid, wo. Ihr gesunder Menschenverstand und differenzierter Denkansatz wird sehr fehlen.

    Beste Grüße,
    Oberpfälzer

  74. ...sollte man sich nicht entgehen lassen
    htt ps://www.youtube.com/watch?v=aMcjxSThD54

    Channel 4 News’ full, fiery interview with clinical psychologist and professor Jordan B Peterson, whose views on gender have amassed great controversy – and a huge online following. He discusses the pay gap, patriarchy and his new book „12 Rules for Life.“

  75. Sag zum Abschied leise Servus!
    Ich werde Sie vermissen und hoffentlich an anderer Stelle wiederfinden! Sie genießen bei mir höchste Glaubwürdigkeit!

    Gratulation zu diesem exzellenten Beitrag über meine Heimat! Wie Sie richtig Schreiben prägen die Berge die Menschen und ihr Denken. Ein Tiroler (aus dem Oberland = westlich von Innsbruck) ist nicht gleich ein Tiroler (aus dem Unterland = östlich von Innsbruck). Ein Oberländer schreibt keinen Song über Achmet , sondern errichtet sofort eine Talsperre!

    Und weil man sich in Innsbruck ständig über die Unterländer lustig machte und ihre Lieder beschimpfte wurden die Oberländer gewählt und sind diese dabei massive Talsperrn – nun auch sehr zur Freude und mit Unterstützung der Unterländer und zum Ärger gewisser Innsbrucker – zu erreichten. Die Sperre am Brenner – besser wäre natürlich an der Salurner Klause – kann gar nicht hoch genug sein!

    Kurz und Strache, werden, wenn es demnächst, unter Bedachtnahme auf den jüngsten Vorfall in Wien, mit den Abschiebungen losgeht noch mehr an Zustimmung, dann wohl auch Innsbruck, gewinnen. Der Herbst 2015 hat Österreich und Europa grundlegend verändert und jetzt beginnt es. Auch Deutschland und diese unsägliche Frau werden früher oder später folgen.

    In Erl (= Unterland) hat man übrigens unlängst, von Innsbruck aus versucht Gustav Kuhn im Zuge von „metoo“ abzuschießen! Der Nazivorwurf ging dabei (noch) ab. So schaft man sich weitere Freunde auch in der Hochkultur! Das Zillertal ist ohnehin bereits verloren und im Oberen Gericht war man nie.

    Wie gesagt, auf Ihre Wiederkehr an anderer Stelle!

    • Ich mag ja das Zillertal. Wo sind Sie denn? Ich komme im Sommer entweder über den Reschenpass odr über das Ötztal. Vorher aber unterstes Unterland, also wilder Kaiser.

    • Grüne
      haben in IBK 5% verloren, ihr gröstes Problem wird aber die Landesreg. sein, hauptsächlich in ganz Tirol wegem dem Transitproblem und dadurch ökologischen Folgen gewählt.

      Dies ist aber seit Jahrzehnten ein großes Thema und dh auch der ÖVP, man kann auch sagen die Tiroler ÖVP ist „grüner“ wie die D oder auch Wiener Grünen.

      Ich freue mich schon wenn in dem Kaff da draussen (Stutgart,München), das Dieselfahrvebot kommt, ist es auf der Inntaltrasse dann auch erlaubt, dieses Ökoschutzgesetz, da jault nähmlich gaaanz Europa.

      Vor allem die, DIE SEIT Jahren dei Meinung vertreten, abgasarmere Autos sind nicht nötig, die Bauer und Besitzer der Pampers Bomber.

      2 Tonnen fortbewegen mit all seinen Auswirkungen, damit 8 kg fremdbetreut sind, damit Frau sich den Bomber leisten kann.

      Don du kennst ja denn Ötztalmarathon, einige fahren in mit dem Fahrrad IM Auto.

    • Zum Glück kommt der Brennerbasistunnel. Aber eine Dieselspeerre für Lastwagen wäre dramatisch.

  76. So weit - so schlecht
    Ungeachtet der Ursachenanalyse finde ich es schon beängstigend, dass offen vorgetragender „echter“ Nazi-Scheiß politisch durchgeht.

    Das „Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus“ politisch ausgespielt haben können mag sein, aber sollte uns das freuen? Okay, wer meint 2018 in Anlehnung an Nazi-Diktion Politik machen zu wollen, den kann das freuen. Man sollte sich dann aber nicht über sehr konsequenten Widerstand wundern.

    • Ich sehe da auch eine grosse Gefahr, weil damit die echten Nazis völlig verharmlost werden – aber das sagt man denen seit Jahren, und sie lernen es nicht.

      Ganz im Gegenteil, statt dessen wird „Schnullernazi“ o.ä. Teil der Populärkultur. Das ist wirklich schlimm.

    • Don Alphonso @ 11. März 2018 um 11:38 Uhr
      Don Alphonso sagt:
      „Ich sehe da auch eine grosse Gefahr, weil damit die echten Nazis völlig verharmlost werden – aber das sagt man denen seit Jahren, und sie lernen es nicht.“

      Das hat derart System, dass man glauben könnte, da stecke mehr dahinter.

  77. Wer schreit denn da so laut und macht sich dabei verdächtig?
    Eine Republik im Fieber. Mehr und mehr hat man den Eindruck, dass hier Tollwut mit im Spiel ist, mindestens aber eine Massenpsychose. Hallo Ihr Tugendprahler, merkt Ihr nicht, dass Ihr heillos übers Ziel hinausschießt und dabei das haus abfackelt? Habt Ihr schon mitgekriegt, dass jene, die „uns“ einst umerzogen hatten (in meiner Familie hatte keiner Umerziehung nötig, wir waren immer Demokraten; schon aus dem Grund ist für mich Meinungsfreiheit mit das höchste Gut und etwas zutiefst Humanistisches) wegen Muttis Asylkiste jetzt den Abgang in den Brexit bzw. Trump gewählt haben?

    Die Menschheit stöhnt zunehmend unter dem Joch der politischen Korrektheit, der Verlogenheit und der Doppelmoral. Und Ihr wollt diesen ganzen Irrsinn weiter befeuern? Mit Demokratieverständnis hat das nix zu tun, mit Kadavergehorsam aber sehr viel. Es ist ein typisches Beispiel dafür. Euch, die Ihr immer so lautstark rufen müsst „ich bin kein Nazi“ (und auf dem Altar dieses verwirrten „virtue signallings“ opfert Ihr alle eigentlichen Werte) müsste man zurufen „wer schreit hat immer unrecht“. Wer so laut brüllt, dem muss man entgegen halten „qui s’excuse, s’accuse.“ Ja, der ehemalige Erbfeind sieht klar, im Unterschied zu Euch!

    MAN FASST ES NICHT! Ein renommierter Intellektueller und preisgekrönter Autor nimmt teil an einer Podiumsdiskussion, und statt sich einem von Dumpfbacken und Gesinnungsfaschisten verordneten Einheitsdenken zu unterwerfen hat er (ganz im Sinne Kants) tatsächlich die Frechheit „sich seines eigenen Verstandes zu bedienen.“

    WARUM BRÜLLT IHR SO LAUT, IHR KLÄFFER? Hier mal etwas Nachhilfe in Demokratie: da MUSS man andere Meinungen gelten lassen und sie diskutieren. Der Weg wäre der: wenn Tellkamp eine Aussage macht (und in der Sache liegt er mit allem genau richtig), und man ist anderer Meinung, dann bietet man Gegenargumente (am besten untermauert mit Zahlen) an statt den anderen mundtot zu machen. Letzteres ist natürlich bequemer, und genau da sind wir beim Punkt. Billige, feige Massenmenschen, angepasste Spießer wie Ihr sind natürlich denkfaul oder zu doof um selbst zu denken. Daher lasst Ihr andere es für Euch tun. Aber der Mainstream ist gerade dabei sich zu verändern, nur Ihr kriegt mal wieder nix mit.

    Dass Ihr meint hierzulande noch jemand mit Eurem schwachsinnigen virtue signalling in Form des refutschi wällkamm beeindrucken zu können, so doof seid wohl nicht mal Ihr (ich kann mich aber auch täuschen, nein ich glaube Ihr seid noch viel doofer als man sich vorstellen kann-und behäbig, und schnarchsäckig, …). Also tut Ihr es mit Blick auf das Ausland. Das Problem ist nur: die pfeifen Euch was. Siehe Trump, siehe Brexit.

    Stellt Euch und Eure Dummheit doch nicht so vor der Weltöffentlichkeit bloß. Das Netz vergisst nichts, und irgendwann (es wird wohl nicht mehr lange dauern) müsst Ihr dafür gerade stehen. Auf eines könnt Ihr betonfest bauen: jedes Unrecht wird gesühnt, alles nur eine Frage der Zeit. AMEN!!

    Ich kann nur hoffen, dass die Anständigen im Land sich nicht kirre machen lassen. Robin Hood musste, nur weil er König Richard die Treue hielt, hinnehmen, dass er von dessen korruptem Bruder zum Outlaw gemacht und unterdrückt wurde. Aber nach Richards Rückkehr wurden die Schuldigen bestraft, Robin Hood und seine Mitstreiter wurden belohnt. Nun ja eine Legende. Aber mit viel Wahrheitsgehalt.

    Jeder Anständige hofft darauf, dass Wahrhaftigkeit sich durchsetzt. Ich rufe den Kosmos an dieser Stelle dazu auf, uns zu unterstützen. Nichts Gutes erwächst aus der Lüge. Lieber Gott, schütze uns vor den tollwütigen Hunden, stelle die Herrschaft des Rechts wieder her. Strafe die Bourgeoisie für Ihr eitles „virtue signalling“, dass die Armen hierzulande immer weiter in Bedrängnis bringt.

    Die Bibel sagt „jedes Unrecht kann gesühnt werden, nur nicht eines gegen den Geist.“
    Gott darf nicht zulassen, dass rechtschaffene Intellektuelle von einer Meute wildgewordener Spießer am Verkünden der Wahrheit gehindert werden.

    Lieber Gott, lass nicht zu dass die Gerechten (und wir wollen nur das tun was deinem Willen entspricht) weiter unter dieser Meute zu leiden haben.

  78. Reaktion und Gegenreaktion
    Es zeigt sich mal wieder, dass uns die Alpenrepublik politisch und medial ein paar Jahre voraus ist. Die einzige Frage ist: Versteckt sich das deutsche Gegenstück zu Sebastian Kurz in der AfD, der Union oder ganz woanders? Wie es ausgeht, wird man sehen.

    Aus gegebenem Anlass: Danke für unzähligen inspirierenden wie unterhaltsamen Texte. Ich hoffe sehr, dass wir Ihre Stimme in Zukunft an anderer Stelle wiederfinden werden. Dank auch an die FAZ, dass sie für immerhin neun lange Jahre die Plattform für Ihre einmaligen Blogs geboten hat.

  79. Zu Tode gesiegt
    trifft es genau. Unsere mediale Empörungsindustrie ist so alarmiert, weil sich aus seismischen Frühindikatoren auf ein mögliches, noch fernes kulturpolitisches Beben schließen lässt.

    Aus moralischer Selbstgefälligkeit und Selbstgerechtigkeit werden Meinungsvielfalt und „unbetreutes“ Denken bekämpft und als populistisch, rechtsextrem und natsi (Achtung Duden-Redaktion: Adjektiv bzw. Adverb-Neubildung als Vorschlag). Alles was selbständig und nicht linienkonform ist, soll wie zu ZK-Zeiten als quasi konterrevolutionär bekämpft und ausgemerzt werden.

    In Erinnerung an Mielkes Volkskammer-Spruch „Ich liebe euch doch alle“ dürfen wir uns von den staatsgetragenen Medien geliebt fühlen, die doch nur zu unserem eigenen Besten empfehlen, was wir denken sollen.

    Wir können derzeit den Beginn eines Kulturkampfs parallel zu einem globalen Währungs- und Wirtschaftskonflikt beobachten, dessen Ausgang noch völlig ungewiss ist.

    Herr Tellkamp wird verteufelt und des unrichtigen Denkens bezichtigt. Das wohlmeinende Gutmenschentum in diesem unserem Lande wird eines Tages schlicht nicht mehr finanzierbar sein. Und dann wird’s Verteilungskämpfe nicht nur mehr bei den Tafeln geben. Dann dürften auch manche gut gepolsterten Sessel in den ÖR, aus denen heraus es sich ungefährdet moralisch salbadern lässt, in Frage stehen.

    edSE

    • Der ÖR ist eine große Bastion, die fällt nicht, die hat den gleichen Stand wie die Regierung
      Ich bin auch nicht der AfD-Ansicht, dass der ÖR an sich falsch ist. Die Frage ist wie man den dazu bringt, die Tatsachen mehr zu würdigen.

      Spannendes „Experiment“ – ja Großexperiment: Kann man Leute wie die ÖR-Angestellten, die cum grano salis vom Staat alimentiert werden, dazu bringen, dass Sie nicht nur dessen Optik übernehmen.

      Ausgang offen.

      Hans Joachim Friedrichs, ARD: – Der Journalist berichtet und ist nicht Partei (auch nicht im Guten!) – in die Richtung sollte es gehen. Die wirklich spannende Frage ist – ob es geht.

    • Wobei, auch das sagt Friedrichs, da sehr wohl einige in seinem Umkreis
      bei der ARD waren, die damals, also vor 1996, schon sehr wohl einseitig „Partei“ waren und dies im Medium auch durchaus als Propagandafläche nutzten.

  80. Asta vs. Burschenschaften 2.0
    …das fiel mir schon vor ein paar Wochen beim Lesen des „Skandals“ über die Liedtexte ein.
    Der eine halt aus der Position des Schreibbedürftigen für Brot, gegen den anderen in einer Position, der es zu was gebracht hat…

    OK, das war jetzt bös….

  81. Suhrkamp und Enzensberger
    2006 gab der Suhrkampverlag ein Büchlein von Hans Magnus Enzensberger heraus: Josefine und ich. Das wurde in der FAZ vorabgedruckt und hat mich von Mal zu Mal mehr erstaunt. Es las sich wie eine Parodie meines Lebens, oder dessen, was sich gewisse Leute als mein Leben vorstellen. Als die gedruckte Version herauskam, war ich echt baff. Das Büchlein war so gestaltet, wie ein Weihnachtsbuch von mir (Aber meine Weihnachtsbücher sind Privatdrucke und gehen nur an einen begrenzten Leserkreis).
    .
    Also schrieb ich dem Suhrkampverlag und machte ihn darauf aufmerksam, dass ich wohl die Vorlage der Josefine bin. Geantwortet hat der Verlag nie und mit mir persönlich reden wollten sie auch nicht. Also schloß ich daraus, dass an meiner Beobachtung etwas stimmt und dass der Rechtsanwalt des Verlages hofft, dass ich vor Gericht gehe, weil ich ja so streitsüchtig bin. Aber ich lege mich rechtlich nur an, wenn es sich um Wichtiges handelt. Wo der Enzensberger seine Anregungen her kriegt, ist mehr völlig egal. Und seinem Verlag hätte der öffentliche Streit nur genutzt, denn es hätte dem Büchlein mehr Aufmerksamkeit gegeben als es verdient hat.

    • "Josefine und ich" ist ein sehr charmantes Buch - und voller praktischer Tips zum Umgang mit Geld
      und Kindern, und es sieht ganz zauberhaft aus! Ihre Geschichte ist doll!!

      Wenn Sie wollen, mailen Sie mir – neiswi@gmail.com – Sie würden mir eine große Freude machen.

      Wichtigstes Surkamp Buch der letzen Jahre: Hans Magnus Enzensberger: „Versuche über den Unfrieden“ – 12 lächerliche Euro – und dafür Einsichten über „Die Große Migration“, über „Die Schreckensmänner“ (=Terroristen, Hooligans, den Schwarzen Block usw.) und den Islam und das Christentum – ohne Ende!
      Brillant! Unverzichtbar.

    • Viel Spaß beim Lesen
      @Dieter Rief – Meine Bücher sind nicht unbedingt charmant und zweifellos ohne Tips zum Umgang mit Geld. Aber Sie können sich darüber jetzt selbst informieren. Ich habe Ihnen gerade zwei geschickt. Viel Spaß beim Lesen!

  82. Mich wundert,
    dass Sie immer noch Neonazis sehen. Gibt es die in Bayern noch? Hatten wir in Ostsachsen auch, vor zwanzig Jahren. Heute haben wir dafür ein paar Linksfaschisten, aber auch nicht übertrieben viele. Ich war selbst immer ein Linker, aber welche andere als die Schwefel-Partei interessiert sich noch für die deutsche Bevölkerung?
    Tatsächlich besteht wohl die Gefahr, dass die zunehmende Repression der „Eingeborenen“ zu gewalttätigen Reaktionen führt. Aber dagegen hilft bestimmt keine wohlfeile Distanzierung von regierungskritischen Meinungsäußerungen.
    „Vielfalt“ lässt sich nicht erzwingen, indem Frauen eine Burka übergestülpt wird. Mit Islamisierung schafft man keine Religionsfreiheit. Befreiung wird nicht erreicht durch Genderterror. Menschenrechte erkämpft werden nicht durch rassistischen „Anti“Rassismus, faschistischen „Anti“Faschismus und Gewalt gegen Anders- bzw. überhaupt Denkende.
    Ich lese gerne, aber nicht mehr von Suhrkamp. Der Brechreiz…

    • Der III. Weg ist bei uns erstaunlich aktiv.

    • Kein Zugang
      Vermute, Sie haben keinen Zugang zu den „Neonatsi“ Kreisen. Daher können Sie mutmaßen, es gäbe sie nicht mehr.

      Habe mir vor einigen Jahren einen Landsitz zugelegt und war neugierig, wer denn da so die neuen Nachbarn sein würden. Mir haben die Ohren geschlackert. Nicht weil ein paar Autos hinten einen Aufkleber haben oder jemand Fahnen vom Balkon wehen lässt.

      Da gibt es echte Schwergewichte, hervorragend vernetzt und mit finanzieller Ausstattung, die die twitterer als Piepsstimmchen erscheinen lassen.
      In den gleichen Zusammenhang gehören die Burschenschaften. Kennen Sie deren Reglements? Als Linker eher nicht, wie ich vermute. Selbst der bierjüngste Fuchs hat mehr Einfluss als als eine twitterqueen…

    • @sufferah
      Ich weiss ja nicht, welchen Zugang Sie zu Studentenverbindungen haben, aber die Aussage „selbst der bierjüngste Fuchs hat mehr Einfluss als als eine twitterqueen…“ halte ich für grottenfalsch. Was der Fuchs sagt, wird selbst im besten Fall kaum über den eigenen Bund ausstrahlen. Und auch den Einfluß der Verbindungen im Allgemeinen können Sie hier in Deutschland jedenfalls vernachlässigen. Die Twitterqueen wird dagegen von den bundesweiten Medien als ernstzunehmende Quelle missdeutet.

      Die Landwirtschaft hat dagegen schon eine effektivere Lobby, aber eben weniger Einfluß auf städtische Grüne, die urban gardening für eine tolle Alternative haben, weil Feinstaub, Diesel & Co ja bekanntlich einen Riesenbogen um deren Stadtgärten machen….

  83. Durs Grünbein, Staatsdichter
    Schon der Wikipedia-Eintrag zu ihm zeigt: Das politische Establishment und seine Kulturverwaltungen mögen Herrn Grünbein, und / denn er liefert. Bei den Literaturkritikern allerdings gehen die Meinungen über ihn auseinander. Nach dem wenigen, das ich von seinem dichterischen Werk kenne, neige ich dem bei Wikipedia zitierten Urteil von Herrn Raddatz zu.

    • ... Durs Grünbein ...
      … ist einer dieser „Weltbürger“, die heute in Berlin, dann in New York sind, dann in Rom, dort wieder ein Schriftstellertreffen, eine Preisverleihung, ein Interview, ein Essay, ein Treffen mit Freuden in Paris.

      Der hat kein Problem mit der Zuwanderungskatastrophe, weil er von ihren Folgen null betroffen ist.

      Der schreibt in seinem neuen Gedichtband „Zündkerzen“ (imho einige gute Sachen drin) wirklich ernsthaft über Afrikaner, die er in Italien auf den Straßen und Plätzen sieht. Italien hat einen Bruchteil von Migranten aufgenommen, den wir hier haben. Sieht Grünbein nicht, wirklich nicht. Auch wenn er sich anstrengen würde.

      Die Zuwanderungskatastrophe nimmt so jemand nicht wahr. Und wenn mal wieder jemand ermordet, ausgeraubt oder vergewaltigt wird, sind das halt die Collateralschäden der Globalisierung, bedauerlich und schlimm, aber wir können trotzdem stolz sein usw.

  84. Freiheit durch Recht
    besser zu schützen wäre möglich. Danke für die klare Analyse, wohin diese Methode der standardisierten Empörung und Unterdrückung sowohl von Fakten als auch anderen Meinungen führen wird, nämlich in die Demokratur einer Gruppe. Will man die Freiheit erhalten, die Demokratie, die die Fehlerkontrolle und Abwahl von Versagern und Tyrannen ermöglicht, sollte man das Recht nutzen.

    Die Empörer nutzen ein Hauptkampfmittel der 68er, die Umwertung von Begriffen und die Verankerung mancher Begriffe als „böse“ im Denken der mitlaufenden Masse. Sie stellen Aussagen falsch dar, belegen Andersdenkende mit Begriffen schlechter Konnotation („Nazi“, „Rassist“, „Rechter“, etc.).

    Ein rechtliches Mittel dagegen wäre ein besserer Schutz der Angegriffenen. Man könnte jeder/jedem, der
    – so bezeichnet wird, wie er nicht will, das Recht zur Klage geben, anstatt das als „freie Meinungsäußerung“ zu werten, wenn jemand als „Rassist“ bezeichnet wird, der auf die Folgen der Zuwanderung von mehr als 1 Mio. im wesentlichen nicht adäquat ausgebildeter Menschen in ein Land hinweist, das jetzt trotz Hochkonjunktur 2,57 Mio. offizielle Arbeitslose hat, und in dem sogar Bitcom schätzt, daß 3,4 Arbeitsplätze durch Digitalisierung wegfallen werden,
    – jedem das Recht zur sofortigen Klage gegen unzutreffende Darstellungen oder Bezeichnungen in Medien gegeben wird, der heute falsch oder verzerrt dargestellt wird. Dieses Recht sollte dem Betroffenen
    – das Recht auf Darlegung der Tatsachen und seiner Art der Darstellung in gleicher Größe, gleicher Form (die heutigen GEgendarstellungsinstrumente sind völlig zwecklos, weil sie nur bei falschen Fakten greifen, nicht auf den Zusammenhang abstellen, die abwertenden Bezeichnungen nicht justitiabel machen) und zusätzlich bei Wiederholung einen Anspruch auf Schadensersatz geben, der auf eine geeignete Größe abstellt, bei Zeitungen zum Beispiel beim ersten mal eine Gegendarstellung wie oben ermöglicht, beim zweiten mal Falschdarstellung oder herabwürdigender Bezeichnung desselben Geschädigten zusätzlich auf den Tagesumsatz der Zeitungsgruppe, beim dritten mal auf den Monatsumsatz, beim vierten mal auf den Jahresumsatz als pauschaliertem Schaden geht. Das sollte flankiert werden mit einer persönlichen, unbegrenzten Mithaftung der Herausgeber und Verantwortlichen für das Medium.

    Bei öffentlich-rechtlichen Medien mit Gebühren sollte klar gestellt werden, daß solche Zahlungen nicht umlagefähig sind und keine Gebührenerhöhung herbeiführen können.

    Im Netz sollte nicht das Plattformmedium Zensur üben, sondern ähnlich vorgegangen werden: Jeder, der dort etwas äußert, tut dies über ein Plattformmedium, sei es Facebook oder dieser Blog hier. Für diese Plattformen sollte die Pflicht eingeführt werden, die ladungsfähige Anschrift aller zu erheben, die sich äußern, die dann an denjenigen heraus gegeben werden muß, der falsch dargestellt oder bezeichnet wird. Der kann dann klagen.

    Diese Lösung könnte darauf abstellen, daß man einen wertenden Begriff über jemanden nicht äußern darf, wenn der das nicht so sieht, aber alle Fakten darf man weiter äußern, so daß sich alle Denkenden ihr eigenes Urteil bilden können. Diese Lösung
    – ist rechtlich strukturiert und gibt jedem die gleichen Rechte,
    – arbeitet mit wirtschaftlichen Aspekten, was eigentlich immer gut verstanden wird,
    – enthält sich jeder Zensur durch den Staat,
    – ermöglicht die Freiheit des einzelnen, sich nicht mit Begriffen belegen zu lassen, die ihm nicht recht sind, wenn es keine eigene Aussage dazu gibt,
    – führt dazu, daß die Fakten gewürdigt werden können, und

    damit am Ende zu einer nüchternen Debatte. Es gibt kein Recht auf Lüge, kein Recht auf Hetze, kein Recht auf falsche Darstellung der Fakten in der Öffentlichkeit, egal mit welcher Absicht, ob von linken oder rechten Feinden der Freiheit.


    • Jaja, schlimmer geht immer. Wenn man das so machen würde, wie Sie sagen, kollabiert das Rechtssystem endgültig.

  85. Aber leider ist das in Deutschland doch etwas anders
    Hier haben die Grünen nach der BTW konstant einen leichten bis deutlichen Zuwachs in den Umfragen und liegen momentan recht stabil bei 12%, trotz ihres permanenten moralischen Dauerfeuers.

    • Und es gibt immer noch Bürgerinnen und Bürger die diese Umfrageergebnisse...
      … zur jeweils rechten Zeit NICHT als das erkennen was sie sind? Pure Manipulationsmechanismen, Nudging in a Nutshell und frechdummdreistes Stinkefingerzeigen der Kamarilla aus Medien, politisch gesteuerten Umfrageinstituten und der unsäglichen Politkaste.
      Nicht zu fassen. Amen.

    • @Siegfried del Moral
      Aber auch nur wenn Sie diesen „Umfragen“ denn glauben mögen. Vor allem der traditionell obrigkeitshörige Deutsche hat viel zu viel Ehrfurcht vor sowas. Er glaubt nämlich, es gäbe irgendeine übergeordnete Stelle, die für die Ausgewogenheit, Objektivität und Überparteilichkeit dieser „Umfragen“ garantiert. Faktisch ist es genau anders herum: jene, die solche Umfragen machen haben immer handfeste Gründe (oder werden entsprechend gelenkt) um bestimmte Ergebnisse zu erzielen. Wenn Sie Zustimmung für linksgrün haben wollen stellen Sie sich einfach an den Eingang zum AStA-Gebäude und interviewen die „Passanten“.

      Angenommen, so eine Kiste interviewt 5 Leute und alle sind (was Wunder) linksgrün. Danach gehen die hin und sagen „100% aller Befragten waren linksgrün.“

      Der Skandal liegt aber nicht darin, dass es welche gibt, die mit solchen Tricks arbeiten, der eigentliche Skandal liegt darin, dass der doofe Michel das glaubt.

    • Ein Blick in die Staristik offenbart
      1.)Die Wähler kommen aus den Städten und aus Baden-Würtenberg (Einwohnerstarkes Bundesland mit 30%).
      2.) Frauen: zwei von drei Grünenwählern Wählern sind. (Biologisch betrachtet ist also einer männlich)

      Also: Frauenwahlrecht wieder abschaffen und schnell Baden Würtenberg den Franzosen schenken…

    • Baden-Würtenberg...
      @Gastarbeiter
      Kebabträume?

  86. Titel eingeben
    Was die in ihrer bemerkenswerten Dummheit nicht begreifen ist das Identity Politik ein Schuss ist der nach hinten losgeht.

    • Wirksame Narkotisierung?
      Tellkamp beschreibt ganz nüchtern eine Trivialität, die der Wissenschaft längst bekannt ist: Dass die Nahost-Immigranten genau das gleiche tun, was absoult jeder andere an ihrer Stelle auch tun würde: Dorthin gehen, wo rent-seeking (vulgär: pampern) https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Rente#Rent-Seeking mühelosen Profit verspricht.

      (Im Gegensatz dazu hat sich die Zuwanderung in Tansania dem Vernehmen nach nicht gut entwickelt.) Die Narkotisierten erheben Moralgesänge und spendieren herzerwärmende Willkommens-Kultur dazu. Volkswirte lachen sich schlapp in dieser Show.

      Was einen erneut umhaut ist, dass die Narkotisierten sich von den gleichen Ideologen unter dem Zeichen der Kirche der heiligen Luftreinhaltung massenhaft enteignen lassen. Keine Demo, keinerlei Widerstand, nichts. In Vollnarkose ausgeplündert und für dumm verkauft.

      Wer’s versteht, wie dieses Narkotikum aufs Nevensystem wirkt, möchte bitte Bescheid sagen. Ich stehe vor einem Rätsel.

  87. Ich beobachte die Selbstzerlegung liberaler Gesellschaften mit einiger Faszination ...
    Sie hat viele Ursachen. Eine der wichtigsten: Das vollkommen fehlende Verständnis von vielen im Medienbetrieb über die Existenzbedingungen freier Gesellschaften. Zu denen gehört, Meinungen erst einmal auszuhalten, selbst wenn man sie eklig findet, solange es sich nicht um offene Aufrufe zu Gewalt und Mord handelt. Alles andere widerlegt man eher ruhig als aufgeregt.

    Wie das geht, hat z.B. Kubicki in der Bundestagsdebatte um den blödsinnigen Yücel-Verurteilungsantrag der AfD vorgeführt. Aber da die meisten Journalisten dumm, faul, feige, ungebildet und schlecht erzogen sind, können und wollen sie das nicht.

    Das Ergebnis ist schon seit vielen Jahren der stark abnehmende Grenznutzen des Nazi-/Rechts-Vorwurfes. Was einmal eine starke Waffe war, ruft wegen vergangener Übernutzung zunehmend nur noch Schulterzucken hervor, selbst dort, wo es berechtigt ist.

    Mich amüsiert ja die kindliche Vorstellung, wenn man nur häufig genug Exorzismus betriebe, könne man das „Böse“ endgültig bannen. Aber ich bin auch kein Journalist.

    An der Selbstzerlegung moderner westlicher Gesellschaften haben deren selbsternannte Verteidiger einen mindestens ebenso hohen Anteil, wie deren Gegner. Und während die Gegner genau wissen, was sie tun, wissen ihre „Verteidiger“ das nicht. Die Idioten-Inzucht einer Gruppe, die ihre innere Homogenität mit Gesellschaft verwechselt.

    Die Gelgenheiten für mehr Popcorn werden so schnell nicht verschwinden :-).

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Titel eingeben
      Ich zitier mal nicht die üblichen …sondern einen Alten:
      „Von jeher und noch mehr seit einigen Jahren überzeugt, dass die Zeitungen eigentlich nur da sind, um die Menge hinzuhalten und über den Augenblick zu verblenden, es sei nun, dass den Redakteur eine äußere Gewalt hindere, das Wahre zu sagen, oder dass ein innerer Parteisinn ihm dasselbe verbiete, les ich keine mehr.“ (Goethe, 1808)

  88. FAZ ade
    Abgesehen von Ihrem mal wieder super Artikel, werter Don, wo wird man Sie demnächst finden, wenn die FAZ ihren Blog abstellt?

    • Das wird beizeiten durch berittene Boten und Anschläge verkündet.

    • Stickern für alle! Schicken Sie einfach eine Ladung vorbei
      Was die Antifa und die Fußballfans können, können wir schon lang!

      [edit: Als immer wieder Betroffener kann ich nur sagen: Bitte nicht. Don]

    • Verzeihen Sie bitte; ich habe diese Erfahrungen als Abkratzer, nicht Hinkleber, gemacht, aber deshalb ist noch nicht jeder Witz aus Verbitterung gut oder angebracht, da haben Sie schon recht.

      Ein alter Osteuropäer hier im Viertel riet mir, mit warmem Spülwasser einzuweichen; ein guter Tipp, und ich könnte mir vorstellen, daß eine Verdünnung von Felgenreiniger ebenso funktioniert.

  89. Danke
    …für die treffende Darstellung des „Bessermenschen“-Mechanismus, sich zuverlässig selbst in´s gesellschaftliche und politische Abseits zu kicken!

    Die traurige Kehrseite heißt Relativierung der Nazi-Diktatur, aber auch die wird von bestimmten Kreisen offensichtlich genauso billigend inkauf genommen wie die Unterstützung eines neuen Antisemitismus. Auf dem twitter-account doragezwitscher gibt es dazu aktuelle Beispiele.

    Die Tagesschau macht jetzt Werbung für offen linksradikale Bands? Sogenannte „Faktenfinder“ öffentlich-rechtlicher Medien werden von „Antifa“-Sympathisanten gemacht?
    – Fein! Umso schneller verlieren diese Institutionen das bißchen Rest-Deputation, das sie bei unbedarfteren Zeitgenossen noch hatten. Alles Gestrampel und Gekeife (wie z. B. auch das gegen Uwe Tellkamp) führt nur zur Verengung der eigenen Blase und zu ihrem wachsenden Einflußverlust.
    Wer sich der Realität verweigert wird von ihrer Logik getroffen. So folgerichtig, so einfach, so unverständlich für Verblendete.

    Täglich lassen sich weniger Leute von der unheiligen Allianz medialer und „aktivistischer“ pc-Peitschenschwinger von ihrem Recht zur Meinungsäußerung abhalten. Am Montag am Dammtorbahnhof in Hamburg rechne ich z. B. mit einer noch größeren Beteiligung bei der nächsten „Merkel-muß-weg“-Demo und freue mich darauf, wieder dabei zu sein.

    Die Mehrheit der Bürger hat verstanden, wer die Vernünftigen und wer die Verrückten sind und läßt sich von Letzteren nicht mehr in´s Bockshorn jagen. Gut so!

  90. Und wie es ausgeht, wird man sehen
    Herr Tellkamp wird ggf einen anderen Verlag finden,
    die FAZzzzzz ubs der Suhrkampverlag andere Autoren.

    ggf treffen sich Walser und Tellkamp zum Meinungsaustausch.

    PS
    „Der Suhrkamp Verlag verlegt keine Bücher, sondern Autoren.“
    – Siegfried Unseld

    Bleibt zu hoffen das man verlegte Autoren oder auch nur ihre
    Bücher auch später wieder findet um sich selbst ein Bild zu machen.

    PPS In Zeiten des Wandels ist es wichtig das man vertrauen zu
    seinen Vorgesetzten hat (wichtiger noch als zeitnahe Information), heißt es über Unternehmen (ggf auch über Bundesregierungen)

    u.a. bei (selbständigen) Autoren ist es wichtig das sie genug Vertrauen
    zu sich selbst haben und wer gut ist wird seine Leser finden.

    ggf gilt jenes für letztere dem Prinzip nach
    für alle die lieber selber denken.

    Um ein Beispiel aus der Philosophiegeschichte zu nehmen.
    A. Schopenhauer schrieb sein Hauptwerk:
    Die Welt als Wille und Vorstellung, relativ früh.
    Es fand zunächst auch kaum Käufer.
    Der Erfolg stellte sich viel später ein.

    Er hatte allerdings auch einen enormen Vorteil.
    Er musste nicht von der Philosophie leben sondern konnte
    für Sie leben, da er sein geerbtes väterliches Vermögen gut anlegte
    und davon leben konnte.

    Hoffen wir, das möglichst viele ihre Unabhängigkeit bewahren können.

    • Suhrkamp ist schon lange nicht mehr das, was es mal war.

    • Suhrkamp
      war noch nie das, was sie zu sein vorgaben. Die hatten den richtigen Riecher in den 80ern, aber auch viel im Programm, was kein Mensch braucht. Da haben andere Verlage gleichviel zu bieten Und das Nachfolgegrangel war auch nicht gerade förderlich.

    • Don Alphonso @ 11. März 2018 um 13:22 Uhr
      Don Alphonso sagt:
      „Suhrkamp ist schon lange nicht mehr das, was es mal war.“

      Schon sehr lange.
      Die meisten meiner Suhrkamp-TB aus Studentenzeiten hab ich im Kamin entsorgt. Wie konnte man sowas lesen, frag ich mich heute.

    • Die letzte Anschaffung meinerseits...
      …aus dem Hause Suhrkamp war: „die Blödmaschinen“, wo auf 800 Seiten der Adorno/Horkheimersche „Verblendungszusammenhang“ ausgewalzt wird….
      Dass das Spektakel der „Verblödung“ auch Verlage betreffen könnte, war in dem Zusammenhang niemandem aufgefallen.
      Ich habe herzlich gelacht…

  91. DA ganz befreit
    Lieber Don Alphonso, ich habe mir genüsslich jede Zeile eingesogen, schmunzelnd und zustimmend. Und wie befreit sie – wieder – schreiben. Gut so! Ich werde Ihnen folgen bis in den letzten Winkel – äh – hinein in die nächste Schreibstube.

    UND NUN MEINE FRAGE: wird dieser Text auch von unserer ’neuen‘ Regierung gelesen, inkl. der Oberhäuptin? Gut wär’s.

    • Sie werden lachen, der Mittelteil des Beitrags liegt schon seit 3 Monaten hier herum, ich verwerte gerade noch die Reste.

    • Das nützt nix mit der Oberhäuptin
      Lesen können ziemlich viele, aber verstehen findet auf einer anderen Ebene statt.
      Und da ist bei dieser Person nichts zu erwarten, denn schließlich müßte das Verstehen wenn überhaupt vorhanden ja auch noch in Handeln mit Ergebnissen umgesetzt werden.
      Und dazu müßte man (ja, das Zonen-„man“!) ja aus dem Schlafwagen aussteigen, in dem man in dieser Republiech unterwegs ist. An dieser Stelle ungewöhnlich: einmal der Dank an Jakob Augstein für dieses schöne Bild.

    • Täusche ich mich eigentlich, oder sieht Augstein wirklich aus wie Justin Trudeau?

  92. Die nicht bekehrbaren Burschenschafter
    Werter Don,

    Ich habe mich jetzt durch die mediale Empörung über die „voll Nazi und so“ Liederbuch-Affäre der Germania gewühlt und stelle abschließend folgendes fest:
    – Es geht um eine PENNÄLERverbindung. Das sind Schüler zwischen 14 und 18!
    – Das Liederbuch war in der xten Auflage zuletzt 1997 gedruckt worden. Also vor über 20 Jahren. (MeToo…?)
    – Dass manche Passagen inakzeptabel sind, wissen die SCHÜLER seit Urzeiten, konnten aber aus finanziellen Gründen keinen Ersatz beschaffen. Deshalb wurde mit dem schwarzen Edding nachgeholfen.

    Summa summarum ist die gesamte „Enthüllung“ eine nahezu klassische Hexenjagd gegen das „Rechte Lager“, welche sogar von Ihnen, werter Don, unrecherchiert nachgeplappert wird.

    Zwei Dinge möchte ich dazu erwidern:
    Ein gewisser J. M. Fischer warf in seiner Jugend Steine gegen Polizisten und war Mitglied der Antifa. Später wurde er Außenminister.
    Eine gewisse A. D. Merkel war Sekretärin für Agitprop (oder sowas) eines sozialistischen Unrechtsregimes. Später wurde sie Bundeskanzlerin der deutschen demokratischen Repu… äh… ne… der BRD!

    Abschließend noch satirisch:

    „Skandal! Staatsoper Berlin ist rechts! Barenboim des Antisemitismus überführt!“ lautet die Headline der TAZ in einigen Wochen.
    Der Grund?
    Das Heftchen, aus dem so ziemlich alle Orchester die Hymnen spielen, wenn eine gebraucht wird, stammt aus dem Jahre 1930. (Bei Bedarf geh ich gerne ins Archiv und schreibe mir die Auflage ab.)
    Da ist noch die Sowjet-Hymne drin und so manche Hymne von Staaten, die es heute scho gar nimma gibt.
    Darunter eben auch das Deutschlandlied. Zweigeteilt. Erst die erste Strophe „Deutschland, Deutschland“ und so weiter, sowie der Horst Wessel mit seiner Marschiererei.
    Oben drauf der Stempel der Reichskulturkammer mit nachträglich weggemessertem Hakenkreuz.

    Auf diesem Niveau bewegen wir uns inzwischen!
    Da werden Jugendsünden – falls sie überhaupt welche waren – nach Jahrzehnten weniger ausgegraben als vielmehr mit der Peitsche unter die Haut gebrannt.
    Da wird die ideelle Gegenwart zum Maßstab der Vergangenheit.

    Und noch zu guter letzt:
    Echte Neonazis erkennt man an ihrer Verklärung der arischen Rasse (was nicht gleichbedeutend mit Fremdenhass ist), an ihrer stark verinnerlichten Ideologie, ihrem Hass gegenüber dem Staat sowie ihrem Sendungsbewusstsein, die Speerspitze einer anbrechenden besseren Zeitrechnung zu sein.
    Ersetze man „arische Rasse“ durch „absolute Gleichheit aller Menschen“ und erhalte:
    Die Antifa

    Da nur der Mut eines jeden Einzelnen der Machtergreifung durch die linken Sendungsbewussten Einhalt gebieten kann, und da dieser Mut sich auch darin äußert, zu seinen Aussagen im Netz zu stehen, unterschreibe ich mit Klarnamen.

    Mit besten Grüßen, werter Don, und der Hoffnung, Sie am 1.4. an anderer Stelle zu lesen!
    M. Sedlmeier

    • Sie trauen sich was! Wir lesen uns.

    • 1930 und Horst Wessel Lied?
      Wohl kaum.

    • Titel eingeben
      Werde nach dem Dienst ins Archiv gehen und Auflage sowie Erscheinungsjahr notieren, um sie Ihnen mitzuteilen.
      Sollte es 1940 o.ä. sein, streue ich Asche auf mein Haupt.

    • Vielleicht hilft Wikipedia
      „Das Horst-Wessel-Lied ist ein politisches Lied, das zunächst (ab etwa 1929) ein Kampflied der SA war“

    • Nachtrag rhadamanthys
      Ausgabe von 1936 anlässlich der Olympiade
      Herausgegeben von der Reichskulturkammer an alle Orchester des Reiches

    • Echte Neonazis erkennt man an ihrer Verklärung der arischen Rasse
      … ja, und deshalb gibt es echte Neonazis hier nur noch in spurenelementen. Karikaturen derselben gibt es vielleicht in den USA …

      Im übrigen findet man im Hamburger Parteiprogramm der SPD noch solche Passagen:

      „Den Menschen verpflichtet, in der stolzen Tradition des demokratischen Sozialismus, mit“


      Das Ende des Staatssozialismus sowjetischer Prägung hat die Idee des demokratischen Sozialismus nicht widerlegt, sondern die Orientierung der Sozialdemokratie an Grundwerten eindrucksvoll bestätigt.“

      Eine Partei, die sich trotz des NS- des DDR-S und jetzt des Merkel-S zum „Sozialismus“ bekennt, hat m. E. null Geschichtsbewußtsein und keinerlei Respekt vor den Opfern. Unfähigkeit zu trauern.

  93. Tellkamp hat analytisch gesprochen
    Und ich habe die Gesprächsausschnitte in jenem Denunziationsvideo sogen. Reporter gesehen.
    In meinen Augen haben die sich damit lächerlich gemacht, denn sie lieferten performativ direkt den Beleg für das von Tellkamp Monierte.

    In normalen Zeiten wären die Darlegungen T.s ein qualifizierter Beitrag. In einem hysterisch autokratischen System werden sie zum mutigen Bekenntnis, dem man sich nur anschließen kann,wenn man Demokrat ist!

    • @Feldmann
      In normalen Zeiten wären die Darlegungen T.s ein qualifizierter Beitrag.

      Sie sagen es. Das Ganze lässt sich sehr rational und analytisch beschreiben: in 2012 kam es zu einer gesetzlichen Neuregelung, die jedem anerkannten Asylbewerber wesentlich mehr an Mitteln zukommen ließ als zuvor. Mit einigen Monaten Abstand (vermutlich dauerte es so lange, bis die Schleppermafia gepeilt hatte welcher Goldesel sich da vor ihr aufbaut) setzte dann diese Asylvölkerwanderung ein. Und zwar aus völlig unterschiedlichen Teilen der Welt. Die politisch in keinerlei Beziehung zueinander stehen. Plötzlich kam es angeblich gleichzeitig zu politischer Verfolgung in Nordafrika, dem Balkan, dem Nahen Osten und Schwarzafrika. Dass das nicht sein kann wird jedem klar sein, der logisch denken kann und seine Sinne beisammen hat. Natürlich ist das kein eindeutiger Beweis, aber dennoch ein sehr starkes (beweisäquivalentes) Indiz dafür, dass es sich um Wirtschaftsmigration (man könnte es auch als Glücksrittertum bezeichnen) handelt. Und wenn man darauf hinweist ist das in der Sache doch absolut richtig.

      In welchem Land leben wir, wenn man so etwas nicht mehr sagen darf?

  94. Auch wenn es...
    …schon hundert mal re-zitiert wurde, das mutmaßliche Zitat Ignazio Silones, falscher wird dadurch nicht, dass sich der neue Faschismus Antifaschismus nennt. Wir erleben, natürlich in D, derzeit eine zunehmende, linksgrünfaschistische McCarthy-Aera mit kreischenden, prekären SAntifantInnen als Leibstandarte Angela Kasner, die weit über das unrühmliche US-Vorbild hinausgeht. Diesbezüglich habe habe ich mir vorgestern wieder einmal das erlesene Lichtspiel „Good night and good luck“ angesehen und verleihe Ihnen, lieber Don, den Ehrentitel „Don A. Murrow“, denn die Parallelen zwischen dem damaligen Edward A. Murrow und CBS und Ihnen und der FAZ sind unverkennbar.
    Thank you and good night and good luck
    Ihr Voltaire

  95. Ex Zeitleser
    Die deutsche Politik samt Medien werden überwiegend zurecht immer von der unseligen Historie 1933-45 geprägt sein. Die Migrationspolitik
    samt Debattenstil seit 2015 wäre in keinem anderen Land denkbar und der Bevölkerung auch nur ansatzweise vermittelbar.

    Nun haben wir allerdings die Situation in der schlichtweg krass überdreht wurde und es langfristig sogar gefährlich kontraproduktiv werden kann, wenn nur noch Moral, deutsche Besserwisserei und Belehrungen gelten. Das ist ein typisch deutscher Durchmarsch in Knobelbechern ohne Rücksicht auf andere Meinungen u. Befindlichkeiten. Und da sage Einer es gebe keine deutsche Kultur.

    Inzwischen ist ja fast jeder irgendwie „Nazi“, der sachliche Kritik an der Regierungspolitik und v.a. an der Flüchtlingspolitik äußert. Letztes Beispiel die Essener Tafel.

    Ich kann mich nur wiederholen, mich prägen und beeindrucken v.a persönliche Beobachtungen und Erfahrungen. In meiner Familie und Umfeld waren jedenfalls keine echten Nazis oder Parteimitglieder (allerdings auch keine richtigen Widerständler). Dazu war man wohl zu konservativ, christlich. Dem gegenüber kenne ich einige hoch angesehene linksliberale Akademikerfamilien respektive Bildungsbürger mit sehr braunen Schafen in der Familie. O.K vielleicht Zufall. In einem mit bekannten Fall ist der betagte Opa (hoher PG) seelenruhig und nie irgendwie behelligt vor ca 10 Jahren von der Familie in gehobener Pflege untergebracht mitten in einer grünen Unistadt verschieden. Vielleicht schreien heute öfters diejenigen am lautesten und schnellsten Nazi, die die größten Altlasten haben oder die sich wenig hinterfragen und sich kaum intensiver mit Geschichte und Zusammenhängen befassen.

    • ist das wirklich zu Recht?
      Text eingeben

    • Weiß nicht so recht...
      …ob Ihre Hypothesen zutreffen.
      Ich halt es mit Karl Popper: wenn der erste schwarze Schwan auftaucht, dann ist der Satz „alle Schwäne sind weiß“ falsifiziert und somit (für die Wissenschaft) unbrauchbar.
      Ich kenne Familien mit „großen Altlasten“ in denen keiner „Nazi“ schreit.

      Bei 2. Punkt stimme ich schon eher zu: man hinterfragt sich (selbst) nicht.
      Tut man dies, ist es oft sehr mühsam, einen Standpunkt einzunehmen. In meiner Familie gab es unter Großvätern/Großonkeln das gesamte Spektrum von SS-mitgliedern bis zur Antifa/kommunistischen Partei. Diskutieren konnte man darüber nicht, da keiner(!) Argumente hatte für seinen Standpunkt.
      Ich hab daher Ihren letzten Punkt gewählt: habe versucht, mich mit „Geschichte und Zusammenhängen“ zu befassen.

      Was dabei herauskam, war eine Bricolage und unbedingter Respekt vor einem anderen Menschen, der für seine Ansichten, sein Handeln nachvollziehbare Gründe angeben kann.

      Fanatiker jeder Coleur sind mir verhasst, es fehlt ihnen an Reflexionshintergrund.

      Warum wollte Adorno die Studenten 1968 nicht unterstützen? Es graute ihm, wenn er ihre fanatischen Gesichter sah.
      Soll heißen, man muss kein Adornoliebhaber sein, um diese Aussage von ihm zu verstehen (falls jetzt wieder so ein Reflex im Forum einsetzt).
      Ich danke für Ihren Beitrag, weil man darüber nachdenken kann…

    • ist das wirklich zu Recht?
      Mein Vater, Jahrgang 1920, bereits verstorben, hat als Soldat in der Wehrmacht gedient. Nicht freiwillig, aber, wie er mir erzählte, vom großen Abenteuer zunächst begeistert. Gewählt hatte er bis dahin nicht. Der Frankreichfeldzug sah für ihn noch aus wie das erhoffte Abenteuer. In Russland änderte sich das. Ich habe das Kriegstagebuch gelesen. Das war nichts als stupide, aber gefährliche Routine. Mit getöteten Schulfreunden, Kameraden, Märschen, Mückenschwärmen. Banal eigentlich, wenn man von den Toten absieht. Die wirklich schrecklichen Dinge, das Töten hunderter schwach bewaffneter Russen, die in Wellen ins SMG- Feuer getrieben wurden, in der Hoffnung, die rotglühenden Läufe der schweren Waffen könnten versagen, die Verwundung, die ihn fast das Leben kostete, und die es ihm letzlich rettete, weil sie ihn vor Stalingrad bewahrt hat, stehen in keinem Tagebuch. Davon hat er mir erzählt. Das war schwer für ihn. Er wollte mich warnen.

      Das massenhafte Abschlachten ihrer Gegner haben die Nazis nicht erfunden.

      Da hatten die russischen Kommunisten die Latte schon sehr hoch gelegt.

      Das war eigentlich die Übernahme und Perfektionierung der Methoden des Gegners, in dem Glauben, man könne gegen ihn anders nicht gewinnen. Aber angesichts des kommunistischen Terrors, der Jagd auf „Ausbeuter“ und Kulaken, mit der ausdrücklichen Idee der „Internationale“ und der Weltrevolution- was sollte denn jemand tun, der etwas zu verlieren hatte?[bitte, mir ist schon klar, wie Sie das meinen, aber solche gerade wegeditierten Vergleiche sind wirklich daneben und machen mir nur das Leben schwer. Don.]

    • "schreien heute öfters diejenigen am lautesten und schnellsten Nazi, die die größten Altlasten h
      Interessanter und wohl richtiger Gedanke.
      Die prominenten Beispiele sind Legion – von Günter Grass über Walter Jens bis Hans Ernst Schneider alias Hans Schwerte.
      Weniger bekannt sind die Protagonisten der „Fischer-Kontroverse“:
      Während Fritz Fischer eine lupenreine NS-Vergangenheit hatte, war sein Antipode Gerhart Ritter Regime-Gegner und hatte Kontakte in den Widerstand.

      Die persönlich bzw. familiär Verstrickten versuchen halt, die Verantwortung auf den breiteren Schultern einer größeren Gruppe abzuladen oder finden die Methode „haltet den Dieb“ besonders originell.

    • Man konnte dem System oft kaum entgehen. Ich würde differenzieren zwischen Parteimitglied und Nazis, die nach 45 so weiter gemacht haben. Menschen können sich ändern.

    • "Menschen können sich ändern."
      Da haben Sie recht – und das wollte ich auch nicht in Abrede stellen.

      Hier aber geht es um den Menschenschlag, der seine eigene Vergangenheit fein säuberlich unterm Teppich hält um dann eifrig vor den Türen anderer zu kehren.
      Womit die Generation der 33-45 Belasteten sich in dieser (Charakter)frage nicht wesentlich von den heutigen Willkommensklatschern und Tellkamp-Verteuflern nach einem Stimmungsumschwung unterscheiden dürfte.
      Menschliches, Allzumenschliches.

    • Ex Zeitleser
      Sorry, dass ich hier nicht so elegant und evtl. etwas missverständlich formuliert habe .

      Im Übrigen bin ich schon der Meinung, dass der platte Spruch: „Fett schwimmt immer oben“ mit Abstrichen schon etwas zutrifft. Konnte man doch auch nach dem Untergang der DDR sehen. Da retteten sich auch viele in neue Karrieren. Ich kannte einige ehem Offiziere der NVA, die nachher fast nahtlos beim blauen Feind kommandierten. Das muss man ja nicht ausnahmslos schlecht sehen oder kritisieren, aber zumindest mit berücksichtigen.

      Ja und ich habe (völlig ohne politischen Hintergrund, sondern im Rahmen von Zufall und ehrenamtlicher Arbeit) tatsächlich vor etwa 12-15 Jahren noch einen ehem. höheren Parteifunktionär getroffen (War damals schon ein etwas kränkelnder Greis und ist inzwischen verstorben). Dies habe ich aber erst später konkret erfahren. Solche Erfahrungen und die Zusammenhänge prägen aber einen schon, außerdem bin ich historisch recht interessiert . Ich wohnte mal für kurze Zeit in einer ländlich kath. Region, in dem es 1930-45 relativ wenige Nazis bzw. nur mäßig gute Wahlergebnisse gab, und aus der wohl deshalb etliche Nachkriegspolitiker stammten. Solche Hintergründe und Aspekte wissen die heutigen „Nazischreier“ m.E. kaum mehr. Durchaus interessant finde ich auch, dass die NSDAP v.a in Osten und Norden Deutschlands sowie im Zentrum gute Wahlerfolge einfuhr, während sie im Westen und Südosten nur mäßig ankam. Dies galt v.a am Anfang der unseligen Entwicklung. Also bei einem gläubigen, katholischen Niederbayer auf dem Land, war die „Gefahr 1930 ff gg. braun-rechts anfällig zu sein deutlich geringer als im preußischen Osten inkl. Berlin. So schaut’s aus.

  96. Wie Demokratie unter den Auspizien des Populismus in Schweden heute verstanden wird
    Der Kommentator Tim Howells hat vorhin bei iSteve die Lagen in Schweden so kommentiert:
    (mit google translate – unten das englische Original)

    Die schwedische Interpretation: Demokratie ist unser grundlegendster Wert, aber sie bedeutet nicht mehr Herrschaft von und für die Menschen. Das wäre der Populismus, der pures Übel und der große Feind der Demokratie ist. Demokratie bedeutet, „verletzliche“ Volksgruppen zu schützen: d. H., Sie (=die Schweden, dk) werden von der gruppenübergreifenden Opferhierarchie regiert. Dies wird explizit in unzähligen Zeitungsartikeln gutgeheißen.

    The Swedish interpretation: Democracy is our most fundamental value, but it no longer means rule by and for the people. That would be Populism, which is pure evil and the great enemy of Democracy. Democracy means protecting “vulnerable” folk groups: i.e. rule by the Intersectional Victim Hierarchy. This is actually spelled out explicitly in countless newspaper opinion pieces.

    • Once a man has seen society's black underbelly, he can never turn his back on it.
      Es gibt immer den Kern eines Konflikts.

      Und die Zwischenschichten. Die davor schützen, den Kern offen zu legen.

      Die aktuelle Zwischenschicht ist Links/Rechts.

      Der wahre Kern da drunter: Frau/Mann.

      In Schweden ist diese Zwischenschicht nicht existent, folglich ist eine Konfliktlösung nicht möglich, und damit fährt das Land weiter an die Wand.

      Schweden ist nicht in der Lage, das, was einer als „Vaginalisierung“ der Politik beschriebt, zu thematisieren. Weil das der Kern wäre, der einen Konflikt zwischen Frau und Mann hervorbringen würde, den jeder vermeiden möchte. Weil er die Gesellschaft erschüttern würde.

      Seien wir froh, dass wir in Deutscheland dieses Links/Rechts haben. Wenn schon ein Diskurs nicht möglich ist.

    • @ Goodnight: What I see is, wherever I go in the world, that upper-middle-class women are very
      unhappy.

      Now, what I think is necessary is, that feminists stop blaming men for their own unhappiness.

      Camille Paglia

      ht tps://www.youtube.com/watch?v=pwXudI2iojs

  97. Quid pro quo
    Für solch linke Gesinnungsterroristen habe ich mittlerweile ein sehr gutes Verfahren entwickelt. Ich fange an, alte Geschichten zu erzählen, die ich aus erster Hand von Leuten habe, die damals in der DDR gelebt haben. Richtig gruselige Geschichten von Menschen, die von der Stasi ständig bespitzelt wurden und auch von jenen, denen der DDR-Knast das ganze Leben zerstört hat, z.T. völlig kaputte Biographien, von Psychiatrieaufenthalten durchsetzt. Die Mauertoten muss ich gar nicht erwähnen. Und irgendwann sage ich – ja, ich verstehe, du wählst die LINKE. Aber ich kann einen solchen Umgang mit Menschen einfach nicht gutheißen. Und wenn das Gegenüber dann anfängt, zu versichern, sicherlich kein Kommunist zu sein. Dann hat man gewonnen, dies ist der Beginn der Einsicht.

  98. Titel eingeben
    Lieber Don,

    sehr treffende Bestandsaufnahme. Ich denke es ist den Linksgrünen allerdings völlig Wurst, wenn sie unter demokratischen Gesichtspunkten nicht gewinnen. Es ist ja für die richtige Sache! Da werden keine Gefangenen gemacht. Da spielen auch negative Aussichten beim nächsten Urnengang keine Rolle. In dieser Hinsicht ist, zumindest für den wild schreienden Teil der Linksgrünen, das Demokratieverständnis obsolet geworden. Weiter wird damit nur die Gefahr grösser, eben noch extremer aufzutreten. Ich erinnere da an die Kampagne des Nahrungsmitteldiebstahls für die gute Sache oder den Aufruf zur Sachbeschädigung bei Hardware der Falschgesinnten.

    Bei Tellkamp haben mich besonders die fehlenden Solidarisierungen erschrocken. Das bei Suhrcamp inzwischen Praktikanten Deutungshoheit haben ebenso. Eventuell ist das aber auch nur konsequent unternehmerisch. Ernst nehmen kann man den Laden nun leider nicht mehr. Unseld würde sich im Grabe umdrehen.

    Wie schnell man doch eine nationale (im besten Sinne) Institution an die Wand fahren kann. Ich habe mich mal mit meinem bisher ungenutzten Twitter Account zum ärgerlichen Statement zu Wort gemeldet, konnte aber nur meine Abneigungen zu den Twitter Armeen bestätigen. Eine Blase ohne Erkenntnisgewinn.

    Generell hat sich die Debatte völlig von der Sache gelöst und existiert ohne Unterbau. Was Tellkamp wirklich gesagt hat spielt keine Rolle und ob es faktisch stimmt auch nicht.

    Wichtig ist im zenralen Kampf gegen Rechts zu gewinnen und den Meinungskorridor zu bestimmen. Koste es was es wolle. Leider diskreditiert das jede vernünftige linke Idee und wird auf Jahre linke demokratische Mehrheiten verhindern. Der Trigger spielt den rechten in die Hände und wirkliche Nazis laufen komplett unter dem Radar.

    Die Linke gewinnt sich zu Tode und die wirklich Extremen ziehen den Nutzen daraus. Das wird nicht schön, wirklich nicht. Je länger es dauert umso härter wird der Aufschlag in der Extreme.

    Ich fürchte, der Tag an dem die Linke aufwacht und verzweifelt feststellt, man hat für die gute Sache das Böse in die Welt geholt, wird
    keine Umkehr mehr möglich machen.

    Die CDUCSU wäre als demokratisches Korrelat gefordert, um die Enttäuschten ausgleichend zu vertreten. Leider verweigert man sich der Demokratie und die Vertriebenen wählen aus Notwehr AFD bis die CDUCSU hoffentlich dazulernt. Ich befürchte die Lernkurve wird nicht stark genug ansteigen um Schlimmeres zu verhindern.

    So, jetzt raus in die Natur, herrliches Kaiserwetter hier.
    Allen noch einen angenehmen Tag und viele Grüße
    dreas

    PS. Konnte meine Frau überzeugen am 19.01. ein verlängertes Wochenende in Sachsenkam zu verbringen. Herrliche Gegend da. Eventuell trifft man sich ja zum Austausch über die schönen Dinge dieser Welt. Würde mich freuen.

    • Ich mich auch.

      Ich fürchte, man wird auf Dauer um Parallelstrukturen für Ketzer nicht herumkommen.

  99. Erkenntnis
    Der BR hat mich kürzlich auf der Straße zum sog. Dieselskandal befragt, dabei habe ich zum besten gegeben, dass ich mich mehr für Erkenntnis als für Politik interessiere, was mir den erstaunten Ausruf „Sie sind ja ein Philosoph“ einbrachte. Nun denn.
    In diesem Zusammenhang würde ich gerne den Weg von den Meßwerten zu den 10.000 Dieseltoten verstehen, ich fürchte nur, das kann mir keiner erschöpfend beschreiben.

    Eine umfängliche Aufschlüsselung der Motive der Zuwanderer würde mich schon sehr interessieren, einschließlich einer qualifizierten und gesinnungsfreien Bewertung des Wahrheitsgehalts der Angaben dieser Menschen. Man hat ja vieles darüber gelesen, aber ich wüßte gerne mehr.

    Vor Jahren saß ich mal in einer Konferenz an einem langen Tisch, auf der einen Seite Transrapidvertreter (Magnetschnellbahn, Sie wissen schon), auf der anderen Seite die Eisenbahner, genannt Vertreter des Rad/Schiene Systems. Zu dieser Zeit waren beide Seiten noch erbitterte Gegner, also bevor gute Jobs bei Projekten auch für Eisenbahner verfügbar waren.
    Es ging um Kosten des jeweiligen Systems. Beide Seiten nannten zu geringe Kosten, beide Seiten wussten, dass die andere Seite schummelt, und alle wußten, dass es alle wußten. Trotzdem wurde den ganzen Tag über Einzelheiten diskutiert. Zum Schluss einigte man sich sogar auf Kosten, die zwar insgesamt zu niedrig waren, im Verhältnis der Systeme untereinander aber wohl nah an der Realität lagen.

    So funktioniert das Land. Und solange keiner unverschämt wird oder den Gegenüber mit Schimpfwörtern belegt, kommt man sogar oft in die Nähe der Realität. Das ist wie beim Autoverkauf.

    Leider hat die Ernennung einer Meinungsseite zu Dunkeldeutschland diese notwendige Auseinandersetzung empfindlich gestört, und man sollte sich nicht wirklich wundern, wie sich das politische Spektrum jetzt entwickelt. Aber da ich 1. alt und 2. Philosoph bin, kann ich dem in Ruhe entgegensehen.

    • Titel eingeben
      Zur ersten Frage – den konkreten Werdegang kenne ich nicht, aber im Buch „Damned Lies and Statistics“ von Joel Best sind typische Beispiele schön beschrieben.

      Zur Bahndiskussion: solange alle nach den gleichen Regeln spielen, kann man das sogar machen, auch wenn sie nicht richtig sind.
      Insofern waren z.B. die offensichtlich zu niedrigen NEFZ-Verbräuche einigermaßen zum Vergleich verschiedener Autos brauchbar. Wenn aber andere Aspekte dazukommen (beim Verbrauch die Besteuerung nach CO2-Ausstoß) oder jeder seine eigenen Regeln aufstellt, fällt das Kartenhaus natürlich zusammen.
      Das ist dann wie beim klassischen Kampf Verbrecher gegen Rechtsstaat – der eine erlaubt sich alles, der andere ist eingeschränkt.

  100. Liederbücher
    Oh Don,

    als Ösi mit ein wenig Insiderwissen über die Burschenschaften, Geschichte und linke Empörung habe ich geradezu diebische Freude an Ihrer treffenden Analyse. Nur zur Ergänzung: In seiner jahrzehntelang unaufgearbeitenden Geschichte nach dem Krieg, verliefen sich jede Menge Altnazen in diverseste „Wir waren die ersten Opfer“ und „Wir haben von all dem nichts gewusst“ alternate truths und es gab Ende der 50er bis tief in die 70er jahre sehr starke Verleugnungstendenzen.
    Das mündete mit dem Aufkommen der Holocaust – Industrie, der Schriften von Hanna Arendt und den ersten Anklagen gegen die sehr pragmatische Politik der Nachkriegsparteien, nämlich, die verbliebenen klugen Köpfe der Republik in hohe Positionen in Politik, Kultur und Wirtschaft zu belassen, oder zu hieven, egal wie tief sie im braunen Sumpf gesteckt hatten (Wer hätte sich ja auch der perfekten Propaganda entziehen können…bla bla laber dröhn ad infinitum….),
    in einen niederschwelligen Antisemitimus, das heißt, niemand wollte zwar im entferntesten zurück zu auch nur den leisesten Ansätzen Richtung Endlösung, aber irgendwie waren an all den unangenehmen Fragen und Anschuldigungen doch wieder die Juden schuld, und das nervte einfach und dort wo die Veteranen, die Elite und vor allem deren Söhne sich versammelten, nämlich beim Militär, den Pfadfindern, den Burschenschaften, also überall wo man damals noch mit Begriffen wie: Disziplin, Ehre, Treue, Heimat, Mut, Volk, etc… ungehindert hantieren konnte, wurden mit, genau dieser leicht schmerzlichen Lust am Verbotenen, üble Lieder aus der dunklen Zeit und, ja auch sicher, die zitierten allerübelsten Lieder mit einem gerüttelt Maß an Masochismus in dem Kellern vor sich hingeschmettert. Die Nazikeule war in Österreich noch nicht erfunden und wurde auch nicht angewandt. Wiederbetätigung, heute wie damals, einer der wenigen Stafbestände der wirklich Zähne hatte(hat) und in schwere unbedingte Gefängnisstrafen mündete und mündet, war sich mit Hakenkreuzbinde und entsprechendem Gruß an die Straßenecken zu stellen , einschlägige Parolen zu brüllen und die Wohnung/den Keller voller NS – Devotionalien zu haben. Diese Ewiggestrigen verschwanden größtenteils wirklich im Gefängnis und beschränkten sich danach auf Landserhefterl lesen, ein bisschen Holocaust Verleugnung und endlose „Wie Deutschland doch den Krieg gewinnen hätte können..“ Spintisierereien. Aber Lieder mit üblen Texten singen, das war doch keine Wiederbetätigung, sondern weit verbreitet. Ich erinnere mich noch wie wie ein Freund meines Bruders, ein Sohn aus Kommunistenfamilie, der, Ende der Siebziger von der Zivildienstkommission abgelehnt, seinen Militärdienst absolvierte, völlig schockiert erzählte, dass er das gesamte Repertoire der Wehrmachtsmarschlieder zu singen hatte und glaubte in ein Zeitloch gefallen zu sein. Mir selbst erging es so bei den Pfadfindern, wo mir allen ernstes nach Betrachtung des Holocaust Filmes im KZ Mauthausen erklärt wurde, dass die KZ von den Amerikanern und Engländern (Burenkrieg, Burenkrieg!) erfunden wurden. (Inzwischen mache ich in Mauthausen Führungen.)
    Jedenfalls ist nahezu jedem Österreicher klar, dass von diesen armen Spinnern heute erstens, kaum einer übrig ist und zweitens, die rechte Gefahr im Sinne von Auferstehung eines vierten Reiches aber so was von lächerlich ist.
    Deswegen war auch jedem klar, was davon zu halten ist, wenn der Linkspostille Falter uralte Liederbücher von irgendwelchen Burschenschaften zugespielt werden, die seit mindestens 40 jahren von niemandem mehr gesungen wurden. Ich schätze, dass ungefähr 1975 die entsprechenden Textzeilen geschwärzt wurden und das ist auch Teil einer entsprechenden Untersuchung, kratzt aber niemanden mehr. Und alle warten schon darauf, dass, wenn der nächste Alte Herr in eine politische Position kommt, der Falter das nächste Liederbüchlein veröffentlicht.
    An der Wahlurne regiert auf das keiner mehr und die Grünen wurden für die Arroganz, mit der sie versuchen allen aufzuzwingen, was man gefälligst zu denken hat, abgestraft und natürlich vor allem mit dem Migrantenthema, wo sie ideologisch denkbefreit nach wie vor: „Mehr, mehr!“ schreien.

    Wurde ein bisschen lang, trotzdem Gruß aus dem Salzkammergut, und weiter so, werter DonT

    • Schöen Grüsse! Ich wollte im Sommer ins Salzkammergut radeln, vielleicht klappt es mit Mauthausen,

    • Titel eingeben
      „dass er das gesamte Repertoire der Wehrmachtsmarschlieder zu singen hatte“

      Westerwald, Panzerlied, den guten Kameraden und die rauschenden Wildgänse?
      Oder was verstehen Sie unter „Wehrmachtsmarschlieder“?

    • Und Tschüss!
      Und Tschüss!

    • @ gast von 14:08
      Genau diese, und noch ein paar mehr wie: Es zittern die morschen Knochen, Aus grauer Städte Mauern, etc.

    • Radfahren
      Tipp fürs Radfahren im Salzkammergut:

      18km Mountainbikeroute um die Hochplettspitze und zwar alles Forststraße,keine Dörfer oder Häuser nur grüner Wald, nette Anstiege ~ 800 Hm- je nachdem wo man einsteigt, aber nicht zu schwer, keine Schiebestrecken, kein downhillwahnsinn, also gerade richtig für unsere Altersstufe und Kondi und das Beste daran ist, wenn es hoch kommt begegnet man 2-3 Radlern oder Wanderern, meistens aber gar niemanden, außer dem Bussard bei km 9,8 – der immer auf der Staße sitzt und die Flügel in die Sonne hält!

  101. Danke
    Danke für den nachdenkenswerten Text. Wer den “ Turm“gelesen hat, weiß, daß Tellkamp ein Beobachter und Denker, aber kein Politiker ist- muss ein Schriftsteller auch nicht sein.Der Gewinner bei Diskussionen ist meist rhetorisch geschult oder durch unzählige Sitzungen gewitzt.Oder hat ein bestimmtes politisches Interesse.

  102. Titel eingeben
    Im Grunde glaube ich nicht das es viele Menschen gibt die diese Texte in den Naziliedern ( die sie durchaus singen ) irgendwie für real halten.
    Auch bei uns,
    also dort, was zum Beispiel in dem Film Cruising mit Al Pacino für den Massengeschmack alá Shadows of Grey sehr verharmlosend gezeigt wird (danach hatten wir dann einen Massenandrang von „ich möchte auch so gerne mal“ an den Türen abzuwehren)
    ist es sicherlich sehr wenig Frauenfreundlich

    und ich habe mir auch abgewöhnt selber derartige Späße zu formulieren, weil es mir dann ein oder zwei mal beim Eis-Essen mit der Freundin eins Bekannte herausgerutscht ist

    egal ob ich es nun so meine oder nicht
    (es wäre natürlich völlig verrückt tatsächlich zu meinen das eine Frau…..)
    denn im Gegensatz zu manch anderen
    die Glauben, wenn sie glauben das die Frau keine Recht hat
    die Frau auch tatsächlich keine Rechte hat

    Das sei doch ihre Glaube sagt dann Frau Merkel
    wir sollten ihren Glauben studieren um sie besser verstehen zu können

    Also wie gesagt,
    auch wenn manchmal so ein Witz eingestreut wird
    wie die andern dort singen
    Für Real wird das kaum jemand halten

    Statt dessen hat sich aber auf der anderen Seite das etabliert
    wovor diese Seite angeblich warnt
    (also das, was damals tatsächlich die Realitä auf der Strasse und in den Medien wie dem Stürmer war)
    Genau das ist heute die Realität der selbsternannten Warner

    Wie die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali so schön sagt (27.2.18 in der Welt)

    verwundere es nicht wirklich, dass in der Nacht zu Sonntag die Autos und die hintere Eingangstür reflexhaft mit „Fuck Nazis“-Sprüchen beschmiert wurden, so Hayali.

    Da hat eben jemand (im Kampf um das Gute) seine richtige Meinung gegenüber der Essener Tafel entsprechend ausgedrückt

    Und nun auch hat jemand seine eigene Meinung gegenüber einer Moschee zum Ausdruck gebracht
    Oh, das sind ja nun die falschen, also das geht ja nun wirklich nicht. Die Ärmsten, Verfolgten etc. Was ist nur in Deutschland los, die Polizei hat versagt.

    Entwicklungsökonom Paul Collier 22.02.16 in der Faz

    Bevor Angela Merkel eine Heilige sein wollte, hat sie die Multikulti-Gesellschaft in Deutschland als gescheitert bezeichnet. Ich sehe nicht, warum sich das auf einmal geändert haben sollte.

    Ich habe allerdings den Eindruck, dass der öffentliche Diskurs in Deutschland so funktioniert: Die heilige Merkel gegen die Rassisten. Ich halte das für diffamierend.

    Abgesehen davon war ihre Einladung auch moralisch verwerflich.

    Verwerflich?

    Sie hat die Menschen quasi aufgefordert, nach Europa zu schwimmen. Das ist russisches Roulette: Such dir einen Schlepper, und hoffe, dass dein Boot nicht untergeht. Was gibt es da zu verteidigen?

    Schauen Sie sich doch um: junge Männer, wohlhabend genug, um Tausende von Euro an Schlepper zu zahlen.
    Da entscheidet nicht humanitärer Anspruch,
    sondern das Recht des Stärkeren.
    Wer nicht unterwegs ertrinkt, darf bleiben.

    • les citoyens allemands .......
      Na, also das Problem hält sich ja seit mindestens zwei Jahren, dass in der durch die dt. Bundeskanzlerin forcierten Migrationskrise viel „Herz“ beschwört wurde, aber die Fachleute kaum zu Wort kamen … also, der Sachverstand fehlte. Ich glaube jedenfalls nicht, dass nüchtern kalkulierende Ökonominnen oder auch Soziologinnen, die mit den Hauptherkunftsländern der Neomigranten vertraut sind, jemals überrascht waren, dass keine hochqualifizierten Fachkräfte, sondern Analphabetinnen aus ruralen Gegenden oder religiöse Fundamentalistinnen aus vorvormodernen Gesellschaften in Europa „eintrafen“ … (Abgesehen davon: „Armut“ ist m.E. kein „Fluchtgrund“. Das Gegenteil wird von Theoretiker_innen der Migrationsforschung behauptet. Tellkamps Behauptung bzgl. „Sozialsysteme“ kann also sehr wohl Evidenz beanspruchen.)

      Es gab aber sehr wohl aufmerksame Beobachter, die frühzeitig auf die Lächerlichkeit des Taumels hinwiesen, einige bei der F.A.Z. wie Herr Geyer z.B. …. oder das hier: „Nicht mal am Horizont ein Ausbildungsplatz/ Von Julian Staib/ Aktualisiert am 27.02.2016/ 20:32“

      Der Punkt ist vielleicht, für wie „doof man/frau/x sich verkaufen“ lässt: Wenn die CDU-Vorsitzende die Chuzpe aufbringt, auf Nachfragen der CDU-Bundestagsfraktion zur Schulz-Junckerschen Schuldenvergemeinschaftungspolitik im „Koalitionsvertrag“ ernsthaft die Lüge aufzutischen, „es ändert sich doch nichts“, dann erklärt das doch sehr sehr viel ….

  103. Leider
    fehlt mir das Sensorium für die Affaire Tellkamp.
    .
    Wenn Herr Tellkamp glaubt, in einem Elfenbeinturm leben zu können und dabei doch Suhrkamp-Autor sein zu können, hat er wohl was ganz Wesentliches des Kulturbetriebs, von dem er ein Teil ist und von dem er lebt, nicht verstanden oder nicht verstehen wollen. Selber schuld, wem es in der Küche zu heiss ist, wird besser nicht Koch.
    .
    Die Zeit der Suhrkamp-Kultur ist wohl vorbei und Suhrkamp selber sorgt mit dafür.
    Von Suhrkampf zu Suhrkampf ist nicht weit.
    .
    Für die Freunde von FreiWild, Gabalier und anderen lustigen Musikanten ist Herr Tellkamp wohl ebenso wenig ein Begriff wie umgekehrt.
    .
    Die Auseinandersetzung wird eben jetzt woanders geführt:
    „Verlage gegen Rechts“ will Mitbewerbern den Zugang zur Leipziger Buchmesse verwehren. Schon interessant, wer alles unter diesem Zeichen siegen will.

  104. Nein, die "im Umfeld der FPÖ2 aufgetauchten Lieder waren überhaupt keine "alten Nazilieder".
    Vielmehr handelte es sich um Parodien auf Texte von Schenkendorf u.ä.

    Man kann sie (mit Recht) sehr geschmacklos finden, aber der Vorwurf einer NS-Wiederbetätigung ist schlicht lächerlich. Dergleichen findet sich auch in den Liederbüchern katholischer Jungschargruppen oder der Roten Falken.

    McCarthyismus von links.

    • Widerspruch
      „Machen wir die siebte Million voll“ ist – meiner bescheiden Meinung nach – ziemlich Wiederbetätigung (so heisst das in Österreich) und ich glaube auch nicht, das bei der Jungschar oder den Falken zu finden.

      Unser Gastgeber hat natürlich Recht, dass die Verbindung zur FPÖ zu locker und lose ist, um eine zu ziehen. Und der FPÖ-Spitzenkandidat aus dessen Verbindung das stammt, ist ja auch (dennoch) zurückgetreten.

      Vermutlich hat das jemand in den Kellern oder Bücherschränken gefunden, und an den Falter geschickt. Ist immer noch unakzeptabel, aber auch kein wirklicher Hinweis darauf, dass die FPÖ eine Nazi-Partei im Schafspelz wäre.

    • @Uwe Dippel
      Textverständnis mangelhaft.
      Der Liedtext ist eine Warnung vor Infiltration durch fremde Gruppen.
      Das geschieht mit tiefschwarzem – die meisten würden sagen geschmacklosem – Humor, z.B. indem man dem Juden Ben Gurion die Worte „Machen wir die siebte Million voll“ in den Mund legt.

      Im neurotischen, gesinnungsfanatischen Deutschland hätte das wohl das Ende aller Burschenschaften bedeutet, in Österreich ist man eher über die punktgenaue Veröffentlichung vor der Wahl überrascht.

  105. Das Blatt überreizt
    Die linksgrünen PC-Ideologen haben ihr Blatt überreizt: in dem Burschenschafts-Repertoire gibt es sicher Anstößiges, vielleicht kann man bei FreiWild noch feinziselierte Textkritik üben, aber dann wundert es, dass linke Barden a la FeineSahneFischfilet nicht auf den Index kommen. Der luzide Herr Tellkamp jedenfalls gehört zu bedeutendsten Schrifstellern unserer Zeit und der stimmgewaltige Herr Gabalier ist im Grunde nach unpolitisch – darauf ein fröhliches Hulapalu. Da ist der Erregungsfuror offensichtlich ein Schuss in den Ofen. Langsam ist man auch außerhalb der Alpentäler überdrüssig, von verkrachten, gerne staatsalimentierten Existenzen bevormundet zu werden, was noch gedacht, gesagt oder gesungen werden darf.

    • und immer noch 1676 km nordwestlich von Monrovia
      und auch noch total OT, aber „Brenna tuats guat“, sehr laut. Überall auf der Welt passt es. Anschliessend einen Jodler. Zabrina mit dem Hubert von Goisern. Fürchterlich, Forellen und Heimat und sowas. Und noch dazu eines der besten Gitarrensoli.
      Und ja, auch ausserhalb der Alpentäler ist man überdrüssig der staatsalimentierten Existenzen. Hier gibts andere. Also das gleiche üble Spiel.

      Beste Grüsse zu Ihnen
      schonalthalt

    • Ich mag's auch, schonalthalt
      Hier der Text für alle, die es nicht kennen:

      http://www.songtexte.com/songtext/hubert-von-goisern/brenna-tuats-guat-b96998e.html

      Musikalisch bei yT.

  106. Können Sie mir sagen, warum lassen die FAZ-Kollegen solche Themen....
    so ungern kommentieren, sehr geehrter Herr Alphonso? Tellkamp nur auf FAZ+ und die Sartor-Tafel fast komplett ausgeblendet. Kohler mag Volkes Stimme ja sowieso scheints gar nie hören!
    Grüße und schönen Sonntag.
    P.S.
    Dass Verlage aber auch solch dünnhäutige Leichtgewichte geworden sind!

    • Ich weiss es einfach nicht.

    • Begründung ...
      Ich gebe die Begründung eines damals leitenden Redakteurs wieder (inzwischen ist er in den FAZ-Olymp aufgestiegen), die ich Ende 2015 erhalten habe, als ich ihm die Beendigung meines Abos mitteilte und damit begründete, dass ich die Abschaltung der Kommentarfunktion „bei allen brennenden Themen“ als Gängelung der Leser empfinde:

      „Wir geben im Jahr einen Millionenbetrag für Leute aus, die Internet-Kommentare bearbeiten. Das ist eine zehnfache Leserbriefredaktion, die nichts macht als lesen, freischalten und sperren und auf Proteste gegen Sperrungen antworten. Warum? Weil wir insbesondere auf Artikel zu Reizthemen mit Zuschriften zugekübelt werden, die uns vor Gericht bringen würden, wenn wir sie druckten, und mit solchen, die uns die Fremdschamröte ins Gesicht treiben. Ein Teil davon ist ganz offensichtlich gesteuert, ein anderer dokumentiert Teile der Volksseele. (…) In Israel gibt es eine Zeitung, die Leserkommentare kostenpflichtig macht. Le Monde hat sie ganz abgeschaltet. Die Süddeutsche verfährt im Großen und Ganzen wie wir. Wir tun es nicht aus Prinzip, sondern aus Erfahrung. Sie geben dem Prinzip, ohne auch nur nachgefragt zu haben die Vorfahrt vor der Erfahrung einer guten Zeitung. Diese ist die Verbindung zu Lesern, nicht die Scharmützel unter Artikeln zur Ukraine oder Palästina oder den Flüchtlingen. Wenn Sie auch nur eine Woche damit beschäftigt wären, jeweils 1000 solcher Kommentare daraufhin zu sichten, welche offen rassistisch, hetzerisch oder beleidigend sind, würden Sie vielleicht der Erfahrung Recht geben. Aber, wie gesagt, eigentlich erschließt sich das Problem auch medientheoretisch. Aus dem Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit ergibt sich keine Pflicht der Zeitung, Redakteursstellen abzubauen, damit Zuschriften publiziert werden können. Genau das aber – Sie haben von der Zeitungskrise gehört? – müssten wir tun.“

      So dachte die Führungsebene der FAZ Ende 2015. Ich habe nicht den Eindruck, dass sich in der Zwischenzeit viel geändert hat.

    • @P. Geble Was ist an den Ihnen zitierten Aussagen der FAZ falsch?
      Würde mich wirklich mal interessieren.

      Habe am Wochenende mal wieder eine Papier-FAZ gekauft. Also die Anzeigensituation ist ja offensichtlich dramatisch. Und nun, nach DAs Verabschiedung noch gefühlte 800 Abos weniger….

    • das weiss ich nicht, meine aufgabe war ja das Internet. Es gab wohl ein paar Beschwerden, aber das spielt keine Rolle. Und ja, die Anzeigen waren früher mal mehr, aber das geht allen so.

    • An der Aussage, Grigorij,
      ist erst einmal nichts falsch.
      Dennoch ist sie falsch, weil aus vielerlei Mündern, inklusive der eigenen Feder, eine beliebig grosse Anzahl von Leserkommentaren nicht aus den erwähnten justiziablen Gründen abgelehnt wurden.
      Sondern – offenbar – einfach aus politischem Kalkül oder Vorstellung. Ohne jeden justiziablen Hintergrund und auch keine ‚borderliner‘.

      Wenn die Moderatoren lediglich Justiziables herausfischten, könnten sie deutlich schneller arbeiten.

    • Noch eine Begründung ...
      Ich will jetzt nicht den ganzen email-Austausch von damals hier ausbreiten, aber so viel doch noch. Ich hatte mehreren Redakteuren geschrieben und ein anderer (ebenfalls in leitender Position) antwortete dann so:

      „Wir haben die Kommentarfunktion nur dort eingeschränkt, wo eine gepflegte Debatte nicht mehr möglich scheint. Es gibt einige Themen, über die in den Leserkommentarspalten nicht mehr diskutiert, sondern nur noch hasserfüllt polemisiert wird. Dazu gehört u.a. die Flüchtlingsthematik. Die FAZ ist nicht bereit, ihre Homepage (selbstverständlich auch nicht die Spalten der Leserbrief-Seite) zur Verbreitung derartiger „Kommentare“ zur Verfügung zu stellen. Wer pöbeln will, kann das in den Weiten des Internets tun, aber nicht in dieser Zeitung. (…) Die Kommentarfunktion ist übrigens mit erheblichem personellen Aufwand verbunden. Um überhaupt eine vernünftige Debatte führen zu können, beschäftigen wir mehrere Mitarbeiter, die nichts anderes tun, als alle eingehenden Kommentare zu sichten. Auf die FAZ.net-Seite kommt nur, was unseren Regeln der Debattenkultur entspricht. All das ist auf der Webseite erläutert. Diese Pflege allein kostet uns jährlich eine nicht unerhebliche sechsstellige Summe, was deutlich macht, wie wichtig uns diese Debatten sind. Das Geld fehlt uns allerdings woanders – was mir als einem „Print“-Redakteur besonders bitter aufstößt, wie Sie sich denken können.“

      Was mir an diesen Reaktionen „bitter aufstößt“, sind einmal die maßlos übertriebenen Zahlen, einmal ist eine Million, dann ist es „eine nicht unerhebliche sechsstellige Summe“, die für die Pflege der Webseite angeblich aufgebracht werden muss.

      Der andere, wichtigere Punkt steckt in dieser, schon oben zitierten Begründung:

      „Weil wir insbesondere auf Artikel zu Reizthemen mit Zuschriften zugekübelt werden, die uns vor Gericht bringen würden, wenn wir sie druckten, und mit solchen, die uns die Fremdschamröte ins Gesicht treiben. Ein Teil davon ist ganz offensichtlich gesteuert, ein anderer dokumentiert Teile der Volksseele.“

      Das ist hier wohl das Problem: Wenn man von Teilen der Volksseele mit … „zugekübelt“ wird (man achte auf die Wortwahl!), wendet sich die FAZ mit Grausen (und mit ihr die Mehrzahl der anderen Medien). Ich hätte es gut gefunden, und meine das immer noch, wenn man sich den Äußerungen der „Volksseele“ gegenüber ganz weit geöffnet hätte, auch wenn es rüpelig daherkommt und in schlechtem Deutsch. Denn die Volksseele ist in der Regel sehr schweigsam, sehr duldsam, und wenn es dann doch einmal zu solchen Ausbrüchen kommt, sollte man ihnen Raum geben und sehr genau hinhören (und sich nicht gegen sie abdichten).

    • @Uwe Dippel
      Sollte die FAZ da also ausgebildete Juristen mit >5000€ brutto hinsetzen, um täglich hunderte oder gar tausende Kommentare juristisch zu bewerten? Mit Widerspruchsrecht? 24 h lang? Ist das nicht ein wenig viel verlangt? Noch dazu bei stark sinkender Auflage/Einnahmen und diesem so erstaunlich exzessiven Mitteilungsbedürfnis so vieler Menschen?

      Dabei ist es m.E. völlig offensichtlich, dass ich mit einem Engagement im REALEN Leben hundertmal mehr erreiche, als mit jedem noch so fein ziselierten anonymen Kommentar. Und viele, das wissen wir ja nun wirklich alle, sind gar nicht soo feinsinnig formuliert. Es ist zuallererst mal sehr bequem (anonym) seine Gedanken zu verbreiten. Vielleicht ist das schon das erste Problem.
      Mir jedenfalls fehlt bei sehr vielen Kommentaren die dringend erforderliche Nachdenklichkeit. Es wird beinah immer ausufernd Bescheid gewusst, wer was falsch sieht, wer der Gegner oder gleich der Feind ist etc. Mir ist das nicht ganz geheuer.

      Aus meiner vielleicht schlichten Sicht der Dinge sagt der Wirt jeder Kneipe, wo es langgeht und wer bei intolerabler Nichtachtung der Regeln dann eben rausfliegt. Fertig. Im anderen Fall ist der Wirt nicht mehr lange der Wirt der eigenen Kneipe.
      Ich jedenfalls wäre bei der FAZ ein Kandidat. Wurde hier allerdings bisher nur so ein- bis zweimal nicht freigeschaltet. So what!

      Die m.E. ziemlich kindischen Abo-Kündigungsandrohungen lassen tief blicken. Wüsste nicht, dass sogar die z.T. nichts bezahlenden Zeitungsleser einen Zugriff auf Gestaltung und Inhalt der Zeitung haben müssen. Ein etwas eigenartiger Anspruch, der allerdings „gut“ zum aktuellen Zeitgeist passt.
      Die FAZ jedenfalls ist für mich auch ohne DAs Blog interessant, obwohl oder vielleicht gerade, weil ich mit ihr an vielen Stellen ganz entschieden NICHT einer Meinung bin.

      Server lassen sich wohl ganz gut per DDOS-Attacken lahmlegen. Mit von Zahl und Inhalt exzessiven Kommentaren lässt sich mit Sicherheit auch eine Redaktion, wenn nicht lahmlegen so doch sehr wahrscheinlich massiv stören. An dem Punkt sind wir wohl aktuell angekommen.

      Zauberlehrling! „Die ich rief, die Geister…“ Erstaunlich, was der Meister damals schon gesehen hat. Und schaue ich dann u.a. unter Netzneutralität mal nach, dann scheinen die Geister längst außer Kontrolle „geraten“ zu sein. Hier toben ganz andere Kämpfe. Und es geht wie immer um die Macht. Da ist die FAZ ein ganz, ganz kleines Licht in dem Geschehen.

      Warum nur ist das entspannte, gepflegte Gespräch so sehr abhanden gekommen?

  107. Freiheit
    Auch wenns den Betroffenen mangels Bildung nur selten bewusst ist – deutsche „Intellektuelle“ sind noch wie vor der Rouseauschen (und ad extenso, Fichteschen) Freiheitsdefinition hörig: individuelle Freiheit ist ist dem gemeinschaftlichen Sittenkonsens untergeordnet, der Staat allmächtiger Inquisitor und Executor desselben. Sehr ist Gegensatz zur angelsächsischen Begriff der „negativen“ Freiheit – vulgo, alles ist erlaubt, was nicht verboten ist, under Staat sollte möglichst wenig verbieten. Es wäre vielleicht nützlich, auch an deutschen Schulen z.B öfters Isaiah Berlin zu lesen: „All forms of tampering with human beings, getting at them, shaping them against their will to your own pattern, all thought control and conditioning is, therefore, a denial of that in men which makes them men and their values ultimate“ (Two Concepts of Liberty; ht tp://faculty.www.umb.edu/steven.levine/courses/Fall%202015/What%20is%20Freedom%20Writings/Berlin.pdf).

    • Danke für den Autoren-Hinweis!
      Habe mir direkt einen Essayband von Isaiah Berlin aus dem Netz gezogen, bin gespannt auf die Lektüre!

      Ja, das „englische“ Freiheitsverständnis wird dem Deutschen vermutlich auf ewig unverständlich bleiben.
      Obwohl, in Zeiten des Internet sollten die Grenzen so langsam verwischen.
      Es ist so einfach heutzutage, sich da in der „Fremde“ zu orientieren.

    • Wegen solcher libertärer Ideen war Issiah Berlin unbeirrbarer Oxforder Verteidiger des National-
      staates. Ein völlig zu Unrecht vergessener Warner vor den negativen Seiten der hypermodernen Idee, den Nationlstaat einfach für überholt zu erklären (Merkel, Juncker, Schulz …).

  108. Skandalisierung als Programm
    Warum muss ich bei dem Text nur an die grüne Empörungsqueen Claudia Roth denken?
    Einfach „Skandal“ rufen und sich auf die Gefolgschaft der Medien verlassen. So geht Politik heute. Sei es Glyphosat, Diesel, Atomenergie, Gender Pay Gap, Kruzifix, Massentierhaltung, Militarisierung…
    Die Aufzählung ist beliebig erweiterbar, da es in der Politik ja um die Inhalte geht und nicht um Populismus.

  109. Panikmodus
    Nach Merkels Riesenfehler 2015 und dem völligen Versagen des Parlaments hat man sich beim Versuch, den Fehler zu kaschieren, in die Ecke manövriert. Jetzt muss man das Narrativ um jeden Preis verteidigen, was zunehmend schwerer wird.

    Alle an der veröffentlichten Meinung Beteiligten werden unter unglaublichen Druck gesetzt. Für Verlage eine sehr unangenehme Lage, die auch recht plötzlich kam. Eigentlich ist das eine gemütliche Branche gewesen, und den jetzigen Herausforederung erscheint sie nicht gewachsen. Der Börsenverein ist peinlich, die etablierten Verlage ziemlich feige und sowohl die Berufsempörten „Linken“ (sie nennen sich zwar so, aber es scheint eine Mischung aus dummen, ungebildeten Krawallsuchenden und skrupellosen Totalitären, die an die Macht wollen, zu sein) als auch die Profit witternden „Rechten“ sind sehr laut.

    Schon die letzte Frankfurter Buchmesse war schlimm. Das Vorfeld von Leipzig lässt Übles erahnen. Ich bleibe dieses Jahr lieber weg.

    Kleines Beispiel:

    http://bkramer.blogsport.eu/2018/02/10/ueber-die-leipziger-buchmesse-2018-eine-zusammenstellung-von-informationen/

    Birgit Kelle, Alexander Kissler, Hugo Müller-Vogg – alles rechtsextreme Menschenfeinde.

    Der gleiche „linke“ „Menschenfreund“, der diesen Link verbreitet, hatte auch „Besuch“ bei der Essener Tafel angekündigt und nach Erledigung den Link zur betreffenden Polizeimeldung gepostet.

    Die Leute werden nach rechts geprügelt, freiwillig wollen sie da nicht hin.

    Ihnen, lieber Don, werde ich allerdings freudig als Leserin folgen, wohin auch immer die url sich bewegen wird.

    • Betreiben HartzIV-EmpfängerInnen mit viel Frei.Wild.Zeit solche Hetz-Seiten?
      Uh, stimmt! „Cicero“ als „Rechts“ zu klassifizieren …. da ist jmd nicht mehr ganz richtig im Kopf. Warum hat dieser blindblöde Hetz- und Denunziations-Site kein Impressum?

    • weil sie das nicht braucht, für ihren Zweck.

    • Deutschland, deine Armen .....
      So ganz ernst darf man das nicht nehmen …

      Erinnert vom Duktus irgendwie an dieses eine Kahane- oder Dingsbums-Projekt, das rechte Tendenzen auch bei CDU aufzuzeigen meinte …..

      Da sind zwar auch die jüngeren Dämonisierungstendenzen erkennbar, die aus einem Antifa/extremfeministischen Spektrum heraus kreiert wurden, um z.B. religiös inspirierte „Lebensschützer_innen“ zu kriminalisieren.

      Aber dahinter steckt vor allem irgendein/e Wichtigtuer/in (oder Bielefelder Studentin) mit zuviel Zeit u. zu wenig sozial-karitativem Engagement, z.B. in der Behinderten- oder Obdachlosen“fürsorge“ …..

  110. Die Jugend von heute
    hat keine persönliche Beziehung zu den Katastrophen des 20 Jhs. mehr. Mein 1895 geborener Grossvater kämpfte als Offizier in beiden Weltkriegen. Und mein 1933 geborener Vater hat mir sehr eindrücklich von den Schrecken des Krieges und der schweren Nachkriegszeit erzählen und erklären können, warum transatlantische Beziehungen und europäische Einigung wichtig sind. Der letzte Weltkriegsveteran den ich kannte ist letzte Woche mit 94 Jahren gestorben.

    Ich verstehe warum die Auflösung der EU und das Ende der transatlantischen Allianz eine Katastrophe wäre, aber schon viele unter 40 begreifen das nicht mehr und lassen sich auch nicht mehr durch Nazivergleiche beeindrucken. Das ist einfach alles zu weit weg und wird zurecht als hysterische Rhetorik abgeschrieben.

    Ich habe den Eindruck, dass die Linke früher mit Nazivergleichen sparsamer umging, weil sich noch genügend Menschen an die echten Nazis erinnerten und wussten, was das für ein Vorwurf war, wenn es nicht um echte alte Nazis ging, von denen es natürlich gab.

    Mit Mitte 40 habe ich keine Lust, in einer Zeit zu leben, in der die nationalistische Verblendung meiner Grosseltern-Generation wieder in Mode kommt, aber es scheint leider, dass der neue Nationalismus nicht so ohne weiteres aufzuhalten sein wird, nicht zuletzt, weil die Linke sich endgültig von jedem Pragmatismus verabschiedet hat und jetzt identity politics macht, die schon Trump ins Weisse Haus katapultiert hat.

    • Titel eingeben
      Gerhard Löwenthal wär heute ein Nazi.

    • Titel eingeben
      Ich bin 61 geboren und habe die Auswirkungen des Krieges bis 89 gespürt lebendig eingemauert. Davon soll es 16 Mio geben.

    • Verstehen?
      „Ich verstehe warum die Auflösung der EU und das Ende der transatlantischen Allianz eine Katastrophe wäre, …“
      Sie verstehen? Verstehen Sie denn auch, warum Hass und Nationalismus in der jüngeren Zeit in Europa erst wieder sichtbar wurden, als Erweiterung und „Integration“ der EU beschleunigt wurden?

    • Alt-Bayer @ 11. März 2018 um 14:21 Uhr
      Alt-Bayer sagt:
      „Ich verstehe warum die Auflösung der EU und das Ende der transatlantischen Allianz eine Katastrophe wäre, aber schon viele unter 40 begreifen das nicht mehr und lassen sich auch nicht mehr durch Nazivergleiche beeindrucken. Das ist einfach alles zu weit weg und wird zurecht als hysterische Rhetorik abgeschrieben.“

      So ist das nicht. Wir haben nicht mehr Nachkriegszeit.

      Heute gibt es neue Mächte und neue Allianzen. Vielleicht ist gerade die transatlantische ein Samen für neue Konflikte, vielleicht gerade die EU Grundlage für neue Tragödien.

      Frage: Wo steht denn das aktuelle Target-Saldo und was bedeutet das für Europa?

    • ... teile ich fast alles ...
      … bis auf folgenden Punkt: Der NS verstand sich als utopisches Projekt der gerechten Gesellschaftsumgestaltung (Sozialismus) und weniger als „nationalistische Verblendung“. Die übrigen europäischen Völker wurden akzeptiert, wenn sie sich dem Herrschaftsanspruch der Anständigen und Gerechten unterordneten.

      Die Parallelen zu heute sind offenkundig und die Gefahren gehen dabei nicht von einem „Nationalismus“ aus …

  111. Stroh Rum
    Entschuldigung (bevor ich mich wieder dem Krusten-Braten widme – blöderweise nach Werner Grubers Genussformel zubereitet genauso wohlschmeckend von Aldi wie vom Hällischen Biometzger Schwein) noch eine Frage:

    Auch wenns jetzt nur zum Bild oben passt – was macht man mit 80 %igem Strohrum? Das kann doch selbst ein gestandener Alpen-Bursch nicht ernsthaft trinken? Zum verknackste Knöchel einreiben gibts doch Billigeres!

    • Doch natürlich, das wird beim skifahren gekippt.

    • das Stroh
      das sich Urlauber freiwillig in den Kopf packen – in Ö eigentlich nur wegen des Geschmacks im Tee oder beim backen verwendet.

    • nope
      Na, Don, das machen nur Verrückte. Die meisten nehmen mal einen Punsch, das war’s. Ende der Saison – letzter Abend – trifft sich das gesamte Personal auf Hütten. Da wird schon konsumiert und zwischen 1 und 4 Uhr mit Stirnlampe abgefahren. Das endet schon mal bös, aber selten.

    • "was macht man mit 80 %igem Strohrum?"
      .
      Ich nehme einen Schuss davon, um den Rumtopf anzusetzen.

    • Trinken
      Den kann man pur trinken, muss man aber nicht.
      Nur die Harten kommen in den Garten…

    • Das ist halt, wenn es beim Skifahren kalt ist, dann nimmt man da einen kleinen Schluck. Skilehrer hatten den früher immer dabei.

    • Stroh-Rum...
      …packt man als oberste Schicht auf einen B52 und zündet ihn an. Zumindest seit Captain-Morgan in nicht brennbare Prozentregionen abgesunken ist…

  112. Titel eingeben
    Das fetzt. Eine unwiderlegbare Analyse der aktuellen Wähler in Österreich und darüber hinaus.
    Ob Don Marco hier mit liest? Der bayerischen Staatskanzlei traue ich diese Klugheit zu

  113. Suhrkamp Tellkamp Heuchelei
    Lieber Don Alphonso

    vielen Dank für den Artikel.

    Diese Suhrkampdistanzierung ist eine riesige Heuchelei. Zum einen müsste man mit dem Klammersack gepudert sein, um Verlag und Autor als eines zu begreifen. Zum anderen kennt der Verlag doch Tellkamp, man redet doch miteinander, bevor man sich zusammentut. Mir kann daher niemand erzählen, dass Suhrkamp nicht wusste wie Tellkamp tickt. Man braucht auch nur den Turm zu lesen, um ihn in der bildungsbürgerlichen konservativen Ecke zu vermuten. Solange er den Mund hielt und Geld einbrachte, was es dem Verlag offensichtlich recht. Jetzt ist kurzfristige Aufmerksamkeit wichtiger, als die Beziehung zum hauseigenen erfolgreichen Verlag.

    So kann man auch ein Unternehmen führen.

    Herzliche Grüße in die Runde sendet

    Hessin

  114. Mao`s Schere im Kopf und die Autos
    Linke politische Einfalt gegen gedankliche Vielfalt, so sieht das bunte Deutschland aus, bzw. soll es nach den Linken aussehen.

    Bestrafe Einen, erziehe Tausende. Das Spiel beginnt wieder.

    Eine kleine Anekdote aus meiner DDR Zeit.

    Kurz vor den Wahlen in 1989 hatte ich einen scharfen Disput mit dem Stadtrat für Kultur unserer Stadt. Er war auch so ein Typ a`la Oomen, Gensing, Maas, Shebli, und wie sie alle so heißen.

    Im Laufe des Disputs fragte ich ihn, was er denn so machen werde, wenn er nicht mehr gewählt wird.

    Er saß hinter seinem Schreibtisch und lachte mich höhnisch aus.

    Kein Jahr später, im Frühjahr 90, sah ich ihn dann bei einen „Neu-Kapitalisten“, der Autos verkaufte, die Autos waschen.

    Ich konnte es mir nicht verkneifen, ihn auf unser Gespräch, und seine Reaktion hin anzusprechen. Da tat mir richtig gut.

    Die Zeit wird kommen, dass die Oomens, Gensings, Maasens, Sheblis, und wie sie alle heißen, Autos waschen werden …..

    Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    • ha ha
      ..deswegen wollen die ja Autos abschaffen, damit sie nun das nicht müssen, auch nicht brauchen – siehe bedingungsloses Grundeinkommen. Es muss eine Verschwörung sein.

    • Titel eingeben
      Stimmt leider nur zum Teil, Fett schwimmt immer oben, hat man nach der Wende häufig gesehen. Habe so Jemanden in der Verwandschaft, vor der Wende der Roteste aller Roten, nach der Wende der grösste Kapitalist. Und um die Sache abzurunden, bei der Stasi.

    • Schauen sie sich den MDR und dessen Chefin an.

    • MDR ist kein Einzelfall
      aber der MDR war eines der beliebtesten Biotope für Stasi-Mitarbeiter, SED-Schreiberlinge und Korrupte Mitarbeiter.

      Man werfe Google an: „mdr stasi mitarbeiter“

      Wer das nicht kann, klicke hier drauf: http://bfy.tw/H3me

  115. Stefanie Sargnagel......welch' schöner Name!
    Da kann unsere Maibritt Marietta KleberX
    mal wieder nicht mithalten.

    • Miosga, die versuchte den Kurz aufs Kreuz zu legen !
      werter Freund Momo:

      sie haben das schöne Wort MIOSGA vergessen, kommt von Brei habe ich gelesen…………..

      sobald der Name S.S. für Stephanie Sargnagel fällt denke ich immer an zwei Sachen:

      eine tolle Lesung in den 80ern in der Wiener Sezession mit dem unvergesslichen H.C. Artmann der ich persönlich beiwohnen durfte und sein Superbuch mit dem Titel:

      IM SCHATTEN DER BURENWURST…………..die S.S. wirft ja grosse Schatten oder ist das gemein………..ich meine das nur politisch.

      und dann an den unvergesslichen DONNI-Text zum Tunnel der S.S. mit dem Namenserben

      vergessen sie alles, denken sie nur an Ghibli und Hallali, das reicht……….

  116. Keulenschwinger, die Nazikeulen schwingen
    Die These, Neandertaler wären Keulen schwingende Affenwesen, brutal, stumpfsinnig und primitiv, ist schon länger wissenschaftlich überholt.

    Sie waren weitaus kultivierter als bislang angenommen.

    Die Keulenschwinger 21. Jh müssen von einer anderen Spezies herkommen.

    Nazi soll übrigens von National-Sozialismus kommen.

    Oder darf man das, ohne von einer Keule getroffen zu werden, auch nicht mehr sagen, weil aktuelle Sozialisten nicht zugeben wollen, dass sie sich politisch korrekt dann selbst keulen müssten?

  117. Demographie
    Sehr guter Artikel wieder, inhaltlich und stilistisch.

    Die beschriebenen Scharmützel sind aber wohl letztlich irrelevant, weil die Demographie bestimmt und die muslimischen Migranten eine viel höhere Fertilität haben und diese durch ihre Abschottung auch weitgehend behalten werden. Die normative Kraft des Faktischen wird dann schon bald Änderungen erzwingen, beispielsweise im Wahlrecht und in der Folge auch in allen Bereichen. Aktuelle Leseempfehlung: „Der Selbstmord Europas“ von Douglas Murray.

    • Der Selbstmord Europas von Murray
      Hierzu gibt es ein sehenswertes Interview bei TichysEinblick. Murray erklärt dort u.a., weshalb man mit der „Nazikeule“ sparsamer umgehen sollte. Wie bezeichnet man dann noch echte Nazis?
      Die aufheulenden Empörten spüren, dass die Migrationskritiker die Wahrheit sagen und können dies nicht ertragen.

      Laut pew wird in Deutschland im Jahr 2050 der Anteil der Muslime in Deutschland 20% betragen.

    • Um die nächste(n) Generation(en) gehts!
      Das ist alles. Viele mokieren sich (z.T. zurecht/s) darüber daß 70..80..90% der Neuankömmlinge kaum schreiben und lesen können und meist keine für den deutschen Heimatarbeitsverwendungsmarkt verwertbare Ausbildung haben. Das spielt für die Migrations- und Zukunftsstrategen (auch in der UN, die Politik spielt die Executive hier) keine Rolle, nicht die Bohne eines zarten Hauchs eines irgendwie zu beachtenden Impacts.
      Die neuen kleinen Bürgerinnen und Bürger aus der Turbo-Fertilität durchlaufen (sollen durchlaufen) das Erziehungs-, Schul- und Ausbildungssystem des aufnehmenden Landes. Da purzelt dann auch mal eine Zahnärztin (oder mehrere) raus. Nur um das geht es! Den finanziellen Gap (GAU?), die Finanzierung des Vorhabens, das sollen, nein müssen, die akt. steuerzahlenden und wertschaffenden Bürgerinnen und Bürger übernehmen. Ich denke es wird nicht funktionieren, er erodiert ja jetzt schon, dieser Masterplan. Aber was weiss ich schon. Fast nix. Und Leibniz, der letzte Universalgelehrte ohne Internetanschluss (nein, nicht der mit dem Keks), ist ja auch schon lange tot. Den hätte man ja mal fragen können, zur Not (die kommen wird).

  118. Titel eingeben
    1935 war bei Piper der von Barlach selbst zusammengestellte Band „Zeichnungen von Ernst Barlach“ erschienen. Das Buch wurde 1936 verboten, alle ausgelieferten Exemplare wurden eingezogen und vernichtet. Dieser Band gehört zu den ersten Büchern, die der Verlag nach 1945 herausbrachte. Der Piper Verlag gehörte jetzt zu den ersten Verlagen, die angekündigt haben, das Wort Neger bei Neuauflagen der vom Verlag publizierten Bücher zu streichen. So tief kann ein deutscher Verlag sinken. Nun Rowolt- wie weit soll die Selbstbesudelung deutscher Verlage in vorauseilendem Gehorsam vor dem Wächterrat für politische Korrektheit noch gehen?

    • Es ist dringend, ein icon einzuführen, das
      ‚gestreamlined‘ auf dem Umschlag anzeigt. Ich für meinen Teil möchte kein Buch kaufen, das politisch Korrektisiert wurde.

      Auf der anderen Seite gibt es sicher Menschen die genau das wollen.
      Dann steht bei der Neuauflage von Bukowski auf der vierten Seite
      „Übersetzung: Claudius Müller
      Anpassung: Annette Maas“

      Dass das ganze Buch dann ziemlich leer, dünn und anödend langweilig ist, steht auf einem anderen Blatt.

    • Struwwelpeter
      Wie übersetzen die sprachpolitisch korrekten Verlage dann dieses Gedicht des bekannten Frankfurter, Heinrich Hofmann, in sprachpolitisch korrektes Neuhochdeutsch?
      .
      „Es ging spazieren vor dem Tor
      Ein kohlpechrabenschwarzer Mohr.
      Die Sonne schien ihm aufs Gehirn
      Da nahm er seinen Sonnenschirm.
      Da kam der Ludwig hergerannt
      Und trug sein Fähnchen in der Hand.
      Der Kaspar kam mit schnellem Schritt
      Und brachte seine Bretzel mit;
      Und auch der Wilhelm war nicht steif
      Und brachte seinen runden Reif.
      Die schrie’n und lachten alle drei
      Als dort das Mohrchen ging vorbei,
      Weil es so schwarz wie Tinte sei!
      .
      Da kam der große Nikolas
      Mit seinem großen Tintenfaß.
      Der sprach: Ihr Kinder, hört mir zu,
      Und laßt den Mohren hübsch in Ruh’!
      Was kann denn dieser Mohr dafür,
      Daß er so weiß nicht ist, wie ihr?
      Die Buben aber folgten nicht,
      Und lachten ihm ins Angesicht,
      Und lachten ärger als zuvor
      Über den armen schwaren Mohr.
      .
      Der Nikolas wurde bös und wild, –
      Du siehst es hier auf diesem Bild!
      Er packte gleich die Buben fest,
      Beim Arm, beim Kopf, bei Rock und West’,
      Den Wilhelm und den Ludewig,
      Den Kaspar auch, der wehrte sich.
      Er tunkt sie in die Tinte tief,
      Wie auch der Kaspar : “Feuer!” rief.
      Bis über’n Kopf ins Tintenfaß
      Tunkt sie der große Nikolas.
      .
      Du siehst sie hier, wie schwarz sie sind,
      Viel schwärzer als das Mohrenkind!
      Der Mohr voraus im Sonnenschein,
      Die Tintenbuben hintendrein;
      Und hätten sie nicht so gelacht,
      Hätt’ Nikolas sie nicht schwarz gemacht.“
      .
      Das Gedicht hat mir in meiner Kindheit immer besonders imponiert, weil meine Brüder Ludwig und Wilhelm heißen.

    • Herr Kistner, bitte eine Quelle für
      den Piper Verlag und das N-Wort

    • Ludwig Thoma
      @Der Tiger

      Was ist schwärzer als die Kohle…(…)…
      als des Negers Vorderfuß…

      Für die Lyrik bezüglich bayerischer Politik saß Ludwig Thoma auch mal ein…heute müsste man sich schon für den „Vorderfuß“ rechtfertigen.

      Wird nicht mehr aufgelegt wahrscheinlich
      Bleiben die „Lausbubengeschichten“ im ÖR…

  119. Die Berichterstattung der FAZ ...
    … in der causa Tellkamp war auch nicht besser als in den anderen Mittelstrahlmedien.

    Viele Linke propagieren bei uns ein geradezu zynisches Verständnis von
    Meinungsfreiheit:

    Jeder darf ja alles sagen, er muss nur mit den Konsequenzen leben.

    Wenn die Konsequenzen aber wirtschaftliche Vernichtung, soziale Ächtung und auch Angriffe auf die körperliche Unversehrtheit (Antifa-Schläger!), dann sind wir mindestens schon halb in der DDR.

    Dort konnte man auch in Maßen von der Generallinie abweichen.

    Man wurde dann halt nicht befördert oder auf einen Straßenkehrerposten versetzt oder die Kinder konnten das Abitur nicht machen.

    Diese Intoleranz der angeblich so Toleranten ist nur noch zum Speien!

  120. Zu Kompliziert
    Hallo,

    könnte man den Artikel bitte etwas Bürgerfreundlicher schreiben?
    Ich bin nicht sehr klug und auch nicht sehr gebidlet.

    Dennoch würde ich gerne verstehen worum es geht. Bitte einfache Wörter verwenden… die Bundesregierung macht es ja auf ihren Seiten auch.

    • Gute Idee!
      Man könnte alle DA Blog Texte zusätzlich in einfacher Sprache zur Verfügung stellen.

    • Kompliziert
      Warum wählen Sie nicht den Ansatz, sich soweit Bildung anzueignen, dass Sie dem Text folgen können? Fremdworte und geschichtliche Hintergründe lassen sich hervorrragend googlen.
      Fall Ihr Einwurf ironisch war, habe ich das nicht verstanden.

    • Gerne verstehen, worum es geht...
      „… den Artikel bitte etwas bürgerfreundlicher schreiben?“

      Man kann einen Artikel leserfreundlicher schreiben, aber nicht „bürgerfreundlich“. Bürger sind Angehörige eines Staates oder einer Kommune.

      Beim Typ des Textes handelt es sich um eine Glosse.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Glosse#Journalistische_Glosse

      Der Inhalt einer Glosse, die im wesentlichen nur die Meinung des Autors wiedergibt, ist im letzten Satz zusammen gefasst: „Und wie es ausgeht, wird man sehen.“

    • .. ganz einfach ...
      Tellkamp ist brandgefährlich und genauso wenig hilfreich wie Sarrazin. Die Menschen bereichern. Wir schaffen das. Und wenn endlich alle mitmachen und nicht nörgeln entsteht das Wirtschaftswunder 2.0! Denn wer soll sonst unsere Rente finanzieren? Wir sind ein reiches Land. Solidarität und Werte sind wichtig in einem Land, das keine Kultur kennt und den den Türken nach dem Krieg aufgebaut wurde. Wir lassen uns das welcome nicht vermiesen.

      So in etwa.

    • Lieber Tom, bürgerfreundlicher schreiben geht hier nicht, weil
      Sie auf den Intelligenzseiten der FAZ gelandet sind. Hier werden oft sehr komplizierte Gedanken ausgetauscht und jeder versucht sie so kurz und klar wie möglich zu formulieren. Dazu dienen oft Fremdwörter, Zitate in fremden Sprachen, oft auch nur ernste oder lustige Anspielungen auf Ereignisse aus der Geschichte, aus Kunst, Büchern oder Politik. Würden diese Gedanken in einfacher Sprache geschrieben werden, würden sie so lang wie dicke Bücher werden.

      Wenn Sie trotzdem hier weiter mitlesen möchten, empfehle ich Ihnen vorher Wikipedia zu öffnen und die ganze Zeit offen zu lassen. Dann brauchen Sie nur noch die schwierigen Wörter kopieren und direkt in Wiki einzutragen. Anfangs ist das anstrengend aber „Übung macht den Meister“. Nach einiger Zeit werden Sie feststellen, daß Sie mit jedem Lesen schneller werden und sicher sehr viel klüger sind als Sie sich heute einschätzen.
      Und: Leute, die meinen gebildet zu sein, sind meist zu dumm ihr mangelndes Wissen anzuerkennen. Da sind Sie schon viel weiter, das haben Sie mit Ihrem Kommentar bewiesen!
      Ich wünsche Ihnen viel Freude beim geistigen Nüsseknacken.
      Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Neugier, zu Ihrem Wissensdurst, das ist etwas ganz Kostbares.

    • Ist doch wohl
      Ironie, Leute.

    • Eindeutig Satire...
      …das ist nicht ..( ….gut…).
      Das ist für „Bürger“, die nicht klug und gebildet sind…

  121. "die Gedanken sind frei"
    so werden, lieber DA, am Ende des 18. Jahrhunderts viele auf deutschem Boden gedacht haben, die in ihrer Kritik an den Zeitläuften zwar Klerus und Adel mit harter Kritik bedachten, aber es nicht wagten, den Garanten der alten Ordnung, den Fürsten, auch nur zaghaft zu kritisieren.
    Der von der Obrigkeit gezogene Meinungskorridor war für eine grundlegende Staatskritik zu eng gezurrt.
    Daran hat sich, strukturell betrachtet, bis heute wenig geändert, auch wenn die politischen und sozialen Kräfte, welche diese Justierungen vorgenommen haben, im Laufe der Zeit erheblichen Veränderungen unterworfen waren.
    Dementsprechend sind auch die Koordinaten, entlang derer sich der politisch gewünschte Meinungskorridor bewegte, bis heute mehrfach deutlich verschoben worden.
    Damit ein solches System der gedanklichen Bevormundung reibunglos arbeitet, muß jeder Regelverstoß energisch bekämpft werden. Dafür haben Sie, Don, ihrem geneigten Lesepublikum in den letzten Jahren zahllose Beispiele in ebenso unterhaltsamer wie erhellernder Weise nahe gebracht.
    Gleichwohl ist zu fragen, genügt es, immer wieder die Armee der selbst ernannten Zensoren und Profiteure, auch im ökonomische Sinne, dieser Form des betreuten und regulierten Denkens und ihre Strategien in ihren zahlreichen Variationen zu benennen?
    Ist es nicht eher an der Zeit grundlegender als bisher zu fragen, welcher gedanklichen Prioritäten, die uns heute als unumstößlich erscheinen, müssen wir uns entledigen, um zukunftsfähig zu werden.
    Auch beim Anblick Ihrer herrlichen Tortenstücke, schneidigen Autos und hübschen Antiquitäten kann ich diesen Gedanken nicht immer aus n meinem Herzen verdrängen.
    Das aktuelle Verhalten der Großmächte macht schließlich gerade sichtbar, daß ganz andere Antworten, als sie der bundesdeutsche Diskurs hervorbringt, möglich sind.
    Im übrigen läßt sich ein linksgrüner Mainstream-Diskurs, der in Mitteleuropa auf sämtlichen Diskussionen wie Mehltau liegt, auch nicht mehr durch einfache punktuelle Korrekturen beseitigen bzw. ungeschehen machen.
    Ein erheblicher Teil der Parteien sowie der übergroße Teil der Medien haben mittlerweile ihre soziale und ökonomische Existenz damit so eng verknüpft, daß ein Abrücken von diesen Positonen vielen von ihnen sogleich als Existenz bedrohend erscheint.
    Dementsprechend kann schon der eigentlich normale Dissens zweier Autoren, der wohl besser in dem Saal verblieben wäre, weil er kaum intellektuellen Gewinn über den Diskussionsort hinaus verhieß, einen kleinen medialen Tsunami auslösen.
    Zwei Menschen haben ihre unterschiedliche Meinung bekundet und ein im Abschwung begriffener Verlag nutzt durch ein bekennerhaftes Statement geschickt die Chance, kostenlose Publizität zu erhalten.
    Für die große Masse der Menschen ist eine Veränderung der Rezeptur von Nutella, ohne Schleichwerbung betreiben zu wollen, gewiß wesentlich bedeutsamer. Dies schmeckt man, das andere ist vergessen, ehe man den Artikel zu ende gelesen hat.

    • Gedankliche Bevormundung?
      Werden Sie erwachsen. Niemand schreibt Ihnen vor, was Sie zu denken haben, aber bitte nicht beklagen, wenn das was Sie von sich geben, anderen zu denken gibt. Bei uns herrscht Meinungsfreiheit, nicht Kritikfreiheit. Keine Kritik zuzulassen ist nicht Kennzeichen einer liberalen Gemeinschaft. Wer Kritik als Gesinnungsterror abtut, will halt keine Kritik, sondern unwidersprochen bleiben.

    • Nutella
      Hab jetzt nur den Schluss gelesen, aber als Tipp für Sonntage, da gibt es ein paar gute Rezepte um Schokoaufstrich selbst zu machen. Die Grünguten unter uns nicht mit Palmöl, sondern Bio-Kokosfett. Ich kann auch die Schmalz-Variante empfehlen (hochwertig geschmacksneutrales Fett mit erstrebenswertem Schmelzpunkt im Munde).

    • Österreichs Glück
      Mein Standardtext in Facebook etc. lautet „Die Grünen sind Deutschlands Unglück.“ Offenbar ist ihr Schwinden Österreichs Glück. Ach, wären die Leute doch bei ihren Leisten, will sagen, bei unser aller Liebe zur Natur, zu unseren Bergen geblieben. Da gibt es genug zu tun. Aber nein, sie müssen von hinten den grauslichen Kommunismus wieder einführen wollen, Weltoffenheit mit Grenzoffenheit verwechseln, das Fremde lieben und das Eigene hassen und also überall beweisen wollen, dass eine deutch sprechende Persönlichkeit eine gespaltene sein muss. Wenn nicht, dann muss es sich in ihrer Optik um einen rassistischen Nazi handeln.

    • Schleichwerbung
      Wer kennt nicht den Werbespruch: „Nur wo Nutella draufsteht, ist auch Nutella drin.“

      Das Problem in Deutschland ist, dass hier, wo Demokratie draufsteht, leider Demokratie NICHT mehr drin ist. – wie in der DDR, wo das zweite D im Namen ja auch für Demokratie stand.
      Willkommen in der DDR 2.0!

    • Wir erziehen uns wechselseitig zu Lügnern
      Das ist wahrscheinlich ein Stückweit
      normal, da es auch eine Frage des Anstands ist
      nicht immer jedem sofort zu sagen was wir von ihm halten.

      Don Alphonsos Großmutter hätte wahrscheinlich
      der Tochter von S. Gabriel gesagt:
      So etwas sagt man nicht (öffentlich)…
      … der Mann mit den Haaren im Gesicht…

      Das S. Gabriel das nicht bei seinem Vater gelernt hat ist
      nachvollziehbar, der soll ja ein unfreundlicher Mensch
      gewesen sein.

      So weit das Private.

      Zum öffentlichen:
      Jemand, ich habe den Namen leider vergessen, der
      die Nazizeit als Kind in GB überlebte, wurde gefragt
      ob man das Leugnen des Holocaust verbieten solle.

      Die Antwort war:
      Nein. Ich möchte so jemanden aber einen Lügner
      nennen dürfen.

      Die Bundesrepublik Deutschland hat sich entschlossen das Lügen
      zu belohnen. Deshalb gibt es bei uns lt Statistik nur wenige
      Holocaustleugner und damit auch nur wenige Lügner.
      Wenn man davon ausgeht das jemand der den Holocaust nicht
      leugnet auch kein Lügner ist.

      Unabhängig davon fangen Leute ggf langsam an lieber
      Arschlöcher als Heuchler zu wählen.
      Was man auch verstehen kann.

  122. Donaschwindlo Pseudophonso, Botalphonso
    Wer auch immer hier im Namen Don Alphonsos bloggt:

    der Stil der Antworten stimmt nicht, die Zensurpolitik sowieso nicht.

    Nennen Sie sich doch einfach „Bot Alphonso“.

    Die FAZ lese ich trotzdem nicht mehr.

    Auf Wiedersehen

    • Es gibt hier ein paar Regeln und die setze ich um. Allzu schräge Vergleiche will ich hier einfach nicht – ich spreche mich im Text dagegen aus und will die auch nicht von anderen.

    • 11. März 15.34 Uhr
      Wenn Sie die Beiträge, die bis zu diesem Datum geschrieben wurden, aneinanderreihen, könnte man den Eindruck gewinnen, diesem Blog sollte ein gewisser „Linksdrall“ auch „Spin“ verliehen werden.

      Natürlich kann das keiner verstehen, der den Text nicht kennt, den ich gegen 12 Uhr geschrieben und den Sie nicht freigeschaltet haben.

      Wenn ich mir das anschaue, was DANACH hier geschrieben wurde, halte ich den übrigens immer noch für harmlos.

      Zu den angegebenen Fakten kann ich übrigens bei Bedarf seriöse Quellen beibringen

      Texte zu zensieren ist natürlich Ihre Sache. Ich fragte mich nur, vor was Sie Angst haben.
      Rausgeschmissen zu werden?

    • Die Vergleiche sind einfach in der historischen Gesamtdimension unangebracht. Man muss nicht alles immer mit Nazis vergleichen. Meine Meinung.

    • Herr Marx
      Es ist schon ein starkes Stück, Don Alphonso als Donauschwindler zu bezeichen oder als Bot.

      Also, nur unter uns, ich hätte Ihnen rigoroser geantwortet als Don Alphonso es gemacht hat. Und das hätte Ihnen weitaus mehr aufgestossen.

    • Führen duch Vorbild ist meine Devise.

    • Moment Mal
      In meinem Text ging es um die „Umerziehung“ durch das „Office for Information Control“ OIC, dessen Funktion und Aufgaben ich dem PSYOP Handbuch von SHAEF (Supreme Headquarter Alliied Expedition Forces) von 1946, das mir im Original vorliegt, entnommen habe und warum diese Funktion meines Erachtens nach durch die derzeitigen Regierungsparteien, die indirekt „Profiteure“ dieser Politik geworden sind, aus Gründen des Machterhalts einfach weitergeführt wird, warum wir also weiterhin ein unter Besatzungspolitik leidendes Volk sind und die hier beschriebenen Auswirkungen weiter spüren.

      Fragen Sie doch mal die Leute hier, ob sie wissen, dass es ein OIC, dessen Aufgabe die in „1984“ beschriebenen Zensurmassnahmen bei weitem verblassen lassen würde, überhaupt gab.

      Was an diesem Text, den ich hiermit offiziell zurückziehe, so schimm sein soll, dass er in der Vorauswahl durch das Sieb der Meinungszensur fällt, ausgerechnet in einem Blog, der sich gegen Meinungszensur richtet, erschliesst sich mir nicht.

      Ich habe auch nichts dagegen, von einem breiten Publikum als Idiot bezeichnet zu werden, der dämliche Texte mit schrägen Vergleichen schreibt.

      Wer aber schreibt, der Text hätte nicht zu akzeptierende Nazivergleiche enthalten, der hat entweder den falschen Text gelesen, stand beim Lesen unter Drogen oder ist ein Plagiator, der den Blog unter falscher Flagge weiter betreiben will, was für mich, angesichts des Imageverlustes der FAZ, durchaus verständlich wäre, und der durch solche Zensurmaßnahmen bestimmte Leute aus diesem Blog herausekeln will.

      Das haben Sie hiermit geschafft. Original Don Alphonso oder nicht.

      PS: lesen Sie mal alle von „Don Alphonso“ bis zum 11.02. 2018, 15.34 Uhr geschriebenen Antworten. Kein einziger (NULL) Schreibfehler! Das soll das Original sein?

    • Gebrauchs- und Geschmacksmuster
      Wenn die FAZ die Markenrechte am Namen „Don Alphonso“ besitzt, dann darf unter diesem Namen nicht nur ein Herr Meyer, sondern auch ein Herr Müller bloggen. Darum geht es.

  123. "Das wird man doch wohl noch mal sagen dürfen..."
    Ja darf man, aber bitte nicht darüber beschweren wenn andere sich darüber beschweren. Hart im Austeilen, wehleidig im Einstecken scheint das Merkmal derer zu sein, die da glauben sich für die Reinhaltung des Deutschen Volkes einsetzen zu müssen.
    Die Freiheit, sich zu äußern, begründet kein Recht, sich unwidersprochen zu äußern, denn ebenso gilt diese Freiheit für jene, die widersprechen. Aber es fragt sich, was jemand im Kulturbetrieb verloren hat, der keine Kritik verträgt. Wer die Hitze am Herd nicht aushält, taugt halt nicht zum Koch. Aber mit dieser meiner Meinung, habe ich mich nun wohl als einer der von Tellkamp beklagten Gesinnungsdiktatoren geoutet. Diesem und all jenen die unter Widerspruch leiden sei gesagt: man darf mich kritisieren. Ich leide nicht darunter. Ich empöre mich deswegen nicht. Aber man verschone mich bitte mit dem Gesülze über Volkstot durch Überfremdung. München hat einen Auländeranteil von 28% und da sind die Preussen noch nicht einmal eingerechnet. Diese dazu genommen sind wir längst eine Minderheit im eigenen Land, aber dennoch haben wir nicht aufgehört München zu sein.

    • Wie gesagt, es gibt schon Hoffnungen. Tellkamp sollte wie Baerowski und Münkler vorgeführt werden, Das ist dann etwas anderes.

    • ... sorry, das ist Unsinn ...
      … „Die Freiheit, sich zu äußern, begründet kein Recht, sich unwidersprochen zu äußern“

      Das ist so eine Phrase, die immer hochkommt, um linksgrünen Meinungsterror à la „Halts Maul Sarrazin!“ zu rechtfertigen.

      Im Grunde genommen fehlt Ihnen jeder Respekt für eine abweichende Meinung („Gesülze über Volkstod“). Es gibt genug Leute, die einen Ausländeranteil – insbesondere mit Hochkultur – an den Grundschulen von 50% + X für keine gute Idee halten und sich dabei, im Gegensatz zu den Befürworten von derartigen Großversuchen, auf reale Erfahrungen stützen können. Gewöhnen Sie sich einmal versuchsweise an, diese Haltung zu respektieren, auch wenn es schwer fällt, das lässt-sich-schon-schaffen.

      Außerdem ist der Ausländeranteil bekanntlich nicht das primäre Problem, sondern die Zusammensetzung, das Wachstum, die Jobaussichten und die Verteilung auf die Alterskohorten und die Stadtteile. Schon 10%+X mit „Hochkultur“ sind keine Freude.

    • München bleibt München
      Das Beispiel ist gut gewählt. Andere Städte mögen nicht so sehr als Beleg für die These taugen. Was ist besonders an München? Warum fallen Immigranten aller Couleur dort nicht so auf, prägen der Stadt kein anderes als das bekannt-beliebte Münchner Flair auf? Eben wegen dieses Flairs! München, Bayern insgesamt, zeichnet sich im besonderen Maße durch innerlich gelebte und öffentlich dargestellte Identität aus. Es gibt eine spezifisch bairische Kultur, die lebendig ist. Und genau deswegen finden Zugezogene Orientierung und Einheimische Vergewisserung. Es ist leicht, sich in Bayern zu integrieren (wenn auch mitunter schwer, als Voll-Integrierter akzeptiert zu werden). Weil da etwas ist, wohinein man sich integrieren kann. Andere deutsche Landsmannschaften und Regionen mögen eine ebensolch ausgeprägte Regionalkultur haben, sie wird indes nicht so sehr sichtbar und bietet deshalb Zugezogene keine Orientierung. Kulturell dominant und politisch verlautbart wird hingegen geradezu das Gegenteil: das Fehlen einer spezifischen Identität, die für dieses Land und seine Bürger konstituierend ist. Unter solchen Umständen reichen dann schon weniger als 28 %, die Zentrifugalkräfte unbeherrschbar werden zu lassen. Es ist eigentlich eine ganz einfache Erkenntnis, und ich wundere mich, daß sie in der öffentlichen Diskussion keine Rolle spielt: Je gefestigter eine Gesellschaft, desto größer die Aufnahmekapazität. Umgekehrt: Je heterogener die Herkünfte, desto stärker muß das ideelle (identitäre) Zentrum sein, soll der Laden nicht auseinanderfliegen. Die Nation ist eben nicht das Hindernis, sondern die Lösung für das Migrationsproblem. Nation hat freilich nichts mit Volk oder Staatsbürgerschaft zu tun. Das sind ethnische und juristische Kategorien; die eine nicht änderbar, die andere folgt bürokratischen Definitionen. Nation hingegen zielt auf den je einzelnen Menschen: Willst Du zu uns gehören? Bist Du bereit, das Gute, Tragische und auch Böse unserer gemeinsamen Identität anzunehmen und mitzutragen? Wenn Du das kannst, dann sei uns willkommen! Und welches Blut in Deinen Adern fließt oder welchen Paß Du hast oder einmal hattest, das ist uns gleichgültig. Diejenigen, die Nation verteufeln, tragen überhaupt gar nichts zu Integration bei. Sie integrieren nicht nur keine Migranten, sie desintegrieren auch noch die bestehenden Gesellschaften.

    • Werter Herr Keim,
      in meiner Münchner Zeit in den 80-ern war München schon international. In meiner Firma gab es Mitarbeiter aus Europa von Schweden bis Spanien, Kanadier, Amerikaner, einen Peruaner und einige Asiaten. Man konnte problemlos nach Mitternacht im Bahnhofsviertel unterwegs sein. Letzteres würde ich heute nicht mehr tun.
      22 Jahre Ruhrgebiet haben mir eine andere Schichtung der Gesellschaft gezeigt und sie wandelt sich derzeit mit hohem Tempo. Vor zehn Jahren könnte man in Duisburg-Meiderich (für Fußballfans die Heimat des Meidericher SV – heute MSV-Duisburg) fast nur Frauen mit Kopftuch sehen. Heute sind sie am Nachmittag fast verschwunden und durch junge, maximal 30-jährige Männer aus Afrika ersetzt. Duisburg ist auf dem Weg aufzuhören, Duisburg zu sein.
      MfG
      Alfred Haas

  124. Unter Feuer ...
    In den 90ern habe ich mal den Hofnarren in einem Lokalradio gegeben und in einer wöchentlichen Kolumne Alltags(politik)-Geschichten von einer Kunstfigur (!) kommentieren lassen. Im Nachhinein waren die Beiträge inhaltlich ziemlich dürftig und gähnend langweilig. Trotzdem fühlten sich Lokalpolitiker auf den Schlips getreten und setzten den Chefredakteur (strammer Sozi, Parteibuch) unter Druck. Das wäre eine prima Gelegenheit gewesen, mich abzuservieren, denn er konnte mich nicht ausstehen – und umgekehrt.

    Allerdings hatten sie ihn auf dem völlig falschen Fuß erwischt & lediglich seinen Journalisten-Reflex ausgelöst. Er stand uneingeschränkt hinter mir. Als sich die Sache abgekühlt hatte, wanderte ich dann auf einen gut versteckten Sendeplatz und meine Wiederholungen wurde gestrichen … Er wollte sich wohl weiteren Ärger mit mir ersparen. Aber so lange ich unter Feuer stand, hat er mir Deckung gegeben! Das werde ich ihm auch nie vergessen, und deshalb regen mich so Geschichten wie jetzt die causa Suhrkamp auch richtig auf. Weil ich Loyalität nun einmal sehr hoch einschätze.

  125. Neues gelernt ...
    Ich kannte weder Frei.Wild noch die Buam.

    Naja. Frei.Wild schien mir eher wie eine pale copy von Ton-Steine-Scherben, vieles unklar gesungen, nicht wirklich nett anzuhören. Nicht mein Geschmack. Auch eine unklare politische Aussage, zumindest in den zwei, drei Stücken die ich mir angetan habe.

    Bei den Buam dachte ich zunächst an eine Parodie, mit dem Sänger, der offenbar ein Auge verloren hat (tut mir wirklich Leid, schien mir zuerst wie ein Gag), vielleicht auch wegen der relativ dünnen und hohen Stimmen. Ansonsten, das was ich mir unter ‚Volksmusik aus dem Zillertal‘ vorstellen würde, und was zu meinen Jugendzeiten mancherorts noch aus Überzeugung daheim oder in der Kneipe gespielt wurde, auch in der Wurlitzer gedrückt.
    Hier stellt sich mir wirklich die Frage, wieso solche Volksmusik rechts sein sollte?

    Oder ist mir da etwas entgangen, das ich insgesamt nachzuholen hätte?

    • Herr Dippel,
      die Biermöslblosn waren unter Strauß im BR auch verboten, weil sie schön volkstümlich gegen Wackersdorf gesungen haben.War damals links.Später legte sich das.

    • Och joh, Philomena, hmm.
      Frei.Wild hatte ja schon einen anarchistischen Anflug, so weit ich das Wenige das ich von den Texten verstand (nicht: Dialekt – doch: akustisch in Gedröhn untergehend).
      Die Buam jedoch, Zillertaller Combo mit Heimatliedern. Das mit dem Achmed am Tegernsee (oder so) war wirklich, also, handzahm.

      Wie sagten wir früher im Beisserl, beim Gehen:

      „Es sprach der Scheich zum Emir
      soll’n wir zahl’n und dann geh’n wir?
      Es sprach der Emir zum Scheich:
      Och, da geh’n wir lieber gleich!“

      Erst heute ist mir klar geworden, wie rassistisch und islamophob dieser Spruch ist. Ich werde mich heute Abend entsprechend geisseln.

    • Herr Dippel,
      das oder die Frei.Wild kenne ich nicht, sehe aber manchmal Aufkleber mit dem Geweih.Ich bezog mich mehr auf de Buam.

      Der Spruch vom Emir ist mir bekannt. Wenn Sie das Hiatnmadl hören, müsste es wohl auch auf den Index gewisser Frauen.Die Ösis hatten da richtig schöne Sachen damals,entweder mit Humor oder Romantik.

  126. Änderung ist (noch?) nicht in Sicht
    In einem popeligen norddeutschen Dorf läßt der Gemeiderat Gemälde wg. Sexismus verhängen:
    https://www.shz.de/regionales/kiel/sexismus-vorwurf-in-heikendorf-kuenstler-kai-piepgras-muss-gemaelde-verhuellen-id19289151.html
    Jede Programm-Zeitschrift bietet dagegen Hardcore-Porno. Der PC-Tunnel wird in jeder Hinsicht immer enger, Dummheit formt unser Leben. Meine Hochachtung vor Ihrer Ausdauer dagegen anzuschreiben.

    • Wie lächerlich.
      Die Damen sollten sich in Rungholt zu den Resten dort gesellen.

    • Dresden, der Name und Uwe Tellkamp sind im Bewußtsein verankert,
      es ist das Elbtal, es ist die Höhe.

      Heikendorf und Kai Piepgras in den vermeintlichen Abgrund, der die Höhe ist, zu lenken, ohne Geld Zusatz, dazu braucht es eine aufmerksame Lokalzeitung, eines hinweisenden Foristen, folgend der genialen Öffentlichkeitsarbeit einer bis heute wohl unterschätzten Lokalpolitikerin.

      Rufe, oh Abgrund, wir folgen.

  127. Mut zur Lücke
    Ich finde es interessant, dass man Herrn Tellkamps Auftritt verteidigen kann, ohne ein einziges Wort zu dem zu sagen, was dort gesagt & getan wurde. Indem man generell die Empörung der Gutmenschen diffamiert & als kontraproduktiv & irgendwie doof abstempelt.
    Dabei ist interessant, dass der Autor das eigene Modell beschreibt, als sei es das Tun der Anderen. Denn ja, durch immerneue kleine Übergriffe wird in der Tat ein Spiel gespielt, bei dem die Empörung langsam abnutzt.
    Ich habe mir die Mühe gemacht, die gesamte Diskussion zwischen Herrn Tellkamp & Herrn Grünbein anzuschauen. Ich habe von Herrn Tellkamp nichts gehört, das darauf hinweist, dass er auch nur im weitesten Sinne ein Nazi-Weltbild pflegt im Sinne abstrakter Anschauungen. Zugleich musste ich feststellen, dass alles, was Herr Tellkamp dort sagte, ohne jede Ausnahme, eine völlig verzerrte, im Wesentlichen als schieres Unwissen zu deklarierende Sicht der Wirklichkeit belegte. Mit sehr wenigen Ausnahmen waren alle Aussagen zu angeblichen Fakten, die er vortrug, schlicht eklatant falsch, daneben, oder Zeugnis des fehlenden Kontext-Verständnisses. Konkret lässt sich das auf ein Haupt-Thema verdichten: Herr Tellkamp hat offensichtlich keine Ahnung, wie ein demokratischer Rechtsstaat funktioniert. Die Rentenkasse. Das Rechtswesen. Grenzsicherung. Einfach das. So wie: Als hätte er das nicht mal in der Schule, nicht mal im Ansatz je gelernt. Na ja, hat er wohl auch nicht, oder? Wie Millionen anderer auch. Das ist empörend. Und wenn dann, wie in Dresden geschehen, genau ein Vertreter dieser notorischen Dummheit in der Weise auftritt, dass er den Mitdiskutanten über den Mund fährt, sie ständig völlig unberechtigt mit erhobenem Zeigefinger & Stimme zurechtweist, sie mögen doch jetzt bitte mal „sauber“ argumentieren & nicht ständig tricksen, wenn er einen eigenen Mob findet, der zielsicher immer wieder jene Stellen goutiert, an denen nicht etwa irgendeine Aussage oder Meinung formuliert, geschweige denn ein Standpunkt bezogen, sondern etwas jetzt mal so stehen gelassen wird oder da ja jeder weiß, was er von zu halten hat, dann sollte man es schon mit der Angst zu tun bekommen. Tellkamps Fraktion höhnt, hämt & ist dabei ununterbrochen beleidigt.
    Es erscheint zunächst absurd, wenn gerade Tellkamp immer wieder ansetzt, angebliche „Rechtsbrüche“ zu bemängeln, aber vielleicht ist es für den gelernten Verfassungsjuristen auch einfacher zu erkennen, dass T. dabei keinen Rechtsstaat vor Augen hat. Sondern eher einen Arrest-Staat. Wie die DDR.
    Nach wenigen Minuten weiß ich auch, wen Tellkamp für mich verkörpert. Den Antagonisten in Zweigs Schachnovelle. Dieser verschlossene, panzerartige Mensch, der immer nur fährt, feuert, fährt, feuert. Während seine Gegner zu differenzieren versuchen, erklärt er, dass sie alles über einen Kamm scheren. Erklärt unaufgefordert, dass wer rechts sei ja gleich auch Rassist, gleich auch Nazi sei, ohne dass irgendjemand irgendetwas dazu gesagt hätte. Muss dann auch nicht mehr, er hat ja schon geklärt, was man davon zu halten hätte, wenn jetzt irgendeine Gesinnungskritik erhoben würde. Soviel wäre auch zum eigentlichen Thema des Abends zu sagen. Nicht einmal die Unterscheidung zwischen Meinung & Gesinnung findet statt.
    Der Abend in Dresden belegt eindeutig, dass die Mindestanforderungen an Menschen zur Teilhabe an einer rechtsstaatlichen Demokratie immens hoch sind. Im Wesentlichen ist dies eine Bildungsaufgabe, die in der BRD allgemein lange vernachlässigt wurde. Noch deutlicher ist, dass die betreffende Sorge in Hinblick auf Zuzügler aus anderen politischen Kulturen besonders begründet ist & Integration zwingend die gründliche Auseinandersetzung mit den Institutionen & Regeln des demokratischen Rechtsstaats verlangt. Die BRD hat sich keinen Gefallen getan, als sie 1990 Millionen von insoweit kulturfremden Menschen aus einem Staat, der genau so war, wie Herr Tellkamp ihn heute noch sieht, unkontrolliert in unseren Rechtsraum hat strömen lassen. Dieser historische Fehler lässt sich nicht wiedergutmachen. Es kann auch logischerweise eine nachträgliche Umerziehung erdacht werden, denn dies wäre wiederum mit unserem eigenen Freiheitsempfiinden unvereinbar. Herr Tellkamps erhobener Zeigefinger ließ da ein anderes erahnen.

    • Mensch Angela, er meint dich!
      Text eingeben

    • Gelernter Verfassungsjurist ?
      Was soll man von einem „gelernten Verfassungsjuristen“ halten, der das Wiedervereinigungsgebot, also das wohl wichtigste Verfassungsgebot unseres GGs von 1949, mit einem Kommentar wie

      „Die BRD hat sich keinen Gefallen getan, als sie 1990 Millionen von insoweit kulturfremden Menschen … unkontrolliert in unseren Rechtsraum hat strömen lassen.“

      interpretiert. Mir fällt dazu nur der Max Liebermannsche Kommentar vom Januar 1933 ein.

    • ... nee...
      „ohne jede Ausnahme, eine völlig verzerrte, im Wesentlichen als schieres Unwissen zu deklarierende Sicht der Wirklichkeit belegte“

      Das stimmt sicher nicht. Der T ist Schriftsteller. In verfassungsrechtlichen Fragen also ein Laie.

      Aber es ist eine vertretbare (und sogar die fachlich richtige) Meinung, dass die Merkelei mit Verfassungsvorgaben und einfachgesetzlichen Vorgaben gleichermaßen unvereinbar ist, es sich mithin – um eine fortlaufende „Herrschaft des Unrechts“ (Seehofer) handelt.

      Das ernsthafte Problem ist, dass die Merkelei die demokratischen Institutionen und den Rechtsstaat ausgehöhlt hat, indem Gesetze nicht mehr vollzogen und die damit verbundenen Opfer verschwiegen oder schnell verscharrt werden. Das hat im Wege der Selbstgleichschaltung lange Zeit ohne jede Opposition funktioniert und hat unser Land – man muss es leider so nennen – in eine fürsorgliche de-facto-Diktatur verwandelt, da alle institutionellen Sicherungen (einschließlich der Presse) aushebelt wurden.

      Da ist das Volksempfinden schon ein Richtiges. Die Leute sind generell nicht blöd und wissen, dass Analphabeten und Fake-Fachkräfte aus Afrika und Asien mit „Hochkultur“ nichts Gutes bedeuten, auch wenn man ihnen das Gegenteil einbläuen wll.

    • Keiner hat die Absicht, eine Mauer zu bauen
      … und keiner will kulturfremde Menschen einströmen lassen. Wenigstens 1990 nicht. 2015 dann schon eher.

      Wahrscheinlich sollten Sie sich die Mühe machen, die Diskussion noch mal anzusehen.

      Die Umerziehung von kulturfremden Individuen wurde allerdings bereits erfolgreich praktiziert. Das ist in Südostasien noch garnicht solange her.

    • Stacheligel, nun sitze ich hier und denke ...
      … und denke …. und denke.
      Wen meinen Sie mit ‚Südostasien‘?

    • angebliche „Rechtsbrüche“
      Lesen Sie bitte §18 AsylG und §16a GG (mehr als den ersten Absatz!).

  128. Es gibt nicht viele Szenarien, wohin das Alles führen kann....
    In Deutschland kommt es darauf an, ob mit der Opposition das Agitationskartell gebrochen werden kann und die Groko Moralisten in ihre Schranken verwiesen werden können oder doch eher nicht.
    Das Netz der typisch kleinkarierten und detalierten Regelungen, Abhängigkeiten und Machtinteressen gerade in Deutschland macht das eher unwahrscheinlich.
    Die Konsequenz daraus wäre, dass die Gegenseite siegt, mit allen auch unangenehmen Risiken oder aber die Groko Mentalität ihren Machterhalt auf die Opportunismen stützt und dabei mit ihren Grundrechts- und Verfassungsübertretungen langsam aber sicher immer weiter geht, so wie die Stammes Gesellschaft sich in den Feudalismus Ludwig XIV verwandelte, mit ständig zunehmender aber alternativloser Repression.
    Diese Mentalität muss so immer weiter schreiten, will sie nicht die macht verlieren.
    Möglich aber unwahrscheinlich wäre auch eine direkte Diktatur aus der Groko Ecke heraus, das halte ich für unwahrscheinlich, weil damit die eigene Lebenslüge sofort wie ein Kartenhaus zusammenbrechen würde und die noch nicht skrupelos genug dafür wären.
    Gut eignen würde sich dafür auch die EU, weil sie im Notfall dann einen guten Sündenbock abgeben würde, wie man ja schon jetzt alles faule über den Umweg EU installiert.
    Das unwahrscheinlichte Szenario wäre eine Rückkehr zur libertären politischen Kultur der 70ziger. Denn ein solches Umsteuern hätte auch ökonomische Konsequenzen, für die eine Wohlstandsgesellschaft einfach die Kraft fehlt.
    Meine Wette gilt der Groko Blase, die sich zum Machterhalt zunehmend feudalisiert und die Verfassungsbegriffe einfach immer weiter undeutet, die irgendwann, vielleicht erst in weiter Zukunft so unerträglich wird wie im vorrevolutionären Frankreich

  129. DAS BÖSE ist immer und überall, selbst in Hamburg !
    „das Böse kommt seit Hitler immer aus Österreich“ schreibt der kecke DON…………..ja liebe Grünen und GrünInnen und Korrekten, sogar der Porsche kommt da her – noch schlimmer, der kommt sogar aus Kärnten, pfui – und nicht zu vergessen die Sacher-Torte, das Gift für die Hüften der grünen Frauen.

    apropos Gift:

    „das Gute kommt immer aus Hamburg“ halte ich dagegen und denke an die runden Dosen die aus Hamburg-Messberghof in Auschwitz ankamen. das war kein K.u.K. – Hoflieferant !

  130. von Sendungen der öffentlich rechtlichen Medien [...] ausgeschlossen werden.
    Nicht dass ich mit ihrer Musik etwas anfangen könnte aber die „böhsen onkelz“ waren von Sendungen der öffentlich rechtlichen Medien ausgeschlossen. Sie verabschiedeten sich in einem, wie es heisst legendären, Konzert von 120.000 Fans.

    Ist so etwas für Musikjournalisten nicht interessant?

    • Also, wenn Sie schon halb OT sind, mache ich da einen ganzen OT raus! ;-)
      Heute Abend war ich beinahe wieder versöhnt mit DeutschlandRadio Kultur (so heisst das offiziell, ist aber eigentlich in den letzten Jahren zu einem Medium fortschreitender Volkserziehung verkommen).

      Es war eine Sendung angekündigt über Lili Boulanger. Chapeau! (DeutschlandRadio Kultur *hat* hervorragende Musikredakteure, wahrscheinlich um den Wort-Mist verdaulicher zu machen!)
      Nach 30 Sekunden habe ich abgestellt. Statt Lili Boulanger fachgerecht einzuführen, wurde gleich gesagt, dass die Sendung von einer Genderwissenschaftlerin moderiert würde. Mir treibt das die Tränen in die Augen, weil sie sich nicht mehr gegen diese Vereinnahmung wehren kann. Sie hat in ihren viel zu kurzen, von Krankheit geprägten gut 20 Lebensjahren ausreichend geleistet, und geschrieben, dass sie „sogar von weissen, heterosexuellen, alten Musikexperten voll anerkannt ist“ (UD). Sie hat die Hilfe, die Krücken, das Stützkorsett einer Genderwissenschaftlerin nicht nötig, um ‚auf die Füsse gestellt‘ zu werden (Karl Marx, wenn auch in gänzlich anderem Zusammenhang).

  131. Oscar Wilde ist hochaktuell,
    man muss nur zwei Worte aus dem Zitat austauschen: „Es gibt zwei Klassen von Menschen: Die mit der richtigen Meinung und die mit der falschen Meinung. Die Einteilung wird von denen mit der richtigen Meinung getroffen“.

  132. Ja,
    wollt‘ ich auch noch sagen, enorm guter Text, Vielen Dank!

  133. @Bernd Michalski
    „Verstehe ich nicht:

    „Untrügliche Symptome für den Zerfall sind Jahrzehnte des Sozialabbaus“

    Was bitte meinen Sie damit? Sie wissen schon, welche Unsummen in die sozialen Sicherungssysteme gelenkt werden?
    Und welche Anteile normalen Arbeitnehmern daher vom Bruttogehalt abgenommen werden?“

    Beantworten Sie sich einfach folgende Frage: sind Sie auf eine Absicherung existenzieller Risiken wie Krankheit, Invalidität, Arbeitsplatzverlust etc. angewiesen? Brauchen Sie eine Absicherung im Alter? Wenn ja, dann gehören Sie zu den 99% der Bevölkerung, für die der Sozialstaat notwendig ist. Natürlich kostet das was, glauben Sie aber bitte nicht, dass eine rein private Absicherung billiger zu haben wäre. Einfach mal über den großen Teich blicken… im gelobten Land fließen bekanntlich Milch und Honig.

    Fakt ist:

    – die Kosten für die Wiedervereinigung wurden zu einem erheblichem Teil grundgesetzwidrig auf die Sozialsysteme abgewälzt

    – seit über 30 Jahren erleiden die meisten Arbeitnehmer Reallohnverluste trotz zunehmender Unternehmensgewinne. Wo glauben Sie denn kommen die jährlichen Exportüberschüsse her? Blöd nur, dass unsere Sozialsysteme an Arbeitseinkommen gebunden sind, die bluten so langsam aus.

    – von all den obszönen Steuergeschenken und den hinterzogenen Steuern könnten wir locker den Sozialstaat wieder aufbauen, unsere marode Infrastruktur instand setzen. Und Sie müssten nicht als Melkkuh herhalten, wofür Sie sich wohl zurecht halten.

    Erinnert sich noch jemand an die Bankenkrise 2008? Die Staaten sind als Bürgen für die Finanzmafia eingesprungen, darauf hatten wir plötzlich eine Staatsschuldenkrise, die man natürlich durch Kürzungen in Sozialetats bewältigen muss. Merken Sie was? Sie sind immer der Dumme! Und es spielt keine Rolle, welche Partei man wählt, die Politik ist immer gleich.

    Wenn Sie jetzt nach einem Schuldigen rufen: man wird sie Ihnen präsentieren. Wahlweise die schmarotzenden Armen, Rentner, Ausländer, Migranten, Putin, Erdogan, Trump etc. Für jeden ist ein passendes Feindbild.

    Denken Sie bitte mal nach: was ist Ihnen eine Gesellschaft wert, in der Sie in Frieden und Sicherheit leben können? In der Sie keine Angst haben müssen durch persönliche Krisen ins wirtschaftliche Elend abzustürzen? Was sind unsere Werte? Nur das, was an den Börsen gehandelt wird? Glauben Sie wirklich, dass der Zusammenhalt in einer Gesellschaft auf Eigennutz und Konkurrenz beruht?

    Viele Menschen vom unteren Rand bis hin zur Mittelschicht fühlen sich nicht mehr akzeptiert in dieser Gesellschaft, die schönste „Demokratie“ ist nichts wert, wenn ihre persönliche Zukunft darin düster ist und ihnen klar gemacht wird, dass sie wertlos sind. Und als hätte es der Teufel bestellt, kommen dann auch die zahlreichen Migranten hinzu. Die Armen dürfen sich nun mit denen um die Essensreste prügeln, dazu gibts köstliche Kommentare unserer Politiker – „Sollen sie doch Kuchen essen, wenn sie kein Brot mehr haben“

    Das ist ein Pulverfass, die Lunte brennt bereits.

    • Sozialabbau ?
      Werter Herr,
      ich habe nur gefragt, worin denn der „Sozialabbau“ bestehen soll.
      Die Frage war ernst gemeint.

      Ich bin sehr dafür, dass wir allgemeine Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung haben, dazu brauchen Sie mich durchaus nicht zu bekehren.

      Das mit den Realeinkommen müsste man differenzierter statistisch auswerten und diskutieren, dazu ist hier nicht der Raum.

      Die Exportüberschüsse kommen daher, dass die ganze Welt gern unsere hochwertigen Industrieprodukte kauft. Und genau DIE Arbeitnehmer sind vermutlich nicht wirklich von Sozialabbau betroffen. Schauen Sie sich doch einfach die Lohnentwicklung in der durch die IG Metall betreuten Industrie an. Und die Sonderzahlungen bei Daimler oder VW, von Porsche zu schweigen.

      Welche „obszönen Steuergeschenke“? Auch diese Frage ist ernst gemeint.

      Banken, Staatsschulden etc.: Ich habe den Eindruck, Sie machen sich die Dinge etwas zu einfach.
      Vermutlich gibt es durchaus Grund zu Ärger und für ernsthafte Diskussionen, aber Tatsache ist nun einmal, dass die Abgabenquote in D sehr, sehr hoch liegt.
      Und da sind die in der Tat absurden Subventionen der Ökostromer über den Strompreis noch gar nicht mitgerechnet.

      Also ja, manches könnte und müsste man vermutlich treffsicherer machen. Die Griechenlandrettung und europäische Schuldengemeinschaft sind Irrwege, einverstanden.
      Aber trotzdem, den allgemeinen Sozialabbau erkenne ich nicht. Stattdessen werden Wohltaten verteilt, siehe GroKo-Vertrag.

    • der Frosch im Kochtopf
      Sehr geehrter Herr Michalski,

      ich habe Ihre Frage durchaus ernst genommen.

      Mit der Abschaffung der Sozialhilfe bzw. Einführung des H4-Systems ist ein geradezu kafkaeskes Repressionssystem entstanden. Es dient dazu die Löhne möglichst gering zu halten, Angst zu verbreiten und die Masse an Abgehängten in diesem Land zu kontrollieren. Im gleichen Zeitraum wurde gezielt die gesetzliche Rentenversicherung so stark beschädigt, dass die meisten Menschen in Deutschland das Konzept des Umlageverfahrens für gescheitert halten (was aber nicht stimmt, das Gegenteil ist der Fall). Das Resultat ist zunehmende Altersarmut und dicke Geschäfte für die Versicherungsbranche, die sich wie ein ausgehungerter Vampir auf die Mittelschicht gestürzt hat.
      Im Gesundheits- und Pflegesystem ist die chronische Unterfinanzierung mittlerweile common sense. Unsere öffentliche Infrastruktur ist marode.

      Sehen sie: mit dem größten Niedriglohnsektor in Europa ist auch das Problem der Belastung unserer Sozialsysteme entstanden. Die Lasten hierfür tragen Alle, die regulär ihr Einkommen über Arbeit generieren. Die werden übermäßig belastet, daher auch die hohe Abgabenlast für Normalverdiener. Wenn sie natürlich von Kapitaleinkünften leben, sind sie fein raus. Die Unternehmen freut es, dass sie billige Arbeitskräfte über Zeitarbeitsfirmen bekommt. Deren Löhne trägt dann teils auch der Staat (also Sie mit Ihren Steuern) bzw. muss zuschiessen, da der Hungerlohn nicht reicht.

      Wären alle Verschlechterungen für die breite Masse der Bevölkerung auf einen Schlag eingeführt worden, hätte es einen Aufstand gegeben. Aber so nach und nach, sie kenne ja die Geschichte mit dem Frosch im Kochtopf.

      Und ja: die Zusammenhänge sind relativ einfach. Es wäre bloß ungünstig für die Profiteure, wenn jeder dies auch mitbekommen würde, wie er benachteiligt wird. Daher der ganze Schwachsinn in den Massenmedien in der Darstellung grundlegender ökonomischer Sachverhalte. So z.B. zu „Exportüberschüssen“. Überschüsse werden generiert, wenn sie mehr exportieren als importieren. Und darin ist Deutschland seit langer Zeit ungeschlagener Meister. Dies beruht aber auf den geringen Lohnstückkosten und der Importschwäche der deutschen Wirtschaft, eine direkte Folge unseres hochgelobten Niedriglohnsektors.

      Sie müssen mir nichts glauben, forschen Sie bitte selbst nach. Informieren Sie sich auch über andere Quellen als über die üblichen.

      Was ich im Kern sagen möchte ist, dass die zunehmende Hysterie der öffentlichen „Debatten“ nur ein weiteres Symptom für steigende Spannungen in unserer Gesellschaft sind. Diese haben ihre hauptsächliche Ursache aber in wachsenden ökonomischen Problemen. Darüber müsste man reden.

  134. Faulkner hat das N - Wort niedergeschrieben................hundertfach !!!
    werter DON, die Säuberungen kommen näher, vielleicht sollten sie doch mehr Enzensberger lesen. oder erledigt der tödliche Feinstaub in den Lungen der Macht das Problem vorher…………….

    @Gerd Kistner

    Piper Verlag, das N-Wort soll da überall aus den Büchern bei Neuauflagen ! Cool !

    Frage: wie werden in W. Faulkners – Werken die massenhaft gebrauchten N-Wörter übersetzt, gibt es das schon Vorstellungen ?

    wie wir wissen, spendete W.F. einen Teil seines Nobel-Preisgeldes einer Institution zur Verbesserung der Schulausbildung gerade schwarzer Kinder. zudem hat kaum ein Autor über die Ns und ihre Lebensumstände und Historie einfühlsamer geschrieben.

    erinnert mich an Böll und Dr. Murkes gesammeltes Schweigen, wo das Wort „GOTT“ plötzlich durch das Wort „jenes höhere Wesen“ ersetzt werden soll in den Tonaufnahmen. Köstlich !

  135. Tellkamp war doch noch harmlos ...
    … wenn man seine Aussagen mit der Realität vergleicht. Die Öffnung der Staatsgrenze für Millionen illegale Einreisen ohne jede Rechtsgrundlage durch die Bundesregierung war ein Staatsstreich. Wer das befürwortet, verläßt die freiheitlich-demokratische Grundordnung dieses Landes und folgt einer gesetzlosen politischen Willkür. Die Motivation ist dabei vollkommen irrelevant. Es kommt einer einseitigen Kündigung und Machtübernahme gleich, die eine konsequente Reaktion erfordern wird, will sich Deutschland auch in Zukunft noch als intakter demokratischer Rechtsstaat begreifen. Bei Suhrkamp wird man nicht sagen können, man hätte das nicht gewußt oder man hätte es nicht anders gekonnt. Hier trennt sich heute die Spreu vom Weizen und leider haben wir wenig Weizen und viel Spreu in diesem unserem geistig und moralisch verarmten Lande.

    • Titel zweigeben
      Das haben Sie exzellent in aller Kürze auf den Punkt formuliert, und genau so müsste man es allen Verteidigern der Rechtsstaatsauflösung um die Ohren hauen!

  136. Amerikanische Verlage sind vorsichtig
    „Politisch korrekte Zensoren sorgen für schlechte Literatur

    Unter amerikanischen Verlagen geht die Angst um. Vertreter von Minderheiten überziehen sie bei strittigen Büchern auf den sozialen Netzwerken mit Shitstorms. Testleser sollen kritische Stellen entfernen. “

    https://nzzas.nzz.ch/kultur/minderheiten-wollen-eine-politisch-korrekte-literatur-und-ueben-zensur-ld.1364201?reduced=true
    (ist wohl jetzt hinter einer pay wall)

    Die USA sind uns immer etwas voraus. Jetzt läßt man Manuskripte nicht nur von Lektoren auf sprachliche Fehler durchsehen, sondern auch von potentiell betroffenen Lesern. Wenn man nach „sensitivity reader“ im Internet sucht, findet man sogar welche, die damit Geld verdienen wollen.
    Harte Zeiten für Huckleberry Finn

  137. Ich werde sie vermissen,
    werter Don Alphonso. Nicht dass ich immer einer Meinung mit Ihnen gewesen wäre, nein das nicht. Aber Ihre Art Themen zu erspüren die dran sind, und ihre gründliche Recherche, das macht Ihnen so schnell keiner nach. Und jetzt kommt noch eine => <= Träne, die ich mir abgedrückt habe. :-)

  138. Veröffentlichte Medien
    Zensur = Kultur

  139. Ursprung Buam
    Martin und Bruder Andreas Bruder haben viele Jahr in Landl am Ursprungpass zwischen Bayrischzell und Ursprung verbracht, wo der Vater angestellter Jäger einer Privatjacht war. Daher ihr Name. Eine Radltour vom Tegernsee am Sonnwendjoch vorbei über Ackernalm zum Ursprungpass ist es allemal wert. Um mit Hofer, Aldi-Österreich zu rufen: Zurück zum Ursprung“

  140. Kultur
    Wenn man in der Schule ab der 3. Klasse mindestens einmal im Jahr über die Verbrechen im 3. Reich und deine besondere Verantwortung deswegen zugedröhnt wurde;

    es entwickelt sich irgendwie eine gewisse Ermüdung.
    Die ewige Empörung selbstherrlicher Superdeutscher, die gegen Antisemitismus sind und gleichzeitig gegen Juden hetzen, alles was gegen ihre Meinung ist Rechtseinordnenden und multikulturellen Jubelbuben und MeTo – lerinnen.

    Das ist der Kompost der Radikalen von rechts.

    • Kultur 2
      Wie neulich meine Tochter müde erwähnte: Drei Halbjahre mit Englisch-Lk und immer ging es nur(!) um „Racism and discrimination“. Ich fragte nur, ob in PoWi auch mal Mugabe drankam oder in Geschi die Befreiung vom Kolonialismus und die Zeit bis heute…Nö!

    • In welchem Bundesland?

    • Kultur 2,2
      In Hessen natürlich. Ein befreundeter OstR in Ffm sagte mir neulich, es ginge nur noch um Indoktrination in der Schule. Bildung, gar humanistische, oder Meinungsbildung gäbe es nicht mehr, Wissen sei verpönt. Der Lehrer ist Mitte-Ende vierzig.

  141. Von nun an ging's bergab
    Ich finde, diese Liedzeile von Hildegard Knef passt einfach sehr schön.
    Vor allem wenn man erkennt, für wen es bergab geht: Die moralisierende Meinungs- … ach was: Gesinnungs-Elite ist, wie ich schon mehrfach mir erlaubt habe zu postulieren, in Panik, denn sie merkt, die klügeren explizit, die weniger klugen fühlen es aber doch, wie ihnen die Kontrolle entgleitet.
    Da muss die Gouvernante eben zu hysterischem Gekreische übergehen und mit Stockschlägen drohen, was soll man machen.

    Das AT-Wahlergebnis ist natürlich schon sehr krass für die armen grünen Weltverbesserinnen, aber ich müsste lügen um zu verhehlen, wie sehr ich mir das für D wünschen würde.
    Aber AT ist wohl doch eine andere Situation. Haben die Grünen da schon mal mitregiert auf nationaler Ebene? Vermute nein. Kamen sie schon einmal ernsthaft als Koalitionspartner in Frage?
    Will sagen: In D haben sie schon reichlich staatstragende Funktionen an sich gerissen, das gibt ihnen vermutlich mehr Kraft zum Durchhalten.
    Man erinnere sich nur, wie traurig die meisten Medien waren, als der böse Lindner ihnen die Ministerien und Dienstwagen verweigert hat.
    Also die Grünen sind hier nicht eine Oppositionskraft, sondern werden allgemein als – sorry für die Wiederholung – staatstragend betrachtet.

    Was schon witzig ist, denn eigentlich wollen sie diesen Staat ja abschaffen bzw. in Europa aufgehen lassen. (Hofreiter! aus Bayern! Was sagen Sie dazu, Don?)

    —– aber wie wirken die Benimmvorschriften auf normale Menschen (also z.B. toxisch maskuline Weiße…)?

    Nachdem das böse Buch von Herr Sarrazin amtlich als nicht hilfreich klassifiziert war, habe ich es mir sofort gekauft und interessiert gelesen und alles überzeugend und völlig anständig gefunden.

    Jetzt werde ich mir wohl ein Album von Andreas Gabalier zulegen müssen und mal reinhören. Nun, schauen wir mal ;-)

    —– aber mal ernsthaft, wo liegt das Problem?

    Politik: Dass solche „Linke“ in D keine Mehrheit mehr bekommen werden, da bin ich ernsthaft froh.
    Medien: Ich hätte nie gedacht, das mal so zu sehen, aber informieren muss man sich dann eben anders als früher. Das Internet hält schon vieles bereit, was wichtig, interessant, sogar intelligent ist. Wie man an diesem blog erkennen kann.

    Also da liegt das Problem nicht.
    Aber es liegt natürlich z.B. im Bildungswesen, wo das grüne Empörungs- und Weltverbesserungsunwesen fröhlich … nein, das wohl nicht; sagen wir: verbissen nachdrücklich den Nachwuchs blöd hält.
    Ob ein intelligenter bürgerlicher Schriftsteller angeblödelt wird: Das wird er aushalten.
    Aber dass die heutigen Kinder vielleicht nie oder nur sehr unwahrscheinlich dahin kommen, von ihm etwas zu lesen und zu verstehen, da wird es kriminell.

    Und da fällt mir jetzt so schnell keine Lösung ein, fürchte ich.
    DARÜBER sollten wir hier in dieser DA-community mal verschärft nachdenken?

    Grüße allerseits.

    PS Das passt jetzt irgendwie auch noch: Kam gestern von einer kleinen Radtour zurück. An einer Ampel junge Mutter mit Jungen, ca. 6. Ampel grün, Junge will los. Mutter: „Nicht rennen!“ (Pause) „Nicht dass Du hinfällst!“
    Unnötig zu betonen, der Junge war allem Anschein nach gesund, normal, einfach bewegungsfreudig.
    Aber um Himmels willen bloß kein Aua machen.

    • Kaufen Sie lieber Mozart, der war auch nicht pc, Gabalier ist wirklich übel, so als Musik.

    • Hilde
      Die Knef hat noch ne schöne Zeile hinterlassen:
      „Denken schadet der Illusion“ (aus „Eins und eins, das macht zwei“)
      Auf sowas ist DaPonte nicht gekommen :)

    • Klassik-Exkurs
      Wenn ich dann auch mal mit ein wenig musik-kultureller Bildung aufwarten darf: Ich kannte Mozart schon! Der hat doch die schöne Wassermusik geschrieben, oder war das Bach?
      (Blöder kleiner Scherz.)

      Bin zwar erst mit etwas Anlauf bei ihm angelangt, beginnend mit seinen Symphonien durch Harnoncourt mit dem CO, aber nun habe ich von ihm allein schon so viel Musik auf Vorrat, das reicht sicher bei vielen für eine halbe Plattensammlung, glaube ich.

      (Gehöre zwar nicht zu denen, die nun unbedingt jede kleine Note von ihm für pure Genialität halten. Er hat ja ungefähr so produktiv komponiert wie DA schreibt, und daher muss man m.E. nicht vor jedem Einzelwerklein in Ehrfurcht erstarren. Manches ist hübsch geplaudert, sozusagen, und das ist durchaus nicht ehrenrührig. Bleibt noch genug herausragendes und einzigartiges.
      Insoweit bin ich geneigt, es ein wenig mit Glenn Gould zu halten, dessen Biographie von Michael Stegemann ich beiläufig sehr empfehle, aber jetzt komme ich wirklich von Hölzchen auf Stöckchen.)

      Gegenwärtig bin ich angenehm überrascht von seinen (Mozarts) „geistlichen Werken“. Das wird ja eher nicht so gekannt in der Breite – über das Requiem hinaus –, denke ich, ist aber sehr schön zu hören. Vermutlich sogar auch für Atheisten.

      Womöglich kennen Sie den Essay von Norbert Elias (witzig: bei Suhrkamp!), demnach war Mozart nicht nur als Musiker genial (ja, natürlich), sondern auch seiner Zeit als Person weit voraus, da nicht mehr nur musikalisch begabter Leibeigener, sondern schon eigenständig individueller Künstler (mit sozusagen bürgerlichem Bewusstsein), für den es aber noch kein gesellschaftliches Umfeld gab, wie es Beethoven in Wien immerhin schon so halb vorgefunden hat (Mäzenatentum).

      Zu Mozart gibt es ja noch die schöne Anekdote über die kaiserliche Kritik, und anknüpfend daran gestehe ich gern: das sind hier vermutlich schon wieder viel zu viele Buchstaben…

  142. Danke, und was noch zu sagen wäre
    Dankeschön für die gute Zeit hier!
    Vor einer Generation gab es eine SPD-Regierung, die mit absoluter Mehrheit in einem deutschen Bundesland regierte, und, vielleicht weil sie Angst vor der bevorstehenden nächsten Wahl hatte, einen absoluten Zuzugsstopp für Ausländer in bestimmte Teile dieses Landes beschloß. Die Durchführung scheiterte schließlich, weil Gerichte das Vorhaben kippten. Das war die SPD von früher. Die Empörung heutzutage würde alle Vorstellung sprengen.
    Vergessen, oder verdrängt.
    Alles Gute für die Zukunft!

  143. Da sind wir in Frankfurt schon weiter
    Da wird nicht mehr gegen anders denkende Deutsche gepöbelt. Da ist die christlich-abendländische Kultur bereits ad acta gelegt. Am geheiligten Sonntag läuft gerade eine Kurdendemonstration. Wer hat die genehmigt?

    • Das ist es doch. Dass inzwischen hier jeder macht, was er will.
      Oder denken Sie, es fragt noch einer, ob, wenn er über die offene Grenze „einreist“, die Obergrenze schon erreicht ist?

    • Hörte gerade im BR,
      die gab es in München auch.Man habe sich übers Netz verständigt.

  144. Höcke, Poggenburg und die AfD und wie es Frau Merkel anders macht
    Ich habe mich lange gefragt, warum die AfD bestimmte Figuren nicht kaltstellt. Ich fand das schlecht und glaubte, daß sei ein Fehler.

    Ich habe meine Meinung kürzlich geändert. Ich glaube jetzt, daß es gut und richtig ist, solche Leute auszuhalten. Denn es ist das Gegenteil von dem, was Merkel in der CDU macht. Es ist die eher männliche, die freiheitlich- individualistisch orientierte Methode. Die Methode der Auseinandersetzung.

    Ich glaube, Frauen haben, viel stärker als Männer, ein Bedürfnis, sich in harmonischer Übereinstimmung mit ihrer gesellschaftlichen Umgebung zu fühlen. Darum sind sie sehr viel mehr bereit, ihr Mäntelchen nach dem Wind zu hängen, wenn Gefolgschaft verlangt wird. Macht ist dann nicht das Ergebnis von individueller, offener Auseinandersetzung und des Kampfes um die richtige Richtung, in die nach der Entscheidung dann alle folgen. Sie wird vielmehr durch die Einbindung der Vertreter abweichender Positionen um den Preis der Aufgabe eben dieser Positionen organisiert. Wer sich dem widersetzt, wird kaltgestellt und muß gehen. Wer sich kaufen läßt, gehört dazu. Diese Strategie ist deshalb so erfolgreich, weil den herausragenden Köpfen inhaltlich gegensätzlicher Positionen die Gefolgschaft buchstäblich abgekauft wird, indem sie eingebunden, geködert wird, so daß ihnen schließlich die Relevanz fehlt.

    Der Gegner wird marginalisiert.

    Maßstab und Ziel ist nur der eigene, personenbezogene Machtapparat, eine Auseinandersetzung um Inhalte findet nicht statt.

    Sehr hilfreich bei der Umsetzung dieser Politik ist die Verweiblichung des Personaltableaus mit Hilfe der Quote. Sie macht es leicht, unbequeme Männer nicht zum Zuge kommen zu lassen, gerade dann, wenn sie gefährlich gut sind.

    Bei dieser Methode ist eine Änderung der Politik aus der CDU heraus gar nicht möglich, weil sie ein Eingeständnis umfassenden Scheiterns voraussetzte, das die jetzt relevanten Personen samt ihrer Protegees buchstäblich in Gänze hinwegfegen würde. Denn was bitte könnte man denn so weitermachen wie bisher? Da ist einfach zu viel aufgelaufen, das anders werden muß.

    Deswegen kann die Erneuerung eigentlich aus jetziger Sicht nur von der AfD kommen. Jedenfalls ganz klar nicht aus CDU, SPD oder weiter links.

    Die von Tellkamp erwähnten Probleme sind ja bei weitem nicht die einzigen. Energiewende, Eurorettung, Migranten, Klimapolitik und andere statistische Lügenkomplexe (Dieseltote!), Schulen, Genderkram…….

    • Harmoniebedürfnis
      Diese Erklärung hat was Einleuchtendes, sollte man mal Danisch vorlegen.

    • Titel eingeben
      Wir erhalten hier, wie wahrscheinlich überall in D, mehrere kostenlose Wochenendzeitschriften. Kann man gleich entsorgen, lese ich nur zur Zerstreuung. Was fiel mir auf? Auf einer Seite waren ca. 10-15 Personen abgebildet, 4 verschiedene Artikel, alles Frauen. Was sagt uns das? Zur AfD, das ist die CDU von 2005. Man vergleiche deren Programme. Zu den Personen, Sie haben Recht, das sollte man aushalten, ganz im Gegensatz zum Mainstream, sonst ist Essig mit Meinungsfreiheit. SPD wählen? Mir fällt kein einziger Grund ein, es sei denn, man ist Nostalgiker und träumt von den hehren Idealen einer SPD vor 60 Jahren. Und, die Partei(en), die nach der Zerstörung regieren und aufräumen werden, sind nicht zu beneiden und können nur verlieren. Mir ist es ein Rätsel, wie man es schafft, ein Land in einer Dekade so gnadenlos und sinnfrei an die Wand zu fahren, ohne dass es nennenswerten Widerstand aus der Führungsriege gibt.

    • @A. Pflüger
      Ich habe den Don immer gerne gelesen, nicht nur um seiner eigenen Texte willen, sondern wegen Kommentaren wie dem Ihren! Vielen Dank dafür! Ähnliche Gedanken sind mir schon oft gekommen – und ich bin eine Frau. Da ist ˋne Menge Wahres dran, über das man nachdenken sollte.

    • Albert Pflüger vom 11. März 2018 um 18:52 Uhr
      Sehr geehrter Herr Pflüger,

      wie sagte ein baden-württembergischer Kommunalpolitiker:
      „Wenn Du sie nicht besiegen kannst, dann musst Du sie umarmen!“

      Mit vorzüglicher Hochachtung

    • nur ein Blick, nichts weiter
      Ich war mal vor längerer Zeit auf einer Demo in Berlin, später Nachmittag, Dämmerung. Beängstigend viel mehr Zuschauer als Demonstranten. Über den Kudamm, ganz aussen gelaufen neben dem Mittelstreifen voller Leute.

      Ich rief mit aller Kraft, dass jemand weg muss. Plötzlich sah mich etwas sehr blondes aus der Menge der Zuschauer an, mit wirklich sehr blauen Augen.

      Ich hatte noch am nächsten Tag gute Laune.

  145. Tellkamp
    Ich frage mich, wieviele der hier Diskutierenden wirklich die ganze Diskussion angeschaut haben. (Findet man leicht auf YouTube.) Das Verstörende an Tellkamp sind nicht die einzelnen Zahlenangaben wie die 95%. Das Verstörende ist der Gesamteindruck eines ehemals erfolgreichen Schriftstellers, der in dieser Diskussion über mehr als eine Stunde einfach nur wirr redet, ohne auf die Argumente seines Gesprächspartners in irgendeiner Weise einzugehen.

    • Das mag ja sein, und dann hat er vielleicht auch nicht recht., Aber im Netz wurde er geteert und gefedert und im Tagesspiegel verleumdete man ihm gleich Rechtslastigkeit an. Darum geht es. Um die Intoleranz und den Hass und den Mob.

    • ... na ja ...
      … wirr nicht, aber schon ein wenig aufgeregt-fahrig und der Grünbein geht ja auch nicht auf „Argumente“ ein. Der T kommt dann immer damit, dass der der G etwas nicht verstanden habe.

      Man muss das aber so sehen: Es ist der BEGINN einer MÖGLICHEN Diskussion, erinnert ein wenig an die Versuche linker 68er mit den Profs „zu diskutieren“ oder an die Zeit von 1989/90. Totale Entfremdung.

      Und man darf sich die „Verdunkelungsaktionen“ und Bundeskanzleransprachen zu Dresdner Spaziergänzen mit dazudenken…Und mahnend läutende Kirchenglocken und „Hau‘ ab“ und „Halts Maul, Sarrazin“ – Rufe.

    • ...wirr geredet...
      Ja, auch das muß möglich sein!
      Manu muß es sich nicht anhören, man darf dagegenreden, man darf falsche Argumente widerlegen und noch etliches Andere mehr (man darf auch bedauern, daß ein kluger Mann dummes Zeug redet).

      Aber verleumden (auch im Wissen, daß nicht alle die ganze Diskussion selbst gesehen haben) und zur „Lynchjustiz“ freigeben, das darf eben nicht sein.

  146. Frage
    Don, wo geht es hin? Wo kann man weiterhin von Ihnen lesen?

  147. Gefährliche Nähe
    Aus den GEZ-Radionachrichten habe ich gerade erfahren, dass der Schriftsteller Tellkamp seine geistige Nähe zur AfD öffentlich gemacht hat. Ist Tellkamp Mitglied der AfD?
    Wer zugibt, Gebäck zu mögen, offenbart damit übrigens seine kulinarische Nähe zu Adolf Hitler.
    Das Lagerdenken eignet sich für modebewusste Menschen, die in der unübersichtlichen Welt der Meinungen auf Trendscouts angewiesen sind. Die Bestellung meiner Standpunktspackage bei Otto kann jetzt nicht länger warten. Wie um Himmels willen soll ich denn sonst gefährliche Fragen beantworten, ohne dann gleich den AfD-Mitgliedsantrag ausfüllen zu müssen? Isolierte Einzelstandpunkte, z. B. „Umweltschützer“ (zusammen mit „Feminist“ und „Wir schaffen das“ in der Package „Urban Progressive“ enthalten) sind übrigens nicht im Angebot. Nach dem österreichischen Katalogbereinigung ist dort ohne „Urban Progressive“ auch „Umweltschützer“ vorerst nicht mehr verfügbar.

  148. Verfall demokratischer Kultur?
    Ja, die Causa Tellkamp beunruhigt mich sehr. Ich selber, als im Hochschulbereich tätiger Wanderarbeiter, achte auf meine Wortwahl. Schließlich möchte ich als kleines Rädchen nicht einfach ausgewechselt werden.
    Mein Eindruck ist, dass die demokratische Kultur sich im Verfallsprozess befindet. Karl Jaspers scheint Recht gehabt zu haben. Wir leben in einer Parteienoligarchie. Wer scheinbar gegen deren Komment verstößt wie Herr Tellkamp wird zum Gegenstand der Verleumdung. Was tun?

  149. Wien hat m gor net verdient sang STS
    der Standard in Wien beschimpft Galabier, nun als ob das was Neues wäre, dass die in Wien auf den überzeugten Obersteirer Galabier nur Dummheit und Hass ausschütten können. aber das Trinkwasser aus der Salza und dem Hochschwab beim Bodenbauer, das nimmt man gerne, weils so klar und so gut ist.

    Gabalier: vergiss die Heimat nie !

    wahrscheinlich ist von denen in Wien noch keiner von Etmißl hoch zum Franzosenkreuz und dann runter nach St. Katharein gewandert oder was ich DONNI empfehle: geradelt ! oder DONNI, einfach über den Seeberg-Sattel von Seewiesen runter zum Brandhof von Erzherzog Johann.

    Galabiers Vorfahren überlebten ja, die jungen Franzosen, an die das Kreuz erinnert wurden Opfer des NAP – Wahnsinns.

    apropos NAP und „zu Tode siegen“: er ist einfach der Beweis, so wünsche ich manchen im Mainstream mal ein Waterloo.

  150. Freie Rede
    …war mal eine wichtige, britische Errungenschaft. Am „Speaker´s Corner“ darf aber heute nur noch reden, wer genehm ist. Martin Sellner und seine US-amerikanische Freundin Brittanny Pettibone gehören offensichtlich nicht dazu (die Freundin wollte den grade mitsamt Kamerafrau von „Antifa“-„Aktivisten“ verprügelten Tommy Robinson interviewen): Beide wurden bei der Einreise verhaftet:
    https://www.derstandard.de/story/2000075845184/london-identitaere-kalgen-ueber-einreiseverbot-fuer-sprecher-sellner

    Zur gleichen Zeit zeichnet sich im britischen Telford ein zweiter Skandal à la „Rotherham“ ab (Link entschärft):
    ht tp://www.dailymail.co.uk/news/article-5487167/Telford-child-sex-scandal-involving-1-000-Britains-worst.html

    „Diversity“ rules…

    • Wer „Grenzen schützen“ sagt, sollte sich nicht wundern, wenn es getan wird ;)

    • Die britischen Behörden
      haben Sellner damit eigentlich einen Gefallen getan und der Aktion erst recht Aufmerksamkeit beschieden. Läuft.

      Ich weiß, daß Sie die Identitären nicht mögen. Aber das muß man aushalten. ;)

  151. @carlXIIgustav: Der von der Obrigkeit gezogene Meinungskorridor der gedanklichen Bevormundung!
    Verehrter Karl der 12., erstklassiger Befund! Volltreffer!

    • "Grenzen schützen"
      DA, die Grenzen der körperlichen Unversehrtheit von um die 1000 Kindern und Frauen waren den britischen Behörden offensichtlich seit den 80er Jahren egal (siehe „dailymail“ und „Telford“ sowie „Rotherham“), wenn sie von „zu Schützenden“ überschritten wurden, für die die Landesgrenzen jederzeit offen stehen…

      Die Grenzen derRedefreiheit werden dagegen immer enger gezogen.

      Inzwischen gibt es ein Video von Tommy Robinson, das den Empfang der beiden Abgewiesenen bei ihrer Rückkehr nach Wien zeigt: Dort wird im Hintergrund „Die Gedanken sind frei“ gesungen, wozu in EU-Ländern immer öfter Anlass besteht. (Link entschärft):
      ht tps://www.youtube.com/watch?v=taIgxSDmgaY

      Diese „Grenzschutz“-Aktion der britischen Regierung hat sich jetzt schon als perfekter „Knieschuß“ entpuppt. Gut so!

  152. In Dresden redeten a) und b) miteinander. Sogar a) mit b) der Gedankenpolizei
    In der staatsbürgerlichen Gesellschaft gibt es, erkämpft gegen Feudalismus, Religion, Nationalsozialismus und Realsozialismus – sogar laut antitotalitärem Grundgesetz – Meinungs- und Konkurrenzfreiheit.

    Dresden, initiert von der Buchhändlerin Susanne Dagen, wurde zum Symbol für eine offene, nicht verschwiemelte Buchdruck- und Diskussionskultur.

    a) In der Tendenz pro Voltaire (ich setze mich dafür ein, das Gegenteil meiner Meinung zu drucken) eine Erklärung von der Buchhändlerin Susanne Dagen in Dresen (Charta 2017)
    http://vera-lengsfeld.de/2017/10/17/charta-2017-gegen-willkuer-auf-der-frankfurter-buchmesse/

    Diese Erklärung unterschrieb Uwe Tellkamp.

    b) In der Tendenz pro Erich Honecker (als was auf den Boden des Sozialismus steht, ist erlaubt) bzw. erscheint die Demokratie nur
    oberflächlich angelernt:

    http://www.erich-kaestner-museum.de/fileadmin/user_upload/Aufruf_Website.pdf

    „Das emphatische Einfordern von Demokratie und Toleranz gerät dort zum Widerspruch, wo dadurch Autorinnen und Autoren sowie Texte verteidigt werden, welche die demokratische Grundordnung in Frage stellen, die liberale, pluralistische Gesellschaftsentwürfe verachten oder rassistisch argumentieren. Wer sich glaubhaft für eine offene Gesellschaft und ein demokratisches Miteinander einsetzen will, tritt demokratiefeindlichen, antipluralistischen und rassistischen Ideologien entgegen.“

    Diese Erklärung unterschrieb Durs Grünbein.

    Seine Unterschrift unter diesen Worten hätte ich nicht für möglich
    gehalten. Warum ließ er sich unterschriftsreif „totsiegen“?

    • Ich denke, mit der Charta war klar, dass so etwas wohl irgendwann passieren würde.

    • Durs Grünbein ist noch viel weniger das, was man einen analytischen Kopf nennen würde,
      als ich ihm nach Lektüre Stücker dreier seiner Bücher zugebilligt hätte.

      Erstmals unruhig geworden bin ich, als ich sah, dass er die von Ihnen zitierte unsägliche antidemokratische, unaufgeklärte vorgestrige pro bono conta malum Erklärung der ausgerechnet Erich-Kästner-Gesellschaft unterschrieben hatte.

      Es weht durch diese Erklärung der zutiefst autoritäte – bestenfalls –
      bestenfalls! – paternalistische gute Geist der ehemaligen DDR. Ingo Schulze fand dieses Schriftstück auch unterzeichnenswert.

      Die beiden prominenten linken Autoren begreifen einen fundamentalen Gedanken nicht: Die Demokratie ist kein Aggregatszustand, sondern ein ergebnisoffener Prozess, der sich stets auf r is k a n t e Weise über Argumente und Gegenarumente erneuern muss. Anders – ohne dieses Risiko daneben zu liegen, und durch bessere Argumente korrigiert zu werden, ist die demokratische Gesellschaft nicht zu haben. Der autoritäre Staat – welcher Prägung auch immer, – aber schon.

      Also: Es genügt nicht, dass eine Seite sagt: Das und das ist undemokratisch, und damit fertig! – Sie muss Gründe für ihr Urteil angeben – und sie m u s s bereit sein, Argumente gegen diese Gründe anzuhören, auch wenn sie glaubt, auf der richtigen Seite zu stehen.

      (Enzensberger hat dieses Problem schon vor zehn Jahren durchschaut und in „Versuche über den Unfrieden“ steht daher geschrieben: Man kann nicht den Staat zu einer Therapieanstalt ummodeln. Diese Idee ist nicht fortschrittlich, sondern dumm.

      Folgt man ihr, ebnet man den Pfad in ein autoritäres Utopia der Hyperempfindlichen (und der vielen, die einfach darauf spekulieren, dass sie ihre höchstpersönliche Sicht der Dinge im Namen des Feminismus, des Fortschritts, der Diversität, des Antirassismus usw. – zu Geld machen können.

      Wieso fallen mir haargenau an dieser Stelle Jan Wiele und Stefan Locke ein? – Ahh, ich weiß schon: Ich bin nun bereits der Spielverderber, und muss verboten werden – eh kloa!!

    • New York Times wg. Therapiestaat, den Enzensberger kommen sah.: Inklusion schlägt Meinungs-
      -freiheit!

      Das aber weiß die Ne York Times – und zitiert ausführlich und detailgenau eine Untersuchung über dei Einstellung von Studentinnen und Studenten in den USA.

      Über schwarze, weibliche und überhaupt den US-Demokraten zugeneigte StudentInnen heißt es da: Die bevorzugen merheitlich die Inklusion und halten sie für wichtiger als die Meinungsfreit.

      – Das ist genau die Mentalität,die Enzensberger mit allerfeinstem Gespür in dem wie gesagt überragenden zeitdiagnostischen Bändchen „Versuche über den Unfrieden“ vor zehn Jahren bereits kommen sah!

      Frei.Wild HörerInnen unterscheiden sich da von den US-StudentInnen, da bin ich mir felsenfest sicher.

      Und es unterscheiden sich davon auch interessanter Weise weiße männliche US-Studenten, und überhaupt StudentInnen, die den Republikanern zuneigen.

      Ich denke, auch Tellkamp würde sich hier einreihen – wie auch ich selber, wie ich gestehe: Auch ich halte die freie Meinungsäusserung normativ für wichtiger (=höhersthend) als die Inklusion.

    • Naja, die Mehrheit wählt trotdem Trump und der lässt sie gewähren, damit die Mehrheit sich gruseln kann.

  153. Brandmauer erhalten
    Leider ist es so, dass mittlerweile jeder richtige Gedanke ein rechter Gedanke ist und somit Nazi. Was übersehen wird, die Brandmauer zu den Nazis wird so abgerissen und man gestattet so den Nazis sich mit ehrenweten intelligenten Männern und Frauen zu mischen. Wenn jeder gute Gedanke Nazi ist ist nur eine Frage der Zeit bis man Nazis für gute Menschen hält. Dann allerdings gute Nacht Deutschland.

  154. Minderheiten beim Durchmarsch
    In Frankfurt/Main wählen ca 20 % der Wahlberechtigten
    den Kandidaten der SPD und erzielen damit
    ca 70% der gültigen abgegebenen Stimmen und machen
    Herrn Feldmann zum Sieger.

    Wahlbeteiligung insgesamt ca 30,2%

    Ich dachte eigentlich das die Wahlbeteiligung
    in politisch spannenden Zeiten größer wäre.

    Wie war die Beteiligungen in Österreich und in Italien?

    PS die Mitglieder der SPD wählten die Kroko zu ca 51%
    Auf 66% (2/3) kommt man wenn man nur die
    abgegebenen gültigen Stimmen als Basis nimmt.

    2/3 Mehrheit klingt gut spiegelt aber kaum
    den inneren Konflikt wieder.

    • Oh toll, wir in Gmund hatten über 60%. Und die FW haben gewonnen.

    • Wahlbeteiligungen auf dem absteigenden Ast, überall, aber insbes. kommunal
      Zu Zeiten Willy Brandt und Helmut Schmidt und NATO Doppelabschuss gab es BT-Wahlen mit Wahlbeteiligung um die 90% (Bsp. ’72 oder ’76).

      Ich weiß (auch) nicht was in dem Kontext genau passiert ist.

  155. Ruhe bewahren!
    Es war doch nur ein genialer Marketing-Gag der die Verkaufszahlen für Tellkamp in die Höhe treiben und damit denn Gewinn des Verlags maximieren soll. Solidarität mit dem Autor zahlt sich dann auch für Suhrkamp Verlag aus.

  156. Dummheit hat Grenzen, Wahnsinn nicht.
    Ein Zusammenfluss, der die Überheblichkeit der Presse hervorhebt und die Willkür, nur dem eigenen Narrativ zu folgen, in dem man die Heimatfreunde stigmatisiert.

  157. Titel eingeben
    Tja, so wie es aussieht, machen die Saubermänner_Innen ganz schön viel Dreck.

  158. Titel eingeben
    Als ich Abitur machte – 1969 – gingen keine zehn Prozent der Schüler auf die Universität. Wenn ich als Student eine Abhandlung über den reaktionären Charakter der Sozialdemokratie schrieb, hatte ich als Medium zur Vervielfältigung die Matritze. Nach 100 Stück war die spätestens fertig.. Auch meine Diplomarbeit wurde so hergestellt. Der technologische Mangel seinerzeit hat wohl dafür gesorgt, dass meine Erkenntnisse über die SPD keine weitere Verbreitung fanden.
    Heute haben gut 50% der Schüler die Hochschulreife und können – wie ich seinerzeit – auch bullshit-Fächer studieren, zum Beispiel Politikwissenschaft. In angelsächsischen Ländern gehörte die schon immer zum „department of arts.“
    Nehmen wir jetzt die Verfünffachung der Wissbegierigen und deren Möglichkeiten, moderne Informationstechnologie zu nutzen, ohne dass sie nach 100 Exemplaren eine neue Matritze tippen müssen: was bekommen wir dann? – Intellektuellen Müll. Ich sehe in meine Gewerkschaftszeitung „Medien machen Menschen“ und finde auf den hinteren Seiten, welcher Schurnalisd welchen Medienpreis welcher Pillendreherbude bekommen hat. Oder von der Freiwilligen-Feuerwehr in Oberholzklau.
    Ich meine, wir lesen hier Berichte von einem Experten, der mittels Rad über die Alpen vor und zurück fährt und dann noch zwischenzeitlich die mit Benzol angereicherten Benzinfüllungen der Oldtimer in Italien inhaliert. Vom Standpunkt der Berufsgenossenschaften können wir deswegen von erschwerten Arbeitsbedingungen sprechen. Die Expositionszeiten müssten natürlich noch gemessen werden.

    Die neue Koalition wird für solche Veranstaltungen ein Rennrad-Fahrverbot aussprechen. Zumindest aber eine Be-Maut-ung, um Nachahmer von diesem Tun abzuhalten.

  159. Arthur Schopenhauer (1788 - 1860):
    „Die Kunst zu beleidigen“; Verlag C. H. Beck, Taschenbuch, EUR 8,95.

    Nota bene: Auch das Schmähen und das Verunglimpfen wollen gelernt sein!

  160. Titel eingeben
    Die Postille heißt „Menschen machen Medien.“ Freudsche Fehlleistung meinerseits. Oder Beschreibung der Verhältnisse. Nichts Genaues weiß man nicht.

  161. Danke
    Lieber Don Alphonso,
    zuerst einmal Danke vor allem dafür, dass Sie nachts um 4:00 Uhr herum für Ihre Leser da sind. Um diese Uhrzeit ist man entweder wirklich engagiert oder gar nicht vorhanden. Und ich hoffe, Sie hatten einen vorzüglichen Stoff im Glas. Sonst kann man diese Stunden doch gar nicht geniessen. Und genau das wünsche ich Ihnen für Ihre letzten Blogs bei der FAZ.

    Wenn Sie von Ihrem Fenster Richtung Bad Wiessee auf die Ringseeinsel schauen, dann sehen Sie dahinter die alte Villa meiner Familie. Nein, wirklich alt ist sie nicht, dort am Ringseeweg sind alle Häuser erneuert oder neu gebaut. Das finde ich gar nicht schlecht, da ich noch die alten miefigen verfallenden Bruchbuden dort kannte. Die sterbenden Schwestern z.B., in deren Haus dann der Aufsichtsratsvorsitzende von Springer gezogen ist (nach stilvoller Renovierung). Die alte Pension für billigen Familienurlaub direkt hinter unserem Haus, die dann von Gunther Sachs gekauft wurde. Warum ich das schreibe? Wegen Ihrem Text natürlich. Da geht es um Heimat. Und das haben Sie den Lesern Ihres Blogs nahegebracht, dass es so etwas wie Heimat wirklich gibt. Die meisten glauben es ja gar nicht mehr, es ist ihnen ausgetrieben. Sie haben einen Verdienst weit über das politische und tagesaktuelle hinaus, und das ist auch Ihr Erfolg. Sie geben den Menschen einen Teil ihrer Seele wieder. Vielen Dank dafür!

    Herzliche Grüsse aus der Schweiz (wo ich heute lebe)

  162. Tellkamp
    @Mathlog

    Habe mir die Tellkamp-Diskussion vollständig angehört und angeschaut.
    Hatte nicht den Eindruck, dass Tellkamp “wirr“ sprach, sondern, dass er litt…
    Die Argumente seines Gesprächspartners waren schwach, auch er hat gelitten. Aber anders.
    Bei der ganzen Debatte haben viele gelitten, man hat es gesehen und gefühlt. Z.B. Die Moderatorin…Sie sah am Ende völlig verhärmt aus, ich übrigens auch….
    Die Haltung Suhrkamps, eine Schande.

    Dem Don vielen Dank für den guten, scharfen und gelassenen Text.

  163. Drei bemerkungen
    Ich wurde 47 geboren . Und daher habe ich noch „echte“ Nazis erlebt. Ich habe die Kriegskrueppel tagtaeglich gesehen ( so nannte sie man damals. Nicht etwa verschoent „Behinderte“ oder gar „mit anderen Kapazitaeten ausgestattet“ , sonder als das, was sie durch grauenhafte Kriegsmaschinerien wurden: Kriegskrueppel. Da wurde nichts verdraengt oder umschrieben.

    Ich hab sie also erlebt, die Maenner ohne Beine die sich auf kleine Karren mit den Haenden fortbewegten.
    Und ich habe jene erlebt, die echte Nazis waren, Hitler verehrt haben, und deutlich sagten Unter Hitler haette es das nicht gegeben.

    Ich habe Deutschland als eine fassungslos machende Ruinenwueste erlebt (fuer uns Kinder ein Slielplatz).

    Das war das Resultat des Faschismuded und der Nazis.

    Und heute kommen dahergelaufene gruene Jungs und Maedels und groehlen etwas von Faschismus und Nazi, ohne zu wissen, was das im Grunde bedeutet. Diese sich von der Bevoelkerung parasitaer ernaehrenden Gruenen benutzen grauenhafte Zustaende um xen Nachbarn zu denunzieten und in eine Rolle zu zwaengen, die er nicht hat.

    Tellkamp ist kein Nazi und kein Faschist, er ist ein Mann der das machte was im Grundgesetz verankert und sein Recht ist: er sagt seine Meinung, egal fuer wie destruktiv es einige halten.

    Dass er Autor bei Suhrkamp ist, haette ihn vor etwa 15 Jahren noch geaxelt. Seit diese Suggerbraut , diese Witwe, mit Gier und chupze den Verlag erben durfte, ist Suhrkamp kein Autorenverlag mehr. Der Cheflektor des Suhrkamp, Dr. R.Weiss kuendigte wegen der machebschaften

    • Zustimmung
      Das habe ich so auch erlebt und teile Ihr Resümee. Mein Vater war in der KPD, die Clique hielt noch lange Zeit nach dem Verbot in Berlin zusammen, einige landeten im KZ und überlebten als gebrochene Menschen. Mein Vater und seine Freunde wurden wahrlich befreit. Allerdings – und nicht verwunderlich – gab es von den Amis Arschtritte als er im Harz mit weißer Fahne in den letzten Kriegstagen die Front verließ. Er hatte Glück, hatte eh bis kurz zuvor als unabkömmlich Schweißen müssen. Danach vergraulten ihn die sowjetischen „Kommunisten“ aus ihrer Zone. Seine Schwester hatte er im Bombenkrieg verloren.
      Als ich mit den 68er marschierte, hatte er gegen unser Weltbild starke Vorbehalte. Und ich kann sagen: er hat recht behalten. Heute stelle ich mir die Frage: was wissen denn die Nazi-Schreier von Nazis? Warum muss ich bei den linken Aktionen immer an die Nazi-Parolen wie „kauft nicht bei Juden“ denken? Der Jugend muss man ihre Unerfahrenheit zugutehalten, aber was ist mit den Erfahrenen? Warum nennt man „Fremdenhass“ und „Fremdenfeindlichkeit“ was doch nur das Erkennen von Problemen durch ungeregelte Zuwanderung ist?

    • @rungholt
      Man lese „Deine Schnauze soll Dir in Sibirien zufrieren“
      Kommunist flieht vor den Nazis nach Russland, von dort liebr zurück nach Deutschland. Mit anderen Genossen dann freigelassen, da es keine bessere Propaganda als aus dem Paradies der Werktätigen wieder geflohene Kommunisten gibt.
      In der DDR wieder festgenommen und anschließend von der Politik endgültig genug.

    • @Nico
      Ich bin 11 Jahre älter als Sie und erinnere mich, dass wir jahrelang den Kriegskrueppeln geholfen haben, um von A nach B zu kommen. Ich hatte immer ein Tau bei mir, um zu helfen. Aber plötzlich waren die Krueppel. verschwunden, wie von der Erde verschluckt, sicher früh verstorben wegen der Kriegsverletzungen.

      Nico, are you leaving the Dominican Republic for Aruba because of the howler monkies? My son just spent a week at Aruba and he confirmed that German medical insurance will be accepted there.

      I am a German/American with dual citizenship, and I know how important it is to have proper and affordable medical care.

      Good luck in Aruba

  164. Don Alphonso
    Guten Morgen Zusammen, wieder einer dieser Texte die ich so Liebe. Klar, direkt, pointiert und ironisch. Dafür Danke. Wenn ich allerdings die Nachrichten aus der vergangenen Nacht richtig deute, so will die FAZ nun dem Handelsblatt folgen und Zensur ausüben. Ich habe nach der Freistellung des Kollegen Gabor Steingart meine Geschäftsbeziehung zum Holzbrink Verlag abgebrochen und war auf der Suche. Seit einigen Tagen hatte ich ernsthaft überlegt, die FAZ online zu abonnieren. Dies, sollten sich die Dinge wie gestern im Netz angedeutet, entwickeln, hat sich dann für mich erledigt. Halten Sie Stand! Ihr Dirk Nowak

  165. De Buam
    Hab den Text des Liedes der Buam gelesen und mich gefragt was genau da derb satirisch sein soll. Eher harmlos lustig. Wenn man mal in Zell am See war und die Anzahl der Scheichs dort bemerkt hat kann man über das Liadl nur amüsiert schmunzeln. Aber was weiß ich dummer alter weiße Mann schon.

  166. Machen wir es wie die Bienen!
    Don, erneut ein wunderbarer Beitrag, der vor dem Hintergrund Ihrer persönlichen Situation nochmals gewinnt. Gewiß hilft, wenn man sich in der Kette der Generationen als nur ein Glied empfinden kann. Hingegen befremden mich in hohem Maße die Art, wie die FAZ Sie verabschiedet hat und natürlich die Trennung selbst. Die Loyalitätsbekundungen der Foristen Ihnen gegenüber und auch als Gruppe untereinander sind tröstlich und ermutigend. Machen wir es wie die Bienen: Wenn die Königin umzieht, folgt ihr ihr Volk. (FAZ tritt ab)

    • Vergleiche hinken manchmal...
      …die „alte“ Königin muss ausziehen, weil ein großes Bienenvolk mit vielen Ammenbienen und Brut die Tendenz hat, sich zu teilen. Eine junge Königin (eventuell mehrere) wird in den Weiselzellen gezogen und übernimmt den alten Stock. Unter den Königinnen gibt es sehr wenig nette Tötungsaktionen.
      Die Geschwärmten sind auf der Suche nach einer neuen Unterkunft und wenn sie nicht eingehegt werden, dann gehen sie hopps. Allerdings ist diese geschwärmte Königin befruchtet, im Gegensatz zu einer neugeschlüpften, die auf dem Flug zur Drohnendisko auch schon mal verloren gehen kann…
      Da eine Königin eine kurze Lebenszeit hat, kommen die Bienenvölker um diese ständige Erneuerung nicht herum. Arbeiter- bzw Stock- bzw Ammenbienen haben eine noch kürzere Lebenszeit…
      Und dann kommen da noch die Milben….aber das führt jetzt zuweit….

    • Varoa
      Ich las einmal, die indischen Wildbienen würden einander mechanisch von der Milbe befreien, so daß sie dort keine große Belastung wäre; gibt es denn Versuche, Züchtungen zu erzielen, die – vielleicht auf Kosten der Honigleistung oder der Handhabbarkeit* – dieses Verhalten ebenfalls aufweisen?

      Haben Sie da was gehört?

      *Mein Großvater erzählte mir, mein Urgroßvater hätte eine italienische Bienenart gehabt, die mit großem Eifer zugestochen habe.

    • @白左
      OT: Ja, nicht nur bei indischen Bienen – Varroa destuctor stammt urspruenglich aus Asien und die dortigen Arten sind adaptiert, durch eine Viezahl von Strategien die Milbenpopulation im Volk niedrig zu halten. Wobei’s bei ‚hygienic behaviour‘ eher darum geht, dass die Ammenbienen riechen koennen, wenn eine verdeckelte Brutzelle Varroa enthaelt, und dann zeitweise eim Loch in den Deckel beissen (was die sich entwickelnde Biene m.W. vertraegt, die Varroa aber nicht). Da etwa sechsmal soviele Varroa in Brutzellen stecken als auf Bienen herumreiten, macht das auch mehr Sinn. Versuche, das per Zucht auf die europaeische Honigbiene zu uebertragen, sind im Gange, aber soweit ich gehoert habe scheitert das unter anderem am immensen Hintergrund-Genpool, der sich in der Drohnenpopulation weiter im Umlauf befindet (und an der extrem promiskuitiven Paarung der Bienen).

      Wegen hinkendem Vergleich – die Koenigin hat letzten Endes ueberhaupt nichts zu sagen. Darf nur Eier legen und Pheromone verstreuen (kommt das irgendwoher bekannt vor?). Was im Volk passiert, bestimmen die anderen Bienen. Pheromonlevel zu schlapp (weil alte Koenigin, oder Volk zu gross)? Neue Koeniginnen her, alte auf Diaet setzen damit sie nochmal fliegen kann, und ab.

      Um noch einen hinkenden Vergleich on-topic anzuhaengen: Merkel als Getriebene der Migrationsindustrie kommt mir manchmal auch so vor wie eine Bienenkoenigin: getrieben von der Meute, unter Druck dauernd mehr ‚virtue signaling‘-Pheromone abzusondern, und permanent von der Aussicht bedroht, bei Nichtgefallen in Baelde flugfertig gemacht zu werden.
      Greift zu kurz, schon klar. Aber angesichts des Resultates der letzten BTW koennte man schon auf den Gedanken kommen, nicht nur NGOs und Medien, sondern das gesamte Volk triebe die Aermste vor sich her…

  167. Zu tode gesiegt
    Ich habe solche Effekte schon 2 mal erlebt. Erstmals in der DDR. Da wurde die westliche Demokratie als Vorform des Faschismus diskreditiert. Das führte ganz sicher bei manchen Leuten zu der Meinung, dass der Faschismus so schlecht nicht gewesen sein kann, wenn er denn der Demokratie so ähnlich war. Den bundesdeutschen Medien, d.h. der ARD ist es zu danken, dass sie dieses Bild durch Aufklärung über den Nationalsozialismus gerade gerückt haben.

    Zum zweiten Mal zu sehen war dieser Effekt während der ersten Nachwendewahlkämpfe. Damals hat die Union die PDS dadurch am Leben erhalten, dass sie den Leuten erzählte, PDS sei nichts anderes als SPD. Der Union hat’s geholfen, der Demokratie nicht.

  168. nochmal intern
    Am Speaker´s Corner dürfen sogar Salafisten ungestört reden, wie aus diesem Video (ca. Minute 17.40) hervorgeht (Link entschärft):
    ht tps://www.youtube.com/watch?v=l7A6vc5eVms

  169. Titel eingeben
    Habe heute zum ersten mal im Radio(DLF) etwas von der Mitschuld der Österreicher an der „Heimholung“ ins Reich gehört, es wurde damals von den Ösis durchaus begrüsst. Kam mir vor wie, jetzt, da die Österreicher nach rechts rücken, darf man sie auch kritisieren und Ihre nicht so blütenweisse Vergangenheit beleuchten. Natürlich erst nach ihrem Rechtsruck! Ich hätte hier auch gerne einen Kurz, mindestens, dieses Parlament ist nur zum Fremdschämen.

    • Die Älteren wissen, die mitbeschuldigung der Österreicher kam mit Haider, Schüssel und dem Zwangsarbeiterabkommen, das auf Österreich verbreitert wurde.

    • Man muss unterscheiden
      zwischen dem Bedürfnis der gemeinsamen Nation anzugehören und den Protagonisten, die dies vollzogen.
      Bis 1945 konnten man nicht ernsthaft von einer Österreichischen Nation sprechen, sondern nur von einem Teil der deutschen Nation, der aus machtpolitischen Gründen nach dem 1. Weltkrieg der Anschluss an Deutschland völkerechtswidirg versagt geblieben ist.
      Die ganze Debatte um Konservatismus und Nationalismus leidet erheblich am Fehlen der Unterscheidung zwischen dem und den Nazis. weil es für die Linken von Interesse ist dies in einen Topf zu werfen, wie les ihre Ideologie stärkt.

  170. Konservative Ideen, steht heute in einem "nicht ganz unbedeutenden Blatt" (M. Reich-Ranicki) -
    wirklich gute konservative Ideen vertragen sich nicht mehr mit dem Regionalismus!

    Deshalb, fährt das Blatt heute in seinem Fuilleton fort, ist Uwe Tellkamp kein Mann der Jugend, sondern ein Mann, dessen beste Zeiten mentalitätstechnisch gesehen – :- leider hinter ihm liegen, denn wer modern sein will, so das Blatt weiter, beruft sich nicht auf die Region, auch nicht auf eine Region wie den Osten Deutschlands, wie Uwe Tellkamp das in Dresden ja gemacht hat – – . Er hat in Dreden von Dresden geredet – und das ist jetzt, so lernen wir,hoffnungslos altmodisch geworden, leider, leider.

    Wir ziehen aus dieser Lektion den naheliegenden Schluß: Don Alphonso hat sich erledigt, und die Gruppe Frei.Wild mit ihrem „nicht ganz unbedeutenden“ Erfolg bei der regional orientierten Jugend – existiert für den oben aufgeführten Mann überhaupt nicht.

    Ahh – der junge Mann heißt Simon Strauß, er schreibt für die „nicht ganz unbedeutende“ – – FAZ – – und er hat kürzlich einen Preis in New York oder wo erhalten und ist mentalitätstechnisch natürlich weltweit orientiert. – Er lebt daher in einer Welt, in der es Frei.Wild nur als Teil der „Verschwörungstheorien“ (hehe) von Donald Trump und anderer rückwärtsgewandter Geister (=Eva Hermann, wie gestern die „Welt“ eine unglaubliche Paarung herstellte) gibt.

    Für Simon Strauß z. B. mag daher auch Don Alphonsos regionaler Konservativismus als obsolet erscheinen,
    irgendwie Eva-Hermann- und Donald-Trump-mässig, hehe: „Q. e. d.“

    Der gleiche Don Alphonso hat dieser Tage geschrieben, es sei ein Problem, dass JournalistInnen zunehmend (? dk) in ihrer eigenen Sphäre (=Echokammer) lebten und – kommunizierten.
    Q. e. d. (in echt).

    • Ja, der besondere Reiz hier ist ja auch, dass dieses Blog eher nicht schreibt, was andere Journalisten so treiben.

    • Zwiespältig.
      Gelesen habe ich den Text auch, auf die Freischaltung meines NZZ-Abonnements wartend, während der Flugzeugträger auf dem Weg zur Verschrottung geschleppt wird, die gegen Ende des Monats zu erwarten ist.

      Gefallen hat mir, dass es tatsächlich mal ein Text ist, der ins Feuilleton passt und gehört. Daumen hoch, so etwas wird in diesen selbst-zerrissenen Tagen nur noch selten präsentiert.

      Gestossen habe ich mich dennoch, und zwar ziemlich am Gleichen wie Sie, Herr Kief. Der Versuch ist ’nett‘, jetzt die Problematik in eine ganz neue ‚Ost-West-Diskontinuität‘ einzuarbeiten.
      Allerdings ist von gewöhnter, traditioneller, Feuilletonqualität nur begrenzt zu sprechen, wenn einem Strolche wie diese entgegenkommen:

      “ […] ohne sich positiv auf das ganze Land und die geglückte Wiedervereinigung zu beziehen.“
      Ein guter Feuilletonist hätte da wahrscheinlich eine differenziertere Meinung zu, oder liesse alternative threads wenigstens nicht weitergeführt offen. Immerhin basiert er seinen Beitrag ja auf einer offensichtlich nicht vollkommen gelungenen Wiedervereinigung.

      „Tellkamp, der als einzige Parteien des Protests die „Linke“ und die „AfD“ gelten lässt, […]“
      Gnade. Wer denn sonst? CSU? FDP? Grüne? Auch hier wird nicht klar, auch nicht im Zusammenhang, was das hier eigentlich soll, cui bono?
      Dem Text von Herrn Strauss hilft es jedenfalls nicht weiter.

      Mir scheint, der gute Herr Strauss hat hier seine Qualitäten nicht vollkommen ausleben können, weil er sich bemüssigt fühlte, ein paar Brocken Richtung politisches Establishment zu werfen. Die womöglich seinen Text nicht lesen, wahrscheinlich nicht verstehen, aber ein positives Gefühl durch die ‚Wiedervereinigung – CDU- Kanzlerin – Gut! – Assoziation‘ in sich evoziert fühlen; und bei dem ‚Protest – Linke – AfD‘-Einwurf vielleicht „Guter Mann, dieser Strauss!“ denken (sollen).

    • Herr Dippel, die EU will nun mit Steuervorteilen Fake-News bekämpfen - Bares für die Braven!
      Das ist in meinen Augen nicht schön.

      In der Causa Tellkamp sehen etliche (!) Qualitätsmedien nicht gut aus, was schlicht die Zuverlässigkeit der Aussagen angeht, die sie über eine simple Podiumsdiskussion machen. Das ist in zeiten des Internets, wo sich derlei in windeseile herumspricht, ein Harakiri-Akt.

      Der andere Punkt ist der Spin – wenn ich am Wochenende in der WamS ein Stück gegen Verschwörungstheoretiker lese und dort sehe, wie Trump auf eine verschwörungstheoretische Stufe mit Eva Hermann im „Compact-Magazin“ gestellt wird, u. a. weil er Hedge-Fonds kritisierte, bleibt mir ehrlich die Spucke weg. –

      Eigentlich müssten alle Zeitungen die Zumutungen, die in den in Aussicht gestellten Steuervorteilen stecken, mit denen heute die EU lockt, wie ein Mann aufstehen: Dieses schmutzige Angebot lehnen wir 100 %ig ab! – Aber es kneift halt der leere Beutel…

      Bis jetzt les‘ ich die FAZ noch, es ist ja auch ein interessanter Transformtionsprozess. Aber die NZZ ist intellektuell vorneran, auch wieder in Sachen Tellkamp. Und bei Trump sowieso.

  171. Zirkelschluss
    Der perfekte Zirkelschluss entsteht dadurch, dass glühende Anhänger von Bands wie Feine Sahne Fischfilet sogar aktiv protegiert werden. So misst man mit zweierlei Maß #TeamGensing

  172. Charlie Hebdo, Marché kasher, zu spät für Hannah
    „Hannah „Nahostmenschen sind abstoßend primitiv“ Arendt“

    Was sie wohl zu Maghrebinern gesagt hätte? Offenbar durfte man früher alles sagen, siehe den Marx-Satz, auch von Schuberts Pianist.

    Wenn man die Meinungsvielfalt einschränkt, unpassende Meinungen ausklammert, diese grundsätzlich mindestens als populistisch abhalftert, selbst wenn sie lediglich realistisch sind, verliert man den Bezug zur Realität, die einen später einholt.

    Zu Arendts Zeit musste man links sein. Da Arendt eine messerscharfe Beobachterin war, kann man sich lebhaft vorstellen, in welche Schublade sie heute gesteckt würde. Brillanter Geist. Die „Banalität des Bösen“ nach Beobachtung von Eichmann. Brillant. Gilt genau für heutzutage.

    • Ja. Wenn man wollte, könnte man wissen.
      htt ps://www.youtube.com/watch?v=J9SyTEUi6Kw
      Hannah Arendt im Gespräch mit Günter Gaus, 1964. Und Gaus behauptet, es sei das beste Gespräch, das er je geführt habe.
      Was da qualmt, ist einzig und alleine der Rauch unzähliger Zigaretten. Heutzutage erspüren sensible Menschen in „shows“ nur noch die heiße Luft, die dort verbreitet wird.

    • Günter Gaus...
      …ein Linker, der solche Sachen gesagt hat: „Ich nenne links, dass man gesellschaftliche Fragen für vorrangig hält. Dass man die gesellschaftlichen Antworten, die gegeben werden, jedes Mal sehr skeptisch überprüft, ob sie wirklich mehr als eine Tagesantwort sein können.“

    • Da Arendt eine messerscharfe Beobachterin war...
      oder auch nicht.

      Hier ein Link zu einem Wikipediatext über Eichmann.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Eichmann#Hannah_Arendt_über_Adolf_Eichmann

    • Prima Oberländer
      Statt sich im Gesinnungskorridor zu verrennen, sollte man auf beiden Seiten des Spektrums sich an die um Differenzierung bemühten Denker erinnern. Hannah Arendt und Günter Gaus sind hierfür zwei sehr gute Beispiele. Den Shitstorm, den sich Arendt seinerzeit mit ihren Einschätzungen zum Eichmann-Prozess zugezogen hat, mag man sich in seinen Dimensionen überhaupt nicht mehr vorzustellen. Sie stand und stand und stand. Davor kann man nur den Hut ziehen. Es ist aber gleichzeitig ein Beispiel dafür, dass es die extreme Ausgrenzung von abweichenden Positionen schon immer gegeben hat. Das ist nicht erst 2015 enstanden.

  173. „Beim Barte des Propheten…
    Don schrieb: “ …de Buam” …. haben den Fehler gemacht, ein derb-satirisches Lied über die Sexualmoral in Saudi-Arabien zu schreiben.“
    Also – und auf die Gefahr hin als Mitglied eines BILD-Stammtisches zu sein, also ganz hartgesottene Anhänger des einzig richtigen Glaubens hatten sicher 1986 den ironischen EAV-Song Fata Morgana (https://www.youtube.com/watch?v=lheIRyhsUSE) Charlie-Hebdo-mäßig abstrafen können, im Sinne von „wehret den Anfängen“ – sogar müssen. Man könnte allerding davon ausgehen dass:

    a) Zur damaligen Zeit weder in Österreich noch in D die Empörungskultur bei Unternaturschutzstellung der Umtriebe der „wahren Religion“ noch nicht den aktuellen Stand erreicht hatte. Man war hi wie da noch mit anderen Dingen beschäftigt. Wie z.B. dem „Kalten Krieg“ mit seiner beidseitigen Überrüstung, dem Kampf gegen Atomkraft, der Hysterie des Waldsterbens oder der gelegentlichen Bunteinfärbung des Oberrheins durch Schweizerische Pharma-und Chemieunternehmen.

    b) Wie hätte man den Wiener Sängerknaben von EAV denn an die Karre fahren wollen? Die standen doch sicher schon damals auf der richtigen Seite.
    .
    Und was erlaube der Dreiländer-Gemeinschaftssender (ZDF, ORF, SRG, SSR) bei der kürzlich gesendeten Vorstellung der allerschönsten Reiseziele in Bayern ausgerechnet das 1938 nach 1 1/2-jähriger Bauzeit (!) fertig gestellte Kehlsteinhaus in prominenter Reihung vorzustellen? Mit Hinweis auf die häufigen Einlogierungen von Eva Braun.
    .
    Und Don, danke für das Zeigen des heute noch gültigen Strohrum-Etiketts, dessen graphischer Gestaltung man die rassenhygienischen Vorgaben seiner Zeit (in der Erscheinungsform des alpenländischer (Ostalpen) Typus). Zudem mit einer Schneebrille, wie sie die Jager von der 4. GebDiv aus Garmisch bei der Eroberung des kürzlich hier erwähnten Elbrus trugen. Hier sollte unbedingt mal jemand ran. Das geht ja gar nicht und kann weg.
    .
    Der Bayerische Rundfunk wagt im Sonntagabend-Programm solche rückwärtsgewandte Sendungen wie „Zsammg‘ spuit am Tegernsee“ (leider ohne Untertitel). Leider wollte die Holde an meiner Seite etwas Mediterranes sehen. Dafür bei der Anne Will ein Vorgeschmack auf die zukünftigen Zickenkriege unter der Kuppel und bei den femininen Flüstertüten der öffentlichen Erziehungsanstalten. Der Lindner zeigte eine gehörige Portion Mut angesichts der Einheitsfront der flüchtlingsbewegten Politdamen. Eine gewisse Zurückhaltung zu diesem Thema ist inzwischen allerdings bei der Rosa Luxemburg-Neuauflage nicht mehr zu überhören. Dass die Karnevals-Gelegenheits-Raumpflegerin aus dem Landkreis Saar natürlich der inzwischen die im Stile eines direkt vom Souverän gewählten franz. Staatspräsidenten (l´ État c´ est moi) regierende Dame im RHS unverbrüchlich zur Seite steht, ist nicht einmal einen Nebensatz wert. Die Zeiten von rational denkenden Damen wie einst Frau Renger oder sogar Däubler-Gmelin sind längst passé.
    .
    In meiner Heimatstadt Heilbronn hat man heute die drei Gymnasien der Kernstadt geschlossen. Grund: eine Kundgebung der AfD. Dagegen müssen der richtigen Seite zugehörige Gymnasiasten (Netzwerk gegen Rechts) doch wohl eine Gegenbewegung organisieren. Die Schulleitungen haben
    den Unterrichtsausfall mit „Sicherheitsaspekten“ begründet. Soll wohl heißen: sie haben die Schülerschaft ohnehin nicht im Griff.
    (DdH)

    • Echt? Puh. Na da bin ich aber froh, keine Kinder zu haben.

      Ich mache mal in Berlin einen Vortrag über Sexismus und Rassismus in den Alpen, und warum wir das so wollen.

    • Realer Schitsturm 1968 ;)
      Göttlich! – Vor fünfzig Jahren habe ich das auch erlebt, zur Zeit der Notstandsgesetzdebatte. Das war in der Oberprima (der Altmodischkeit dieses Begriffs bin ich mir wohl bewußt) der St. Angelaschule, Mädchengymnasium der Ursulinen in Königstein/Ts. In der ersten Stunde hatten wir immer Deutsch von Mater Rhabana Münkel, Direktorin der Schule und eine der ersten Frauen, die an der Uni Frankfurt promoviert hatte. An dem Tag kam sie nicht. Das kam öfter vor, wenn sie etwas Wichtiges zu tun hatte. Dann aber ging ding-dong das Intercom an und Mater Rhabana verkündigte, dass die Schüler des Taunusgymnasium vorhätten, unsere Schule zu stürmen, und dass sie mit dem Vorsitzenden des Elternbeirats beschlossen habe, uns nach Hause zu schicken. Wir wurden aufgefordert, das Schulgelände umgehend zu verlassen. Der letzte Satz ging im Jubel der reichlich unpolitischen Schülerinnen unter. Alle schnappten ihre Sachen und rannten so schnell wie möglich aus dem Gebäude. Die älteren gingen ins Cafe oder den Eissalon, um da auf die Jungen der Taunusschule zu warten und dann mit ihnen zu flirrten.
      .
      Ich war kein großer Flirter und fuhr stattdessen nach Frankfurt zur Uni, dessen Rektorat von den rebellischen Linken besetzt war. Statt Deutsch/Latein/Sozialkunde bekam ich angewandten zeitgenössischen Politikunterricht. Dabei habe ich mir einen jugendlich-feministischen Fehler geleistet. Nach einigen Stunden fiel mir auf, dass immer nur Männer reden. Einige hatten Frauen auf dem Schoß, mit denen sie zwischendurch knutschten. Aber diese Frauen waren ansonsten passiv. Also bat ich ums Mikrofon. Man stelle sich vor, ein rothaariges Mädchen im Kleid (das war in unserer Schule damals Vorschrift), welches so ungefähr folgendes sagt: Bevor ihr die Arbeiter befreit, befreit doch erst einmal eure eigenen Frauen….. Den realen Schitaufschrei hab ich noch im Ohr. Die meisten Männer grinsten nur herablassend über das naive Mädchen, aber die anwesenden Frauen waren furious und schüttelten ihre Fäuste. Mir wurde um meine körperliche Unversehrtheit bange und ich machte mich zum zweiten Mal an diesem Tag davon, so schnell ich konnte.

    • überall Heilbronn
      Täuscht mein Eindruck oder ist Heilbronn unter den hier postenden Kommentatoren etwas überrepräsentiert?

    • Zufall
      skag sagt:
      12. März 2018 um 13:29 Uhr
      überall Heilbronn
      Täuscht mein Eindruck oder ist Heilbronn unter den hier postenden Kommentatoren etwas überrepräsentiert

      Reiner Zufall, hier wohnen halt Fans vom Don.

      Die Schüler haben doch nur frei bekommen, damit sie gegen die Bösen demonstrieren können.
      Schulische Hirnwäsche halt.
      „Ihr seid doch auch gegen die bösen Ausländerhasser?“

      Arme Schüler.
      Die unter 40jährigen kennen alles nur noch in Multikulti.
      Für die ist das „normal“
      Denen fehlt halt der Vergleich.
      Sicher gab es früher auch unfreundliche Menschen.
      Nur wurden da dann nicht gleich Messer als Argumentaionsverstärker eingesetzt.

    • @skagi, überall Heilbronn
      skagi bemängelt eine Unterrepräsantation Heilbronns, wenn ich die Frage richtig verstehe. Warum eigentlich? Ich kann da auch nicht helfen, ein Umzug kommt für mich nicht in Frage.

  174. You're making a big mistake, fellas!
    Hier springt auch jeder Zweite über den Nazi Stock, den die Linken vorha