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Eine kleine Geschichte der Makroökonomik zum Durchklicken

20.08.2012, 14:05 Uhr  ·  Von der Weltwirtschaftskrise und John Maynard Keynes bis zur aktuellen Krise und der Wiederentdeckung der gesamtwirtschaftlichen Rolle des Kredits - Markus Brunnermeier und Delwin Olivan (Princeton University) führen durch acht Jahrzehnte makroökonomischer Entdeckungen. Von Gerald Braunberger

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Sehr hübsch gemacht: Von der Weltwirtschaftskrise und John Maynard Keynes bis zur aktuellen Krise und der Wiederentdeckung der gesamtwirtschaftlichen Rolle des Kredits – Markus Brunnermeier und Delwin Olivan (Princeton University) führen durch acht Jahrzehnte makroökonomischer Entdeckungen.

Von Gerald Braunberger

 

Hier ist der Link:

http://prezi.com/zr8i4rxdaq0u/a-brief-history-of-macroeconomics/

Die Übersicht erfordert ein paar Fachkenntnisse. Wer in einem WiWi-Studium die Veranstaltungen zur Makroökonomik nicht alle verschlafen und die Veranstaltungen zur Ökonometrie nicht alle geschwänzt hat, sollte aber insgesamt durchkommen.

 

UPDATE: Ich habe auf Markus Brunnermeiers Homepage Unterlagen zu einer Veranstaltung über “International Monetary Theory and Policy II” gefunden, die sich nicht nur an diesem Thema Interessierte einmal anschauen sollten – sondern auch Leute, die meinen, in der Ökonomik gäbe es nichts Neues, oder Ökonomen befassten sich nicht mit aktuellen Themen. Ich habe in den achtziger Jahren an der Goethe-Uni in Frankfurt den Schwerpunkt Monetäre Ökonomik belegt und es ist faszinierend/ernüchternd zu sehen, dass man mit dem damaligen Lehrstoff heute auch nicht mehr in Ansätzen bestehen könnte. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass Brunnermeier in seiner Veranstaltung, die offenbar der Vertiefung dient und von daher sowieso spezielle Kost transportiert, sehr stark eigene aktuelle Forschung präsentiert.

 

Zurück zum eigentlichen Thema: Eine verbale, recht bekannte Darstellung der Geschichte der Makroökonomik bis vor Ausbruch der aktuellen Krise in Gestalt eines Aufsatzes stammt von Olivier Blanchard (MIT). Sie ist immer noch sehr lesenswert, auch wenn Blanchard auf der Basis des damaligen Wissenstandes zu dem – im Rückblick hinterfragbaren (aber im Nachhinein weiß man immer alles besser) – Schluss gelangte, die Makroökonomik habe sich damals in einem guten Zustand befunden:

http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1235536

Ein ebenso ausführliches wie verständliches Lehrbuch zur Geschichte der Makroökonomik haben Snowdon/Vane verfasst (Stand 2005):

http://www.scribd.com/doc/61707916/Snowdon-B-and-H-Vane-2005-Modern-Macroeconomics

 
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Lesermeinungen zu diesem Artikel (32)
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0 FAZ-gb 24.01.2013, 19:44 Uhr

Aktualisierung 24. Januar...

Aktualisierung 24. Januar 2013:
Nun hat auch der "Economist" die Übersicht von Brunnermeier/Olivan entdeckt und als Grundlage eines Artikels über die Entwicklung der Makroökonomik verwendet:
www.economist.com/.../brief-history-macro

0 bodo3000 20.09.2012, 15:33 Uhr

@ vcaspari 11. September...

@ vcaspari 11. September 2012, 11:55 "Marx unter den Begriffen 'Zinssatz und Profitrate' " Dort nicht alternativ, sondern subsumtiv. (Durchschnitts)Profitrate als (gesamtwirtschaftliche) Relation zwischen Mehrwert und vorgeschossenem (c+v) Kapital ist die Determinante von der Zinsrate. Die Zinszahlung erfordert immer Profit. Bei Keynes muss die Zinsrate ebenfalls wie die MEI (MEC) WERThaltig sein. Ansonsten kann keine Finanz- von einer Realinvestition unterschieden werden. (dabei sei mal die Frage zur Seite gelegt, weshalb Keynes zuweilen von der "erwarteten", zuweilen von der "tatsächlichen" MEI (MEI) spricht). Und das erzwingt die Analyse des dem Geld INHAERENTEN Wertes. Das Herumstolpern der "Monetären Produktionstheorie" ist ein Symptom für dieses hässliche Problem. @ "langfristige Nichtneutralität des Geldes" Deswegen ist das ein gegebenes analytisches Problem: Geld als WERTaufbewahrungsmittel: kurz-mittel-langfristig: das sind Metaphern (Hans Blumenberg) eines noch nicht konsolidierten Faches. Auch die Schriften der Bundesbank zum Thema "Wertaufbewahrungsmittel" sind ... kläglich. guten gruss alexander b. voegele

0 RichardBraeuer 12.09.2012, 14:14 Uhr

Nachdem sich noch niemand...

Nachdem sich noch niemand Berufeneres gefunden hat: Es gibt durchaus Geld in AGT-Modellen. Grundlegend für die sog. Search and Matching Theorie zum Thema ist wohl die Arbeit von Kiyotaki and Wright: http://www.jstor.org/discover/10.2307/1832197?uid=3737864&uid=2&uid=4&sid=21101041977783 Auch die Arbeiten von Shin über Liquidität im Bankensektor könnten da einschlägig sein. Mfg, Richard Bräuer

0 vcaspari 11.09.2012, 09:55 Uhr

Das Verhältnis von...

Das Verhältnis von Zinssatz zu marg. efficiency (MEI) of investment ist natürlich keine Bagatelle. Diese Relation wurde von Marx unter den Begriffen "Zinssatz und Profitrate" und von den "Österreichern" unter den Begriffen "Geldzinssatz und Kapitalzinssatz" behandelt. Und bei Woodfords "Interest and Prices" bleibt die Relation von "Zinssatz zu 'natürlichem' Zinssatz" ein zentrales Konzept.
In der Wachstumstheorie, die ein langfristiges Gleichgewicht zugrunde legt, ist Zinssatz gleich MEI. Der tiefere Grund ist natürlich, dass Geld langfristig neutral ist. Die langfristige Nichtneutralität des Geldes konnte m.W. bislang von keinem Wissenschaftler aufgezeigt werden, so dass auch keine langfristige Divergenz zwischen Zinssatz und MEI thematisiert wird.
Die spannendere Frage ist m.E., wie die Kausalitäten zwischen beiden Größen zu sehen sind.

0 bodo3000 07.09.2012, 17:48 Uhr

@Gerald Braunberger 03....

@Gerald Braunberger 03. September 2012, 23:59
„Das (17. Kapitel) ist selbst unter Keynesianern immer umstritten gewesen. Paul Davidson besitzt da keinen Alleinvertretungsanspruch.“ und @vcaspari 04. September 2012, 14:29
„nicht so mysteriös und fundamental“
Das Kapitel 17 „Die wesentlichen Eigenschaften von Zins und Geld“ ist von Klein/Hansen & Cie. sowie Erben ignoriert worden. Der dortige erste Satz lautet: „Es scheint also, dass der Zinssatz auf Geld eine besondere Rolle in der Begrenzung des Niveaus der Beschäftigung spielt, da er einen Standard festsetzt, den die Grenzleistungsfähigkeit eines Kapitalgutes erreichen muss, wenn es neu erzeugt werden soll.“ Diese so behauptete Mindestschranke Geldzinssatz für die Erfolgsaussichten einer Realinvestition (gemessen mit der Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals, GRK) muss (nochmals) durchdacht werden und ich werde darauf zurückkommen. Bedingungslos: die GRK ist nur als Wert-Relation denkbar, Da … dilettierten die Kombattanten Harrod/Domar/Solow bei ihrer (dynamischen)Wachstumstheorie (aktuell: „Kapitaltheoretischen Kontroversen“ (faz-community.faz.net/.../zur-kapitaltheoretischen-begruendung-der-staatsverschuldung-eine-kritik.aspx ).
Angesichts von Dr. Jekyll (Realökonomie) und Mr. Hyde (Finanzökonomie) ist das also alles andere als eine akademische Bagatelle.
Gruß
A.B.V.

0 vcaspari 04.09.2012, 12:29 Uhr

@bodo 3000 Lieber...

@bodo 3000
Lieber Herr Vögele,
zusammen mit Ingo Barens habe ich 1997 in "A Second Edition of the General Theory"(ed. by Harcout and Riach), das 17. Kapitel under dem Thema "Own-rates of interest and their relevance for the existence of underemployment equilibrium positions" verfasst. Es ist aus unserer Sicht nicht so mysteriös und fundamental wie es oft dargestellt wird.
"Die „forschungsstarken jungen Ökonomen“ (gb, F.A.Z. vom 01. September 2012) scheinen an diesen Fragen vorbei zu … forschen."
Wie immer sollte man das differenziert sehen. In der makroökonomischen Theorie hat sich das Ramsey Modell als 'working horse' durchgesetzt. Das kann man für problematisch halten - ich halte es für problematisch, wenn man nichts anderes mehr kennt, was in der jungen Generation leider oft genug, aber nicht immer, der Fall ist.
In der Mikroökonomie kenne ich mich nicht ganz so gut aus. Sicher ist aber, dass man kaum noch AGTH macht. Die Spieltheorie und der Mechanism Design ist prominent geworden. Das mag man bedauern. Ich habe meine graduate studies noch mit Arrow/Hahn verbracht. Hier ergab sich eine Verbindung von AGT zu Makro.
In der Wachstumsforschung hingegen sind die theoretischen Problemstellungen ganz in den Hintergrund getreten. In diesem Bereich hat es in den letzten zwanzig Jahren spannende und wichtige Beiträge gegeben, die unser Verständnis von Wachstums- und Entwicklungsprozesssen wirklich verändert haben. Auch gab und gibt es in diesem Bereich ein Zusammenwirken von Wirtschaftsgeschichte und ökonomischer Theorie, die ungeheur fruchtbar geworden ist. Wenn sich Vergleichbares in der Finanzmarktforschung einstellen sollte, wird das auch "steigende Skalenerträge" bewirken. M.E. deutet es sich bereits an.
In der Wirtschaftswissenschaft war es schon immer so, dass man nicht alle "offenen Fragen" so lange bearbeitet hat, bis man sie für gelöst erachten konnte. Es gab oft neue Entwicklungen ohne, dass es objektiv Gründe gab, die alten, ungelösten Fragen liegen zu lassen. Das hat auch etwas mit "abnehmeneden Erträgen" zu tun. Hinzu kommt, dass in einer Sozialwissenschaft, deren Objektbereich lebt und sich entwickelt, und nicht wie in der Physik unbelebt ist, sich ständig neue Probleme und Herausforderungen stellen, die junge ÖkonomInnen beschäftigt. "Jede Generation hat das Recht auf ihre eigenen Fragen". Als Korrektur wäre es dann in unserer Wissenschaft eben wichtig, dass man durch eine Theoriegeschichte, das "liegen Gelassene" kennen lernt.
Im Graduate Programme der GSEFM (graduate school der Unis F, MZ und DA) gibt es einen solchen obligatorischen Kurs mit 4 SWS, den ich seit zwei Jahren im SoSe lese.
Gruß
VC

0 FAZ-gb 03.09.2012, 21:59 Uhr

"Die vielen sich auf die...

"Die vielen sich auf die neoklassische gesamtwirtschaftliche Produktionsfunktion stützenden Makromodelle versagen verständlicherweise, da es eine neoklassische gesamtwirtschaftliche Produktionsfunktion nicht gibt. Da mogelt die damit verbandelte Lehrbuchliteratur liebenswürdig unverdrossen weiterS." Die Cambridge-versus-Cambridge-Kontroverse ist in der Tat Bestandteil der Dogmengeschichte, was immer man davon hält und ob es einem gefällt. Und die Ökonomen, die im Geiste Sraffas arbeiten (von denen ich ein paar kenne und sehr schätze), haben ihren Ansatz nicht in den Mainstream bringen können. "Ein Zugang für diese exorbitant relevante analytische Frage ist das 17. Kapitel der Keynesschen „Allgemeinen Theorie“." Das ist selbst unter Keynesianern immer umstritten gewesen. Paul Davidson besitzt da keinen Alleinvertretungsanspruch. "Dieser Knochen fehlt leider auch in Ihrem Buche „Keynes für jedermann“." Stimmt, aber dafür findet sich bei mir das 12. Kapitel, das viele Keynesianer für irrelevant gehalten haben. (Ich gebe aber zu, dass ihnen diese Antwort vermutlich nichts nützt. Ich will nur sagen, dass ich mich nicht alleine auf eine Mainstream-Interpretation des Keynesianismus beschränkt habe.) "Die „forschungsstarken jungen Ökonomen“ (gb, F.A.Z. vom 01. September 2012) scheinen an diesen Fragen vorbei zu … forschen." Da ich nicht alle Arbeiten dieser Ökonomen kenne, kann ich dazu nichts sagen. Dieser Blog wird auch von theoretisch sehr kundigen Ökonomen der reiferen wie der jüngeren Generation gelesen. Vielleicht geht jemand auf Ihre Anmerkungen ein.

0 bodo3000 03.09.2012, 20:46 Uhr

@ gb 28. August 2012, 23:28...

@ gb 28. August 2012, 23:28
„Geld...keine angemessene Rolle spielt.“
In der Allgemeinen Gleichgewichtstheorie (AGTH) kann das Geld nicht formuliert werden, da Geld ein Auseinanderfallen von Gut gegen Geld und Geld gegen Gut bedingt. Das beherrschen diese Modelle der AGTH nicht. Da helfen auch die filigransten Algorithmen nicht.
„Handelsübliche Makromodelle“: Die vielen sich auf die neoklassische gesamtwirtschaftliche Produktionsfunktion stützenden Makromodelle versagen verständlicherweise, da es eine neoklassische gesamtwirtschaftliche Produktionsfunktion nicht gibt. Da mogelt die damit verbandelte Lehrbuchliteratur liebenswürdig unverdrossen weiterS. Die sich „keynesianisch“ titulieren, versagen an der Integration von „Realökonomie“ und „Finanzökonomie“. Ein Zugang für diese exorbitant relevante analytische Frage ist das 17. Kapitel der Keynesschen „Allgemeinen Theorie“. Dieser Knochen fehlt leider auch in Ihrem Buche „Keynes für jedermann“. „Walter half dem Meister (Herbert Giersch), das Institut (für Weltwirtschaft) von Keynesianern zu säubern …“ (F.A.Z. vom 01. September 2012, S. 18), das ist eine hier schnurchelnde Arabeske.
„Die ökonomische Wissenschaft ist zumindest in Teilen derzeit sehr in Bewegung.“: Das ist sie seit … Karl Marx, Léon Walras (1874) und John M. Keynes. Der Erkenntnisgewinn seit „Éléments d'économie pure ou théorie de la richesse sociale“ ist bei der AGTH gering. 1957, also drei Jahre vor 1960, publiziert Tjalling Koopmans “Three essays on the state of economic science”. Reine Skepsis und Ernüchterung. Übrigens war auch er Nobelpreisgewinner. Die „forschungsstarken jungen Ökonomen“ (gb, F.A.Z. vom 01. September 2012) scheinen an diesen Fragen vorbei zu … forschen.
„Wertaufbewahrungsmittel“: Das ist simpel: Was ist denn „Wert“?
„ergebnisoffener Prozess“: na ja, die Wirtschaftswissenschaft, die in ihren Methoden so diffus und gleichzeitig geduldet irrelevant ist, die kann einem einen Schrecken einjagen.
Gruss
A.B.V.

0 FAZ-gb 28.08.2012, 21:28 Uhr

@bodo3000 "Und hier fehlt das...

@bodo3000 "Und hier fehlt das Geld. Es ist einfach nicht integrierbar." Wenn ich das recht verstehe, zielen Sie darauf ab, dass Geld in neoklassischen Gleichgewichtsmodellen seit Walras über Arrow/Debreu keine angemessene Rolle spielt. Zum einen versucht man schon, Geld in handelsübliche Makromodelle einzubauen, die auf der Allgemeinen Gleichgewichtstheorie beruhen. Außerdem: Es gibt aktuell Versuche, Geld nicht nur in seiner Funktion als Zahlungsmittel, sondern auch als Wertaufbewahrungsmittel in moderne Theorien zu integrieren. Wohin das führt, muss man sehen. Die ökonomische Wissenschaft ist zumindest in Teilen derzeit sehr in Bewegung. Vielleicht ist es voreilig, diese Arbeiten aus der Perspektive des Jahres 1960 (Arrow/Debreu stammt in etwa aus dieser Zeit) zu verdammen. Wissenschaft ist ein ergebnisoffener Prozess. Gruß gb.

0 bodo3000 23.08.2012, 20:23 Uhr

@ Gerald Braunberger 21....

@ Gerald Braunberger 21. August 2012, 10:21
"Mathematik brauchen Sie in der VWL für Theorie und Empirie. Allerdings ist die Mathe, die man für ein normales Studium braucht, nicht sehr schwierig - wer die nicht meistert, hat in einem VWL-Studiengang nichts zu suchen."
Na ja, lassen wir Gérard Debreu (Nobelpreisgewinner 1983) zu Worte kommen: "Allegiance to rigor dictates the axiomatic form of the analysis where the theory, in the strict sense, is logically entirely disconnected from its interpretations" (p. x, Theory of Value, London 1973, 5th printing).
Soll heissen: Mathematik (hier Topologie, nicht das US-amerikanische algebraische Grundschulniveau wie Mankiw et al.) ist die Theorie, die Interpretation ist die Ökonomie. Und hier fehlt das Geld. Es ist einfach nicht integrierbar. Also das Thema ist sicherlich skandalöser als ein Hinweis auf Bachelor/Master Qualitäten.
Mit amüsierter Neugierde
Alexander B. Voegele

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt in der F.A.Z.