Fazit – das Wirtschaftsblog

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Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

Die wahre Ursache der italienischen Krankheit

| 15 Lesermeinungen

© dpaNicht digitalisiert: Das Kolosseum

An der Existenz einer „italienischen Krankheit“ kann es keine Zweifel geben. Die Wirtschaft des größten südeuropäischen Landes wächst seit rund zwei Jahrzehnten unterdurchschnittlich, obgleich Italien, anders als Spanien, von der verheerenden Finanzkrise vor zehn Jahren wenig getroffen wurde und die Wirtschaft zweifellos von nachhaltig niedrigen Zinsen profitiert hat. In diesem Zeitraum war die Finanzpolitik nicht restriktiv und es kam zu weniger Neubildungen von Regierungen als in den Jahren zuvor.

Ausdruck der italienischen Wirtschaftsschwäche ist eine schwache Entwicklung der Arbeitsproduktivität. Diese wird häufig auf einen ineffizienten Staatsapparat und ein zu hoch regulierte Wirtschaft zurückgeführt, die dringend Strukturreformen benötigt. Die Ökonomen Bruno Pellegrino und Luigi Zingales halten dies als Begründung für die unbefriedigende Entwicklung der Arbeitsproduktivität in den vergangenen 20 Jahren für völlig überschätzt: Denn in den Jahrzehnten zuvor, als die italienische Wirtschaft deutlich besser lief, war der Staatsapparat nicht effizienter und der Arbeitsmarkt nicht weniger reguliert. Man darf nicht vergessen, dass Italien in den fünfziger und sechziger Jahren wie Deutschland ein Wirtschaftswunder erlebt hatte und noch in den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhundert wuchsen Wirtschaft und Produktivität in Italien kräftiger als im europäischen Durchschnitt. Irgend etwas muss in den vergangenen 20 Jahren hinzugekommen sein, was auf der Entwicklung der italienischen Wirtschaft lastet.

Italiens Klientelsystem wird in der Digitalisierung zum Problem

Pellegrino und Zingales haben in einer empirischen Analyse versucht, den Grund zu finden, der die italienische Wirtschaft seit 20 Jahren an der Entfaltung hindert. Und sie haben in den Daten einen Grund gefunden: In der jüngeren Vergangenheit ist die Wirtschaft in den entwickelten Nationen zunehmend von Fortschritten in der Informationstechnologie – allgemeiner ausgedrückt: von der Entfaltung der digitalen Revolution – erfasst und geprägt worden. Und in einem internationalen Vergleich zeigt die Empirie, dass die Nutzung dieser Technologien dort am besten funktionierte, wo die Unternehmen ihr Personal in erster Linie nach ihren Kenntnissen und Verdiensten beschäftigen. Dies ist zum Beispiel in den Vereinigten Staaten der Fall.

Und hier weist sich das nach wie vor stark verbreitete Klientelsystem in Italien als ein Hindernis. Wenn die Entscheidung, wer in einem Unternehmen beschäftigt wird, weniger von seiner Qualifikation abhängt als von der Frage, ob er der Eigentümerfamilie entstammt oder in anderen Beziehungen zu den Eigentümern oder Topmanagern steht, kann sich das gerade in jenen Branchen sehr negativ auswirken, in denen eine spezifische fachliche Qualifikation vonnöten ist. Ein Klientelsystem kann hilfreich sein, den Verkehr mit Behörden in einem wenig effizienten Staat zu erleichtern oder bei Banken Kredite auch für wirtschaftlich fragwürdige Projekte zu erhalten. Aber ein Klientelsystem ist wenig hilfreich in der Anwendung und Verbreitung anspruchsvoller, sich kontinuierlich weiterentwickelter Technologien. Die Autoren schließen: „In other words, familyism and cronyism are the ultimate cause of the Italian disease.“

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15 Lesermeinungen

  1. Alles etwas vereinfacht!
    Italien hat wahrlich viele Probleme – wie Deutschland auch. Wenn man sich die Sache etwas langfristig ansieht, dann wird man bemerken, dass verschiedenen Länder die Sklerose angedichtet wurde. Um 2000 war Deutschland der große Verlierer und die Südländer die großen Gewinner, jetzt sind wir wieder „Vorbild“ und die anderen Verlierer. Das kann sich auch wieder ändern. Die Faktoren dahinter sind mit Sicherheit vielfältig, monokausale Erklärungen eher falsch. Noch dazu dürfte die Wirtschaftsstatistik in einem Land wie Italien mit riesigem Schwarzmarktsektor eher unzuverlässig sein – ähnlich wie in Griechenland.

  2. Grundsätzlich eine interessante und auch plausible These...
    dennoch möchte ich auf den logischen Fehler in der Grundannahme hinweisen: „Denn in den Jahrzehnten zuvor, als die italienische Wirtschaft deutlich besser lief, war der Staatsapparat nicht effizienter und der Arbeitsmarkt nicht weniger reguliert“ . Das is ungefähr so, als würde ich sagen : “ Also an der Pferdekutsche kann es nicht liegen, das unser Transportunternehmen zu Grunde geht, die haben wir schon immer benutzt“. Häufig kommt es eben auf die zur Verfügungstehenden Alternativen an.

  3. Italiens Akademikerquote liegt auf dem Niveau von Rumänien
    Die digitale Welt beruht auf einer Wissensgesellschaft, diese wiederum entsteht durch Bildung. Während es in Deutschland, Frankreich, USA usw. einen Anteil an Hochschulabsolventen von 27 bis 29% gibt. liegt dieser in Italien bei 15%, etwa so hoch wie in Rumänien (wo allerdings das Internet schneller ist als in Deutschland)! Fraglos, dass sich die digitale Welt gerade südlich von Italien im Schneckentempo entfaltet. Mailand und Florenz mit Eliteunis hängen den Rest des Landes erst recht ab. Übrigens vermarktet sich gerade ein digitales Genie auf ganz italienische Art mit grandiosem medialen und wirtschaftlichen Erfolg: Alessandro Giglio in Kooperation mit dem japanischen Konzern Docomo. Der Aktienkurs könnte sich noch verfünffachen von 6 auf 30 EUR. Sollte Google und Konsorten gierig werden, sind auch 60 EUR möglich.

  4. Italien war einmal ein europäisches Billiglohnland
    Als Italiens Wirtschaft wuchs war es ein Billiglohnland. Von Schuhen, Spritzguss, Autozulieferteile usw. Als es durch die gemeinsame Währung nicht mehr inflationieren konnte, wurde es zu teuer. Dann kam erst Osteuropa und dann Asien.
    Die italienische Wirtschaft wurde von internationalen Investmentgesellschaften übernommen und zerfleddert. Italien ist ein klassisches Beispiel eines Globalisierungsopfer, das seine Eigentümlichkeiten verloren und seine Zukunft verpfändet hat.

  5. Tautologisch
    Mir erscheinen die Erkenntnisse dieser Wissenschaftler tautologisch. Nicht der ineffiziente Staat ist das Problem, sondern die Klientelwirtschaft? Aber diese ist doch die logische Konsequenz eines ineffizienten Staates.

    Übrigens ist das italienische System wohl mittlerweile fester Teil der Mentalität. In meinen Jahren bei der EU, immerhin einem ziemlich meritokratischen System, habe ich genau dieses Verhalten beobachtet. Italiener schieben Posten an andere Italiener, die sie privat kennen. Das Ergebnis ist endloses Geschwätz zwischen unfähigen Leuten. Entschieden wird dann zwischen den Deutschen und Franzosen und die Italiener jammern, dass man sie nicht ernst nimmt.

  6. Steuern
    ich habe in Süditalien zwei Häuser gebaut, lebe in einem, kenne von daher das System seit über 10 Jahren genau. Wollte zuerst ich dort auch als Projektentwickler im Tourismus arbeiten. Unmöglich. Die italienischen Firmen kriegen technisch und kommerziell durch die Bank nichts auf die Reihe. Es lähmt sie ihre eigene Lethargie, aber noch viel mehr der ineffiziente Staat, der noch nicht einmal in der Lage ist, seine Steuern einzuziehen. Die Verwaltung ist personell massiv überbesetzt und leistet dennoch viel zu wenig, weil niemand motiviert ist. Die Steuern und die Bürokratie sind zu hoch. Steuerbescheide werden noch nicht einmal erlassen. Bußgeldbescheide werden nicht verfolgt. Dadurch fehlt dem Staat enorm viel Geld. Steuerhinterziehung ist Volkssport Nr. 1 trotz guardia di finanza, die sich nur um unnötigen Kleinkram kümmert.
    Vetterles Wirtschaft gibt es natürlich, aber wo gibt es die nicht? Ist ja auch nicht schlecht, wenn man durch Kontakte und Beziehungen Geschäfte machen kann, solange der Wettbewerb dadurch nicht aufgehoben wird.
    Aus dem Euro auszutreten kann keine Lösung sein. Die italienische Verwaltung muss nur die Spielregeln Europas anwenden.
    Ein Kernproblem ist das schwache Bildungssystem. Die Kinder lernen sehr früh, sehr viel italienische Sprache, dafür viel zu wenig Mathematik und Englisch. IT ist sehr unterentwickelt und beschränkt sich meist nur auf facebook. Auf den Hochschulen wird auch nicht nach europäischen Standards gelehrt.
    Ich habe zu Beginn geschrieben, dass sich meine Erfahrungen auf den Süden konzentrieren. Ja, der Norden ist viel weiter und viel europäischer. Aber solange der Norden noch nicht einmal den Süden unterstützt, wie soll das dann Europa schaffen?
    Ich bin in Italien angekommen, aber Italien noch lange nicht in Europa.

  7. Raccomandati überall.
    Nepotismus, das System der „raccomandazione“, ist wie ein Klotz am Bein aller wissensbasierten Wirtschaftsbereiche. Das beginnt schon bei den Universitäten, an denen auffällige Häufungen von Familienclans zu beobachten sind, während fähige Talente ins Ausland gehen.

    • Ja, das gilt auch für die beiden Autoren des von mir zitierten Arbeitspapiers, die an amerikanischen Universitäten arbeiten.
      Gruß
      gb

  8. Die Ursache ist eine andere - nennt sich Euro-Krankheit.
    Italien hat durch den Euro einen „Zinsschock“ erlebt (wie die anderen Südstaaten auch). Nach zweistelligen Lire-Zinsen brachte der Euro Italien deutlich niedrigere Zinsen, was zu erhöhter Verschuldung, steigenden Löhnen und Preisen geführt hat. Italien hat dadurch seine Wettbewerbsfähigkeit verloren. In einer solchen Lage war Italien auch früher schon – regelmässig, muss man sagen. Man rückte aber die Wettbewerbsfähigkeit jedesmal wieder gerade, indem man abwertete. Das funktionierte immer ganz gut, da Italien im Norden eine leistungsfähige Industrie mit den entsprechenden Mitarbeitern hatte. Da die entstandenen Ungleichgewichte im Euro nicht mehr über eine Abwertung kompensiert werden konnten, suchten sie sich andere Auslassventile. Die Staatsverschuldung stieg ins uferlose wie auch die Arbeitslosenzahlen. Hand in Hand ging das natürlich mit einem starken Ansteigen der Verschuldung der Unternehmen – als auch Privaten. Da dieser Zustand (die fehlende Wettbewerbsfähigkeit) unter dem Euro-Regime nicht zu bereinigen war, wurden viele dieser Kredite notleidend. In der Summe betrachtet, haben diese NPLs (Non-Performance-Loans – das sind Kredite, die mindestens 3 Monate weder mit Zins noch Tilgung bedient wurden) eine Höhe erreicht, die 85 % des Eigenkapitals aller italienischen Banken entspricht (knapp 400 Mrd. €). Drückt man dies direkter aus, würde es sich sehr unschön anhören, aber an dem Druck – hinsichtlich einer Schuldenvergemeinschaftung – der gegen Deutschland aufgebaut wird, erkennt man, die Hütte brennt lichterloh. Auch, weil es nicht nur alleine um Italien geht. Aber es wäre nicht Italien, wenn man sie sich nicht trotzdem „durchwurschtelten“.

    Nur, im nächsten Frühjahr könnte auch das sehr schwierig werden. Unter dem Euro ist und wird Italien niemals mehr wettbewerbsfähig werden können. Eine Alternative wäre der Austritt aus dem Euro, zurück zur Lire mit sofortiger Abwertung (eventuell noch mit einem Schuldenschnitt). Das dramatische an dieser unglückseligen Geschichte ist, dass Italien innerhalb kürzester Frist wieder wettbewerbsfähig werden könnte, würden man sie aus dem Euro austreten lassen, ohne dass man ihnen Steine in den Weg legt. Nicht unwahrscheinlich dieses Szenario: Nur die Partito Demokratico will im Euro bleiben – MoVimento 5 Stelle, Lega Nord, Fratelli d´Italia wollen raus. Ein Ende mit Schrecken also – aber vielleicht besser als ein Schrecken ohne Ende.

    Die andere Alternative wäre ein weiteres Ansteigen der Schulden (sowohl Staaat als auch Private), weiterhin hohe Arbeitslosigkeit (da nicht wettbewerbsfähig) und Verlust der staatlichen Autonomie, da das Land sich letztendlich der fiskalischen Knute der Brüsseler Bürokratie – in Gestalt der Troika (oder auch Institutionen genannt) – unterwerfen müsste. Damit wäre aber auch das Schicksal der Eurozone zur Wandlung in eine reine Transferunion endgültig besiegelt. Was sie ja jetzt schon teilweise ist, denn faktisch ist die EZB ja längst der „Lender of last resort“.

    Die Einführung des Euros war seinerzeit das Mittel zum Zweck für wirtschaftliche Prosperität, zur Vertiefung des Vertrauens, der Freundschaft und dem Zusammenwachsen der Länder Europas. Doch nichts davon hat der Euro erreicht, schlimmer noch, bei allem das Gegenteil. Mit dem „Mittel“ Euro sollte der Zweck, ein weiteres Zusammenwachsen der Eurozone, erreicht werden. Doch obwohl dieses Mittel seinen Zweck weit verfehlt hat, wird stattdessen der Erhalt des Euro ersatzweise als „Zweck“ ausgerufen. Ein grosser Fehler. Eine Gemeinschaftswährung für solch disparate Länder, wie wir sie in der Eurozone vorfinden, kann niemals funktionieren. Die einzelnen Volkswirtschaften müssen „atmen“ können. Dies geht nur mit eigenen nationalen Währungen, welche früher stets ihre wichtige Ausgleichfunktion für die Ungleichgewichte der einzelnen Volkswirtschaften erfüllten. Die Aussage einer hohen deutschen Politikerin „Scheitert der Euro, scheitert Europa“ kann falscher nicht sein. Der Euro ist ein Spaltpilz der die wichtige und richtige Idee eines gemeinsamen Europas und das weitere Zusammenwachsen Europas bereits in seinem Fundament zerstört. Die extrem hohe Verschuldung und Arbeitslosenzahlen der Südländer – und im Besonderen die völlig aussichtslose Situation Griechenlands unter dem Euro – sollte uns Warnung genug sein, dass der bisherige Weg nicht zu einem gemeinsamen Europa führen wird. Doch gerade heute ist es dringender denn je.

    • „In einer solchen Lage war Italien auch früher schon – regelmässig, muss man sagen. Man rückte aber die Wettbewerbsfähigkeit jedesmal wieder gerade, indem man abwertete.“

      Das wird immer wieder gerne erzählt. Wer sich die Mühe macht und einen Blick auf den Wechselkurs wirft, wird erkennen, dass Italien in der Nachkriegszeit im wesentlichen zwischen 1970 und 1995 abgewertet hat. In den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg befand sich Italien im Währungssystem von Bretton Woods und dem Euro gingen ein paar Jahre mit stabilen Kurse im EWS voraus.

      Gruß
      gb

    • Nicht der Euro war oder ist das Problem
      Die Strukturprobleme sind vor der Einführung des Euros entstanden und die flexiblen Wechselkurse haben hierzu einen wichtigen Beitrag geleistet. Nach dem Krieg wurde die Wirtschaft Italiens durch arbeitsintensive Sektoren dominiert. Neben der Landwirtschaft hatte der Dienstleistungssektor mit dem Tourismusgewerbe eine große Bedeutung und selbst die Industrie war durch bedeutende Konsumgüterproduzenten besonders in der Bekleidungsindustrie relativ arbeitsintensiv. Starke Gewerkschaften konnten deutliche Lohnsteigerungen durchsetzen, deren negative Wachstumseffekte von einer expansiven Geldpolitik aufgefangen werden sollten. Abwertungen der Lira waren die Folge der im internationalen Vergleich hohen Inflationsraten. Die scala mobile (Inflationssicherung der Löhne) hat die Lohnkosten auf einem relativ hohen Niveau gehalten, aber die hohen Preisteigerungsraten und die Liraabwertungen haben das Kapital durch Risikoaufschläge noch weiter verteuert. Die unfähige Steuerverwaltung und die schlechte Steuermoral zwangen den Staat in eine hohe Verschuldung, wodurch er auf dem Kapitalmarkt die private Kapitalnachfrage in Italien zusätzlich verteuerte. In Deutschland führten hohe Lohnsteigerungen dagegen zu einer Verteuerung der Arbeit relativ zu Kapitalinvestitionen, wodurch Modernisierungsinvestionen gestützt auf den technischen Fortschritt attraktiv wurden. Die flexiblen Wechsekurse waren ein Ventil, das es der italienischen Wirtschaft ermöglichte die notwendige Modernisierung der Wirtschaft aufzuschieben und die Strukturprobleme zu ignorieren.

  9. Diese These hielte ich spontan betrachtet für Unfug.
    The so-called ‚Italian disease‘ ist nicht der Klüngel, der in keiner deutschen Stadt so gut gedeiht wie in der attraktiven und wirtschaftlich hoch leistungsfähigen Domstadt zu Köln.

    Der Zusammenhang zwischen dem Wirtschaftswachstum und dem Anteil an unveränderlicher Bausubstanz ist sogar auf den zweiten Blick einleuchtend, mehr noch als irgendeine kühne These über die Ineffizienz des Klüngel-Systems.
    Der Zusammenhang zwischen der Prävalenz von Klüngel-Systemen und und dem Verwaltungskostenanteil in der Gesamtwertschöpfung (wegen Bürokratie, etc.) sollte ebenfalls bekannt sein.

    In Italien legt man keinen großen Wert auf Preiswettbewerb und pflegt seine Qualitäten wie auch seine Nachbarschaft. Den Trends zur Masse statt Klasse und zum billiger.de, der sich die westliche Wirtschaft seit der Jahrtausendwende verschrieben hat, folgte Italien nicht. Und das ist gut so.
    Langfristig werden die Menschen wieder lernen müssen, dass Produktqualität und Lebensqualität zusammen gehören und fehlende Qualität nicht durch Produktivitätsgewinne aufgewogen werden können.

    • Qualitätspräferenz der Italiener
      @ Max Born,
      gerade wegen ihres Qualitätsbewusstseins kaufen die Italiener so viele deutschen Autos. Die sind halt schlichtweg besser als die Fiats. Das gleiche gilt für Werkzeug, z.B. Kettensägen von Stihl. Auf Masse statt Klasse setzt man in Deutschland tatsächlich bei Klamotten. Da ist Italien natürlich Spitze. Und was das angeblich so gute Essen anbelangt: in Mittelitalien gibt es das ungesalzene Brot, völlig ungenießbar für Deutsche. Ich lebe übrigens in Köln, wo sich viele Italiener (natürlich Terroni) wohlfühlen.

  10. Mafia und Nepotismus
    Man kann sich nur wundern, warum die übrigen EU-Länder nicht längst disziplinarisch eingegriffen und z.B- die Selbstbedienung des italienischen Staats und der italienischen Wirtschaft stoppen.
    Nur wenn man Draghi blockiert, kann etwas in dieser Richtung geschehen.

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