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Forscher im Profil (3): Gabriella Conti, die gerechte Gesundheitsforscherin

28.01.2012, 08:41 Uhr  ·  Gabriella Conti untersucht zusammen mit Biologen, warum arme Leute kränker sind. Die überraschende Erkenntnis: Meistens wird die Gesundheit schon im Kindesalter angegriffen. Ein Video-Interview von Patrick Bernau

Von

Von Patrick Bernau

Warum sind arme Leute kränker? Es gibt dafür eine Reihe von Erklärungen. Gabriella Conti bietet einen ganz neuen Blick auf die Debatte: Sie untersucht, wie die Gesundheit von Menschen schon im Kindesalter angeknackst werden kann. Sie arbeitet mit Wirtschafts-Nobelpreisträger James Heckman zusammen – aber nicht nur mit ihm, sondern auch mit Biologen und Genetikern. So kombiniert sie die Erkenntnisse aller Disziplinen und arbeitet dafür, die Ökonomik besser an andere Wissenschaften anzudocken.

Eine Übersetzung steht unter dem Interview.

Gabriella, was ist Ihre wichtigste Erkenntnis?

Ich untersuche, wie ungleich die Gesundheit der Menschen ist – und welche Einflüsse die Umgebung auf diese Ungleichheit hat.  Eine meiner Erkenntnisse ist wirklich überraschend: Im Alter von fünf Jahren lassen sich schon Ungleichheiten erklären, die erst spät im Leben auftreten. Zum Beispiel verhalten sich Kinder mit psychischen Schwierigkeiten oft ungesund, wenn sie erwachsen sind.

Was treibt Ihre Forschung an?

Ich möchte verstehen, wie wir das werden, was wir sind. Dazu ist es wichtig, die Erkenntnisse anderer Wissenschaften in die eigene Forschung zu integrieren. In der Ökonomik wird das nicht gemacht. Wir leben in so spannenden Zeiten und es gibt so viele Fortschritte in der Genetik, der Epigenetik [der Analyse von Zellveränderungen,  die nicht durch Veränderungen der DNA geschehen] und der Biologie, die nicht in der ökonomischen Forschung berücksichtigt sind. Das wichtigste Ziel meiner Arbeit ist, die Unterschiede zu erklären und die unterschiedlichen Ansätze in theoretischen und ökonometrischen Modellen zusammenzubringen. Am Ende sollen Politikempfehlungen stehen, die auf der Biologie basieren.

Was ist Ihre wichtigste Empfehlung für Politiker?

Wir leben in einer Zeit knapper Budgets, und wir wissen, dass die Zustände in der Kindheit vieles von der Gesundheit im Alter erklären. Dann ist meine Empfehlung: Man kann noch viel mehr für die Gesundheit tun, zum Beispiel kann Vorsorge in der frühen Kindheit viel günstiger sein als die Behandlung später.

Danke.

Danke.

 

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Jahrgang 1981, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.