Home
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Weitersagen Kommentieren (11)
 

So freundlich sind wir gar nicht

16.07.2013, 10:13 Uhr  ·  Die Menschen sind altruistisch: So dachte man lange. Doch jetzt wird der Egoismus wiederentdeckt.

Von
© Alfons HoltgreveIllustration

Es war eine große Welle, die in den vergangenen Jahren durch die Ökonomik und durch die Medien ging: Menschen sind nicht egoistisch, hieß es. Der Homo oeconomicus ist tot, dieser unsympathische Mensch, der stets nur auf den eigenen Vorteil bedacht ist – jetzt ist bewiesen, dass die Menschen ganz anders sind. So dachten viele Ökonomen.

Doch so einfach ist es nicht. Mehr und mehr zeigen neue Versuche, dass die Menschen einige ziemlich egoistische Fasern in ihren Körpern haben. Und die alten Freudenrufe werden relativiert.

Ein wichtiges Experiment, das den Homo oeconomicus einst in Verruf gebracht hat, heißt „Diktatorspiel“. Dazu kommen Versuchsteilnehmer (oft Studenten) in die Universität, sie bekommen etwas Geld und dürfen das mit einem anderen Versuchsteilnehmer teilen. Ob sie überhaupt etwas abgeben und wie viel – das ist ihre Entscheidung. Die meisten Versuchsteilnehmer behalten nicht alles, sondern geben einen Teil ihres Geldes an den anderen ab: Typischerweise verschenken sie ungefähr ein Viertel des Geldes, manche die Hälfte. Das Ganze funktioniert in den unterschiedlichsten Gesellschaftsformen, auch mit hohen Beträgen und auch dann, wenn die Teilnehmer ihre Entscheidungen vollkommen anonym treffen können.

Doch das alles waren künstliche Situationen, denen das Experiment deutlich anzumerken war. Schon in den vergangenen Jahren haben Forscher im Labor die Situation nach und nach realistischer gemacht. Schnell wurde der Egoismus stärker. Wenn Entscheidungen nicht nur von einem Menschen getroffen werden, sondern von mehreren, dann behalten sie mehr für sich. Auch wenn Wettbewerb ins Spiel kommt, wächst der Egoismus schnell.

Es waren Anthropologen, die das Ultimatumspiel ganz aus der künstlichen Laborsituation herausholten. Ökonomen hätten das vielleicht nicht geschafft, denn sie lügen in Experimenten nicht. Und es ist nicht leicht, ein Ultimatumspiel realistisch aussehen zu lassen. Im richtigen Leben kommt selten jemand unverhofft vorbei und verschenkt Geld, das man mit einem unbekannten anderen teilen soll. Die zündende Idee hatten Jeffrey Winking und Nicholas Mizer an der staatlichen A&M-Universität in Texas. Sie zogen mit ihrem Experiment nach Las Vegas. Dort stellten sie einen Forscher an eine Bushaltestelle. Sobald jemand auf den Bus wartete, zückte der Forscher sein Handy, lief telefonierend herum und schaute weg. In dieser Zeit kam ein zweiter Forscher und tat so, als hätte er einige Casino-Chips übrig. Er müsse zum Flug, sagte er, und könne sie nicht mehr einlösen. Also schenkte er sie demjenigen, der dort wartete. Und sagte manchmal noch – mit Blick auf den telefonierenden Forscher – dazu: „Wenn Sie wollen, können Sie es auch mit dem Typen dort drüben teilen.“

Doch die Aufforderung verhallte ungehört. Von insgesamt 60 beschenkten Menschen teilte kein einziger sein unverhofft bekommenes Geld. Das ist so eindeutig, dass die Forscher gar keine weiteren Tests brauchten, um ein hochsignifikantes Ergebnis zu bekommen.

So wie das Experiment von Jeffrey Winking und Nicholas Mizer gibt es in letzter Zeit noch mehr Versuche, die das Bild vom freundlichen Menschen auf den Kopf stellen. Zum Beispiel eines der Bonner Ökonomen Armin Falk und Nora Szech, das vor einigen Wochen durch die Medien ging: Die beiden stellten ihre Versuchsteilnehmer vor die Wahl, ob sie einen kleinen Geldbetrag von höchstens zehn Euro bekommen wollten oder ob sie lieber einer Maus das Leben retten wollten, die ansonsten vergast würde – ein Schicksal, das diesen Labormäusen ohne das Experiment ohnehin bevorstand.

Als die Menschen einzeln vor die Entscheidung gestellt wurden, ließen nur rund 40 Prozent die Maus sterben. Wenn sie in einem Markt mit anderen Leuten über den Preis für das Mäuseleben verhandeln mussten, fiel in 80 Prozent der Fälle das Todesurteil für die Maus. Falk und Szech schlossen daraus, dass der Markt die Menschen unmoralisch macht. Andere Ökonomen sehen das Ergebnis im Zusammenhang mit anderen Gruppenentscheidungen und sagen: Wo viele Menschen zusammen agieren, wird der Egoismus stärker.

Nun sind aus der Praxis auch die Beispiele von Gruppen bekannt, die sehr kooperativ zusammenarbeiten. Forscher werden in den nächsten Jahren weiter ausloten, wann Menschen freundlich sind und wann egoistisch.

Gleichzeitig kommen die Ökonomen auf neue Ideen. Im vergangenen Jahr ging der Wirtschaftsnobelpreis an Alvin Roth und Lloyd Shapley, die für eine Disziplin namens Marktdesign stehen. Sie versuchen Regeln zu finden, mit denen Märkte besser funktionieren, wenn die Menschen unterschiedliche Interessen und Eigenheiten haben.

Eines ihrer Ziele ist: Die Regeln sollen so beschaffen sein, dass man nicht lügen oder unfreundlich sein muss, um das Beste für sich selbst herauszuholen. Nicht der Ehrliche soll der Dumme sein, sondern für seine Ehrlichkeit belohnt werden. Dieser Forschungszweig dürfte in den nächsten Jahren ebenfalls wichtig werden.
____________________________________________

Das Blog finden Sie unter http://www.faz.net/fazit und auf:
Fazit-Blog auf Twitter Fazit-Blog auf Facebook
Fazit-Blog auf Google Plus

Der Autor auf:
Fazit-Blog auf Twitter Patrick Bernau auf Facebook
Fazit-Blog auf Google Plus

 
  Weitersagen Kommentieren Empfehlen (8) Drucken
 

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Lesermeinungen zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 6000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung der Lesermeinung weisen wir am Beitrag den Klarnamen des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Lesermeinungen von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Lesermeinungen zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Weitere Artikel

Datenschutzerklärung

Allgemeine Nutzungsbedingungen von FAZ.NET und seinen Teilbereichen

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Lesermeinungen automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden
Lesermeinungen zu diesem Artikel (11)
Sortieren nach
0 Der Nachteil | Ander`s Blog 27.08.2013, 11:54 Uhr

[…]...

[…] http://blogs.faz.net/fazit/2013/07/16/so-freundlich-sind-wir-gar-nicht-2276/ Dass die Menschen ziemlich unfreundlich sind und da dies immerzu von mehren Medien gleich zur Medienkampagne wird; jene Studie der Bertelsmann-Stiftung aus der SZ: http://www.sueddeutsche.de/leben/studie-der-bertelsmann-stiftung-deutsche-haben-nur-maessigen-gemeinsinn-1.1722289 Also etwas, was ich aus persönlicher Sicht, schon seit Jahren weiß und beobachte, fließt langsam in den Mainstream_Zeitgeist ein, dass die Menschen, z.B. die Tirolerischen, sehr unangenehm, sehr unfreundlich, sehr brutal und sehr grausam sind. In den Chefetagen die Psychopathen und in der Politik die Irren und die Frauen, die wie der ausgestopften Hennen, jenen Psychopathen und Irren gleich hernachrennen; sexuell nur noch von Geld stimuliert werden und dazu noch die unglaubliche Gewaltbereitschaft, z.B. ebenfalls der Tiroler; die Grobschlächtigkeit, die Brutalität, dieses tierisches, rücksichtslose, skrupellose Sich-Nehmen. Diesbezüglich möchte ich jetzt doch einen Angriff auf das Establishment Tirols ausschreiben und zwar Folgenden: Aber vorher noch, folgender Artikel ist in der deutschen Tageszeitung “Die Welt” nach meinem letzten Posting erschienen: http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wissen/article118152326/Unsere-Jugend-verbloedet.html […]

6 Linus Huber 16.07.2013, 23:22 Uhr

Menschen sind wie sie sind, mit oder ohne Freiem Markt

In diesem Artikel wird suggeriert, dass der Freie Markt unseren Egoismus foerdert. Dies ist natuerlich totaler Unsinn, denn es besteht groesstenteils kein Freier Markt, da der wichtigste Faktor (Geld) einer dauerhaften Manipulation (Geldentwertung) unterliegt und damit viele fuer die Gesellschaft mit negativen Auswirkungen behafteten Verhaltensweisen belohnt.

Der Mensch veraendert sein Verhalten entsprechend den Anreizen, welche diese Geldentwertung (oder andere zentralistischen Programme) schafft, indem er schrittweise konditioniert wird. Die Frage, welche wirklich relevant sein muesste, liegt darin, inwiefern staatliche Programme (inflationaere Geldpolitik zaehle ich hier dazu) Verhalten, welches fuer die Gesellschaft insgesamt positive Auswirkungen erzeugt, foerdert oder eben das Gegenteil.

Selbstverantwortung, Ehrenhaftigkeit, Ehrlichkeit, Nachhaltigkeit, Empathie etc. sind Werte, welche meist gemeinsam Auftreten. Allerdings je staerker reguliert und manipuliert wird, desto weniger verantwortungsbewusst fuehlt sich der einzelne fuer das gute Funktionieren der Gesellschaft. In anderen Worten, die Delegation persoenlicher Verantwortung an eine anonyme Institution wie der Staat dies nun einmal ist, untergraebt viele positive menschliche Eigenschaften. Ebenfalls untergraebt die dauernde Geldentwertung das nachhaltige Verhalten der einzelnen wirtschaftlichen Akteure, indem jene, welche sich verschulden und mit hoechst moeglichem Hebel arbeiten, am meisten profitieren.

Ein Verwaltungsapparat, wie der Staat dies ist, hat eine inhaerente Neigung zu wachsen, vergleichbar mit einem lebenden Organismus. Diese Neigung beruht auf der Wahrnehmung der persoenlichen Interessen eines jeden einzelnen Mitarbeiters innerhalb dieses Verwaltungsapparates, indem versucht wird, die persoenlich Zukunft durch die Erweiterung des eigenen Einflusses abzusichern. Es ist keineswegs ein verwerflicher menschlicher Charakterzug, aber jeder Buerger sollte sich dessen bewusst und immer bestrebt sein, die Macht des Staates zu begrenzen. Ich erwaehne dies in diesem Zusammenhang, weil es direkt auf obiges Problem einwirkt, indem immer mehr Aufgaben, dem Staat zugeordnet werden und unsere persoenliche Verantwortung und Freiheit, in Tandem mit vielen weiteren fuer die Gesellschaft insgesamt positive Verhaltensweisen, immer staerker reduziert wird.

Wenn man sich ueberlegt, liegt es im Interesse z.B. der Oekonomen, dass die Wirtschaft via Geldpolitik manipuliert wird, denn ansonsten haetten sie gar keinen Job. Es wird nie die Frage gestellt, ob wir als Bevoelkerung ueberhaupt manipuliert werden wollen und wie sich diese Manipulation langfristig auf das Selbstverstaendnis des einzelnen Buergers sowie auf sein Verhalten auswirkt und inwiefern aufgrund der damit verbundenen Reflexivitaet die Massnahmen langfristige Nachhaltigkeit aufweisen; nein, Hauptsache ist, dass die Oekonomen beschaftigt sind und "manipulieren" koennen.

4 Thorsten Haupts 16.07.2013, 16:35 Uhr

Ohne kleinkariert sein zu wollen:

Aber die Welle der "Die Menschen sind altruistisch" sollte spätestens mit dem "Super-Freaconomics" Bestseller gebrochen sein . Schon dort wird - an erheblich mehr Paxisbeispielen aktueller, experimenteller Forschung - sauber nachgewiesen, dass jenes widerlegte Vorurteil auf übersimplifizierten Experimenten beruhte, in denen nur eine schwarz/weiss Wahl möglich war.

Nicht etwa, dass der Mensch nicht auch altruistisch handeln kann und man das auch experimentell feststellen könnte. Aber es kommt auf die Umstände und die Wahlmöglichkeiten an.

Ist doch schön, wenn wissenschaftlich das festegestellt wird, was jeder Mensch mit Lebenserfahrung intuitiv weiss: Der Mensch ist zu gut und böse gleichermassen fähig, er ist abhängig von vielen Umständen mal hilfsbereit und mal Egoist.

Gruss,
Thorsten Haupts

5 Christian Igel 16.07.2013, 15:53 Uhr

Gegen das Casino-Chip-Spiel...

... lässt sich ja sofort einiges einwenden. Ich persönlich jedenfalls würde auch die fremde Handy-Person nicht einfach so ansprechen. Einfach aus Schüchternheit, und weil es unangenehm ist, die seltsame Situation überhaupt zu erklären (da war eben jemand, der ... usw.) Auch Bedenken, ob die Chips überhaupt echt sind und man Ärger kriegt mit der Person usw. usf.

Mich würde interessieren, was die Leute gesagt haben, warum sie die Chips nicht geteilt haben?

9 axel greve 16.07.2013, 15:25 Uhr

Bei aller Liebe

In Las Vegas, in das man geht, um ohne Arbeit und Gegenleistung auf Kosten Anderer reich zu werden, dort ernsthaft nach Altruisten zu suchen, ist schlicht abstrus! Da mag die Studie ansonsten noch so revolutionär sein.

2 Christian Duerig 16.07.2013, 15:19 Uhr

GEIST UND GEHIRN

Statt selber mit dem eigenen Nähkasten zu basteln, können Sie mit Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer mit seinen Videovorlesungen "Geist & Gehirn" via You Tube lernen, was uns die Neuroscience zu berichten hat. Sie werden staunen, wie eingebildet Sie sind. Mein Staunen veranlasste mich sämtliche 194 Videovorlesungen genauer zu studieren. Dabei habe ich sehr viel gelernt und ferner mir ein Super Power Memory mit der Methode Mantesh zugelegt. (PDF im Internet, Buch bei Amazon).
Schauen Sie in die Vorlesung 016 Das Ultimatum Spiel. Hier lernen Sie die Ökonomie kennen, wie sie wirklich nach der Theorie funktionieren sollte. Das Fairness-Verhalten kann Ökonomie nicht erklären. Sie erkennen Ökonomie als ein vom Hunger aufgezwungenes Monster !!!!!!!!!
Trotzdem trachten wir nach Fairness. Ist es ein Wunschtraum ?????
Viel, sehr viel Spass und Lernerfolg wünsche ich allen mit Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Universitätsklinik, Ulm.

5 Uwe Burkheiser 16.07.2013, 15:14 Uhr

John B. S. Haldane, (1892-1964), ....

..... britischer Evolutionsbiologe soll einmal gesagt haben:
„Would I lay down my life to save my brother? No, but I would to save two brothers or eight cousins.”
Der offensichtliche Verweis auf den (hier biologischen) „Nutzen“ einer altruistischen Handlung, macht deutlich, worum es bei sog. „altruistischen“ Handlungen geht. Purer (biologisch verankerter) Altruismus, losgelöst von allen angelernten oder erzwungenen Sozialnormen, würde im krassen Widerspruch zu allen evolutionstheoretischen Gesetzmäßigkeiten stehen, die wir kennen. Dort wo wir puren Altruismus zu entdecken glauben, liegt die Vermutung nahe, dass wir den direkten und/oder indirekten Nutzen der Handlung nicht erkennen.

Diese Erkenntnis gilt, wie man heute weiß, auch für das Prinzip der Reziprozität prä-agrikulturellen Stammesgesellschaften. Reziprozität als Verhaltensnorm, war schlicht ein Mittel, die Überlebenswahrscheinlichkeit der Gruppe (und damit auch die des Individuums) zu verbessern.

1 Herold Binsack 16.07.2013, 14:28 Uhr

Die (kapitalistische) „Unmoral“ hat die Menschen verdorben

„…dass der Markt die Menschen unmoralisch macht.“ Eine schon fast amüsant anmutende Erkenntnis im bürgerlichen Wissenschaftsbetrieb. Selbst die Sozialisten sind da nicht so weit gegangen. Ihnen ist der Kapitalismus, „der Markt“ nicht unethisch, hingegen aber eine historisch bedingte ökonomische Notwendigkeit. Ein notwendiger Tribut auf dem Weg zur Überwindung aller „ökonomischen Gesellschaftsformationen“ (Marx). Allerdings vermutlich dabei eine Sackgasse, da der „Exit“ (http://blog.herold-binsack.eu/der-schlussel-zum-last-exit-liegt-im-bewusstsein-vergraben/) sich außerordentlich schwer tut. Und nun scheint uns die Antwort diesbezüglich vorzuliegen: Die (kapitalistische) „Unmoral“ hat die Menschen verdorben. Sie offenbar unbrauchbar gemacht, für weniger „egoistische“ Gesellschaftsformationen. So zumindest will es scheinen.

Antworten (2) auf diese Lesermeinung

4 Wolfgang Hennig 16.07.2013, 11:24 Uhr

7.000.000.000 Menschen....

und jeder hat einen anderen "Reife-Status Quo" zum Zeitpunkt der Forschung.
Der Mensch befindet sich von Geburt bis Tod in einem Reife-Alternierungsprozess.
7.000.000.000 verschiedene "Wege", "Wechselwirkungen"...
"Der Ehrliche"...soll wohl heißen "Der Geistreife"...denn reifer Geist hat die
Qualitäten, die wir in Begriffen wie "Ethik","Moral" finden.
Bewußte Bildung, um den "Geistreife-Prozeß" zu fördern, hilft.
Jedes Jahr einen neuen "Status-Quo" feststellen, sich dafür mit einem "Preis"
belohnen lassen....hilft nicht...und immer wieder die Entdeckung...
"Oh, es bewegt sich ja, wir verändern uns"...tolle Wissenschaft kann ich da nur
sagen.

Jahrgang 1981, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.