Fazit – das Wirtschaftsblog

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Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

Eine radikale Geldreform: Das Aktiengeld

| 20 Lesermeinungen

Es gibt mehrere Vorschläge, wie unser Geldsystem radikal verändert werden könnte. Beispiele sind die Rückkehr zum Edelmetallgeld oder die Beschränkung der Geldschöpfung („Vollgeld“). Wir holen eine völlig andere, äußerst originelle Idee aus der Versenkung: Das Aktiengeld des Frankfurter Ökonomen Wolfram Engels.1) Und damit schaffen wir unter anderem den Zins ab.

 

Dieser Beitrag wird sich darauf beschränken, das Konzept einführend zu beschreiben – und das ist schon keine Kleinigkeit.2) Falls Interesse besteht, kann das Thema in weiteren Beiträgen vertieft werden.

Die Suche nach langfristig wertstabilem Geld

Engels‘ Beschäftigung mit diesem Thema begann in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts; nicht zufällig einer Zeit mit im Vergleich hohen Inflationsraten. Nach seiner Ansicht war das Papiergeld keine zuverlässige Geldordnung, weil es keine Sicherheit über die zukünftige Wertentwicklung gab. Engels plädierte für eine Geldordnung, die ein auf Jahrzehnte wertsicheres Geld versprach und damit die langfristige Kapitalbildung erleichterte – für Engels die Voraussetzung wirtschaftlichen Wohlstands: „Als ein Teil der Bevölkerung dazu überging, Kapital zur Altersvorsorge anzusammeln, statt sich von den eigenen Kindern ernähren zu lassen, gingen erstens die Geburtenraten zurück, und es entstand zweitens ein Kapitalstock. Der einzelne Arbeitsplatz konnte mit Maschinen ausgestattet werden: Arbeitsproduktivität und Löhne stiegen.“

Die Vorsorge durch Kapitalbildung erfordert ein „verlässliches Bindeglied von Gegenwart und Zukunft“. Engels vertrat die Ansicht, „dass die Menschen weder ihr zukünftiges Geldeinkommen noch ihren realen Konsum planen, sondern ihren sozialen Status“. Als Risiko werde ein Verlust an Sozialstatus empfunden: „Daraus folgt, dass das Band zwischen Gegenwart und Zukunft … eine statusgesicherte Einheit sein sollte.“

Die nächste wesentliche Erkenntnis ist, dass „Konsummöglichkeiten auf dem Wege der Kapitalbildung nur in Form von Sachvermögen in der Zeit transportiert werden – jedenfalls, wenn man die Gesellschaft als ganzes betrachtet.“ Denn das Geldvermögen ist (in einer geschlossenen Wirtschaft) Null, weil finanziellen Forderungen finanzielle Verbindlichkeiten entgegen stehen.

An dieser Stelle entwickelt Engels die Verbindung zur Geldordnung: „Eine kapitalistische Gesellschaft als Ganzes kann allenfalls dafür sorgen, dass die Ersparnisse möglichst produktiv angelegt  werden, dass die Investitionen gut gemanagt und wirksam überwacht werden., und sie kann dieses Sachvermögen diversifizieren und mobilisieren. Die höchste Stufe dieser Mobilisierung wäre die Transformation von Sachvermögen zum Geld.“

Das ist noch nicht neu, denn auf dieser Basis würde eine Edelmetallwährung funktionieren oder eine Währung, die auf einem Bündel von Rohstoffen beruht. Entscheidend ist für Engels die Art des Sachvermögens, mit dem das Geld unterlegt wird, und da kennt er viel Besseres als Gold und Silber. Er bedient sich bei der modernen Kapitalmarkttheorie 3), die besagt: Es ist aus Gründen der Risikodiversifikation optimal, als Sachvermögen Anteile am sogenannten Marktportfolio zu halten, also am gesamten Sachvermögen einer Volkswirtschaft.4) Der Staat könnte somit Folgendes vorschreiben (Engels schrieb vor der Einführung des Euros): „Eine Deutsche Mark ist der billionste Teil des deutschen Volksvermögens am 1. Januar 1999.“ Das hier auf die D-Mark angewandte Prinzip ließe sich prinzipiell auch auf den Euro7) oder jede andere Währung übertragen.

Wie soll das in der Praxis gehen?

Das Sachvermögen besteht aus „Grundstücken, Häusern, Bauernhöfen, Wäldern, Unternehmen, Eisenbahnen etc.“. Offensichtlich ist es unmöglich, den Wert des gesamten Sachvermögens täglich neu zu ermitteln: „Man braucht deshalb eine leicht ermittelbare Näherungsgröße.  Wenn es leicht und billig wäre, Realinvestitionen in die Form der Aktiengesellschaft zu kleiden und diese Aktiengesellschaften wieder aufzulösen, dann wäre ein Performance-Index der Aktienkurse eine geeignete Näherungsgröße.“ Und damit sind wir beim Aktiengeld: Der Wert des Geldes bemisst sich an der Entwicklung eines repräsentativen Aktienindex, wobei es sich um einen Index handelt, der ausgeschüttete Gewinne wieder in die Kurse einrechnet. Das ist mit der Bezeichnung Performance-Index gemeint. Die Festlegung des Geldwertes geschieht dadurch, dass der Performance-Index konstant gehalten wird.

Das heißt: „Eine Banknote auf 100 Deutsche Mark wäre also ein Investmentanteil an einem Fonds, der das Volksvermögen enthält und dessen Preis unter der Fiktion ermittelt wird, dass alle Erträge reinvestiert wurden.“

Die Tatsache, dass erstens  im Performance-Index Ausschüttungen wie Dividenden und Zinsen enthalten sind und zweitens der Wert des Geldes gegenüber dem Index konstant bleibt – das Geld verzinst sich ebenso wie das Sachkapital -, bedeutet auch, dass der Nominalzins unter der Annahme eines Konkurrenzmarktes im Bankwesen in dieser Welt Null ist! Was heutzutage vielen Menschen als Skandal gilt, betrachtete Engels im Verein mit älteren Theoretikern 5) als Auszeichnung: Demnach ist die Qualität des Geldes umso höher, je niedriger der Nominalzins ist und bei einem Nominalzins von Null ist die höchste Qualität des Geldes erreicht!

Und was geschieht bei einem positiven Realzins zum Beispiel als Folge technischen Fortschritts? Er schlägt sich in Form fallender Güterpreise bei konstantem Nominallohn nieder! Engels schrieb: „Der Produktivitätsfortschritt äußert sich also nicht in steigenden Löhnen, Renten etc., sondern in wachsender Kaufkraft konstanter Löhne. Da es nominal keinen Zins gibt, gibt es nominal auch keine Kapitaleinkommen. Die reale Kapitalverzinsung äußert sich ebenfalls in steigender Kaufkraft. Die Quote der Arbeitseinkünfte am Volkseinkommen wird nominal mit 100 Prozent ausgewiesen.“ So führt der Produktivitätszuwachs zu einem höheren Reallohn. Auch die Idee, dass sich technischer Fortschritt nicht in höheren Nominallöhnen, sondern in sinkenden Güterpreisen bei konstantem Nominallohn niederschlägt, ist in den Wirtschaftswissenschaften schon sehr lange bekannt, auch wenn sie in den vergangenen Jahrzehnten keine große Rolle spielte.

Als Engels sein Konzept vorstellte, warf es viele Fragen auf. Eine lautete: Wie kann man stabiles Geld durch Bindung an einen Aktienindex erwarten, wenn Aktienkurse stark schwanken? Engels vertrat die Ansicht, dass die hohen Kursausschläge (Volatilität) an den Finanzmärkten vor allem die Folge des Papiergeldes und der aus dem Papiergeld folgenden Geldpolitik sind. Nach Ansicht von Engels sollten Preise von Sachvermögen normalerweise gar nicht stark schwanken, denn der Marktpreis eines Vermögensgutes errechnet sich aus den diskontierten künftigen Erträgen eines Sachvermögensgutes. Wenn die Basis des Geldes aber nicht ein einzelnes Gut wie das Gold, sondern der Sachkapitalbestand einer ganzen Volkswirtschaft ist, können erhebliche  kurzfristige Schwankungen nicht erwartet werden.

Währungswettbewerb in staatlichem Rahmen

Angenommen, in einem Land gäbe es im Moment keine Geldordnung und die Menschen dürften eine Geldordnung wählen. Engels war der festen Überzeugung, dass in einem solchen Falle „sein Geld“ gewinnen würde. Allerdings ist die Situation künstlich, denn in Ländern existiert gewöhnlich bereits eine Geldordnung und Engels war auch der Ansicht, dass in diesem Falle der „Platzhirsch“ einen Vorteil gegenüber einem neuen Wettbewerber besäße. Daher hielt Engels es für notwendig, dass der Staat das Aktiengeld – das Engels nicht so nannte; es finden sich bei ihm für das Konzept Begriffe wie „Assetwährung“ oder „Real-asset-Currency“ – als Währungsordnung vorschreibt. Ordnungspolitisch hatte Engels mit dieser Rolle des Staates kein Problem – für ihn war Geld wie die Sprache eine Institution, deren Nutzen mit der Zahl der Nutzer stieg. 6) Innerhalb dieses Ordnungsrahmens war er sehr für einen Wettbewerb zwischen privaten Emissionsbanken; von einem Geldmonopolisten hielt er nichts. Geld entsteht, indem Emissionsbanken Anteile am Aktienindex kaufen und dafür Geld ausgeben; im Grunde verhalten sie sich wie Manager eines Indexfonds.

Engels bezeichnete seine Währung als „Standard“ und nach seiner Ansicht wäre die Welt eine völlig andere, wenn der Standard schon früh Realität geworden wäre: „Die Geschichtsbücher würden wiederum anders aussehen, hätte man mit dem Marktportfolio gerechnet… In dieser Maßeinheit wäre in der ganzen Geschichte weder Zins noch Gewinn aufgetreten…. Die Ideengeschichte der Wirtschaft wäre freilich völlig anders verlaufen… Kurzum: Der Kapitalismus wäre mit dem Standard als Währungseinheit nicht nur effizienter und rationaler gewesen; er wäre auch als ehrbar erschienen. Vielleicht waren Moses, Aristoteles, Jesus und Mohammed einfach nur die besseren Geldtheoretiker.“

 

 

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1) Angemerkt sei, dass ich dieses Konzept vorstelle, um eine Diskussion anzuregen und um, 20 Jahre nach seinem Tode, an Wolfram Engels (1933 bis 1995) zu erinnern. Ich bin jedoch kein Anhänger des Aktiengeldes; ich halte es allerdings auch nicht für abwegiger als Edelmetallgeld oder Vollgeld.

2) Die nachfolgende Darstellung orientiert sich wesentlich an:
– Wolfram Engels: Der Kapitalismus und seine Krisen. Stuttgart 1996 (Alle deutschen Zitate stammen aus diesem Buch.)
– Wolfram Engels: The Optimal Monetary Unit. Frankfurt 1981 (Alle englischen Zitate stammen aus diesem Buch.)
Daneben hatte Engels das Konzept in Fachaufsätzen behandelt. Nach meiner Kenntnis ist keiner dieser Texte frei im Internet erhältlich.

3) Es handelt sich um das – in der Fachwelt – berühmte Preismodell für Kapitalgüter („Capital Asset Pricing Model“ CAPM), für dessen Entwicklung Nobelpreise vergeben wurden und das bis heute zur Grundausrüstung in Vorlesungen über Finanztheorie zählt.

4) Nach Engels lässt sich das Prinzip der Sachkapitalbindung des Geldes bis auf James Steuart (1713 bis 1780) zurückführen.

5) Engels nannte Gottfried Haberler, Albrecht Forstmann und Milton Friedman als Vertreter dieser Auffassung.

6) Nach dieser Sichtweise war es konsequent, sein Geld im Weltmaßstab zu etablieren: „The best conceivable money is a world monopoly money, the unit of which is defined as a constant fraction of the value of the world market portfolio.“

7) Im Falle des Euros käme beispielsweise der 100 Werte umfassende F.A.Z.-Euro (TR)-Index in Frage. TR steht für „total return“.

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20 Lesermeinungen

  1. Der fundamentale Irrtum
    bei dem wir in unserer Evolutionsgeschichte angelangt sind, besteht in der Annahme, wir Menschen als Natur in Natur und von Natur unterstehen nicht auch der Naturgesetzlichkeit der Evolution, der Alles in unserem Universums untersteht. Da kommt nun der Mensch, dem die Evolution sein wunderbares Gehirn gegeben hat, das ihn verhindert, dass er einfach physiologisch als Teilchen des Universums erscheint, dahinvegetiert und dann als organische Masse, und endlich als deren Moleküle und Atome zusammen mit dem Universum selbst – nehmen wir einmal an – irgendwie und in einem soweit unbestimmbaren Zustand in eine Ewigkeit eingeht.

    Nein, wir können uns selbst bewusst als Teil des Universums, der Natur und unseren Beziehung dazu wahrnehmen und beobachten, und sogar zunehmend den Einfluss unserer Interaktionen verstehen und diese nutzen. Aber, es scheint, im Vertrauen in uns selbst du den Technologischen Fortschritt (nicht aber Geistigen) sind wir bei einer Überheblichkeit angelangt wir seien unabhängig von der Naturgesetzlichkeit. Ja, Religionsglaubenssysteme verlangen zu glauben wir seien separate und speziell geschaffen worden über der Natur.

    Aber was soll das mit dem Wirtschafts- und Geldsystem das wir wählen zu tun haben? Ja, es hat mit der Frage zu tun, ob wir mit unserer „Willensfreiheit“ die wir in den letzten paar Jahrhunderten unserer Evolution zum Zentrum unseres Menschsein gemacht haben, unbeschränkte frei sind zu tun und lassen was wir wollen als Kapitalismus und Geldsystem, denn das sind ja Mensch erfundene und gemachte Systeme.
    Nein wir können diese Freiheit nicht haben, weil auch unser Hirn selbst der Naturgesetzlichkeit untersteht. Wir haben nur die „Wahlfreiheit“, den Weg und die Mittel zu wählen wie wir der Naturgesetzlichkeit in unserem Tun und Lassen entsprechen wollen. Dieser Vorgang vollzieht sich nach dem Naturprinzip allen Lebens, dem heuristischen Prinzip des „Lernen aus Tun“. Leider, wie uns die Geschichte unserer Lebenserfahrungen zeigt, scheinen wir Menschen mehr durch Fehlermachen lernen zu müssen als durch eindeutige Erfolge. Zum Glück und Unglück finden wir auch, dass das heuristische Prinzip der Naturevolution uns grossen Spielraum gewährt, in Zeit und Wahl. Aber eher früher als später zwingt uns die Naturgesetzlichkeit in ihre Bahn in Vorgängen und Methoden die für uns dann ungeheuer teuer und schmerzvoll sind. Beispiele erübrigen sich hier wohl.

    Mir scheint wir seien mit unseren Politischen-, Wirtschafts- und Finanzsystemen an einem solchen Punkt angelangt wo es auf Biegen und Brechen geht, wie die Sauereien an vielen Orten der Welt anzuzeigen scheinen.

    Wenn wir die Geschichte der Evolution und darin des menschlichen Verhaltens der letzten drei Millennien verfolgen, scheint mir sollten wir einsehen, dass wohl der drastische Verstoss der Menschen Gesellschaft gegen die Naturgesetzlichkeit des Lebens, und dabei besonders des menschliche Lebens darin besteht, dass wohl Leben wie Würmer, Schnecken, Insekten, Vögel, Fische, Hasen und Füchse, Affen, Kamele und Elephanten, freien Zugang haben zu den Gütern der Natur wie Raum, Land und Rohstoffe, Luft, Wasser, Licht – aber der Mensch nicht. Warum? Der muss aus der hierarchischen Weltanschauung des Altertums heraus, von Gott/Götter/Schöpfer >deren selbsternannten Vertreter hier auf Erden die die Kaiser & Könige und deren Nachfolger „einsegnen > deren Aristokraten als Ländereienbesitzer(jetzt Banken) und Generäle >, von diesen und ihren Erben und deren Erben etc. müssen heute, die Bauern, Angetellten, Arbeiter schon von Geburt an über das Bankensystem mit Hypotekarschulden und Zinsen und Zinseszinsen den „freien“ Zugang zu den Naturgütern wie Land und Rohstoffe erkaufen. Aus der gleichbedeutenden Naturvernünftigkeit wie die der Würmer, Schnecken, Insekten etc. gehören die Naturgüter auch der menschlichen Lebensgemeinschaft, i.e. dem Volk und Bürgern, und der Zugang dazu muss kostenlos sein. Es darf keinen Privatbesitz von Naturgütern geben. Für Brauch und Verbrauch bestimmt das Volk über seine Staatseinrichtungen Landsteuern und Entschädigungen, was alles Geld für die Staatsaufgaben geben sollte. Auf jeden Fall braucht es keine Einkommenssteuern auf Realwerte schaffende Arbeit. Es braucht nur auch Kapitalgewinnsteuer von mehr als 50%. So hat das Geldsystem mit Kauf und Verkauf von Naturgütern nichts zu tun und Geld kann nicht mehr in „schwarzen Löcher“ von Land Spekulation für Jahre gebunden sein.
    Auf dieser Basis kann dann ein Geldsystem nach Henry George, Silvio Gesell, Helmut Creutz, Wolfgang Berger und andere eingeführt werden.

  2. Weitere Fragen zur Funktionsweise von Emissionsbanken
    Sehr geehrter Braunberger,

    vielen Dank für Ihre Ausführungen und Ergänzungen. Der erste Gedanke der mir beim Lesen gekommen ist: Was ist denn das Radikale an der Idee?

    „Eine Getränkeabfüllanlage mit einer Restlebensdauer von 40 Jahren transportiert 40 Jahre lang per se Konsummöglichkeiten in die Zukunft. Ungewiss ist, ob die Konsummöglichkeiten künftig genutzt werden.“

    Die Konsummöglichkeiten sind nur theoretischer Natur. Es ist nicht nur eine Frage ob diese genutzt werden, sondern ob es auch möglich und praktikabel bleibt diese zu nutzen. Die Anlage könnte morgen abbrennen. Ersatzteile für Reparaturen könnten in 10 Jahren nicht mehr verfügbar sein. Transportkosten könnten in 20 Jahren jede Produktion unrentabel manchen. Die Nutzung über 40 Jahre kann weder garantiert noch sichergestellt werden, selbst wenn die Nachfrage auf Konsumentenseite aufrechterhalten werden könnte.

    „Es gibt ein Geldsystem, um Sparen und Investitionen zusammenzubringen.“

    Unser heutiges Geldsystem leistet dieses allerdings nicht. Eine Bank ist nicht in der Lage das Geld ihrer Sparer zu verleihen. Über Kreditverträge wird nur neu geschaffenes Geld verliehen. Mit den Spareinlagen konnten Banken die Kosten für die Mindestreserve minimieren. Seit dem negativen Einlagenzinssatz sind Einlagen über die Mindestreserve hinaus allerdings selbst zum Kostenfaktor geworden. Wenn Privatpersonen Geld verleihen werden sie zu Investoren und sind keine Sparer mehr.

    „Mir scheint, Sie werfen einen realwirtschaftlichen Begriff (Sparen) mit geldwirtschaftlichen Begriffen (Schuldner, Kredite) zusammen.“

    Ich kann es auch Geldhortung nennen. Im Ergebnis führt Geldhortung dazu, dass das Geld nicht mehr umläuft und damit nicht mehr für Zahlungen zur Verfügung steht und darum durch neues Geld ersetzt werden muss. In aktuellen System ist dieser Aspekt allerdings zu vernachlässigen, da das meiste umlaufende Geld keinen realwirtschaftlichen Bezug hat. Die Folgen wenn die 3% Umlauf in der Realwirtschaft gestoppt werden sind aktuell in Griechenland zu sehen. Das wirtschaftliche Leben kommt größtenteils zum Erliegen.

    „Die Banken würden am Markt verfügbares Vermögen wie Aktien oder Immobilien kaufen und dafür Geld ausgeben. Darauf beruht das ganze Modell. Im Extremfall befände sich das gesamte private Sachvermögen im Besitz der Banken, aber Engels ging davon aus, dass nicht alle Menschen ihr Sachvermögen komplett verkaufen würden (z.B. das eigene Haus).“

    Mit welchem Geld würden die Emissionsbanken das Sachvermögen aufkaufen? Mit dem bereits selbst geschaffenen oder einem Übergeordneten oder Gold? Wenn das Geld bereits für den Ankauf ausgegeben würde, hat die Bank keinen Spielraum mehr weiteres Geld auszugeben, sonst würde die Bank mehr Geld in Umlauf bringen, als es den Vermögenswerten in ihrem Index entspricht und damit das Geld wieder entwerten.

    Wie sähe der Ordnungsrahmen aus in welchem diese Emissionsbanken agieren würden? Gibt es Beschränkungen wie viel die Emissionsbanken mit selbst geschaffenem Geld ankaufen dürften? Wenn ein Unternehmen aus dem Index insolvent wird, würden die Verluste von allen Besitzern und Nutzern der jeweiligen Währung getragen werden müssen. Der Maximalverlust wäre, wenn eine Emissionsbank selbst insolvent wird. Deren Anteile könnten dann z.B. im Verhältnis 1:10 von einer anderen Emissionsbank aufgekauft werden und das Geld der insolventen Emissionsbank entsprechend mit dem Faktor 1:10 umgerechnet werden. Sind das Szenarien wie sie in diesem System stattfinden könnten?

    Welche Rolle fällt dem Staat hierbei zu und müsste er alle Währungen aller Emissionsbanken als Zahlungsmittel anerkennen? Ist eine solche Form konkurrierender Privatgelder nicht ein Rückschritt gegenüber einer Währung wie dem Euro welcher zumindest Zahlungen in mehreren Ländern ermöglicht? Wenn eine Bank erst einmal den überwiegenden Teil der Sachvermögen unter ihre Kontrolle gebracht hat, wie sollte dann weiterhin eine Konkurrenz verbleiben können. Wenn kein Sachvermögen mehr auf dem Markt verfügbar wäre, könnten keine neuen Emissionsbanken mehr in dem Markt einsteigen. Welchen Grund sollte eine Emissionsbank haben einmal gekaufte Anteile wieder zu veräußern. Ihr eigenes Geld wäre für sie selbst wertlos und Geld einer anderen Emissionsbank nutzlos.

    Mit freundlichen Grüßen
    Martin Finger

    • Einige Anmerkungen/Antworten
      Die Geschichte mit der Abfüllanlage hat nichts mit dem Geldsystem zu tun. Was Sie hier beschreiben gilt grundsätzlich für alle Investitionen. Selbstverständlich können wir nicht sagen was morgen ist; aber sollten wir deshalb keine Getränkeabfüllanlagen etc. mehr bauen und die Hände in den Schoß legen?

      Übrigens: Banken verleihen kein Geld, Banken schließen Kreditverträge. Eine Leihe ist ein juristisch komplett anderer Sachverhalt. Über Kreditverträge wir Giralgeld erzeugt, ohne dass die Banken zugleich den Erfüllungsgegenstand mit erzeugen können; denn der ist immer noch Zentralbankgeld der 1. Stufe unseres Geldsystems und nicht Bankengiralgeld der 2. Stufe.

      Spareinlagen haben nichts mit der Mindestreserve zu tun, zumal diese verzinst wird und homöopathische 1 % beträgt: http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Aufgaben/Geldpolitik/Mindestreserven/mindestreserven.html. Spareinlagen dienen insbesondere der Refinanzierung. Eine negative Einlagefazilität ist letztlich dem dysfunktionalen Geldmarkt geschuldet und beteiligt insbesondere die deutschen Banken an den Kosten der Geldversorgung, die ansonsten ausschließlich die Südperipherie zu tragen hätte. Auch die Bundesbank muss ihre Kosten an der Nullzinsgrenze decken können.

      Ansonsten sehe auch ich die Geldhortung als das zentrale Problem in unserem Kreditgeldsystem. Insbesondere wenn sich der ‚debtor of last resort‘ wegen der schwarzen Null verweigert.

      Soweit meine Einschätzung in Kürze. Herr Braunberger wird Ihnen vielleicht noch ausführlicher antworten.

      LG Michael Stöcker

  3. Super
    Ohne Zweifel, unser Geldsystem wird immer zu Krisen und Krieg führen, und min 80% der Bevölkerung muss sich als Verlierer fühlen. Ich glaube auch gerne an den lieben Gott, doch wenn Moses, Aristoteles, Jesus keine Erlösung erreichen konnten, wird es schon sehr schwierig. Ich hatte schon die Hoffnung das die zwei Griechen jetzt die ultimative Lösung wenigstens auf den Tisch als Referendum legen. Doch ich bezweifelt ernsthaft ob ein Politiker das verstehen würde. Und was werden für Ängste entstehen. Keiner könnte das Kommunizieren. Ob wohl wir ja einen Pastor als ersten Steuermann haben wird keiner den Mut zum Fortschritt haben. Keiner will ein Engel werden. Dabei wäre ein funktionierendes Geldsystem die ein:-) zigste Chance was das überleben von Deutschland und Europa sichern würde. Die USA hat keine Lösung ausser Essens Marken und Krieg zu führen, und mit China als bald stärkste Macht gibt es bald den großen Rums. Ich hoffe wirklich am deutschen dichten und denken wird noch mal die Welt genesen, Die Frage ist nur welche Partei soll ich dafür wählen,

  4. Eine marginale Geldreform: Die Citoyage
    Bei Wolfram Engels geht es mir so wie Burkhardt Brinkmann (siehe Kommentar weiter unten). Was wir benötigen ist keine radikale Geldsystemreform, sondern lediglich eine marginale Änderung im bestehenden Kreditgeldsystem sowie eine stärke fiskalische Redistribution hoher Geldvermögen, die nicht mehr den Weg in die Realwirtschaft finden und somit die Kredittilgung der Schuldner verunmöglichen, sofern der Staat zeitsynchron auf die schwarze Null setzt. Nicht Revolution sondern Evolution ist das Gebot der Stunde, damit revolutionäre Friktionen vermieden werden. Die monetäre Evolution ist hier beschrieben: https://zinsfehler.wordpress.com/2015/03/23/die-citoyage-keynesianischer-monetarismus-als-ordnungspolitisches-korrektiv/, die Hintergründe sowie weitere fiskalische Maßnahmen hier: https://zinsfehler.wordpress.com/2013/10/13/zehn-masnahmen-fur-ein-europa-in-frieden-freiheit-und-wohlstand/

    LG Michael Stöcker

  5. Titel eingeben
    Sehr geehrter Herr Braunberger,

    ich möchte mich gerne an der Diskussion über unser Geldsystem beteiligen.

    Entsprechend Ihren Ausführungen war Wolfram Engels auf der Suche nach einer Geldordnung welche helfen sollte die für ihn wichtige Funktion als Wertspeicher besser zu erfüllen und Geldentwertung zu vermeiden. Hier ist zunächst die Frage, ob dieses die Problemlage unserer Zeit ist und ob Aktiengeld einen Lösungsweg darstellen könnte.

    Ich denke die Vorstellung, eine Altersvorsorge durch Kapital könne unabhängig von Menschen funktionieren noch für lange Zeit utopisch ist. In einer Welt in welcher eine Altersversorgung durch (Sach-)Kapital in Form von Maschinen möglich würde, hat aus meiner Sicht keine Verwendung mehr für ein Geldsystem in der heutigen Form.

    Die Zukunft ist ungewiss und kein Wert von morgen lässt sich aus den Werten von heute sicher prognostizieren. Entsprechend können auch Sachwerte keine Konsummöglichkeiten per se in die Zukunft transportieren. Vor allem wenn keine Kinder geboren wurden. Mal angenommen es könnte ein Index erstellt werden und alle Werte würden dort irgendwie abgebildet. Einen Bezug zu einem empfundenen sozialen Status, welcher auch von nichtmateriellen und subjektiven Einschätzungen geprägt wird, könnte hiermit nicht hergestellt werden. Entsprechend kann damit auch kein sozialer Status Quo stabilisiert werden.

    In unserem Geldsystem gibt es keinen Zusammenhang zwischen Sparen und Investitionen. Im Gengenteil führt Sparen in unserem System dazu, dass die Geldmenge umso stärker ausgeweitet werden muss damit für die Schuldner genügen Geld im Umlauf bleibt, um Tilgungen von Krediten leisten zu können.

    Ich teile nicht die Vorstellung, dass eine Währung basierend auf dem beschriebenen Aktienindex automatisch den Zins aufheben würde. Nach meinen Überlegungen ist die Quelle des Zinses nicht das Geldsystem als solches, sondern eine Frage der Geldverteilung respektive der Vermögensverteilung. Wenn nach den Vorstellungen Engels nun mehrere solcher Währungen in Konkurrenz existieren sollten und es mehrere Emissionsbanken gibt, stellt dann jede einen eigenen Index auf oder wird der Index vom Staat verwaltet und gibt Anteile an die Emissionsbanken aus. Im letzteren Fall wäre die Systematik wohl kaum nominell anders als heute mit der EZB. Sollte jede Emissionsbank selbst ihren Index erstellen können, wäre das System noch ungerechter als das gegenwärtige. Dann würden Indexmanager ihr eigenes Geld ausgeben, um sich das gesellschaftliche Vermögen einzuverleiben.

    Entsprechend dem letzten Zitat kann ich wohl davon ausgehen, dass Engels ein Zinskritiker war. Allerdings liegt die Quelle des Zinses nicht in der Variabilität der Geldeinheit, sondern in der Vermögensverteilung. Selbst wenn mit einer Indexwährung kein nomineller Zins mehr in Erscheinung treten sollte, so spricht doch nichts dafür, dass sich der Prozess der Vermögenskonzentration ändern oder umkehren würde. Der Angestellte als Inflationsverlierer würde nicht mehr generell verlieren. Vermögend wird er deswegen noch lange nicht. Im Gegenteil würde eine Miete ebenso jedes Jahr teurer werden selbst wenn sie nominell nicht ansteigt.

    Mein Vorschlag ist ein Geld welches seinen Schwerpunkt auf die Zahlungsfunktion legt. Daher erhält jede Person im Rahmen der Geldschöpfung durch Auszahlung Zugang zu Liquidität. Begrenzt wird die Geldmenge durch eine Geldvernichtung in Höhe von 12% pro Jahr. Da ich beabsichtige dieses Geld privatrechtlich einzuführen, kopple ich den monatlichen Auszahlungsbetrag an die Anzahl der Teilnehmer. Zu Beginn würde dieser bei 100 Credere liegen und mit der Teilnahme der gesamten Bevölkerung eines Landes auf bis zu 1.000 Credere im Monat angehoben werden.

    Die Vorteile einer solchen Währung sehe ich vor allem darin, dass Arbeitsplätze nicht mehr um jeden Preis erhalten werden müssen und stattdessen schonender mit Ressourcen umgegangen werden kann. Ebenso würde ein Gegengewicht zum Zins etabliert, um einen Gleichgewichtszins von unter 0% zu ermöglichen. Dieses sollte dazu beitragen der Vermögenskonzentration durch Zinseszins entgegen zu wirken.

    Ein Vortrag von mir kann unter https://www.youtube.com/watch?v=pMePcIxY8t4 (21 Minuten) angesehen werden. Mehr zur Währung kann unter http://credere.eu nachgelesen werden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Martin Finger

    • Sehr geehrter Herr Finger!

      „Ich denke die Vorstellung, eine Altersvorsorge durch Kapital könne unabhängig von Menschen funktionieren noch für lange Zeit utopisch ist.“
      Es behauptet ja auch niemand, dass die Nutzung des Sachkapitals ganz ohne Menschen stattfinden wird.Engels beschrieb keine Roboterwelt.

      „Entsprechend können auch Sachwerte keine Konsummöglichkeiten per se in die Zukunft transportieren.“
      Eine Getränkeabfüllanlage mit einer Restlebensdauer von 40 Jahren transportiert 40 Jahre lang per se Konsummöglichkeiten in die Zukunft. Ungewiss ist, ob die Konsummöglichkeiten künftig genutzt werden.

      „In unserem Geldsystem gibt es keinen Zusammenhang zwischen Sparen und Investitionen.“
      Die Kausalität ist anders. Es gibt ein Geldsystem, um Sparen und Investitionen zusammenzubringen.

      „Im Gegenteil führt Sparen in unserem System dazu, dass die Geldmenge umso stärker ausgeweitet werden muss damit für die Schuldner genügen Geld im Umlauf bleibt, um Tilgungen von Krediten leisten zu können.“
      Mir scheint, Sie werfen einen realwirtschaftlichen Begriff (Sparen) mit geldwirtschaftlichen Begriffen (Schuldner, Kredite) zusammen. Da sind Sie nicht der Einzige, aber es führt dennoch zur Konfusion.

      „Ich teile nicht die Vorstellung, dass eine Währung basierend auf dem beschriebenen Aktienindex automatisch den Zins aufheben würde.“
      Das behauptet auch niemand, denn der Realzins würde natürlich nicht aufgehoben (wie sollte man das auch machen?) und der Nominalzins verschwindet nur, wenn es Wettbewerb unter den Emissionsbanken gibt. Im Falle einer gewinnmaximierenden Monopolbank verschwände auch der Nominalzins nicht.

      „Nach meinen Überlegungen ist die Quelle des Zinses nicht das Geldsystem als solches, sondern eine Frage der Geldverteilung respektive der Vermögensverteilung.“
      Das Geldsystem ist auch für Engels und für viele andere nicht die Quelle des Realzinses – ebensowenig wie die Verteilung.

      „Dann würden Indexmanager ihr eigenes Geld ausgeben, um sich das gesellschaftliche Vermögen einzuverleiben.“
      Welches gesellschaftliche Vermögen? Die Banken würden am Markt verfügbares Vermögen wie Aktien oder Immobilien kaufen und dafür Geld ausgeben. Darauf beruht das ganze Modell. Im Extremfall befände sich das gesamte private Sachvermögen im Besitz der Banken, aber Engels ging davon aus, dass nicht alle Menschen ihr Sachvermögen komplett verkaufen würden (z.B. das eigene Haus).

      „Entsprechend dem letzten Zitat kann ich wohl davon ausgehen, dass Engels ein Zinskritiker war.“
      Nein. Engels war ein Befürworter eines möglichst leistungsfähigen Kapitalismus und der zeichnet sich durch einen positiven Realzins aus. Er kannte allerdings Zinsfeindschaft in vielen Kulturen und fand es vorteilhaft, in seinem Modell auch aus diesem Grund den sichtbaren Nominalzins zu eliminieren.

      Gruß
      gb

  6. Danke. Sehr wichtig.
    Wir brauchen diese Debatte dringend. Aber Bitte, das alles ist sehr kompliziert und ungewöhnlich. Dafür muß es so geschrieben sein daß ein Jedermann es verstehen kann! Ich hoffe daß Sie es so machen werden.

  7. Mit einem anderen Geld-Model läßt sich das Grundproblem "Wachstum" nicht lösen.
    Alle diese Geld Modelle, ob nun von religösen Eiferern oder Fachleuten der Finanzwirtschaft erdacht haben das gleiche Problem. Um Geldwertstabilität oder Kaufkraft des Lohns zu erhalten oder gar zu steigern, ist ständige Verbesserung der Produktivität und/oder technischer Fortschritt, sowie eine Steigerung der Gesamtproduktion und der Nachfrage nötig. All dies ist aber nur mit einer steigenden Menge Rohstoffe und Energie möglich. Rohstoffverbrauch(incl. Recycling) und Energieverbrauch steigen dabei aber genauso wie der Output der Volkswirtschaft exponentiel an. Wie jeder Oberstufenschpler ausrechnen kann benötigen wir grob alle 30-50 Jahre (jeh nach Wachstumsrate und Lebensstandard) eine Verdopplung des Rohstoff und Energieverbrauchs. Dies führt schon in weiterne 200 Jahren zu der absurden Folge das die Erde sich auf 100°C aufheizen würde. Nicht etwa durch Klimawandel, sondern durch die Abwärme des Energieverbrauchs. Es ist offensichtlich das wir zu einer Wirtschaftsfrom finden müssen die ene konstante Menge an Sonnenenergie (auch Wind ist ja indirekt Sonnenenergie) nutzt. Da haben wir noch viel Spielraum für einen hohen Lebensstandard. Ohne eine Ausbreitung auf weitere Planeten wird also Wachstum, nach heutigem Geld-Model eine Grundvoraussetzung, nicht mehr lange existieren. Übrigens wird schon vorher der Klimawandel alle übrig gebliebenen Resourcen fressen um das instand zu halten was kaputt geht, und um die schlimmer werdenden Trockenzeiten aber auch Überflutungen und Hungersnöte zu bekämpfen. :(

  8. Pingback: Kleine Presseschau vom 9. Juli 2015 | Die Börsenblogger

  9. Hamburg Speicherstadt erfreulicher
    weise nun ein Weltkulturerbe wäre nicht erfreut Gewesen mit angeordnete Aktiengeld. …….. …………………….Erstens vielmals Dank Ihrer Anregungsvoller Artikel,ein Aufforderung zum immer wieder wie neu betrachteten eines Gleichgewichtsystem einer vollkommenen öffentlichen Finanzsystem,wirkungsvoll wie Quanten,sollte und muß unentwegt bedeuten dass die wirtschaftende Mensch ,in einer vollständig rational bestimmter Geldsystem,also an keinem einzigen Irrtum unterworfen sein darf,macht die Mensch zum ebenso austauschbaren Einheiten wie alle übrigen Einheiten,wie Geld,meines.erachtens ein rein mechanischer Wirtschaft/Weltbild.
    Was wichtig sei ist einer wirtschaftspolitisch anwendbaren Verhaltenstypologie,das heißt für die von Ihnen dargestellten Geldreform benötigt man der homo institutionalis [system geprägte und gepredigte Normen vis a vis Geld,daher hälte ich nicht so viel von religiöse Geldttheoretiker,die einander eh und je ohne Wert erklären dürfen ].
    Ich hoffe ihrerseits :Fortsetzung folgt !,daß schätze ich „énormément “ et: „du choc des opinions jaillit une vérité !“.

    Gerne möchte ich aufmerksam machen Studien von Dr.E.Frank,wie „Geld en Waarde,“Groningen,1937!
    Und „Essai sur le sens de la <>dans les Sciences Sociologiques et Economiques“ Max Weber,1917,insbesonderem die letzte Sätze.

    • Erratum
      Essai sur le sens de la neutralité axiologique dans les sciences sociologiques et économiques.
      Entschuldigung die Essenz fehlte ,war zu beschäftigt mit Radionachgrexricht.

  10. Danke für die interessante Thematik!
    Danke, Gerald Braunberger, dass Sie die Geldfrage hier thematisieren. Hier herrschen in der Öffentlichkeit leider ziemlich wilde Vorstellungen. (S. dazu u. a. auch meinen Blott „Irrige Grundannahmen in der Gelddebatte“ – http://beltwild.blogspot.de/2014/09/irrige-grundannahmen-in-der-gelddebatte.html)

    Von Prof. Wolfram Engels‘ Kommentaren in der Wirtschaftswoche war ich seinerzeit regelrecht begeistert; sein allzu frühes Ableben habe ich tief bedauert.

    Allerdings gilt für seine Geldtheorie möglicher Weise, was Keynes in der Einleitung zu seiner General Theory(http://synagonism.net/book/economy/keynes.1936.general-theory.html) selbstkritisch so beschrieben hat:
    „It is astonishing what foolish things one can temporarily believe if one thinks too long alone, particularly in economics (along with the other moral sciences), where it is often impossible to bring one’s ideas to a conclusive test either formal or experimental.“

    Was ist Geld?
    Jedenfalls im Kern (wenn man also die unterschiedliche Geld-Nähe anderer Finanzwerte ausblendet) ist Geld (i. S. von Fiatgeld) nichts anders als ein GUTSCHEIN, der von einer Notenbank (Basisgeld) bzw. Geschäftsbank (Bankengeld) sozusagen „im Auftrag“ der jeweiligen Volkswirtschaft emittiert wird, und der bei jedem Wirtschaftssubjekt – Person, Unternehmen, Staat – in dieser Volkswirtschaft einlösbar ist. („Was ist Geld? Was sind folglich die Target2-Salden in der Eurozone?“ – http://beltwild.blogspot.de/2012/10/was-ist-geld-was-sind-folglich-die.html; vgl. auch „Time to say goodbye: To slipshod definitions of ‚money‘ in economics!“ – http://beltwild.blogspot.de/2014/03/time-to-say-goodbye-to-slipshod.html)

    Von der Geldschöpfungsart her definiert gibt es genau 2 Geldformen (von denen sich die eine weiter untergliedern lässt):
    – Warengeld und
    – Fiatgeld.
    Fiatgeld wiederum lässt sich auf zwei unterschiedlichen Wegen schöpfen:
    – Als Kreditgeld oder
    – Als Willkürgeld.
    (Vgl. ausführlich „Hat Autor nicht auch Grips beineben, kann Leser nicht recht glücklich sein. Eine Polemik gegen Monetär-Obskurantisten, die das Volk im Kerker der Geldirrtümer verschmachten lassen. Und welche ‚Gouverneure‘ vom Monetär-Fetischismus der Austrians profitieren“ – http://beltwild.blogspot.de/2014/12/hat-autor-nicht-auch-grips-beineben.html).
    Tertium no datur!
    Damit stellt sich die Frage, welcher Kategorie eine Geldform zuzuordnen ist, deren Ausgabe so [korrekt? erschöpfend?] beschrieben wird:
    „Geld entsteht, indem Emissionsbanken Anteile am Aktienindex kaufen und dafür Geld ausgeben; im Grunde verhalten sie sich wie Manager eines Indexfonds.“

    Ein Warengeld ist es jedenfalls nicht; folglich muss es ein Fiatgeld sein.
    Ein Kreditgeld ist es auch nicht; folglich handelt es sich um Willkürgeld.

    Und in der Tat: Hier würden Banken Papierchen drucken, mit denen sie die Volkswirtschaft aufkaufen. (Aktien oder indexgebundene Aktienfonds. Nur so kann ich die Formulierung „Anteile am Aktienindex kaufen“ verstehen, denn wie man Anteile an einem bloßen Index als solchen kaufen könnte, wüsste ich nicht.)

    Damit würden die Banken (bzw. letztlich deren Eigentümer) alle Unternehmen der Volkswirtschaft letztlich gegen „Falschgeld“ an sich bringen: Scheine, die weder einen intrinsischen Wert haben, noch durch die Mechanismen der kreditären Geldschöpfung gedeckt sind.
    (Auf welche Weise eine kreditäre Geldschöpfung dem Geld eine – volkswirtschaftliche – Deckung verleiht, habe ich in meinem Blott „Einen Kredit gibt es nicht. 100 Jahre ‚Kredittheorie des Geldes‘ (Credit Theory of Money) von Alfred Mitchell Innes“ beschrieben – http://beltwild.blogspot.de/2013/03/einen-kredit-gibt-es-nicht-zur.html.)

    Es hilft also nichts: Die kreditäre Geldschöpfung ist die einzige, welche der heutigen Zeit angemessen ist. Zumal diese Geldschöpfungsform nicht exogen limitiert ist, sondern (im Großen und Ganzen) endogen auf der Nachfrage aufbaut, und damit ein „atmender“ Selbstregelmechanismus ist.

    Der Wert des Geldes richtet sich danach, ob die nachfragewirksame Geldmenge durch ein entsprechendes Güterangebot gedeckt ist.
    Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Elastizität eines solchen Systems; unter anderem kann Geldhortung durch eine Geldmengensteigerung ausgeglichen werden. (Ich vermute, dass DAS der Hintergrund für die seit Jahrzehnten beobachtete Diskrepanz zwischen den niedrigeren Wachstumsraten der Realwirtschaft und den höheren Wachstumsraten der Geldmenge ist. (Vgl. auch Colin Crouch’s Deutung der aktuellen Lage als „privatised Keynesianism“.)
    Allerdings können derartige Elastizitätsräume nicht für alle Ewigkeit das Problem der Geld-Überakkumulation (http://beltwild.blogspot.de/search/label/Unterkonsum-%C3%9Cberakkumulation) lösen.

    En passant:
    Sehr wesentlich ist Engels‘ Hinweis, dass ‚Konsummöglichkeiten auf dem Wege der Kapitalbildung volkswirtschaftlich nur in Form von Sachvermögen in der Zeit transportiert werden kann“.
    Diejenigen (z. B. Prof. Sinn), die ein (Teil-)Kapitaldeckungsverfahren propagieren (wie wir es mit der Riester-Rente ja auch haben) machen die implizite (und empirisch nachweisbar falsche) Annahme, dass individuelle Geldersparnisse sich auf der Makro-Ebene zwangsläufig in volkswirtschaftliche Ersparnisse, also produktive Investitionen, umsetzen müssten. Was sie aber leider nicht tun (US-Immobilienkrise!)
    (Vgl. „Prof. Hans Werner Sinn als Stalinist der Marktwirtschaft: Das Kapitaldeckungsverfahren für die Rentenversicherung ist eine Tonnageideologie des Geldkapitals!“ – http://beltwild.blogspot.de/2015/03/prof-hans-werner-sinn-als-stalinist-der.html und „Sandkasten-VWL sichert keine Altersrenten!“ – http://beltwild.blogspot.de/2015/03/sandkasten-vwl-sichert-keine.html.)
    Als Ergebnis wird der Volkswirtschaft weitere Nachfrage entzogen und werden Investitionen noch unattraktiver. Dumm gelaufen.
    (Hätte man allerdings bei gehöriger intellektueller Penetration vorher wissen können: Vgl. „Rentenreich“ – h

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