Fazit – das Wirtschaftsblog

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Bachmanns Konferenzgeflüster (6): Es gibt keine Top-Ökonomen!

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Rüdiger Bachmann© privatRüdiger Bachmann

Junge und etablierte Forscher haben sich in Frankfurt bei der Konferenz „Ökonomie neu denken“ getroffen. Keynote-Speaker Rüdiger Bachmann (University of Notre Dame) verteidigt seine Disziplin, wettert gegen die Wortwahl von Journalisten und erklärt, warum Clemens Fuest nicht Hans-Werner Sinn ist.

Herr Bachmann, „Ökonomie neu denken“ haben die Veranstalter von Stifterverband und Handelsblatt Research Institute ihre Konferenz getauft. Das klingt nach Revolution. Beschreibt das, was in den Wirtschaftswissenschaften passiert?

Nein, ganz und gar nicht. Ich habe in meiner Keynote, in der ich über die Makroökonomik gesprochen habe, herausgearbeitet, dass es in diesem Bereich in Folge der Finanzkrise weder eine Revolution gegeben hat, noch wird meiner Ansicht nach eine Revolution gebraucht. „Evolution statt Revolution“ trifft es besser.

Das müssen Sie erklären.

DSGE-Modelle, also allgemeine Gleichgewichtsmodelle, haben ihre Bedeutung nicht verloren. Neue Bestandteile werden modular nach und nach in diese Modell eingearbeitet – der Bankensektor, der Immobilienmarkt, Verteilungsaspekte und auch verhaltensökonomische Erkenntnisse. Es gibt zwar noch kein neues Standardmodell und manche Dinge wie politische Macht und strategische Interaktion sind schwer zu integrieren. Das heißt aber nicht, dass Ökonomen diese Themen nicht im Blick hätten und sie nicht intensiv erforschen. Zudem ist gar nicht klar, ob all diese Bestandteile zwangsläufig in Konjunkturmodelle aufgenommen werden müssen. Gewisse Lücken sind also kein Totschlagargument. Ich bin überzeugt, dass alle wesentlichen Bestandteile der DSGE-Modelle (Dynamik, Stochastik und allgemeine Gleichgewichte) in künftigen Modellen erhalten bleiben.

Ist es also ein Irrweg, immer nach dem revolutionär Neuen zu suchen?

Ich finde schon. Der Zug ist abgefahren – das DSGE-Konstrukt hat sich als wandlungsfähig und flexibel erwiesen. Früher war der „Modellbau“ vielleicht oft auch davon getrieben, dass Modelle dazu dienen sollten, bestimmte wirtschaftspolitische Maßnahmen zu rechtfertigen. Ich denke dabei unter anderem an das IS-LM-Modell. Die DSGE-Modellierungsphilosophie hingegen ist relativ neutral gegenüber wirtschaftspolitischen Maßnahmen. Man kann zum Beispiel mit Blick auf die Fiskalpolitik zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Dass Themen wie Regulierung und Ungleichheit heute größere Bedeutung haben, ist innerhalb dieses Paradigmas darstellbar.

Nils Goldschmidt, Professor in Siegen, sieht das anders. Er hat während der Podiumsdebatte gefordert, Ökonomen sollten grundsätzlichere, methodologische Fragen stellen. Das gab Szenenapplaus aus dem Publikum.

Ja, aber das war sehr unkonkret. Er hat gesagt, man müsse weiter denken, er erwähnte die Plurale Ökonomik. Als Beispiele für das was fehle, hat er dann Politische Ökonomik, Verfassungsökonomik, neue Institutionenökonomik aufgezählt. Das sind aber alles Themenbereiche, denen sich Ökonomen längst widmen. Ich finde es aber gut, dass es in Siegen demnächst einen Masterstudiengang Plurale Ökonomik geben soll. Justus Haucap hat auf dem Podium ja bemängelt, dass die Wirtschaftsfakultäten in Deutschland viel zu klein seien, um Themen jenseits des Mainstreams abzudecken. Wenn sich eher kleine Departements wie in Siegen spezialisieren, dann ist das eine interessante Entwicklung. Es bleibt abzuwarten, ob das funktioniert.

Journalisten mussten sich bei der Veranstaltung einiges anhören. Sie haben dagegen gewettert, dass Forscher in der Presse als „Top-Ökonomen“ bezeichnet werden. Was ist so schlimm daran, Spitzenforscher so zu benennen?

Ökonomen sind nun mal Spezialisten für Teilgebiete. Die Bezeichnung „Top-Ökonom“ verleiht ihnen den Ruf des Weisen, der sich überall auskennt. Die Nobelpreisträger werden heute automatisch zu öffentlichen Intellektuellen. Natürlich sind das alles kluge Leute, aber ob sie diese Rolle einnehmen sollten, ist mehr als fraglich. Paul Krugman zum Beispiel ist Handelstheoretiker – aber man muss ein Fragezeichen machen, ob er auch ein guter Makroökonom ist. Oft wird die Bezeichnung auch verwendet, um der eigenen Ansicht mehr Nachdruck zu verleihen. Wer zum Beispiel Giannis Varoufakis als Top-Ökonom bezeichnet, der verfolgt damit ein bestimmtes politisches Interesse. Varoufakis war ein Jahr Lecturer in Cambridge – das ist gut, aber das sind keine höheren akademischen Weihen. Solche Übertreibungen sind nicht gut für die Debatte, sie erzeugen bei den Leuten falsche Bilder. Es gibt vielleicht Top-Geiger und Top-Mathematiker, das sind Genies, aber keine Top-Ökonomen.

In der Diskussion hat sich ein Philologe zu Wort gemeldet. Weil Ökonomen religiös Begriffe wie „Geldschöpfung“ und „Schuld“ verwenden, sagte er, gebe es eine Nähe zwischen Religion und Wirtschaftswissenschaften. Auch in der Ökonomie tobt ein konfessioneller Streit!

So ein Quatsch, das ist faktisch falsch. Es gibt diesen Konfessionsstreit schon lange nicht mehr. Früher kämpfte Chicago gegen Cambridge und die Forscher der amerikanischen Ostküste. Oder Ordoliberale gegen Keynesianer, dann gab es nochmal den Methodenstreit. Das ist doch aber vorbei. Gute Ökonomen lassen sich heute von guten Argumenten und neuen Daten überzeugen, sie sind nicht auf eine Deutung der Dinge festgelegt. Wirtschaftspolitische Empfehlungen guter Forscher sind nicht vorgefertigt. Ordoliberale und Linkskeynesianer waren in dieser Hinsicht schlechte Beispiele, aber das ist die Vergangenheit. Etwas anderes zu behaupten wird nicht richtiger dadurch, dass man es häufiger wiederholt. Und nebenbei: Natürlich stammen viele unserer Begriffe aus religiösen Kontexten – aber sie haben sich längst emanzipiert. Bei diesem Einwurf schien mir der Kollege sein fast magisches Verständnis von Sprache etwas zu übertreiben.

Die Verhaltensökonomie darf bei einer solchen Veranstaltung nicht fehlen. David Halpern, der Chef des Behavioural Insights Team, das die britische Regierung berät, stand auf der Bühne. Was hatte er zu bieten?

Er hatte einige beeindruckende Beispiele für Nudging dabei: Mit kleinen Veränderungen im Framing konnten gewünschte Veränderung erzielt werden. Er hat berichtet, dass die Regierung ursprünglich durch Steuererleichterungen versucht hat, ein bestimmtes Sparverhalten bei den Bürgern zu erreichen. Die Ergebnisse waren unbefriedigend, mit Nudging funktionierte es besser.

Wie muss man sich das vorstellen?

Es wurde ein Opt-Out-System implementiert. Wer bei dem Sparsystem nicht mitmachen will, muss aktiv werden und aussteigen. Mit neoklassischen Modellen ist das kaum zu erklären, schließlich kostet es kaum etwas, zum Telefonhörer zu greifen und auszusteigen. Das ist ein sanfter Paternalismus, gegen den nichts zu sagen ist. Manches ist aber doch alter Wein in neuen Schläuchen: In einem anderen Beispiel geht es darum, dass die Leute den Stromanbieter kaum wechseln, obwohl es Wettbewerb und eventuell günstigere Anbieter gibt. Das wurde behoben, indem Kunden ihre Daten, die in Form eines Barcodes auf der Rechnung stehen, nun mit dem Smartphone einscannen können. Das ermöglichst den Wechsel mit wenigen Klicks – mehr Kunden wechseln. Das hat aber nichts mit Verhaltensökonomie zu tun. Jeder Neoklassiker weiß, dass geringere Such- und Wechselkosten die Wechselhäufigkeit erhöhten.

In Deutschland gibt es auch eine Nudging-Einheit im Kanzleramt. Aber eine gewisse Reserviertheit bei diesem Thema. Ist Skepsis berechtigt?

Halpern hat von der deutschen Nudging-Einheit im Kanzleramt berichtet. Sie sei weitgehend verschwunden, man hört ja tatsächlich nicht viel von ihr, während die Engländer sehr aktiv sind. Vielleicht dominieren gerade Großthemen in der deutschen Politik, zu denen Verhaltensforscher nicht viel beitragen können. Aber sollte es andere Gründe geben, dann wäre es sehr schade, wenn Politiker in Deutschland diese Ressourcen und Erkenntnisse nicht nutzen.

Vom sanften Paternalismus ist es nur ein kleiner Schritt zum harten Paternalismus. Wie weit darf der Staat gehen?

Natürlich kann man es übertreiben: Soll in Amerika der Staat große Cola-Becher verbieten, damit die Leute weniger Zucker zu sich nehmen? Wo die Grenze solcher Maßnahmen ist, muss jede Gesellschaft festlegen, so etwas muss gesellschaftlich diskutiert werden. Ich plädiere aber stark für mehr Pragmatismus. Man muss die Dinge ausprobieren und evaluieren. Ideologische Extrempositionen helfen da nicht weiter.

In der politischen Session war Clemens Fuest dabei. Bald tritt er am Ifo-Institut das Erbe von Hans-Werner Sinn an. Meine Kollegin Lisa Nienhaus hat in der F.A.S. gerade gefragt, ob Fuest der neue Sinn wird. Was meinen Sie?

Er wird anders sein als Hans-Werner Sinn. Sinn ist einer der größten und charismatischen Apokalyptiker der neueren deutschen Geschichte. Das hat ihm viel Aufmerksamkeit beschert. Vielleicht bediente er auch so eine urdeutsche Lust am Untergang. Das wird man von Clemens Fuest nicht bekommen. Er ist ein sehr ruhiger, datenorientierter Forscher. Die Frage ist nun: Wird er damit durchkommen oder wird er sich der Medienökonomie ein wenig anpassen? Gerade in Konkurrenz zu Marcel Fratzscher könnte er sich klarer positionieren müssen. Das hat er, glaube ich, auch für sich selbst noch nicht so genau geklärt. Von seiner Mentalität ist er jedenfalls anders – das wird spannend: Wie weit muss er in Zeiten der Aufmerksamkeitsökonomik gehen, um die heutige Bedeutung des Ifos aufrecht zu halten? Das beobachtet die Szene mit großem Interesse.

Das Gespräch führte Johannes Pennekamp

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17 Lesermeinungen

  1. Rüdiger Bachmann
    Geben Sie doch bitte eine Antwort auf Fragen wie: was ist Zins, Geld und Investition in der DSGE. Ihren bisherigen Publikationen mangelt es an derartigen Klärungen. Algorithmen, garniert mit ökonomischen Arabesken, was eindeutig eine Domäne der DSGE ist, das ist keine anlaytische Ökonomie.
    Gruss B.B.

    • Dealer
      Erst will ich Ihren Dealer und das Kraut, das Sie rauchen. Sonst kann ich mit Ihrer analytischen Oekonomie nicht mithalten.

  2. Dealer?
    B.B. –

    koennten Sie mir vielleicht Ihren Dealer nennen? Ich wuerde auch gerne rauchen, was Sie rauchen. Das geht ja gut ab.

  3. Mangelnde Kompetenz der DSGE
    Diese Kapitaltheoretische Kontroverse zwischen Cambridge (England) und Cambridge (MIT, USA) figuriert nun einmal als Mahnwache vor dem Mausoleum der neoklassischen Makroökonomie. Angehörige dieses Kunsthandwerks wie Paul Samuelson verkünde(te)n seit dieser verlorenen Schlacht ihre Liturgie in Form einer Parabel (sinnigerweise dient dazu der ‚Weizen‘, vgl. Johannes 12,24). Die dokumentiert analytische Inkompetenz wird freilich weiterhin (schamhaft?) camoufliert. Das ist der DSGE bekannt.

    Dass die „I-Theory“ auch eine Theorie der Finanzintermediation (also Finanzkapitalüberlassung) ist, nun, auch dazu ist eine Werttheorie notwendig. Und da gibt es nichts bei der DSGE. Die Investition bei Keynes ist dagegen zunächst nichts anderes als eine Anlage von Geld. Geld in seiner Funktion zu mehr Geld zu werden über die Anlage in eine Investition, agiert also als Wertaufbewahrungsmittel und als Wertvermehrungsmittel. Und genau das formuliert Keynes als erster schlüssig – es sei denn die Exkommunikation von Karl Marx würde zu Fall gebracht.

    Daher fehlt immer noch die ökonomische Definition von Geld, Zins und Investitionen durch die DSGE des Herrn Bachmann. Keine Antwort auf die Frage, wie die Mikrofundierung der Makroökonomie konkret beschaffen ist. Zu diesen und den anderen, hier bereits thematisierten Fragen sollte er sich auch als Verhaltensökonom „verhalten“.

    „Man muss nur hören und lesen können“ (Rüdiger Bachmann: https://www.socialpolitik.de/De/eigener-sache-ein-follow ), diese Form(ulierung) ist als Beitrag der Wissensvermittlung zu nichts zunutze.

    Gruß B.B.

  4. PRINCETON INITIATIVE - the I Theory of Money
    Da kann man sich ja bequem und amüsiert zurücklehnen. Alter (Neoklassik)Wein in neuen DSGE-Schläuchen. Schon die suggerierte Aggregation des „physical capital“ ist witzig, also CNC- Drehmaschinen addieren(aggregieren) mit Bio-Eiern und Edelstahl-Coils – da ist das werttheoretische Schamgefühl verlustig gegangen. Dann das Handicap, also die geerbte Hilflosigkeit der Allgemeinen Gleichgewichtstheorie, Technologie als Summe der Techniken exogen zu setzen. Dieser so verstandene Parameter saust in den Mikrokosmos wissenschaftlicher Sackgassen.

    Und, und, und … UND die Interpretation der Rolle des Geldes bei den „New Keynesian“ als „unit of account“. Das ist das profan abgehangene Verständnis des Geldes als „Geldschleier“. Hier hilft die Mnemotechnik. Die Funktion „Store of value“ zu betonen, ist das Verdienst von John M. Keynes, dazu wird doch keine „I Theory“ benötigt. So bleiben Geld, Zins und Investitionen (also Real- und Finanzinvestitionen) für die „Neoklassik“ (in der update Version DSGE) weiterhin ein Rätsel.

    Und: „Mediziner im ersten Semester dürfen auch nicht operieren“ (Rüdiger Bachmann in SPIEGELONLINE). Da steht zu vermuten, dass ein Mediziner mit adaptierter DSGE-Qualifikation nach der Regelstudienzeit noch immer nicht weiß, wo das Herz sich befindet.

    Gruß B.B.

    • Titel eingeben
      „Da kann man sich ja bequem und amüsiert zurücklehnen.“
      Es ist sehr erfreulich, wenn die Beschäftigung mit moderner ökonomischer Theorie Spaß macht.

      „Schon die suggerierte Aggregation des „physical capital“ ist witzig, also CNC- Drehmaschinen addieren(aggregieren) mit Bio-Eiern und Edelstahl-Coils – da ist das werttheoretische Schamgefühl verlustig gegangen.“
      Verlustig gegangen dürfte eher die Neigung sein, Cambridge versus Cambridge oder die Arbeitswertlehre aus der Mottenkiste zu holen.

      „Die Funktion „Store of value“ zu betonen, ist das Verdienst von John M. Keynes, dazu wird doch keine „I Theory“ benötigt.“
      Die gab es auch schon vor Keynes, aber gegen diese Behandlung durch Keynes müsste eigentlich Ihr „werttheoretisches Schamgefühl“ protestieren. Dass die „I-Theory“ auch eine Theorie der Fnanzintermediation ist, dürfte Ihnen vor lauter begeistertem Schenkelklopfen entgangen sein.

      „Und: „Mediziner im ersten Semester dürfen auch nicht operieren“ (Rüdiger Bachmann in SPIEGELONLINE). Da steht zu vermuten, dass ein Mediziner mit adaptierter DSGE-Qualifikation nach der Regelstudienzeit noch immer nicht weiß, wo das Herz sich befindet.“
      Schlimmer noch – ein solcher Mediziner ist weniger lustig als ein Quacksalber.

      Gruß
      gb.

  5. weiter mit "Friktionen":
    Es gibt keine belastbar ökonomische Darstellung und Interpretation dieser Friktionen. Sie sind Imaginationen mathematischer Modellierung und noch nie einer nachvollziehbaren und gültigen ökonomischen Erläuterung unterzogen worden. Das ist übrigens auch seit Jahrzehnten bekannt.

    Damit: Noch steht die Beantwortung der Frage aus: „Wie sind dort (DSGE) Geld, Zins und Investitionen (also Real- und Finanzinvestitionen) definiert?“

    Gruss
    B.B.

  6. weiter mit "Friktionen":
    Text eingeben

  7. "Die Makrotheorie ist heute mikroökonomisch fundiert ...
    … und ich sehe auch nicht, dass sich daran etwas ändern wird.“, so also schon Herr Bachmann am 02.05.2012.

    Kurz, knapp und nochmals: analytisch kann eine Mikrofundierung nicht gelingen, da der homo oeconomicus nichts mit „nutzlosem Papiergeld“ anzufangen weiß.

    Die General Equilibrium Theory ist eine statische Theorie, da geht nun mal mathematisch nichts anderes. Hier von einer „Dynamisierung“ (=DSGE-Konstrukt) zu reden ist unredlich, da dies eine Frage der Algorithmen ist. Eine endogen ökonomische Argumentation dynamischer Prozesse wird hier nie zu erreichen sein.

    Dazu hieß es irgendwo bei einem (Top-US-)“Ökonomen, „dass die eher auf formale Eleganz denn auf empirische Relevanz erpichte mathematische Wirtschaftstheorie allem Anschein nach ihren Forschungsgegenstand auf die Optimierung der Anordnung von Liegestühlen auf dem Deck der Titanic reduziert hat“.

    Der Bachmann-Wirtschafts-Blog ist schlicht nicht zielführend nicht nur in einer Zeit, in der Fragen zu beantworten sind wie „Zurück zur Normalität oder in die Krise?“ (Jürgen Stark, FAZ vom 07.01.2016). Sondern auch „Ein ungutes Gefühl von Krise“ (gb, FAZ vom 11.02.206) ist mit der DSGE-Verhaltensökonomie überhaupt nicht zu begreifen – somit: à fonds perdu.

    gruss b.b.

    • „Kurz, knapp und nochmals: analytisch kann eine Mikrofundierung nicht gelingen, da der homo oeconomicus nichts mit „nutzlosem Papiergeld“ anzufangen weiß.“

      Sobald Sie in die Modelle Friktionen einbauen – und die Welt, in der wir leben, ist voller Friktionen – kann auch der homo oeconomicus etwas mit Papiergeld anfangen. Das ist Jahrzehnten bekannt.

      Gruß
      gb.

  8. Eine Bitte an Herrn Bachmann
    1. Was sind genau DSGE-Modelle? Wie sind dort Geld, Zins und Investitionen (also Real- und Finanzinvestitionen) definiert?

    2. Wie muss man sich die Mikrofundierung der Makroökonomie vorstellen? Also keine mathematischen Algorithmen, sondern wie wird aus x-Individuen ein und welches X-Makro-Individuum?

    Bin kein Top-Ökonom, daher an der Debatte interessiert.

    Danke.

    B. Behrendt

  9. Das Elend der (National)Ökonomie
    Herr Bachmann,

    Wissenschaft ist eine Sache, Wissenschaftspolitik eine andere.

    Sie präferieren letztere. Das ist in Ordnung, solange sie Mainstream repräsentiert. Und Mainstream ist eben bequem … im Sinne von Avancen machen – vulgo poussieren.

    Ansonsten sind folgende ernsthafte Überlegungen an Herz zu legen:

    „Das Elend der Nationalökonomie“ (aus: Werner Hofmann, Universitär, Ideologie, Gesellschaft. Beiträge zur Wissenschaftssoziologie, FFM 1968, pp 117).

    Leicht aktualisierte Sicht ist nachzuvollziehen in:

    Alexander B. Voegele
    Das Elend der Ökonomie
    Von einer Wissenschaft, die keine ist
    Zürich 2007

    Vor diesem Hintergrund sind Ihre freundlichen DSGE-Modelle wie die Mosel-Tröppchen aus den 1960ern …

    Eine fachliche Replik würde mich freuen.

    Bodo Behrendt

  10. Bachmann weist Härings Kritik zurück
    Hier ist eine Stellungnahme Bachmanns zur Kritik Norbert Härings aus dem HB:

    https://www.socialpolitik.de/De/eigener-sache-ein-follow

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