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Fazit – das Wirtschaftsblog

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Das Faszinierendste aus Wirtschaft und Finanzen. Prägnant beschrieben und kenntnisreich analysiert von Autoren der F.A.Z. und der Sonntagszeitung.

Hyun Song Shin wird Chefökonom der BIZ

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Verstärkung für die Ökonomen in der "Bank der Zentralbanken": Einer der führenden Experten für Banken und Finanzmärkte übernimmt die Rolle des Chefökonomen.

© PrincetonHyun Song Shin

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel hat mit Wirkung vom 1. Mai 2014 für fünf Jahre Hyun Song Shin (Princeton University) als “Economic Advisor and Head of Research”, kurz als Chefökonom, verpflichtet. Gleichzeitig übernimmt Claudio Borio ab dem 18. November 2013 die Leitung der wichtigen Abteilung “Monetary and Economic Department”, deren Vize er schon seit längerer Zeit war. Borio wird sich dort vor allem um die Statistik und die Politikberatung kümmern. Shin und Borio werden zudem in die Geschäftsführung der BIZ eintreten.

Das ist eine sehr erfreuliche Nachricht für alle, die an sehr guten ökonomischen Analysen der Geldpolitik und der internationalen Finanzmärkte interessiert sind. Die BIZ besitzt auf diesem Gebiet einen hervorragenden Ruf – und so ist es kein Zufall, dass wir in FAZIT in der Vergangenheit zahlreiche Arbeiten aus der BIZ, darunter auch von Borio, vorgestellt haben. Shin gehört ohnehin zu den am häufigsten erwähnten Ökonomen auf FAZIT.

Hyun Song Shin hat in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Arbeiten für Aufsehen gesorgt – über die Wirkung der Geldpolitik auf internationale Finanzmärkte, über die Verhaltenweisen unterschiedlicher Finanzunternehmen und über die Rolle von Geld- und Kreditaggregaten für die Analyse der Finanzstabilität. Der Koreaner, der an der London School of Economics lehrte, bevor er nach Princeton ging, kommt von der Finanztheorie, nicht von der Makrökonomik, was gerade bei der Analyse von Finanzmärkten und ihren Teilnehmern erhebliche Vorteile besitzt.

Ein Beispiel: Im vergangenen Jahr hat Shin in einer spektakulären Arbeit mit Valentina Bruno gezeigt, wie die aktuell in internationalen Banken verwendeten Risikomodelle deren Verhalten so steuern, dass sie in einer Phase reichlicher globaler Liquidität ein kleines Land mit extern hoch verschuldeten  Banken dazu veranlassen können, Kapitalverkehrsbeschränkungen einzuführen, weil flexible Wechselkurse – anders als in simplen Makromodellen – in einer solchen Situation eher Schaden anrichten können. Shin betont seit langem die internationalen Folgen der sehr lockeren amerikanischen Geldpolitik, so wie er jüngst auf der Konferenz in Jackson Hole davor gewarnt hat, die amerikanische Geldpolitik zu spät zu straffen. Shin macht aus seiner kritischen Haltung gegenüber der gegenwärtig verbreiteten Makroökonomik keinerlei Hehl.

Claudio Borio arbeitet seit vielen Jahren als Ökonom bei der BIZ, wo er sich in vielen Arbeiten ebenfalls mit den internationale Wirkungen von Geldpolitik befasst hat. Borio war schon früh sehr kritisch gegenüber der Geldpolitik Alan Greenspans eingestellt. Auf sehr viel Resonanz stieß zuletzt eine Arbeit über den sogenannten Finanzzyklus, der im Unterschied zum geläufigen Konjunkturzyklus von der traditionellen Makroökonomik nicht beachtet wird (hier eine Zusammenfassung der Arbeit in FAZIT). *)

Shin und Borio gehören zu den führenden Vertretern der Ansicht, dass es bei der Analyse internationaler Kapitalbewegungen sehr wichtig ist, die Brutto-Kapitalflüsse zu betrachten und nicht nur die Salden der Kapitalbilanz, wie es in traditionellen Betrachtungen geschehen ist.

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*) Es ist kein Zufall, dass in mehreren amerikanischen Ökonomen-Blogs in den vergangenen Wochen eine Arbeit des Nobelpreisträgers James Tobin  aus dem Jahre 1963 (!) (“Commercial Banks as Creators of Money”) wieder entdeckt worden ist, in der sich Tobin auf einfache Weise mit der Rolle von Banken und anderen Finanzintermediären befasst hat. Man hat bei der Lektüre von Blogs den Eindruck, dass zumindest manche moderne Makroökonomen überhaupt nicht wissen, wie Banken und andere Finanzintermediäre arbeiten.

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2 Lesermeinungen

  1. Pingback: Japans Banken werden zu größten Kreditgebern im Ausland | TokNok Deutschland

  2. Impact erzeugen
    Bruttokapitalflüsse – nicht hingegen bloße Salden, in der Tat, wie aktuell anläßlich der taper fears in BRICS pp zu besichtigen.

    Eine anhaltende und sich ausweitend lockere Geldpolitik wie in USA (später der EZB, BoE und BoJ) birgt um so mehr Gefahren, je länger sie andauerte, auch per Gewöhnungseffekt.

    Sogar ein paar Fed-Board-Mitglieder wissen und sagen es auch – wenngleich nur hinter vorgehaltener Hand.
    Angesichts der politischen Probleme der Obama-Administration, die bereits lange Zeit andauern, wird es für Bernanke immer schwieriger, ökonomieunschädlich zu tapern oder gar den Leitzins zu senken.

    Es scheint in USA sich ein geradezu selbsterfüllendes Drama hinsichtlich der einerseits Geld- und andererseits Finanzpolitik entwickelt zu haben.

    Selbst Warnungen aus Shins berufenem Munde vermögen fortgeschrittene Negativentwicklungen wie etwa in USA kaum noch zu korrigieren.

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