Fazit – das Wirtschaftsblog

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Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

Was Frauen wirklich wollen

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Neue Zahlen stellen die gesamte Quotendiskussion in Frage.

© ReutersEine Ingenieurin mit hohem Verdienst: General-Motors-Chefin Mary Barra

Was muss passieren, damit Frauen so viel verdienen wie Männer? Sie müssten endlich mal andere Berufe wählen, heißt es häufig: Viel zu oft suchten Frauen Berufe mit familienkompatiblen Arbeitszeiten oder soziale Berufe mit kleinen Gehältern. In den technischen Berufen, da gibt es Geld zu verdienen: für Ingenieure und Informatiker. Wenn diese Berufe für Frauen attraktiver würden, dann könnte auch die Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern schrumpfen. Also organisieren wohlmeinende Emanzipatoren Girl’s Days, damit Mädchen mal die Technik kennenlernen, und Boy’s Days, damit die Jungen vielleicht Spaß an der Altenpflege finden. Doch neue Studien säen Zweifel daran, ob das in der Praxis tatsächlich so funktioniert.

Nicht jede dieser Studien ist schon zum Nachlesen veröffentlicht. Eine sehr prägnante Studie steht aber schon in einer psychologischen Fachzeitschrift, und zwar von Gijsbert Stoet in Leeds und David Geary in Columbia. Die beiden haben für verschiedene Länder verglichen, wie viele Frauen dort mathematisch-naturwissenschaftliche Berufe wählen. Die englische Abkürzung ist „Stem“: Naturwissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik. In diesem Vergleich lag die erste Überraschung: Je weiter die Gleichberechtigung in einem Land war, desto weniger Frauen wählten die Stem-Fächer.

Gleichberechtigung maßen die Autoren nicht nur am Gehalt. Sie verwendeten den Index des Weltwirtschaftsforums, der zudem die Bildungschancen von Frauen, ihre politische Macht und ihre Gesundheit berücksichtigt. Ganz oben stehen skandinavische Länder wie Finnland und Norwegen, doch in beiden Ländern sind nur 20 Prozent der Stem-Absolventen Frauen. In Algerien geht es Frauen deutlich schlechter als Männern, dort aber stellen Frauen fast die Hälfte der Absolventen. So geht es durch die unterschiedlichen Länder – der Trend ist überraschend klar.

Frauen sind in Naturwissenschaften gut, aber im Lesen noch besser

Woran liegt das? An den Leistungen der Schüler. Die haben die Forscher anhand der Pisa-Tests gemessen. Nun sind Mädchen in Naturwissenschaften nicht generell schlechter als Jungen – im Gegenteil: Die beiden Geschlechter sind weltweit ungefähr gleich stark. Aber das gilt nur für die Naturwissenschaften, nicht fürs Lesen. Im Lesen sind die Mädchen besser – und der Abstand wird größer, wenn die Gleichberechtigung voranschreitet. Das hat eine folgenschwere Konsequenz: Für die meisten Jungen sind Mathematik und Naturwissenschaften ihre starken Fächer, dort fühlen sie sich sicher, das Lernen macht ihnen Spaß. Mädchen sind zwar oft nicht schlechter als die Jungen, aber ihre persönliche Stärke liegt trotzdem eher beim Lesen. In den Naturwissenschaften fühlen sie sich dann eher mal unsicher. Das gilt umso stärker in besonders gleichberechtigten Staaten.

Die Autoren sehen einen Zusammenhang zum Sozialstaat: Länder mit hoher Geschlechtergleichheit seien oft Wohlfahrtsstaaten, in denen das Lebensglück nicht so extrem vom Beruf abhänge. Deshalb fühlten sich die Frauen in diesen Ländern freier dazu, ihren wahren Neigungen nachzugehen. In den anderen Staaten dagegen treibe wirtschaftlicher Druck die Frauen dazu, technische Berufe zu wählen, die oft besser bezahlt würden.

Je weiter die Gleichberechtigung, desto größer die Unterschiede

Stoet und Geary sind längst nicht die Einzigen, die feststellen: Je weiter ein Land sich entwickelt und je weiter die Gleichberechtigung fortschreitet, desto eher unterscheiden sich Wünsche und Neigungen zwischen den Geschlechtern. Die Geschlechterunterschiede beginnen schon früh. Schon im Alter zwischen drei und acht Monaten gucken sich Mädchen lieber die Puppe an, Jungen den Spielzeuglaster – diese Studie aus Texas ist nur eine von vielen, die zu ähnlichen Ergebnissen kommen.

Nun haben die Vorlieben der Geschlechter großen Einfluss darauf, was Männer und Frauen in ihrem Berufsleben verdienen. Wenn Männer eher in die lukrativen Technik-Berufe gehen, haben sie schon mal einen Vorteil. Männer sind auch eher bereit, in Wettbewerb mit anderen Leuten zu treten – also haben sie größere Chancen, so einen Wettbewerb zu gewinnen. Das mag man noch mit Frauenquoten bekämpfen können. Aber wenn diese neuen Ergebnisse stimmen, werden Quoten geradezu schädlich: Dann gibt es zum Beispiel in IT-Konzernen besonders wenige Frauen, aber sie sollen die Hälfte der Führungskräfte stellen. In diesem Fall ist programmiert, dass Frauen nur aus Quotengründen befördert werden.

Frauen verdienen sogar bei Uber weniger

Unterschiedliche Vorlieben der Geschlechter können sogar innerhalb des gleichen Berufs dazu führen, dass Frauen weniger verdienen. Das hat kürzlich ein Team um den bekannten Experimental-Ökonomen John List herausgefunden, der inzwischen auch Chefökonom des Fahrdienstleisters Uber ist. Die Forscher untersuchten die Stundenverdienste sämtlicher Uber-Fahrer in Amerika von 2015 bis 2017 – insgesamt flossen Daten von fast zwei Millionen Fahrern in die Analyse. Nun hängt die Bezahlung der Uber-Fahrer ja von vielem ab: von der Länge der Strecke, von der Fahrtzeit. Davon, ob sie mehrere unterschiedliche Leute mitnehmen. Von Angebot und Nachfrage. Aber eines ist dem Algorithmus komplett egal: das Geschlecht der Fahrer. Trotzdem verdienen Männer, die für Uber fahren, je Stunde ungefähr sieben Prozent mehr als Frauen.

Dafür nennen die Forscher drei Gründe. Einer davon kann auf äußere Umstände zurückgeführt werden: Frauen arbeiten seltener zu unbeliebten Zeiten und in unbeliebten Gegenden, in denen man eher mal einen Verdienstaufschlag wegen Fahrermangels bekommt. Das kann daran liegen, dass Frauen zu manchen Tageszeiten und in manchen Stadtteilen nicht fahren wollen. Die anderen Gründe liegen aber voll in der Entscheidung der Einzelnen: Männer fahren mehr Stunden in der Woche als Frauen, sie sammeln also schneller Erfahrung und lernen schneller, wie sie in kurzer Zeit viel Geld verdienen können. Außerdem fahren die Männer schneller. Zwar werden die Fahrer nach Fahrtstrecke und Zeit bezahlt, doch wer schneller fährt und mehr Fahrten in gleicher Zeit schafft, der verdient mehr.

Die sieben Prozent Unterschied sind übrigens ziemlich genau der Mehrverdienst, den Männer auch in Deutschland auf vergleichbaren Stellen gegenüber Frauen haben. Wer diese Lücke schließen will, muss sich offenbar ganz neue Wege ausdenken. Vielleicht muss man die Lesekompetenz der Jungen fördern.

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Der Autor:



Patrick Bernau


30 Lesermeinungen

  1. Mathematik und Naturwissenschaften "starke Fächer" der Jungs?!!!
    Ich frage mich, wieso nach DESTATIS 2015/2016 (Fachserie 11 Reihe 4.1, „Bildung und Kultur, Studierende an Hochschulen“) nur 7,6% aller Jungs in ihren doch so „starken Fächern“ (Mathematik, Physik, Biologie, Chemie) eingeschrieben sind (was beileibe nicht meint: einen relevanten Abschluss erreichen werden – in der Physik ist das Verhältnis derzeit ca. 5:1). Im übrigen ist die von Stoet und Geary in die erste Grafik (Gender Ratio vs. Gender Gap) hineingezauberte Linearität etwas würdelos…

  2. Danke für diesen Artikel...
    Es unterfüttert, was viele (die Kinder haben) eh schon immer dachten: Es gibt einfach unterschiedliche Tendenzen was die Interessen angeht zwischen den Geschlechtern. Ich habe zwar nur 2 Söhne unter Töchter, doch dort ist es das Gleiche: Die Jungen lieben Autos und Bagger (man möchte meinen bevor sie diese überhaupt richtig gesehen haben. Mähdrescher war eines der ersten Worte die sie sprechen können), während die Mädchen mit einer Leidenschaft basteln und sich verkleiden, da kommen die Jungs nicht ansatzweise mit.
    Und im Erwachsenenalter setzen sich die Dinge, zwar etwas anders geartet, fort: Ich interessiere mich für kompetitive Spiele und Politik, meine Frau macht das bestenfalls mir zu liebe. Umgekehrt kann sie sich mit Leuten über die Nebensächlichkeiten des Lebens unterhalten ohne müde zu werden – ich bin meist nach 30min raus, egal wie sehr ich es versuche.

    Die Preisfrage ist also: Warum muss man das ändern, wenn die Leute glücklicher sind, wenn sie ihren Neigungen folgen dürfen? Wen interessiert der „pay gap“ wirklich, wenn doch zu Hause eh das Gesamteinkommen zusammen verbraten wird? Meine Frau hätte 0 davon wenn ich weniger verdiene und sie mehr. Sie kann eh alles haben was sie will.

  3. "Frauen sind in Naturwissenschaften gut aber im Lesen noch besser"
    Diese Legende lese ich immer wieder, ohne dass mir jemand dazu belastbare Evidenenz vorlegen konnte. Hingegen sagen alle verfuegbaren Statistiken zu diesem Thema, dass Jungen/Maenner in mathematisch-naturwissenschaftlichen Tests deutlich besser abschneiden als Frauen/Maedchen und auch in verbalen Tests noch signifikant besser abschneiden. Ich koennte dafuer diverse Quellen angeben, begnuege mich aber mit einem Hinweis auf die Auswertung des Scholastic Aptitude/Assessment Test (SAT), der in den USA seit Jahrzehnten durchgefuehrt wird und an dem jeder teilnehmen muss, der an einem College aufgenommen werden will. Das Datenmaterial ist also sehr umfassend, aussagekraeftig und objektiv. Allein in 2017 haben 1.7 Millionen High School Abgaenger den Test absolviert. In Deutschland verzichtet man auf solche Tests. Es koennte die „falschen“ Ergebnisse herauskommen.

    • In der zitierten Studie sind auch die Ergebnisse von Fähigkeitstests enthalten, zum Beispiel auf Basis der Pisa-Tests. Wenn Sie die Studie lesen, werden Sie die entsprechenden Angaben finden.

  4. Kurzum: Frauen wählen autonom und eigenverantwortlich - und
    trotz aller Bemühungen das zu ändern – immer noch Berufe/Branchen die schlechter bezahlt werden. Ihr gutes Recht, sie müssen ja nicht auf jeden roten Teppich treten der ihnen längst hingelegt wird. Vermutlich sind sie mit ihrer Schwerpunktsetzung am Ende des – übirgens um 4 Jahre längeren – Lebens sogar glücklicher. D.h. aber auch: Bitte einfach nicht mehr jammern, wenn es dann nicht zwangsläufig zur Vorstandvorsitzenden reicht oder keine Millionen fließen. Das ist nämlich wirklich Emanzipation: das (Berufs-)Wahlrecht haben, es selbständig nutzen – aber dann auch die Konsquenzen tragen.

  5. Das Schlachten von heiligen Kühen
    Glückwunsch Herr Bernau,

    endlich einmal ein Artikel, in dem Sachgründe dargelegt werden, die das seit langem bekannte „Gender Paradoxon“ (Harald Eia) ohne Diskriminierungskeule schlüssig erklären. Sogar eine patriarchatfreie Erklärung für den Gender Pay Gap (bei Uber) ist dabei. Und zum Schluss dann noch eine kleine Ketzerei – der Vorschlag von Jungenförderung. Ich bin positiv überrascht. Nach der Hetzjagd auf James Damore (auch in der FAZ) – der ziemlich ähnliche Argumente anführte und wissenschaftlich ähnlich unterfütterte – habe ich nicht mehr geglaubt, dass solche Aussagen in etablierten Medien möglich sind.

    Beste Grüße
    Günther Werlau

  6. Konsequenzen...?
    Ist es wirklich erforderlich, das Frauen Jobs bevorzugen sollen, die Ihnen weniger liegen als Andere? vielleicht sollte man lieber mit sinnvollen Quoten arbeiten, also die Quote nach dem Anteil der Frauen in der Branche richten und nur ab einer gewissen Größenordnung, weil es sonst bei zu geringen Zahlen zu argen Verzerrungen käme und vielleicht sollte man diese Quoten ebenso für Männer anwenden in typischen Frauenberufen.
    Hinzu kommt, dass der gender pay gap schon länger nachweislich nur teilweise berechtigt kritisiert wird.
    Wie hier das Uber Beispiel sehr deutlich macht. Vielleicht sollte man die Wahrnehmung von bestimmten Präferenzen, die den monetären Verdienst schmälern eher als eine Art Vergütung betrachten, die sie unzweifelhaft eben auch sein kann.
    wie etwa Teilzeit oder Homeoffice für Mütter, denn wenn man die damit verbunden zusätzlichen Kosten einbezieht, als non monetäre Leistung, schrumpft der pay gap ebenfalls.
    Auf der anderen Seite gibt es noch immer Betriebe und Branchen, wo das als hinreichende Erklärung nicht reicht.
    Starre Quoten bringen da aber nichts. Eine dynamische Quote wie am Anfang hier von mir vorgeschlagen würde aber das unterschiedliche Wettbewerbsverhalten, ohne das dem signifikante Leistungsunterschiede gegenüberstehen, ausgleichen helfen, ebenso wie unzulässige Benachteiligung.

  7. Unter der Hypothese, dass überhaupt keine Diskriminierung oder Beeinflussung stattfände...
    würde jeder völlig freie Mensch nur seinen wahren Präferenzen folgen. Ergo wäre die Ausbildungs- und später auch die Berufswahl Ausdruck dieser Präferenzen. Dass dann die Heterogenität zunimmt, ist mehr als wahrscheinlich. Die Homogenisierungseffekte durch sozialen Druck, Rollenbildung und anderes Erlerntes wäre dann minimiert oder gar verschwunden. Auch bei den Männern.

  8. Und was lernen wir daraus?
    Die statistische Verteilung vieler Merkmale und Eigenschaften ist bei den beiden Gruppen „Frauen“ und „Männer“ offensichtlich signifikant voneinander unterschiedlich. Das macht Frauen und Männer weder besser, noch schlechter als das jeweils andere Geschlecht, ist aber eine, bereits auch vor dieser Studie in vielen anderen Untersuchungen wissenschaftlich nachgewiesene Tatsache. Diese passt nun natürlich weder in die Ideologie zwanghaft-widernatürlicher Gleichmacherei unserer links-grünen Moralmonopolisten, noch in den Revanchismus heutiger Feministinnen, deren oberstes Ziel offensichtlich das Ersetzen der historischen, partiellen Benachteiligung von Frauen durch eine selektive (oder hat jemand schon eine Forderung nach einer Frauenquote für Kanalarbeiter gehört?) Benachteiligung von Männern für die Zukunft ist. Statt weiter die Gesellschaft durch, die in der Natur liegende Unterschiedlichkeit der Menschen leugnende Ideologen spalten zu lassen, wird es Zeit diesen die rote Karte zu zeigen, die Andersartigkeit anzunehmen und zu respektieren.

    • Nützliche Idioten
      Ich befürchte, Sie nehmen an, die zwanghafte Gleichmacherei von gleichwertigen aber biologisch nicht zwingend gleichen Menschen, die insbesondere aus rot grün angehauchten gutbürgerlichen Kreisen in die Medien ventiliert wird, nütze nur der Gruppe dieser Geisteshaltung. Das ist in meiner Wahrnehmung nicht zwingend so. Die Wirtschaft und auch die Politik profitieren von Individuen ohne feste Wurzeln und ohne stabile Bindungen genauso und haben ebenfalls ein Interesse an dieser Entwicklung. Die lautsprechenden Gruppen, die Sie genannt haben, sind in meinen Augen nur die nützlichen Idioten, die das ganze Feuer auf sich ziehen. Natürlich erhalten sie dafür auch Vorteile – man könnte in unserem Land z.B. schon von einem institutionalisierten Feminismus reden, wenn die ganzen Pöstchen und Posten zusammenaddiert werden, die mittlerweile vom Steuerzahler finanziert werden – aber alleinige und größte Nutznießer sind sie in meinen Augen nicht.

    • Stimme Ihnen zu, Herr Seubert
      Wenn man die Stammesgeschichte betrachtet, sieht man, daß die Möglichkeit zur Empfängnisverhütung alles verändert: Frauen waren „früher“ (Ausnahme Nonnen) ebenso wie weibliche Tiere damit beschäftigt, den Nachwuchs zu versorgen und das „Nest“ zu pflegen, nachdem der Hormonzyklus dafür gesorgt hat, daß man zwischen 20 und 40 immer wieder schwanger geworden ist. Der „Rest“ blieb den Männern, die aber die emotionale und physische Zuwendung der Frauen mehr brauchen als umgekehrt, denn die Frauen können ihre Zärtlichkeitsbedürfnisse auch an ihren Kindern befriedigen.
      So sind in vielen Gesellschaften patriarchale Strukturen entstanden und die Frauen wurden „gefügig“ gehalten.
      Im Matriarchat vagabundieren die Männer oft ziemlich in der Gegend herum und erscheinen relativ entbehrlich bzw. austauschbar, sprich bedeutungslos.
      Mit dieser Steinzeitausstattung gilt es nun das „moderne Leben“ zu gestalten… ein äußerst spannender Prozeß.

      Wie lange die „technischen“ Berufe und insbesondere das derzeitige „goldene Kalb IT“ noch so hoch bewertet sein werden… kann man gespannt sein.
      Obwohl primär auch technik-affin möchte ich mit dem „Männerspielzeug“ nicht mein Geld verdienen und kann Frauen nur raten, ihren Gefühlen zu folgen statt auf die Kohle zu schielen.

    • Herr Werlau
      „Die Wirtschaft“ und „die Politik“ „profitieren“! Na ganz hervorragend sage ich da, denn in Ihrer Betrachtungsweise ignorieren Sie den Fakt, dass wir alle und, Ja, sogar Sie selbst Bestandteil Ihrer verachteten „Die Wirtschaft“ und „die Politik“ sind. Und wir wollen doch alle, dass es uns gut geht, denn im Gegensatz zu der gegen „die Wirtschaft“ von „der (sozialistisch-gleichmachenden) Politik“ ruinierten DDR hat die heute Bundesrepublik keine reichen Brüder und Schwestern mehr, die uns durchfüttern und unsere ökologischen Hinterlassenschaften beseitigen können. Aber auch wenn Ihre Geisteshaltung leider mit einer Autoimmunerkrankung vergleichbar ist (auch die bekämpft aus Fehlprogrammierung den Organismus, zu dem sie selbst gehört und an dessen Schicksal sie untrennbar gebunden ist), so muss man konstatieren, dass Sie sich in zahlreicher Gesellschaft mit dieser Einstellung befinden, was wir unseren Einrichtungen für betreutes Denken namens Schulen und Medien zu verdanken haben, die von wenigen Ausnahmen abgesehen, leider von objektiver Information zur Verbreitung meist linkslastiger Ideologie – man verzeihe mir das Wort – verkommen sind.

    • Missverständnis
      Da missverstehen Sie mich gründlich. Ich bin nicht der Meinung in meinen Handlungen vollständig von fremden finsteren Mächten bestimmt zu sein. Und ein Verfechter des Sozialismus bin ich ganz bestimmt auch nicht.

      Es gibt, und ich denke da werden Sie mir zustimmen, Ungleichgewichte, was den Markteintritt angeht. Und dadurch gibt es auch Spieler unterschiedlicher Größe auf dem Feld. Die Existenz von machtpolitischen Strategien, wie „divide er impera“ werden sie vermutlich auch anerkennen.

      Meine Anmerkung sollte im Wesentlichen darauf hinweisen, dass es Spieler im Spiel gibt, die das „divide“ der von Ihnen kritisierten Gruppe zu ihrem Vorteil zu nutzen verstehen. Und die schwenken nicht notwendig rote Fahnen.

  9. Lesekompetenz als Berufszugang ?
    Nach der Lektüre dieses Artikels drängt sich mir ein ketzerischer Gedanke auf: Wenn Frauen generell die höhere Lesekompetenz haben, sollten sie unter den Bedingungen der Gleichberechtigung doch für alle geistlichen Berufe vortrefflich geeignet sein – auch für das Priesteramt. Dieses Amt ist ihnen aber auch in Ländern mit hoher Gleichberechtigung nicht zugänglich. Wo ist mein Denkfehler ?

    • In Ihrem verengtem Fokus
      Ihr Denkfehler liegt in Ihrem unnötig verengtem Fokus: Frauen ist das Priesteramt schon lange zugänglich und sie bekleiden sogar prominent Bischofsämter.

  10. Ob Quote oder nicht:
    unsere Entwicklungsabteilung besteht aus Ingenieuren, Elektronik- und Softwareentwicklern. Allesamt männlich. Wir würden natürlich auch weibliche einstellen, und natürlich das gleiche Gehalt bezahlen. Wir finden nur keine.

    • Voll Zustimmung, Herr Wunsch
      Ich bin technischer Leiter eines mittelständigen IT-Unternehmens. Die Frauen, die sich bei uns bewerben, bewerben sich ausschließlich im Design- oder eben Kreativbereich. Für EDV-Administration oder -Entwicklung dagegen lag mir dagegen noch NIE in meiner langjährigen Berufszeit eine Bewerbung von einer Frau vor. Wir hatten kürzlich eine IT-Administratorenstelle neu zu besetzt. Es wurde wieder ein Mann, schlicht und einfach, weil sich keine Frau beworben hat.

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