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Hey, die Zypern-Rettung zeigt, wie stark der Euro ist

28.03.2013, 16:33 Uhr  ·  Was ein Optimist über Zyperns Rettung denkt: Die Währungsunion steht besser da als gedacht. Mittlerweile schreckt sie nicht einmal mehr davor zurück, Pleitebanken abzuwickeln. An Solidarität mangelt es ohnehin nicht.

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Müssen wir uns nach der Zypern-Rettung um unser Geld sorgen? Nein. Nach Zypern bekommt die positive Deutung der Euro-Krise mehr Gewicht. Hier kommen sechs Argumente von einem unerschütterlichen Optimisten, die zeigen: Der Euro ist offenbar schon wesentlich stabiler und die Krise der Währungsunion weiter überwunden als gedacht. Schon gegen Ende des vergangenen Jahres sagten einige, das Schlimmste liege hinter uns. Sie haben wohl recht behalten.

© dpaWackelt nicht mehr so wie auf dem Höhepunkt der Krise: Der Euro – Quelle: dpa

1. Nur eine Woche

Innerhalb von nur einer Woche haben die Eurofinanzminister, die Troika und Zypern ein Rettungsprogramm auf den Weg gebracht, das die zyprischen Sorgen an der Wurzel anpackt und zugleich zeigt, dass Solidarität weiter groß geschrieben wird in Europa: 10 Milliarden Euro Finanzhilfe wird die Insel bekommen, das entspricht beinahe 60 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. So viel Hilfe bekamen im Vergleich weder Irland noch Portugal. Die beiden großen zyprischen Problembanken Bank of Cyprus und Laiki werden grundlegend umstrukturiert beziehungsweise abgewickelt  und nicht als Zombie-Unternehmen weitergeführt. Die Kosten dafür tragen substantiell diejenigen, die sie in einer funktionieren Marktwirtschaft immer übernehmen sollten: Erst die Eigentümer (in Form der längst in den Keller gerasselten Aktienkurse), dann die Gläubiger, was im Falle der zyprischen Banken überwiegend die Konteninhaber sind.

Toll, dass das Euroraum-Finanzsystem mittlerweile offenkundig so stabil ist, dass so etwas wieder möglich ist. Es zeigt: Die Ansteckungsgefahren werden infolge der ins Leben gerufenen Rettungsmechanismen (ESM, Stabilitätspakt) und der Maßnahmen der Europäischen Zentralbank heute von den Verantwortlichen wohl für viel geringer erachtet und das Bankensystem insgesamt für merklich stabiler als noch vor drei Jahren.

2. Die beste Lösung

Das nun beschlossene Programm ist für Zypern wie für Europa sogar noch besser als der ursprüngliche, vom Parlament in Nikosia zunächst abgelehnte Plan, einfach flächendeckend Konteninhaber zur Kasse zu bitten. Er belangt nicht alle Banken, sondern gezielt die mit den größten Problemen. Und aus Sicht der Zyprer bleibt ein großer Vorteil: Die finanzielle Last für die eigene Bevölkerung ist durch die Sonderabgabe auf Konten geringer, als sie beispielsweise durch eine höhere Einkommensteuer wäre. Denn viele Konten werden von Ausländern gehalten – die Steuerbasis ist also größer. Für Letztere ist das sicherlich blöd, aber nicht zu ändern. Immerhin haben sie während der Jahre zuvor überdurchschnittliche Zinsen bekommen und dafür eben ein höheres Risiko in Kauf genommen.

Dass die Zyprer selbst einige turbulente Tage benötigten und immer noch mit dem für sie selbst guten Ergebnis hadern, ist verständlich (schließlich ist der kleine Mann nicht derjenige, der die Inselrepublik  in das Schlamassel gebracht hat, in dem sie sich heute befindet). Aber das wird vorbeigehen. Die ersten Bilder aus Nikosia, wo gerade die Banken zum ersten Mal seit Mitte März wieder geöffnet haben, sprechen dafür. Verzagen müssen die Zyprer vermutlich ohnehin nicht: Sicher, die kommenden zwei bis drei Jahre werden wahrscheinlich hart. Wenn aber die Erdgasvorkommen vor der Küste nur annähernd so groß sind wie immer wieder berichtet, dann braucht das Land nicht erst lange darüber zu grübeln, womit es künftig Geld verdienen wird außer mit Tourismus und Finanzdienstleistungen.

3. Souveräne Europäer

Die Europäer wiederum haben bloß zwei Wochenendsitzungen gebraucht, um die Leitplanken des Programms unter Dach und Fach zu bringen. Die Souveränität, mit der sie darauf drängten und keine Zweifel daran aufkommen ließen, dass sich auch Zypern wie vorher schon Irland und Griechenland an der eigenen Rettung beteiligen muss, ist beeindruckend. Chaotisch ging es zwischendrin in Nikosia zu. Aber kaum in Brüssel (harte Verhandlungen sind keine Katastrophe, sondern eher ein gutes Zeichen), nicht an Bankautomaten in einem anderen Euroland und auch nicht an den internationalen Finanzmärkten.

4. Ein starker Eurogruppen-Chef

Aus der Sicht von uns unerschütterlichen Euro-Optimisten hat entgegen der zuweilen veröffentlichten Wahrnehmung insbesondere der neue Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem eine gute Figur gemacht. Er sagte nach der Verkündung des Rettungspaketes in einem Interview, die Rettung Zyperns sei ein Modell auch für andere Länder mit einem vergleichsweise großen Bankensystem, sollten sie einmal in Schwierigkeiten kommen. Sicher, er hätte sich sparen können, konkrete Namen wie Luxemburg oder Malta zu nennen – das war kein diplomatischer Geniestreich. Aber in der Sache hat er nur ausgesprochen, was längst innerhalb der EU „Common Sense“ ist, wenn nicht alles trügt: Banken, die pleite sind, werden künftig nicht mehr allumfassend mit Steuergeld am Leben gehalten. Sie werden umgebaut oder abgewickelt, je nachdem, ob es Geschäftseinheiten gibt, die nachhaltig profitabel sind oder eben nicht. Das ist die zweite tragende Säule dessen, woran unter dem Begriff „Bankenunion“ gearbeitet wird: Eine funktionierender Abwicklungsmechanismus (Single Resolution Mechanism), der sich mutmaßlich stark an dem Modell orientieren wird, das die amerikanische Einlagensicherungsbehörde FDIC verwendet.

Übrigens ist Zypern nicht einmal das Labor, auf dem diese Art und Weise der Rettung im Euroraum erstmals ausprobiert wird. Das irische Parlament hat im Februar ein Gesetz verabschiedet, mit dem die Auffanggesellschaft der irischen Bankruinen, die Irish Bank Resolution Corporation, abgewickelt werden soll – inklusive der Möglichkeit, Gläubiger einzubeziehen. Und ein weiteres weniger beeindruckendes Beispiel: In Spanien sind die Aktionäre der Pleitebankengruppe Bankia gerade enteignet worden. Insofern hat Dijsselbloem möglicherweise vieles getan in diesen Tagen: Nur einen Fehlstart hingelegt, das hat er bestimmt nicht.

5. Keine Blaupause und doch eine Blaupause

Natürlich wird Zyperns Rettungspaket, wie vom französischen Staatspräsidenten bis zur deutschen Bundesregierung bis zur Europäischen Zentralbank versichert, nicht eins zu eins übertragen werden auf andere Euroländer, wenn diese einmal um Hilfe bitten sollten. Das ist aber überhaupt kein Widerspruch zu Dijsselbloem, sondern beinahe banal: Da sich die Länder unterscheiden und unter zuweilen vollkommen unterschiedlichen Problemen leiden, wird natürlich jedes Rettungsprogramm dort ansetzen, wo es hakt. Wo nicht marode Banken umstrukturiert werden müssen, werden auch nicht deren Eigentümer oder Gläubiger zur Kasse gebeten werden. Und wo nicht Konteninhaber die hauptsächlichen Gläubiger einer Bank sind, werden auch nicht im Krisenfall deren Bestände teilweise herangezogen. Zu glauben, hier redeten viele wichtige europäische Politiker aneinander vorbei oder befänden sich in fundamentalem Dissens, ist falsch.

6. So sicher waren 100.000 Euro noch nie

Apropos Konten: Im Nachhinein betrachtet war es gar nicht schlecht, mal eine Beteiligung der Konten unter 100.000 Euro zu durchdenken (ganz gleich, ob die Idee nun von der zyprischen Regierung stammte oder von der EU-Kommission). Denn nach dem folgenden berechtigten Sturm der Entrüstung und Zurückweisung und der vielerorts abermals ausdrücklich ausgesprochenen Garantie dürfte diese Einlagensumme noch sicherer sein als zuvor.

Fazit: Die Zypern-Rettung zeigt eindrücklich: Die Euro-Krise ist nicht mehr zuallererst ein Wettlauf mit „den“ ungeduldigen Märkten. Sie wird zunehmend vor allem von politischen Ereignissen getrieben wie beispielsweise Wahlen – ohne dass die Anleger an den Börsen gleich hyperventilieren, wenn ein kurios wirkendes Ergebnis herauskommt. Die wichtigsten Wirtschaftskennzahlen werden wieder vermehrt Arbeitslosenquoten und Wachstumsraten, die Renditeabstände zwischen Staatsanleihen verlieren hingegen an Bedeutung. Wir Euro-Optimisten sind mit den vergangenen anderthalb Wochen ziemlich zufrieden.

 

Veröffentlicht unter: Eurokrise, Zypern

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (30)
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[...] Fazit: Hey, die Zypern-Rettung zeigt,...

[...] Fazit: Hey, die Zypern-Rettung zeigt, wie stark der Euro ist [...]

2 Gerd Unseld 02.04.2013, 07:24 Uhr

Nach den Artikeln, die in der FAZ über...

Nach den Artikeln, die in der FAZ über Ostern zum bail-in in Zypern veröffentlicht wurden, kann man die FAZ als Wirtschaftszeitung nicht mehr ernst nehmen. Ein Beispiel: Völlige Unkenntnis über die Bedeutung der Banken als zentrales Austausch- und Vermittlungsinstrument jeder funktionierenden Wirtschaft. Konkret: Bankeinlagen über 100.000 € sind zum überwiegenden Teil nicht "spekulatives Vermögen" (das liegt anderswo, wo es mehr Profit bringt). Sie sind: Lohn- und Mietzahlung eines Betriebes für den nächsten Monat, Rücklagen, um in Vorleistung zu treten, Gewinn, der es erlaubt, in bessere Maschinen und mehr Mitarbeiter zu investieren... Wer hier zugreift, rettet "den Steuerzahler", indem er seine Lebensgrundlage, die Wirtschaft, vernichtet. Von der sehr realen Gefahr eines bank-runs, den keine noch so solide Bank und keine noch so solide Wirtschaft übersteht, gar nicht zu reden. Weil diese Rolle der Banken so zentral ist, ist es Aufgabe des Staates, sie durch entsprechende Regulierung und Überwachung (s. Bankenaufsicht) sicherzustellen. Diese hat - nicht nur in Deutschland - kläglich versagt. Haftbar dafür ist die Politik, der diese Gestaltung obliegt, und - solange wir uns als mündige Bürger verstehen - eben, wir, das Volk, die Wähler.

Für geneigte Leser, die intelligentere Diskussion schätzen:
http://www.stratfor.com/weekly/europes-disturbing-precedent-cyprus-bailout http://www.forbes.com/sites/timworstall/2013/03/27/russians-in-cyprus-its-not-about-tax-its-about-the-rule-of-law-and-property-rights/
http://www.golemxiv.co.uk/2013/03/plunderball-the-new-euro-banking-gam
Lebhafte und instruktive Diskussion auch in den links von www.nakedcapitalism.com

2 Herbert Spencer 01.04.2013, 19:12 Uhr

Merkwürdige Dinge geschehen hier

1. Die FAZ veröffentlicht einen vom eigenen Personal geschriebenen Artikel, der perfekt zum am selben Tag erschienenen Pamphlet von Guerot passt.

2. Die hierzu geschriebenen Lesermeinungen (allesamt negativ bis vernichtend) bleiben zunächst vier Tage ausgeblendet.

3. Ich bin ja wirklich kein Verschwörungstheoretiker, aber ...

3 Klaus Hardung 30.03.2013, 23:27 Uhr

Euro Optimisten sind offenbar unerschütterlich

Bei einer solchen undemokratischen Stimmverteilung der Leistungsträger kommt natürlich sehr schnell eine Einigung auf dem Rücken von Deutschen zustande. Unser Vertreter Scheuble wehrt sich Anfangs für die Medien eindrucksvoll und hat dennoch immer wieder zugestimmt.
Einmal Gesetzesbruch (Maastricht-Vertrag) immer Gesetzesbruch. Es ist schon erstaunlich mit welcher Ruhe hier in Deutschland unermessliche Schuldenberge auf mehrere Generationen angehäuft werden. Wenn eine Regierung über 2 Billionen Euro Schulden ungestraft noch weiter erhöhen darf, ist mit unserem Souverän (Volk) etwas nicht in Ordnung.
Der unerschütterliche "Optimist" sollte sich, was seine Beurteilung betrifft, nicht an unmaßgeblichen Kleinigkeiten erfreuen, sondern die immer noch bestehenden wesentlichen Verhinderungsgründe beleuchten.
Zu den hauptsächlichen Gründen ist die nicht vorhandene Steuerunion zu zählen. Zu einem einheitlichen Euro gehört auch unbedingt eine entsprechende einheitliche Steuerkultur.
Überhaupt, an irgendwelche Angleichungen oder gar Vereinheitlichungen hat bei diesen Vertragsverhandlungen keiner von den Mietgliedsländern gedacht. Man hatte dies auch zu keinem Zeitpunkt geplant. Was waren denn das für Intelligenzbestien, die auf deutscher Seite diese Verträge so unterschrieben haben. Ein Volksschullehrer hätte diese Verträge allein vom logischen Denken her, so zelegt, dass nichts mehr verwendbares übriggeblieben wäre.
Was sagt uns das, wenn Parteifunktionäre über volkswirtschaftliche, betriebswirtschafliche und ökonomische Kenntnisse nicht ferfügen, kommt so ein Stück-und Flickwerk heraus.
Und dann wird dem ohne hin ( weil nicht befragt und eingebunden)
europauninteressierten Volk , weil alternativlos, bis heute mitgeteilt, alles war sehr erfolgreich.
Wenn man aber die durch diese Politik entstandenen Probleme im Fernsehen sieht, weiß ich nicht, ob solche Zustände selbst von Optimisten noch für tragbar erachtet werden.
Hier hilft kein Schönreden. Die Geschehnisse in London, Griechenland, Spanien,Zypern, Portugal und auch Italien haben gezeigt, was passiert, wenn der Sozialstaat fast keine Mittel mehr hat.
Alle Länder, die in dieser EU sind ,hoffen auf die Unterstützung von anderen Ländern (hauptsächlich auf die erheblichen Beiträge der deutschen), am liebsten zu 100%. Wenn dies nicht möglich ist, werden wir noch unflätig beschimpft, und falls wir als Gast dort erkannt werden, auch noch angepöbelt. Die handelnden EU-Politiker plündern deutschland so lange aus, bis unsere Wirtschaft in andere rentableren Länder investiert. Dann ist der Staat am Ende und die EU auch. Es wird sich sicher niemand finden der uns hilft. Nur zur Information an den Optimisten; Der vierteljährliche aktuelle Sozialbericht der EU-Kommission, der am Dienstag veröffentlicht wurde, stellt fest: Die soziale Krise in Europa verschlimmert sich weiter.
Das wird uns sicher glammheimlich über weitere Steuer-und Abgabenerhöhungen zugemutet werden.
Wenn der Laden zusammenfällt (2 Billionen Schulden ), will keiner mehr verantwortlich sein.
Das die südlichen Länder schon vor dem Euro nicht wettbewebsfähig waren, weiß doch jeder, der
im Urlaub zu D-Mark Zeiten in den Südländern Urlaub machte. Da hat man immer schön billig einkaufen können. Heute sind diese Länder Dank EU noch weniger wettbewerbsfähig, ja pleite.
Sind denn bei uns nur blinde unterwegs, die dies alles nicht sehen wollen, und die Plünderer weiter machen lassen.
Unsere Versager können sich mitnichten darauf beziehen, keiner hätte was dagegen gehabt, ganz im Gegenteil.
Einige Hundert graduierte Betriebswirte, Volkswirte und Ökonomen haben sich in einem offenen Brief rechtzeitig zu Wort gemeldet. Herrscher wie die "Birne" haben sich jedoch nicht beeindrucken lassen, obwohl sie wussten, dass sie von dieser schwierigen Materie, nicht die geringste Ahnung hatten. Selbst unsere eingene Wiedervereinigung ist nicht optimal gelaufen, obwohl wir für die noch fehlenden "blühenden Landschaften" heute noch bezahlen.
Und dies ist noch nicht alles, die EU-Erweiterung bringt uns, den Deutschen, noch weitere unabwägbare Lasten. Bestimmte Migrantengruppen, so Udo Ulfkotte, kosten uns im Jahr weitaus mehr als die Wirtschaftkrise. 40% der Sozialhilfebezieher in Deutschland sind Ausländer.
Und nun kommen auch die Rumänen und Bulgaren mit ihren Familien zu uns, obwohl Deutschland, wie auch die EU, jährlich Milliarden ohne jegliche Kontrolle an diese korrupte Regierungen überweisen. Diese Gelder wären eigentlich für die im Elend lebenden Bürger gedacht. Und jetzt bezahlen wir doppelt und zwar ohne Ende.
Wenn nun einer behauptet wir oder auch die EU seien auf einem guten Wege, dann wird sehenden Auges wieder gelogen.
Ich hoffe nur, dass der Tag kommt, an dem diese Herrschaften zur Rechenschaft gezogen werden.
Da bald Wahlen sind, gehe ich davon aus, dass die intelligenten Wähler, der Alternativlosgkeit
der jetzigen Parlamentarier eine Alternative für Deutschland ins Parlament setzen, welche den totalen Bankrott unseres Landes durch Kluge alternativen, hoffentlich noch rechtzeitig abwenden können. Ich bitte alle um Entschuldigung, die meine deutlichen und richtigen Hinweise für nicht
oportun halten. Deswegen wird blindes und falsches Handeln nicht richtiger.

2 Dieter Stümbke 30.03.2013, 18:52 Uhr

Grenzenloser Optimismus

Super-Währung, der Euro, eine "Rettung" nach der anderen: Irland "gerettet", Griechenland "gerettet", Portugal "gerettet", Spanien "gerettet", und jetzt Zypern "gerettet".
Jetzt schauen wir uns um: wen retten wir nu?
Da stehen schon einige auf der "Rettungs"-Matte: Slowenien, Italien, Luxemboourg, ach ja, und Frankreich.
Wir noch 'ne Menge "Rettungs-" Arbeit für die Euro-Besoffenen geben ...
Aber immer schön optimistisch bleiben, gell Herr Armbruster?

1 H. Trickler 30.03.2013, 10:21 Uhr

Und wenn sie nicht gestorben sind so leben sie noch heute ....

... endeten die Märchen früherer Zeiten ;)

Dass die Europäer souverän waren, stimmt leider nur allzu sehr, denn sie waren unverantwortlich genug, der Aufhebung der Einlagensicherung bis 100K mit einem Federstreich zuzustimmen.

Damit kann nur ein völlig unverbesserlicher blauäugiger Optimist zum Schluss kommen, die 100'000 Euros seien nunmehr sicher wie nie zuvor.

Dass man solchen Zweckoptimismus im FAZ-Blog antrifft finde ich äusserst bedenklich!!!

0 Timm Esser 30.03.2013, 08:32 Uhr

"Hey"...?

"Hey,"... ist das die Sprache der Geld"elite"...?
Klingt eher nach verblödeten BWL-"Studierenden" und Schickimicki-Seketrärinnen.
Und im O-Ton nach Farmern ohne Schulabschluss im tiefsten US-Mittelwesten...
"Hey,", das lässt tief blicken, Mann!

0 tom taylor 29.03.2013, 14:17 Uhr

Ich habe ja nichts gegen die...

Ich habe ja nichts gegen die Eurofanatiker.Ich wundere mich nur, das Sie ständig versuchen, die Masse zu beeinflussen.Das Grundübel des Euros wird erst dann an seinen Wurzeln angepackt,wenn unser Schuldgeldsystem beseitigt wird.
Wer nicht auf Fiatmoney vertraut, steht ruhig an der Seitenlinie und schaut dem absurden Schauspiel auf dem Spielfeld mit einem Lächeln zu.

0 Ralf Rath 29.03.2013, 13:46 Uhr

Falsche Bescheidenheit

Anlass zur Zuversicht bietet ausschließlich die jüngste Verlautbarung des Chefs der Euro-Gruppe, Dijsselbloem, der darin ausdrücklich darauf abstellt, dass dem Beispiel Zyperns weder ein Modell noch irgendwelche andere Vorgaben Pate stehen und insofern vor allem die Restrukturierung der dortigen Banken in der Tat ihrem empirisch nicht mehr widerlegbaren Begriff gemäß erfolgt. Systematisch kann somit das besagte Vorgehen keinesfalls als Modell dienen, an dem sich gleich welche Volkswirtschaften in Europa zu messen haben. Letzteres geradezu in Massen öffentlich zu verbreiten, streut daher unter falschem Verzicht auch nur eines einzigen Funkens an Verstand blanken Unfug und weist sich dadurch als Vertreter eines ausnehmend schwachen Geistes aus.

0 Robert Frerichs 29.03.2013, 12:50 Uhr

O tempora, o mores

Früher hielt man rechtsstaatliche Prinzipien hoch. Heute sagt man: "Für Letztere (also die Sparer) ist das sicherlich blöd, aber nicht zu ändern." - Zitat aus dem Artikel.

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Jahrgang 1982, Redakteur im Ressort Wirtschaft der F.A.Z.