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Fazit – das Wirtschaftsblog

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Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

Der Sachverständigenrat findet mehr Gehör

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Am Mittwoch stellen die Wirtschaftsweisen ihr neues Gutachten vor. Es findet wieder mehr Interesse als früher.

© Frank RöthDer Sachverständigenrat (in der Mitte: Christoph Schmidt und Lars Feld) erarbeitet sein Gutachten für 2014. Für die F.A.S. haben Christian Siedenbiedel und Frank Röth die Diskussion beobachtet.

Der Sachverständigenrat gewinnt wieder an Interesse. Am Tag, bevor die Wirtschaftsweisen ihr Jahresgutachten vorstellen, wird deutlich: Wer den Sachverständigenrat schon für vollkommen ignoriert hielt, der liegt daneben.

Eine Auswertung von Media Tenor, mit denen wir auch für das F.A.Z.-Ökonomenranking kooperieren, zeigt: Das Interesse von Medien am Sachverständigenrat ist zwar deutlich geringer als das am Industrieverband BDI, an der IG Metall oder an vielen anderen Wirtschaftsforschungsinstituten. „Vor dem Hintergrund, dass der Sachverständigenrat das herausragende ökonomische Expertengremium in Deutschland ist, das neben der Politikberatung insbesondere auch die Öffentlichkeit aufklären soll, könnte der Rat der fünf Weisen in den Medien wesentlich häufiger gehört werden“, sagt Media-Tenor-Forschungsdirektor Tobias Thomas.

Aber: Die Aufmerksamkeit wächst wieder.

Im vergangenen Jahr kam das Gutachten des Sachverständigenrats rechtzeitig zu den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD – das an sich brachte zwar keine zusätzlichen Zitate. Doch Rat zu Arbeitsmarkt und Konjunktur haben die Wirtschaftsweisen und ihren Rat in den Medien gehalten, vor allem die Mitglieder Lars Feld, Peter Bofinger und Christoph Schmidt.

Im vergangenen Jahr schon tauchte der Sachverständigenrat häufiger in Politik- und Wirtschaftsteilen auf als im Vorjahr. Dieses Jahr ist der Rat noch einmal stärker. Dabei gab es in jedem der vergangenen drei Jahre interessante Personalwechsel: 2012 rückte Claudia Buch für Beatrice Weder di Mauro nach, 2013 Volker Wieland für den Vorsitzenden Wolfgang Franz, dessen Rolle von Christoph Schmidt übernommen wurde In diesem Jahr kam Isabel Schnabel für Claudia Buch.

Schon im ersten Halbjahr 2014 zeigte die Tendenz weiter nach oben. Auch im zweiten Halbjahr hat der Sachverständigenrat schon viele Zitate gesammelt – dabei wird erst am Mittwoch das Gutachten vorgestellt, und die Schweigeperiode der Mitglieder endet wieder.

Media Tenor wertet die Politik-, Wirtschafts- und Finanzteile von neun Tageszeitungen, drei Sonntagszeitungen und fünf Wirtschaftsmedien aus. Dazu kommen mehrere Fernsehsendungen und die 7-Uhr-Nachrichten im Deutschlandfunk.

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1 Lesermeinung

  1. Tatsächlich mehr Gehör?
    Wer sich die Mühe macht, das Jahresgutachten 2013/2014 zu lesen, wenigstens in der Kurzfassung über 18 Seiten hinweg (siehe 3w. sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/gutachten/jg201314/dokumente/JG13_kurz.pdf), dürfte staunen.

    Staunen deswegen, weil die effektive Politik der Koalition SPD/CDU von dem gesamten Katalog an Ratschlägen und Forderungen entweder nichts oder nur sehr wenig realisiert hat – mehrfach machten die Regierungsmitglieder sogar das Gegenteil der Empfehlungen. Ebenso dürftig und teils sogar ganz anders wurden die Vorschläge zur EZB und zur Geldpolitik berücksichtigt.

    So gesehen liegt man keineswegs verkehrt, wenn man den Sachverständigenrat als von der Politik überwiegend ignoriert betrachtet.

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