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“Eine Hexenjagd” – Kenneth Rogoff über seinen Excel-Fehler

22.10.2013, 14:54 Uhr  ·  Kenneth Rogoff hat gezeigt, wie schädlich Staatsschulden sind. Dann wurde ihm ein Excel-Fehler vorgeworfen. Jetzt verteidigt er sich: Die Geschichte sei ein orchestrierter Angriff von linken Bloggern gewesen, "wie in den 50ern unter McCarthy".

Von
© Rainer WohlfahrtKenneth Rogoff bei einem F.A.Z.-Interivew

Er hatte die intellektuelle Grundlage für die Sparpolitik in den Krisenstaaten gelegt: Kenneth Rogoff. Gemeinsam mit seiner Kollegin Carmen Reinhart hatte er ausgerechnet, dass Staaten mit hohen öffentlichen Schulden kräftig an Wachstum verlieren. Irgendwo oberhalb von 90 Prozent Staatsverschuldung bricht das Wachstum zusammen, so rechneten die beiden aus. Es war eine einfache Zahl, politisch gut verpackt, von einem ehemaligen Chefökonomen des Internationalen Währungsfonds – die halbe Welt glaubte ihm, sogar der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble. In der Eurokrise einigten sich die Politiker auf Sparmaßnahmen, die viele Länder zu hart fanden.

Doch dann kam ein Student aus Massachusetts und entdeckte einen Excel-Fehler in den Rechnungen von Kenneth Rogoff. Er mischte noch einige eigene Einschätzungen hinein und behauptete, das Ergebnis sei falsch. Reinhart und Rogoff antworteten halbherzig – und verloren das Ansehen ihrer Ergebnisse noch schneller, als sie es gewonnen hatten. (Patrick Welter hat die Vorwürfe im Detail untersucht.)

Derweil triumphierten die Befürworter höherer Staatsschulden. Vor allem der keynesianische Nobelpreisträger und Blogger Paul Krugman, der sich selbst als links bezeichnet, griff Rogoff scharf an.

Jetzt allerdings ist Rogoff in die Offensive gegangen. Er fühlt sich als Opfer einer “Hexenjagd”, sagt er in einem Interview mit dem Magazin “Capital“. „Das war keine Debatte. Das war eine haltlose persönliche Attacke, von Leuten mit einer starken politischen Agenda.” Er sieht einen orchestrierten Angriff von linken Bloggern und Lobbyisten “wie in den 50ern unter McCarthy”, der seine gesamte Arbeit diskreditieren sollte. “Es gab keinen Kampf. Das war ein Massaker.”

“Mein Kernergebnis steht: Sehr hohe Schulden sind verbunden mit niedrigerem Wachstum”

Der Fehler sei peinlich, sagt Rogoff, aber er hätte keine große Bedeutung. Seine Gegner hätten ihn “aufgeblasen und bewusst falsch interpretiert und polemisiert”.

Rogoff hält noch an seinem Ergebnis fest. “Der wichtigste Punkt ist, nach der ganzen polemischen Hitze, dass mein Kernergebnis steht: Sehr hohe Schulden sind verbunden mit niedrigerem Wachstum”, sagt er. Und: “Wenn irgendjemand denkt, dass Rekordschulden in Ordnung sind, dann liegt er falsch. Die Geschichte lehrt das Gegenteil”, so Rogoff. Den europäischen Schuldenstaaten rät Rogoff immer noch zu einer schnellen Umschuldung.

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Veröffentlicht unter: Paul Krugman, Kenneth Rogoff, Austerität

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (23)
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8 Hans Winter 27.10.2013, 16:35 Uhr

Ob Hexenjagd oder nicht, ob zweifelhafte Basisdaten oder nicht...

ist weder dem Artikel von Patrick Bernau, noch Rogoffs Aussagen, noch den Kommentaren hier zu entnehmen.

Zweifelsfrei ließe sich das nur feststellen, wenn man die Excel-Tabelle irgendwo herunterladen könnte und dann noch eigene Nachforschungen zur Glaubwürdigkeit und Plausibiliät der ermittelten Archivdaten anstellt. Mit anderen Worten, es bedarf einer seriösen und profunden Nacharbeit von Rogoffs Behauptungen, um deren Richtigkeit oder Irrtum zu beweisen.

Insofern sind die Tabellen in Patrick Welters Nacharbeit von hohem Interesse, weil sie ganz klar darlegen, daß die gesamte "Studie" in ihrem Ergebnis eine großartige Scharlatanerie ist. Denn was zeigt sie?

Sie zeigt in den Tabellen "Staatschuld und Wachstum" I bis VII, daß das Wachstum seit 1946 bis 2009 in unterschiedlichen Prozentsätzen zurückgeht (je nach Parametern "Durchschnitt", "Median" und "Neuseeland" und den Unterschieden zwischen der "RR" und HAP"-Theorie) . Na und? Welch großartige Erkenntnis, die für jeden 12-jährigen, der die Prozentrechnung gelernt hat kein Geheimnis sein kann!

Denn was hier passiert ist nichts anderes, als daß die prozentualen Unterschiede zwischen kleineren Basiszahlen eines in US$ angesetzten BIP und deren Anwachsen in US$ in den Nachkriegs- und Aufbaujahren nach dem WK2 naturgemäß in Prozenten HÖHER ausfallen, als - wesentlich höhere Zuwächse in US$ - in den Jahren vor 2009, die sich aber - wiewohl HÖHER in US$ - durch die bereits sehr hohen BIP-Basiszahlen in US$ der letzten Vergleichsjahre naturgemäß geringer im prozentualen Vergleich darstellen.

Zum besseren Verständnis: Ein Wachstum von 0,5% des BIP von Deutschland ist - in € angegeben - immens viel höher, als ein Wachstum von 20% von z.B. Mali (ohne das jetzt verifiziert zu haben). Oder anders ausgedrückt: Ein BIP-Wachstum Deutschlands um 2% erfordert eine weit größere Anstrengung der Wirtschaft, als 7% BIP-Wachstum für China - ganz einfach weil das Potential der vollentwickelten Wirtschaft Deutschlands nicht mehr die gleichen Prozentsätze aufweisen kann, wie die eines prosperierenden Entwicklungslandes.

Es sei denn Deutschland entwickelt irgend eine überirdische Technologie, die keines der anderen Länder weltweit nachbauen kann, und kann diese über die nächsten Jahrzehnte konkurrenzlos in alle Welt exportieren. Das wäre dann so etwas wie "technologischer Kolonialismus", in der Nachfolge des Eroberungskolonialismus des 15-18 Jh. und des Hegemonialkolonialismus bis Mitte des 20 Jh.

Wer also einen Zusammenhang zwischen BIP-Wachstum und Staatsverschuldung herstellt, könnte das genausogut zwischen BIP-Wachstum und Klimaerwärmung, oder dem Wachstum der Weltbevölkerung, oder dem Anstieg der Lebenserwartung, oder was immer sich statistisch rechnen läßt.

Mit Excel-Tabellen kann man so ziemlich alles darstellen. Deshalb ist die Untersuchung der wahren Ausgangsdaten und ihre logischen Zusammenhänge um so wichtiger.

Und wenn man das ganze in eine professionelle Power-Point Show verpackt, auf einem großen Kongreß darbietet und "aussagekräftige" Prozent-Tabellen daruntermischt, dann sitzen die Delegierten ehrfurchtsvoll davor - und eine neue Scharlatanerie ist geboren. Schon das Orakel von Delphi funktionierte auf diese Weise.

Und gewisse Interessenten und Geldgeber nicken huldvoll. Nämlich jene, die heute schon von den Zinsen der Staatsverschuldung(en) in Saus und Braus leben, aber nun langsam merken, daß es so nicht endlos weiter gehen kann.

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7 Thorsten Haupts 24.10.2013, 09:58 Uhr

Die Empfindlichkeit politischer Wirtschaftswissenschaftler ist erstaunlich.

Rogoff/Reinhard haben mit ihrem Beitrag natürlich eine Steilvorlage für Politiker geliefert und ihren diesbezüglichen Ruhm auch durchaus genossen, solange die Substanz ihres Beitrages unumstritten war. Sie haben ebenso geschwiegen, als ihr Beitrag von interessierter Seite als Begründung für weitreichende Forderungen politischer Natur benutzt wurde, die der gar nicht hergab.

Dann ist es ein bisschen albern, sich über Hexenjagd zu beschweren. Natürlich wollten die Verschuldungsjunkies den Beitrag aus politischen Gründen vollständig abräumen, nachdem ein Rechenfehler die "harte" Verschuldungsgrenze als Schimäre entlarvte. Damit muss man als sich öffentlich äussernder Ökonom schlicht rechnen, anders als die Physik spielt sich die Ökonomie eben nicht in einem Raum ab, der weitgehend frei von gesellschaftlichen Intessen ist.

Kurz, Rogoff/Reinhard dienten vor der "Hexenjagd" zu eben derselben - einer undifferenzierten Hatz auf alles, was mit Schulden zu tun hatte. War ihnen sichtbar egal, die Mechanismen waren aber dieselben, die sie jetzt beklagen, wo sich diese gegen sie richteten. Lehre für das nächste Mal - sich rechtzeitig gegen unzulässige Vereinnahmung wehren. Denn im Kern bleiben ihre Erkenntnisse unwiderlegt - zu hohe Schulden gefährdet Wachstum. Welche Überraschung :-).

Gruss,
Thorsten Haupts

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5 Stefan Gigga 24.10.2013, 08:48 Uhr

Der Streit Rogogg und Anhänger visa Krugman und Anhänger

zeigt, dass es bei Wirtschafts"wissenschaften" weniger um Wissenschaft als um Ideologie geht. Und das erklärt dann auch warum UdSSR, DDR und Co. gescheitert sind, obwohl genügend "Wissenschaftler" die Überlegenheit des kommunistischen Systems "bewiesen" haben. Wie es auch gleichzeitig den katastrophalen Zustand der USA erklärt, obwohl auch in diesem Fall es genügend "Wissenschaftler" gab, die das US-System als das Beste ansahen bzw. noch ansehen.

14 Günter Schönbauer 24.10.2013, 02:31 Uhr

Was mich wundert ist,

dass die Qualität und Vergleichbarkeit ("Validität") der von Rogoff/Reinhart ausgewerteten Daten nicht hinterfragt wird; dabei handelt es um Datenreihen, die Jahrhunderte zurückreichen und Dutzende von Ländern unter die Lupe nehmen. Wer sich in einem beliebigen Stadtarchiv Wirtschafts- und Steuerdaten etwa aus dem 19. Jahrhundert heraussuchen läßt, wird schnell merken, dass sich daraus nur mit allergrößter Vorsicht (oder Virtuosität) Schlüssel à la Rogoff/Reinhart ziehen lassen, und dass es für frühere Jahrhunderte weit schlechter aussieht, läßt anläßlich desselben Archivbesuchs leicht ersehen. Excel-Fehler scheinen mir auf diesem Hintergrund eher eine Kleinigkeit, ja nachgerade unvermeidlich zu sein.
G. Schönbauer

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0 Patrick Bernau 23.10.2013, 16:23 Uhr

Eine nette Parabel

Andreas Peichl weist mich noch auf einen Beitrag des Ökonomen Angus Deaton hin, der anlässlich der Debatte beschreibt, wie es ihm mit einem ähnlich umstrittenen Beitrag erging: http://www.econbrowser.com/archives/2013/10/on_weights_and.html

8 Ludwig Büchner 23.10.2013, 16:09 Uhr

Der Stand der Wissenschaft

Ich bin kein Volkswirt und ich glaube, man muß auch keiner sein um den problematischen Aspekt an der Position Rogoffs zu erkennen und auch klar zu benennen:
1. Der Mann ist Professor, in Harvard, da wird er doch ein paar mathematisch begabte und willige Studenten haben, die den ganzen Sums noch mal nachrechnen können oder ? Die umstrittene Arbeit ist von 2010, die Kritik von Herndon an den Excel Fehlern ist nun auch schon 6 Monate her und was tut Herr Rogoff ? Jammern !

" Ja gut, es wurden Fehler gemacht, aber das ändert nichts daran, daß meine Position um Grunde richtig ist "

Dieses Verhalten ist nun nicht nur eines Wissenschaftlers unwürdig, weil auch er wissen muß, dass Sachverhalte manchmal einfach aus den vorhandenen Daten nicht zu beweisen sind, ganz egal wie sehr man sich das "richtige" Ergebnis auch wünscht.

Und schon deswegen neige ich auch dazu hier doch eher Krugman zu folgen, der Rogoff vorwirft, ein Wunschergebnis produziert zu haben welches zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eine Seite der politischen und wirtschaftlichen Diskussion klar in Vorteil gebracht hat. Es kann doch für jemanden in R.s Position nicht so schwierig sein die Fehler zu korrigieren, die Sache neu zu rechnen und dann die Belege für seine Position auch öffentlich zu machen. Alles andere ist unwissenschaftlich.

8 H. Trickler 23.10.2013, 15:09 Uhr

Es war tatsächlich eine Hexenjagd und

der Nobel-Showboy Krugman hat den peinlichen Fehler natürlich weidlich für seine Werbetrommel ausgenützt.

Dass solche statistischen Korrelationen aber irgend etwas grundlegend beweisen möchte ich einmal mehr bezweifeln, obschon mir im vorliegenden Fall die Sache anschaulich klar scheint:

Höhere Staatsausgaben können (unter sehr bestimmten, von Keynes im Detail beschriebenen Voraussetzungen) kurzfristig die Konjunktur beleben. Langfristig ist dagegen eine zu hohe Verschuldung eher bremsend, ausser wenn man es wie die USA über die Gelddruckmaschine finanziert, welche solange funktioniert bis es zum Crash kommt. Das kann für gewisse Länder erstaunlich lange dauern, aber es ist so sicher wie der Tod jedes Lebewesens.

16 Peter Giessinger 22.10.2013, 22:56 Uhr

Leider nicht sehr glaubwürdig...

Wenn ich, rein zufällig natürlich, Zahlenreihen auslasse und nur dadurch, wieder rein zufällig, ein eindeutiges Ergebnis rauskommt, dann sieht das doch sehr nach Betrug aus. Wenn ich ein rennomierter VWLer wäre, dann würde ich meine Arbeiten vor der Veröffentlichung doch von meinen Mitarbeitern querlesen lassen, damit genau sowas nicht passiert. Außerdem finde ich es doch sehr armselig für eine sogenannte Wissenschaft, dass sie sich ausschließlich auf das Auswerten von Statistiken und Spieletheorien stützt. Da hätte doch eigentlich in den vergangenen Jahrhunderten doch mehr bei rauskommen müssen. Hätte sich das Ingenieurwesen ebenso schleppend entwickelt, dann würden wir wohl immer noch Kutsche fahren und Brennholz hacken.

Antworten (7) auf diese Lesermeinung

0 Klaus Letis 22.10.2013, 20:22 Uhr

Small Business Editionen

Für kleine Spielereien ganz nett.
Besser was von Konzernen die was von Unternehmen verstehen (Lotus, Novell, Openoffice, )

10 Gordian Hense 22.10.2013, 19:03 Uhr

Schulden für die Bürger, Einnahmen für die Reichen

Ich verstehe nicht wie ein "Linker" den Weg über Staatsausgaben zur Ankurbelung der Wirtschaft gut finden kann? Nur weil es die Rechten nicht gut finden? Das sind für mich keine echten Linken. Denn damit wird nur ein kurzfristiger Erfolg erzeugt. Wenn dann die Schulden wieder bezahlt werden müssen, zahlen sie andere, aber die gleiche Klientel der Linken. Anders wäre es, wenn die Staatsausgaben jeden Monat an weniger gut verdienende direkt ausgezahlt würden, denn die würden damit echte Nachfrage erzeugen und des würde ihnen besser gehen. Bei der aktuellen Handhabung der Staatsaugabenpolitik sind immer zu erst Unternehmen die Gewinner, dann ihre Eigentümer und dann erst die Arbeiter. Auf dem Weg in den volkswirtschaftlichen Kreislauf bleibt zu viel Geld auf Privathalden liegen. Der Multiplikatoreffekt wird damit auf ein Minimum reduziert. Und natürlich behindern mehr Schulden die Prosperität einer Volkswirtschaft immer.

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Jahrgang 1981, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.