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Fazit – das Wirtschaftsblog

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Das Faszinierendste aus Wirtschaft und Finanzen. Prägnant beschrieben und kenntnisreich analysiert von Autoren der F.A.Z. und der Sonntagszeitung.

Ökonomen verstehen zu wenig von Politik (und unterschätzen Verteilungsthemen)

| 37 Lesermeinungen

Ökonomen denken oft nicht langfristig genug. Liberalisierungen können zwar kurzfristig vorteilhaft sein. Doch zwei Ökonomen machen auf eine Folge aufmerksam: Wenn die Einkommensverteilung zu ungleich wird, können die Reichen den Staat unter ihre Kontrolle bekommen. Dann droht nicht nur politischer, sondern auch schwerer ökonomischer Schaden.

© DPAGewerkschaften zu schwächen, kann ungünstige Folgen haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Daron Acemoglu (Massachusetts Institute of Technology) und James Robinson (Harvard) beschäftigen sich seit Jahren mit den Wechselwirkungen politischer und wirtschaftlicher Institutionen und den sich daraus ableitenden Bestimmungsgründen langfristigen Wirtschaftswachstums. Ihre bisherigen Ergebnisse haben sie populärwissenschaftlich in dem Bestseller “Why Nations Fail” zusammengefasst. Acemoglu und Robinson sind führende Vertreter einer “im Entstehen begriffenen modernen Theorie der Wirtschaftsordnung” (Carl Christian von Weizsäcker), die weit über die traditionelle deutsche Ordnungsökonomik hinaus greift.

Der neueste Beitrag von Daron Acemoglu und James Robinson in Thesen:

1. Traditionelle Ökonomen sind darauf trainiert, in der Politikberatung auf Marktineffizienzen wie Externalitäten oder Monopole/Oligopole hinzuweisen und deren Beseitigung anzumahnen, z.B. durch Steueränderungen oder einen anderen Regulierungsrahmen.

2. Das ist alles schön und gut und oft auch richtig, aber was die Ökonomen dabei unterschätzen, sind die eventuellen Rückwirkungen der Politikänderungen auf die Ausrichtung der Politik selbst: “The main message is that sound economic policy should be based on a careful analysis of political economy and should factor in its influence on future political equilibria.”

3. Die Kausalkette geht wie folgt:

– Im ersten Schritt sorgt die Politik für eine marktwirtschaftliche Reform. Diese besitzt aber auch Verteilungswirkungen, die von vielen Ökonomen nicht ausreichend berücksichtigt werden.

– Als Ergebnis der Verteilungswirkungen kommt es zu einer stärkeren Konzentration von Einkommen und Vermögen.

– Die Bevorzugten dieser Verteilungswirkungen erhalten Einfluss auf die Politik und beeinflussen sie in ihrem Sinne. In Amerika spricht man von “crony capitalism”.

– Wenn die Politik vorwiegend die Interessen Weniger vertritt, hat dies nachteilige Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt. Statt dessen müssen möglichst viele Menschen am politischen und wirtschaftlichen Leben teilhaben können. Anders ausgedrückt: Es gibt eine Kausalkette, die von schlechten politischen Institutionen über schlechte wirtschaftliche Institutionen zu geringerer wirtschaftlicher Leistungskraft führt. Das ist die Kernthese von “Why Nations Fail”, des im vergangenen Jahr erschienenen Buches von Acemoglu/Robinson, dessen Thematik wir in FAZIT in mehreren Beiträgen – zum Beispiel hier und hier und hier – behandelt hatten. (Eine deutsche Übersetzung erscheint in rund zwei Wochen im Fischer-Verlag.)

4. Ein paar Beispiele aus dem Arsenal von Acemoglu/Robinson:

– In manchen westlichen Ländern besaßen Gewerkschaften früher einen starken Einfluss auf die Lohnfindung, den sie auch zu, gesamtwirtschaftlich betrachtet, zu hohen Lohnabschlüssen missbraucht haben. Die Reaktion von Ökonomen war, die Zerschlagung des dominierenden Gewerkschaftseinflusses auf die Lohnfindung  zu fordern – was im Sinne der durch falsche Lohnpolitik angerichteten Schäden auch gut begründbar war. Allerdings ist mit der damit verbundenen generellen Schwächung von Gewerkschaften auch eine Machtverschiebung innerhalb von Gesellschaft und Politik einher gegangen, die sich unter anderem in einer stärkeren Konzentration von Einkommen und Vermögen zeigt. (Dieser Prozess vor allem in den angelsächsischen Ländern sehr ausgeprägt, weniger in Kontinentaleuropa, wie die Forschungen von Piketty/Saez belegen, über die wir hier in FAZIT berichtet hatten - mit Grafiken für die Vereinigten Staaten und Deutschland.)

– Als Folge der Weltwirtschaftskrise wurde in den Vereinigten Staaten in den dreißiger Jahren ein streng reguliertes Trennbankensystem etabliert, das auch noch in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg Bestand hatte. Zumindest manche Regulierungen waren aus ökonomischer Sicht absurd und schädlich. So ist es gut verständlich, dass aus marktwirtschaftlicher Sicht Deregulierungen gefordert wurden. Aber wohin führte dieser Prozess? Er führte zu einer sehr starken Ausweitung des Finanzsystems und einer erheblichen Zunahme des politischen Einflusses der Wall Street auf Washington: “While in 1990 the financial sector donated $61 million dollars to political campaigns, by 2006 this was $260 million (the industry which was the next largest donor, health care, gave only $100 million in 2006). Of course, rising wealth and campaign contributions were not the only source of rising political power for the financial industry. There was a revolving door between Wall Street and executive appointments in Washington as well.” Das Ergebnis ist nicht eine einfache und bessere Regulierung der Finanzbranche zum Beispiel durch deutlich höhere Eigenkapitalanforderungen (siehe unsere Rezension des neuen Buches von Admati/Hellwig), sondern ein Flickenteppich insgesamt möglicherweise sogar eher schädlicher als nützlicher Kleinregulierungen, die jede für sich mühsam den Banken und ihren Lobbyisten abgetrotzt werden müssen.

– Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden in Russland zahlreiche Unternehmen privatisiert. Das war grundsätzlich natürlich eine richtige Politik. Aber es wurde möglichst schnell privatisiert ohne Rücksicht auf die Folgen. Durch die Art und Weise, wie privatisiert wurde, hat man dem Oligarchen-System in Russland Vorschub geleistet, dessen Einfluss auf die russische Politik bis heute erheblich und insgesamt wohl kaum förderlich ist.

 

Was Acemoglu/Robinson hier beschreiben, wird von ihnen als Forschungsfeld verstanden, auf dem viel mehr gearbeitet werde sollte:

“In this essay, we argue not only that economic advice will ignore politics at its peril but also that there are systematic forces that sometimes turn good economics into bad politics, with the latter unfortunately often trumping the economic good. Of course, we are not claiming that economic advice should shy away from identifying market failures and creative solutions to them, nor are we suggesting a blanket bias away from good economic policy. Rather, our argument is that economic analysis needs to identify, theoretically and empirically, conditions under which politics and economics run into conflict, and then evaluate policy proposals taking this conflict and the potential backlashes it creates into account.”

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37 Lesermeinungen

  1. Ökonomen kennen den Rumpelstilzchen-Clan des 2%Wachstumszwang-Régimes nicht
    Die macht- und erkenntnispolitische Ursache der Absturzkrisen in den entwickelten Industrieländern ist einfach und eindeutig: die Faktor-Kostenschere zw. Arbeitkosten-steigend einerseits und Energie-/Kapitalkosten-nichtsteigend zwingt alle Teile von Ökonomie u n d Politik unter die Crashlogik des 2%BIP-Wachstumszwang-/Kapitalstock-Maximierungsprojekts.

    Die US-Subprime-Hypothekenpolitik u n d die EURO-Einführung in den PIIGS-Staaten sind nur zwei von vielen Wachstumszwang-Projekten. Das 2%Wachstumszwang-Regime kann nur noch mit gigantischen Zwangsprojekten sich Zeit kaufen. Der Exodus aus der 2%Projekt-Tyrannei wird einfach herstellbar sein.

    Alle analytischen und kritischen Erklärungsansätze für die Entwicklungskrisen, wie auf diesem Blog vorgestellt, sind in den unteren Etagen des 2%Wachstumszwang-Systems angesiedelt und sind als reine Ablenkungsversuche vom Zwangskern erkennbar.

    Kurz: Ökonomen verstehen nichts von den Steuerungssystemtricks des herrschenden Rumpelstilzchens, das eine geheime Steuerungswissenherrschaft aufgerichtet hat. Auf sie kommt es aber in der aktuellen Systemkrise auch nicht an. Wird die Herrschaft des 2%Rumpelstilzchens öffentlich bekannt, dann wird es sich selbst in seine Teile zereißen. Dieses Ereignis steht bevor.

  2. Verteilungskoaltionen
    Es mag am Gegenstand liegen, dass in den Wirtschaftswissenschaften viel parallel geforscht wird und einige Autoren auch in Vergessenheit geraten, bzw. dem Vergessen ausgeliefert werden. So ist wohl die Frage “Why Nations Fail” mit dem Buch “aufstieg und Niedergang von Nationen” von Mancur Olson besser beantwortet worden. Mancur Olson spricht von Verteilungskoalitionen, die aus Sonderinteressengruppen entstehe. Solche Sonderinteressengruppen entstehen auch innerhalb von Gewerkschaften und sie teilen ihre Interessen durchaus, wenn auch nicht sehr transparent, mit der entsprechenden Gegenseite (Interessengruppe im Unternehmerlager. Es sind “die Reichen,” ein ohnehin zu statischer Begriff, als ob es in dieser Gesellschaftsschicht ständiges auf und ab gäbe, sondern Verteilungskoalitionen, die den Staat unter Kontrolle gebracht haben oder zu bringen versuchen. Zu diesen Verteilungskoalitionen zählen in der Bundesrepublik Umweltschutzverbände wie Greenpeace, der BUND und ganze politische Parteien, die allerdings schwieriger haben als die Erstgenannten ihre Klientel gleichmäßig zu bedienen. (Selbst dem BUND fällt das zunehmend schwer und Greenpeace gelingt es auf internationaler Ebene gar nicht mehr die auseinander strebenden Interessen zu koordinieren. Diesen Sonderinteressengruppen fällt es natürlich nicht ein ihre Tätigkeit als Lobbyarbeit thematisieren. Noch ein Zitat von Olson: “Im Ergebnis vermindern Sonderinteressengruppen und Kollusionen die Effizienz und das Gesamteinkommen der Gesellschaften, in denen sie wirken und sie machen das politische Leben zwieträchtiger. ” Sie haben auch die ökonomisch gesehen inadäquate Angewohnheit häufiger Preise statt Mengen festzusetzen, wofür das deutsche EEG wohl beispielhaft ist. Wen wundert es da noch, dass in diesen Kreisen lieber Finanz- und Bankenkrise redet als von Schuldenkrise, wo doch Schulden das Lebenselexir Sonderinteressengruppen und politischer Interventionisten sind.

  3. Erbschaftssteuer als Mittel gegen Oligarchiebildung
    Die Erbschaftssteuer soll verhindern, dass sich im Laufe der Zeit Vermögenskonzentrationen in wenigen Händen bilden und die daraus entstehende Oligarchie die offene Gesellschaft zerstört. Mit anderen Worten: der Aufstieg tüchtiger Menschen zukünftiger Generationen wird dadurch behindert und es bildet sich, den Autoren argumentativ folgend, der Teufelskreis einer ausbeuterischen Gesellschaft mit hohen Eintrittsbarrieren für Außenstehende.

    • 'geheimes Steuerungswissen der Machtelite besteuern' ....
      …. liegt auf der Linie der Forderung, mit einer Erbschaftssteuer die Fehlentwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft in den Industriestaaten zu beeinflussen.

      Die Machtspitze in den 2%Wachstumszwang-Staaten verfügt über eine Geheimwissen. Das macht sie übermächtig u n d nichts sonst.

  4. Volksabstimmungen
    Everybody knows that the Swiss have referendums and that the political system is complicated and moves slowly.

    HOWEVER, a referendum takes a difficult situation/decision out of the hands of economists and politicians and allows the citizens to decide. Often their decision cuts across political parties, like the most recent one to put a limit on very high remuneration like Golden Handshakes to departing execs like Vasella of Novartis*, and Golden Hellos for new “hires” (top execs with a super CV).

    The recent referendum in CH regarding limiting top salaries got a “YES” from well over 60% of the Swiss people which clearly meant that many voters from all parties were united on that topic.

    * Btw, Daniel Vasella (und seine Frau auch… berichten die CH-Medien) hat sich in Risch, Zug
    schon abgemeldet und wandert aus – in die USA.

  5. Why Nations succeed!
    Darum ist die Schweiz eines der reichsten Länder dieser Welt (und dies ohne Rohstoffe), weil Politiker und Lobbyisten die politischen Vorlagen zwar ausarbeiten können, aber der Bürger aufgrund transparenter Unterlagen in letzter Instanz entscheiden kann.

    Dort kommt der gesunde Menschenverstand zum Zug.

    • Leider wird in Deutschland der „gesunden Menschenverstand“ politisch mißachtet
      Es wird ihm – ganz offiziell und per Grundgesetz – mißtraut. Das hat seinen Grund in den Vorkommnissen vor und im 2. Weltkrieg. Damals hieß es noch „gesundes Volksempfinden“ und dieses – so wird unterstellt – hatte Hitler zum Wahlerfolg gebracht. Und dazu noch so manche andere Dinge verursacht, die nach dem Krieg als „verwerflich“ erachtet wurden, wie Ansichten über Kunst, Familie, Erziehung, Demokratie, Völker – solche Dinge. Deshalb wurde eine Verfassung geschrieben, die eine direkte Einflußnahme des Volkes weitgehend ausschließt. So wurde die sog. „repräsentative Demokratie“ erfunden, die – überspitzt gesagt – nichts anderes ist, als eine vom Volk auf Zeit eingesetzte Diktatur. Die Einflußnahme des Volkes auf bestimmte Entscheidungen – innerhalb der Legislaturperiode – ist zwar nicht ganz, aber praktisch unmöglich, (VolksBEGEHREN ja, VolksENTSCHEID unmöglich, weil verfassungsmäßig nicht vorgesehen). Die Regierung kann, aber MUSS nicht folgen (Opportunitätsprinzip). Meist tut sie es auch nicht, bzw. hat viele Möglichkeiten der Nichtbeachtung.

  6. Quid pro Quo
    Politiker haben zu wenig Ahnung von Ökonomie. Genauso übrigens wie der Durchschnittsmensch. Leider wills keiner wahrhaben, da jeder qua täglicher Anwendung meint darin Profi zu sein.

    Ökonomen haben kein mangelndes Politikverständnis, sondern scheitern am Mangel an Interesse für differenzierte Betrachtungen. Die wenigen Ökonomen, die sich dann vereinfacht ausdrücken und (verständlicherweise) auch mal daneben liegen werden dann stellvertretend für den gesamten Zweig an den Pranger gestellt.

    In der Ökonomie gehts halt leider um Modelle, welche die Realität vereinfacht abbilden sollen und nicht um Realität. Das wollen Politiker leider nur selten wahrhaben und die Öffentlichkeit interessierts nicht/ignorierts.

    PS: Ausnahmen bestätigen die Regel, Prof. Kirchhof hat zb. keine Ahnung von Politik. Aber der ist ja auch Jurist;p

  7. Ökonomen - ein weiter Begriff?
    Der interessante Beitrag kann auch auf die Lösungsansätze der sog. Euro-Krise angewendet werden, bei denen die Verteilungseffekte unterschätzt wurden (wenn man damit die Anwendung der “IWF-Multiplikatoren” meint). Mit Ökonomen sind vermutlich die Volkswirte gemeint, die mit Hilfe mathematischer Modelle signifikante Zusammenhänge ermitteln, um daraus prognosefähige Instrumente herauszufiltern. Aus meiner Sicht ist es erstaunlich, dass auf der Basis historischer Daten offensichtlich bis heute es nicht üblich sein soll, z.B. fiskalische Massnahmen durchzurechnen und zwar in Alternativen und auch bezogen auf die Verteilungseffekte mit den zu erwartenden politisch möglichen Folgen. Ist das kein klassischer sozialwissenschaftlicher Ansatz? Spielt die politische Ökonomie keine Rolle bei den deutschen Hochschul-Volkswirten? Z.B.: Jahrestagung der DVPW, Sektion Politische Ökonomie, 10./11. Oktober 2013, Max-Planck – Institut für Gesellschaftsforschung, Köln, Zur Politischen Ökonomie der Ungleichheit. Dass dieser Zweig eher “kritische” Ökonomen umfasst, die nicht der “herrschenden Meinung” zuzurechnen sind, ist wohl unstrittig. Vielleicht hat die “Main-Stream-VWL”, orientiert an “Urvater” Samuelson, ein Erklärungsdefizit erkannt, aber aus der populären Debatte zwischen Prof. Hüther (IW) und Prof. Butterwegge (Uni Köln) sind die Facetten eigentlich bekannt. Oder sollte es mehr um ein US-spezifisches Erkenntnisthema gehen?

  8. Und Politiker verstehen meistens nichts von...
    Ökonomie oder Wirtschaft!
    Daraus resultiert:
    “Wenn Einkommensverteilung zu ungleich wird, können die Reichen den Staat unter ihre Kontrolle bekommen.”
    Und wenn Politik sich mit den neuen Reichen verbandelt, dann wird es ganz schlimm – für das Volk.
    Wir müssen “den Staat” mehr wie eine Firma führen – Singapur ist ein gutes Beispiel – aber dazu sind die meisten Politiker weder in der Lage noch willens.
    Deshalb: MEHR Ökonomen, Wirtschaftsleute und weniger Politik(er).

    • Wow
      Mit einer derart konsistenten Argumentation werden Sie bestimmt viele Leser von Ihrer Schlussfolgerung überzeugen können.

    • Titel eingeben
      “Wenn Einkommensverteilung zu ungleich wird, können die Reichen den Staat unter ihre Kontrolle bekommen.” Dieser Satz ist mir völlig unverständlich. Wer ist “reich”? Trotz des “kann” liest es sich wie ein “wird”. Das aber stimmt nicht, wie man am Bespiel der Schweiz sehen kann. Wenn die Reichen den Staat unter ihre Kontrolle bringen, liegt ein Versagen des Staates vor – Korruption in sehr weitem Sinne, fehlende Gewaltenteilung, Intransparenz und sehr vieles mehr sind die Kennzeichen des moralisch versagenden Staates.

      MM.M.n. verstehen A. und R. die Ökonomie nicht in ihrer ganzen Breite. Sonst wüßten sie, dass politische Reaktionen der Marktteilnehmer auch in die Betrachtungen einbezogen werden müssen. Der Markt besteht nicht aus Regeln sondern aus Menschen, die sich oft (unbewußt) an bestimmten Gesetzmäßigkeiten orientieren, manchmal aber auch nicht.

    • Na, ein Ökonom auf Jobsuche?
      Also statitisch gibt es folgenden Zusammenhang – zumindest in Deutschland und Westeuropa – je mehr ausgebildete Ökonomen, je niedriger das Wirtschaftswachstum..
      aber im Ernst: was Sie schreiben ist sehr naiv bzw. vielleicht reine Selbsterhaltung
      Wollen Sie auch von Berlusconi regiert werden?
      Ich selber habe viel mit Evaluatoren und Unternehmensberatern zu tun – dies liefern meistens nur die Daten, für die Entscheidungen, die schon längst getroffen sind
      Und wer Singapur mit einem Flächenstaat wie Deutschland vergleicht – na ja, dies macht ja wohl weder ökonomisch und politisch kein Sinn

  9. Schon mal von der DDR gehoert?
    Verstehen ich das richtig? Grossbritannien, China und die USA sind demnach “failed states” und die DDR, UDSSR und Frankreich waren/sind auf dem richtigen Weg? Was fuer ein Schwachsinn. Ich denke, diese Forscher suchen verzweifelt nach reisserischen Thesen, um dann den kapitalismuskritischen Buchmarkt erfolgreich bedienen zu koennen. Auch unter den Oligarchen geht es Russland besser als unter Stalin. Des weiteren zeigt die Geschichte, dass sich gerade die Reichen, sobald sie sich einmal an ihrem Reichtum ausreichend gelabt haben, sozialen Themen zuwenden (Gates, Buffett, Rockefeller, …).

    • DDR ist nicht ganz unbekannt
      Sie haben es in der Tat völlig falsch verstanden. “Why Nations Fail” und die anderen Arbeiten von Acemoglu/Robinson sind genau das Gegenteil von kapitalismuskritisch – wenn Sie das Buch selbst nicht lesen wollen, finden Sie in dem obigen Text einen Link zu einer ausführlichen Rezension.

  10. Gewerkschaften sind wichtig, aber...
    Die Gewerkschaften in Deutschland haben sich zu Agenten einer skandalösen Gesellschaftspolitik gemacht, die nichts mehr mit Arbeitnehmersolidarität zu tun hat. Sie verfolgen ideologische Multikultipläne und eine wirtschaftsfeindliche Sozialpaternalisierung der Gesellschaft. Das ist ein mindestens genau so großes Übel wie die Konzentration des Finanzkapitals…

    • IGMetall-Vorstand organisiert die Massenbasis der Kapitalstock-Maximierer ..
      Die Macht, d.h. die Fehlentwicklungs-Macht der Großgewerkschaften liegt ganz woanders, als Sie hier ausführen.

      Der IGMetall-Vorstand organisiert die Massenbasis des 2%BIP-Wachstumszwang-Regimes der KAPITALSTOCK-Maximierer – via mit dem Produktivitätsfortschritt stetig steigende Bruttoarbeitskosten statt via Kapitalstock-Steuern und ein daraus finanziertes Zweiteinkommen für jeden und daraus auch die Finanzierung der Arbeitg e b e ranteil an den Sozialversicherungsbeiträgen von rd. 200 Mrd. € p.a. in D zu fordern.

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