Fazit – das Wirtschaftsblog

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Erhard und die NS-Zeit

| 11 Lesermeinungen

Was machte der legendäre Wirtschaftsminister Ludwig Erhard vor 1945? Ein neues Buch gibt die Antwort.

 
 
Ludwig Erhard, das ist im kollektiven Gedächtnis der Deutschen der Mann mit der Zigarre, der Wirtschaftsminister der Ära Adenauer und spätere Bundeskanzler. Er gilt als Vater der Sozialen Marktwirtschaft. Kaum jemand steht so sehr für das deutsche “Wirtschaftswunder” wie er.
Vor gut einem Jahr wurde Ludwig Erhards Vergangenheit Gegenstand einer Kontroverse. Es ging um seine Rolle im Dritten Reich. Erhard selbst hatte immer seine Distanz zum NS-Regime betont. Die Quellenlage war mager.
 
Dann aber erschien ein Buch der “taz”-Journalistin Ulrike Herrmann, in dem sie dem einstigen Wirtschaftsminister vorwarf, “aktiv und systematisch gelogen” zu haben über sein Wirken im Dritten Reich. Als Gutachter für die Wirtschaft sei Erhard ein “Profiteur des NS-Regimes” gewesen. Mehr noch, so Herrmann: “Erhard dachte in völkischen Kategorien.” Außerdem widerspricht die Autorin vehement der Auffassung, Erhard habe einen entscheidenden Beitrag zur Einführung der D-Mark 1948 und dem darauffolgenden “Wirtschaftswunder” geleistet. Ihre Abrechnung mit dem einstigen Wirtschaftsminister brachte ihr große Aufmerksamkeit – und viel Widerspruch. Aber was ist an den Vorwürfen dran?
 
Eine umfassende Antwort auf diese brisante Frage gibt nun der Historiker Daniel Koerfer in einer neuen Ausgabe seines 1986 erstmals erschienenen Buchs “Kampf ums Kanzleramt – Erhard und Adenauer”. Angelegt ist das Werk, damals wie heute, als Doppelbiographie der beiden prägenden Politiker, die ihren Schwerpunkt auf den titelgebenden langwierigen Konflikt zwischen Erhard und Adenauer über die Kanzlernachfolge legt. Neu an der jetzt erschienenen Ausgabe sind vor allem die ersten 200 der insgesamt knapp 1000 Seiten, auf denen sich der Autor ausführlich mit dem Leben des alten Wirtschaftsministers vor 1945 und in der Zeit unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs befasst. Und er analysiert, wie die Erfahrungen im Dritten Reich Erhards Wirtschaftskonzept prägten.
 
Als Sohn eines Kaufmanns am 4. Februar 1897 in Fürth geboren, meldete sich Erhard im Ersten Weltkrieg freiwillig und wurde mehrfach verwundet. Nach seiner Rückkehr machte er einen Abschluss als Diplom-Kaufmann, promovierte anschließend bei Franz Oppenheimer in Frankfurt und arbeitete danach im väterlichen Weißwaren-Geschäft in Fürth. Als dieses inmitten der schweren Wirtschaftskrise der zwanziger Jahre Konkurs anmelden musste, begann Erhard 1928 seine Arbeit im Institut für Wirtschaftsbeobachtung der deutschen Fertigware an der Handelshochschule in Nürnberg. Dann begann eine Schaffensphase, über die Erhard selbst lieber kein Wort verlor. Denn: Von 1939 an arbeitete er für das NS-Regime. Er kooperierte mit Gauleiter Josef Bürckel, dem er sich als Wirtschaftsberater vor allem für Elsass-Lothringen zur Verfügung stellte, und auch als Gutachter für die NS-Haupttreuhandstelle Ost (HTO) in den besetzten polnischen Gebieten.
 
Für die neue Ausgabe haben Koerfer und seine Mitarbeiter rund 35 Archive neu abgesucht. Sie spürten die verschollene Militärakte Erhards aus dem Ersten Weltkrieg auf, sichteten seine Bankauszüge, um seine Rolle als “Berater” der “Arisierer-Seite” der Rosenthal-Porzellanwerke im oberfränkischen Selb zu beleuchten, und arbeiteten anhand der Akten der SS Erhards Tätigkeit als Gutachter aus.
 
Das Ergebnis erzählt die Geschichte eines Mannes, dessen Handlungen schlimmstenfalls als zwiespältig beschrieben werden können. Kritiker können ihm stellenweise Opportunismus vorwerfen. “Er war kein Widerstandskämpfer”, formuliert es Koerfer milder. Nach seiner Auffassung war Erhard allerdings höchstens “blauäugig” und “politisch naiv”. Der Historiker argumentiert, dass sich ein Muster durch Erhards Verhalten ziehe. Er habe die Gunst der Obrigkeit nicht verspielen, “aber dennoch unbedrängt tun wollen, wonach ihm der Sinn steht”. Durch seine enge Beziehung zu Gauleiter Bürckel habe er sich wohl geschützt gefühlt. Ein Sympathisant des Regimes ist Erhard nach allem, was Koerfer und seine Mitarbeiter fanden, aber mit Sicherheit nicht.
 
Koerfers Neuauflage ist auch als Antwort auf Herrmanns Buch zu lesen. Die Kritik der “taz”-Journalistin sei eine Motivation gewesen, die offenen Fragen über den Lebenslauf des einstigen Wirtschaftsministers zu beantworten, sagt der Historiker, der auch die Dauerausstellung des 2018 eröffneten Ludwig-Erhard-Zentrums in Fürth wissenschaftlich kuratiert. In manchen Punkten habe Herrmann in ihrer Darstellung nicht einmal unrecht, sagt Koerfer, etwa wenn sie schreibe, dass Erhard mit der Einführung der D-Mark nicht wirklich etwas zu tun gehabt hätte. “Da war er höchstens beratend tätig.” Dass sie dem Wirtschaftsminister allerdings eine Sympathie für die Nazis unterstellt und ihm sein Verdienst am Wirtschaftswunder abspricht, sei “Hohn”. Nicht nur sei die große Wirtschaftsreform klar auf Erhard zurückzuführen. Das von ihm propagierte und politisch zur Umsetzung gebrachte Wirtschaftsmodell sei zudem eine klare Gegenthese zum NS-Regime. “Erhard war ein Fundamentalist der Freiheit”, sagt Koerfer. Die Erfahrungen in der NS-Zeit hätten ihn dazu gemacht.
 
Die Quellen, die der Historiker in seinem Buch für diese Interpretation liefert, sind zahlreich und ausführlich belegt. Zu den bedeutendsten Aktivitäten Erhards in der fraglichen Zeit zählt Koerfer die Tatsache, dass dieser, obwohl von Hitler 1942 per Führererlass verboten, noch während des Kriegs ökonomische Nachkriegsplanung betrieb – etwa in Form einer Denkschrift über die Sanierung der Reichsmark, die Erhard in den frühen 1940er Jahren verfasste. Darin plädierte er nicht nur für einen radikalen Währungsschnitt, sondern umriss, wenn auch vage, erstmals seine spätere Wirtschaftskonzeption: Als Wirtschaftsform sah er das dirigistische Regime versagen – als Basis für zukünftigen Wohlstand müssten der Staatseinfluss zurückgedrängt und dem Markt und Konsumenten wieder mehr Freiraum und Freiheiten eingeräumt werden.
 
Auch der Widerstandskämpfer Carl Friedrich Goerdeler liest Erhards Schrift. Kurz vor seiner Verhaftung im August 1944 legt er seinen Mitstreitern Erhard als Berater ans Herz. Dass Erhard kein NS-Sympathisant, sondern allenfalls naiv und ein “politischer Optimist” war, argumentiert Koerfer, zeige sich auch in dessen Umgang mit seiner Denkschrift. Zu einer Zeit, in der ein falsches Wort einem den Kopf kosten kann, verschickte er sie mit der Post und trug sie sogar in seiner Aktentasche mit herum.

 
Koerfer, Daniel: Kampf ums Kanzleramt – Erhard und Adenauer, Benevento 2020.
Herrmann, Ulrike: Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen – Warum es kein Wunder ist, dass wir reich geworden sind. Westend Verlag 2019.
 

11 Lesermeinungen

  1. bodo3000 sagt:

    Legendäre Erfindungen
    nun, da gibt es fakten. auch so eine tatsache ist es, dass es 1933ff (manche behaupten, das wäre schon weit zuvor gewesen) eine zweckehe zwischen wirtschaft und den damaligen politischen repräsentanten gegeben hat. in richtung 1945, also schon ende 1941, war die eine seite daran interessiert, zu überleben, das heisst weiter zu wirtschaften, auch wenn es den partner nicht mehr geben sollte. das wird gerne als widerstand oder sonst etwas tituliert, es war aber eine wirtschaftliche notwendigkeit. ludwig erhard war ein parteigänger dieser notwendigkeit. mehr ist zu dieser tatsache nicht zu sagen.
    amüsiert wie immer
    b.b.

  2. printul sagt:

    Danke
    Für diesen Beitrag. Als Fan von Ludwig Erhard tat diese Klarstellung ausgesprochen gut. Was eine taz-Journalistin schreibt ist, mir eigentlich egal, aber der DLF u.a. fanden das Hermann-Buch ja ganz toll.

  3. Revresbo sagt:

    Die Währungsreform 1948 aus debitistischer Sicht und das gegenwärtige Geschehen
    “Außerdem widerspricht die Autorin vehement der Auffassung, Erhard habe einen entscheidenden Beitrag zur Einführung der D-Mark 1948 und dem darauffolgenden “Wirtschaftswunder” geleistet. … In manchen Punkten habe Herrmann in ihrer Darstellung nicht einmal unrecht, sagt Koerfer, etwa wenn sie schreibe, dass Erhard mit der Einführung der D-Mark nicht wirklich etwas zu tun gehabt hätte.”

    Die Grundlage der in der Westzone erlassenen Währungsgesetze waren der amerikanische ‘Colm-Dodge-Goldsmith-Plan’ von 1946, der in dem Konklave von Rothwesten unter strenger Geheimhaltung ohne wesentliche Veränderung durch die deutschen Teilnehmer durchgesetzt wurde.

    Er beinhaltete die anglo-amerikanische Auffassung, dass die Essenz der Kapitalismus nur von der Verschuldung und dem Kredit her zu denken ist und dass alles ökonomische Handeln aus diesem Verständnis heraus zu folgen hat. Sie formulierten unter dem Vorsitz von Edward Adam Tenenbaum in deutscher Sprache die nötigen Gesetze und Verordnungen für die Einführung des neuen Geldes, dessen Name ‘Deutsche Mark’ auf Tenenbaum zurückgeht.

    Die Summe des bekannten ‘Kopfgeldes’ wurde in der Währungsreform vom Staat mithilfe der Bank deutscher Länder (BdL) an die Bevölkerung verteilt. Die nachfolgende Bundesbank verbuchte das Kopfgeld als Passivum und dagegen aktiv eine ‘Ausgleichsforderung’ gegen den Staat, die im Rahmen des Vertrages von Maastricht in den Nullerjahren (m.W. 2006) getilgt und bis dahin mit 1 % p.a. verzinst wurde. Da der Staat nicht bilanziert, müsste er diese AGlF der nachfolgenden Bundesbank gegenüber passiv verbuchen. Die AGlF als ‘Kredit’ der BdL an den Staat erzeugt kein Nettogeld, sondern wird später nach Umwandlung in eine Staatsanleihe ein Teil der gesamten Staatsverschuldung.

    Die Währungsreform führt zu einem Geldsystem, das immer auf Krediten aufgebaut ist (und diese wiederum auf Krediten, usw. usf.) bis man nach einer eventuellen theoretischen Rückabwicklung auf die Erstaustattung zurückkommt – eben die AGlF. Für die Kreditinstitute sind die notenbankfähigen Sicherheiten die Grundlage der Kredite für den Erhalt des Geldes durch die Zentralbanken. Zu Beginn der BdL gilt: AGlF gegen den Staat (aktiv), ‘Kopfgeld’ für die Bevölkerung (passiv). Die Bundesrepublik ist von Beginn an Gläubiger und Schuldner in einer Entität! Die AGlF ist im Wesentlichen der Kern, um den herum sich die deutsche lokale ‘Kreditpyramide’ (= das ‘Wirtschaftswunder’) aufgebaut hat. Ohne die einprozentige Verzinsung des ‘Kopfgeldes’ hätte es aus debitistischen Gründen nach der Währungsreform keine Preise, deren Freigabe gegen viele Widerstände Ludwig Erhards spezielles Anliegen war, gegeben.

    Paul C. Martin schreibt am 11.06.2001:

    “Bei einem lupenreinen Kreditgeldsystem (also ohne jemals eine ‘Ware’ als Basis zu haben) kann ich die betreffenden Forderungen nicht nur zedieren (bei Banknoten = sog. ‘Geldumlauf’), sondern ihrerseits immer neu beleihen, und dies im Rahmen ihrer Fristigkeit. So entstehen die bekannten ‘Kreditpyramiden’, die zutreffend bezeichnet sind.”

    https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=66245

    Dieser historische Ablauf zeigt deutlich, dass Geld aus einem Machtakt mithilfe der bevollmächtigten Notenbank entsteht und nicht per Kredit. Die Kreditforderung, die an der Basis der Ökonomie gegen Pfänder entsteht, stellt gleichzeitig die Basis der notenbankfähigen Sicherheiten dar. Sie ist wie die übrigen zentralbankfähigen Sicherheiten das Mittel der Kreditinstitute für den Erhalt des Geldes von den Zentralbanken. Geld ist also ein Derivat der Macht!

    Das ‘Goldene Zeitalter des Kapitalismus’ im 3. Viertel des letzten Jahrhunderts wurde in Westdeutschland und Österreich ‘Wirtschaftswunder’, in Frankreich ‘Trente Glorieuses’, in Spanien ‘Milagro español ‘und in Italien ‘Miracolo economico italiano’ genannt. Die Wunder lassen sich mithilfe der Gesetze des debitistischen Codes entschlüsseln.

    Es gibt Beratungsgesellschaften, die den Zentralbanken auf der Grundlage ihres umfangreichen debitistischen Wissens nahelegen, ausschließlich in Schulden mit Finanzierungs- und Refinanzierungszeiträumen und Kapitaldiensten und wegen des ‘Vorher-Nachher-Problems’ in Weiterverschuldung und in Erweiterung der Haftungsräume zu denken und zu handeln. Sie wollen eine debitistisch neue globale Kreditpyramide konstruieren, die sich um die alten lokalen Kreditpyramiden herum, die ihre guten Dienste geleistet haben, aufbauen zwecks Gewinnung von Zeit für Wirtschafts- und Wohlstandswachstum ab 2022 bis weit über die Mitte des Jahrhunderts hinaus.

    Der Globalismus auf der Grundlage des Debitismus ist damit das unvermeidliche Endergebnis. Danach versinkt die Wirklichkeit im Virtualismus.

  4. politicus24 sagt:

    Ach ja, Ulrike Herrmann
    Wie treffend sie über sich selbst schreibt: “…. Und sie ist deswegen so gefragt, weil man ihr glauben muss. Von Deflation bis Zinskurs – Ulrike Herrmanns Prognosen treffen fast immer zu.” Ja, den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf. Mit Blick auf Erhardt usw., das ist tiefste DDR. Umso größer die Enttäuschung ihres Scheiterns angesichts des Sieges des Kapitals. Und wieviele NSDAP-Mitglieder saßen in der Volkskongressbewegung und später in der DDR-Volkskammer, oder hatten nach 1945 nur schnell braun gegen rot getauscht – damals, in der SBZ? Wo war er denn hin, der Sozialismus der 5-Jahrespläne, kein Gedenktag mehr, der 17. Juni 1953, der Prager Frühling und die Betonmischer in Ost-Berlin, die ihre Panzer schon an der tschechischen Grenze stehen hatten, später auch an der polnischen…..nein, mit Sozialismus hatte diese DDR nie etwas zu tun. Frau Herrmann weiss das. So gesehen stand Frau Herrmann auf der Seite des Klassenfeindes, der nach Westen gezeigt hat: Da ist der imperialistische Schutzwall, von da kommen die Feinde. Da war aber schon ein Drittel der Werktätigen der DDR zum Klassenfeind übergelaufen! Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten! Da ist der Quasi-Nazi Erhardt nur ein logische Folge der Perspektive, der Perspektive der Parteilichkeit des wissenschaftlichen Sozialismus. Um so heftiger wurde der Sieg des Kapitals beweint!

  5. lanzas sagt:

    "noch während des Kriegs ökonomische Nachkriegsplanung betrieb" Zitat Ende.
    Erhardt reiste seit 1942 dafuer durch Europa, um im Auftrag des Nazi-Regimes zu klaeren, wie einzelne Laender bei einer eventuellen Niederlage Deutschlands sich verhalten wuerden. Dass er damit als “unschuldig” und “naiv” charakterisiert wird, scheint daher nicht ueberzeugend!

  6. Fred_Katz sagt:

    Also alles nur ein „Fliegenschiss“?
    Bei Männern, die in höchste Ämter wollen, reicht es da, wenn sie selber keine Täter waren, aber blauäugig das Regime gestützt haben?
    Während die Dummen, die so gehandelt haben, wie heute immer gefordert, noch nach dem Krieg abgestraft wurden?
    Heuss hat gegenüber den Allierten die Zustimmung seiner Partei zum Ermächtigungsgesetz ja auch im Blick auf die Weltgeschichte als irrelevant bezeichnet.
    Aber war es nicht eine der schweren Bürden 1949, dass zu viele „Mitläufer“ ganz schnell wieder ganz oben waren? Denn die Mitläufer deckten dann doch Männer wie Filbinger.

  7. gerhardstorm sagt:

    Danke für die Richtigstellung des Erhardt-Bildes im Dritten Reich!
    Dass Ludwig Erhardt trotz exponierter Stellung im Dritten Reich sich keiner gravierenden Verfehlung schuldig gemacht hat, habe ich dem Artikel entnommen. Das ist erfreulich. War doch ansonsten jeder u. jede, der od. die eine offizielle Stellung hatten, mehr od. weniger den Ansinnen der Nazi ausgesetzt, sich an deren Verbrechen in irgendeiner Weise zu beteiligen. Mit aktuellem Sachwissen ist es leicht, heute das hohe Lied vom braven Mann zu singen.

  8. OnkelTom sagt:

    Kompliment "Linker Furor"
    Ludwig Erhardt war weder AgitProp-Sekretär in einer Jungendorganisation der Partei noch auf einer ideologiefesten Kaderschmiede der Parteifreunde in Rom oder anderswo. Seine Kanzlerschaft war zudem deutlich kürzer als die des größten Führers aller Zeiten, was selbst einer Autor*in der TAZ noch nachvollziehbar sein sollte. Cancel culture sollte sich ihre Themen etwas weniger leichtfertig aussuchen.

  9. GustavBuck sagt:

    Großer Dank an die Autorin dieses Artikels!
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  10. BGrabe02 sagt:

    Linker Furor...
    ist sehr bemüht Koriphäen eher rechter Geschichte zu diskreditieren.
    Es sagt dabei mehr über die Autoren aus, als in diesem Falle über Erhardt.
    Weil die Autorin selbst nicht die menschliche Größe aufbringt, die sie von Erhardt verlangt und das in völlig unbedrohter Zeit.
    Ich halte es nicht für sinnvoll und angemessen über Erhardt in der NS Zeit zu urteilen ebenso wenig über andere, die offensichtlich keine verbrecherische Verantwortung trugen.
    Die Lichtgestalten die sich das leisten können sind extrem selten und zumindest die TAZ Autorin gehört definitiv nicht dazu.
    Im Übrigen waren viele Minister der Regierung Brandt und Schmidt ebenfalls ehemalige Nazis, das bleibt nach so einer Katastrophe wie dem Naziregime nicht aus, ebenso, wie eine Merkel SED Funktionärin gewesen ist und dies für so manchen Ostpolitker heute auch gilt und nicht jeder eine völlig weisse Weste hat.
    Zu urteilen steht uns Nachgeborenen schlicht nicht zu, das muss den Zeitgenossen und Opfern vorbehalten bleiben, die wussten, was es so manchen gekostet hat, dagegen zu halten.
    Was hier offenbar wird, ist die Realität, versus Erwartung, die wir gerne pflegen.
    Aber wer die Opportunismen heute inder politik beobachtet, völlig ohne diktatorische Bedrohung, der merkt schnell das ein Großteil der sich aufschwingenden Moralisten dies aus einer unbedrohten gesicherten und privilegierten Existenz heraus tun, was ziemlich erbärmlich ist und sie teilweise fragwürdiger macht als z.B. einen Ludwig Erhardt.

    • bodo3000 sagt:

      ZUM NACHLESEN
      „Die ersten Scheine waren amerikanisch
      Treibende Kraft hinter der neuen Währung waren vor allem die US-Amerikaner. Einer von ihnen, der Finanzexperte und US-Leutnant Edward Tenenbaum, war es auch, der den Namen für die neue deutsche Währung vorschlug: “Deutsche Mark”. Auch die ersten neuen Banknoten stammten nicht aus Deutschland, sondern waren in New York und Washington gedruckt worden. Einige Tage vor der großen Währungsreform wurden diese Banknoten unter dem Codenamen “Bird Dog” in 23.000 Holzkisten über den Atlantik verschifft. In Bremerhaven wurde die wertvolle Fracht ausgeladen und von dort in das alte Reichsbankgebäude in Frankfurt transportiert.“
      die bundesrepublik deutschland, generiert durch in den usa hergestelltem dm-geld… wer schimpft denn über seinen eigenen vater?

      ein professor aus frankfurt/main war dabei nicht unbeteiligt: „Eine Definition der Währungsreform bietet die Website des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Bamberg (http://www.uni-bamberg.de). Dort heißt es: »Unter Währungsreform versteht Heinz Sauermann »eine solche Neuordnung des Geldwesens eines Landes, die einer vorangegangenen Geldzerrüttung ein Ende setzt und die Voraussetzungen für eine funktionsfähige Geldwirtschaft wiederherstellt. Daraus folgt, daß es sich bei einer Währungsreform nicht nur um ein technisches Experiment handelt. Zwar ist mit jeder Geldreform ein Geldumtausch oder die Einführung eines neuen Geldes an die Stelle des alten Geldes verbunden, aber sie beschränkt sich nicht auf diesen technischen Vorgang. Als isolierte technische Maßnahme des Geldumtausches würde eine Reform wenig Wert haben. Sie ist nur dann sinnvoll, wenn eine grundsätzliche Änderung der bisherigen Wirtschaftspolitik mit ihr verbunden ist. Die Reaktion der Behörden der offenbar überraschten sowjetischen Besatzungszone auf die von sowjetischer Seite sogenannte »separate Währungsreform« der Westmächte war überstürzt. Grundlage für die Währungsreform in der sowjetischen Besatzungszone und dem sowjetischen Sektor von Groß-Berlin war der Befehl Nr. 111 der Sowjetischen Militärverwaltung »Demokratische Währungsreform in der sowjetischen Besatzungszone und in Berlin« vom 23. Juni 1948. (Zum Wortlaut dieses Befehls Geldgeschichte VI)“ ein paar jahre zuvor wurde verfasst “Die Gestalt des Unternehmers (1937)” mit einer eloge an die damalige staatsführung.

      gruss
      b.b.

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