Fazit – das Wirtschaftsblog

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Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

Was ist zeitgemäßer Liberalismus? Eine Replik

| 13 Lesermeinungen

Über Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und ein gutes Leben. Lisa Herzog antwortet auf Karen Horn.

Vor zwei Tagen haben wir eine Rezension des Buches „Freiheit gehört nicht nur den Reichen“ aus der Feder Karen Horns veröffentlicht. Heute bringen wir eine Replik von Lisa Herzog. (gb.)

 

Wer hat Angst vor (welchem?) Kollektivismus?

Ein Beitrag von Lisa Herzog *)

 

„Im Kern kollektivistische Ideen“ – mit diesem, wohl als Vorwurf gemeinten, Verdikt endet Karen Horns Rezension meines Buches Freiheit gehört nicht nur den Reichen, und ich nutze diese Gelegenheit, um einige meiner Überlegungen zu präzisieren. In mancher Hinsicht nämlich würde ich dieses Prädikat emphatisch bejahen – und wenn Karen Horn Angst vor dieser Form des Kollektivismus hat, bleibt ihr als Alternative nur der Glaube an eine quasi-metaphysische Qualität des freien Marktes als eine kosmische Ordnung, die alle Dinge zum Besten richten wird.

Im Fadenkreuz dieses Themenfelds liegt die Frage, woher das moderne, autonome Individuum eigentlich kommt, und wie es um seine Autonomie bestellt. Es gibt Liberale, die diese Frage als per se gefährlich zurückweisen würden, mit dem Argument: wenn man nicht sozusagen definitorisch festlegt, dass Menschen frei und rational sind, läuft man  automatisch Gefahr, dem Liberalismus eine Bankrotterklärung auszustellen. In diesem Bild gleichen individuelle Akteure den Leibnizschen Monaden.

Reale Menschen dagegen leben in sozialen Gemeinschaft. Sie werden in bestimmte Kulturen hineinsozialisiert, und internalisieren die in ihnen vorherrschenden Normen. Die „vernünftige“ Kontrolle dieser Einflüsse ist weit schwieriger, als es auf den ersten Blick scheinen mag, denn viele Einflüsse funktionieren subtil und entziehen sich bewusster Kontrolle. Aber das heißt nicht, dass ein selbstbestimmtes Leben nicht weiterhin ein Wert, vielleicht sogar der höchste Wert einer modernen Gesellschaft sein könnte. Nur ist es ein Wert, den wir uns sozusagen erarbeiten müssen, der der „natürlichen“ – im Sinne von historisch dominanten – Form menschlichen Zusammenlebens geradezu abgerungen werden muss. Frei zu sein, bedeutet, sich dieser Einflüsse bewusst zu werden, und eine gewisse Distanz zu erreichen – und sich gegenseitig als freie Menschen ernst zu nehmen, als Individuen, die moralische Verantwortung übernehmen können, trotz all unserer menschlicher Schwächen, die wir durchaus aneinander und an uns selbst wahrnehmen können.

In diesem Sinne gilt: die Freiräume des modernen Individuums sind eine historische  Errungenschaft. Sie zu erhalten, und möglichst zu erweitern, ist – ja! – eine kollektive Aufgabe. Auf die gute kosmische Ordnung, die ein Autor wie Adam Smith, stoisch und christlich beeinflusst, am Werk sah, können wir uns nicht verlassen. Stattdessen sind wir als Gesellschaft aufgefordert, gute Institutionen zu bauen und zu erhalten, in denen ein freies Leben stattfinden kann, und zwar für alle Mitglieder der Gesellschaft. Zentral sind und bleiben dabei die klassischen Freiheitsrechte, die den Einzelnen vor willkürlichen Eingriffen des Staates schützen, aber auch ein gewisses Maß an sozialer Absicherung und das Recht auf politische und gesellschaftliche Teilhabe.

In den westlichen Demokratien können wir uns glücklich schätzen, über zahlreiche derartige Institutionen zu verfügen, die sich zu einem komplexen Gebilde zusammenfügen, in denen unsere Freiheiten mehr oder weniger gut gesichert sind. An diesem Gebilde weiterzuarbeiten, es zu verbessern, und einsturzgefährdete Elemente neu aufzurichten, ist laufende Aufgabe einer liberalen Gesellschaft. Sowohl Bereiche, in denen „spontane Ordnung“ vorherrscht, als auch Bereiche, in denen geplant und gemeinschaftlich entschieden wird, spielen dabei eine Rolle.

Die heilige Kuh vieler Liberaler freilich ist „der“ Markt, der so frei wie möglich sein möge. Dabei klingt die Rede vom Markt manchmal so, als gäbe es von Natur aus ein Ideal des Marktes, das per se moralisch wertvoll sei, dem sich reale Märkte aber bedauerlicherweise nie vollständig annähern würden. Doch diese Vorstellung vom „natürlichen“ Marktprozess ist eine Chimäre. Damit sich Märkte so verhalten, wie es die Vorstellung vom „freien“ Markt nahelegt, braucht es eine Vielzahl formeller und informeller Institutionen, von Eigentumsrechten über Kartellbehörden bis hin zu Normen, die für Informationssymmetrie sorgen und der generellen Bereitschaft der Marktteilnehmer, sich an Recht und Gesetz zu halten.

Genau dies war die Einsicht des Ordoliberalismus (oder auch „Neoliberalismus“ in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes von 1938) gegenüber dem „klassischen“ Liberalismus. Diese Institutionen müssen kollektiv (!) geschaffen und erhalten werden – bitte mit demokratischer und rechtsstaatlicher Kontrolle! – und durch sie können Märkte sehr unterschiedlich gestaltet werden (was dann auch bedeutet: die Art und Weise, wie Märkte Individuen beeinflussen, kann sehr unterschiedlich aussehen). Dabei ist keineswegs gesagt, dass eine stärkere Annäherung an das Lehrbuch-Ideal des Marktes bestmöglich dazu dient, ein selbstbestimmtes Leben für alle Bürger zu ermöglichen. Wir brauchen Debatten darüber, welche Form der Wirtschaft wir eigentlich wollen – zum Beispiel in Bezug darauf, wie sich monetäres Einkommen und Zeitsouveränität der Einzelnen zueinander verhalten, von der Frage nach Umweltverträglichkeit ganz zu schweigen.

Für diese Debatte wollte ich in meinem Buch Denkanstöße geben, ohne konkrete Politikvorschläge zu machen – nicht nur, weil dies den Rahmen gesprengt hätte, sondern auch, weil es in einer liberalen Gesellschaft nicht die Aufgabe von Philosophen (oder Ökonomen!), sondern die aller Individuen ist, diese Fragen zu stellen und konkrete Lösungen zu finden.

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*) Lisa Herzog arbeitet am Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt.

 


13 Lesermeinungen

  1. Pingback: Ein liberaler Medienrückblick - Liberale Tafelrunde

  2. wie wär's mit Begriffs- und Inhaltsbestimmung... ;-)
    Geehrte Frau Herzog,
    drei Ihrer Aussagen springen ins Auge: 1)der Einzelne sei vor willkürlichen Eingriffen des Staates zu schützen (wie soll das gehen? Wer definiert Willkür? Etwa die Mehrheit? Ist ’Willkür‘ ein soziologischer Begriff -nur dann dürfte eine Mehrheit darüber bestimmen- oder logisch und moralisch klar definierbar…?) Gleichzeitig aber, und ohne einen Widerspruch darin zu sehen, sei 2) ein „gewisses“ Maß an sozialer Absicherung notwendig. Wenn es allen, auch den heute Armen, besser ginge, bräuchte man diese ja nicht, oder? Davon abgesehen, Wohlfahrt ist menschlich, sie ist moralisch, und auch in den Religionen verankert, und sie beruht auf Freiwilligkeit. Staatliche Wohlfahrt, und damit der Wohlfahrtstaat ist unlogisch und unmoralisch, erfüllt also die Anforderung von Willkür: denn warum sollen andere, mir Fremde, durch Zwangsmassnahmen für die Folgen meines Handelns /Unterlassens aufkommen?? 3) „politische und gesellschaftliche Teilhabe“ ist bestenfalls eine Floskel, eher schon Ideologie, denn wo wird die Aussage von der Realität gedeckt? mein Millionstel Stimmenanteil bewirkt eben nur ein Millionstel, und nicht mehr. Wenn ich, im Gegenzug, eigenverantwortlich meine Sachen regele, beträgt der Anteil ein Million Millionstel, also 100%. Warum sollen 0,00000001% gewichtiger sein wie 100%, zumal beim letzteren auch 100% Verantwortung und Haftung für das Tun oder Unterlassen enthalten ist. Bei den 0,00000001% handelt es sich um eine Blankovollmacht, ohne Haftung für den Vollmachtgeber, noch Bevollmächtigten. Demokratie ist ein Anreizsystem für Verantwortungslosigkeit.
    Einfach mal gesponnen: Stellen wir uns vor, die 0,00000001% würden nur die eigenen Angelegenheiten -hier aber zu 100% und bei voller Verantwortung- regeln? ….. Kosten würden wegfallen!! (da die Zentralstelle ja wegfiele) … Wir hätte eine schönere (!) Welt, es gäbe viel mehr Handlungsoptionen, denn die Menschen hätten ja mehr Geld in der Tasche. Das gilt für Reiche und Arme, Nachfrage (er)schafft das Angebot. Vorteil der ‚schönen neuen Welt‘: Wohlstand für alle. Nachteil: kein anderer übernimmt für einen selbst die Verantwortung; die meisten Funktionsträger müssten sich eine andere Arbeit suchen.
    Geehrte Frau Herzog, ich stelle Ihre Aussage in Abrede, wir hätten eine liberale Gesellschaft, strukturell ist es leider das Gegenteil. LIBERAL heisst freiwillig, kooperativ, verantwortlich, moralisch. Eine weite Reise steht uns noch bevor….

  3. Unbegriffen
    Die Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Frankfurter Soziologeninstituts teilt das Schicksal fast aller Mitarbeiter dieses Instituts – sie bringen nichts auf den Begriff. Stattdessen ein Spiel mit Worten, „Freiheit“, „Markt“, „Staat“, „Recht“ etc.

    Was „Recht“ ist, sollte schon begriffen werden. Dann könnte einsichtig werden, dass „Markt“ alles andere ist als eine Veranstaltung jenseits von „Recht“, „Institutionen“ und „Staat“.

  4. Keine Überrachung
    Was will man von der Vorsitzenden einer Hayek-Gesellschaft schon erwarten? Wer rechtskräftig verurteilten Steuerkriminellen, wie Graf Lambsdorff, auch noch Verdienstmedaillen hinterherwirft, zeigt doch ganz offen, welche „Werte“ er vertritt. An erster Stelle die Idee, es einer kleinen Clique zu ermöglichen, sich zu Lasten der Gesellschaft grenzenlos zu bereichern.

    Fragt sich nur, warum man mit einer solchen Gesinnung, auch noch einen Extra-Verein im Breisgau aufstellt, statt einfach der Mont-Pèlerin-Gesellschaft beizutreten. Das wäre dann wenigstens das von Hayek selbst gegründete Original der ideologischen Kampftruppe für den ungezügelten Raubtierkapitalismus. Und mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Wühlarbeit gegen Demokratie und jede Form des sozialen Ausgleichs. Aber mit so einem „eingetragenen“, am Ende gar „gemeinnützigen Verein“ sichert man sich ja eine Vorzugsbehandlung des ansonsten so verhassten Staates.

    • Diese kleine Clique, die sich zu Lasten der Gesellschaft grenzenlos bereichert,
      finden Sie ganz woanders, Herr Gerland. Und ich meine damit nicht die werten Herren und Damen die sich regelmäßig am Platz der Republik in Berlin zusammenfinden.
      Ihr ganzer Kommentar lässt für mich nur darauf schliessen, dass Sie sich nur vorgekauter Informationen (wahrscheinlich staatlicherseits gesponsert und kollektiv bejubelt) bedienen. Das nennt man dann wohl Institutionalisierte-Informations-Asymmetrie…

  5. Packt die Keule ein!
    Die Kollektivismuskeule hatte vielleicht zu Zeiten des Kalten Kriegs noch ihre suggestive Berechtigung. Aber die Zeiten haben sich doch in den letzten 25 Jahren radikal geändert. Leider sind die ideologischen Schlachten immer noch nicht geschlagen. Gerade auch hier in Deutschland. Beredtes Zeugnis geben auch die zahlreichen Kommentare vieler Zeitgenossen (nicht nur hier), die ein Spiegelbild der fehlerhaften ökonomischen Theorien sind.

    Larry Summers ist da inzwischen deutlich weiter und wandelt unbeirrt auf seinem Weg vom Saulus zum Paulus. Er legt noch einmal nach und diskreditiert das Ricardianische Äquivalenztheorem und formuliert das Say’sche Theorem diametral neu: Eine schwache Nachfrage induziere ein schwaches Angebot.

    Klingt irgendwie nach dem, was ich im letzten Jahr versucht hatte hier https://zinsfehler.wordpress.com/2013/10/23/das-ricardianische-aquivalenz-theorem-lost-in-recession/ und hier https://zinsfehler.wordpress.com/2013/10/25/lost-found-die-wiederentdeckung-des-sayschen-theorems/ zu adressieren. Mit seinen Analysen ist Summers den Mainstream-Ökonomen (vor allem den deutschen) um Jahre voraus. Wir feiern uns selbstherrlich mit einem ausgeglichenen Haushalt und merken nicht, dass der Aderlass in vielen Teilen Europas eine verlorene Generation als Kollateralschaden fehlerhafter ökonomischer Fantasiekonstrukte zurück lässt (auch Hayeksche). Dieser Vortrag von Summers (ab Minute 9) ist ein absolutes MUST SEE: https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=oMsxPN5bCCA

    Die Amerikaner scheinen uns auch in diesem Punkt mal wieder um mindestens 10 Jahre im Voraus zu sein. Freiheit UND Gemeinschaft gehören zusammen. Es sind zwei Seiten derselben Medaille. Und dazu ist das Buch von Frau Herzog ein wichtiger Beitrag. Danke dafür.

  6. Kehrtwende
    Ein „selbstbestimmtes“ Leben hat vermutlich nur dann eine wirkliche Chance einer der höchsten Werte unserer Gesellschaft zu werden, wenn wir nicht nur andere Mitglieder unserer Gesellschaft ernst nehmen, sondern sie als Person und ihre persönliche Sozialisation zunächst einmal bedingungslos respektieren.

    Einen anderen Menschen ernst zu nehmen ist sicherlich eine erstrebenswerte Angelegenheit, ihn aber in allen seinen persönlichen Mustern zu respektieren, auch wenn diese nicht mit den meinen konform gehen, verlangt von mir eine besondere Form der persönlichen Reife und Empathie.

    Und noch etwas gibt es zu bedenken: Es stellt sich hier die Frage, ob wir überhaupt für eine weitere Liberalisierung bereit sind? Denn, legt man historisch belegbare Umfragen zugrunde, standen in den Nachkriegsjahren 70 Prozent der deutschen Bevölkerung zumindest einer Preisliberalisierung eher skeptisch gegenüber. Daran hat sich nach heutigen Erkenntnissen nichts wesentlich verändert.

    Betrachtet man die Politik unserer schwarz-roten Bundesregierung ist zu konstatieren, dass dem wirtschaftlichen Liberalismus durch Mindestlohn und Mietbremsen ein antiliberales Korsett verpasst wird. Die Kehrtwende ist also eingeleitet und ist bestrebt, Ludwig Erhards zentrale Aussage „Lasst den Menschen und dem Geld freien Lauf, und sie werden das Land stark machen“ ad absurdum zu führen.

  7. Sehr geehrte Frau Herzog
    jetzt bin ich platt. Sie sind beim Ordoliberalismus gelandet und halten der eher libertären Frau Horn diesen entgegen. Eucken gegen Hayek? Dagegen hätten Sie aber mal Butter bei die Fische geben müssen. Z.B. wie sähe denn der „herrschaftsfreie Diskurs“ aus, in dem eine Begrenzung der monopolistischen (Markt-) Macht (z.B. im Einzelhandel mit einem Triopol) geklärt wird. Wie sieht dagegen der reale Diskurs aus? Welche Argumente werden zugelassen, welche ausgeschlossen, welche verstanden? Und natürlich ist es die Aufgabe von Ökonomen wirtschaftspolitische Entscheidungen bzw. Optionen zu beleuchten, d.h. die Vor- und Nachteile von Handlungsoptionen zu benennen, auch wenn sich Vieles nicht auf die Stelle genau berechnen läßt.
    Ich hätte mir mehr Offensiv-Geist gewünscht!

    Mit freundlichem Gruß
    VC

  8. Jedes Gesetz, jede Verfassung garantiert Freiheit in ihrem Rahmen
    Was ist also Liberalismus?

  9. Was soll denn das Lehrbuch-Ideal sein?
    „Dabei ist keineswegs gesagt, dass eine stärkere Annäherung an das Lehrbuch-Ideal des Marktes bestmöglich dazu dient, ein selbstbestimmtes Leben für alle Bürger zu ermöglichen. “

    VWL bzw. BWL haben keinen Idealmarkt; es handelt sich um Wissenschaften, die Tatbestände beschreiben und ihre Gründe und ihre Folgen ergründen.

    Dies geschieht wie in anderen Wissenschaften auch wertfrei. Außerdem ist zur besseren und insbesondere quantitativen Durchdringung des Stoffes der Modellbau mit zwangsläufigen Abstraktionen und Simplifizierungen erforderlich.

    Sicher lassen sich auf der Basis der Ergebnisse in beschränktem Umfang auch Empfehlungen bzw. Politiken entwickeln.

    Unter der Bedingung, möglichst hohe Freiheit und Demokratie der Individuen zu gewährleisten, erhalten dann bestimmte ausprägungen von Märkten den Vorzug (mit samt ihren anderen Begleiterscheinungen). Andere hingegen scheiden dabei wegen ihrer starken Unverträglichkeit aus – obgleich sie einige andere reizvolle Folgen mit sich bringen mögen.

  10. Das Konzept Markt nicht verstanden
    Offensichtlich tut sich Frau Herzog schwer mit dem Konzept des Marktes. Markt bedeutet zunächst einmal nichts anderes als menschliche Kommunikation. Jeder Austausch zwischen Menschen (nicht nur der materielle) findet nach bestimmten Regeln statt, die sich im Laufe der Evolution herausgebildet haben. Dieser kommunikatice Austausch ist der Markt. Hier können Individuen ihre persönlichen Präferenzen zum Tragen bringen. Es geht also letztlich um nichts anderes als den konsensualen Austausch von individuellen Interessen. Märkte bedrohen nicht Individuen – Märkte sind die Zusammenarbeit von Individuen.
    Dafür braucht man so wenig „eine Vielzahl formeller und informeller Institutionen“ wie man das für eine Beziehung von zwei Freunden bräuchte. Diese Institutionen werden erst dort nötig, wo andere Mitspieler wie staatliche Institutionen den Markt zu verzerren drohen.

    • schon richtig
      der realitätsferne Quark wird als Einheitsbrei deutschen BWL-Studenten eingetrichtert. Ja, die Welt ist schön und Pippi strickt sich ihre in rosarot.

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