Fazit – das Wirtschaftsblog

Fazit - das Wirtschaftsblog

Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

Hilf dir selbst, so wird dir der Himmel helfen

| 6 Lesermeinungen

Eine deutsch-französische Konferenz in Paris hat sich unter anderem mit Geldpolitik beschäftigt. Währenddessen sieht der Wirtschaftshistoriker Harold James Parallelen zwischen den scholastischen Disputen im Mittelalter und aktuellen Disputen über Geldpolitik.

Der bekannte Wirtschaftshistoriker Harold James hat in einem lesenswerten Beitrag die These aufgestellt, die geldpolitischen Debatten unserer Zeit erinnerten an scholastische Debatten aus dem Mittelalter: Es gehe um philosophische und ideologische Auseinandersetzungen nicht mit dem Ziel der konkreten Lösung eines Problems, sondern in erster Linie um Rechthaberei. Auf der einen Seite dieser geldpolitisch-scholastischen Auseinandersetzung sieht er Deutschland, ein paar andere Länder nördlich der Alpen sowie einige chinesische Ökonomen. Auf der anderen Seite sieht er mehr oder weniger den Rest der Welt.

Betrachtungen der Geldpolitik ohne ideologische Fundierung fanden Anfang des Monats im Rahmen einer deutsch-französischen Tagung in Paris statt. Das Programm der Tagung findet sich hier. Zwei Teilnehmer der Debatte über Geldpolitik haben Präsentationen in französischer Sprache hinterlegt. Meine Präsentation („Aide toi, le ciel t’aidera“) 1) findet sich hier, jene von Philippe Moutot („Le rôle de la BCE aux yeux des politiques français et allemands et son rôle effectif“) ist hier.

 

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1) Der Titel „Aide-toi, le ciel t’aidera“ (Hilf dir selbst, so wird dir der Himmel helfen) ist keine Anspielung auf die Scholastik, denn mein Vortrag war schon vor James‘ Veröffentlichung fertig. Vielmehr nimmt er Bezug auf eine französische politische Gesellschaft um 1830, die sich mit liberalen Ideen gegen damals auftretende absolutistische Ideen in der Pariser Politik wandte.


6 Lesermeinungen

  1. David Wessel über die Gefahren der Deflation
    Hier:
    https://blogs.wsj.com/washwire/2014/10/16/5-reasons-to-worry-about-deflation/

  2. Pingback: Kleine Presseschau vom 17. Oktober 2014 | Die Börsenblogger

  3. "Der bekannte Wirtschaftshistoriker Harold James hat in einem lesenswerten Beitrag"
    Ich habe James Aufsatz nicht verstanden. Was war da lesenswert? Ideologie dient doch einen Zweck und hat also als Ziel konkrete Lösungen. Nur, wir, also nicht jeder, wissen nicht, was da gelöst wird. Wir können es nur vermuten: Zentralbanken übergeben mehr oder weniger freiwillig der internationalen Finanzindustrie die Geldpolitik, in Deutschland herrschen noch die Vorstellungen der unabhängigen Geldpolitik, also von Staat und Wirtschaft/Banken unabhängig. Und wem dient Harold James?

  4. Ja und ?
    Mit solchen Beiträgen wird man niemals irgend jemand für Wirtschaftsthemen auch nur interessieren können – geschweige denn zu Diskussionen animieren können. Etwas mehr Aufbereitung auch für Nichtprofis ist sicher erforderlich.

    • Schon recht; dieser kurze Artikel ist im Grunde um drei Links gebaut. Aber auch dies muss ab und zu in einem Blog möglich sein, zumal wir das Thema Geldpolitik in FAZIT sehr häufig und sehr ausführlich und mit vielen Hintergründen behandeln.
      Viele Grüße
      gb

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