Fazit – das Wirtschaftsblog

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Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

Das steckt hinter der Lohnlücke

| 15 Lesermeinungen

Männer verdienen mehr als Frauen. Hat das biologische Gründe?

Was Frauen körperlich und psychisch während der Schwangerschaft, im Kreißsaal und später beim Stillen erleben und phasenweise erleiden, lässt sich für Männer bestenfalls erahnen.
 
 
Und auch manche Frauen berichten, dass die Geburt ihres Kindes mit ihnen “etwas gemacht” habe, was sie nicht genau beschreiben können. Milliardenfach vollbracht, ist die Geburt in vielerlei Hinsicht noch immer ein Mysterium. Mit Sicherheit sagen lässt sich aber eines: Sie ist ein einschneidendes Erlebnis – und das nicht nur persönlich, sondern auch beruflich. Für Frauen gilt das viel mehr als für Männer. Mütter reduzieren ihre Arbeitszeit viel stärker als Väter und verdienen in der Folge deutlich weniger. Kinder zu bekommen – das geht in der Debatte um Lohngleichheit und “Gender Pay Gap” oft unter -, ist der Hauptgrund für die schlechtere Bezahlung von Frauen.

 

Vergleicht man die Lebenseinkommen von Männern und kinderlosen Frauen, die Anfang der achtziger Jahre in Deutschland geboren sind, gibt es nur noch geringe Vorteile für Männer, zeigt eine Simulationsstudie der Bertelsmann-Stiftung. Bekommt eine Frau jedoch ein Kind, kostet sie das ein Vermögen. Frauen setzen im Job länger aus, gehen in Teilzeit und verlieren karrieretechnisch den Anschluss. Im Vergleich zu kinderlosen Frauen büßen Mütter eines Kindes im Schnitt bis zur Rente mehr als 40 Prozent Einkommen ein. Mit dem zweiten Kind wächst die auch als “Motherhood-Penalty” bezeichnete Lücke auf mehr als die Hälfte des Einkommens, mit dem dritten Kind laut Bertelsmann-Studie auf mehr als zwei Drittel.
 
Der Princeton-Ökonom Henrik Kleven, einer der renommiertesten Forscher auf diesem Gebiet, fasst in seiner jüngsten Studie zusammen: “Tatsächlich kann der größte Teil der verbleibenden geschlechtsspezifischen Ungleichheit in Ländern mit höherem Einkommen auf die ungleichen Auswirkungen von Kindern auf Männer und Frauen zurückgeführt werden.”
 
Wer sich an den ungleichen Einkommen von Frauen und Männern stört, kommt deshalb nicht an der Frage vorbei, warum Frauen sich häufiger als Männer dafür entscheiden, mehr in die Erziehung und Betreuung des Nachwuchses zu investieren als in ihre berufliche Laufbahn. Und warum ist das bei Männern meistens nicht so?
 
Eine naheliegende Erklärung für den Geschlechterunterschied sind biologische Gründe. Schwangerschaft und Geburt des Kindes könnten bei Müttern hormonell etwas in Bewegung setzen, das den Wunsch, beim Kind zu sein, verstärkt und die Prioritäten im Leben verschiebt. Eine Art Mutter-Gen also, das persönlich womöglich ein Gewinn ist, unter dem Strich aber zu einer finanziell teuren Verhaltensänderung führt.
 
Man mag solche Theorien als chauvinistisch abtun. Aus der Luft gegriffen sind sie nicht. In der Neurobiologie gibt es tatsächlich eine riesige Literatur, die argumentiert, dass Schwangerschaft und Geburt anhaltende hormonelle Veränderungen bewirken. So beschrieb vor knapp fünf Jahren beispielsweise ein Team von Gehirnforschern in der Fachzeitschrift Nature Neuroscience, dass eine Schwangerschaft “zu erheblichen Veränderungen der Gehirnstruktur führt, vor allem zu einer Verringerung des Volumens der grauen Substanz in Regionen, die der sozialen Kognition dienen”. Das jeweilige Ausmaß der Veränderungen, die mindestens zwei Jahre angedauert hätten, habe in einem engen Zusammenhang mit Messungen der mütterlichen Bindung nach der Geburt gestanden, “was auf einen Anpassungsprozess hinweist, der dem Übergang zur Mutterschaft dient”.
 
Wenn es tatsächlich die Natur ist, die zur traditionellen Rollenverteilung beiträgt, hätten die Fans von Ehegattensplitting und “Herdprämie” ein Argument auf ihrer Seite. Um herauszufinden, ob dem so ist, hat ein Forscher-Trio um Ökonom Kleven jetzt einen fast vierzig Jahre umfassenden Datensatz aus Dänemark ausgewertet. Er enthält Informationen über mehr als eine halbe Millionen Geburten und rund 4600 Adoptionen, die in diesem Zeitraum stattgefunden haben. Die Idee der Forscher: Wenn Schwangerschaft und Geburt auf biologischem Weg tatsächlich gravierenden Einfluss auf das Verhalten von Frauen nehmen, dann muss das bei leiblichen Müttern sichtbar werden, nicht aber bei Frauen, die ein Kind adoptiert haben.
 
Die Ergebnisse sind bemerkenswert – sie widersprechen der “Mutter-Natur-These” diametral. Zwar entwickelten sich die Einkommen von Adoptivmüttern kurzfristig etwas besser als die von leiblichen Müttern, doch die langfristigen Auswirkungen sind den Forschern zufolge praktisch identisch. Die Einkommenseinbuße dänischer Adoptivmütter habe 18,1 Prozent betragen, was sich statistisch nicht von den 17 Prozent bei den leiblichen Müttern unterscheiden lasse. Während Kinder die Einkommen von Vätern nicht oder sogar leicht positiv beeinflussen, verlieren Frauen fast ein Fünftel. “Unsere Ergebnisse sprechen gegen die Bedeutung der biologischen Verbindung zwischen Mutter und Kind zur Erklärung der Einkommensverluste”, schlussfolgern die drei Wissenschaftler. Dieses weitreichende Fazit setzt allerdings voraus, dass Adoptivmütter keine hormonelle Veränderungen erleben, sobald sie ihre Tochter oder ihren Sohn in den Arm schließen. Davon gehen die Forscher offenbar aus, ohne die Frage weiter zu thematisieren.
Eine interessante Nebenerkenntnis der Studie besteht darin, dass die Rollenaufteilung zwischen Mann und Frau mit Kindern auch nichts mit einer ökonomisch rationalen Spezialisierung innerhalb der Familie zu tun hatte. Oder anders gesagt: Frauen mit höheren Einkommen und besseren Berufsaussichten reduzierten Arbeitszeit und Einkommen genauso wie Frauen, die ohnehin schlechtere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt hatten.
 
Was ist es also dann, das die Mütter ins Hintertreffen und nach einer Trennung vom Vater des Kindes häufig in finanzielle Probleme geraten lässt? Klevens Studie funktioniert nach dem Ausschlusskriterium: Bei der Ursachenforschung müsse man sich stärker darauf konzentrieren, wie die Wünsche von Müttern nach weniger Karriere entstehen, welche sozialen Normen vorherrschen und welche kulturellen Hintergründe es gibt, schreibt der Ökonom am Ende. In Deutschland scheinen diese weichen, aber dennoch nicht zu unterschätzenden Faktoren besonders ausgeprägt. Denn nach den Berechnungen des Forschers ist der Lohnrückstand von Müttern hierzulande etwa doppelt so groß wie in den Vereinigten Staaten und bis zu dreimal so groß wie in skandinavischen Ländern.


15 Lesermeinungen

  1. arminwacker sagt:

    Der Artikel ist ein Lichtblick
    Wir werden allerdings noch etwas Zeit brauchen um zu erkennen, dass Kinder vor allem Beziehung und nicht Erziehung brauchen. Bindungen in den ersten drei Jahren zur (in erster Linie) Mutter halten ein Leben lang und geben den Kindern die Kraft und das Urvertrauen, das sie resilient gegen die unwirtlichkeiten des Lebens machen. Ja das macht auch etwas mit den Frauen. Wir müssen das wieder in die soziale Gestaltung der Frauen einbauen. Kein durchgängiges Berufsleben, aber für Kinder eine Rentengrundsicherung.

  2. LuisK sagt:

    Entscheidende Schwäche
    Die Auswertung geht eher abwegig davon aus, dass die biologischen Unterschiede sich auf den Geburtsvorgang beziehen. Auch ist die Begrenzung auf hormonelle Veränderungen problematisch. Insofern kann man nur folgern, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Geburt als solche eine hormonelle Veränderung auslöst, die unmittelbar zu dem späteren Einkommensverlust führt. Aber das “Muttersein” scheint trotzdem eine deutlich andere Auswirkung auf Frauen zu haben als das “Vatersein” auf Männer. M. E. beruht das Phänomen auf komplexen ZUsammenhängen, die auch hormonell, jedenfalls aber psychologisch und sozial sind.

  3. Rother sagt:

    Wenn Ökonomen "forschen"
    Diese Studie hat soviele Löcher, dass es schon fast wehtut. Herr Pennekamp weist auf das größte Problem schon selbst hin: unsere Aktivitäten beeinflussen den Gemütszustand, sprich, die Hormone, das ist nicht mal eine gewagte These, sondern bekanntes Wissen. Was zu dem Punkt noch dazukommt: das ebenfalls hinlänglich bekannte gender paradox: je egalitärer eine Gesellschaft in Geschlechterfragen wird, desto stärker schlagen sich die natürlichen Geschlechterdifferenzen im Alltag nieder. Wer den Einfluss von Kindern auf das Einkommen von Adoptiv- und biologischen Müttern in einem sehr fortschrittlichen Land wie Dänemark untersucht, wird zwangsläufig große Effekte feststellen. Auch das ist etwas, das keinen Fachmann überraschen dürfte.

    Aber es gibt noch einen anderen Punkt, der so naheliegend ist, dass man auch als Laie leicht drauf kommt: der absolute Erfolg der Frau am Arbeitsmarkt ist für ihre Entscheidungen nicht allein ausschlaggebend. Vielmehr muss man ihn in Beziehung setzen einerseits zu den Kosten für eine Externalisierung der Care-Arbeit, in normalem Deutsch, für eine Kinderbetreuung, die der Mutter ausreichend Freiraum für eine berufliche Tätigkeit gibt. Und andererseits auch zum sonstigen Familieneinkommen. Adoption ist in der Regel eine Wohlstandsentscheidung, man holt sich kein Kind ins Haus, wenn man selber um das Nötigste kämpfen muss.

    Und noch einer zum Schluss: anders als bei einer natürlichen Schwangerschaft, die schon mal ungewollt passieren kann, ist die Entscheidung für eine Adoption in der Regel ein bewusster Akt, in dem eine Verschiebung der persönlichen Prioritäten weg von der beruflichen Selbstverwirklichung bereits mit angelegt ist.

    Was mich an solcher Ökonomen”wissenschaft” stört ist, dass sie der Fachforschung der Naturwissenschaftler und Psychologen um Jahre bis Jahrzehnte hinterherhinkt und noch dazu teilweise die falschen Fragen stellt. Wir wissen bereits ziemlich gut, was die Gründe dafür sind, dass Frauen sich im Schnitt eher für Heim und Herd entscheiden als für den täglichen Kampf um mehr Einkommen. Wir wissen auch, dass es trotz dieser statistischen Befunde in allen beruflichen Feldern Spitzenfrauen gibt, die mit den besten Männern durchaus mithalten können. Die Frage, die mich brennend interessiert, zu der ich aber irgendwie nie was lese ist die: ist es überhaupt erstrebenswert, das statistische Ungleichweicht zwischen den Geschlechtern auszugleichen? Oder würde das nur dazu führen, dass wir am Ende alle unzufriedener wären?

  4. ChristianB7 sagt:

    "Im Vergleich zu kinderlosen Frauen büßen Mütter eines Kindes ... mehr als 40% ein"
    Die tatsächliche Lohnlücke besteht also zwischen Familien mit Kindern gegenüber Kinderlosen.
    Hier muss angesetzt werden und die gesellschaftliche Leistung von Familien mit Kindern für die gesamte Gesellschaft angemessen und fair gewürdigt werden.

  5. h-h-noll sagt:

    Seltsame, typisch ökonomische, Fragestellung
    Ökonomen – Journalisten und Forscher gleichermaßen – verlieren offenbar die Fassung, wenn Frauen bzw. Mütter die Maximierung von Einkommen nicht als höchsten Lebenszweck betrachten und sogar auf Einkommen zugunsten ihrer Kinder verzichten. Eine Präferenz für Freizeit gilt in der Ökonomie ja gerade noch als akzeptabel und mit einer “rational choice”-Entscheidung kompatibel, aber Mutterschaft und Kinderbetreuung? Das erscheint so abwegig, dass es biologische Gründe haben muss, die sich mindestens in hormonellen Veränderungen manifestieren sollten, u.U. sogar bei Adoptivmüttern! Warum blickt man nicht auf naheliegende Erklärungen, wie z.B. anatomische Unterschiede zwischen Frauen und Männern, die es nahelegen (Stillen!), dass Mütter und nicht Väter die Versorgung von Kleinkindern übernehmen oder geschlechtsspezifische Präferenzen, die sich u.a. ja auch in der Studien- und Berufswahl offenbaren. Oder wären solche Erklärungen in Zeiten allgegenwärtiger gendertheoretischer Betrachtungen nicht mehr zeitgemäß und politisch korrekt?

  6. PrincessFromBelAir sagt:

    Kinder mit Geld aufwiegen ist eine dumme Eigenschaft von Ökonomien, denn Glück lässt sich nicht i
    Geld ausdrücken und Kinder sind pures Glück. Vergessen auch, dass die Männer dieses Glück finanzieren und dabei oft wenig von ihren Kindern haben. Gerechtigkeit gäbe es hier nur, wenn auch Männer einen stärkeren Anspruch auf die Zeit mit ihren Kindern hätten. Dazu müssten Mütter sich aber aus ihrer Rolle lösen und die Zeit mit dem Kind in Zeit auf Arbeit tauschen. Warum tun Mütter diese nicht? Ehegattensplitting wird dem Wunsch der Mutter gerecht, nicht dem des Vaters.
    Es wäre besser nach all den Jahren voller verschwurbelter Mythen über den wenig aussagekräftigen Gender-pay-gap (bereinigt bzw. unbereinigt), der laut statista bei zw. 2-6% liegt, die Forschung wieder neutraler auf beide Geschlechter aufzustellen und auch die Männer mit in die Erziehung einzubeziehen. Denn was sicher kein Fortschritt war/ist, ist die Rolle des Vaters zu reduzieren auf die Rolle des Geldverdieners. Und es sollte stärker beachtet werden, wie moderen Frauen mit Kind und Karriere unter den Belastungen leiden. Es gibt nämlich ganz einfach mehr Gründe auf den dickenn Gehaltsscheck zu verzichten. Nur passt dies nicht in das feministische Weltbild, worunter auch obiger Artikel leidet. Denn die Ökonomisierung der Frau, Familie und Beziehung der Frau, ist eine extrem negative Auswirkung. Nur wird sich unter den derzeitigen Vorzeichen in Deutschland hier keine neutrale Forschung gestalten lassen. Geschlechterforschung heißt hier einseitige Studien zu produzieren nur um daraus den nächsten empörenden Artikel zu basteln. Kritisches findet sich nur im Ausland – die FAZ hat über den Skandal an der Uni Frankfurt berichtet und wie Amendt dazu Stellung nahm. Forschung kam hier aus Israel und GB und wurde vom AstA unter Empörung als Frauenfeindlich abgelehnt, sogar ein SPD Stadtrat ließ sich vor den Karren spannen. Um was ging es? Gewalt in Beziehungen und dem Ergebnis, dass auch Männer davon betroffen sind. In Deutschland unsagbar.
    Vielleicht hätte der obige Artikel mit etwas mehr Backgroundwissen anders ausgesehen und mehr Tiefe gehabt.

  7. Benutzer00039468 sagt:

    Rabenmütter
    Der soziale Druck auf Mütter scheint in Deutschland besonders groß zu sein. Nicht selten werden berufstätige Mütter polemisch als “Rabenmütter” bezeichnet. “Rabenmutter” gehört zu den Wörtern der deutschen Sprache, die in den meisten anderen Sprachen keine begriffliche Entsprechung haben.
    Auch der Begriff “Quotenfrau” ist abwertend gemeint. Deshalb schaden Diskussionen über Frauenquoten eher der beruflichen Gleichstellung von Mann und Frau als dass sie ihr nützen.

  8. EDHehl sagt:

    Sehr seltsam
    ist die Tatsache, dass Herr Pennekamp Arbeit nur im Sinne von bezahlter Erwerbsarbeit auffasst, wenn er schreibt, (viele) Frauen würden nach der Geburt eines Kindes “ihre Arbeitszeit reduzieren”. Wenn Betreuung und Erziehung keine Arbeit ist, warum bezahlt man dann das Personal in Kindergärten usw.? Man könnte ja auch einmal über die Kriterien ökonomischer Begriffsbildung nachdenken oder über die Wertschöpfung von meist weiblicher Familienarbeit nachdenken und darüber, wie diese Faktoren in volkswirtschaftliche Theorien und Befunde einzuordnen sind.

    • bodo3000 sagt:

      EDHehl sagt: „Sehr seltsam“ ( 2. August 2021)
      … eine solide ökonomische Antwort auf diese Frage hält (das „wie auch hier“ verkneife ich mir) mal wieder die Giftküche des Marxismus bereit.
      Die Wertgröße jeder Ware wird bestimmt durch die zu ihrer Produktion beziehungsweise Reproduktion gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit. Das trifft auch auf die Ware Arbeitskraft zu. Im Gegensatz zu anderen Waren enthält die Wertbestimmung der Ware Arbeitskraft nicht nur ein physisches, sondern auch ein gesellschaftliches oder, wie Marx es bezeichnet, ein historisches und moralisches Element.
      Diese Reproduktionsbedingungen betreffen die gesamte Familie, welche kein Besitzeinkommen aufweist. Die Reproduktion der Arbeitskraft schließt den Ersatz der durch Krankheit, Frühinvalidität und Tod ausscheidenden Arbeitskräfte ein. Reproduktion der Arbeitskraft heißt also Reproduktion des Bevölkerungsteils, das ausschließlich von einem Lohneinkommen lebt. Die durch den Lohn erworbenen Existenzmittel müssen dementsprechend zur Erhaltung der Arbeiterfamilien ausreichen. Durch die massenhafte Einbeziehung von Frauen und Kindern in eine Erwerbstätigkeit wurde früher der Wert der Arbeitskraft des Mannes gesenkt. Die Kosten für den Unterhalt der Frauen und Kinder wurden von diesen partiell selbst aufgebracht.
      Die heutige Diskriminierung der Frauenarbeit bei der Bezahlung heißt: die Arbeitskraft der Frau wurde und wird ständig unter ihrem Wert bezahlt und die Differenz zwischen dem Wert der Arbeitskraft und ihrem Arbeitslohn in zusätzlichen Mehrwert verwandelt.
      Eigentlich ganz einfach und im ersten Band des Kapitals spannend nachzulesen.
      gruss
      b.b.

  9. arminwacker sagt:

    Seit sechzig Jahren versucht die Politik die Frauen in eine Rolle
    zu pressen, die sie nicht haben wollen. Kinder fallen eben so durch. Vielleicht braucht es ein Rückbesinnung auf das Wesentliche. Allerdings läuft es Grade ganz verquer. Statt den Frauen Gap sollten wir den Familien Gap in den Fokus nehmen. Wir können natürlich auch weiterhin Kinder unter drei einer fremden Person im Kindergarten überlassen, die davon insgesamt fünf betreuen muss. Nur denke ich, dass wir damit Neurotiker aufziehen.

  10. Andreas.Schmitt.100 sagt:

    Pay Gap vorwiegend durch Teilzeit und Flexibilität in Positionen begründet
    Der Pay Gap ist sicherlich in einigen Berufen Realität, leider wird aber in weiten Teilen übersehen dass Teilzeit und flexible Arbeitsbedingungen – welche die Einsetzbarkeit zB in Führungspositionen einschränkt – mit einer Einbusse im Lohn einhergehen da die flexible / Teilzeitarbeit eben nicht equal ist mit der Arbeit von Kollegen die teils rund um die Uhr und maximal flexibel einsetzbar sind.

    Bei der ganzen Diskussion muss aus meiner Sicht beachtet werden dass Familiengründung zuerst eine freiwillige Entscheidung für einen bestimmten Lebensstil ist für die die betreffenden Personen in erster Linie selbst verantwortlich sind. Und das schliesst alle Komplikationen im Alltag und Karriere mit ein.

    Der Standardeinwand dass jemand die Kinder für die Altersversorgung etc bekommen muss ist schlicht Unfug:
    Global gesehen muss die Bevölkerungszahl reduziert werden und zwar drastisch, Grössenordnung um 2-3-fach. Neue Erdbewohner sind die grösste Belastung für Umwelt und Ressourcen. Und ich zahle durch meine Steuern etc für meine eigene Altersversorgung die mir mit der Rente später wieder ausgezahlt wird, besten Dank

    Was Familie und Nachkommen betrifft sollte eher mit einer Gebühr, ähnlich einer CO2 Steuer, nachgedacht werden. Wer den Luxus einer Familie erleben will soll doch bitte für alle Folgekosten auch selber aufkommen – oder es eben bleiben lassen.

    • rijukan sagt:

      Altersversorgung ist Unfug?
      Das ist natürlich alles andere als “Unfug”. Zwar hat allein Ägypten seine Bevölkerung in zwei Generationen mehr als verdoppelt. Aber diese Ägypter werden Ihre und meine Rente nicht finanzieren, nicht einmal dann, wenn wir die Grenzen für sie öffnen würden (das zeigt alle Erfahrung). Im Gegenteil: die dann einströmenden Menschen werden den Sozialstaat noch zusätzlich belasten, weil sie (in der Summe) nicht die notwendigen Kenntnisse und Eigenschaften mitbringen, um jemals zum “Nettozahler” zu werden.

      Finden Sie sich damit ab: wer im Alter versorgt sein will, muss entweder sehr kräftig sparen (und zwar ZUSÄTZLICH zu den Steuern, Renten- und Krankenkassenbeiträgen, mit er den Lebensabend der eigenen Eltern und Großeltern finanziert!). Oder er muss dafür sorgen, dass eine nächste Generation existiert, die imstande ist, ihm diesen Lebensabend zu ermöglichen. Eltern tun das unter hohen finanziellen Opfern, die vor allem auch in reduzierter “Erwerbsarbeit” zu Lasten unbezahlter “Betreuungsarbeit” bestehen. Kinderlose tun es (über ihre Steuer und Beiträge) nur in sehr eingeschränktem Maße. H.W. Sinns Satz ist noch immer richtig: von Kindern profitiert, wer keine hat.

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