Fazit – das Wirtschaftsblog

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Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

Die Gefahren des Mindestlohns

| 28 Lesermeinungen

Der Mindestlohn hat keine Arbeitsplätze gekostet, heißt es. Jetzt soll er erhöht werden. Ist das wirklich so ungefährlich?

© dpaFriseure im Osten bekommen oft den Mindestlohn.

Deutschland befindet sich in der größten Rezession seit dem Krieg, und was macht der Mindestlohn? Er steigt. Das haben Arbeitgeber und Gewerkschaften in der vergangenen Woche beschlossen, und sie sind dabei vom eigentlich gedachten Prinzip abgewichen: Der Mindestlohn soll eigentlich so schnell steigen wie die übrigen Löhne in Deutschland. Nun geht es in den kommenden zwölf Monaten nicht so schnell nach oben. Danach aber zieht der Betrag plötzlich deutlich an – in zwei Jahren um fast zwölf Prozent, auf 10,45 Euro in der Stunde. Das Ziel ist politisch. Schon lange läuft die Kampagne dafür, dass der Mindestlohn kräftig angehoben werden soll, nämlich auf 12 Euro. Der Mindestlohn soll sozial aufgewertet werden, Arbeitsminister Hubertus Heil ist Teil der Bewegung: 12 Euro seien „eine gute Orientierung“, sagte er zuletzt.

Ob das eine gute Idee ist, wird seltener diskutiert. Ökonomen sind in dieser Debatte ein wenig in die Defensive geraten. Oft wird ihnen ein Zitat von Hans-Werner Sinn vorgehalten: Der Mindestlohn gefährde 900.000 Stellen, hatte der ehemalige Ifo-Präsident vor der Einführung gesagt. Dabei ging schnell unter, dass Sinn nicht die Arbeitslosenzahl vorhersagen wollte, sondern meinte, dass es ohne den Mindestlohn noch 900.000 Arbeitsplätze mehr geben könnte. 2015 jedenfalls wurde der Mindestlohn eingeführt, und Deutschlands Arbeitsmarkt sah danach immer noch gut aus. Dutzende von Studien belegten auf den unterschiedlichsten Wegen, dass die Einführung des Mindestlohns keine Arbeitsplätze gekostet habe. Eher seien Minijobs in ordentliche Stellen verwandelt worden.

Doch damit ist die Debatte nicht am Ende. Denn eine Erhöhung auf 12 Euro beträfe je nach Rechnung bis zu einem Drittel der Arbeitnehmer, da sollte man also noch mal genau hingucken: Wird es zu viel, wenn der Mindestlohn so hoch steigt? Gehen dann doch Arbeitsplätze verloren? Das könnte auf vielfältigen Wegen passieren: Vielleicht automatisiert der Arbeitgeber dann viele Aufgaben, weil der Arbeitnehmer zu teuer wird. Vielleicht tut er das nicht, aber erhöht seine Preise und verscherzt es sich dabei mit manchem Kunden. Kann das passieren, wenn der Mindestlohn so weit steigt?

Jobverluste durch den Mindestlohn sind schwer zu bemerken

Vielleicht sogar früher, wie eine ältere Studie der amerikanischen Ökonomen Jonathan Meer und Jeremy West argumentiert. Zu Beginn des Jahrzehnts versuchten die beiden, sich einen Reim auf die vielen unterschiedlichen Mindestlohn-Studien zu machen, die durch die Welt schwirrten. Sie kamen zu einem relativ simplen Fazit. Frei zusammengefasst kommen Mindestlöhne meist dann ins Spiel, wenn es dem Arbeitsmarkt gutgeht. In anderen Zeiten machen sich die Menschen vor allem Sorgen um Arbeitsplätze. Erst wenn die Angst vor der Arbeitslosigkeit klein ist, denken sie über ihre Entlohnung nach. Typischerweise sind das die Zeiten, in denen Mindestlöhne eingeführt oder erhöht werden. In so einem Aufschwung, wenn die Löhne sowieso steigen, schadet der Mindestlohn nicht so sehr. Aber er nimmt schleichend immer ein bisschen von der Dynamik am Arbeitsmarkt weg. Im nächsten Abschwung beißt er richtig zu. Aber dann haben viele schon vergessen, dass das am Mindestlohn liegt.

Meer und West haben ihre Studie geschrieben, wenige Monate bevor der allgemeine Mindestlohn in Deutschland kam. Sie liest sich wie das Drehbuch zur Entscheidung. Und was geschah dann? Zusammen mit ihrer Empfehlung zur Mindestlohn-Erhöhung hat die Mindestlohnkommission aus Arbeitgebern und Gewerkschaften einen neuen Bericht zu seinen Auswirkungen veröffentlicht. Und auch der weckt Erinnerungen an Jonathan Meer und Jeremy West.

Kostet der Mindestlohn seit Mitte 2018 Arbeitsplätze?


Um die Auswirkungen des Mindestlohns zu verstehen, teilt die deutsche Mindestlohnkommission die Arbeitsplätze in zwei Gruppen ein: in Branchen, die vom Mindestlohn stark betroffen sind und in Branchen, in denen der Mindestlohn kaum wirkt, weil die meisten Löhne sowieso höher sind. Wieder zeigt sich, dass direkt nach der Einführung Minijobs in ordentliche Arbeitsplätze umgewandelt wurden, und zwar vor allem in den betroffenen Branchen. Doch um Mitte 2018 drehte sich das Bild. Als es auf dem Arbeitsmarkt langsam schwieriger wurde, traf das besonders die Branchen mit dem Mindestlohn. Plötzlich wuchs die Stellenzahl deutlich langsamer als in den anderen Branchen – vor allem in Ostdeutschland, wo häufiger Mindestlohn gezahlt wird als im Westen.

Noch ist die Beobachtung statistisch wahrscheinlich nicht signifikant. Aber wer das Drehbuch kennt, bekommt leicht den Eindruck: Nun kostet der Mindestlohn Arbeitsplätze. In der Corona-Krise könnte der Mindestlohn-Schaden noch einmal größer werden. Und bei einer Erhöhung des Mindestlohnes sowieso.

Eine junge Mindestlohn-Studie aus dem Februar vermittelt eine Idee davon, wie das gehen kann. Sie zeigte: Nach der Einführung des Mindestlohns gab es zwar immer noch viele Arbeitsplätze, aber nicht unbedingt in den gleichen Unternehmen. Viele Mindestlohnempfänger wollten oder mussten die Stelle wechseln, und zwar in ein Unternehmen, das grundsätzlich mehr zahlt als ihr altes. Wenn es aber schlecht läuft, nehmen vielleicht auch diese Unternehmen weniger Arbeitnehmer auf.

Lieber kein Job als ein schlecht bezahlter?

Nun sagt so mancher Freund des Mindestlohns: lieber kein Job als ein schlechtbezahlter. Das aber entspricht nicht der Realität. Wer die Stelle verliert, wird mit seinem Leben viel unzufriedener. Der Schlag ist vergleichbar mit einer Scheidung oder einer schweren Krankheit. Zumal man sich jahrelang nicht mehr vollständig davon erholt.

Ob am Ende ein höherer Mindestlohn zu höherer Arbeitslosigkeit führt, ist unklar – selbst wenn Arbeitsplätze verschwinden. Die demographische Lage in Deutschland kann dazu führen, dass die Menschen schneller in Rente gehen als die Arbeitsplätze verschwinden. Doch ungefährlich ist die Mindestlohn-Erhöhung nicht. Und Deutschland kann jeden Arbeitsplatz brauchen: Irgendjemand muss ja die Beiträge auch zahlen, mit denen die Renten der nächsten Jahrzehnte zu finanzieren sind.

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28 Lesermeinungen

  1. Rother sagt:

    Genauer hinschauen
    Beim Thema Mindestlohn lohnt es sich, nicht auf die Sprechblasen der Ökonomen reinzufallen, sondern selbst genau hinzuschauen: welche Branchen sind es denn konkret, in denen überwiegend Mindestlohn gezahlt wird? Wenn man sich das angesehen hat, weiß man zwei Dinge:

    Erstens, die Mehrzahl dieser Arbeitsverhältnisse kann nicht automatisiert oder ins Ausland verlagert werden, weil es hauptsächlich um zwei Bereiche geht: Verkauf und Dienstleistung sowie Hilfskräfte in Gewerben, die zum Funktionieren noch andere Faktoren brauchen.

    Und zweitens, in diesen Bereichen gibt es kein endloses Wachstum, also werden nach zehn Jahren guter Wirtschaftslage die Zuwachsraten zwangsläufig einbrechen. Auch wenn jetzt durch Corona eine Menge Mindestlöhner ihren Job verliert, liegt das nicht an der Höhe des Mindestlohns. Sondern primär daran, dass deren Dienste grad nicht gebraucht werden. Security, Bedienungen, Partyservice – die würden auch für den halben Preis grad nicht im gewohnten Maß gebraucht.

    Die Diskussion um die Wirtschaftsfeindlichkeit des Mindestlohns ist mir auch zu einseitig: wenn wir zulassen, dass Unternehmen Leute einstellen, denen gleichzeitig noch Sozialleistungen zur Bedarfsdeckung gezahlt werden müssen, dann bedeutet das, dass wir diese Unternehmen subventionieren. Meiner Ansicht nach bräuchten wir neben dem Mindestlohn sogar noch eine Prüfung, ob Unternehmen ohne Not Teilzeitstellen anbieten und so die Sozialversicherungspflicht unterlaufen. Bezahlte Arbeit ist kein Selbstzweck. Sie nutzt der Gesellschaft nur, wenn sie die Beschäftigten ernährt. Tut sie das nicht, besteht ihr Endzweck darin, die Taschen des Unternehmers mit Steuergeld zu füllen. Das kann nicht das Ziel sein.

    Am Ende des Tages bringt es nichts, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, indem man einen Lohndrück-Wettbewerb startet. Arbeitslosigkeit muss sichtbar, zählbar sein, damit die Notwendigkeit von wirtschaftspolitischen Änderungen offen zutage treten kann.

    • KeimB sagt:

      Die Branchen, in den die Lohnhöhe den Ausschlag gibt
      kann man tatsächlich an zwei drei Händen abzählen. Wie Sie richtig bemerken, lassen sich die meisten Dienstleistungen eben nicht ins Ausland verlagern. Wenn die dort Beschäftigten aufstocken müssen, um über die Runden zu kommen, dann wälzt man das, was man ihnen eigentlich zahlen müsste auf die Allgemeinheit ab.
      Was die Teilzeit anbelangt sei angemerkt, dass diese sehr viel öfter von den Arbeitnehmern nachgefragt als von Betrieben angeboten wird. Nicht jeder braucht eine vierzig Stundenwoche um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

  2. H.Bauernfeind sagt:

    Prekäre Löhne werden quersubventioniert
    Bei den ganzen Rechnereien wird gerne vergessen, daß prekär bezahlte Arbeitnehmer zusätzliche Transferleistungen von der Gemeinschaft bekommen, um überhaupt über die Runden kommen zu können. Das fängt bei dem nicht kostendeckenden Beitrag der Krankenversicherung an, geht über das Wohngeld und hört bei Ergänzung zu Hartz IV noch lange nicht auf. Mit anderen Worten: Die anderen Arbeitnehmer und die Steuezahler legen für diese Leute viel Geld auf den Tisch. Auch Arbeitnehmer aus den exportorientierten Branchen, bei denen ein extremer Wettbewerbsdruck herrscht. Viele prekäre Jobs, wie z.B. Reinigungskraft oder der Friseur können garnicht ausgelagert oder ersetzt werden. Niemand läßt sich auch doppelt so oft die Haare schneiden, nur weil das 2 € billiger ist. Ich vermisse immer noch einee Aussage über den Schwellenwert, ab dem der Arbeitsnehmer zu einem Nettozahler in unserem System wird. Anhand dieses Wertes können wir dann gerne über den Wert und die Höhe von Mindestlöhnen diskutieren.

  3. BGrabe02 sagt:

    Es gibt keine allgemein richtige Vorgehensweise dazu
    Letztlich ist es eine unternehmerische Entscheidung, die von externen Marktfaktoren bestimmt wird.
    Da wäre zum einen die Preisgrenzen der Absatzmärkte, die das Volumen bestimmen das überhaupt zur Verfügung steht und seit der Einführung des Shareholder Value spielt immer häufiger das Renditeinteresse der Kapitalgeber eine dominierende Rolle.
    Erst wenn das beides bestimmt ist, steht der Rest nach Kosten und Rücklagen zum verteilen zur Verfügung.
    Durch extrem gestiegene Managementkosten und Renditeerwartungen ist die verfügbare Lohnsumme deutlich geschrumpft in den letzten drei Jahrzehnten.
    Und globaliserte Märkte haben starken Kostendruck erzeugt, da viele externe Standorte durch niedrige Löhne und geringe Auflagen hiesige Kosten leicht unterbieten können trotz hohem Transportaufwand

  4. HerbertHallerdie sagt:

    Was Du nicht willst, was man Dir tut, das füge auch keinem Anderen zu
    Das sollten Sie sich mal hinter die Ohren schreiben Herr Bernau. Ansonsten, die meisten Argumente in der BWL und VWL sind beliebig, die Wirtschaftswissenschaften sind ja auch keine konkreten Wissenschaften wie Mathematik oder Physik sondern Laaberfachbereiche wie die Philosophie. Und Scheidungen sind (meist f. Frauen) der echte Bringer, sind sie doch den Deppen los, dem sie auch noch die Socken waschen mußten. Und vieles was in Deutschland an Jobs angeboten und ausgeführt wird, ist wohl auch deutlich mehr eine Krankheit als dem Lebensglück zuträglich, gerade im Mindestlohnbereich. Heilsam wären von oben angeordnete Jobrotations. Dass der Herr Redakteur auch mal f. 6 Monate irgendwo die Toiletten sauber macht, zum Mindestlohn eben. Das würde viel bringen f. den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

    • Patrick Bernau sagt:

      Lieber Herr Hallerdie,
      seien Sie versichert: davon, was ich alles an Jobs hatte, wären Sie überrascht.
      Gruß, bern.

    • KeimB sagt:

      Worüber man nicht sprechen kann, darüber sollte man besser schweigen
      Schlagen Sie erst einmal ein Philosophiebuch oder ein Wirtschaftsbuch auf und versuchen Sie erst einmal zu verstehen um was es da geht, bevor Sie sich zu der Behauptung versteifen, dass es sich hierbei um Laberfächer handele. Die Mathematik und die Physik sind zwar recht hilfreich, aber sie sagen Ihnen herzlich wenig bis gar nichts über sinnvolles Handeln. Und darum geht es eben in der Wirtschaft: nicht etwas tun, sondern das Richtige tun. Hier hilft Ihnen die Mathematik nicht weiter. Die Philosophie sehr wohl. Damit können Sie sogar ein erfülltes Leben führen, wenn Sie nicht im richtigen Job gelandet, sondern im falschen gestrandet sind. Wer die innere Distanz zum Beruf nicht wahren kann, darauf angewiesen ist, dass man ihn lobt und feiert, ist alles anders als souverän, sondern ein Gefangener seiner Erwartungen.

  5. Aurego sagt:

    Kann sich jemand daran erinnern,
    dass Herr Sinn jemals mit einer seiner Prognosen richtig gelegen hätte?
    Kleine Anregung: Schauen wir uns doch einfach die Mindestlöhne in Europa an: Luxemburg, Frankreich, die Niederlande, Irland und Belgien haben Mindestlöhne, die z. Zt. über dem deutschen liegen. Hat es den Bürgern dieser Länder geschadet? Ich glaube, diese Frage kann sich jeder selbst beantworten. Aber ein Job nützt nichts, wenn man davon nicht leben kann und es schadet nicht, wenn für Arbeitgeber die Latte etwas höher gelegt wird. Und ja, der Mindestlohn sollte überall gleich hoch sein, denn es sollen in ganz Deutschland gleichwertige Lebensverhältnisse geschaffen werden.

  6. KuhnThorsten sagt:

    Das Niveau der FAZ sinkt langsam wirklich
    Der Autor blendet völlig aus bei seiner Analyse das die Allgemeinheit der Steuerzahler die Arbeitsplätze in der freien Wirtschaft steuerlich Subventioniert die Hungerlöhne zahlen. Was ist für einen Staat wohl schlimmer wenn einige nicht wirtschaftlichen Betriebe keine Arbeitsplätze schaffen, oder wenn der Staat aus Steuermitteln diese Arbeitsplätze aufstocken muss über ergänzendes ALG 2 oder diesen Arbeitnehmern in der Rente der Allgemeinheit zur Last fallen.

    Dies vergisst der Autor komplett und wie es scheint bewusst. Ob der Staat nun mehr Arbeitslose hat oder nicht profitable Unternehmen dadurch subventioniert das er die Löhne oder Rente aufstockt ist für die Steuerzahler egal. Problematisch wird es aber wenn profitabel Unternehmen, so staatliche Subventionen abgreifen um ihre Gewinne zu maximieren. So das dieses Geld in der Gesundheitsversorgung, Bildung und Infrastruktur fehlt.

    Das die FAZ sich dafür hergibt so einen schlechten und einseitig Staatsschädlichen Artikel zu veröffentlichen ist wirklich traurig. Sowas hätte wirklich als Anzeige oder besser noch als Werbung gekennzeichnet werdet müssen, den Objektiv ist dieser Bericht wirklich nicht.

  7. Arbeiterklasse sagt:

    Zur Produktivitätssteigerung sollte man dem Herrn Bernau
    sein Gehalt auf Mindestlohn Niveau absenken, vielleicht strengt er sich dann an beim Nachdenken und es kommen dann bessere Vorschläge dabei heraus. Zumindest kann der Verlag dann profitabler arbeiten. Der Herr Keim z.B. hat Recht, das was beispielsweise in Frankreich noch an Industrie verblieben ist, ist hoch produktiv. Auch in Nord- Italien sieht es nicht schlecht aus. Eine andere Sache ist es bei Dienstleistern. Da kann man die Produktivität kaum mehr steigern. Gesamtwirtschaftlich, also Makroökonomisch ist sinnvoll möglichst kleine Gehaltsspreizung zu haben. Denn wer nichts hat kann auch nichts kaufen… Wer schon alles hat braucht nichts kaufen. Also Geld bei den “Kleinen Leuten” bringt wiederum eher andere Leute in Arbeit als solche die schon alles haben und nur noch nach Anlagemöglichkeiten in gebrauchtem Eigenkapital suchen (Aktien über die Börsen gekauft)

  8. bodo3000 sagt:

    MINDESTVORSTANDSGEHALT ...
    … meinetwegen bei mercedes-benz, ja noch besser bei volkswagen, würde das arbeitsplätze vernichten? hauptamtliche arrivierte gewerkschaftsaktive vermeiden diese forderung, den mindestlohn haben sie ja für sich erfolgreich hinter sich gelassen.
    amüsiert
    b.b.

  9. ThoWahl sagt:

    Von fünf Euro würde ich auch nicht ausgehen.
    Nicht jeder hohe Mindestlohn steigert die Produktivität. Das muß schon im Bereich des möglichen liegen. Ein Friseur oder andere Dienstleister haben da sicher ihre Probleme.
    Bei den regional orientierten Mindestlöhnen würde ich mitgehen.

  10. KeimB sagt:

    Mindestlöhne treiben Unternehmen an
    produktiver zu werden. Man wundert sich ja oft, dass sich die Emerging Markets so schwer tun den Anschluss zu finden. Ein Grund dafür dürften die geringen Löhne sein. Wenn Arbeit billiger als Kapital ist, tendiert man dazu die Wettbewerbsfähigkeit nicht durch eine Modernisierung der Wirtschaft, sondern durch möglichst geringe Löhne zu sicher. Das funktioniert aber nur so lange die Lebenshaltungskosten es erlauben auch mit geringeren Löhnen sein Auskommen zu finden. Das ist aber in Deutschland nicht der Fall. Es braucht halt einfach um die 1.600 Euro netto um über die Runden zu kommen. Verdient man weniger, muss die öffentliche Hand einspringen. Umsonst gibt es also geringere Löhne bei uns nicht. Die Differenz, d.h. was es zwischen dem zu wenig und dem, was es zum Leben braucht, wird halt einfach sozialisiert.
    Ein Unternehmen, das einem Angestellten nur 5 Euro zahlen kann, sollte vielleicht einmal die eigenen Produktivität hinterfragen. Muss es nicht mehr als 5 Euro zahlen, gibt es allerdings keinen sonderlichen Anreiz die eigene Produktivität zu steigern. Hinzu kommt: die notwendigen Steuern und Abgaben zur Finanzierung des Unterschieds zwischen dem, was es zum Leben braucht und dem, was man zum Leben hat, wird in erster Linie von den Besserverdienenden berappt, d.h. jenen, die sich über die Mindestlöhne beschweren.
    Fazit: ein Mindestlohn erhöht die Produktivität und entlastet die öffentlichen Kassen. Eine steigende Produktivität kommt volkswirtschaftlich unterm Strich allen zugute, auch jenen, die sich über Mindestlöhne beklagen.

    Fragwürdig ist hingegen, ob dieser Mindestlohn in Deutschland überall gleich hoch sein sollte. Hier sollte man mit regionalen Zu- und Abschlägen rechnen. Im Großraum München braucht man einfach 60% mehr zum Leben, als in der Uckermark. Eine regionale Differenzierung macht die Schaffung von Arbeitsplätzen in Regionen mit niedrigen Lebenshaltungskosten attraktiver.

    • Naseweis22 sagt:

      Mindestlöhne treiben Unternehmen an...
      …diejenigen rauszuwerfen deren Produktivität nicht mithalten kann.

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