Fazit – das Wirtschaftsblog

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Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

Sind Target-Salden gefährlich?

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Sind es Kredite? Sind es bloße Verrechnungssalden? Sind sie eine Gefahr, nur weil sie so hoch sind? Nachdem der Saldo der Bundesbank 995 Milliarden Euro beträgt, haben die Diskussionen wieder zugenommen. Anmerkungen zu einem komplexen Thema.

Und plötzlich ist der Saldo weg…

Einmal angenommen, bei der Gründung der Europäischen Währungsunion wäre vereinbart worden, den internationalen Zahlungsverkehr und die Wertpapiergeschäfte nicht von den nationalen Zentralbanken wie der Deutschen Bundesbank und der Banca d’Italia abwickeln zu lassen, sondern alleine durch die EZB im Frankfurter Ostend, die ja auch Bankgeschäfte betreibt und deren Kapital sich im Besitz der nationalen Zentralbanken befinden.

Eine etwas andere Organisation des Geldverkehrs innerhalb des Europäischen Systems der Zentralbanken hätte an der wirtschaftlichen Lage der einzelnen Euro-Staaten überhaupt nichts verändert. Deutschland hätte immer noch einen hohen Überschuss in seiner Leistungsbilanz, und Italien wäre wirtschaftlich auch nicht besser dran.

Aber etwas wäre anders: Es gäbe keine Target-Salden! Sie wären einfach nicht da! Die Salden existieren nur, weil in der Währungsunion der Zahlungsverkehr dezentral abgewickelt wird und nicht zentral. Das sollte vor allem diejenigen, die sich in Deutschland beinahe reflexartig aufregen, wenn sie von den Target-Salden hören, zumindest einen Moment zum Nachdenken darüber bringen, worüber sie sich eigentlich aufregen.

Denn was ist eigentlich der wirtschaftliche Gehalt eines Saldos, der in der Statistik einen nicht geringen Teil des deutschen Auslandsvermögens ausmacht, aber bei einer anderen Form von Zahlungsabwicklung einfach verschwände, ohne dass sich wirtschaftlich ansonsten irgend etwas änderte? Interessant ist auch: Bei einer zentralen Abwicklung des Zahlungsverkehrs in der Eurozone fielen zwar die Forderungen der Bundesbank aus dem Target-2-System weg, aber das deutsche Auslandsvermögen würde anderweitig betroffen.

Da die EZB im Frankfurter Ostend im Falle einer Zentralisierung des Zahlungs- und Wertpapierverkehrs in ihrem normalen Geschäft viel höhere Gewinne erzielte, nähme der Wert der Beteiligung der Bundesbank an der EZB zu. Freilich: Erlitte die EZB auf ihre Wertpapierbestände hohe Verluste, würden diese auch auf den Wert der Beteiligung der Bundesbank an der EZB durchschlagen. Immerhin: Die Beteiligung der Bundesbank an der EZB ist handfester als ein Target-Saldo, bei dem nicht einmal klar ist, ob es sich um einen bloßen Verrechnungssaldo oder um eine Forderung im wirtschaftlichen Sinne handelt.

Der Target-Saldo als Bestandteil des deutschen Auslandsvermögens verdient noch in anderer Hinsicht Beachtung: Er stellt eine Bruttogröße dar, beschreibt aber nicht die gesamte Position der Deutschen Bundesbank mit Blick auf die Währungsunion. Denn die in Deutschland überdurchschnittlich starke Bargeldnachfrage sorgt für Verbindlichkeiten der Bundesbank gegenüber dem Europäischen System der Zentralbanken von mehr als 300 Milliarden Euro. Wer den Einfluss der Bundesbank auf das deutsche Auslandsvermögen betrachten möchte, müsste den Target-Saldo um die Verbindlichkeiten aus der Bargeldausgabe bereinigen. Das ist offenbar aber nur unzureichend bekannt.

Saldo oder Kredit?

Über der Frage, ob die Salden aus dem Target-2-System einfach Zahlungssalden ohne weitere Bedeutung oder Kredite mit schwerwiegenden Folgen für das Volksvermögen sind, haben deutsche Ökonomen über Jahre erbittert gefochten. Die Kreditthese wird vor allem von Hans Werner Sinn vertreten, die Saldenthese von Martin Hellwig. Sinn wirft Hellwig in der Target-Debatte „irreführende Verharmlosung“ vor. Hellwig schreibt über Sinns Umgang mit der Target-Debatte: „Die Geschichten, die Sinn erzählt, sind geprägt von Empörung und sollen Empörung schüren. Empörung aber kann das Denken in eine Falle führen und den rationalen Diskurs unmöglich machen. Das Auseinanderfallen der Diskurse in Europa ist gefährlich – gerade auch für Deutschland.“

Zur Frage Kredit oder Saldo ausgewählte Zitate der Kombattanten: „Es ist eine irreführende Verharmlosung, hier von bloßen Gegenbuchungen im Rahmen des Zahlungsverkehrs zu reden, denn die Target-Salden messen Nettoüberweisungen anderer Länder nach Deutschland, die die Bundesbank zwangen, im Auftrag anderer Notenbanken Zahlungsaufträge auszuführen“, schreibt Sinn. „Nach meiner Interpretation handelt es sich bei der Target-Forderung der Bundesbank um einen Überziehungskredit im Innenverhältnis des Eurosystems, der von ähnlicher Natur ist wie die Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds oder auch die Kreditlimits, die sich Notenbanken im Rahmen von Festkurssystemen einräumen.“

„Bei den Target-Forderungen handelt es sich nicht um Kredite auf einzelvertraglicher Grundlage, sondern um Positionen in einem ESZB-internen Kontensystem [ESZB steht für: Europäisches System der Zentralbanken]; sie ergeben sich aus der im EU-Vertrag festgelegten Gesamtverantwortung des ESZB für die Funktionsfähigkeit der Zahlungssysteme“, schreiben Hellwig und Isabel Schnabel in einem gemeinsamen Papier. „Die Target-Forderungen in der Bilanz der Deutschen Bundesbank begründen keinerlei Ansprüche. Die Zahlen entsprechen nicht dem Zeitwert der jeweils zu erwartenden Zahlungen.“

Diese Debatte hat viele Facetten und kann hier nicht umfassend behandelt werden. Aber ein kleines Gedankenexperiment mag den Leser auf eine interessante Reise mitnehmen, an deren Ende die Erkenntnis steht, dass die Dinge nicht so einfach sind, wie sie vielleicht auf den ersten Blick aussehen.

Nehmen wir an, die in Gießen lebende Frau Müller wolle ihren Porsche für 100.000 Euro an den in Frankfurt lebenden Herrn Maier verkaufen. Es wird vereinbart, dass Herr Maier den Betrag überweist.

Im ersten Fall nehmen wir an, dass sowohl Frau Müller wie auch Herr Maier Bankkonten bei derselben Bank unterhalten. Herr Maier überweist in Frankfurt das Geld, das in Gießen Frau Müller gutgeschrieben wird. In der Bank dürfte es eine interne Buchung geben, die diesen Geldfluss dokumentiert. Hat nun die Filiale Gießen der Bank der Filiale Frankfurt einen Kredit gewährt, der verzinst oder zurückgezahlt werden muss? Das dürfte nicht der Fall sein, vielmehr werden die Zahlungen in der Bank sehr wahrscheinlich einfach intern verrechnet. Die Filiale Gießen mag intern einen positiven Saldo haben, aber keine einholbare Forderung gegen die Filiale Frankfurt.

Nehmen wir nun an, Herr Maier habe sein Konto bei der Frankfurter Volksbank, Frau Müller aber bei der Volksbank Mittelhessen. Die beiden Volksbanken wickeln ihren Zahlungsverkehr über die DZ Bank ab, bei der sie als selbständige Banken Konten unterhalten. In diesem Falle würde das Konto der Volksbank Frankfurt bei der DZ Bank belastet, und wenn es dadurch ins Minus geriete, müsste sie sich Geld besorgen, um es auszugleichen. Dies könnte durch Kreditaufnahme geschehen oder durch den Verkauf von Wertpapieren. Im Gegenzug erhält die Volksbank Mittelhessen ein Guthaben auf ihrem Konto bei der DZ Bank, das sie verwenden kann – sie kann das Geld zum Beispiel einer anderen Bank leihen oder Wertpapiere kaufen. Hier ist auch in einem wirtschaftlichen Sinn von Forderungen und Verbindlichkeiten zu sprechen.

Auf die europäische Geldpolitik angewendet, zeigt dieses Beispiel, dass die Beurteilung der Salden aus Target-2 mit der institutionellen Wahrnehmung des Europäischen Systems der Zentralbanken zu tun hat. Ähnelt es dem Modell der Deutschen Bank, handelte es sich bei den Zentralbanken um interne Salden, aber nicht um Kredite. So etwa sieht es Hellwig. Ähnelte es dem Modell der Volksbanken, handelt es sich eher um Kredite als um Verrechnungssalden. So etwa sieht es Sinn.

Wer sich die reale Welt anschaut, erkennt den hybriden Charakter des Modells des Europäischen Systems der Zentralbanken. Die nationalen Zentralbanken wie die Deutsche Bundesbank sind rechtlich selbständige Einheiten mit unterschiedlichen Eigentümern und als Folge politischer Entscheidungen könnten sie sogar dieses System verlassen. Das ist eine offensichtliche Parallele zum Modell der Volksbanken. Ein Punkt für Sinn.

Allerdings sind die nationalen Zentralbanken in der geldpolitischen Praxis ausführende Organe einer vom EZB-Zentralbankrat beschlossenen Geldpolitik mit einer nur begrenzten Autonomie für bestimmte Tätigkeiten. So ist es auch juristisch fixiert: Nach Artikel 14 Absatz 3 der Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) und der EZB sind die nationalen Zentralbanken im Bereich der Geldpolitik „integraler Bestandteil des ESZB und handeln gemäß den Leitlinien und Weisungen der EZB.“ Das erinnert an das Modell der Deutschen Bank: Die Filialdirektoren in Frankfurt und Mainz sind in ihrer Geschäftspolitik generell an Vorgaben des Vorstands gebunden, auch wenn sie sich natürlich nicht jede Kreditvergabe vom Vorstand absegnen lassen müssen. Ein Punkt für Hellwig.

Über diese und andere Fragen ist zwischen Ökonomen (und ein paar Journalisten) über Jahre sehr intensiv in einem für die breite Öffentlichkeit nicht zugänglichen Forum diskutiert wurden. Dort wurde auch eine dritte Option erwähnt: Handelt es sich beim Europäischen System der Zentralbanken vielleicht um eine Art Holdingmodell mit der EZB als Holding und den nationalen Zentralbanken als rechtlich eigenständigen Tochtergesellschaften der Holding? In diesem Fall dürften Zahlungssalden zwischen den nationalen Zentralbanken einen Kreditcharakter besitzen. Aber auch dieser Holding-Vergleich wirft Probleme auf: In einer solchen Konstruktion hält die Holding üblicherweise Beteiligungen an den Tochtergesellschaften. In der Geldpolitik halten aber die nationalen Zentralbanken Beteiligungen an der EZB. Die Sache ist und bleibt nicht einfach.

Machen Zentralbanken Verluste?

Eine im Zusammenhang mit den Target-Salden auch zwischen Sinn und Hellwig diskutierte Frage kann hier nur angerissen werden, aber sie besitzt einige Brisanz, weil sie sich mit dem intuitiv nicht ganz einfachen Thema der Bilanzierung durch Zentralbanken befasst.

Angenommen, Herr Maier sei mittellos und stelle täuschend echte Banknoten im Wert von 1 Million Euro her, mit denen er von einer Bank italienische Staatsanleihen kauft. (Um das Beispiel einfach zu halten, nehmen wir an, dass die mit der Fälschung verbundenen Kosten vernachlässigbar sind und der Verkäufer der Anleihen das Bargeld akzeptiert.) Nun geht Italien in einen Staatsbankrott, bei dem der Wert der umlaufenden Staatsanleihen halbiert wird. Der Mann verkauft seine Staatsanleihen für den neuen Wert von 500.000 Euro. Wie sieht die Rechnung von Herrn Maier aus? Nun, offenbar hat er mit der Fälschung und dem anschließenden Anleihegeschäft einen Gewinn von einer halben Million Euro gemacht, denn vorher war er mittellos. Ohne Staatsbankrott wären es zwar eine Million Euro gewesen, aber ein Gewinn von einer halben Million Euro ist auch nicht schlecht.

Nun nehmen wir an, die EZB im Frankfurter Ostend erwerbe im Rahmen ihres Kaufprogramms von einer Geschäftsbank italienische Staatsanleihen für eine Million Euro. Danach geht Italien in einen Staatsbankrott, bei dem der Wert der umlaufenden Staatsanleihen halbiert wird. Wie sieht die Rechnung der EZB aus? Sie hat einen Verlust von einer halben Million Euro erlitten, während Herr Maier mit einem identischen Geschäft einen Gewinn von einer halben Million Euro erzielt hat! Wie kann das sein?

Herr Maier und die EZB bilanzieren den Anleihekauf unterschiedlich. Für Herrn Maier ist das von ihm geschaffene Geld ein Aktivposten in der Bilanz, der in Staatsanleihen getauscht wird. Für die EZB ist das von ihr geschaffene Geld ein Passivposten in der Bilanz, das als Folge des Staatsanleihenkaufs entsteht und der verkaufenden Bank gutgeschrieben wird. Die Staatsanleihen sind für die EZB ein Aktivposten. (Man könnte an die Adresse notorischer EZB-Kritiker an dieser Stelle ironisch bemerken: Alleine dieses Beispiel lehrt, dass die EZB nicht wie ein Geldfälscher agiert…)

Herr Maier hat in seiner privaten Bilanz auf der Aktivseite erst Bargeld und dann Anleihen über eine Million stehen und auf der Passivseite ein Eigenkapital von einer Million. Nach dem italienischen Schuldenschnitt nennt er immer noch ein Eigenkapital von einer halben Million sein eigen. Kauft die EZB die Anleihen einer Geschäftsbank ab, wächst in der EZB die Aktivseite der Bilanz um eine Million Staatsanleihen, während auf der Passivseite das Konto der verkaufenden Geschäftsbank um eine Million Euro durch neu geschaffenes Geld der EZB zunimmt. Halbiert sich nun der Wert der Staatsanleihen, kann die EZB nicht einfach das Konto der Geschäftsbank belasten. Sie muss die verloren gegangenen 500.000 Euro mit ihrem Eigenkapital verrechnen. So entsteht der Verlust.

Nun erklärt sich, warum einerseits Ökonomen wie Sinn drohende Verluste für die Zentralbanken aus dem Kauf von Staatsanleihen gegen Geldschöpfung an die Wand malen, während Hellwig spöttisch bemerkt, jeder Fälscher wisse (im Unterschied zu manchen Ökonomen), dass man mit der Herstellung von Geld aus wirtschaftlicher Sicht gar kein Geld verlieren könne. Die Bilanzierung von Zentralbanken ist aber noch in manch anderer Hinsicht nicht leicht zugänglich, etwa, wenn es um die unterschiedlichen Facetten der Geldschöpfung geht. Damit zusammenhängend stellt sich die Frage, was ein bilanzieller Verlust einer Zentralbank über ihre wirtschaftliche Lage sagt. Das ist aber heute nicht unser Thema, ebenso wie es nicht darum geht, eine umfassende Analyse des Komplexes „Target 2“ zu liefern.

Zeigen wollten wir, dass sich mit dem Thema Target-Salden Aspekte verbinden, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind und ein wenig zur Zurückhaltung mit starken Meinungsäußerungen mahnen sollten…


96 Lesermeinungen

  1. Wir taufen also die Target-Salden in einen Dispositionskredit um
    und schon sind die Schulden verschwunden.
    Nichts ist verschwunden. Dann hätte Deutschland bzw. die Firmen eine Forderung gegenüber den italienischen, griechischen … Käufern. Und dann würden die deutschen Firmen die italienischen Käufer wie italienische Banken um die Glattstellung deren Verbindlichkeiten nachfragen.
    Aber die Idee ist originell. Am besten frage ich mal bei der EZB in Frankfurt nach, ob ich so ein Konto, wie es H. Braunberger vorgeschlagen hat, eröffnen kann, mit unbegrenztem Dispolimit und keinem Rückzahlungstermin. Werde ich wohl besser per Post machen, sonst wird der Kundenberater wohl gleich die Herren mit den weissen Westen und komischen Ärmeln anrufen.
    Wir wissen ja, dass es dann Jahre dauern kann, bis man aus dieser Klappsmühle dann wieder entlassen wird, auch wenn man geistig völlig gesund ist.

    • Es geht nicht darum, dass jedermann ein Konto bei der EZB eröffnet. Es geht um die Abwicklung des Zahlungsverkehrs über die Konten von Banken bei Zentralbanken. Und wenn ich nicht ganz falsch informiert bin, haben die meisten Banken ohnehin schon ein Konto bei der EZB. So kompliziert ist dieses Modell doch nicht, oder?.. Nebenbei: Ich habe die Zentralisierung des Zahlungsverkehrs nicht empfohlen; es ging darum zu beschreiben, dass die Existenz von Targetsalden auch von der Organisation des Zahlungsverkehrs abhängig ist – was bislang wohl noch nicht allgemein bekannt war.
      Gruß
      gb

    • Nur Bares ist Wahres???
      Völlig richtig, Herr Braunberger: Es geht um die Abwicklung des Zahlungsverkehrs über die Konten von Banken bei Zentralbanken. Würde der Zahlungsverkehr hingegen wie in lange vergangenen Zeiten weitgehend mit Bargeld abgewickelt werden, dann gäbe es keine nennenswerten TARGET-Salden, über die sich Bilanzlaien aufregen könnten. TARGET war, ist und bleibt kein eigenständiges Problem, sondern ist vielmehr SYMPTOM tieferliegender Probleme. Stefan Jörgens hat dies weiter unten mit seinem Hinweis auf die persistenten Leistungsbilanzungleichgewichte völlig korrekt adressiert. Mehr dazu hier mit einer längeren Linkliste am Ende: https://zinsfehler.com/2018/07/30/target-und-kein-ende/

      LG Michael Stöcker

    • "nicht existieren" oder unsichtbar ...
      … sind 2 unterschiedliche Dinge. Auch wenn der Zahlungsverkehr der Europäischen Währungsunion direkt bei der EZB abgewickelt, gebucht und konsolidiert würde, wären die Target-Salden immer noch vorhanden, nämlich auf den entsprechenden Unterkonten der EZB-Bilanz. Entscheidend ist die wirtschaftliche Beurteilung der Target-Salden … und die hat Draghi durch seine Warnung an die italienischen Abgeordneten selber vorgenommen: es sind Forderung der EZB an die italienische Zentralbank, wenn es zum Schwur kommt …

    • Hr. Kühne, welche Unterkonten in der EZB-Bilanz?
      Es gibt keine Target-Salden in der EZB-Bilanz, auch nicht als Unterkonten. „Nicht existent“ ist deshalb die richtige Antwort.

    • Herr Wrobel ...
      … ich empfehle Ihnen ein beliebiges Standardwerk „Grundlagen der doppelten Buchführung“ … von Johann Wolfgang von Goethe übrigens als eine der „schönsten Erfindungen des menschliche Geistes“ bezeichnet …

    • Ohne Salden geht es nicht
      Werter Herr Braunberger,
      Herr Stöcker verdeutlicht mit seinem Beispiel die Salden-Problematik und weist zurecht auf das tieferliegende Problem des Handel- bzw. Leistungsbilanzungleichgewichts hin, welches allerdings der Targetsaldo widerspiegelt. Nur der guten Ordnung halber: In einer Welt der flexiblen Wechselkurse gäbe es dieses Problem gar nicht.

      Zurück zum Beispiel: In einer Welt nur mit Bargeld gebe es keine Salden, Forderungen und ihr Gegenstück die Verbindlichkeiten. Aber ein Land was dauerhaft mehr exportiert als importiert muss sich das Bargeld irgendwo leihen, wenn es nicht über einen Geld-Schöpfungsmechanismus (Druckerpresse) verfügt, mit dem es aber letztlich den Exporteur betrügen würde. Denn die erhöhte Geldmenge über die der Importeur verfügt trifft auf das gleiche Güterangebot.

      Gehen wir theoretisch davon aus, dass es keinen Geldschöpfungsmechanismus gibt, so verleiht der Exporteur das Geld zum Kauf seiner Waren und schon gibt es wieder die Forderungen und die Verbindlichkeiten, ob man die nach dem Verrechnungssystem der EZB als Targetsaldo bezeichnet ist unerheblich. Es geht nicht anders.

      Wenn das Güteraustauschverhältnis über die Jahre einigermaßen ausgeglichen ist, gibt es kein Problem. Aber ist es ständig asymmetrisch, kommt irgendwannn der Punkt an dem der Exporteur das Vertrauen aufgrund der Höhe des kumulierten Saldos bzw. in die Rückzahlung verliert. Eine äußerst problematische Situation, vor allem für den Gläubiger.

      In der heutigen Welt müsste es auch keine so hohen Targetsalden geben, wenn der Importeur von den Exporteuren als kreditwürdig angesehen würde. Der gigantische Ankauf von Anleihen als wenig kreditwürdig angesehener Staaten durch die EZB führte dazu, dass die privaten Investoren ihre Staatsanleihen gegen Targetsalden eintauschten. Das ist nicht nur ein technischer Vorgang denn der Targetsaldo wird nicht fällig bzw. kann nicht fällig gestellt werden und wird nicht verzinst. Auch müssen sich die Emittenten nicht mehr mit hartnäckigen Privat-Investoren auseinander setzen.

      Erlauben Sie mir noch ein paar Anmerkungen:

      Herr Hellwig war vor seiner Tätigkeit bei der EZB für die Beobachtung der makroökonomischen Risiken zuständig hat also Interesse seine frühere Arbeit in keinem schlechten Licht erscheinen zu lassen. H.W. Sinn ist dagegen niemanden verpflichtet.

      Der deutsche EZB Chefvolkswirt Jürgen Stark trat mit gut vernehmbarer Kritik zu den Anleihenkäufen (EZB kauft rostige Fahrräder) zurück, seine Nachfolgerin die EZB Direktorin Sabine Lautenschläger trat zurück, der erste deutsche Chefvolkswirt der EZB O. Issing kritisierte die EZB für ihre Anleihen Ankaufspolitik zusammen mit weiteren geldpolitischen Schwergewichten.

      Die Amerikaner gleichen ihre ISA-Salden zwischen den Distriktbanken immer zum April eines Jahres mit marktgängigen Papieren aus, etwa weil es sich um Hellwigsche technische Gegenbuchungen handelt?

    • @RPflanz

      Sie schreiben:
      „Herr Stöcker verdeutlicht mit seinem Beispiel die Salden-Problematik und weist zurecht auf das tieferliegende Problem des Handel- bzw. Leistungsbilanzungleichgewichts hin, welches allerdings der Targetsaldo widerspiegelt.“
      Dieser Satz und Ihre nachfolgenden Ausführungen gehen insofern am Thema vorbei, indem Sie die These vertreten, der Targetsaldo spiegele in erster Linie Leistungsbilanzungleichgewichte. Das tut er gerade in den vergangenen Jahren nicht. Autonome Kapitalbewegungen und hier vor allem geldpolitische Maßnahmen spielen eine viel größere Rolle. Nebenbei: Italien hat seit mehreren Jahren einen Leistungsbilanzüberschuss. Nach Ihrer Interpretation müsste der italienische Saldo seit Jahren sinken.

      Zur Rolle der Geldpolitik für Target: https://blogs.faz.net/fazit/2018/07/03/das-anleihekaufprogramm-der-ezb-treibt-den-target-2-saldo-10130/ und aktuell: https://www.faz.net/aktuell/finanzen/target-saldo-steigt-auf-fast-eine-billion-euro-16850544.html

      „Nur der guten Ordnung halber: In einer Welt der flexiblen Wechselkurse gäbe es dieses Problem gar nicht.“
      Diese These mochte im Jahre 1970 akzeptabel gewesen sein, aber nach fast einem halben Jahrhundert mit flexiblen Wechselkursen sollte doch hinreichend bekannt sein, dass dies nicht stimmt. Die amerikanischen Ungleichgewichte im Außenhandel müssten als Beleg ausreichen.

      „Herr Hellwig war vor seiner Tätigkeit bei der EZB für die Beobachtung der makroökonomischen Risiken zuständig hat also Interesse seine frühere Arbeit in keinem schlechten Licht erscheinen zu lassen. H.W. Sinn ist dagegen niemanden verpflichtet.“
      Ad-hominem-Attacken sind nicht geeignet, Sachargumente zu ersetzen.

      „Die Amerikaner gleichen ihre ISA-Salden zwischen den Distriktbanken immer zum April eines Jahres mit marktgängigen Papieren aus, etwa weil es sich um Hellwigsche technische Gegenbuchungen handelt?“
      Das amerikanische Modell ist nur eingeschränkt mit dem deutschen Modell vergleichbar und vor allem die Art und Weise, wie dort Wertpapiere verteilt werden, dürfte deutschen Target-Kritikern gar nicht gefallen. Leider wurde das amerikanische Modell anfangs durch Sinn in Teilen falsch beschrieben (später hat er es korrekt beschrieben):
      https://blogs.faz.net/fazit/2018/06/25/verkanntes-vorbild-target-2-amerika-10073/ Hier ist eine aktuelle Beschreibung des amerikanisches Systems: https://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/notenbanken-auch-in-den-usa-steigen-die-salden-16848808.html
      Gruß
      gb

    • @ Pflanz, vielen Dank für Ihren Beitrag.
      Sie haben sehr gut das formuliert, was ich genauso sehe.

      Und…

      Sehr geehrter Herr Braunberger, im Prinzip ist es eine gute Vorgehensweise, komplexe Vorgänge anhand von Beispielen zu erläutern. Und wir wissen, jedes vereinfachendes Beispiel „hinkt“. So ist Ihr Beispiel des Porscheverkaufts prinzipiell geeignet um den Unterschied zwischen bankinterner und zwischenbanklicher Saldierung zu verdeutlichen. Das Beispiel „hinkt“ aber in dem Falle, wenn der Käufer auf seinem Konto den Kaufbetrag gar nicht hat, so erheblich, dass es dann nicht eher als „Querschnittsgelähmt“ bezeichenet werden müsste?

      Ist das Problem beim Anwachsen der Targetsalden nicht, dass das Konto des „Käufers“ nicht real gedeckt ist? Er quasi per Dispokredit bezahlt?
      Warum sollte dann eine Bank mit gemeinsamen Käufer-Verkäuferkonten (was die EZB nicht ist) weniger Probleme haben, als eine Konstellation von Konten bei unterschiedlichen Banken?

      Falls ich hier etwas falsch verstanden habe, danke ich schon im Voraus für eine Richtigstellung.

      Viele Grüße,
      auch ich, GB

    • @ Brauninger
      Grundlegend haben Sie recht. Die Target-Salden spiegeln nicht exakt die Leistungsbilanzunterschiede ab. Ein signifikanter Anteil sind sicherlich Kapitalbewegungen („Fluchtgelder“, etc.) aus div. Mitgliedsländern bzw. der Umstand, dass die Verkäufer von Anleihen im Rahmen der div. EZB-Programme, sich dieses Kapital in Vorzugsstaaten auszahlen lassen, bzw. dorthin transferieren. Das sollte aber ein Alarmzeichen sein! Wenn das „scheue“ Kapital bereits jetzt schon eine Unterscheidung der Werthaltigkeit zwischen z.B. „DeutschEuro“ und „ItaloEuro“ vornimmt, dann bahnt sich eine Unwucht an. Gibt es solche Effekte auch in der USA?

      Und auch bezüglich des Saldierungsvorgehens in den USA, was Kritiker des Targetssystem als Referenz nennen könnten, haben Sie recht. Es sieht weder stets eine exakte Nullstellung wie im sonstigen internationalen Handel vor, sondern einen Puffermechanismus, welcher ungezügeltes Anwachsen verhindert. Soetwas ist im Eurosystem nicht einmal vorgesehen ist, genausowenig wie ein Insolvenzrecht. Mein Verweis auf die US-Vorgehensweise ist nicht deren Vorbildfunktion, sondern dass es ohne vergleichbare Mechanismen nicht gehen wird.

      Zudem ist die US-Situation als Bundesstaat eine vollkommen andere als bei einem Staatenbund mit einem schwierigen Gemisch unterschiedlichster Systeme (Staatsfinanzierungstraditionen, Sozial-, Steuerrecht, Abgabenlast etc.), was daher eher striktere Verfahrensregeln benötigt, als ein vollständiger Verzicht darauf. Das Resultat sehen wir zunehmend in einer perspektivlosen Euro-Dauerrettungspolitk. Und je größer die Schulden in welcher Art auch immer anwachsen, wird es auch keine Lösungsperspektive mehr geben.

      Grüße,
      auch GB

      PS „Die amerikanischen Ungleichgewichte im Außenhandel müssten als Beleg ausreichen.“ Ist das amerikanische Handelsungleichgewicht nicht nur ein Papierproblem (Export-Import), da ein wesentliches, begehrtes Exportgut (der Dollar ist DIE Handels- und Devisenreservewährung) garnicht berücksichtigt wird?

    • @braunberger 10.7.20, 6:56 Uhr
      Werter Herr Braunberger,
      nun der Targetsaldo spiegelt auch die Leistungsbilanzungleichgewichte wieder, durch den gigantischen Ankauf der italienischen Anleihen und die Transformation von Privatanleihen in Targetsalden spielen diese nun eine größere Rolle. Hatte ich zwar weiter unten in meinem Beitrag geschrieben, war aber missverständlich.
      Ihr Hinweis, dass die USA als Hinweis reichen möchte, dass flexible Wechselkurse Leistungsbilanzungleichgewichte verhindern reicht eben nicht aus. Das hängt mit der beschriebenen Sonderstellung der USA als ein Leitwährungsland zusammen, dem politisch vereinbarten Recycling der Petrodollars und einigen weiteren Besonderheiten des größten homogenen Binnenmarkts der Welt. Ich vermute mal sie wollen nicht ernsthaft dagegen argumentieren, dass sich flexible Wechselkurse (sofern sie es denn sind) auf Leistungsbilanzungleichgewichte stabilisierend auswirken, als Hinweis möchten hier die wiederholten Anpassungen der fixen Währungsparitäten im EWS ausreichen.
      Sie schreiben selbst in ihrem verlinkten Beitrag, dass das amerikanische Modell des Pooling der Wertpapiere den Anstieg der Salden bremst und darum geht es ja. Das man das amerikanische Modell für Europa 1:1 übernimmt steht meines Erachtens überhaupt nicht zur Diskussion, denn noch sind wir in Europa anders verfasst und organisiert, dem sollte man Rechnung tragen.
      Die Gretchen Frage ist doch: Bilden die Targetsalden technische Buchungen ab oder sind es im wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Ländern?
      Allein dass die Targetsalden mit dem Hauptrefinanzierungssatz (seit Draghi = 0) wie in den EZB Statuten vorgesehen, verzinst werden sollten, zeigt dass die Architekten von einem Verbindlichkeiten-Forderungsmodell ausgingen. Wer würde schon technische Buchungen verzinsen wollen?
      Auch Sie äußerten sich in ihrem Artikel dass es bei einem Austritt aus der Währungsunion kritisch würde. Wenn selbst Draghi den Abgeordneten drohte (es ist dabei m.E. unerheblich ob eine Rechtsgrundlage dafür existierte), dass die Verbindlichkeiten die aus den Targetsalden resultieren, zu begleichen wären, so ist dies ein sehr deutlicher Hinweis das Draghi nicht die Hellwigschen Auffassungen von technischen Buchungen teilt und obwohl politisch nicht opportun steht er damit der Auffassung von Herrn Sinn deutlich näher.
      Es wird aber nicht nur auf die Targesalden bezogen kritisch, wenn ein Land aus der Währungsunion austritt. Es wird auch kritisch wenn die Öffentlichkeit diesen Mechanismen das Vertrauen entzieht. Die Rücktritte deutscher EZB Direktoren sind Signale, die sich in Richtung eines Anpassungsbedarfes deuten lassen, z.B. eines niedrigem Zinssatzes auf Targetsalden. Aber ich bin ganz bei Ihnen, wenn es darum geht die Implikationen der Targetsalden in einem sachlichen Rahmen sorgfältig zu diskutieren.
      Viele Grüße & danke für den blog
      RP

    • @Gernot Baur
      Werter Herr Bauer,

      danke für die Blumen, ich lese ihre aufschlussreichen Beiträge auch sehr gern und kann sehr vieles teilen.
      VG RP

  2. Zunächst erst einmal Dank für den Bericht und die Gelegenheit hier Stellung ....
    ….zu nehmen. Solange alle im Euro-System verbleiben, ist die Frage ob die Salden einen Kredit darstellen oder einfach Verrechnungssalden sind müßig. In jedem Fall wird die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der einzelnen Volkswirtschaften des Eurosystems abgebildet.
    Aber wenn selbst Herr Draghi seinen Landsleuten ins Stammbuch schrieb, daß Italien beim Verlassen des Eurosystems die Target-2-Salden ausgleichen müßte, dann ist doch wohl der Ex-Chef des Systems von der Kredit-Funktion der Salden selbst überzeugt. Ich danke Herrn Wege für seinen Link zum Wirtschaftsdienst.Ich denke, daß Thema wird uns noch länger beschäftigen.

    • Interessant ist, dass keine gesetzliche Position existiert, auf die sich Draghis Position in den berühmten Brief stützen könnte. Diese Tatsache ist aber nahezu unbekannt.

      Gruß
      gb

    • Da dieses Zitat von Hr. Draghi jetzt schon öfter gefallen ist, haben Sie, Hr. Kampf,
      sich mal gefragt, was Hr. Draghi mit „Ausgleich des Target-Saldos“ genau gemeint haben könnte?

      Grundsätzlich gäbe es hier natürlich viele Möglichkeiten, am wahrscheinlichsten wäre m.M. aber folgendes Szenario:

      Im Falle eines Austritts aus dem Euro überträgt die italienische Zentralbank in Höhe des Target-Saldos italienische Staatspapiere an die EZB und streicht im Gegenzug den Target-Saldo aus der Bilanz. Die EZB wiederum überträgt die Papiere (gem. dem Eigentumsschlüssel) an die anderen Zentralbanken. Bei der Bundesbank würde in der Bilanz ein Aktivtausch stattfinden. Der Bestand an Wertpapieren würde sich erhöhen und der Target-Saldo (oder auch Forderung gegenüber der EZB) würde sich verringern.

      Nun wäre es aber so, das italienische Staatspapiere nach einem Austritt Italiens hohe Bewertungsverluste erfahren würden. Und diese Bewertungsverluste würden dann nach geltenden Regeln zu einem hohen Verlust bei der Bundesbank führen.

      Wäre das jetzt für Sie eine gute Lösung? Wohl eher nicht.

      Dann doch lieber die Target-Salden in den Bilanzen der Zentralbanken belassen. Wenn Italien auch nach einem Austritt aus dem Euro weiter am Target-System teilnehmen würde, könnte sich dann sogar durch die veränderten makro-ökonomischen Rahmenbedingungen der Target-Saldo quasi von allein verringern.

      Die Target-Salden werden erst dann tatsächlich zu einem Problem, wenn die Verantwortlichen diese zu einem Problem machen! ich würde präferieren, es nicht zu tun.

    • @ Wrobel, Italien könnte im Target-System bleiben.
      Auch einige Zentralbanken ohne €uro-Mitgliedschaft (z.B. Polen etc) nehmen am Target-System teil. Grundbedingung ist aber, dass am Ende des Tages keine negativen Salden entstanden sein dürfen. Ein Defizit muss dann umgehend ausgeglichen werden. Ein Sonderrecht auf „Ewigkeitsdefizit“ haben nur €-Zentralbanken, wobei durch deren Überbaukonstrukt (EZB) sich der grenzüberschreitende Grundcharakter bei der Bilanzierung nicht relevant andersartig sein dürfte.

      Das nährt die Annahme, dass Targetschulden keine einfache Statistikgrößen sind und, da Überziehung mit dem Referenzzinssatz belastet werden (was bei der angebl. demographisch Verursachten „0-Zinswertfindung“ ein Witz ist, also realistischer ein zusätzlicher Grund der EZB-Geldpolitk sein dürfte) der Kreditcharakter naheliegt.

      Ob man da bei einem Austritt Italiens eine „Rosienpickerrei“ per zinsfreier Devisenverschuldung zugestehen kann?

    • Stimmt Hr. Baur, Nicht-Euro-Länder müssen ihre Salden täglich ausgleichen.
      Eine ähnlich Regel könnte man dann ja im Falle eines Austritts auch festlegen, z.B. das ein negativer Saldo täglich ausgeglichen und ein positiver zum Abbau des bestehenden Saldos verwendet werden muss?!

      Wie gesagt, es gibt bis jetzt keine Regel und keine gesetzliche Grundlage, wie dann zu verfahren wäre. Wir hätten jede Option, möglichst intelligent mit den Target-Salden umzugehen. Und ein Ausgleich mittels italienischen Staatspapieren wäre in diesem Sinne sicherlich nicht die beste Wahl.

      Eines sollte man aber tunlichst nicht machen: absichtlich den größtmöglichen Schaden produzieren zu wollen! Manchmal habe ich den Eindruck, dass genau das einige Kritiker des Target-Systems beabsichtigen?! Und da fragt man sich schon, welche Agenda diese verfolgen?

    • Herr Braunberger ...
      … das Problem ist, daß bei der Konzeptionierung der Europäischen Währungsunion niemand mit der Entstehung derart hoher Target-Salden gerechnet hat. Der Ursprung der Salden geht auf die Finanzkrise 2008-2009 zurück, als die Finanzmärkte nicht mehr bereit waren, Anleihen mit schlechter Bonität zu Konditionen zu handeln, die für die entsprechenden Länder bezahlbar gewesen wären. Also ist über verschiedene Mechanismen die EZB als „lender of last resort“ eingesprungen, der sich Bonität nicht kümmert. Faktisch hat die EZB die Finanzmärkte für das hehre Ziel „Erhalt der Europäischen Währungsunion“ abgeschafft … im übrigen nicht der einzige wichtige Markt, der für vermeintlich höhere politische Ziele abgeschafft wird. In der Energie- oder Automobilwirtschaft kann man eine ähnliche Entwicklungen beobachten …

    • @ Wrobel. Den größtmöglichen Schaden vermeiden...
      Da stellt sich die Frage was der größtmögliche Schaden sein könnte und wie dieser vermieden werden kann. Auch wenn man sich theoretisch anscheinend beliebig darüber streiten kann, ob diese Targetsaldenberge reale Kreditforderungen oder ein bedeutungsloser Definitionseffekt im Dunste der EZB-Konstruktion darstellt, scheint mir ein stetiges Anwachsen der Differenzen eher die größtmögliche Schadensoptimierung zu sein.

      Und so viele Lösungsoptionen sehe ich nicht. Wie geschrieben, Nichteuromitgliedern wird sicherlich aus gutem Grund keine zwischenstaatliche Anschreibemöglichkeit eingeräumt. Und worin genau hierzu ein Unterschied im Zahlungsverkehr bei €-Mitgliedsstaaten beruht, nur weil durch die Einheitswährung in dessen Überbau eine gemeinschaftliche „Druckerpresse“ zur umgedeuteten „Preisstabilitätswahrungs-Geldpolitik“ steht, das sollte doch einfach erklärbar sein, z.B. warum diesen Effekt hier, im Gegensatz z.B. zur Ausgleichspflicht in den USA, vollkommen harmlos ist. Das kann man offenbar nicht und mutmaßlich ist er es auch nicht.

      Die Option, vor lauter Angst die Salden immer weiter klettern zu lassen, ist sicherlich nicht sehr zukunftsfähig. Und wenn aus sonderbarer Naivität VOR der €-Einführung keine Reglen bzw. gesetzliche Grundlagen beschlossen wurden, dann verbleibt nur eine einzige Option : das muss nachgeholt werden. Wobei durch die zwischenzeitlichen „Problemanhäufungen“ anhand der vielen €-Konstruktionsfehler rückwirkend kaum noch möglich scheint. Man hat den Karren ordentlich in den Morast gesetzt…

      Ob die Kritiker den größtmöglichen Schaden beabsichtigen oder verhindern wollen? Das wird die Geschichte zeigen….

      Sie schreiben : „Wir hätten jede Option, möglichst intelligent mit den Target-Salden umzugehen.“ Haben oder hätten (in Form von Wunschdenken)? Was ist denn Ihre intelligenteste Option, ausser das Problem ggf. zeitschinderisch wegzutheoretisieren?

      Die Salden per italienischen Staatsanleihen auszugleichen ist keine Lösung. Entweder finanziert das eh die EZB oder, im Falle eines Euroaustritts, sind diese nicht mehr viel wert. Da stimme ich mit Ihnen überein.

    • Nun Hr. Baur, mein Vorschlag wäre,
      zunächst an den Ursachen anzusetzen (und nicht bei den Symptomen). Die Target-Salden sind allenfalls ein Symptom von Problemen, nicht aber deren Ursachen.

      Insofern verbietet sich ein Herumdoktern am bestehenden Target-System quasi von allein. Theoretisch könnte man einen Ausgleich der Salden wie z.B. in den USA implementieren, dadurch würden dann aber wieder neue Risiken entstehen. Risikolos ist in diesem Sinne gar nichts! Warum man bei Fremdwährungsländern innerhalb des Target-Systems anders verfährt, sollte Ihnen eigentlich klar sein?!

      Die Ursachen sind sicher vielfältig. Folgende Dinge würden in Richtung einer Rückführung der Target-Salden wirken: Verringerung der außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte (dazu gehört auch die Vermeidung von Kapitalflucht) und Einstellung der Anleihekaufprogramme durch die EZB. Wobei streng genommen auch die Kaufprogramme nur eine Reaktion der EZB auf wirtschaftliche Fehlentwicklungen und Ungleichgewichte sind. Eine koordinierte (und gute!) Wirtschafts- und Finanzpolitik innerhalb der EU wäre deshalb das A und O und somit die beste Voraussetzung für einen Abbau der Salden.

      Die Target-Salden an sich sind nicht gefährlich, aber die Ursachen für deren Entstehen könnten es auf die Dauer sein. Und die Bekämpfung von Symptomen anstatt der Ursachen könnten gefährlich sein. Eigentlich zwei Binsenweisheiten für Ökonomen, die allerdings von einigen ignoriert werden.

  3. Wenn in einem besonders langen Satz "Die Geschichten ...." die Worte als Erklärungen ins Abstrakt
    abgleiten, um z.B. den Blick nicht auf die wundersame Geldvermehrung der EU in Brüssel und EZB in Frankfurt zu lenken ist wahrscheinlich nicht nur bei mir hohe Aufmerksamkeit angesagt. Abstrakte Worte sind es bei Herrn Hellwig sehr viele, praktisch ausschließlich. Zusammengefasst: „Die Geschichten, die Sinn erzählt, sind geprägt von Empörung und sollen Empörung schüren. Empörung aber kann das Denken in eine Falle führen und den rationalen Diskurs unmöglich machen. Das Auseinanderfallen der Diskurse in Europa ist gefährlich – gerade auch für Deutschland.““

    Hellwig setzt also den Diskurs über Alles, weil er natürlich weiß auf welchem Glatteis er sich befindet und deshalb werden Diejenigen die geradeaus denken gelinde gesagt ihre Skepsis nicht verlieren und in ihre Überlegung mit einbeziehen.

    Jetzt könnte man natürlich anmerken, dass allein die Bundesrepublik über 11 Billionen (deutsche schreibweise) offenen und verdeckte Schulden hat (beziehe mich auf die NZZ) macht die „Angelegenheit Target-Salden“ insgesamt trotzdem nicht einfacher.

    • Sie schreiben: „Wenn in einem besonders langen Satz „Die Geschichten ….“ Hellwigs Satz lautet: „Die Geschichten, die Sinn erzählt, sind geprägt von Empörung und sollen Empörung schüren.“ Das ist für Sie ein besonders langer Satz? Donnerwetter… Abgesehen davon beschäftigt sich Hellwig in seinen Arbeiten ausführlich mit der Geldpolitik. So ist er aus rein geldpolitischen Gründen kein Freund des Anleihekaufprogramms von 2015.

      Gruß
      gb

  4. Der fehlende Saldenausgleich: Ein Instrument zur Kettung von Staaten an den Euro ?
    Oder bei der Target2-Konzeption „einfach so“ passiert ?

    Wer sich solchen Fragen widmet (oder wer auch nur einen Einblick in die Target2-Mechanik erhalten möchte), dem sei als Lektüre folgende Publikation empfohlen

    „Debatte über die Target-Salden: Replik und Erwiderung“ Wirtschaftsdienst 99. Jahrgang, 2019 · Heft 1 · S. 70–75

    Die Fachzeitschrift ist sicher seriös genug, um einen direkten Link dorthin zu erlauben:

    https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2019/heft/1/beitrag/debatte-ueber-die-target-salden-replik-und-erwiderung.html

  5. Lieber Herr Braunberger ...
    … vielen Dank für Ihre Vorlesung in Buchführung, insbesondere Konzernbilanzierung. Sie können Ihre Gedanken sogar noch weiterspinnen: nehmen wir an, es gäbe Weltbank, die den gesamten Zahlungsverkehr der Welt abwickeln würde. Nach den Regeln der doppelten Buchführung wäre die Bilanz dieser Weltbank ausgeglichen, es gäbe keine Salden gegen irgendein Land. Ihr Denkfehler besteht darin, daß ein Industriekonzern definiert ist als wirtschaftliche Einheit unter einer einheitlichen Führung und in einheitlichem Besitz, nämlich der Anteilseigner. Genau das ist aber in der Europäischen Währungsunion NICHT der Fall. Jedes europäische Land hat eine eigene Regierung und verteidigt seine politische Souveränität mit Zähnen und Klauen. Deshalb ist die von Ihnen durchgespielte Konsolidierung der Target-Salden auf Ebene der EZB NICHT gerechtfertigt. Wirtschaftlich betrachtet sind Target-Salden also sehr wohl Forderungen und Verbindlichkeiten der souveränen Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion. Die Besonderheit besteht lediglich darin, daß diese Salden zZ praktisch unverzinst sind und niemals fällig gestellt werden können …

    • Herr Kühne
      Daß die deutsche Regierung unsere Souveränität – gar mit Zähnen und Klauen – verteidigte, kann ich leider beim besten Willen nicht erkennen…

    • Herr Zenteisch ...
      … wir Deutschen waren immer romantische Träumer. Nicht umsonst ist „… alle Menschen werden Brüder“ in Deutschland entstanden.

  6. Kontokorrent
    Mit der Argumentation kann man auch in Frage stellen, ob der negative Saldo eines Kontokorrentkontos eine Kredit ist. Wären Bank und Kontoinhaber eine Person gäbe es ihn auch nicht.
    Der Saldo ist schlicht und einfach entweder ein Kredit oder eine Forderung. Welche Risiken damit verbunden sind, muss diskutiert werden.
    Es ist schon traurig, dass man nach 20 Jahren EZB und Währungsunion Unklarheit besteht.
    Transparenz geht anders.

  7. alleine durch die EZB
    dann müßten alle Banken im Euroraum ein Konto bei der EZB unterhalten. Natürlich auch alle Staaten. Die Salden würden insgesamt gleichbleiben, nur nicht mehr so einfach auf Länder differenzierbar. Die Diskussion zwischen Ökonomen, ob und wie hoch Deutschland in der Haftung ist, würde wohl bleiben. Das Beispiel mit dem Konto bei der selben Bank, aber anderer Filiale, hinkt insoweit, als die Filiale kein eigenes Rechnungssystem mit einer Bilanz haben dürfte. Das Beispiel mit den zwei Volksbanken ist nicht einfach auf Target anzuwenden. Die DZ-Bank wird jeder Bank, die dort ein Konto führt, auch einen Kreditrahmen eingeräumt haben.Target kann unbegrenzt in Anspruch genommen werden. Die Transaktion des Herrn Maier verursacht in der Folge bei irgend jemand einen Verlust von 1 Mill. €, sobald das Falschgeld erkannt wird. Wenn die EZB Anleihen kauft, dann begibt sie neues Zentralbankgeld. Das Risiko der EZB steigt. Da eine Notenbank jederzeit Geld „drucken“ kann, kann sie aber nicht illiquide werden. Sollte es jedoch zu einem Ende der Gemeinschaftswährung kommen, was bisher immer noch geschehen ist, stellt sich die Risikofrage für die einzelnen Länder sehr wohl.

    • Verwechslung
      Man mischt reale Werte (Auto) mit virtuellen Werten (Versprechen auf Papier mit aufgemalten Zahlen). Während man hier nur ein Auto hat sind Versprechen unendlich möglich. Solange alle mitmachen merkt man das erst, wenn ein wesentlicher Akteur mit großen Versprechen ausfällt. Das Auto kann man fahren solange es fahrtauglich ist, während nicht eingelöste Versprechen wertlos werden.

  8. Entscheidend ist die Realwirtschaft!
    Das Auto-Beispiel ist doch sehr instruktiv: Entsteht ein Target-Saldo, ist das Auto in Italien, wir haben eine Forderung im Target-System. Das Geld landet auf dem Konto der Mitarbeiter und Aktionäre des Herstellers, von da wird es ein paar Mal weitergegeben. Am Ende steht aber ein armer Tropf, der das Geld spart bzw. zu sparen versucht (sonst hätten wir ja keinen Exportüberschuss). Und dieser arme Tropf ist der Verlierer, zumindest weil er keine Zinsen bekommt, vielleicht bezahlt er auch irgendwann mit Geldentwertung oder mit dem Ausfall seiner Staatspapiere.

    Natürlich ist der Target-Saldo nur ein Symptom: Im Ausland werden Euro geschöpft, die landen in Deutschland zum Beispiel auf dem Immobilienmarkt. Hätten wir noch die D-Mark, würde sie so lange aufwerten, bis der Spuk ein Ende hätte.

  9. Sehr guter Beitrag!
    Lehrreich, auch im Bezug auf die aktuelle Debattenkultur.

  10. Was für ein abstruser Geldfälscher-Vergleich
    Natürlich ist die EZB kein Geldfälscher. Der Kritikpunkt ist der, daß die EZB Geld aus dem Nichts schafft, was sie rechtlich zwar befugt ist (sehen wir von der Grauzone der monetären Staatsfinanzierung mal ab), was aber dennoch hinsichtlich ihrer Sinnhaftigkeit diskutiert werden darf.

    Ich muß hier nicht auf die immens negativen Folgen einer ungehemmten Geldvermehrung (u.a. aber nicht nur wegen der Cantillon-Effekts) eingehen. Das haben andere schon zur Genüge getan, erst kürzlich wieder Thorsten Polleit, bspw. im Schweizer Monat.

    Im Übrigen ist es nebensächlich, ob man die Targetforderung als Forderung, die aus dem Verrechnungsverkehr entsteht oder als Kredit bezeichnet. Das Hauptproblem ist, daß sie stark ausfallgefährdet ist! Und wenn eine Bank oder ein Unternehmen ihr Geld nicht mehr bekommt, ist es ihr egal, ob es sich um eine Ausleihung oder eine „normale“ Forderung gehandelt hat. Beides führt in selber Höhe zu einem Zahlungsausfall.

    • Falsche Annahmen ...
      Sie unterstellen ein Ausfallrisiko. Das gibt es aber nicht, da die ECB bei einem Bankrott und/oder Austritt von „Italien“ den Targetsaldo durch Geldschöpfung auffangen kann. Den Verlust tragen dann wieder alle Mitgliedsländer/-zentralbanken pro rata. Aber auch dies ist am Ende ein Buchverlust. Die aus meiner Sicht richtigere Frage ist, ob ein dauerndes Leistungbilanzungleichgewicht gesund ist und dies hat Auswirkungen auch wenn es nicht zum Äußersten kommt.

    • Herr Jörgens
      wenn z.B. Italien seine Zahlungen ganz oder teilweise einstellen würde, hätte das als erstes mal keinen Einfluß auf die Target-Salden. Diese bestehen ja gegenüber der italienischen Notenbank. Die müßte ihre Forderungen gegen den italienischen Staat dann aber wohl (teil-)abschreiben und käme selbst in Bedrängnis. Dies wiederum müßte die EZB zum Anlass nehmen, bei Forderungen aus Target gegenüber der italienischen Notenbank Wertberichtigungen vorzunehmen. Dies könnte bei der EZB zu einem Verzehr des EK führen. Dieses würde dann (was bei normalen Unternehmen nicht geht) auf der Aktivseite ausgewiesen. Was dann passiert, steht im „Belieben“ der Eigentümer, also der anderen Eurostaaten. Mit Geldschöpfung hat das nichts zu tun. Die Geldschöpfung erfolgt bereits beim Kauf der Anleihen.

    • Herr Jörgens
      Natürlich gibt es ein Ausfallrisiko. Daß bei einem Ausfall dann entsprechende Maßnahmen durch die EZB getroffen werden, sei es noch mehr Geld drucken oder andere Maßnahmen, steht auf einem anderen Blatt. Das ändert aber nichts daran, daß das Risiko eines Ausfalls existiert.

      Ihre letzte Frage (und implizierte Antwort, daß ein dauerndes Leistungsbilanzungleichgewicht ungesund ist) teile ich aber.

    • Homo sapiens und sein Geldsystem
      Es ist doch interessant, dass wir uns selber als weise Menschen bezeichnen, auf den Mond fliegen, in die Tiefen des Universums blicken können, aber nicht in der Lage sind unser eigenes Geldsystem zu verstehen.

      Als expliziter homo non sapiens, verstehe ich TARGET2 als eine Art „Anschreiben lassen“, bei dem in diesem Fall die BuBa die nicht gesicherte Forderung gegen die Banco d’Italia und Banco de España in FIAT Geld begleicht und dabei den Wert des Euros unterhöhlt. Stellen wir uns einfach den Fall der ausgeglichenen TARGET2 Salden vor. Dann würde der SEAT, den ich mir gestern für 20.000 gekauft habe mit den 20.000 Euro aus Madrid für einen BMW aus München verrechnet und die BuBa könnte mein Geld nehmen, damit BMW in München bezahlen und die Banco de España bezahlt mit den 20 tausend aus Madrid die Firma SEAT in Barcelona. Dabei wird dann kein neues Zentralbankgeld geschaffen.

      Solange jeder meint, der Kaiser hätte noch Kleider, ist das alles kein Problem und wir machen es wie die US-Amerikaner und fluten die Welt mit Euros. In diesem Sinne sollten wir einfach beginnen alle Rohstoffe in Euro zu bezahlen, vor allem Öl.

      Abgesehen davon hat mich nicht gewundert, dass die heutige FAZ die Angelegenheit nicht kritisch sieht. Das wäre vor 20 Jahren sicher noch anders gewesen. Grossen Dank an die FAZ für die Möglichkeit im Forum das Thema kontrovers diskutieren zu dürfen, so muss es sein.

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