Fazit – das Wirtschaftsblog

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Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

Warum Frauen so wenig Gehalt erwarten

| 15 Lesermeinungen

Frauen erwarten weniger Gehalt als Männer. Der “Gender Pay Gap” beginnt schon bei den Wünschen. Was ist da los?

Bei der Präsentation (Foto: Getty)

Frauen verdienen in Deutschland weniger Geld als Männer. Diesem Satz stimmt wohl jeder zu. Doch gleich danach geht schon der Streit los: Wie viel weniger verdienen sie? Und woran liegt das? Eine neue Studie macht deutlich: Es liegt auch daran, dass viele Frauen andere Prioritäten haben – und zwar nicht nur die Frauen älterer Generationen, sondern auch junge Frauen, die noch nicht einmal angefangen haben zu studieren.

Frau bei der Arbeit

In den vergangenen Jahren hat sich herausgestellt: Die Gehälter von Frauen und Männern unterscheiden sich am Anfang des Berufslebens gar nicht so sehr – bis die Kinder kommen. In kaum einem anderen Land verlieren Mütter so viel von ihrem früheren Verdienst wie in Deutschland. Fast jede zweite erwerbstätige Frau in Deutschland arbeitet Teilzeit. Männer dagegen steigern ihren Verdienst eher noch etwas, wenn sie Kinder haben.

Entsprechend ist der Verdienstunterschied (“Gender Pay Gap”) zwischen Männern und Frauen recht klein, solange sie noch keine 30 sind. Danach wird er aber deutlich größer.

Der ganz bereinigte Gender Pay Gap beträgt zwei Prozent

Insgesamt verdienen Frauen je Stunde 20 Prozent weniger als Männer, so gibt es das Statistische Bundesamt als “unbereinigten Gender Pay Gap” an. Vergleicht das Amt Männer und Frauen in ähnlichem Alter und mit ähnlicher Arbeit, dann verdienen die Frauen 7 Prozent weniger. Doch auch das ist nur ein Teil der Erklärung, denn die Statistik berücksichtigt nicht die Elternzeiten. Sie vergleicht Männer mit zehn Jahren Berufserfahrung mit Frauen, die vier Jahre Berufserfahrung und sechs Jahre Elternzeit haben. Wenn Ökonomen dieses Manko der Statistik beheben, kommen sie auf eine Gehaltslücke von 2 Prozent.

Unter ganz gleichen Bedingungen verdienen Frauen und Männer also recht ähnlich. Doch das ist nicht die ganze Debatte. Immer mehr richtet sich der Fokus darauf, dass Frauen nicht auf die Chefposten kommen. Unter 190 Vorständen der Dax-Unternehmen sind nur 27 Frauen. Viele Headhunter und selbst Frauen in Führungspositionen berichten, dass junge Frauen sich nach der Geburt ihres ersten Kindes oft mehr für die Familie interessieren als für ihr berufliches Fortkommen.

Die Europäische Zentralbank hat das im vergangenen Jahr für ihr Personal systematisch ausgewertet und festgestellt: Dass sie jahrelang so wenige Frauen beförderte, lag nicht so sehr an Diskriminierungen im Auswahlverfahren. Es lag vielmehr daran, dass sich so wenige Frauen um Beförderungen bewarben. Erst als Frauen im Auswahlverfahren doppelt so hohe Erfolgschancen hatten wie Männer, glichen sich die Beförderungszahlen an.

Warum bewerben sich Frauen seltener um Führungspositionen?

Über die Gründe für all das wird viel diskutiert: Liegt es daran, dass Jungen schon als Kinder mehr Lust auf Wettbewerbe haben als Mädchen? Und ist das eher angeboren oder eher anerzogen? Oder liegt es daran, dass die Frauen zu Hause mehr Verantwortung übernehmen? Führt das dazu, dass Männer und Frauen weibliche Chefs für weniger kompetent halten? Für all diese Erklärungsansätze gibt es zumindest Indizien. Jetzt kommt noch ein neuer Grund dazu: Frauen erwarten von vornherein geringere Verdienste – und zwar auch deshalb, weil ihnen anderes wichtiger ist als Geld.

Im Frühling erst zeigte eine Studie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, dass Frauen mit geringeren Gehaltssteigerungen rechnen als Männer. Im „sozioökonomischen Panel“ wurden 710 beschäftigte Personen gefragt, wie hoch sie ihr Gehalt in einem, in zwei und in zehn Jahren schätzen. Dabei wurde deutlich: Männer erwarten höhere Gehaltssteigerungen als Frauen. Das gilt vor allem für junge Leute unter 35 und im besonderen für Akademiker: Die Männer rechnen damit, dass ihr Gehalt in zehn Jahren um mehr als 80 Prozent steigt, Frauen rechnen nicht mal mit 40 Prozent Zuwachs.

Solche Erwartungen können durchaus selbsterfüllend wirken – wenn sie nämlich dazu führen, dass Frauen sich eher aus dem Karriere-Rennen zurückziehen als Männer. Wer sowieso nicht an den großen Erfolg glaubt, der verzichtet auch eher auf die Anstrengungen, die im Rennen um die nächste Beförderung immer wieder nötig sind. Das stimmt einerseits. Andererseits zeigt eine neue Untersuchung, dass die Wirkung auch umgekehrt läuft: Wer von vornherein die Karriere nicht als höchstes Ziel im Leben hat, der erwartet entsprechend geringere Lohnsteigerungen.

Warum erwarten Frauen weniger Lohn?

Frisch veröffentlicht ist eine Untersuchung eines Teams der Universität Stuttgart-Hohenheim, das die Gehaltserwartungen von Studienbewerbern analysiert hat. An der Universität des Saarlandes wurden mehr als 2000 künftige Studenten nach ihren Gehaltserwartungen befragt. Während die Männer nach ihrem Studium durchschnittlich mit einem Monatsgehalt von fast 3600 Euro rechnen, schätzten die Frauen ihr Gehalt eher auf 3000 Euro – rund 20 Prozent weniger. Aus anderen Angaben im Fragebogen bekamen die Forscher Hinweise darauf, woran das lag. Am wichtigsten war die Wahl des Studienfaches: Frauen bewarben sich besonders oft um Studienplätze in den Geisteswissenschaften und in der Pädagogik, wo die Gehälter traditionell niedrig ausfallen. Männer bewarben sich oft in Mathematik, Informatik und Wirtschaftswissenschaften – das ist nichts Neues. Allein das sorgt aber für rund ein Drittel der erwarteten Gehaltsunterschiede.

Ebenfalls eine Rolle spielte, dass Männer sich ihrer Gehälter sicherer sind. Die Forscher verglichen die Gehaltserwartungen mit der Abiturnote und stellten fest, dass auch Männer mit schlechten Noten gerne mal mit hohen Gehältern rechnen. Nun mögen Männer von ihren eigenen Fähigkeiten traditionell überzeugter sein als Frauen. Es könnte aber auch daran liegen, dass die Abiturienten die Diskussion über Gehaltsunterschiede mitbekommen haben. Jedenfalls macht es nicht viel aus: Das Selbstbewusstsein erklärt nicht mal ein Zehntel der erwarteten Gehaltsunterschiede.

Frauen berücksichtigen eher andere Faktoren als das Geld

Mindestens ebenso wichtig war ein anderer Faktor: Die Studienbewerber wurden auch gefragt, ob sie auf einen überdurchschnittlichen Verdienst Wert legen und ob die Gehaltsperspektiven für die Wahl ihres Studienfachs wichtig waren. Auch bei den Antworten auf diese Fragen gab es messbare Unterschiede zwischen Frauen und Männern. „Eine mögliche Erklärung ist, dass Frauen eher als Männer bei der Stellensuche andere Aspekte berücksichtigen als Geld“, schreiben die Autoren.

Denkbar ist vieles: flexible Arbeitszeiten, gutes Betriebsklima, Spaß an der Arbeit, vielleicht auch das gute Gefühl, Menschen zu helfen – und so weiter. Nicht auszuschließen, dass das schon bei der Berufswahl eine Rolle spielt.

Und da wird es grundsätzlich: Ist es in Ordnung, dass Frauen andere Vorlieben haben als Männer? Wenn es in Ordnung ist: Muss dann überhaupt noch etwas geschehen? Wenn sich die Vorlieben dagegen angleichen müssen: Wer muss sich dann ändern, die Männer oder die Frauen? Können Unternehmen besser auf die unterschiedlichen Vorlieben eingehen – oder schwächen sie sich dadurch selbst? Solche Fragen kann keine Statistik beantworten.

Sicher ist nur: Wenn junge Frauen jetzt so denken, ist die Wahrscheinlichkeit klein, dass sich die Gehaltslücke in den kommenden Jahren schnell schließt.

 

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15 Lesermeinungen

  1. vcaspari sagt:

    Hier disktutieren nur Männer.
    Lesen Frauen diesen Blog nicht? Warum? Keine Zeit? Kein Interesse? Keine Lust? Selbstselektion sagt auch etwas aus, aber was genau?

    • Patrick Bernau sagt:

      Der Kommentar von Franka Hainsch war noch nicht freigegeben, als Herr Caspari seinen schrieb. Von Social Media kann ich jedenfalls sagen, dass der Beitrag auch Resonanz bei Frauen gefunden hat. Was uns zur Frage bringt: Warum kommentieren hier relativ wenige?

  2. FrankaHainsch sagt:

    Bezahlung ist nicht alles, der bestens bezahlte Job macht keinen Spaß, wenn er keinen Spaß macht.
    Viele Frauen haben erfahrungsgemäß andere Prioritäten und Interessen und hierzulande können wir so frei sein, ihnen auch beruflich nachzugehen.
    Wir sind frei, gleichberechtigt und selbstbestimmt genug, zu wählen, was wir wollen. Und das tun wir mehrheitlich auch.

    Ich habe einen typischen Frauenberuf, ich habe Freude daran und mein Verdienst liegt über dem Medianeinkommen. Mein Mann hat einen typischen Männerberuf, er bringt mehr Geld als ich nach Hause – aber ich wollte nicht mit ihm tauschen.
    Bezahlung ist nicht alles, der bestens bezahlte Job macht keinen Spaß, wenn er keinen Spaß macht.

    Aber ganz so schlimm ist es mit dem Gender-Pay-Gap offensichtlich gar nicht, wenn die Gehaltslücke bereinigt nur noch etwa zwei Prozent beträgt.
    Nun ist die Frage, ob es wirklich das Interesse “der Frauen” ist, diese läppischen zwei Prozent auch noch zu überwinden oder ob sich nur nur eine kleine, aber lautstarke Minderheit (die keinesfalls auf demokratischem Wege dazu legitimiert wurde) anmaßt, für ALLE Frauen zu sprechen.
    “Not in my name” kann ich da nur sagen.

  3. Goofyy sagt:

    Bei uns exakt gleich
    Ich habe Einsicht die Daten eines Großbetriebes – bei uns ist das exakt gleich. Zumal auch Tarif als Messlatte gilt. Beobachten kann man das übliche – sehr gute bezahlte Berufe in der IT werden meist nicht von Frauen ausgeübt. Weitere Effekt: Mit etwas Berufserfahrung wiegen Frauen bei Führungsjobs sehr genau die Vor- und Nachteile ab. Und häufig entscheiden sie sich für die Option, die ihnen eine bessere Work-Life-Balance verspricht. Auch ist der Anteil an Frauen, die klar sagen “De Arbeit ist toll aber nicht das ganze Leben”, größer als bei Männern

  4. Lupofaz sagt:

    Studienfach, BWL?
    Der Autor schreibt ganz treffend bezogen auf den MINT-Bereich „Am wichtigsten war die Wahl des Studienfaches“. Das ist ja nun nichts neues (in z.B. Italien und Portugal ist das übrigens anders). Die jungen Damen in D wollen das halt zum großen Teil nicht.

    Wie wäre es, mal speziell im Bereich des Studienfaches BWL zu untersuchen: etwa 50m/50w-Anteil bei den Studienanfängern, und danach an Berufsbildern alles dabei. Top-Leitungspositionen (in denen echte MINTler übrigens eher selten sind), Selbständige, mittleres Management, Sachbearbeiter, …

  5. SatoshiPolitico sagt:

    Schulnoten kein guter Predictor von Berufserfolg
    Dann noch eine kritische Anmerkung zu diesem Beitrag bzw. zu der vorgestellten Studie: Schulnoten sind kein besonders guter Predictor des Berufserfolgs und der künftigen Höhe der Arbeitsvergütung. Denn das Schulsystem bewertet besonders positiv diejenigen Individuen, die die Vorgaben der etablierten Autorität (des Schulsystems selbst) möglichst minutiös erfüllen. An den Spitzen des realen Lebens (in der Unternehmensführung aber auch etwa in der Spitzenpolitik) geht es jedoch nicht um die Erfüllung von Vorgaben einer Autorität, sondern um das Beschreiten neuer Wege, um die Bestimmung der Leistungskriterien für andere und um den offenen Konkurrenzkampf gegen andere Anwärter auf die Spitzenpositionen. Das ist auch der Grund, warum Frauen zwar besser als Männer in der Schule sind, aber nicht so erfolgreich beim Aufstieg in die Top-Positionen. (Deshalb auch die regelmäßigen Rufe nach einer “Frauenquote”, die eine klare institutionelle Begrenzung der offenen Konkurrenz wäre.) Eine feministische Publizistin Thea Dorn ist darauf aufmerksam geworden und sprach vom Paradox der Musterschülerinnnen: diese sind erfolgreich im Berufsleben, wie solange es über ihnen noch mindestens eine Autoritätsstufe gibt, deren Leistungsvorgaben sie dann vorbildlich erfüllen können. Sobald jedoch es um die Top-Position geht, sind die Musterschülerinnen “aufgeschmissen”, weil sie nun in einen offenen Konkurrenzkampf mit anderen Bewerberinnen und v.a. Bewerbern treten müssen. An diesem Phänomen zeigt sich wie in einem Vergrößerungsglas, dass die Schulleistung und die marktwirtschaftliche Leistung nicht eins-zu-eins übersetzbar sind. Ein viel besserer Predictor des beruflichen Erfolgs als Schulnoten ist deshalb das Ergebnis des IQ-Tests, mit dem die Fähigkeit zum komplexen, abstrakten Denken gemessen wird. Last but not least: auch die Tatsache, dass viele Stars der digitalen Revolution “College-Dropouts” oder noch “schlimmer” sind, verdeutlicht, dass das Bildungssystem und das Wirtschaftssystem nicht nach denselben Leistungsprinzipien operieren. Damit will ich nicht aussagen, dass Schulbildung und Schulleistung völlig unbrauchbar sei.

  6. ASeidl sagt:

    Ich halte diese Debatten für sinnlos
    Denn es gibt noch viele weiter Faktoren die Einfluß haben, nämlich beispielsweise daß Männer tendenziell selbstbewußter ihre Forderungen vertreten und überzeugter von sich selbst sind wie gut und toll sie sind. Das verschafft in Gehaltsverhandlungen einen kleinen Vorteil. Dazu kommt daß Männer tendenziell mehr zu technischen Berufen tendieren, die in der Regel besser entlohnt sind.

    • Patrick Bernau sagt:

      Diese beiden Faktoren hat die Studie berücksichtigt, das ist im Beitrag auch thematisiert: und zwar in den Absätzen, die hinter “Am wichtigsten war die Wahl des Studienfaches:” folgen.

  7. Jomasix sagt:

    Mal ein anderer Ansatzpunkt ...
    Man könnte dieses Dilemma auch mal andersrum angehen.

    Dass Männer sich so einfach auf den Beruf fokussieren können während Frauen eher für die Familie da sind, liegt zu einem großen Teil daran, dass

    1) es Männern von der Gesellschaft her sehr leicht gemacht wird, sich um die Verantwortung zu drücken.

    2) unsere (Familien-)Gerichte mit ihrer männerbenachteiligenden Rechtssprechung in Sorgerechtsdingen & Co. diese Einstellungen auch noch massiv forcieren.

    3) Es Ministerien gibt, die sich um Frauen und Familie kümmern, aber keines, das sich um Männer und Familie kümmert.

    4) Die Medien dies ebenfalls forcieren. Gerade letztens eine Folge der (Kinder-)Sendung Pur+ gesehen über Pflegekinder: Da ging es nur um die Mütter der Pflegekinder, und dass die sich nicht um die Kinder kümmern können, weshalb sie zu einer Pflegefamilie mussten. Kein Wort über die Väter der in der Sendung vorgestellten Kinder. Na, was lernen die jungen Fernsehzuschauer daraus? Kinder sind Müttersache.

    5) Das Thema “Vereinbarung von Familie und Beruf” wird sehr aus Frauensicht diskutiert. Hier gehen die Belange von Männern irgendwie unter. So gibt es zum Beispiel hier in Deutschland einen Konzern, bei dem es in der Coronakrise für eine vierstellige Anzahl von Mitarbeitern hieß (davon vermutlich über 80% Männer): Jeder darf Home Office machen, bei dem es möglich ist. Mit Ausnahme derer, die Kinder zu betreuen haben. Man stelle sich vor, das hätte eine Firma gemacht mit 80% Frauenanteil. Die wäre in den Medien gevierteilt worden. Aber hier? Kein sterbenswörtchen. Nirgendwo.

    Ich wäre sehr dafür …

    1) Eine Elternzeitquote für Männer einzuführen. Männer müssen mindestens ebensoviel Elternzeit nehmen wie die Mütter. Ggf. mit zusätzlichem Ausgleich des dadurch entstehenden erhöhten Verdienstausfalls, um wirtschaftliche Härtefälle bei hohem Gehaltsgefälle zu vermeiden.

    2) Vor Familiengerichten verstärkt zu berücksichtigen, dass Männer nicht nur ein Sorgerecht, sondern auch eine Sorge- und Umgangspflicht haben und effektiver gegen Umgangsvereitelung und -erschwerung (z.B. durch Umzug) vorzugehen. Denn primär haben die Kinder ein Recht auf ihre Eltern. Und zwar auf beide. Und endlich ein Ende des “Das Kind gehört zur Mutter”-Dogmas.

    3) Ebenso wie es eine Quote für Frauen in bestimmten Männerdömänen gibt, eine Quote bzw. verbesserte Bedingungen für Männer in Frauendomänen einführen. Insbesondere bei KiTas und Grundschulen, wo heute die Kinder fast durchgängig lernen, dass Kindererziehung Frauensache ist und Männer bestenfalls im Sportunterricht oder als Hausmeister taugen.

    Es gäbe noch vieles, was man tun könnte, um Männer in Familiendingen verstärkt zur Verantwortung zu ziehen bzw. es Frauen zu erschweren, Männer aus der Familiensorge herauszudrängen.

    Ich wünsche mir hierzu eine verstärkte Diskussion in den Medien. Denn wenn wir wollen, dass die Väter von morgen anders ticken, müssen wir bei den Kindern von heute anfangen.

  8. SatoshiPolitico sagt:

    Intrinsische Vergütung meist unberücksichtigt
    Der Großteil der Debatten zum Thema Einkommensungleichheiten läßt systematisch einen wichtigen Aspekt unberücksichtigt, den man als “intrinsische Vergütung” (intrinsic reward) bezeichnen kann. Alltagssprachlich ausgedrückt geht es dabei um den Spass, der aus einer bestimmten (Arbeits)Tätigkeit resultiert. Die Erziehung der eigenen Kinder impliziert, dass man relativ viel Zeit mit den eigenen Kindern verbringt und die meisten Menschen verbringen gerne Zeit mit ihren Kindern — viel lieber als etwa mit teils nervigen Kunden des Unternehmens, bei dem sie beschäftigt sind. Und allem Anschein nach liegt es den Frauen mehr daran, vergleichsweise viel Zeit mit ihren Kindern zu verbringen als den Männern. Sie erzielen dadurch zwar ein niedrigeres monetäres Lebenseinkommen, aber zugleich erhalten sie eine höhere intrinsische Vergütung, weil sie viel mehr von ihrer Lebenszeit mit den Menschen verbringen, die sie lieben – nämlich mit ihren eigenen Kindern. Die hier vorgestellte Studie zeichnet sich positiv dadurch aus, dass sie auf das Phänomen der “intrinsischen Vergütung” verweist, wenn auch ohne diesen Begriff zu verwenden.

  9. 47110815 sagt:

    Freiheit der Entscheidung
    Die Befunde des Artikels passen zu der Beobachtung einer negativen Korrelation zwischen der Geschlechtergleichheit und dem Anteil von Frauen in mathematisch-naturwissenschaftlichen Studienfächern: je höher der WEF-Gender Equality Index, desto niedriger der Anteil von Frauen in den MINT-Fächern.

  10. Polyglott sagt:

    Das wird unsere Social Justice Warrior auch nicht abhalten ..
    … weiter in die individuellen Freiheiten einzugreifen. Totalitäre Gleichmacherei unter dem Deckmantel vermeintlicher Ungerechtigkeit. Frauen habe so zu sein, wie die Feministinnen sich das wünschen um um als Schachfiguren im Rachefeldzug gegen die Männer zu funktionieren und den (falschen, aber zumindest hier weitgehend überwundenen) Chauvinismus durch den Feminismus zu ersetzen!

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