Fazit – das Wirtschaftsblog

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Für alle, die’s genau wissen wollen: In diesem Blog blicken wir tiefer in Börsen und andere Märkte - meist mit wissenschaftlicher Hilfe

Warum wir auf diese Weise zum Grundeinkommen forschen

| 27 Lesermeinungen

Über das neue Experiment zum Grundeinkommen wird in Deutschland schon heftig diskutiert. Hier antwortet einer der Forscher:
Jürgen Schupp, DIW Berlin und Freie Universität

© dpaGoldenes Konfetti warb in der Schweiz für das Grundeinkommen (Foto: dpa)

Wir haben die Marke von einer Million Bewerbungen in nur drei Tagen geknackt: Das gemeinsam vom Verein Mein Grundeinkommen und einer Gruppe von unabhängigen WissenschaftlerInnen diese Woche gestartete Pilotprojekt Grundeinkommen übertraf nicht nur unsere Erwartungen, was die mögliche Resonanz in den Medien betrifft, sondern vor allem auch, was die nach statistischen Vorüberlegungen angestrebte „bestmögliche“ Auswahlpopulation unserer Stichprobe betrifft.

Wir waren darauf vorbereitet, Interessierten bis Anfang November – also knapp drei Monate – Zeit zu geben, um sich für die Langzeitstudie zum bedingungslosen Grundeinkommen zu bewerben. Dieses Ziel wurde in noch nicht einmal drei Tagen bereits erreicht. Offensichtlich hatten wir unterschätzt, welchen Nerv das Thema und die Kombination der „Social Entrepreneurs“ des Vereins und eines an der wissenschaftlichen Fragestellung der Wirkung eines Grundeinkommens brennenden Forscherteams trifft. Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass die Motivation der über eine Million Bewerbenden ausschließliches Streben nach Lotterieglück sei. Das ist nicht auszuschließen. Aber dieses Geld, das der Verein Mein Grundeinkommen seit Jahren umverteilt, wird von der Zivilgesellschaft – ohne Steuervergünstigungen – seit Jahren „verschenkt“. Dieses prosoziale Verhalten von annähernd 200.000 Spendenden (sog. Crowd-Hörnchen) hat in letzten fünf Jahren dazu geführt, 668 Personen „bedingungslos ein Grundeinkommen für ein Jahr in Höhe von 1000 Euro“ auszuzahlen. Auf diesen Hunderten „anekdotischen“ Vorerfahrungen der Initiatoren konnte unser Forscherteam in der Konzeption, methodischen Umsetzung sowie bei der Fragebogengestaltung des wissenschaftlichen Teils des Pilotprojektes aufbauen, der dann ab Frühjahr 2021 mit der vergleichenden Langzeitbeobachtung starten wird.

Ist die Stichprobe zu klein?

Aber neben der großen öffentlichen Zustimmung werden auch etliche kritische Stimmen laut zu Fragen, die wir uns auch bereits vor dem Start selbst gestellt haben. Die Stichprobe für das Experiment sei mit 120 Grundeinkommensbeziehenden zu klein. Natürlich arbeiten wir als Forschende bei unseren Analysen lieber mit einer Fallzahl von über 1.000 Personen; die statistische Kraft, auch kleine Wirkungseffekte identifizieren zu können, würde dann enorm wachsen. Mit dieser kleinen Fallzahl bedarf es wahrhaft „großer“ Effekte. Um ein Beispiel zu nennen: Erst wenn die Spendenquote bei Grundeinkommensbeziehenden um rund zehn Prozentpunkte in der Teilnahmegruppe innerhalb eines Jahres steigen würde, wäre unsere Hypothese, dass ein Grundeinkommen das prosoziale Handeln signifikant zu steigern vermag, bestätigt und statistisch abgesichert. Wir werden unsere Forschungshypothesen mit unserer vergleichsweise kleinen – aber für wissenschaftliche Feldexperimente keineswegs zu kleinen – Stichprobe selbstverständlich mit dem konkreten Start des Experimentes innerhalb der scientific community transparent machen und wie dies mittlerweile in der Forschung üblich ist prä-registrieren. Und als Forschende werden wir dem Grundeinkommen keine Wirkung zuschreiben, wenn wir nicht in der Lage sind, es auch empirisch belegen zu können.

Das Team: Jürgen Schupp, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Susann Fiedler, Leiterin Erforschung von Gemeinschaftsgütern am Max-Planck-Institut, Janine Busch, Projektleiterin Pilotprojekt «Mein Grundeinkommen», und Michael Bohmeyer, Initiator des Vereins «Mein Grundeinkommen». Foto: dpa

Wieso nun „nur“ 120 Probandinnen? Weil dies bereits bedeutet, was jede/r mit dem Taschenrechner leicht ausrechnen kann, dass wir damit pro Jahr mehr als 1,7 Millionen Euro „umverteilen“ werden. Mehr als 140.000 Menschen der Zivilgesellschaft sind aktuell bereit, monatlich auf Geld zu verzichten, da sie offensichtliche Sympathien für ein bedingungsloses Grundeinkommen sowie eine wissenschaftliche Begleitstudie dazu haben. Sie ermöglichen es erst mit ihren vielen kleinen Spenden, dass der Verein 120 Personen in die Lage versetzen kann, über das von der Zivilgesellschaft „geschenkte Geld“ bedingungslos verfügen zu können. Ob dessen Verwendung wie Lottogeld erfolgen wird, bleibt eine empirische Frage, die wir bei unserer Forschung auch im Blick haben werden. Sollte es den InitiatorInnen der Studie nun wie angekündigt gelingen, durch einen Spendenaufruf sowie die Öffnung der Studie für mehr als 1 Million Menschen weitere Studienplätze für Grundeinkommensbeziehende und die Vergleichsgruppe für die Forschung bereitzustellen, würde dies die statistische Präzision sowohl bei der Auswahl der Untersuchungsgruppen als auch bei den geplanten Analysen erhöhen. Und auch die Frage einer nie auszuschließenden Selbstselektion bestimmter Personengruppen in das Sample werden wir selbstverständlich bei der Anfang 2021 zu erfolgten Stichprobenbildung bestmöglich empirisch zu lösen versuchen.

Läuft das Experiment zu kurz?

Kann nun ein auf drei Jahr befristetes Projekt überhaupt die Frage beantworten, ob die zentrale Frage, ob nicht doch langfristige „unbeabsichtigte Nebenwirkungen“ im Verhalten auftreten? Dies ist selbstverständlich nicht auszuschließen. Aber wie auch bei Zulassungen von Medikamenten bei pharmazeutischen Wirkungsstudien kann nicht grundsätzlich –  aber in der Regel mit sinkender Wahrscheinlichkeit – ausgeschlossen werden, dass es auch nach Abschluss einer Zulassung dennoch zu bis dahin nicht beobachteten Nebenwirkungen im weiteren Verlauf kommen kann. Die mögliche politische Bewertung unserer Forschungsergebnisse wird ohnehin an anderer Stelle vorgenommen werden. Aber wir schätzen uns glücklich, dass wir im Gegensatz zur im letztes Jahr abgeschlossenen finnischen Studie zum Grundeinkommen oder in Kanada abgebrochenen Studie, unsere Langzeitstudie auf immerhin drei Jahre anlegen und hoffentlich auch zum Abschluss bringen können.

Forschung mit der Zivilgesellschaft

Die große vielfältige Resonanz auf unsere Studie sowie die berechtigte Erwartung der Zivilgesellschaft, dass sich die Forschung der Frage widmet, wie praxistauglich und wirksam ein Grundeinkommen ist, motiviert auch uns, bestmögliche handwerkliche Forschungsarbeit zu erbringen. Wir arbeiten, auch um unsere wissenschaftliche Unabhängigkeit glaubhaft nach außen belegen zu können, „ohne Bezahlung“ durch den Verein Mein Grundeinkommen. Natürlich forschen wir – nicht nur – in unserer Freizeit für dieses Projekt, sondern vor allem im Rahmen unserer institutionellen Grundförderung. Und unsere Zuwendungsgeber ermutigen uns seit einigen Jahren, aus dem Elfenbeinturm der Wissenschaft herabzusteigen, um „relevante“ Forschung zu betreiben und den Austausch und den Dialog mit der Zivilgesellschaft aktiv zu suchen. Wissenstransfer ist nämlich schon längst mehr als „nur“ das Verfassen von Pressemitteilungen, also eine kommunikative Einbahnstraße. Zeitgemäßer Wissenstransfer erfordert auch bei Themen, die die Menschen und die Gesellschaft zum Gegenstand haben, Kooperation und Austausch auf Augenhöhe. Für uns Forschende sind sowohl die Spendenden als auch die große Zahl der für die Längsschnittstudie bereitstehenden Bürgerinnen und Bürger im wahrsten Sinne „citizen scientists“.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek setzt sogar Anreize, um den Austausch von Forschenden mit der Gesellschaft zu intensivieren. So unterstützt sie mit einem eigenen Förderprogramm den bereits begonnenen Kulturwandel hin zu einer kommunizierenden Wissenschaft.

Durch die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern aber auch durch die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Vereinigungen wie in unserem Fall dem Verein Mein Grundeinkommen sowie das hohe – selbst internationale – mediale Interesse an dem geplanten Projekt führt dies zu einer wachsenden Auseinandersetzung nicht nur mit den Themen und Forschungsfragen der Wissenschaft, sondern auch mit unserer wissenschaftlichen Arbeitsweise. Unsere Forschung profitiert deshalb vom Wissen der Vielen sowie deren Bereitschaft, uns viele Daten, aber auch enorme finanzielle Ressourcen zur Durchführung unserer Forschung bereitzustellen. Wir als Forschende im Pilotprojekt Grundeinkommen fühlen uns verpflichtet, dieses Vorabvertrauen in wissenschaftliche Erkenntnis zu transformieren.

Kann das Grundeinkommen schaden?

Kann man Schaden anrichten, wenn man ein Grundeinkommen einführt? Schon möglich. Wenn man es nicht einführt aber vor allem auch keine Grundlagenforschung dazu betreibt, kann man jedoch möglicherweise ebenfalls künftig Schaden anrichten. Denn wer kann schon ausschließen, dass die Gewährung eines Grundeinkommens nicht vielleicht doch in einigen Jahren eine überlegene Alternative zum Status Quo unseres gegenwärtigen Sozialsystems darstellen kann? Dieses Risiko einer verpassten Klärung wollen wir – ausgestattet mit einem Mandat der Vielen – nicht eingehen. Deshalb wollen wir es jetzt wissen und starten in dieser ungewöhnlichen Form ein gemeinsames Forschungsprojekt zu einem gesellschaftlich relevanten Thema, wohl wissend, dass unser wissenschaftlicher Beitrag zur Klärung nur ein bescheidener Puzzlestein sein wird.

 


27 Lesermeinungen

  1. vcaspari sagt:

    Wir wissen alles und haben vor allem eine Meinung
    Es ist schon erstaunlich, wie viele Zeitgenossen es gibt, die eigentlich alles bereits wissen und jegliche Forschung zu relevanten sozialpolitischen Grundfragen für irrelevant, ihren eigenen Senf aber für Weisheiten halten. Deutschland – das Land der Dichter und Denker – wohl eher der Dichter.

    • FDominicus sagt:

      Haben Sie den Bericht gelesen
      Nur als Idee 200 000 Spendende für 668 Empfangende. Fällt Ihne dazu wirklich nichts ein?

    • vcaspari sagt:

      @ FDominicus
      So mancher hat sich wohl die Welt
      Bedeutend besser vorgestellt –
      Getrost! Gewiß hat sich auch oft
      Die Welt viel mehr von ihm erhofft!

  2. FrankSpaeter sagt:

    Grundeinkommen ist richtig
    Das Grundeinkommen ermöglicht die Arbeitswelt für Arbeitnehmer freier zu gestalten und keiner muss sich mehr für Leistungen vom Staat rechtfertigen. Dafür können u. a. Gelder für Arbeitsagentur, Jobcenter und weitere davon profitierende Firmen, wie z. B. Bildungsträger eingespart werden.

  3. DerBernie sagt:

    Kein Mensch braucht das
    Es gab schon eine Reihe von Experimenten, bei denen Geld verteilt wurde. Die Kritiker des Grundeinkommens zielen auch selten darauf ab, daß Leute schweren Schaden nehmen, die das Geld bekommen, sondern darauf, wo das viele Geld herkommen soll.
    Hier geht es wie bei vielen Studien wohl eher darum, daß die Forscher irgendwelche Gelder für ihre Forschung abgreifen können. Ein wirkliches Experiment wäre es gewesen, wenn die Leiter der Studie einen erheblichen Teil ihres eigenen Einkommens hätten abgeben müssen um anderen das Grundeinkommen zu finanzieren. Wie de sich dann nach drei Jahren gefühlt hätten, das hätte mich wirklich interessiert.

    • jps1956 sagt:

      Vermutungen müssen nicht stimmen
      Keiner der Forschenden hat bislang “Forschungsgelder abgegriffen” – im Gegenteil, wenn ich meine in den letzten zwei Jahren in Konzeption und Vorbereitung bislang investierte “Freizeit” (oder gerne auch unbezahlte Überstunden) monetär bewerten würde und mich frage wie ich mich fühle? Punkt 9 auf der 11er Skala der Lebenszufriedenheit

  4. Rother sagt:

    So kann man nichts lernen
    Zumindest nichts über die Umsetzbarkeit und die langfristigen Wirkungen eines Grundeinkommens.

    Götz Werner hat in seinem Buch zu dem Thema Hypothesen aufgestellt, auf deren Basis seiner Ansicht nach eine Grundeinkommensgesellschaft funktionieren würde. Zum Beispiel dass einfache, schlecht bezahlte Tätigkeiten eine Aufwertung erfahren würden, weil der quasi-Arbeitszwang entfiele. Was man schon hinterfragen muss, weil es in einer Grundeinkommens-Gesellschaft keinen zwingenden Grund mehr für Mindestlöhne gäbe. Oder dass junge Menschen sich ohne das Problem der Ausbildungsfinanzierung freier und besser entwickeln würden. Auch das, fraglich, denn wenn mit der Volljährigkeit einfach so die finanzielle Unabhängigkeit vom Elternhaus käme, wäre auch der soziale Druck ein Stück weit weg, sich mit voller Kraft um die eigene Zukunft kümmern zu müssen.

    Sowas kann man jedoch nicht verifizieren, indem man ein paar Leuten für eine begrenzte Zeit Geld gibt, während drumherum die Gesellschaft normal weiterläuft und auch die Testsubjekte von Anfang an wissen, dass sie am Ende des Experiments wieder in diesen Trott zurückmüssen. Solche Experimente kann in sinnhafter Weise nur der Staat durchführen, und zwar mit der Gesamtbevölkerung als Studienobjekt. Wobei in so einem Szenario das Grundeinkommen erstmal nicht existenzsichernd zu sein bräuchte.

  5. H.Bauernfeind sagt:

    "Forscher" mit einem "Grundlagenexperiment"
    Darüber kann man doch nur ganz laut lachen. Als Indikator für “prosoziales Handeln”, soll dann gerade die Spendenquote dieser Grundeinkommensbezieher dienen. Da schafft man sich ja eine lustige Abhängigkeit. Man koppelt das “prosoziale Handeln” einzig und allein an dem Umstand, ob der Luxus der Geldgeschenke nach Abzug der Lebenshaltungskosten noch übrig bleibt. Das hat schon deshalb einen absurden Charme, weil in der realen, deutschen Welt die Anderen dieses Grundeinkommen zusätzlich zu ihrem Einkommen erwirtschaften müssen. Denen wird dann das letzte Hemd ausgezogen, damit Andere sich von ihrem Geld als “prosoziale” Wohltäter feiern lassen können? Nebenbei lernt man doch schon im ersten Semester, die ein Überangebot zu einem Wertverfall führt. Das gilt auch insbesondere für das Geld. Der schon immer beschränkte Platz an der Sonne wird dann noch teurer und das ach so großzügig bemessene Grundeinkommen plötzlich nicht mehr viel wert sein. Nein, für ein echtes Grundlagenexperiment müßte man in einem Dorf, Stadt oder Landkreis das Grundeinkommen einführen und gleichzeitig autark durch die Abgaben der anderen Bürger gegenfinanzieren. Da könnte man dann eruieren, ob der propagierte Nutzen der Empfänger auch einen Nutzen für die Zahler schafft, denn die Grundidee des BGE ist ja die fixe Idee, dass die Leute ihre Jobs ja alle quasi freiwillig und ohne Bezahlung machen würden. Im Grunde nähern wir uns schon seit Jahren einem BGE an. Die Abgabenquote auf die Einkommen wird immer höher, die Lohnkosten für einen akzeptablen Job werden auch immer höher, so dass mittlerweile viele Tätigkeiten von unseren Kulis ausgeführt werden müssen: Expatriats, die in Osteuropa leben und für wenig Geld auf den Feldern werkeln oder auch die ganzen Migranten, die eine zeitlang für wenig Geld rackern sollen, bis sie eine unbeschränkte Aufenthaltserlaubnis haben. Unser BGE heißt Hartz-IV und ist nicht sonderlich beliebt. Und das liegt nicht nur an der gelegentlich quengelnden Bundesagentur für Arbeit.

  6. ErhGrund sagt:

    Gesetzt,
    das Staatswesen heuert ein paar Zehn-Tausend leute an, um noch ein paar Tausend solcher projekte loszutreten und zu finanzieren, dann verfügen eben diese zehn-tausend leute bereits über ein bedingungsloses grundeinkommen. Und, je weniger da hinten rauskommt, desto länger läßt sich dieses spiel betreiben.

  7. mmm1m sagt:

    General equilibrium Effekte?
    Super ‘Oekonomen’ die da ‘erforschen’ wie die Welt mit einem Grundeinkommen aussaehe…

  8. SKtrf sagt:

    Falsifizierbare Hypothesen und saubere Empirie sind natürlich etwas Gutes
    Dass die Auftraggeber und wohl auch viele Teilnehmer der Studie eine nicht-wissenschaftliche Afenda haben, darf man im Kopf behalten; das ist aber jenseits einer illusorisch reinen Lehre ohnehin kaum vorstellbar

    Nb. Das das Vorhaben großes mediales Echo fand, scheint mir – bei aller nachvollziehbaren Freude des Autors – weder eine Überraschung noch eine besondere Leistung: In der Unterhaltungs- und Medienwirtschaft scheinen überdurchschnittlich viele Anhänger schon mehrfach gescheiteter Utopien ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

  9. Maikel9 sagt:

    Nicht übertragbar
    5 Gründe, warum man aus solchen Test-Projekten zum BGE schlecht auf das Verhalten der Menschen bei einem gesellschaftsweit eingeführten dauerhaften BGE schließen kann:

    1. Das Geld kommt von außen; es muß also nicht von der Gemeinschaft der BGE-Empfänger erwirtschaftet werden.

    2. Die Empfänger des BGE können mit dem Geld Produkte von außerhalb kaufen; die Gemeinschaft braucht also nichts selbst zu produzieren.

    3. Die Zeit, in der das Versuchs-BGE ausgezahlt wird, ist begrenzt. Den Teilnehmern ist also bewußt, daß sie nach dieser Zeit wieder werden arbeiten müssen; sie dürfen also nicht “aus dem Trott” kommen.

    4. Sie leben in einem Umfeld, in dem es noch üblich ist, zu arbeiten. (und nicht z.B. der Nachbar vormittags den Grill anwirft und über diejenigen lästert, die noch Arbeiten gehen; man könne doch prima auch ohne auskommen).

    Außerdem sind die Teilnehmer noch so erzogen, daß “man” arbeitet.
    Nach Einführung eines gesellschaftsweiten BGE können sich solche Einstellungen schleichend ändern.

    5. Die Teilnehmer sind sich ihres Status als “Versuchskaninchen” bewußt. Wer also Interesse daran hat, daß ein BGE dauerhaft eingeführt wird, wird in der “Probezeit” möglichst nicht auf der faulen Haut liegen (auch wenn ihn ein dauerhaft eingeführtes BGE vielleicht dazu verleiten würde).

    • ideasFAZ sagt:

      dass die Fantasie ‚auf der faulen Haut liegender‘ ....
      … Grundeinkommensbezieher mehr über Sie aussagt, als über die gemeinten, ist Ihnen schon klar, oder?

  10. HL.Keizer sagt:

    Grundeinkommen
    In Finnland wurde ein Experiment erst vor kurzem eingestellt. Aus meiner Sicht ist das nur Beschäftigungstherapie, max. akademische Erkenntnisse ohne praktischen Wert.

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