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Verloren auf der Suche nach der Zeit

02.11.2010, 12:00 Uhr  ·  Gar nicht so wenige Leute, die ich kenne, befürchten, das Internet würde ihre Zeit auf Erden vernichten wie es sonst bloß Tod und Liebe vermögen. Diese Leute haben sich meist dem Geist der Zeit so weit gebeugt, dass sie eine Mailadresse haben, aber Facebook und Konsorten meiden sie wie die Pfarrerstochter das Heroin. Sie haben schließlich zu tun, das Leben wartet nicht und der Doktorvater erst recht nicht. Und hat jemals ein Mensch mit echtem Erfolg im Leben darüber auf Facebook geschrieben?

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Der Komödie zweiter Teil. (Der erste befindet sich hier)

Für den folgenden Artikel werden Sie mehr Zeit benötigen als Sie haben. Sie werden ihn daher nur überfliegen. Er ist zu lang, er passt nicht in die Zeit, vor allem nicht in Ihre.

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Gar nicht so wenige Leute, die ich kenne, befürchten, das Internet würde ihre Zeit auf Erden vernichten wie es sonst bloß Tod und Liebe vermögen. Diese Leute haben sich meist dem Geist der Zeit so weit gebeugt, dass sie eine Mailadresse haben, aber Facebook und Konsorten meiden sie wie die Pfarrerstochter das Heroin. Sie haben schließlich zu tun, das Leben wartet nicht und der Doktorvater erst recht nicht. Und hat jemals ein Mensch mit echtem Erfolg im Leben darüber auf Facebook geschrieben? Längst steht die Zeit auf der Liste der bedrohten Arten. Und das, obwohl sie sich häufig so bedrohlich ausdehnt. Denn das ist die andere Seite des Phänomens der verschwindenden Zeit – oft ist sie gar nicht totzukriegen. Nun hilft das Netz dabei, der schrecklich adipösen Zeit ein paar Pfunde abzuringen, gleichzeitig würden die meisten Netzangebote vermutlich gar nicht existieren, würden sich die Menschen in ihrer Arbeitszeit nicht so schrecklich langweilen.
Es fällt schwer, sich eine Partie Farmville vorzustellen, ohne dabei an einen angeödeten Angestellten zu denken, der mit letzter Kraft Kühe hin und herschiebt.
Und was wäre Twitter, wenn die Nutzer, statt zu behaupten, etwas zu tun, tatsächlich etwas täten? Mein Freund Kasimir sagt, der Tweet „Ich habe gerade Spaß“ sei die denkbar größte Lüge. Angemessen wäre dagegen: „Ich hasse meinen Job!“, „Alles wäre mir lieber als jetzt diese Akte zu lesen!“, „Ich lese jetzt schon Tweets von letzter Woche und es sind immer noch drei Stunden bis zur Mittagspause“. Die ehrlichste Haut auf Twitter wäre demnach ein junges Mädchen (der Username legt nah, dass sie 1992 geboren wurde), deren Tweets der vergangenen Wochen folgendermaßen lauten:
Chillen,langeweile & soo…geht heute noch was? Scheiß laune -.-
Im Bett…chillen,musik !…
Später duschen & sonst?
Chillen&soo…gleich duschen….  
Chillen & Filme gucken oder so…  
Im Wohnzimmer Tv’n …ab&zu am pc ;)..also falls was gaaanz wichtiges ist=Handy!
Chillen&langeweile..
Schlafen…wwi handy!
Popstars gucken :P Gleich irgendeinen Film gucken & dann schlafen :) Morgen arbeiten&dann wochenende *-* “I don’t need a man” 

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Der perfekte Mord, erklärte Ferdinand von Schirach kürzlich im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung, sei der, der gar nicht entdeckt werde. Und so bringt man die Minuten des Tages auch am besten in die ewigen Jagdgründe, wenn niemand es bemerkt, vorzugsweise nicht einmal man selbst. Aber bevor wir den Homo Twitterensis veruteilen, werfen wir doch lieber einen Blick in die Literatur. Robert Musil schreibt in „Der Mann ohne Eigenschaften“, dem großen Zeitenwenderoman:„Könnte man die Sprünge der Aufmerksamkeit messen, die Leistungen der Augenmuskeln, die Pendelbewegungen der Seele und alle die Anstrengungen, die ein Mensch vollbringen muß, um sich im Fluß einer Straße aufrecht zu halten, es käme vermutlich (…) eine Größe heraus, mit der verglichen die Kraft, die Atlas braucht, um die Welt zu stemmen, gering ist, und man könnte ermessen, welche ungeheure Leistung heute schon ein Mensch vollbringt, der gar nichts tut. “ Welche ungeheure Leistung vollbringt dann erst ein Mensch, der heute einen halben Tag vor dem Rechner sitzt und Zeit vergeudet? Man muss sich den modernen Nichtstuer als einen Menschen mit einer enormen Aufgabe vorstellen. Amerikanische TV-Sender senden unablässig äußerst sehenswerte Serien in die Welt, von Deadwood bis Damages, von Hung bis House, von Mad Men bis Mind of the Married Men. Wann die alle schauen? Presseagenturen tickern News und Newsartiges in das, was früher Äther hieß, Paparazzis liegen hinter jedem Stein an jedem Ort der Welt außer Mönchengladbach und schießen jeden, der schon einmal irgendwo medial sichtbar war, also beinahe jeden, ab, laden die Bilder mit ihren mobilen Exekutionsmaschinen direkt auf ihr eigenes Jagdblog oder verkaufen sie an Bild, Gala, InStyle, InTouch, InZest, Vanity Fair und die Bunte, auch die Fotos der Leserreporter wollen gesichtet, die Partyberichte der Freunde auf Facebook nach Schwachstellen untersucht werden, jede Buchmesse spuckt ein rundes Hunderttausend an neuen Büchern auf den Markt, jeder Mensch mit Garageband ist eine Band und jeder Friseurmeister hat mehr Musik auf seinem mp3Player als Mozart im Kopf. Apropos Kopf: Da geht er hin.

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In einem Kommentar zu dem ersten Beitrag dieses Blogs erinnerte der Leser HansMeier555 daran, dass im Wendejahr 1990 die Ostdeutschen ein Problem damit gehabt hätten, „dass die Westzeitungen alle so unglaublich dick waren. Viele sollen ein Wochenende damit verbracht haben, FAZ und ZEIT von vorne bis hinten durchzulesen um hinterher empört festzustellen, dass sich das ja nicht wirklich gelohnt habe.“ Westdeutsche wiederum, die sich (so zumindest meine Erinnerung) in den USA so fühlten wie Ostdeutsche in Westdeutschland, berichteten fassungslos aus Übersee, „dort gebe es 13 Kanäle, und das auch noch gebührenfrei! Wer soll das alles gucken? Wie kann man da nur den Überblick behalten?“ HansMeier555 schließt: „Tatsächlich scheinen Medien auf Menschen so was wie einen moralischen Druck auszuüben, sie vollständig zu konsumieren…“ Wenn es auch ironisch gemeint ist, so stimmt es dennoch: Dieser moralische Druck existiert. Und wo moralischer Druck besteht, sucht der Mensch nach Auswegen. Ein häufig beschrittener Ausweg ist Interpassivität. Man lässt den Feedreader an seiner Stelle lesen, den Videorecorder Filme konsumieren, die Festplatte Erotisches verarbeiten, die Gebetsmühle beten, das Lachband aus den Sitcoms stellvertretend lachen, den Ich-nehme-teil-Button Events besuchen. Der Genuss wird delegiert. Man spart so eine Menge Zeit und hat doch das befriedigende Gefühl, nichts verpasst, alles erledigt zu haben. Ich werde nun dem Laub dabei zusehen, wie es aufwirbelt. Oder ich stelle eine Videokamera auf, die es für mich filmt. Und während ich das tue, delegiere ich das Denken an die übriggebliebenen Leser. Hat sich Musils Zukunftsvision einer modernen Stadt erfüllt? „Luftzüge, Erdzüge, Untererdzüge, Rohrpostmenschensendungen, Kraftwagenketten rasen horizontal, Schnellaufzüge pumpen vertikal Menschenmengen von einer Verkehrsebene in die andre; man springt an den Knotenpunkten von einem Bewegungsapparat in den andern (…) spricht hastig in den Intervallen dieses allgemeinen Rhythmus ein paar Worte. Fragen und Antworten klinken ineinander wie Maschinenglieder.“

 

Veröffentlicht unter: Facebook, Twitter, Zeit, Musil, Interpassivität, Pfaller

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (18)
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»Fragen und Antworten klinken...

»Fragen und Antworten klinken ineinander wie Maschinenglieder.« . Sie glauben gar nicht, wie schön das ist: als Beobachter! . Als Maschinenglied: ... Urgs!

oh habe so gelacht und wenn du...

oh habe so gelacht und wenn du beides kannst dann hast du die hoechste Stufe der Konzentration erreicht (Zen oder die Kunst des Bogenschiessens) sollte ich jetzt nach meinen Therabanduebungen die Wildschweine auf Ruegen erschiessen? oder das Laub rechen? (sie sehen die Gluehbirne der Zeit abgebildet)

0 Giannozzo 02.11.2010, 13:59 Uhr

Konsequente "Interpassivität"...

Konsequente "Interpassivität" im Netz wäre eigentlich keine schlechte Idee. Man schafft sich eine Software an, versieht sie mit den gewünschten Eigenschaften und lässt sie unter eigenem Namen auf die Netzwelt los. Da kann das Programm dann nach Herzenslust twittern, rund um die Uhr Videos gucken, aktuelle Nachrichten lesen und kommentieren und auf Facebook mit vier Millionen Freunden (also mit deren Software) gleichzeitig chatten. Die Maschinen machen das unter sich aus, und man selbst hat endlich wieder Ruhe.

Woher wussten Sie dass ich...

Woher wussten Sie dass ich zwar eine Emailadresse aber keinen Facebook- oder Twitteraccount habe? Neulich hörte ich aus des Kaisers Mund dass er kein Emailaccount habe, alles mit Fax erledige; es gäbe Leute die ein solches nur seinetwegen noch betrieben. Nun, daran arbeite ich noch!

Meine Rede, Mann: "Das...

Meine Rede, Mann: "Das ist doch das Programm, der Punkt, zu dem all unsere Medien stetig streben: das Nullmedium (Enzensberger). Eine Wartemaschine, in die wir unsere letzten aktiven Hirnzellen zeitweilig einklinken, ohne dass Nennenswertes geschehe, der medial vermittelte Standby-Modus. Romane und Tageszeitungen waren doch erst der Anfang." Apropos: Kinderbücher ("Die Geschichte von der Wartemaschine"), da gibt es doch noch ein anderes, in dem die Zeit wieder erweckt werden muss.. und auf das aktuell einer der größten deutschen Erstversicherern in seiner Werbung anspielt (naja so aktuell auch schon wieder nicht mehr).

0 NicanderAvonSaage 03.11.2010, 10:58 Uhr

@Phorkyas Erstaunlich, Romane...

@Phorkyas Erstaunlich, Romane dazuzählen. Sind Sie ein Verfechter des unmittelbar Erlebten?

Man muß nicht gleich Romane...

Man muß nicht gleich Romane dazuzählen, aber - wie obiger Artikel nahelegt - wußten sich gelangweilte Angestellte auch vor der Erfindung des Internets zu beschäftigen. Sie haben dann eben Zeitung gelesen oder mit unangenehmen Kollegen geredet, denen sie in ihrer Freizeit nicht würden begegnen gewollt haben. Nun eben Farmville oder Twitter. Ganz nett beobachtender Text http://www.spiegel.de/spiegelwissen/0,1518,725249,00.html über vor allem die Wartezeitenüberbrückung via Smartphone, auch wenn er natürlich kulturpessimistische Schlüsse zieht - könnten Ihnen allerdings gefallen.

0 Perfekt!57 03.11.2010, 15:01 Uhr

Um Musil und Twitter so...

Um Musil und Twitter so zusammenzubringen muss man wahrscheinlich eines sein: Journaliste

0 perfekt!57 03.11.2010, 16:57 Uhr

(Um nicht unverstanden und...

(Um nicht unverstanden und ggfls. ungerecht zu bleiben: Und natürlich freut man sich über jeden, der so kenntnisreich mit Musil argumentiert. (Das sind ja heute schon die meisten, eigentlich fast alle, nicht wahr?) . Die Frage anzuschließen hier und heute wäre dann - schön einsichtig und quasi von allein bis direkt automatisch auf der Hand liegend - evtl. aber die, ob es sich im Grunde nicht recht eigentlich nicht eben nur um einen Dualsmus (Twitter-Musil, das Edle immer zuerst) handelte, sondern evtl. gar um eine zum (heiligen) Triptichon sich stellbare Dreeieinheit?: . "Der Mann ohne Eigenschaften (Musil) und "der Mann des jahrzehnelangen ruhe- und rastlosen Wanderlebens, der quälenden Ortlosigkeit" (Rilke) gruppierten sich final neben diesen neu-genialen Punkt von längerer Dauer" (Twitter)? . Oder wären, zu Ende analysiert, bei und auf Twitter alle am Ende nicht doch sehr wirklich seßhaft, und wir irrten? Und bewegten sich bloggend schließlich doch wieder und einmal mehr auf Laban, den Erdenkloß, zu? So frage nun immer nur zu. Und nichts für ungut.) . Wie Twitter und Musil heute in einer Person zusammenkommen, das ist wirklich aktuell die Frage. Keine Frage aber ist, was beibt: Musil. Musil für Millionen.

0 Wimmerl d. Ä. 03.11.2010, 19:57 Uhr

perfekt!57@: Na, des woarr da...

perfekt!57@: Na, des woarr da Ganghofer Wiggerl dea wo des gsagt hobn soi! Weil, dea Jagaloisl vom Fall hat den Wuiderahiasl umasonst opasst, un da Wiggerl wollte des genau authentisch hobn und hot a umasunst mit gwarrt. Des hot mia da Don Fonsi vazöllt. An Musil kenna mia do herin net, is des a Auslända? Baln a Franzos?

ein e-book waere jetzt...

ein e-book waere jetzt angebracht da ich unterwegs bin so koennte ich Musil lesen (habe in der Schule nur vom Namen gehoert)

Zeit kann nie verlorengehen...

Zeit kann nie verlorengehen nur schoen geteilt werden dann wird sie doppelt so lange empfunden

Die Romane sind freilich...

Die Romane sind freilich Teufelswerk, derzueinst die ersten geschrieben wurden so kann ich mir gut vorstellen, dass das die Kulturkritiker auf den Plan rief, die warnten, man würde die Leser so in illusorische Scheinwelten versetzen, eine gefährliche, geistige Desorientierung... Und erst die Zeitungen: Ich hörte von Zeiten, da habe es von manchen Tageszeitungen d r e i Ausgaben am Tag gegeben, welch atemlose Hetzerei der Sensationen muss das gewesen sein (wie häufig wird SpOn aktualisiert?). Leider hab ich zu alldem keine Quellen, aber es gibt ja kundige Leute hier, die mich korrigieren mögen, falls ich mal wieder Unsinn verzapfe. (Die Richtung meines Zitatschnipsels war auch etwas anders, da passte es vielleicht gar nicht so gut - aber dass diese papiergebundenen Medien nun als die Bastionen der Kultur des Abendlandes sich gerieren, da wollte ich doch einen kleinen ironischen Stich setzen und daran erinnern, dass sie ähnlich wie die Schrift oder Schulen auch mal als deren Bedroher empfunden warden - aber das ist ein anderes Thema.) Aber "Momo" zieh ich nicht zurück. Da wird meines Erachtens viel gesagt über gehaltvoll verlebte Zeit mit anderen Menschen und wie diese durch das allgemeine Gehetze schließlich völlig leer wird...

"...eine Mailadresse haben,...

"...eine Mailadresse haben, aber Facebook und Konsorten meiden sie wie die Pfarrerstochter das Heroin." Ja, ich habe sogar mehrere Mailadresses und ich habe und betreue sogar drei Webseiten. Aber mit "Facebook und Konsorten" (Twitter) will ich in der Tat nix zu tun haben und hab's auch nicht. Nicht wegen der "Zeit" (absurde Vorstellung), sondern weil: Kinderkram. Auch "Chillen" und "Popstars", himmelhilf, wir sind doch hier nicht unter pickeligen Halbstarken?!

"unablässig äußerst...

"unablässig äußerst sehenswerte Serien in die Welt, von Deadwood bis Damages, von Hung bis House, von Mad Men bis Mind of the Married Men. " . "Bild, Gala, InStyle, InTouch, InZest, Vanity Fair und die Bunte" . Interessant, was "Nicander A. von Saage" alles kennt und offenbar für wichtig hält, oder zumindest für erwähnenswert. Oder will man nur prahlen? Ich habe davon nie gehört und ich glaube ich möchte das auch nicht (USA TV) ... noch je in der Hand gehabt (das andere, und da kenn ich drei der Namen nicht mal). . Musil, oh ja! da hab ich mal einen Sommer lang immerhin die ersten 900 + Seiten gelesen. Und war fasziniert. Achnee, da verwechsle ich was, das war ja der Proust. Musil liegt ja noch auf'm Nachttisch bereit. .

0 NicanderAvonSaage 04.11.2010, 11:14 Uhr

@Jeeves3 Darf ich Ihnen...

@Jeeves3 Darf ich Ihnen einfach mal Deadwood ans Herz legen? Sie können es mit blindem Vertrauen versuchen und sich die DVD bestellen oder Sie schauen mal im Netz, was so darüber gesagt wird.

0 Wimmerl d. J. 04.11.2010, 14:32 Uhr

Jeeves3@:Mei Bapa derf des jo...

Jeeves3@:Mei Bapa derf des jo grad net wissn, dass i den M. Proust hoamli lesn dua. Dea moant des war a echte Sauerei. Grad die "Stelln" wo dea oidi Hochadlige (m. boarischen Stammbaumeinfluß) mit dem jungn Buasch ofanga wui zu schnackeln un sei Zeit vaduat, des is scho hoaß. Echt vollkrass! Recommandation! Bien sûre!

0 Stefan Klein 29.08.2011, 13:03 Uhr

Absolut empfehlenswerter...

Absolut empfehlenswerter Beitrag, der anscheinen auch aus einer Langen Weile heraus entstanden ist??? Gibt es auch Bücher mit dieser Art von Ironie und Anspielung??