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Altes Wissen und dessen moderne Verwaltung

| 65 Lesermeinungen

Computer haben Bibliotheken nachhaltig verändert - findet die Autorin, aus eigener Anschauung als Bibliotheksnutzerin.

Computer haben Bibliotheken nachhaltig verändert – findet die Autorin, aus eigener Anschauung als Bibiltheksnutzerin.

Vor einigen Wochen war ich zu Besuch in einer sehr kleinen Institutsbibliothek und stand vor einem Zettelkatalog. Ein großer Holzkasten mit vielen kleinen Schubladen, auf Metallschienen saßen die gelochten Kärtchen, auf daß sie niemand entwende. Autorennamen, Buchtitel, Schlagwörter, alles hübsch geordnet. Das war das letzte Mal, daß ich einen Zettelkatalog sah – ich bin nicht sicher, ob es das in zehn Jahren noch geben wird. Das letzte Mal, daß ich mit einem Zettelkatalog arbeitete, ist schon mehr als fünfzehn Jahre her. In den Bibliotheken, die ich heute nutze, sind Autoren, Titel und Schlagwörter nur noch in Computern gespeichert.

Ich mochte Bibliotheken schon immer, den etwas muffigen Geruch nach Büchern, die Ruhe, die netten kleinen Überraschungen, die einen manchmal zwischen Buchdeckeln erwarten: Unterstreichungen, Besserwisser, die Tippfehler korrigieren, gelegentlich fällt auch eine Konzertkarte aus den Seiten heraus – kleine Memorabilia eines völlig anderen Lebens, das meines für einen Moment lang streift. Erst heute allerdings wird mir bewußt, was für eine enorme Leistung der Erhalt und die Ordnung von Bücherbeständen bedeutet. Früher vielleicht noch mehr als heute.

Jeder, der mal versucht hat, seine – im Vergleich immer mehr oder minder bescheidene – Privatbibliothek zu sortieren, weiß, wovon ich spreche. Nach Autoren? Nach Themen? Zumindest aber Sachbücher und Belletristik getrennt und dann nach Autoren? Nach Ländern? Nach Sprachen? Und immer, wenn man ein Buch hinzukauft, muß man alle anderen weiterräumen, um es korrekt zu platzieren. Ich fand es schon als Kind faszinierend, wie Bibliotheken es schaffen, daß immer noch mehr Bücher in die Systematik passen – daß das eine Wissenschaft für sich ist, war mir damals nicht klar.

Bild zu: Altes Wissen und dessen moderne Verwaltung

Wissenschaftliche Bibliotheken werden völlig anders gepflegt als zum Beispiel Stadtbüchereien. An der Universität muß auch unterschieden werden zwischen ein- und zweischichtigen Systemen, also dem Konzept von parallereler Uni- und Institutsbibliothek und wer worüber die Oberhoheit hat. Unvorstellbar, daß es Zeiten gab, als Zentral- und Fachbibliotheken nicht vernetzt waren und ihre Bestände nicht gegenseitig koordiniert haben. Als Nutzer haben mich solche Finessen kaum interessiert, in den ersten Jahren meines Studiums bin ich ganz ohne Besuch irgendwelcher Bibliotheken ausgekommen (es gab ja Skripten!), das habe ich später kompensiert, indem ich gleich vier Institutsbibliotheken parallel nutzte. Allerdings habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, warum alle nach ähnlichen Prinzipien funktionierten, weil alle am OPAC dranhingen. Das nämlich, ist eine echte Segnung der Neuzeit.

Früher blätterte man im Zettelkatalog und schlug die drei oder vier wichtigsten Schlagwörter nach. Heute sind wir alle suchmaschinen-klug und wissen, welche Wörter in den PC einzutippen sind. Nicht das Schlagwort ist bedeutend, sondern die richtige Kombination aus bestimmten Begriffen, eventuell mit Gänsefüßen, Wildcards und unterschiedlichen Verknüpfungen. Redundanz ist in Zeiten der EDV keine Tugend mehr, jedes Buch in derr Bibliothek hat mindestens zehn Tags und am Ende dauert die Suche eher länger als in der guten, alten, analogen Zettelzeit, weil jeder der über hundert Treffer geprüft werden muß. Vielleicht vergoldet die Erinnerung, aber ich meine mich zu erinnern, daß es früher mit Zettelkatalogen schneller ging und man weniger Zeit mit der Suche verbrachte. Das Ende der Möglichkeiten war früher erreicht und damit war es gut – man konnte die Recherche als vollständig betrachten. Heute sucht man immer weiter in der Hoffnung, die Nadel im Datenheuhaufen zu finden, die sich bisher den Suchanfragen entzogen hat.

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Dabei waren zu der Zeit, als ich zum ersten Mal ernsthaft in Bibliotheken recherchiert habe, viele neuere Konzepte erst zwanzig Jahre alt. Die Idee zum Beispiel, in öffentlichen Büchereien Medien möglichst nach den Bedürfnissen des Nutzers zu präsentieren, die auf Dr. Heinz Emunds zurückgeht. Demnach stehen im Nahbereich Nachschlagewerke und aktuelle Informationen zur Verfügung, im Mittelbereich Bücher und Zeitschriften in Freihandaufstellung und der Fernbereich ist das Magazin, wo archiviert wird. Das kenne ich noch aus etlichen Stadtbüchereien, bei denen ich heute nicht mehr sagen könnte, in welcher Gegend oder Straße sie liegen – der Innenraum steht mir jedoch noch immer klar vor Augen. Ich kenne übrigens auch eine Unibibliothek, bei der direkt am Eingang Zeitschriften (vertretbar) und Bestseller (fragwürdig?) stehen – über solche Prioritäten in einer wissenschaftlichen Bibliothek kann man sich nur wundern.

Mit dem Präsentationskonzept ist natürlich noch nichts über die Klassifizierung gesagt, und auch da ist die Auswahl groß. Das Bekannteste dürfte die Allgemeine Systematik für Öffentliche Bibliotheken aus den 50er Jahren sein. Dabei werden 23 Buchstaben des Alphabets für die Einteilung in thematische Hauptgruppen verwendet, und danach (als zweiter, dritter etc. Buchstabe des Kürzels plus Zahlen) für die weitere Untergliederung nach Spezialgebieten. Das andere Deutschland hatte natürlich sein eigenes System – ein Rest deutsch-deutscher Teilung also auch im Bibliothekswesen.

Noch komplizierter sind wissenschaftliche Bibliotheken, scheint mir. Auch hier gibt es mehr Klassifikationssysteme als in einen Beitrag passen. Während das amerikanische System der Library of Congress mit sparsamen 21 Kategorien auskommt, wird im Regensburger Verbundsystem das Alphabet gleich mehrfach durchexerziert: jeweils zwei Buchstaben des Alphabets stehen für eine von 33 Hauptkategorien. Beide Systeme allerdings gehen in Teilaspekten auf einen gewissen Charles Ammi Cutter zurück: in der Library of Congress gleich das ganze System, im Regensburger Verbund immerhin die Verschlüsselung des Autorennamens in der Signatur. Wem das zuviel Aufwand ist, der kann natürlich auch Bücher einfach nach Größen sortieren: unten sehen Sie die Abteilung für giganteske Bücher einer charmanten, kleinen Institutsbibliothek.

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Alle Technologisierung endet jedoch an der traurigen Realität der Nutzer. Bücher werden achtlos und falsch zurücksortiert, manche Exemplare verschwinden sogar ganz. Bücher haben doch heutzutage Magnetcodes im Rücken, ähnlich den runden Plaketten, die Kaufhäuser früher an ihre Kleidungswaren pinnten. Es ist mir rätselhaft, wie man ein Buch an den elektronischen Wachhunden an der Tür vorbeischmuggelt, die piepsend Laut geben, aber es geht, sonst wären die Bücher ja auffindbar. Oder nicht? Irgendwo habe ich ich mal gelesen, daß Unibibliotheken sogar studentische Aushilfskräfte einstellen, die falsch gestellte Bücher aufspüren.

Am Ende bin ich, wie so oft, geteilter Meinung bezüglich der schönen neuen Computerwelt. Einerseits vermisse das haptische, die unmittelbar erlebbare Suche in Bibliotheken, wie auch die überschaubare Informationsmenge, die ja parallel mit den Möglichkeiten der Archivierung und Zugänglichkeit zunimmt. Andererseits ist es natürlich großartig, Aufsätze in Zeitschriften jederzeit verfügbar zu haben, vom heimischen Computer die Verfügbarkeit von Büchern prüfen zu können, und das quer über alle Fachbibliotheken, inklusive Fernleihe.

Wie fast alles im Leben, hat auch diese Medaille zwei Seiten.

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65 Lesermeinungen

  1. Ich denke, es sind 2...
    Ich denke, es sind 2 inzwischen recht getrennte Sachen, das physische Stellen der Bücher und die inzwischen webbasierte Recherche, weil die Katalogisierungsmöglichkeiten inzwischen von der physischen Schwere eines einmal verfügbaren Zettelkatalogs völlig enthoben sind. Einerseits ist da immer noch die körperliche Zusammenstellung der Bibliothek mit dem Auftrag, möglichst vielen ein unmittelbares Finden zu ermöglichen, auf der anderen Seite hat sich das Recherchieren eigentlich weitgehend auf zuhause vor der Kiste verlagert.

  2. Liebe colorcraze, sicherlich....
    Liebe colorcraze, sicherlich. Einerseits ist das sehr bequem mit den Computern… andererseits macht es weniger Spass, einfach zu stöbern und sich treiben zu lassen. Keine Ahnung, was schwerer wiegt.

  3. Ich liebe Büchereien, bin...
    Ich liebe Büchereien, bin damit aufgewachsen: im Alter von 5 bis 15).
    Eco hat sehr hübsch über seine riesige Privatbibliothek geschrieben.
    Doch eine sehr schöne, verblüffende Bibliotheksgeschichte find‘ ich in dieser kleine Erzählung von Frank Fischer: „Die Zerstörung der Leipziger Stadtbibliothek im Jahr 2003“, erschienen bei SuKuLTuR (diese Ein-Euro-Bücher, die aussehen wie die von Reclam, bekannter geworden durch „Airen“; die kleinen Bücher kann man auch aus’m Süßigkeits-Automaten ziehen: auf’m S-Bahnhof Berlin-Lichterfelde-West!).
    Eine nette kleine, sehr „süffig“ zu lesende Geschichte von gerademal 16 Seiten.
    Ich seh‘ gerade, das gibt’s sogar im Internet umsonst; nur den Titel als Suchbegriff eingeben.
    Es macht Spaß, zu lesen. Nicht nur diese 16 Seiten.

  4. Oh ja, das Stöbern - was habe...
    Oh ja, das Stöbern – was habe ich es geliebt, in der Bücherhöhle am Bahnhof Zoo was rauszugreifen (meine Villem-Flusser-Bücher stammen noch von dort). Dieser Knoten von Ort und Leuten geht als soziale Wirklichkeit verloren, wenn Bibliotheken nur noch Archive mit Fernausleihe qua Internetversand sind – wie es möglicherweise zunehmend geschieht.

  5. Liebe Sophia,

    ich erlaube...
    Liebe Sophia,
    ich erlaube mir, Ihnen zu widersprechen: Diese Medaille hat nur eine Seite: ich mochte noch nie die speckigen Karten, die oft aneinanderklebten, so das man bis zur Fingerspitzenerrötung durch endlose Karteikästenreihen schnippsen musste und doch immer Angst hatte, das Wichtige zu überblättern. Der Sinn der Büchersuche ist das Finden, was übrigens auch beim OPAC nicht immer gelingt. Dennoch hält der schön aus Holz massiv vernutete gute alte Zettelkasten den Vergleich mit seinem elektronischen Nachfahren so wenig aus wie die Reiseschreibmaschine den mit dem PC. Außer, ja außer, ich vergaß, so lange ist es her: Für die Reiseschreibmaschine braucht man keinen Strom und am Zettelkasten ließ sich gut anbandeln in der Leidensgemeinde der sich durch die Pappmassen Arbeitenden. Später dann war man fürsorglich und spendierte der Freundin großzügig Zeit, indem man ihr half bei der Buchrecherche, die so jede Ödnis verlor.
    Nebenbei bemerkt: wer kann ein brauchbares PC-Programm zum verzettelnden Erfassen einer Privatbibliothek empfehlen, das kein Limit kennt bei der Zahl der zu erfassenden Bücher?

  6. @Jeeves: die Geschichte ist...
    @Jeeves: die Geschichte ist ziemlich erschreckend, finde ich, weil sie ein Maß an Vandalismus zeigt, das eigentlich nach Schwellenerhöhung schreit (z.B. Herausgabe von Namen und Adresse vor Stöbern im Buch). Es ist dann irgendwann so ähnlich wie mit den Bahnhofsklos, früher gab es überall welche, aber die wurden dann so verwüstet, daß man es aufgab.

  7. Wahrlich eine Wissenschaft –...
    Wahrlich eine Wissenschaft – eine bürgerliche
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    Bedenklich wird es schon, wenn die Suchmaschine den Zettelkasten völlig ersetzt. Ein Beispiel, wovon ich rede. So suchte ich dieser Tage Daten zu der Frage: „Wie viele Kommunisten mordeten die Nazis?“ – über Google. Was ich fand, auch nachdem ich die Frage mehrfach umstellte, z.B. auf „Verbrechen an Kommunisten durch die Nazis“, war zu 99 % das, was ich definitiv nicht gesucht habe, nämlich die Antwort auf die Frage: wie viele Kommunisten mordeten die Kommunisten selber (unter Stalin z.B.). Dass ich so nebenbei eine schöne studentische Arbeit über Anna Seghers „Das siebte Kreuz“ fand, tröstete mich nicht so wirklich. Denn auch hierin fand ich die gesuchten Daten nicht. Also ging ich zu Metager mit derselben Anfrage. Was ich hier fand, war im Wesentlichen dasselbe, nebst einem wirklich interessanten Artikel im Spiegel, den ich empfehle (http://www.gelsenzentrum.de/spiegel_auschwitzprozess.htm), da er sich mit der Frage von Auschwitz und dem „Vergessen“ desselbigen auf sehr beeindruckende Weise auseinandersetzt.
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    Aber außer der erschreckenden Zahl von einer Million, die allein in Auschwitz gemordet wurden – vermutlich hauptsächlich Juden und andere „minderwertige“ Kriegsopfer -, fand ich auch hier nicht einen Hinweis, nicht den zartesten, auf meine Frage.
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    Kann es sein, dass es dazu gar keine Aufarbeitungen gibt? Oder stimmt mein Eindruck, dass hier eine entsprechend gefilterte Sicht der Dinge mir eben die Sichtung vernebeln soll?
    Wie gesagt, auch hier finde ich alles zu der Frage nach den Morden an Kommunisten durch Kommunisten selber. Ein wenig zynisch ist das schon. Obwohl ich die Tatsache selber wirklich nicht leugne. Nur steht die auf einem anderen Tablett.
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    Ja, es scheint eine Wissenschaft zu sein. Mit offensichtlich auch demselben Geist – dem bürgerlichen. Und es schwant mir so langsam: Da haben wir unser Informationszeitalter, damit aber auch zugleich die einfachste Technik zur Deformation. Aus Information mache man Desinformation.
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    Ach ja: unter Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Deutschlands#1933.E2.80.931945:_Nationalsozialismus_.E2.80.93_Unterdr.C3.BCckung.2C_Verfolgung.2C_Ausschaltung.2C_Widerstand.2C_Exil fand ich dann folgenden Eintrag:
    „Viele ihrer Anhänger und die ihrer Splittergruppen wurden verhaftet und bereits 1933, mit als erste in das Konzentrationslager Dachau oder die Lager im Emsland gesperrt. Sie wurden im „Dritten Reich“ systematisch politisch verfolgt, in Konzentrationslager gesperrt und ermordet, einfache Mitglieder genauso wie leitende Kader (zum Beispiel Ernst Thälmann oder Werner Scholem). Die KPD hatte im Kampf gegen die faschistische Diktatur von 1933 bis 1945 große Verluste zu verzeichnen.“ Auch hier wieder keine Zahlen!
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    Mein nächster Gang wird zur Deutschen Bibliothek sein. Mal sehen, ob ich dort fündig werde.

  8. @Devin08: Das Leben prämiert...
    @Devin08: Das Leben prämiert halt zuvörderst die Geschichte der Überlebenden, die Kinder haben, und die Untergänge kommen eher am Rande vor.
    @Matthias Mersch: wenn Sie es nicht für lau haben wollen (und nichts zum Lebensunterhalt der Entwickler beitragen), finden Sie sicher Programme, die das können.

  9. Jeeves, vielen Dank, das lese...
    Jeeves, vielen Dank, das lese ich heute Abend!
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    Matthias Mersch, bei der Arbeit ist OPAC schon hilfreich. Trotzdem fehlt mir was, vor allem, wenn ich privat auf Büchersuche gehe.
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    Devin08, ganz vielleicht… weiss das Internet doch nicht alles. Und natürlich ist es manchmal gar nicht einfach, genau das richtige zu finden. Das war mit Zettelkatalogen einfacher.

  10. Lieber @Devin08,

    Auf Seite...
    Lieber @Devin08,
    Auf Seite 909 seiner Deutschen Gesellschaftsgeschichte Band IV, München 2003, “Vom Beginn des Ersten Weltkriegs bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914-1949” schreibt Hans-Ulrich Wehler quellenlos und ohne sich dabei eines sozialdemokratischen Zähnefletschens plus einer Gedenkminute zu Ehren von Gustav Noske enthalten zu können: “Wegen der kompromißlosen Bekämpfung kommunistischer Widerstandsgruppen durch den Polizeiapparat des NS-Regimes mag die Zahl der Opfer die behauptete Höhe von 20 000 erreicht haben. Ihre Überzeugungstreue und ihrem persönlichen Mut im Kampf gegen einen gnadenlosen Gegner wird man den Respekt nicht versagen wollen, wie man andrerseits ihrem bornierten Fanatismus, ihrer anhaltenden Verketzerung der Sozialdemokraten als ´Sozialfaschisten´ und ihren ´Volksfront´-Illusionen mit dezidierter Kritik begegnen muß.”
    Ich habe das übrigens gerade im Internet gefunden. Also: Schöne Zettelkästen zu Blumenampeln und Hausbars umarbeiten!

  11. Ich finde, komputerlish Daten...
    Ich finde, komputerlish Daten kann eine Momenten verschwinden. Wahrlich oder nicht.

  12. Dann besuchen Sie doch einmal...
    Dann besuchen Sie doch einmal das Sächsische Staatsarchiv in Dresden und lassen Sie sich das Findbuch für die Bestände aus der Zeit vor 1800 geben.
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    Viel Spaß!

  13. osnova2000,...
    osnova2000, hä?
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    Digitalisator, Dresden ist gerade etwas weitab vom Schuss. Aber ich merk’s mir – alte Bücher haben eh einen besonderen Charme und Antiquariate toppen jeden Grosshändler.

  14. Sophia; hat osnova2000...
    Sophia; hat osnova2000 richtish. Denklich, kann Seite von bibtek habe 2 Medaillen. Sehr?

  15. Bernhardin von Saragoza, ich...
    Bernhardin von Saragoza, ich bin ja wirklich sehr bemüht, hier die Konversation aufrecht zu erhalten, aber Sie machen es mir nicht leicht.

  16. In der Informatik ist alles in...
    In der Informatik ist alles in Entscheidungsbäumen organisiert. Die erste Bedingung nennt sich „wenn Strom eingeschaltet mache Inventur der Hardware (BIOS) und lade das Betriebsystem usw.“ Hierbei kategoriesiert man auch: ähnlcih wie bei einem Synonymwörterbuch.
    Kombiniert man nun OCR (Schrifterkennung) und Synonymwörterbuch (Revolution steht in engem Zusammenhang mit Volksaufstand) dann kann man sich die vormals vom Biblithekar getroffene subjektive Schlagwortkatalogisierung sparen.
    Hier geht es nicht um das Bild mit der höchsten Auflösung sondern eher eiens dessen Auflösung allenfalls für ein Moasik reicht. Unschärfe, Ungenauigkeit -So werden im Datamnining Zusammenhänge sichtbar (nämlich auch Fachbereichsübergreifend) .
    „Wahrheit besteht darin die Dinge auf die letzte Einfachheit zurückzuführen“ A.d.st.Ex.

  17. Tunnelblick -> Konzentration!...
    Tunnelblick -> Konzentration!

  18. Sawadee -> Die gefalteten...
    Sawadee -> Die gefalteten Hände „/“ zum Beten. Daher kommt das „erstenbeten“

  19. @ colorcraze...

    ihr faible...
    @ colorcraze…
    ihr faible fürs Stöbern kann ich auch nur für die belletristik nachvollziehen. wenn ich eine wissenschaftliche Bib aufsuche, dann mit dem vorsatz dort keine unnötige Minute zu verbringen. Zuhause wartet ja noch die Seminararbeit oder das Paper was irgendwie geschrieben werden will.

  20. SAAI, manchmal halte ich es...
    SAAI, manchmal halte ich es auch mit dem Sichtreibenlassen, denn nur allzu oft ertappt man sich beim Stöbern im Unklaren darüber, wonach einem der Sinn steht. Und zuweilen hilft der Zufall: Andrea Camilleri und sein neuestes Werk Streng Vertraulich. An diesen trüben und kalten Tagen eine schöne Satire auf das faschistische Italien um 1930. Mir hat es über das Wochenende viel Freude bereitet.
    Im übrigen ist der Besitz von Büchern nicht alles, man kann auch ausleihen. So wird es auch nicht zur physischen Last, meine ich. Dann lieber EAN-Code.

  21. Männer und Frauen verstehen...
    Männer und Frauen verstehen einander nun einmal nicht. Weis? La splenester habin bede ne ga komink.

  22. Die Frage ist doch: wieviele...
    Die Frage ist doch: wieviele Bücher verschwinden, wenn von Zettelkatalog auf Computersystem umgestellt wird: steht nämlich dm (=dismissus) auf der Karte wird das Buch nicht in den OPAC eingegeben, obwohl es vielleicht doch in der Bibliothek aufzufinden ist. Typische causa hierzu ist der Umzug einer Bibliothek – ein Buch verschwindet vermeintlich, weil es zum Umzugszeitpunkt nicht im Realbestand ist, auf die Karte wird ganz pflichtbewusst dm eingetragen, das Buch taucht wieder auf, alle freuen sich aber keiner tilgt das dm.
    So gehen Bücher verloren, die eigentlich zugänglich sein sollten.

  23. Was Zahlen manchmal...
    Was Zahlen manchmal auslösen
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    @Wersch: Danke für diesen Hinweis. Ich hätte es mir denken können, zumal ich mich mit diesem Wehler schon mehr als einmal auseinander gesetzt habe (http://blog.herold-binsack.eu/?p=986). Und auch ich bemerke diesen „sozialdemokratischen“, ja ich würde beinahe sagen, regelrecht pietätlosen Sarkasmus. Nun ja, von der Sozialfaschismustheorie bis hin zur Volksfront hat die KPD (die Komintern) eine Reihe Schlenker vollzogen, die auch dem revolutionären Marxisten nicht so wirklich einleuchten wollen (http://blog.herold-binsack.eu/?p=1310).
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    Was mich im diesem Zusammenhang, und was jetzt nicht mehr das eigentliche Thema ist, denn dieses lautete ja: „Wie finde ich was, oder eben nicht?“, aber schon etwas irritiert, ist tatsächlich diese Zahl. Nicht dass ich sie bezweifle, vorerst hätte ich gar nicht mehr, als diese schnoddrige Bestätigung durch Wehler dessen, was vermutlich von den Kommunisten selber beziffert worden sind, aber ich dachte wirklich, es wären mehr gewesen.
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    Sollte es den Nazis wirklich gelungen sein, diese damals stärkste aller Kommunistischen Parteien außerhalb der Sowjetunion völlig aufzureiben, indem sie vor allem den Kader liquidierte und das Parteivermögen kassierte? 1933 hatte die KPD etwa 360000 registrierte Mitglieder (http://teachsam.de/geschichte/ges_deu_weimar_18-33/wei_parteien/kpd/wei_par_kpd_3_1_1.htm).
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    In Indonesien wurden unter Suharto wenigstens 500000 (man spricht auch von 1 Million, http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Indonesiens) Kommunisten liquidiert, aber die Partei war trotzdem nicht tot zu kriegen. Auch Mao Tse-Tungs KP konnte sich auf dem langen Marsch sogar wieder aufbauen, obwohl sie teilweise völlig aufgerieben war. Das spricht nicht gerade für die KPD.
    Was Zahlen manchmal auslösen, obwohl sie für sich genommen eher wenig erklären.
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    Jetzt wäre ich Ihnen noch sehr verbunden, wenn Sie mir Ihren Suchbegriff verraten. Denn das war ja mein Ausgangsproblem.
    Mit freundlichen Grüßen

  24. SAAI, mit @Bernhardin von...
    SAAI, mit @Bernhardin von Saragoza ist es so wie mit dem Aale, von dem auch nur wenige wissen, daß er nicht im Saragossa Meer verkehrt, sondern im Sargasso. Und seine Wanderungen sind bis heute nicht in Gänze erforscht. Ein Phänomen der Tiefe sozusagen. Aragonien ist auch nicht Alt-Kastillien. Insofern gibt es schon mal sprachliche Barrieren.

  25. Ich wiederum liebe die...
    Ich wiederum liebe die modernen Computer. Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, wo ich die Kataloge durchsucht habe: an die Müdigkeit, die Ermüdung und dem Kampf gegen die Kreislaufschwäche. Und dann das Abschreiben erst auf meine eigenen Karteikarten und dann auf die blauen oder grünen Leihzettel (alles mindestens doppelt auf die verschiedenen Abschnitte) – welch eine Vergeudung eines intelligenten Gehirns (nämlich meines).
    .
    Heute kriege ich vielfach schon einen ersten Überblick über die Fragestellung im Internet von zu Hause, an meiner US-Bibliothek kann ich auch von zu Hause nachsehen, ob sie das Buch überhaupt haben. Also, mir gefällt das.

  26. Recherche am Computer ist...
    Recherche am Computer ist großartig. Mehr Ergebnisse in einem Bruchteil der Suchzeit durchforsten. Wie Sophia schrieb: für die Arbeit eine Erleichterung, die man nicht missen möchte. Einzige Nachteile: je nach Nutzerstatus und Zahlungsfähigkeit der Uni/des Institutes hat man auf viele Suchergebnisse keinen Zugriff oder stellt fest, dass man seine gemütliche Wohnung doch für längere Zeit verlassen muss, weil drei von acht Treffern Präsenzbestand sind.
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    Allerdings ist diese Art der Recherche nicht mit Lust verbunden, sondern nur Mittel zum Zweck. Wenn ich durch einen Zufallsfund überrascht werden möchte, ist eine Suche möglichst genauen Schlagworten widersinnig. Dann lieber im Antiquariat durch die Gänge schlendern oder der Empfehlung eines Freundes folgen oder einfach mal was ausleihen/kaufen, wovon man noch nie gehört hat. Auch Amazon schafft es nach x Bücherkäufen nicht, mir etwas wirklich interessantes vorzuschlagen, weil Amazon nicht weiß, worauf ich gerade Lust habe.
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    Für Computeralgorithmen sind wir leider und glücklicherweise zu launisch. Und bleiben es hoffentlich!

  27. InventClock, ich will ja...
    InventClock, ich will ja niemanden zensieren, der nicht grob unhöflich ist, aber meinen Sie nicht, daß Ihr Beitrag leicht am Thema vorbeigeht?
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    polackoproll, auf jeden Fall. Fachbücher stöbern ist nur so mäßig spannend – obwohl sogar das Spass machen kann.
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    nico, ich lese Bücher mehrfach – und dann will ich sie auch besitzen. Nachdem aber Billy 1-3 voll sind und für Billy 4 kein Platz ist, trage ich im Moment alles Überflüssige zwischen Buchdeckeln zur Caritas.

  28. Xena, oder Bücher sind im...
    Xena, oder Bücher sind im Katalog, aber nicht auffindbar. Es gibt angeblich in manchen Uni-Bibliotheken sogar Bücherdetektive, die falsch abgestellte Exemplare wieder richtig verorten.
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    Devin08, ich bitte, die Exkursionen vom Thema nicht allzusehr mäandern zu lassen. Wirklich. Bitte. Nachdrücklich.
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    20thStreet, nicht nur in den USA, das geht auch in Europa schon. Manchmal jedoch glaube ich fast: im Zettelkatalog habe ich früher genau die 10 Bücher gefunden, die ich wollte. Und vielleicht ein oder zwei übersehen, bei denen die Schlagworte dumm gewählt waren. Heute bekomme ich 80 Treffer – bis ich auf die 10 relevanten runter bin, brauche ich genauso lange – nur wird das Pferd vom anderen Ende aufgezäumt. Aber vielleicht ist das meine subjektive Erinnerung.

  29. @Sophia: "nur wird das Pferd...
    @Sophia: „nur wird das Pferd vom anderen Ende aufgezäumt“ – ja, so kann man sagen. Die Aura des Ortes ist weg. Die Möglichkeit des Fragens und zufällig Sehens (Bibliothekspersonal, Publikum) ist weg. Also eine gewisse Art des Sich-Einstimmens. Dafür kommt man als Einzelkämpfer am PC heute verhältnismäßig weit. Aber andere haben nichts mehr davon, physisch.

  30. Liebe Sophia,
    ich finde...

    Liebe Sophia,
    ich finde nicht, dass @InventClock am Thema vorbeizielt. Der Netizin zeigt die technische Seite auf, den Weg, den der Computer zum Schlagwort einschlägt, bzw. wie sich Verknüpfung von Begriffen im Elektronenhirn vollzieht.
    Dass Sie als Buchbesitzerin gerade einmal drei Billys füllen können, verrät Ihr jugendliches Alter. Sie werden mit den Jahren wahrscheinlich nicht umhin können, sich nach einer größeren Wohnung umzusehen, denn eine Büchersammlerin legt nur in Ausnahmefälle ihre Gewohnheiten ab. Sie stellen sich als bewusst auswählende Mehrfachleserin und jemand dar, der Wert auf den Besitz von Büchern legt. Wie kommt es dann, dass sich zwischen Ihren Buchdeckeln „Überflüssiges“ findet, das der Caritas zur Entsorgung ausgeliefert wird? Nennen Sie doch bitte ein paar der Bände, von denen Sie sich trennen wollen. Natürlich nur, wenn Ihnen das nicht zu indiskret erscheint …

  31. Es gibt auch noch...
    Es gibt auch noch Zeitschriftenaufsätze.
    In der Uni-Bibliothek IHres Vertrauens erhalten Sie (hoffentlich) unbegrenzten Zugriff auf Aggragatoren wie Ebsco oder Jstor. Hach wer da Stöbern möchte!
    .
    Und das Angebot der Nationallizenzen. Grabbel grabbel…

  32. Es gibt auch noch...
    Es gibt auch noch Zeitschriftenaufsätze.
    In der Uni-Bibliothek IHres Vertrauens erhalten Sie (hoffentlich) unbegrenzten Zugriff auf Aggragatoren wie Ebsco oder Jstor. Hach wer da Stöbern möchte!
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    Und das Angebot der Nationallizenzen. Grabbel grabbel…

  33. Aber wer es seriöser wollte,...
    Aber wer es seriöser wollte, ist damals wie heute nicht ohne Literaturlisten aus kompetenten Monographien ausgekommen. Besser noch sind Forschungsberichte zum Thema (die dann in den Geisteswissenschaften gerne auch 10 Jahre alt sein dürfen).
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    Und es gibt GoogleBooks, und einfach nur Google. MIt der richtigen Suchanfrage kriegt man sogar dort tolle Literaturhinweise.

  34. Platzmangel im Bücherregal:...
    Platzmangel im Bücherregal: schrecklich!
    Falsche Entscheidungen drohen!
    Vor einiger Zeit habe ich u.a. Sartre-Bücher weggebracht.
    Und nun? „Die schmutzigen Hände“ – sehr aktuell.

  35. SAAI, bin Ihrer Meinung,...
    SAAI, bin Ihrer Meinung, Bücher mit Gehalt kann man besitzen, muß man sogar.
    Die Generation vor mir hat nun fast alles als gehaltvoll angesehen und so lagert so vieles dort, was, wenn der Herr das Haus mit den Füßen zuerst verläßt, ein enormes Problem darstellen wird: Mitnehmen, Container oder Caritas. Andere würden noch ebay aufzählen, gar den Flohmarkt.
    So kann man also mit dem Sichten nicht früh genug anfangen, denn Billy I-III geht ja nun gar nicht.

  36. Endlich wissen wir, dass wir...
    Endlich wissen wir, dass wir nichts wissen
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    @Mersch: Sie werden wohl recht haben. Das Zeitalter des Buches dürfte abgelaufen sein. Alleine schon aus dem Grund, da jetzt schon das vernetzte Wissen, und sei es auch nur die Vernetzung von „Halbwissen“/partiellem Wissen, dem genialen Einzelwissenden überlegen ist. Auch die technische Entwicklung bestätigt diese Richtung weiterhin, Stichwort: der Menschencomputer. Zu bearbeitende Wissensgebiete werden in kleinste Einheiten zerlegt, einzelnen Gehirnen zugeteilt und per Vernetzung mit anderen (kleinen) Gehirnen und in den Ergebnissen dann wohl den Quantencomputer übertreffend. Kein Papier kann einen solchen Denkprozess noch festhalten. Das wäre eine Endlosschleife, die drohte das Universum auszufüllen. Zumal es keine Endergebnisse gibt, keine, die für längere Zeit – sichtbar/lesbar – festgehalten werden müssten. Alles ist vorläufig, alles fließt. Darin Heraklit wie Sokrates definitiv bestätigend. Endlich wissen wir, dass wir nichts wissen, denn alles was wir wissen, liegt im Fluss einer unendlich scheinenden Gedankenwelt.
    .
    Das kreative Element jedes menschlichen Gehirns wird hier genauso ausgebeutet wie das Wissen sammelnde – alles Faktische ist eigentlich Nebenprodukt, Stoffwechselprodukt des Denkprozesses. Auf eine gewisse Weise wäre das gar auch das Ende der Klassengesellschaft, selbst wenn die Gesellschaft noch formal nach Klassen gegliedert wäre. Eine demokratischere Arbeitsteilung kann man sich gar nicht mehr vorstellen, jedes Hirn wäre gleich viel „wert“, oder auch gleich wenig, da Teilprozessor von einem ständig wachsenden, somit unendlich scheinenden Ganzen.
    Bücher werden nicht so leicht verschwinden, dennoch wird deren Wert zunehmend antiquarisch, ein Wert in der Kunstgeschichte, da der Technik einer längst vergangenen Epoche gewidmet, neben der längst nicht mehr tickenden Pendeluhr an der Wand.
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    Als Vision dahinter stünde dann noch ein Telepathisches Zeitalter. Der Computer als Maschine (die technische Vernetzung des Ideenstroms) würde in dem Maße obsolet, als wir unsere Kommunikation auf telepathischem Weg fortsetzten. Ich bin sicher, dass daran schon gearbeitet wird. Und zwar genau von den Intellektuellen, die sich am Ende damit als erste überflüssig machen. Eine faszinierende wie gleichermaßen Angst machende Vision. (Ich hoffe, das war jetzt nicht all zu sehr am Thema vorbei mäandert?)

  37. <p>El_Diel, definitiv...
    El_Diel, definitiv glücklicherweise. Launen sind prima.
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    colorcraze, das Bibliothekspersonal in moderner Zeit scheint sich wie die Buchhändler zu entwickeln: je weniger sie gebraucht werden, desto weniger können sie bieten.
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    Matthias Mersch, der Rest ist eingelagert. Und das Problem sind weniger Regale, sondern die Bücherkartons schleppen zu müssen bei jedem Umzug. Ich ziehe nämlich gerne um.

  38. <p>HansMeier555, und für...
    HansMeier555, und für Aufsätze gugel-scholar. Die haben sogar Anbindung an die Uni-Bib, so daß man direkt auf ebsco weitergeleitet wird. Ich sach ja: Segnungen der Moderne.
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    gabriele, ich bringe nur Schund weg. Krimis, Triviales, Romantisch-Eskapistisches. Da gehe ich kein Risiko ein. Bei allem anderen bin ich ein Messie – ich kann mich nicht trennen von meinen Schätzen.
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    nico, kann ich verstehen. Kann aber auch meine Eltern verstehen, für die die Bücher meiner Großeltern ungeachtet der Qualität auch immateriellen Wert haben. Am besten: reich werden, große Wohnung kaufen, Bibliothek einrichten.

  39. @Sophia: wieviele Bibliotheken...
    @Sophia: wieviele Bibliotheken können sich einen Büchdetektiv wohl leisten? Gerade die beschriebene kleine Institutsbibliothek wohl eher nicht.
    @Devin08: Der Vernetzungsgedanke gefällt mir, schließlich ist das Gehirn ähnlich organisiert. Aber was, wenn der Schlaganfall kommt?

  40. Der einfachsten Kreatur...
    Der einfachsten Kreatur unterlegen
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    @Xena: Wenn wir das können, wissen wir längst auch, wie wir einen Schlaganfall verhindern. Oder Nicht? Vielleicht wird dieser Menschencomputer den Gesundheitscoach als App mitgeliefert bekommen. Dann vermutlich gar kostenlos – dem System zuliebe. Die Alternative wäre natürlich, was dann aber selbstredend die barbarische Version ist, dass die Teile so schnell ausgewechselt werden, dass das System keinen Schaden erleidet. Ich könnte mir auch vorstellen, dass so ein Menschencomputer, während er im Betrieb ist und soweit er als Fremdbestimmtheit daherkommt, so etwas wie ein Second Life darstellt (ohne sich das aber vorzustellen). Denn wir wüssten gar nicht, dass wir einen Computer sind. So im Stile der Matrix-Trilologie.
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    Ich würde mal sagen, und jetzt mache ich wieder marxistische Propaganda, denn ich Rede hier im Stile des „Reiches der Freiheit“, von dem Marx immer sprach: Die sozialistische Version wäre die erstere, die, in der wir noch Subjekt sein können, wo wir also in unser Second-Life ein- und aussteigen können, wenn auch nicht in Form einer Subjekt-Objekt-Gegenüberstellung, also da Raum wie Zeit noch überwinden, bzw. Intellekt (Energie) aufwenden müssend. Dann nämlich gewissermaßen quantentunnelnd zwischen verschiedenen Wirklichkeiten.
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    In der barbarischen Version, das wäre eine jene, in der das Subjekt abgelöst wäre durch irgendeine Maschinenrealität, in der wir so gefangen wären, wie jetzt und unserer Klassenrealität. Allerdings dann irreversibel. Wir könnten nicht „quantentunneln“, sondern wären Teil einer verobjektivierten Welt, in der sich ein „Subjekt“ nur noch als Agent seiner Umwelt erkennt, ähnlich darin einem Cyborg. Selber Maschine, denkend, dennoch sich darin selber nicht bewusst sein könnend. Es wäre auch eine Form der Rückkehr in das Magische Zeitalter. In die dunkle Epoche der menschlichen Vorgeschichte.
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    Während sich der Vorzeitmensch allerdings von Geistern umgeben wie auch von diesen beseelt erkannte, wird dieses Nicht-Menschlein der barbarischen Zukunft, nicht mal mehr solches „fühlen“. Mehr Maschine als Mensch. Darin der einfachsten Kreatur unterlegen. Und doch immer noch voll des Gehirns, mit Hilfe dessen es mal glaubte, sich befreien zu können.

  41. Devin08, ich meinte den...
    Devin08, ich meinte den Schlaganfall allegorisch, im Sinne, dass jedes System auch fehleranfällig ist. Es ist schließlich in der Nicht-Maschninen-Welt auch so, dass „Fehler“ ausgemerzt werden und neue dazu kommen. Bedingt das nicht die Entwicklung und das Nicht-Wissen über die Zukunft und somit die Ausprägung (und vor allem Vernetzung) verschiedener Faktoren? So oder so ist wenig linear, alles eher komplex.

  42. Xena, sicherlich - aber in...
    Xena, sicherlich – aber in Unis sind das oft Studenten. Netter Nebenjob, das hätte mir auch gefallen.

  43. Sophia - ein Faible für...
    Sophia – ein Faible für Heuristik?

  44. Ich empfehle jedem, vor allem...
    Ich empfehle jedem, vor allem Herrn Wehler, die Lektüre von Sebastian Haffners „Die Deutsche Revolution 1918/19“. Dann erkennt man schnell, warum die „Kommunisten“ in Deutschland gegen die Sozialdemokratie „gehetzt“ hat. Weil sie nämlich genau von denen buchstäblich abgeschlachtet und geopfert wurden.
    Haffner deckt auch grandios auf, warum gerade die „Kommunisten“-Verfolgung zu Verschweigen eine der tief liegenden Gründungslügen Nachkriegsdeutschland waren. Meine Hoffnung würde ich ausnahmsweise mal in die DDR Geschichtsschreibung richten. Die werden das genau aufgearbeitet haben, man hat den Verrat der SPD (im Sinne Haffners) and den Spartakisten und sog. dt. Kommunisten da nicht sofort vergessen. Und wenn es nur zur eigenen Legitimation gemacht wurde, die Fakten müßten eher dort auffindbar sein.
    Warum „Kommunisten“ in Anführungszeichen? Nun, weil mich Haffner überzeugen konnte, daß die Revolutionäre von 1918/19 eben im Grunde gar keine enteignende Sowjetkommunistische Regierungsform anstrebten. Hier verbündet sich die DDR Geschichtsschreibung natürlich wieder fatal mit dieser Gründungslüge, die Spartakisten werden allesamt zu Vorkämpfern des real existierenden usw. usf., was Herrn Wehler & Co die Möglichkeit gibt, deren Abschlachtung zu verharmlosen.

  45. "Büchdetektiv" - schöner...
    „Büchdetektiv“ – schöner Tippfehler ;-)

  46. Doch eine „Anekdote der...
    Doch eine „Anekdote der Geschichte“
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    @auxtroisglobes: Keine Frage, Sie sprechen mir aus der Seele. Trotzdem sehe ich mich als Marxist, was ich hier jetzt nicht näher ausführen möchte (siehe aber: http://blog.herold-binsack.eu/?p=1310), lieber in der selbstkritischen Haltung, als in der des Opfers (einer Sozialdemokratie). Vielleicht nur das Eine: Die Opferhaltung (die Verinnerlichung des Opfer-Seins) führt nie zum Erfolg (zum Sieg/zur Korrektur von eigenen Fehlern), sondern nur zu weiteren Opfern/Verbrechen an Dritten/weiteren Fehlern (vgl. die längere Ausführung hier: http://blog.herold-binsack.eu/?p=965).
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    Eine diesbezüglich andere, ungleich tragischere, Variante können wir am Beispiel des Nahostkonflikts beobachten. Hier werden die (sich historisch, wie auch aktuell gegenseitig verstehenden) Opfer gar zu gegenseitigen Tätern und laufen Gefahr ihre (beiderseitige) historische Legitimation – als „anerkannte“ Opfer (nur die Juden sind als solche wirklich anerkannt) – zu verlieren (auch das SED-Regimes „rechtfertigte“ sich mit seinen Taten auf ähnliche Weise, http://blog.herold-binsack.eu/?p=1210).
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    Erfolglosigkeit, die einem so gewiss ist, legitimiert nur zu weiterer Erfolglosigkeit, wenn kein Bruch mit der bisherigen Linie und Haltung erfolgt. Letztlich legitimiert nur der Erfolg selber.
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    Diesbezüglich kann ich einem Wehler nicht mal ganz widersprechen. Die unbeschreiblichen Fehler des SED-Regimes verurteilen die Geschichte der kommunistischen Bewegung Deutschlands, nachträglich, zur „Anekdote eben dieser Geschichte“.

  47. Xena, gar nicht so unbedingt -...
    Xena, gar nicht so unbedingt – aber besser als Kellnern oder Nachtportier. Finde ich.
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    Devin08, das ist immer noch off-topic, aber ausnahmsweise stimme ich voll und ganz zu: es gibt Konflikte, wo am Ende niemand mehr im Recht ist, weil alle soviel Unrecht begangen haben. Es wäre aber trotzdem schön, wenn die Herren sich wieder den Büchern und Bibliotheken zuwenden könnten. Danke!

  48. (in der Wohnung herumstehende...
    (in der Wohnung herumstehende Bücher): ach, man hat nicht endlos Platz, und sollte schon strikt auswählen, was bleiben darf und was nicht. Dieser Lebenspraxis des Aufräumens kann man sich nicht entziehen, auch wenn man es gerne möchte. Sich dagegen wehren zu wollen ist so unsinnig wie jedes Jahr seinen 30. Geburtstag zu begehen. Davon abgesehen: Bücher gehören doch unter die Leute! Insofern eher mal Bücher verschenken, als an Trödler abgeben – denn die können das meiste auch nur zum Müll sortieren.

    „je weniger sie gebraucht werden, desto weniger können sie bieten“ – das ist ein Elend, dem es entgegenzuwirken gilt, indem die Bibliotheksangestellten mit dem vorhandenen Korpus bekanntgemacht werden.

    „telepathische Kommunikation“: nein, das denke ich eben gerade nicht, daß das die Zukunft ist, denn diese Art der Kommunikation hat es immer gegeben (siehe Schamanismus), und die ist inzwischen in Europa weitgehend ausgerottet und und von der „offen schriftlichen“ bzw. sich immer allen stellen müssenden Kommunikation völlig überformt. Zudem sehe ich eine arge Schwäche von Institutionen; und neue, durch Internet bisher zuwegegekommene Instanzen sind in der Regel breit bis total und flach wie eine Wasserpfütze auf dem Tisch, ohne innere Struktur. Und diese Flachheit bringt keine (Neu-)Ordnung zustande, denn dafür bräuchte es eine gewisse Ausgezeichnetheit von einigen als die Maßgeblichen.

  49. Schmökern in der Bibliothek-...
    Schmökern in der Bibliothek- und zufällige Funde können wahre Leseorgien auslösen.
    Mir ging es so nach Lektüre der Briefe zw. Hannah Arendt und Heinrich Blücher (1936-1968). Ein hinreißendes Bild einer modernen Beziehung mit klärenden deutlichen Worten zur damaligen Zeitgeschichte. Durch ihre anderen Schriften und Briefe gewinnt man Einblick in Denkstrukturen, erfährt Leitlinien zu moralischem Verhalten.
    Ehrfürchtig betrachte ich nun die frisch erworbenen Denktagebücher von Arendt: Schwarzes Leinen im Schuber…mit Merkfädchen!

  50. @Matthias Mersch: Zur Frage...
    @Matthias Mersch: Zur Frage nach Programmen für die Erfassung der Privatbibliothek mag dieses Wiki als Einstiegspunkt geeignet sein: http://literaturverwaltung.wordpress.com/vergleich-literaturverwaltungssoftware/
    Am zukunftsträchtigsten dürften derzeit die webbasierten Systeme sein (Mendeley, CiteULike, LibraryThing). Achten würde ich auf gute Importmöglichkeiten (z.B. aus Bibliotheksverbundkatalogen) und auf Exportmöglichkeiten (falls man das Programm einmal wechseln möchte). Mendeley kann man auf dem PC für sich allein benutzen oder mit Webanbindung zum Austausch der Daten. Für mehr als nur Bücher eignet sich Tellico, generell zur Sammlungsverwaltung. Unter den kommerziellen Programmen ist Citavi sehr gut (leider sehr stark mit Windows verbandelt, eine Linux-Version wird es vielleicht nie geben). Die Liste ließe sich leicht fortsetzen.

  51. Devin08@: Bester Herr, die...
    Devin08@: Bester Herr, die Nazis hatten 38 Hollerithmaschinen in den USA gekauft. Maschinen mit Lochkartensystem. Diese Maschinen wurden für die Gestapohaupt-stellen geordert. Mühelos liessen sich nach kurzer Anlauf und Einarbeitungszeit
    systematisch die Abgleichungen bezüglich der Juden und der Kommunisten herstellen. Die Gestapo kassierte sämtliche Parteizettelkästen von SPD, KPD, Zentrum etc. Fragen Sie doch mal nach wo die damaligen Datensätze (Lochkarten) eventuell archiviert sind.
    http://www.brainworker.ch/Soziologie/buerokratie.htm
    @@: Die alten Bücher-von Gutenbergs Zeiten bis in die Endzwanziger Jahre des 20. Jhdts. widersetzen sich der geplanten Obsoleszenz. Die Datensätze der NASA in den USA aus den 60iger Jahren sind nicht ohne weiteres übertragbar in heute gängige artifizielle Sprachen. Der nicht austauschbare Akku der 1. IPods war in 18 Monaten hin. Nach Protesten und Klagen vor Gericht wurde die Lebenszeit auf 2,5 Jahre erhöht.

    Elektroschrott der IT-Gesellschaft gerät Bergeweise auf die Müllhalden der sog. III.Welt. 20 % davon werden repariert. Der Rest verwüstet Flüsse etc. Z.B. in Ghana, Nigeria. Die Edelmetalle etc. werden von jungen Menschen mittels zweifelhaften, sehr gesundheitsschädlichen Methoden herausgeholt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Obsoleszenz

    Wenn wir nicht sehr aufpassen wird unser electronisches „Wissen“ im Nirwana verrauschen, weil die Trägermedien sich physikalisch oder chemisch auflösen werden. Wir sind auf immer mehr Prothesen im großen Stil und wachsender Akzelaration von Hinfälligkeit von technischen Produkten angewiesen. Wer? Warum? Wieso? Weshalb? Wozu?

  52. @Nemissimo, herzlichen Dank...
    @Nemissimo, herzlichen Dank für Ihre sehr nützlichen Hinweise!
    @Devin08, mein Aufruf zur Umarbeitung von Zettelkästen ist mitnichten eine Absage ans Buch, sondern nur die Zurückweisung altmodischer Methoden bei der Erschließung von Buchbeständen.
    @Sophia: „nico, kann ich verstehen. Kann aber auch meine Eltern verstehen, für die die Bücher meiner Großeltern ungeachtet der Qualität auch immateriellen Wert haben. Am besten: reich werden, große Wohnung kaufen, Bibliothek einrichten.“
    Dieser Ratschlag ist in der Tat der beste (und ich arbeite an seiner Umsetzung, nur habe ich leider die Reihefolge umgedreht!). Zustimmen kann ich auch dem sentimentalistischen Argument zum Erhalt ererbter Bestände. In meinem Fall gibt es da eine interessante Dualität: die Bücher des Großvaters sind fast alle interessant und lesenswert, die der Eltern zu neunzig Prozent reine Ikonen der Pietät. Man unterschied sich doch sehr, zumindest in den Lesegewohnheiten.
    @Sophia: „Und das Problem sind weniger Regale, sondern die Bücherkartons schleppen zu müssen bei jedem Umzug. Ich ziehe nämlich gerne um.“
    Bücher in Kisten, das ist natürlich eine harte Fügung, die ich gut nachvollziehen kann! Meine Bücher lagern derzeit in vier Städten auf zwei Erdteilen, an drei von diesen Orten sind in Form von billygerecht aufgestellten Handbibliotheken vielleicht ein bis zwei Drittel der Bestände zugänglich. Ich träume natürlich von der finalen Zusammenführung der Bücher und einem Schreibtischthron in der Mitte, an dem sich dann gut schmökern lässt.
    @nico, es ist das Schicksal aller Privatbibliotheken, nach dem Ableben des Inhabers auseinander gerissen zu werden, und das ist ganz natürlich (und vielleicht auch gut so), denn sie sind der Ausweis so persönlicher Interessen und Vorlieben, ein Abdruck der eigenen unverwechselbaren Persönlichkeit (wenn Devin08 diese bürgerliche Setzung durchgehen lässt!) dass es unmöglich ist, einen Nachfolger mit gleichem Interesse an diesen Bücherschätzen zu finden. Man könnte allenfalls darüber nachdenken, die Bestände geschlossen in eine öffentliche Bibliothek zu überführen, aber um den Bibliothekar vom Aussortieren abzuhalten, bräuchte es einer gewissen Prominenz des Erblassers (so wird in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften der Bücherschrank Max Webers samt Inhalts verwahrt und wissenschaftlich genutzt; man denke auch an Hegels Handexemplar der Schriften Kants mit Adnoten aus der Feder des Weltgeistbeschwörers).
    Evasionsliteratur, von der sich Sophia konsequent trennt, befindet sich entweder gar nicht in meinem Buchvorrat oder es gehören alle meine Bücher dieser Kategorie an. Der Gebrauch von Büchern gehört nun einmal der vita contemplativa an, daran ist nicht zu rütteln, ein Tatmensch belastet sich vor Erteilung des Schreibauftrags für seine Memoiren nicht mit Büchern! Wer nach bürgerlicher Vorstellung vor dem Leben flieht und sich dabei ins Buch verirrt, muss nur lange genug leben und dabei nicht mit dem Lesen aufhören: Nach Jahrzehnten gilt dann der geschmähte Eskapismus als Erwerb von Bildung, mit der sich unverhofft ein Quentchen Sozialprestige einheimsen lässt, selbst noch in der deintellektualisierten, computervernetztwerkten Gesellschaft Anfang des 21. Jahrhunderts.

  53. Stöbern geht immer noch! Das...
    Stöbern geht immer noch! Das ist ja der Clou an der Systematik, daß ich am Regal „entlangbrowsen“ kann und so oft deutlich mehr Bücher mit nach Hause schleppe als ursprünglich im OPAC entdeckt…
    Die Aufgaben -und damit durchaus auch die Fähigkeiten- der Bibliothekare haben sich gewandelt. Orientierung im Informationsdschungel ist nun wesentlich relevanter als „Buch im Regal finden“, obwohl sich im Alltag bereits herausstellt, daß es eben keineswegs so ist, daß jeder den OPAC bedienen kann, man könnte sich wundern, wenn man wollte! Von wegen „Google-Generation“ und „Web 2.0″…

  54. colorcraze, ich gebe die...
    colorcraze, ich gebe die Bücher zur Caritas… da tue ich gleichzeitig noch was Gutes. Hoffe ich. Davon abgesehen: den 30. Geburtstag mehrfach zu feiern ist keine so schlechte Idee.
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    Gabriele, eine meiner absoluten Lieblingsserien für tiefschwarze Tage habe ich nur gefunden, weil sie nach Autor geordnet waren – eigentlich nicht mein Genre, aber ich war verzweifelt, da habe ich es halt doch versucht. Und inzwischen alle gekauft und drei Mal gelesen.
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    Nemissimo, vielen Dank, ich wußte nicht mal, daß es sowas gibt.

  55. kanitverstan, ja, und im Kongo...
    kanitverstan, ja, und im Kongo finanzieren wir mit unserer Gadget-Sucht die Rebellen, während im Nordpazifik ein Müllteppich von der Größe Europas treibt.
    http://www.greenpeace.at/hawaii.html
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    Matthias Mersch, das Zeug von meinem Großvater kann ich echt nicht lesen… die Bücher meiner Eltern hingegen habe ich soweit durch, wie sie mich interessieren. Mit Ausnahme der englischen Klassiker, wo ich lieber irgendwann englische Ausgaben lesen möchte.
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    Frosch-Thekla, ja, die Gugel-Generation. Aber c&p können sie, habe ich neulich mal wieder festgestellt. Auch in Hausarbeiten oder Essays.

  56. Keine Ahnung, ob das Kritik...
    Keine Ahnung, ob das Kritik oder Kompliment sein soll, interessant auf jeden Fall diese Replik von jemandem vom Fach:
    http://bibliothekarisch.de/blog/2011/02/14/altes-wissen-modern-verwaltet/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=feed:+bibliothekarischde+%28bibliothekarisch.de%29

  57. Die Überwindung der...
    Die Überwindung der Sprachbarriere(n)
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    @Colorcraze: Ich lasse in meine Beiträge wohl auch eine ordentliche Portion Fantasie einfließen, aber in Sachen von Technik und diesbezüglichem Wissen agiere ich ganz gediegen, zumal das nicht unbedingt mein Metier ist. Also habe ich mir das nicht eingebildet, das mit der „Telepathie“, sondern gewissermaßen „angelesen“ (mehr ist es im Moment noch nicht). Während man bereits in der Molekularbiologie mit dem Begriff der Instantanität (einer quasi telepathischen Verschränkung, darin ähnlich der Verschränkung in der Quantenwelt) zu arbeiten scheint, zugegeben: noch relativ spekulativ (habe da mal einem hochinteressanten Vortrag eines bekannten Frankfurter Kernphysikers gelauscht, der da die Behauptung aufstellte, dass die darwinsche Vorstellung von Mutation und Selektion, eben ohne diese „Telepathie“ in der Natur, nicht mehr aufrecht zu erhalten wäre, ob der dafür viel zu kurz gewesenen Zeitspanne (nun ja: diesbezüglich hadere ich noch mit diesem Herrn und auch mit mir), wird es diesbezüglich in der nächsten technischen Zukunft womöglich ernster. So überraschte mich Ende letzten Jahres eine Veröffentlichung des VDI (VDI-Nachrichten, 17.12.2010).
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    Unter der Rubrik „Diese Technologien werden unsere Zukunft prägen“ wird eben u.a. auch die „telepathische Kommunikation“ benannt, neben dem von mir bereits erwähnten „Menschencomputer“. Zunächst geht es noch darum Körperbehinderte darin zu unterstützen, die durch defekte Nervenbahnen (oder infolge anderer Erkrankungen) nicht mehr steuerbaren Körperteile per „Gedankenkraft“ zu bewegen. Es handelt sich offenbar um die Ersetzung der (vom Gehirn gesteuerten) Nervenbahnen durch direkte neuronale Energieströme. Und genau das ist der Einstieg in die „Telepathie“, wo die sprachliche Kommunikation ebenso „kurz geschlossen“ werden könnte.
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    Bedauerlicherweise habe ich die Print-Ausgabe nicht mehr, und auf die komplette Online-Ausgabe habe ich als Nichtabonnent keinen Zugriff (vgl.: http://www.vdi-nachrichten.com/vdi-nachrichten/aktuelle_ausgabe/article.asp?cat=1&id=50979&source=archiv).
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    Dass das im Übrigen Auswirkungen auf den philosophischen/ethischen wie auch (neuro-)physiologischen/psychologischen Diskurs haben wird, möchte ich bei dieser Gelegenheit nicht unerwähnt lassen. Denn was wäre der Mensch, was wäre dessen Bewusstsein (über und von sich selbst) ohne die Sprache, ohne die gesprochene und mehr noch ohne die geschriebene Sprache (vgl. Julian Jaynes’ „Der Ursprung des Bewusstsein“, ich erwähnte ihn schon, http://blog.herold-binsack.eu/?p=1324), ja ohne diesen kleinen „Spalt“ zwischen den neuronalen Impulsen und deren „Abdrücke“ im Bewussten/Un(ter)bewussten. Auch ein Ralf Singer wird da noch ganz anders diskutiert werden (http://blog.herold-binsack.eu/?p=825).
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    Doch eröffnet sich hiermit ganz klar ein Weg zur Überwindung ganz anderer Sprachbarrieren. Und die (nichtsprachliche) Kommunikation mit anderen Arten (intelligenten Tieren, http://blog.herold-binsack.eu/?p=956, oder gar in der Zukunft noch zu entdeckenden „Aliens“) wäre denkbar. Diese Entwicklung halte ich bereits für unumkehrbar, zumal dahinter nicht nur die Gesundheitsindustrie steht, sondern die Sicherheitsindustrie wie letztlich auch die Raumforschung.

  58. @Devin08: ja, ich habe die...
    @Devin08: ja, ich habe die letzten Jahre auch so Dinge wie „Tippen qua Hirnkraft“ (war mal auf einem Charité-Kongreß) und ähnliches mit Interesse verfolgt. Lt. Herrn Bechtoldsheim (ja genau, derjenige welcher) forschen die Amis da aber schon seit 30 Jahren dran erfolglos rum. Er sagt, es gibt dazu keine Theorie.

  59. Bechtolsheim?
    @Colorcraze:...

    Bechtolsheim?
    @Colorcraze: Meinen Sie den? http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_von_Bechtolsheim. Wenn ja, wo und wann hat er sich dazu geäußert? Das interessiert mich sehr!
    Danke

  60. Ja, Computer haben nachhaltig...
    Ja, Computer haben nachhaltig die Recherche vereinfacht. Wenn ich noch an meine langweitige und stundenlange Arbeit in Bibliotheken zurück denke, wird mir ganz anders. Heutzutage ist es wesentlich bequemer und deutlich schneller mit Internet und PC zu realisieren.

  61. @Devin08: Ja, der. -...
    @Devin08: Ja, der. – Telephonisch, über VoIP.

  62. Vielleicht hätte ich das...
    Vielleicht hätte ich das jetzt nicht sagen sollen, denn es war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Aber andernseits nützt es auf längere Sicht wenig, wenn viel Vorstellungsvermögen auf Bereiche verwendet wird, die so nicht funktionieren.

  63. andrea3495, aber irgendwie...
    andrea3495, aber irgendwie auch weniger spannend. Ich finde es heute langweiliger als früher. Aber ich bin da auch etwas sonderbar.
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    liebe colorcraze, Sie dürfen hier alles sagen. Naja, fast alles.

  64. @SAAI (@andrea): ja, mich...
    @SAAI (@andrea): ja, mich würde wundernehmen, woran das eigentlich liegt (brainstorm der Gefühle, please). Vielleicht daran, daß man jetzt einzeln vor der Kiste sitzt, oder daran, daß es alles so breit und flach zutageliegt, und man nicht mehr von semantischem Ast auf semantischen Ast hüpfen muß? Ich kanns auch nicht so recht sagen, merke nur, daß es eben etwas mit dem Ort (man mußte sich physisch in die Bibliothek begeben) zu tun hat. – (@me) Ach, mit dem Dürfen oder nicht hatte ich nie Scheu, es ist eher, ob man soll oder nicht. Hat ja immer Folgen, und die mag ich nicht ausblenden.

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