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Über Gott und die WWWelt

Ein Lob der Lobby

| 32 Lesermeinungen

In diesem Jahr haben sich zwei Interessenvertretungen für netzpolitische Themen gegründet. Eine Lobby für das Internet, das klingt bislang glatt und abstrakt - weil man sich vor einfachen Begriffen scheut: Bildung, Arbeit, Ehrenamt.

In diesem Jahr haben sich zwei Interessenvertretungen für netzpolitische Themen gegründet. Eine Lobby für das Internet, das klingt bislang glatt und abstrakt – weil man sich vor einfachen Begriffen scheut: Bildung, Arbeit, Ehrenamt.

Wie weit ist im öffentlichen Diskurs die Tatsache verankert, dass ohne digitale Medien und die Menschen, die mit ihnen arbeiten und darüber kommunizieren, unser Alltag heute deutlich anders aussähe? Damit meine ich nicht das Bild, das sich auf Gehwegen und in der U-Bahn bietet: abgehetzte Anzugträger schreien in ein Headset und Jugendliche verrenken sich ihre Finger beim Tweets tippen auf dem Smartphone. Hat die digitale Innovation tatsächlich auf die Fast-Forward-Taste gedrückt und sie dabei fest geklemmt? Die Entschleunigung – als hätten wir eine Wahl wie schnell eine Minute verrinnt – ist keine unerreichbare Sehnsucht. Kulturpessimisten müssten lediglich den Willen entwickeln, zu erlernen mit dem Risiko ständiger Verfügbarkeit und Informationsüberfluss durch Technologien bewusst umzugehen. Der Computer ist ein Raubtier, das sich gelassen domestizieren lässt. Sogar von Großstadtmenschen.

Die Digitalisierung hat, ähnlich wie Marco Settembrini di Novetre die „Elektrifizierung“ einordnet, vor allem Fortschritt und Arbeitserleichterung mit sich gebracht. Sie birgt Entspannung in der Freizeit, führt einsame Herzen zusammen und erhält menschliche Nähe über weite Distanzen. Digitaler Fortschritt frisst auch Arbeitsplätze, doch im gleichen Moment fordert er nicht Maschinen, sondern Menschen heraus und schafft neue Berufsbilder.

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Die EU-Politikerin Neelie Kroes stellte am vergangenen Montag den Raubkopierer Karl Theodor zu Guttenberg als neuen europäischen Paten der Internetfreiheit vor. Was satirisch anmutet, meint die EU-Kommission ernst. Dass sie die Freiheit nun von jemandem schützen lassen will, der zuvor Netzsperren forderte, entwertet ihr Anliegen umgehend. Doch die Wahl von zu Guttenberg als Internetberater ist ein vergleichsweise kleiner Moment unter vielen größeren, in dem man erkennt, dass das Netz eine Lobby braucht. Denn hinter dem abstrakten Begriff „das Internet“, das als freier Raum bewahrt werden soll, steht mehr: dort steht Leben. Es sind die Menschen, die über digitale Technologien das organisieren, was sie antreibt, die über das Internet politisch aktiv sind, die damit ihr Geld verdienen, die eine gemeinschaftliche Interessenvertretung brauchen. Und noch mehr als die Nutzerinnen und Nutzer, die bereits online sind, brauchen diejenigen ein Sprachrohr, die von der Internetversorgung abgeschnitten sind und daraus Nachteile erhalten. Nur zwei Beispiele verdeutlichen, dass ein Grundrecht auf schnelles Internet nicht mehr in Frage gestellt werden kann, ohne dass soziale und ökonomische Benachteiligung durch die digitale Spaltung in Kauf genommen werden: Stellen Sie sich vor, wie die Suche nach Arbeit heute verliefe, wenn sie ausschließlich analog erfolgte. Und stellen Sie sich zudem vor, wie sich die Bildungsmöglichkeiten von Schülerinnen und Schülern unterscheiden, wenn die eine Gruppe digitale Lernmittel nutzen kann und die andere nicht – und welche berufsvorbereitenden Konsequenzen es hat, bereits als Kind den Umgang mit Hardware und Software erlernen zu können, weil sie im Elternhaus oder in der Schule vorhanden sind.

Diese Alltagsbeispiele zeigen, dass die digitalisierte Welt kein Biotop für eine Bohème ist. Über die Zukunft einer Gesellschaft zu debattieren, in der Technologie eine immer größere Rolle spielt, ist kein Elitenthema. Die aktuellen netzpolitischen Diskussionen zeigen das jedoch in der Tat noch nicht, denn sie widmen sich häufig juristischen und technischen Problemstellungen, jüngst auch Fragen der politischen Partizipation. Doch über diesen engen Fokus bleibt eine wichtige Debatte begrenzt auf schmale Zirkel.

Wie wollen wir leben? Wie wollen und wie können wir künftig in einer zunehmend digitalisierten Welt leben? Fragen der Breitbandversorgung sind für diese Frage dabei wichtig, aber nur ein Detail. Die großen Themen, vor deren Komplexität die Debatten bislang zurückschrecken, sind Bildung, Arbeit und Gesundheit. Denn sie begleiten einen Menschen ein Leben lang.

Wer beruflich mit Politik zu tun hat oder eine Affinität für den von der Digitalisierung angestoßenen Wandel der Lebenswelt hat, stieß vielleicht in der vergangenen Woche auf eine Debatte in einer Enquete-Komission des Bundestages, die im Livestream übertragen wurde. Zum Thema „Veränderungsprozesse in der digitalen Wirtschafts- und Arbeitswelt“ hatte die Gruppe von Abgeordneten und Sachverständigen weitere Expertinnen und Experten eingeladen, um sich mit ihrem Wissen ein besseres Bild davon machen zu können, welche konkreten Herausforderungen in der Arbeitswelt auch von der Politik mit bearbeitet werden müssen.

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Die Menschen, die dieses maßgeblich betrifft, sind im Bundestag und anderen Parlamenten unterrepräsentiert. Wenn das der Fall ist, bilden sich häufig Zusammenschlüsse um Stimmen zu sammeln, Positionen zu erarbeiten und diese lauter vertreten zu können. Dass Menschen sich immer seltener in großen Organisationen engagieren wollen – so werden gerne die schrumpfenden Parteien begründet – scheint jedoch nicht wahr zu sein; sie wollen es nur seltener in Parteien oder Gewerkschaften. Vielleicht sogar, weil man es hier schon versucht hat und gescheitert ist. Das Gefühl der „Digitalen Generation“ unzureichend gehört zu werden, ist dabei global. In den USA hat das Bündnis „Fight fort he Future“ zur Onlinekampagne „I work fort the internet“ aufgerufen. Die Aktivisten stellen sich damit gegen den „Online Piracy Act“, in dem seine Kritiker ähnlich wie bei der Netzsperrendebatte in Deutschland eine Weichenstellung für staatliche Zensur sehen. Anders als hierzulande ist das Hauptargument der Kampagne jedoch nicht die Freiheit des Netzes, sondern seine Macht als Wirtschaftsfakor:

„We work for the Internet. We know first-hand that the Internet powers the American dream. American innovators have built the world’s most popular sites, selling products and services to every corner of the globe, creating high-paying jobs from Maine to Hawaii. If Congress passes the Stop Online Piracy Act, America’s most promising engine of future jobs and opportunity will be put at risk. Don’t stop us now — we’re just getting started! Tell the world you work for the Internet.“

Eben diese bekommt in Deutschland aber nach wie vor zu wenig Aufmerksamkeit. Dazu empfiehlt es sich die Stellungnahme zur digitalen Gründungskultur von Heiko Hebig für die Sitzung der Enquete-Kommission zu lesen, der darin skizziert welche kulturellen und welche faktisch bürokratischen Hürden die Neugründungen von Unternehmen eher behindern, als befördern. Zudem wird der Gründungszuschuss zum 1. Januar 2012 gekürzt, aus einem Rechtsanspruch ist eine Ermessensleistung geworden, der Bezugszeitraum wurde verringert.

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Das Internet als wachsender Marktplatz mehrt die Chancen auf selbstständiges und selbstbestimmtes Arbeiten. Über die Konditionen, unter denen das getan werden kann, müssen daher an neue Formen der Selbstständigkeit angepasst werden. Auch die neuen Arbeitsplätze und Berufsbilder der digitalen Welt brauchen mehr als ein anerkennendes Nicken für ihr Vorhandensein. Es stehen Fragen im Raum wie: „Wenn das Karriereziel eines Redakteurs der Chefredakteur ist, was ist das Karriereziel des Community Managers?“ In welchem Gehaltssektor entstehen digitale Arbeitsplätze? Erfährt digitale Arbeit eine Entwertung gegenüber anderen Berufen? (Die Gehaltsschere zwischen Print- und Onlinejournalisten sei hier beispielhaft angeführt.) Wie viel müssen Freiberufler arbeiten, um davon leben zu können? Welche positiven und negativen Effekte haben flexible Arbeitsverhältnisse auf Zusammenleben und Familie? Nützen die “scharfen Zähne” des Arbeitsschutzgesetzes den Menschen in Branchen, in denen es als normal und Voraussetzung gilt, 80 Stunden in der Woche zu arbeiten?

Das große Thema, mit dem Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen in die Weihnachtspause geht, ist die „Volkskrankheit“ Burnout. Vielleicht lohnt aber auch an dieser Stelle eine Entschleunigung, um zunächst andere Debatten zu führen, bevor man sich etwas widmet, das als Ergebnis einer kranken Arbeitswelt steht, schon vor Eintritt in die Berufswelt beginnt oder mitunter gar nichts mit der Arbeit zu tun hat.

Doch wie stößt man diese Debatten an? Beim Thema Burnout liegt es nahe: die Kosten drücken auf das Gesundheitssystem und Prominente schreiben Bücher über ihre Krankengeschichte. So umstritten Begriff und Krankheit auch sein mögen, die Lobby des Burnout funktioniert.

Herzensthemen brauchen Interessenvertretung. Auch wenn der Begriff Lobby in vielen Ohren gleich schmutzig klingt: selbst flauschige Kaninchen haben über den Tierschutzverein ihre eigenen Lobbyisten. Dieser arbeitet vermutlich effektiver für den Schutz von Tieren als die Tierschutzpartei. So wenig wie man von jedem einzelnen Abgeordneten verlangen kann zu wissen, wie viel Quadratmeter ein Meerschweinchen zum Wohlfühlen braucht, so wenig kann man von jedem Abgeordneten verlangen alle Chancen und Problemstellungen zu übersehen, die einer digitalisierten Welt entspringen. Seit wann ist voneinander lernen etwas Schlechtes? Gar etwas Politikfremdes?

Wenn sich nun wie in diesem Jahr Interessenvertretungen die „Digitale Gesellschaft e.V.“ oder „D 64 – Zentrum für digitalen Fortschritt“ gründen (>> Invasion der Erklärbären) um gemeinsam mit der Politik Antworten auf netzpolitische Fragen zu suchen, zeigt dies vor allem etwas hoch Erfreuliches: weder politisches Engagement noch das Ehrenamt haben sich mit der Digitalisierung in Bits aufgelöst.

 

 

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Zur Transparenz: Die Autorin ist Gründungsmitglied von D64 und engagiert sich dort wann immer der Haupt-, die Nebenberufe und das Leben es zu lassen.

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32 Lesermeinungen

  1. Ja schön schön. Sehen wir...
    Ja schön schön. Sehen wir zu, daß dieses Netz an potentieller freier Meinungsäußerung nicht verschwindet, erfriert wie so viele andere Träume der Mittelklasse. Lernt Server aufsetzen JETZT!!

  2. Das wird den hübschen Herrn...
    Das wird den hübschen Herrn zu Guttenberg aber gar nicht freuen, dass Sie ihm hier die Berufsbezeichnung eines „Raubkopierers“ voranstellen, wo seine Urahnen doch noch nicht einmal Raubritter, sondern „nur“ Postmeister waren. Also, seien Sie etwas vorsichtiger mit solchen einseitigen Voranstellungen, denn auch der kopierende Herr Ex-Dr. zu Guttenberg hat einen aufzuführenden Beruf erlernt (was war das jetzt noch mal!?). Und ausserdem ist er Hoffnungsträger und neuerding, wie Sie erwähnen, auch Berater-Berater, also wenn schon, dann: „möchtegern Raubritter, Hoffnungsträger, EU-Beratungs-Berater und Ex-Minister“ zu Guttenberg. Raubkopierer ist für Herrn zu Guttenberg eindeutig zu wenig, das hat er nun wirklich nicht verdient, auch nicht von der SPD.

  3. Liebe Teresa,
    ich mag Ihre...

    Liebe Teresa,
    ich mag Ihre Postings.
    Doch auch hier: Das Internet ist zum größten Teil, zu über 70%, kommerziell getrieben.
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    Das Ding mit dem Lernen und den Arbeitschancen darin ist für mich immer von der Kommerz-Lobby nachgeschoben. Wollen wir doch die Kommerzkirche im Einkaufsdorf lassen. Längst hat der Kommerz alles und alle im Netz erreicht.
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    Lernen im Netz? Noch mehr Leute laden lieber Musik runter oder ergattern sich Billigangebote. Arbeiten im und fürs Netz? Geschenkt. Die Löhne darin sind miserabel, die Erträge für den kleinen E-Shopbesitzer lächerlich, die Ausgaben für SEO und SEM dagegen aus seiner Sicht monströs. Next: Der Onlinejournalist und der (Pro-)Blogger sind schlechtest bezahlt gegenüber Print. Selbst das Revenue von Online-Marketingagenturen ist vergleichsweise lausig. Die Jobs, die wegen des Internets wegebrochen sind, sind weg – gekommen sind nicht bessere, sondern neue, schlechtere Sklavenverhältnisse.
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    Es ist wirklich nur eine Minderheit, die glaubt, vom Netz profitieren zu können:
    1. ein paar unverdrossene Wissensgesellschaftsbewegte und 2. eine überschaubare Anzahl von Unternehmen.
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    Darunter die großen E-Shops, die ihre Site bewusst „fahren“ und mit allen möglichen Conversions-Tunneln und Profitricks größtmögliche Verkaufsraten erzielen. Und womit? Meist mit Markenartikeln, mit Brands, deren Branding gar nicht durch sie und auch nicht im Internet entstanden ist. Sondern im TV, in den Magazinen, am POS (Point of Sale). Als alte nei-gschmeckte Marketingnase warne ich unermüdlich meine verhältnismäßig kleinen Kunden und Gründer davor, nicht darauf rein zu fallen, dass man im Internet günstig und rasch innovative Produkte promoten könne, die die kaufen sollenden Leute noch nicht kennen. Das Internet ist dafür nicht gemacht. Die Leute geben nur das in ihr Suchfenster ein, was sie kennen. Logisch. Und das Getrommel mit dem Social Media Gedöns stößt mir auch auf: Kein Marketeer in den Unternehmen hier glaubt richtig dran, aber alle machen mit, weil man das jetzt so macht. Und es sie sowisoso gut fürs Google-Ranking (aha da sitzt der echte Has‘ im Pfeffer!).
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    Ich kenne keinen Nutzer in diesen walled gardens, der Bock hat auf Schrauben- oder Windeltuch-Fanpages, sie sind auch sonst nicht im shopping mode, sondern im plauder-mode. Der Schmarrn mit dem Dialog mit dem Kunden: Ein Kunde will auch nicht mit der Marke reden, maximal über die Marke und das meist, wenn er sich aufregt. Der Mensch ist so. Und: Das Ding mit den Weiterempfehlungen in social media: extrem manipulierbar. Eine üble Sache. Ich denke grade an Arztbewertungsportale, wenn da mal eine beauftragte Marketingagentur ihre gefakten Jubel-Kommentare prasseln lässt. Wird alles noch kommen.
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    So. Jetzt der saftige Rant: Mir dünkt, auch Sie sind auf die Sprüche der kommerziell angetriebenen Internet-Lobby reingefallen. Die Wissensgesellschafter lassen sich benutzen als edles Aushängeschild für eine durch und durch kommerziell gewordene Sache. Das Internet gehört längst den Kaufleuten und Controllern. Und abgehalfterten Politikern in Brüssel, die ein bisschen schick Schönwetter plaudern. Das Zensurelend in undemokratischen Ländern kriegt man aber nicht mit schicken Resolutionen weg. Man hat es ja in Politikerkreisen nicht einmal geschafft, dem Mubarak deutlich aufs Dach zu steigen, als er der Facebookjugend tageweise ihr Internet dicht machen ließ.
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    Wir sollten mal langsam ehrlicher werden, wenn es ums Internet geht. Mir geht idealistisches Gerede schon länger auf den Zwirn.
    Ich mag aber trotzdem Ihre Postings.

  4. Liebe Colorcraze,
    stell mal...

    Liebe Colorcraze,
    stell mal eine kurze, gut geschriebene Betriebsanleitung rein.
    Apache sei mit dir.

  5. Der Mythos "Netzpolitik" wird...
    Der Mythos „Netzpolitik“ wird immer aus dem Hut gezogen, wenn es darum geht, Geld und Macht zu verteilen, weil er genau an
    der Konfliktlinie „Jung vs Alt“ ansetzt. Der Institutionalisierung dieses Machtanspruches produzieren Lobbyvertretung a la D64.
    Das Internet ist per se ein Elitenprojekt, bei dem ein Großteil der Kommunikation von sogenannten Meinungsführern produziert wird. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geisteswissenschaften/twitter-b-die-prominenz-interessiert-sich-nur-fuer-ihresgleichen-b-1636387.html Diese Kommunikation ist fast ausschließlich selbstreferenziell. http://www.zerogeography.net/2011/11/mapping-wikipedias-augmentations-of-our.html Aber jeder kommt sich als Nonkonformist vor, um den Mythos als Vehikel für eigene Besitzansprüche zu pachten. Ich weiß nicht was diese Liberalen bei der SPD zu suchen haben. Die Argumente sind alle gleich zu subsumieren: egoistisch, zur Wahrung des Besitzstandes und der Staat bleibt die Rolle des Nachtwächter. Dabei hat das Ganze Null mit Gemeinschaft zu tun, denn der Fetisch Internet basiert darauf soziale Beziehungen zu verdinglichen. Die 300 Freunde bei Facebook und 800 Follower bei Twitter, suggerieren so etwas wie Gemeinschaft. Sollen jedenfalls von der Einsamkeit vor dem Computer ablenken. Von dem Egoismus beim selektieren der Inhalte. Jeder dreht sich nur noch in seiner Peer-Group um sich selbst. Doch das Konstrukt ist so labil, dass ein Kommentar schon diese heile Welt zum Einsturz bringt: http://faz-community.faz.net/blogs/deus/archive/2011/09/23/von-den-freuden-der-nutzerkommentare.aspx
    Der abgehängte Rest darf konsumieren. Und wehe er tut es nicht, dann wird eine D65 gegründet und assimiliert den Rest auch noch. Oder man schafft wenigestens die Rechtfertigung ein großes Stück vom Kuchen zu bekommen. Als SPD Mitglied kann ich nur sagen; man hätte diese Subjekte getrost der FDP, Grünen und Piraten überlassen können, anstatt sich der Individualiserungstendenz zu beugen.

  6. Solange man Lobbies überall...
    Solange man Lobbies überall für legitim hält, ist gegen den Beitrag nichts einzuwenden. Wenn man über der Begeisterung für ehrenamtliches Engagement nicht vergisst, dass hinter fast allen Lobbygruppen immer ein direktes oder indirektes wirtschaftliches Interesse steht.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  7. @ThorHa: Jeder Mensch ist ein...
    @ThorHa: Jeder Mensch ist ein Lobby. (Und keine Insel, möchte man hinzufügen.)
    Was leider regelmäßig im Bewusstein der meisten Menschen verlorengeht, ist der Umstand, dass die „Verbindung zu gemeinsam verfolgten Zielen“ (so eine „weitere“ Fassung des Lobby-Begriffs) zutiefst menschlich (Sippe, Kegelclub, Konzertverein), und in Gestalt der grundrechtlich geschützen Koalitionsfreiheit sogar im Wertekanon unseres Rechtsstaates verankert wurde.
    Was zur Schärfung der Debatte günstig beitragen würde, wäre, nicht dauernd über „böse Lobbies“ die Nase zu rümpfen, sondern dysfunktionale, die Gesellschaft systematisch schädigende Auswüchse zu benennen. „Alle in einen Sack und feste druff!“ ist unterkomplex und beleidigt die Intelligenz der meisten am Diskurs mehr oder minder freiwillig Beteiligten.

  8. Bleibt der Houtgout, dass in...
    Bleibt der Houtgout, dass in dieser D64-Lobby eine Reihe Reklamefuzzies mitmachen, resp. sogar das Wort führen. Und das, sorry: stinkt.

  9. @Jeeves Können Sie...
    @Jeeves Können Sie begründen, warum genau das „stinkt“?

  10. @Teresa weil Werbung/Marketing...
    @Teresa weil Werbung/Marketing nie etwas für Menschen machen wird.

  11. @David Das kann man so...
    @David Das kann man so pauschal nicht behaupten, du beziehst Dich sicherlich auf die kommerzielle Vermarktung. Non-Profit-Organisationen, die für Menschen Gutes tun, müssen jedoch auch für sich werben und sich vermarkten, um ihre Ziele zu erreichen. Menschen, die in der Werbung arbeiten, zu unterstellen, dass sie sich per se nicht auch anderweitig mit ihrem Wissen engagieren könnten … naja.

  12. Das Selbstlob der Lobby

    Lobby...
    Das Selbstlob der Lobby
    Lobby sagt man normalerweise zu einer Interessensvertretung. Hier wurde nicht dargelegt, wessen Interessen in welchem Auftrag vertreten werden sollen. So wie man Selbstlob an die Stelle von Lob setzt, vertritt man nur die eigenen Interessen einiger weniger Menschen. Um die eigenen Interessen durchzusetzen, setzt man sich sogar von demokratischen Institutionen wie der SPD ab, schwächst diese und macht die nächste Kleingruppe auf. Damit ist man nicht in der Lage, Netzinteressen zu bündeln, demokratisch zu verstärken und in den demokratischen Diskurs einzubringen, sondern man reklamiert undemokratisch irgendwelche Interesen die man zu vertreten hätte. Gutmütig könnte man meinen wie weilnad die Blues Brothers, die frisch aus dem Knast im „Auftrag des Herrn“ unterwegs waren. Böswillig könnte man sagt, man hat Angst vor dem kräfteraubenden Prozess, dem sich die Piraten derzeit in der Selbstfindung stellen, und hebt sich über demokratische Strukturen. Das ist nicht mal dem Netz angemessen, sondern zeugt nur von konservativen Allmachtsfantasien, die Marketiers immer noch haben trotz des Internets. Und so wird man zur Karrikatur der Lebenswelt der Internetgeneration.
    Und ich kann mir auch den zynischen Hinweis auf die Altbackenheit nicht verkneifen: Man nennt sich in Anlehnung an den C64 einfach D64. Besser kann man die Rückwärtsgewandheit nicht dokumentieren. Ich habe meinen 17-jährigen Sohn gefragt: der kennt den C64 der altbackenen Pseudoavantgarde nicht. Diese Menschen haben mit modernen Problemen des Internets nichts zutun. Die aalen sich in ihren Träumen von gestern und wollen noch mal ganz groß raus kommen, nachdem sie in den 80ern nicht dabei waren, als man sich gegen den Staat wenden mussten, wenn man Internet machen wollte. Überflüssiges Marketinggetöse am Kern der vielen Probleme, die wir mit Urheberrecht, Vorratsdatenspeicherung, (inkl. der Verfasungsfeinde wie Altmaier und Bär, die vom Verfassungsgericht bescheinigt bekommen haben, dass ihre Vorratsdatenspeicherung mit unserem Rechtssystem nicht vereinbar ist), Zugangserschwerungsgesetz, Signatur, DE-Mail, nPA, DE-Cloud und all den anderen Verhinderungsversuchen der Totalverweigerer, die auf Teufel komm raus das Internet nicht nutzen wollen, haben. #fail

  13. @Teresa: Danke für den etwas...
    @Teresa: Danke für den etwas anderen Blickwinkel! Tatsächlich verdient die Frage nach der wirtschaftlichen Macht des Internets (und nach etwaigen Implikationen einer digitalen Spaltung der Gesellschaft für den Standort Deutschland) eine etwas differenziertere Betrachtung. Ich meine, nur mit Blick auf Arbeitsplätze und standortpolitische Aspekte kann man schließlich auch Kampfpanzer-Exporte nach Nahost und dergleichen rechtfertigen. Ich würde nicht so weit gehen wie jeeves, einige meiner besten Freunde und meine Wenigkeit auch sind beruflich im weitesten Sinne mit Werbethemen beschäftigt, aber die massive Präsenz dieser Protagonisten bei D 64 gibt mir doch zu denken. Oder um die Frage aufzugreifenk, die Jens Best im Thread zu meinem Beitrag völlig zu Recht aufgeworfen hat: „Wo sind denn die Vertreter der aktiven digitalen Zivilgesellschaft, z.B. wikimedia, odn, okfn oder von mir aus auch ein Abgesandter von der Sun- oder der Knight-Foundation? Fehlanzeige.“
    .
    Bildung, politische Partizipation, Gründerkultur – das sind ja alles schöne Kuscheltopics, die Du da anreißt, aber ich sehe nicht so recht, wie ein Interessensverband, in dem Glasperlenhändler, Gadget-Bejubler und elektrische Ego-Marketer so überrepräsentiert sind, diese Themen wirksam nach vorne bringen will. Es riecht mir da in einigen Ecken des Netzes wieder zu sehr nach Dotcom-Blase reloaded. Ansonsten: Was Vroni sagt!

  14. @David: Wer weiß schon, ob...
    @David: Wer weiß schon, ob etwas, das „für Menschen“ getan wird, aus Adressatensicht auch „gut“ ist?! Das ist’n ziemlich elitärer, um nicht zu sagen: arroganter Ansatz. Eine Anmaßung von Wissen, sozusagen.
    Viel wichtiger ist doch eine offene Gesellschaftm, eine bunte Landschaft von Institutionen (z.B. „Lobbies“), die vielfältige Interessen vertritt, bündelt, zur Kommunikation befähigt, Entwicklung erzwingt(!).
    „Etwas für Menschen“ ist eine – sorry to say – vollkommen inhaltsleere Phrase.

  15. @Teresa doch, wenn wir alles...
    @Teresa doch, wenn wir alles auf einzelne Menschen runter brechen wollen, dann macht Lobby auch keinen Sinn. Irgendwann muss man den Punkt aktzeptieren, dass wir pauschal denken müssen. Es gibt sicherlich Ausnahmen auch in der Werbung, aber das Geld machen die Menschen damit nicht.
    Zudem kommt noch hinzu, dass ich nicht denke, dass die „Internet-Elite“ ein guter Vertreter für „uns alle“ ist.

  16. @Marcus Elitär ist es, wenn...
    @Marcus Elitär ist es, wenn sich ein paar hinsetzen und behaupten, dass sie „für das Internet“ sprechen.
    Du unterstellst mir inhaltsleere Phrasen, redest aber von „eine bunte Landschaft“?
    Sorry, aber das kann ich nicht ernst nehmen.

  17. @David Wenn Sie denken, es...
    @David Wenn Sie denken, es gäbe Kreise, die sich als Internet-Elite verstehen, dann missverstehen sie mich oder was ich meine, was z.B. D64 ausmacht. D64 kann man, wenn man möchte, übrigens beitreten und sich dort engagieren. Oder eben man versucht sich in anderen organisierten Gruppen zu beteiligen, die ihre Interessen öffentlich machen möchten. Bei Netzthemen gibt es vielerlei Ansatzpunkte, die nicht nur in Parteien sondern sicher auch in schon bestehenden Verbänden und NGOs bearbeitet werden können.

  18. @Teresa ich sage nicht, dass...
    @Teresa ich sage nicht, dass Sie sich selbst so bezeichnen, viel mehr treten sie auf, als ob sie es seien.
    Der Zwiespalt wird doch schon klar, wenn man bedenkt, dass einige (Vorstand!) Mitglieder einer Partei sind, die sich genau gegen die Ziele von D64 ausgesprochen hat.
    Das gleiche wird passieren wenn es um eine Entscheidung Geld von Unternehmen für Werbung oder Freiheitslobby geht.
    Da sehe ich das Problem der Werbungsbranche im Bezug auf D64.

  19. "Ich würde nicht so weit...
    „Ich würde nicht so weit gehen wie jeeves, einige meiner besten Freunde und meine Wenigkeit auch sind beruflich im weitesten Sinne mit Werbethemen beschäftigt,…“
    .
    Privat mögen die ja alle ganz tolle, liebe, ehrlich Kumpels und Kumpelinnen sein, aber was sie anrichten (auch optisch und mit der Sprache)…
    Deren Job ist doch eigentlich nur: zu lügen, oder?
    .
    Aber okay & na gut. Akzeptiert. Anwesende sind wie immer ausgeschlossen.
    .

  20. @Marcus:
    Huh? Ich habe eine...

    @Marcus:
    Huh? Ich habe eine Tatsachenfeststellung ohne Wertung gemacht. Und zwar genau deswegen, weil die meisten Menschen einer von zwei illusionen anhängen. Illusion 1: Die Lobbies, die ich gut finde, haben kein Eigeninteresse. Illusion 2: Die Lobbies, die ich nicht mag, sind abgrundtief böse, sie haben ja ein Eigeninteresse. Realisten sind sich der Tatsache von Eigeninteressen bewusst, das ist alles.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  21. @ David - "Zudem kommt noch...
    @ David – „Zudem kommt noch hinzu, dass ich nicht denke, dass die „Internet-Elite“ ein guter Vertreter für „uns alle“ ist.“
    Aha. Viele Klischees in einem Satz. DIE. INTERNET. ELITE. Beansprucht. UNS. ALLE. Zu VERTRETEN. Nach einer derartigen Aneinanderreihung inhaltsleerer Pauschalaussagen lohnt normalerweise die Auseinandersetzung nicht. Kurzer Blick auf Ihre weiteren Beiträge: Bestätigt.
    Thorsten Haupts

  22. @ThorHa wenn jemand seine...
    @ThorHa wenn jemand seine Meinung äußert, die nicht mit ihrer konform geht, ist das also inhaltslos? Sehr interessant. Anführungszeichen haben für sie auch keine Bedeutung?
    Ich sehe kein Klischee in meinen Beiträgen, da ich nicht gesagt habe, dass genau die von D64 so-und-so sind. Mir geht es hier um Lobby, Werbung, Parteipolitik. Aber das kann man natürlich sehr einfach außen vor lassen.

  23. Liebe Teresa,
    zu...

    Liebe Teresa,
    zu Werbefuzzies:
    ich kenn‘ Werber, war sogar 12 Jahre selber einer und bin raus. Und ganz klar: Ich bin nicht erfreut, dass so viele Mediennasen und Werber in D64 sind.
    .
    Ich kann falsch liegen mit dem Gerüchle.
    Doch mir sind z.B. auf der D64-Website erstens von diesen „Mitgliedern“ nicht klar genug dargelegt, welche und wessen Interessen sie genau vertreten. Welche und wessen Interessen genau vertritt da beispielsweise dieser Online-Unternehmer für Online-Spiele, welche diese Facebook-Managerin. Zweitens: Viele unter den Mitgliedern darin haben zwar mal Politikwissenschaften, gar Soziologie oder auch das Orchideenfach Germanistikstudiert, doch sie praktizieren alle, kaum verwunderlich, seit Jahren in Medienberufen. Das ist anfangs noch nichts Schlechtes, da landen viele Geisteswissenschaftler. Aber es verändert einen. Die normative Kraft des Faktischen.
    Wes Brot ich ess, des Leid ich sing.
    Doch sie sollten klar darlegen, ob sie für und für wen sie genau welche Interessen vertreten. Lobbyismus ist gar nicht: alles Wischiwaschi. Aber D64 ist genau das: Wischiwaschi.
    .
    Meines Erachtens ist auch kein praktizierender Volkswirtschaftler oder Psychologe oder Rechtswissenschaftler dabei. Nicht dass ich solche Vertreter immer ganz toll finde, aber sie trügen eher zu einer wissensorientierten Ausrichtung bei, die nicht sofort nach Kommerz riecht.
    .
    Sehe dort aber nur entweder Parteileute oder eben angestellte oder Unternehmer-Marketingleute mit unkaren Äußerungen.

  24. "Ein Lobbyist ist die Person,...
    „Ein Lobbyist ist die Person, die das Lobbying im Auftrag eines Dritten durchführt, zum Beispiel im Rahmen eines Dienstvertrages.“
    (Wikipedia)

  25. @jeeves: Ach, die Lüge. Es...
    @jeeves: Ach, die Lüge. Es darauf zu reduzieren offenbart ein in den 50er Jahren erworbenes Reklameverständnis, das in der Zwischenzeit nicht mehr viel dazugelernt hat. Es ist doch so: Gegen werbliche Fehlinformationen kann jeder Wettbewerber oder Verbraucherschützer unter Berufung auf UWG und dergleichen vorgehen, den Werberat einschalten und was nicht alles. Wenn Lüge das Kernproblem der Werbung wäre, müsste man Politiker, Anlageberater, Versicherungsfritzen, Pfaffen, Religionslehrer, Medienfuzzies, Pharmavertreter und auch sonst noch einige Berufsgruppen unter den gleichen Anklagepunkten in Sippenhaft nehmen. Oder nach weiterem Nachdenken darauf kommen, die Werbung als ein Transmissionsriemchen in einem größeren funktionalen Zusammenhang zu begreifen. Anders gesagt: Wer sich ernsthaft hinstellt und behauptet „Reklame ist doof“, aber nicht die Systemfrage stellt oder zumindest ein paar gute Vorschläge macht, wie Wohlstand schaffende Wertschöpfungsprozesse auch ohne den werbegetriebenen Konsumturbo aussehen könnten, dem würde ich eine gewisse Weltfremdheit attestieren.
    .
    Womit ich bestimmt nicht sagen will, hey, ist doch alles knorke, so kanns immer weiter gehen. Aber die Lüge ist nicht das Hauptproblem. Das hat Cordt Schibben vor fast 20 Jahren in einem Grundsatzartikel mal schön herausgearbeitet, dass die Werbung auch immer die Tendenz hat, irgendwann gegen ihre Botschaften zu immunisieren. Wenn zwei oder drei Waschmittel daherkommen und behaupten, das jeweils weißeste Weiß zu waschen, muss es ja auch dem Dümmsten dämmern, dass die nicht alle drei recht haben können. ;-)

  26. Lüge nicht so unbedingt,...
    Lüge nicht so unbedingt, Marco.
    Die Unwahrheit ist justiziabel.
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    Aber Larifari, nicht so genau nehmen, Unglaubwürdigkeit und Unbeliebtheit schon:
    http://www.horizont.net/aktuell/agenturen/pages/protected/Alles-nur-Hallodris%3F-Warum-Werber-so-einen-schlechten-Ruf-haben_96187.html
    Alles Hallodris? Warum Werber so einen schlechten Ruf haben.
    .
    Einer der Kommentatoren dieses Horizont-Artikels bringt es auf den Punkt (memoriert): Wenn Werbern aufgrund dieser an sich schon unschönen Lage immer noch nichts weiter einfällt, als nur darüber zu sinnieren, dass sie dann halt einfach mehr und geschicktere PR und Öfefntlichkeitsarbeit machen müssten …

    Disclosure:
    Bin ein einfacher Designer (Logo, Corporate) und mühe mich seit Jahren ab, Kunden aus dem Mittelstand, beizubringen, dass Werbung nicht Lüge sein darf, null, nicht einmal unklare Aussagen haben sollte. Denn manche Anfragenden kommen da mit Ideen daher, dass man für einen „seriösen“ Auftritt in Werbung und Design (Letzteres ist für sie auch einfach nur Werbung, und Missbrauchsdesign: halt etwas geschönt und hübscher als in echt…) das alles dürfe. Aber „authentische“ und „seriös klingende Texte“ haben wollen … Ich soll also eine Sau mit rosa Lippenstift bemalen. Bis ich entnervt mit dem UWG und mit Präzedenzurteilen wedle. Dann bin ich bei Einigen die unmoderne Spielverderberin, zickig und verklemmt. Bin auch schon von Prospects als „unprofessionell“ beschimpft worden, weil ich mich weigerte, gewisse Dinge nicht zu machen und auf anständige Arbeitsweise poche.
    .
    Nicht falsch verstehen, es gibt gute und anständige Kunden. Aber es mehren sich die Prospects, die es mit gar nichts mehr irgendwie genau nehmen. Weil „Die Werbung“ doch so sei. Das gilt bei denen als common sense. Bin halt an der Front der Auftraggebergewinnung und kriege diese Geisteshaltungen von „amateur cleints“ bis zu „professional clients“ mit.
    .
    Da haben über die Jahrzehnte werbetreibende Großkonzerne und ihre Werbekumpel à la Jv.M dem wackeren und biederen Mittelstandsmanagement einen schönen Scheiß beigebracht.

  27. Nachtrag @jeeves: So, falls...
    Nachtrag @jeeves: So, falls Sie sich mal auf den Stand von vor knapp 20 Jahren bringen möchten:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13682817.html
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    Ist immer noch ein sehr lesenswertes Stück, wenn es um das Grundverständnis klassischer Mechaniken geht. Die sind übrigens auch durch das Internet nicht außer Kraft gesetzt, wie sich mancher Web-Evangelist gerne einbildet, vielmehr kommt das Web mit all seinen Touchpoints und Interaktionsmöglichkeiten noch „on top“.
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    @Vroni: An den Artikel samt Kommentar kann ich mich noch gut erinnern. Als Berichterstatter und Beobachter bin ich ja nicht so weit drin wie viele Werber, die sich nur noch unter ihresgleichen bewegen und ihre Außenwirkung allenfalls noch in homöopathischer Dosierung gespiegelt kriegen. Von daher überrascht mich weder die schlechte Reputation des Berufsstands noch die Tatsache, dass manchem als Rezept dagegen nichts anderes einfällt als more of the same old bullshit.
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    Ich will hier auch gern mal wieder ein Werbethema machen (dass immer mehr Targeting nicht die Antwort auf alle Fragen ist, kann man ja gar nicht oft genug sagen in diesen Tagen), aber im Moment sind das noch ein paar lose Gedanken ohne richtiges Konzept.

  28. Marco,
    ich glaub, ich weiß,...

    Marco,
    ich glaub, ich weiß, wer bei der Bevölkerung noch unbeliebter ist als der Klassik-Persil-Werber aus dem Land der Riesenwaschkraft: der Online-Werber. Unbeliebt wie Fußpilz.
    Das sind die mit den hässlichen Bannern. Selbst Sascha Lobo hasst die jetzt, hr hr.
    .
    Und da will uns eine Netzvereinigung für das Schöne, Wahre und Gute im Netz solche Burschen als Lobbyisten verlaufen. Mehr sog i net.
    Über den zuG als Netzvertreter sog i aa nix.
    Als wenn es das Titanic-Magazin erfunden hätte: unglaublich.

  29. Genau das ist ein Ding,...
    Genau das ist ein Ding, weshalb ich nicht einsehe, warum beispielsweise eine Facebook-Managerin ohne klare Aussage und ohne klaren Auftrag im D64 ist:
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    http://www.zeit.de/digital/internet/2011-12/facebook-sponsored-stories-klage
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    Exzerpt: Facebook wirbt per sponsored ads mit den Gesichtern prominenter Facebook-Mitglieder. Facebook behauptet vor Gericht, das sei ganz normales Community-Gedöns und“social“, Empfehlung halt – die prominenten Mitglieder und unfreiwilligen Werbeträger sehen das ein wenig anders: mit ihrem Namen wird – auch noch uneingewilligt – von Facebook Schotter gemacht.
    Und sie wollen, nein, nicht, dass es aufhört. Nein, sie wollen am Erlös beteiligt sein.
    (Letzteres ist, tja, der kommerzielle, narzisstische Zeitgeist … , der bereits die meisten befallen hat …)
    .
    Und nun wieder zurück zu den Kuschelideen der selbst ernannten Netz-Apologeten. Und zu dem, was davon übrig ist.

  30. @Vroni: "Nein, sie wollen am...
    @Vroni: „Nein, sie wollen am Erlös beteiligt sein. (Letzteres ist, tja, der kommerzielle, narzisstische Zeitgeist …“
    Äh, nein :-). Bestenfalls andersrum wird ein Schuh draus – in einer sehr kurzen historischen Periode galt Erwerbssinn in Deutschland als irgendwie schmutzig. Sprechen Sie mal mit Bauern, wenn deren Land für Infrastrukturprojekte gebraucht werden. Einwände? Keine …, wenn der Preis stimmt.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  31. Lieber ThorHa,
    die Betonung...

    Lieber ThorHa,
    die Betonung liegt darauf, dass es erstaunlich ist, dass diese „Promis“ nicht auf ihren Datenschutz pochen. Datenschutz ist irgendwie äh uncool für Fratzenbuchbenutzer
    Interessant nicht?
    Wo doch echte, wirkliche Promis darum kämpfen, vor den Paparazzis ihre Ruhe zu haben, sind Facebook-„Promis“ vom Klammerbeutel gepudert.

  32. ach Leute...

    Lobby -...
    ach Leute…
    Lobby – böse!
    Parteipolitik – böse!
    wirtschaftliche Interessen – böse!
    kommerziell von irgendwas angetrieben sein (Geld verdienen wollen…) – böse!
    Werbung, Marketing – böse!
    PR – noch böser!
    Eliten / elitäres Denken – oha…
    Realitätssinn? Sehe ich hier nur mäßig ausgeprägt, die Debatte kreist um sich selbst, alle sind irgendwie böse, unglaubwürdig und haben eine versteckte Agenda (angeblich) und die Welt ist sowieso schlecht. Bei dem idealistischen Hohelied das hier gesungen wird frage ich mich, wer sich denn glaubwürdig für die im (übrigens sehr guten) Artikel beschriebenen Dinge engagieren soll? Wer darf denn den ersten Stein werfen wenn die Medienfuzzis und Geisteswissenschaftler es nicht dürfen? Steuerfachangestellte, Bäckereifachverkäufer, Bankangestellte, Maler, Mechatroniker, PTAs, Chemielaboranten, …? Die sind oft erstaunlich entspannter was die Realität anbelangt, diskutieren hier aber leider nicht mit…
    Mein Lösungsansatz: entspannt euch mal alle etwas und akzeptiert, dass jede Lösung immer irgendwie interessengeleitet oder -beeinflusst sein wird und stellt das nicht immer gleich als negativ dar – dann wird die Lösungsfindung auch einfacher. Und das mit der totalen Transparenz vergesst auch direkt wieder, garnicht erst dran denken, denn Transparenz ist keine moralische Kategorie und wird immer nur eingeschränkt verfügbar sein. Was ich ehrlich gesagt auch nicht schlimm finde. Das Leben ist halt immer ein Kompromiss.
    das wars mit dem morning-rant, ich geh jetzt arbeiten…

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