Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Reiseführer ins Neuland

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Einmal im Jahr öffnet das Neuland seine Pforten, hier, zwischen den Jahren, in Hamburg. Ein  Touristenvisum war dieses Jahr beliebter denn je. So beliebt, dass die digitale Infrastruktur des kleinen Landes 33C3 mehrfach unter der Last der Anfragen zusammenbrach. Zu den Feiertagen haben die Einwohner des Neulands noch Computer und Handys ihrer Familien in Deutschland und anderswo repariert. Auch ich habe noch kurz vor Weihnachten Toolbars von Familienrechnern geschmissen, Systeme neu aufgesetzt und Daten auf Handys gesichert. Allerdings nach dem Motto “Unter den Blinden ist der Einäugige König“, denn oft gerate auch ich an meine Grenzen. Hier, im Neuland, im Congress Center Hamburg, auf dem Chaos Communication Congress, ist das anders. Hier scheint alles grenzenlos, alles machbar und alles, mit nur genug Liebe zum Lernen, verständlich.

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Es ist mein drittes Mal hier auf diesem Congress, und wer hier durch die Türen schreitet, den umweht unweigerlich die Luft der Heimat. So sagen es die Ankommenden. Sie seien “zu Hause“. “daheim“, und „endlich unter normalen Leuten“. Zukunft soll hier nicht einfach nur passieren, die Einwohner des Neulands wollen sie gestalten. Was als schöne neue Welt eingeführt werden soll, wurde von den Mitgliedern des Chaos Computer Clubs schon immer auf Herz und Nieren geprüft und in seine Einzelteile zerlegt. Wer das Neue verstehen will, der muss sich damit auseinandersetzen. Hier geschieht dies auf viele Arten.

Aktuell wird die Debatte um die Fake News, die in Facebook wachsen wie Unkraut, kritisch diskutiert. Die Falschnachrichten sind unter anderem ein Symptom des weltweiten digitalen Trackings: Facebook und andere Datensammler schneidern nicht nur Werbung, sondern auch Beiträge nach Maß zu. Wer häufig Nachrichten einer gewissen Art teilt, wird mehr davon erhalten. Dadurch entsteht ein sich immer weiter selbst verstärkender Tunnel.  Laut der Vortragenden mit den Pseudonymen Fraulutz und Noaveragerobot ist der einzige Weg aus diesem Tunnel die Erkenntnis über den Prozess und die Software. Oder um es für Nichtneuländer zu erklären: So müsse ein Teich auch nicht kindersicher gemacht werden, sondern Kindern das schwimmen beigebracht werden.

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Den Bedarf an diesen Erkenntnissen sah man bereits in der Eröffnungsveranstaltung: Ein Großteil der Teilnehmenden besucht den Congress dieses Jahr zum ersten Mal, viele sind jung, immer weniger sind die klassischen Computernerds. Dieser Trend gefällt hier nicht allen, doch das Credo des Clubs hieß schon immer alle Kreaturen willkommen. Wer ins Neuland einziehen will, der muss den Wandel willkommen heißen.

Das Neuland blinkt bunt, seine Einwohner ebenso. Das chaotische Gewusel auf vielen Ebenen scheint zunächst schwer zu überblicken. Es wirkt vielleicht für manche befremdlich, wenn Menschen mit regenbogenfarbenen Plüschohren sich mit dir unterhalten, oder ein Mann mit zwei geflochtenen Zöpfen souverän Anweisungen gibt. Erwachsene reden sich mit Spitznamen wie “Neun“, “Nett“ und “Obelix“ an. Ein Großteil der Toiletten wurde in Unisex-Toiletten umgewandelt, wichtiger als Geschlechtertrennung ist hier die Internetverbindung, die mit einem Sternesystem an der Tür bewertet wird. Im Neuland zählt nicht. wie man aussieht. Name, Herkunft, Geld sind egal. Der einende Gedanke ist, gemeinsam vier Tage einer Utopie zu schaffen. Vier Tage Heimat.

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Der CCC vertraut dabei, mit großem Erfolg, auf den Schwarm. Freiwillige organisieren den Event, Freiwillige stehen an der Bar, Freiwillige patrouillieren als Ersthelfer die Flure, Freiwillige übersetzen und untertiteln die zahlreichen Vorträge. Helfer bekommen keinen Rabatt, trotzdem platzte das System zur Koordinierung der Helfer, hier Engel genannt, aus allen Nähten. Vortragende erhalten lediglich freien Eintritt, sonst nichts: Anderen das eigene Wissen zu vermitteln ist ihnen Lohn genug. Damit auch Daheimgebliebene teilhaben können, werden die meisten Talks gestreamt und anschließend ins Netz gestellt. Frei nach den Worten Jean-Luc Picards von der Enterprise ist die Schaffung von Wohlstand nicht die treibende Kraft, stattdessen wollen die Teilnehmenden des Congresses sich selbst und die Menschheit verbessern.

Das bunte Chaos funktioniert ohne Probleme, und schafft damit einen politischen Kontrapunkt zu den Forderungen rechter Bewegungen nach Ordnung und Anpassung. Die Helfenden haben Spaß dabei, auch, weil ihnen ohne Nachfrage vertraut wird, pünktlich zu den Schichten zu erscheinen und diese gewissenhaft auszuführen. Der Chaos Computer Club ist lediglich der Veranstalter, der Congress wird getragen durch die Besucher.

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Entsprechend der nocturnen Natur des Nerds sind die großen Talks erst nach Mitternacht zu finden. Am ersten Tag macht eine szenische Lesung aus dem NSA-Untersuchungsausschuss den Anfang der abendlichen Galas. Hier werden die Zeugenaussagen des parlamentarischen Untersuchungsausschusses nachgespielt, der die NSA-Affäre aufklären soll. Die Lesung darf als einzige der großen Shows aus rechtlichen Gründen nicht gestreamt werden. Die Absurditäten des Ausschusses werden hier dramaturgisch dargestellt, der Saal ist voll, die Zuschauer begeistert und gleichzeitig entsetzt. Sind unsere Kontrollgremien überhaupt in der Lage, die Machenschaften des BNDs aufzuklären, wenn die Bundesregierung die Aussagen der Zeugen beschneidet?

Die Teilnehmenden des Congresses wollen aber nicht daran verzweifeln, dass das System nicht funktioniert. Sie möchten es verbessern oder revolutionieren, nachdem sie es genau ergründet haben. Wie eben jedes System, das man ihnen vorsetzt. So ist der Congress politisch geworden. Die diplomatischen Beziehungen von Neuland zu Deutschland sind angespannt, aber sie könnten zu einem Systemupgrade führen, dass beiden Seiten nutzt. Der interkulturelle Austausch beginnt hier, auf dem Congress, zwischen bunten Menschen, blinkenden Lampen und ja, Computern. Ich stehe mittendrin und verkaufe als Helfer-Engel Getränke, weil es mir Spaß macht.

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„Du bist so nett zu Fremden“, sagte ein Mann mit Dreispitz, Offiziersmantel und schweizer Akzent.

„Natürlich“, antworte ich, “ich kenne Sie ja noch gar nicht.“

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71 Lesermeinungen

  1. "rechter Bewegungen nach Ordnung und Anpassung"
    Ich weiss, ich langeweile inzwischen mit dieser Feststellung aber „rechts“ ist nicht die Richtung zu „Ordnung und Anpassung“. Das ist die „linke“ Richtung. Rechts geht’s zu Unordung und Nicht-Anpassung. Gleichheit versus Freiheit, you know?

  2. Titel eingeben
    Ich glaube, in dem beschriebenen Kindergarten würde ich es keine zehn Minuten aushalten. P.S. Die Medienwelt braucht definitiv noch mehr Picard-Zitate :)

    • Titel eingeben
      Unisex-Toiletten?! Immer noch? Ich dachte, zumindest DIE haben inzwischen den Schwachsinn durchschaut.
      .
      Ansehbar: der David Kriesel-Vortrag = Meta-Daten sammeln und in alle Richtungen auswerten; am Beispiel von 100000 SpOn-Artikeln: man erkennt sogar, welcher Journalist mit wem ins Bett geht (nur so als Beispiel)

  3. Don't underestimate nature's greed!
    Ich erinnere mich noch genau: Es war der Bericht über Paris Hiltons Gage für ihren Auftritt in einem Ibiza Club.

    An diesem Tag wusste ich, dass das mit der Moderne nicht einfach so weitergehen kann, dass die Natur zurückschlägt, immer.
    In Form des Menschen.

    Dann kam die IS.

    Dann kam Merkel.

    …bald werden auch die CCC Kids begreifen.

  4. Piratenpartei
    Die Piratenpartei hatte das selbe Problem wie aktuell der CCC, und beide versuchen es mir der selben Lösung. Es sind eben nicht nur nicht Nerds, die seit ein paar Jahren reindrängen, sondern auch die U- Boote, die zumeist in den Gewässern Twitters, der Plattform für Agitation und Propaganda, auf Feindfahrt gehen.

  5. Neuland
    Werte Frau Müller, wie soll ich, dem sein Chaos ein gelebter Lebensraum, dem die ordnende politische Gewalt als rechte verschrien wird, nicht ein wenig stinkig auf Ihre doch wohl unnütze seitenhiebige Bemerkung reagieren, wenn ich verkraften muss: dass diese liebenswürdigen Verhältnisse „einen politischen Kontrapunkt zu den Forderungen rechter Bewegungen nach Ordnung und Anpassung“ schaffen. Ansonsten, eine feine Beschreibung, so dass sich auch einem ‚alten‘ Leser einiges erschließt.

  6. Die letzten 2 Sätze sind einfach wunderbar :-).
    Auch dann, wenn sie gut erfunden sein sollten.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • welt.de/print/wams/finanzen/article114898990/Wie-gute-Beratung-geht.html
      (31.03.2013) «… Wenn ein neuer Kunde kommt und fragt, was er mit einer Million anstellen soll, muss der Berater antworten: Keine Ahnung, ich kenne Sie ja noch gar nicht! …» – Könnte sein, dass nach dem Kopieren in den letzten Satz das große S nicht in ein kleines s umgewandelt wurde?

      Sonst: Lange nicht mehr so einen Schmarrn gelesen, erst recht unter der Marke Don Alphonso nicht. «Der CCC vertraut dabei, mit großem Erfolg, auf den Schwarm. … ist die Schaffung von Wohlstand nicht die treibende Kraft, stattdessen wollen die Teilnehmenden des Congresses sich selbst und die Menschheit verbessern.»

    • Don Alphonso was NOT here
      Wer …. kann ist klar im Vorteil: Anna Müllner

    • Don Alphonso WAR doch hier
      @Lyck, ja, der Kater ist weg, jetzt tanzen die Mäuse, nicht wahr? Sobald er weg ist, kann jede(r) von der Straße reinschneien.

    • "sich selbst und die Menschheit verbessern"
      Sich selbst zu verbessern, halte ich für einen großartigen Ansatz an dem man jeden Tag arbeiten kann, wenn man möchte. Damit verbessert sich dann auch die Menschheit. Prima! „Die Menschheit“ gleich mit einbeziehen zu wollen ist ein großer Fehler. Dieser Ansatz hat schon zig Millionen Menschen das Leben zur Hölle gemacht oder sie zuerst gequält und dann getötet.

    • Sicher nicht komplett erfunden
      Den Herrn aus der Schweiz, mit Dreispitz und englischem Soldatenmantel gibts definitiv – und dass er sowas sagen würde passt auch.

      Ob das Gespräch tatsächlich Wort für Wort so ablief, ist da wohl nicht ganz so wichtig.

  7. "... Geld sind egal."? Nanu?
    „Vortragende erhalten lediglich freien Eintritt“ oder anders herum: Lediglich Vortragende erhalten freien Eintritt, die übrigen Nichtorganisierendenanwesenden müssen blechen.

    „Ich stehe mittendrin und verkaufe…“, aber sicher nicht gegen Schweizer warme Worte als Währung.

    Wer den Wandel willkommen heißen will, wird merken, dass der verdammt teuer kommt: Geld spielt DIE Hauptrolle, ist im Grunde der deus ex machina und ist, wie es sich für einen richtigen Deus gehört, meistens nicht direkt sichtbar…

    • Finanzielle Risiken
      Auf anderen Konferenzen, die ich kenne und die von Freiwilligen organisiert werden, ist der Eintritt für Sprecher lediglich ermäßigt, nicht frei. Jedem ist klar, dass die Veranstaltung sehr viel Geld kostet und ein hohes finanzielles Risiko für den Verein/Verband darstellt, der ihn ausrichtet. Dabei soll dieser kostenneutral wirtschaften.

      Die Aussagen über den CCC wirkt dagegen reichlich verstrahlt.

  8. Titel eingeben
    Wenn ich weniger zynisch wäre, wäre ich erschüttert angesichts solch kindischen Wunschdenkens.

    Da fehlt jetzt nur noch ein Vortrag a la:
    „Die Überwachung durch unsere Regierung schützt uns alle. Alle Rechtschaffenden haben nichts zu verbergen“

    Mann, was bin ich meiner frühen Geburt dankbar, in eine solche Welt mit solchen Traumtänzern hineinwachsen zu müssen… welch ein Karma. „Der einende Gedanke ist, gemeinsam vier Tage einer Utopie zu schaffen. Vier Tage Heimat.“
    Super-geil, ach ich vergass, man sagt ja „super-porno“.
    „Vier Tage…“ naja, wems reicht. So lange hat sogar die Piraten Partei gehalten.
    Würde mich mal interessieren wie Don das ganze erlebt hat….?

    • Tyler, der Don hat das Auto in der Werkstatt
      defekte Steuerkette, was seine Fahrtabsichten an den Nordpol abrupt beendete.
      Den Text habe ich überflogen, mich interessieren zwar Computer, Engelhelfer nicht so. Chaos kann ich selbst, den Rest lese ich halt bei Fefe.

    • Waren Sie eigentlich niemals jung, tdv?
      Ein wenig naiv, idealistisch, optimistisch? Nein?

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • ThorHa
      „Ein wenig“ naiv, idealistisch, optimistisch ginge ja noch. Aber sowas????
      Gut in der Bravo, oder beim SPON…. dies hier ist Deus…

      Wie zurückgeblieben, oder wie sie höflicherweise sagen, naiv, idealistisch, optimistisch, muss man sein um die Möglichkeiten die man jetzt zwar dem Staat in die Hand gibt um die Freiheiten der Bürger einzuschränken, der aber andererseits trotz dieser nicht mal in der Lage ist, mit Computern die Flüchtlingsströme an den Grenzen zu erfassen, um bereits bei Europol registrierte Mörder abzufangen?
      Vom Ermöglichen gehackter Banken, über selbstfahrende Autos, bis zu Zwangs-Elektronik-Stromzählern ganz zu schweigen, während man sich andererseits mit Händen und Füssen dagegen sträubt Snowden in DE aussagen zu lassen?
      Wir haben in den USA noch 3 Wochen den üblichen Ganoven im White House, der Putin OHNE Beweise (der Text des Berichtes dazu ist im Netz!) vorwirft in die US Wahlen eingegriffen zu haben, um zu verhindern, dass sich Trump Putin annähert, weil dies den Interssaen des militärisch, industriellen Komplexes widerspricht.

      Halten sie diesen absurden Blogtext etwa für einen Beitrag zur Aufklärung?
      Selbstverständlich bin ich dafür, dass die Autorin die Welt so sehen darf, sie darf das gerne auch schreiben und publizieren, aber wenn möglich bei einer der unzähligen Stellen, deren Niveau sowíe keinerlei Schaden mehr nehmen kann

      Es gibt etliche weit weniger lächerliche Berichte zum 33C3.
      Versuchen sie es mal hier:

      https://www.heise.de/newsticker/meldung/33C3-Snowden-Es-ging-nie-um-Terrorismus-3583010.html

  9. Fake News
    Da ist der CCC aber spät dran. Im Teich der Fake News schwimmen zu lernen haben uns die Mainstreammedien seit spätestens der Ukrainekrise beigebracht. Immer schön mit Beispielen.

    Für den Anfänger ganz leicht:
    Die Flüchlinge beheben den Fachkräftemangel.
    Die Flüchtlinge sind besser ausgebildet als die Deutschen.

    Für den Fortgeschrittenen zum Nachrechnen:
    In Aleppo hungern 350.000 Zivilisten.

    Jeder mit einem IQ über der Tagestemperatur durchschaut unterdessen die Fakes. Schließlich kann man täglich üben.

    Ansonsten ist mir der CCC, obwohl ITler, ziemlich egal. Erinnert mich immer an die Piraten, hoffentlich nimmt er nicht deren Verlauf.

  10. Politisierung des CCC
    Ja, der Kongress ist politisch geworden.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/analyse-der-sprache-von-populisten-14595386.html

    Er wird auch weiter politisiert werden, denn man trifft dort offenkundig auf außerordentlich fruchtbaren Nährboden auf dem zeitgeistiger linksgrüner Blödsinn nicht nur gedeiht, sondern sogar wuchert.

    Kein Wunder:
    „Name, Herkunft, Geld sind egal. Der einende Gedanke ist, gemeinsam vier Tage einer Utopie zu schaffen. Vier Tage Heimat.“
    Wie nannte das ein relativ unbeliebter Politiker einer um ein Vielfaches unbeliebteren deutschen Partei vor wenigen Wochen: „Utopiebesoffenheit. Nicht wissen und nicht verstehen können wieso sich etwas äußert wie es ist, aber es aufjedenfall rücksichtlos niedermachen, um die eigene Utopie zu installieren.“

    Der CCC wird mittelfristig genauso enden, wie die Piraten. Als kleine schwachsinnige Schwester der Grünen.

    • ZPS auf 31c3
      „Ja, der Kongress ist politisch geworden.“

      Die beiden treten da jedes Jahr auf und dass sie nun auf Rechtspopulisten zielen liegt einfach daran, dass diese im Trend sind. Selbstverständlich sind auch „Rechtspopulist“, „Flüchtling“ oder „Integration“ nichts anderes als sprachlich konstruierte Wirklichkeit, geschaffen zur Manipulation der öffentlichen Meinung. Wie immer kann auch die andere Seite die Mittel der Analyse verwenden.

      Für die Politisierung weit aufschlussreicher, war die Inszenierung des „Zentrums für politische Schönheit“ auf dem 31c3. Da war alles dabei, was wir heute so genießen: Flüchtlinge und politisch motiviertes Schleusertum, die Selbstermächtung von Aktivisten, Denunziantentum als Druckmittel und Protestform, Fake News und Manuela Schwesig – damals noch als deutschblonde Heuchlerin.

      Das alles kam beim Publikum gut an, der Saal tobte und man kann an dem Vortrag studieren, wie gut gemachter Populismus heute funktioniert, mit seiner klaren, positiven, moralischen Botschaft. Es würde mich nicht einmal wundern, wenn das nicht auch Partei- oder Werbestrategen gesehen haben, die fortan wussten, was den „Menschen im Lande“ gut gefallen würde. Das ZPS als NGO, warum nicht?

    • Stimmt, ich erinnere mich. Das ZPS hat es geschickt gemacht, von einer Kampagne, die jeder gut finden konnte, gegen Rüstungsfirmenbesitzer, hin zuz Aktionen, die zunehmend spezieller wurden. Damals auf dem Kongress waren sie noch jung und unverbraucht.

      Inzwischen ist das alles aber ein ziemliches Gewürge und Serienklamauk, der sich stets überbieten will, und ausser Bildern nichts bringt. Ähnlich wie Peng oder Femen, Das wäre auch mal ein gutes eigenes Thema.

  11. Nerds und sexistisches Hatespeech
    Lieber Don Alphonso, ein sehr erfrischender Blog, vielen Dank. Ich bin zwar kein Nerd, aber seit 26 Jahren so etwas wie eine Computer-Enthusiastin, die sich mit dem ersten robusten Gerät nach anfänglichen Unterrichtsstunden Nächte lang um die Ohren schlug, um sich in die Geheimnisse der Technologie zu vertiefen. Damals waren die Geräte nicht langweilig bedienerfreundlich wie heute, und das fand ich spannend bzw. eine dauernde Herausforderung, so, wie die wiederholte Notwendigkeit des Reset. ;-)

    Wie gesagt, ich bin weit entfernt von being a nerd, aber dem damaligen Normalnutzer, der als Computer-Analphabet dauernd auf die Hilfe von außen angewiesen war, war ich schon weit überlegen. Abgesehen von den professionellen IT-Leuten waren es damals nur sehr Wenige, die etwas von PC/IT verstanden, und man konnte das im Gespräch sofort erkennen, und ich habe mich damals jedenfalls wie Bolle gefreut, wenn ich mal die Chance hatte, mich mit ähnlich Interessierten bzw. mit Experten auszutauschen und etwas Neues zu lernen.

    Lange Rede, kurzer Sinn. So, wie meine Familie viele Jahre lang auf meine dauernde Hilfe angewiesen war, werde ich dank der Bedienerfreundlichkeit immer seltener gebraucht, und so ist die Branche auch vermutlich dabei, ihren Nimbus zu verlieren. Sie ist vielleiht dabei, so alltagskompatibel zu werden wie die Automobil-branche. Dafür vielleicht die Pflege der Riten auf dem Chaos-Congress, damit „the old old feeling“, das Besondere sich wieder einstellen kann…?

    Lieber Don Alphonso, aus Ihren Sätzen war für mich jedenfalls erkennbar, dass Sie zu den Enthusiasten der ersten Stunde gehören, my2cents. Das war mir ziemlich bald klar, und aus den letzten Sätzen bekam ich quasi eine Bestätigung. Ich finde das cool.

    ****

    Nun gehört der folgende Satz inzwischen auch schon zur Verbotszone des sexistischen Hatespeech: Steve Martins Hommage an die verstorbene Carrie Fisher:
    “When I was a young man Carrie Fisher was the most beautiful creature I had ever seen. She turned out to be witty and bright as well.”

    Kritische Gegenreaktionen haben Steve Martin dazu veranlasst, den Text zu löschen.
    “Backlash forces Steve Martin to delete Twitter tribute to Carrie Fisher”
    http://www.latimes.com/entertainment/la-et-entertainment-news-updates-steve-martin-deletes-tribute-to-carrie-1483042247-htmlstory.html

    ***

    Liebe Frauke Amgelin, Sie haben hier gefehlt, schön, dass Sie wieder dabei sind. :-)

    • Ja, hätte er's andersrum formuliert,...
      wäre er mit viel Glück noch mit einer Ermahnung der SJW-Fraktion davongekommen. Aber auch nur vielleicht…


  12. Sorry, liebe Frau Müller, habe nicht realisiert, dass der Blog nicht von Don Alphonso stammt. Insofern aus meiner Sicht ten points für Ihren Schreibstil. Ja, erfrischend, sehr schön geschrieben.

  13. Zombifikation
    Na wenigstens hat der Seitenbetreiber nicht selbst geschrieben. Hätte bei seiner Tegernseer Besserg’stelltenmentalität auch zu sehr nach Fledderei ausgesehen. Geschickt wie journalistisch erfahrene meist sind hat er schreiben lassen.

    Aber, da ich die ccc Gründer(zeit) erlebt habe (aber wg. fortwährender Lästerei nicht mitspielen durfte) wähne ich mich da kompetent, Sie können ganz beruhigt sein.

    Das ganze 3c-xx Gewese würde ohne das wirtschaftliche (kapitalistische) Umfeld nie funktionieren. Kongresstechnisch ist die Veranstaltung ein von abhängigen. Auf der anderen Seite – leider- die einzige Plattform in Old Germany auf der außerhalb der Angebot-Auftrag-Rechnung Primitivprozesse überhaupt noch was passiert. Daher so richtig nötig.

    Nicht für die Anwesenden, sondern für die Fledderer.

    • Ich wurde von einem Motorproblem gebremst – letzte Jahr habe ich täglich berichtet. Also bitte keine VTs.

  14. Müllner vs. Müller
    Frau Müllner hat ja schon einmal hier veröffentlich. Höchst sachlich und darlegend, einfach erhellend.

    Ich machte damals (so lang ist es an sich nicht her) auch den Fehler, sie in meiner ersten Erwiederung als Frau Müller anzureden. Kann vorkommen beim Lesen, unerquicklich ist es allemal, denn Namen sind heilig.

    Verehrte Leserschaft, seien Sie bitte nicht so misstrauisch. Gehen Sie in den Blogbeiträgen ein wenig rückwärts und lesen Sie, was Frau Müllner damals wie schrieb.

    Das dürfte Ihren Blick offener gestalten und nicht so kritisch, wie es hier wohl häufiger Gastautoren geschieht. Für Ihre Mühen danke ich schon jetzt :)

    —-

    Fachkräftemangel bzw. dessen Behebung durch Migranten

    Ich habe heute einen mir lieben Menschen getroffen, seit langem wieder einmal. Dieser ist ehrenamtlich engagiert in der Integrationshilfe tätig.

    Ich wußte einiges aus dem Praktischen nicht, was er mir erzählte:

    Das Abitur Syriens würde etwa dem Realschulabschluss in Deutschland entsprechen. Viele Syrier wären äusserst willens, sich zu integrieren, einen entsprechenden deutschen Abschluß zu erlangen.

    Würde jemand sagen, er hätte eine praktische oder sonstige Qualifikation in dieser oder jener Hinsicht, wäre das im Rhein-Erft-Kreis mittlerweile so geregelt – es müsse ein sechswöchiges Praktikum in einem Meisterbetrieb abgelegt werden, würde der Meister die praktische Qualifikation bestätigen, würde eine übliche deutsche Gesellenprüfung fürs Praktische abgelegt. Daneben würde aber ein etwa einjähriger Berufsschulbesuch gefordert, der neben der deutschen Sprache auch die Normen usw. nahe brächten.

    Wenn ich diese Zeiten betrachte, können bisher kaum Handwerker in vollwertigen Arbeitsstellen angekommen sein, das dürfte im Laufe des nächsten Jahres erfolgen.

    (So manche wollen studieren, über die Qualifikation konnte er mir mangels Zeit heute nicht mehr erzählen.)

    Vielleicht sollten wir etwas mehr an Geduld beweisen, was diese Gruppe an Migranten angeht.

    Er erzählte mir allerdings auch, Migranten aus Maghrebstaaten wären unter aller Kanone, bei allen Bemühungen und da müsse rigoroser durchgegriffen werden.

    Zur Gruppe der Afghanen kamen wir wegen der zeitlichen Beschränkung auch nicht mehr.

    —–

    Vielleicht lohnt sich ja doch ein Blick auf „statistische Gruppen“.

    —–

    Entschuldigen Sie bitte, Frau Müllner, dass ich in Ihrem ersten hier von mir kommentierten Beitrag falsch ansprach. Und entschuldigen Sie bitte ebenso, dass ich dieses Thema nun ausgewälzt habe. Das zweite geschah einfach, da ein Herr Joachim Schmidt einfach nur hetzen wollte, statt zu argumentieren.

    Danke, dass Sie erneut geschrieben haben und das machen Sie hoffentlich noch einige male und sehr gern auch – bitte nicht schimpfen – in Ihrem Fachgebiet, das den meisten wenig vertraut sein dürfte.

    • "Hetzen"
      Thomas Cgn – wie kommen Sie dazu, Herrn Joachim Schmidt des „Hetzens“ zu bezichtigen?

      Der Fachkräftemangel im akademischen Bereich – auch im MINT -Bereich – ist eine Schimäre. Es gibt ihn nicht.

      Es gibt hierzu Studien vom DIW (so ungefähr von 2009), die diesen Sachverhalt – statistisch ausführlich belegt – ausführlich belegen.

      Den zweiten Punkt der angeblichen Hetze widerlegen Sie in Ihrem Beitrag selbst. Ihr Gewährsmann sagt, das syrische Abitur entspreche der deutschen mittleren Reife. D. h. Syrer sind schlechter qualifiziert als Deutsche. Somit bestätigt dies das Statement von Herrn Schmidt.

      Es kursieren relativ belastbare Zahlen, dass insgesamt ca. 70% der Migranten faktische oder funktionale Analphabeten sind. M. W. wurde das bisher nicht widerlegt.

      Robustes Zahlenmaterial zur unterentwickelten Ausbildungsfähigkeit / Ausbildungswilligkeit der Migranten aus dem arabischen/afrikanischen Raum gibt es aus Dänemark. Sicherlich sind – aus Ihrer Sicht – Dänen alle „Hetzende“.

      Zum Dritten fordern Sie Argumente. Schön. Jetzt zeigen Sie bitte mit Argumenten – und nicht apodiktisch daher geredet – überzeugend auf, weshalb Herr Schmidt „hetzt“.

    • Hetze
      Sehr geehrter Herr Thomas Cgn,

      Sie bedienen sich einer Ausdrucksweise, die bis dato hier nicht üblich war. Wie Don immer sagt: bitte etwas mehr Contenance.

      Sie können ja gern anderer Meinung sein, aber deswegen dem anderen böse Absichten (nicht anderes sagt ja „Hetze“) zu unterstellen war wohl hoffentlich nur ein Versehen.

      Was mir bei Ihrer Argumentation zum Fachkräftemangel aufgefallen ist, dass Sie die Sicht aus Helferkreisen wiedergeben. Ich dagegen gehe von der Aufgabenstellung nachher im Beruf aus. Da sind formale Qualifikationen nur ein Teil.

      Nehmen wir Ihr Beispiel mit dem Praktikum im Meisterbetrieb:

      Hier kommen eigentlich nur Gewerke in Frage, die noch nicht so durchindustriealisiert sind. Also Bau, Gastronomie und ähnliches. Metall, Chemie, Elektro no Chance, da die Herkunftländer da meilenweit zurückhängen und für die Migranten die Lernkurve zu hoch wäre. Um in diesen Strukturen zu bestehen, muss man außerdem noch Deutsch wirklich gut beherrschen. Ohne sehr gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift fallen alle kaufmännischen Bereiche schon mal aus.

      Auf dem Bau finden Sie jetzt schon kaum jemanden der deutsch spricht. Alle Stellen sind schon von Südosteuropäern besetzt und hier herrscht kein Mangel. Dank EU ist für den Nachschub billiger Arbeitskräfte gesorgt. Hier verstärken die Migranten nur den Konkurrenzdruck.

      Wieviel Chancen geben Sie den Migranten hier einen Arbeitsplatz zu bekommen?

      Zu dem Abiturienten:
      Wieviel Chancen hat ein Realschüler auf dem Ausbildungsmarkt? Der kaufmännische Bereich fällt schon in weiten Teilen durch die Abiturientenschwemme weg. Die Bewerberzahlen in diesem Bereich sind sehr hoch, da braucht es keine Migranten.

      Zu dem Fachkräftemangel allgemein:
      Im Helferbereich und im Akademischen Bereich gibt es ein Überangebot.

      Mangel herrscht nur im Mittelbau. An Meistern, Technikern etc. die den Laden am Laufen halten. Das sind aber Leute, die nach einer Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung noch eine Fortbildung gemacht haben. Die kennen sich aus und haben das theoretische Rüstzeug Arbeiten auch zu planen und zu überwachen.

      Dumm nur, dass die Arbeitgeber meinen, ein Bacheloringenieur mit gerade mal 3 Jahren Studium sei mehr wert. Da geht doch der Abiturient gleich studieren. BER lässt grüßen.

      Hier sehe ich Möglichkeiten für die Migranten. Wieviele wollen diesen beschwerlichen Weg auf sich nehmen?

      Man tut den Migranten keinen Gefallen, wenn man Ihnen Flausen in den Kopf setzt. Die Wirklichkeit sieht man an den Statistiken über die Arbeitslosigkeit der einzelnen Migrantengruppen (da sind auch die drin, die schon länger hier sind) und an der Anzahl der Migranten, die die Industrie übernommen hat.

      Ein Blick auf die Pisastudien der vergangenen Jahre in Bezug auf die Länder ist ebenfalls erkenntnisreich.

      Was die vielbeschworenen Akademiker angeht:
      Was sagen wir einem syrischen Rechtanwalt? Soll er gleich die Staatsexamen machen? Da wird er untergehen. Er kommt aus einem ganz anderen Rechtssystem. Eigentlich müsste er ganz neu studieren.

      Die guten Leute sind eh schon in den klassischen Einwanderungsländern gelandet. Englisch können die schon, da brauchen sie keine neue (schwere) Sprache zu lernen. Mehr Geld kann man dort auch verdienen.

      Ich möchte lediglich, dass die Problematik der Migration mit mehr Realismus betrachtet wird. Die von mir angegebenen Aussagen sind schlicht und enfach Fake-News, verbreitet von ahnungslosen Journalisten, erzeugt von meinungsbildenden Überfliegern mit unscharfem Gesichtsfeld.

    • Pauschalisierung
      Es wurde von Fachkräftemangel geschrieben.

      Die Spezifizierung, es gäbe einen solchen nicht in akademischen Berufen, kommt nun in der Replik des Gastes. Darin bezieht er sich auf eine annähernd acht Jahre alte Studie. Kann man machen, man kann aber auch Äußerungen von Unternehmen aus dieser Zeit werten, die nicht alle Stellen besetzen können.

      Ich wüsste nicht, dass ich das generelle Bildungsniveau von Migranten mit Hiesigen verglichen hätte. Ich habe das mir Erzählte dargelegt, dass das schulische Niveau des syrischen Abiturs eher dem des deutschen Realschulabschlusses entsprechen würde. Ich weiß nicht mal, ob diese erlebte Erfahrung statistisch repräsentativ ist.

      Etwas, auf das ich hinaus wollte und sogar geschrieben habe, haben Sie offenkundig nicht erfasst, werter Gast, daher noch einmal für Sie:

      Wenn ein Migrant nach Deutschland kommt, hat er allerlei behördliche Prozeduren zu durchlaufen, die das ihre an Zeit kosten. Daraufhin muß ein Handwerksbetrieb gefunden werden, der bereit ist, diesem Migranten ein sechswöchiges Praktikum zur Darlegung dessen praktischer, handwerklicher Fähigkeiten zu ermöglichen. Dazu muß dieser Migrant ein Jahr Berufsschulunterricht absolvieren. Nach erfolgreichem Abschluß des Praktikums gibt es eine hier übliche Gesellenprüfung fürs Praktische, nach erfolgreichem Berufsschulabschluß kann eben auch ein hiesigem Niveau entsprechender Gesellenbrief erteilt werden.

      Vielleicht haben Sie ja jetzt so ganz grob und ungefähr die nötige Dauer zusammen gerechnet.

      Vielleicht können Sie mir dann auch verraten, wie unter diesen Umständen Migranten schon massenweise im Arbeitsmarkt angekommen sein sollten.

      Ach ja, weil Herr Schmidt den handwerklichen Bereich Elektro ausdrücklich als für Migranten untauglich bezeichnete – mir wurde als erstes für genau diesen Bereich ein dem Arbeitsmarkt zustrebendes Beispiel genannt. Soviel ich weiß, fuhren und fahren auch in Syrien Autos, auch dort wirds Schlosser und sonstige mit Metall zusammen hängende Berufe gegeben haben. Ebenso bezweifele ich die pauschale Negierung jeglicher z.B. chemischer Fähigkeiten aller Migranten.

      Was nun z.B. einen syrischen Juristen angeht, wäre die Fantasie doch recht klein, würde man nur Tätigkeiten von z.B. deutschen Rechtsanwälten vor Augen haben. Es dürfte doch sicherlich Unternehmen geben, die in arabischen Ländern Geschäfte machen wollen und möglicherweise an einem Mitarbeiter interessiert wären, der aus dem Sprachraum kommt, möglicherweise Mentalitäts- und kulturelle Unterschiede besser einzuordnen weiß usw.. Die FAZ hat übrigens von einem Migranten berichtet, der bei einem ich glaube Berliner Unternehmen in den Bereich eines Projektleiters geführt werden sollte. Durch seinerzeitige Einschränkungen unseres Rechtssystems hatte sich ein Vorstandsmitglied der Bundesanstalt für Arbeit nach Bekanntwerden engagiert.

      —–

      Ihr Dänemarkvergleich hinkt, ich will es milde ausdrücken. Wie auch ein Vergleich der Qualifikation deutscher Handwerker mit englischen nicht zu vergleichen ist.

      Bringen Sie bitte aus dem Rhein-Erft-Kreis belastbares meine Darstellung widerlegendes Material, dann reden wir zumindest in ungefähr von dem, was ich als praktisch gemachte Erfahrung dargestellt habe.

      Danke.

      —–

      Das pauschale Abqualifizieren aller Migranten habe ich für Hetze gehalten. Sollte es nicht so gemeint sein, sondern Sie es ebenfalls differenziert sehen, dann entschuldigen Sie bitte.

      Aber lassen Sie bitte pauschale Aussagen, wenn Ihnen Gegenbeispiele nicht gefallen mögen.

  15. Titel eingeben
    Hach…ich wäre auch so gern dort um mir von einem netten Engel Tschunk servieren zu lassen.

    Schade, dass der CCC immer mehr zur Bühne für politische Aktivisten wie den benannten Lutzens der von mir kritisch gesehenen Hoaxmap oder der RLS verkommt. :(
    Wobei man nach dem Sjw-Ansturm des letzten Jahres (keynote, etc) mittlerweile doch etwas kritischer auf Uboote schaut.

    Egal, ich will noch einmal jedem den KrieselVortrag (rev. engineering, Spiegel online) ans Herz legen. War bisher mein Highlight.

  16. P.S.
    Was mich im Rahmen des ganzen Congresses noch sehr *geflasht* hat war dieser Eintrag von Leitners: https://blog.fefe.de/?ts=a69b7946
    Lesenswert.

  17. Orwell lesen aber nicht erleben
    Vielen Dank für den Bericht. Macht etwas Hoffnung, dass in dieser Szene Menschen sind, die Idealismus mit Gestaltungswillen zu leben versuchen. Ob uns das vor der Orwellvision bewahrt? Zumindest liefert der CCC Themen zum Nachdenken.

    Das „Smart Home“ ist der nächste Schritt zur selbstverordneten Totalkontrolle. 1984 wirkt mittlerweile romantisch verklärt.

  18. Spitze
    Ich habe mich beim Lesen die ganze Zeit gefragt, wo die Spitze bleibt. Das Aperçu am Ende ist schon giftig.

  19. Titel eingeben
    Schön geschrieben. Ich bin fast ein wenig stolz, dass mein 17-Jähriger zum 3. mal dabei ist und auch als Freiwilliger beim Auf- und Abbau mit anpackt.

    • Danke...
      Ich danke ihnen im Namen aller Microsoft Aktien Besitzer für ihre freiwillige Unterstützung und der damit verbundenen Reduzierung der Unkosten….

  20. Human...I'm only H/human...I heard from a Music-Nerd...
    „Mental-Digital-Music-Design“…new CCC-„Age“ „H“uman…
    I-DEO-LOG…?

  21. CCC: Computer-Hippies am Antifa-PC
    „Laut der Vortragenden mit den Pseudonymen Fraulutz und Noaveragerobot ist der einzige Weg aus diesem Tunnel die Erkenntnis über den Prozess und die Software“

    Lacherfolg. Lang lebe die Esotherik.

    Die Bemerkung, dass man auif die Art schnell dabei an seine Grenzen kommt, war der realistische Teil: Heutige Software besteht aus Hundertausenden und Millionen Zeilen an Code. Die früher einmal verlautbarte Zuversicht der Informatik, dass automatisierte Heuristiken zu Erstellung (und Analyse der Eigenschaften) von Programmen verfügbar sein werden, war ebenso esoterisch.

    Im übrigen werden munter wie notorisch die üblichen Feindbilder gepflegt: USA/NSA sind dank Snowden als Feindbild sicher. Putin regiert anscheinend dank Asylgewährung für denselben als König über die Hacker-Herzen. Die preisgünstige Taktik funktioniert und schon werden Eingriffe der Russen in den US-Wahlkampf als „nicht nachweisbar“ und in säuberlich kopierten Regierungs-Verlautbarungsstil von CCC-Rednern mit „dazu sagen wir nichts“ verschleiert. Eine herrlich selbstentlarvende Wortwahl und simpel gestrickte Hacker-Gemüter.

    • Titel eingeben
      Ihre Kommentare brauchen immer ein wenig Korrektur. Putin ist sicher kein Gut-Mensch wie Merkel und Gabriel, aber viele werden mir zustimmen, dass er für Russland der richtige Mann zur richtigen Zeit.

      Da es sie ja überfordert hat, denn sie haben wie immer bereits VOR allen Informationen eine Meinung, den Bericht mit den „Beweisen“ finden sie im Internet, lesen sie ihn mal.

      Und dann gäbe es da noch ein paar andere Tatsachen: Um nur ein paar eindrucksvolle Beispiele dafür zu nennen wie die amerikanische Regierung demokratische Wahlentscheidungen wertschätzen..
      Da wäre der 1953 durch Wahlen legitimierte Mossadegh in Teheran, den die Amis, weil er ihnen nicht länger das persische Öl zum Spottpreis überlassen wollte halt mal aiuf die Schnelle ermorden liessen. Das von den USA eingesetzte Regime war eines der verbnercherischsten überhaupt das die Welt je gesehen hat! In Vietnam hat man mehrere unliebsame Politiker ermordet um einen verbrecherischen Krieg mit Millionen Toten ungestört führn zu können. In Chile hat man am eigentlichen nine-eleven, 1972, den neu-gewählten Präsidenten Allende ermordet und ein Militär Regime aus Mördern und Folterern eingesetzt.

      Ich kann ihnen gerne noch viel mehr anführen. Könnten sie uns ein Beispiel nennen warum die USA auch nur einen Furz besser sein sollen als Russland? Danken sie einfach dem lieben Gott, dass die Amis so unfassbar dumm sind einen Trump zu wählen, den verlogenen Mörder sind wir ja in drei Wochen endlich los.

    • Meinungsäußerungsfreiheit
      @TDV, es ist eigentlich indiskutabel, was Sie hier so von sich geben, jedoch die Meinungsäußerungsfreiheit haben Sie hier; in Russland wären Sie vorsichtiger.

    • Die Richtigen
      Amüsant, dass Sie in der Lage sind, einen gewalttätigen Despoten als „den richtigen Mann zur richtigen Zeit“ zu identifizieren und den anderen als den Falschen oder zur falschen Zeit.

      Die Antagonisten falsch und richtig erinneren ein bisschen an die Anekdote, wo die 68er Hitler pfui fanden und den Terminator in brüderlichem Geiste Mao so großartig, dass sie dessen ebenso dümmliche Version von „Mein Krampf“ als Bibel-ähnliches Werk verstehen konnten. Das ist möglicherweise nur mit Gegrabbel in der Psychokiste zu verstehen: Geschlossene ideologische Systeme sind dazu da, den Wunsch nach klar definierten Feindbildern zu befriedigen. Wenn man sie braucht. Braucht man sie denn?

      Totalüberwachung in Russland nach Snowden: „Die russische Regierung versucht, immer mehr das Internet zu kontrollieren, immer mehr die Gedanken der Menschen zu kontrollieren“, sagte Snowden vor den Mitgliedern der norwegischen Akademie für Literatur und Meinungsfreiheit. Immerhin hat Putin verstanden, dass er Snowden nicht daran hindern konnte, das zu sagen. Im übrigen, NSA = FSB ist ja keine Schande, auch wenn der CCC diesen Umstand beschweigen möchte. Dass Purtin kein schlauer Taktiker sei, wäre jedenfalls kein geeignetes Vorbringen.

  22. Süß, eine Snowflake
    Sie kommt aus den Wolken,
    ein niedlicher Stern.
    Malt Blumen und Blätter,
    wir haben Sie gern.

  23. Hmmm,
    2-3 Tage, dann ist das hier hoffentlich erledigt. Gähn.
    (DdH)

  24. Bei soviel Exhibitionismus ist alle Aufklärung sinnlos
    Der „Teich“ muß sowohl kindersicher gemacht werden, als auch den Kindern das Schwimmen beigebracht werden muß.

    Dabei beginnt die Sicherheit nicht erst im Netz, sondern dort, wo Computer, und damit sind nicht nur PC gemeint, unkontrolliert hinter unserem Rücken Daten im Netz verteilen bzw. zugänglich machen. Und das beginnt heute schon im Bereich der Firmware, nicht erst mit Betriebssystem oder anderer Software. Dieser Teich müßte sehrwohl und dringendst sicher gemacht bzw. abgedichtet werden, denn er entzieht sich fast allen Schwimmenden in absolut totaler Gänze.

    Den Schwimmenden selbst müßte dann nur noch der Exhibitionismus ausgetrieben werden, ein ebenso hoffnungsloses Unterfangen. Bequemlichkeit und Buntheit stehen dem ebenso im Wege, wie Narzismus und vorgebliche Alternativlosigkeit.

    Die größte Lachnummer aber sind die Datenschutzgesetze, denn die werden durch einfachen Mausklick ausgehebelt. Wer dem Datenmißbrauch nicht zustimmt, der muß draußen bleiben, der braucht auch keinen PC etc. mehr.

    Eine geringe Hoffnung sehe ich noch in der Auswertung der Daten. Denn die Filter folgen ja auch einer sich selbst verengenden Logik – analog der Suchanfragen und resultierender Angebote. Und bei der unzensierbaren Datenflut bleibt mangels absolutem Überblick vieles ungefiltert, was dann zu fehlerhaften Ergebnissen führt. Ich erinnere nur mal an die Wahlprognosen. Solange die Filter ergebnisorientiert arbeiten, können sie nicht wirklich exakte Ergebnisse liefern.

    Das offene Netz hat ein vermutlich auch in Zukunft unbehebbares Problem, es kann keinerlei Datensicherheit bieten. Dessen sollten sich die Nutzer, Schwimmer und Nichtschwimmer, jederzeit bewußt sein.

  25. Theodor Heuß: "Siegt [rechnet] mal schön [weiter]
    Werte Frau Müllner, ach, Sie sind wahrscheinlich noch jung, ein Mangel, der schnell vergeht.

    Zu meiner großen Freude kommt Jutta Voigt in ihrem Buch „Stierblutjahre…“ auf eine Parabel aus Polen bzw. aus der DDR zu Ulbrichtszeiten zurück, die Entstalinisierung hatte wohl gerade begonnen:

    In einer Schule wurde im Rechenunterricht lange 2×2=9 gelehrt. Allmählich dämmerte der Schulleitung etwas, und daher wollte man dies nach und nach richtigstellen; jedenfalls nicht auf einen Schlag, auch um sich selbst und den Rechenlehrer nicht zu desavouieren. Also begann man erst einmal sachte den Rechenweg 2×2=8 einzuführen – und war dann baß erstaunt, daß die Kinder schon lange unten an die Toilettenwände 2×2=4 schrieben.

  26. Die Veranstaltung scheint jetzt aber schon eine etwas eskapistische Note zu haben.
    Und das sind dann teilweise die gleichen Leute, die sich über traurige Dorfies und deren Verharren im bullerbüartigen Landlust-Neobiedermeier lustig machen. – Tja.

  27. Titel eingeben
    Ja, das ist der eigentliche Skandal, der totgeschwiegen wird:

    Die deutsche Bundesregierung behindert massiv die Aufklaerung im U-Ausschuss und vertuscht ihre Verantwortung … die dezidiert auch an den Figuren Merkel, Pofalla et al. festgemacht werden kann …

  28. habe den Artikel ohne Ansehung des Autors gelesen
    und hatte immer mehr das Empfinden, dass der Autor wohl ein Reinfantilisierungsproblem hat. Diese unglaubliche Mischung von Nova Atlantis und Sozialromanze…. spätestens seit Shelleys Frankenstein ist uns der dystopische Charakter von Utopien vertraut. Und das ist heilsam!

    Dann sah ich, dass der Autor eine ..IN ist.Das rettet den Don etwas, aber für Sie ist es nicht gut,Frau Müllner.

    Mich erinnert das im Tiefgang an einen Spruch, mit dem sich derzeit das Columbamuseum inKöln verschandelt:. „Es gibt keine Fremden, sondern nur Freunde, die du noch nicht getroffen hast.“ So naiv und bigott ist heute die katholische Amtskirche,- dann kann man das anderen @schonlängerhierLebenden eigentlich nicht verübeln. Ich tu es aber doch, weil es meine Restintelligenz und alle Sprechstundenempirie beleidigt.

    • ... das ist Staatsräson...
      … als länger hier Lebender sollen Sie nach dem Willen der Partei auf diejenigen zugehen, die jetzt auch hier leben, vielleicht dort wo Sie jetzt leben.

      Die Reinfantilisierung ist ein typisches Dekadenzphänomen und der Jugend- und Leistungskult im Grunde genommen nur ein Abklatsch. Die Mehrzahl dieser Leute träumt doch von der Geschäftsidee, mit der sich quasi nebenher und genial, Millionen verdienen lasssen …

    • @ Sirisee
      Ich kritisiere sie sonst ja häufig, aber diesmal muss ich ihnen rechtgeben.
      Ich hoffe sie beginnen deswegen nicht an sich selbst zu zweifeln…

  29. Danisch
    Ich habe gerade zwei Artikel von Danisch zum CCC gefunden:

    http://www.danisch.de/blog/2016/12/30/die-versumpfung-des-chaos-computer-clubs/
    http://www.danisch.de/blog/2016/12/30/fake-news-political-correctness-hacken/

    Kontrovers, aber Danisch hat unzweifelhaft Ahnung von IT.

    • Danischs Veriss des CCC ist lesenswert und
      kann im Ggs. zur Autorin hier jedenfalls ein Weltbild erzeugen, das im Fluß bleibt und Wahrheit nicht nur administrativ behauptet (durch Macht-gefällige Zuschreibung von fakenews allein auf den @rechten politischen Widersacher) !
      Denn im Grunde vertritt die Autorin hier ein primitiv manichäisches Weltbild von Verwaltungsgnaden der Mächtigen (wie wohl der ccc inzwischen auch) wie andere mehr…. AAS et cetera.
      Der abendländische Begriff von Wahrheit ist aber ideengeschichtlich perse ein diskursiver sive dialogischer und KEIN DEKRETIVER ( Platons DIALOGE setzen sich im dialogischen Prinzip des christlichen Dreieinigkeitslehre fort. Von jüd.Seite bspw. M.Bubers #Ich und Du.)*
      Es hängt halt immer sehr davon ab, WELCHEN Monotheismus eine Gesellschaft /Geschichte zur Grundlage hat! Der Islam ist ein dekretiv behauptender „Monotheismus“(selbst wenn man ihn als Religion betrachtet und seinen ideologischen Charakter außen vor lässt) ohne ERKENNTNISANSPRUCH.
      Vermutl. ist das auch genau DER Punkt, wo sich linke Ideologie und islamische Ideologie sittsam treffen!

      Daß administrativ dekretive „Wahrheit“ dabei v.a. von Relativisten, die Wahrheit im Eigentlichen leugnen, bevorzugt wird, ist nur vordergründig einParadox.

      *Der Toleranzbegriff kann nur auf dem Boden einees dialogischen Wahrheitsbegriffes entstehen. Dekretivisten heucheln ihn nur vor, denn im Grunde widerspricht er ihrer @behaupteten „Wahrheit“ als Dekret.
      Konkret: Danischs Dialektik, nach der auch das Falsche der Wahrheitsfindung dienen kann ist schneidet die Welt nicht in Gut und Böse (wie es die fakenews-Treibjagdenden gegenrechts… tun)

  30. "So ist der Congress politisch geworden"
    Und der arme Wau dreht sich im Grabe um.

  31. Danke
    Schöner atmosphärischer Bericht zum Kongress. Mir macht Hoffnung, dass es wohl auch in DE noch Leute zu geben scheint, für die Fortschritt eben auch noch ganz naiv eine Chance ist.

    Schön wäre noch eine kurze Liste mit den ganz subjektiv besten Vorträgen gewesen.

  32. Quellenstudium
    Wer Fake News erkennen können will, der wird auch in Zukunft nicht daran vorbei kommen, die Quellen der News zu erforschen. Das ist umso ärgerlicher, als man sich dabei nicht mehr auf Qualitätsmedien verlassen kann, bei Politikern war es ja noch nie anders.

    Das übergroße Informationsangebot macht es auch nicht leichter und nicht jedem stehen alle Quellen offen, nicht jedem sind die Quellen überhaupt ersichtlich. So hat auch die scheinbar unbegrenzte Informationsmöglichkeit ihre Grenzen, die uns immer bewußt sein sollten. Und obwohl ich, aus anderen Gründen, nur ungern darauf hinweise, aber eine halbwegs brauchbare Allgemeinbildung ist da recht förderlich.

    So, das war es dann für 2016. Allen ein frohes, gesundes und glückliches 2017 sowie einen guten Rutsch in das neue Jahr. Spannend wird es werden, das neue Jahr, so viel ist sicher.

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