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Pudding an die Wand nageln: Die Dunkelziffer

| 45 Lesermeinungen

worin die Autorin wieder einmal über Statistiken contemplieret, insbesondere solche der fürtrefflichen Experten zu schwarzen Märkten und kriminellen Taten.

worin die Autorin  wieder einmal über Statistiken contemplieret, insbesondere solche der fürtrefflichen Experten zu schwarzen Märkten und kriminellen Taten.

Der gemeine Statistiker träumt privat möglicherweise von einem unerschöpflichen Weinkeller, einem Dukatenesel oder der großen Liebe, in beruflicher Hinsicht jedoch von einem umfassenden Datensatz – der allerdings in der Realität kaum zu bekommen ist. Bei den meisten Studien hat man nicht die Gelegenheit, die Grundgesamtheit, also 100 % aller möglichen Studienobjekte berücksichtigen zu können. Also wird eine Auswahl getroffen, die Stichprobe. Die wissenschaftliche Forschung kennt allerlei Methoden, wie vernünftige Stichproben zu erheben sind: Repräsentativ sollen sie sein, trotzdem nicht durch Selektion beeinträchtigt, und grundsätzlich so groß wie möglich – seit wir Computer haben, ist Größe kein Nachteil mehr, schließlich übernimmt der Rechner die leidige Hauptarbeit.

Bei vielen Themen wäre es theoretisch durchaus möglich, alle relevanten Personen zu befragen – nur praktische Gründe stehen dem entgegen. Man könnte ohne weiteres alle Studenten zu ihren Fernsehgewohnheiten befragen, würde man die Mühe nicht scheuen, und vermutlich würden die Studenten auch leidlich ehrlich antworten. Befragte man sie jedoch zu ihrem Schummelverhalten, Plagiaten oder Ladendiebstählen – das Bild wäre ein anderes. Kompliziert wird es bei jenen Themen, deren Aktivität sich naturgemäß im Verborgenen abspielt. Wenn Sie irgendwo das Wort „Dunkelziffer“ lesen, ist das ein sicheres Zeichen, alle Aussagen im Zusammenhang mit diesem Thema mit Vorsicht zu genießen.

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Straftaten wie überhaupt unrechtmäßiges Verhalten gehören zu jenen Bereichen, die ihrer Natur nach kaum zu erfassen sind. Straftaten werden nicht gemeldet, Schwarzarbeit erscheint in keiner Statistik und GEZ-Betrüger sind auch in keiner Datenbank erfasst. Fassbar ist allenfalls jene kleine Minderheit, die irgendwann mit der Polizei oder den Behörden Bekanntschaft macht und auf Basis dieser kleinen Minderheit und allerlei anderen Puzzleteilchen muß man die tatsächlichen Zahlen hochrechnen – schätzen, eben.

Ein besonders schönes Beispiel sind allerlei Bereiche, die mit der Vorsilbe „schwarz“ verbunden sind. Schwarzmarkt, Schwarzarbeit, Schwarz-Fernseher. Schwarzarbeit ist ein großartiges Thema: angeblich hat jede zehnte Person irgendwann schwarz gearbeitet, oder hat Schwarzarbeit entlohnt – die praktische Erfahrung ist also breit gestreut. Entsprechend hat jeder eine Meinung, aber die Zahlen variieren allein für Deutschland erheblich: zwischen 0,5 % und 20 %. Das allerdings ist im Vergleich mit Entwicklungsländern lachhaft wenig: In Mali, Kolumbien oder Thailand nämlich ist es keineswegs üblich, ein selbständiges Gewerbe ordnungsgemäß registrieren zu lassen, sei es nun der Straßenverkauf von Telefonkarten oder der Friseur an der Ecke. Folglich zahlen sie natürlich auch keine Steuern, und was den deutschen Staat schon stört, ist für Entwicklungsländer nachgerade eine Katastrophe. Dort macht nämlich der Schwarzmarkt bis zu 70% der Wirtschaftsleistung aus. Auch die wissenschaftliche Forschung interessiert aus allerlei Gründen für die Größe und Bedeutung solcher Märkte und so wurden verschiedene Schätzmethoden entwickelt.

Geht man davon aus, daß wirtschaftliche Aktivität fast immer mit Geld zu tun hat und ziemlich oft mit Elektrizität, sind Geldumlauf und Strom brauchbare Indikatoren für die Wirtschaftsleistung. Hat man erst einmal herausgefunden, wieviel Geld und Strom auf den offiziellen, messbaren Teil der Wirtschaft entfallen und wie hoch der tatsächlich Umlauf oder Verbrauch einer Volkswirtschaft ist, kann man damit immerhin schon eine Peilung über den Daumen vornehmen.

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Die möglicherweise kurioseste Methode funktioniert jedoch (zumindest anfangs) ganz ohne Computer und technisches Spielzeug. Wüßte man für verschiedenee Regionen in abgesteckten Gebieten genau, wieviele Unternehmen offiziell und wieviele inoffiziell sind, so könnte man diese punktuellen Daten theoretisch auf das ganze Land hochrechnen. Internet und GPS machen diese Strategie unendlich viel leichter als früher: mit Internet-Straßenkarten werden Gebiete abgesteckt, Startpunkte zufällig festgelegt und dann Personen zur Befragung in festgelegten Schemata straßauf, straßab zur Befragung der Unternehmer und Händler rechts und links der Straße ausgeschickt. Ich stelle mir das sehr komisch vor: Irgendwo in Schwarzafrika, zwischen vielen bunt gekleideten, dunkelhäutigen Menschen stehen einige hellhäutige Menschen in Shorts – oder besser noch: Anzügen – im Straßendreck zwischen Schutt, Schlaglöchern und Abfall und stellen sonderbare Fragen – zum Wohle des Staates, der Steuereinnahmen und der Wissenschaft. Immerhin hat man am Ende für einige Regionen äußerst präzise und verläßliche Angaben, die eine Hochrechnung ermöglichen.

Was in Entwicklungsländern funktioniert, geht in Europa angesichts der sehr viel besseren Datenlage natürlich etwas einfacher, dennoch weichen die Schätzungen verschiedener Forscher erheblich voneinander ab und liegen irgendwo zwischen 4 % und 16 % des BIP. An der Obergrenze läge Deutschland damit etwa gleichauf mit Vietnam, es wäre aber weniger als in Griechenland. Auf die Zahlen am oberen Rand kommt man übrigens mittels der Bargeldumlaufmethode – man kann sicher allerdings fragen, ob das wirklich so aussagekräftig ist. Würden geschätzte 350 Milliarden Euro in Schwarzarbeit erwirtschaftet, und man legt durchschnittliche Jahresgehälter von 26.000 Euro zugrunde (was im Schwarzmarkt eher zu hoch sein dürfte), müssten 14 Millionen von 35 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland sich in Vollzeit der Schwarzarbeit widmen – was doch sehr hoch erscheint. Soviel zur Aussagekraft von indirekten Schätzmethoden. Befragungen der Bevölkerung landen eher im einstelligen Prozentbereich des Bruttosozialprodukts.

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Ähnliche Probleme stellen sich bei der Wirtschaftskriminalität. Geldwäsche zum Beispiel. Viel wird darum gestritten, ob die vielen teuren Maßnahmen zur Geldwäscheprävention sich lohnen. Schulungen für Bankmitarbeiter, speziell ausgebildete Polizisten und Anwälte, umfangreiche Systeme in Banken mit noch umfangreicheren Bergen von Papierkram im Gefolge – das alles, um eine unbekannten Zahl von Geldwäschern, die unbekannte Geldbeträge auf weitgehend unbekannten Kanälen wieder anständig aussehen lassen. Im Versuch, das Unsichtbare zu quantifizieren, schätzen Wissenschaftler das Ausmaß der Kriminalität, schätzen die damit verbundenen Finanzströme, die Kosten der vielen Maßnahmen und setzen das ins Verhältnis zu den Fahndungserfolgen. Kann man mit diesem Berg von Schätzungen vernünftige Entscheidungen treffen? Vermutlich nicht. Das nimmt solchen Studien keineswegs die Berechtigung, denn auch ungefähre Schätzungen stellen einen Erkenntnisgewinn dar, den man in politische Betrachtungen miteinbeziehen sollte. Allerdings kann der Computer nichts ausrechnen und auch keine verläßlichen Statistiken liefern, wenn man ihn nicht erst mit Daten gefüttert hat. Und so gibt es Bereiche, wo die Gesellschaft Grundsatzentscheidungen treffen muß. Unabhängig vom potentiellen Nutzen bei unbekannter Zahl von Straftaten und nicht-meßbaren Erfolgsaussichten: wollen wir uns teure Maßnahmen zur Verbrechensbekämpfung leisten, oder nicht? Sollte die Schwarzarbeit weiter mit allen Mitteln eingeschränkt werden – egal wie groß der Umfang ist? Oder sollte man froh sein, daß Menschen überhaupt arbeiten, mit dem schwarzen Geld einkaufen gehen, und die Binnenachfrage stützen? Solche Fragen kann man – begrenzt – mit wunderbaren, mehr oder minder realitätsnahen theoretischen Modellen beantworten. Vorausgesetzt, man glaubt an deren Aussagekraft.

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45 Lesermeinungen

  1. In Tagen wie diesen legte ich...
    In Tagen wie diesen legte ich den Eintrag eher unter Schweigender Mehrheit ab. Zahlenverdrehung und Statistik gefallen mir aber auch sehr gut.

  2. Inwiefern schweigende...
    Inwiefern schweigende Mehrheit? Die Mehrheit arbeitet schwarz? Die Mehrheit interessiert’s nicht?

  3. Nein, so war das nicht...
    Nein, so war das nicht gemeint. Die Schweigende Mehrheit wird immer gerne ins Spiel gebracht, wenn Statistiken, Schaetzungen oder die Datenlage (Die Lage der Nation?) die eigene Position nur unzureichend untermauern.

  4. Fast eine Satire oder suum...
    Fast eine Satire oder suum quique.
    Oh ja, Schwarzhandel. Schwarzbrennen, Schwarzschlachten, Schwarzarbeit,
    Schwarzguckerei, Schwarzfahrerei, Schwarzmalei alles schon hinter mich gebracht. Das Interessante dabei ist, dass es eigentlich immer um den Kontrahenten moderner Staat geht, der wg. seines masslosen Anspruches, weit über den im MA üblichen Zehnten hinaus, dem Produzenten sein Eigenes abzwacken will. Wobei maßvoll durchaus dem Kaiser gegeben werden soll, was sein ist.
    Der moderne Nachtwächterstaat mit seinen Organen, die sich zudem immer mehr hinter Bildschirmen verstecken, ist ein ausgeklügeltes System einer bestimmten Hand-up-Kaste geworden, die sich auch noch einbildet solchen Menschen, die keine Arbeit haben, jenen verspricht ihnen welche zu organisieren- mit Nullergebnis, dafür sich aber zum riesigen Bürokratieleviathan zur Selbsterhaltung entwickelte. Für diese Menschen, ausserhalb besagter Bürokratie, werden auch noch Transferleistungen aus der sanktionierten Räuberei abgezweigt, z. B. über die Gesundheitsbürokratie und allem was daran hängt. An diesem Tropf hängen auch noch Parlamente aller Art bis zu hin zum Eurosklerotischen Nomadenparlament samt den wiederum div. Eurokom-missionen. Die div. Gerichtsbarkeiten verschiedenster Ebenen und Zuständigkeiten sind fast noch um ein Haar vergessen worden.
    Das Ganze, ein kafkaeskes Gebilde riesigen Ausmasses, benötigt schliesslich sogar den Schwarzarbeiter als Vorwand der eigenen Erhaltung wegen. So ähnlich wie die Sicherheitskräfte den Terrorismus benötigen nach Wegfall des antiken Ostblocks. Natürlich sind die Statisken realitätsnah, sie sind immerhin von Realisten verfertigt worden.

  5. Sehr schön die hingeduckte...
    Sehr schön die hingeduckte Stadt unter dräuenden, noch nicht schwarzen Wolken. Ein moderner William Turner.
    Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia@: Wohinaus wollen Sie mit Ihren bohrenden, fast inquisitorischen Fragen? Ich z. B., gehöre zur schweigenden Minorität ;-)

  6. Sketches of spam: die...
    Sketches of spam: die schweigende Mehrheit schweigt halt – das ist ja auch sehr bequem. „Die Stillen im Lande…“ und so.
    .
    Salzstreuer, wären mir nur all die schönen Schwarz-Wörter eingefallen. Das meiste davon kenne ich aber nur aus der Theorie. Ich bin durchaus kein Befürworter des Nachtwächterstaates und halte Abgaben für Transfer und gesellschaftliche Solidarität für sinnvoll. Die Intransparenz und Komplexität moderner Demokratien hingegen ist durchaus besorgniserregend. Statistiken hingegen können genauso intransparent sein – und oft auch realitätsfern.
    .
    Plindos, ich bin eine lausige Fotografin, aber manche Motive sind so grandios, daß selbst ich sie nicht verschandeln kann. Wohin ich will? Keine Ahnung. Ich will nur spielen, äh, reden. Vielleicht gelegentlich das Augenmerk darauf lenken, wieviel Intransparenz und Verdrehung in Statistiken und Computern stecken, denen wir blind vertrauen.

  7. E Ferz kaasch nit uffs Brätt...
    E Ferz kaasch nit uffs Brätt nagle

  8. Werte Sophia, ich habe gerade...
    Werte Sophia, ich habe gerade kurz überlegt was BNP wohl bedeuten mag, und kam zu keinem brauchbaren Ergebnis. Sie meinten vielleicht BSP (evtl. BIP), oder?

  9. Aah, Bruttonationalprodukt,...
    Aah, Bruttonationalprodukt, GNP ist geläufiger.

  10. V, genauso. Babylonisches...
    V, genauso. Babylonisches Durcheinander, ich meine BIP oder GNP.

  11. @SAAI, Salzstreuer, nehmen wir...
    @SAAI, Salzstreuer, nehmen wir doch Schwarzhumor , etwas holprig, aber doch das schönste Schwarz und geht nicht gegen den modernen Staat.

  12. Alte...
    Alte Buchhalterweisheit:
    „Etwas Schwund ist immer!“
    Und das Tao sagt, dass ein Herrscher, der sein Volk machen lässt und selbst kaum bemerkt wird, ein weiser Herrscher sei. Weil er die Dinge fließen lässt :-)
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    Leider und Gottseidank kann man nicht alles in eine genaue Statistik packen. Das stimmt mich froh, denn der 100%-ig vermessene Mensch ist ein sehr unfreier Mensch. Der komplett vermessene Staat ist ein sehr unfreier Staat.
    Wenn Computer und wissenschaftliche Floskeln (welche ich noch für viel schlimmer halte als die Pseudo-Zahlensicherheit von Computern) nun aber Genauigkeit und Trennschärfe vorgaukeln: Ich bin sicher, so leicht ist der Bürger nicht zu vereiern. Der hat einen Misstrauens-Sensor fürs Vorgaukeln.
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    Mit Unschärfen ist auch mein Beruf verbandelt: Meine Auftraggeber liefern den Pudding :-) mit dem hochtrabenden Namen „Briefing“ verkleidet. Ich muss diesen Pudding dann an die Wand nageln. Kann mir vorstellen, dass ein Profiler, der einem neuen Tätertyp hinterherjagt, dennoch bessere Daten- und Briefinglage hat als ich :-). Manchmal ist der Puding sogar wie nicht ganz festgewordenes Wackelpeter-Gelee oder wie ein Lufthauch. Da kommt einem der Pudding nachgerade wie eine stabile Materie vor. Und man freut sich wieder über Pudding.
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    Pudding ist immer und überall.
    Sicherheit ist eine Illusion.

  13. Die Zunahme der Verlangsamung...
    Die Zunahme der Verlangsamung des Abbremstempos ist zuletzt nicht mehr so rasant angestiegen wie prognostiziert.

  14. Nico, ich bin sehr für Humor,...
    Nico, ich bin sehr für Humor, hier. Auch schwarzen.
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    Liebe Vroni, ich habe allzuoft das Gefühl, die Verschaukelung funktioniere prima, weil der Bürger nicht mehr kritisch nachfragt und lange nicht mündig genug ist.
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    HansMeier555, haha. Genau so.

  15. Liebe Amalia,
    der "mündige...

    Liebe Amalia,
    der „mündige Bürger“, der über alles Bescheid weiß, superhinterfragt, ist ebenfalls eine Illusion.
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    Der Bürger ist so: er will möglichst einfache Entscheidungen. Sind sie nicht möglich, dann hantiert er nach Bauchgefühl. Oder verdrängt.
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    Das ist manchmal arg fatal („gesundes Volksempfinden“), manchmal aber ein Segen (grundsätzlich paranoid und aus tiefstem Herzen misstrauisch gegenüber „Experten“ und „Volksvertretern“).
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    Daher sehe ich die Sorge nicht, dass der Bürger erfolgreichst eingenebelt werden könnte mit Scheinsicherheiten, der Daten, Computer und Experten. Der Bürger ist vielleicht nicht in allen Dingen der Hochrechnung, Vorannahmen, Korrelation & Kausalität intellektuell sattelfest (wer ist das schon, ich auch nicht, und Sie und ich haben auch vermutlich keine Ahnung von Stochastik oder Rosen-Hybrid-Züchtungen), aber dennoch ist er gewitzt und hat in Gewitzheit eine steile Lernkurve. Das sollte man nicht unterschätzen.
    .
    Ist es nicht eher so, dass Sie liebe Amalia, im Unterschied zu mir, dem Bürger einfach weniger zutrauen. Und ihn mütterlich schützen wollen?
    Und ich ihm mehr zutraue.
    .
    Denn seine offensichtlich schlechten Seiten (Paranoia, Reaktanz, Misstrauen gegen „Experten“ und gegen die oft versagende „Elite“, da „oben“) haben in diesem Fall seine gute: Er glaubt nicht mehr jeden Shit und glaubt schon gar nicht jede Zahl. Gehen Sie in Wirtshäuser der Provinz oder in die Bierstuben der Großstadt und hören Sie – dem manchmal oft widerwärtigen „jetzt red i“ zu: sie haben ihre hellen Momente. Und diese Momente sind genau diese.
    Die Dualität ist in allen Dingen.

  16. Oh ja, Schätzungen und...
    Oh ja, Schätzungen und Umfragen – mit kaum etwas wird mehr Schindluder getrieben als damit.
    .
    Besonders interessant wird es, wenn das Ergebnis der Schätzung durch seine Veröffentlichung wieder Rückwirkung auf die zu schätzende Größe hat (Paradebeispiel: Wahlumfrage)
    .
    Was mir sonst so spontan zu dem Thema einfällt: Volkszählung – der teure, bedenkliche und weitgehend sinnfreie Versuch einer 100% Erfassung

  17. Schwarzwald?...
    Schwarzwald?

  18. <p>Vroni, hoffentlich ist das...
    Vroni, hoffentlich ist das so. Vielleicht höre ich nur zu oft die klugen Experten, die sich dauernd gegenseitig in ihrer Validität bestärken und höre dafür zu wenig gesunden Menschenverstand. Andererseits, wenn ich sehe, wie kontinuierlich die schöne Zahl von 350 Mrd. des BIP im Internet kolportiert werden, von alles und jedem… da wird mir schon Angst.
    .
    Chris, hm, die große Volkszählung soll ja nur validieren, was man ohnehin jährlich mit der kleinen Stichprobe (Mikrozensus) zu schätzen versucht. Das ist aber gar nicht so unvernünftig, stellen doch die Bevölkerung und ihre wesentlichen Parameter eine der Säulen der deutschen Statistiken dar – und die sind nicht gerade irrelevant. Siehe auch: faz-community.faz.net/…/versuch-ueber-den-selbstbetrug-joghurt-hamburger-und-inflation.aspx
    .
    Wumbaba, mag ich gern. Freiburg! Bächle! Schluchsee!

  19. "die schöne Zahl von 350 Mrd....
    „die schöne Zahl von 350 Mrd. des BIP“
    .
    Diese schöne Zahl fliegt seit 10 Jahren unverändert in Zeitungen und dem Netz herum. :-)
    .
    Vermute, die Journaille schreibt voneinander ab.
    Ohne die geringste Kenntnis, ob richtig, falsch, veraltet, verdunkelziffert oder nicht. Klingt halt immer schön, um dem „gesunden Volkskörper“ zu erzählen, was er für eine hinterhältige, mafiöse, wirtschaftsschädigende, staatsschädigende und steuerflüchtige Schwarz-Gestalt er ist. Die es zu kontrollieren gälte.
    Gerne in Verbindung mit Hartz-4-Geschichten, in Verbindung mit BIP- und Globalisierungsdiskussionen und in Verbindung mit Lohn-und Stückzahl-Milchmädchenrechnungen. Oder generell der Wettbewerbsfähigkeit des „Standorts Deutschland“, der selbstredend immer gefährdet ist. Da darf so eine schöne Zahl nie fehlen.
    .
    Fein finde ich auch immer, dass auch in anderen Bereichen von der Journaille gefühlt schwindelerregende Zahlen aus dem Bundeshaushalt genannt werden ohne Rücksicht auf ihre Proportion zu anderen Bundesetats.

  20. Ich habe mir ein "Pack-set M"...
    Ich habe mir ein „Pack-set M“ an die Wand genagelt (€ 1,99). Wirklich.
    Mit Andrea D. drauf.

  21. Schwarzbrot?...
    Schwarzbrot?

  22. Sophia, die Funktion der...
    Sophia, die Funktion der Volkszählung ist mir schon klar – das Problem hierbei ist jedoch, dass die 100%-Erfassung die Illusion einer höheren Wahrheit erweckt, an der man dann beispielsweise die Ergebnisse des Mikrozensus validieren möchte. Die Vollzählung ist aber genauso mit systematischen Fehlern behaftet wie jede andere Erhebung auch – 100% hin oder her.
    .
    Das eigentliche Problem ist aber natürlich, dass die Qualität der Statistiken fast nie das begrenzende Element der Qualität politischer Entscheidungen darstellt (ich erwähne nur mal die Hartz IV Neuberechnung). Dennoch glauben manche Politiker natürlich, dass bessere statistische Daten automatisch zu besseren Entscheidungen führen.

  23. Vroni, das bedeutet aber doch,...
    Vroni, das bedeutet aber doch, daß zumindest die vierte Macht im Staat nicht sehr mündig ist und sich wie die Kuh am Nasenring ziehen läßt, oder?
    .
    Chris, genau das ist doch mein Mantra: es gibt zuviele Personen (Politiker wie auch andere), die sich blind den Zahlen anvertrauen. Trotz der kritischen Grundhaltung sehe ich aber ein, daß es sinnvoll wäre, den Mikrozensus mal wieder durch eine breitere Datensbasis zu validieren.

  24. Wumbaba@:Schwarzbier,...
    Wumbaba@:Schwarzbier, Schwarzer Block…nein der nicht, Schwarzäuglein ick winke dir. Schwarzbuch versus Weißbuch, Schwarzafrika(?).
    Schwarz ist ja eigentlich keine echte Farbe (hah!: Goethe gegen Newton).
    Derivat:Anschwärzer.
    Nobel; Fürst Schwarzenberg
    Schwarzes Meer, Schwarzmeerflotte, ziemlch angerostet.
    Schwarzkunst: Buchdruckerei, Magick.
    Schwarzpulver : Aus der Mode.
    Schwarzweissfilm:Bunuel, Dick & Doof, Charly Chaplin.

  25. Wumbaba is nix Schwarzkopf....
    Wumbaba is nix Schwarzkopf.

  26. Wumbaba Schwarzwurzel weiß....
    Wumbaba Schwarzwurzel weiß.

  27. Nichts direkt...
    Nichts direkt Neues…….
    Lukas, Jesu Geburt
    2 1 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. 2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. 3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
    Ob genau 100% in Judäa, als Bewertungsgrundlage, erfasst wurden bei diesem Zensus, ist nicht überliefert. Am Nasenring wurden zumindest die Sklaven gezogen.

  28. Wumbaba und Salzstreuer: Black...
    Wumbaba und Salzstreuer: Black Box.
    .
    Plindos, wie das damals wohl erfasst haben? Striche auf Steintafeln?

  29. @Wumbaba
    Aus den Tiefen aber...

    @Wumbaba
    Aus den Tiefen aber steiget
    der weiße Neger Wumbaba?

  30. HansMeier555, wieder was...
    HansMeier555, wieder was gelernt. Gerade durch Ihren Kommentar begriffen, daß man das gugeln sollte. Danke!

  31. Hhm...
    .
    http://wumbaba.com/...

    Hhm…
    .
    http://wumbaba.com/

  32. Striche auf Steintafeln - wohl...
    Striche auf Steintafeln – wohl kaum. Man war schließlich modern.
    „Geschrieben wurde auf Papyrus mit schwarzer und roter Farbe. Die schwarze Farbe bestand aus Ruß und einer Lösung von Gummi arabicum, die rote Farbe wurde auf Ocker-Basis hergestellt. Als Schreibgerät diente ein Pinsel aus Binsen. Im 3. Jahrhundert v. Chr. ersetzten die Griechen den Pinsel durch eine gespaltene Rohrfeder.“

  33. HansMeier555 auch weiß....
    HansMeier555 auch weiß.

  34. Diplomat: sehr pc.
    .
    V, ich...

    Diplomat: sehr pc.
    .
    V, ich habe kurz überlegt: Papyrus, Pergament, Papier? Und war dann zu faul, zu recherchieren. Danke fürs Arbeit abnehmen!

  35. Immer wieder gerne, liebe...
    Immer wieder gerne, liebe Sophia.
    Verfügen Sie bitte über meine Zeit.
    Ihr V

  36. Liebe Sophia,
    ich zitiere aus...

    Liebe Sophia,
    ich zitiere aus einem Kommentar zu dem Artikel „Wehler verteidigt Sarrazin“ von Jürgen Kaube: „Hoffentlich darf bald mal offen über die horrenden Kosten der Migration gesprochen werden, denn von 130 Mrd. Sozialausgaben gehen ca. 40% an Migranten.“
    Sie sitzen doch an der Quelle: Ist das statistisch – zweifelsfrei – belegt?

  37. Ähm, ja. Danke schön,...
    Ähm, ja. Danke schön, Inge.
    Ich möchte Sie diskret auf ein ganz kleines Verständigungsproblem aufmerksam machen. Wann veröffentlich(t)en Sie denn Ihre Aufschlüsselung? Und wo? Lassen Sie es mich bitte wissen, Sie haben mich neugierig gemacht. Ich zappel hier jetzt rum wie ein Dreijähriger, der sein Eis nicht bekommt…

  38. Sophia Amalie Antoinette...
    Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia@:here the evidence: Es funktioniert, Sie müssen den Pudding lediglich in´s Gefrierfach stellen….sobald er steinhart hart ist,
    nehmen Sie eine Bohrmaschine und bohren vorsichtig aber stetig mit einem genügend langen Einsatzbohrer ein Loch durch die Masse. Danach können Sie mit einem zölligen Zimmermannsnagel den Pudding an die Wand nageln. Vorsicht bei zweischaligen Gipswänden. Und bitte nicht eine Elektroleitung treffen. Horrido und gutes Gelingen.

  39. V, meine Faulheit kennt keine...
    V, meine Faulheit kennt keine Grenzen: ich ringe seit seit Wochen mit mir, aber das vernünftig zu machen würde so unendlich viel Zeit kosten – mehr, als ich im Moment habe. Ich denke aber weiter drüber nach, versprochen!
    .
    Salzstreuer, mit Bohrmaschinen kann ich gar nicht. Die schlagen bei mir immer Funken und so – sehr gruselig. Dafür spanne ich männliche Freunde ein.

  40. Werte Frau Infinitesimalia,...
    Werte Frau Infinitesimalia, Licht in die Dunkelziffern zu bringen, ist eine gute Idee. Wenn von Dunkelziffern die Rede ist, munkelt oft das Bauchgefühl, es ist das trügerischste Gebiet der Statistik. Wenn mir jemand Dunkelziffern nennt, frage ich mich immer: cui bono? Leider wird von der Presse so gut wie nie nachgefragt, wie solche Schätzungen überhaupt zustande kamen; dann stünde der Kaiser häufig nackt da.

  41. Observator, nichts gegen den...
    Observator, nichts gegen den Wunsch nach Erkenntnis, aber man sollte eben auch deren Grenzen erkennen. Die Frage nach dem Nutznießer ist sowieso immer sinnvoll, gleich in welchem Zusammenhang.

  42. V,
    da stellen wir uns erst...

    V,
    da stellen wir uns erst einmal ganz dumm und fragen dann, wer denn eigentlich alles migrant sein soll.
    .
    das ist nämlich der knackpunkt, man hat einen begriff und jeder stellt sich was drunter vor, leider nicht jeder das gleiche. angenommen, die volksdeutschen um- und übersiedler aus, beispielsweise rumänien, wären migranten, hätte letztes jahr eine deutsche mit migrantionshintergrund (wer denkt sich solche worte eigentlich aus?) den nobelpreis für literatur erhalten. womit wieder elegant der haken zu kulturwörtlichem geganwartsgeschehen geschlagen ist.
    .
    oder einfacher, viele hören migrant und verstehen türke. die so geschaffene begriffsverwirrung ist nicht der argumentation sondern dem rechthaben förderlich.

  43. auch einer@:Jetzt haben wir...
    auch einer@:Jetzt haben wir nun einen solch schönen Begriff wie „Migrations-hintergrund“ gefunden, und nun Sie, mit Ihren Bedenken machen die schöne Sandburg kaputt! Was du guck? Ich Kanaker, du Köpek! Seit Wien 1683 teilweise irgendwo immer noch in manchen Köpfen türkischer Adolescenten verhaftet. Somit: Vermutlich ist alles viel vertrackter. In den 60iger Jahren gab es in den USA noch Riots, weil Menschen, seit Generationen dort lebend, es wagten als Farbige in den „falschen Bus“ einzusteigen oder Kinder in eine den Weißen vorbehaltene Schule zu schicken. Erst kommt das Vorurteil und lange später erst das Nachurteil.
    Diplomat@: Versuchen Sie mal durch bestimmte Stadtteile z.B. Bonn-Bad-Godesberg-Centrum oder Bonn-Nord in Ihrem Diplomatenanzug zu gehen. Sie würden sich über manche Reaktionen der dort residierenden nunmehrigen Majorität wundern. Einfach Petitionen unterschreiben ist eine billige Angelegenheit, man kann die Menschen und deren Situationen nicht einfach über den Kamm scheren.
    Ich hätte ein probateres Mittel, allen Menschen, gleich welcher Herkunft oder Rasse
    in Deutschland Arbeit verschaffen, das wäre viel menschlicher als mit unproduktiven Transferzahlungen zu operieren. Sie glauben garnicht wie schnell sich die genetische Vererbungsfrage von Inelligenz erledigen würde. Dann würde auch der Ausbruch aus den selbstgewählten Ghettos stattfinden/gelingen.
    (So rabiat muß es ja nicht zugehen: 1796 wurde Frankfurt mal wieder bombardiert, es ging die Judengasse in Trümmern, schlagartig fielen damit auch der Ghettozwang und die Restriktionen denen die Judenschaft seit altersher unterworfen war.)
    Die Menschen sind nämlich viel findiger und intelligenter als ihnen suggeriert wird, wenn man sie denn lässt, sie entwickeln auf einmal sehr fazinierende Lösungen und zwar ohne viel Bürokratismus.
    Ausserdem sollte die Arbeit „preisgünstiger“ werden, nämlich um den Faktor der überhöhten Steuern und der idotisch hohen Renten- und Gesundheitsabgaben reduziert werden. Wieso soll eigentlich jemand mit 75 Jahren nicht noch arbeiten dürfen? Das mussten die Menschen in früheren Zeiten auch, vor allem auf dem Lande.
    ..
    Auf einmal sähen die Statistiken ganz anders aus und eine freiere Luft würde durch das Land wehen.

  44. Ich habe neulich eine...
    Ich habe neulich eine Schweizerin mit Migrationshintergrund getroffen. Die Eltern sind Deutsche. Alles eine Frage der Definition, sehr richtig.

  45. Migrationshintergrund, ich...
    Migrationshintergrund, ich zitiere aus Wikipedia:
    „alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem nach 1949 zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil“
    Wenn also die Nobelpreisträgerin einen Elternteil hat, der nach 1950 nach Schland eingewandert ist, dann wäre sie der Gegenbeweis zum Sarazinen.
    Statistik ist wunderbar, man kann so schön seine dünnen Argumente stärken und Sand für die Augen des Betrachters gibt es gleich mit dazu.

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