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Das Private ist neolithisch

10.11.2010, 10:00 Uhr  ·  In jeder Kultur beinhaltet die Sozialisation Toilettentraining. Das bedeutet nicht, dass es nicht eine riesige Freude sein könnte, einfach laufen zu lassen, das bedeutet zunächst einfach wirklich nur das: In jeder Kultur hat es sich etabliert, dass kleinen Kindern beigebracht wird, Harn- und Stuhldrang so weit zu kontrollieren, dass sie einen geeigneten Ort aufsuchen können.

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In jeder Kultur beinhaltet die Sozialisation Toilettentraining. Das bedeutet nicht, dass es nicht eine riesige Freude sein könnte, einfach laufen zu lassen, das bedeutet zunächst einfach wirklich nur das: In jeder Kultur hat es sich etabliert, dass kleinen Kindern beigebracht wird, Harn- und Stuhldrang so weit zu kontrollieren, dass sie einen geeigneten Ort aufsuchen können. Ebenso wird in jeder Kultur die Kopulation üblicherweise im privaten Rahmen vollzogen. Und jede Kultur kennt die Privatheit des inneren Erlebens.

Der amerikanische Anthropologe Donald Brown eine Liste von „Human Universals“ zusammengestellt, Verhaltensweisen und Begriffe, die es in jeder Kultur gibt. Diese menschlichen Konstanten sind nicht unbedingt gut. Es gibt beispielsweise in jeder Gesellschaft Vergewaltigung, obwohl sie wiederum in jeder Gesellschaft verboten ist. Es ist eben nicht ganz leicht, den Menschen diese Human Universals abzugewöhnen. Die Jakobiner haben es nicht geschafft, die Religion (ebenfalls in ausnahmslos jeder Kultur anzutreffen) auszumerzen – und es bleibt abzuwarten, ob es den Post-Privacy-Propheten gelingen wird, die Privatheit zu beseitigen. Es ist interessant, dass die Debatte um Öffentlichkeit und Privatheit sich in Deutschland ausgerechnet am so langweiligen Thema Google Street View entzündet. Es will mir einfach nicht gelingen, dazu so etwas wie eine Meinung zu entwickeln. Wollte jemand mein Haus fotografieren, so würde ich mal so antworten, mal so. Wollte mir dagegen jemand einreden, meine Privatheit sei eine historische Besonderheit, die mich in Wirklichkeit nur einengt, würde er rasch merken, dass jede Kultur einen Gesichtsausdruck für Ärger kennt, auch meine.

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Eric Schmidt, der CEO von Google hat seinen Standpunkt bereits Ende vergangenen Jahres mit einem Satz verdeutlicht, den auch Mütter gerne sagen, wenn sie ihren Kindern erklären, warum diese ihr Kinderzimmer nicht abschließen dürfen: “If you have something that you don’t want anyone to know, maybe you shouldn’t be doing it in the first place.” Anne Roth, in deren Privatsphäre von Seiten des Staates aufgrund eines absurd fadenscheinigen Terrorismusverdachts gegen ihren Lebensgefährten durch Hausdurchsuchungen, Telefon- und E-Mail-Überwachung brutal eingedrungen wurde, hält die Post-Privacy-Theorie für eine Glaubensrichtung: „Für einen Glauben halte ich das, seit ein weiterer Verfechter, Christian Heller, mir im Frühjahr bei einer Veranstaltung zum Thema erklärte, dass die ganze Post-Privacy-Theorie nicht für das Hier und Jetzt, sondern quasi als Utopie, für nach der Abschaffung der Herrschaftsverhältnisse, gedacht sei.“ (Es ist übrigens sehr komisch und hoffentlich als Scherz beabsichtigt, dass Anne Roth das privat gesprochene Wort Hellers in einer öffentlichen Diskussion über Privatheit gegen ihn verwendet.)

In die gleiche Kerbe schlägt der Leser Brett in den Kommentaren zum Artikel Digitale Zwangsneurosen: ““Alles” ist die Ur-Strategie von Google und gewisser der utopische Antrieb ihrer Gründer. Alle Websiten durchcrawlen und durchsuchbar machen war der Anfang. Alle Bücher einscannen. Alle Bilder auffindbar machen. Die Ganze Welt von oben anschauen. Alle Straßenpläne der Welt. Alle Hotels. Alle Taxistände. Alle Gebäude. Das dann noch am besten durch alle Zeiten, also auch rückwärts bis in die Antike. Alle Anwendungen. Es ist die Tollheit des Wunsches nach Totalität. Da gibt es kein Ruhen.“

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Der von Roth zitierte Christian Heller äußert sich öffentlich in seinem Blog wesentlich zurückhaltender: “Entsteht vielleicht auch ein gesamtgesellschaftliches Bewusstsein dafür, dass man in verschiedenen Kontexten verschiedene Identitäten abgibt? Dass man in dem und dem Beruf jemand anders ist als auf der und der Junggesellenparty? Ein größeres Bekenntnis zum Spielen mit Identitäten, zum Jemand-anders-Sein, zwischen World of Warcraft, Xing und MySpace? “ Interessanterweise war es von jeher akzeptiert, dass Menschen verschiedene Identitäten hatten. Es ist eine zeitgeschichtlich junge Entwicklung (in Richard Sennetts Verfall und Ende des öffentlichen Lebens detailliert nachzulesen), die erst dazu führte, dass jeder jederzeit mit seinem Handeln identisch zu sein hat. Wenn es von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg heute heißt, er glaube nicht an Privatheit und mehr als eine Online-Identität bedeute einen “Mangel an Integrität“, dann ist damit der Höhepunkt dieser Entwicklung erreicht, vermutlich jedoch nicht der Endpunkt. Der von Sennett beschriebene “Terror der Intimität” wird seine volle Wucht erst noch entfalten.

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Vor gar nicht so langer Zeit habe ich mir noch eine erfrischende Wirkung der sich verschiebenden Grenzen des Privaten erhofft: “Die Welt war immer schon voller kleiner Geheimnisse. Viele sind im Verborgenen bestens aufgehoben, anderen tut das Licht der Öffentlichkeit gut, weil der Geheimnisträger von der Last befreit wird, zu glauben, er gehe besonders eigenartigen, ja perversen Leidenschaften nach. Das Bekenntnis zu Abtreibungen auf dem Titel des «Stern» in den siebziger Jahren, das mutige Coming-Out von Homosexuellen, die in der Öffentlichkeit stehen, waren Grenzverschiebungen des Privatlebens in den öffentlichen Raum, die die Gesellschaft haben freier werden lassen. Das öffentliche Bekenntnis der Jugend, sich am Wochenende zu betrinken, vielleicht sogar gigantische Joints zu bauen, im Urlaub Peinlichkeiten zu begehen, schlechte Witze zu machen – letztlich: jung zu sein – hat möglicherweise nicht die gleiche Güte. Aber sie könnte, wenn die Jungen von heute selber Eltern werden, ein guter Schutz vor Bigotterie sein.” Nun ist aber längst üblich geworden, sein Online-Profil so ausführlich zu polieren, dass man jederzeit mit den Google-Suchergebnissen zu seinem Namen in ein Bewerbungsgespräch ziehen könnte. Der Trend geht zur totalen Reinheit. Wer würde schon in einem Fetisch-Forum unter Klarnamen posten? Und wäre das tatsächlich wünschenswert? Am Ende ist das Private so rein wie eine Fußgängerzone.

 

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (29)
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0 babyschimmerlos 10.11.2010, 12:44 Uhr

Ich heisse nicht B.Maier oder...

Ich heisse nicht B.Maier oder Frickel pder irgendwas mit Kreuzchen und ordentlich Weihrauch im Schaedel. ich beteilige mich auch nicht an Pyramidenspielchen ubnd ich den organisierten Gesichtsverlust Karneval ebenso ein Nogo wie jede Form von Identitaetsfaelschung und wenn sie durch die schwangere Jungfrau persoenlich erfolgt. Zur Sozialisation gehoert sicher nicht fremden Schutzbefohlenen in die Eier zu greifen oder jedes KUCKUCKSEI welches dazu dient herauszufinden woher eine kriminelle Schweinerei kam auch abzudrucken, Recherche ist harte Arbeit. Und die Lesben mit Kind Sekte aka. Kirche ist voller krimineller Schaeue - nicht umsonst wird der Begriff laesst sich der Begriff Taufe mit etwas kindlicher Phantasie als BRAINWASH uebersetzen.

0 pOpelkrieg Eins 10.11.2010, 12:53 Uhr

"Sieie haben die Kinder aus...

"Sieie haben die Kinder aus den Inkubatoren gerissen" wahrscheinlich weil sie selber keine Eier hatten aber heilige Jungfrauumutti aber mit Kind spielen wollten - auch eine Form von Kinderhandel und schwerem Missbrauch nur eben nicht so wie sich das die Kifferfraktion rings um den Cvjm das vorstellt.

0 korrupterichterInnen in den Knast 10.11.2010, 13:06 Uhr

Es ist schon l'ngst wieder...

Es ist schon l'ngst wieder soweit dass die Presse ueberwacht wird. Dank Telekom Sun und aehnlichen. Themen wie Schutzgelderpressung - jedes Virenscanner Zwangsabo ist eine werden gar nicht merh behandelt. Dass man als Privatwirtschaftler mehrere Leitungen unterhalten muss weil die Teleroty und ihre Reseller gany gerne mal Standleiungen abschaltet um an fremdes Geschaeft zu kommen als hiesse man Tenovis ist das eine. Das kriminelle Pyramidensystemspielerchen versuhen den produkten von EWG Konkurreny ueber notarielle wie gerichtliche Zulassungshemnisse NAZI-gebietsschutz yu verschaffen jnd das von den Beh;rden auch noch gefoerdert wird indem gegen bandenkriminalitaei einfach nicht ermittelt wird ist - Strafanzeige mit benennung des Taetersinklusive schriftlichem schuldeingestaendnis dessen Anwalts fuehrt zur schriftlichen Nachricht das Verfahren sei eingestellet mit den worten ein Taeter konnte nicht ermittelt werden Riesensauerei. Telekomiker: *Datenbank voller Protokolle vorhanden

0 NicanderAvonSaage 10.11.2010, 13:07 Uhr

Noch ein Scheibchen Toast?...

Noch ein Scheibchen Toast?

Das Zitat von Sennett finde...

Das Zitat von Sennett finde ich treffend. Er scheint nach einiger Zeit wieder schwer in Mode zu kommen (wenngleich ich Ihnen diesen Zusammenhang gar nicht unterstellen möchte). Es fiel mir nur auf, weil ich just diese Woche schon zwei andere Zitate von ihm in verschiedenen Beiträgen gelesen hatte.

0 KassenMuh 10.11.2010, 13:41 Uhr

So, jetzt hab ich mal das...

So, jetzt hab ich mal das Standardlayout auf US/DE bei cp437 umgestellt. Unser 2001er Klassentreffen hatte das Motto "Milieukiminelle-maskenball" das erinnert mich an meine politisch aktive Zeit als mcih die Politikersöhnchen immer unbedingt ins Bahnhofsviertel schleifen wollten., In deren katholischem selbstverständnis hat firmiereUNG auch was mit Identitätsfälschung in Wirtschaftsregistern zu tun und eine Geschäftspartnerschaft mit Ostern (Eierraten). wohlgemärkt der ABORT (oder wie nennt sichso ne rotten Geschäftstselle das dortgien Regisgerichtes) Was mich am meisten ärgert ist diese Sache mit der erpresserischen Zwangsmissionierung, dem "bazhlen" von Kindern für Verträge mit Glaubensgemeinschaften die sie nachher auf dem Kirchensteuerwege zigfach zurückzahlen sowie der Irrglaube Alleinerziehend mit Kind sei Standard (das sind diejenigen die asthamtikern das rauchen beibringen lassen) und die Lesebn bekämen die Kinder vom Pfaffen GESCHENKT. Da wundert es niemanden, wenn (In Vono veritas) so einige mit Trunhallenabschluss (the Gymn) auf die Idee kommen mit dem Ammenmärchen Inzest-Papst gev*gelt zu haben.

0 colorcraze 10.11.2010, 18:43 Uhr

@Nicander: ich fürchte, Toast...

@Nicander: ich fürchte, Toast wird nicht reichen. - Alles Datensammeln strebt zunächst mal Vollständigkeit an, das ist quasi die natürliche Wuchsrichtung. Erst mit Erfahrung und institutionellen Zweifeln wird dieses naive Ziel aufgegeben - naiv, weil Vollständigkeit ohnehin nie erreicht werden kann. Der Umfang einer Datensammlung ist auf alle Fälle eine Qualität, aber eben nicht die einzige, auf die es ankommt.

0 Anne Roth 10.11.2010, 19:04 Uhr

"Es ist übrigens sehr komisch...

"Es ist übrigens sehr komisch und hoffentlich als Scherz beabsichtigt, dass Anne Roth das privat gesprochene Wort Hellers in einer öffentlichen Diskussion über Privatheit gegen ihn verwendet." Kein Scherz, aber auch nicht so skandalös: Wir saßen nämlich beide auf dem Podium und all das fand vor Publikum statt, wurde sogar ins Netz gestreamt beim Mediatuesday der taz zum Thema "Mein Profil gehört mir". Leider hat die Video-Plattform zugemacht, bei der die taz dies untergebracht hatte, sonst wäre es jetzt noch online.

@korrupterichterInnen in den...

@korrupterichterInnen in den Knast vielleicht besser hier posten: http://faz-community.faz.net/blogs/sicherheit/archive/2010/09/27/trollwiese.aspx

0 Saustall-Klaeriker 11.11.2010, 02:59 Uhr

"Scheisse im Umkreis von...

"Scheisse im Umkreis von Daechern ..." rezitiert wohl ein Flugblatt gegen eine geplante Klärschlammtrockunungsanlage des Umlandverbandes Frankfurt. Ist es da nicht ausserordentlich passend das Zeitgleich in der direkten Nachbarschaft ein Verfahren wegen der erforderlich gewordenen Neuverlegung von Abwasserrohren durch eine Kanzlei vertreten wurde die seit gewissen Vorkomnissn in einer österreichischen Gemeinde einen etwas Inzestiösen Beiklang hat. Ganz abgesehen von von dem zweiten Verfahren mit Räumnung was da lief . Bei der FAZ darf ich es schreiben weil ich da nicht Mitherausgeber bin und zudem auch nicht mehr politisch aktiv.

Die Trollsammlungen können...

Die Trollsammlungen können Sie sich woanders anschauen. Hier geht es um Information an die FAZ. Oder würden sie es nicht als AFFRONT empfinden wenn man Sie Faschingsdienstag 07 deshalb mehrstünmdig der Freiheit beraubt weil die angeblcihe Richterin (nebst dem nicht in Verzeichnissen der RAKammer aufgelisteten verteidigers) anscheinend das christliche Bulemiefeieren (erst überfressen, dann diäten) ernster nimmt als ihre Amtsgeschäfte und der Richter der jetzt verhandelt auf genau diesen Hinweis hin die sache mal schnell auf den 11.11. verschiebt? AZ 3 Zs 1795/08 Generalstaatsanwalt am OLG Frankfurt/Main (untätig wie üblich).

0 JuengsteGeruchtsBarkeit 11.11.2010, 03:32 Uhr

Die Debatte (keine Sauerein in...

Die Debatte (keine Sauerein in die Bank) wurde nachweislich schon 1998 angestossen. B.C. -> Also als Bill Clinton den Medien nach noch im Eierbüro saß. Und mein Bruder noch nicht durch Kontakt mit diesen JesusUnionfreaks auch nur Marihuana inhaliert hatte. Was Erpressung ist ist ihnen vielleicht klar, was Pressearbeit im Sinne von kritischem Journalismus ist, davon sind sie "Schimmerlos". Clinton, Volkerts, Hartz, ... alles nur zufällige Opfer oder stecken da Intrigante (wie sich ein Redaktionskolleg ausdrückte) "Kampflesebn" der Allleinerziehenden Jungfaruen mit Kind Kirche dahinter. Das galt es herauszufinden. Und was die Gerichtsbarkeit und die Ermittlungsbehörden hier in FFM angeht, als verantwortlicher würde ich den Polizeihut an den Nagel hängen. und das gilt auch für so einige Arbeistbeschaffungsmaßnahmen (Scheidungsfolgeklostenfianzierung durch BAFÖG Beschiss bei Schaffung von Studi-Kitas aber mit Genossenschaftsmandat) im Frankfurter Römer. Aber auch das ist prior art. Richtig ekelhaft wird es wenn Gerichte nicht arbeiten. Oder sie bei strafanzeige in Richtung Sekte am nächsten Tag den Sektenflyer im Briefkasten haben. Von denjenigen die Aussagen könnten haben zwei ihre statitische Lebenserwartung deutlichst unterschritten., So sieht das aus.

Das Sammeln, ach ja. Die Stasi...

Das Sammeln, ach ja. Die Stasi hatte ja auch sowas versucht. . Aber zurück ins Private: Auch ich hab's versucht möglichst komplett zu sammeln: Alle Micky-Maus-Hefte, die gesamte Geschichte des Jazz auf Platten, alle Agatha Christie, alle Hesse-Bücher, etc. pp. In einigen Fällen hatte ich's wirklich vollständig. Und dann? Große Langeweile. Das Interesse ist weg. Und: das Zeug nimmt wahnsinnig viel Platz (auch für Neues) weg. Bei jedem Umzug ist's lästig. Lösung: Nach einer gewissen Zeit einfach verkauft (und gemerkt, dass man solch Sammlung inzwischen zu einem Hundertstel des Preises beim 2001-Versand bekommt), oder gar weggeworfen (Hesse, Christie, etc), weil niemand sonst Interesse daran hatte oder gar etwas dafür zahlen wollte. . Ich bin zuversichtlich, dass die Google-Krake und Konsorten das gleiche Schicksal haben werden wie die Stasi oder wie meine Sammlungen.

0 heidelpaul 11.11.2010, 10:28 Uhr

Es gibt hunderte von "Paul...

Es gibt hunderte von "Paul Rabe" in Facebook. Wer ist derjenige der hier grade schreibt ? Es mag für einen Marc Zuckerberg frustrierend sein, festzustellen, daß sein Geschäftsmodell "Ich weis alle über jeden Konsumenten" grade mit der wachsenden Zahl der Daten sich wieder selber auflöst. Niemand kann heute den Datenbanken dadurch entgehen, daß er probiert seine Daten zurück zu halten. Das ist in einer modernen Welt vollkommen unmöglich, ständig hinterlassen wir einen Datenstrom. Aber es ist ein Leichtes durch FÄLSCHUNG von Daten seine wahren Daten so zu verschleiern, daß die Zuckerbergs dieser Welt mit ihren Datensammlungen nichts mehr anfangen können. Wenn Paul Rabe hunderte male in Facebook auftaucht, wenn er gleichzeitig katholisch, evangelisch, muslimisch und ungläubig ist. Wenn Paul Rabe gleichzeitig ein Säugling und ein Greis ist. Wer ist dann Paul Rabe ??

0 Stefan Sakowitz 11.11.2010, 10:45 Uhr

Gruezi, Erst einmal mein...

Gruezi, Erst einmal mein Kompliment zu Ihren gelungenen Texten. Vielleicht taeten wir uns leichter, wenn wir vor Beginn der Diskussion ueber die >Beendung der Privatheit< den Grundbegriff klaeren. >Privat< von privare hat eine leicht widerspruechliche Bedeutung. >Privare< bedeutet befreien, was gerade den google- und facebook-Generalen aus den US, wo der Gefreite ein >private< ist, bekannt sein muesste. >Privat< bedeutet aber auch die Befreiung von oeffent- lichen Pflichten. Die recht optimistische Begruendung der Internet-Exhibitoren ist nun, den globalen Untertanen von seiner Ungehoertheit und seiner Machtlosigkeit zu befreien. Verloren geht dabei, m.E., dass die Befreiung des Individuumes nicht gegen seinen eigenen Willen erzwungen werden kann. Nach den gaengigen Erkenntnissen zu Datenfluten (Stasi) oder Identitaetsdiebstahl und -verleugnung (Karneval!), koennen wir aber auch berechtigterweise darauf hoffen, dass die ungeordneten oder spaeter teilgeordneten Datenlabyrinthe von google und facebook in absehbarer Zeit voellig unglaubwuerdig und wertlos sein koennten.

0 colorcraze 11.11.2010, 11:33 Uhr

@S.Sakowitz ("unglaubwürdig...

@S.Sakowitz ("unglaubwürdig und wertlos"): ja, das halte ich für den natürlichen Weg, da jede Datensammlung veraltet und verlottert, wenn sie nicht ständig gepflegt (aktualisiert) wird. Google Suchmaschine wird es vermutlich auch in 10, 20 Jahren noch so geben wie heute, da die die Grundidee der Suchmaschine einfach am funktionalsten und besten verwirklicht haben. Ob aus den Experimenten drumherum was wird, wird man sehen, im wesentlichen ist es bis jetzt verschenktes Geld zur Freud des Nutzers. Vielleicht fällt ihnen aber noch ein ebenso monopolisierbares Geschäftsmodell wie bei den Suchmaschinen ein, dann können sie damit auch noch Geld machen. Facebook wird vermutlich verlottern und dann eine Weile siechen wie so viele Webseiten vorher und nachher. Ich sehe das als Jugendlichenhype, ich glaube nicht, daß seine Durchdringungskraft weit über eine bestimmte Generation hinausgeht. Die Schwierigkeit ist in der Tat das langfristige Erhalten und Aktuellhalten von Datensammlungen; Hypes die kommen und gehen gab und gibt es immer wieder. - Wenn Sie sagen "befreien", fällt mir zunächst die Unterscheidung "von" und "für" ein. Der von allem befreite Mensch ist ja der nackte, bloße, einsame, eelende, hungernde Mensch. Weswegen ich sehr für eine Befreiung _für_ etwas bin, die freiwillig auf sich genommene Verpflichtungen mit einschließt. Solche Verpflichtetheiten spielen in der Öffentlichkeit eine Rolle; eine davon ist, eine halbwegs zurechenbare Identität zu zeigen. Das Gegenteil davon ist eben KKarneval, also die nicht zurechenbare Maske. Dies funktioniert nicht sonderlich gut als Alltagsbasis, weshalb der Karneval immer eingegrenzt wird.

0 Sonja Trebanek 11.11.2010, 12:19 Uhr

Beispielsweise gab es während...

Beispielsweise gab es während der 68er Kulturrevolution jene Einrichtung die sich "Kinderladen" nannte und mit ausgehänten Toilettentüren daher kam. Die Kommune1 der Vondepark in Amsterdam. Es gibt sogar verweise die historisch zurückgehen auf die "Nudistenbewegung" als Reaktion auf die Industrialisierung. Also neu und post - das ist "Buzz" - am Ende landet man immer wieder bei verhüllen oder nicht verhüllen. Da kann man dann bein Kopftuch anfangen und hört beim Lendenschurz auf - im Endeffekt sehen wir wie die totale Kommerzialisierung von allem und jedem voranschreitet, für mich nur ein Beweis mehr wie harmlos und verträumt die 68er Kulturrevolution war. Alles aber auch Alles was diese Leute so wichtig fanden kann problemlos vermarktet werden, und hat im Nachgang geradezu die Kommerzialisierung von allem, auch des Intimsten, ermöglicht. Adorno hat den Grundfehler, trotz seiner Nähe zu 68, richtig gesehen, es gibt eben kein richtiges Leben im Falschen und wer es dennoch probiert, der findet sich spätestens eine Generation später an der Börse wieder.

Wer nichts zu verbergen hat,...

Wer nichts zu verbergen hat, ist ein Vollidiot . Solange es Leute bzw. gesellschaftliche Institutionen (gewisse Ämter von Staat oder Kommune) gibt, die da Informationen zu deinem Nachteil zusammenschnüffeln, gibt es mehr als einen Grund, ihnen das nicht all zu leicht zu machen. Ich hoffe nicht, dass ich das all zu detailliert hier erklären muss, denn das könnte mir schon zum Nachteil gereichen. Alles O.K.? Alles andere, also inwieweit ich noch ein Privatleben habe, ist daneben nur von sekundärer Bedeutung, denn darum geht es nicht wirklich. Schon lange nicht mehr. . Hey Leute, wann wollt ihr das begreifen? Wir leben immer noch in einer Klassengesellschaft. Und was für eine. Jürgen Roth spricht von einer „Gangsterwirtschaft“, und er kann das auch gut belegen. Und die Rede ist hier nicht von dem kleinen Gangster, der dir vielleicht über den Balkon ins Haus steigt. Auch das wird natürlich dadurch erleichtert. Nein, es geht um das Kapital, das ganz große, das sich zunehmend zu einer kriminellen Vereinigung entwickelt. Und es geht um den Staat, der das „Vereinsrecht“ dazu geschaffen hat. . Und wer sich angesichts dessen hinstellt und sagt, dass er nicht zu verbergen hätte, ist ein Vollidiot, wenn nicht gar ein gefährlicher Irre. Ein nützlicher Idiot dieser Gesellschaft, aber auf jeden Fall.

Hallo Devin! Schoene klare...

Hallo Devin! Schoene klare Worte.

Wo sich Dünkel und Dummheit...

Wo sich Dünkel und Dummheit die Hand reichen . @Filou: Wo die Reaktion dreister http://blog.herold-binsack.eu/?p=1219 wird, da greift auch die Zensur schärfer http://blog.herold-binsack.eu/?p=1201, denn es geht der Bourgeoisie offensichtlich ums Ganze http://blog.herold-binsack.eu/?p=1218. Und während der Kleinbürger sich in seine Schlupfwinkel verzieht, da darf die Revolutionäre Linke an Klarheit nichts mehr zu wünschen übrig lassen http://blog.herold-binsack.eu/?p=1216, denn auch ihr geht es immer ums Ganze. Die Massen müssen wissen, woran sie sind. Sie dürfen, ja sie müssen, sich entscheiden: Hier Revolution da Konterrevolution. . Mut und der Wille zum Handeln sind allerdings Eigenschaften, die man nur im Kampf erlernt. Das geht nicht als theoretischer Diskurs. Und daher muss auch die Theorie praktischer werden, Konsequenzen einfordernder. Verbindlicher! Aber sie darf an ihrer selbstkritischen Tiefe http://blog.herold-binsack.eu/?p=1202 nichts einbüßen, sonst wird aus der Initiative ein opportunistisches Abtasten http://blog.herold-binsack.eu/?p=1218, ein kleinbürgerlicher Putschversuch http://blog.herold-binsack.eu/?p=1201 , eine politische Intrige oder gar staatlich gelenkte Provokation http://blog.herold-binsack.eu/?p=1127 eben, bestenfalls eine Palastrevolte, also das kecke Aufbegehren von Teilen der Privilegierten http://blog.herold-binsack.eu/?p=1012 selbst, ein reaktionäres (Ablenkungs-)Manöver oder Abenteuer. . Die Nach-Sarrazin-Epoche hat begonnen. Die Welt, zumindest in Deutschland, ist nicht mehr dieselbe. Wenn auch der Dünkel und die Dummheit sich immer noch die Hand reichen: http://blog.herold-binsack.eu/?p=1207.

0 Sonja Trebanek 12.11.2010, 10:06 Uhr

@Devin08 Worte klingen sehr...

@Devin08 Worte klingen sehr radikal - allerdings ist eine der wichtigsten Erfahrungen vergangener Klassenkämpfe, dass sie ohne eine überzeugende Theorie - sowohl des praktischen Handelns wie auch der Analyse kaum mehr sind als der Schaum vor dem Munde. Insofen wäre ich höchst interessiert an überzeugenden Konzepten, vielleicht zum Beispiel zum Verhältnis von Partei und Klasse, oder sagen wir Administration und Blogger ;).

0 InterPunkt.Ion 12.11.2010, 10:47 Uhr

Interpunktion und...

Interpunktion und Rechtschreibung sind ein Gut, welches es zu erhalten lohnt.

0 NicanderAvonSaage 12.11.2010, 10:51 Uhr

Sind sie nicht sogar Güter?...

Sind sie nicht sogar Güter?

0 Sonja Trebanek 12.11.2010, 18:53 Uhr

Es ist die Brechtschreibung...

Es ist die Brechtschreibung und keineswegs die bourgeoise Rechtschreibung, die es zu erhalten und beständig vortzuentwickeln gilt.

Was Tun? Ist nicht...

Was Tun? Ist nicht überholt! . @Trebanek: Wo Sie Recht haben, da haben Sie Recht. Aber lesen Sie meinen Weblog! Und auch was das Thema angeht, da liegen Sie voll richtig. Partei und Klasse ist nachwievor die zentrale Frage. Allerdings muss die Theorie nicht komplett neu geschrieben werden. „Was Tun? von Lenin, ist für mich nicht überholt. Die Besondere Frage heute wäre aber das Verhältnis der Intelligenz zur Klasse. Woher kommt sie? Wie bildet sie sich? Und wie muss unterschieden werden zwischen den von Marx erwähnte „Bildungselementen“, die der Arbeiterklasse ständig zugeführt werden, und die das Bild der Klasse nach außen verändern (wären das heute vielleicht die IT-Proletarier, die „Prekarier“, oder gehören die weiterhin zur kleinbürgerlichen Intelligenz?) und der Parteiintelligenz, der „Arbeiterintelligenz“ im engeren Sinne, der Intelligenz, die das Proletariat nur innerhalb der Partei herausbildet, und die das Bild der Partei im Innern prägt? . Von der Beantwortung dieser Frage hängt ab, ob wir noch ein Revolutionäres Subjekt zustande bringen, oder ob wir die „Krise des Subjekts“ gerade erleben, wie Robert Kurz das meint. Gibt es noch ein Revolutionäres Subjekt, das der Arbeiterklasse, oder gibt es keines mehr? Und das bedeutet auch: ist der Klassenkampf noch ein revolutionärer, einer der den Sozialismus erkämpft, oder ein Abwehrkampf einer eigentlich schon obsoleten Klasse? . Diese Frage lässt sich nur grundsätzlich, das heißt aus dem dialektischen Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit heraus, dennoch konkret beantworten. Als Arbeitsthese würde ich folgendes sagen: Ist das Kapital an seine innere Grenze gestoßen, dann wäre das auch das Proletariat. Ist das nicht der Fall, dann ist auch das Proletariat nach wie vor die Klasse, die das Kapital zu Fall bringen muss, um zu leben. Alleine fällt es nicht. Es geht um Sieg oder Untergang – auf beiden Seiten. . Die Krise des Proletariats ist überhaupt nichts anderes als Produkt des Fehlens der Partei. Ohne diese Partei unterscheidet sich diese Klasse in keinem Punkt von den anderen lohnarbeitenden Schichten und Elementen, resp. den kleinbürgerlichen. Objektiv revolutionär ist das Proletariat nur, wenn es subjektiv dazu befähigt wird. . Das nicht (mehr) erkennen zu können, oder wollen, spricht allerdings mehr für eine Krise der Intelligenz, der sog. revolutionären Intelligenz, der eben nach wie vor hauptsächlich kleinbürgerlichen Intelligenz als der des Proletariats. Und das fällt zusammen mit dem Bestreben des Kleinbürgertums die bürgerliche Demokratie, die per definitionem immer eine kleinbürgerliche war, abzuschaffen. . Auch der Pseudosozialismus in der DDR war nichts anderes als eine Diktatur eines zur Bourgeoisie avancierten Kleinbürgertums. Nach der deutschen Wiedervereinigung steht die bürgerliche Diktatur in ganz Deutschland auf der Tagesordnung. Und es kommt nicht ungefähr, dass sich die westliche Bourgeoisie da kräftig aus dem Erfahrungsschatz seiner kleinbürgerlichen Schwestern bedient. In dieser Hinsicht haben die Konservativen sogar recht, wenn sie von einer Kopie der Stasidiktatur reden, wenn sie die Merkel angreifen, nur wissen sie halt nicht, wovon sie wirklich reden, nämlich von der Diktatur ihrer Klasse. . Der Klassenkampf wendet sich daher auch zunehmend gegen das, was „Die Linke“ zum Teil repräsentiert, zumindest in den Teilen, in denen sie die Repräsentanten dieser Stasidiktatur bleiben. . Der Klassencharakter dieser Partei schwebt zwischen einer arbeiteraristokratischen alten westlichen Zuschnitts und einer neuen kleinbürgerlichen aus der alten „neuen Bourgeoise“ der ehemaligen DDR. Innerhalb dieser Partei spiegelt sich damit die Krise der bürgerlichen Demokratie 1 zu 1 wider. Die Bourgeoisie strebt danach, das sich reaktionär radikalisierende Kleinbürgertum an sich enger zu binden. Es benötigt dieses für seine konterrevolutionären Putschpläne. . Der Ausgang dieses Manövers hängt im Wesentlichen davon ab, ob es dem Proletariat gelingt, diese sich radikalisierenden Kleinbürger diesbezüglich zu neutralisieren, teilweise auf seine Seite zu ziehen (Stichwort: Prekariatsdebatte). Und auch dafür benötigt die Klasse unbedingt die Partei. Die Reste der Arbeiteraristokratie, die innerhalb der Linken noch gebunden sind (innerhalb der SPD kann man nicht ernsthaft noch von solchen Elementen reden), sind als Agenten der Bourgeoisie innerhalb der Masse der Arbeiterklasse eigentlich schon obsolet. Ihr sinkender Masseneinfluss zeigt sich am deutlichsten am Zerfall der SPD. . Die Partei, die sich da zu gründen hätte, darf sich nicht auf diese reaktionären oder gar schon obsoleten Elemente der Vergangenheit stützen, sondern ausschließlich auf die aufstrebenden und vor allem gebildeteren Elemente der Klasse, solchen, die sich aus der Veränderung der Produktionssphäre heraus noch als Klasse des Proletariats definieren lassen. . Es kommt nicht darauf an, wie groß diese Klasse ist und die Partei, die sie repräsentiert und führt, sondern auf die Qualität. Das Profil einer Klasse wird von denen gestaltet, die für sich erkennen, dass Qualität ihren Preis, hohe notwendige Bildung, ihren „Lohn“ erheischt, und das macht „klassenbewusst“. Allerdings nicht spontan, aber dazu weiter unten. Die Teile der Klasse, auch und gerade im Industriesektor, die das begreifen, sind die wichtigsten, sind die neue „Avantgarde“. Das werden in Zukunft vor allem die Bereiche der Chemieindustrie, bzw. auch der Biotechnologie sein, von deren Entwicklung die Zukunft der Menschheit und damit auch der Klassenkämpfe abhängen wird. Im Kern sind das Bereiche, die ohne Computertechnologie und teilweise wissenschaftlich-technische Bildung und Ausbildung nicht mehr denkbar sind, auch und gerade im Bereich der produktiven Lohnarbeit. . Im Kampf um diese Elemente, d.h. um die Köpfe dieser Elemente, geht es ganz konkret gegen den Einfluss der Arbeiteraristokratie, der dort besonders groß ist. In dieser Hinsicht ist die Arbeiteraristokratie und eben nicht das Kleinbürgertum nach wie vor der ideologische Hauptgegner, ist die Arbeiteraristokratie nicht obsolet. Die Partei formiert sich daher immer noch im Kampf gegen den Reformismus und Revisionismus innerhalb eben der Klasse. Ein ideologischer Einfluss, der wohl „von außen“ (vom Bürgertum) kommt, doch definitiv sich aus dem chauvinistischen Potential einer Avantgarde rekrutiert. . Der Kampf gegen den kleinbürgerlichen Einfluss spielt nur da eine entscheidende Rolle, wo sich Teile der revolutionären Intelligenz hieraus entwickeln, nämlich sich proletarisches Klassenbewusstsein erarbeiten müssen. Doch bleibt dies sekundär. Wo diese Hauptkampflinien vertauscht werden wird die Partei revisionistisch. Diese Erfahrung hat die gesamte kommunistische Weltbewegung jetzt mehrfach gemacht.

@Nicander A. von Saage deus es...

@Nicander A. von Saage deus es machina, blog für Fäkalsprache, Verunglimpfungen und Verleumdungen; umsonst aber vergebens; schade, Ihr Beitrag hätte besseres verdient!

@Tiberiat: „Fäkalsprache,...

@Tiberiat: „Fäkalsprache, Verunglimpfungen und Verleumdungen“? Habe ich was überlesen?

devin08 für den Anfang lesen...

devin08 für den Anfang lesen Sie mal babyschimmerlos, erster Blogeintrag; danach geht's munter weiter; aber wir beschäftigen uns ja mit Historie, die Karawane zog schon weiter ;-)

„Flexible...

„Flexible Ökonomie“ @Triberiat/Trebanek: Oh, die ersten 3 Beiträge hatte ich gar nicht gelesen, wegen der vielen „Flüchtigkeitsfehler“, das ging mir auf die Nerven. Interessant finde ich den Hinweis von Trebanek bzgl. des Kommerzes um all dessen. Diese Kritik fordert geradezu die Beschäftigung mit dessen was man auch „Subjekt“ nennt heraus. Gerade zu passend auch zu dem, was ich in meinem „Philosophus Mansisses“, http://blog.herold-binsack.eu/?page_id=7, geschrieben habe - Stichworte Nihilismus versus Revolutionäres Subjekt -, finde da auch Interessantes in einem Interview mit Slavoij Zizek, wo er als Antwort auf die „flexiblen Ökonomie“ eines spät gewordenen Kapitalismus das „hysterische Subjekt“ rehabilitiert. Und keine Frage, das o.g. Gestammel samt seiner Fäkalsprache, dürfte wohl das gewesen sein, worauf Zizek rekurrierte: . „In diesem Sinn ist Perversion keineswegs subversiv, und der erste Schritt in Richtung Subversion ist exakt der, den hysterischen Zweifel neu einzuführen. Ich denke, daß die sozialen Beziehungen heute multiple Identitäten voll anerkennen können. Das ideale Subjekt ist heute bisexuell: Ich habe Spaß mit Männern, Spaß mit Frauen, alles ist möglich und nichts davon ist subversiv. Ich denke nicht, daß die perverse Strategie, sich die schlimmsten Perversionen auszudenken, um an den Punkt zu gelangen, an dem das System es nicht mehr ertragen kann, Sinn macht. Ich denke das ist politisch falsch und es funktioniert auch nicht. Wenn man sich etwa das Kunstsystem ansieht: Dort werden perverse Transgressionen direkt vom Establishment organisiert, um den Markt am Laufen zu halten.“ . Ich empfehle die ganze Lektüre dieses Interviews, http://www.heise.de/tp/r4/artikel/2/2491/1.html, wie im Übrigen auch sein Buch: Die Parallaxe