Home
Deus ex Machina

Deus ex Machina

Über Gott und die WWWelt

Er/sie/es beißt nicht – der "neue Feminismus" im Netz

| 37 Lesermeinungen

Anstatt sich relevanten geschlechterpolitischen Themen zu widmen, biss sich eine inhaltsarme Debatte an den Kontrahentinnen Schröder und Schwarzer die Zähne aus. Das hat den Begriff des Feminismus nicht verbraucht. Im Gegenteil: der "Feminismus 2.0" beginnt in diesem Moment.

Bild zu: Er/sie/es beißt nicht - der "neue Feminismus" im Netz

Nun hat es auch den Feminismus erwischt: der Begriff mauserte sich binnen weniger Stunden zu einem „Netzthema“, das aus den Nischen der feministischen Blogs heraus auf allen Nachrichtenseiten, in die viel gelesenen Kunterbunt-Blogs, quer durch die Timelines in sozialen Netzwerken und wieder zurück auf die Websites von Zeitungen gelangte. Wie aus dem Nichts platz so ein Netzthema in den Nachrichtenstrom des Internets und schwebt in Gestalt einer Seifenblase – glitzernd und bunt, doch verurteilt zum Tode und inhaltsleer – durch die Zeit. Denn Netzthemen sind so schnell vergessen wie sie getwittert werden, und durch die große Aufmerksamkeit die sie von allen Seiten erhalten, da im Internet jeder für alles Experte sein kann, verliert das Niveau der Diskussionen rapide an Höhe und entfernt sich vom eigentlichen Kern der Sache; in diesem Falle von allem historischen, gesellschaftlichen und politischen Gehalt, der hinter dem Begriff des Feminismus stattliche Bibliotheken füllt.

Nach der ARD-Themenwoche Ernährung gab eine Vorabmeldung zu einem größeren Spiegel-Interview mit der CDU-Ministerin Kristina Schröder den Startschuss für eine medienübergreifende „Themenwoche Feminismus“, die rasch in die Themenwoche „Schwarzer/Schröder“ umschlug. Hätte man nur den ersten Teil des ersten Satzes der ersten Spiegel-Online-Meldung gelesen und verarbeitet, anstatt die Überschrift „Ministerin Schröder rechnet mit dem Feminismus ab“ hundertfach zu twittern, hätte die Debatte ganz anders aussehen können. Dieser erste Satzteil lautet nämlich: „Familienministerin Kristina Schröder schärft ihr konservatives Profil“. An dieser Stelle hätte auch Alice Schwarzer entspannt ihre Lesebrille absetzen können und sich wieder dem Herbstwetter und dem Wettermann-Prozess zuwenden können. Doch bei der Emma-Herausgeberin löst die Verwendung des Wortes Feminismus einen Beißreflex aus, der keinesfalls dem Zwecke dient, die Bewegung weiterzutragen und ihn fortzuentwickeln, sondern bei dem es Deutungshoheit und Machterhalt geht.

Bild zu: Er/sie/es beißt nicht - der "neue Feminismus" im Netz

Nun hätte eine kritische Medien- und Netzöffentlichkeit mit Kristina Schröders Spiegel-Interview als Ausgangspunkt anfangen können zu debattieren, was ein stark konservatives Werteverständnis, wie Kristina Schröder es in dem Interview deutlich vertritt, für die Aufgabenbereiche ihres Ministeriums, und somit politisch und gesellschaftlich bedeutet. Doch das Aufeinandertreffen zweier weiblicher Kontrahenten scheint, selbst wenn sie nur über offene, digitale Briefe miteinander in den Disput gehen, Sinn und Verstand der Kommentierenden so zu vernebeln, wie man es der Macht des Weiblichen in anderen Kontexten nachsagt. Aufmerksame Medien-Beobachter_innen wissen, dass es nur eine Frage kurzer Zeit ist, bis das sexistische Bingo ertönt: Zickenkrieg! Zeitungsberichten zufolge ist es bereits der zweite Krieg zweier Zicklein, in den Kristina Schröder verwickelt ist. Ihre Vorgängerin Ursula von der Leyen und die junge Ministerin wurden im August in einem solchen Vorgang ertappt und als „zankede Schwestern“ beschrieben. Metaphern von im Sandkasten balgenden männlichen Polit-Kollegen sind bis dato nicht überliefert. Doch verfolgt man die Auseinandersetzung von Schröder und Schwarzer im Wortlaut, trifft diese Umschreibung den Gehalt und die Manier des Schlagabtausches sogar. Die Frauenministerin und die verdiente Frauenrechtlerin beschleunigten durch ihr Argumentationsniveau die Boulevardisierung des Begriffs des Feminismus und senkten Ernsthaftigkeit und Anspruch der medialen Auseinandersetzung mit einer gesellschaftlich bedeutsamen Debatte um Gleichstellung und Toleranz für Lebensentwürfe auf das, was Schwarzer Schröder vorhielt: Stammtischniveau.

Da die lila-belatzten Schlagwörter wie Feminismus, Third Wave und Frauenquote im Gegensatz zu Sex, Zickenkrieg und Jungenförderung bislang wenig suchmaschinenrelevant waren, aber nun als Klickgarant in einem kommerziell reizvollen Licht erschienen, durften wohl dutzende Redakteurinnen und Autoren in dieser Woche ein erstes Mal ihre Tastatur zu einem vermeintlichen Gender-Thema in Schwung versetzen. „So wertvoll, wie ein kleines Steak“ – nein, wie eine Klickstrecke der schönsten Bambi-Roben, war der Großteil dieser Kommentare. Nur wo, bei all dieser Liebe zu Bildergalerien im World Wide Web, blieben die Klickstrecken mit Fotografien bedeutender Frauenrechtler_innen, Unternehmerinnen, die einen Karriereweg ohne Heirat des Konzernchefs (aktueller Cicero-Titel: Das Geheimnis von Piech, Springer, Mohn: Heirat) beschritten haben oder eine Führung durch die Grundbegriffe der Gender-Theorie?

Bild zu: Er/sie/es beißt nicht - der "neue Feminismus" im Netz

Dass bei einem Themenbereich, der auch ansonsten medial nur plattitüdenhaft behandelt wird, wenig Wertvolles herauskam, überrascht nicht. Manuela Heim nannte die Rezeption des Geschehens in einem taz-Kommentar zu Recht „Feminismus von vorgestern“. Doch der Diskussionsstand der Siebzigerjahre hat über die intensive Plauderei in dieser Woche den Begriff des Feminismus neu aufgeladen und somit in einer Zeitmaschine weit, weit in die Vergangenheit befördert. Friederike Schröter ging in der ZEIT sogar so weit, entgegen der Faktenlage beispielsweise zum „Gender Pay Gap“ zu behaupten, eine Ungleichbehandlung sei „de facto“ nicht mehr vorhanden und Emanzipation „kein Thema mehr“. Und der „neue Feminismus“, also das Engagement der Frauen und Männer, die sich fortwährend für den Abbau von geschlechterbedingter Diskriminierung einsetzen und diese öffentlich thematisieren, sei „genauso kontraproduktiv wie das Instrument der Frauenquote“. Der Artikel von Friederike Schröter wurde von ZEIT Online bereits zwei Tage vor seinem Erscheinen in der Prinzausgabe veröffentlicht. Es darf bemerkenswert erscheinen, dass sich hier eine Autorin gegen die Quote ausspricht, obwohl das Publikationsorgan damit online Quote machen will. Gleichsam überrascht es immer wieder, wenn insbesondere Journalistinnen von Nachholfbedarf in Sachen Gleichstellung nichts wissen wollen: im Journalismus sind Frauen in Führungspositionen eklatant unterrepräsentiert. So formulierte die Redaktion der Süddeutschen Zeitung in einem Schreiben an die Chefredaktion im Juli diesen Jahres: „Wir wünschen uns Chefs, die, und das haben nicht nur Frauen gesagt, mehr Frauen ins Blatt holen und aufsteigen lassen.“ Von einer echten Gleichberechtigung aber könne man in einem Unternemen und fairen Aufstiegschancen nur ausgehen, wenn man sich die tatsächliche Repräsentation von Frauen im Top-Level-Managament anschaue, so die Microsoft-Managerin Anke Domscheit-Berg, die in diesem Jahr für ihr Engagement für Förderung von Frauen in der Wirtschaft den Berliner-Frauenpreis erhielt. Die Repräsentation von Frauen auf der höchsten Führungsebene ist aber sowohl bei der der Deutschen Telekom, die für das Einführen einer Frauenquote viel Lob erntete, nicht vorhanden, als auch im Journalismus schlicht unzureichend. 

Die Mediendebatte hat aber nicht nur wenig mit den Feminismus zu tun, sie fand auch weit entfernt von den jungen Feministinnen statt. Schröter formuliert in der ZEIT, jungen Frauen hätten „inzwischen ein ganz unbefangenes Selbstbewusstsein entwickelt“ und würden „über solche Debatten nur noch lächeln“. Zu Wort kommen diese jungen Frauen jedoch nicht, denn es scheint keine direkten Kontakte zu Vertreter_innen des „neues Feminismus“ zu bestehen, oder jungen Frauen, die man zur Debatte direkt zu Wort kommen lassen könnte. Barbara Junge versuchte diesen fehlenden Dialog im Tagesspiegel abzubilden, in dem sie Reaktionen junger Frauen im Internet beobachtete. Das ist per se auch kein falscher Weg, zeigt aber doch auf, welche Defizite in der generationsübergreifenden Kommunikation bestehen. Denn die Stimmen des „jungen Feminismus“, mit dem auch Schwarzer die Auseinandersetzung verweigert und ihn als „Wellness-Feminimus“ diffamiert, sprechen tagesaktuell vorrangig im Netz. Sie kommentierten den Gegenstand der Debatte jedoch sehr viel sachlicher, konstruktiver und ohne den Fehler zu machen, zwei konservative Duellantinen in das Zentrum der Betrachtung zu stellen, die nichts Neues zu einer Debatte um Geschlechtergerechtigkeit beizutragen haben.

Hätte Friederike Schröter die feministische Blogosphäre aufmerksam verfogt, wäre sie nicht zu dem Urteil gekommen, junge Frauen würden „über solche Debatten nur noch lächeln“. Der Tagesspiegel holte eine solche junge Bloggerin schließlich ins Blatt, nachdem er in einem ersten Bericht zunächst aus Blog und Twitter-Account von Nadine Lantzsch zitiert hatte. Die Autorin des feministischen Gemeinschaftsblogs „Mädchenmannschaft“ bringt auf den Punkt, was der Medien-Debatte fehlte und wo die notwendigen Erweiterungen zu finden sind: „Zu einer ausgewogenen Debatte gehört es, sich mit den Erkenntnissen feministischer und Gender-Theorie auseinanderzusetzen und die Stimmen von Menschen zu hören, die sich für Geschlechtergerechtigkeit einsetzen. Das ist vielleicht ein bisschen mühsam, ein akademischer Abschluss ist dafür aber nicht notwendig, sondern lediglich ein Internetzugang. Denn im Netz füllen unzählige Menschen unzählige Blogs und Webseiten mit aktuellen Entwicklungen, Debatten und Nachrichten rund um das Thema Geschlecht, vermitteln verklausulierte Theorie verständlich und lassen Personen zu Wort kommen, die für mehr Gleichheit zwischen Mann und Frau (und allen anderen Geschlechtern) kämpfen.“

Bild zu: Er/sie/es beißt nicht - der "neue Feminismus" im Netz

Doch sind wir, wie die „postpatriachale Denkerin“ Antje Schrupp bloggte, „tatsächlich an einem Punkt, wo sich der Begriff „Feminismus“ in die Reihe der „verbrauchten Worte“ einfügt? An einem Punkt, wo „Feminismus“ zu einem Wort geworden ist, das nichts in Bewegung setzt, sondern im Gegenteil reflexartigen Schlagabtausch provoziert und uns daran hindert, über das zu sprechen und nachzudenken, was eigentlich wichtig ist?“

Den Begriff „Feminismus“ auf breiter Basis wieder positiv aufzuladen und zu einer sinn- und identifikationsstiftenden Spiegelfläche zu machen, von der gesellschaftlicher Fortschritt ausgeht und von dem die Menschen profitieren, die von den Errungenschaften der Gleichstellung bislang nicht zu spüren bekommen haben, wird schwierig. Als Netzthema jedoch, wo Frauen und Männer unabhängig von Quotendruck kommerzieller Medien diskursiv streiten können, anstatt reflexartig zu beißen, ist der Begriff nicht verbrannt. Denn in der offenen Kultur des digitalen Austausches geht es tatsächlich wieder um Dialog, um echte Kritik und neue Gedanken. „Der Feminismus 2.0 hat endlich begonnen“, da er geteilt wird – und niemandem mehr allein gehört.

0

37 Lesermeinungen

  1. @ Vio: Siehe hierzu auch...
    @ Vio: Siehe hierzu auch FAZ-am-Sonntag: „Down-dating“. (Die Schwierigkeiten von Karrierefrauen ü40 passende Männer zu finden).

  2. Yep. Der...
    Yep. Der „Femitainment“-Artikel auf einem der Fotos ist auch aus der FAS von heute. Die gehen dann wohl die Tage online.

  3. ja was ist denn eigentlich...
    ja was ist denn eigentlich wirklich wichtig im Leben Zeit zum vor- nach- und durchdenken im gemeinsamen Gespraech und vor allem Gedanken sortieren und weiterspinnen

  4. Warum sagen neuerdings alle...
    Warum sagen neuerdings alle Frauen, die es raus haben wollen, immer nur „Yep“? Soll das amerikanischprofessionellweltgewandt klingen? Oder ist das einfach eine Schluckaufepidemie?

  5. Danke für diesen ausgewogenen...
    Danke für diesen ausgewogenen und sachlichen Beitrag!
    .
    Ich bin mittlerweile allerdings der Ansicht, dass nach Simone de Beauvoir nicht mehr viel Neues zum Thema kam; auch nicht von Frau Schwarzer.

  6. Schröder, die konservative...
    Schröder, die konservative jüngere, hat mit viel Getöse gesagt, dass sie gegen eine Frauenquote ist. Das hätte sie kürzer + einfacher haben können. Ohne gleich grundsätzlich zu werden und gegen den Feminismus „der Älteren“ übel nachzutreten. Wer Wind sät, wird Sturm ernten.
    .
    Zur Frauenquote und zu ihrer Verleugnung der ungleichen Bezahlung: Was die Konservative Schröder sagt, ist mir egal, ich wähle eh keine CDU. Meine Beobachtung an jüngeren, gut ausgebildeten Frauen ist aber ähnlich. Dass eine Quote und auch das Zugeben, dass schlechter Bezahlung real EXISTIERT, an ihrem weiblichen Stolz nagen würde. Deswegen reagieren sie stellenweise sogar aggressiv, wenn eine Ältere sie in einem Gespräch daran erinnert, dass noch lange nicht alles erreicht ist.
    .
    Kann den Stolz und Unmut der Jüngeren verstehen. Sie sollten sich jedoch nicht derart auf ihr herrliches Selbstbewusstsein verlassen, dass sie auf eine Quote verzichten. Sie müssen die Quote als notwendiges Übel verstehen lernen, ohne die es viel zu lange braucht, bis Frauen in Vorstandsposten der Normalfall werden. Der Status Quo ist ja in D immer noch der, dass Männer im Vorstand zuhause oft ein rückstärkendes Weibchen (mit Jobs wie Repräsentieren und Charity) haben. Daher haben sie ihr veraltetes Frauenbild. Welches sich kaum freiweillig ändern wird, wenn sie nicht gezwungen werden, sich mit Frauen, die anders sind, im Job zu befassen.

  7. Die Geschichte wird so...
    Die Geschichte wird so erzählt:
    Vor ein paar Jahren hatte die Bundeswehr einen Großrechner gekauft, wochenlang mit Daten gefüttert und die Frage gestellt: „Wer ist Feind des deutschen Soldaten“. Der Rechner brauchte ein paar Wochen und kam zu dem Ergebnis: (Nein, nicht 42) „Die deutsche Frau“.
    Oder wie der/die Berliner_in sprayt: Die Grenze verläuft nicht zwischen oben und unten, sondern zwischen Dir und mir.
    Die Tage war ein Text in der faz, über junge Männer, die von ihren Frauen aufs Meer geschickt werden und dann von ihnen vermisst werden.
    @Violandra: Könntest Du diesen „anlinken“?

  8. Da ist der Link zum...
    Da ist der Link zum FAS-Artikel: Der kleine Haken der Emanzipation
    Karrierefrauen jenseits der dreißig finden oft keinen ebenbürtigen Partner. Gutverdienende Männer in ihrem Alter sind meist schon vergeben. Fachleute empfehlen: Dating down. Aber so einfach ist es nicht. Schon das erste Rendezvous kann ernüchtern.
    http://www.faz.net/s/Rub867BF88948594D80AD8AB4E72C5626ED/Doc~EA694EB539B8844AD9A956825445BC0C8~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  9. @Vroni Viele sehr junge Frauen...
    @Vroni Viele sehr junge Frauen lehnen die Quote ab, weil in den ersten Berufsjahren die Ungleichbehandlung nicht spürbar ist. Der „Karriereknick“ oder die Wahrnehmung der „Gläsernen Decke“ kommen erst später. Ich sehe die Quote auch nicht als Allheilmittel und fand den Hinweis von Anke Domscheit sehr hilfreich, Aufschluss über die tatsächliche Unternehmenskultur darüber zu gewinnen, sich die Repräsentation von Frauen im Top-Level-Management anzusehen und zusätzlich noch zu überprüfen, wie flexibel im Unternehmen gearbeitet werden kann. Ich bin gespannt, wann die Telekom die erste Frau im Vorstand hat, es gibt ja Unternehmen ohne Quote, die sehr viel weiter sind. Dennoch braucht es zunächst mehr Frauen in Führungspositionen, um die Unternehmenskultur grundlegend zu ändern. Es ist leider zumeist noch wahr, dass eine Chefin, die selbst Kinder hat, für individuelle Arbeitszeitmodelle mehr Verständnis hat, als ein Chef, der sich aus der Erziehung seiner Kinder heraushält.

  10. Die gnadenlosesten...
    Die gnadenlosesten Amazonen
    .
    Auch hierzu möchte ich den von mir bereits erwähnten Slavoj Zizek zitieren (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/2/2491/1.html), und zwar im selben Kontext aus demselben Interview (http://faz-community.faz.net/blogs/deus/archive/2010/11/10/das-private-ist-neolithisch.aspx):
    .
    „Ich behaupte vielmehr, und das hat mir Ärger mit einigen Feministinnen eingehandelt, daß die dominante Struktur aktueller Subjektivität im Spätkapitalismus, um einmal altmodische marxistische Begriffe zu benutzen, bereits pervers ist. Insofern als die typische Form psychischer Ökonomie, die heute als immer vorherrschender erscheint, die sogenannte narzißtische Persönlichkeit, bereits eine perverse Struktur ist. Die väterliche Autorität ist heute also nicht mehr der Feind. Die Idee der Explosion multipler Perversionen beschreibt also nur etwas, was perfekt in die heutige spät-kapitalistische Ordnung passt.“
    .
    Wobei das Thema „Gleichberechtigung“ nicht obsolet ist, aber die Form der Behandlung. Der feministische Diskurs hat sich ebenso ins politische Abseits manövriert, wie der marxistische, nun ja: bis dato (ich für meinen Teil will das so nicht akzeptieren!). Alice Schwarzer ist heute das weibliche Gegenüber eines ehemals männlichen Alphatiers. Zu ihren (Geschlechts-)Genossinnen, zählen eben gar nicht mehr die in Lila gehüllten markanten Straßenkämpferinnen der 68er ff. Wird doch ein Impuls für deren Aktivität sicherlich gewesen sein, dass sie in ihr eine Inkarnation der legendären Sappho gesehen haben, wobei ihre für den männlichen Geschmack wenig charmante Erscheinung dem kein Abbruch getan hat. Schön musste sie nicht sein, sondern scharf – in der Sprache. Heute, wo sie selbst Teil des politisch-wirtschaftlichen Establishments ist, zählt sie doch zu ihrer Seilschaft eine Frau Merkel, eine Frau Christianssen, u.a. Größen aus der Wirtschaft.
    .
    Wie reaktionär ihre feministische Kleinbürgerrevolte nunmehr ist, sehe ich an ihrer heutigen politischen Affinität zu einem Sarrazin – und sei das auch noch so heftig und klug von ihr bestritten („Eine linke Kritik vergisst die Klassenfront nicht“, http://blog.herold-binsack.eu/?p=1216). Trotz aller Scharfzüngigkeit, die ihr nicht verloren gegangen ist, im Alter muss man die eigenen Stärken noch mehr zu nutzen wissen, sind ihre Argumente inzwischen abgegriffen, durch patriarchalische Schützenhilfe quasi entwertet. Wenig originell dieser Rückgriff auf das Denken eines Absolutismus („Mit vergangenem Glanz prahlend“, http://blog.herold-binsack.eu/?p=1002), dessen Radikalismus nur noch bei Konservativen Verzücken hervorruft.
    .
    Wo bleibt die Vision, die weit über den Begriff von Gleichberechtigung und Gendergerechtigkeit greift? Wo bleibt die soziale Utopie, die die wirtschaftlich, ergo: sozial konnotierte Ausbeutung und Unterdrückung anprangert? Wo werden die Migrantinnen als die unterste Schicht der ausgebeuteten Klasse erkannt und in ihrem Kampf um Freiheit, sprich auch: ökonomische Befreiung, gesehen? Wo bleibt die diesbezügliche (nicht nur aber doch weibliche) Solidarität?
    .
    Ich denke, dass der Feminismus die Falle des Kapitals selber ist, nämlich in Bezug auf die Antwort auf eine Besonderheit seiner Entwicklung, einer, die dem althergebrachten Patriarchat in Teilen zu widersprechen droht.
    Ohne diesen Feminismus wäre es nur sehr schwer möglich, die potentielle Energie des Geschlechterkonflikts wirtschaftlich auszubeuten. Es genügt dem Kapital eben nicht, nur den Mann auszubeuten, bzw. die Frau nur indirekt als unbezahlte Reproduktionshilfe. Die Frau muss dem Mann „gleich gestellt“ sein, insofern sie durch ihre besonderen Fähigkeiten in subalternen Produktionszweigen den Mann nämlich dort verdrängt. Damit zerstört sie nicht nur die wirtschaftliche Existenz ganzer Familien, sondern schafft sich damit auch neue Absatzmärkte. Denn nur Frauen scheinen zu wissen, was Frauen mögen.
    .
    „Objektiv“ und auf lange Sicht betrachtet, mag das nicht so schlecht sein, wie es aussieht, denn es ist nicht nur eine wichtige Triebkraft für die Produktivität im Kapitalismus, was stören uns schon die Massen an Arbeitslosen heute?, sondern eben auch eine gigantische Maschinerie zwecks Emanzipation der Geschlechterbeziehung, und damit eine auf lange Sicht hinreichende Subversion wiederum gegen die kapitalistische Ausbeutung. Eine Krise, die im Kapitalismus so unvermeidlich wie subversiv ist, dennoch kommt es darauf an, wie man sich zu ihr verhält, welche Sprache man spricht, ob man sie nämlich als Reserve der Bourgeoisie in Kauf zu nehmen denkt, oder als eine für den Klassenkampf des Proletariats.
    .
    Die befreiende, die subversive, Option kommt ohne revolutionäres Klassenbewusstsein nämlich nicht an. Die Bewegung der Emanzipation verläuft dann nämlich in den bekannten kapitalistischen Aporien, immer im Kreis sozusagen: Die Subjekte werden „aufgespalten“ (hier zitiere ich gerne Roswitha Scholz: „Das Subjekt ist der Mann“, obwohl ich ihren pseudomarxistischen differenzfetischistischen Postfeminismus nicht teile) und gegeneinander ausgespielt!
    .
    Nur ärgerlich, dass sich die herrschende, eben immer noch männliche, Klasse nicht sonderlich damit beeilt, sich die Frauen „ins Blatt zu holen, um sie zu fördern“ (wie hier so naiv gefordert). Denn sie bevorzugt es, sich die schönsten hieraus ins Bett zu holen, um sie für gewisse Dienstleistungen fitter zu machen.
    .
    Immer noch ist das auch der Königsweg für weibliche Karrieren.
    Für eine Frau Schwarzer mag das Ärgernis wie Bestätigung zugleich sein, denn in der Tat: solche sexuelle Beziehungen sind letztlich Gewaltbeziehungen, beruhen sie doch auf der ökonomischen Macht der Männer, solcher Männer. Und natürlich sind genau diese Ausdruck der Klassengesellschaft, der patriarchal-kapitalistischen.
    Aber sie möge doch bitte verstehen, dass weder die männlichen noch die weiblichen Subalternen in dieser Gesellschaft nicht all zu viel Mitgefühl für solche „Genossinnen“ haben.
    .
    Eine gewisse Erfahrung zeigt übrigens, und dies besonders dort, wo der weibliche Marsch durch die Führungseliten sehr erfolgreich verläuft, im Öffentlichen Dienst nämlich (ich weiß wovon ich rede!), dass solche Frauen, neben der Tatsache, dass sie nicht selten die schlechtesten Führungskräfte sind, die übelsten Unterdrücker und Ausbeuter, die gnadenlosesten „Amazonen“ gewissermaßen, abgeben.
    .
    Wer die Emanzipation der Frau am Klassenkampf des Proletariats vorbei organisieren möchte, sabotiert beides: die Befreiung der Frau wie die der Klasse. Innerhalb einer Ausbeutergesellschaft gibt es für Frauen, die nämlich per weiblichen Körper per se immer auch Ausbeutungsobjekt sind, keine Befreiung, ja keine Gleichberechtigung, denn letztere ist nur als Befreiung möglich. Denn auch der Weg zur sexuellen Befreiung folgt den Gesetzmäßigkeiten des Klassenkampfes, muss die Aporien des Kapitals durchbrechen.

  11. Interessant ist das aber...
    Interessant ist das aber schon, dasss Frau Schröder gegen eine Frauenquote ist. Immer hin verdankt sie ihre Position dem Proporz-, also Quotendenken. Region, Religion, Geschlecht…

  12. Devin08, hä? "...Königsweg...
    Devin08, hä? „…Königsweg für WEIBLICHE Karrieren…“ – da muss ich was verpasst haben. Ich kenne es nur so, dass sich alle verkaufen; Männlein wie Weiblein, überall. Nur die Preise haben noch ein gewisses Gefälle. Ist aber auch kein Problem, solange die Frauen, wie seit Jahrtausenden, andere Wege der wirtschaftlichen Partizipation und somit des Ausgleichs finden.

  13. " ... mit den Erkenntnissen...
    “ … mit den Erkenntnissen feministischer und Gender-Theorie … “
    Wie bitte? Theorie? Das ist doch pseudowissenschaftlicher quark, herausposaunt in hochtrabenden worthülsen. Diesen kappes ohne realitätsbezug kann man doch ohne verlust einstampfen.

  14. @ P-Suche über...
    @ P-Suche über dreißig:
    Wenn die Frau aus dem FAZaS Artikel PRobleme mit Partnersuche hat, könnte das daran liegen, daß sie Froschpostkarten auf Kühlschränke klebt.

  15. Wenn Frauen gerade in höherem...
    Wenn Frauen gerade in höherem Alter gegenüber Männern zurückfallen, könnte das auch an einem oder mehreren der folgenden Gründe liegen: – der Schönheitsbonus fällt weg, es geht jetzt wirklich nur noch im Leistung; – Frauen treffen möglicherweise andere Lebensentscheidungen und bringen geringere Opfer für den Beruf; – wie bei allen anderen Tätigkeiten machen Männer einfach einen Großteil der Gruppe sowohl der Allerbesten als auch der Allerschlechtesten aus (siehe ungleiche statistische Varianz bei Intelligenz und anderen Eigenschaften). – Frauen haben einen Startvorteil wg. fehlender Wehrpflicht; – Frauen schneiden zwar an der Uni besser ab und kommen deswegen gut in den Beruf, verfügen aber möglicherweise in geringerem Maße über die Fähigkeiten, auf die es wirklich ankommt und die sich im Laufe des Berufslebens zeigen (s. z.B. die von Frauen verschlafene IT-Revolution).
    .
    Der Lackmustest, ob Frauen künstlich aus Führungspositionen ferngehalten werden, ist der Erfolg von Frauen als selbständige Unternehmerinnen. Solange der weibliche Bill Gates noch seltener ist als die weibliche Chefin eines etablierten Konzerns, ist anzunehmen, dass Frauen im Gegenteil innerhalb etablierter Konzerne bevorzugt werden.
    .
    Würden Frauen tatsächlich 20% weniger Gehalt für gleiche Leistung bekommen, müssten weiblich geführte Unternehmen mit überwiegend weiblichen Mitarbeitern die männliche Konkurrenz im Nu ausstechen. Wo bleibt Ihr, Mädels?

  16. @reinecke54: Schlimmer als...
    @reinecke54: Schlimmer als Wirtschafts“wissenschaften“ ist das auch nicht.

  17. Bei den Traumjobs Müllabfuhr,...
    Bei den Traumjobs Müllabfuhr, Stahlkochen und Bergarbeiter ist der Feminismus
    erstaunlicherweise noch nicht angelangt.
    Carsten Velke

  18. @Alter Bolschewik

    Doch, noch...
    @Alter Bolschewik
    Doch, noch schlimmer. Und trotzdem will man politische empfehlungen daraus ableiten. Wirtschaftswissenschaftler streiten ja. Die scheinbare einigkeit der gender-„forscher“ ist vergleichbar zur einigkeit der astrologen.
    Der genderkram verstärkt die frauenzentriertheit unserer gesellschaft. Frauen haben das richtige geschlecht. Proper gender.
    Alter liberaler

  19. Letztendlich mögliche...
    Letztendlich mögliche Horrorvision
    .
    @Muscat: Wie schon gesagt: die Rede ist vom Öffentlichen Dienst! Und auch in der Privatwirtschaft kommt es nicht selten vor, dass die Sekretärin via Bettgenossin des Chefs zur Chefassistentin aufsteigt, oder etwa nicht? Aber ob sie Chef wird, hängt wesentlich davon ab, welche Stellung sie selber innerhalb der herrschenden Klasse einnimmt. Aufsteigen von außen/von unten ist noch unwahrscheinlicher als bei ihren männlichen Kollegen. Männer schaffen es manchmal über einen führenden Wissenschaftlerposten bis in die oberste Etage zu klettern. Und Pisastudie hin oder her, wo die Jungens immer schlechter bei wegkommen, das wird ganz oben nichts ändern. Denn Wissenschaft hat weniger mit Wissen als mit -schaft zu tun – Seil-schaft. Daher auch das Bestreben einer Frau Schwarzer weibliche Seilschaften innerhalb der Herrschenden zu installieren. Solchen Konkurrenzklüngel haben die sozialen Intentionen einer Befreiungsbewegung der Frau schon lange nichts mehr abzugewinnen.
    .
    Das was einer Frau Schwarzer vorschwebt, ist ein matriarchaler Kapitalismus, eine Gynokratie im Gegensatz zur Androkratie. Sie spekuliert dabei auf die Tendenz des Patriarchats zu einer Geronkratie. Ein wohlfeiles also denkbares Modell, eine Option aber nur für ein völlig kopflos, ergo: wirklich vergreistes Kapital. Kapital und Patriarchat sind aber janusköpfig, also ohne beide zu zerstören nicht trennbar.
    .
    Da es Hinweise für gibt, dass sich die Geschlechtsdifferenzierung von uns Menschen abflacht (Bornemann geht da in seinem „Patriarchat“ darauf ein), bzw. das männliche Y-Chromosom, dank zunehmender Unfruchtbarkeit, untergeht (Byron Sykes, http://blog.herold-binsack.eu/?p=358), könnte ich mir auch eine androgyne Herrschaft, eine hermaphroditische, vorstellen. Und genau dort könnte auch die biotechnische Revolution ansetzen.
    .
    Das allerdings dürfte mit einer gesellschaftlichen Veränderung zusammen fallen, die selbst im Kommunismus der Marxisten noch keine Beschreibung findet, außer in dem noch sehr unbestimmten Paradiktum: Kommunismus oder Barbarei (http://blog.herold-binsack.eu/?page_id=7). Ist es denkbar, dass es eine kapitalistische Weiterentwicklung gibt, eine ohne das Subjekt? Und wäre das das Ende der Geschichte? Sämtliche dementsprechenden Kategorien – Mehrwert, Profit, ja Lohnarbeit und damit „Kapital“ selber, müssten neu formuliert werden. Denn klassenlos müsste eine solche Gesellschaft per se nicht sein, bzw. wird sie auch ganz sicher nicht. Solange nämlich für einen Markt produziert wird, sind Klassendifferenzierungen, oder dann gar „rassische“ Auseinanderentwicklungen/Artteilungen, „unvermeidbar“.
    .
    Die herrschende Aristokratie fände sich dann in einer gottähnlichen Position wieder (im Kollektiv als das „Superhirn“, welches dann endlich auch „abnähme; noch hadert die Bourgeoisie mit einem solchen Schicksal, wie man an der hysterischen Polemik gegen Hawking sehen kann). Die Unterdrückten wären all die, die einem solchen Superhirn zu dienen hätten – auf welche Weise und womit auch immer (als Genpool für das genetisch arme „Superhirn“, als Informations-/Energiequelle (Matrix), oder als Maschinenmensch (Borg), welche das Superhirn mit der äußeren Welt verbindet.
    Es ist eine Horrorvision, die dann möglich sein wird, wenn die Revolution eines Noch-Subjekts letztendlich verschlafen wird.

  20. @ Violandra
    "Viele sehr junge...

    @ Violandra
    „Viele sehr junge Frauen lehnen die Quote ab, weil in den ersten Berufsjahren die Ungleichbehandlung nicht spürbar ist. Der „Karriereknick“ oder die Wahrnehmung der „Gläsernen Decke“ kommen erst später.“
    .
    Und ich dachte immer, intelligente Menschen gucken aus ihrem Tellerrand heraus…
    Was zum Henker bewegt diese jungen Frauen, sich Scheuklappen aufzusetzen und nicht sehen zu wollen, was „später kommt“? Studieren sie keine Gehaltsreports, interessieren sie sich nicht für Frauenthemen? Lesen sie nichts?
    Scheint so.
    .
    Ich bin erschüttert, dass gut ausgebildete junge Damen es anscheinend bevorzugen, ihren jetzigen Status Quo als Maß aller Dinge zu sehen. Junge Männer tun das nicht, sie planen m. E. besser.

  21. Devin08, ich dachte immer,...
    Devin08, ich dachte immer, dass der Kommunismus die notwendige Folge des Kapitalismus ist – wenn man ihn konsequent zu Ende denkt (alle sind zugleich Kunden, Aktionäre und Arbeitnehmer des einen besten Weltkonzerns, der Steuern an die Weltregierung zahlt und die diese dann an die Weltbürger, die gerade mal krank sind oder keine Lust zum Arbeiten haben, weiterverteilt).
    Und wie Sie selbst schon schrieben: Die Abflachung der Geschlechterdifferenz wird für Harmonie in der Konzernkaffeeküche sorgen, weil der Wettstreit um den jeweils besten Fortpflanzungspartner wegfällt – wir befruchten uns alle selbst (oder so). Eat this, Mr Hawking!

  22. Korrektur:
    Im letzten Absatz,...

    Korrektur:
    Im letzten Absatz, Satz 1, ist mir in der Klammer beim Übertragen ein Teil des Satzes verschwunden. Es muss lauten: (im Kollektiv als das „Superhirn“, welches dann endlich auch Superhirnen wie Hawking die Last abnähme; noch hadert die Bourgeoisie mit einem solchen Schicksal, wie man an der hysterischen Polemik gegen Hawking sehen kann).

  23. <p>na bravo, meine herren,...
    na bravo, meine herren, ganz grosses damentennis!:
    .
    frauen schlafen sich in assistentinnenverhältnisse hoch.
    wenn frauen cheffinnen werden möchten, dürfen sie den weg nicht beschreiten.
    ansonsten zeitigt dies die schlechtesten chefinnen unter der sonne.
    frauen setzen sie mit schönheit gleich.
    frauen messen dem beruf nicht den stellenwert bei.
    weil frau nicht plant, gelingt ihr die karriere nicht.
    erstmal bei der müllabfuhr anfangen, dann klappt es auch mit dem chefsessel.
    ein weiblicher körper ist immer auch ausbeutungssache.
    die revolution geht von den hermaphroditen aus – so lange kann man ja geduldig warten.
    .
    nur mal um den quark herauszufiltern: alles schon mal gehört.
    .
    quintessenz: selber schuld!
    .
    es schmerzt!

  24. Wer sich in Gefahr...
    Wer sich in Gefahr begibt…
    @donnalaura: Ironie mag ja charmant sein, aber sie macht alleine noch kein Argument. Im Übrigen haben Sie die von Ihnen gewählten und solchermaßen auf Aphorismen verkürzten Argumente entweder nicht verstanden, was davon kommen mag, dass man/frau sich die Vorlagen für die eigene Polemik billig zusammen glaubt, oder bewusst verdreht. So geht die „Revolution“ nicht „von den Hermaphroditen aus“, wo steht solches von mir? Wenn Sie sich nicht ernsthaft damit beschäftigen wollen, dann sagen Sie doch einfach mal, wie die Welt der Damen dann nach Ihrer Sicht aussieht? Aber Vorsicht: wer sich in Gefahr begibt, den könnten die eigenen Aphorismen unter sich beerdigen.

  25. @ liebste Donna...
    @ liebste Donna Laura
    Damentennis?
    Das war altbekanntes Herrentennis!

  26. Devin08, soweit würde ich gar...
    Devin08, soweit würde ich gar nicht gehen.
    die gefechte mit männern, die noch emanzipierter sein möchten als ich es bin und i.a. glauben, vieles viel besser zu können und sehr von oben herab kommen (was eine altersfrage sein kann, da junge männer m.e. völlig anders gestrickt sind, weil sie die femdisk bereits bei ihren müttern miterlebt haben und sie für selbstverständlicher halten), gehen mir allmählich auf die eier.
    argumentieren ist m.e. hier an dieser stelle vollkommen unnötig geworden.
    wenn sie jetzt sagen, dass ich mich aus der diskussion an sich wegstehle, nun denn, so lassen sie sich gesagt sein, dass man sich aus solcherart geführten diskussionen alsbald zurückzieht, weil sie sich nicht lohnen, nicht jedoch, ohne den anderen vorher zu ärgern, nicht dass er glaubt, dass er mit den behauptungen, die keine argumente sind, einfach so durchkommt. q.e.d.
    .
    liebste Vroni, ein wenig auf den arm nehmen sollte man die xyer schon. das geht am besten aus der perspektive eines eloquenten homosexuellen mannes – von einem solchen habe ich den ausspruch.

  27. @ Donna Laura
    "... gehen mir...

    @ Donna Laura
    „… gehen mir allmählich auf die eier. “
    Yo, mir auch.
    Oder auf die Eierstöcke, wahlweise.
    .
    Was noch schlimmer ist, als mit einem alten Kämpen der seine alten Schwarzer-Kliischees auspackt: mit überemanzipiert tuenden jungen Männern diskutieren müssen. Flücht. Darauf einen Château de la Migraine.

  28. aha, frauen merken also die...
    aha, frauen merken also die ungleichberechtigung erst, wenn sie schon toll erfolgreich sind und noch erfolgreicher werden wollen, weil dann geht es auf grund ihrer genitalien nicht so recht weiter -so irgendwie- ganz nach oben und dann finden sie keinen adaquaten partner mehr (also den, der auch total erfolgreich ist und leistungsträger , nicht wahr, und noch alle haare hat was schade ist, weil dann könnten sie ja zusammen 140 stunden in der woche ihrer überaus erfolgreichen arbeit nachgehn und eine erfolgreiche partenrschaft führen, in der sie ihm pyjamas kauft. (ganz vergessen wurde hier, dass die pid bei diesen paaren jenseits der fruchtbaren jahre ja auch verboten bleibt, was gemein ist, und auch antifeministisch!)
    vielleicht sollte man eine pflichtquote für adaquate ehen für -in dem hier vertretenen sinne- erfolgreichen männern einführen.
    yep und yo.
    das problem besteht trotz der geistreichen-mit französischen! wörtern standesgemäß gewürzten kommentare darin, das jenseits der lebenswelten der stützen der gesellschaft, frauen in normalen berufen weniger verdienen als männer.
    was hier und in der aktuellen „feminismusdebatte“ diskutiert wird, sind reine luxusprobleme, die nur 5 blogerinnen jenseits der 40 und natürlich frau schwarzer die hitze ins gesicht steigen lässt.

  29. Die jungen und alten...
    Die jungen und alten Feministinnen sind offenbar völlig frustriert, nach dem
    sie Charlotte Roche’s „Feuchtgebiete“ verschlungen haben wie zuvor
    Harry Potter – insbesondere im ICE zum und vom parlamentarischen
    Rumsitz-Arbeitsplatz in Berlin.
    Die Frustration der jungen und alten Feministinnen kann daher nur
    durch ein Folge-Literatur-Kult-Werk „Feuchtgebiete Teil II“ abgebaut
    werden, bei dessen Lektüre die jungen und alten Feministinnen-Wilden
    endlich zum wahren Literatur-Kult-Orgasmus finden nach dem
    vorgetäuschten Orgasmus, den „Feuchtgebiete“ Teil I offensichtlich
    verursacht hat.
    Bekanntlich führt das Phänomen vorgetäuschter Orgasmus – vorm Spiegel oder
    überm Kerl in Missionar-Unterwürfigkeits-Stellung zu einer Überreizung, die zickig und stutenbissig macht.

  30. Liebste/r Querdenk
    Auch das...

    Liebste/r Querdenk
    Auch das ein spinnwebenbehangenes Männerdiskussionsding, das sooo einen Bart hat: dass Feministinnen dauerfrustriert seien. Auf solche persönlichen Projektionen (was ist das: http://de.wikipedia.org/wiki/Projektion_%28Psychoanalyse%29) bauen solche Diskutanden ihre Thesis auf, um dann in „allgemeingültigen“ Feuchtphantasien zu enden. Amen.

  31. gemach, gemach.
    man sieht...

    gemach, gemach.
    man sieht förmlich, wie hier so manchem die hitze zu gesichte steigt, was man mit einer unbehaglichen mischung aus bestürzung und moquerie betrachten kann.
    tsts, wie kann man nur so ins internet hineinschreien. so mancher schreibt sich hier um kopf und kragen, man braucht ihn nur lange genug tippen zu lassen.
    angenehm ist doch, dass man ernst und leicht zugleich sujets besprechen kann.
    wenn sich einer dabei aufregt, bitte.
    .
    das eiersuchen ist ja ganz lustig: sind die nicht in den eierstöcken, hm?

  32. Fabergé-Eier hin, Ostereier...
    Fabergé-Eier hin, Ostereier her… :-)
    @ Donna Laura und @ Violandra
    Vor wegen „er/sie/es beißt nicht“ (Titel): Der sogenannte „neue Feminismus 2.0“ scheint hier doch einige ganz neu zu beißen.
    .
    Verdienst, Equal Pay:
    (Feminismus hat eben auch viel zu tun mit Geld)
    Die 23% weniger Verdienst, die die Statistik für deutsche Frauen ausweist, kommt zum Teil von Teilzeitjobs. In denen Männer seltenst anzutreffen sind. Es ist eher nicht deren traditionelles Habitat. Teilzeitjobs sind traditionell auch schlecht bezahlt. In anderen europäischen Ländern hingegen kann eine Frau mit Kindern eher ganztags arbeiten. Mehr Kitas, bessere Betreung, siehe Frankreich.
    .
    Aber das ist nur ein – zugegeben typisch deutscher – Teilaspekt als Begründung für die schlechte Platzierung Deutschlands. Als einen weiteren Grund des Pay Gaps sehe ich, das Frauen, egal ob aus einfachen Berufen oder sehr gut ausgebildet, es immer noch nicht im gleichen Maß wie Männer fertigbringen, selbstbewusst erfolgreiche Gehaltsgespräche zu führen. Sich selber anscheinend ihres Werts nicht wert sind. Und wenn sie Zulage bekommen, mit deutlich weniger zufrieden sind. Im Laufe der Jahre summiert sich das eben und die Herren Kollegen verdienen deutlich mehr.
    .
    Zu der Karrierekiller- und Verdienst-Gefahr von Teilzeitjobs in der Wissenschaft für promovierte Naturwissenschaftlerinnen sobald sie Mutter sind, hat Frau Prof. Christiane Nüsslein-Volhard in einem Vortrag an der LMU München hingewiesen. Ich war da, der Saal war voll. Zu meinem Erstaunen ergab sich in der Diskussion, dass viele junge Wissenschaftlerinnen davon nichts hören wollten und die Thesen von Frau Nüsslein-Volhard ganz oder teilweise ablehnten.
    .
    Es geht mir immer noch nicht ins Hirn, warum intelligente junge, als Berufsstarter gutverdienende Frauen all das leugnen wollten und von den Pay Gap Aspekten und von Frauen-Quote nichts wissen wollen. Ich finde die Frauen-Quote gut, sie muss endlich her als Werkzeug (nicht als Dauereinrichtung), damit „Change“ in den Köpfen der Vorstände mit traditioneller höheres-Heimchen-am-Herd-Lebensweise möglich ist.
    .
    Zuvor müsste allerdings ein inner Change bei den Damen insgesamt stattfinden. Solange sich Frauen wie Schwarzer und Schröder gegenseitig bekämpfen, solange ein/e @ Ikes hier so polemisch angreift, solange würde ich, wenn ich ein Mann wäre, mich genüsslich zurücklehnen und erotisch herumbramarbasierend feixen. Und nichts ändern. Warum denn auch? Läuft doch alles bestens und mann hat die herr-liche Steilvorlage, solche Dämlichkeiten als stutenbissig abzutun.
    .
    Allerdings:
    Gibt neuerdings Seminare für Männer, die ihnen beibringen, was sie tun sollen (mit ihrem Selbstwertgefühl und ihren „Skills“), wenn Weiblichkeiten in ihre beruflichen Domänen „einbrechen“.
    Ein Zeichen, dass sich doch was tut? Nicht dass ich jetzt froh bin, dass Männer um ihre Existenz und Allein-Ernährervorstellungen Angst haben.

  33. Auf stern.de wirft die...
    Auf stern.de wirft die Schwarzer der Schröder einen Rückfall in die 50er Jahre vor.
    Aus demographischer Sicht ist dies garnicht notwendig, weil es ja mittlerweile Leihmütter aus Indien gibt.
    Und vielleicht kann Mann sich ja auch irgendwann eine Gebärmutter hinzufügen lassen.

  34. erinnern wir doch heute mal an...
    erinnern wir doch heute mal an wirkliche frauenbewegte. die sufragetten, die sich die birnen einschlagen lassen haben für das wahlrecht der frauen. (schweiz 1971!!!, deutschland 1919)
    gegen diese leistungen wirkt sich büstenträgerverbrennung/-verweigerung der frau schwarzer nun ja nicht gerade deutungshoheitsverschaffend aus.
    in anbetracht der tatsache, dass frauen in deutschland seit 90 jahren deutlich die mehrheit der wählerschaft darstellen, ist es doch erstaunlich, dass die verhältnisse sind, wie sie sind. eine diskussion darüber wäre eventuell tatsächlich fruchtbarer, als unterstellungen über spaß an stellungen.

  35. Mal ganz unabhängig vom...
    Mal ganz unabhängig vom Inhalt der Debatte kann eine Frau die gegen den Stern eine Por-NO Kampagne gestartet hat, Jahre später dann erst Werbung für eine Zeitung mit großen Buchstaben und nackten Ti**** macht, darin dann auch noch vorverurteilende Anti-Wettermann Artikel zu veröffentlicht doch nicht wirklich annehmen mit Kettenhund-Gebeiße der Sache der Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann etwas Gutes zu tun.

  36. Hier der Artikel: Cora...
    Hier der Artikel: Cora Stephan: Seemannsbraut ist die See. FAS 4.7.10
    „So stachen sie in See…um die Heimat von ihrer nutzlosen Existenz zu befreien, den eifersüchtigen Vätern und herrschsüchtigen Müttern zu entfliehen…“
    .
    http://www.seiten.faz-archiv.de/fas/20100704/sd1201007042755711.html

  37. Ich hätte viel zu sagen, aber...
    Ich hätte viel zu sagen, aber leider wenig Zeit. Ich empfehle deshalb hier das Klügste was ich in letzter Zeit zu diesem Thema gelesen habe, von einem Mann übrigens:
    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/kultur/321578/321579.php

Kommentare sind deaktiviert.