Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Satt von Stuss und Sternchen

| 23 Lesermeinungen

Das Zeitschriftenangebot für Frauen erweckt den Eindruck, der weibliche Alltag bestünde aus Mode, Make-up und Sex. Bestimmt die Nachfrage das Angebot? Die Journalistin Lisa Bloom diskutiert in ihrem neuen Buch "Think!" Wege, in einer verdummten Medienwelt klug zu bleiben.

Das Zeitschriftenangebot für Frauen erweckt den Eindruck, der weibliche Alltag bestünde aus Mode, Make-up und Sex. Bestimmt die Nachfrage das Angebot? Die Journalistin Lisa Bloom diskutiert in ihrem neuen Buch „Think!“ Wege, in einer verdummten Medienwelt klug zu bleiben.

Ich bin auf der Durchreise, in Eile, nur eine Zeitschrift. Doch im Frankfurter Hauptbahnhof erschüttert einmal wieder eine Erkenntnis mein Selbstbild, die mich stocken lässt. Vor jeder längeren Zugfahrt, beschleicht sie mich sanft oder erschreckt mich hinterrücks: ich bin keine Frau. Ich war nie ein Mädchen. Ich werde niemals ein Supergirl, eine Powerfrau, eine Sexgöttin oder eine Yummy Mummy sein. Immerhin: das gedruckte Angebot am Bahnhofskiosk kennt mehr als einen Begriff für das weibliche Wesen; doch all seine Schattierungen schwelgen in klebrigen Zuckertönen. Schließlich kaufe ich „Chronic City„.

Frauenmagazine, Frauenliteratur, Frauenportale im Netz, Frauenkino – all diese Medienangebote werfen täglich Wortmengen in der Üppigkeit einer Wikipedia in die Welt. Doch das mediale Fressen für Frauen ist ein Kulturerbe der anderen Art. Anders als die Denkmäler und das Wissen, die als Weltkulturerbe bewahrenswert sind, steht das pink triefende Gräuel der Magazinstände für eine Recyclingkultur der Normierung und Nichtigkeiten, die kein Vermächtnis hinterlässt. Um Zeit bezeugende Daten bereinigt, sei es eine modische Markierung des Jahrzehnts oder die Hochzeit eines für prominent befundenen Paares, sind Frauenmagazine stets zeitlos, somit seelenlos.

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Diese Art des Journalismus begeht einen grundlegenden Fehler: die bilderreiche Zusammenstellung von Inhalten rund um die Themenbereiche Mode, Diät, Astrologie, Liebe und Sex, Hollywood und rote Lippen ist kein Journalismus mehr. Vor allem aber verdient diese publizistische Gattung den Titel „Frauenmedien“ nicht, denn das Wesen der Frau wird von ihnen nur flüchtig gestreift. Das bunt bedruckte Papier am Kiosk zeichnet die Fiktion einer Frauenwelt, die wohl als die unendliche Geschichte der prosaischen Überlieferung eines Phänomens bezichtigt werden kann, dass sich „Die Verachtung der Frau“ nennt. Dieser massenmediale Umgang mit dem weiblichen Geschlecht erklärt vielleicht auch den Ausspruch „die Frau, das rästelhafte Wesen“, stützen wir unser Wissen doch auf Dokumentation und Überlieferung. Analysierte man tausende Einzelhefte, die sich als Journalismus für und über Frauen verkaufen, bliebe nur die Erkenntnis: über Frauen wissen wir so gut wie nichts. Wohl aber über Lippenstiftfarben, Hosenschnitte und Faltencremes.

Die Bilder, die Journalismus heute von Frauen produziert, beschreiben noch nicht einmal einen geringen Prozentsatz der weiblichen Bevölkerung. Die Stereotype, die sich in engen Altersgrenzen und Gewichtsvorgaben bewegen, in einer kleinen Palette von beruflichen Tätigkeiten, Lebensentwürfen, Interessen, die nur eine winzige Bandbreite ethnischer und sozialer Herkunft kennen, gestehen selbst den klassischen Leserinnen von Lifestyle-Magazinen nicht mehr Persönlichkeit zu, als das seichte Kratzen an Äußerlichkeiten und Freizeitvertreib zulässt. „Wundern die Leserinnen sich nicht über die Merkwürdigkeit, dass sie auf 200 glänzenden Seiten vor allem als Konsumentin angesprochen werden, dass aber der ganze Lebensbereich, in dem sie das Geld für diesen Konsum verdienen, ausgeklammert wird? Und ist dieser Lebensbereich und überhaupt der Alltag normaler Frauen so langweilig und schrecklich, dass er in Frauenzeitschriften keinesfalls oder nur in Ausnahmefällen – dann meist als Schicksalsgeschichte – thematisiert werden darf?“, fragte die Autorin Susanne Klingner in einem Beitrag für den „vorwärts“. Wundern sich Frauen nicht, dass auf einer roséfarbenen Website, die laut Selbsttext all das verspricht, was Frauen wissen wollen, als meist gelesener Artikel „Der perfekte Blowjob“ präsentiert wird? Wundern sich Journalistinnen und Journalisten, die diese Illustrierten und Online-Portale gestalten und sie mit Texten befüllen nicht, dass sie die immer gleichen Themen in andere Worthülsen kleiden, die weder für das Agieren in ihrem beruflichen Alltag noch nach Redaktionsschluss von praktischen Nutzen, von Erkenntnisgewinn, für Gesprächsstoff mit Familie und Freunden zu nutzen sind?

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Die amerikanische Fernsehjournalistin und Rechtswissenschaftlerin Lisa Bloom hat sich gewundert. Die Entwicklung des Journalismus, des Medienkonsums von Frauen haben die CBS-Reporterin sogar so geärgert, dass sie ein Buch darüber geschrieben hat. Nicht nur sie, erzählt sie in einem Interview mit dem Wirtschaftsportal Forbes, auch ihre Kolleginnen und Kollegen, seien frustriert darüber, dass sie über Prominentenklatsch berichten müssten. Ihre Streitschrift „Think – Straight Talk for Women to Stay Smart in a Dumbed-Down World“ richtet sich jedoch vordergründig nicht an die Medien, die in Magazinen, im Fernsehen, im Netz den Informationsmarkt mit Celebrity-Meldungen überschwemmen. Lisa Bloom wendet sich an die Konsumentinnen: „Ich wollte ein sehr ehrliches Buch schreiben, dass Frauen alarmierend darauf hinweist, was gerade passiert. Ich möchte darüber aufklären, warum ich ernsthafte Themen nicht im Programm platzieren konnte und warum. Produzenten sagen mir, die einzigen Sendungen die Frauen schauen werden sind über Stars und Sternchen. Ich glaube einfach nicht, dass das wahr ist.“

Bloom kritisiert zu Recht, und dieses Phänomen lässt sich ohne weiteres aus der amerikanischen Medienlandschaft in die deutsche übertragen, dass Journalismus sein Publikum durch verdummte Berichterstattung derart überfüttert und lähmt, dass eine Reflektion des eigenen Konsumverhaltens kaum noch möglich ist. Die vermeintliche Analyse der Medienproduzenten, Frauen würden keinen Qualitätsjournalismus nachfragen, ist ein hausgemachtes Ergebnis. In den Recherchen zu ihrem Buch befragte Bloom Studentinnen und erzählt daraus folgende Anekdote: „Die überwiegende Mehrheit der College-Studenten konnte mehr Kardashians (eine US-amerikanische Promintensippe) nennen, als militärische Einsätze, in denen die USA gerade verwickelt ist. Jeder dieser Studentinnen und Studenten war über sich selbst erschrocken, als sie dies feststellten.“

Eine der Lösungen des Dilemmas einer Medienfront gegenüber zu stehen, die sich Frauen an Kiosken und im Nachmittagsprogramm darbietet und ihnen kritische Information und Denkanstöße verweigert, sieht Lisa Bloom in der aktiven Nutzung der digitalen Medien: „Ich möchte, dass Frauen selbst anfangen zu denken, dass sie selbst recherchieren, was ihnen wichtig ist. Wir haben einen noch nie da gewesenen Zugang zu Informationen, fast alle von uns können über Google glaubwürdige, zuverlässige Antworten zu den Fragen unseres Lebens bekommen. Wir sollten wieder uns selbst vertrauen, nicht auf andere hören.“

Dass Mädchen und Frauen zu dieser selbstständigen Informationspolitik gelangen, setzt einmal wieder bei der Bildung an, die Kinder Zugang zu digitalen Medien ermöglicht und sie zu Recherche anleitet, ihre Neugierde weckt. Erst auf dem Politcamp am vergangenen Wochenende in Bonn erzählten Schüler und Lehrer aus dem Alltag an deutschen Schulen, der Kinder in ihrem Lernumfeld am Erwerb dieser Kenntnisse hindert. Mangelnde technische Ausstattung, aber auch Netzsperren, die an Schulen Youtube sperren sowie soziale Netzwerke, oder Begriffe aus den möglichen Suchen herausfiltern. Das bemerkenswerteste Beispiel, von dem eine Schülerin berichtete, war die Blockierung des Keywords „Abtreibung“ an den Rechnern ihres Gymnasiums. Zu Prominentenklatsch konnte sie vermutlich unbeschränkt surfen.

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„Die eventuell beste Redaktion ist aber meine Peergroup“, las ich in dieser Woche in meinem Twitterstream. Ich bekomme Linktipps, ich empfehle Texte, ich lese über die Woche verteilt vermutlich in 100 verschiedenen Medien. Unter dem Dach welches Mediums ein Text erscheint, ist mir egal, so lange der Inhalt stimmt. Am ehesten binde ich mich an kluge Autoren. Dass Journalistinnen und Journalisten nicht revoltieren gegen den Müll, den sie in ihren Großraumbüros produzieren müssen, dass sie vom System so dröge gemacht worden sind, dass ihnen egal ist, dass sie ihre Leserschaft nicht ernst nehmen. Dass keine Reporterin Lust verspürt Maria Furtwängler, die als emanzipiertes Aushängeschild des Verlagshauses Burda durch die Talkshows tingelt, zu fragen, ob sie sich nicht schäme, dass die Zeitschriften aus ihrem Haus Frauen systematisch unterschätzen, während sie in einem elitären Zirkel den Aenne-Burda-Award für Creative Leadership verleiht. Dass die Talkshowdamen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens nicht aufgeben und keine Lust mehr haben, mit den immer gleichen alten Männern und auskunftbereiten Niedriglöhnern Betroffenheitsfernsehen zu machen.

Dass diese Journalisten aber auch nicht merken, dass ihr Verzicht auf Bericht ihre Geschäftsgrundlage zerfrisst, da auch der letzte Werbekunde irgendwann erkannt haben wird, dass die gebildete, finanzkräftige, urbane Zielgruppe, von denen die Marketingabteilungen der Frauenmagazine schwärmen, sich nicht mehr in gedruckten Magazinen informiert, da diese ihre Bedeutung als modische Wegweiser zunehmend verlieren. Zum einen qualifiziert sich das Konglomerat der Fashion- und Beauty-Magazine nicht als Modejournalismus. Ernsthafter Modejournalismus findet sich nur noch in Nischenmagazinen statt, bisweilen im Feuilleton. Was Verlage in Deutschland als Style-Magazine verkaufen sind Anzeigensammlungen, die seitenweise Produkte abbilden und sie lediglich um die Nennung des Designers und den Preis ergänzen oder die Stücke an C-Prominenten auf PR-Events in Berlin Mitte zeigen. Sie sind lieblose, schlanke Bestellkataloge mit der Zugabe von Diätrezepten und Holywood-Nichtigkeiten. Doch Online-Boutiquen haben den Service der modische Empfehlung und Kommentierung längst aus dem Magazinmarkt herausgelöst und in ihr Geschäftsmodell integriert. Die digitale Aufbereitung des Einkaufserlebnisses ist der Printvariante maßlos überlegen, die shopeigenen E-Magazine können ihren alten Printschwestern getrost das Wasser reichen.

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Frauen würden Magazine lesen; ihnen bleibt nur das Blättern. Die Feigheit der Verleger ist: sie haben sich bislang niemals an ein Frauenmagazin gewagt. Das publizistische Sortiment, das sich an die weibliche Bevölkerung richtet, besteht aus einer Aneinanderreihung von Textfetzen zu Interessengebieten, die von Frauen gewohnheitsmäßig nachgefragt werden. Am Kiosk können wir wählen zwischen Schminkschichten-Zeitschriften, Gymnastikzeitschriften, Magerquark-Zeitschriften, Bis-zur-gläsernen-Decke-Zeitschriften, Schick-auf-dem-Spielplatz-Zeitschriften.

Sie bilden damit nur einen Bruchstück der Interessen ab, die den Alltag von Frauen bestimmen. Sie erkennen nicht, dass das, was Frauen verbindet, nicht in Saisonfarben, Sextipps und Starhochzeiten zu finden ist. Die Magazine haben außerdem den gesellschaftlichen Wandel der letzten Jahrzehnte sorglos ausgeblendet. Immer mehr Frauen studieren, arbeiten, arbeiten in Vollzeit, ernähren ihre Familie, entscheiden sich gegen heteronormative Lebensentwürfe und Kinder; immer mehr Frauen erziehen ihre Kinder ohne Partner groß, immer mehr Frauen leben in Armut. Die Ansprache der relevanten Lebensbereiche von Frauen durch das durchschnittliche Frauenmagazin ist so gering, dass eine Bindung an einen Titel kaum nicht erreicht werden kann. Denn die Treue einer Leserschaft ist nur zu gewinnen, wenn die Inhalte sich auch in der Lebenswelt der Leserin verankern können, nicht nur in einer Traumwelt. Wer heute in einem „Frauenmagazin“ blättert, weiß, dass er nicht erwarten kann, darin zu erfahren, wie er die Herausforderungen des Alltags meistern kann oder Anstöße bekommt, die Welt kritisch weiter zu denken. Die Lektüre in der künstlichen Welt der Schönheit, des Luxus und der guten Laune ist zwar legitime Flucht in entspanntes Dösen in der Prinzessinnenblase, doch den Hunger stillt sie nicht. Dass der Medienmarkt für Frauen gesättigt sei, können nur Menschen behaupten, die glauben, dass Frauen sich allein von Salat ernähren. 

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23 Lesermeinungen

  1. War überfällig,...
    War überfällig, danke!
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    „Die Feigheit der Verleger ist: sie haben sich bislang niemals an ein Frauenmagazin gewagt. “
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    Jein, die BRIGITTE war mal eins.
    Damals, als ich sie noch gelesen hatte, sogar Abo.
    Das ist jetzt 20 Jahre her.
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    Hab jetzt noch keine Medienanalyse gemacht speziell über Frauenblätter, doch ich stelle mal die erfrischend haarige These auf, dass es
    A. daran liegen könnte, dass meist männlich geführten Verlage meist männliche Chedredakteure auf Frauenblätter drauftun. Die eben
    B. deutlich aus Anzeigengründen als Konsum-, Schmink- und Klatschblätter positioniert sind. Immer diese marketingverblödeten Positionierungstechniken, die sich an Anzeigenkunden richten, echt doof. Nur, wer soll sonst diese dicken Hochglanzpostillen bezahlen, wenn nicht Estée Lauder oder L’Òreal? Oder BMW?
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    Frauen, die wirklich lesen statt blättern wollen, haben sich noch nie Frauenblätter gekauft, sondern gleich den unisex New Yorker unter den Arm geklemmt. Aber vielleicht bin ich da auch nur wieder einem gezüchteten Vorurteil aufgesessen, welches Ursache mit Wirkung verwechselt: WEIL einfach nix da ist aus dieser Ecke, liest frau woanders. Und nicht weil es sie nicht interessieren könnte.
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    Next: Typisch frauenbezogene Themen gibt es in meinen Augen eh kaum. Selbst Abtreibung, Schwangerschaft oder das berüchtigte glass ceiling sind keine reine Frauensache. Zumindest ich sehe diese (anders als das früher skandierte „Mein Bauch gehört mir!“) immer im Kontext zum Mann, zur Gesellschaft und ihren Erwartungen. Warum sollten solche wichtigen Themen in einem (neu gegründeteten?) Blatt verschwinden, das vorzugsweise von Frauen gekauft werden soll?
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    Ich will, dass solche journalistischen Beiträge, wenn sie denn wertvoll sind, alle lesen. Ab in die FAZ, ab in die ZEIT oder ab sonstwohin damit, aber nicht in typische Frauenblätter. Darin werden sie 50% der Bevölkerung vorenthalten. Frauenthemen gehen alle an, und ich finde das gut so, dass sie eben nicht in Pfannkuchen-, perfect-Housekeeping- und Modeblättern verschwinden.

  2. Es ist ein Minenfeld - ich...
    Es ist ein Minenfeld – ich glaube auch nicht an typische Frauenthemen, was sollen die sein, ich glaube aber daran, dass sich die Art der Berichterstattung, der Ton, die Themenwahl sanft ändern, sobald mehr Frauen schreiben und Ideen einbringen können. In der Leserschaft profitieren davon alle. Wie hat es z.B. der Sportteil geschafft, sich so zu etablieren (mit einem deutlichen Fokus auf Männersport)? Gute Stücke, die ich eher als ein Frauenthema einstufe, finden sich auch in Nachrichtenmagazinen, Tages- und Wochenzeitungen. Aber leider zu wenig. Ich liebe die „brand eins“, ich würde aber durchaus gerne einmal über Mode, Gesundheit, Arbeit aus Frauenperspektive hören, ohne wie eine Erstklässlerin angesprochen zu werden.
    .
    Ich habe kürzlich auch einen bösen Text über die neuen „Männermagazine“ wie Beef oder Business Punk gelesen. Die Herren werden ja auch gerne unterschätzt. Der Mittelweg zwischen völlig verblödet und schöngeistig verklärt scheint nicht in Sicht.
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    Ich hätte übrigens keine Bedenken, dass ein gutes „Frauenmagazin“ nicht genügend männliche Leser finden würde. Das folgere ich aus meinen Beobachtungen, wie viele Männer ich gesehen habe, die durchaus eines der herumliegende Damenzeitschriften zur Hand nehmen und darin lesen und blättern. Umgekehrt mache ich es übrigens ähnlich. Was ich am Frankfurter Bahnhof noch erworben habe war das Männermodemagazin „Man about town“.

  3. Ja, stimmt.
    Männer blättern...

    Ja, stimmt.
    Männer blättern gern mal in der Wogü, lesen gerne mal die Cosmopolitan :-)
    Kann ich bestätigen. Vielleicht wegen der Diät-Vorschläge?

  4. Wieviel Millionen Mal...
    Wieviel Millionen Mal verkaufen sich (zusammen) all die „Frauenzeitschriften“ pro Woche? Solange diese Absatzzahl stimmt, kann ich der Autorin nur begrenzt folgen – offensichtlich gibt es Millionen von Frauenm, die sich in diesen Zeitschriften entweder wiedererkennen oder sie zum tagträumen nutzen. Das ist wie mit der BLÖD – solange sie von Millionen Männern gekauft wird, gibt es einen Markt für den journalistischen Müll, den sie produziert. Und auch mir als Mann gefällt dass Bild nicht, dass sich dadurch über eine spezifische Gruppe von Männern ergibt, aber ich komme deshalb nicht auf die Idee, den BLÖD Machern zu unterstellen, sie würden an ihrer Zielgruppe vorbei berichten. Ganz nebenbei gibt es ohnehin immer weniger Medienprodukte, die sich an intelligente und selbständig denkende Menschen wenden …
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  5. Ist es nicht seltsam, dass...
    Ist es nicht seltsam, dass einem Großteil der Print-Verblödungsmaschinerie (nicht nur bei Frauenmagazinen) ausgerechnet zwei Frauen vorstehen:
    Frau Springer und Frau Mohn?
    Die Schlacht gegen die beiden kann womöglich tatsächlich nur noch im Netz gewonnen werden, aber auch da sehe ich zunehmend schwarz (bzw. pink).

  6. @Vroni
    "WEIL einfach nix da...

    @Vroni
    „WEIL einfach nix da ist aus dieser Ecke, liest frau woanders. Und nicht weil es sie nicht interessieren könnte.“
    Genau so ist es. Ich greife also zu brand eins, Geo oder Palstek (technisches Magazin für Segler).
    Und das schönste Beispiel ist meine Mutter. Sie liest die „Landlust“ und das nicht, weil sie die Sehnsucht nach dem Landleben plagt, (da lebt sie schon seit Jahrzehnten), sondern weil diese Zeitung u.a. den Vorzug hat sie mit Prominentklatsch und Diäten jeglicher Art zu verschonen.

  7. Windsbraut,
    und wenn etwa DA...

    Windsbraut,
    und wenn etwa DA wäre in der Frauenblätterecke,
    gehöre ich mitterweile zu den widerborstigen Trotztypen, die dann absichtlich nicht mit einem Frauenmagazin, egal welches, ob geläutert oder nicht, erwischt werden wollen. Aber auch nicht mit der FHM und GQ. Todpeinlich.

  8. Leider offtopic, aber dieser...
    Leider offtopic, aber dieser kleine querulatorische Hinweis muß einfach sein, (die Gelegenheit ist einfach zu schön):
    Bei der Übertragung des Interviews von Lisa Bloom bei Forbes aus dem Englischen ins Deutsche hat sich eine (typisch deutsche) Verwirrnis eingeschlichen, die zu der Frage führt, ob die befragten „college-students“ männlichen, weiblichen oder beiderlei Geschlechts waren (der Kontext spricht für zweiteres)…
    >> In den Recherchen zu ihrem Buch befragte Bloom Studentinnen und erzählt daraus folgende Anekdote: „Die überwiegende Mehrheit der College-Studenten konnte mehr Kardashians (eine US-amerikanische Promintensippe) nennen, als militärische Einsätze, in denen die USA gerade verwickelt ist. Jeder dieser Studentinnen und Studenten war über sich selbst erschrocken, als sie dies feststellten.“ << Sprechen und schreiben wir doch einfach wieder neutral von "Studenten" und wenn - wie hier - eine Präzisierung naheliegt von "Studentinnen" (oder könnte man den "männlichen Studenten" auch "weibliche Studenten" gegenüberstellen?).

  9. @ThorHa: Mir geben die...
    @ThorHa: Mir geben die Millionenauflagen der Frauenzeitschriften nicht zuletzt vor dem Hintergrund zu denken, dass die Frauen in meinem Kollegen- und Bekanntenkreis mit diesen gedruckten Zerstreuungangeboten eher wenig anzufangen wissen. Aber da guckt auch niemand Vorabendserien und dergleichen. Aber wie Sie richtig sagen, daraus kann man nicht ableiten, dass dies alles an der Zielgruppe vorbeiginge.
    .
    Oder nehmen wir doch mal Programmzeitschriften: Da konkurrieren mindestens zwei Dutzend mit den mehr oder weniger gleichen Programmauflistungen um das TV-Publikum, das sich die Infos genausogut aus dem Netz ziehen oder einen EPG benutzen könnte. Ich schaue seit über acht Jahren praktisch kein Fernsehen mehr, stelle aber fest, dass diese Freizeitbeschäftigung doch immer noch viele vors Gerät bannt – und sei es, um sich irgendwelche angesagten US-Serien staffelweise auf DVD reinzuziehen. Kann ich aber auch gut drauf verzichten…

  10. Bravo, eine geistreiche...
    Bravo, eine geistreiche Analyse. Das zu lesen gibt Hoffnung.

  11. Auch wenn man hier gleich...
    Auch wenn man hier gleich rausfliegt: Frauenzeitschriften zeigen bevorzugt schöne junge Frauen mit wenig Kleidung. Weil Männer hinschauen? Die gedeckelte Wahrheit ist: Frauen schauen sich das an. Frauen, nicht Männer. Aber wo darf man das sagen?

  12. Ob Lady Gaga zuletzt Fleisch...
    Ob Lady Gaga zuletzt Fleisch oder Gemüse trug, Brangelina zusammen oder getrennt sind, oder Prinzessin xyz von der emotionalen Kälte des Palstlebens angekotzt eine veritable Anorexie zelebriert, interessiert uns Mädels eben mehr als Finanzkrise, Staatsverschuldung und die Sicherheit der Alterseinkommen. Das sind so typische Männerthemen, über die ich in meinen Lieblingsjournalen nichts lesen möchte. Ich will Berührungspunkte zu meiner Lebenswirklichkeit, will mich wiederfinden in den Themen. Die Verteidigung der Demokratie überlasse ich dem Spiegel, die Verteidigung der Jungfräulichkeit der Emma, ich lese Frauenzeitschriften, um meine kleine Welt gegen die Zumutungen der Realität zu verteidigen. Vor allem lese ich sie aber, damit ich nicht den Anschluss an meine Peergroup verliere, in der auch alle auf der Suche nach dem Mainstream die ewig selben Journale durchblättern. Denn seinen wir ehrlich zu uns selbst – und das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen – im Mainstream lebt es sich ganz kommod, jede Abweichung bedeutet Unsicherheit und Anstrengung. Vor nichts fürchtet sich Frau (Männer vielleicht auch, aber nicht so sehr) so sehr, wie Fehler zu machen, und die Normierung, die Frau in ihrer spezifischen Zeitschriftenwelt findet, schützt davor. Und weil auch ich nichts falsch machen will, wäre ich dankbar, wenn mir eine der Mitkommentatorinnen noch erklären würde, wie man einen Blowjob richtig macht – das muss ich überlesen, äh, überblättert haben.

  13. @ Nepomuk: Als ob es irgendwo...
    @ Nepomuk: Als ob es irgendwo verboten wäre, solche Trivialitäten von sich zu geben. Dieses Pseudotabubrechertum wertet Ihren Beitrag im übrigen auch nicht auf.

  14. @ Nepomuk "Aber wo darf man...
    @ Nepomuk „Aber wo darf man das sagen?“
    Hier. Weswegen Sie es ja auch schon getan haben. Mit dem Pathos des Tabubrechers („Gefahr! Seht, wie mutig ich bin“). Womit Sie sich – zumindest für mich – lächerlich gemacht haben. Aber wenn´s Ihnen dadurch besser geht …
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  15. @MarcoSDN:
    Das ist im...

    @MarcoSDN:
    Das ist im wesentlichen, was ich am Blogeintrag kritisiere – die Verwechslung „meiner“ ganz persönlichen Erfahrung mit der ganzen Bandbreite von Realität. Dieser Trugschluss liegt für Menschen nahe, nur sollten professionelle Journalisten dagegen besser gerüstet sein als der Durchschnittsmensch.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  16. @GridGirl "Und weil auch ich...
    @GridGirl „Und weil auch ich nichts falsch machen will, wäre ich dankbar, wenn mir eine der Mitkommentatorinnen noch erklären würde, wie man einen Blowjob richtig macht“
    Pruuuuust. Ich ziehe mich – das hier ist schliesslich ein seriöses Medium – auf einen Allgemeinplatz zurück: Übung macht den Meister.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  17. @ThorHa ... aber Nepomuk sagt...
    @ThorHa … aber Nepomuk sagt wenigstens was zum Thema.
    Warum zeigen die Frauenzeitschriften denn IHRER Meinung nach diese Push-Up Barbies?

  18. www.missy-magazine.de...
    http://www.missy-magazine.de

  19. Sehr schöne Kritik!

    Ich...
    Sehr schöne Kritik!
    Ich frage mich bloß, ob die lesenswerten Texte für Frauen nicht inzwischen einfach online erscheinen. Genug tolle Online-Magazine/Blogs in der Richtung gibt es ja. Insofern würde die Strategie, Frauenmagazine zu Hochglanzwerbeprospekten zu machen fast schon Sinn machen: informierte LesserInnen kaufen sich die Hefte sowieso nicht (aber anscheinend ja doch, wenn man sich die Verkaufszahlen anschaut), und die aktuelle Zielgruppe wäre mit anspruchsvolleren Beiträgen überfordert (was man ja öfters hört, wenn man mit Redaktionen zu tun hat)
    Beispiele für tolle, sehr lesenswerte (Frauen-)Online-Magazine: Jezebel, The Hairpin, The Frisky, Bitch-Magazine etc. Gibt es da eigentlich etwas, was in deutscher Sprache damit mithalten kann?
    (Oh und witziges Detail am Rande: Bei Thought Catalog hat sich Tim Donnelly darüber beschwert, dass es keine mit Hairpin/Frisky/etc. vergleichbar anspruchsvollen Angebote für Männer gibt, sondern dass die Lad Mags genauso flach über Diäten, Autos, Motoren, Automotoren, Muskeln und „Babes“ berichten:
    http://thoughtcatalog.com/2011/where-have-all-the-dude-blogs-gone/)
    Grußgruß
    Dennis Kogel

  20. @ThorHa: Gegen die Versuchung,...
    @ThorHa: Gegen die Versuchung, eigene Erfahrungen und Mediennutzungsmuster über Gebühr zu extrapolieren, sind Journalisten auch nicht gefeit. Ich könnte gerade als Medienjournalist, dem auch das Thema Werbung nicht völlig fremd ist, viel darüber erzählen, wie und was sich unser Berufsstand unbewusst so alles in die Tasche lügt.
    .
    Was mich ein wenig immunisiert gegen die übermäßige Verallgemeinerung eigenen Verhaltens ist die Empirie. Berufsbedingt habe ich viel zu tun mit Reichweitenzahlen und deren Bewertung, also TV-Einschaltquoten, Auflagen und MA-Reichweiten in Print, Klickraten, IVW- und AGOF-Zahlen undundund. Und obwohl ich auch um jeweilige methodische Schwächen der unterschiedlichen Erhebungen weiß und die Zahlen nicht als Abbild absoluter Wahrheiten erachte, so zeigen sie doch Trends und Entwicklungen auf – und die vollziehen sich meist erheblich langsamer als es der Journalist mit seiner naturgegebenen Begeisterung für das Neue gemeinhin annimmt.

  21. @Oliver:
    Solange sie sichin...

    @Oliver:
    Solange sie sichin ausreichender Stückzahl verkaufen, zeigen die kritisierten Printmedien das, was ihre Leser sehen wollen. „Warum“ ist mir (und vermutlich auch den Blattmachern) herzlich gleichgültig, ich beteilige mich sehr ungerne an reiner Spekulation (manchmal vergnüglich, meist Zeitverschwendung).
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  22. mhh mir erschließt sich...
    mhh mir erschließt sich gerade die genderspezifische Problemlage nicht. Die inhaltsleere der Frauenzeitschriften ist soweit bekannt, aber das gleiche gilt ja auch für die Herrenmagazine jeglicher coleur.
    .
    wer mit dem holhbratzenangebot nichts anfangen kann konsumiert halt was anderes, z.B. politische Magazine (meiner meinung nach überwiegend genderneutral) oder special interest geschichten wie das angesprochene seglermagazin
    .
    auch das problem der verflachten berichterstattung (mode) ist nicht auf Frauenmagazine beschränkt. man denke nur mal an die gängige bereitstellung von Testobjekten in den Auto oder fahrradmagazinen.
    .
    in den meisten der angesprochenen Kritikpunkten sehe ich nur ein grundsätzliches strukturelles problem des journalismus und kein genderspezifisches.

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