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Unter Generalverdacht

| 84 Lesermeinungen

Staatliche Überwachungswut und wachsendes Misstrauen der Bürger schaukeln sich immer weiter zu einem Teufelskreis der Paranoia auf

„Jemand musste Josef K. verleumdet haben…“ beginnt Kafkas düsterer Roman „Der Prozeß“. Und bis zum Ende bleibt im Dunkeln, welches Vergehen dem Protagonisten eigentlich zur Last gelegt wird. Der Gedanke, dass K.‘s Verbrechen womöglich präemptiv gesühnt wurde, also bevor er es überhaupt begehen konnte, ist wohl nur den wenigsten Kafka-Interpreten gekommen. Und gestehe ichs offen, die werkimmanente Betrachtung legt diese Lesart auch nicht zwingend nahe. Aber angesichts aktueller technischer Entwicklungen scheint diese Variante zumindest nicht mehr völlig abwegig.

Bild zu: Unter Generalverdacht

Die Zeichen stehen an der Wand: Pre-Crime ist das nächste große Ding – und anders als im fiktiven Hollywood-Streifen „Minority Report“ braucht es auch keine hellseherisch begabten Mutanten, um Verbrechen vorherzusehen. Sondern einfach nur sehr große Datenpools und intelligente Algorithmen, die in der Lage sind, die richtigen Merkmals-Kombinationen zu erkennen. In Santa Cruz beispielsweise hat das dortige Police Department bestimmte Muster in der lokalen Verteilung von bestimmten Delikten wie z.B. Einbrüchen erkannt – und zwar mit ähnlichen rechnerischen Verfahren, mit der Software bei Erdbeben die Wahrscheinlichkeit von Nachbeben lokalisiert. Vergleichbar mit Nachbeben gibt es in der Kriminalistik auch so etwas wie Nachverbrechen – und entsprechend dieser erkannten Muster versucht die Polizei neuerdings, die Routen ihrer Streifenfahrten in der kalifornischen Kleinstadt zu optimieren.

Die Frage nach dem „wo“ mag da noch vergleichsweise trivial erscheinen, aber nach und nach nimmt das Erkenntnisinteresse der Ermittler das „wer“ genauer ins Visier. Das US-Departement of Homeland Security arbeitet an einem Verbrechensvorhersageprogramm, das anhand von Kriterien wie ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, Alter, Atemfrequenz und Herzschlag „böswillige Absichten“ erkennen soll, bevor sie in die Tat umgesetzt werden. Diese „Future Attribute Screening Technology“ (FAST) genannte Technologie wird dem Vernehmen nach derzeit an freiwillig Mitwirkenden aus der US-Heimatschutzbehörde getestet. Wobei die Behörde leider keinerlei Auskunft darüber gibt, welche bösartigen Absichten ihre beobachteten Mitarbeiter testweise offenbarten. Anhand von Video- und Audio-Mitschnitten kann das System jedenfalls auch Körpersprache, Schwankungen der Stimmhöhe und Lautstärke sowie die Atem- und Blinzel-Frequenz analysieren.

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Einen ersten Probeeinsatz in der freien Wildbahn hat FAST auch schon absolviert, wobei sich die federführende Behörde zugeknöpft gibt, in welcher Art von öffentlichem Raum das System zum Einsatz kam. Als spätere Einsatzorte nach der Serienreife kommen jedenfalls Flughäfen, Grenzübergänge sowie Sportstadien und Konzerthallen in Betracht. Gegenüber dem Newsportal cnet.com teilte ein Sprecher der US-Heimatschutzbehörde mit, dass FAST keinerlei personenbezogene Daten speichere und alle anfallenden Daten nur in anonymisierter Form verarbeitet würden. Zudem arbeite man ja mit freiwilligen Probanden. Ob dieses Statement seinen Speicherplatz im Netz auch dann noch wert ist, wenn das System mal ausgereift ist, darf bezweifelt werden. Wie sollte ein Opt-out denn noch möglich sein, wenn jeder Schritt und Tritt und jede Regung der Bürger im öffentlichen Raum gescannt wird?

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Gescannt und durchleuchtet wird auf alle Fälle, darüber braucht man sich keinen Illusionen hinzugeben. Doch nicht alles, was an Daten anfällt, muss der große Bruder auf die individuelle Ebene bis zu Winston Smith herunterbrechen. Auch im Aggregat sind Millionen Twitter-Nachrichten und Facebook-Statusmeldungen ein wertvoller Rohstoff. „Big Data“ heißt das Zauberwort, das Sozialforscher in die Lage versetzen soll, politische Krisen, Revolten, ökonomische Instabilitäten präziser vorherzusagen – so wie die Bewegungsdaten von Handys heute schon in Echtzeit-Verkehrsinformationen einfließen. „Dies markiert einen großen Schritt vorwärts“, sagt der Sozialforscher Thomas Malone vom MIT in Boston gegenüber der „New York Times“. „Wir haben viel mehr und viel genauere Daten zur Verfügung und immer bessere Prognose-Algorithmen im Einsatz, und das ermöglicht uns Vorhersagen, die früher schlechterdings unmöglich gewesen wären.“ Die US-Regierung hat bereits Interesse angemeldet und über die wenig bekannte Regierungsstelle Intelligence Advanced Research Projects Activity (IARPA) ein auf drei Jahre befristetes Forschungsprojekt ausgeschrieben, das in Lateinamerika „big data“ zur weiteren automatisierten Auswertung sammeln soll. Es geht dabei um nichts Geringeres als um das Installieren eines „Auges im Himmel“, wie es in der Ausschreibung heißt.

Wer nun glaubt, Europa wäre immun gegen solche Komplett-Überwachungsphantasien, hat noch nie von INDECT gehört. Dieses Kürzel steht für „Intelligent information system supporting observation, searching and detection for security of citizens in urban environment“. Kurz gesagt geht es darum, die feuchten Träume aller Law-and-Order-Fetischisten technisch zu verwirklichen. Die Initiatoren reden von Sicherheit und meinen komplette Ausforschung und Überwachung – und die Verknüpfung aller möglichen Daten aus vielerlei Quellen, um mit Hilfe automatisierter Suchroutinen „Gewalt“, „Bedrohungen“ und „abnormalem Verhalten“ blitzschnell auf die Spur zu kommen. Als Quellen kommen dabei nicht nur das Internet und Mobilfunkdaten in Betracht, sondern auch Bilder von Überwachungskameras und sonst alles, was man so an Datenspuren hinterlässt. Das eigentlich erschreckende daran ist weniger, dass diese Instrumentarien zur Verbrechensbekämpfung herangezogen werden. Im Rahmen einer konkreten Strafverfolgung ist da heute schon sehr vieles möglich. Das eigentlich Fatale daran ist, dass es bewährte rechtstaatliche Prinzipien wie die Unschuldsvermutung aushebelt und uns alle mit dem Hinweis auf Gefahrenabwehr unter Generalverdacht stellt.

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Wo das langfristig hinführen könnte, haben Schriftsteller wie George Orwell oder Philip K. Dick in neo-kafkaesker Weise eindringlich beschrieben. Aber die unmittelbaren gesellschaftlich-politischen Folgen kann man bei Robert Anton Wilson im Vorwort zum „Lexikon der Verschwörungstheorien“ nachlesen: „Daher werden die Leute immer feindseliger und „paranoider“ gegenüber dem Staat; und die Regierung, die das merkt, wird immer nervöser wegen irgendwelchen „Militanten“ oder „Kulten“ oder „Hippies“ oder „Extremisten“, die sich überall aufhalten und alles mögliche aushecken könnten. Daher stellt die Regierung mehr Lauscher und Abhörer ein, legt mehr Wanzen und spioniert das Volk mit immer größerem Eifer aus. Diese seltsame Schleife wird schnell zum Teufelskreis, da sich die staatliche Paranoia und die des Volkes in Sachen Staat gegenseitig aufschaukeln.“

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84 Lesermeinungen

  1. Al-Quaida hat also doch...
    Al-Quaida hat also doch gesiegt: Terror, also Angst, besiegt die Rechtstaatlichkeit.
    Man stelle sich nur vor, dass das gesamte Instrumentarium in die Hände eines leicht totalitär eingestellt Populisten fällt.
    Mir wird Angst und Bange.
    (Leicht off-topic: Gut, dass die Piraten gg. den bayerischen Innenminister Anzeige erstattet haben…)

  2. Ja, die Älteren unter uns...
    Ja, die Älteren unter uns wird das Ganze an 1977 und die Folgen erinnern. Rasterfahndung und Generalverdacht gegen alle, die auch nur entfernt den Eindruck machten, von Moskau ferngesteuert zu sein. ;-(

  3. Wie ja überhaupt die...
    Wie ja überhaupt die Prävention mittels dieser neuen IT- Techniken unter Einbeziehung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit, z.B mit Facebook, mit quasistaatlichen Institutionen einen ungeahnten Aufschwung versprechen.
    Auf das direkte, personengebundene IM-Wesen kann zukünftig weitestgehend verzichtet werden.

  4. Einen generellen...
    Einen generellen Generalverdacht wird es nicht geben, denn dieser würde sich ja auch auf die Polizei erstrecken.

  5. Sinnvolle Prävention:

    Es ist...
    Sinnvolle Prävention:
    Es ist keine Kunst vorauszusehen, daß in Vierteln wo Leute drogenabhängig sind die Anzahl der Fälle von Beschaffungskriminalität drastisch steigt. Es ist auch kien kunst vorauszusehen, dßa dort wo in rauhen mengen Alkohol konsumiert wird es mit an Sicherheit grenzender Wahsrcheinlichkeit (enthemmende Wirkung) eher zu Schlägerein kommt als ohne.
    Prävention wie strunzdumme Emanzen sie verstehen:
    JedermanN ist ein potentieller Gewalttäter.

  6. "derzeit an freiwillig...
    „derzeit an freiwillig Mitwirkenden aus der US-Heimatschutzbehörde getestet“
    Glaubt ihr wirklich jemand der weiß daß er überwacht wird verhält sich so wie wenn er nciht übberwacht wird?
    Und sollte es umgekehrt sein: Ist das Ausraten mehr oder minder zielgerichtet gegen eine Überwachunsgtmaßnahme nicht legitime Gegenwehr/Notweh (zur Wahrung nach Art 20 Abs 4 GG?).
    PFUI Soziologen/Psychologen/Polizisen/Juristen verpissst euch aus der Privatsphäre von Staatsbürgern und wenn euch jemand in Notwehr einen Kopf kürzer macht dann hat derjenige meinen Respekt wohingegen ihr mein Mitleid nicht verdient wohl aber mein schadenfreudiges Grinsen.

  7. Ich hab es den Piraten schon...
    Ich hab es den Piraten schon geschrieben: Der Inhalt meines Bildschirmes ist nicht bestandteil irgendwelcher AGBs. Vielmehr ist zu klären inwieweit sich Inhalteanbieter meinen Regeln der Darstellng ihrer Inhalte auf meinem Bildschirm zu unterwerfen haben. Denn deren Zeug befidet sich in meinem Arbeitsspeicher in meinem Cache iund der kriecht über meinen Router und mein Netzwerkkabel.

  8. "... Sozialforscher in die...
    „… Sozialforscher in die Lage versetzen soll, politische Krisen, Revolten …“
    Wenn ich so einen Sozi – froscher (sic!) erwische ist er einen Kopf kürzer. denn genau
    das ist der Unterschied zwischen freier Rede / Presse die als „read/write Recht“
    übrigens Jedem uneingeschränkt zusteht
    – allein die Spionage in nichtöffentlichen Medien zu denen man sich durch Ein-/Segeklbruch Zugang verschafft ist im GG ausgenommen – da kann schon der falsche dns-Server für den fall „Hostheadername/DNS“ sichert Inhalt des Webservers oder eine geheime URL als hinreichende verschlüsselung gelten – deren Ausforschung einem Einruch gleichkommt [dabei wäre dann jeder 404 Fehler ein Einbruch] –
    und der Gleichschaltung und Regulierung der dann nicht mehr freien Meinung – wie sie in totalitären Systemen oder religiös dogmatischen üblich ist.
    Wobei zugang im unternehmen heutzutage bedeutet und das muß den Usern klar sein:
    analog zu: der Hausmeister hat den Generalschlüssel zu allen Büros
    übersetzt auf die EDV: der Sysop hat den Generalschlüssel zu allen Daten

  9. Danke für den Rekurs auf...
    Danke für den Rekurs auf Wilson. Der mit der sich gegenseitig berechtigt hochschaukelnden Paranoia einen sehr wunden Punkt berührt hat. DIESE Gefahr ist viel grösser, viel gewichtiger und viel ernstzuhmender, als der insgesamt einhundertfache Einsatz von Staatstrojanern in den vergangenen 3 Jahren, immerhin immer bei konkreten Tatverdachten. Bei mir hat sie übrigens schon gewirkt – ich würde freiwillig keinem Staatsbeamten mehr die Wahrheit über irgendetwas sagen, es sei denn, ich komme zur Vermeidung materieller Nachteile nicht darum herum. Und war schon 1987 bei der Volkszählung 90, hatte insgesamt 23 Nachkommen und lebte mit 8 Personen auf 150 Quadratmetern mit Holzofen :-).
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  10. @Prs. Armed Jihad: Nettes...
    @Prs. Armed Jihad: Nettes Gedankenspiel – allerdings würde das nach meinem laienjuristischen Rechtsverständnis voraussetzen, dass die Inhalteanbieter Ihre spezifischen Richtlinien zur Kenntnis nehmen konnten.
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    @Wehrschutz…amt: Schön, das Sie Ihre Feststell-Taste noch lösen konnten. Als Ironie-Stilmittel taugt Caps Lock bis hinten hin ja nur bedingt. ;-)
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    @Bähring: Tja, was dem einen seine Notwehr ist dem anderen sein Widerstand gegen die Staatsgewalt:
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/folgenreicher-polizeieinsatz-in-rosenheim-achtung-ueberfall-1.1145077-2
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    @HansMeier555: Die Generäle selber, also die politischen Generalverdächtiger sowie ihre Exekutivorgane sind ja immer ausgenommen vom Generalverdacht, die schützen ja schließlich Recht und Ordnung, das versteht sich doch von selbst.

  11. Nixda teufelskreis: Der Staat...
    Nixda teufelskreis: Der Staat ist längst über das Ziel hinausgeschossen, das war er spätestens Mitte 2001. Der Rest ist Abwehr nach 20/4 GG.

  12. @20 Uhr 40: "(...) Vor dem...
    @20 Uhr 40: „(…) Vor dem Hintergrund der belegten Wirkungslosigkeit von Kontrolle und Überwachung auf die angebliche Gefahr durch den Terrorismus stellt sich insofern die Frage, ob nicht genau diese Entdemokratisierung der Gesellschaft und die zunehmende Reglementierung ihrer Bürger in der Absicht der Befürworter von Law & Order liegt.“ – schrieb Jacob Jung dieser Tage beim „Spiegelfechter“
    .
    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/6654/sicherheit-statt-freiheit-hintergrunde-zum-anti-terror-gesetz
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    @Thorsten Haupts: Nunja, aber gerade der Staatstrojaner schubst die Paranoia-Schaukel doch noch kräftiger an – vor allem, wenn man sich vor Augen hält, wegen welcher Bagatelldelikte dieses Mittel zum Teil eingesetzt wurde.

  13. @Marco Settembrini
    .
    Ha, wenn...

    @Marco Settembrini
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    Ha, wenn dem denn so wäre!
    Erst vor wenigen Tagen musste der Sprecher des Innenministeriums die Meute daran erinnern, dass die Unschuldsvermutung auch für die Bundesanwaltschaft gilt.

  14. Aber wenn man die Spirale noch...
    Aber wenn man die Spirale noch einmal weiter dreht, ergibt es immer noch keinen Sinn.
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    Was haben Politiker und Staatsbeamte denn bitte schön von der Entdemokratisierung und von der Ausweitung ihrer Befugnisse?
    Wo ist denn bitte schön der Verbrecher und wo ist die Opposition, die sie dann besser bekämpfen können als jetzt? Haben sie denn wirklich vor, die Angehörigen der „linken Szene“ in Berlin jetzt in irgendein Arbeitslager zu stecken? Oder denken sie, dass sich diese Szene in Luft auflösen wird, wenn man sie noch stärker überwacht?
    .
    Was werden ihnen all die schönen neuen Gesetze und Techniken noch nützen, wenn erst einmal hunderttausende demonstrieren? Oder das Recht, die Bundeswehr im Inland einzusetzen? Sie haben ja wohl nicht wirklich vor, davon Gebrauch zu machen?
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    Dass die Apparate ernsthaft eine Diktatur einführen wollen, sehe ich im Moment einfach nicht. Ich wüsste auch nicht, was sie sich davon versprechen.
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    Die früheren Diktaturen hatten klare Ziele: Hitler wollte Krieg führen und die Juden ermorden, die SED wollte den Kapitalismus abschaffen — beides war unter demokratischen Bedingungen nicht möglich, beides setzte eine Diktatur voraus. Den heutigen Regierungsparteien kann man derartige Ziele nicht unterstellen.
    .
    Trotzdem, der Wunsch und die Tendenz nach Ausbau und Stärkung des Machtstaates sind nicht zu übersehen. Wo aber ist der politische Sinn? Ihren fortschreitenden Legitimationsverlust können die etablierten Parteien so nicht aufhalten, und im Grunde wissen sie das auch selber ganz genau.
    .
    Folglich ist das wohl ein unreflektiertes, organisches Wachsen und Wuchern, das seinen Sinn selber nicht kennt, aber sich so verhält, weil es anders einfach nicht kann, und das sich solange fortsetzen wird, bis der politische Gegendruck zu stark wird. Vermutlich auch eine Folge der Überalterung der Gesellschaft im Allgemeinen und der CDU-Wähler im Besonderen, ein demenzbedinger Krampf- und Klammerreflex.

  15. @HansMeier555: Das ist...
    @HansMeier555: Das ist richtig, man hat zunächst dementiert um dann aber zuzugeben das Ding genutzt zu haben. Für die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe gilt: Deren Poststelle ist laut telefonischer Eigenauskunft (anläßlich/auf die nachfrage hin warum ein Fax nicht durchgeht) nicht durch Justizbeamte besetzt.
    (Erinnert mich an so durchgeknallte kommerzielle DATEN-(vonihremeigentlichenerhebunsgrund)-ZWECK-ENTFREMDER.)
    Allein das geht schonmal gar nicht.
    Immerhin geht es um wohl nicht nur monetär sondern auch politisch motivierte Straftaten gegen den Staat seitens eines Polizei/Juristenkartells im OLG Bezirk Frankfurt/Main. Konkreter Vorwurf: Gezielte Verfahrensverschleppung, Rechtsbeugung ….

  16. Tatsache ist: Wir befinden uns...
    Tatsache ist: Wir befinden uns mitten im 3. Weltkrieg, einem Religionskrieg.
    Dem liegt die Überlegung der Einheit von Religion und Territorium zugrunde (nicht: die Juden sind eine religiöse Gruppierung unter vielen in Palästina, sondern die Juden sind ein Volk also eine Nation mit territorialem Anspruch auf Grund und Boden in Palästina),
    Nicht die Christen sind Bestandteil einer aufklärerischen Kultur die sich vor allem durch PROTEST GEGEN das System von Gottesgnadentum (also kirche=/kirchlicher Legitimation) also KLERUS/ADEL gegründet hat, nein
    die Zugehörigkeit zu einem Volksstamm, also die ETHNIE und die RELIGION sollen eine EINHEIT bilden.
    Oder um es anders zu formulieren:
    die RELIGIÖSEN versuchen gerade die Nationalstaaten und ihre Bündnissesysteme zu unterwandern (EU/Nato).
    Und das fängt an bei solchem Schwachsinn wie die unbefeleckte Emfpängnis die sich im § 1626a BGB niederschlägt.
    Das ist religiöser Terrorismus und sexistische Männerverachtung!

  17. @HansMeier555: "Haben sie denn...
    @HansMeier555: „Haben sie denn wirklich vor, die Angehörigen der „linken Szene“ in Berlin jetzt in irgendein Arbeitslager zu stecken?“
    Natürlich. Die Konsequenz von Hartz4 – das Zusammenstreichen der Sozialhilfe auf Null kann nur eine Konsequenz haben wenn jeanmd damit nicht einverstanden ist den Arbeitstaklaven von Zahlvater Staat für eine Emanzenrepublik zu geben: Arbeite für die Alleinerziehendenallesdarfnichtsmussrepublik Deutsch-Amazonien oder Stirb.
    Das probieren die auch aus. ICH HABE GESICHTRERT ERKENNTNISSE VON LEUTEN DIE SEI MONATE LANG HABEN AUSHUNGERN LASSEN und DIE SIE VERSUCHT HABEN IN DIE OBDACHLOSIGKEIT ZU DRÄNGEN.

  18. > Oder das Recht, die...
    > Oder das Recht, die Bundeswehr im Inland einzusetzen?
    Die Bundeswehr darf als Verteidigungsarmee nur im Inland (Grenzen der BRD) eingesetzt werden!
    Inland != Aufgaben der Inneren Sicherheit.

  19. @HM555: Sie sagen es. "Die...
    @HM555: Sie sagen es. „Die Natur verfolgt keine Ziele. auch die Evolution nicht, sie findet einfach statt.“ so kommentierte anderl meinen vorigen Beitrag, und mit kleinen Einschränkungen können wir das auch für unser politischeres Thema heute übernehmen. Es muss nicht unbedingt einem inhärenten Sinn und Zweck folgen, wenn sich bestimmte Entwicklungen als Resultanten verschiedener politischer Krafteinwirkungen ergeben. Ich glaube ja nicht unbedingt an die Steuerung aller relevanten politischen und ökonomischen Prozesse durch die Bilderberger, das Kommittee der 300 oder die Gnomen von Zürich, wenn ich es auch einfacher erklären kann. Und das, was Sie „ein unreflektiertes, organisches Wachsen und Wuchern“ nennen, „das seinen Sinn selber nicht kennt, aber sich so verhält, weil es anders einfach nicht kann und das sich solange fortsetzen wird, bis der politische Gegendruck zu stark wird“ halte ich für einen durchaus plausiblen Erklärungsansatz.

  20. Haben Sie Geduld mit mir, ich...
    Haben Sie Geduld mit mir, ich mag die Kürze, aber manchmal:
    Die Körper schützen die Lebendigkeit und Gesundheit des Selbst mit einem Immunsystem. Die T-Zellen, die „Wächter“ der Gesundheit, die vom Immunsystem erzeugt werden, durchlaufen eine mehrwöchige und mehrstufige Schulung, bevor sie in die Blutbahnen und den Körper entlassen werden, um Fremdes und Gefährdendes aufzuspüren und eventuell zu vernichten. Dieser Bereich der körpereigenen Gefahrenerkennung und -abwehr ist lebenswichtig und nie abgschlossen, denn die Natur sorgt ständig für Gefahrennachschub durch die Evolution aller Beteilligten. Ich könnte das Jetzt so stehen lassen und Viele würden wohl fragen, was hat denn das mit dem Thema zu tun. Viel.
    Die Lebendigkeit ist aus Schichten aufgebaut: das Mensch aus Organen, Muskeln, Knochen … diese aus Zellen, diese aus Molekülen, diese aus Atomen, diese aus Quarks, diese vielleicht aus Strings, nix genaues wissen Wir noch nicht. Die Gesellschaft von Menschen ist aus Menschen aufgebaut, diese aus … Wenn die Körper berechtigtes Interesse daran entwickeln, die Integrität und den Erhalt desSelben zu schützen, auch indem Eindringlinge abgewehrt und sogar vernichtet werden, ist nachvollziehbar, dass das auch eine Gesellschaft versucht und tut. Und Jetzt bin ich bei der oben implizit gestellten Frage: Wie tut das eine Gesellschaft, mit welchen Mitteln und was ist dabei das Feind?
    Doch noch sind Wir erst bei der Selbst-Erkenntnis, das Jede Form der Gemeinschaft eine Form der Hygiene braucht, um nicht zu verwahrlosen oder an Krankheiten zu leiden, oder zu früh zu sterben. Die Prozesse laufen, es gibt Geheimdienste, Polizei, Militär, an den Aussengrenzen Frontex und im Inneren das Gesundheitssystem, Schulen, Gerichte, Behörden und und und …, aber ist Uns das auch bewusst, das auch die Gesellschaften, die Wir bilden, wie Körper funktionieren, das Sie Lebendigkeit sind und sich auch als solche verhalten? Ein Zitat: „Und es gehen die Menschen zu bestaunen die Gipfel der Berge und die ungeheuren Fluten des Meeres und die weit dahinfliessenden Ströme und den Saum des Ozeans und die Kreisbahnen der Gestirne, und haben nicht Acht Ihrer Selbst.“ Francesco Petrarca, 1336.
    Ist Uns bewusst, das Wir inzwischen viele verschiedene „Gesellschafts-Köper“ in dieser Erde sind, mit vielfältigen Herangehens- und Umgangsformen mit dem „Eigenen“ und „Fremdem“?
    Ist das schon im Bewusst-Sein angekommen, das Wir 100% Lebewesen sind, nicht schlechter oder besser, als andere Lebewesen und das Wir dementsprechend auch funktionieren, von den Eingeweiden bis zu den Klein- und Grossgruppen, die Wir bilden? Wenn das in Aller Bewusst-Sein angekommen ist, sind Wir ein Stück weiter erwachsen, aus dem weitgehend unbewusst handelnden Tierreich und können aufrichtig und souverän über die Ausgestaltung Unserer Gesellschaften debattieren und die Modalitäten der Hygiene klären: Wie gehen Wir miteinander um?
    Wenn Wir friedlich, freundlich, aufrichtig und wahrhaftig miteinander umgehen, brauchen Wir keine ausgefeilteren Hygienemassnahmen, keine Trojaner und Scanner und sonstiges technisches oder hyperreales Zeugs mehr, auch keine Medien mehr, die versklavt vor der Macht herumliegen, wie in Minority Report, oder hab ich da jetzt was verwechselt, na Macht ja nix…
    Ja, Wir sind zerbrechliche Lebewesen und Wir brauchen den Schutz im Inneren und Wir brauchen den Schutz im Äusseren, aber wenn Wir reifer, offener und bewusster miteinander umgehen, brauchen Wir keine „Dienste“ mehr und dazu Bibliotheken voller Regeln und Gesetze, „Über“wachung und jede Menge Zäune und Mauern. Wie sagte Albert Schweitzer: Das Heil der Welt, liegt nicht in neuen Massnahmen, sondern in einer anderen Gesinnung.“ Tja…
    Wissen Sie, die Angst möchte genau diese neuen Umgangsformen bewirken, denn Sie möchte sich endlich schlafen legen, Sie hat lange genug die Lebendigkeit bewacht und aufs Tempo gedrückt, damit ‚was voran geht, Sie ist dessen Müde und möchte den Stab an die Freiheit weiterreichen, aber Wir sind noch so unbewusst. Die einfachsten Erkenntnisse umzusetzen fällt Uns noch schwer: Jede Aktion erzeugt eine ReAktion, jede Bewegung ist ein Orts- und Zeitwechsel … sagen Sie das mal dem Mensch auf der Strasse und fragen, was diese grundlegenden Regeln für den Alltag und Uns Selbst bedeuten, sie ernten offene Münder und hochgezogen Schultern und dieses Mensch mag auch ein Nobelpreisträger sein.
    Sorry, ich habe mich verrannt, aber ich bin ein Un-geduldiger, wie lange warte ich nun schon auf die Vernunft und die Aufrichtigkeit und … dann schaue ich Nah und Fern und spüre gebeugte Rücken und nehme .losigkeit wahr und das beileibe nicht nur Aussen, sondern auch in mir, denn ich vermag nur wenig weiter zu laufen, wie Alle, so ist das nun mal geregelt, Eines ist nur in der Masse geborgen, ohne Masse geht es nicht, also kann ich nur mit einem kleinen Stück vorauslaufen, der Rest ist wie ALLES, Masse.
    Aber die Freiheit lockt weiter und die Angst schiebt und drückt und irgendwann, werden Wir aus dem Tier-Sein herausfinden und DaSein in Freiheit und Würde. Hoffentlich erlebe ich das noch!? Bin ich ein Träumer? Mag sein. Dann gute Nacht.

  21. @BÄHRING:...
    @BÄHRING: Territorialverteidigung und Aufgaben der inneren Sicherheit gelten immer noch als zwei Paar Stiefel. Wenns so einfach wäre, wie Sie schreiben, bräuchte es ja nicht ständig irgendwelche neuen Vorstöße der Innenpolitik, genau das zu fordern.
    .
    @Prs. Armed Dschihad: Sorgerecht und Unterhaltsfragen (sowie irgendwelche damit zusammenhängenden Geschlechterkämpfe) sind hier wirklich nicht mein Thema. Und das Verhältnis von Religion, Ethnizität und Territorialität im nahen Osten auch nicht.

  22. @MSdN: Resultanten?

    Lassen...
    @MSdN: Resultanten?
    Lassen sie uns das doch mal von den Trieben her betrachten. Dem Selsbterhaltungstrieb noch vor dem Fortfplanzungstrieb.
    Beides wirkt (auf einer ebdlichen linearen Zeitachse betrachtet und bei einer unveränderbaren gegebenen Menge an Resourcen – Ökologischer Fußabdruck) gegeneinander.

  23. @Oliver-August Lützenich: Mit...
    @Oliver-August Lützenich: Mit biologistischen Metaphern in Bezug auf Gesellschaftliches kann man sich ja auch ganz schnell ins Aus schießen, und die entsprechenden Reflexe zucken hier auch schon bei manchem. Wobei ich Sie ja nicht so verstanden habe, als wollten Sie ernsthaft von Volksschädlingen und dergleichen schwadronieren. Ja, in der Tat, die Ängste wollen uns eigentlich lehren, wo wir ansetzen müssten mit der Selbsterkenntnis, die uns helfen würde, angstfrei zu leben. Aber man muss auch sehen, dass die Angst ein probates Mittel ist, die Herde dahin zu scheuchen, wo man sie haben möchte. Mit der Angst wird verdient und Auflage gemacht, und es fordert ganzen Einsatz des Einzelnen, sich diesen soziokybernetischen Mechanismen immer wieder zu entziehen, die FNORDS als solche zu erkennen und entsprechend einzuordnen.

  24. @Prs. A.J.: Ich hatte bei...
    @Prs. A.J.: Ich hatte bei „Resultanten“ schon komplexere gesellschaftliche Kräftepolygone im Hinterkopf als nur das Parallelogramm von zwei Vektoren. Aber das würde hier und heute zu weit führen.
    .
    @Bähring: Vielleicht kommen Sie beim Nochmallesen des Kommentars von Herrn Lützenich selber drauf, dass er eben doch nicht den Biologismen das Wort redet, die zwischen 33 und 45 hierzulande Hochkonjunktur hatten.
    .
    Und damit sage ich einstweilen gute Nacht für heute!

  25. Kann es uns nicht trotzdem...
    Kann es uns nicht trotzdem ziemlich egal sein? Wenn man sich an die personalisierte Werbung erinnert, so ist diese doch sehr dilletantisch, da sich den Datenspuren eben doch letztlich nichts wirklich relevantes entnehmen laesst. Wir hinterlassen ueberall Spuren, diese Spuren sind aber nicht und nie der ganze Mensch…….

  26. "Dass die Apparate ernsthaft...
    „Dass die Apparate ernsthaft eine Diktatur einführen wollen, sehe ich im Moment einfach nicht. Ich wüsste auch nicht, was sie sich davon versprechen. “
    Vorauseilenden Gehorsam! Dann schau‘ mer mal weiter …

  27. @MSdN: Wo ist der...
    @MSdN: Wo ist der entsprechende Beitrag wo das über OAL behauptet wird?
    „Biologismen das Wort redet, die zwischen 33 und 45 hierzulande Hochkonjunktur hatten.“

  28. @Teichs Fritz

    Ist das denn...
    @Teichs Fritz
    Ist das denn nicht fast noch schlimmer? Wer weiß schon was sich irgendeine Software der der bedienende Beamte glaubt sich über ein Individuum zusammen sucht?
    Man neheme nur mal jemanden der kurz zuvor noch einen Streit hatte, sich auf einem öffentlichen Platz befindet und sofort als mögliches Gefahrenpotential festgenommen wird o.ä…..
    Beängstigend und nur ein Grund mehr sich eine private Insel kaufen zu gehen mit eigenem Recht, das GG kann man ja als Ausstellungsgegenstand mitnehmen…

  29. @Teichs Fritz: Naja, im...
    @Teichs Fritz: Naja, im Unterschied zur Werbewirtschaft stehen der Obrigkeit doch noch mal andere Nervpotenziale zu Gebote. Ich darf an dieser Stelle nochmal auf einen Grundsatzartikel von Frank Rieger verweisen:
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ein-echtzeit-experiment-der-mensch-wird-zum-datensatz-1591336.html

  30. Lützenich! Gut gebrüllt...
    Lützenich! Gut gebrüllt Löwe. Aber Sie vergessen, das der Beitrag von Herrn Settembini di Novetre vom Heute handelt und nicht von der Zukunft, sie schwelgen allzusehr in fernen Welten. Kommen Sie mal hier an und lassen Sie Uns über die aktuelle Wirklichkeit verhandeln und da gibts nun mal Spionage und Sabotasch und Misstrauen un Menschliches, allzu Menschliches, gell. Und da müüsen wir ansetzen.

  31. @Hans Meier555 - Sinn:
    Nicht...

    @Hans Meier555 – Sinn:
    Nicht ausschliesslich eine dem eigenen Trägheitsmoment folgende Maschinerie. Zwei wesentliche Zutaten müssen hinzukommen: 1) Die verbreitete Vorstellung für die Allzuständigkeit des Staates, die auch gedanklich keinen Raum mehr für die Idee lässt, es könnte und dürfte staatsfreie Räume geben. Im Kern ist die moderne deutsche Politikauffassung ziemlich totalitär. Und 2) Eine erheblich gestiegene Hysterie der Öffentlichkeit. In der es am Ende des Tages ungefährlicher ist (für die eigene Position, Karriere UND das eigene Gewissen), flächendeckend zu überwachen als auch nur einen Terroranschlag zu übersehen. Im zweiten Fall werden Verantwortliche selbst beim kleinsten Fehler sicher öffentlich geschlachtet. Die Hysterie wird durch jene Art des modernen Terrorismus (bewusst) geschürt, in dem die Anzahl der Opfer bei einem Anschlag ebenso willkürlich wie egal ist, weil die Attentäter ihre Ziele nicht mehr als Menschen einordnen, sondern als Abfall.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  32. "Wenn Wir friedlich,...
    „Wenn Wir friedlich, freundlich, aufrichtig und wahrhaftig miteinander umgehen,“

    Wenn wir alle so miteinander umgehen, sind wir keine Menschen mehr und können uns die Debatte sparen.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  33. @Marco:
    "Ja, die Älteren...

    @Marco:
    „Ja, die Älteren unter uns wird das Ganze an 1977 und die Folgen erinnern. Rasterfahndung und Generalverdacht gegen alle, die auch nur entfernt den Eindruck machten, von Moskau ferngesteuert zu sein. ;-(“

    Zu dem Satz gehört ein Zusatz: Es war nach Öffnung der Mauer ziemlich erschreckend, aus den Archiven der DDR entnehmen zu müssen, wie häufig der immer abgeleugnete Verdacht effektiv zutraf – vom Verbindungsbüro der Friedensbewegung über die DKP zum MSB Spartakus an den Hochschulen :-).
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  34. @HansMeier 555: "Folglich ist...
    @HansMeier 555: „Folglich ist das wohl ein unreflektiertes, organisches Wachsen und Wuchern, das seinen Sinn selber nicht kennt, aber sich so verhält, weil es anders einfach nicht kann“
    Evolution. Marco hat mich gerade mit meinen eigene Worten darauf geschubst. Das trifft es wohl am Besten, mehr als jedes Sinnieren darüber, dass da irgendwer Strippen ziehend einen stringenten Plan und geheimste Absichten hat.

  35. @TH, 9 Uhr 28: Ja, wobei mich...
    @TH, 9 Uhr 28: Ja, wobei mich weniger die Tatsache an sich überrascht hat als vielmehr das Ausmaß.

  36. @Thorsten...
    @Thorsten Haupts
    .
    „Staatsfreie Räume“ sind aus Sicht des Apparates einfach „rechtsfreie Räume“. So wie z.B. Ihre Festplatte und Ihre Mailbox.
    .
    Klar, in Deutschland wie in ganz Europa gibt es eine starke, ungebrochene obrigkeitsstaatliche Tradition. Der übergroße Teil der Bevölkerung traut ihrer Exekutive blind.
    .
    Eine gewisse Ausnahme schienen in den letzten 20 Jahren die Neoliberalen darzustellen, die den staatsfreien Markt als Fortschrittsmaschine und Problemlöser verherrlichten. Leider sind sie nach der Lehmann-Pleite von ihrem Glauben abgefallen.

  37. Dem braven Bürgen...
    Dem braven Bürgen psychologisches Wohlbefinden zu verschaffen ist der eigentliche Zweck der Sicherheitsmaßnahmen.
    So wie Hypochonder immerzu behandelt und therapiert werden müssen, damit sie sich halbwegs normal fühlen, will der mündige Bürge immerzu jemanden bespitzelt oder verhaftet sehen, um sich sicher zu fühlen.
    .
    Dabei dachten wir doch, 1968ff den „autoritären Charakter“ überlebt zu haben.

  38. @HansMeier555: Der mündige...
    @HansMeier555: Der mündige Bürger würde sich um wenig anderes bekümmern als um den Knallerbsenstrauch des Nachbarn am gemeinsamen Maschendrahtzaun oder wer da grad wieder den Gehweg vor seinem Reihenhaus zuparkt, wenn die Medien ihn nicht auf permanente Angst-Diät setzten: Islamisten-Terror, Euro-Crash, Vogelgrippe, Klimawandel etcetera pp. Was soll man da noch anderes denken als „O Gott, wir werden alle sterben!“

  39. Zur Ordnung staatsfreier...
    Zur Ordnung staatsfreier Räume empfehle ich wie gehabt die Patrimonialgerichtsbarkeit.

  40. Das ist doch bestimmt wieder...
    Das ist doch bestimmt wieder eine von Ihren neofeudalen Phantasien. ;-)

  41. @Marco - Medien:
    Da ist sehr...

    @Marco – Medien:
    Da ist sehr viel dran. Meine Frau antwortete einmal auf meinen erstaunten Ausruf „49% der Deutschen halten Israel für die grösste Gefahr für den Weltfrieden. Sind die alle bescheuert?“ gelassen „Was sollen sie denn sonst denken, wenn das Land permanent im Zusammenhang mit Krieg und Terror im Fernsehen auftaucht?“. Und so erklärt sich – in einer Phase historisch absolut einmaliger Tiefstände – auch die ständig steigende Angst vor Kriminalität. Via YouTube und Fernsehen werden einem die Bilder aller spektakulären Verbrechen der Welt geliefert. Und erzeugen den Eindruck, das alles spiele sich um die Ecke ab.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  42. Meiner Ansicht nach ist die...
    Meiner Ansicht nach ist die Entwicklung dieser Möglichkeiten unumkehrbar. Man sollte sie daher kanalisieren und nicht (erfolglos) zu verhindern trachten. Deshalb müssen wir die Möglichkeit akzeptieren, dass staatliche Mächte sich Funktionen zu eigen machen, die sowohl in der (freien) Wirtschaft als auch bei Kriminiellen eifrig genutzt werden.
    .
    Der andere Aspekt ist von interessanter philosophischer Natur. Der Mensch als Einzelwesen hat ähnlich dem Einzeller seine individuellen evolutionären Grenzen erreicht; er transzendiert in ein Kollektiv, der Vielzeller ist entstanden. So kann man auch das Internet als die erste KI, eine kollektive Intelligenz, verstanden werden. Vielleicht wäre es aber noch richtiger, das Internet als vegetatives System eines sich gerade erst bildenden kollektiven Intelligenz der Menschheit zu betrachten. Man sagt ja gern, die Masse zeige in etwa die Intelligenz eines fünjährigen Kindes. Vielleicht wird dieses Kind hiermit ja wachsen.
    .
    Das Kollektiv nimmt wahr, denkt und handelt auf gänzlich anderer Ebene als der Einzeller-Mensch. Ein Vergleich mit dem berühmten Roman „Solaris“ von Stanisław Lem aus dem Jahr 1961 liegt nahe. Dort geht es neben den typisch depressiven Hauptfiguren, die eher schmückendes Beiwerk sind, um einen ganzen Planeten als eigentümliche und in ihrer Existenz unverständliche Lebens- oder Intelligenzform.
    .
    Formen der Überwachung gehen einher mit Formen der Transparenz. Sie dienen letztlich der Eigenwahrnehmung und Eigensteuerung der menschlichen Gesellschaft als Kollektiv. Der Einzelne wird unbeachtlich, seine Interessen lediglich Randerscheinung. Demgegenüber halte ich es geradezu für absurd, einzelne Diktatoren oder Regimes könnten sich diese Form der kollektiven Selbstwahrnehmung instrumental zu eigen machen, um letztlich einzellige Interessen durchzusetzen. Deshalb sehe ich diese Big-Brother-Thesen zwar als notwendige Signale zur Selbststeuerung des Kollektivs, aber sicherlich nicht realistisches Zukunfts-Endszenario an. Der Mensch ist das Kollektiv, das Kollektiv ist nicht ohne Mensch.
    .
    Die Frage bleibt, wo bleibt die Individualität des Einzellers. Der Blick in die Biologie ist deprimierend: Wird er seine Selbstbestimmtheit verlieren und determiniert durch das Kollektiv? Er behält seine auf sich limitierte Selbstständigkeit, aber das Kollektiv wird über ihn bis zum Grad der Unverständlichkeit hinauswachsen. Vielleicht ist das schon jetzt der Fall.
    .
    Der einzelne Mensch musste früher im Dschungel überleben, heute muss er sich den Gefahren und Fußangeln gesellschaftlicher Konventionen stellen. Er kommt vielleicht in einer Loveparade um anstatt in einer Stampede von Büffeln. Er wird nicht physisch verhungern aber vielleicht immer noch psychisch. Er bleibt, wie die Zelle im Körper, auf sich und seinen kleinen individuellen Überlebenskampf begrenzt. Vielleicht aber wird es ihm im Körper des Vielzellers, der ganz am Ende doch auf jede einzelne Zelle seines Systems angewiesen ist, doch ein kleines bischen besser gehen als den einzelnen Amöben da draussen, im Kot eines Affen.

  43. <p>@Falkenherz: Guter Punkt....
    @Falkenherz: Guter Punkt. Das mit dem Internet als vegetativem System einer künftigen Meta-Lebewesens habe ich in meinem vorigen Beitrag ansatzweise angerissen:
    faz-community.faz.net/…/die-meta-maschinerie.aspx
    .
    Diesen Paradigmenwechsel hin zum Kollektivwesen sehen andere (wie z.B. Kevin Kelly) auch kommen, aber ich denke, unter Zwang, zumal staatlichem, wird das nicht funktionieren. Die Frage nach dem (einzelligen) Diktator stellt sich auch nicht unbedingt, es wäre ja genauso denkbar, dass das Kollektiv (oder zumindest eine relativ gleich tickende Mehrheitsgesellschaft) als Diktator fungiert, gegen dessen Beschlüsse und Entscheidungen Einspruch nicht möglich ist. Auch nicht gerade eine erstrebenswerte Aussicht in meinen Augen. Da darf man mich gerne altmodisch und gestrig nennen, aber mich reizt eine Existenzform als Borg-Drohne nicht im geringsten.

  44. @Marco Settembrini
    .
    Die...

    @Marco Settembrini
    .
    Die Medien? Terroranschläge, Euro-Crash und Klimawandel dürfen die wohl nicht totschweigen.
    .
    Das Problem sehe ich eher in der rudelartigen Struktur der politischen Klasse einschließlich der 200 Personen, welche über Meinungsfreiheit verfügen. Und dieses Rudel trabt halt immer noch in Richtung Polizeistaat, und alle anderen traben mit. Was bleibt ihnen anderes übrig, die wollen halt auch einen Posten als Abgeordneter oder Redakteur etc.
    .
    Die CDU hat das große Problem, dass sie allmählich merkt, dass ihr Rudel sich verlaufen hat und auch die Leitwölfin nicht weiß, wo es hingehen soll. Aber gerade darum wirkt der starke Reflex: Fest Zusammenbleiben, jetzt erst recht, um Gottes willen! Denn nur gemeinsam hat das Rudel eine Chance. Wenn Merkel sich morgen dafür entscheidet, den Polizeistaat zurückzudrängen und eine große Liberalisierungsoffensive einleitet, wird das Rudel ihr eben auf diesen Weg folgen.

  45. @Marco Settembrini
    .
    Von wegen...

    @Marco Settembrini
    .
    Von wegen Phantasie! Fragen Sie einen Rechtshistoriker, er wird Ihnen bestätigen, dass sich das nichtsstaatliche Recht global auf dem Vormarsch befindet.

  46. Das Nachladen. Ein MG ist kein...
    Das Nachladen. Ein MG ist kein Trojaner, beim MG gehts automatisch. Herr Minister. Haben der Herr das GG samt den einschlägigen Karlruher Urteilen aus dem zugekniffenen Auge verloren? Der Herr baden gerne lau.
    ..
    http://www.faz.net/aktuell/staatstrojaner-hauptsache-wir-koennen-ueberwachen-11496473.html

  47. @Marco S.
    .
    Gerade die...

    @Marco S.
    .
    Gerade die jüngsten Äußerungen des Altbundeskanzlers Kohl sind ein herrliches Beispiel für die Überhöhung vasallischer Treue zur zeitlos gültigen moralischen Norm.
    .
    Und was wäre die parlamentarische Regierungsmehrheit denn anderes als ein feudales Rudel aus Vasallen, die jeder ein Lehen erhalten und dafür bedingungslose Gefolgschaft leisten?

  48. @Falkenherz:
    Resistence is...

    @Falkenherz:
    Resistence is futile? Immerhin nicht völlig ausgeschlossen, dass Sie Recht behalten. Allerdings wird man sich die dazu passenden Menschen per Genetik backen müssen. Insbesondere, und an der Stelle wird es spannend, die leistungsfähigsten, kreativsten, durchsetzungsstärksten Individuen. Das sind nämlich im Schnitt auch – schon immer – die mit dem grössten Drang nach individueller Autonomie gewesen. Die Ameisenkolonie müsste auf sie verzichten. Und ich bin vorher mit Sicherheit eh schon lange tot :-).
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  49. Thorha: Nicht ausschliesslich...
    Thorha: Nicht ausschliesslich eine dem eigenen Trägheitsmoment folgende Maschinerie. Gewiss nicht, sonderm dem implementierten Programm folgend.
    ..
    Zu Ihrer Sicht der BRD-68iger, deren Personal und deren Schnittstellen zur unterge-gangenen DDR könnte ich ihnen zwei unglaubliche Geschichten erzählen, die glatt einen Kolportage-Roman ergäben. Mit allen gängigen Ingredenzien, samt Abhören übrigens, auch dieseits der Mauer. Einige Protagonisten haben mittlerweile schon das Zeitliche gesegnet, wurden teilweise auch abgeurteilt. Die banale Realität übertraff seinerzeit jede Satire.

  50. HansMeier555, wenn man den...
    HansMeier555, wenn man den Zickzackkurs der Leitwölfin verfolgt- und dazu hatte jeder
    ausreichend Zeit – ist nicht auszuschließen, dass man man wieder am Ausgangspunkt
    landet. Außer Spesen nichts gewesen.

  51. "Und was wäre die...
    „Und was wäre die parlamentarische Regierungsmehrheit denn anderes als ein feudales Rudel aus Vasallen“

    Wenn etwas jemals jede Art von Demokratie zu Fall bringen wird, dann diese Art der verbreiteten Politikerverachtung. Die sich noch nie der Frage gestellt hat, wie Mehrheiten organisiert werden sollen, wenn jeder zu jedem Zeitpunkt sein eigenes Süppchen kocht. Ach, ich vergass – das ist ja gerade als Authentizität schwer in Mode.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  52. Hier ein schönes Beispiel...
    Hier ein schönes Beispiel für Patrimonialgerichtsbarkeit anno 2011
    http://www.golem.de/1110/87112.html
    (danke, fefe).

  53. Lieber Thorsten...
    Lieber Thorsten Haupt,
    .
    unterschätzen Sie nicht die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie!
    .
    Das neue Terrorgesetz, das unter dem Begriff des „Aufstachelns“ auch Sitzblockaden und kritische journalistische Kommentare mit einer unterstellten einschlägigen „geistigen Wirkung“ erfasst, ist angeblich schon in Vorbereitung.
    (Danke, fefe).

  54. Marco Settembrini di Novetre,...
    Marco Settembrini di Novetre, ich meinte eher einen evolutionären Zwang. Gegen ihn ist, wie gegen Naturgewalten, kaum Einspruch möglich, es sei denn man stelle in geschickter Manier andere Naturgewalten dagegen. Auch würde ich die befürchtete Gleichschaltung nicht als notwendige Konsequenz sehen. Eine Zelle im Herzmuskel tickt doch sicher völlig anders als eine im Gehirn. Das Bild einer Borg-Drohne aus der Star-Trek-Serie ist rein physisch und für mich daher höchstens als Ausdruck von reflektierender Körperkunst zu verstehen.
    .
    TorHa, mehr Fantasie! Es gibt „erwachsenere“ Science-Fiction wie zum Beispiel P.F.Hamilton mit seinem Armageddon-Zyklus, in dem solche Entwicklungen wirklich (r)evolutionär skizziert werden: „Edeniten“, die in einem telepathischen Kollektiv auf das Intimste miteinander verbunden sind, sogar den Geist ihrer Toten in diesen Kollektiven begrenzt aufrecht erhalten. Ein „post-humanes“ Gesellschaftskollektiv ist Modell in seinem späteren „Void“-Zyklus auf Basis von Internet-Computertechnologie. Spannend an solchen Geschichten ist für mich, dass sie weder als Schreckensvision noch ausdrücklich als paradiesische Version einer kollektivierten und in diesem Sinne transzendierten menschlichen Gesellschaft gehandelt werden. Es sind lediglich veränderte Bedingungen, in denen der Einzelne seinen Überlebenskampf und um das ewig Menschliche führt, allerdings eingebettet in spannende neue und andersartige Umweltbedingungen, und so als weiteren Krimi um sein oder nicht sein des individuellen Einzellers, der wir trotz Kollektiv immer bleiben werden, treffliche Unterhaltung bietet.
    .
    Noch viel mehr unter Generalverdacht als der passive Opfer-Bürger sind Personen des öffentlichen Lebens und alle die, die das Pech haben durch Zufall dazu zu werden. Boulevardpressefreiheit oder die ach so gepriesene Transparenz, beide Formen sind nichts anderes als eine mehrheitlich tolerierte Überwachung Einzelner. Dieser Widerspruch in sich zeigt doch auf, dass eine solche Betrachtungsweise (Überwachung oder Transparenz) zu partikular ist und sicherlich nicht geeignet ist, die Möglichkeiten unserer heutigen Gesellschaft und der Technologie, in die sie eingebettet ist, zu steuern und zu nutzen. Wir reden immer noch vom schwarzen Mann, fürchten uns vor dem bösen Zauberer und wir brauchen Drachen, dem wir mediale Jungfrauen opfern können damit er uns in unserer Entstirnigkeit nicht verspeist.
    .
    HansMeier555, ein Zick-Zack-Kurs ist ein klassisches Suchmuster, also bestens geeignet wenn man von der Politik doch täglich fordert, Lösungen zu finden.

  55. Und wozu überhaupt müssen...
    Und wozu überhaupt müssen „Mehrheiten organisiert“ werden? Im Feudalismus regieren Minderheiten, und die werden dann auch respektiert.

  56. HansMeier555:...unterschätzen...
    HansMeier555:…unterschätzen Sie nicht die Wahrhaftigkeit unserer Demokratie! (Relaunch mit Macke)
    ..
    Der neue Höchstrang:
    Verdachtsgeneralissimus.
    ..
    In welcher Form soll der geschuldete Respekt erwiesen werden? Mehr noch, von wannen sich generieren? Welche Kräfte ihn gar einfordern?
    (Geschriebenes „Recht“ als Basis? Oder à la Common laws ohne Magna Charta?)
    Schätze das ist was für WWW-Zwingherrn in ihren Vollsicherheitstrakten.

  57. Der Zick-Zack-Kurs ist ein...
    Der Zick-Zack-Kurs ist ein klassisches Suchmuster, das fortwährend Lösungen preist,
    einpreist, die am nächsten Tag schon wieder überholt sind.Über Erfolg oder Misserfolg
    sagt dieser Kurs zur Zufriedenheit der Akteure nichts aus.

  58. @ThorHa
    .
    Sehen Sie mal da:...

    @ThorHa
    .
    Sehen Sie mal da: Das kommt davon, wenn man der Politik blind vertraut!
    .
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-vergeigte-premiere-11496476.html
    .
    Bis der Feudalismus wirklich rund läuft, ist es noch ein weiter weg.

  59. @Spectator: Haha, sehr schön,...
    @Spectator: Haha, sehr schön, der neue Höchstrang. Ich für mein Teil wäre da bescheidener: „Lassen Sie mich durch, ich bin Generalsuspekteur!“
    .

  60. @Spectator
    .
    Ich fände eine...

    @Spectator
    .
    Ich fände eine jährliche Huldigung angemessen, die in allen Ortschaften auf dem Marktplatz geleistet wird.
    Die Untertanen kommen dort am Verfassungstag zusammen (vielleicht am 23. Mai, schönes Pfingstwetter!), und geloben der Verfassung und der Person des Bundesverfassungsschutzes ihre unbedingte Treue.
    Danach gibt es für alle Freibier, heiße Würste mit Brötchen, die freiwillige Feuerwehrmusik spielt die Nationalhymne.

  61. HansMeier555: Gebont. Hat was...
    HansMeier555: Gebont. Hat was für sich. Den Rest kungeln die Oberen für sich aus.
    Sozusagen der Kölsche Klüngel hoch drei. Sie haben die Prinzengarde vergessen.

  62. @anderl, mir behagt...
    @anderl, mir behagt Ziellosigkeit nicht, die Natur weisst genau bestimmbare Regeln und Richtungen auf allen Ebenen auf, das ist ein klarer Widerspruch zu der These, das DaSein „findet einfach nur statt“. Alle Gesetze der Naturwissenschaften weisen auf einen Zweck des Geschehens „DaSein“ hin, die Feinjustierung dieses Universums lässt für mich nur den Schluss zu, das damit ein Ziel verfolgt wird. Von „WAS“ auch immer? Sollen Wir uns nun fürchten, das Wir „Fremd-/Selbst“-bestimmt (Bestimmt zu sein, ist ohne Freiheit) sind? Wo sind Wir das nicht? Im Durchschnitt 100 Billionen Zellen bilden einen Menschen, an wie vielen Entscheidungen dieser 100 Billionen Zellen ist Eines bewusst beteiligt?, und eins sei ins Bewusst-Sein gehoben: pro Sekunde laufen pro Mensch etwa 100 Billionen mal 100 Billionen Entscheidungen ab, mindestens; darin auch das Bewusst-Sein. Klar, ist Jedes Lebewesen zum grössten Teil fremd- und (unbewusst!)selbst-bestimmt, von Innen und von Aussen, mal zu 99,999, mal zu 99,998 Prozent. Und? Gehts Uns jetzt deshalb schlechter, weil Wir das langsam auch Alle wissen? Wer es nicht weiss, lebt weiter, wie bisher, mal Spitze, mal breite Masse, Jedes, wo Es hingestellt, hingeraten oder hingeschoben wurde. Und wer es weiss, wie ich, lebt auch „einfach“ weiter, allerdings mit der Frage: was fange ich mit der Freiheit von 0,001 oder auch 0,002 Prozent an? Und mit der Aufgabe, darauf eine Antwort zu suchen und wenn möglich auch innerhalb der verbleibenden Lebensspanne zu finden. Denn, ich tu das doch nicht nur für die Anderen, die 99,998 Prozent, sondern auch für die 0,001 Prozent, die ich >ganz ganz ganz< klein wenig Frei bin. Der Rest von 99,998 Prozent Bestimmung "macht(!)" das doch erst möglich, das ich, Sie auch, Fragen stellen und Antworten suchen kann und das Wir vielleicht dem "WAS" und dem Ziel, das dem DaSein innewohnt, in die "Arme fallen" können, wenn Wir drauf gekommen sind und es Uns nicht passt, denn "nix ist vollkommen" oder, wie die Englischen sagen: no thing is perfect, oder?. Schliesslich steckt diese Möglichkeit, der frei gewählten Veränderung, auch in den 0,001/2 Prozent drinn, tun ja schon ein paar ganz Wenige. Aber das ist etwas völlig anderes, als "einfach nur stattfinden". Deshalb bin ich auch "noch" ganz zufrieden mit der Freiheit von 0,002 Prozent. Mehr erreichen Wir nur GEMEINSAM, das habe ich oben beschrieben. - @Thorsten Haupts: Dann wird es bald Zeit für einen neuen Namen: Mensch = Tier, und was kommt dann? Aber ich weiss, Sie brauchen keinen mehr mitsuchen/mitfinden, denn ...;-). Ich hoffe nicht! - @Falkenherz: Danke für die Aufmerksamkeit. Zu "Solaris", sie kennen gewiss die Gaia-Hypothese (http://de.wikipedia.org/wiki/Gaia-Hypothese) von Lynn Margulis und James Lovelock, ich bin dieser These sehr zugetan, also noch etwas skeptisch, obwohl ich weiss, dass die Lebewesen nicht wie Kieselsteine oder auch Samenkörner in diese Erde hineingestreut/eingesetzt wurden, sondern das die Erde genau die richtigen Bedingungen bot und bietet, um die Lebendigkeit gleichsam zu zeugen und auszubrüten, aber mir ist nicht klar, worin der Zusammenhang von Lebendigkeit, Erde/Mond und Sonnensystem besteht, also was das Ergebnis dieser Verbindung ist, und diese unKlarheit hält den Zweifel am leben (siehe @anderl).
    Wie Sie bemerken, bin ich etwas heller in meinen Vorstellungen von dem, wohin Wir entwickeln, aber dazu brauche ich immer mal wieder den Abstand vom aktuellen Tagesgeschehen, von dem Beängstigenden (Krisen, Kriegen, Terror, den kleineren Brutalitäten, der Ignoranz und den Natur-„Katastrophen“), aber auch von der Geborgenheit und der puren Wohligkeit am DaSein, dann fühle ich, das da insgesamt mehr Freude ist, als Leid. Eine Erfahrung, die für mich der Vorstellung einer beängstigenden Zukunft widerspricht, ich bin ganz klar die Erfahrung, das die Freude stets zunimmt. Ich stimme da mit vielen Optimisten überein (z.B. Matt Ridley, „Wenn Ideen Sex haben“), die aus dem Ablauf der Geschichte und den Erkenntnissen der Wissenschaften den Schluss ziehen, dass das Geschehen und darin auch Wir Lebewesen auf ein Me(h/e)r an Freude zusteuern, wenn Wir auch noch etwas im Leid stecken, aber eben nicht stecken bleiben.

    Ansonsten: War mir eine Freude Hier, wünsche Ihnen noch jede Menge Glück! Gute Nacht

  63. Oliver-August Lützenich,...
    Oliver-August Lützenich, solche Dinge wie die Gaja-These sind auch meiner Ansicht nach ähnlich wie die Borg eine zu „wörtliche“ Anwendungen einer eher philosophischen Idee. Und auch philosophische Ideen verfangen sich oft in ihren eigenen Begrifflichkeiten und führen sich dann ad absurdum (insofern bin ich ganz ein Anhänger von Wittgenstein). So wird auch meine Idee an irgendeinem Punkt Quatsch sein, denn „die eine Wahrheit ist dass es keine eine Wahrheit gibt“.
    .
    Vielleicht sollten wir auch einfach mal akzeptieren, dass gewisse Personen mehr Macht als andere haben und ihnen das auch zugestehen. Ein Polizeibeamter darf gewisse Dinge tun und bei uns auch mal reinhorchen; wir können unbenommen der Verfehlung Einzelner ein System anstreben, welches Verantwortung definiert, lehrt und den Einzelnen anleitet.
    Wenn der Öffentlichkeit die Machtausübung eines Einzelnen missfällt, können wir jederzeit eine besser geeignete Person finden oder finden lassen, ein Vorteil der Demokratie. Nur wird heutzutage jeglicher Versuch, auf öffentlicher/politischer Ebene selbst gestaltend tätig zu werden, gnadenlos unter Generalverdacht der Unfähigkeit gestellt und medial oder in Blog-Kommentaren intellektuellen oder weniger geschlachtet. Es verbleiben dann eng verwobene Seilschaften, die sich von einem solchen Angriff erfolgreich abschotten können. Ob diese Seilschaften dann das richtige tun oder nicht, ist aufgrund der geschilderten Ursachen der hysterischen Öffentlichkeit aus völlig verständlicher Ursache entzogen worden. Es gibt auch eine Verantwortung der Öffentlichkeit, vertrauen in den Einzelnen in einer gestalterischen Macht überhaupt erst zuzulassen. Vielleicht muss dazu aber gerade in Deutschland eine ganz schwere Psychose aus der Nazi-Zeit überwunden werden, bevor wir da wieder ein gesundes Verhältnis zur Macht entwickeln können. Bis dahin ist der Generalverdacht wohl doch die sichere öffentliche Methode.

  64. @Falkenherz: Ein gesundes Maß...
    @Falkenherz: Ein gesundes Maß an Misstrauen den Mächtigen gegenüber halte ich für unverzichtbar. Hinzu kommt: Die ganze Abhörerei, Datenspeicherei und Ausforscherei zeigt doch ganz klar, dass man uns nicht traut – warum sollten wir denen also mehr trauen als die uns?
    .
    Wie sehr es zu kurz greift, es immer nur an der Machtausübung Einzelner festzumachen (und dabei nicht auch die Systemfrage zu stellen), sieht man grad sehr schön am Beipiel Obama: Was hat man nicht alles für Wunderdinge erwartet, nur weil er halt bisschen smarter rüberkam als Tschortsch Dabbelju? Dabei hat mich die lausige Performance des Pseudo-Messias schon allein deswegen nicht überrascht, weil ich mir über die systemischen Sachzwänge wenig Illusionen gemacht habe. Es war glaube ich Henry Kissinger, der mal sagte, im Weißen Haus gebe es keine republikanische und keine demokratische, sondern nur US-Regierungspolitik.

  65. Marco Settembrini di Novetre,...
    Marco Settembrini di Novetre, mir ist klar, dass ich vielleicht etwas sehr einseitig verstanden werden kann. Es ist mir im Sinne eines guten Diskurses aber wichtig, auch Gegenpositionen nicht untergehen zu lassen, so dass die Diskussion nicht wie leider so oft in Blogs und Foren auf Stammtischniveau abdriftet. Einigen wir uns vielleicht auf ein „konstruktives Misstrauen“.
    .
    Die Machtausübung einzelner oder auch eines Apparates ist in der Tat begrenzt, denn er muss sich wie jedermann auch an seinen vergangenen Taten messen lassen. Das heisst in Deutschland „Selbstbindung der Verwaltung“ und hat etwas mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz zu tun. Jede aus der Opposition kommende Partei merkt Gleiches, wenn sie die Regierung übernimmt, dass man an Gesetz und Verträge gebunden ist, oft zum Unverständnis der Öffentlichkeit. Es ist die Trägheit eines Öltankers, und dann ist es doch erstaunlich (und wird auch wieder – zu Recht – kritisiert) wenn die CDU-Regierung fast wie mit einem Fingerschnippen laufzeitverlängerte AKW herunterfahren lässt. Wäre Obama kritisiert worden wenn er ähnliches gemacht hätte? Man merkt daran, dass man gerne widersinnig argumentiert, zumindest die öffentliche Meinung erscheint mir schnell unreflektiert, wie eine riesige Dissonanz, nach dem Motto wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass.
    .
    Übertragen auf das Thema unter Generalverdacht darf man meiner Meinung nach daher keinem der relevanten Akteure eine Böswilligkeit unterstellen derart, dass er den Einzelnen kontrollieren wollte. Wie ich behaupte, kann man die Umsetzung von technischen Möglichkeiten auch nicht einfach verhindern sondern allenfalls kanalisieren. Muss erst ein Google oder Facebook kommen und dem staatlichen Gemeinwesen die Initiative und letztlich auch Steuerung der Entwicklung (im Sinne eines Allgemeinwohls) aus der Hand nehmen? So weit sind „wir“, das Volk, der Staat, doch inzwischen schon hinterher. Reine Abwehr greift zu kurz. So ist z.B. die ursprüngliche Konzeption der Grundrechte – als „Abwehr“-Rechte gegen eine „angreifende“ Staatsmacht – überholt; man sieht hier mehr und mehr auch staatliche oder gar gesellschaftliche Gestaltungspflichten, aus vorkonstitutioneller Zeit noch bekannt als „Allmende“ oder „Gemeinwesen“. Wir sollten also Google, Facebook, INDECT, whatever, nicht verteufeln, sondern aktiv im Rahmen staatlicher Macht mitgestalten.
    .
    Als Fragen würde ich daher stellen, wer diese Technologien in welchen Fällen nutzen darf und wie nachvollziehbar die Anwendung derselben zu sein hat. Damit genau Ihre These „Das eigentlich Fatale daran ist, dass es bewährte rechtstaatliche Prinzipien wie die Unschuldsvermutung aushebelt und uns alle mit dem Hinweis auf Gefahrenabwehr unter Generalverdacht stellt.“ trotz nicht verhinderbarer Existenz der Technologie nicht eintritt.

  66. Marco Settembrini di Novetre@:...
    Marco Settembrini di Novetre@: Und das ist Vollkrassnormalo. Die hiesigen Traumtänzer, die ihn, den US-Präsi in der Vorwahlzeit tränengerührt bejubelten, lebten geistig-politisch im Tal der Ahnungslosen. Phantastisch auch der lancierte Coup mit dem Friedens-Nobelpreis nach seiner Kür. Sauba sog i: „Yes, we can!“

  67. @Spectator: Diese überhöhten...
    @Spectator: Diese überhöhten Erwartungen an eine Erlösergestalt gab es aber auch in den USA selber nicht zu knapp.
    .
    @Falkenherz: Ich bin ja auch immer froh, wenn der Diskurs nicht bei Stammtischphrasen à la „Die da oben mach doch eh was sie wollen“ verharrt. Allerdings vermag ich nicht so recht zu sehen, warum sich die Konzeption der Grundrechte als Abwehrrecht gegen den Staat überholt haben sollte. Das oftgehörte Argument (das freilich nicht von Ihnen kam), was stellen sich die Leute wegen Vorratsdatenspeicherung und Quellen-TKÜ so an, wo sie doch sonst jeden Pups auf Facebook posten. verkennt völlig, dass das zwei Paar Stiefel sind. Es geht – mir zumindest – auch gar nicht so sehr um die Unterstellung, der Staat wolle von jedem Einzelnen tändig alles wissen und noch viel mehr, das ist zumindest im jetzigen Stadium der Dinge gar nicht so sehr der Punkt. Es geht mehr um das allgemeine Klima der Verdächtigung und Überwachung, das mittelfristig (und ideologisch unterstützt von irgendwelchen Post-Privacy-Träumern) auf eine Beweislastumkehr hinauszulaufen droht, dergestalt, dass man nur noch mit einem permanenten Vollstriptease halbwegs glaubhaft signalisieren kann, keiner von den „bad guys“ zu sein.
    .
    „Stell Dir vor, Du müsstest Dich in Deinem Privatleben so bewegen wie in einem Betrieb mit einem funktionierenden Zugangskontrollsystem, mit maschinenlesbaren Werksausweisen, und es würde ständig gespeichert, durch welche Tür Du gehst, wie lange Du Dich aufgehalten hast – selbst wenn nie etwas Unrechtmäßiges mit diesen Daten getan wird, allein das Bewusstsein, dass Du Dich nicht mehr frei bewegen kannst, das Wissen darum, dass das alles festgehalten wird über sehr lange Zeiträume, wirkt sich verheerend aus auf das Minimum an Persönlichkeit aus, das Du noch hast.“ (Umschlagtext von „Datenschatten“ – das Buch zur gleichnamigen ZDF-Sendung aus dem Jahr 1984)

  68. @HM555: Festplatte,...
    @HM555: Festplatte, Mailbox.
    Ihre Mailbox liegt meist auf der Fetsplatte eines anderen, sei es bei IMAP oder Webmail. Daher: per POP3 abholen und sicherstellen daß das Emailprogramm ein DELE nach dem RETR schickt. Ist wei bei der Post, da bekommen Sie auch Ärger wenn das dort – also örtlich im Postamt gelegene – angemietete Postfach voller angekünmdigter Briefbomben der Hells Angels oder militanter Gewerkschaftsdeppen ist.
    Als früher noch von Hand Backups gezogen wurden, des Band-Medienwechsels wegen (warum hinkt eigentlich die durchschnittlich verfügbar Streamerkapazität immer der der durchsnittlichen Plattenkapzität hinterher?), und nicht Online da gehörte im Büro jeder Platteinhalt dem Backup-Operator. Lese/Schreibschutz? siehe Zip-/Office-Funktionen zu Passwort. Ohne Bitlocker hat sogar die Putzfrau Zugriff auf alle Daten.
    http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc756898%28WS.10%29.aspx

    Wenn ich nioht will daß jemand etwas liest/verändert brauche ich kein Zugangsberechtigungssystem ich baruche einfach nur das Programm zu beherrschen das ich nutze.
    http://office.microsoft.com/en-us/help/password-protect-documents-workbooks-and-presentations-HA010148333.aspx
    http://kb.winzip.com/kb/entry/93/
    Das ist in 99,99% der Fälle absolut ausreichend.

  69. Ok, Computer sind überall,...
    Ok, Computer sind überall, die Datensammelei nimmt beängstigende Ausmaße an und Wahnsinnige mit Allmachtsphantasien gibt’s auch mehr als genug.
    Aber bevor man wieder einmal den Weltuntergang am Horizont dräuen sieht, sollte man sich vergegenwärtigen, all diese Technologie funktioniert nicht bzw. jedenfalls nicht so, wie sich das hier die Mehrheit vorzustellen scheint oder wie es die Bosse gern hätten – denn im Glaube an die Allmacht der Technologie sind sich merkwürdigerweise alle weitgehend einig, u. a. deswegen gibt es so viele Dystopien und so wenige Utopien.
    Nun, was ist aus den Träumen der KI geworden? Sie sind weitgehen geplatzt, es gibt bis heute ja nicht einmal ein Programm, das einen längeren Text halbwegs vernünftig von einer Sprache in eine andere übersetzen kann!
    An den Börsen hat sich gezeigt, die automatischen Handelsalgoritmen schaffen unkalkulierbare Risiken und müssen überwacht und beschränkt werden.
    Was hat die flächendeckende Kameraüberwachung des öffentlichen Raumes, z.B. in London, gebracht? Weitgehend nichts!
    Mit Stuxnet hat man es anscheinend zwar geschafft, das iranische Atomprogamm zu behindern, aber dafür hat man nun ein neues Problem am Hals, wie sich gerade zeigt, dessen üble Konsequenzen noch nicht abzusehen
    sind. War es das wert?
    Und der dämliche „Bundestrojaner“, was hat der gebracht? Wenn wir Glück haben, stolpert unser geschätzter Innenminister darüber, was allerdings sozusagen das Gegenteil dessen wäre, was man damit erreichen wollte.
    Das Einzige, was halbwegs zuverlässig zu funktionieren scheint, sind leider die Bot-Netze der Kriminellen wie etwa ZEUS oder SpyEye – was einem übrigens auch zu Denken geben sollte.
    Also zusammengefaßt: Sorgen sollte man sich durchaus machen, keine Frage – aber im Zweifel kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Torheit der Regierenden und die Dummheit der Maschinen setzen, das ist eine unwiderstehliche Mischung.
    Außerdem hat die Komplexität der modernen Welt auch ihr Gutes, denn gerade diese ist es, die allen Allmachtsphantasien zuverlässige und enge Grenzen setzt – Datamining hin oder her.

  70. @kryptart: Falls mein Beitrag...
    @kryptart: Falls mein Beitrag so verstanden worden sein sollte, als machte mir vor allem die Technik Sorgen, muss ich das vielleicht nochmal verdeutlichen: Weitaus mehr bekümmern mich die gesamtgesellschaftlichen Implikationen der ständigen Versuche, das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung immer weiter auszuhöhlen und die Allgemeinheit zunehmend unter Generalverdacht zu stellen. Die offenkundige Wirkungslosigkeit so mancher Einzel-Maßnahme hält ja keinen Verantwortlichen davon ab, mehr Befugnisse und noch tollere Datenschürfbagger zu fordern.

  71. Die Blogmaschine hat schon...
    Die Blogmaschine hat schon einen neuen Beitrag produziert, aber dennoch nochmal hierzu.
    .
    Ich verstehe die Bedenken im Beitrag, allerdings ergeben sie sich nicht unmittelbar aus den Entwicklungen, die gerade erforscht werden, sondern aus deren Anwendung. Die muss man steuern, aber man kann die Entwicklungen nicht gänzlich verhindern. Was Sie, Marco Settembrini di Novetre, da zitiert haben entspricht in etwa der Begründung der wegweisenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Thema Freizügigkeit, Datenschutz und Volkszählung aus 1983. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

  72. @Marco:
    Marco, ich habe Ihre...

    @Marco:
    Marco, ich habe Ihre Intention durchaus verstanden, wollte mit meiner kleinen Tirade nur darauf hinweisen, daß denen von Ihnen zu Recht angeprangerten Bestrebungen nach mehr Überwachung eben durch die Komplexität der Technologie Grenzen gesetzt werden, was mittelfristig Konsequenzen haben wird.
    Wir werden immer mehr Daten-Skandale erleben, Daten werden verschwinden, Daten werden mißbraucht werden und zwar in einem Ausmaß, das wir uns bisher nicht vorstellen können. Es wird einige IT-Crashs geben, deren gravierende Auswirkungen nicht wie bisher mehr oder weniger unter den Tisch gekehrt werden können.
    Ich setze daher auf die Macht des Faktischen und – auch wenn das vielleicht komisch klingt – auf die Kraft der Vernunft.
    Man wird hoffentlich irgendwann einsehen, daß dem Sammeln von Daten sowie der Vernetzung von Datenbanken gewisse Grenzen gesetzt werden müssen – juristische wie auch technologische – und zwar solche, die auch international durchsetzbar und technologisch machbar sind.
    Ebenso wie man heute einzusehen beginnt, daß es wenig Sinn hat über die Gier der Manager zu schwadronieren, sondern es darauf ankommt, die Möglichkeiten der Gier zu beschränken.
    Natürlich kann es auch anders kommen, und wir landen in einem Überwachungsalptraum, wer weiß.
    Jedenfalls halte ich Apple, Google oder Facebook – Timeline, das ist doch der ultimative Alptraum – für weitaus bedrohlicher, als bspw. die eher erheiternden IT-Projekte unserer Bunderegierung.

  73. @kryptart: Hm, ich weiß nicht...
    @kryptart: Hm, ich weiß nicht so recht. Im Fall von Google würde ich sogar beipflichten, aber ich _muss_ weder iKram kaufen noch eine Facebook-Zeitleiste vollschreiben und mit Fotos pflastern. So viele ernstzunehmende Wahlmöglichkeiten und Opt-Out-Möglichkeiten habe ich bei der Staatsbürgerschaft hingegen nicht. Und es beruhigt auch nicht, dass der Staat sich im Zweifelsfall Zugriff auf alles verschaffen kann, was bei den privatwirtschaftlich organisierten Datenkraken so anfällt.

  74. @Marco:
    Tja, ich weiß auch...

    @Marco:
    Tja, ich weiß auch nicht.
    Jedenfalls ist es nicht maßgebend, was Sie oder ich tun, ich denke wir wissen beide halbwegs Bescheid und nutzen die Vorteile moderner Technologie, ohne uns in unnötige Abhängigkeiten zu begeben.
    Die meisten nutzen jedoch einen Windows-Computer out of the box, haben mindestens einen Account bei Facebook oder Google+ und sind darüber hinaus bei was weiß ich nicht sonst noch allem registriert und haben absolut keinen Überblick mehr und Durchblick schon gar nicht.
    Das ist ausdrücklich nicht böse gemeint!!
    Oft hat man auch keine Wahl, z.B. mein Bruder in den USA hat sich einen Facebook-Account zulegen müssen, weil seine Geschäftspartner schlicht und ergreifend auf normale E-Mail nicht mehr reagieren, sondern nur noch über Facebook kommunizieren, und ohne Smartphone geht’s auch nicht mehr, jedenfalls nicht geschäftlich.
    Kann der Staat auf Datenbestände Privater ohne weiteres zugreifen, ist das so?
    Ok, die Datenbank ist in einem anderen Land gehostet – wer hat Zugriff, anders gefragt, hat ein Staat dann Zugriff auf alle im jeweiligen Land gehosteten Daten?
    Schlußendlich, wo liegt das eigentlich Problem, beim privaten Datensammler oder beim Staat, der im Zweifelsfall auf diese Daten zugreifen kann.
    Den „Bundestrojaner“ hat eine Privatfirma progammiert, der Staat hatte lt. heutiger Aussage keine Einsicht in den Quellcode, wer hat die Verantwortung für den Mist?
    Meines Erachtens sind das eigentliche Problem die privaten Datenbestände, der Staat mag auch ein Problem sein, aber vor allem hat er Probleme, die national nicht in den Griff zu bekommen sind.

  75. Natürlich ist es nicht so,...
    Natürlich ist es nicht so, dass der Staat ohne weiteres Zugriff auf alle möglichen Datenbestände hätte. Aber die Begehrlichkeiten sind zweifellos da. Ich glaube, wir sind uns auch einig darin, dass sich die beiden Problemfelder Staat und private Kraken jedenfalls nicht gegenseitig neutralisieren. Dass Facebook-Messaging zum Teil schon die Geschäftsmail ersetzt, finde ich ehrlich gesagt ziemlich erschütternd. Im Lichte dieser Tatsache kann ich Ihre Einschätzung, der privatwirtschaftliche Teil der Problematik wäre der größere, durchaus nachvollziehen.

  76. @Marco:
    Das eigentliche...

    @Marco:
    Das eigentliche Problem, Marco, ist die Tatsache, daß erstens keine Lösungen für all diese Fragen absehbar sind, weder auf juristischer noch auf technologischer Ebene, wobei meiner Meinung nach die technologischen Schwierigkeiten der entscheidentere Punkt sind, und zweites es möglicherweise gar keine praktikablen Lösung geben wird oder gar geben kann.
    Man wird sich halt von Fall zu Fall irgendwie arrangieren und durchwursteln, hat man bisher schließlich immer so gemacht, und ist damit gar nicht so schlecht gefahren, das muß man zugeben.
    Kann auch sein, die Karre landet irgendwann im Graben, wir werden sehen.

  77. Eine Totalüberwachung durch...
    Eine Totalüberwachung durch Apparate und Algorithmen wird letzlich doch zu Personalmangel führen. Denn als Gefahr identifiziert, wird man allein für mich fünf Leute brauchen. Einen vor mir, zwei, die neben mir und zwei, die hinter mir gehen. Wer aber (außer mir) überwacht diese?

  78. quest@, gratuliere damit sind...
    quest@, gratuliere damit sind Sie zu einem echten IPO avanciert. Die bekommen auch
    soviel Begleitschutz aufgenötigt. Das benötigte Personal kann man vielleicht von dort
    abziehen.

  79. SEITE KAUM LESBAR!

    Macht ihr...
    SEITE KAUM LESBAR!
    Macht ihr nur noch Angebote für Kunden mit bestimmten Endgeräten – sozusagen als Hardwareverkaufsargument?
    So seht diese Seite bei mir aus!
    http://h1792467.stratoserver.net/atfaznet-nicht-euer-layout-ernst-oder-so-kommt-das-bei-mir-an-so-sehe-ich-das.gif
    Würde die FAZ_Community Autos bauen würden alle Autos mit E10 fahren, und alle Autos die Älter als sieben Jahre sind müssetn verschrotet werden.

  80. Malthus lässt...
    Malthus lässt grüßen
    .
    @Marco Settembrini di Novetre
    .
    (Sorry, etwas spät, aber ich war 18 Tage nicht Online, da im Urlaub, doch diese Anmerkung möchte ich noch anbringen!)
    .
    Wohin das führt mit den „biologistischen Metaphern“, das können wir dieser Tage von „berufener“ Stelle hören. So soll James Lovelock, ja der Lovelock, der Mitbegründer sog. Gaia-Theorie, welche nämlich besagt, dass der Planet Erde sich schon selber rette, im Mai dieses Jahres auf der Royal-Society of Edinburgh, seiner eigenen Theorie widersprochen haben. Denn fordert er doch nun vollen Einsatz zur Rettung der Erde. Sehr überrascht darüber, machte ich mich auf die Suche und fand – nichts, oder besser nur dieses: http://www.propagandafront.de/118850/elitarer-britischer-okofaschist-fordert-das-ende-der-freiheit-zur-bekampfung-der-erderwarmung.html
    .
    Daraus lässt sich nur ableiten, dass dieser Freund Gaias nun zu der ultimativen Konsequenz überzugehen wünscht, die schon andere „Ökofaschisten“ vor ihm angeraten haben.
    Die Demokratie soll ausgesetzt und stattdessen auf die Vernichtung der Massen gesetzt. Ein paar Auserwählte sollen überleben um die Gene Mensch zu sichern. Malthus lässt grüßen.

  81. @Herold Binsack: Ich hörte,...
    @Herold Binsack: Ich hörte, bzw. las dergleichen auch schon öfters. Allerdings taucht dieser Topos immer nur auf im Umfeld von Sichtungen von schwarzen Hubschraubern und Warnungen vor der New World Order. Das macht es etwas schwierig einzuschätzen, was davon zu halten ist.

  82. Man beachte mal die...
    Man beachte mal die Pentagon-Form bei an einigen Tankstellen (Texaner, der Bush Clan, …) zu findenden Logos … war der einmarsch im Irak als folge der Angriffe auf das Penatgon für den Runen und Symbolkundigen und Iconographen vorhersehbar?
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/0c/The_Pentagon_January_2008.jpg/800px-The_Pentagon_January_2008.jpg
    http://www.uta.de/publicity/uta/_internet.nsf/
    Mit etwas Phantasie kann man sogar das Flugzeug erkennen)
    Jetzt aber mal ganz im Ernst, VERSCHWÖRUNGSTHEORIE:
    Wenn Terrorismius nur dann gegeben ist wenn eine Gruppe von Staaatsfeinden Waffen benutzt die unter das KRIEGSWAFFENKONTROLLGESETZ fallen seit wann ist ein ziviles Flugzeug eine Kriegswaffe?
    T-error definition § 129a StGB – PIRATENTUM – KRIEGSWAFFEN
    Das ist ja – wenn ich da richtig entsinne – der Grund warum die Sache mit GREENPEACE beispielsweise – wegen des fehlenden Kriegswaffeneinsatzes nicht wirklich unter das was landläufig als Terrorvereinigung bezeichnete wird fällt, anders als beispielsweise die RAF (wurden die nicht in Palästina ausgebildet?).
    Aber macht nichts, Palästinenser haben ganz sicher nichts gegen den Staat Israel das hat mit Anitsemitismus nix zu tun.
    Die MARIHUANA nicht inhaliert haben und auch keinen Sex mit Paul Jonas LIVES IN SKY hatten

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