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Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Nur netzpolitische Nullnummern

| 45 Lesermeinungen

Bei der Bundestagswahl hat das Netz mit seinen Themen und Anliegen praktisch keine Rolle gespielt. Entsprechend macht sich bei den Vorbetern der Netzgemeinde jetzt Katerstimmung breit.

Die Kampfansage ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Liebe Netzgemeinde“, so schrieb der CDU-Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling Anfang 2012 im „Handelsblatt“, „Ihr werdet den Kampf verlieren. (…)Und das Web 2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird.“ Diese Kriegserklärung, die laut ihrem Verfasser frischen Schwung in die Urheberrechtsdebatte bringen sollte, verhallte nicht ungehört: Mit seinem Beitrag entfachte der Unionspolitiker aus dem niederrheinischen Korschenbroich ein regelrechtes Fäkalgewitter (oder wie man auf Netzdeutsch sagt: einen Shitstorm) im Netz. Seine Website wurde gehackt, und bei Twitter, Facebook & Co ergossen sich kübelweise Häme und Hass auf den vermeintlichen Internet-Ausdrucker.

Und heute? Der Jurist und Schützenbruder hat am vergangenen Sonntag seinen Wahlkreis Krefeld I Neuss II mit fast 50 Prozent der Stimmen souverän verteidigt und somit seinen Sitz im nächsten Bundestag sicher. Und nichts deutet darauf hin, dass Hevelings zwischenzeitliche Konfrontation mit dem Netz seinen Gewinn des Direktmandats auch nur im Geringsten gefährdet hätte. Damit spiegeln die Verhältnisse im Wahlkreis 110 in gewisser Weise im Kleinen, was man auch für den Gesamtausgang der Bundestagswahl festhalten kann: Das Netz mit seinen Themen und spezifischen Befindlichkeiten hat bei dieser Wahl keine nennenswerte Rolle gespielt. Dabei hatte es an Reizthemen nicht gefehlt, ziemlich umstritten war beispielsweise die von der schwarz-gelben Bundesregierung durchgepeitschte Verabschiedung des Leistungsschutzrechts zugunsten der Presseverlage. Und dann kam noch der größte anzunehmende Überwachungsskandal durch US-amerikanische Dienste, den ein externer NSA-Mitarbeiter mit seinen Enthüllungen aufdeckte. Doch nichts von alledem hatte auch nur den geringsten Effekt auf das Wahlergebnis, konstatiert Michael Seemann, Internet-Erklärer und einst auch Blogger im Dienste dieser Zeitung: „Unsere Diskurse, unsere Belange, unsere Sicht auf die Welt kam bei dieser Wahl nicht vor, nicht im Geringsten. Vermutlich hatte der Deutsche Ruderverein einen größeren Impact auf diese Wahl als die Netzgemeinde.“

© FAZ 

Damit sieht Seemann auch die Netzpolitik im Sinne des Versuchs, aus dem Netz heraus die Interessen seiner Nutzer zu vertreten und zu organisieren, am toten Punkt angelangt. So weitergehen wie bisher werde es wohl nicht, jetzt müssten eingehende Analysen stattfinden. Richtig ist: Proteste aus dem Netz hatten geholfen, die unsinnigen Netzsperren und sogar das internationale Handelsabkommen ACTA zu verhindern. Es gründeten sich internet-orientierte Interessensvertretungen wie die Digitale Gesellschaft des netzpolitik.org-Gründers Markus Beckedahl und der SPD-nahe Expertenzirkel D 64. Die Piraten, die sich Netzthemen prominent auf die Fahnen geschrieben hatten, zogen in mehrere Länderparlamente ein und wurden von den Demoskopen auf Bundesebene in der Sonntagsfrage zwischenzeitlich bei zweistelligen Prozentzahlen gesehen. Entsprechend konnten manche Fürbittenvorleser und Teilzeitmessner der Netzgemeinde zwischenzeitlich kaum noch laufen vor lauter Kraft und Selbstgewissheit, qua mobiler Flatrate, Twitter-Followerschaft und anderen Formen der Vernetzung auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen.

Wie auch nicht: Die Enthüllungs-Plattform Wikileaks verhieß neues Zeitalter der Transparenz, im sogenannten arabischen Frühling vernetzten und verabredeten sich Demonstranten über Facebook und andere soziale Netze – und schafften es in mehreren Ländern, die autokratischen Regimes zum Teufel zu jagen. Und berauschten sich in der Folge nicht auch unsere einheimischen TCP/IP-Topchecker, Twitteure und Twitteusen an dem Gefühl, jeder kritische Tweet wäre ein Tritt in die Hinterteile der Mächtigen, und all die bitterbösen Blogbeiträge würden sich die Kritisierten hinter den Spiegel stecken? „Würde man die publizierten Blogbeiträge und Kolumnen ausdrucken, die in den vergangen fünf bis sieben Jahren im deutschsprachigen Netz die Nachlässigkeiten und Versäumnisse anprangerten, dann würde der so entstehende Stapel wahrscheinlich von hier bis zum Mond reichen. Vielleicht auch zurück“, spottet Martin Weigert in seinem Businessblog netzwertig.com. In krasser Diskrepanz zu diesem massiven Einsatz stehe aber der Ertrag: Denn augenscheinlich reichten ja auch fünf oder mehr Jahre des nachdrücklichen Nörgelns nicht aus, um bei Volksvertretern und anderen einflussreichen Lenkern dieses Landes ein signifikantes Umdenken zu erreichen.

© FAZ 

Wer weiß, vielleicht würde weniger Dauergenörgel, wer jetzt alles wieder das Internet nicht verstanden hat, ja tatsächlich mehr bewirken. Wenn die Netzpolitik, die sich hauptsächlich des Instruments der gepfefferten Senfspende zur Interessensvertretung der Internetbewohner bediente, an einem toten Punkt angekommen ist, was wäre denn dann mit einem Neuanfang unter anderem Vorzeichen groß zu verlieren? Auf alle Fälle wäre es notwendig, sich der Filterblasen-Effekte bewusster zu werden, welche die selektive Vernetzung mit Menschen, die ähnlich ticken und ähnliche Interessen verfolgen wie man selbst, mit sich bringt. Es ist nicht lange her, da musste man sich als Medienmacher von den digitalen Vorturnern im Kollegenkreis anhören, gehet hin zu Twitter, da spielt die Musik, und wer sich da nicht einklinkt, der verpasse die Zukunft, sei nicht am Puls der Öffentlichkeit. Aber nicht zuletzt die Bundestagswahl hat wieder einmal gezeigt: Repräsentativ für die Stimmung in diesem Lande ist das Gezwitscher auf Twitter und in den anderen sozialen Netzen nicht mal ansatzweise: „Da melden sich zuhauf die Motzkis der Republik, da sind AfD-Wähler ebenso überproportional vertreten wie die Anhänger der Piraten und bestimmen die Tonlage. Rechtsaußen gegen Linksaußen“, schreibt FAZ-Medienredakteur Michael Hanfeld. Man möchte ergänzen: Eine Wahlprognose, die sich vor allem auf das im Netz erzeugte Stimmungsbild gestützt hätte, wäre wohl meilenweit danebengelegen. Und am dichtesten dran am Endergebnis waren – ganz oldschool-uncool – RTL und Forsa. Ohne Big Data, hashtag-Analysen und Like-Button-Zählungen, nur mit dem traditionellen empirischen Instrumentarium der Meinungsforschung, gestützt auf möglichst repräsentative Stichproben.

„In den Netzwerken schweigen die Wähler“, konstatiert Hanfeld, aber vielleicht muss man nicht gleich eine Schweigespirale 2.0 konstruieren, um die disproportionalen Wahrnehmungen im Netz und außerhalb zu erklären. Ein Beispiel: Wenn der netzbekannte Spartenfernsehunterhalter Mario Sixtus ein Foto aus der Wahlkabine mit den beiden Kreuzchen auf seinem Wahlzettel über Instagram und Twitter verbreitet, erzeugt das über Retweets, Links und andere Erwähnungen ein beachtliches Echo im Netz, dessen Stimmengewirr beim unkritischen Betrachter den Eindruck einer ganz schönen Welle hervorruft. Aber bei der Auszählung, da wo es drauf ankommt, zählt der vielbeachtete Wahlzettel von Sixtus auch nicht mehr als der von Oma Karsuppke, die sich von ihrem Altenpfleger ins Wahllokal schieben lässt und keine Riesenwelle im Netz veranstaltet. Vielleicht muss man sich einfach ab und zu mal ausklinken aus dieser elektronischen Echokammer, um sich dessen wieder bewusster zu werden.

Bild 1: Screenshot von instagram.com

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45 Lesermeinungen

  1. Krise der Protagonisten
    Wenn ich schon höre „Netzpolitik“! Da haben sich über Jahre unsympathische Digitalschnösel als Weltretter aufgeführt und versucht, dem Bürger als solchem beizubringen, dass a) Internet irgendwie was mit Technologiestandort zu tun hat (was nackter Blödsinn ist) und b) dort die Freiheit wohl grenzenlos zu sein hat. In Wahrheit haben die Knüwers, Sixtussen und Lobos dieser Republik nie was anderes im Kopp gehabt, als ihre virtuellen Schäfchen ins Trockene zu treiben. Um dies voranzutreiben haben sie sich wahlweise bei den Sozen oder den einschlägigen Lobbys an den Hals geworfen, nur um nun feststellen zu müssen, dass sich keine Sau für sie und ihre Positionen interessiert außer ihresgleichen.
    Nein, die Krise der Netzpolitik, die hier konstatiert wird, ist in Wahrheit eine Krise der Protagonisten.

    • Hm,
      sehe ich doch ein bisschen anders. Auch wenn bisher keiner der „Digitalschnösel“ zum Zukunftsminister oder dergleichen gekürt wurde, sehe ich die Krise schon eher in der Netzpolitik als solcher und nicht so sehr auf Seiten ihrer prominenteren Vertreter und Wortführer. Wobei, „Krise“ trifft es auch nicht so recht, denn das setzte voraus, dass es vorher superduper darum bestellt war, aber das war es ja nicht. Es sah nur innerhalb einer bestimmten Filterblase eine Zeitlang so aus, als stünde die Assimilierung von uns allen in das Netznerd-Kollektiv unmittelbar bevor. ;-)

    • Ein wenig ungenau...
      „In Wahrheit haben die Knüwers, Sixtussen und Lobos dieser Republik nie was anderes im Kopp gehabt, als ihre virtuellen Schäfchen ins Trockene zu treiben.“

      Das ist sicher richtig, deshalb lese ich keinen dieser Herren (oder Damen?)und kenne auch niemanden der seine Zeit an sowas verschwendet…
      Aber deswegen unterscheiden sie sich diese trotzdem keineswegs von einem grossen Teil dieser Gesellschaft, allen voran die Politiker und das was heute unter Journalisten läuft, oder?

      Die Krise des Nets ist keinswegs eine Krise der Protagonisten. Die Krise des Nets besteht darin, dass der Zug der Net Freiheit längst abgefahren ist, und keiner will es wahrhaben…

  2. Wir hatten die Debatte ja schon mehrfach.
    Aber auch diese wahl bestätigt (erneut) meine Einschätzung – noch ist das Netz im Bewusstsein der grossen Mehrheit der Deutschen nichts als eine Mischung von gelben Seiten und einem grossen Supermarkt, gekoppelt grosszügigem Platz für Kleinanzeigen.

    Man kann hier tatsächlch sagen, dass das Lebensgefühl der überwältigenden Mehrheit der Journalisten und Medienleute sich von dem der Menschen. über und für die sie schreiben, in Netzfragen vollständig entkoppelt hat. Was dem einen sein Lebensraum ist dem anderen seine Bestellmöglichkeit für Bücher.

    Solange diese Disproportionalität bei der Gewichtung von Netzfragen sich nicht auflöst oder zumindest verstanden wird, solange sind Artikel zur digitalen Blindheit der „Bürger“ mindestens wirkungslos, weil ohne Addressaten.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • An Adressaten
      fehlt es nicht unbedingt, wenn man überwiegend den bereits Bekehrten predigt und dafür virtuelles Schulterklopfen in Form von Kommentaren, Trackbacks und Retweets erntet. Ohne diese Gratifikation wäre so mancher Evangelisten-Eifer wahrscheinlich schon länger erlahmt.

      Diese Entkopplung der Lebenswelten, von der Sie sprechen, ist tatsächlich ein wiederkehrendes Thema dieses Blogs, und so ein bisschen sehe ich mich hier auch in der Mittler- oder Übersetzerposition. Aber nicht in der Rolle des Evangelisten, mir liegt da mehr der ungläubige Thomas…

    • ?
      „Solange diese Disproportionalität bei der Gewichtung von Netzfragen sich nicht auflöst oder zumindest verstanden wird….“

      Haben Sie tatsächlich irgendwelche Hoffnung, dass dies geschehen könnte…

      Hab mir vorgestern die erste Saison der wunderbaren BBC Serie „Derek“ angeschaut. Da wird eine junge Frau gefragt ob sie richtig lesen und schreiben könne. „Ich twittere.“

    • @Tyler: Ja, die Hoffnung habe ich tatsächlich.
      Um den alten Karl Marx zu variieren: Die Art der eigenen Existenz hat erheblichen Einfluss aufs Bewusstsein.

      ICH (und Sie) können noch völlig ohne Netz existieren. Das Netz ist ein erheblicher Komfort- und Informationsgewinn, aber für uns nicht von wirklicher Bedeutung.

      Für fast alle jünger als 25 ist es das aber ganz sicher. Und das wird den Blick verändern.

      Ich weiss, dass Sie alle Menschen (sich selbst ausgenommen) für dumm halten, und kurzfristig ist das immer eine vertretbare These. Sobald allerdings aus einem Vernunftargument ein Gefühlsargument wird, können Leute ganz kurzfristig sehr vernünftig werden. Ich vermute, dass wir in etwa 20 Jahren dort sein werden.

      Wenn´s nen saftigen Skandal gibt, auch deutlich früher.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  3. Bravo, besonders der letzte Satz.
    Was es alles gibt, was ich nicht brauche.

    Aristoteles

    • Tja,
      dass man sich für das Aussprechen einer solchen Binse schon loben lassen muss, sagt ja auch was aus über unsere Zeit. ;-)))

    • "sagt ja auch was aus über unsere Zeit"
      Wie war das nochmal mit den Filterblasen-Effekten und der Selbstreflektion? :P

    • Es lockt die Veränderung und Steueungsmöglichkeit (Macht) der "Oberfläch(e)(lichkeit)".
      Wenn wir die Tiefe der Erkenntnisse sehen, die schon „binsig“ sind, dann wird
      transparent was den meisten bildungs-maß-lich(t) fehlt, „TIEFE“.
      Wo und wie könnten wir uns gesellschaftlich be(wußt)-wege(n), wenn…und aber..:-)
      Der „Aufbau“ der Gesellschaften, auch auf Basis Geld, wirkt contraproduktiv
      einer „Tiefenbildung“ entgegen und eine allgemeine Tiefenbildung ist wohl
      „Evolutionsminuten“ entfernt und damit mein wenn…
      Es geht entweder weiter so mit Krieg und Frieden, gesellsch. Schieflagen,
      oder es bildet sich ein „Tiefen-Bildung-Establishment“,
      das die „St. Martin Idee“ auferstehen läßt.
      Und das meine ich ernst. Nur die „Geist-Tiefen-Reifung“ der „Steuerleute“ kann
      wirklichen „Fortschritt, Gleichgewicht, ebene Lage“ für alle bewirken.
      Aber sagen Sie einer „Eliteperson“ daß ihr geistige Tiefe oder geistige Tiefenreifung
      fehlt… Mollath…:-)
      Vielleicht jedoch ist die Reifekraft der Evolution stärker als wir alle denken,
      dann vielleicht, ja dann…

    • @Wolfgang Henning:
      Vielleicht hätte ich da was für Sie. Ich schicke voraus, dass ich nicht so recht weiß, was ich von dem verlinkten Angebot halten soll, ich distanziere mich also schon mal prophylaktisch im Sinne des berüchtigten Urteils des Hamburger Landgerichts:
      http://www.deweles.de/intro.html
      Da geht es jedenfalls um Geld, Geist, Evolution und all das…

    • @ http://www.deweles.de/intro.html...Tipgeber
      Vielen Dank für den Tip.
      Welcher Gedanke hat Sie bewogen, mir „Lesematerial“ zu empfehlen?

    • Naja,
      Sie haben Vertiefung angemahnt, und wenn ich selber grad nicht liefern kann zu den von Ihnen genannten Stichworten, dann wollte ich zumindest einen Versuch wagen, die Nachfrage mit einem Angebot zusammenzubringen (das nebenbei bemerkt jahrelang recht verzweifelte Anstrengungen unternommen hat, seine Darlegungen einem größeren Leserkreis zur Kenntnis zu bringen).

      Wenns passt, ist gut, wenn nicht, vergessen Sie’s einfach.

    • "Wer sie aufzuklären sucht, wird stets ihr Opfer"
      Wie kommen Sie auf den Gedanken, ich könnte an der Dummheit der Masse verzweifeln?

      Ich weiß ja bereits, dass sie dumm ist, auch wenn es mich immer wieder fasziniert, wie dumm sie ist.

    • Verzweiflung
      an der Dummheit der Massen hatte ich Ihnen mit keinem Wort unterstellt. Unvergessen geblieben sind mir allerdings Ihre, wie soll ich sagen, ungelenken Versuche, in allen möglichen vielgelesenen Blogs ohne jegliche Bezugnahme auf Beiträge und Diskussionen einfach mit den Links auf Ihre Website reinzuholzen. Vielleicht tue ich Ihnen damit Unrecht, aber ich konnte mich seinerzeit des Gedankens nicht erwehren, wer zu solchen Mitteln greifen muss, um Aufmerksamkeit für seine Thesen zu generieren, müsse schon sehr verzweifelt sein.

    • Volksverdummung und Aufklärung
      „Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.“

      Gustave Le Bon (Psychologie der Massen)

      Offenbar ist es nötig, diese Weisheit hier noch einmal vollständig zu zitieren. Sie können daraus entnehmen, dass die „vielgelesenen Blogs“ mehr zur weiteren Volksverdummung beitragen als zur Aufklärung, und zwar umso mehr, je „vielgelesener“ sie sind, solange die halbwegs zivilisierte Menschheit noch religiös ist – was mit „Glaube“ oder „Unglaube“ nichts zu tun hat; es handelt sich um eine künstliche Programmierung des kollektiv Unbewussten.

      Meine Kommentare, die sich immer auf das Thema beziehen (auch wenn das für den Massenmenschen nicht sofort erkennbar ist, weil er es nicht erkennen will, um vorerst ein Massenmensch zu bleiben), erklären die zentralen Denkfehler der jeweiligen „Beiträge und Diskussionen“, deren Inhalte in der Regel irrelevant sind – was aber erst derjenige erkennt, der meine Kommentare versteht.

      Weil mir nun mal kein Werbeetat von einigen hundert Millionen Euro zur Verfügung steht (der mindestens erforderlich wäre, um das veraltete „Programm Genesis“ etwas früher zu löschen), habe ich es mir zum Hobby gemacht, den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation auch ohne dieses kleine Hilfsmittel noch rechtzeitig zu verwirklichen. Wie geschickt meine Kommentare formuliert waren, werden Sie erkennen, wenn es so weit ist.

  4. Ach, die Settembrinische Aufregung ist echt typisch für einen betriebsblinden FAZ-Blogger...
    Die Echokammer der Kinternet Informationen ist nur ein Ausschnitt des Medienangebots und wird noch längere Zeit nicht repräsentativ für die labile Befindlichkeit der Wählerschaft sein. Ihr nur deshalb jegliche Relevanz abzusprechen ist entbehrt jeglicher Grundlage und erinnert mich an die verblichene infintesimale Logik.

    Die viel entscheidendere Frage, wie und warum es zu diesem Wahlergebnis gekommen ist, wurde von den Medien ohne überzeugendes Hauptargument je nach politischer Couleur bereits ausführlich zerredet. Dabei ist der mir wichtig scheinende Gedanke, dass die 5% Klausel zwar das Regieren einfacher machen kann, aber eigentlich willkürlich und ungerecht ist, viel zu kurz gekommen. Wenn man im vergangenen Jahrzehnt immer über eine zu geringe Stimmbeteiligung lamentiert hat, sollte man nicht ohne zwingenden Grund 15% der aktiven Wähler durch Wegschmeissen ihrer Stimme bestrafen!

    • Es ist ja nun nicht so,
      dass die 5-Prozent-Klausel die politische Landschaft 2013 wie ein plötzliches Unwetter heimgesucht hätte, mit dieser Einschränkung in der politischen Willensbildung leben wir schon ein paar Jahrzehnte (auch wenns Ihnen vielleicht erst jetzt auffällt).

      Ich wüßte im Übrigen auch nicht, wo ich der elektronischen Echokammer (in der ich mich ja nun auch bewege) jegliche Relevanz abgesprochen hätte. Ich sage nur: Was sich da abspielt, ist nicht unbedingt so repräsentativ für das gesellschaftliche Ganze, wie es manche Protagonisten gerne hätten. Da darf man schon mal dran erinnern, dass es noch ein Draußen gibt. Ach ja, à propos draußen: Ich muss Ihr ermüdendes Genöle über die FAZ-Blogger auch nicht freischalten, vielleicht wollen Sie sich künftig lieber beim „freitag“ oder sonstwo über uns ausheulen.

    • 5% Hürde
      Die 5 % Hürde darf ja gerne bleiben, aber damit die Stimmen nicht alle verloren sind, sollte man mal darüber nachdenken, ob es nicht die Möglichkeit gäbe, dass auch die „Kleinen“ Koalitionen bilden dürfen, um diese 5 % Hürde zu überschreiten – die Großen dürfen es ja auch, um die 50 % zur Regierungsbildung zu überschreiten.

      Aktuell hieße das, dass AfD und FDP noch im Rennen wären, wenn sie eine 0,3 oder 0.5 % Partei als Koalitionspartner gefunden hätten … oder anders: gemeinsam als Partner hätten sie über 9 % und würden ein gewichtiges Wort bei der Regierungsbildung mitsprechen … immerhin vertreten die beiden mehr als 9 % der Wähler! Zu schade um auf den Müll geworfen zu werden, wie dies jetzt der Fall ist.

      Sämtliche „Regeln“, Vor- und Nachteile vorzustellen geht in einem Leserbrief zu weit … aber ein Denkanstoß wäre es allemal …

    • Auf den ersten Blick
      ein charmanter Gedanke. Bis man sich fragt, wie solche Koalitionen konkret ausgestaltet werden sollen. Vertragswerke und Modalitäten, welche die Details der Regierungsbildung regeln, lassen sich wohl nicht so ohne weiteres einfach auf die gesamte parlamentarische Arbeit (inklusive des Opponierens) übertragen. Da erschiene es mir zielführender, die Fünf-Prozent-Klausel ganz zu kippen. Die Sorge, dass uns das stante pede zurück in die Endphase der Weimarer Republik beamen würde, halte ich für etwas übertrieben, zumal die Anzahl und der Wähleranteil der Kleinparteien nicht der zentrale Faktor war, der den Weg in die NS-Diktatur ebnete, sondern eher das schwache Mittelfeld mit Zentrum, SPD & Co. Ansonsten ist halt die Abwägung zu treffen, was wichtiger ist, eine relative Stabilität, die mit einem gewissen Zwang zur Einigung und mit Einschränkungen in der politischen Willensbildung verbunden ist – oder eine genauere Abbildung des Wählerwillens in der parlamentarischen Sitzordnung, die womöglich die Tagesarbeit dort etwas verkompliziert.

    • Titel eingeben
      Wie wäre es mit Fünfzig-Prozent-Hürde zum Einzug in den Bundestag?

    • @ Marco Settembrini di Novetre 25.09.2013, 16:33 Uhr
      Nein, es fällt mir nicht erst jetzt auf. Aber es hat mit dem Verblassen des Links-Rechts-Schemas seit dem Wegfall des früheren Feindes Sowjetunion zu tun und wäre relevanter als die netzpolitische Nullnummer.

      Was die Gelüste zur Zensurierung meiner ungeliebten Kommentare betrifft:
      – Derjenige Blogger der mich in seinem FAZ-Blog auf die Spamliste setzte wurde kurz danach depubliziert…

      – Daher dürfte es angebracht sein, wenn Sie mir hier mitteilen, inwiefern mein Kommentar gegen die hier geltenden Richtlinien verstossen haben soll!

    • Ach, Richtlinien...
      Ich habe jedenfalls in meinem Autorenvertrag keine Klausel stehen, die mich zum permanenten Bespaßen von Kommentatoren mit erhöhtem sozialpädagogischem Förderbedarf verpflichten würde. Wenn Ihnen das trotz diverser einschlägiger Rückmeldungen nicht selber auffällt, wie Sie diskussionswürdige Punkte immer wieder mit pauschalem Gestänker gegen FAZ-Blogger vermischen, dann ist das Loch schlechterdings zu groß, als dass ich es mit meinem kleinen Schippchen zuschaufeln könnte.

    • @ Marco Settembrini di Novetre 30.09.2013, 12:20 Uhr
      Wenn Sie in Ihren Kommentaren nur mich verunglimpfen würden könnten wir ja darüber diskutieren, aber sie machen das viel öfters wenn Ihnen gegen die Kritik keine brauchbaren Argumente mehr einfallen.

      Sowas steht bestimmt nicht in Ihrem Autorenvertrag und wäre in einigen Fällen justiziabel. Ich wage zu bezweifeln dass Sie jemals die Berühmtheit von Handke erlangen und dann erfolgreich eine Publikumsbeschimpfung anzetteln können… Da ist unbezahlbar viel Förderbedarf von Nöten!

    • Justiziabel?
      Für so eine massive Behauptung dürfte ich doch mal um aussagekräftige Beispiele bitten. Es wäre nicht mal justiziabel, wenn ich hier hinschreiben würde, dass ich nicht verpflichtet sei, jedes dahergelaufene Kommentatoren-*rschloch vierlagig extraweich abzuwischen. Leider ist diese schöne Formulierung nicht auf meinem Mist gewachsen, und so verwende ich sie auch nicht. Zumal es auch nicht Not tut, denn mit den allermeisten Kontribuenten dieser Kommentarspalten macht die Konversation nämlich durchaus Vergnügen, ungeachtet mancher abweichenden Auffassung.

  5. Wahl der Kontinuität
    Dass die Netzgemeinde nur ein Ausschnitt der Gesellschaft sein kann, ist eigentlich auch nur eine Binsenweisheit.
    Genauso wie manche Leser einer Zeitung sich auf diesen Blickwinkel beschränken und meinen, die Welt zu verstehen, meint mancher, das Netz sei ein repräsentativer Spiegel der Gesellschaft.
    Dabei posten die unter 25Jährigen selten politische Statements, die Generation 60+ ist fast nicht vertreten. Männer sind immer noch in der Mehrheit. Dennoch wählen auch die Unterrepräsentierten.

    Für mich war es enttäuschend, wenn ich in meinem Bekanntenkreis die für mich momentan vorherrschenden Themen (NSA, Klimawandel, Eurokrise) ansprach. Gerade ersteres Thema wurde heruntergespielt, das zweite ausgeblendet, vom Dritten war man nur noch genervt.

    Ich denke, dass viele auch so gewählt haben, wie sie gewählt haben, weil manches überfordert und man sich nicht damit beschäftigen will.
    Frau Merkel wird uns die Welt weiterhin schönreden und schon schauen, dass es uns einigermaßen gut geht.
    Merkel wählen heißt auch die Verantwortung für Deutschland weiterzugeben.
    Da sind Piraten, ÖDP und AfD, die mehr Selbstbestimmung für den Bürger wollen, wesentlich belastender.

    • Da ist was dran.
      Überspitzt gesagt: Weite Teile der Bevölkerung wollen abends von Mutti ins Bett gebracht werden und hören, alles wird gut, Träum was schönes…

    • Yes Sir!
      Und ausser vielleicht 1973 war das immer das, was die Deutschen wollten. Zu Recht, ganz nebenbei – das ist die Rechtfertigung für ein repräsentatives System anstelle einer direkten Demokratie oder einer Räterepublik.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  6. Überfordert
    „Ich denke, dass viele auch so gewählt haben, wie sie gewählt haben, weil manches überfordert und man sich nicht damit beschäftigen will.“

    Will – oder kann sich nicht damit beschäftigen.
    Ja sie sind durch die Bank überfordert. Ab und an gestresst, oft auch denkfaul. Das geht schon los bei mittelständischer Kundschaft, die eine Website machen lassen will. Sie will mit Gewalt (d. h. als zahlender Kunde will man keine Beratung, das würde als Bevormundung seine Käufer-Autonomie stören …) eine bekloppte Wellness-Print-Broschüre reinsetzen, für alle Zeiten in Beton gegossen. Statt den Dialog mit ihren Kunden zu suchen und die Chancen zu nutzen. Leider noch im Jahre 2013 viel zu häufig so. Ich weiß, es klingt nach 1999, Pustekuchen!

    Wer nicht einmal derart altväterlich-printmechanisch involviert ist, sondern das Internet als Konsument wie lustige Gelbe Seiten mit Blinky wahrnimmt, der versteht nicht einmal im Ansatz, was Netzpolitik, hä? soll.

    Zudem liegt es tatsächlich auch an der Art, WIE der Diskurs geführt wird. Arrogant, allmächtig, und jeden Morgen eine neue Sau durchs digitale Dorf-Klein-Ostviertel mit Diffamierungen und Hackerkünsten. Das nimmt man leider aus dem Augenwinkel durchaus peripher wahr, so wie man Dorfrüpel sehr wohl wahrnimmt, aber sie nicht kennen will. Was alles dazu führt, dass führende Köpfe der Netzpolitik entweder kaum bekannt sind unter den Normalos, nur bei IT-Kollegen, oder/und sie unsympathisch rüberkommen. („Ach, ist das nicht der Krawallblogger xy …“)

    Für mich kein Wunder, dass einer aus der CDU [man kann locker auch „SPD“ setzen …] unbeschadet Wahlkampf machen kann mit Sätzen wie: Das Web 2.0 sei eh bald vorbei. Die Leute WOLLEN das tatsächlich glauben, denn sie kaufen zwar da drin ein wie wild, empfinden das Internet aber gleichzeitig als Bedrohung oder als sehr unfriedliche Wiese mit Kinderquälern, dark net und Amex-Abzockern. Diese Ambivalenz will ich jetzt nicht mühsam erklären, sie ist einfach da. Wird jedoch erfolgreich verdrängt, man will als Bürger ja nicht peinlich hinterm Mond = gegen den Fortschritt sein.

    Wenn aber einer in die Straßenbahn steigt und laut im Waggon sagt: Kann das Internet nicht einfach Bumm machen und es ist dann alles wie vorher, werden viele, vielleicht auch die, die gerade in ihrem Phone herumtappern, grinsen: Ja, das wärs!

    • Das wäre fast mal
      eigene eigene empirische Umfrage wert, wie die Zustimmungsraten zu diesem Statement ausfallen würden. Emnid, übernehmen Sie!

    • dann frisch ans Werk....
      Entwickeln sie eine elektronische Puls-Bombe….

  7. Leider ziemlich weit am Problem vorbei gedacht........
    „Das Netz mit seinen Themen und spezifischen Befindlichkeiten hat bei dieser Wahl keine nennenswerte Rolle gespielt.“

    Das ist schon sehr banal… die Zustände im Netz sind ja lediglich eines der Symptome für die völlige Unfähigkeit der Politiker ALLER Parteien. Keine Partei hat sich bei dem Thema auch nur einen einzigen Plus-Punkt erarbeitet, oder?

    „Damit sieht Seemann auch die Netzpolitik im Sinne des Versuchs, aus dem Netz heraus die Interessen seiner Nutzer zu vertreten und zu organisieren, am toten Punkt angelangt.“

    „Die“ Nutzer gibt es nicht. Es gibt nur Gruppen, die alle nur eines gemeinsam haben: IHREM Anliegen soll die Netzfreiheit zu Gute kommen.
    Blogger „Der Linken“ und der „FAZ“ haben nichts, GAR NICHTS gemeinsam.

    „Die Enthüllungs-Plattform Wikileaks verhieß neues Zeitalter der Transparenz….“

    Leider gibt es KEINEN Staat dieser Welt dem so etwas gefällt und so haben letztlich alle die totale Kontrolle/Überwachung als Ziel. Nur für sich selbst, versteht sich…
    Wenn Chinesen oder Iraner das tun, dann ist es böse.

    Dass auch Settembrini in die kindische Falle der Hoffnung geraten ist, zeigt er hiermit: „Denn augenscheinlich reichten ja auch fünf oder mehr Jahre des nachdrücklichen Nörgelns nicht aus, um bei Volksvertretern und anderen einflussreichen Lenkern dieses Landes ein signifikantes Umdenken zu erreichen.“
    Volksvertreter interessieren kein Schwein, …es sind ganz Andere, die über den Fraktionszwang die Entscheidungen übernehmen. „signifikantes Umdenken“ passiert nur, wenn der Wahlkreis gefährdet ist! Ein Interesse an solcher Umkehr hat aber kein Staat, bzw. seine korrupten Vertreter, die bei zu viel der Freiheit im Net mit der Entdeckung irgendwelcher Leichen im Keller rechnen müssen. All die Guttenbergs und Wulffs können ein Lied davon singen und die anderen sind gewarnt: Das Internet bedroht das Gemauschel der Politiker und Regierungen!
    „Volksvertreter“? Volks – Vertreter? Ach ja? Wirklich?
    Welche Interessen des Volkes sind denn in der letzten Legislaturperiode vertreten worden? Beim Euro? Bei der Bankenrettung? Beim Mindestlohn? In Afghanistan?

    „Vielleicht muss man sich einfach ab und zu mal ausklinken aus dieser elektronischen Echokammer, um sich dessen wieder bewusster zu werden.“

    So richtig das ist, so hat es doch mit dem eigentlichen Problem, dem Missbrauch, nichts zu tun.
    Weder NSA noch BND klinken sich nämlich auch nur eine einige Sekunde aus!

    • Boah, Tyler,
      Sie dürfen Ihre Bemühungen, abgeklärt rüberzukommen, gern mal wieder bisschen runterfahren. „Kindische Falle der Hoffnung“, meine Güte. Im Übrigen ist der Satz, an dem Sie sich hochziehen, von Weigert. Kann man alles nachlesen, wenn man auf die Links klickt. Aber wie auch immer, große Hoffnung, das ewige Genörgel würde die da oben dem Netz etwas zuneigter machen, lese ich weder bei mir noch bei Weigert heraus. Ich habe mir auch das Narrativ der angeblichen Twitter- und Facebook-Revolutionen nicht zu Eigen gemacht, mir ging es hier darum, die selbstüberschätzte Eigenwahrnehmung der Netz-Vorturner nachzuzeichnen, aus der heraus sich erklärt, warum da jetzt plötzlich Katerstimmung und Ernüchterung einkehrt, nachdem es mit der Weltherrschaft, die ja manchem zwischenzeitlich zum Greifen nah schien, nicht geklappt hat. Für Sie und mich mag das Nichteintreffen dieser kindischen Hoffnung banal sein, für diejenigen, die sich jetzt betreten und ratlos angucken, ist es das nicht.

    • dann....
      Dass Netz-Vorturner und Piraten Partei aufs Maul gefallen sind, ist weder überraschend noch von Bedeutung, es ändert nicht das Geringste.
      Aber wollen wir mal hoffen, dass wenigstens Ihr letzter Satz zutrifft und sich die Bürger jetzt (oder künftig?) betreten und ratlos angucken?

      Ich bin sicher dass das, was diese braven, ganz normalen Staatsbürger in twitter „Nachrichten“ zur Kenntnis nehmen, dann dorthin führen wird…

      Vielleicht sind Sie ja zu nah dran am Volk? Und eine gewisse physische Distanz macht neutraler?

      Aber lassen Sie es mich auch in diesem Blog versuchen, in dem anderen zum selben Thema gabs trotz vierfachem Nachfragen keine Antwort:

      Was genau kann man tun um die Herren in Langley daran zu hindern das zu tun was die für ihre Arbeit halten? Und was kann man gegen die Herrschaften in Pullach tun, die es ihnen gleich tun und mit denen in Langley aufs Beste zusammenarbeiten. Auch wenn sie natürlich viel zu simpel sind als dass sie dabei erkennen könnten, dass es sich mehr oder weniger nur um eine Einbahnstrasse für Daten handelt….

      Und falls Sie bei diesen Fragen zur selben Antwort wie ich kommen, welche Konsequenzen schlagen Sie dann vor?

    • Sie sehen mich
      in dieser Frage zugegebenermaßen einigermaßen ratlos. Auf alle Fälle sehe ich für mich keinen großen Sinn darin, jetzt noch hektisch damit anzufangen, alles zu verschlüsseln und codieren, was ich auf der Festplatte und irgendwo in der Cloud habe, ich will es ja nicht interessanter machen als es ist. ;-) Politisch sehe ich auch nicht so recht den Hebel (nach dem Wahlergebnis erst recht nicht), und in den bewaffneten Widerstand zu gehen, dazu lassen mir meine familiären Verpflichtungen nicht so recht die Zeit und den Freiraum.

      Und Sie?

    • na also....
      Ich gebe Ihnen natürlich voll Recht „….nach dem Wahlergebnis erst recht“

      Man müsste die Menschen davon überzeugen, dass sie langsam aber sicher begreifen müssen, dass KEINE der sogenannten demokratsich gewählten Regierungen ihre Interessen vertritt.
      Lieder ist dies aber wegen der von mir ja oft und unmissverstzädnlich verkündeten BLödheit des Urnenpöbels nicht möglich.

      „…und in den bewaffneten Widerstand zu gehen, dazu lassen mir meine familiären Verpflichtungen nicht so recht die Zeit und den Freiraum.“

      das wäre angesichts dieses deutschen Volkes auch keine gute Idee, denn es wäre den merkelschen Spin-Doctors ein leichtes die Normalo Spiesser davon zu überzeugen, dass Sie ein Baader Meinhof Klon sind. Sollten Sie in ihrem Leben je in einem muslimischen Land in Urlaub gewesen sein, wär das dann sowieso ihr Ende….. ;-)

      Vergessen Sie es, es gibt nun mal nichts das man tun kann, als den Menschen immer und immer wieder zu erklären, dass es so ist. Selbst ein 80er IQ müsste es angesichts der Tatsachen irgendwann begreifen.
      Die Identifizierung der Bürger mit solchem Staat müsste ein Ende nehmen, dann kann Neues entstehen, vielleicht neue politische Parteien. Die jetzigen vor allem die Piraten waren ja ganz offensichtlich nur eine weiter jener ego-trippenden Selbstdarsteller aus denen alle diese „normalen“ Parteien bestehen. Den jetzigen Parteien und ihrem Führungspersonal müsste mangels Untersützung jegliche Legitimation entzogen werden, so wie das gerade mit der FDP passiert ist.

      Aber daraus wird wohl nichts werden… auch die FDP wird es mit all dem Geld, mit dem man jetzt ihre neue Fassade aufbauen wird, wieder in den nächsten Bundestag schaffen.

      Mit anderen Worten, vergessen Sie es, pflanzen Sie ein Apfelbäumchen, wenn sie dort blieben müssen wo Sie sind.
      Oder packen sie den Koffer und ziehen wie ich weit weg an einen Strand und genissen das Leben solange es noch welches gibt. Es gibt nicht zu tun…..

  8. "Netz mit seinen Themen und Anliegen praktisch keine Rolle gespielt" ?
    Dazu müsste man als Bürger erst einmal das „Netz“ verstehen.
    Die öffentlich-rechtlichen Medien liefern den Bürgern keine Informationen.
    Die kurzen „Exkurse“ in den heute-Nachrichten sind ein kleiner Anfang.
    Aber längere Informationssendeungen gint es kaum noch.
    Man versucht nur noch den Privaten in Sachen Unterhaltung hinter her zu laufen.
    Und Tendenzmagine, wie das ekelhafte „Frontal 21“ dienen NICHT der Information einer demokratischen Gesellschaft.

    • Das Netz verstehen -
      eine Aufgabe, die den Schweiß der Edlen lohnt. Selbst meiner einer, der immer strebend sich bemüht, hat da noch beträchtliche Verständnislücken zu stopfen. Wer kann schon von sich sagen, er habe das Ganze erschöpfend durchdrungen? Und selbst wer verstanden hätte, was das Netz hier und heute ist und kann, dem fehlt womöglich der Blick dafür, was das Netz morgen noch alles sein (und leisten) könnte – und was nicht.

      Und Klagen über das Fernsehen sind irgendwie auch total 90er. Ich gucke seit über zehn Jahren kein TV mehr, und mir fehlt nichts. Dass viele dieses Lagerfeuers immer noch bedürfen, sehe ich wohl und verurteile das auch nicht, aber es erscheint mir zunehmend absurd, dass sich die Leute vor einen bunten Guckkasten hocken und sich einen vom Pferd erzählen lassen, obwohl ihnen eigentlich immer mehr dämmert, dass sie damit nur sediert werden sollen. ;-)

  9. Snowden
    Die Enthuellungen des NSA Mitarbeiters Snowden wurden hier im FAZ Forum heftig diskutiert, allerdings immer bezogen auf die Privatsphaere einer physischen Person. Der Aspekt der Industriespionage wurde nur wenig beachtet. Er hat aber das Schadenspotential eines verlorenen Krieges. Es ist wirklich tragisch fuer Deutschland, das sich dafuer niemand interessiert.

    • Titel eingeben
      Das Problem mit diesem Teilaspekt ist, dass man da sehr viel mit Dunkelziffern hantieren müsste. Die betroffenen Unternehmen plaudern eher ungern aus der Schule, können oftmals nur vermuten aber nicht beweisen, dass der Wettberber aus Übersee unlautere Informationsvorsprünge hatte. Und als geprelltes Opfer mag man sich nicht darstellen, weil es imagemäßig (und womöglich sogar kursrelevant) eher mindertoll aussieht.

      Es wäre Sache der Politik, den sogenannten „Verbündeten“ mal ordentlich die Meinung zu geigen. Aber zum einen haben wie de facto eh noch Besatzungsrecht, und zum anderen wollen unsere Law-and-Order-Freunde im Innenministerium ja auch gern mal Datenbrösel abhaben, die bei Onkel Sam so anfallen. Da wird der kapitale wirtschaftliche Schaden als Preis der gefühlten Sicherheit billigend in Kauf genommen. DAS ist der Skandal an der Sache. Und interessieren Sie sich doch mal öffentlich für all die Zusatzverträge und Verwaltungsvereinbarungen zu Nato-Truppenstatuten und dem ganzen Kladderadatsch, der das alles legal möglich macht, wie Obama & Co. beteuern, da landen Sie schneller in der Schublade der reichsdeutschen Flugscheibenfans als Sie „haunebu“ sagen können. ;-)

  10. Naja
    Die Netzgemeinde nimmt sich in dieser Welt auch zu wichtig. Jeder der heute ein Internetanschluss besitzt und zu jedem Thema sein Senf in unzähligen Foren und Blogs abgeben muss, um so auf sich aufmerksam zu machen oder seine unter welchen Motiven auch immer geleiteten, meist undifferenzierten Stellungnahmen abzugeben, hat noch lange nichts verändert oder die Welt ein Stück besser gemacht.
    Die digitale Schrift und Sprache kommt nicht an das Innere, an die Seele des Menschen ran, viel mehr versucht die Netzgemeide wie verzeifelt und verkrampft durch Twitter, Facebook und Co. eine Bewusstseinsänderung der Masse herbeizuführen, die in welche Richtung auch immer manipuliert und gesteuert werden soll…
    Durch die neuen Kommunikationstechniken (Smartphone) ist es auch zum Teil gelungen, die Jugendlichen an das Netz dauerhaft anzukoppeln. Doch Leider mündet diese Netz-Abhängigkeit nicht in einem Fortschritt des Geistes, sondern in einer geistigen und seelischen Unfreiheit, die der moderne Mensch mit und durch das Netz erfährt…Durch die ständige Informations- und Austauschmöglichkeit im Netz kommt der rund um die Uhr an das Netz angeschlossene Mensch des 21. Jhrd. nicht mehr zur Ruhe und zum Nachdenken.
    Vielleicht ist dieser Rückschlag des Nichtberücksichtigseins für die Netzgemeinde sogar eine Chance, zu Besinnung zu kommen und etwas frische Real-Luft zu schnuppern…

  11. Titel eingeben
    Mal abgesehen von der Überwachungsaffäre, was sind denn eigentlich die großen netzpolitischen Thema mit der größten Relevanz für den Otto Normalverbraucher?
    Außer mit diffusen Bedrohungszenarien zu hantieren, fällt den meisten Leuten auch nichts ein.

    • Klar - wenn man das Netz
      als „eine Mischung von gelben Seiten und einem grossen Supermarkt, gekoppelt mit grosszügigem Platz für Kleinanzeigen“ begreift, wird man die immer wieder neuen Anläufe, Netzsperren durchzudrücken genausowenig als großes Problem betrachten wie Versuche der Telcos, die Netzneutralität zu unterlaufen oder Vorstöße der Staaten, irgendwelche Buchstabensuppen wie ACTA, SOPA oder PIPA zusammenzukochen. Selbst wenn man da nicht mit dem Totschlagargument „in Afrika hungern Kinder“ kontern möchte, muss man konstatieren, dass es weite Teile der Öffentlichkeit an anderen Stellen juckt als dort, wo die Herren Beckedahl, Urbach und wie sie alle heißen, sich kratzen.

  12. slots59
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