Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Das Recht vs. Porno, Internet, Dummheit und Missbrauch

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Man kennt diese Geschichten aus der Schwarzen Serie der Kriminalliteratur: ein schmieriger Verbrecher setzt eine Tochter aus besserem Hause unter Drogen, um Sexphotos von ihr zu machen. Mit denen wird die Familie erpresst, die dann den Privatdetektiv Marlowe engagiert, um die Sache zu bereinigen. Nach einer verwickelten Geschichte sind viele Menschen tot, Marlowe hat die Abgründe der besseren Kreise gesehen, und muss die Polizei belügen, um am Ende wieder einsam in seiner Wohnung zu sitzen – aber die Bilder und die Negative hat er beschafft, und die Gefahr für das Ansehen der reichen Familie ist gebannt. Zum Glück haben wir das nicht nötig: Dank der gestrigen Entscheidung des Bundesgerichtshofes müssen intime Photos nach dem Ende einer Beziehung entweder auf Verlangen an die oder den Abgebildeten herausgegeben oder gelöscht werden.

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Das klingt erst einmal schön, wird doch damit ausgeschlossen, dass der frühere Partner sein Unwesen mit den Bildern treibt. Also, theoretisch. Die Gefahr des Revenge Porns, der Veröffentlichung solchen Materials zur Beschämung ist ebenso ausgeschlossen wie der Verkauf an interessierte Kreise. Höchstrichterlich wird festgestellt, dass nach dem Ende der Beziehung das Recht auf die Bilder besteht, sofern sie intim und sexuell explizit sind, und keine Urlaubs- oder Alltagsszenen darstellen. Das gilt, auch wenn die Bilder früher von den Abgebildeten selbst erstellt und überlassen wurden. Das klingt wirklich gut, nach Datensicherheit und Selbstbestimmung im digitalen Zeitalter.

Leider hat das Gericht darauf verzichtet, ein paar Sätze ins Urteil zu schreiben, die in etwa so lauten könnten:

Ihr schwachsinnigen Trottel – wenn ihr vorher auch nur einen Moment nachgedacht hättet, bevor ihr da euren privaten Schmuddelkram gedreht habt, wäre euch vielleicht gekommen, dass das alles eine ausgesprochen bescheuerte Idee ist. Porno bekommt ihr tonnenweise umsonst im Netz. Und wer auch nur einen Funken Hirn hat, weiss doch, dass solche Bilder nach dem Ende einer Beziehung Probleme bereiten. Macht sowas einfach nicht. Dann müssen wir hier keine Urteile fällen, die schön klingen, aber praktisch undurchführbar sind“.

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Denn bei Marlowe war das mit den Bildern noch recht leicht. Es gab Negative und Abzüge, und wenn die vernichtet waren, war das Problem gelöst. Aber wie soll man heute digital gespeicherte Bilder herausgeben und löschen? Ich mache für die Arbeit hier vergleichsweise viele Bilder, und sie sind nach einer Weile mindestens sieben mal auf vier Medien gespeichert: Auf der Speicherkarte der Kamera, in mindestens einem Ordner auf dem Rechner in einer bearbeiteten und einer originalen Version, und beide sind nach einer Weile auf zwei Backup-Festplatten. Das Recht zur Löschung wird schwierig, wenn ich die originale SD-Karte suchen muss. Darauf befinden sich zwischen 2000 und 4000 Bilder. Ich muss die richtigen Ordner finden, mit ebenfalls tausenden von Bildern, und mir muss wieder einfallen, unter welchem Namen ich die bearbeiteten Versionen abgespeichert habe. Selbst wenn ich sie alle finde – wie gebe ich sie dem ehemaligen Partner? In Form meiner Datenträger?

Denn nimmt man das Urteil ernst, soll wirklich nichts beim Partner bleiben, geht es nicht ohne die Übergabe oder komplette Zerstörung der Datenträger. Die Platten und Karten sind die Bildträger, und das einzige Mittel ihrer restlosen Übergabe ist eben der Ausbau, oder sehr nachhaltige „Löschung“. Vermutlich haben sich die Richter noch nie damit beschäftigt, was Bildlöschung im digitalen Zeitalter überhaupt bedeutet: Normales, „endgültiges“ Löschen auf dem Rechner belässt die Daten immer noch auf der Platte, und auch Überschreiben ändert nichts daran, dass Forensiker die Daten trotzdem noch herstellen können. Mit Löschung meinen Richter „komplett weg“. Das geht bei Filmnegativen. Aber bei Daten ist das ein enormer Aufwand. Wie man das überwachen soll, sagen die Richter nicht. Woher man wissen soll, dass es nicht irgendwo noch Kopien gibt, ist auch nicht klar. Aber es ist kinderleicht, diese Kopien zu machen, zu speichern, zu verschicken – die Richter haben der Klägerin einen Anspruch bestätigt, aber sie und ihren Gegner mit der praktisch unmöglichen Umsetzung allein gelassen.

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Noch schwieriger ist es, sollten beide auf die – heute nicht unübliche – Idee gekommen sein, ihre Bilder nicht über feste Datenträger, sondern elektronisch auszutauschen. Dann sind die Bilder irgendwo auf mindestens einem Server im Netz, und der gehört meistens einer amerikanischen Firma. Natürlich gelten deutsche Gesetze weiter, aber wie setzt man sie hier um? Wie bekommt man Google, Facebook, Skype, Twitter, Tinder dazu, solche Bilder wirklich zu löschen? Denn der Normalfall ist nicht das, was am BGH zwischen einer Frau und einem professionellen Photographen verhandelt wurde. Der Normalfall sind blöde junge Erwachsene, die solche Bilder mal eben mit dem Mobiltelefon machen und aus einer dummen Laune heraus verschicken. Das BGH-Urteil ist prima für das Marlowe-Zeitalter. Es ist sinnlos in einer Epoche, in der Daten ohne Nachdenken verschickt und gespeichert werden. Und es geht nicht mehr nur um eine dumme Tochter, die mit Laudanum abgefüllt vor einer Kamera eines Erpressers landet: Es kann jeder betroffen sein. Das geht ganz schnell. Und es ist kein Problem der Festplatten, sondern eines der Mentalität. Gerichte können Gesetze auslegen und Ansprüche formulieren, aber wer unerwünschte Daten nicht möchte, kann sie nur verhindern, indem sie erst gar nicht entstehen. Sobald sie erst einmal auf einem Datenträger sind, ist es zu spät.

Das geht übrigens auch ohne Porno. Letztes Wochenende beispielsweise posaunten unter dem Hashtag WhyIsaidnothing, begleitet von viel medialem Zuspruch, feministischer Ideologie und gegenseitig angeheizt, ein paar Dutzend Menschen ihre mutmaßlichen Erfahrungen mit Vergewaltigung ins Netz. Das steht da jetzt so drinnen. Natürlich sind die Vorwürfe nicht überprüft, selbst wenn in gewissen Fällen recht deutlich wurde, wer der Täter gewesen sein könnte. Es gibt in Deutschland zum Glück Opferschutzeinrichtungen, die sich der Fälle professionell und vor allem diskret annehmen könnten, aber eben auch Internet und andere Aktivist_Innen, die einem für solche Einlassungen zujubeln. Die taz bastelte sich trotz der Nennung von Tätern aus dem feministischen Nahbereich in Berlin lieber aus den Reaktionen mancher Trolle einen Beitrag über die angebliche „Rape Culture“ – ein bei der Aktion spektakulär angegriffener Politiker, den eine linke Aktivistin beschuldigte, wurde bei linker Verortung nicht herausgepickt. So kann sich jeder aus der Aktion für seine Sichtweise herausziehen, was er will, und die Daten für die jeweilige Agenda benutzen. Aktivisten betteln im Netz um solche Geschichten. Ob aber die Beteiligten in ein paar Jahren noch glücklich darüber sind, ihre kurzen Einlassungen bei diversen Medien zu finden, ist eine ganz andere Frage. Sie haben ein Recht auf Vergessen gegenüber Twitter. Aber nicht gegenüber den Medien, die ihre Geschichten ausschlachten. Momentan finden sie das noch toll. Ob es ihnen noch gefällt, wenn ein TV-Boulevard-Magazin so einen Fall später mal aus dem Netz zieht und mit dem Reporterteam vor ihrer Tür steht, sei dahingestellt.

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Es ist hochanständig vom BGH, nun den Blick auf Daten und Datenträger zu senken, und zu sagen: Nein, das muss zurück in die Verfügungsgewalt der Betroffenen. Es ist richtig und gut. Es ist zwar komplett an der Realität vorbei, aber trotzdem ist es ein gutes Urteil. Es kann gar nicht anders, als er technischen Entwicklung hinterher hinken, und es ist kein Reparaturbetrieb für eine exhibitionistische Netzkultur, die allen psychisch Labilen ein Handy oder gar den Zugang zu einem Medium gibt und sagt: Mach mal. Gib uns den harten Content. Blau gefärbte Achselhaare, Piercings, eine Vergewaltigungsgeschichte, Hauptsache was mit Sex und Empörung und Aufmerksamkeit. Leg dich mal krass geschminkt aufs Sofa, rutsch etwas rum, wir machen da ein Wackelbild aus dir. Hau Deine Posen raus auf Twitter und lache, wenn dein Freund ein Bild verbreitet, auf dem du auf dem Boden einer dreckigen Wohnung vor Junkfood liegst, das dann in alle Netze geteilt und ausgelacht wird. Es ist schön, Richter zu haben, die Probleme erkennen und das Individuum schützen. Aber der Endgegner des Rechts ist im Netz nun mal die menschliche Dummheit, die Gier nach Awareness und Gefallsucht, verstärkt durch Community und fehlende Impulskontrolle. Dieser Kampf ist nicht zu gewinnen, und für jeden, dem das Recht hilft, stehen täglich Hunderttausende auf, die erst etwas speichern und verbreiten. Und danach immer noch nicht nachdenken.

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56 Lesermeinungen

  1. fehlende impulskontrolle
    „there is no trap so deadly as the trap you set for yourself“

    The Long Godbye !!!

    wir wären doch um einiges in der weltliteratur ärmer, hätten enttäuschte geliebte auch die textstellen aus briefen zurückfordern können, die auf „fehlende impulskontrolle“ zurückzuführen sind……..vielleicht kommt das auch noch, was ist schon ein bild im vergleich zu einem eindeutigen text !

    denken wir z.b. nur mal an die briefe an Nora……….von J.J.

    • Die Briee der Lieselotte von der Pfalz waren aber literarisch hochwertiger.

    • Titel eingeben
      Lieselotte von der Pfalz hat auch schon zeitig erkannt, daß sich oft „ein Mausdreck unter den Pfeffer mischt“. Natürlich war da auch Dünkel im Spiel, aber zum faire la blasée paarte sich da viel Beobachtungsgabe.

    • Modigliani: Liegender Akt
      was passiert wenn die geliebte ihr bild zurückfordert !!!

      rein rhetorische frage, sehe ich, aber haben die richter an sowas auch gedacht ????

      eines aber steht fest, die thematik ist uralt……..verliebte zu allem fähig………. und es gilt der spruch aus rheinhessen von einem echten wormser: Die Ernüchterung kommt !

    • Modigliani
      Bei professionellen Models ist das anders als bei „Geliebten“. Mit denen wird ein privatrechtlicher Vertrag geschlossen. Darin wird üblicherweise dem Fotografen (bzw Maler) das uneingeschränkte und unwiderrufliche Nutzungsrecht an den Bildern gegen Zahlung eines Entgelts vereinbart. Da ist dann nichts mit „Löschung“! Der Fall trifft also nicht das hier so tief beweinte intime Drama unter dilettierenden Amateuren …

  2. Wer löscht die Bilder?
    „Wie bekommt man Google, Facebook, Skype, Twitter, Tinder dazu, solche Bilder wirklich zu löschen?“
    Wenn Sie irgendwas „hatespeech-Mäßiges“ ins Bild bringen, dann macht das der Heiko Maas für Sie(mit unserem Geld, das nicht mehr uns gehört). Es darf halt nur nichts sein, das Werbung für die spd macht.

    • Was könnte denn effektiv Werbung für die SPD sein? Mir fällt da nichts ein.

    • Stimmt, @Don,
      meine Einschränkung war unnötig: auch mir fällt keine denkbare Werbung für die spd ein

    • Naja.....
      DEa vergesst ihr beide jetzt aber das Niveau der Wähler.

      PS: Darf man erfahren was mit unseren Kommentaren der letzten sechs Tage auf den Stützen passiert ist? Bzw. warum?

    • Örps – Benachrichtigungsmails gingen in den Spamordner.

  3. Die Unterschicht
    betrifft das alles nicht, die unterschichtige – und gleichzeitig migrantische-Jugend errichtet gerade die Fundamente eines Gottes-und Moralstaates. Schon 2040 sieht Europa ganz anders aus, ungefähr so, wie das englische Luton heute schon. Vergewaltigungen gibt es dann gar nicht mehr,denn zum Nachweis bräuchte es vier leibhaftige Zeugen, ein twitteraccount mit Aktivistenimage reicht da keinesfalls.
    Auf diese Zeit freue ich mich, wer irritiert ob Freiheitsverluten ist, dem sage ich: Du hast es doch so gewollt.

    • KaBalz erstaunt dazu:
      Seltsame Art von Masochismus. Sollte 2040 innerhalb Ihres Erwartungshorizontes liegen wir Ihnen die „Freude“ vergehen.
      Wir sollten daran arbeiten, dass es nicht so kommt. Im März können wir anfangen.

    • Nein, Kabalz...
      …diesmal liegen sie falsch.

      ALLE Politiker machen sich bereits jetzt die „direkte“ Demokratie durch das Internet zu nutze. Je grösser der Shit-Storm, umso grösser die Beschädigung des Gegners.
      Dummheit wir immer die grössten Klicks/Zahlen haben und die wird sich ihre Macht nicht nehmen lassen, das wäre ja undemokratisch.

      Wir haben diese Tendenz zB in den Medien ja nicht gleich von Anfang an mitbekommen. „Dumbing Down“ funktioniert.

      „Wir sollten daran arbeiten, dass es nicht so kommt.“
      Schauen sie lieber nochmal genau nach… sie werden staunen.

    • Titel eingeben
      Das gibt mir Gelegenheit, Werbung für den von mir sehr geschätzten Autoren Paul Fussell zu machen, der das Phänomen bereits Anfang der 1990er in „Bad: Or, the Dumbing of America“ beschrieben hatte. Man mag es bedauern, dass so viel aus den USA hierher schwappt, aber ein genauer Blick dorthin kann eben auch einen, aufgrund der kulturellen Unterschiede zu den USA natürlich verschwommenen, Blick in die Zukunft erlauben.
      Wobei „Dummheit“ m.E. nicht ganz das richtige Wort ist. „Emotionalität“, oder „unreflektiert-emotionsdeterminiertes Handeln“ passt besser. Dazu passt auch die Beobachtung, dass zunehmend die „instant gratification“, also der schnelle Kick, Maßstab fürs Handeln ist. Wer also eine Horde von „Ich nehm den Marshmallow gleich jetzt“ führen will, der gebe ihnen immer wieder Marshmallows und mache ihnen klar, wer die verteilt.

    • @greenbowlerhat
      Ja, gut gesehen…

      Noch eindrucksvoller zum Dumbing Down aus USA war da Die Anstalt. Zum Nachlesen, über die Vorreiter der Verblödung, da gibts in erster Linie Joffe bei Zeit und Kornelius bei Prantlhausener. was den Joffe angeht so ist das sogar dem stellvertretenden Chefredakteur der „Zeit“, Bernd Ulrich, aufgefallen und er hat es in seinem Buch „Sagt uns die Wahrheit!“ ausgeführt.

      ZUsammengefasst hat dies am besten (man möge mir verzeihen:)

      http://www.kontextwochenzeitung.de/medien/247/mal-nato-hure-mal-putin-pudel-3331.html

      aber dabei sind sie ausnahmsweise mal hervorragend, es geht um die Arbeit von Die Anstalt… sehr lesenswert. Ein Interview mit Dietrich Krauß, einem der Autoren.

      Nicht vergessen: die 90 Minuten Version von Urban Priols Jahresrückblick, ich war von der Kurzfassung angenehm überrascht…
      Mittwoch, 30. Dezember 2015 20.15 Uhr
      3sat-Erstausstrahlung (90 Min.)

  4. Titel eingeben
    Vielleicht hat das Gericht die gewünschten Sätze – das mit den schwachsinnigen Trotteln – mit seinem Urteil sagen wollen und nur etwas anders ausgedrückt? Denngemäß hat das Gericht letztlich gesagt: Wir können Dir nur dein Recht geben, für den Rest bist du selbst verantwortlich.

  5. Kuriose Selbstverwirklichungen des Human, Don?
    Vertaue auf Gott(-Teilkasko-Versicherung), aber vergiß die
    Selbstbeteiligung nicht…Selbsterkenntnis und Einsicht.
    Dann klappt’s auch mit dem Internet…möchte man den
    Menschen zurufen, vor den Feiertagen…damit sie auch
    das Kleingedruckte der Bibel endlich lesen und begreifen.
    Frohe Festtage Don:=)

  6. Rechtlich gesehen geht das Urteil an der Praxis vorbei, aber praktisch nicht.
    Sie haben natürlich Recht: Der Herausgabe- bzw. Löschungsanspruch hilft wenig, wenn er sich nur schwer vollständig erfüllen lässt und sich seine vollständige Erfüllung noch weniger nachweisen und überwachen lässt. Dass sich ein Ex-Liebhaber privat an den Kopien solcher Fotos ergötzt dürfte nicht zu vermeiden sein.
    Aber die meisten Ex-Geliebten dürften das verschmerzen, solange die Bilder nicht in der Öffentlichkeit, insbes. dem Internet auftauchen. Und da hilft der Anspruch schon. Denn der Ex-Liebhaber wird zur Erfüllung eine Erklärung abgeben müssen, dass er alle Kopien nachhaltig gelöscht hat. Und wenn dann doch was im Netz auftaucht, dürfte er praktisch in große Erklärungsnot kommen. Denn realistisch ist es natürlich nicht, dass die Back-up-Festplatte zufällig einem Forensiker in die Hände gefallen ist, der das Nacktfoto wiederhergestellt und ins Netz gestellt hat. Oder dass ein Google-Mitarbeiter auf irgendeinem Server irgendwelche alten Temporärdateien durchgeforstet hat. Deshalb würde ich jede Wette eingehen, dass sich nach so einer Löschungserklärung ganz praktisch die meisten Probleme dieser Art erledigen.
    Dass der Endgegner des Rechts die menschliche Dummheit ist, haben Sie sehr schön gesagt. Das gilt aber nicht nur im Netz. Ius vigilantibus scriptum est, sagten die Römer.

    • Titel eingeben
      Dem stimme ich zu. Dem Dummkopf, der die Bilder von sich hat machen lassen – hier wohl eine Dummköpfin – gibt man die Waffe in die Hand, den anderen zu vernichten. Denn was ist denn z.B. wenn man als Paar die Bilder brav gemeinsam hatte, der eine nach der Trennung brav seine UE abgibt, und dann, so ein Zufall, die Bilder doch auftauchen? Oder vielleicht Bilder, die der eine nie vorher sah?
      Ein Ruf ist schnell ruiniert, zumal bei Trennungen häufig das feine ätzende Kriechöl der Rachsucht in alle Ritzen und Lücken drängt.

      Mir fehlt bei der Entscheidung deshalb auch die Zuweisung der Verantwortung an den bzw. die Fotografierte(n). Ein Bild, welches einmal mit Einwilligung gemacht wurde, kann nicht einfach ent-eingewilligt werden.

      Es erinnert schon ein bisschen an den Mechanismus, den die Schweden in ihrem Sexualstrafrecht eingeführt haben und der Assange zum Verhängnis gemacht werden soll: egal ob es heute und morgen einvernehmlich war, die Übermorgen angeblich geänderte Meinung schlägt alles.

      Der Gesetzgeber früherer Zeiten war da sehr viel klüger, denn der hat im Urheberrecht den Rückruf des Urheberrechtsinhabers bzw. Künstlers an der Einräumung von Nutzungsrechten wegen gewandelter Überzeugung an sehr hohe Hürden geknüpft. Warum hier ein anderer Rechtsgedanke gelten soll, erschließt sich mir nicht.

    • Ja, die Auflösung des Wortes „rape“ hin zu „schlechter Sex“ und „hat mich kritisiert un jetzt habe ich ein Trauma“ ist schon ein Problem, das bleiben wird – und eine Anzeige ist niht nur schnell gemacht, sie bleibt auch meist ohne Risiko.

  7. Titel eingeben
    Naja, das Urteile denjenigen manchmal ratlos zurücklassen, der sie umsetzen muss, ist leider kein Einzelfall. Die Richter interessiert nur der konkrete Fall. Sollten sich aus dem Urteil aufgrund von Bezügen zu vergangenen Handlungen, die sich nicht mehr revidieren lassen, grundsätzliche Probleme für die Umsetzung ergeben bzw. sollte eine korrekte Umsetzung sogar aus verschiedenen Gründen schier unmöglich sein, dann ist das nicht mehr deren Problem. Der Unterlegene kann dann nur sein Bestes geben. Im Zweifel folgt dann gleich die nächste Klage.

    Der Endgegner nicht nur für das Recht ist natürlich immer die menschliche Dummheit. Aber wenn man den Menschen als ein freies Individuum begreift, ist das nicht zu lösen. Schließlich will ja auch jeder geschäftsfähig sein und wählen dürfen.

    Und wenn man den Umgang mit der digitalen Welt so beobachtet, dann wundert einen immer noch, dass Phishing funktioniert, Menschen auf Mails von dubiosen Leuten, die irgendwie Geld versenden wollen, reagieren, oder das Leute alles(!) ins Netz stellen und sich dann über Stalking oder Erpressungsversuche aufregen, was diese Taten natürlich nicht entschuldigen soll.

    Wir sind alle keine Kinder mehr!

    • Titel eingeben
      „Wir sind alle keine Kinder mehr!“

      Sie meinen das Ernst? Und as auch?

      „Aber wenn man den Menschen als ein freies Individuum begreift, ist das nicht zu lösen.“

      Dass sie das wollen, mag sie ehrne oder auchn nicht. Aber es ändert an den real existierenden Menschen doch nichts…

    • Danke, ein bisschen Spass muss sein...
      „Wir sind alle keine Kinder mehr!“

      Göttlich !

  8. Gefährlicher Narzissmus
    Bei mir steht ein Beispiel von Narzissmus aus der Vor-IT Zeit: eine Bronzestatur von einem blendend aussehenden Jüngling. Ich kannte den Bildhauer und auch den Jüngling. Mit ziemlicher Sicherheit waren beide ein homosexuelles Paar, was damals unter Strafe stand. Die beiden Beteiligten sind tot. Aber wenn der alte Jüngling den noch älteren Künstler noch fordern könnte und würde, alle Kopien zu vernichten, wäre das auch nicht einfach. Die Bronzestatur ist ein Abguss. Wie viele Kopien hat der Künstler gemacht? Wem – außer dem Jüngling hat er welche geschenkt oder verkauft? Ich stehe eigentlich nicht auf nackten Jünglingen in narzisstischer Haltung. Aber für mich war die Statur immer eine Mahnung, nicht jedermann Bilder von mir machen zu lassen – auch wenn ich noch so schöne Komplimente dafür kriege.

    Das berühmte Photo von Frau Merkel mit gut aussehendem jungen Flüchtlingsmann fällt auch in diese Kategorie: die einer unumkehrbaren politischer Narzissmus Variante.

  9. Whisky Tango Foxtrott
    Das Rechtssystem wird sich solange in die Gesellschaft reinfressen, bis es an seine Grenzen gelangt. Die natürliche Grenze ist die faktische Durchsetzung des Rechts, d.h. die Anzahl der Polizeibeamten und die Dauer der Verfahren etc. Dass die Rechtsprechung, wie im oben genannten Fall, dies nicht antizipiert, spricht nicht für die in der Rechtsprechung tätigen Personen.
    Whatever, am Ende wartet die Realität auf jeden Richterspruch.

    • Ich befürchte, Sie irren.....
      „Dass die Rechtsprechung, wie im oben genannten Fall, dies nicht antizipiert, spricht nicht für die in der Rechtsprechung tätigen Personen.“

      Es liegt wohl an ihrer politische Einstellung, dass sie den banalen, eigentlich ja offensichtlichen Schluss nicht ziehen wollen?

      Der Exerkutive wird durch diesen Wildwuchs ermöglicht SELEKTIV vorzugehen. Recht wird wieder eine Stufe weiter an die Gebunden es in Anspruch nehmen zu können und durchzusetzen.
      Es ist die Angleichung an die Stellung der Geheimdienste… nett!

  10. Aberglaube
    Ja, mag sein, dass sich der Don besser schützen kann als andere. Meistens hilft das auch. Aber langsam wendet sich das Blatt. Denn die meisten können es nicht und das wirkt unaufhaltsam in die andere Richtung: Mit jeder neuen Manipulationsmöglichkeit sinkt nämlich die Beweiskraft ausgespähter oder erschlichener Daten. Ein Bild so zu manipulieren, dass es so aussieht, als habe der Don persönlich nackt mit einer Pizzaschachtel auf dem RAW-Gelände posiert, stellt vermutlich keine große Hürde dar. Aus dieser Perspektive betrachtet, ist das Urteil nicht nur anachronistisch, sondern auch nicht sonderlich nett; ich weiß nicht, ob es der Klägerin gefühlsmäßig besser geht, wenn ihr erstmal aufgeht, dass sie da nur einen amtlichen Zeugen für die Authentizität der peinlichen Daten gewonnen hat.

    Im übrigen ist es nicht erst seit den Hexenprozessen bekannt, dass nichts die Phantasie der lieben Mitmenschen so anregt wie gut Verborgenes. Während Sie noch denken, Sie säßen unanfechtbar hinter dicken Stadtmauern, hängen sie draußen schon mal ihr Konterfei und je unbeteiligter Sie an dem Vorgang und je unsinniger die Anwürfe sind, desto eifriger die Zeugen, schauen Sie mal hier: http://www.BStU.bund.de/DE/Wissen/Aktenfunde/Zivilcourage/Schwerin/Dokumente/1970_esg-student_bericht01.html.

    Erst, wenn es wirklich jeden treffen kann, zieht wieder Anstand ein. Im Rahmen einer kollektiven Notwehrübung. Und dann auch nur für kurze Zeit.

    Besinnliche Weihnachten.

    • ????
      „Erst, wenn es wirklich jeden treffen kann, zieht wieder Anstand ein. Im Rahmen einer kollektiven Notwehrübung.“

      Ich befürchte, Sie haben das eigentliche Wesen des Internets nicht verstanden und auch ihr Menschenbild lässt an Realismus zu wünschen übrig…

      Es gibt nur zwei Möglichkeiten die diesem Treiben einen Regel vorschiebt, ein Kollaps des Internets, durch eine dazu geeignete Elektronen Bombe, oder, was mir fast recht wahrscheinlich scheint, durch das Erreichen der totalen Überwachung. Letzteres wünschen ALLE Politiker von Merkel bis KIm Jung Il

    • Das von mir am häufigsten strapazierte Menschenbild,
      lieber TDV, stammt aus dem kalten Krieg, genau wie das der Richter. Über Dons Menschenbild rätsele ich noch. Mal mittelalterlich, mal gründerzeitlich. Ja, ich glaube, gründerzeitlich könnte es treffen (bitte jetzt nicht hyperventilieren; die Gründerzeit als stilprägende Epoche schlug sich auch in Wien nieder, das war nicht dem RHS vorbehalten!). Ihres hingegen stammt aus Star Wars, eindeutig.

      Schöne Weihnachten!

    • GnM
      Mir ist kein Menschenbild aus Star Wars bekannt, denn einerseits kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Kommerz Schmiede für die Blöden, wie Lucas/Spielberg, überhaupt weiss was ein anderes als ein amerikanisches Menschenbild wäre, und weil ich andererseits es nie weiter als 20 Minuten durch einen der allerersten Filme dieser Konsumprodukte-Serie geschafft habe….

      Meine Beschreibung des Internets wird übrigens nur durch die Unzahl der ignoranten Alles-Wisser zu denen sie gehören ermöglicht…

      Tun sie mal was für ihre Bildung zum Thema, heute zB:

      http://www.tagesspiegel.de/politik/bundesamt-fuer-sicherheit-in-der-informationstechnik-widerstand-gegen-berufung-eines-lobbyisten-an-die-bsi-spitze/12752806.html

    • @TDV
      Lieber TDV,

      bei Star Wars (mein Kind ist Fan) besticht die klare Teilung in Gut und Böse, die letztlich nur Anakin aka Darth Vader durchbricht.

      Ich meine, da versucht mal wieder die Ausnahme die Regel zu dominieren … und der Versuch, den Teufel anderswo zu verorten als in der eigenen Brust ist uralt. Es gibt da eine schöne Novelle von Zschokke dazu; leider habe ich den Titel vergessen und kann jetzt auch nicht auf die Suche danach gehen, sondern muss den Weihnachtsbaum schmücken.

      Lassen Sie es sich gutgehen.

  11. Klug
    Ich denke, den Richtern ist schon klar, dass man digitale Bilder nicht „löschen“ kann, wie einen alten Negativfilm. Das Urteil wird einen Schritt weiter gedacht haben, d.h. es geht vielmehr um die grundsätzliche Haftbarkeit für die Veröffentlichung solcher Bilder.
    Ich bin zwar kein Jurist, finde dieses Urteil aber im Grunde sogar ziemlich klug, da es auch schon die Zeit während einer Beziehung schützt. Denn sobald man (Nackt-)Bilder in die unüberschaubaren Weites des Internets entlässt, kann man diese (wann auch immer) nicht mehr löschen. Und damit beginnt nach meinem Verständnis bereits die Straftat.
    Also: gar nicht erst damit anfangen.

    • Auch Negativfilme/Filmnegative konnte und kann man
      kopieren.

    • Titel eingeben
      „Auch Negativfilme/Filmnegative konnte und kann man kopieren.“

      Aber nicht von bereits entgültig zerstörten Negativen.

      Hier geht’s aber vor allem um das „zuvor“ und um unser aller Dummheit, weniger um die sich ständig verändernde Technik.

  12. Glücklich ist, wer vergißt, was doch nicht zu ändern ist
    Lieber Don Alphonso,

    natürlich haben Sie recht wenn Sie schreiben:“Es ist hochanständig vom BGH, nun den Blick auf Daten und Datenträger zu senken, und zu sagen: Nein, das muss zurück in die Verfügungsgewalt der Betroffenen.“ und ebenso:
    „Es ist zwar komplett an der Realität vorbei…“

    Jeder Mensch ist für sein Handeln, für sich selbst verantwortlich.

    Wenn ich mir eine junge Frau vorstelle, welche in einer romantischen Stunde mit ihrem Freund ihre Zustimmung gibt, daß er ihre Brustspitzen mit seinem billigen Handy ablichten darf, wird sie sicher nicht daran denken, daß er die Bilder einmal im Web verbreiten könnte. Aber Freundschaften, wie Partnerschaften halten nun einmal nicht ewig.
    Solange so ein Pärchen miteinander glücklich ist, lebt man sein Leben und ist nicht selten „stolz“ in seinem Glück auch außerhalb bisheriger gesellschaftlicher Normen zu leben.
    Geht dann etwas zu Bruch, kehrt man auch gerne zurück zur „Gemeinschaft“, zurück zur gesellschaftlichen Konformität, die tröstet im Trennungsschmerz, wieder Schutz und Wärme gibt.
    Doch es ist auch diese gesellschaftliche Konformität, welche anschließend so ein Bild meist aus wenig edlen Motiven ins Internet gelangen, plötzlich anstössig erscheint läßt. Dieses „wie konntest du nur“ der besten Freundin, dieses „ich habe dir immer schon gesagt, daß du ein Flittchen bist“ der fürsorglichen Mutter, dieses „was wohl die Nachbarn denken werden“ der Oma. Sind es nicht eher die Fürsorglichen, die um ihren „guten Ruf“ fürchten und Stimmung machen?

    Jetzt zählt plötzlich wieder d i e Moral der „bürgerlichen Gemeinschaft“.

    Das Gesetz hat jetzt Klarheit geschaffen, wenn die Durchsetzung auch als unrealistisch angesehen werden kann.

    Aber bitte bleiben wir doch auch auf dem Boden.
    Die zum Beispiel herangezogene fiktive junge Frau mit ihrem wunderschönen jugendlichen Busen, wird hier keinen dauerhaften Schaden erleiden.
    Und sollte sie besonders freigiebig gewesen sein und den Blick für ihren Freund, wie dessen Handykamera freigegeben haben, für jenen Ort den Dennis Giles als »das weibliche Interieur“ beschrieb, so wird das Recht, welches ihr jetzt vom Gesetz her zustehen mag, diese Öffnung nicht zu schließen vermögen.

    Vielleicht ist es weniger selbstbeschädigend einfach dazu zu stehen, auch wenn`s am Anfang weh tuen mag.

    Ich glaube, zunehmend mehr, daß es im Grunde zwei Arten von Leben gibt. Es gibt das, von dem die Leute glauben, daß man es lebt und von welchem viele Menschen überzeugt sind , daß die Anderen es daher auch so leben sollten und es gibt das Andere. Es ist das Andere, das ihnen Probleme macht und sie daher so auf das Erstere bestehen müssen.

    Mit herzlichem Gruß
    ObjectBe (objectbe.blogspot.ch)

    PS: Ein paar weihnachtliche Gedanken wären doch auch schön gewesen.

  13. Es gibt doch eine ganz einfache Lösung für dieses Problem,
    so einfach, dass sie natürlich nicht in Betracht kommt.

    https://www.google.li/search?newwindow=1&biw=1202&bih=953&tbm=isch&sa=1&q=%22merkel+%D0%B3%D0%BE%D0%BB%D0%B8%22

    Ersetzen Sie голи durch ein Wort derselben Bedeutung in einer anderen, häufiger gebrauchten Sprache und dann bekommen Sie die vor allem Fälschungen zu sehen. Und das ist die Lösung: Mann, besser Frau lässt erst sein/ihr Antlitz auf die Visagen aller bekannten Darsteller ( http://www.egafd.com/actresses/index.php ) daraufkopieren – auch bei guter Bildqualität keine große Sache mehr heutezutage – und die Ergebnisse dann überall streuen. Angesichts der schieren Masse an Bildmaterial wird den Originalesuchern ziemlich bald die Lust vergehen…

  14. Danke BGH !
    Aber Nacktfotos sind doch Kinderkram … Das Landratsamt ist im Besitz eines Fotos von mir, dass mich am Lenkrad meines Bentley mit einer Zigarette im Maul zeigt, wie ich gerade mit 35 km/h durch eine Tempo-30-Zone rausche … wenn jetzt irgendeine kleine durchgeknallte Schranze auf die Idee kommt, das Bild ins Internet zu stellen … dann war es das mit meinen (recht einträglichen) Seminaren über Lungenheilkunde …

    • das vs. daß - unterwegs im Bentley
      Notorisch ist im Blog die Schwäche beim Gebrauch der einfachen Wörtchen das und daß. Eine Hilfe: „Das“ steht dort, wo man an seiner Stelle ohne Sinnverlust auch „welcher/s“ einsetzen könnte.

  15. KaBalz an TDV vom 22.12. 19:38
    Mein Gatterich erklärte mir gerade dass Neutronenbomben in den 80igern mal angedacht waren. Eine Detonation in entsprechender Höhe sollten wohl nur alles Leben auslöschen aber die materiellen Dinge unbeschadet dem Sieger überlassen. Wäre also der Westen als Sieger hervorgegangen hätten wir uns kostenlos der ganzen Trabis und Ladas bedienen können. Umgekehrt wären alle Bananenbestände der Welt an die andere Seite gegangen. Elektronenbombe? Nie gehört oder meint ER den elektronischen Impuls (EMP) einer Kernwaffenexplosion in großer Höhe? Mein lieber Schwan, da funktioniert aber dann gar nichts mehr das mit Elektrik zu tun hat. Mein Mann sagt, dann doch lieber Sexbomben, in welchem Medium auch immer. Ich finde er hat recht.

    • KaBlalz
      Da hat ihr Datterich, (Verzeihung:) Gatterich, natürlich Recht, ich habe den falschen Ausdruck benutzt.

      Auf den ersten Blick sind Sexbomben natürlich erfreulicher, aber es geht ja um die Entscheider des Einsatzes einer solchen Waffe, und ich befürchte…. wenn sie sich die Joint Chiefs of Staff mal anschauen, da sind die meisten wohl mehr vom Dr Strangelove Typus.

      Aber ich will gerne zugeben, dass mir, zumindest schon mal aus Altersgründen, bei so mancher Net-Page die Vorstellung eines massiven elektronischen Impulses der alle Server clean wiped, gar nicht mal als solch grosses Unglück erscheint.
      Man stelle sich vor, Menschen wären gezwungen ohne Smartphone auch nur einen Schritt zu machen!

      Man sollte sich aber vor allem nicht der Illusion hingeben, dass es ein Internet wie wir es heute haben, noch sehr viel länger geben wird.

    • Verehrter tdv, ich störe Ihre Vorurteile nur ungern, aber:
      In den vergangenen 20 Jahren waren zu Beginn irgendeines Krieges (Kosovo/Irak/Afghanistan als Beispiele) regelmässig hochrangige Generale skeptischer und nachdenklicher, als die sie befehlenden, fast immer ungedienten, zivilen Politiker.

      Könnte damit zusammenhängen, dass die Joint Chiefs of Staff sehr wohl wissen, wer wortwörtlich den Kopf hinhält.

      Frohes Fest in Japan,
      Thorsten Haupts

    • Titel eingeben
      Gab’s alles. Siehe dazu bei Heise: http://is.gd/SpbmR6

  16. Streiche
    Da braucht es keine vielfältigen Datenträger, um so etwas zu einem Problem werden zu lassen: Der Mann, der sich bei einem Kollegen ein Schubladen[Porno]heftchen* übers Wochenende ausgeliehen hat – offenbar zwecks Inspiration des Ehelebens. Denn bei Rückgabe hatte er die mit seiner Frau diesbezüglich gefertigten Polaroidfotos* in dem Heft vergessen. Großes Hallo auf allen Rängen und heute noch auf Pensionärstreffen gerne memoriert, denn es ist für diese mittlerweile Demenzgefährdeten zum Erinnern genügend lange her, wie auch die *Begriffe zeigen. Solche Nachrichten pflegten schon immer sehr schnell zu reisen.
    Oder der Vorstandsvorsitzende einer großen Aktiengesellschaft in der „schlafenden Stadt im Walde“, der mit der Saaltochter eines örtlichen Restaurants anbandelte. Die ihr Glück kaum fassen konnte und deshalb stolz in der kurzfristig hellwachen Stadt herumerzählte, wie er sie bei sich zu Hause auf dem stabilen Eßtisch… – Ach, lassen wir es einfach zusammenfassend bei dem bewenden, was der große Arthur sagte: „Was aber die Leute gemeiniglich das Schicksal nennen, sind meistens nur ihre eigenen dummen Streiche.“

  17. In der Neuzeit nichts Neues
    Ein uraltes Problem, Daten zu löschen: Ist die Venus von Willendorf ein steinzeitlicher Racheakt und müsste vernichtet werden? Wie dumm war die Dame, sich absteinen zu lassen! Sieht ziemlich abgegriffen aus vom Rumzeigen.

  18. "Can men be raped?"
    Don Alphonso schrieb:
    „Es gibt in Deutschland zum Glück Opferschutzeinrichtungen, die sich der Fälle professionell und vor allem diskret annehmen könnten, aber eben auch Internet und andere Aktivist_Innen, die einem für solche Einlassungen zujubeln.“

    Auch Männer haben Gesprächs-, Behandlungs- und Schutzbedarf.

    Schweden hat jüngst seine erstmaligen Behandlungs-Möglichkeiten für vergewaltigte Männer so „diskret“ vermarktet, daß die Kunde weit über Schwedens Grenzen hinaus führte und auch bei Männern einiges an Mitteilungs- und Versorgungsbedarf offenbarte.

    „Wrote one user: “Good. I have a male friend who is the victim of female rape. It’s absolutely disgusting that there is nowhere for him to go for help.”

    https://www.washingtonpost.com/news/wonk/wp/2015/10/16/why-sweden-just-opened-an-emergency-department-for-male-rape-victims/

    http://www.politico.eu/article/sweden-plays-politics-with-rape-clinic-men-assaulted/

    http://www.rnz.de/politik/suedwest/polizeibericht-suedwest_artikel,-Heilbronn-14-Jaehriger-auf-Regionalzug-Toilette-sexuell-missbraucht-_arid,116338.html

  19. "Löschen" betrifft also die Oberfläche,
    und Gelöschtes kann aus der Tiefe immer wieder auftauchen. Wenn wir gerade vom Löschen sprechen, frage ich als Laie in Löschdingen, ob die neue Löschbarkeitregelung der EU wirklich so ein Gewinn ist, wie die EU-Korrespondenten am letzten Sonntag im ARD-Presseclub jubelten. Die sind in diesen Dingen evtl. ebenso unbedarft wie ich. Meine nicht nur an EU-Liebhaber gerichtete unbotmäßige Frage ist, ob mit der ganzen Löscherei nicht die Transparenz dem Datenschutz geopfert wird. Meine institutionelle Erfahrung ist, dass die Besprechung von individuellen Privilegien, von Kungelei oder Durchstecherei gern mit dem Argument Datenschutz blockiert wird. Ich frage mich also, ob es der neue EU-Datenschutz nicht einfach macht, unliebsame Informationen löschen zu lassen, so dass Recherchen für den elektronischen Laien erschwert bis unmöglich gemacht werden. Z.B. die Suche nach der Zahl der Todesopfer im Krieg gegen den Terror auf amerikanoeuropäischer und auf arabischer Seite. Wenn das so kommt, haben wir mit einem Schutz vor privater Blödheit (dumme Fotos in Facebook) eine brauchbare gesellschaftliche Funktion des Internets erledigt.

  20. KaBalz an TDV vom frühen Heiligen Abend,
    schlaflos wohl? Ich verstehe zu wenig von der Technik des Internets aber Ihr Wunsch nach Totalamnestie im Netz, könnte man sie auf einzelne Länder oder Kontinente beschränken, wird m.E. die neue Art der (Wirtschafts-) Kriegsführung sein. Wie wir wissen ist die schon im vollen Gange. Wehe dem, der da keinen Einfluß geltend machen kann oder keinen Zugriff hat. Sogar dem Öttinger Günter wird es ganz mulmig bei dem Gedanken. Es ist ja nicht so, dass im Fall der Fälle nur die depperten Halbkacheln in der Hand keine Auskunft auf eine eigentlich sinnlose Anfrage mehr geben würden. Die Vernetzung der gesamten Lebensumgebung von der Industrie (auch ohne 4.0), Verkehrsanlagen, Wasser-und Energieversorgung, Kommunikation…. würden uns, zumindest eine Weile, in das vorindustrielle Dampflok-Zeitalter mit Petroleumlampen und Flaschengas zurückwerfen. Ganz schönes Risiko was da von einem Neuland-Medium ausgeht. Da macht mir Dons Teilaspekt des Netzauftritts von gehirnamputierten Schamdreiecks-und Arschgeweih-Fotografierern noch die geringste Sorge.

  21. Gruß
    Lieber Don,

    lieben Dank für Ihre ehrliche Mühe und schöne Weihnachten, wo auch immer Sie sie verbringen mögen; sicherlich in angenehmerer als Blog-Gesellschaft. Wie die Ding eben liegen, grüße ich Sie also mehr oder weniger anonym, aber darum nicht weniger herzlich.

  22. Leber an Großhirn, Leber an Großhirn, wo bleibt denn der Alkohol?
    joyeuses fêtes et mes meilleurs vœux pour l’année 2016 !
    paix, santé et bonheur pour vous et les vôtres –
    cordialement !

  23. Nachbrenner an TDV in Sachen "Entscheider ...
    …des Einsatzes einer solchen Waffe, und ich befürchte….“ wenn sie sich die Joint Chiefs of Staff mal ….Ich denke da nicht an Joint Chiefs of Staff à la Ernest Borgnine mit der unumgänglichen Laguito No. 6 zwischen der Zahnlücke in den diversen drittklassigen US-Filmerzeugnissen sondern an solch seriöse Herren im Gespann wie Herrn Paul Wolfowitz und Richard Bruce „Dick“ Cheney im Dienste ihres Herren.

  24. ("Das Recht zur Löschung wird schwierig"): Tiefer hängen!
    Das mit der „Löschung“ ist doch nur symbolisch gemeint, auch, wenn es anders verkündet wird. Das weiß doch jeder! (Google allein kann dazu schon unendliche Geschichten erzählen). Klar, die Bilder sind faktisch noch auf irgendwelchen – am Ende unlöschbaren – Backup-Medien und sonstwo – vergessen, wo – gespeichert. Aber darum geht es doch gar nicht. Es geht halt nur darum, dass eine missbräuchliche Verwendung vermieden wird bzw. dass Dritte, ohne dass diese selbst forensische Methoden anwenden, nachweisen könnten, dass man tatsächlich immer noch über die Bildersammlung verfügt. Wichtig ist halt, dass man zukünftig entsprechend vorsichtig im Umgang mit den Beständen ist, damit am Ende doch nicht das Gegenteil ans Licht kommt. Allen, die nicht allzu leichtfertig veranlagt sind, sollte genau dies aber keine größeren Probleme bereiten … Logo, der Besitz kann tatsächlich doch mal durch irgendeinen blöden Zufall („es brennt“, die Feuerwehr findet …) aufgedeckt werden. Aber das ist … Lebensrisiko. Wirklich alles (und noch viel mehr) gründlich löschen sollte man aber auf jeden Fall, wenn aus anderen Gründen – etwa wegen Konten in der Schweiz – Hausdurchsuchungen drohen könnten …

  25. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht!
    Zwar liegen mir keine Zahlen über im Internet abrufbare Pornomodels vor. Aber man darf schon mal locker auf einige Mio „Körper“ weltweit tippen, die online sind oder online schon mal abrufbar waren. Die Zahl der Bilder macht dann noch ein Vielfaches davon aus. Wie bitte soll bei der Masse da irgendjemand noch überhaupt identifizierbar sein???? Einzelne Bildchen von irgendjemandem werden doch gar nicht gefunden und werden zudem von den Suchmaschinen als uninteressant ignoriert! Die – auch hier im Forum in einigen Kommentaren zum Ausdruck kommende – wohl tief sitzende bürgerliche Angst vor öffentlicher Blamage ist … unbegründet.

  26. Unwissenheit...
    Ich kann durchaus verstehen, wenn man generell sagt „Selbst Schuld“. Was ist jedoch mit den Opfern, wo der Exfreund unwissentlich und ohne Einverständnis Bilder und Videos aufgenommen hat und nach der Beziehung droht diese zu veröffentlichen?
    Wirklich – was kann ich tun?! Die Polizei konnte nichts machen. Nicht bevor es nicht wirklich geschehen ist. Doch wie prüfe ich das? Selber suchen? Wertvolle Zeit im World WIDE Web verplempern oder hoffen, dass der Freundes- oder Bekanntenkreis was findet? Beides keine Lösungen.
    Das Einzige was sie für mich machen konnten: Meinen Ex anrufen, um ihm den Ratschlag zu geben doch keine Straftat zu begehen.
    Dass er mich immer noch belästigt und neulich sogar meine Wohnungstüre demoliert hat, worauf hin ich Anzeige erstattet habe hat damit ja nichts zu tun. Das verkrafte ich. Ich würde es auch verkraften, wenn ich die Videos/Bilder irgendwo im Netz finde, da ich den Beweis hätte.
    Aber was mache ich denn, wenn ich mir sicher sein kann, dass er dieses schon im Bekanntenkreis verteilt hat und dort keiner konkret wird und dies zugibt, um ihn zu schützen? Nichts. Ich kann nichts tun. AUßer drüber stehen. Wunderbar…

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