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Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Kein Festnetz unter dieser Nummer

| 101 Lesermeinungen

Der Ton in den Briefen der Telekom an ihre Festnetz-Kunden ist freundlich, aber bestimmt: Man baue das Kommunikationsnetz der Zukunft und eröffne den Kunden mannigfaltige neue Möglichkeiten. Weil aber bestehende Verträge nicht ohne Einverständnis des Kunden geändert werden dürften, sehe sich der Anbieter gezwungen, diese zu kündigen, um sein umfassendes Modernisierungsvorhaben umsetzen zu können. Man möge sich umgehend im Borgwürfel einfinden mit dem Anbieter in Verbindung setzen, um eine bestmögliche Lösung zu finden.

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Eine Lösung für ein Problem, das der Endkunde (no pun intended) zumeist nicht als solches empfindet. Das alte analoge Festnetz-Telefon ist wie sein jüngeres digitales Geschwisterchen ISDN eine bewährte und nahezu idiotensichere Technik. Woher also der Leidensdruck beim Rechtsnachfolger der Reichspost-Fernmeldeabteilung? Man ahnt es: die Rendite. Früher™ konnte der Monopolist sich den Luxus leisten, unterschiedliche Fernsprech-, Fernschreiber- und Datennetze zu unterhalten. Jetzt ist Internet und Datenverkehr das große Ding, und das alte Telefonnetz mit seiner eigenen Stromversorgung ist zu einer betriebswirtschaftlichen Bürde geworden. Das Zauberwort der Fernsprechzukunft (und vielfach auch schon Gegenwart) heißt Voice over IP (VoIP): Zwischen Teilnehmer A und B ist keine permanente Punkt-zu-Punkt-Verbindung mehr notwendig, das Gespräch wird wie jeder andere Datenverkehr im Internet beidseitig in kleine Datenpakete zerlegt, die sich selbständig ihren Weg zum Empfänger suchen und dort wieder zu einem verständlichen Ganzen zusammengesetzt werden.

Wer über seinen Anschluss nur telefoniert, braucht keinen neuen Vertrag, die Umstellung erfolgt in der Vermittlungsstelle. Aber wer über die Telekom analog telefoniert und auf der gleichen Leitung einen DSL-Anschluss hat, wird über kurz oder lang gekündigt und muss einen neuen Vertrag abschließen, wenn er nicht abgeklemmt bleiben will. Auch private und gewerbliche ISDN-Anschlüsse sind ein Auslaufmodell. Bis 2018 sollen sämtliche Telekom-Anschlüsse auf VoIP umgestellt sein. Nach ursprünglichen Planungen war 2016 als Stichjahr angepeilt, aber Cheops Gesetz (alles dauert länger als geplant und kostet mehr als gedacht) hat sich auch bei diesem Mammutprojekt wieder einmal bewahrheitet. Die Klagen von Kunden über technische Probleme nach der Umstellung reißen auch nicht ab, plötzlich abbrechende Verbindungen und Geisterklingeln sind nicht ungewöhnlich, die Signalqualität ist erheblichen Schwankungen unterworfen, auch wenn die Telekom beteuert, die Akustik wäre mit VoIP besser geworden.

Einer der großen Schwachpunkte der IP-Telefonie ist das Fehlen einer eigenen Notstrom-Speisung, wie sie das analoge Telefonnetz und ISDN haben. Die Folge: Bei Stromausfall und DSL-Störung bleibt auch das Telefon tot. Dagegen hilft auch kein Notstrom-Aggregat im eigenen Keller, wenn die örtliche Vermittlungsstelle keine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) hat. Tatsächlich sind längst nicht alle Vermittlungsstellen mit USV abgesichert, aber eventuell können Servicemitarbeiter mit mobilen Batterie-Koffern den Betrieb eine Weile lang aufrecht erhalten. Andernfalls möge der Kunde einfach das Handy benutzen für den Notruf. Wobei es bei größeren Ausfällen, die auch Mobilfunkmasten betreffen können, überhaupt nicht garantiert ist, dass das Handy funktioniert. Mit einem Wechsel zu einem der Wettbewerber ist der Endkunde aber auch nicht aller Sorgen ledig, die Telekom-Konkurrenten bieten durch die Bank auch nur noch VoIP-Anschlüsse an.

Damit vollzieht die Technik eine Entwicklung nach, die sich kulturell schon länger abgezeichnet hat: Der „elektronische Selbstwähl-Fernsprechdienst“, wie die Telefonie im Postlerdeutsch offziell hieß, ist zu einer wenig bedeutenden Nebenstrecke der digitalen Datenautobahn heruntergestuft worden. Die Ehrfurcht, die noch im Elternhause dem grauen Wählscheiben-Apparat entgegengebracht wurde, fanden wir in jungen Jahren schon leicht befremdlich. Einige meiner Freunde waren technisch versiert, einer installierte einen illegalen Zweitapparat (parallelgeschaltet) in die zweite Etage in seinem Elternhaus, andere Kumpels kommunizierten in den frühen 80ern schon über Computer-Mailboxen, die per Akustikkoppler (vulgo: Datenklo) übers Telefonnetz verbunden wurden. Was für mächtigen Ärger mit der Bundespost sorgte, derlei Treiben wurde damals noch als Verstoß gegen das Fernmeldeanlagengesetz geahndet. Es war ja vor der großen Deregulierung im Fernmeldewesen noch nicht mal erlaubt, den Apparat selber aus der verschraubten AS-4-Anschlussbuchse auszustöpseln.

Für die Elterngeneration war das Telefonklingeln noch ein unbedingter Imperativ, das Gespräch anzunehmen, auch wenn kein Display die Nummer des Anrufers anzeigte. Vielleicht ist Tante Erna etwas passiert oder es winkt ein Gewinn der ARD-Fernsehlotterie, es gibt nur einen Weg, das herauszufinden – indem man den Hörer abhebt. Wir hingegen kamen auf den Dreh, dass ein Anrufbeantworter auch dann gute Dienste leisten kann, wenn wir eigentlich in Reichweite sind. Erst mal hören, ob‘s was wichtiges ist. Und wie der Dichterfürst Max Goldt mal kategorisch festgestellt hat: Eine Nachricht auf dem  Anrufbeantworter verpflichtet keineswegs zu einem Rückruf.

Ein nicht geringer Teil des telefonischen Kulturwandels geht auf das Konto der mobilen Kommunikation. Mit der zunehmenden Verbreitung von Handys ist zwar die telefonische Erreichbarkeit prinzipiell größer geworden. Aber gleichzeitig hat man sich angewöhnt, eher eine SMS zu schreiben als anzurufen. In den USA werden über das mobile Endgerät mittlerweile fünfmal mehr Textnachrichten geschrieben als Anrufe getätigt, und hierzulande wird das nicht viel anders aussehen. Es wächst das Bewusstsein dafür, dass ein Telefonanruf ein Eindringen in die Privatsphäre darstellt. Timothy Noah, der im US-Magazin „Slate“ bereits den Tod des Telefons ausgerufen hat, fragt sich im privaten Kontext vor einem Anruf sinngemäß, habe ich die Person, die ich anrufen möchte, schon mal nackt gesehen? Und im geschäftlichen Kontext: Waren wir schon mal zusammen beim Lunch? Falls nicht, ruft er im Zweifelsfall lieber nicht an. Oder er rechnet damit, erst eine Nachricht hinterlassen zu müssen und dann irgendwie in die Terminfindung für ein Gespräch einzusteigen.

Ich selber stelle im journalistischen Alltag auch fest, dass ein Anruf als erstes Mittel der Kontaktaufnahme und der Recherche längst nicht mehr so normal ist wie noch vor 20 Jahren. Wie oft höre ich dann: „Ach, schreiben Sie mit Ihre Fragen doch bitte per Mail!“ Was ja auch seine Vorteile hat, denn was man schwarz auf weiß besitzt, ist ja im Zweifelsfall weniger strittig als ein dahingesagter Satz am Telefon, den ich nicht mitgeschnitten habe.

Wenn ich aus dem Kommunikationsverhalten meiner Tochter (11) auf die Zukunft des Festnetztelefons schließen muss, dann sieht es für diesen Kanal eher mau aus. Signorina Settembrini skypt, chattet, mailt und whatsappt, was das Zeug hält. Aber wenn die Zielperson in den Kontakten aktuell nicht als „ist online“ markiert ist, dann ist sie halt nicht erreichbar, glaubt Töchterlein. Auf die Idee, da mal anzurufen, käme sie selber nicht, wenn man sie nicht explizit auf diese Möglichkeit hinweist. Aber fairerweise muss ich auch sagen: Es haben auch nicht alle Eltern eine Festnetznummer in der Klassenliste angegeben.

So weit ist es schon gekommen.

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101 Lesermeinungen

  1. Man wills ja nicht beschwören...
    Die militärischen Sicherheitsaspekte sind nicht unwichtig. Im V-Fall uind bei Einsatz einer Atomwaffe in der Höhe fällt jede digitale Kommunikation flach. Digitale Ruhe kehrt ein. Analog nicht. Eventuell sind auch CB-Funker und der Amateurfunk noch in der Lage, zu kommunizieren. Das sollte zu denken geben, oder?

    • Her Mühl, Sie sind ein hoffnungsloser Optimist....
      „Analog nicht, CB-Funk….“. Können Sie Funkantennen gegen EMP/NEMP schützen? Ich gebe Ihnen mal was zu lesen:

      „Die Schutzkommission beim Bundesminister des Innern schreibt 2011: “ Der EMP kann alle elektronisch gestützten Maschinen vom Flugzeug bis zum Herzschrittmacher stören oder zerstören, er gefährdet die zentralen Systeme von Rundfunk, Rettungswesen, Krankenhäusern, Energieversorgung und Bahntransport – mit entsprechender Gefahr für das Warnwesen, die Patientenversorgung und Evakuierungen.“. (Wiki)
      .
      Und was der Autor da über das Ansinnen der Telekom schreibt, ohne daß unser 10-Tage-Vorratsminister, trotz beratendem Hirnschmalz durch die Schutzkommission, mit keinem Wort erwähnt wird, macht Elsbergs „Blackout“ endgültig zum Menetekel. Wie sollte Kommunikation dann noch erfolgen? Brieftauben, Meldehunde, Fahrradboten, Ach mit dem Auto? Alles futsch, sogar die Spulen im 1956-er Käfer oder Trabbi. Kondensatoren , Röhren, Transistoren, Halbleiter, alle Schaltkreise, Fotozellen….alles hinüber. Bleiben nur Rauchzeichen.
      .
      Aber, entweder Cheops-Gesetz oder Cheops´Gesetz. Wir wollen doch die Sprachen nicht verkommen lassen.
      (DdH)

    • Sie haben natürlich recht, gemeint war Cheops‘ Gesetz.

    • Ernsthaft?
      Im Falle einer Atombombe denken sie ans telefonieren? Sie denken das dann noch irgendwer, mit irgendwem komunizieren wird? Schon sehr sehr optimistisch finde ich

    • Täts ein Sonnensturm nicht auch?
      Es reicht doch im Grunde, wenn die Sonne einen fahren läßt.
      Siehe Carrington Ereignis im Jahre 1859.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Carrington-Event

    • Kalkutta liegt am Ganges
      Hoffentlich gibt es nie einen proof of concept beim NEMP. Aber die Auswirkungen bei den Nuklearwaffentests waren eher mau. Ein paar Messgeräte übersteuert und irgendwo ist die Strassenbeleuchtung ausgefallen.

      Die heutigen Glasfasernetze werden vom NEMP aus physikalischen Gründen zu Nullkommgarnichts tangiert und die Energie jedes Blitztreffers in die Hochspannunsleitung ist um Größenordnungen stärker als ein NEMP in hundert Kilometer Höhe (tiefer wird er sehr unökonomisch). Auch sind die Überspannungsrichlinien in allen Bereichen derart verschärft worden das Sie eigentlich nur noch noch bei einer Nuklearwaffenexplosion in der Nachbarschaft unterdefiniert sind.

      Dem Autor des Blogs sei noch in Erinnerung gerufen das die Einstellung des ISDN Netzes – neben dem hohen Energiebedarf- damit begründet wird das es kaum noch Ersatzteile gibt. Macht auch Sinn da es fast nur in Germany eingesetzt wird während der Rest so oder so auf VOIP umstellt.

      Die ISDN Notspeisung macht(e) nur mit einem ISDN notspeisefähigem Telefon Sinn (bzw, einer Anlage die darauf auch umschalten kann).

      Die Umstellungen nach VOIP die ich durchgeführt habe waren übrigens bis jetzt -toi toi toi- reibungslos.

      Der Werbeslogan der Gelben Seiten lautet mal „Vielleicht hätte er jemanden Fragen sollen der davon etwas versteht“.

      Kalkutta liegt übrigens auch nicht am Ganges.

  2. Hoch- und wieder Runterscrollen
    Puuhh!

    Alles in Ordnung mit unserem Don Alphonso! Von wegen 11-jährige Tochter, und so.

    • Titel eingeben
      Marks Tochter ist elf :-)

    • GAR NIX ist in Ordnung, wo ist der Blog betreffend Clintons
      Team und Trumps neuer Greatness, der am nachmittag sogar noch vom Mutterschiff geflagt wurde ?
      Weg, und jetzt dürfen wir uns die weltbewegenden Kapriolen der Telekom in der Festnetzwelt von gestern reinziehen ?
      Wasndalos ?

    • Der frühere Beitrag ist nicht weg – der ist jetzt nur woanders. ;-)

    • Danke für die prompte Antwort, Signor di Novetre,
      aber leicht zu finden ist er nicht. Steckt dahinter ein innerer Sinn, oder scheitern ältere Zeitungsmacher am Neuland ?

    • Es sind (wenn man weiß, wo) nur zwei Klicks und einmal Scrollen. Auf der FAZ-Startseite oben auf die Rubriküberschrift „Blogs“ klicken, dann kommt die Übersicht. Bei deus ex machina nicht auf die Überschrift des aktuellen Beitrags klicken, sondern auf „deus ex machina“ über der Überschrift, dann landet man auf der Artikelübersicht, auf der zuerst oben der akutuelle Beitrag erscheint und beim runterscrollen die älteren Beiträge. Das war früher mal übersichtlicher. Ich habe mich nach zwei Jahren Blogpause hier auch nicht mehr gleich zurechtgefunden.

    • Nun gönnt dem Don doch mal 'ne Pause
      Er hat ja auch schwer geschuftet hier.
      .
      Jetzt gibt es erst Mal Nachhilfe für uns in Sachen IT, Telekommunikation und Jugendkultur durch den FAZ-Sascha Lobo (sorry, musste sein).

  3. Telekom
    Ha, das nette Kündigungsschreiben habe ich auch erhalten.
    Nach etwas Basarfeilscherei Marktforschung habe ich nun einen neuen Vertrag bei dem von mehreren Stadtwerken betriebenen Anbieter abgeschlossen.
    Was mir dann prompt die Telekom so bestätigte.“ Ihre Kündigung haben wir mit Bedauern zur Kenntnis genommen“
    ‚Ja da legst di nieda, wie man bei uns sagt!

    • Da legst di nieda!
      Was meinen Sie, was der Anbieter der Stadtwerke Ihnen anbietet? Natürlich VoIP.
      Ehrlich mal, und ich stehe auf analog, alt, gediegen: Den Unterschied merken Sie doch gar nicht. Da können Sie sogar ihr altes, analoges Telephon dranstecken, und das funktioniert noch immer. Aus dem Haus hinausgeschickt werden dann allerdings – immer noch analoge Signale; allerdings enthalten die dann nicht mehr Spannungen und Ströme analog zu dem von Ihnen gesprochenen, sondern Datenpakete.

      Und als Sie hier tippten, was das auch kein ‚Tipper‘ mehr, sondern Datenpakete. Und was meinen Sie, was auf Ihrer Glotze – so Sie eine haben – erscheint? gerenderte Daten. Das heißt nicht so, sind aber IoIP (Images over IP). Skype ebenso. Und Ihre Digitalkamera erst!

      Also, mal halblang, bitte.

      Die Diskussion sollte sich dann tatsächlich auf Dinge wie Kundenfreundlichkeit beschränken; oder – und das machte mir Sorgen – dass diese alten Vermittlungsstellen der FeU (Fernmeldeunterhaltung – so hieß das!) alle mit riesigen Sätzen von Bleibatterien bestückt waren, um das Telephonnetz im Gange zu halten.
      (Wenn Sie das jetzt nicht gleich verstehen: Ihr altes, analoges, Telephon brauchte keine Batterie und keine Steckdose. Die Betriebsspannung kam in den alten Zeiten vor dem Fall der Mauer immer aus dem Fernsprechamt. Aus Sicherheitsgründen, für den sogenannten Ernstfall.)

      Also, früher konnte man auch den Notruf absetzen, wenn der Keller überschwemmt und die Stromversorgung durch Wassereinbruch unterbrochen war. Oder wenn ein Einbrecher die Sicherung rausgedreht hätte. Heute, für VoIP, braucht es das Stromnetz für das Modem, das die Datenpakete erzeugt. Und diese Modems haben zu 99% keine Batterie, keinen Akku, so dass im Moment eines Stromausfalles das Telephon unwiederbringlich ‚tot‘ ist. Aus. Vorbei.

    • Ja, wobei ich das im Beitrag ja schon angerissen hatte. Was das für Alarmanlagen, Aufzug-Norufe und Kartenzahlungsterminals für weitreichende Implikationen hat, wäre nochmal einen eigenen Beitrag wert.

      Fairerweise muss man aber auch sagen, dass schnurlose Telefone auch beim alten System der Netzspeisung tot sind, wenn der Strom im Haus ausfällt. Weswegen ich für den Fall der Fälle außer dem Deko-W 48 immer noch ein altes IQ-Tel aus Postzeiten da habe, was ich einstöpseln kann. Damit ist spätestens ab 2018 aber auch Essig…

    • Was ist eigentlich mit Faxanschlüssen, die ja auch oft ein Telefon dabei
      haben? Wir hatten in der Agentur jedenfalls so ein Fax und das Telefon daran fungierte als Nottelefon, nachdem nicht nur uns ein zu schnelles morgendliches Hochfahren des Energieversorgers die Stromleitung zerschossen hatte.

      Faxe sterben zwar wohl auch aus, aber mal grundsätzlich.

      Ich habe übrigens mit VOIP vom roten Riesen keine Probleme, habe das seit anderthalb Jahren, aber deshalb muss ich noch lange nicht jeden Anruf annehmen. Nach viermal Bimmeln springt der AB an und anonyme Anrufer wimmelt die Telekom für mich schon vorher ab.

    • Gute Frage! Soweit ich es verstanden habe, geht Fax mit VoIP nicht ohne weiteres zusammen. Es gibt ein Fax over IP-Protokoll, aber ich würde nicht davon ausgehen, dass die herkömmlichen Geräte das können. Wahrscheinlich muss man sich mit einer Fax-Softwarelösung behelfen. Ich mach mich da bei Gelegenheit mal schlauer.

      Ich habe mein Homeoffice-Kombigerät aus Telefon, Fax und AB vor einigen Jahren ausgemustert, als das Netzteil streikte. Wenn ich seitdem mal was faxen muss, erledige ich das im Copyshop.

    • Faxgerät über VoIP betreiben geht.
      Brauche ich mich nur im Bureau umzudrehen oder einfach nur das Gepiepse, Gequietsche und Geächze zu registrieren, um mich persönlich davon zu überzeugen. Allerdings ergibt sich inzwischen nicht mehr täglich die Gelegenheit dazu; selbst die härtesten Faxjunkies ertragen den Spott wohl langsam nicht mehr (also echt mal: statt einer E-Mail zu schicken einen Schriebs in Wört aufsetzen, ausdrucken und damit zum Fax traben – da fragt man sich doch wirklich, ob diese Leute noch alle Latten am Zaun haben).

      Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Dezidierte Fax-Steckdosen landen in VoIP-Systemen gern in einer T.38-Übertragung. Wenn die Telefoniererei mit G.711 läuft, also den klassischen 64 kBit/s, sollte es auch über Anschlüsse funktionieren, die eigentlich für ein analoges Telefon gedacht sind.

      „Analog“ bleibt der Faxanschluß jedenfalls nicht, wenn Widerstand futile ist und Sie migriert werden. Es wird ja alles rausgerissen und in den Schrottcontainer geworfen.

    • ISDN soll noch funktionieren
      wie PCWelt zu VOIP schreibt: Ob das auch für ISDN-Primärmultiplex-Anschlüsse gilt, die in mittleren und großen Firmen zum Einsatz kommen, ist noch ungewiss.

      Wer auch noch DSL von der Telekom hat, braucht dann den entsprechenden Router (ich hab den Speedport W724V kostenlos bekommen) und kriegt dann VOIP.
      https://www.telekom.de/hilfe/downloads/util_speedport_w_921v_schnellstart_anleitung_07_2011.pdf


      Ich habe übrigens mit dem TV-Router von Unitymedia mehr Probleme, ARD kommt nur ruckweise und die Knalltüten beim Anbieter sind nicht zu erreichen. Anrufen völlig zwecklos, Beschwerde per Kontaktformular der komplette Witz. Mail-Antwort nach über einer Woche, man hätte versucht, mich telefonisch zu erreichen (die leben noch immer hinterm Mond, ich sehe doch evtl. entgangene Anrufe), ich solle doch mal den Stecker ziehen… oh Gott, für die Idee hätt ich niemanden gebraucht, erbetener Rückruf aussichtslos, Wartedauerschleife. Meckern kann man nur via Facebook, die sind doch total falsch gepolt.
      Mit meiner 19Euro-Zimmerantenne funzte das viel besser als die Formatumstellung mit Router. Dann diese Fernbediensammlung sowie ständige Änderungen im Programmschema. Die löschen, verschieben und ich sortiere mir den Wolf.

      Das macht dann natürlich keine Laune, den Anbieter zu wechseln, was mir nächstes Jahr wieder möglich wäre. Die Zweijahresverträge sollte man auch mal aufs Korn nehmen, ich finde die Vertragsdauer unmöglich.

    • Nach meinem jetzigen Kenntnisstand gilt das ISDN-Abschaltdatum auch für die Primärmultiplex-Anschlüsse. Als Ersatz dafür wird man sich wohl etwas in der Art von „Cloud-Telefonie“ einfallen lassen.

      Von Unitymedia habe ich in den letzten Wochen und Monaten einige Horrorgeschichten gehört, weiß aber aus längerer Erfahrung in dem Themengebiet, dass da jeder Anbieter seine Leichen im Keller hat. Grad hier im Düsseldorfer Raum habe ich auch von epischen Vodafone-Fails gehört, und wie es der Telekom läuft, ist ja bekanntlich auch Glückssache und regional durchaus unterschiedlich. Mein W 700 V-Router von denen sollte jedenfalls VoIP können.

    • FAX
      geht natürlich über VoIP. Die herkömmlichen Fax-Geräte haben ja eben um die fehlenden Digitaldatenübertragungen herumarbeiten müssen, und deshalb ihre digitalen Daten (vom Scannen, jawohl!) in seltsame tonale Gruppen zusammengefasst. Jeder der mal Fax benutzt hat, hat die sicher gehört. Und für die Älteren, inklusive moi, wir haben anfänglich das Internet über eine normale Telephonleitung benutzt, mit einem Modem, das ähnliche, unfreundliche Geräusche wenigstens beim Verbindungsaufbau gemacht hat. Um die Daten in einem Frequenzbereich von ca. 300 Hz bis ca. 3400 Hz als Töne repräsentieren zu können.

      Also wenigstens technisch, das ist wenn ich meinen anderen Hut als hier für gewöhnlich aufhabe, ist die konventionelle Analogübertragung tatsächlich eigentlich immer nur ‚im Wege‘.

      Deshalb wird ja dann sowieso schon im Fernmeldeamt, da wo das Telephon angeschlossen ist, aus dem analogen Signal ein digitales Signal gemacht, und das schon seit 30 Jahren. Als Kind bin ich noch in solchen analogen Sälen rumgeturnt, und das waren wirklich Säle, während nach der Digitalisierung aus dem Saal eine Kiste in der Grösse einer Gefriertruhe wurde. Weil man, digital, über ein einziges Kabel tausende von Gesprächen übertragen kann. Gleichzeitig. Analog ist das sehr viel schwieriger und teurer.

      Ende der Vorlesung.

      Vielleicht hilft es ein wenig, besser zu verstehen, warum die Telekom nun letzten Endes auch die ‚last mile‘ digitalisieren will. Aus reiner Nostalgie sollte wirklich nicht so viel Geld geopfert werden, wie eine Aufrechterhaltung des ‚gewohnten‘ analogen Anschlusses kosten würde.

      Unklar ist mir das Geschäftsgebahren der Telekom. Was gibt es da zu kündigen? Sind die Verträge nicht so, dass die Telekom einfach in jeden der betroffenen Haushalte ein kleines Modem stationieren kann?

    • Ich verstehe natürlich, dass es langfristig unsinnig ist, ständig neue Brücken zu einer im Grunde obsoleten und schrumpfenden Technik-Insel zu bauen. Aber ich muss nicht auch noch Hosianna rufen, wenn die Lasten und Gewinne dieser Maßnahme so derart ungleich verteilt sind wie in dieser Angelegenheit. Ich sehe auch nicht, wie die ganzen wirklich sicherheitskritischen TK-Anwendungen auf gleichbleibendem Verfügbarkeitslevel laufen sollen.

      Die Frage nach der Notwendigkeit der Vertragskündigung gebe ich mal weiter an anwesende Juristen. Mit entsprechendem Willen, die Kunden auf jeden Fall zu halten, hätte sich für die notwendige Änderung auf Hardwareseite sicher eine Lösung innerhalb bestehender Verträge gefunden. Die Kündigung eröffnet der Telekom aber die Möglichkeit, den Leuten Geld für neue Router aus der Tasche zu ziehen. Da glaube ich keine hochfliegenden Motive für eine Handlungsweise, wenn ich auch niedrigere finde.

    • Ich hocke ja auch in Düsseldorf
      und telefoniere täglich mit dem polnischen Bekannten, der mich aus dem Auto via Vodafone anruft. Die Funklöcher von Krefeld bis Duisburg und drumrum vermehren sich wie die Karnickel, die Gespräche werden immer öfter unterbrochen, sehr merkwürdig das alles. Und Vodafone weiß da so ziemlich von nix.

      Cloud-Telefonie… hört sich ja ganz putzig, aber wenig vertrauenerweckend an.

      Aber was Sie sonst anschneiden, Aufzüge, Kartenterminals usw. wären wirklich einen gesonderten Beitrag wert. Wir machen uns von einer Technik abhängig, die etliche Tücken in sich birgt.

      Ich wundere mich ständig über Leute, die aber auch jeden neuen technischen Pfürzlikram haben wollen, völlig kritiklos, ohne nachzudenken und am liebsten Heim und Auto per Smartphone steuern würden, natürlich auch noch mit Gesundheitsambändern bepackt. Man stelle sich vor, die kommen aus ihrem Haus nicht mehr raus oder nicht mehr rein, schöne neue Welt und ganz ohne Soma.
      Und ich denke in unserem neuen feudalen Aufzug immer, hoffentlich haste Zigaretten dabei, wenn der mal steckenbleibt. Die Notrufnummer habe ich im Handy gespeichert, ich hoffe, das funktioniert dann noch.

    • Die Vertragskündigung ist doch raffiniert,
      denn ein neuer Vertrag läuft dann erst mal wieder zwei Jahre. Das dürfte der einzige Grund der Kündigung sein, grenzt aber irgendwie an Nötigung.

      Wenn Sie für einen Router Geld bei der Telekom ausgeben, selber schuld. Ich habe vor anderthalb Jahren kurz vor Ablauf meines Vertrages dort angerufen und gefragt, welchen günstigeren Tarif man mir anbieten könne. Tja und dann kam halt erst das Angebot eines kleinen Paketes, es gibt wohl unterdessen 4 Tarife mit DSL, hin und her und wie auch immer, ich tat unentschlossen, dann wurde es das Magenta M-Paket, aaaaaber ich bräuchte einen neuen Router. Hä, wollen sie etwa Geld dafür, ja doch, nee, ich habe einen, wozu soll ich einen Router kaufen. Ja also, warten sie mal und dann teilte mir der freundliche Herr am anderen Ende der Leitung mit, ich bekäme einen Router quasi kostenlos für einen Euro, der müsse sein, als Versandkostenpauschale. Der Router kam zwei Tage später, nach 8 Tagen konnte ich ihn anschließen, die Leitung war geschaltet und seitdem läuft es, es läuft sogar mit der versprochenen Leistung von 50.000 kbit.

      Die Telekom verkaufte mir auch schon mal ne Leitung mit 16.000 ohne mein Wissen, dabei liefen hier in meiner Ecke nicht einmal 3.000, da wurde ne Auftragsbestätigung nach einem ominösen Anruf verschickt, die ich widerrufen habe.

    • Ich weiß nicht, es ist ja auch damit zu rechnen, dass etliche der vorzeitig aus dem Vertrag entlassenen Kunden die Chance ergreifen, den Anbieter zu wechseln, umso mehr, wenn die Telekom ihren Ex-Kunden keinerlei Neukundenbonus gewährt. Es würde mich wirklich mal interessieren, wie die das intern durchkalkuliert haben, sprich: wieviel Schwund an der Kundenfront ist eingepreist und ab wann fangen die weggefallenen Kosten für das Telefonletungsnetz das wieder auf? Die Umstellung ist ja auch mit hohen Kosten verbunden, das darf man nicht vergessen.

    • Ich denke, es kommt auf das Alter des Kunden an
      jüngere sind evtl. etwas flexibler und suchen sich andere Tarife. Es ist wie mit dem Stromanbieterwechsel, man könnte, rafft sich dann aber doch nicht auf und auch ich habe lange gebraucht, ihn endlich zu vollziehen, obwohl es unterdessen völliger Kappes ist. Die Preise steigen so oder so.

      Ich denke, dass die Telekom da mit einiger Kundentreue rechnen kann, ich bin ja auch geblieben, weil ich noch nie Probleme mit denen hatte.

  4. Immer wieder lustig....
    ..welches Erstaunen sich ausbreitet, wenn anstatt dem Kunden mal der Lieferant vom beidseitig vereinbarten Recht zur Kündigung mit kurzer Frist Gebrauch macht.

    • Es erstaunt vor allem dann, wenn der Kunde dem Anbieter eigentlich keinen Grund geliefert hat, die Vertragsbeziehung vor der Zeit zu beenden. Wenn der Kunde mit einem neuen Vertrag vom gleichen Anbieter besser gestellt wäre, würde sich wohl niemand beschweren. Aber wie die Kollegen vom Technik-Ressort sehr aufschlussreich dargelegt haben, ist die Telekom der einzige Profiteur bei der Sache:
      http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/computer-internet/deutsche-telekom-stellt-auf-ip-telefonie-statt-festnetz-um-13688149.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

    • Titel eingeben
      Also Marco….

      So kennen ich sie ja gar nicht. Wo haben sie denn auf einmal diese fantastische Idee her, Konzerne hätten die Aufgabe im Interesse der Kundschaft zu handeln?

      „Aber wie die Kollegen vom Technik-Ressort sehr aufschlussreich dargelegt haben, ist die Telekom der einzige Profiteur bei der Sache“

      Und so soll es sein! Die Telekom hat die einzig ehrenvolle Aufgabe die Profite für die Anteileigner zu maximieren.

    • Nicht dass mich das Handeln wirklich überrascht, das Novum besteht darin, dass dabei praktisch kein Versuch mehr unternommen wird, dem Kunden vorzugaukeln, er hätte irgendwas davon.

    • Titel eingeben
      Sehen sie? Und genau davon, diése Unverschämtheit der Politiker, den Konzernen zu gestatten die Bürger abzuzocken bis zum geht nicht mehr, davon haben mehr und mehr Leute die Schnauze voll… Falls sie nicht verstanden haben warum Trump gewonnen hat, jetzt haben sie es selber geschrieben!

  5. Titel eingeben
    Danke für den Hinweis.
    Ich bin auch so einer, der noch mit Telefon (mit Schnur in Buchse) telefoniert. Ein (selten benutztes) Taschentelefon hat nur die Gattin. Allerdings, ja sie nutzt Skype. Täglich mit der Mama. Kostet uns weniger (nämlich nix) als wenn Sie – wie früher – das Telefon (nach St. Petersburg) benutzt.
    .
    Noch bekam ich keinen Brief der Telekom wie Sie oben geschildert haben.
    .
    Immer ist irgendwas … was man gar nicht will.

    • Wir sind hier bislang auch verschont geblieben. Gab aber schon mal Kuddelnuddel mit einem neu eingerichteten Anschluss paar Häuser weiter. Hatte mir aber gottlob das Kennzeichen von dem Telekomiker gemerkt, der zu fraglichen Zeit am hiesigen Verteilerkasten rumgeschraubt hat. Sonst hätte ich lange warten können, bis das behoben wird.

  6. Ganz so ist es auch nicht
    Ich glaube, dass Sie die Gegenwart der Telefonie etwas zu düster zeichnen. Dass man Sie in der Regel bittet, Ihre Fragen direkt noch einmal per E-Mail zu schicken, liegt daran, dass man gerade in vielen Unternehmen nicht mehr direkt mit der Presse sprechen will, sondern die Antworten lieber genau durchdenkt und in schriftlicher Form absichert. Und das liegt zum einen am Druck in den Unternehmen (da will man nicht der sein, der was Blödes gesagt hat) und zum anderen an den „kreativen“ Beiträgen, die manch Kollege aus schneller Recherche und mit hohen Zeitdruck zusammenschustert.

    • Das ist natürlich richtig, aber selbst wenn es nur um Hintergrundinfo oder Wiegehtsdennso und nicht um Zitierfähiges geht, ist die Telefoniererei mühsamer geworden und hat nicht mehr die Selbstverständlichkeit wie noch vor 20 oder 30 Jahren. Zwar habe ich heute dafür die Chance, jemanden übers Handy an die Strippe zu kriegen, der früher einfach nicht erreichbar gewesen wäre, aber oft genug ist die Akustik beschissen und die Verbindung wacklig…

  7. "Die Rendite"
    Die fehlende Ausfallsicherheit bei VOIP im Vergleich zur alten Analogtechnik mag theoretisch beklagenswert sein. Aber nur, wenn man strikt in den (obsoleten) Kategorien des letzten Jahrhunderts verhaftet ist. Dass der Zugriff auf Bankkonten per MTan, die Anmeldung von email-Postfächern und ähnliches heute fast zwingend ein Mobiltelefon erfordert, ist nur konsequent: Jeder hat eins. Selbst in Drittweltländern verfügen die ärmsten Schlucker über ein solches und man ist dot mit der Verwendung von Miobilgutschriften als Zahlungsmittel ziemlich technik-affin.

    Wenn sich der Ex-Monopolist früher jede Menge unnützen! Luxus leisten konnte, dann nur deswegen, weil er vom Steuerzahler hoch zwangs-subventioniert wurde. Ähnlich wie nach wie vor die Schmarotzer vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das war viel teurer als die heutige Rendite.

    Diese Subventions-Rendite mit Belohnung von Ineffizienz wurde damals per überhöhten Gesprächskosten beigetrieben. Rückwärtsgewandheit war Programm, Verhinderungsbessenheit beim Einsatz von Digitalkommunikation über analog war notorisch. Das wurde im Artikel zu Recht erwähnt.

    Vermutlich wird es auch nur wenigen in Erinnerung sein, wie teuer Telefonate damals waren. Vom heutigen Wettbewerbsdruck mit „Rendite“-Orientierung, in anderen Worten: Der Notwendigkeit, auf Nonsens zu verzichten und sich auf das ökomisch Sinnvolle zu beschränken, profitieren wir in Wirklichkeit alle. Mehr, als sich die meisten vermutlich vorstellen können. Wäre die Telekom heute noch staatlich, wäre max. Internetspeed wahrscheinlich immer noch 128 kBit.

    Auch die pauschale Kritik an VOIP trifft heute nicht mehr zu. Es funktioniert (zumindest hier in der Großstadt) bestens. Ich habe seit der Umstellung keinen einzigen Gesprächsabbruch oder mangelnde Qualität erlebt. Kurz nach der Umstellung gab es Probleme. Der ISDN-Adapters, der es erlaubt, ISDN-Geräte unverändert weiterzubetreiben war schwer zu konfigurieren. Seit ca. einem Jahr aber keine Vorfälle mehr. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit den Technikern ganz gut klarkomme. Oder auch daran, dass ich der Hotline mal ins Gewissen geredet und dabei ganz nebenbei „RegTP“ erwähnt hatte.

    • Ich wäre bestimmt der letzte, der sagt, früher wäre alles besser gewesen. Ich habe die Deregulierungsprozesse im TK-Markt publizistisch grundsätzlich wohlwollend begleitet, aber es sollte auch sein, dass der Forschritt immer ein Preisschild hat. Und von dieser Umstellung jetzt profitiert der Endkunde erst mal nicht, es ist mit potenziellem Hassel verbunden, und das muss man nicht unkritisch bejubeln. Ich bin guter Dinge, dass die technischen Probleme lösbar sind, aber die Rechenspiele mit der „mittleren Verfügbarkeit“ überzeugen mich derzeit nicht so recht davon, dass die Qualität der Dienste unterm Strich gleichbleibt oder gar besser wird.

    • Was nur nicht aufgehen kann:
      Von der Telekom zu erwarten, eine obsolete technische Infrastruktur weiter aufrechtzuerhalten, die keiner der Wettbewerber nutzt, die daher nur Kostennachteile bringt, mit den entsprechenden Konsequenzen für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

      Das ist eben die Kehrseite der Deregulierung, die niemand sehen will, ganz besonders auch nicht in der konservativen, wirtschaftsfreundlichen Presse. Gilt übrigens sinngemäß auch im Eisenbahnwesen.

      Der Verweis darauf, wie teuer das Fernmeldegerümpel den Endkunden früher eigentlich kam, fiel ja schon. Wenn ich mich recht entsinne, kostete die Leitung mit 0,7 MBit/s einen 2002 noch über 70 Euro im Monat. Wer würde solche Preise heute noch bezahlen, nur damit die alten Vermittlungsanlagen, deren Support die Hersteller längst abgekündigt haben, weiter am Leben gehalten werden?

    • Ja, das Gerümpel war teuer, hat aber lange gehalten. Das Telefon (Modell FeTAp 61), das meine Eltern 1968 installiert bekamen, fiel 1995 einem Wohnungsbrand zum Opfer, sonst wäre es wahrscheinlich noch zehn Jahre länger in Betrieb gewesen. Ich weiß nicht mehr, wieviel der Apparat pro Monat an Miete gekostete, aber auf 27 Jahre hat sich das für die Post geläppert.

    • "Die fehlende Ausfallsicherheit bei VOIP im Vergleich zur alten Analogtechnik ..."
      @Antesde:
      „Die fehlende Ausfallsicherheit bei VOIP im Vergleich zur alten Analogtechnik mag theoretisch beklagenswert sein. Aber nur, wenn man strikt in den (obsoleten) Kategorien des letzten Jahrhunderts verhaftet ist.“

      Ach wissen Sie, sowohl im alten wie im neuen Jahrhundert waren/sind – nur mal so zum profanen Beispiel – Menschen, die beatmet werden müssen oder auch sturzgefährdete Alte und Kranke allein schon durch insb. nächtlichen Stromausfall gesundheitlich gefährdet. Wenn sie dann noch nicht mal einen Notruf absetzen können, ist das keine „moderne“ sondern eine asoziale Entwicklung. Und nein. Bei den letzten Stromausfällen hier mit vielen alleinstehenden, alten Menschen funzten weder Festnetz noch Handy-Netz.

      @Marco Settembrini di Novetre
      Habe dieselben nervigen Erfahrungen gemacht. Wozu früher ein Anruf ausreichte, folgt heute häufig die Aufforderung: „Schreiben Sie mir dazu doch bitte eine Email.“

    • FeTap 61 und so Gerümpel
      Habe ich womöglich noch, und jede der alten Buchsen und Stecker. In diesem Sinne bin auch ich Erbe, wenn auch sonst nix, aber mein verstorbener Vater war von 1943 (noch ernannt ‚im Namen des Führers‘) bis 1985 in der FeU, und federführend bei der ersten Reorganisationswelle der Bundespost in eben dieser FeU gewesen.

      Ich hänge aber nicht dran, und gebe diese Kiste – sollte tatsächlich jemand Interesse an so’n Glumbadsch haben – gerne ab.

    • Ich hatte selbst mal eine kleine Sammlung von Wählscheiben-Apparaten in meiner Junggesellen-Bude, aber im Zuge der Familiengründung habe ich mich schmerzlos davon getrennt, nur das W 49 in Bild 2 habe ich behalten. Ich war auch mit den 7adrig verkabelten Mehrfach-Apparate-Schaltungen und solchen Sachen recht firm, aber nachdem alles immer digitaler geworden ist, stand ich mit dem Lötkoben und dem Multimeter irgendwann auf verlorenem Posten.

    • "RegTP" ist jetzt "BNetzA"
      Aber vor allem danke für Ihren differenzierten Beitrag abseits des üblichen Telekom-Bashings!

    • In den USA warb einer der Konkurrenten von AT&T mal mit dem Spruch „Wissen Sie noch, wie sehr Sie Ihre Telefongesellschaft gehasst haben, als es nur eine einzige gab?“ Wenn die Telekom als größter TK-Anbieter hierzulande überproportional viel Hass abbekommt, dann speist sich das zum Teil auch noch aus den leidvollen Erfahrungen mit dem Staats-Monopolisten. Man darf nicht vergessen, dass sich die ehemaligen Staatsfernmelder seit der Liberalisierung immer als Qualitätsmarktführer gebrüstet haben, und an diesem hohen Anspruch werden sie dann halt auch gemessen.

      Ich sage auch jedem, der es hören will, das die Telekom bei mir persönlich nicht viel verbockt hat bisher, und deswegen bin ich da immer noch Kunde. Aber ob das so bleibt, wenn hier die Kündigung ins Haus flattert, da würde ich nicht unbedingt drauf wetten.

    • Titel eingeben
      „nachdem alles immer digitaler geworden ist, stand ich mit dem Lötkoben und dem Multimeter irgendwann auf verlorenem Posten.“

      Mein W28 (mit original Textil-Kabel) konnte ich noch Ende der neunziger Jahre an der Telefonbuchse anschließen und es funktionierte prima. (Auch die Paris Bar in Berlin hatte so ein altes Schwarzes mit Drehscheibe auf der Theke, jedenfalls bis Ende Neunziger).
      Nach einem Umzug ’99 wurde es auch bei mir digital; der erste Versuch, auch hier mein schwarzes W28 anzuschließen, klappte. Nun ja, nicht ganz: Egal was ich wählte, ich wurde mit IRGENDEINER Zufalls(?)-Nummer verbunden. Ist zwar lustig, aber sinnlos. Seitdem liegt das Teil „beerdigt“ in einer ebenso alten großen Holztruhe.

    • Grundsätzlich hätte das Impulswahlverfahren auch beim Anschluss an eine digitale Vermittlungsstelle noch funktionieren müssen. Vermutlich dreht die Wählscheibe bei Ihrem W 28 nicht mehr mit der richtigen Geschwindigkeit. Da bei meinem W 49 die Federdämpfung der Wählscheibe hinüber ist, kann ich auch nicht mehr korrekt nach draußen wählen. Aber es würde zumindest noch schön bimmeln, wenn jemand anruft.

      Mein W 49 ist insofern eine ziemliche Rarität, als man es mit dem einfachen Umschrauben von Wählscheibenblock und Gabelschalter vom Tisch- zum Wandapparat umbauen kann. Den üblicheren W 48-Tischapparat konnte man hingegen noch vor ein paar Jahren bei Manufactum nachkaufen.

    • Mit Verlaub
      „Diese Subventions-Rendite mit Belohnung von Ineffizienz wurde damals per überhöhten Gesprächskosten beigetrieben. “

      Ein Telefonat ohne zeitliche Begrenzung kostete damals 20 Pfennige.
      Die gelbe Post hing am Tropf der grauen und außerdem wurden an den Bundeshaushalt 16 2/3% abgeführt. soviel dazu!

    • Günstig war nur das Ortsgespräch, bei Ferngesprächen haben sich die Gebühren ganz schön geläppert.

      Und was soll immer das Gerede von der Ineffizienz? Lenin betrachtete die Deutsche Reichspost als das bestorganisierte Unternehmen der Welt, und nach diesem Vorbild wollte er die Verwaltung der ruhmreichen Sowjetunion modellieren. ;-))

  8. Bin gerade umgestellt worden
    Gegen die Umstellung kann man sich kaum wehren. Es stimmt natürlich, dass man sich jetzt selbst (gegen gutes Geld selbstverständlich) gegen Strom- und auch DSL-Ausfall absichern muß, geht es doch um medizinische Notrufe als auch um Alarme bei Einbruch und Überfall. Dazu hat mein Router schon eine Notstromversorgung erhalten (wobei unklar ist, welche Zeispanne die abdecken sollte – gerade fiel im Nachbarort der Strom für gut 4h aus) und muß jetzt auch noch auf automatische Umschaltung auf Mobilfunk aufgerüstet werden, in der Hoffnung, dass dieser bei DSL-Ausfall auch verfügbar ist. Ich habe bei der Telekom nachgefragt, ob denn nicht im beschriebenen Sinne ein notstrom- und mobilfähiger Router verfügbar ist: bisher keine Antwort.

    • Mir scheint, mit diesem Aspekt ist der T-Punkt-Mitarbeiter oder der normale Call-Center-Kontakt schon überfordert. Habe zu dem ganzen Komplex mit den Aktoren, Alarmanlagen und Notrufsystemen bei der ersten Sichtung auch sehr wenig sehr wenig brauchbare Informationen gefunden. Vielleicht vertiefe ich das nochmal irgendwann mit einem eigenen Beitrag.

    • Stromausfall-Absicherungsmöglichkeiten ...
      @inderhehn
      „Es stimmt natürlich, dass man sich jetzt selbst (gegen gutes Geld selbstverständlich) gegen Strom- und auch DSL-Ausfall absichern muß, geht es doch um medizinische Notrufe als auch um Alarme bei Einbruch und Überfall. Dazu hat mein Router schon eine Notstromversorgung erhalten (wobei unklar ist, welche Zeispanne die abdecken sollte – gerade fiel im Nachbarort der Strom für gut 4h aus) und muß jetzt auch noch auf automatische Umschaltung auf Mobilfunk aufgerüstet werden, in der Hoffnung, dass dieser bei DSL-Ausfall auch verfügbar ist.“

      Nach derzeitigem Stand sind solche Privat-Investitionen reine Glücksache. Denn die USV hier nutzte gar nix bei den 2 mehrstündigen Stromausfällen allein in den letzten 12 Monaten in den sehr frühen Morgenstunden, also bei Dunkelheit, da zeitgleich sowohl Fest- wie auch Handy-Netz von unterschiedl. Providern ausfielen. Außerdem überdauerte der Stromausfall die USV-Leistung. Ein Vorgeschmack auf die Wirkungen eines EMP-Angriffs, s. unten.

      „Ich habe bei der Telekom nachgefragt, ob denn nicht im beschriebenen Sinne ein notstrom- und mobilfähiger Router verfügbar ist: bisher keine Antwort.“

      Btw.: Wie heißt noch dieses Bundesweite Notfall-System, dass im Katastrophen-Fall greifen soll? Ah, gefunden, „Katwarn“. Möglicherweise haben die einen bundesweiten Überblick darüber, inwieweit Kommunikationstechnische Zivilschutz-Aufgaben regional jeweils gewährleistet wären bei mehrstündigem Stromausfall.

      „Bundesinnenminister Thomas de Maizière hält die Stromversorgung für einen besonders gefährdeten Bereich in Deutschland. „Für mich persönlich ist am wahrscheinlichsten ein regional oder überregional lang anhaltender dauerhafter Ausfall der Stromversorgung“, sagte de Maizière bei der Vorstellung des neuen Konzepts zur Zivilverteidigung.

      Es gebe eine Gruppe von Staaten, die herausfinden wolle, wie resilient Deutschland gegen einen Stromausfall sei, deutet der Innenminister an …“
      http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/de-maiziere-haelt-angriff-auf-stromversorgung-fuer-am-wahrscheinlichsten-a1352900.html
      http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/der-warndienst-katwarn-a1346075.html
      https://www.heise.de/tp/features/Schutz-vor-einem-EMP-Angriff-3222031.html

  9. Schöner Beitrag!
    Vielen Dank dafür! Bei uns läuft gerade der „Anschluss“ per Glasfaser. Die Deutsche Glasfaser, ein Joint Venture eines niederländischen Kaufmanns und seiner amerikanischen Hedge Fonds-Freunde, versucht bei uns im Münsterland ein Glasfasernetz aufzubauen.
    .
    Alle Lokalpolitikerinnen und -politiker und die gesammelte Unternehmerschaft freuen sich wie Bolle. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Aber der soziale Druck zur Teilnahme ist schon groß. Mal schauen, vielleicht voipe ich ja auch demnächst.
    .
    Und für Ihre Tochter: Was waren das noch Zeiten, als eine Telefoneinheit noch DEM 0,23 kostete und der Herr Papa mit der Stoppuhr im Türrahmen stand! Und erst das gemeinsame Lesen der Telefonrechnung am Monatsende und der Versuch, die Gespräche den einzelnen Familienmitgliedern zuzuordnen! Wohl dem, der damals Söhne hatte, die noch keiner Frau verfallen waren ;-)

    • Haha, mein Vater mahnte auch immer: Fass Dich kurz! Sehr zum Leidwesen meiner Jugendliebe…

      Wie Sie auf Bild 1 sehen, wird hier im Raum Neuss auch für Glasfaser getrommelt. Weiß auch nicht so recht, was ich davon halten soll. Das gedrillte Kupferaderpaar auf der „letzten Meile“ ist natürlich ein Falschenhals, aber wie zukunftssicher ist Fiber-to-the-home? Muss die Telekom ihre in den 90ern verlegten OPAL-Anschlüsse nicht auch schon wieder rausreißen weil nicht mehr auf dem Stand der Technik? Hach, es ist kompliziert…

    • Titel eingeben
      Hier bei uns am anderen Ende der Welt ist ja Glasfaser meist Standard. Aber, bevor man sich für diese teure Version entscheidet, sollte man drüber nachdenken.
      Die tatsächliche Geschwindigkeit entspricht am Ende immer der, von der Stelle mit der Langsamsten!
      Ihr ganzes schönes und sauteures Glasfaser nützt ihnen nicht viel, wenn zwischen ihnen und dem Empfänger irgendwo ein paar Meter Kupfer dazwischen liegen!

      Ich selber besitze ja weder Handy noch Telefon, und war bei meinem letzten Besuch in DE angenehm überrascht in der angemieteten Wohnung NUR noch Internet zu finden. Ich halte mich nun mal keineswegs für so wichtig, dass ich 24/7 erreichbar sein muss, kommuniziere per e-mail, wenn ICH das will und kein Klingeln oder auf Deutsch: Ringtone, stört mich zur Unzeit.

    • Ich würde Erreichbarkeit nicht als Gradmesser für Wichtigkeit sehen und empfinde es auch nicht als Bürde, für Frau und Tochter erreichbar zu bleiben, wenn ich da draußen durch die Landschaft radle (ansonsten sitze ich die meiste Zeit eh am Schreibtisch). Ohne Handy käme ich im Großen und Ganzen klar, aber ohne Telefon in der Bude würde mir was fehlen, obschon ich kein großer Telefonierer vor dem Herrn bin.

  10. Frage: Wo bekomme ich eigentlich ...
    … mein eigenes South Park-Imagebild her? Finde ich prima.

    • Probieren Sie’s mal hier:
      http://www.southpark.de/avatar
      Oder bei Tante Gu nach south park character generator suchen.

      Die Bezeichnung FAZ-Sascha-Lobo bezieht sich hoffentlich nicht auf mein Profilbild, ansonsten interpretiere ich das mal wohlwollenderweise als Synonym für „Internet-Erklärbär“, und damit kann ich ganz gut leben, auch wenn ich mit dem Meta-Ironikesen oft genug nicht einer Meinung bin.

  11. Dummheit greift um sich, billiger Digitalersatz kann überall mit Vorgängern nicht mithalten
    Hatte ich auch. Jetzt nutze ich das neue Festnetz kaum noch. Es fühlt sich so komisch und zäh an wie schlecht komprimierte Musik. Alle rufen sowieso auf dem Handy an. Mit dem Datennetz bin ich auch oft nicht zufrieden. Da muss man dann den Stecker ziehen und 3min warten. Dann gehts wieder gut. Das kanns doch nicht sein, 2016. Aber das dämlichste ist der Katastrophen-Notstrom-Aspekt. Das ist so blöde wie, naja, UKW abzuschalten oder Sirenen abzuschaffen und dafür aber ne App, die dann nicht geht. Und was planen sie wohl? Genau.

  12. Titel eingeben
    Digitale Kommunikation ist älter als analoge: Telegraphen gibt es schon viel länger als Telefone.

    • Äh, ja. Man könnte sogar den Urknall als erstes digitales Signal aus 0 und 1 auffassen. Oder wie einer der im Beitrag erwähnten Nerd-Kumpels mal zu mir meinte: „Gott ist für mich die erste Null-oder-Eins-Schaltung“.

  13. Das psychologische Problem!!!
    Nicht zu verachten ist das psychologische Problem, das sich bei einem veritablen Stromausfall anbahnt. Und hier rede ich nicht einmal davon, dass die sozio-pathologischen Netzwerke vorübergehend digital unerreichbar sind, NEIN!

    Man kann nicht nur keine Störungs-Hotline anrufen, sondern findet heutzutage nicht einmal mehr analog, durch Bewegen des dicken Hinterns aus dem Haus über die Straße zum unauffindbaren weil wegrationalisierten Dienstleister vor Ort, eine Möglichkeit sich noch (un)gepflegt mit drastischer Wortwahl persönlich über den saumäßigen Zustand des Netzes und die ganz persönlich resultierende Katastrophe zu beschweren, es dem mal so richtig zu zeigen. Mit anderen Worten: Man kann nichtmal mehr zeitnah einen ordentlichen Shitstorm gegenüber dem Servicepersonal loslassen! Skandal!!!

  14. Titel eingeben
    Ich glaube sehr viel wichtiger als die Telefon Leitung sollte eine eigene Stromversorgung sein. Solar auf dem Dach reicht für Notfälle….

    • Titel eingeben
      …Im November vorzugsweise mit Akku. 3 x 88Ah aus einem alten Benz reichen.

    • Titel eingeben
      Wo ich wohne ist der Winter kein Problem. aber Stromspeicher im Keller gehört natürlich dazu. Auch hier scheint die Sonne nicht nachts…. ;-)

  15. hah!
    Lieber Marco, schön, mal wieder von Ihnen zu lesen. Was für „Die Ehrfurcht, die noch im Elternhause dem grauen Wählscheiben-Apparat entgegengebracht wurde, fanden wir in jungen Jahren schon leicht befremdlich.“ gilt, war und ist auch für das Klingen und Erscheinen des Postboten anzusehen. Früher galt(und) er noch als Beamter, der ja auch pol. geprüft und vergattert wurde. In der falschen Partei ging das Briefe-und Paketeausteilen nicht. Heute ist man da augenscheinlich weit lachser in der Auswahl derer, die noch Briefe und Zalando-untertage-Schühchen durch die Gegend karren. Klingt irgendwie logisch, denn Rahmengenähtes gibts da nich. Is eben alles nich mehr wie`s war, Marco.

    Und zu schreiben oder anrufen: die Tele-Anbieter befördern ja das Nicht-Anrufen, indem sie Tarife wie winsim(O2) mit viel Datenvolumen für wenig Geld 6.95€ mtl. mit teueren Sprachtarifen anbieten. Merke: Wischen ist billiger denn Sprechen!

    Trump hats geschafft. Lach micht tot.

    Beste Grüße

    • Titel eingeben
      „In der falschen Partei ging das Briefe-und Paketeausteilen nicht.“
      .
      Sie übertreiben maß- und ahnungslos. Ich war 10 Jahre Postbeamter (die ganzen ’60er) auch als Zusteller (Brief, Geld, Paket) und am Schalter und im Innendienst. Erst einfacher Dienst, dann mittlerer Dienst. Kein Mensch hat mich je nach einer Parteizugehörigkeit gefragt.

  16. yep
    Nach dem Sieg des Tycoon: Es lebe das Dallas-Telefon in Knalrot mit Wählscheibe im Hörer. Schwere gute Ausführung mit noch besserem handling und sound.

    Spannende Zeiten brechen an.

    • „Dallas“ hatte Tastenblock, keine Wählscheibe. Kann es sein, dass Sie „Grillo“ meinen?
      http://www.alte-telefone.de/bilder/Grillo_1.jpg
      Das gab es in Italien, hatte aber m.W. auch keinen echten Drehwählschalter, sondern ringförmig angeordnete Nummerntasten.

      „Dallas“ war aber auch cool, ich meine mich zu erinnern, da hätten im Hörerteil grüne Leuchtdioden geblinkt.

    • Transpazifisch-atlantischer Apparat zu leise im deutschen Netz ...
      Hat von Ihnen einer einen Tipp, wieso mein 1990er „US-Dallas“ (Bell South 483V BK, ähnlich wie
      http://i.ebayimg.com/images/g/xj4AAOSw5cNYFpAT/s-l1600.jpg aber mit LCD-Display und mehr Tasten und Display) in USA funktionierte, aber die Stimme am deutschen „Analog“netz viel zu leise klang, egal ob als einziges Gerät am Anschluss oder parallel? Zogen grünweiß glimmende Glühlampchen unter den Tasten zu viel Strom?

    • Hm, das wäre denkbar. Ich hatte mal den umgekehrten Fall eines schnurlosen Apparats ohne FTZ- oder BZT-Siegel, der egal ob solo, hintereinander oder parallel geschaltet einen zu lauten und scheppernden Ton wiedergab, den man nicht auf Normalmaß runterregeln konnte. Entsprechend mau war auch die Akku-Laufzeit.

  17. Titel eingeben
    ..Sie haben ja so recht. Hatte ja slebst so eines. Und wenig Schlaf. Und, ja, die Blinkerei war geil, so beruhigend wie heute das Tourbillion meiner Uhr; dreht sich nur einmal die Minute. Hatte mir mal zwischenzeitl ein Dallas aus Nostalgie bei eaby zugelegt. War leider aus Raucherhaushalt. und das ging ja nun in Dallas gar nicht. Nach Whiskey oder crudeoil wäre das anders gewesen…Ach ja.

  18. Dieses Internet ist/wird wohl unser Turm zu Babel
    Die Konsequenz wären der Chip unter die Haut, der ganz sicher in Arbeit ist, und ein Knopf ins Ohr. Und fertig ist der jederzeit kontrollierbare mündige Kunde und Angestellte. Die „freiwilligen“ monatlichen Ratenzahlungen für dieses System halte ich mit für das Erstaunlichste, was es so gibt. Aber sicher:Wer sich nichts zuschulden kommen lässt…

    Bemerkenswert, dass in den Kommentaren so ausführlich Not- und Katastrophenszenarien diskutiert werden. Autark wohnen und leben. Was für eine Sehnsucht in dieser gnaden- und grenzenlos vernetzten Welt? Stromaggregat und Sonnenkollektoren und das große Überlebenspaket mit den Kilokalorien im Keller also. Hat ja die Bundesregierung vor kurzem auch empfohlen:Vierzehn Tage mindestens! Aber ob dann schon „alles“ vorbei sein wird? Ich hätte Zweifel. Sehr starke sogar.

    Die Telekom und alle anderen Anbieter werden zweifellos diese Entwicklung vorantreiben.
    Wie heißt es bei Rammstein:“Und wer nicht tanzen will am Schluss, weiß noch nicht, dass er tanzen muss…“

    • Ich weiß nicht mehr, wo ichs gelesen hatte, aber die Sache mit dem Chip unter der Haut, das geht ja schon los. Mexikanische Millionärskinder kriegen den eingepflanzt, damit man sie im Entführungsfall orten kann. Man wird hierzulande auch nicht bei Haus-und Nutztieren aufhören…

    • Die alte Frage:Wer ist "man"?
      Sollte es angesichts dieser total öffentlichen Demontage von Rechtsstaat und Demokratie nicht irgendwie doch lautere Stimmen geben? Was ist der Grund für dieses beinah flächendeckende Schweigen? Für dieses lemminghafte Mitlaufen der allermeisten Menschen? Hängt unser Leben, also das richtige, warme, gemeinschaftliche, auch fehlerbehaftete, zukunftsfähige, neue und natürlich uralte Leben wirklich von irgendwelchen Übertragungsraten, die zudem von unwählbaren und nicht abwählbaren Minderheiten mit ihren ganz eigenen Interessen beherrscht werden, ab? Warum glauben so viele Menschen genau das? Sind die alle nur schlicht verblödet?

      Andererseits gibt es ja auch Menschen, die Autos mit 80 PS oder irgendwelche Fummel mit dem „falschen“ Markenaufdruck unerträglich finden. Und die finden das völlig normal. Und werden natürlich tagtäglich darin bestätigt.

      Der Bengel aus „Des Kaisers neue Kleider“ würde heute wohl sofort in die Psychiatrie eingewiesen werden. Und das wäre noch die harmlose Reaktion der Massen.

      Hätten die Kommunisten dieses Internet installiert, die Kommentare im Westen sollten jedem vor Augen stehen. So aber….

  19. Sankt Steinmeier
    Sicherlich OT, aber ich wills wissen: wie kommt unser Halbgott Steinmeier, den manche (grusel!) schon als Bundespräsident aufjuchzen, wie kommt der nun aus der Nummer, den künftigen Präsidenten in einer Hasspredigt als „Hassprediger“ beschimpft zu haben? Und: Darf so einer Präsident werden? Einer, der sich wie schlimmer als Trump benimmt?

    • Das Thema ist unter dem vorigen Post vom Kollegen Don A. sicher besser aufgehoben, aber ein erfahrener Politiker kommt aus so einer Nummer immer raus. Wissen Sie noch, wie Kohl dem Gorbatschow das vergiftete Kompliment machte, er verstehe viel von PR, so wie der Herr Goebbels seinerzeit auch? Das hat ja nun auch nicht die Wiedervereinigung verhindert oder den Atomkrieg ausgelöst. Was Trump himself im Wahlkampf alles abgelassen hat, das muss man jetzt ja auch nicht auf die Goldwaage legen.

      Steinmeier ist ein typischer SPD-Technokrat ohne jedes Charisma, als Kanzler wäre er (auch wenn ich ihn nicht mag) vermutlich eine bessere Besetzung denn als Staatsoberhaupt.

  20. Mit tü..tü...tü...tü..
    war noch alles i. O. Neue Verhaltensformen zwängt uns das teils nicht mehr vorhandene Besetzzeichen bei voip auf. Dieses Phänomen hängt u. a. von Router, Telefon und Provider ab. Hab mich da gestern durchgesucht in versch. Foren…..alles furchtbar.
    Man sieht nun also den eigehenden Anruf auf dem display, empfindet ihn als störend, aber auch als dringend, je länger er insistiert. (denkt, ich sei nicht da, obwohl er sagte, er riefe an) Da man einerseits nicht unhöflich das Gespräch mit der Oma aus Wanne Eickel beenden will; andererseits weiß, der andere könne noch wichtigeres anzubieten haben und man ihn nicht mehr erreicht, ruft man zu spät zurück, ist man in der Klemme. Es ist die Entscheidung zwischen Oma und Anrufer.

  21. Leute Leute, vor 150 Jahren gab es auch Leute die vor Eisenbahnen gewarnt haben
    Und auch der gute Don sollte nicht nur auf die gute alte Zeit schauen. Was hätte mein Vater wohl gemacht, wenn er beim Joggen im Wald einen Herzinfarkt bekommen hätte. Richtig er wäre gestorben, wie die nächste Telefonzelle zu weit weg und auch kein Kleingeld dabei. Heute mit Smartphone kein Problem, die richtige App meldet sogar automatisch Notruf mit GPS-Signal. Damit ist man sogar von der Stromversorgung im Haus unabhängig, da mit Akku betrieben. Und wenn in der ganzen Stadt die Mobilfunk- und VOIP-Versorung ausfällt, haben wir andere Probleme.

  22. Das Fräulein vom Amt hat auch schon lange ausgedient.
    Aus Gründen kostenintensiver paralleler Strukturen sowie des erhöhten Datenaufkommens ist der Schritt zum rein digitalen Netz nur folgerichtig, zwangsläufig. Und technisch ist das mit einem entsprechenden Router für einfache analoge oder ISDN-Anschlüsse auch kein Problem, die Endgeräte, auch das Fax, inklusive eventueller analoger Telefonanlagen können weiter verwendet werden.

    Probleme mit der Qualität scheinen dagegen nicht gänzlich behebbar zu sein und die Notruf-Problematik ist ebenso ein Fakt wie der Umstand, daß bei Netzausfällen Internet und Telefon nicht mehr funktionieren. Daß auch die Telekom das Vorhandensein eines Mobiltelefones ganz selbstverständlich voraussetzt, sei nur am Rande erwähnt.

    Gnadenlos schlecht aber ist der Service der Telekom, was schon damit beginnt, daß man sich wie ein Idiot vorkommt, wenn man zu einem Computer sprechen soll. Meldet sich dann irgendwann einmal ein Mensch, vermutlich aus einem Call-Center, ist das Ergebnis des Gespräches auch meist unbefriedigend. Von wochenlangem Warten auf die Behebung technischer Probleme auf Seiten der Telekom mal ganz zu schweigen. Denn meist kommt da kein Telekom-Techniker, sondern ein Subunternehmer, der bei größeren Problemen wenig motiviert ist, für absurd geringe Fallpauschalen stundenlange Fehlersuche und -behebung zu betreiben. Und, davor schützen auch Verträge bei anderen Anbietern nicht, da diese meist die Infrastruktur der Telekom nutzen, die scheinbar wenig Interesse daran hat, für ihre Konkurrenz besondere Eile an den Tag zu legen. Schon so mancher Anbieterwechsel ist da zum Horrortrip geraten.

    Was aber viel wichtiger als die Frage des Telefonierens ist, ist die Frage nach der Sicherheit im Rahmen der Umstellung auf IPv6. Denn dadurch ist ein direkter weltweiter Zugriff auf alle mit dem Netz verbundenen Geräte möglich. Und auch die Fernwartung der Router, unabhängig der Anschlußfrage, ist ein Problem, da sie auf sehr niedrig angesiedelten und damit besonders einfach zu kompromittierenden Protokollen beruht. Diese Hintertür in das eigene Netz wird scheinbar überhaupt nicht beachtet.

    Ach ja, die schöne neue Technik birgt so einiges an Fallstricken, die sich vermutlich auch nie ganz vermeiden lassen werden. Wenn das schicke IP-Telephon, das Smart-TV etc. pp. zur unkontrollierbaren Wanze werden, dann …

    • Ich hatte hier in den letzten 10 Jahren zwei oder drei kleinere Störungen, welche die Telekom recht schnell behoben wat, von daher kann ich eigentlich nicht meckern. Wobei es in einem Fall mein Glück war, dass ich den Telekomiker noch beim Werkeln am Verteilerkasten gesehen hatte, es war ein Telekom-Neukunde, der da in der Nachbarschaft angeschlossen wurde, von daher war es leicht nachzuvollziehen, wer da was genau falsch angeklemmt hat. Wäre das ein KTK-onkurrent gewesen. wäre die Fehlersuche viel komplizierter und zeitaufwendiger geworden.

      Wie smarte Geräte zur Wanze werden, das hatte ich ja anhand von Fernsehern und Stromzählern hier schon thematisiert, und die Baustelle IPv6 habe ich mit Blick auf das internet of things natürlich mittelfristig auf der Themenliste.


    • Beispiele aus der Praxis:

      Freilandleitung, ja, so etwas gibt es noch. Zeit von der ersten Störungsmeldung bis zur Schadensbehebung fast fünf Wochen. Angekündigte Technikertermine wurden nicht eingehalten, der Subunternehmer hatte wohl keine Lust. Daß der Telekom-Kunde für den Spaß auch noch drei Urlaubstage opfern mußte, wen interessierts.

      Leitungsstörung. Zeit von der ersten Störungsmeldung bis zur Schadensbehebung fast acht Wochen. Zuerst kam der Subunternehmer, der die Leitungsstörung feststellte, sie aber trotz umfassender Bemühungen nicht lokalisieren und beseitigen konnte. Dann kam ein Telekomtechniker, dasselbe Ergebnis. Dann kamen nochmals ein Subunternehmer und ein Telekomtechniker, da waren dann schon drei Wochen vergangen. Dann wurde endlich ein Meßtrupp angefordert, Wartezeit vier (!) Wochen. Glücklicherweise hatte der Telekom-Kunde noch einen ISDN-Anschluß und konnte noch telefonieren. Und nachdem die DSL-Geschwindigkeit seitens der Telekom für die Zeit des Wartens minimiert wurde, war auch Internet mit etwas besserer Modemgeschwindigkeit möglich.

      Das sind nur zwei Fälle von vielen, die ich im Laufe der Zeit mitbekommen habe. Neben diesen technischen Problemen gibt es, nicht nur bei der Telekom, aber auch noch ein echtes Ärgernis mit der Telefonakquise. Dort werden nicht selten in bester Drückerkolonnenmanier Bestandskunden (!) über den Tisch gezogen, indem ihnen Leistungen verkauft werden, die sie überhaupt nicht benötigen. Das habe ich selbst im Bekanntenkreis schon mehrmals miterleben dürfen. Woher diese Fremdfirmen die Daten haben, das wüßte ich mal gerne. So zustandegekommene Vertragsabschlüsse wieder rückgängig zu machen, ist bei der Telekom oft nicht ganz einfach und stößt dort nicht selten auf erheblichen Widerstand. Der Tonfall des Schriftverkehrs ist dabei auch recht interessant, grenzwertig in jeder Beziehung.

      Persönlich habe ich die ganze von Ihnen geschilderte Entwicklung ja auch mitgemacht und muß schon sagen, obwohl auch ich Telekom-Kunde bin, daß sich der Service der Telekom seit der Privatisierung extrem verschlechtert hat. Aber das scheint bei Privatisierungen ja oft der Fall zu sein, Deutsche Bahn, Abfallwirtschaft, Trinkwasserversorgung etc. pp. lassen grüßen. Wenn nur noch der Gewinn im Vordergrund steht, darf man wohl auch nichts anderes erwarten. Servicewüste Deutschland, so sieht es doch aus.

  23. Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter...
    Letztendlich zeigt die weltweite Verbreitung der IP-Technologie, dass sie eben die effizienteste und robusteste Technik ist, um Daten (und damit auch Sprachinformationen als Untermenge) global zu transportieren. Wer sich die Technologientwicklung in anderen Ländern ansieht, erkennt sofort, dass der in D von Siemens in den 90ern getriebene ISDN-Hype eine technologische Sackgasse war, die Milliarden von Fehlinvestitionen (zu Nutze von Siemens) bewirkt hat, jedoch sich langfristig wegen fehlender internationalen Partnern/offener Standards nicht durchsetzen konnte. Andere europäische Länder die sich den Umweg über ISDN nicht angeschlossen haben, punkten zwischenzeitlich nicht mit einer schlechteren, sondern mit einer besseren Infrastruktur als Old Germany, das sich gegen alle Trends erst sehr spät an die neue Übertragungstechnologie angepasst hat. Für den Fall, dass die Dauerreichbarkeit bei Stromausfall wichtig ist, dann sollte halt immer ein Mobilfunkgerät geladen zur Stelle sein.

    • Kann man so sehen. Hinterher ist man natürlich immer schlauer, aber als Ende der 80er die Weichen für ISDN (Akronym für „Ist sowas denn nötig?“) gestellt wurden, war der langfristige Siegeszug der paketvermittelten Datenkommunikation nach dem TCP/IP-Protokoll keinesfalls abzusehen. Natürlich hat ISDN für die meisten privaten Heimanwender wenig Mehrwert gebracht, aber aus der Wirtschaft habe ich über ISDN kaum Klagen gehört. Außer vielleicht, dass Bandbreite zu teuer war, aber im Zuge der Deregulierung, von der Firmenkunden lange vor den Endverbrauchern profitierten, gingen die Preise ja stetig nach unten, und der Wunsch, vom X-25-Protokoll wegzukommen, war zu Beginn des Jahrtausends noch nicht wirklich dringend bei vielen Unternehmen.

      Oder nehmen wir das Kabel, was wurde Schwarz-Schilling später gescholten dafür, dass er der Kupferlobby nachgegeben hatte und nicht gleich auf Glasfaser gesetzt hat. Und heute darf die Telekom ihre OPAL-Anschlüsse wieder ausbuddeln, mit denen sie ihn den 90ern technisch ganz vorne mitmischen wollte. Hätte es auch nicht gebraucht aus heutiger Sicht, aber wie gesagt, hinterher hat man leicht reden.

  24. Einfach mal dumm fragen
    Wenn der Telekom-Betreuer anruft, um einem die Umstellung schmackhaft zu machen. Und zwar dies: wieviel billiger wird’s denn für mich?

    Ich kann mich noch gut an die Preiserhöhung erinnern, als der Computeranschluß zur Sprachtelefonie dazukam, vor ewigen Zeiten. War danach so ungefähr das Doppelte. Konnte man nicht meckern, weil ja auch ein separates Netz vorzuhalten war, also zwei statt einem.

    Und jetzt ? Zweites Netz abgeschafft, aber der Preis bleibt oben.

    • Man ahnt bereits, was die Antwort ist, klar, aber fragen kann man mal.
      „Jaha, wissen Sie, die Umstellung kostet uns ja auch Geld, das macht sich nicht von alleine…“

      Also wenigestens neue Router hätte man den genervten Kunden doch spendieren können als Teilhabe an den Rationalisierungsgewinnen durch den Wegfall des Telefonnetzes.

  25. Schwarz-Schilling, Kupferkabel
    War der Schwarz-Schilling damals nicht selbst über die „Accumulatorenfabrik Sonnenschein“ ins Kupferkabelgeschäft involviert?

    (Dunkle Erinnerung an die damalige Diskussion)

    „Oder nehmen wir das Kabel, was wurde Schwarz-Schilling später gescholten dafür, dass er der Kupferlobby nachgegeben hatte und nicht gleich auf Glasfaser gesetzt hat.“

    • Ja, da gab es eine Verbindung, über die der „Spiegel“ berichtet hatte, aber wie eng (und damit verwerflich) die war, ist mir auch nicht mehr im Detail präsent. Ich denke nicht, dass das der einzige und ausschlaggebende Grund war, auf Kupfer-Koax zu setzen. Das war eine gängige Technologie, die auch kleinere Unternehmen beherrschten, es sollte ja mit der Verkabelung auch der Mittelstand gefördert werden und nicht große Technologieführer. Außerdem wollte man den Einstiegspreis für die Kabelkundschaft einigermaßen niedrig halten, und mit einem teureren Glasfasernetz wäre der Anschluss wohl deutlich teurer geworden. Hieß es damals zumindest.

  26. Permesso Signore Marco, fuori argomento
    Gestern wurde auf unserem RHS-linientreuen Landfunkradiosender SWR 1 folgende Meldung verlautbart: In Deutschland sollen jeden Monat 1000 Flüchtlinge aus GR und Italien ankommen. Davon will D, so Innenminister de Maizière, ein Kontingent von monatlich 500 Personen aufnehmen, insgesamt 40000, wie es heißt. Erstaufnahme soll auf dem ehemaligen Fliegerhorst Erding sein.
    .
    Benötige ich einen neue Brille oder fand der leckende Main-Nachen neben der Meldung von Til Schweigers Restaurantplänen und dem Trump-Rummel kein freies Stück Papier mehr für diese nicht ganz unwichtige Meldung ?
    .
    Und dann schaun´ wir mal, wo die anderen 500 von den jeweils 1000 so überall in Europa aufgenommen werden. Mir schwant da so einiges.
    DdH

    • Das trägt jetzt eigentlich nicht zum Thema bei, aber ich muss gestehen, dass ich diese Meldung auch nicht auf dem Radar hatte. Das ging in den allgemeinen Getrumpel wohl unter.

  27. Titel eingeben
    Gestatten Sie einen Hinweis, der relevant werden kann, wenn sehr alte Router im Spiel sind, z.B. zehn Jahre alte Speedport-Modelle.

    Im Bedienmenü dieser Kästen sind im Lieferzustand Listen mit Nummern (Notrufe) bzw. Vorwahlen (0900 usw.) hinterlegt, die NICHT über den Router antelefoniert werden sollen. Nennt sich bei Telekom-Routern Wahlregeln. Eine Nummer, die da drin steht, hatte Festnetzzwang. Das sollte das Anrufen superteurer Nummern über Internettelefonie (alte Machart) abwürgen.

    Andererseits – und hier kann es heikel werden – sollte es bewirken, dass Notrufe wie 110 aus Sicherheitsgründen(?) übers normale Festnetz ablaufen, ohne Routerbeteiligung.
    Ich bin auf die Sache aufmerksam geworden, weil direkt nach der Umstellung auf VoIP jede 0800-Hotline von Krankenkasse etc. über Festnetz stumm blieb, bis ich den Eintrag in den Wahlregeln entdeckt und gelöscht hatte.

    Man kann im Routermenü die Wahlregeln löschen, AUßER den Eintrag für 110 und den Eintrag für 112. Die sind ausgegraut und vor Kundeneingriffen geschützt. Vor zehn und mehr Jahren war das vermutlich mal sinnvoll.

    Heute sorgt es unter Umständen dafür, dass man mit einem Festnetztelefon, das an einem solchen alten Router steckt, die Notrufnummern 110 und 112 nicht anrufen kann. Kein Witz.
    Mit 110 habe ich es nicht getestet, aber 0800 war definitiv wegen des Eintrags im Routermenü tot.

    Könnte unangenehm sein, wenn grade die Bude in Flammen steht, und ähnliches auf 112 und 110 zutrifft. Es könnte sein, dass die Telekom unter VoIP diese gesperrten Notrufnummern per Fernwartungseinstellung „durch den Router durchschalten“ kann. Verlassen würde ich mich darauf nicht, bevor ich’s nicht genau weiß.

    • Oh, das ist ein sehr wertvoller Hinweis. Vielen Dank! Ich hätte nicht gewusst, wo ich in dem Fall den Fehler suchen soll.

  28. Anbieterwechsel
    @Frau Simon, das mit dem Anbieterwechsel ist so eine Sache. Ich habe den Gasanbieter gewechselt weil mir die österreichische Regulierungsbehörde einen um € 80 billigeren pro Jahr vorgeschlagen hat. Jetzt bezahle ich um € 80 mehr weil der Netzbetreiber eine deutlich höhere Netzgebühr verrechnet. Beim Strom werde ich demnach davon absehen.

  29. VIOP
    Also mit Skype bin ich auch nicht restlos zufrieden. Es gibt relativ häufig Verbindungsunterbrechungen, sodaß ich dann das Inlansgespräch über das Festnetz fortsetze.

    • Ich habe die Hoffnung, dass die Telekom das in etwas besserer Qualität hinbekommt als Skype. Wenn ich es richtig verstanden habe (und man uns damit nicht verschaukelt) routet die Telekom die VoIP Gespräche nicht übers gesamte Internet, sondern über dezidierte Leitungskapazitäten, was eine stabilere Verbindung als Skype gewährleisten sollte. Davon abgesehen läuft Skype hier meistens problemlos, aber Töchterlein telefoniert damit auch nicht nach Neuseeland, sondern eher in die Nachbarschaft.

  30. Dallas war mit Tastatur
    Sehr geehrter Marco Settembrini di Novetre,
    wir besorgten das damals auf sehr dunklen Wegen,
    und mieteten das Billige, eins musste man ja haben.
    Dann gab es bald die illegalen Läden mit richtig schicken Dingern.
    .
    Wir kauften das aus Plexiglas, mit blauer Neonröhre drin.
    Stylish.
    .
    Man konnte das Klingeln abschalten und die Röhre dafür flackern lassen.
    Das war dann so der Miami-Vice- Effekt. ;-)
    .
    Das Ding läuft heute immer noch unter VoIP.
    .
    Wir machten es aus diversen anderen Gründen freiwillig.

    .
    Wir hatten auch so eine EierlegendeWollmilchsau.
    .
    Scanner, Faxgerät, Drucker, Kopierer und Kaffeemaschine in einem.
    Angeblich sollte dieses Wunderwerk auch Fellatio beherrschen.
    Ich habe die entsprechende Öffnung bis heute nicht gefunden.
    Und die Bedienungsanleitung für diesen Punkt auch nicht.
    .
    Die Umstellung funzte aber nicht.
    Mit dem mitgelieferten Router
    vom Spaß mit der TelekomMüllerGerbesGesellschaft gar nicht.
    Wir kauften eine Fritzbox.
    Danach kamen viele Abendtelefonate zwischen unserem Spezialisten
    und dem Spezialisten der Telekom.
    Es funktioniert jetzt wie früher mit dem Fräulein vom Amt.
    Man muss umstöpseln.
    Per Hand. Dann kann man Faxen, aber nicht telefonieren.
    Wir warten immer noch auf eine Lösung.
    Und die beste aller Frauen fragt,
    ob man dann auch Brötchen backen kann.

    • Ah, der Aparillo mit der Flackerröhre war natürlich der Überkracher, der stand in einem der schickeren Inneneinrichtungsläden meiner Heimatstadt, war aber m.W. nicht angeschlossen ans Telefonnetz, jemand vom Fernmeldeamt hatte da mal Ärger gemacht. Solange die Telefonbuchsen noch den verschraubten AS4-Anschluss hatten, habe ich auch nur Postapparate in Betrieb gehabt, aber später habe ich dann auch mal ausländische Apparate ohne BZT-Zulassung oder FTZ-Nummer drangeklemmt und eigene Mehrapparateschaltungen realisiert. Hach ja…

      Ich meine mich zu erinnern, dass mein Alleskönner auch nicht ohne Zicken weitermachte, als der Anschluss auch auf DSL erweitert wurde. Irgendwie hat der Router ein Signal für die Faxweiche nicht korrekt weitergegeben. Aber da war dann eh hinfällig, weil meine Frau erstens wieder schnurlos telefonieren wollte und zweitens das Netzteil vom Kombigerät irgendwann abrauchte. Aber ich kann Sie trösten, einen Brotbackautomaten haben wir auch schon mal gekillt:
      https://mark793.blogger.de/stories/340799/

  31. Warum so negativ?
    Schon klar – auf die Telekom zu schimpfen ist en vogue.
    Aber ist das wirklich das, was ihr wollt? Vermittlungstechnik aus dem letzten Jahrtausend? Ich habe seit einigen Jahren einen VOIP-Anschluss, anfangs gab es auch einige der genannten Problemen (Early Adoptor …), jetzt läuft der Anschluss aber komplett störungsfrei. Dafür zahle ich wesentlich weniger als früher, habe sehr schnelles Internet, und ehrlich gesagt: der Festnetz-Telefon Anschluss wäre das erste, auf das ich verzichten könnte. Das ist halt der Lauf der Zeit, lohnt es sich wirklich, so ein Fass aufzumachen, nur weil die Telekom darauf drängt, ihre Infrastruktur komplett zu erneuern?
    Die wirklich spannende Frage kommt im Artikel leider nicht zur Sprache: mit der Digitalisierung der Netze hat sich die Telekom ungeachtet aller Deregulierung ein neues quasi-Monopol geschaffen. Das ist ein echtes Problem, und eine Aufgabe für die Regulierungs-Behörden.

    • Glauben Sie mir, „ein Fass aufmachen“ hätte wirklich anders ausgesehen. Ich will weder das Geratter der Hebdrehwähler zurück noch die Wählscheiben-Apparate-Ära verklären. Aber den Hinweis darauf, dass der Fortschritt seinen Preis hat und die Lasten und Gewinne dieser Umstellungsmaßnahme sehr einseitig verteilt sind, finde ich nach wie vor legitim.

      Was Ihren anderen Punkt angeht: Wenn der Anschluss flutscht wie er soll und die Preise okay sind: Warum sollte mich das neue Quasi-Monopol der Telekom im Netzbetrieb ernsthaft jucken? Dann ist das im Zweifelsfall das Problem ihrer Wettbewerber, nicht meins. Im Übrigen meine ich mich zu erinnern, es wäre von der damaligen RegTP (heute: Netzagentur) festgelegt worden, zu welchen Konditionen andere Telekommunikationsanbieter die Infrastruktur der Telekom nutzen können. Sollte die Telekom inzwischen weitere Infrastrukturen aufgebaut haben, für die diese Vereinbarungen nicht gelten? Dann wird es womöglich ihr gutes Recht gewesen sein, und dann muss die Netzagentur zusehen, wie sie den alternativen Anbietern den Zugang dazu sichert. Aber einen großen Skandal vermag ich darin nicht zu erkennen.

  32. FAXing over VoIP networks doesn't work.
    @Uwe Dippel
    > Ende der Vorlesung.

    http://www.soft-switch.org/foip.html

    „Executive summary

    FAXing over VoIP networks doesn’t work. You can sometimes arrange things so a fairly high percentage of FAXes get through OK. You can occassionally create setups that work 100% of the time. These are rare and unrepeatable setups. You need to use a proper FAX over IP protocol, such as T.38, to achieve consistent reliable FAXing across IP networks.“

  33. after sales service klingt gut
    Bei den Anrufen der Telekom wegen Tarifänderung geht es oft nicht nur um den besseren Datentransfer – also 50Mbit statt 16 etc – , sondern viel mehr und ganz einfach um die Vertragsverlängerung um 2 Jahre. Zumeist melden die sich, steht der Vertrag kurz vor Ablauf bzw. vor Ablauf der Kündigungsfrist. Weitere 2 Jahre sind zunächst gesichert.
    After-sales-service ist auch bei der TK längst angekommen in dem Haifischbecken der Telemedien.
    .
    Ich erinnere aus guter Kenntnis die Automobilbranche in den 80- und 90ern und die latent arrogante Vorkaufsrethorik der entsprechenden Verkäufer, insbesondere bei Niederlassungen, allen voran bei denen mit dem Stern. Damals war ja noch das Markenbewußtsein so stark verankert, daß man auf Markentreue bauen konnte. Markentreue hieß bei der Post eben Monopol. Das gleiche Phänomen gab es bei Bier und Zigaretten. Marketingleute wissen das. Markenwechsel eher unwahrscheinlich. Bis dann BMW und Audi – und die Asiaten – immer besser und zuverlässige Fahrzeuge bauten und man sich bewegen mußte. In den Anfang 90ern brachten Telefonmarketingargenturen den after-sales-service auf den Weg und fortan wurde den Kunden KD-Bindung hinterhertelefoniert, sei es, wenn ein neues Modell kam zur Probefahrt; oder Service wie TÜV Winterreifenwechsel anstand etc.etc. oder aber bei dem aufkommenden Leasing-Geschäft kurz vor Vertragsablauf die Markentreue sichergestellt werden mußte. Und Leasing waren die besten Geschäfte wegen der Vielfältigkeit der Zusätze. Nun, so schlimm ist es bei der Telekom mit dem Nachlaufen noch nit. Ist aber die jetzige 70+x-Gesellschaft erstmal weggestorben – noch das große Tafelsilber – , wird der Kampf zusehends härter. Die Wischer von heute wechseln im Nu. Man sieht es bei Strom und Gas für die Einmalprovision, deren Kunden zumeist die internetaffinen sind. Datenabgreifen inklusive.

    Öfter mal wieder Briefe schreiben.

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