Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

So nah und doch so fern – der fremde Freund

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Es muß ein jeglich Ding der Menschen Urtheil leiden Und ob es tauglich sey, steht nicht in seiner Macht; Der meiste Theil ist doch auff schmähen nur bedacht...

Es muß ein jeglich Ding der Menschen Urtheil leiden
Und ob es tauglich sey, steht nicht in seiner Macht;
Der meiste Theil ist doch auff schmähen nur bedacht
Und denckt was er nicht kan, dasselbe muß‘ er neiden. 

Martin Opitz, An diß Buch

Ich schmökere in meiner Twittertimeline und lege Satz für Satz auf die Couch. Wenn für angewandte Küchenpsychologie niemand auf meinem Sofa oder auf dem nebenstehenden Barhocker sitzt und in Weinlaune zu erzählen beginnt, gilt die Analyse dem ins Netz getippte Wort. Leicht kommen mehr als drei fünfzigminütige Sitzungen pro Woche zusammen. Mehrmals am Tag geben die frei publizierten Assoziationen Auskunft über das Befinden im Damals, hier und morgen der befreundeten Patienten. So erquickt die wohlgenährte Datenbasis das Herz des Analytikers: Fotos, Vorlieben, Freunde und die Bereitschaft laut zu denken, zu planen, zu bangen. Karriereschritte, kleine Flirts und Kinderwünsche – über soziale Netzwerke puzzeln wir die Geständnisse unserer Netzgefährten zu Bildern der einzelnen Protagonisten und zu einer Deutung der gesamten digitalen Sphäre zusammen. Wir haben das Netz durchschaut! Die Wissbegier über das Wesen des digitalen Gegenübers birgt aber vor allem dann Chancen für ein umfassenderes Verständnis von Persönlichkeiten, Beziehungen und Handeln im Internet, wenn man einen wichtigen Schritt vor die Erforschung des Nächsten stellt: kenne dich selbst.

Bild zu: So nah und doch so fern - der fremde Freund

Das Studium der persönlichen Preisgabe digitaler Bekanntschaften ist nur eine scheinbare Annäherung an die Wirklichkeit ihrer Wesen. Über die genaue Beobachtung der eigenen Begeisterung für ein sanftes Stalking, das Ausmaß der Neugierde für den Alltag der Freunde und die Intensität der Interpretation von Bits und Pieces Unbekannter kann man vor allen Dingen Schlüsse über den eigenen Charakter ziehen. Es ist leicht zu sagen: Herr Müller schrieb im letzten Herbst depressivere Blogs, Fräulein Friedrich gab das Scheitern ihrer Liebschaft nur über Facebook bekannt, um sich den Nächsten zu angeln, betrübte Singles twittern des Nachts gegen die Einsamkeit. Die Wahrheit ist: wir wissen nichts. Doch es scheint kaum erträglich, das Tummeln im Netz zu belauschen, ohne mit Kennerblick zu sagen: „Für wahr, diese Plappermäule im Netz, sie müssen verrückt sein.“ 
Zu glauben, man tauche ein in eine Schar Besessener, in deren Mitte das eigene Tun besonnen und weise erscheint, dient an erster Stelle der Reduktion von eigener Unsicherheit und Zweifeln, die das Bad im Datenmeer in uns auslösen.

Zu viele Informationen, Privates, Selbstdarstellung – ein Verhalten gebündelt unter dem Begriff „Oversharing“ – werden für das lesende Umfeld meist weniger zu einem Störfaktor, wenn ihre reine Menge als nicht verträglich wahrgenommen wird, sondern wenn die Auskünfte den zufälligen Leser unangenehm berühren. Doch was jeder Einzelne als „too much information“, als indiskret oder zudringlich empfindet, liegt selten in der Hand des Absenders. Statusupdates in sozialen Netzwerken lösen beim Leser Unwohlsein aus, nicht, weil sie unverfroren sind; nicht, weil jemand ein rücksichtsloser Rüpel ist oder das Netz nicht versteht. Eine stark ablehnende Reaktion auf digitale Kurzmitteilungen in der Öffentlichkeit eines Netzwerkes tritt dann auf, wenn Gefühle, Wertesystem und Lebenswelt des Publikums unmittelbar angestoßen und in Frage gestellt werden. Notizen aus dem Alltag anderer können eigene Defizite aufdecken, den Wunsch nach Änderung wecken oder ungebetener Gast im heilen Weltbild sein. Für manche Nutzer mag dies über #beischlaftweets geschehen, Parteibekenntnisse mit bekehrendem Anspruch, suizidale Gedanken oder eine selbstherrliche Dokumentation des beruflichen Erfolges.

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Menschen gruppieren sich im Web nicht nur entlang tatsächlich bestehender Bekanntschaften und Interessensgebieten, sondern auch entlang empathischer Fähigkeiten, Besonnenheit und Toleranz. Beziehungen gewinnen auf diese Weise an Komplexität und persönlicher Bedeutung, die letztlich die Qualität eines Netzwerkes definieren, und den Stellenwert der Quantität verringern. Diese Ausdifferenzierung von Netzwerken ist weitaus spannender als ihr Wachstum. Deutlich wird, dass Einfluss sich nicht aus der reinen Größe eines Netzwerkes ergibt, sondern ihr Wert für eine Gemeinschaft dann steigt, wenn die geschaffenen Bindungen über wechselseitigen Informationsaustausch voneinander profitieren und die Beziehungen über ihre bewusste Auswahl belastbar werden. Über die Größe eines Freundeskreises oder einer passiven Twittergefolgschaft einen Platz in der Highscore zu erreichen, ist kein Zeichen für Talent und Charme, sondern Ausdruck einer milden Spielsucht.

Ein großes Netzwerk verwildert zudem in Windeseile, vernachlässigt man Pflege und Frühjahrsputz. Das drückende Gefühl zu vielen Informationen ausgesetzt zu sein, ist kein immanentes Problem sozialer Netzwerke, sondern selbst herbeigeführt. Wer aus Angst etwas zu verpassen den Garten zu dicht bepflanzt, fühlt sich darin nicht mehr zuhause. Das Empfinden, dass andere Menschen zu viele, die falschen oder wenig intelligente Dinge mit mir teilen wollen, lässt kein Urteil darüber zu, welche Art von Kommunikationskultur im Netz herrscht. Es offenbart, dass die eigene Intelligenz nicht zum Einsatz kommt, um ein sinnstiftendes Netz zu weben. Wer sich täglich über Bekundungen entrüstet, hat scheinbar Gefallen an der Qual und verkennt die Möglichkeit, den Aus-Knopf zu drücken und selbst etwas zu initiieren, an dem er Freude hat.

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Mit der Freude an Gesprächen im Netz als Prämisse, ist die Bezeichnung digitaler Beziehungen als „Freunde“ gar nicht so unpassend, wie oft kritisiert wird. Im Gegenteil: wenn wir das Eingehen einer Freundschaft in sozialen Netzwerken als eine „Gemeinschaft des Geistes“ begreifen, in der Sympathie und Wertschätzung sowie ein gewisser Nutzen vorhanden sind und diese die Beteiligten weiterbringt, charakterisiert die Bezeichnung der Netzfreundschaft das Phänomen recht präzise. Diese Definition legt nahe, dass der Aufbau einer Gemeinschaft mit mehr Sorgfalt und immer mit der Fragestellung geschehen sollte, welche meiner Erwartungen sie erfüllen kann. Die Gefahr für Frustration ist groß, wenn „dabei sein ist alles“ der Beweggrund ist. Wer den Nutzern großer Communities zutraut ein Angebot zu gestalten, dass die zahlreichen und sehr verschiedenen Bedürfnisse ihrer Teilnehmer in einem guten Sinne erfüllen kann, wird enttäuscht werden.

„Unser aller Netz soll schöner werden“, ist ein fälschliches Bestreben, das ein arrogantes Beraterwesen als Geschäftsgrundlage missbraucht. Aus dem willkürlichen Ideal eines vorbildlichen Netznutzers leiten so genannte Onlineexperten Regeln und Manifeste ab, die eine hoffnungsvolle Eigenschaft des Netzes verkennen: das Social Web ist ein differenziertes Gesellschaftssystem, dessen Überlegenheit ist, vielfältige Diskussionsräume zu schaffen. Ihre Stärken und Vorzüge kämen durch ein übergreifendes Regelwerk nicht zur Entfaltung. Publikationen, wie etwa „101 Leitlinien für die digitale Welt“ werden der Vielfalt von Persönlichkeiten und Kommunikationstechniken nicht gerecht. Sie sind wie ein Flirtkurs, dessen Ziel es ist, mit einem beliebigen Partner glücklich werden zu können. Doch wer sein Glück nicht in der Beliebigkeit der Liebe sieht, sollte zu schätzen wissen, dass nicht jeder Online-Kontakt ein potenzieller Partner ist.

Dennoch bleibt es verwunderlich, wie leicht das Urteil über andere virtuelle Personen getroffen wird, wissen wir doch, wie grobkörnig die virtuelle Neuschaffung der eigenen Person verglichen mit dem Original stets ausfällt. Zudem ist es kurz gedacht anzunehmen, andere digitale Persönlichkeiten seien weniger bewusst gestaltet, als die eigene. Menschen lernen von Kindesbeinen an die Wahrnehmung ihrer Person in ihrem Sinne zu steuern. Das Impression Management ist dabei eine entscheidende Fertigkeit, die auch im Netz trainiert und verfeinert wird. Dabei ist die Fähigkeit zur Selbstreflexion grundlegend und wird besonders geschult. Wenn mein Anspruch ist, mich selbst gut zu kennen, werden besonders die unbequemen Online-Kontakte dabei eine Hilfe sein. Sind nicht Konfliktfähigkeit und Neugierde zwei treibende Kräfte?

Freunde gewinnt man nicht aus der Beobachtung, sondern im Gespräch. Freundschaft bedeutet auch, leidenschaftlich miteinander zu streiten. Zerrt der Plausch im Netz an den Nerven, doch kann man den Blick nicht vom Treiben wenden, lohnt es sich, sein Glück auf der Party nebenan zu versuchen. Denn das Internet ist nicht per se der falsche Ort. Wenn ich nicht ablassen kann, jede Zusammenkunft zu monieren und über andere zu spotten, ist das womöglich der Grund meines Besuchs. So gesellt sich zum Ärger über das Netz, zumindest die Freude über diese Selbsterkenntnis.

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42 Lesermeinungen

  1. @ Violandra,

    ein schöner...
    @ Violandra,
    ein schöner Bericht und eine gute Situationsbeschreibung der Netzuser in 2010, die sich gerne öffentlich produzieren und in sozialen Netzwerken (Internet) präsentieren. Deshalb ist diese Art von Netzwerken auch sehr erfolgreich. Eben eine Plattform zur Selbstdarstellung.
    Ich persönlich arbeite intensiv in dieser Branche „Internet“ und halte es wie folgt:
    Ein soziales Netzwerk pflege ich persönlich mit meiner Familie, mit realen Freunden, den Bekannten und Kunden. Offline im realen Leben und z.B. im Biergarten oder so!
    Nirgendswo im sozialen Netz, wie z.B. bei StudiVZ, SchülerVZ, Xing, Orkut, MySpace, Facebook, del.icio.us, Dopplr, Flickr, Friendfeed, Github, LinkedIn, MyWeb, Ohloh, Twitter, Upcoming, pulse.yahoo.com, Youtube und noch ganz vielen anderen mehr, wird man mich persönlich finden können. Und das ist gut so!
    Wenn ich heute über einen Neukunden recherchiere, da ich gerne sicher sein möchte, dass er auch meine Rechnung bezahlt, fallen mir unzählige Details in die Hände.
    Ich erfahre wo er seine Urlaube verbringt und mit wem, in welchen Hotels er war und wie lange er dort weilte, manchmal noch die Zimmernummer, wo er welche Fotos (reine Privatfotos mit dickem oder gar keinem Bauch) hochgeladen hat und sie gerne sharen möchte, was er gerne so isst, was er für ein Auto fährt, in welche Kneipen er geht und was er gerne trinkt, wo er wohnt, wie er wohnt, welche Unterwäsche er gerade erst erworben hat, ob er Fahrrad fährt und welches Modell er besitzt, wie seine Telefon, Mobil, Fax und ICQ Nummer lautet, seine E-Mail, seine private Homepage, was er für Wehwehchen pflegt oder sein eigen nennt, … puh! … Will ich das Wissen?
    Nein … will ich nicht und deshalb lebe ich soziale Kontakte real.
    Wenn ich mir überlege, wer wann was für Bewegungsprofile erstellen kann, wer alles was über mich weiß, ja dann lohnt es sich immer und jederzeit sein Gehirn eingeschaltet zu lassen. Ähnlich dem alten Grundsatz verpflichtet: Vorher denken und dann sprechen.
    Viele Grüße Tom2010

  2. Die wirklichen und die...
    Die wirklichen und die virtuellen Differenzierungen
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    Ein schön geschriebener Beitrag. Besonders jene Stellen:
    „Das Studium der persönlichen Preisgabe digitaler Bekanntschaften ist nur eine scheinbare Annäherung an die Wirklichkeit ihrer Wesen…
    Zu glauben, man tauche ein in eine Schar Besessener, in deren Mitte das eigene Tun besonnen und weise erscheint, dient an erster Stelle der Reduktion von eigener Unsicherheit und Zweifeln, die das Bad im Datenmeer in uns auslösen…
    Wer sich täglich über Bekundungen entrüstet, hat scheinbar Gefallen an der Qual und verkennt die Möglichkeit, den Aus-Knopf zu drücken und selbst etwas zu initiieren, an dem er Freude hat.“ Doch bei dem folgenden Satz stutze ich jetzt:
    „Das Social Web ist ein differenziertes Gesellschaftssystem, dessen Überlegenheit ist, vielfältige Diskussionsräume zu schaffen.“ Nun, wenn Sie geschrieben hätten, ein virtuelles Gesellschaftssystem, würde ich dem nicht widersprechen. So aber kann leicht der Eindruck entstehen, Sie meinen das so, wie Sie es formulieren.
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    Es ist ja genau der Punkt, dass wir das Gesellschaftssystem, das eigentliche, das reale, nicht aus den Augen verlieren dürfen, wenn wir ins virtuelle einsteigen. Denn genau darin, das heißt in dem Vergessen eben eines solchen, begründet sich die Hauptgefahr des Webs, insbesondere des Social Webs. Der wichtigste Grund vielleicht dafür, und Sie haben Ihn angedeutet („Wenn ich nicht ablassen kann, jede Zusammenkunft zu monieren und über andere zu spotten, ist das womöglich der Grund meines Besuchs“), warum Leute sogar süchtig werden können, auf das Web, ist die Beliebigkeit eben in den Differenzierungsmöglichkeiten.
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    Die wirklichen Differenzierungen – die Klassendifferenzierungen – sind immer noch (ja mehr denn je) erschreckend klar genug, in der wirklichen Welt, so dass es ein Bedürfnis werden könnte, diesen zu fliehen. Wenn Leute heute behaupten, dass selbst die Klassendifferenzierung zwischen Bourgeoisie und Proletariat nicht mehr klar zu erkennen sei („Es war da mal ein Sozialismus“, http://blog.herold-binsack.eu/?p=986), dann müssen das nicht unbedingt Jünger eines gewissen Herrn Erhardt sein, sie meinen nämlich nicht den ökonomischen Unterschied, sondern vermutlich den habituellen, von dem sie annehmen, dass dieser verschwunden, sprich: in Verbürgerlichung Aller entfleucht, sei. Dabei sind wir nur gleich im Angesicht Gottes, das heißt in unserem Glauben an die Suren aus der bürgerlichen Ideologie, nicht aber vor dem Kapital als solchen, dem waren Herren und Meister.
    .
    Auch wenn wir die Sprache der Bourgeoisie sprechen, heute, so bin i c h mir zumindest bewusst, dass ich dabei ein Proletarier geblieben bin. Und das im kruden Sinne des Wortes. Ein Bildungselement zwar („Waffen gegen sich selbst“, http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~ED5D91C5AD3F84C7E9D66783BE272D455~ATpl~Ecommon~Scontent.html, zur Minute noch nicht gesendet dort, die Redaktion wird eine Weile überlegen müssen, ob sie die unverblümte Propaganda für das Kommunistische Manifest zulässt, aber spätestens heute Abend in meiner Website), doch weiterhin ein Ausgebeuteter, ein gegen Lohn Arbeitender.
    .
    Das Web allerdings steigert meine „Konfliktfähigkeit“ und wird zur „treibenden Kraft“ auch zur Befriedigung meiner „Neugier“, da stimme ich Ihnen wieder vorbehaltlos zu.

  3. @Tom2010

    Kompetenz im Umgang...
    @Tom2010
    Kompetenz im Umgang mit sozialen Medien ist eine vergleichsweise junge Kulturtechnik, die vor allem im tatsächlichen Umgang mit diesen erlernt werden kann. Da ich beim Lernen keinen Schalter umlege um perfekt zu sein, sind Fehler nicht nur verzeihbar, sie sind sogar nötig um anderen beim Lernen zu helfen. Dennoch gibt es aus meiner Sicht im Bereich „soziale Medien“ kein definiertes Lernziel, was erreicht werden kann. Das Netz stets als etwas zu betrachten, in dem Menschen sich selbst so glatt bügeln, wie viele es in ihren Lebensläufen zu verkaufen versuchen, nähme dem Netz sein Potenzial als ganzheitliches Kommunikationsmedium zu fungieren. Vielleicht haben Sie im Umgang mit Neukunden erlebt, dass ein reales Treffen, das ebenfalls stets mehr über einen Menschen preisgibt als ein Telefonat, sich positiv auf ihr Verhältnis auswirken kann.
    .
    Reale Kontakte schließen zudem keinesfalls aus, Dinge über Menschen zu erfahren, die Sie nicht wissen möchten. Aber genau so, wie sie Bekannte meiden können, die gerne Klatsch verbreiten, besteht nicht die Notwendigkeit Menschen und googlen und ihre Spuren im Netz zu recherchieren. Wie ich schon im Text ausführe: das Bild, was Sie sich über eine Netzrecherche von einem anderen Menschen machen, wird nicht unwesentlich von Ihrer eigenen Interpretation beeinflusst.
    Viele Grüße, Violandra

  4. @ Violandra,

    im besten Fall...
    @ Violandra,
    im besten Fall haben Sie mit Ihrer Antwort Recht, aber ich sehe ständig im Bekanntenkreis eher, dass genau dieser „beste Fall“ nicht eintritt.
    Solange es Menschen gibt, die Ihre Bilder z.B. von ihrer Abifeier (besoffen in der Ecke liegend) unbesorgt nach irgendwohin hochladen, solange ist das ein gutes Lernziel, welches man auch sehr konkret erklären und vermitteln könnte.
    Der nächste Personalchef wird googlen, und ob er das gut findet sei dahingestellt?! Vieles im I.-net geschieht nur, weil viele oft zu wenig nachdenken und somit mögliche – negative – Konsequenzen in Kauf nehmen und erst später – wenn überhaupt – bemerken, dass es eindeutig falsch war!
    Meine Recherche über Neukunden ersetzt niemals mein persönliches Bild, ergänzt es aber enorm und für den Fall das ich lesen darf, dass mein potentieller Neukunde oft seine Rechnung an Dienstleister nicht bezahlt, wird mich das persönlich Abhalten meinen potentiellen Neukunden ein zweites Mal treffen zu wollen. Ich verzichte dann lieber!
    In diesem Sinne und viele Grüße Tom2010

  5. @Devin08 Vielen Dank für...
    @Devin08 Vielen Dank für diese Ergänzungen und Präzisierung zum Punkt des Gesellschaftssystems. Ich hatte in meinen Gedanken das „virtuell“ vorausgesetzt – ich sehe momentan noch keinen Ansatz die virtuelle Welt losgelöst von der realen zu diskutieren, auch wenn sicher bisweilen so gehandelt wird – was zu den entsprechenden Problemen führen kann.
    .
    @Tom2010 Wir reden viel über Verbote und die Gefahren des Netzes, zeigen aber zeitgleich zu wenige Möglichkeiten auf konstruktiv damit umzugehen. Ich denke, Menschen werden gleichsam lernen „Fehltritte“ im Netz als solche zu begreifen und zu vermeiden, die darüber Urteilenden werden aber ebenso neue Maßstäbe entwickeln, mit ihren Fundstücken umzugehen. Ich würde eine gewisse Hysterie gegenüber Suchergebnissen diagnostizieren, die hektisch vor ein rational getroffenes Urteil über eine Person gestellt werden.

  6. ...
    http://www.youtube.com/watch?v=MPdEgwOsvDk
    Man kann das Netz nur verstehen wenn man die Generation versteht die es gebaut hat!

  7. Der Kurtzweyl, des Twitterns,...
    Der Kurtzweyl, des Twitterns, Bloggens & allerley sonstigem electr. Web-Schabernacks entronnen sowie der Süchthigkeyth solcherley Thuns enthoben, befleissiget dennoch sich obig genannter der ff. Ciitation dem werten publico zur Hebung allfälliger Moral:
    ..
    Aus:Arthur Schopenhauer, „Metaphysik der Sitten“ Serie Piper München Zürich S. 127
    Der Mensch schafft sich Dämonen, Geister, Heilige nach seinem eigenen Bilde usw….
    …der Umgang mit ihnen füllt die halbe Zeit des Lebens aus, unterhält beständig die Hoffnung und wird, durch den Reiz der Täuschung , oft interessanter, als der mit wirklichen Wesen. Dieser Umgang ist der Ausdruck und das Symptom der doppelten Bedürftigkeit des Menschen, theils nach Hülfe und Beistand, theils nach Beschäftigung und Kurzweil: und wenn er auch dem erstern Bedürfniß oft grade entgegen arbeitet, indem bei vorkommenden Unfällen und Gefahren, kostbare Zeit und Kräfte, statt auf deren Abwendung, auf Gebete und Opfer unnütz verwendet werden; so dient er dem zweiten Bedürfniß dafür desto besser, durch jene phantastische Unterhaltung mit einer erträumten Geisterwelt: und dies ist der gar nicht zu verachtende Gewinn aller Superstitionen.
    In gravider devotio & servitude Ewrer Gnaden & Liebden
    Candidatus Molitori etc. pp.
    p.s.:
    (Der Großmogul zu Agra dreht sich ümmer noch in seynem Sarkophage ob der sittenlosen Bagasch allenthalben, gleichsam als ein perpetuum mobile)

  8. @ Violandra,

    hmm … hatte...
    @ Violandra,
    hmm … hatte ich von Verboten gesprochen? Bin mir gar nicht bewusst, dies getan zu haben. Ich halte generell wenig von Verbote oder Zensur, aber ich halte sehr viel davon, intelligent und verantwortungsbewusst Menschen in´s Internet zu führen oder es ihnen im geeigneten Umfang zu vermitteln.
    Dazu gehört für mich selbstverständlich auch dazu, ihnen auch eine Sensibilität für dort lauernde Gefahren zu erklären und zu verdeutlichen. Nur wer Gefahrenpotential kennt, kann versuchen diese Gefahrenpunkte bewusst zu vermeiden.
    Wenn wir als Gesellschaft wollen, dass Menschen – ob jung oder alt – das Internet erfolgreich benutzen können, die Vorteile dessen erfahren dürfen, dann müssen wir aber auch einmal damit anfangen, ihnen den „richtigen“ Umgang damit zu vermitteln. Das muss beim Elternhaus anfangen, das sollte in der Schule so weitergehen und im besten Fall bieten wir kostenfreie Seniorenseminare an. Bla, bla reicht da natürlich nicht aus.
    Es sollte außer Frage stehen, dass das Internet Segen und Fluch gleichermaßen bedeuten kann. Richtig genutzt bedeutet es immer einen persönlichen Vorteil. Falsch genutzt führt es gerne zu kleinen und größeren Katastrophen.
    Noch vor ca. 3 Jahren wurden zehntausende Menschen von Anwälten der Rechteinhaber von Musik- und/oder Videoverlagen kostenpflichtig abgemahnt und das nur, weil von Internet-Usern Dateien aus dem I.-net geshart wurden.
    Überall steht und stand share (teile) mich und es sollte sich dann später herausgestellt haben, dass diese betroffenen Menschen gar kein Unrechtbewusstsein hatten. Man hat es schlichtweg nur vergessen, ihnen dies vorher klar zu machen. Das ist nur ein Beispiel und ließe sich beliebig fortführen …
    Jedenfalls gehören Aufklärung und Anleitung zum Benutzen des Internets für mich sehr wohl zu den wichtigsten und notwendigen Punkten einer klugen Internetbenutzung. Verbote oder Schlechtgerede – generell und pauschal – eher nicht!
    Zudem gilt sicher auch, dass man ja nicht jedes Angebot nutzen muss. Für mich jedenfalls gehören soziale Internetnetzwerke zu solchen Angeboten, aber das liegt vielleicht daran, dass ich genügend reales und soziales Netzwerk offline pflege und darüber verfüge.
    Eine gewisse Hysterie gegenüber Suchergebnissen würde ich jetzt nicht diagnostizieren. Ein Personalchef wird – höchstwahrscheinlich – meistens das reale Bild, des besoffenen in der Ecke liegenden Menschen, nicht gut finden.
    Ist sicher nur eine einmalige „Versuchung“ gewesen, aber wer sichert einem Personalchef zu, dass diese nur einmal war und nicht oft zukünftig geschehen wird, usw..
    So jedem sein eigenes Ding … und viele Grüße Tom2010

  9. Es heisst man soll Menschen...
    Es heisst man soll Menschen danach beurteilen, was sie tun und nicht danach was sie reden bzw. schreiben, twittern, bloggen usw.
    Das Internet bietet diese Möglichkeit nicht und selbst ein 4 Augengespräch weist nicht immer erkennbar den richtigen Weg, aber es ist immerhin real , zum Anfassen sozusagen. Aber schön ist es doch, das es dieses Blog (und Andere) gibt und man solche anregenden Beiträge lesen kann.

  10. "Zu glauben, man tauche ein in...
    „Zu glauben, man tauche ein in eine Schar Besessener, in deren Mitte das eigene Tun besonnen und weise erscheint, dient an erster Stelle der Reduktion von eigener Unsicherheit und Zweifeln, die das Bad im Datenmeer in uns auslösen“ Tut! Es muss heißen: „auslösen tut.“

  11. "Wer sich täglich über...
    „Wer sich täglich über Bekundungen entrüstet, hat scheinbar Gefallen an der Qual und verkennt die Möglichkeit, den Aus-Knopf zu drücken und selbst etwas zu initiieren, an dem er Freude hat.“ Das heisst heute korrekt: „und selbst die Startsequenz von etwas zu initiieren, an dem er Freude hat“. Früher sagte man: „und etwas zu beginnen“. Aber wie schlicht und bescheiden kommt das saher, wenn man doch auch „initiieren“ kann…
    Eckermann! Initial einen Johannisberger, perspektivisch den von der Saale. Aber zeitnah!

  12. @Tom2010 Die Verbote habe ich...
    @Tom2010 Die Verbote habe ich vielleicht – da sie so häufig in der Diskussion zu Wort kommen – aus Ihrem Kommentar herausgelesen. In den Punkten Aufklärung und Anleitung bin ich mit Ihnen völlig d’accord. Auch sehe ich genug Gründe dagegen, bzw. zu wenig Gründe dafür, dass Menschen sich einem virtuellen sozialen Netzwerk anschließen. Für nicht wenige bieten die Netzwerke aber die Chance Kontakte zu knüpfen, die sie andersweitig nur schwer bekommen würden. Wenn aus diesen Kontakten gute Freunde und reale, belastbare Kontakte werden, begrüße ich das.
    .
    Da geschriebene Sprache mehr leisten kann, als Informationen und Oberflächliches auszutauschen, sind soziale Netzwerke mitunter aber auch deswegen eine Chance für zwischenmenschliche Beziehungen. Sie hindern uns nicht daran auch längere Texte auszutauschen, ermöglichen E-Mails, Briefe, und eine getippte Konversationen in ihrem Schoß.

  13. @ Violandra,

    schön, dass Sie...
    @ Violandra,
    schön, dass Sie erkannt haben, dass ich nicht von Verboten sprach. Im Sinne der Marktwirtschaft hat alles seine grundsätzliche Berechtigung und solange Angebot und Nachfrage bestehen, solange wird das WWW so sein wie es ist.
    Mal von den ganz extremen Ausuferungen wie kinderpornografische Angebote, etc. abgesehen, aber die hätten ja auch im realen Leben ein absolutes „no Go“ verdient.
    Ich denke gerade darüber nach, ob es tatsächlich möglich wäre, reale Freunde für´s Leben zu gewinnen, die ursprünglich aus sozialen Netzwerken stammen? Ich kann das natürlich nicht ausschließen, neige aber eher dazu zu denken, dass gerade dort alles ziemlich oberflächlich läuft. Da hast Du einen buddy Knopf und schon fügst Du jemanden zu Deiner Freundesliste hinzu. Das geht sehr schnell und der andere kann Deine Freundschaft auch ablehnen! Hmm …
    Wenn ich sehe, dass es Leute gibt, die haben 3.000 Freunde und mehr, dann frage ich mich schon, wie ernsthaft das alles ist. Im Grunde muss das wohl jeder für sich selbst entscheiden und auch das sollte dann seine Berechtigung haben.
    Wenn ich so zurück denke, dann hatte ich im realen Leben – so seit der Schulzeit – auch erlebt, dass jemand mein Freund sein wollte, ich ihn aber nicht als Freund wollte.
    Kennt wohl jeder. Hat wohl auch jeder schon selbst erlebt. Natürlich hätte ich jetzt mit einem Facebook Profil die unglaubliche Chance, dass dieser – real abgelehnte – Freund jetzt auf den buddy Knopf hauen kann.
    Bei StayFriends läuft das ja ähnlich und da lernst Du dann wieder Leute kennen, mit denen Du vor 30 Jahren schon nix zu tun haben wolltest.
    Das jetzt bitte alles nicht zu „Ernst“ nehmen und a bisserl Ironie steckt da auch schon drin. Dennoch glaube ich, dass dies tatsächlich auch individuell von jeder Einzelperson abhängt, wie von Ihnen bereits beschrieben.
    Wer wirkliche und tragfähige Freundschaften in solchen Netzwerken findet, für den hat sich das dann auch gelohnt.
    Viele Grüße Tom2010

  14. Nimm dir das, was geboten wird...
    Nimm dir das, was geboten wird und nutze es zu deinem Vorteil. Das andere lass liegen, es bringt dich nicht weiter. So ist das Internet. Ein „Freund“, der mich in der „Gesellschaft stuetzt“, ist mir hier genug. Fuer mehr hab ich keine Zeit.

  15. Wie erklärt sich aus Ihrer...
    Wie erklärt sich aus Ihrer Sicht die Persönlichkeitsumkehr, die manche im Netz durchmachen? Vom zurückhaltenden Menschen zum angriffslustigen Krawallschläger. Ist das schon der Fernseheffekt: Abschalten vom Alltag? Macht so ein simpler Login tatsächlich jemand anders aus uns?

  16. ich sehe es wie nico - nutze...
    ich sehe es wie nico – nutze die sozialen Medien zu Deinem Vorteil und vergiß dabei aber nie, wirkliche und virtuelle Freunde zu unterscheiden.
    Die konstanten Diskussionen zwischen Liebhabern und Gegnern sozialer Medien verstehe ich nicht – es kann jeder selbst entscheiden, in wiefern er sein Netzwerk pflegt – ob rein in der realen Welt oder auch digital.
    Ja, mir ist bewusst, dass wenn ich in Facebook, Twitter und Co. Informationen über mich und mein Leben preisgebe, ich gläserner und „stalk-bar“ werde, und das berücksichtige ich bei der Auswahl der Informationen, die ich teile.
    Dafür habe ich aber auch die Chance erhalten, mit Freunden und Komillitonen, die überall auf der Welt verteilt leben, in Kontakt zu bleiben – auch wenn wir nicht jeden Tag Gesprächsbedarf am Telefon haben. Facebook gibt mir die Möglichkeit zu sehen, was sich in ihrem Leben geändert hat – wer jetzt plötzlich Kinder hat oder wer schöne Reisen verbringt. Ohne diese virtuelle Brücke wäre vielleicht der ein oder andere Freund am anderen Ende der Welt schon verloren gegangen.
    Damit möchte ich nicht sagen, dass alle meine 365 Facebook Kontakte wirkliche Freunde sind – denn als solche sehe ich nur meine 5 engsten Freunde.
    Dennoch finde ich es schön, mich nach 4 Jahren „Gesprächspause“ in Japan mit meinem Komillitonen auf ein Bierchen zu treffen und dank Facebook dennoch nicht das Gefühl zu haben, man weiß nix mehr voneinander.
    Wie gesagt muss das jeder für sich selbst entscheiden – ich kann nur für mich sagen, dass es für mich bisher eher Vorteile bringt, wenn man vorsichtig damit umgeht.
    Liebe Grüße
    Greta

  17. @Greta & @nico
    .
    Social...

    @Greta & @nico
    .
    Social Networks „zu meinem Vorteil zu nutzen“ verschiebt den Nutzen für mich auf eine Seite. So sehe ich das weniger. Der Sinn all dieser „Share“-Buttons ist aus meiner Sicht nicht, Selbstdarstellung zu betreiben und Eigenes im Netz zu vermarkten, sondern vor allem Wissen zu teilen. So wie ich über meine virtuellen Freunde Texte und Neuigkeiten entdecke, die ich vielleicht erst sehr viel später oder nie gefunden hätte, reagiere ich gerne auf Anfragen und helfe weiter. Wäre die Interaktion im Netz kein „Geben und Nehmen“, würden soziale Netzwerke weniger gut funktionieren.

  18. @Ellia
    das sehe ich ehrlich...

    @Ellia
    das sehe ich ehrlich gesagt genauso – vielleicht habe ich das oben nicht gut genug ausgedrückt. Ich meine mit „zu meinem Vorteil nutzen“ eher, dass jeder selbst über Vorteile&Risiken für sich entscheiden muss.
    Und ich sehe es genau wie Du, dass ich von virtuellen Freunde Texte und Neuigkeiten entdecke, die ich vielleicht erst sehr viel später oder nie gefunden hätte.
    LG
    Greta

  19. Werte Ellia,

    dann teile ich...
    Werte Ellia,
    dann teile ich doch gerne noch zusätzliches Lesematerial, ich hoffe die englische Sprache ist genehm:
    Brave New World of Digital Intimacy
    http://www.nytimes.com/2008/09/07/magazine/07awareness-t.html
    Reputation Is Dead: It’s Time To Overlook Our Indiscretions
    http://techcrunch.com/2010/03/28/reputation-is-dead-its-time-to-overlook-our-indiscretions/

  20. @ellia, fuer meinen Teil meine...
    @ellia, fuer meinen Teil meine ich es so wie ich es schrieb ueber das Internet, und nicht diese socialnetworks, deren Nennung allein mir schon ein Greuel sind.
    Das Abdriften und das Sichidentifizieren uebersolche Medien halte ich fuer unnuetz. Und gute Bekannte und Freunde findet man auch anders. Man kann natuerlich auch dem SUV das Wort reden allein wegen eines Hundes.

  21. Mit der Verwendung des...
    Mit der Verwendung des Begriffes „Wissen“, und dieses zu teilen….Jemand koennte dahingehend behaupten, das bei „Wer wird Millionaer“ gewonnen Wissen sei akademisch fundiert. So weit wollen wir doch nicht gehen mit der Zuordnung.

  22. @ nico,
    13. August 2010, 20:39...

    @ nico,
    13. August 2010, 20:39 ,
    „Nimm dir das, was geboten wird und nutze es zu deinem Vorteil. Das andere lass liegen, es bringt dich nicht weiter. So ist das Internet. Ein „Freund“, der mich in der „Gesellschaft stuetzt“, ist mir hier genug. Fuer mehr hab ich keine Zeit.“
    … da spricht ein erfahrener User und dem stimme ich gerne zu! Viele Grüße Tom2010
    @ Ellia,
    14. August 2010, 11:36,
    „… sondern vor allem Wissen zu teilen. So wie ich über meine virtuellen Freunde Texte und Neuigkeiten entdecke, die ich vielleicht erst sehr viel später oder nie gefunden hätte, reagiere ich gerne auf Anfragen und helfe weiter.“
    … das mache ich seit 1986 so und zwar in Form der E-Mail. Auch ich habe weltweit wirkliche und reale Freunde – also nix da mit den virtuellen – und wenn etwas „Neues“ geschieht oder gerade passiert, dann schreiben wir uns eine E-Mail und fügen oder hängen die Bilder dran.
    Das alles ganz persönlich, nur für die bestimmte Person bestimmt und alle Infos landen dort, wo sie hingehören. Niemand anderes kann diese Info – für welche Zwecke auch immer – nutzen, denn sie stehen ja nicht öffentlich am Plakat (Plakat = .soziales Netzwerk).
    Weshalb also ein „soziales“ Netzwerk??? … und viele Grüße Tom2010
    @ Violandra,
    14. August 2010, 13:00,
    „dann teile ich doch gerne noch zusätzliches Lesematerial, ich hoffe die englische Sprache ist genehm:“
    Ich wiederhole die Quelle und die Links jetzt nicht.
    Ich meine das irgendwann am Jahresanfang 2010 schon einmal gelesen zu haben und soweit ich den Inhalt noch in Erinnerung habe, geht es im Wesentlichen darum, dass vor allzu leichtfertigem Verhalten auf den sogenannten sozialen Netzwerken oder dem Web 2.0 gewarnt wird.
    Ein wichtiger Hinweis von Ihnen und jetzt hoffe ich nur noch, dass genügend geneigte Leser auch der englischen Sprache mächtig sind.
    Mittlerweile spezialisieren sich sehr viele Unternehmen (ganz viele davon sind unseriös) darauf, dass sie anbieten Daten – die gefährlich wirken auf eine persönliche Online-Reputation – zu finden, sie zu löschen oder sie positiv zu verändern. Das betrifft überwiegend das Web 2.0 und die sozialen Netzwerke. Ein neues Geschäftsmodell also …
    Leider vergisst das Web und besonders Google so gut wie nichts und deshalb ist diese Art der Dienstleistung nicht wirklich erfolgreich, kostet aber.
    Auch hier gilt wieder; vorher sich Gedanken machen, sich informieren und dann eine Kosten-/Nutzen-Entscheidung treffen.
    Viele Grüße Tom2010

  23. @Tom2010 Mich würden Ihre...
    @Tom2010 Mich würden Ihre Gedanken hinsichtlich der „digitalen Kluft“ interessieren, nicht nur im Bezug auf Zugang zu Wissen über neue Medien, sondern besonders hinsichtlich der Entstehung einer Klassengesellschaft im Netz, die aufgrund ihrer virtuellen Entblätterung zu unterschiedlichen Graden verletzbar wird.
    .
    Viele Grüße, Violandra

  24. Violandra Temeritia von Avila...
    Violandra Temeritia von Avila
    15. August 2010, 12:03
    Dem kann abgehofen werden, aber nicht im Sinne Verletzbarkeit:
    http://www.netzwelt.de/news/75084-abgehaengt-keller-lan-tv-event.html

  25. jetzt weiss ich was in meiner...
    jetzt weiss ich was in meiner Kueche fehlt – diegute alte Couch da kann man
    Muttern beim Kochen zusehen und sich alles von der Seele reden (man wird
    fliessend wie ein Strudelteig) also ganz geschmeidig ohne loechrig zu werden

  26. Inge, das erinnert mich an die...
    Inge, das erinnert mich an die Chaiselounge in der Küche meiner Großeltern, auch wenn diese Gespräche nicht nur in Kindertagen, sondern auch heute weit von der freien Assoziation und einer offenen Aussprache entfernt sind. Hauptsache, das Kind isst den Kuchen auf. Nachdem der Großvater als ich im Ausland weilte tatsächlich mit Hilfe eines anderen Enkels „den ein oder anderen Emil“ verfasste, bekomme ich heute wieder Briefe von ihm.

  27. @ T Violandra,

    the digital...
    @ T Violandra,
    the digital divide! … nun eigentlich ein Thema der Anfang 90ziger, welches wir zumindest weitestgehend (in Europa und Übersee) – bezüglich dem Zugang und dem Wissen darum – gelöst haben.
    Ein paar afrikanische Staaten bekommen bis Mitte 2011 noch eine neue Glasfaserleitung verlegt – die Arbeiten laufen ja schon – und somit werden diese weißen Flecken immer weniger und zwar weltweit. Da tut sich also etwas!
    Flatrates und günstige Zugangspreise haben das Übrige zur weiteren Verbreitung beigetragen.
    Sie sprachen die Entstehung einer Klassengesellschaft im I.-net an und damit haben Sie tatsächlich ein ernstzunehmendes Thema angepiekt.
    Wir haben bereits eine Klassenspaltung. Das war ein schleichender Prozess der so vor 5 Jahren einsetzte. Damals wurde das Web 2.0 propagiert und jeder sprach von dieser neuen Möglichkeit, fast bis hin zum Erbrechen.
    Sie hatten mich persönlich um meine Gedanken gebeten und die teile ich jetzt gerne mit Ihnen. Ich möchte aber daran erinnern, dass es meine eigenen, subjektiven Gedanken sind und ich somit allen, die jetzt böse aufschreien möchten, damit den Wind aus den Segeln nehme, denn es sind nur meine subjektiven Gedanken … Alles klar!?
    Lassen Sie mich mal wie folgt anfangen: Meiner Erfahrung und Meinung nach, kann man die heutige Internetgemeinde in 3 Klassen einteilen:
    1 Klasse = interessierte und allen Möglichkeiten des I.-nets zugewandte User.
    2 Klasse = normal bis üblichen Wissensstand gebildeter User und handelt zielstrebig nach eigener Interessenslage.
    3 Klasse = desinteressierter User und nutzt nur einen sehr geringen Teil der Möglichkeiten des I.-nets, meist nur Pornoseiten oder etwas primitivere Angebote, also viel Bildchen und wenig Text.
    Es gibt natürlich den Totalverweigerer und das wäre fast eine 4 Klasse; ich bearbeite die jetzt mal nicht. Vielleicht haben wir dazu auch einmal an anderer Stelle Zeit oder Möglichkeit dazu?
    Natürlich gab es – ab Anfang 1990 – eine Reihe von Studien zu diesem Thema. Diese Studien bezogen teilweise den Bildungsstand und/oder Einkommen mit ein. Das alles wird Ihnen selbst sicher bekannt sein und Sie wissen darum, dass es jetzt spätestens 20 Seiten Word werden würden. Ich belasse es dabei und versuche auf den Punkt zu kommen.
    Wenn wir also davon ausgehen, dass eine Mehrfachklassengesellschaft sich im Internet – wie im realen Leben ja auch – tümmelt, dann haben wir natürlich auch soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten, die sich bereits heute im „Hier und Jetzt“ auffällig zeigt.
    Nehmen wir z.B. Ihr eigenes Beispiel. Sie hatten auf zwei Links verwiesen und dieser Inhalt ist in englischer Sprache verfasst. Fast alle wichtigen Informationen sind in Englisch verfasst. Wenn Ihre geneigten Leser dieser Sprache und dem darin enthaltenen Fachterminus nicht mächtig sind, dann haben wir bereits das Ziel verfehlt.
    Es entsteht eine Klasse, die kann es lesen und u.U. sogar verstehen und die andere Klasse klickt es weg.
    Wir haben also einen gewissen Personenkreis bereits ausgeschlossen, nicht das wir das bösartig gewollt hätten, aber wenn ich die Sprache nicht verstehe, dann kann ich mit dem Inhalt leider auch nix anfangen.
    Je nach Inhalt dieser Dokumente hätte ich, der es versteht, u.U. einen wirtschaftlichen Nutzen aus diesem Inhalt ziehen können. Vielleicht eine ergänzende Dienstleistung, ein zusätzliches Geschäft, etc..
    Die Klasse hat sich geteilt und dies bereits nur auf so einem Blog der FAZ. Damit will ich den Blog nicht herunter reden, aber man sollte ja denken, dass jeder irgendwie mit einem Blog gut klar käme. Sie bemerken sicher wohin ich hinaus möchte, lasse es aber hinsichtlich zu viel Textes, denn da würde ich bereits die nächste Klassenteilung herauf beschwören.
    Wenn Sie weiterhin davon ausgehen, dass die Mehrheit aller wichtigen Publikationen ebenfalls in englischer Sprache vorliegt – ca. 90% weltweit auf den Servern – dann haben wir hier tatsächlich ein größeres Problem und das betrifft natürlich nicht nur die IT.
    Damit es nicht zu viel wird:
    Wer entsprechende sozial- und Bildungskompetenz mitbringt, der kann Inhalte des Internets für sich verwerten und nutzen – auch wirtschaftlich.
    Wer sie nicht mitbringt oder darüber verfügt, der wird unterhalten. Wie im alten Rom mit Brot- und Butterspielen, nur sind das heute entsprechend modernere Methoden, wie z.B. YouTube, etc.. Dieses Angebot dient lediglich der Massenunterhaltung.
    Kommen wir zur Verletzbarkeit … Klar ist die gegeben. Je nachdem wie ich mich verhalte mache ich mich mehr oder weniger verletzbar und angreifbar.
    Wenn ich zu einer eher ungebildeten Klasse der Internetuser gehöre, dann kenne ich Gefahren und Probleme nicht. Ich erkenne dann noch nicht einmal unseriöse Webseiten, die mir zum Dank noch ein Abo untergeschoben haben und ich dann aus Ehrfurcht – nach dem Erhalt eines Anwaltsschreibens – sofort und unverzüglich die geforderte Summe zahle. Mit dieser Masche werden jeden Monat Millionen von US Dollar verdient. Es klappt bestens …
    Die Verletzbarkeit in unterschiedlichen Graden steigt oder sinkt mit meinem Bildungsstand oder meiner persönlichen Intelligenz. Das dürfte man jetzt – zu solch später Sunde – einfach mal so behaupten.
    Da ich Sie und die u.U. weiteren Leser nicht langweilen möchte, wünsche ich noch einen guten Wochenstart und sende Ihnen liebe Grüße
    Tom2010

  28. @Violandra: danke für den...
    @Violandra: danke für den NYT-Link, den Artikel fand ich mal recht aufschlußreich, weil dafür endlich mal längerfristige Facebook- und Twitternutzer befragt wurden. Ich fühlte mich bestätigt darin, daß das eine Art von Veröffentlichung ist, die ich nicht mag, denn ich habe es gehaßt, in einer Kleinstadt zu leben, und ich habe es gehaßt, ein Durchgangszimmer zu haben. Es hält einen davon ab, sich mehrere Stunden oder Tage mit einer Sache zu befassen.

  29. zu dieser Couch schreibe ich...
    zu dieser Couch schreibe ich noch ausfuehrlicher aber schoen wenn Briefe kommen es geht ja alles um drei Ecken

  30. @colorcraze: all diesen...
    @colorcraze: all diesen Status-Updates wohnt sicherlich ein gewisses Suchtpotenzial inne, was Menschen nicht zu Informations-Junkies in klassischem Sinne macht, sondern diesen Begriff weiter aufspannt für die Suche nach virtueller Zwischenmenschlichkeit. Und da komme ich zurück auf meine These, dass hier auf individualpsychologischer Ebene vielleicht sogar viel erstaunlichere Dinge geschehen, als in den Beziehungen von Menschen zwischeneinander. Dass die Beschäftigung mit der virtuellen Welt Zeit und Aufmerksamkeit fressen kann sehe ich zudem nicht als Problem des Netzes an sich. Zeit sinnvoll einzuteilen und Erholungspausen einzuräumen gelingt in den wenigsten Berufsbereichen und versagt in der Ausbildung von Kindern mittlerweile nahezu völlig. Einen „Information Overload“ können Kinder auch durch zu viele Freizeitaktivitäten oder Bildungsangebote neben der Schule erhalten. Ich bin doch immer wieder erstaunt, warum wir ausgerechnet in der technischen Innovation eine Gefahr für unseren Geist vermuten.

  31. Massenmacht gegen...
    Massenmacht gegen Kapitalsmacht
    @Tom2010: ein interessanter Beitrag, und für sich genommen zunächst mal wohl nicht falsch. Doch denke ich, dass Klassen nicht entlang von Bildungsschranken aufgebaut sind, wenn auch solche, nämlich Schranken, durch Bildungsunterschiede stabilisiert werden. Die Verletzung solcher Klassenschranken, wären sie nur einer unterschiedlichen Bildung geschuldet, wäre tatsächlich relativ einfach.
    .
    Kapitalsschranken sind es! Großes Kapital macht große Gewinne (auch im Sinne von Einfluss nehmen – ganz wichtig, wenn es um Medien geht) erst möglich. Ich fange mit einem ganz großen Beispiel an: Bill Gates. Mag sein, dass er ein außerordentlich cleverer Bursche ist, doch das allein dürfte ihn so reich nicht gemacht haben. Ich vermute mal (wissen kann ich es leider nicht, da die meisten Dinge von Belang nicht wirklich öffentlich sind!), dass es seine Tätigkeit für diverse Dienste gewesen ist – Geheimdienste, Nasa, eben all diejenigen, die über unbegrenzte Mittel verfügen und damit den Hauptnutzen (vor allem den ersten Stunde) aus seinen Tätigkeiten gezogen haben und ihn damit erst reich gemacht haben durften. Und ohne eine neue Verschwörungstheorie zu bedienen, auch die diversen Aktivitäten von Google interessieren doch in erster Linie gewisse Dienste und darunter nicht zuletzt wohl die Wirtschaftspionage.
    .
    Und bei ganz Kleinen ende ich. Wer bestimmt darüber, wer mit seinem Blog Geld verdienen darf? Doch wohl nur der, der das Geld dafür hat! Und auch private Blogs, für die man sich interessiert, müssen in der Wirtschaft, in der ganz großen, Interesse wecken.
    .
    Um es kurz zu fassen: Es sind die alten Klassenschranken, die auch die Schranken im Internet sind. Will man daran was ändern, muss man sich dagegen organisieren. Macht aufbauen, Massenmacht gegen Kapitalsmacht. Dort wie hier.

  32. @ Devin08,

    zu Bill Gates:...
    @ Devin08,
    zu Bill Gates:
    1975 gründete er mit seinem Schulfreund Paul Allen das Industrieimperium „Microsoft Inc“. Auf „MS-DOS“ basierend, schuf er mit „Windows“ das erfolgreichste Betriebssystem der Welt. Bis 2000 war er der Präsident von Microsoft, während er – ganz nebenbei – zum reichsten Menschen der Welt aufstieg.
    Das Jahr 1981 legte den Grundstein seines Imperiums: Gates erkannte die Potentiale des Betriebssystems „SCP-Dos“ der Seattle Computer Products.
    Er kaufte das System, um daraus das spätere „MS-DOS“ zu entwickeln. IBM hätte ihm durchaus zuvorkommen können, doch die Konkurrenzfirma zeigte lediglich Interesse an einer Lizenz, da man lieber das eigene Programm weiterentwickeln wollte. 1983 erschien die erste Version von „Windows“ auf „MS-DOS“ und damit fing das große Geldverdienen an.
    IBM war 1981 der „Goliat“ in der IT Branche und „David“ war Bill Gates (Hinterhofgarage). IBM hatte einfach nicht das Marktpotential vom späteren MS-DOS erkannt und als sie es bemerkten, war es bereits zu spät.
    Keine Chance mehr den Massenmarkt zurück zu erobern, denn der war von Microsoft bereits so stark besetzt, dass sie nur noch Microsoft hätten kaufen können und auch das gelang nicht.
    Massenmacht gegen Kapitalmacht:
    Hmm … und das sind jetzt aber ziemlich „heavy“ Ansichten und Einsichten. Ich sehe das so nicht, kann aber nur von mir ausgehen.
    Wenn ich z.B. ein neues Internetportal für einen Kunden entwickle, gibt es nach den Gesprächen ein Pflichten- und Lastenheft und in diesem werden z.B. Zieldefinitionen festgelegt. Eine gewisse Hürde oder Schranke (Zugangshürde) für den Normaluser wird vereinbart oder nicht. Das hängt immer davon ab, was der Betreiber möchte oder was er anbietet. Es hat sogar oft seine Berechtigung, dass es so im Vorfeld bereits geregelt wird.
    Beispiel:
    Bei einem Portal, welches sich mit neuesten medizinischen Forschungsergebnissen vertraut macht, diese komplexen Themen im Forum behandelt, diskutiert und neue Thesen aufstellt, da macht es absolut keinen Sinn, dass ein „Normaluser“ da mitmischt. Das geht gar nicht …
    Aber de facto stellt es einen Ausschluss bestimmter Internet-Marktteilnehmer dar. Eine bestimmte Klasse von Menschen wird bereits im Vorfeld ausgeschlossen.
    Das gleiche macht man, wenn man seine Seite oder sein Portal in Englisch anbietet, obwohl ein deutsches Unternehmen, etc..
    Es gibt aber noch viele weitere kleine Schwellen, die man – fast unbemerkt – einrichten kann und den User, den man nicht haben möchte, dann dazu bewegt nicht Teilhabe daran zu haben.
    Auch bei google sehe ich es anders. Hier handelt es sich höchstens um ein Objekt der Begierde für staatliche Stellen (NSA, Geheimdienste, etc.), da sie gerne Teilnahme an der „Weltmacht“ google hätten.
    Google ist ein Datenkrake (Datensammler) und arbeitet nur profitabel, da sie ihre Daten der Werbung zur Verfügung stellen. Die kostenfreien Dienste von google haben alle nur ihren Sinn darin, dass sie möglichst viele User binden und durch die Bindung fallen höchst interessante Datensätze an, die google richtig gut – für teuer Geld – verkaufen kann (durchreichendes Geschäft).
    Auch beim Fazit bin ich nicht bei Ihnen, denn ich erlebe das tagtäglich anders und immerhin bin ich seit 30 Jahren in und mit dieser Branche verbunden.
    Werbung benötigt interessante Web-Seiten und wenn ich keinen interessanten Blog aufweise, der sagen wir mal über monatlich 5 Mio. Seitenaufrufe vorweist, dann lohnt es sich einfach nicht dort zu werben.
    Ich spreche jetzt nicht von diesen „Alliance Partner Programmen“ – denn die nehmen jede Seite – sondern dem wirklichen Werbepartner für eine Seite und nur damit lässt sich auch dann richtig Geld verdienen. Das ist aber im realen Leben nicht wirklich anders.
    Vielleicht konnte ich Ihnen ein wenig mehr Einblick geben … und sende viele Grüße Tom2010

  33. @Violandra: ach, die Kinder,...
    @Violandra: ach, die Kinder, die müssen was mitmachen bei den matten oder durchgedrehten Eltern heutzutage. Ich sehe ein großes Problem in der Synchronisierung, gerade bei Familien mit Kindern, und auch der Aufmerksamkeit, die man einander widmet. Andernseits frage ich mich, wie es meine Großmutter in den 1920ern und 30ern schaffte, 5 Kinder aufzuziehen und dazu noch im Laden zu stehen. Eine Oma zum Kinder abgeben gab es da nicht. Insofern: auch diese Probleme gab es auch früher wohl schon.

  34. @Devin: ich denke nicht, daß...
    @Devin: ich denke nicht, daß Gates noch Anschubfinanzierung durch den Staat (im Sinne von Geheimdienst oder dergl.) hatte. Der ist eher ein Fall von Marktmonopol, ähnlich wie Google auch. Diese Position haben sie mit einer durchschlagenden Idee, die sie gegen die Konkurrenz durchsetzten und die sie vor Eingriffen von außen beschützt haben, gewonnen.
    @Tom: man kann nie alle einschließen, schon aus dem Grund, weil keine zusammenhängenden Gespräche mehr möglich sind, wenn 1000 Leute durcheinanderquatschen. Also teilt es sich thematisch auf, nach Sprachen… die meisten Internetnutzer gibt es mW inzwischen in China, und die schreiben Chinesisch – Englisch ist also nicht mehr die vorherrschende Sprache. Es ist nur so, daß die Amerikaner die Weiterentwicklung des Web am meisten vorantreiben, indem sie da immer noch ordentlich Wagniskapital in neue kleine Firmen mit neuen, z.T. auch aggressiv anderen Ideen pumpen (z.B. Facebook), und die auch durch die Größe des einheitlichen Landes und Zahl der Bewohner sowie die nicht vorhandenen Hemmungen, alte Strukturen zu kannibalisieren und eine neue Firma zum Monopol werden zu lassen, eine weltbewegende Größe annehmen können.

  35. @...
    @ colorcraze,
    Domainzahlenvergleich international … und hier können Sie die neuesten Zahlen nachlesen:
    http://www.denic.de/hintergrund/statistiken/internationale-domainstatistik.html
    Es ist sicher so, dass vieles chinesisch geschrieben wird, aber es ist immer noch so, dass das „Wissen der Welt“ in englischer Sprache vorliegt und daran werden die Chinesen sicher so schnell nichts ändern können und wenn es so wäre würde es bedeuten, dass es sich lohnt chinesisch zu lernen. Über aggressives Marketing oder pushen bis hin zum Monopol der Amerikaner hatte ich eigentlich in diesen Zusammenhängen bisher gar nicht gesprochen … – sicher, die gibt es tatsächlich!
    Viele Grüße Tom2010

  36. ... vielleicht noch ein Wort...
    … vielleicht noch ein Wort zu Gates, ohne dessen Verdienste schmaelern zu wollen. Gates stammt aus absolut einflussreichem grossbuergerlichem Haus; es war fuer ihn kein Problem, das Harvardstudium an den Nagel zu haengen. Z.B. der Jahrhundert-Deal mit IBM: Gates Mutter war in der Welt der US-Grosskonzerne mit Gott und der Welt vernetzt; der Sohnemann konnte davon ausgehen, nicht hereingelegt zu werden, eine Ressource, ueber die etwa ein Gary Kildall nicht verfuegte, obgleich das QDOS (spaeter auch wichtige Vorarbeiten zur graphischen Oberflaeche, deren Bedeutung er freilich nicht erkannte) ja auf dessen Mist gewachsen war.
    MfG
    G. Sch.

  37. @ G. Schoenbauer,
    eine...

    @ G. Schoenbauer,
    eine interessante Ergänzung! Dennoch hat es die Erfolgsstory von Bill Gates nicht verhindert oder in eine Konkurrenzsituation verlagert.
    Bill Gates hatte eindeutig die „besseren“ Karten und hat sie ausgespielt. Dabei ist es m. M. nach auch völlig egal, ob er nun aus gutem Hause kam, über Einfluss verfügte, oder nicht.
    Fakt ist; er verfügte über den Instinkt zur richtigen Zeit, das richtige Produkt zu entwickeln und den Markt damit zu beglücken!
    Das er das getan hat zeigen die heutigen Zahlen. Die Masse benutzt Windows und Office, in welcher Version auch immer.
    Wer über das meist geknackte oder meist gefälschtestes Produkt überhaupt verfügt, der muss seinen Erfolg nicht mehr rechtfertigen. Wir alle benutzen es …
    Viele Grüße Tom2010

  38. Hi Tom2010,
    mir ging es um...

    Hi Tom2010,
    mir ging es um etwas anderes: um die Unterstuetzung, die ein Unternehmesgruender aus dem elterlichen Umfeld erfaehren kann, auch was es an Entlastung bedeuten kann, wenn man dieses Unternehmen mit einer Handvoll alter Freunde und Studienkollegen auf die Beine stellen kann. Der Erfolg hat bekanntlich viele Vaeter, und das gilt m.E. auch fuer Bill Gates, gerade in der Gruendungsphase. Natuerlich bleibt es ein Gedankenexperiment, wenn man sich vorstellt, was aus ihm und seiner Idee geworden waere, wenn ihm nicht mit Geld, Sozialkapital und schlichtem betriebswirtschaftlichem Rat aus seinem Elternhaus der Ruecken freigehalten worden waere, oder wenn er sich nicht auf eine Handvoll guter und kompetenter Freunde rueckhaltlos haette verlassen: Paul Allen, Steve Ballmer …
    Der Hinweis auf Gates ueberragenden Instinkt, den ich ihm gar nicht absprechen moechte, ist aber letztlich auch nur eine Behauptung, die nicht verifiziert ist.
    Gary Kildall hatte von alledem nichts, abgesehen von seinem Genie, wenn man es hochtrabend ausdrueckt.
    MfG
    G. Sch.

  39. @ G. Schoenbauer,

    Hi ... und...
    @ G. Schoenbauer,
    Hi … und natürlich ist ihre Betrachtungsweise unter diesem Gesichtspunkt richtig. Es ist immer gut Unterstützung zu erfahren, egal was man gerade macht. Damals wie heute und „Vitamin B“ hilft ungemein weiter. A bisserl Glück gehört sicher auch noch dazu und das scheint Gary Kildall schnell im Leben abhanden gekommen zu sein. Eigentlich eine tragische Figur … Zwar genial, aber tragisch und tragisch endete ja letztlich auch sein Leben. Viele Grüße Tom2010

  40. Das geeigneterere...
    Das geeigneterere Rüstzeug
    @Schoenbauer/Tom2010: Es dürfte eine alte Diskussion sein, die wir hier führen. Und wenn ich auch von Bourdieu nicht so überzeugt bin, als Marxist vom Pseudomarxisten nämlich, muss man seine Studien zum Thema Sozialkapital schon ernst nehmen. Das Kapital wird eben nicht nur übertragen, im Sinne von vererbt, sondern eben auch im habituellen und sozialen Sinne. Es ist zudem ein Unterschied ob man von klein auf in der Welt der Unternehmen, des unternehmerischen Denkens aufwächst, die einem irgendwie immer alternativlos erscheinen muss, oder eben in der gewöhnlichen Welt von Verbrauchern (Lohnarbeitern und Konsumenten). Letztere können nur als Ausnahme ein sog. „Gespür“ für ein gutes Unternehmen haben, wenn sie nicht ganz und gar von der Konsum- und Arbeitswelt verschluckt sind. Daher kommt ja auch das Selbstverständnis des Bourgeois von Natur aus der Begabtere zu sein. Die „Begabung“, eine ganz bestimmte Begabung nämlich, wird ihm somit tatsächlich in die Wiege gelegt. Auf jeden Fall aber erhalten Bürgerkinder im Regelfall das geeigneterere Rüstzeug für die kapitalistische Welt, die ja wirklich die ihrige ist.

  41. @ Devin08,

    sicher haben Sie...
    @ Devin08,
    sicher haben Sie Recht damit, dass man den gesellschaftlichen Faktor des sozialen Kapitals ernst nehmen sollte! Nichts Gegenteiliges hätte ich behauptet und oft genug werden die sogenannten „weichen Faktoren“ des Miteinanders vernachlässigt.
    Meiner Meinung nach sollte da jeder erst einmal bei sich selbst anfangen und im direkten sozialen Umfeld gibt es da Möglichkeiten genug um Hilfestellung zu leisten. Soviel gibt es da zu tun, dass es eine Person schon wieder überfordern würde.
    Dennoch: Es zu tun ist wichtiger als darüber zu reden, denn dies wird erfahrungsgemäß nicht wirklich weiterhelfen. In diesem Sinne und viele Grüße Tom2010

  42. Ja, das ist natürlich ein...
    Ja, das ist natürlich ein großer Startvorteil zum Aufbau eines Unternehmens, wenn man Eltern hat, die auch Unternehmer sind und einem das Geld vorstrecken können. Aber es gibt da auch so einige traurige Fälle, wo das garnicht hilft bzw. die Kinder damit zeitlebens nicht zu Rande kommen. Was wohl auch ganz gut funktioniert, ist so eine Art Coaching, also wenn sich ein geschäftlich eher Ahnungsloser bei einem erfahrenen Geschäftsmenschen unabhängigen Rat holen kann.

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