Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Googles Priority Inbox und Ihre kaputte Existenz

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Worin jubilieret wird, dass Google etwas completum ney-arttiges hat! Google Priority Inbox, das ist der Deus Ex Machina für Ihre verkorxte Existenz, all die Sie das Internet zu Hülf nehmen tun, das Daseyn schäntlich zu verlottern.

Worin jubilieret wird, dass Google etwas completum ney-arttiges hat!
Google Priority Inbox, das ist der Deus Ex Machina für
Ihre verkorxte Existenz, all die Sie das Internet
zu Hülf nehmen tun, das Daseyn
schäntlich zu verlottern.

Ach, was ist schon Priorität… Schauen Sie, Ende der 80er Jahre gab es noch kein Internet, zumindest keines, das ich genutzt und gekannt hätte. Ich war damals auch keiner der komischen Mathekönner aus der Schule, die ihre Freizeit am C64 verbrachten oder Pacman spielten oder was auch immer damals üblich war. Meine Spielzeuge waren ein Surfbrett, das unter vier Windstärken kläglich absoff, und ein Rennrad. Ich hatte keinen Rechner, aber einen Führerschein und den Kleinbus meiner Mutter, und in den warf ich zu dieser späten Augustzeit das Rennrad, schnallte mein Brett oben drauf, holte einen Freund ab, und dann fuhren wir, Tropi Frutti essend, bis uns sehr schlecht war, an den Gardasee. Wir gingen am Morgen surfen, am Nachmittag radeln und am Abend essen. In meiner Erinnerung war jeden Morgen Sturm, jeden Nachmittag Sonne und jeden Abend Sonnenuntergang über Malcesine. Wenn mal kein Sturm am Morgen und schönes Wetter am Nachmittag war, lasen wir eben. In jenen Tagen habe ich die Autobiographie von Dali gelesen, Cocteaus Kinder des Olymp, und Walter Mehring. Irgendwelche anderen Touristen lasen die Gossenmedien aus der Heimat, aber wir nicht. Es war eine tolle Zeit.

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Dann fuhren wir, braungebrannt und zufrieden, über die Brenner Staatsstrasse heim. Am nächsten Morgen griff ich am Frühstückstisch meiner Eltern zur Zeitung und las nach, was in den drei letzten Wochen passiert war: Nichts. Also wirklich nichts. All die lauten, wichtigen, relevanten Themen aus der Zeit vor den Urlaub, Glasnost, WAA, irgendwelche Sager irgendwelcher Politiker, alles war ohne Ergebnis weiter gegangen. Es war immer noch laut, wichtig, relevant, aber ich hatte nichts verpasst. Wenn ich drei Monate in Italien geblieben wäre, hätte ich genauso leicht wieder in den Strom der Nachrichten einsteigen können, mit seinen Aufregern, Thesen, Meinungen und Informationen. Und stets dachte ich mir danach: Die echte Geschwindigkeit meines Lebens, das ist das Funkeln der Gischt auf dem Wasser, das Blitzen der Speichen in der Sonne, das ist relevant für mich, und der Rest, nun ja, ist allenfalls scheinrelevant. Nach den Wochen in Italien brauchte ich lang, um mich wieder an das Tosen der Medien zu gewöhnen.

Seitdem gingen zwei Dekaden weiterer Irrelevanzen ins Land und, Gott sei es gedankt, auch wieder hinaus, aber es kam auch das Internet und entschloss sich zu bleiben. Zudem bildete es Geschwüre aus, als da sind Nachrichtenportale und Email, Facebook und RSS-Feeds, und alles ist dazu angetan, alles jetzt sofort in möglichst knapper Form an den Mann zu bringen. Dauernd tut irgendjemand etwas, bietet eine Sache an, sagt etwas, sei es nun die grosse Scheinrelevanz der Medien, oder die kleine Relevanz der Freunde bei Facebook. Man kann prima einen Tag im Internet vertrödeln, ohne dass einem langweilig werden müsste, die Content Management Systeme sind am Hintereingang immer hungrig und am Vorderausgang stets bereit, neue Informationen zu spucken. Es gibt im Netz immer was zu tun und zu sehen, und alles ist irrelevant. Wenn man Glück hat.

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Wenn nicht, fängt man an, diesen Strom an Nachrichten und Infobrocken wichtig zu nehmen. Man verlagert sein Leben in diese Sphäre und wirft den Schlüssel zum Ausgang weg. Das kleine Problem an der Sache: Der Mensch hat nur ein Leben und eine Auffassungsgabe. Die Menschen und Maschinen auf der anderen Seite aber sind so konzipiert, dass sie sich alle um diese Aufmerksamkeit streiten. Da ist dann immer was los, man muss sich nicht mit sich selbst beschäftigen, die anderen liefern schon was: Coole Sprüche bei Twitter, Bitchslapping beim VZ, Likes bei Facebook und Society bei Onlineablegern bekannter Wochenpostillen, und dazu noch Mails von Leuten, die etwas wollen und belegen, dass man noch existiert, mehr als nur die Kohlenstoffhülle, die vom Netz entlang der Timeline zugedröhnt wird. Es ist das Surfen auf der grundrauschenden Gischt, und wenn man sich am Abend fragt, was man den lieben, langen Tag getan hat, steht man schnell noch mal auf und schaut in die Mails, weil man die Frage nicht beantworten will: Scheinrelevantes Getrödel, um nicht nachdenken, entscheiden und handeln zu müssen.

In Amerika hat die bedrohliche Versuppung in Irrelevanz einen griffigen Namen bekommen: „Facebook Fatigue“, Facebook-Erschöpfung nennt man diese Zustände der Überfüllung mit immer gleichen Nichtigkeiten der Freunde, wunderbar in einem Kurzfilm zusammengefasst. Es ist die Freiheit des Menschen, dorthin zu gehen und sein Dasein im Datenbrei zu vertrödeln, aber vielleicht wünscht er sich auch etwas anderes. Etwas, das ihn einerseits in dieser bequemen Agonie belässt, die alles an ihm vorübertreibt, und dennoch das Gefühl von Relevanz und Struktur erzeugt. Und hier kommt nun die Google Priority Inbox ins Spiel. Das System schaut einem bei der Nutzung von Google Mail auf die Finger, beobachtet das Verhalten, und versucht zu verstehen, was für einen wichtig ist. Im ersten Schritt lernt die Maschine vom Menschen. Im zweiten Schritt simuliert sie ihn. Und im Ergebnis macht sie aus dem Brei der Emailbenachrichtigungen eine stukturierte Relevanzbeurteilung. Eine grandiose Idee: Der Mensch kann weiterhin in seinem Informationssumpf hausen, aber die Maschine sagt ihm, was wichtig ist, was für ihn wichtig ist, für wen er wichtig ist, und in letzter Konsequenz auch: Warum er deshalb eine Relevanz hat. Gewisse Dinge, sagt die Priority Inbox, muss er unbedingt gleich machen. Loslos schnellschnell. Das soll eine Woche Lebenszeit bei Netzmenschen einsparen, sagt Google. Viel wichtiger aber, denke ich: Es gibt dem Leben in der Überflutung wieder eine Art Sinn.

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Obendrein gibt es Google auch famose Möglichkeiten, Werbung zu platzieren und genauer auf das Nutzerverhalten abzustimmen, und natürlich auch: Etwas über die Nutzer zu erfahren. Gestatten Sie mir die Bemerkung, kein Mensch mit einem Funken Hirn würde zulassen, dass sich ein anderer eine Weile neben einen setzt, die Mails mitliest und dann Notizen macht, um dann, weiterhin mitlesend, eine Vorauswahl zu treffen. Aber Google verspricht dazu eine Woche Lebenszeit, Effektivität, Leistung, Priorität, und dazu Relevanz. Bedeutung. Wichtigkeit. Die Illusion, aus dem Siff des Onlinetrödelns erhoben zu werden. Jemand zu werden, der noch ein wenig mehr Überflutung erträgt, weil die Maschine für ihn sortiert. Da geht jetzt wieder was. Eine Woche im Leben noch mehr Farmville spielen, Bilder der Kollegen im VZ suchen, und der Gott in der Maschine entsorgt derweilen die unwichtigen Dinge. Auf die Knie und Google um diese Woche danken!

Es ändert natürlich nichts am Problem, dass die Menschen zu viel im Internet zu tun haben, weil sie zu viel im Internet sind. Google nimmt die Junkies nicht von der Nadel, sondern erklärt ihnen, wie sie effektiver Schüsse setzen können. Wie jeder eifersüchtige Gott, der Werbung verkaufen will, muss Google die Menschen abhängig von seinen Diensten machen. Sie müssen das Gefühl haben, dass sie dabei der Gewinner sind, dass es ihnen nutzt, und vor allem: Dass all die Trödelei irgendeinen Zweck hat. Das Onlineleben einen Sinn  zeitigt. Googlegott hat kein Jenseits zu bieten, und in den Suchergebnissen für Pr0n ist keine Seele, aber es gibt immerhin eine Woche Lebenszeit im Diesseits und Priorität im eigenen, kleinen Internetkasten. Das ist für einen Gott ziemlich erbärmlich.

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Aber jeder Gläubige bekommt den Gott, den er haben möchte.

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65 Lesermeinungen

  1. Kleiner Trost: Auch eine noch...
    Kleiner Trost: Auch eine noch so große Datenkrake wird niemals alles wissen. Nachzulesen bei Kurt Gödel (entschuldigen Sie, wenn ich hier noch mal den Link aus dem anderen Blog bemühe, aber er gefällt mir halt).
    In diesem Zusammenhang nun quasi der negative Gottesbeweis…
    http://www.nzz.ch/2006/04/19/ft/articleDYBVP.html

  2. Das ist aber eine hübsche...
    Das ist aber eine hübsche Simulation.
    Da darf ich mich mit den Bossen, seien es
    nun Manager oder Chefpolitiker in eins fühlen.
    Es müßten aber noch powerpoint Präsentationen, die mir zeigen was ich wie
    zu tun habe, mitgeliefert werden.

  3. Das erinnert fatal an die...
    Das erinnert fatal an die Werbung für sog. „Smartphones“, die mich neulich irritierte: „So bleibt mehr Zeit für das, was wichtig ist“, bebildert mit einem glücklichen Immererreichbaren, der mit dem Kind herumtobt, das Gerät griffbereit.
    .
    Dann dachte ich an den Kollegen, der so ein Ding hatte – haben musste – und an seinem Geburtstag, er hatte freigenommen, nicht innerhalb einer Stunde auf eine E-Mail geantwortet hat. Der wurde dann angerufen und zusammengeschrien. So viel Zeit war dann da für die wichtigen Dinge.
    .
    Priority-Inbox!? Das klingt vor allem nach einem neuen Betätigungsfeld für SEOler und andere Spammer. Und vielleicht verkauft Google dann auch das Priority-Paket.
    .
    Eine Woche, ja? Und wenn man Raucher ist?

  4. Im TV lief - etwas her - ein...
    Im TV lief – etwas her – ein Werbespot, da saßen ein junger Mann und eine
    junge Frau in arabischer Tracht in der wasserlosen Wüste.
    Sie setzten sich futuristische Brillen auf, und siehe da: es lief der Film
    ´singing in the rain´und sie waren glücklich.
    …und wenn sie nicht gestorben sind…

  5. muscat, die Frage ist ja eher:...
    muscat, die Frage ist ja eher: Wie bekommt man die Krake dazu, möglichst wenig oder möglichst viel Falsches zu wissen. Man bräuchte eine Art Googleverdummer, bevor Google als Menschenverdummer weitermachen kann.
    .
    minna, ich warte ja nur darauf, dass irgendwann auch aujtomatisch executive Summaries angefertigt werden, damit man nicht mehr so viel lesen muss.

  6. Bei mir ist ja meistens der...
    Bei mir ist ja meistens der Akku leer, und das Ding kann auch keine Mail. Ich denke, das ist ein wenig wie Viagra: Für die einen der Zugang zur Dauerpotenz und für die anderen ein Zeichen von Abhängigkeit und ansonsten nichts zustande bringen. Es muss Leute geben, die tatsächlich dauernd erreichbar sind, keine Frage, aber das Zeritargument sehe ich einfach nicht. Ich vermute, dass jeder in dieser Woche eine halbe Woche lang anderen die Mails schickt, die sie dann die zweite Wochenhälfte beantworten.
    .
    Die sog. Layer sind nochmal ein ganz anderes Problem: Dann nämlich, wenn die Realität nicht mehr ausreicht oder „unterfordert“, wie das jemand aus der suchtkranken Ecke formuliert hat.

  7. ...ist jetzt etwas...
    …ist jetzt etwas abschweifend, aber diesen ganzen Google-Geschichten fehlt
    was.
    Das worauf die USA immer so stolz waren – die „story“.
    Bill Gates konnte noch eine liefern – damals.

  8. mmm, mein Sinker habe ich...
    mmm, mein Sinker habe ich leider schon entsorgt. Hätte Ihn an die Wand nageln sollen. 255 lang, self made…. Geile Zeit! Blau-Weiss, falsche Farbe :-)
    Eine gute Idee: snip>>oder möglichst viel Falsches zu wissen. Man bräuchte eine Art Googleverdummer, bevor Google als Menschenverdummer weitermachen kann.<

  9. Mail zu erledigen, Viagra, lay...
    Mail zu erledigen, Viagra, lay her: da spülte mich mein Schlagwortfinder in dieses göttliche blog. Die Prioritätenbox scheint ein virtuelles Sekretariat zu sein, ein kümmerlicher Ersatz für echte dienstbare Geister und so unbefriedigend wie der Grasmähroboter oder dre Brotbackautomat. Welch Glanz im Chefbüro, wenn die Postmappe gereicht wird, mit dezentem Parfumhauch vom Handgelenk. Kein Mailroboter kann seinen Oberkörper so verhüllt-unverhüllt präsentieren, auch ein Betriebssystem mit Schieberegler für die Transparenz reizt nicht so wie der Ansatz von Spitze unter der Seidenbluse. Leider, leider, Pots blitz: wohin das auch in höchsten Kreisen führt, konnte man am Wochende nicht nur im Berliner Umland bestaunen, sondern im Mai auch bei den uns heute so ans Herz gewachsen europäischen Nachbarn hinter dem Bosporus: Deniz und Nesrin waren die Akteure, um zu zeigen (ganz ohne Kopftuch), wie Kontrollverlust aussieht, wenn am Smartphone versehentlich die Videokamera mitläuft. Ja, statt Biologismus ist die Biologie im Alltag immer wieder spannend und ist stärker, echt bio, als die Logik. Und weil der Horst aus der schlauen kleinen Stadt am Fluß kommt, hat er´s richtig gemacht, Akku leer, das ist ein wenig wie Viagra, keine Bilder. (back to the eighties: Rodney Zacs lesen und Katjes Katzen lutschen, bis einem schlecht war, das war nachhaltig besser. INX, besser inkrementieren, als zementieren, und rückenschonend. Nicht nur auf einem Casio FX-730P: Plus-Taste drücken kann so schön sein).

  10. lieber Don Alphonso/23.14:...
    lieber Don Alphonso/23.14:
    die gewünschten zusammenfassungen gibt es bereits, zumindest für literatur: http://www.derkindler.de/

  11. Wozu eigentlich die ständige...
    Wozu eigentlich die ständige Abgrenzung gegen die „komischen Mathekönner aus der Schule“. Ist das nötig, ist das höfliche Verhalten des Bürgertums? Manchmal denkt man, sie wollen einfach nur verletzten, weil sie es können.

  12. Sehr geehrter Don Alphonso,...
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    wissen Sie, was ich nicht verstehe? Ihrem Text nach verabscheuen Sie Google Maill weit mehr als Berliner Billigdöner. Wäre es da nicht konsequent, auch privat auf die Nutzung des Dienstes zu verzichten?
    Ich frage, weil Sie in Ihren privaten Blogs als Kontaktadresse seit Jahren donalphonso|AT|gmail.com angeben, eine Adresse, die Sie als Gmail-Nutzer der ersten Stunde ausweist. Wie geht das zusammen?

  13. Tom 01:24
    ...neinnein, es geht...

    Tom 01:24
    …neinnein, es geht nicht um Mathekönner, es geht um google.
    Jeder hier benutzt es, jeder will bei google finden was er sucht.
    Nur google soll nicht bei mir vorbauschauen.
    Es soll sich verhalten wie ein wohlerzogener Diener.
    Nun ist google aber ein gewinnorientiertes Unternehmen, das sich
    zum Monopolisten gemausert hat.
    Das ist eine schwierige Situation, das müssen Sie zugeben.

  14. Zum Glück gibt es noch...
    Zum Glück gibt es noch Ausschalte Knöpfe und keiner ist verpflichtet sich „verdummisieren“ zu lassen. Weil meine Interesse wo anders liegen (Sport, Kochen, Spazieren, Renovieren, Bücher (echte aus Papier!) lesen und natürlich die Liebe, etc.) bleibt mir -neben der Arbeit- für mein PC, Mailbox und das Unwichtige im Leben, recht wenig Zeit übrig. Und ich kann behaupten: „ich bin glücklich!“

  15. Eine lustige und traurige...
    Eine lustige und traurige Geschichte, lieber Ehrenautor dieses Blogs. Am Besten gefällt mir:
    „…kein Mensch mit einem Funken Hirn würde zulassen, dass sich ein anderer eine Weile neben einen setzt, die Mails mitliest und dann Notizen macht, um dann, weiterhin mitlesend, eine Vorauswahl zu treffen.“
    .
    liebe donna laura, die Wohnung zum „Kindler“ (Ihr Link 1.9. 01:19) finde ich sehr schön. Aber Ihren Hinweis auf das Literaturlexikon finde ich auch schön, weil dies ja gerade das Gegenteil von Wikipedia symbolisiert: Der „Kindler“ steht für ein Kompetenzzentrum statt eines weltweiten Expertengremiums; für eine Auswahl die auschliesst und für Autorentexte aufgrund eines Leistungsnachweises.
    .
    Die Welt der Pseudowissenschaft und der Wissensanmassung, die Don im Eintrag skizziert, gab’s schon immer. Auch das Gegenteil ist vorhanden. Aber dieses traut sich mit seinen Fähigkeiten vor lauter political correctness nicht oder nicht vehement in die Oeffentlichkeit.

  16. Ich habe da mal eine ganz...
    Ich habe da mal eine ganz ahnungslose Frage:
    .
    Ist Googles Ziel wirklich „nur“ die personalisierte Werbung?
    .
    Da ich Onlinewerbung selber nicht mache und nur unbewusst konsumiere, kann ich nicht an das Mrd.Geschäft Onlinewerbung glauben. Aber wahrscheinlich bin ich nicht die Zielgruppe.

  17. @Tom
    Außerdem saßen nicht...

    @Tom
    Außerdem saßen nicht nur Mathekönner am C64, sondern auch Leute, die einfach nur Beach Head spielen wollten. Manchmal habe ich das Gefühl, alle hatten so ein Teil, nur ich nicht. Ich habe es aber auch nur selten vermißt, denn einige Freunde führten ein offenes Haus, in dem man unbehelligt Nächte durchspielen konnte, um sich dann in einen Haushalt ohne Rechner zurückzuziehen. Deswegen lasse ich auch heute noch gerne den Laptop im Schreibtisch verschwinden.

  18. atomfried, wenn ich dcas...
    atomfried, wenn ich dcas richtig verstehe, hat Google das Bestreben, „das Internet“ oder auch „der Datendienst“ für alle zu werden, nach der Idee: Die Nutzer zahlen nichts, aber sie müssen Werbung anschauen, Und die wiederum ist einfacher zu verkaufen, wenn man Quasimonopolist ist.
    .
    Rosinante, danke, ich bin ja generell der Auffassung, dass eine Reihe von Internetverhaltensweisen keine Sekunde Bestand haben würden, wenn es sie in Realität geben müsste. Der Forentroll zum Beispiel, oder auch die Overlay-Werbung würde man in der Realität einfach nicht hinnehmen.

  19. Die Intention von Google ist...
    Die Intention von Google ist natürlich klar, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Onlinewerbung ein so großes Geschäft ist. Aber ich verstehe ja auch das Konsumverhalten großer Teile der Bevölkerung nicht. An den Nutzen von Fernsehwerbung glaube ich ja auch nicht. Also liegt der Fehler wohl bei meinem schlichten Gemüt.

  20. Nebenbei bemerkt, man hat die...
    Nebenbei bemerkt, man hat die Freiheit so einen Rechner am Feierabend und Wochenende, sowie für den Urlaub, auch auszuschalten (und das Telefon sowieso). Von dieser Freiheit sollte man regen Gebrauch machen.
    .
    Vormittags darf man immer noch nach Lust und Laune schwimmen, segeln oder surfen; nachmittags dann wandern, laufen oder radeln; und Zeit für: Frühstück, mittags Picknick, abendliches ausgiebiges Essen, sollte man sich auch nehmen. In den Ruhepausen liest man ein Buch.
    .
    Ist das so schwierig? Frische Luft und Bewegung; gutes Essen und gute Lektüre.
    Das kann man alles alleine, zu zweit und im Familien- oder Freundeskreis haben.
    .
    Man muss es nur wollen! Und die Elektronik kann einfach zu Hause bleiben.

  21. Ein grosser Teil der Suchen im...
    Ein grosser Teil der Suchen im Netz ist die Suche nach Dienstleistungen und Produkten, und es gibt da die erstaunliche Beobachtung, dass mit deer sinkenden Qualität der gefundenen Seite zu dem fraglichen Thema eher auf Google Werbung zu dem Thema gedrückt wird. Es gibt einige „Profiblog“-Netzwerke, die so funktionieren. Google verdient nicht am Kauf, sondern lebt von der relativ hohen Rate,. mit der weitergeklickt wird, im Gegensatz zu Bannerwerbung. Den Nutzen für die Priority Inbox sehe ich darin, dass man beispielsweise bei den wichtigen Berufsemails Rattengift und Voodoopuppen anbietet, und bei den weniger wichtigen privaten Mails Viagra und billiges Parfum.
    .
    Goldfrapp, tatsächlich bin ich dabei zu überlegen, ob ich nicht doch wechseln sollte. Betrachten Sie das hier bitte als billigen Ablasshandel für mein eigenes, schlechtes Gewissen. Meine Haltung zu Google hat sich, das sage ich gerne, in den letzten Jahren durchaus nicht verbessert. In meinen Augen denkt der Konzern so sehr an das geld, das man kaum von Nutzer, sondern nur noch von nützlichen Kohlenstoffsäcken reden mag.

  22. Stell Dir vor, es gibt Google...
    Stell Dir vor, es gibt Google und keiner schaut hin.

  23. Don Alphonso,
    das ist...

    Don Alphonso,
    das ist Blomagie, Sie sprechen mit aus dem Herzen.
    Vielen Dank für den Link zu dem Kurzfilm auf Vimeo, der Film ist klasse!

  24. Herrlich absurd, D.A., dem...
    Herrlich absurd, D.A., dem Netz irrelevanten Lesestoff hinzuzufügen, in dem seine Irrelevanz und die Nutzlosigkeit seiner Lektüre thematisiert werden … Aber was dem einen sein Internetsurfen, ist eben dem anderen sein Silberputzen. Letztlich definiert man sich damit nur die Nische im gesellschaftlichen Kontext, zu der man sich zugehörig fühlt. Und wenn sich der Kontext im steten Wandel befindet, warum nicht auch die nutzlosen Beschäftigungen? Man könnte sich überlegen, ob die Offenlegung aller Daten vor Google etwas anderes ist als es die Beichte in der Kirche war, und ob der Google-Gott dann nicht auch irrelevant ist.

  25. Ich mag ihn auch, der drückt...
    Ich mag ihn auch, der drückt all das Elend in den sozialen Netzwerken rechtg hübsch aus (und warnt einen selber).
    .
    V, dann gäbe es etwas anderes. Das Problem ist ja nicht die Mail oder die Suche, sondern das Elend der Werbefinanzierung. Würde man Dienstleistung selbst bezahlen, wären die Werber arbeitslos und müssten in die (möglichst subalterne) Produktion, statt von den Preisen ihren Teil abzuschneiden.

  26. Don, was ist denn die...
    Don, was ist denn die Alternative zur Werbefinanzierung?
    Die „Dienstleistung selbst bezahlen“, quasi AOL ohne Werbung. Hat aber als Geschäftsmodell auch mit Werbung nicht funktioniert.
    Also muss eine gebührenpflichtige, öffentlich-rechtliche Suchmaschine mit zusätzlicher E-Mail Funktion her? Oder haben Sie andere Vorschläge?

  27. "Man bräuchte eine Art...
    „Man bräuchte eine Art Googleverdummer, bevor Google als Menschenverdummer weitermachen kann.“
    Ein bisschen hilft’s ja schon, wenn man anstatt Google „Ixquick“ nutzt, und auf keinen Fall den Mailserver von Google und als Blogger nicht Googles „blogspot“.

  28. Jeeves3, z. Zt. teste ich,...
    Jeeves3, z. Zt. teste ich, rein privat, diverse Suchmaschinen als Alternative zu Google. Welche Erfahrung haben Sie denn mit ixquick bezüglich der Relevanz der Suchergebnisse gemacht?

  29. Jeeves, damit habe ich gerada...
    Jeeves, damit habe ich gerada angefangen, und Google füttere ich gleichzeitig mit falschen, automatisierten Anfragen.
    .
    V, mir wäre eine Art Open Source Suchmaschine lieber, die sich über Spenden/Abos/Flattr/was auch immer finanziert. Bei Werbung zahlt der Konsument vor allem Leute, die andere Leute belügen. Und um das auch gleich zu sagen: ich denke, dass man im Internet irgendwann dazu kommen sollte, Leistungen zu honorieren. Flattr ist da eine gute Idee, auch wenn ich es nicht nutze.

  30. "...und Google füttere ich...
    „…und Google füttere ich gleichzeitig mit falschen, automatisierten Anfragen.“
    .
    Ist das Spam???

  31. Don, dann ist mithin auch...
    Don, dann ist mithin auch Apples Weg mit den Apps richtig, oder?
    .
    Sie denken doch bitte nicht ernsthaft daran Flattr einzusetzen? Dann würden Sie bald nur noch Ferrari fahren, und wir hätten einen kritischen Blogger zu wenig (ich sage bewusst nicht ‚weniger‘).

  32. Minna, nein, eine kleine...
    Minna, nein, eine kleine Erfinung namens Trackmenot für Firefox:
    http://trackmenot.softonic.de/
    Kostet nix ausser Suchmaschinen ihre Profile.
    .
    V, bei Apps begibt man sich dann in die Abhängigkeit der Controlfreaks von Apple. Ich dachte mal darüber nach, andere mit Flattr zu bezahlen, aber die paar cent wiederum erscheinen mir dann auch piefig. Ich möchte gerne eine Geschenkökonomie erhalten.

  33. Werter Rosinante, Ihr letzter...
    Werter Rosinante, Ihr letzter Absatz.
    Ich hoffe für Sie, das Sie nicht flunkern.
    Niemand läßt sich gerne seine Illusionen zerstören.

  34. Interessanter Link heute in...
    Interessanter Link heute in der FAZ.
    http://www.faz.net/s/RubF35450251A33424DB48B0B286CE25089/Doc~E52D6A23EC1CC4C169E0B46E688884D3B~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    BTW: Auch in Aut und bei RTL gibt es Heldenverehrung
    http://www.rvs.uni-bielefeld.de/publications/Incidents/DOCS/ComAndRep/LaudaAir/LaudaRPT.html
    Auf dem Flug von VIE nach FRA hat mir jemand von der AUA über die unterschiedliche Philosophien der Teiel der AUA erzählt und woher das kommt und noch ein paar Dinge über den o.g. accident

  35. Hhm, wenn Sie da nicht mal...
    Hhm, wenn Sie da nicht mal daneben liegen, werter Don. Es kommt nicht auf die Zahlung des Einzelnen an, sondern auf die Summe der Zahlungen. So hat die TAZ diesen Juni knapp 1000 € mit etwas über 5500 Flattr-Klicks verdient, nicht schlecht für den Anfang, oder?

  36. D'accord mit Dons...
    D’accord mit Dons Beobachtungen: Wer sich bewusst von einer Maschine steuern lässt (das also bewusst anwählt), kann oben in seiner Marmel nicht ganz knusprig sein.
    .
    Leider ist die Machinensteuerung bereits heimlich fortgeschritten. bloß d’Leut merkans neda.
    .
    Beispiel: Was Google bereits länger macht, ist das Google Webprotokoll. (Muss man auf einer bestimmten Google-Seite abwählen, wissen oft viele nicht.)
    Das notiert euere Lieblings-Ansurfstellen und schiebt sie immer höher in euren persönlichen Google-SERPs.
    .
    Was zur Folge hat, dass einige meiner hoffnungsfrohen Webdesign-Auftraggeber feste glauben, sie bräuchten null Verbesserung ihrer (oft sprachlich UND technisch grottenschlechten Texte und Sourcecodes). Und regelrecht streitsüchtig werden.
    .
    Denn sie würden ja bereits bestens gefunden, q.e.d. Sie finden sich ja selber mit ihren Lieblings-Suchbegriffen immer ganz oben, also top. Und verstehen nicht, weshalb ihr Webdesigner sagt, nene, bassd net.
    .
    Das zu Googl-o-mat per se. Schon ein heimlicher Geselle. Von wegen, man könne sich bewusst entscheiden, fremdgesteuert zu werden. Was an sich schon schlimm genuch ist.

  37. V, nein, schlecht ist das...
    V, nein, schlecht ist das nicht, aber ich lese Blogs von Leuten, die ich mag, und ich käme mir im echten Leben doch auch komisch vor, wenn ich denen nach jeder spannendne geschichte 50 Cent in die Hand drücken würde.
    .
    Vroni, das ist natürlich insofern fein, als es die SEO-Branche (noch mieser als Google) ausmanövriert. Aber sowas wie Chrome würde ich erst gar nicht benutzen.

  38. Don, hat nix mit Chrome zu...
    Don, hat nix mit Chrome zu tun.
    Wer mit dem guten Feuerfuchs surft, wird ebenfalls recht nett von Googl-o-mat fremdgesteuert. *gn*
    .
    Wie man das Google Webprotokoll abschaltet:
    http://de.onsoftware.com/privat-statt-webprotokoll-googles-personalisierte-suche-abschalten/

  39. Richtig, aber ich denke, dass...
    Richtig, aber ich denke, dass Chrome da gar nicht mehr erst Alternativen anbieten möchte.

  40. Generell vielleicht zu Flattr:...
    Generell vielleicht zu Flattr: ich fände es spannend, das mal bei anderen Medien zu probieren, aber mein Bauch sagt mir, dass das Ergebnis nicht gerade gefallen wird. Nicht weil die Leute nicht zahlen. Sondern weil sich da manche wundern werden, wie bezahlfrei scheinbaer wichtige Inhalte bleiben werden.

  41. naja, diesmal komme ich nicht...
    naja, diesmal komme ich nicht mit.
    Ich find es praktisch, auch wenn man das abschließend nicht beurteilen kann. Ich kann mir z.B. gut vorstellen, die „wichtigen“ Mails (also die Mailbox, in der die gesammelt werden) auf’s iPhone weiterzuschicken und den Rest halt nicht. Spart unterwegs Zeit, weil der Abruf durch die reduzierte Menge schneller wird.
    Den Hype darum kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Denn der Nutzwert dürfte doch stark hinter dem wirklich *exzellenten* Spamfilter von GMail zurückbleiben. Das Tel ist wirklich gut. Und zwar so gut, dass ich ernsthaft überlege, meine ganze Mail durch Google zu jagen, nur um den Spamfilter nutzen zu können. Die Krake hält mich aber noch davon ab …
    Was die Entscheidung der Maschine angeht: Ich beantworte eine Mail aus der Priority Inbox auch nicht schneller als jede andere vorher, wenn ich sie nicht wichtig finde. Ich lese halt nur etwas eher … Fremdsteuerung muss doch nicht eine zwangsläufige Folge einer maschinellen Vorsortierung sein …

  42. Ich finde diese Bemerkung hier...
    Ich finde diese Bemerkung hier sehr aufschlussreich: „Gestatten Sie mir die Bemerkung, kein Mensch mit einem Funken Hirn würde zulassen, dass sich ein anderer eine Weile neben einen setzt, die Mails mitliest und dann Notizen macht, um dann, weiterhin mitlesend, eine Vorauswahl zu treffen. “
    Denn es gibt ja durchaus diesen Fall. Der Chef, der seinen Assistenten/Referenten trainiert. Nur da geht es eben um den Beruf, nicht ums „Leben“. Außederm kann man da annehmen, dass der Assistent verschwiegen ist, seine Aufgabe besser erledigt, wenn nicht verantwortlich gemacht werden kann und außerdem Distinktionsgewinne erzeugt, weil er den eigenen hohen Rang anzeigt.

  43. Gerry, mein Peter Thommen...
    Gerry, mein Peter Thommen werde ich demnächst mal bei den Stützen der Gesellschaft bringen, auch wenn der jetzt ein Ultrasinker ist. Am Tegernsee ist leider nie genug Wind.
    .
    staff.aureus, ich fürchte, dass der normale Umgang mit realen Frauen viele Vollinternetler absolut überfordern würde. Warem, werden die sagen, sollte man mit denen reden, wenn man doch auch skypen könnte? Wieso sollte man sie belästigen, wenn der Pr0n noch im Netz so nahe ist? Ich denke, der hilfreiche Diener von Google ist schon genau das, was sie brauchen.

  44. minna, jede Firma sollte dem...
    minna, jede Firma sollte dem Menschen dienen, daran ist nichts Falsches, ganz im Gegenteil. Und dass die Firma ansonsten draussen zu bleiben hat, stgeht ausser Frage.
    .
    Clin d’oeil, das ist fein, und sicher auch noch die bestimmende Haltung.

  45. @muscat: danke für den...
    @muscat: danke für den NZZ-Artikel, sehr aufschlußreich.
    @nnier: grauslig, Eltern, Kinder und Telefon auf einem Haufen zu sehen. Man will entweder Eltern mit Kindern oder Eltern am Telefon sehen, aber nicht alles gleichzeitig. Wie auch die Sache mit dem wütigen Geschäftsgeburtstagsanruf – eine Art von Vermischung von Privat und Arbeit, die nicht lebbar ist.
    @DA: Wenn ich mir das so in eine Reihe setze, fällt mir vor allem auf, daß es kaputtgeht und verlottert, wenn es sich zu weit öffnet und nicht von irgendwem eine rabiate Unterscheidung „geht, geht nicht“ dagegengesetzt wird. Die Google-Suchmaschine war ein Riesenfortschritt gegenüber Altavista, weil sie die Werbung zunächst mal gebändigt hat. Es kann aber sein, daß der Damm, den Google gegen das Übergewicht des Marktschreiens errichtet hat, irgendwann bricht, so wie bei den Zeitungen die Begehrlichkeit der Anzeigenkunden die Glaubwürdigkeit und Brauchbarkeit der Zeitung zerstören kann. Die Fähigkeit zu Nachrichtenübermittlung und Einholen einigermaßen stichhaltiger Informationen geht verloren, wenn Marktgeschrei und Gepöbel nur noch ein einziges Rauschen bilden. Ob Googles Priority Box in der Lage sein wird, Schneisen in den Spam zu schlagen, wird man sehen. Spamfilter haben bei Mail einigermaßen geholfen, aber soviel ich weiß, ist das letzte Mittel der Wahl von Mailadministratoren immer noch brutales Abklemmen.

  46. werte minna, ich verstehe ich...
    werte minna, ich verstehe ich nicht ganz, wie Sie das Flunkern meinen. Die Pseudowissenschaft bezieht sich im übrigen längst nicht nur auf online-Plattformen wie Wikipedia, sondern ist auch im universitären Betrieb, insbesondere den Geistes- und Kulturwissenschaften, eine Metastase. Nun kann man oder frau immer über Methodologien streiten. Aber dazu ist eine Kenntnis von Methoden einer Disziplin eine Grundvoraussetzung. Heute können sich -und insbesondere in Deutschland; in der Schweit ist es noch nicht ganz so tragisch- Menschen habilitieren, die vor 50 Jahren kaum oder knapp ein Abitur (und dies in Hessen) bestanden hätten.

  47. Hochgeschätzter Don,
    das...

    Hochgeschätzter Don,
    das haben Sie schön in die „subversiven“ Tasten gehauen. Besonders gut gefiel mir die Stelle, in der sie Google als eifersüchtigen Gott titulieren. Monopolisten sind kein Segen für die Konsumenten und ich habe nichts dagegen, dort ein bisschen Sand ins Getriebe zu streuen.
    Auf lange Sicht ergibt das jedoch nur Sinn, wenn es irgendwann eine Open-source-Suchmaschine gäbe. Ixquick ist schön und gut und meiner Erfahrung nach nicht schlechter als Google (das verwundert auch nicht, denn ixquick ist eine Meta-Suchmaschine, die Suchanfragen unter anderem an Google weiterleitet). Dass sie meine Daten nicht speichern, ist jedoch auch nur ein Versprechen.

  48. @egghat: genau so ist das....
    @egghat: genau so ist das.
    @Vroni: ach, das ist ja interessant. Wußte ich garnicht, daß Google sich diesbezüglich einen Rückkanal schafft (die Priority Inbox, die man trainieren muß, ist auch eine Art Rückkanal).

  49. Ich kenne Google ja auch schon...
    Ich kenne Google ja auch schon seit den Zeiten als sie noch die Guten waren. Wie man unschwer an meiner Blogfingerübung aus der Steinzeit sehen kann, die ich jüngst aus Daffke wieder zum Leben erweckte. Woran man auch sieht, daß das Netz respektive Google nichts vergißt. Schon seit einiger Zeit macht mir die Kraken-Diskussion natürlich auch Bedenken. Aber wenn ich in mich hineinhöre muß ich sagen: es macht mir keine Angst, nicht die geringste. Freilich, ich kann mir auch Horrorszenarien vorstellen. Aber das geht auch jenseits des Internets, jenseits von Technik. Gerade im Internet sind die Markteintrittsschwellen niedrig. Der Hype von gestern ist das Gähnen von heute. Kann sich noch jemand an die Zeit erinnern, als AOL Time-Warner übernahm. Und die lahme Ente Yahoo? Eine Monopolstellung von Google wird es nicht geben. Und was die Datensammelwut betrifft: sie werden an der schieren Datenmenge ersticken. Google wird alles über alle wissen und nichts relevantes damit anfangen können. Personalisierte Werbung stört mich im übrigen nicht. Ich habe es gern wenn bei Eingabe des Suchbegriffs „Katze“ kein Tierfutter sondern Werbung für die DVD mit Simone Signoret und Jean Gabin auftaucht. Meine Mails sollen sie freilich nicht lesen, das ist zuviel des guten.
    .
    Ähm, Don Alphonso, „Die Kinder des Olymp“ ist der Film von Marcel Carné, Sie meinen „Die Kinder der Nacht“ von Jean Cocteau.

  50. Rosinante, ich konnte und kann...
    Rosinante, ich konnte und kann den Wissenschaftsbetrieb nicht beurteilen und
    muß mich mit dem zufrieden geben, was mir so via Medien um die „Ohren gehauen“ wird.
    Manchmal befürchte ich, daß es mehr oder anderes nicht gibt.
    .
    p.s. die Experten die die Medien aufbieten, sind immer Professoren.
    Die Studien immer „wissenschaftlich“.

  51. Lieber Don,

    es ist schon...
    Lieber Don,
    es ist schon etwas paradox, ein Medium zu benutzen, welches man verteufelt. Die meisten Intellektuellen haben weder Informatik noch Mathematik studiert, sonst wüssten diese etwas über die Informationstheorie. Nach dieser sieht die Sache nämlich so aus: Informationen kommen überall vor, aber die wenigsten davon sind Nachrichten, „nach“ denen sich der Mensch „richten“ muss. Die meisten Menschen begreifen einfach nicht, dass die meisten Informationen für sie irrelevant sind.
    Eine geschlossene Bahnschranke ist relevant, eine offene nicht. Politikergedöhns ist nicht interessant, eine Steuererhöhung schon.
    Und die Idiotie, dass sich eine Maschine für eine Persönlichkeit interessieren könnte, die grenzt doch schon an Hybris!

  52. D.A 15:08,
    natürlich dient...

    D.A 15:08,
    natürlich dient jede Firma dem (den) Menschen, die Frage ist doch welchen.
    Und das die Firma sich aus dem Privaten, der Teil der die eigene Identität ausmacht raushalten sollte, ist recht zweischneidig wie man an dem Versuch Bewerbungen zu anonymisieren sieht.
    Vielleicht entspringt der Versuch nach Aufhebung der Trennung auch dem
    Wunsch des Einzelnen nach „Ganzheitlichkeit“ und sich ganz „einzubringen“.
    Ihnen kommt das totalitäre entgegen.

  53. Die Versuppung in Irrelevanz...
    Die Versuppung in Irrelevanz war vorher schon da. Das Leben und die Äußerung der Humanoiden waren schon immer unglaublich banal. Wird mit den digitalen Mitteln nur offensichtlicher:
    http://www.spiegel.de/images/image-125979-galleryV9-vcqr.jpg

  54. minna, ich verstehe Sie gut,...
    minna, ich verstehe Sie gut, und meine diesbezügliche Meinung ist ja nicht massgebend. Aber die gedankliche Unabhängigkeit, die die Idee der Universitas auch zum Ziel hat, ist inzwischen stark und auch etwas starr an die Politik gebunden. Zu den professoralen Expertenmeinungen gab es im FAZ-Feuilleton von letzter oder vorletzter Woche übrigens eine wunderschöne Glosse.
    .

  55. Werter Savall,
    es wuß wohl 15...

    Werter Savall,
    es wuß wohl 15 Jahre her sein, als sich im TV ein bei Daimler( auf dem Weg zur
    Welt AG) angestellter Professor euphorisch darüber äußerte, wenn Daimler
    nutzte, was Daimler weiß.
    Es wird wohl immer Brachen geben, die sich der wirtschaftlichen Nutzbarkeit
    entziehen und sie scheinen groß zu sein.

  56. @Savall: "Der Hype von gestern...
    @Savall: „Der Hype von gestern ist das Gähnen von heute“ – oh ja. Das ganze Internet-Zeugs ist fürchterlich kurzlebig.
    @minna: „Es wird wohl immer Brachen geben“ – zum Glück, anders wärs ja nicht auszuhalten, daß die Menschen so aufeinander oben hocken.

  57. @yast2000: Sie sollten diesen...
    @yast2000: Sie sollten diesen Satz öfters an diversen Orten wiederholen, bis er den Leuten ins Hirn getröpfelt ist (daß Informationen überall vorkommen, aber in den wenigsten Fällen Nachrichten sind). Ein besonderes Elend sind auch Fehlalarme. Hier in der Stadt ist meine Einstellung, wenn an einem Auto eine Sirene losgeht, inzwischen zu einem resignierten „Oh nehmt es doch endlich mit!“ geworden.

  58. ...das Gähnen von heute...bei...
    …das Gähnen von heute…bei den Internetsüchtigen: Er schläft aber lang heute. Einem Rekonvaleszenten sei es gestattet ;-)

  59. Bin schon wach! (Schon...
    Bin schon wach! (Schon länger, aber man hat ja auch noch anderes zu tun)
    .
    minna, ich habe schon den Eindruck, dass der bestimmende Faktor heute nicht mehr die relativ leicht beeinflussbare Politik ist, sondern eine jeder Kontrolle sich entziehende Wirtschaft, die, wenn man sie beim Betrügen erwischt, sich einfach davonstiehlt, weiter betrügt und immer alles ausnutzt, was sich irgendwie bietet. Das ist schlechtes Benehmen, und man muss solche Leute ächten, wenn man sie schon nicht einsperren kann.

  60. Moin Don,
    was ich mal gesehen...

    Moin Don,
    was ich mal gesehen habe: Einen physikalischen Bildschirmschoner. Ein Stück Pappe, vielleicht bemalt, mit einem Vierkantholz oben.
    Wird vor den Monitor gehängt, damit man in Ruhe telefonieren, besprechen oder Formulare ausfüllen kann, ohne dass eine Inbox blinkt oder nervt.
    Tipp2: Gehe nie ans Telefon, bevor Du in Ruhe Deine Mails gecheckt hast. Die Gefahr überrumpelt zu werden, ist zu groß.

  61. Nuja, Don, auch E-Mail-Spam...
    Nuja, Don, auch E-Mail-Spam und unnötige E-mails sind heutzutage schlechtes Benehmen. (grr)
    Da sind viele naive Empfänger schon froh, wenn jemand daherkommt und ihnen sagt, er sortiere nach ihren Prioritäten vor, auf dass sie es leichter hätten im Wust der irrelvanten Informationen.
    .
    Die meisten Empfänger hinterfragen eben und leider nicht, dass sie auch ihren eigenen Anteil haben an irrelevantem Wust. (Die Hölle sind immer die anderen.) Dein Bild des Junkies, der erklärt bekommt, wie er noch effektivere Schüsse gesetzt bekommt, ist nicht so falsch.
    .
    Ich weiß halt nur nicht, wer übler ist, der Informations-Spam-Versender oder der, der scheinheilig (oder auch nicht scheinheilig) verspricht, einem die Anweisungen zu geben, wie man, das hilflose Trottelchen, mit dem Wust umzugehen.
    .
    Klar, wer als Empfänger und Internet-Teilnehmer sein Hirn noch beinander hat, der wird Ursachenforschung betreiben und die Wurzel bei sich selbst erkennen: Er wird wahrnemen, erkennen und handeln, sofort unnötige Accounts löschen, dämliche Newsletter abbestellen, weniger Quatsch an andere schicken, sich verbitten, zwangsverlinkt und zwangsgemögt zu werden, alldas. Diese hyperventilierende Idiotie halt beenden.
    .
    Meine brutale Empfehlung: den Google-Mail-Account abbestellen.
    .
    Wozu braucht man denn den? Mir reichen meine wenigen E-Mail-Adressen, säuberlich getrennt in geschäftlich und privat. Die Nachrichten fliegen gleich in die Ordner, die ich dafür bereithalte. Zusätzlich bin ich recht zufrieden mit meinem Provider, er hält mir sehr gut die Viagras und Nigerias vom Hals. Wozu also brauche ich Google-Mail mit Priority-Box? Ist das das Microsoft Outlook 2007 für Arme?

  62. Der wissend dreinschauende...
    Der wissend dreinschauende Engel (Photo 2) hat vielleicht den Schlüssel für
    mein Problem mit der Googlemail. Ungefragt faßt das grundgütige Google in
    gutmenschlicher Manier in googleeigener Logik so manche mir zugehende Email
    zu „Konversationen“ zusammen.
    Diese Zusammenfassungen haben meinen Trennungsversuchen bisher
    beharrlich getrotzt.
    Auch die Nachforschung in der Rubrik „Bekannte Probleme“ ergab nur die
    Bekanntheit des Problems, nicht aber die Lösung und wenn ich das Google
    richtig verstanden habe, orakelt es diese zu einem späteren, noch nicht
    festgelegten Zeitpunkt.

  63. dann ist die alternative nur,...
    dann ist die alternative nur, google weiträumig zu umfahren.
    .
    wer aber saugt keine daten?
    .
    bei den suchmaschinen behauptet das ixquick von sich.
    .
    bei den browsern? googlechrome scheidet aus, aber was ist mit firefox und internet explorer oder dem modifizierten explorer von der telekom?
    .
    für die e-mails?
    .
    eigentlich bleibt da nur google books unverzichtbar.

  64. @DA: ja sicher, die Politik...
    @DA: ja sicher, die Politik leidet so medial-selbstreferentiell vor sich hin, die Wirtschaft ist das, was zählt. Und da wird es eben, wie man schon am Öffentlichkeitsbild sieht (wer ein bißchen draußen rumläuft und allein schon die Kleidung der Leute mit früher vergleicht, wird wissen, was ich meine), immer ärmlicher. Alles ist rutschig, billig, ramschig, flüchtig, für Qualität hat keiner Zeit und Geld.
    @Vroni: was ist denn brutal daran, kein Googlemail zu benutzen? Irgendwann sollte es den Nutzern doch klarwerden, daß man lieber ein paar Cent zahlt und ein wenig nachjustieren kann, als sich vollmüllen zu lassen.
    @aucheiner: das hier nun angezogene Ixquick ist ja eine Metasuchmaschine, wie ich gelesen habe. Also kanns nix taugen. Dieser ganze Metametakram ist Bullshit, weil man eben nicht meta sucht, sondern was thematisch einigermaßen passendes. Ich weiß nicht, ob da vielleicht mal eine andere Lösung gefunden wird wie Suchmaschinen – Verzeichnisse und Datenbanken müllen zu, weil sie schlecht zu aktualisieren sind.

  65. entigny,...
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