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Der technische Kontrollverlust

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Viel wird geredet über Datenhandel und Privatsphäre. Aber wie steht es eigentlich um die technische Sicherheit all der Informationen, die zum Beispiel bei Banken lagern?

Viel wird geredet über Datenhandel und Privatsphäre. Aber wie steht es eigentlich um die technische Sicherheit all der Informationen, die zum Beispiel bei Banken lagern?

Vor einigen Jahren war ich längere Zeit in Marokko, und im Gegensatz zu Kollegen, denen die Wohnung mitsamt Laptop und Kamera ausgeräumt wurde, erreicht ich nach drei Monaten den heimischen Boden mit allen meinen Habseligkeiten. Am Bahnhof in Brüssel jedoch fragte mich ein Passant nach dem nächsten Zug, und als ich den Blick wieder zum Gepäck zu meinen Füßen wandte, war die Tasche mit dem Laptop weg. Glücklicherweise war ich zu dem Zeitpunkt immer noch begeisterte Anhängerin der analogen Fotografie, so daß mir zwar 300 Digicam-Bilder von Freunden fehlten, ich jedoch meine eigenen 300 Papierfotos immer noch im Koffer hatte.

Fünf Jahre und einige Chipfortschritte weiter habe auch ich Anschluß an die Moderne gefunden. Fotos lagern auf meinem Rechner, in Sicherungskopie auf der externen Festplatte und zum Teil auch auf CD-Roms, mit dem Einkleben ins Album hänge ich leider ein Jahr hinterher, aber hoffe auf lauschige Vorweihnachtsabende bei Kerzenschein, in denen ich den Rückstand aufholen werde. Im Gleichschritt haben sich Datenmengen und Speicherkapazität verändert. Mein erster Laptop hatte eine Festplatte von 20 GB, mein zweiter 60 und mein aktueller 250. Mein erster USB-Stick hatte noch 125 MB, mittlerweile sind es 4 GB. Vor einigen Jahren hätte ich das für irrsinnige Mondgrößen gehalten, heute nutze ich die Volumen leidlich aus, zwei Betriebssysteme, ein Back-up Betriebssystem auf dem Stick, Musik, Filme, und immer mehr Fotos füllen meine Speicherplätze.

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Mein ganzes Leben der letzten 2 Jahre findet sich dort in 0 und 1 kodiert, Blogs und Tagebücher, Korrespondenz mit Freunden und Geschäftliches, Bewerbungen und Rechnungen. Immerhin bin ich soweit sensibilisiert, daß ich diesen Datenschatz leidlich pfleglich behandele und gelegentliche Sicherungskopien ziehe, die dann auf silbernen Scheiben in Keksdosen lagern und vor sich hinrotten. Manchmal jedoch wundere ich mich, wie sehr ich der Technik vertraue. Ich im Kleinen. Die Welt im Großen.

Maschinenlesbare Reisepässe und bald auch Personalausweise, Kundendaten von Millionen Unternehmen, logistische Planung – alles passiert im Computer. Wert heute ein Sparbuch in einer Bank eröffnet, erhält kein Büchlein mehr, sonderne eine Chipkarte, und all die Millionen Aktienbesitzer haben natürlich keine papierhaften Zertifikate mehr, sondern lediglich Depotauszüge. Das muß reichen. Natürlich hat das auch Vorteile: Daten werden schneller übertragen als Papiere, für weniger Papier werden weniger Bäume abgeholzt und seit Banken kein Personal mehr benötigen, um krakelig ausgefüllte Überweisungsträger abzutippen, bekommen wir Konten zum Nulltarif.

In fernen Ländern sieht das zum Teil noch anders aus. Wo Konten und Kredite bis vor wenigen Jahren noch mit Papierunterlagen geführt wurden, hat der Bürgerkrieg tabula rasa gemacht und am Ende hat die Bank Konten mit Geldern, aber weiß beim besten Willen nicht, wem die gehören. Während wir uns über die horrenden Gebühren bei Fremdabhebungen beschweren (weil der nächste von über 50.000 Geldautomaten in Deutschland einen Kilometer weit weg ist) ist, ist dort ein Geldautomat für sich schon eine Attraktion, geradezu ein Mirakel. Natürlich, hätte man dort Computer gehabt, hätten Rebellen und Aufständische die vielleicht weggeschleppt, statt Papiere zu verbrennen, und das Ergebnis wäre dasselbe gewesen. Bleibt immerhin der Trost, daß bei uns grundlegende Geldgeschäfte umsonst sind – in Entwicklungsländern hingegen mitnichten, sondern nur für eine Minderheit bezahlbar. Teuer sind bei uns inzwischen die außergewöhnlichen papierhaften Geldgeschäfte: für die Einlösung eines Fremdwährungsschecks mußte ich kürzlich 15 Euro zahlen, und einem großäugigen Bankangestellten erklären, wie ich zu dieser Antiquität gekommen war.

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Immerhin: bei uns könnte niemand die Computer einer Bank so einfach wegtragen, dafür sind sie nämlich zu groß. Ein sehr beruhigender Gedanke, wie ich finde. Die Daten von 14,5 Millionen Kunden nämlich (von denen vermutlich die meisten mehr als ein Konto haben) würden bei der Deutschen Bank unmöglich auf einen normalen Rechner passen. Ebensowenig die unzähligen Anwendungen für verschiedene Produkte.

Wollte man die Rechnerarchitektur einer großen Universalbank abbilden, man könnte damit Ballsäle tapezieren. Jedes Produkt, vom Bausparvertrag, über das Privatkonto bis hin zu Anleihen, Aktien und komplizierten Derivaten hat seine Eigenheiten, und im Zweifel sein eigenes Verwaltungssystem. In der zentralen Buchhaltung und dem Meldewesen laufen alle Systeme zusammen, aber die Komplexität solcher Systeme entzieht sich der Vorstellung des gemeinen Bankkunden. So er überhaupt drüber nachdenkt, sorgt er sich vermutlich zuerst um die Sicherheit seiner Ersparnisse.

Tatsächlich geben sich Banken außerordentliche Mühe, und leisten sich in der Regel nicht nur ein, sondern zwei große Rechenzentren. Eines, das die Hauptarbeit leistet und ein Backup-Rechenzentrum, auf dem sämtliche Daten und Transaktionen unmittelbar gespiegelt werden.

Nachvollziehbarer Weise liest man darüber selten in der Zeitung und der genaue Ort ist unbekannt – man darf aber mutmaßen, daß es sich wie bei der „Schweizer Bank für Daten“ um hochgradig sichere Orte, gerne unterirdisch oder in Bergen versteckt handelt. Und weit weg vom ersten Datenzentrum. Solche Anlagen müssen möglichst völlig autark sein, also über eine eigene Stromversorgung für die Klimageräte verfügen, schnelle, verschlüsselte Internetanbindung und natürlich reichlich Sicherheitsmaßnahmen und Kontrollen. Im Schweizer Fall wird die Sicherheit gar von der Armee gewährleistet – gegen Rechnung, versteht sich.

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Davon abgesehen haben die neuen Rechnungslegungsrichtlinien nach Basel II nicht nur die Eigenkapitalanforderungen für ausgereichte Kredite revidiert, sondern auch die Kategorie „operationelle Risiken“ eingeführt. Banken müssen seither auch für solche Risiken, die wesentlich mit Computern, Menschen und Dummheit zusammenhängen, Eigenkapital vorhalten: Falls ein Mitarbeiter mal ein paar Nullen zuviel eintippt, oder ein Computerfehler zu Geschäftsausfällen führt. Über die Quantifizierung solcher Risiken wurden ganze Bücher geschrieben, und wie so oft verläßt man sich großflächig auf statistische Risikomaße, Mathematik und Wahrscheinlichkeiten.

Immerhin ist die Vorstellung beruhigend, daß meine Bankdaten gleich doppelt und dreifach durch die virtuelle Welt geistern und folglich nicht so leicht verloren gehen können. Außer, jemand denkt sich ein hübsches Virus aus, das Bankrechner plattmacht. Dann nutzen alle Rechenzentren dieser Welt nichts mehr und uns erginge es so wie jenen uncomputerisierten Bürgerkriegsländern: totales Chaos.

 

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26 Lesermeinungen

  1. "Mein ganzes Leben der letzten...
    „Mein ganzes Leben der letzten 2 Jahre findet sich dort in 0 und 1 kodiert.“ Oh, Sie Arme. Ihr ganzes Leben. Wie traurig. Es mag aber wohl viele andere geben, die auch kein richtiges Leben mehr leben (können).

  2. Das totale Chaos existiert...
    Das totale Chaos existiert schon, nämlich auf den Schreibtischen und in den Schubladen heillos überforderter Kunden, die sich in ihrem Papierwust aus Kontonummern, PINs, TANs, Paßwörtern etc. nicht mehr auskennen, geschweige denn zurechtfinden.
    In meinem Bekanntenkreis gibt es erstaunlich (und erschreckend) viele, die trotz akademischer Bildung und profunder (analoger) Lebenserfahrung hilflos sind, wenn sie der diversen »Segnungen« des digitalen Zeitalters teilhaftig werden wollen.
    Nicht, daß es Ihnen an Interesse mangelte: Sie wollen ja mailen, knipsen, im Internet surfen und eben auch Bestellungen und Bankgeschäfte tätigen. Es fehlt auch oft nicht an der grundsätzlichen Bereitschaft, sich auf das Neue einzulassen. Aber es fehlt am Bewußtsein der Flüchtigkeit und der Fragilität der persönlichen Daten: Backups werden nicht gezogen, elementare Schutzmaßnahmen nicht getroffen, Login-Daten unverschlüsselt abgespeichert, gleichzeitig in grenzenloser Naivität auf alles und jedes geklickt, was blinkend danach schreit. Da besteht – auch und gerade in monetärer Hinsicht – ein surreales Gottvertrauen.
    Ob sich das geben wird, wenn die »digital natives« die analoge Menschheit substituiert haben werden? Ich hoffe es, aber ich habe meine Zweifel…

  3. Liebe Sophia,
    Netter...

    Liebe Sophia,
    Netter Gedankengang, und in der Tat gar nicht so weit an der Realität vorbei, aber offensichtlich etwas ängstlich. Das ist unnötig, die Technik ist ziemlich gut abgesichert …
    Übrigens sind viele RZ Standorte durchaus bekannt vor allem bei den großen Banken, aber glauben Sie mir, Sie würden nie damit rechnen wo sich einige davon befinden…
    Bzgl. Basel II / operationale Risiken kenne ich keine Bank die das wirklich ernst genug nimmt. Ich habe noch kein System gesehen, dass jemals richtig rot gemeldet hat. Eher kleien wichtigtuer die das System bedienen und es zur Falschinformation gegenüber übergeordneter Stellen verwendet haben. Alles Politik.

  4. Es ist kein Wunder, wenn...
    Es ist kein Wunder, wenn etwas, was man nicht mehr verstehen kann, weil es einfach zu viel ist, Angst oder Unsicherheiten auslöst, die sich dann in entsprechenden Beiträgen niederschlagen.
    Es gibt niemanden, der IT wirklich beherrscht („Damoklesschwert“?). Als Individuum muß man den Scheiß aber nicht komplett mitmachen.
    Richtig ist, daß man alle persönlich wichtigen Dokumente (auch) in Papierform haben sollte. Diese Blätter kann man mehrere 100 Jahre ohne Informationsverluste aufheben. Die digitalen Daten aber…

  5. Die Einleitung erinnert mich...
    Die Einleitung erinnert mich an Statements von Süd- und Mittelamaerika bereisenden Bekannten in der Kategorie ’scheiss auf den Pass aber die Speicherkarten kommen in die Innentasche der Hose‘.
    Zweifel an der solidität der Bank eigenen IT habe ich das letzte mal bekommen als ein Online getätigte Transaktion zwar als erledigt angezeigt und schriftlich bestätigt wurde das damit georderte Produkt aber nicht auftauchte. Eine persönliche Nachfrage vor Ort klärte das ganze dann ‚ah da hat der Kollege nur vergessen die Zuordnung zu ihrem Konto herzustellen‘. An der Stelle habe ich mich dann schon gefragt wie viel da wirklich getestet und automatisiert wird und wie viele Prozesse fehleranfällig noch von Hand erledigt werden. Die haben sicher noch genug Leichen im Keller, genauso wie jeder andere auch der eine größere (IT) Infrastruktur betreibt.

  6. darum lebe die Datensicherung...
    darum lebe die Datensicherung

  7. naja jeder ist seines glückes...
    naja jeder ist seines glückes schmied so ist auch die virtuelle Welt. Wenn man alles von sich preisgibt oder zumindest nicht wirklich schützt ist man selbst schuld. Jetzt kommt Facebook mit einer neuen Nachrichten methote facebook titan, bei dem man alle seine Nachrichten zusammen laufen lassen kann email, sms, nstantmessages etc. und es wird bestimmt leute geben die diese funktion nutzen werden und sich dann wundern wenn sie personalisierte werbung auf das handy und den email clent geschickt bekommen.

  8. Absenderverifikation ist also...
    Absenderverifikation ist also unwichtig? Wer unterscheidet denn beispielsweise bei verbindungen über UMTS wirklich ob ein verbindungsabbruch durch ein „Funkloch“ oder eine vorgeschaltet Abhöreinrichtung geschieht. e-Plus erlaubbt sich das Späßchen VPN Anmeldedaten (Shared Secrets etc.) bei seinen Kunden direkt abzufragen. Ist wie bei jedem normalen Schloß auch, man muß das Schloß nicht mit sich rumscheleppen, der Schlüssel reicht vollkommen um den Laden aufzumachen.
    Who the fuck ist eigentlich VeriSign, kennt irgendejemand den herrn verissign und würden sie den Sommers/Rickes/Obermanns (Telekom) ihren Haustürschlüssel in die Hand drücken nach dem was da an der Börse abging?
    Aber sie haben schon recht, das eigentliche Problem ist nicht die IT sondern die Gesellschaft. Denn ich habe noch hnie gehört daß ein Rechner kriminell gewesen wäre, allenfalls ein An-/Verwender. Und wenn Sysops mit Kunden im Bereich Pensiosnfonds und Führungspositionenbesetzung massiv BEDROHT und erpresst werden dann können wir den Technik-Faktor mal vollkommen außen vor lassen.
    Würde die Polizei Offline ihre Arbeit vernünftig machen, gäb es Online keine Probleme, so einfach ist das.
    Ein aktuelles Besipiel:
    5 Euro im Monat durch unkündbare Zusatoptionen hören sich nicht viel an
    summieren sich jedoch im Einzelfall schnell auf > 50 Euro im Jahr (100 D-mark) und wenn wir das mal auf 10 Mio Rechner hochrechnen ist die Schadenssumme für die Volkswirtschaft bei 0,6 Mrd oder eben über einer Milliarde D-mark.
    Die sicherheste Verschlüsselung ist Irrationalität: Mal nen Softwareupdate vom Internetcafe her oder beim Kaffterinken beim Bekannten/verwandten downloaden (da muß schon ganz ordentlich was gehackt sein, wenn die alle gleichzeitig überwachen wollen) oder einen öffentlichen Fernsprecher benutzen.

  9. Yep, ich präzisiere:...
    Yep, ich präzisiere: Erinnerungen, Belege und Reflektionen meines ganzen Lebens befinden sich auf dem Computer. Das Leben spielt sich schon noch in der Realität ab.
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    Zonebattler, ich bin auch regelmäßig völlig überrascht von der Naivität und Sorglosigkeit, mit der anderen ihren Angelegenheiten nachgehen.
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    SunnyS, was alle als sicher deklarieren, muß noch lange nicht sicher sein – siehe Stuxnet. Meine Erfahrungen mit operational risk sind ähnlich, wobei das schon an den Methoden der Risikomessung krankt, bei so vagen Risiken. Statistik, halt.

  10. adolar, je mehr Bilder ich...
    adolar, je mehr Bilder ich einklebe, desto mehr Fotoalben muß ich bei jedem Umzug mitschleppen. Und je mehr Bücher ich kaufe – ebenso. Vor kurzem Kontoauszüge von vor 10 Jahren vernichtet – aber weiß man’s?
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    tesafilm, wenn ich mir anschaue, wieviel Probleme mein Mail-Provider hat, wie oft auch Hotline-Experten ratlos sind und „trial & error“ betreiben bei der Problemlösung… traue niemandem. Schon gar niemandem, der auf Kosten achtet und möglicherweise am falschen Ende spart – wobei ich Großbanken schon traue. Kleinen ausländischen Klitschen eher weniger.

  11. Die Leichen im Keller...
    Die Leichen im Keller größerer Netzbetreiber sind eindeutig die false-positive Meldungen bei Virenscannern. Alles was ordnungsgemäß als Service läuft oder direkt aufs netzwerk zugreift, so daß es nich umgeleitet werden kann besispielsweise.
    Sichere distributionswege? Kaufen sie sich an einem öffentlichen für jeden zugänglichen Zeitungskiosk eine CD mit irgendeiner Gratis distro oder laden sie sowasvon irgendwoher runter, wo kein schwein drauf kommt. (beim nächsten Urlaub vom Hotel aus beispielsweise). So lange sie alles Cash zahlen und somit anonym bleiben ist das die mit weitem Abstand sicherste methode.
    Und sorgen sie afür dass eventuelle Überwacher no ordentlich Prtion Scheisse in überwachten Postfächern vorfinden, begonnen mit ihrer angeblichen Mitgliedschaft bei der RAF und Stasi. Da merken sie dann zimelich schnell wenn irgendjemand mitliest. Und genau dann gilt: drannbleiben um jeden Preis.
    will ich ein nichtfunktionierendes AKW dann lasse ich gefälschte Baupläne mit stempel „Topf Sekrret“ vermeintlich unabsichtlich auf dem Schreibtisch liegen.

  12. kmeier01, jawohl, so ist es....
    kmeier01, jawohl, so ist es. Muß man nur machen.
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    pedjo, html haben wir hier leider nicht. Auch da wundere ich mich, wie sorglos viele Freunde sind, denen ich mehr Nachdenklichkeit zugetraut hätte. Für einen Bungeesprung umsonst geben die fröhlich ihrer Bank die Erlaubnis, mit ihren Daten zu handeln. Sonderbar.

  13. Naja, Datensicherung. Neulich...
    Naja, Datensicherung. Neulich zeigte mir jemand stolz die zwölf Jahre alten Bänder, auf die jeden Tag gesichert wird. „Hat schon einmal jemand geprüft, ob die Sicherung auf den Bändern verwenbar ist?“ „Nö.“
    Andere wiederum gehen auf „Nummer sicher“. Die bezahlen ihren Systemanbieter dafür, die Daten jede Nacht abzuholen, pardon, online zu sichern.
    Andere wiederum stellen fest, dass jede Nacht um drei Uhr aus Ihrer Firma eine Telefonnummer angerufen wird. Stellt sich nach gar nicht so einfacher Prüfung heraus, dass per call-back Daten abgeholt werden.
    Warum haben die Leute eigentlich ein Schloß an ihren Türen?

  14. PoLochNium, am Ende ist meiner...
    PoLochNium, am Ende ist meiner Meinung nach ohnehin jede Gesellschaft für sich selbst verantwortlich – und eben nur so gut, wie die einzelnen Mitglieder sind.
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    ilnonno, Schlösser an die digitalen Türen sind gerade nicht en vogue.

  15. Sophia: Immerhin eines der...
    Sophia: Immerhin eines der größten Institute in Europa, wenn auch kein deutsches.
    kneipen007: Virenscanner sind schon immer Schlangenöl gewesen. Nur langsam fällt es auf seitdem der Ansatz mit den Signaturen so garnicht mehr skalieren will.
    Stuxnet würde ich vorderhand dann aber doch nochmal in der Schublade Sonderfall eines unglaublich gut geplanten und gezielten, aber vermutlich doch gescheiterten Angriffs ablegen.
    Bemerkenswerter war da eher noch die Einschätzung führender Forscher (u.a. recurity labs) das sie für rund eine Million Euro ein Team zusammen stellen können mit dem man digital überall rein kommt.
    zonebattler: Also bei digitaler wie auch teilweise analoger Lebensunfähigkeit von Akademikern besteht manchmal tatsächlich hoher Unterhaltungswert. Opfer von Trickbetrügern die besonders hohe Renditen versprechen sind auch überwiegend Personen denen es an nichts fehlt und die dies durch eine meist solide formale Bildung erreicht haben. Da scheint Gier häufiger gepaart mit Naivität aufzutreten.
    Ich stelle mir schon die Frage ob ich jetzt bald auch so werde oder ob es dazu dann doch noch ein Dr. vor dem Namen braucht.

  16. ilnonno: Backup ist ja auch...
    ilnonno: Backup ist ja auch völlig überbewertet. Das will ja auch keiner. Restore muss her, das ist nötig!
    Ich habe aber auch schon bei verschiedenen Projekten soon-to-be Leichen hinterlassen weil einfach klar war das über dieses eine Projekt hinaus niemand dafür bezahlt werden würde sich zu kümmern. Da wechselt dann irgendwann, wenn es kein zentrales Backup gibt, auch niemand mehr das Band. Vermutlich bis es durch ist und das merkt dann auch niemand.
    So call-back Geschichten sind mir aber in letzten Jahren nicht mehr begegnet was aber vermutlich eher daran liegt das ISDN und POTS für sowas langsam aber sicher dann doch aussterben. Nicht das die diversen kruden VPN Lösung auch nur einen Deut besser wären.

  17. Ein kleiner Widerspruch noch,...
    Ein kleiner Widerspruch noch, pardon Sophia, zum Text. Konten gibt es nicht dank belegloser Zahlungen zum Nulltarif. Die waren zu Beginn grundsätzlich kostenlos, weil sonst niemand auf die Idee gekommen wäre, sich eines zuzulegen. Erst als die Banken die Leute am Haken hatten ging es mit den Gebühren los, was den obersten Gerichten seitdem und bis heute aus unermüdlich sprudelnder Quelle Arbeit verschafft.
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    Insofern geht es hier nicht um gesellschaftliche Verantwortung, sondern eher um verschiedene Interessen und deren sehr unterschiedliche Durchsetzungsfähigkeit.
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    Streng genommen braucht ein abhängig Beschäftigter, der keine Immobilie finanziert und kein Sofa auf Kredit gekauft hat, auch heute kein Bankkonto. Nicht für seine Bedürfnisse, nur für die anderer.

  18. Orwell würde sich wundern, an...
    Orwell würde sich wundern, an was er alles nicht gedacht hat, wenn er heute mal einen Blick in die Gegenwart werfen könnte.

  19. <p>kneipen007, so weit reicht...
    kneipen007, so weit reicht meine Energie nicht. Ich bin vorsichtig, vertraue nicht jedem, das ist mir genug.
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    tesafilm, das mit dem Team für eine Million habe ich noch nicht gehört – glaube es aber sofort. Wir spielen alle fröhlichen mit schwarzen Kästen, ohne die leiseste Ahnung davon zu haben.
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    ilnonno, was die Nulltarifkonten betrifft: so weit reicht mein Erfahrungshorizont nicht zurück… aber ich glaube schon, daß mehr maschinenlesbare Belege zu weniger Kosten führen – und das irgendwo beim Kunden ankommt. Soweit reicht mein Vertrauen in Märkte.
    Was gesellschaftliche Verantwortung betrifft: auch wenn jeder einzelne nie bei sich die Schuld sucht für systemische Fehler – am Ende sind wir doch für unsere Demokratie und unsere Gesellschaft verantwortlich, meine ich. Klassisches Problem zwischen Kollektiv und Individuum, aber irgendwo glaube ich, gibt es für viele beklagte Phänomene des Alltags auch Entsprechung bei jedem Einzelnen, irgendwo.

  20. Rina.M.
    Ja, die Realität ist...

    Rina.M.
    Ja, die Realität ist meistens besser als jede Fiktion. Manchmal frage ich mich, wie Marsmenschen wohl aussehen werden, wenn wir sie irgendwann treffen. Ganz sicher aber ganz anders, als wir es uns vorgestellt haben.

  21. Schwerst betrübt von der...
    Schwerst betrübt von der Niederlage des THW Kiel…
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    Mein Vertrauen reicht soweit, dass Kosten und Gebühren nichts miteinander zu tun haben. Jede Firma, selbst eine kleine, führt hunderte von Konten, die Gegenseite jeweils auch. Nicht aus Spaß, eher zur Erfüllung gesetzlicher buchhalterischer Mindeststandards. Nur Banken machen daraus einen Mordsaufriss.
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    Ich bin für eine Kassiergebühr an Supermarktkassen, exklusiv für Bankangestellte. Denn denen ist doch völlig klar, dass so ein Kassiervorgang mndestens 10 Euro Kosten verursacht, und dann will einer noch einen Beleg aus Papier für ein 99-Cent-Feuerzeug.
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    Aber lassen wir die Bankmenschen, die defacto längst Angestellte des Staates sind.
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    Was die Verantwortung angeht: Fehler hin oder her. Man arbeitet also als Angestellter einer großen Firma und f… den ganzen Tag Kunden mit AGB, Kleingedrucktem, Gebühren, künstlichem Käse, geklebtem Schinken, usw. Dann geht man nach Hause, und auf dem Heimweg braucht man im Supermarkt, in der Bahn, beim Autohändler etc. plötzlich Verbraucherschutz, weil man sonst von seinesgleichen (nur aus anderen Branchen) gef… wird.
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    Pardon, das ist nicht Verantwortung, das ist organisierte Verantwortungslosigkeit. Aber zu jeder Tages- und Nachtzeit können wir logisch begründen, erklären und notfalls mittels tausender Zahlen beweisen, dass wir nicht anders können.
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    Erklären läßt sich das nur systemtheoretisch.

  22. ilnonno, schon recht, das ist...
    ilnonno, schon recht, das ist verantwortungslos – aber selber schuld sind wir immer noch. Ganz sicher könnte der einzelne anders – aber solange alle weitermachen wie gehabt, lohnt das doch nicht? Die Dynamik von Gruppen fand ich schon faszinierend. Ich wundere mich manchmal, wieviele Leute auf die Bankster und ihr Risikoverhalten schimpfen, aber zwei Tage später bei ihrem Investmentberater sitzen und sagen: „was? nur 4 % Rendite auf Aktien? Das ist zuwenig!“

  23. Ilnonno, herzlichen Dank für...
    Ilnonno, herzlichen Dank für Ihre Ausführungen. Sie sprechen mir aus der Seele.
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    Nur wenn ich die Verbraucherschützer richtig verstehe, gilt ihre ganze Sorge den
    Unterpriviligierten – vermutlich Analphabeten – das müssen recht viele sein und
    man ist sicher auch nicht vor den üblichen Expansionsgelüsten gefeit.
    Irgendwer muß doch da sein, der den eigenen Standart unterschreitet.

  24. Liebe minna, ich denke, bei...
    Liebe minna, ich denke, bei Akademikern kann man von selbstverschulderter Unmündigkeit sprechen, die sind ja nahe genug dran an Medien und sollten eigentlich genug kritisches Denken mitbringen. Am Ende hat aber jeder seine eigenen Fallen: die Akademiker gehen dubiosen Investmentberatern ins Netz, die weniger Privilegierten den Billig-Konsumkrediten und Online-Angeboten. Ähnlich verhält es sich vermutlich mit der Datensicherheit.

  25. Werte Sophia, ich fürchte Sie...
    Werte Sophia, ich fürchte Sie haben Recht. Was den einen das Investment ist
    den anderen der Billigkredit und die Online -Angebote und wenn es bei der Datensicherheit ähnlich aussieht – was soll man da tun, soll man etwas tun?

  26. Liebe minna, man sollte etwas...
    Liebe minna, man sollte etwas tun. Kindern mehr Wirtschaft beibringen und besser sensbilisieren für die Gefahren, allenthalben.

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