Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Von Tugend und Technik

| 116 Lesermeinungen

Gemeinhin gilt Bescheidenheit als Tugend und Fachkompetenz ist ebenfalls eine Zier. Am besten im Doppelpack. Es geht aber auch ohne.

Gemeinhin gilt Bescheidenheit als Tugend und Fachkompetenz ist ebenfalls eine Zier. Am besten im Doppelpack. Es geht aber auch ohne.

Bescheidenheit ist eine sehr schöne und dekorative Eigenschaft. Es gibt Menschen, mit denen kann man gut bekannt sein, und trotzdem fällt einem erst nach Monaten auf, daß sie nicht nur sehr eloquent, nachdenklich und stets gut informiert über das Tagesgeschehen sind (was man schon immer wußte), nicht nur hervorragend in ihrem eher technischen Job, sondern außerdem hochgradig gebildet und belesen und sich eingehend mit Kafka und Camus beschäftigt haben. Solch unaufdringliche Bescheidenheit adelt die Tugenden mit Charakter – von der Sorte, wie sie zunehmend selten wird, weil der Alltag permanente Selbstdarstellung fordert.

Der immer häufiger auftretende Gegenentwurf sind Personen, die von nichts Ahnung aber dafür zu allem eine Meinung haben – und damit nicht verstecken spielen, sondern ihr Umfeld an der vermeintlichen Weisheit permanent teilhaben lassen. Erstaunlicherweise scheint man damit heutzutage im Leben gut klarzukommen: gerade wenn es um randständige Bereiche (wie Kultur oder Literatur) geht, die in Wirtschaftskreisen keinen Wert an sich mehr darstellen, stehen dem Angeber alle Tore weit offen. Beim Mittagessen zu erklären, das Konzert sei toll gewesen, doch, ganz fantastisch – nur habe man nicht verstanden, warum der Dirigent immer nur dem einen Geiger die Hand geschüttelt habe… das ist nicht mehr zwangsläufig ein Fauxpas übelster Sorte, denn möglicherweise weiß auch sonst niemand in der Tischrunde, welchen Ursprungs diese sonderbare Konvention ist. Dann hat man also lediglich erfolgreich vermittelt, ein kulturbeflissener Mensch zu sein, ganz ohne Kollateralschaden.

Das ist zwar traurig, aber immerhin richten solche Menschen keinen Schaden an – es sei denn, ihr berufliches Wissen ist vergleichbar dürftig. Oder von Selbstüberschätzung geprägt. Investmentbanker zum Beispiel, die jedes Gefühl für Risikogrößen verloren haben und völlig darauf vertrauen, daß die Mathematiker in den Kellerlöchern das schon alles zuverlässig berechnet haben. Großer Schaden, wie wir alle sehen konnten.

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Man sollte nicht mit Dingen spielen, die man nicht versteht. Das schärfen wir unseren Kindern ein und verbieten Feuer, Scheren und Schußwaffen. Was uns aber nicht daran hindert, Physiker mit Spaltungsprozessen experimentieren zu lassen, gerne auch in freier Wildbahn mitten unter uns. Obwohl wir eigentlich nicht mal genau sagen können, wann welches Maß an Strahlung tödlich ist. Trial and error in der Volkswirtschaft hat viele Milliarden Euro verbrannt – für trial and error in der Physik hingegen werden wir noch einen wesentlich höheren Preis bezahlen müssen.

Immerhin läßt sich in solchen Fällen (Extrembeispiele! Übertrieben!) die Schuld bequem den anderen zuschieben. Die Atomkraftwerksbetreiber, die Banken, die Risikomanager – damit haben wir ja aber nichts zu tun. In Wahrheit jedoch sind wir im eigenen Leben genauso unverantwortlich. Im Kleinen.

Die meisten meiner Kollegen arbeiten mit dem Computern. Zu diesem Zweck erwerben sie Spezialistenwissen mit Spezialistenprogrammen, lernen Computersprachen, codieren eigene Miniprogramme. Und das auf Vista. Jedes Mal, wenn ich jemanden sehe, dessen Hauptarbeitsgerät der Laptop ist, und der mit diesem Müll arbeitet, schüttele ich innerlich den Kopf. Ich begreife sehr wohl, warum man sich für die Mainstream-Anwendungen entscheidet, Kompatibilität, Umlernkosten, und so weiter – aber gerade dieses Betriebssystem, das verstehe ich nicht. Ich habe auch Freunde, die vor einigen Wochen total begeistert auf Facebook ein neue Anwendung in ihrem Freundeskreis anpriesen: „Find out who’s stalking you“, oder so ähnlich. Ich benutze, nie, niemals irgendwelche Apps und das aus gutem Grund: viel zu riskant, alles Datendiebe. Es ist schön, im Nachhinein Recht zu behalten, wobei ich in diesem Fall auch gerne mal Unrecht gehabt hätte. Ich kenne massenhaft Menschen, die alle mit Rechnern arbeiten, aber die simpelsten Grundregeln mißachten: eingeschränkte Benutzerrechte im Alltagsbetrieb, Virenprogramm, nicht überall draufklicken, Cookies gelegentlich löschen, aus Fenstern an öffentlichen Rechnern ausloggen.

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Immer mal wieder lande ich bei öffentlichen Rechnern auf fremder Leute Facebook-Seiten, fröhlich werden USB-Sticks und Festplatten ein- und umgestöpselt, Rechner bleiben ohne Bildschirmsperre offen stehen – ich sehe das, und winde mich innerlich.

Nun wird mancher argumentieren: wir vertrauen unserem Autobauer, unserem Architekten und unserem Arzt in ihrer Fachkompetenz – warum nicht auch unserem PC-Spezialisten? Es gibt allerdings einen Unterschied zwischen Spezialwissen und Alltagswissen. In manchen Bereichen verbringen Fachleute Jahre mit dem Erwerb von Spezialwissen, da kann man mit Recht darauf vertrauen, daß das einigermaßen vorhanden ist. Die arbeitsteilige Gesellschaft hat das durchaus klug eingerichtet. Der computerisierte Alltag hingegen erfordert kein jahrelanges Studium – sondern lediglich ein bißchen guten Willen. Niemand muß Datenbankspezialist oder Programmierer werden, aber ein bißchen Verantwortung für den eigenen Alltag wäre doch wünschenswert.

Das, und ein bißchen Sensibilität für die Gefahren, denen wir uns beim unsachgemäßen Umgang mit Technik aussetzen. Ganz besonders mit Technik, die wir nicht verstehen. Zweifelsohne ist das menschliche Verständnis begrenzt. Ich hätte als kleines Mädchen tausend Eide geschworen, daß mein Pferd niemals, niemals! Mit mir durchgehen würde. Es war doch mein Pferd, wir waren Freunde, es war zuverlässig und ruhig und überhaupt das beste Pferd der Welt. Retrospektiv war das eine Milchmädchenrechnung. Ein Pferd ist ein Tier, ein Fluchttier obendrein, und wenn es sich erschreckt, geht es durch. Immerhin waren die Risiken meiner Dummheit zwar nicht überschaubar, aber doch kalkulierbar: Pferd geht durch, demoliert ein paar Autos, löst schlimmstenfalls einen Unfall aus, Personenschäden möglich. Das wäre alles sehr traurig für die Betroffenen gewesen, aber keine Katastrophe globalen Ausmaßes – man mag mir also meine Naivität nachsehen.

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Sorgloser Umgang mit den Segnungen der Computertechnik hat die Iraner ihre Atomforschung (bis auf weiteres), die Amerikaner ein Gutteil ihrer politischen Glaubwürdigkeit, und so manche Privatperson viel Geld gekostet – aber auch das sind alles höchstens mittlere Katastrophen. Für unser Spiel mit dem Weltklima hat der ein oder andere Flachlandbewohner bereits eine Anzahlung geleistet und über die Gesamtkosten wird uns die Zukunft belehren – auch da aber, könnte man sagen, haben wir an Schrauben gedreht, von denen wir nicht wußten, welche Konsequenzen es haben würde. Wir waren eben jung und dumm, brauchten den Wohlstand und wußten es nicht besser.

Manche Dinge aber kann man besser wissen – irgendwann. Dann sollte man sich erstens sorgfältig und kritisch informieren. Sind der eigenen Fachkompetenz Grenzen gesetzt, empfiehlt es sich, den Mund nicht allzuweit aufzureißen – sogar dann, wenn man Politiker ist und zu allem eine Meinung hat. Vor allem aber sollte man aufhören, in aller Ahnungslosigkeit weiter mit dem Feuer zu spielen. Wenn meine Freundin sich die Finger an der heißen Herdplatte verbrennt, halte ich ja auch nicht noch einmal mein Patschehändchen drauf.

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116 Lesermeinungen

  1. Sehr verehrte Sophia Amalie...
    Sehr verehrte Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia,
    nachstehender tiefsinniger Senf meinerseits zu Ihren zutreffenden Bemerkungen gegenüber den momentanen Kompetenzen in Sachen „Die Technik“.
    Der Kabarettist Konrad Beikircher in Bonn lebend, geborener Südtiroler, den Rheinländern helfend ihren Dialekt nicht zu vergessen, hatte einmal den herrlichen Joke gebracht: „De Rheinlända kann alles erklären, hät ewer vo nix Ahnung.“ Alles vollnormal, ne? Daraus die Folgerung gezogen: „Am schönsten isset, wenn et schön is!“
    Natürlich trifft diese pointierte Aussage nicht „vollinhaltlich“ für nur einen Volksstamm zu, diese Art von Schwadronierer (rhein. Schwadlappe) gibt es so ziemlich überall. Es sind öfters auch Verteidiger der Lufthohheit über den Stammtischen.
    ..
    Das Vertrauen in „die Technik“ ist sehr oft bewundernswerter Heroismus (?) und ebenso oft gepaart mit schlichter partieller Demenz, sprich Ausblendung. Damit meine ich auch mich selbst, sowohl als gelernter Techniker wie auch als (ungelernter) Anwender/Konsument. Besonders krass zu beobachten am Beispiel des Verhaltens von Autofahrern in Bezug auf die physikalische Relation von Bremsweg zu Geschwindigkeit und daraus entstehende, mögliche worst-case-Folgen.
    Letzterer ungeliebter Zustand, wenn er denn nach Inkrafttreten des Restrisikos (welches vermeintlich eigentlich als Null zu betrachten sei)auftritt, mündet meist in chaotische Unorganisiertheit, die wiederum mit eingeübten Beschwichtigungsformelei übertüncht wird. Stabsübungen für den Notfall helfen nur bedingt. Ähnlich wie es Moltke d. Ä., ein hervorragender Stratege und Planer, sinngemäß äusserte: Sobald der erste Schuß gefallen ist, wird der Ausgang einer Schlacht (Krieg) zur Glückssache. Damit ist gemeint daß das Nichtgeplante, Unvorgesehene im Kalkül
    in seine Rechte treten kann oder auch die normative Kraft des Faktischen verschafft sich Raum.
    http://www.internetratgeber-recht.de/Verkehrsrecht/Rechner/rechner-bremsweg.htm
    Nachsatz: Wieso gibt es in Reaktor 3 Fukushima Plutoniumproduktion? Man wollte doch wohl nicht etwa…..?

  2. In der Schule haben wir...
    In der Schule haben wir gelernt, dass ja nun mal nicht jeder Abgeordnete gleich gut über Landwirtschaft, Bildungspolitik und Verkehrsrecht bescheid wissen kann, weshalb es die Fachausschüsse gebe, deren jeweiligen Angehörigen die Fraktionen dann in der Regel bei der Stimmabgabe folgen – Ausnahmen seien lediglich die sogenannten „Gewisensentscheidungen“ bei ethischen Fragen. Ein nachvollziehbares Modell, das seine Schwächen natürlich genau in diesem „Vertrauen“ hat, denn auf der anderen Seite der Medaille finden die Hinterzimmerkungeleien statt.
    Man steckt ja heute mehr denn je in diesem Dilemma fest, gar nicht über alles bescheid wissen zu können und doch irgendwie entscheiden zu müssen, und sei es mittelbar. Und ein weiteres Problem: Es gibt Menschen, die ohne Fachkenntnis trotzdem gut verwalten und regieren können, gelegentlich besser als die mit der sogenannten Fachkenntnis. Also: Muss ein Verteidigungsminister „gedient“ haben, ein Landwirtschaftsminister Viehzucht beherrschen? Ist ein „Internetausdrucker“ automatisch jemand, der die Welt nicht versteht? Es sind ja (hoffentlich) politische Entscheidungen, die da getroffen werden, und allzuoft verbergen sich die Entscheider hinter vorgeblichen Sachzwängen oder irgendwelchen „neutralen“ Gutachten.
    Und dennoch bin ich ganz Ihrer Meinung, die Blender und Schwätzer und Dampfplauderer, die zu allem sofort eine Meinung haben, sind eine Plage. Ich kann dazu nur sagen: Man erkennt sie überraschend schnell.

  3. Plindos, wenn sich nur mehr...
    Plindos, wenn sich nur mehr Menschen dieser einfachen Wahrheiten bewußt wären! Habe gestern ein Buch zur Finanzkrise gelesen mit vielen Zitaten kluger Geister, die alle die Blase vor der Krise als sinnvoll, normal, notwendig gerechtfertigt haben… das war mal wieder ein echter Augenöffner für den Menschen und seine Einbildungen.
    .
    nnier, ich will gar nicht unbedingt Poliitkerbashing betreiben – das gilt genauso für 20-jährige Personalabteilungs-Hühner ohne Menschenkenntnis, für Banker und Manager ohne Unternehmertum… aber ja, ich finde es schon grotesk, wenn ein Verteidigungsminister sich um die Wehrpflicht gedrückt hat – oder die einzige Kompetenz der Familienministerin ihre Familie ist.

  4. Liebe Sophia, wie konnten Sie?...
    Liebe Sophia, wie konnten Sie? Unverantwortlich? Ich? Nie! Ja klar, ich mache das und unterlasse jenes, aber verglichen mit dem und in Relation zu dort sind das doch alles Peanuts. Was? Sie wollen MEIN Verhalten mit dem der gierigen X, der korrupten Y, der unverantwortlichen Z vergleichen? Unverschämtheit. Und das mir! Sie wollen doch nur ablenken! Sind Sie gekauft? Wie kann man so herzlos sein, bei so viel Leid, das durch DIE verursacht wird? DIE werden doch dafür bezahlt. Und ich habe einfach keine Zeit. So viele andere Verpflichtungen. Woher soll ich den wissen? Wofür haben wir eigentlich Behörden? Sollen doch die Medien mal anständig informieren! Wenn man mir das damals gesagt hätte! Mein Nachbar hat mir gestern erst erklärt. Beim Friseur habe ich jemanden getroffen, der hat da gearbeitet. Das ist doch alles ganz anders. Lenken Sie nicht von den wirklichen Zusammenhängen ab. DIE sind schuld! ICH bin unschuldig! Basta!

  5. ThorHa, genau!...
    ThorHa, genau!

  6. Das passt jetzt wahrscheinlich...
    Das passt jetzt wahrscheinlich nur halbschlecht hier her.
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    Aber dennoch: würde ich heute eine Art „Auto“ erfinden. Hätte ich eine Chance? Ich würde gegen mehrere etablierte Branchen antreten. Kutschenbauer, -händler, -verleiher. Pferdezüchter und -händler. Man müsste für meine Erfindung Straßen bauen, die auf Dauer ganze Gegenden umkrempeln. Es würde bald „Opfer“ geben wegen sogenannter Verkehrsunfälle (die gab es vorher auch, aber nicht so viele und nicht so arg).
    .
    Käme ich gegen die Kutschen- und Pferdelobby an?

  7. SAAI, Professioneller...
    SAAI, Professioneller Dilettantismus ist für mich die schönste Bezeichnung. Und wir alle wissen doch, warum es so funktioniert, wie es eben nicht sollte. Die Wahrheit ist für den Mensch nur wenig verträglich, an Lügen zu glauben ist weit interessanter. Und da nur wir das wissen, wollen wir uns rühmen.

  8. Verzeihung, ich glaube, dass...
    Verzeihung, ich glaube, dass mir beim Lesen auffällt … dass Ihr eigener Gestus auch nicht frei von unbescheidener Selbstgewissheit ist und Sie in einigen Punkten, z.B. was die Investmentbanker angeht, auch eher zu den Pauschalierern zu zählen sind.
    Overconfidence – allenfalls bei sehr guten Tradern findet man ein kritisches Bewusstsein für die Gefahr des gewohnheitsmäßigen Optimismus in die Richtigkeit der eigenen Meinung.

  9. ilnonno@: Es passt halbgut....
    ilnonno@: Es passt halbgut. Warum? Weil jeder Bürger den ganzen Tag hinter irgendwelchen Sach-Informationen herhechten müßte um sich ein umfassendes Bild
    der Lage und der Situation zu verschaffen, die, womöglich, krisenhafte, um nicht zu sagen katastrophale, Ausmaße angenommen hat. Da die die meisten Bürger sich den täglichen Lebensunterhalt in ihren Berufen verdienen müßen, können sie sich ein nur lückenhaftes und verschwommenes Bild von Ereignissen verschaffen, die möglicherweise seine eigenen Lebensumstände und die seiner Nachkommen bzw. deren Gene irreparabel beschädigen (können). Von Strontium und seiner Wirkung auf den menschlichen Organismus weiß man nur wenig, es soll aber hochgefährlich sein.
    Allein die Wirkung von Plutoniumstäuben samt deren Halbwertszeit von ca. 25.000 Jahre sind absolut jenseits aller menschlichen Erfahrungshorizonte, sodaß ich nur die Kühnheit von Politikern bewundern kann, die pausbäckig von Brückentechnologien und Moratorien schwafeln und damit vor das werte Publikum treten, weil Wahlen zu bestehen sind. Entweder sie sind wirklich ahnungslos was die Einschätzung einer hochkomplexen Technik und deren Gefahrenpotential angeht oder absolut zynisch.
    Mit Appellen an die Ethik (von wem eigentlich?) ist da kein Blumentopf mehr zu gewinnen.
    ..
    Wenn ich mir die Laienspielschar in Japan, einem hochtechnisierten Land von Weltrang, bei der Bewältigung seiner desaströsen Ereignisse in Bezug auf den Supergau (es ist einer, da helfen keine Beschönigungen) ansehe und das auf unsere Nation für den Ernstfall transponiere, dann sträubt sich mir das Gefieder. Von „der Wissenschaft“ hört man nur verlegenes Hintergrundgemurmel, einzig Prof. Dr. med. Edmund Lengfelder, Strahlenmediziner und Strahlenbiologe, München, spricht Klartext was die Gefahrenlage in Japan und die mögliche bei uns angeht.
    ..
    Dieses furchtbare Unglück ist nicht mehr nur eines welches nur die Nation Nippon betroffen hat, sondern es hat sich unversehens und unter der Hand in den letzten Tagen zu einer globalen Katastrophe entwickelt. Sofern hier Rettung (noch) möglich sein wird, so ist es höchste Zeit dem Rechnung zu tragen und internationale Maßnahmen, etwa im Rahmen der Vereinten Nationen, zu treffen. I’m absolutely sure that it is.

  10. ilnonno, passt schon. Aber...
    ilnonno, passt schon. Aber Autoverkehr hat doch irgendwie immer noch andere Dimensionen – auch im Hinblick auf zukünftige Generationen.
    .
    nico, professioneller Dilettantismus hört sich schon wieder gut an. Irgendwie beeindruckend. Klassischer Euphemismus.
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    Brett, beim Investmentbanking liegt ein Systemfehler vor, der es allen erlaubt, die Verantortung woanders hinzuschieben. Das mag nicht der Hauptauslöser gewesen sein, hat aber mit Sicherheit eine Rolle gespielt. Und wer sagt Ihnen, daß ich von dem Thema keine Ahnung habe? Ich könnte ja durchaus auch selbst Bankerin sein – hypothetisch.

  11. Plindos, das ist ja gerade das...
    Plindos, das ist ja gerade das schlimme: wir wissen es alles gar nicht genau. Da kann dann auch der beste Journalismus nicht mehr helfen, weil selbst Experten nur mutmassen können.

  12. SAAI, danke. Wie der Schlaf...
    SAAI, danke. Wie der Schlaf der Bruder des Todes ist der Dilettantismus das Gefährt des Euphemismus – und erklingt aus dem Hals des der Agonie geweihten Narziß.

  13. @ilnonno: "...würde ich...
    @ilnonno: „…würde ich heute eine Art ‚Auto‘ erfinden. Hätte ich eine Chance? Käme ich gegen die Kutschen- und Pferdelobby an?“
    .
    Ihre Frage sehe ich zu Recht in diesem Kontext. Technik ist Teil der Bildung und benötigt Aufklärung durch die Medien. Das Problem dabei: In der Presse geht es noch heute zu wie im Mittelalter.
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    Siehe Bibelverbot. Martin Luther hat vor gerade mal 500 Jahren gewirkt. Der Vatikan hat diesen Luther wie einen Terroristen gejagt, hat Armeen und brutalste Kriege gegen ihn in Gang gesetzt. Und das alles, weil er die BIBEL übersetzt hat, die bis dahin vom Vatikan zensiert war und deren Besitz – also das Lesen der Bibel – jedem Nicht-Kleriker – also Nicht-Apparatischik – VERBOTEN war.
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    So einfach und doch brutal funktioniert Zensur seit jeher.
    Könige und Kaiser, auf Betreiben der Päpste, haben das „Bibelverbot“ erfunden, damit durch die „Heilige Schrift“ nicht „Laien und böswillige Geister zu Ketzerei oder ‚Irrtum‘ verführt“ würden. Klartext: Damit depperte Untertanen, altdeutsch für Bürger und Steuerzahler, erst gar nicht mit dem selbständigen Denken anfangen oder gar den Mund aufmachen. Derlei „Sünden“ wurden vorsichtshalber auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Selbstverständlich bin ich Atheist. Gott sei Dank.
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    Was hat das mit „Auto gegen Pferdekutsche“ zu tun…?
    Vor 100 Jahren war die Pferdewirtschaft keine Wirtschaftsweltmacht; sie war lediglich ein scheinbar alternativloses Naturgesetz. Eine Lobby zur Verteidigung der Pferdewirtschaft war also überflüssig. Die Erfindung „Auto“ hatte keine Feinde und somit freie Fahrt.
    .
    Heute ist das Auto dank Lobby-zensierter wie egoistischer Pressearbeit (Anzeigeneinnahmen) zu einer „Heiligen Kuh“ geworden. Versuchen Sie heute über diese hirnrissige Autoseuche aufzuklären, dann ergeht es Ihnen wie Martin Luther: Sie kriegen es mit den Auto-KönigenKaisernPäpsten dieser Welt zu tun und Sie werden auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
    Es sei denn, Sie haben so viel Glück wie Luther und finden mächtige Verbündete, denen Ihre Anti-Auto-Erfindung gelegen kommt… ;-))

  14. Ist in den deutschen Medien...
    Ist in den deutschen Medien die Samstagsarbeit verpönt…?
    Da hat man die Segnungen des Internets wohl gründlich missverstanden.

  15. Das eigentliche Problem ist...
    Das eigentliche Problem ist niemals das EDV-System sondern die Welt ausserhalb desselben. Eigentlich müssten die SysOps dieser Welt erstmal zu den Invetsmentbanken gehen und denen erklären, daß si gefälligts für möglichst gerechte Verteilung des Wohlstandes auf dem Globus (nicht im Unternehmen oder der nationalen Volkswirtschaft) sorgen müssen, damit sie wiederum nicht ständig mit Manipulationen zu kämpfen haben. Das Internet war der erste vollkommen deregulierte freie Markt für alles was sich in (oder in Verbindung mit oder über) Bits und Bytes transportieren lässt. Aus den gemachten Erfahrungen können Volkswirte für die Globalisierung in anderen Bereichen lernen.

  16. Das schlimmste Problem ist die...
    Das schlimmste Problem ist die Falschzurodnung von Identitäten. (s.a. Weihnachtsgeschichte).

  17. Rheinwein, gerade heute habe...
    Rheinwein, gerade heute habe ich mit einem Freund darüber diskutert, daß unser Staat immer noch ziemlich gut ist – und am Ende die Bürger jene Demokratie bekommen, die sie verdient haben. Man ist immer auch für sich selbst und das eigene Handeln verantwortlich. Am Ende.
    .
    Immaculata – wie meinen?
    .
    Partei_Party, siehe oben. Nicht die Volkswirte müssen Wohlstand gerecht verteilen – das ist unsere Aufgabe. Die der Bürger.

  18. EinElternteilDiktatur, wenn...
    EinElternteilDiktatur, wenn Sie etwas zu sagen haben, würde mehr als ein Satz sicher zur Verständlichkeit beitragen.

  19. Na dann nehmen Sie mal ihre...
    Na dann nehmen Sie mal ihre Atlanten (sic!) und suchen sie nach dem jangtse Staudamm (Dre Schluchten Staudamm) oder – warum so weit in die ferne schweifen was Flutwellen angeht:
    http://www.ederseeruinen.de/Zerstoerung.htm
    http://www.ederseeruinen.de/
    Ein großes schnell fließendes Gewässer nennt man meines Wissens nach Strom.

  20. @Sophia A.A.I. oder Sofía...
    @Sophia A.A.I. oder Sofía Amalia Antonieta Infinitisimal; im Interesse der Sprachbereinigung: Jedes Land hat die Regierung, die es verdient. Das könnte stimmen, wenn es nicht die Presse gäbe, die genau das per Zensur verhindert.
    .
    @Partei_Party: Volkswirte haben mit der realen Wirtschaft so viel zu tun wie Wunschdenken mit der reinen Physik, nämlich Null-Komma-Nichts.
    Volkswirte, insbesondere Lehrstuhlinhaber auf Steuerkosten, sind bezahlte PR-Hostessen im Dienst des Finanz- und Politikgewerbes. Um es mit dem von mir keineswegs geschätzten Winston Churchill zu sagen: „Ich glaube nicht an Statistiken; aber wenn ich mal eine brauche, dann fälsche ich sie selber!“

  21. @Sophia Amalie Antoinette...
    @Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia: Auf das Fehlen der Überprüfbarkeit des Zusammenhanges von Papieren/Ausweisen – und ganz speziell zurück zum thema – Logins am rechner habe ich bereits hingewiesen als die ersten EC-Kartenterminals aufkamen. Das Problem ist allerdinsg über 2000 Jahre alt.
    Wobei Frauen ja nachgesagt wird (ein Bekannter nannte das mal: sich tapezieren/lackieren) den SPIEGEL als Existenznachweis anzusehen.
    Die SENSEs [en] Frage (sesorischer Input -> Output) war um 1997/98 herum (also bevor Matrix in die Kinos kam) eine gern diskutierte Frage (übrigens schon bei den alten Griechen) ich meine zu erinnern die Fachrichtung nennt sich Existenzphilosophie.
    Zuletzt meinte ein Mitbegründer der späteren Piratenpartei der Unterschied zwischen uns und einer Maschine läge darin, daß Bilogische Organismen unabhängig von einer externen Energiequelle funktonieren. Da werden die Netzwerker von der Stanford-Uni ihn dem Namen nach etwas besseren belehrt haben.
    Nichts dessen Nicht-Existenz vorstellbar ist kann existieren.
    Und da kommen wir (zurück zu den Logins) auf den BEWEIS der Unmöglichkeit etwas aus sich selbst heraus zu erzeugen. OBJEKTIV betrachtet.
    Und da sind wir dann bei der Registerfälschung des Census von vor 2000 Jahren. Wenn Sie so wollen der erste ID-Hack der Weltgeschichte.
    Die Wurst hat nicht zwo sondern vier Enden.

  22. <p>Rheinwein, Ägypter sind...
    Rheinwein, Ägypter sind auch ohne freie Presse auf die Barrikaden gegangen. Und wer sich informieren will, kann das im im Internet ohne Ende tun – hier jedenfalls.
    .
    EinElternteilDiktatur, das ist mir zu abgehoben. Ich glaube an das, was ich erlebe, sehe, höre, wahrnehme. Für tiefergehende Überlegungen bin ich leider zu dumm. Nebenbei: wir existieren nicht ohne externe Energiequelle… sonst verhungern wir schließlich.

  23. EinElternteilDiktatur26. März...
    EinElternteilDiktatur26. März 2011, 16:03@: In einem anderen Blog von mir Nachstehendes in ähnlichem Zusammenhang gebracht.
    Κατάχρηση για ένα μεγάλο χρονικό διάστημα
    verballhornt:
    Der Zahn der Zeit, der schon so viele Tränen getrocknet hat, wird auch Gras über diese Wunde wachsen lassen.

  24. @Sophia A.A.I.: "Ägypter sind...
    @Sophia A.A.I.: „Ägypter sind auch ohne freie Presse auf die Barrikaden gegangen.“
    .
    So tief sind wir gesunken, so heuchlerisch ist die deutsche Presse in der obszönen Nahrungskette unseres Parteiengewerbes: Jetzt müssen die armen Teufel in Nordafrika und Arabien als Feigenblatt für unsere angebliche Meinungsfreiheit herhalten. Wie heldenhaft, dass sie sich zu Tausenden massakrieren lässen, während unsere eigene Regierung den Schwanz einzieht. Ekelhaft.
    .
    Bleibt nur zu hoffen, dass die arabische Revolution auch am europäischen Nordufer des Mittelmeers an Land gehen wird…

  25. <p>Rheinwein, ich bin nicht...
    Rheinwein, ich bin nicht die FAZ, sondern freie Autorin mit eigener Meinung. Und sehr dagegen, die Schuld für jedes Defizit immer bei anderen zu suchen. Wenige Länder haben eine so vielseitige Presselandschaft wie wir, plus freien Zugang zu Internet. Wenn Sie mit der Politik nicht einverstanden sind, empfehle ich den Gang zur Wahlurne wie auch das persönliche Engagement. Davon abgesehen ist das nicht Thema des Beitrags – weitere off-topic Kommentare werde ich nicht freischalten.

  26. <p>Wer hier mitreden möchte,...
    Wer hier mitreden möchte, möge doch bitte unter vernünftigen Nicknamen kommentieren – nicht unter krausen Wortzusammenstellungen.Das macht es leichter, ernsthafte Beiträge von sinnlosem Spam zu unterscheiden.

  27. Sophia A.A.I., herzlichen Dank...
    Sophia A.A.I., herzlichen Dank für die freundliche Empfehlung.
    Mein „persönliches Engagement“ steht in Gestalt einer angespitzten Mistgabel bereits in der Scheune. Ganz in der Tradition des Alten Europas:
    http://www.youtube.com/watch?hl=en&v=SIxOl1EraXA&gl=US
    À bientôt :-))

  28. @Rheinwein 26. März 2011,...
    @Rheinwein 26. März 2011, 17:23
    Ihnen passt die Ausrichtung der meisten Medien nicht, weil Sie diese persönlich für falsch halten = Zensur? Nach dem Motto „Ich habe Recht! Wenn die Presse darüber nicht täglich berichtet, ist das Zensur!“ Gott schütze die Medien (bei all ihren Fehlern) vor dieser Art der Verteidigung der Meinungsfreiheit.

  29. "Krausige...
    „Krausige Wortzusammenstellungen“?
    Würden Sie die Güte haben, mir Ihren eigenen Nickname zu entschlüsseln?
    Ein anderer Kommentator hat ihn bereits ins Spanische übersetzt. Sollten Sie sich für eine von fünf Sprachen entscheiden, dann könnte man ihn zwecks Anrede auch abtippen.

  30. "Nebenbei: wir existieren...
    „Nebenbei: wir existieren nicht ohne externe Energiequelle… sonst verhungern wir schließlich.“
    Es sei denn wir würden uns diese Energiequelle SUBJEKTIV einbilden. Einen OBJEKTIVen Beweis werden sie nicht erbringen können.
    Ich lese ihre Selbstgespräche (inneren Diskurs) zu dem Thema recht gerne.

  31. @Sophia Amalie Antoinette...
    @Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia. Wäre dieser genehm?

  32. Werter ThorHa,
    ich hatte...

    Werter ThorHa,
    ich hatte Ihnen die preussischen Pickelhauben-Portraits schon an anderer Stelle gewidmet; siehe „Diktatur des Kommentariats“ am 25. März um 10.24hrs…
    Ich hoffe, Sie sind diesmal einverstanden :-))

  33. Immaculata, wenn Sie mich...
    Immaculata, wenn Sie mich schon zitieren, dann bitte richtig. Und auch hier gilt: Weniger kryptische Aussagen erleichtern die Antwort.
    .
    EinElternteilDiktatur, ich sag doch, für solche Erwägungen bin ich zu dumm. Oder zu sehr no-nonsense.
    .
    FatherOfGod, wollen Sie mich ärgern?

  34. Sophia Amalie Antoinette...
    Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia@:>Da kann dann auch der beste Journalismus nicht mehr helfen, weil selbst Experten nur mutmassen können.< .. Darf ich Ihnen sanft widersprechen? Vorhin hatte ich, wie ich meine, eine sehr gut recherchierte Sendung von einer französichen Kollegin Ihrerseits auf ARTE gesehen. Titel: "Unser täglich Gift" Es ging um die unheilige Allianz von Chemischer Industrie, Aufsichtsbehörden, nationaler und die der EU (EFSA) sowie der FDA (USA)welche sich der Studien der Industrie bedienen zur Untermauerung ihrer Normen, sowie von Wissenschaft und Politik in Sachen Lebenmittelproduktion etc.. Untermauert mit knallharten Fakten. Fazit: "Die Verbraucher tragen das Risiko" unter dem Rubrum der Selbstver-pflichtung der Industrie. Diese Verpflichtung ist leider zum großen Teil ein hohler Zahn. .. Das Thema "Industrie und Ökologie" kann man im heutigen FAZ-NET-Wirtschaftsteil in seiner Brisanz sich ansehen.

  35. Sophia Amalie Antoinette...
    Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia, ich zitiere Sie gerne wörtlich: „Für tiefergehende Überlegungen bin ich leider zu dumm.“ [um 18:30 Uhr]

    Und zu stutenbissig. Weshalb ich mich von diesem Ponyhof verabschiede; ich könnte sonst austreten – und gäbe böse blaue Flecken.

  36. Plindos, ich bezog mich...
    Plindos, ich bezog mich ausschließlich auf einen vorangegangenen Kommentar und Atomkraft. Da wissen wir so wenig, daß bestimmte Fragen einfach niemand beantworten kann. Das gilt natürlich nicht für andere Themen.

  37. Wo bleibt mein Abritt vom...
    Wo bleibt mein Abritt vom Ponyhof … … ?
    Grosse Klappe und nichts dahinter. Das passt ja.

  38. Immaculata, ich bin freie...
    Immaculata, ich bin freie Autorin. Ich werde nicht für Kommentare bezahlt. Ich sitze aber trotzdem am Samstag Abend hier, schalte frei und antworte Personen, die mich in meinem Wohnzimmer anpöbeln, während ich unbezahlte Überstunden leiste. Wem mangelt es hier jetzt an Benehmen?

  39. Sophia Amalie Antoinette...
    Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia@
    Sorry, falls ich da eine eventuelle Übersprungshandlung begangen haben sollte.
    Ich finde es dennoch schon großartig, daß hier im gesitteten Rahmen, „Starck-teutsch“ geäussert werden darf.
    ..
    Damit ich nicht mißverstanden werde, an Technik- wie auch an Wissenschaftshatz ist mir nicht gelegen, aber an klarer Trennung der Sphären. An jener der Politik schon eher, weil diese ihre Aufgaben in den letzten Jahren des öfteren verkannt hat.

  40. @Immaculata 26. März 2011,...
    @Immaculata 26. März 2011, 19:07
    Tschüss.
    @EinElternteilDiktatur 26. März 2011, 18:41
    Frei nach Goethe: Wenn ich die Meinung eines andern anhören soll, so muss sie positiv ausgesprochen werden, Problematisches hab’ ich in mir selbst genug.
    @Plindos 26. März 2011, 18:52
    Unser tägliches Gift kann soooo schlimm nicht sein. Der einfachste Indikator dafür ist die Lebenserwartung. Und die steigt seit 1900 – von damals durchschnittlich 38 Jahre (Bayern, Männer) auf nunmehr 78 Jahre (dito) bei Geburt. Diese Art der Vergiftung lasse ich mir gerne gefallen. Was nicht heisst, dass man den Einfluss der Pharma- oder Chemie- Industrie auf Politik oder Aufsichtsbehörden nicht kritisch betrachten darf. Solange man dabei Augenmass bewahrt. Auch bei „kritischen“ Berichten sollte man IMHO das Berichtete immer an harten Fakten abgleichen – gerade besonders „kritische“ Journalisten neigen dazu, vor lauter Empörung den Wald nicht mehr zu sehen.
    @Rheinwein 26. März 2011, 18:50
    Danke für die Pickelhauben-Porträts. Sie erlauben einen Einblick in Ihr Denken.

  41. @Plindos: das Plutonium ist in...
    @Plindos: das Plutonium ist in den MOX-Brennstäben drin. MOX=Mischoxid. Das ist das wiederaufbereitete Zeug, was man in D schon vor Jahren nicht wollte. Was die damit wollten – Strom machen. Hat ja auch geklappt, bis Erdbeben und Tsunami die Anlage zerdepperten.
    @SophiaAAI: ergänzend zu den vorgestellten Personenarten würde ich noch die Ablaberer nennen, denen es in einem Gespräch nicht um eine Erweiterung, ein Ergebnis, einen neuen Aspekt, eine andere Sichtweise geht, sondern nur um Breite ihrer Präsenz.

  42. @ Frau Sophia Amalie...
    @ Frau Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia:
    Sie beschweren sich ueber die Art von Menschen, die von nichts Ahnung aber dafür zu allem eine Meinung haben, werfen aber selbst einige sehr schwammige Statements ueber Atomphysik in den Raum, bei denen ich mir ueber ihre Qualifikation unschluessig bin. Sie behaupten man wisse nicht welches Mass an Strahlung toedlich ist. Hervorragend! Was sie verschweigen ist, dass es unmoeglich ist dies zu wissen, da dies ein statistischer Prozess ist. Ueber die Wahrscheinlichkeiten zu Erkrankungen nach einer Strahlenvergiftung gibt es jedoch hervorragende Studien. ( Zur Verdeutlichung, natuerlich weiss ich nicht ob Kopf oder Zahl fallen wird, aber ich kann sagen dass die Wahrscheinlichkeit bei 50% liegt! Und besser wird das niemand jemals koennen, sollen wir deswegen also jegliche Forschung oder Nutzung nuklearer Energie einstellen? )

    Zum Thema Online-Sicherheit: Soso, sie benutzen also niemals Apps auf Facebook? Warum denn aber ueberhaupt Facebook? Das finde ich zu leichtsinnig! Jemand anders findet es vielleicht zu leichtsinnig, dass ich ueberhaupt Internet benutze! Wer entscheidet denn bitte wo hier die Grenze liegt?

    Zum Thema Selbststudium der benutzten Technik: Kalkulieren Sie den Bremsweg exakt waehrend sie Auto fahren? Mit wievielen Schloessern ( Oder Kameras? ) ist ihr Haus gesichert? Wie gut haben Sie ihr Virenschutzprogramm konfiguriert? Sie koennen nicht alles wissen und sich perfekt schuetzen! Und verzeihen Sie bitte, aber es klingt fuer mich sehr ueberheblich auf Leute herabzuschauen, die „USB-Sticks froehlich umstoepseln“. Dafuer hat dieser Umstoepsler eventuell die Zeit genutzt sich ueber gesunde Ernaehrung zu belesen, was langfristiger moeglicherweise wichtiger fuer sein Lebensglueck ist.

    Ein letztes: „Das Konzert war toll, nur habe ich nicht verstanden warum … “ drueckt fuer mich in keinster Weise angeberisches Verhalten aus. Diese Aussage beinhaltet a) eine persoenliche Meinung und b) das Zugestaendnis von Nichtwissen mit Bitte zur Erklaerung! Also in meinen Augen verfehlt das Beispiel die Aussage vollkommen.

    Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Ihrer Grundaussage zu mehr Vorsorge und mehr Bescheidenheit in Dingen von denen man keine Ahnung hat stimme ich zu, aber der obige Artikel klingt fuer mich persoenlich nur provokant und ueberheblich.

    Mit freundlichen Gruessen

  43. colorcraze, die sind bei mir...
    colorcraze, die sind bei mir implizit in den Angebern enthalten – aber ja, sie verdienen eigentlich eine eigene Kategorie.
    .
    Djeramon, Atomphysik, Finanzkrise, Bremswege: alles Wahrscheinlichkeiten, die wir nicht wirklich abschätzen können. Stellt sich nur die Frage: darf man dann damit rumspielen? Ist es das wert? Und wieviel Verantwortung trägt man selbst? Was kann man vernünftigerweise wissen? Was nicht?
    Ich erhebe keinerlei Anspruch darauf, auf diese Fragen eine Antwort zu haben – ich will nur zur Diskussion anregen. Und genau das unterscheidet mich von den Angebern mit viel Meinung ohne Ahnung.

  44. besten dank, man muss sich...
    besten dank, man muss sich heute immer öfter an die nase resp. vor den mund fassen, um nicht jeden dummschwätzer und neunmalklugen niederzu…reden. und damit uU selbst einen emotional ausgelösten fauxpas zu begehen.
    wenn du etwas tust, etwas lernst, etwas betreibst, dann tu es mit all deiner energie, sorgfalt und disziplin. und öfter mal klappe halten…

  45. Ja, die Götter kommen aus der...
    Ja, die Götter kommen aus der Kulisse und erweisen sich als böse Wesen. Technik ist nicht Wissenschaft, nicht einmal unbedingt durchdachtes Wissen. Das kann gerade wieder einmal gelernt werden. Und über RADIOAKIVITÄT wissen wir seit „Kraftwerk“ (die passten übreigens ihre Performance den Ereignissen an) auch artistisch mehr, als uns auf der A3 bei Tempo 200+ oder beim Spiel mit iPod und Power Mac, beim Reden über die Techné, so flüssig über die Lippen geht. – Zu Investmentbankern mag ich nichts sagen. Die sagen doch selbst genug und verfügen über Chöre, die freiwillig für sie singen.
    Die Wahrhaftigkeit geböte, öfter einmal in die eigene Rumpelkammer zu steigen und sich die Leichen anzusehen, die uns der ewige Panama-Kanal kostet. So weit wie Mortimer sind leider erst ganz wenige Zeitgenossen. Heute fehlt nur der Witz und die Lust am Galgenhumor, weil einem irgendwie doch das Lachen einfriert und nur der ultimative Schrecken bleibt, auch weil der sich 9000 km entfernt entfaltet und gar keine Lust zeigt freiwillig in sein Bunkergehäuse zurück zu kehren.
    Fröhliche Wissenschaft aber, die Pflege der Sancta Ignorantia, hilft vielleicht dabei, alles als Teil der großen Schafherde zu futtern, was die scheinheilig
    freundlichen Hirten bis kurz vor Ostern an Futter zur Verfügung stellen. Dann gibt es bei denen nämlich Lammbraten.
    LG
    Christoph Leusch

  46. Auf die Gefahr hin, dass ich...
    Auf die Gefahr hin, dass ich hier niedergerredet werde …
    .
    Herr Kappes schreibt heute: „Als kürzlich die Idee von Google publik wurde, im hauseigenen Betriebssystem Chromium die URL-Zeile, die Adresszeile für Internetseiten, auszublenden, löste das Diskussionen aus. Dabei verwechselten viele Kritiker das Betriebssystem mit Googles Browser Chrome.“
    .
    Nun, die FAZ sollte lieber mal etwas über den googleschen ‚Chromium‘ Webbrowser, z.B. unter dem aktuellen 10.04 LTS Ubuntu Betriebssystem schreiben, anstatt augenscheinlich, wie hier, den Webbrowser ‚Chromium‘ mit dem Betriebssystem ‚Chromium OS‘ zu verwechseln. ;-)
    .
    URL (‚Erste Ansätze von Google und Facebook‘):
    http://www.faz.net/s/Rub4C34FD0B1A7E46B88B0653D6358499FF/Doc~E68A2CACD95FB43CD9599DB40899E3547~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  47. colorcraze@: Sie wissen so gut...
    colorcraze@: Sie wissen so gut wie ich, daß einer der Gründe warum man in Kalkar
    mit dem schnellen Reaktor SNR-300 und der Plutoniums-Fertigungsanlage Hanau deswegen tabula rasa machte, weil nämlich die Möglichkeit bestand, waffenfähiges Plutonium herzustellen. Dazu gäbe es mit Sicherheit noch einiges mehr zu erzählen. Ein crime movie wäre dagegen ein harmloses Kindermärchen.
    ..
    ThorHa@:Saubere Argumentation, gratuliere. So gesehen können die Bewohner der Anrainerstaaten zu Tschernobyl ihr Glück kaum fassen. Gestatten Sie mir den nochmaligen Hinweis auf die erschütternden Erkenntnisse des Radiobiologen Herrn Prof. E. Lengfelder. Der übrigens den jetzt gerade zur Höchstform auflaufenden Supergau in Japan schon einige Tage vorher im ZDF progostizierte.

  48. @Sophia, Sie beschweren sich...
    @Sophia, Sie beschweren sich über „Angeber“ im Kommentariat, hausieren aber selbst schon im ersten Absatz bei „hochgradig gebildeten“ Menschen, die „sich eingehend mit Kafka und Camus beschäftigt haben“. Peinlich abgedroschen, dieses weltfremde deutsche Feuilleton-Gesülze, mit dem bezahlte Schreiber so gerne die eigene Inkompetenz kaschieren. Auf neudeutsch nennt man das name-dropping.
    Dabei führen ausgerechnet die hier getröpfelten Schmucknamen Ihre Thesen ad absurdum: Kafka hat schon als 24-jähriger Beamter festgestellt: „Mein Dienst ist lächerlich und kläglich leicht…ich weiss nicht, wofür ich das Geld bekomme.“ Ganz im Gegensatz zum „absurden Menschen“ Camus, der dem Sinn seines Tuns zwar zeitlebens hinterher gelaufen ist, aber keinerlei Hemmungen hatte, den Rest der Welt daran teilnehmen zu lassen. Beide Herren sind also denkbar ungeeignet für die Beweisführung Ihrer These.

    Beispiel Finanzkrise, wie von Ihnen aufgelistet: „Wahrscheinlichkeiten, die wir nicht wirklich abschätzen können“… Der Versicherungsjurist und Risiko-Mathematiker Kafka (!) hätte Ihnen diese These schon vor 100 Jahren in alle Einzelteile zerlegt. Ganz im Sinne der folgenden kafkaesken Darstellungen = Antithesen:
    http://www.youtube.com/watch?v=GnEqS4TwCfE&feature=related
    http://www.youtube.com/watch?v=Y780J3HFiqI&feature=fvwrel

    @Colorcraze: Wie unpassend, sich bei der Schwesterseele Sophia über die „Ablaberer“ zu echauffieren, denen es – Zitat 23.42 Uhr – „nicht um eine Erweiterung, ein Ergebnis, einen neuen Aspekt, eine andere Sichtweise geht, sondern nur um die Breite ihrer Präsenz.“
    Trotz Ihrer breiten Omnipräsenz auf allen Kanälen, werte Colorcraze, hatte ich noch nie das Vergnügen, derlei reklamierte Tugenden aus Ihrer eigenen Tastatur nachzulesen. Dafür aber small-talk vom Fliessband.
    Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, weshalb jemand zum small-talk („Alltagsgespräche ohne Tiefgang“) ins Internet geht. Ich selbst würde zum small-talk mit netten Leuten ins Restaurant gehen oder auch zum Friseur. Aber ins Internet? Unter Millionen fremder Leute, die ich gar nicht kenne?
    Ich verbuche das gerne unter Geschmacksache und gönne Ihnen das Plaisir. Solange Sie sich nicht selbst widersprechen und fremde Leute mit leeren Worthülsen „ablabern“.

  49. Rheinwein, angesichts Ihrer...
    Rheinwein, angesichts Ihrer Verachtung für Smalltalk im Internet (und mehr möchte das hier gar nicht sein), stellt sich mir die Frage: was tun Sie hier?

  50. CJ, ich danke für die...
    CJ, ich danke für die Bestätigung, daß man mich auch richtig verstehen kann.
    .
    Christoph Leusch, ich will Technik gar nicht verteufeln, es gibt vieles was ich nutze und schätze (sogar FB, in Maßen). Ich möchte lediglich für ein bißchen mehr Vorsicht im Umgang damit plädieren und ein bißchen mehr kritisches, selbstverantwortliches Denken.

  51. @Sophia, oben rechts auf...
    @Sophia, oben rechts auf dieser FAZ-Seite finden Sie einen kleinen Kasten mit folgendem Blog-Profil, das Ihrer Aufmerksamkeit möglicherweise entgangen ist:

    „Deus ex Machina, welches ein Blog vorstellt, worin getreulich und mit Plaisir berichtet wird von den göttlichen Internetmaschinen neuester Art, ihren Berechnungen unberechenbarer Weis- und Torheiten, und ihrem Wirken zum Gedeih und Verderb der menschlichen Art hienieden auf Erden, als da ist in Philosophiererei, Wirtschaft, Galanterie, Unzucht, Betrug, Häresie und Gesellschaft, vorgebracht in fürtrefflichster Manier von einem Collegium pseudonymischer Adepten und freundlicher Gastautoren, veröffentlicht zu Francoforte mit dem Privileg des Grossmoguls von Agra.“

    Folglich müssen Sie mir gestatten, Ihre Frage in „fürtrefflichster Manier“ an Sie als „freundlichste Gastautorin“ zurückzureichen: Was tun Sie hier?

  52. Moin Rheinwein, Ihre Geduld...
    Moin Rheinwein, Ihre Geduld auf dieser Seite ist heldenhaft. Ich für meinen Teil kam, sah und reite wieder von dannen… wie schon eine Reiterin vor mir auf diesem „stutenbissigen“ Parcours…
    Komm’nse lieber auf’n Klaar’n hinter’m Deich an’er Noordsee!

  53. @Rheinwein: Sie haben...
    @Rheinwein: Sie haben smalltalk gesagt! Daß ich smalltalk kann! Dieses Kompliment hat mir im Leben noch niemand gemacht, außer Ihnen – dafür kriegen sie einen Knutscher x! – Tja, und warum gehen Sie ins Internet? Suchen Sie revolüzzende Lampenputzer? Sie habens doch gelesen, wichtich is aufm Platz.

  54. @Plindos 27. März 2011,...
    @Plindos 27. März 2011, 12:27
    Oh, Sie wollen sich aufregen. Das habe ich schlicht übersehen, tut mir leid. Mir will zwar nicht ganz einleuchten, was Kernenergie mit der „unheilige Allianz von Chemischer Industrie, …“ zu tun hat – auf die sich mein Gegenargument bezog – aber sei´s drum. Solange unsere Lebenserwartung steigt, bleibe ich dabei, dass die „korrupten“ Politiker, „unfähigen“ Beamten und „kriminellen“ Industrien offenbar einen insgesamt ganz guten Job machen. Will Sie aber keineswegs davon abhalten, uns und der Welt weiterhin aufzuzeigen, mit welch finsteren Verschwörungen am Abgrund des Unterganges wir es täglich zu tun haben.
    @Rheinwein:
    Aggressionsstau? Passiert. Traktieren Sie mich doch weiterhin mit Pickelhauben“argumenten“, die ja nach Ihrer Definition keineswegs smalltalk sein können. Ich komme irgendwann schon noch hinter die Tiefe und Inhalte Ihrer bedeutungsschwangeren Andeutungen.
    @SAAI:
    Kritisches, selbstverantwortliches Denken ist im Menschen genetisch nicht verankert :-). Verschleierung, Umdeutung, ins eigene Weltbild zurechtbastelnd dagegen schon. Und das Denken alleine tut´s leider nicht. Die Schlussfolgerungen aus unbequemen Erkenntnissen zu ziehen ist richtig unbequem. Weshalb es auch die meisten kritischen Menschen beim reinen Denken belassen. Einer der Gründe für den relativ geringen sozialen Fortschritt im Vergleich zu den Techniksprüngen seit der Steinzeit.

  55. ThorHa, die Hoffnung stirbt...
    ThorHa, die Hoffnung stirbt zuletzt.

  56. @ThorHa: Schon erstaunlich,...
    @ThorHa: Schon erstaunlich, wieviel Zeit manche Leute brauchen, um Klartext zu verstehen. Auch für Sie ist wohl der „Tsunami in Japan“ an allem Schuld… :-))

  57. @Sophia:

    Oh, ich bin gar...
    @Sophia:
    Oh, ich bin gar nicht so pessimistisch, was die Zukunft der Menschheit als Ganzes angeht. Da sich Menschen im Regelfalle aber erst aufgrund von Druck (und nicht aufgrund von Einsicht) bewegen, werden die Regularien der Zukunft die der Vergangenheit – Preise auf der einen, Katastrophen auf der anderen Seite. Auf gut deutsch – wirklich ändern werden sich Verhältnisse, wenn der Preis im eigenen Monatsbudget unangenehm spürbar wird. Oder wenn eine sechs- oder siebenstellige Zahl von Menschen das Pech hat, persönlich mit ihrem Leben den Preis zu zahlen, den eine unbequeme Änderung in den Lebensgewohnheiten der Menschheit verlangt.

  58. ThorHa@.: Na schön, das ist...
    ThorHa@.: Na schön, das ist immer das letzte stützende Argument: Verschwörungs-theorien. Nein ich will mich nicht aufregen. Demnach hat sich also Herr Frank Schirrmacher auch nur so by the way auf Seite 1 von FAZ-NET, heutiges Datum, aufgeregt, als er sich mit den gegenwärtig umlaufenden unsäglichen Argumentationsreihen ironisch auseinandersetzte? So wie Sie bei Ihrer Meinung bleiben, so bleibe ich bei meiner Auffassung, daß eben leider sehr Viele in den von Ihnen apostrophierten menschlichen Einrichtungen zwar durchaus einem Job nachgehen, aber leider nicht das objektiv Richtige und Nötige tun. Meine unmaßgebliche Meinung ist da eher irrelevant und tut nichts oder kaum etwas zur Sache.
    Ihren Optimismus bezüglich der Zukunft der Menschheit teile ich durchaus mit Ihnen,
    aber eben unter anderen, geänderten Voraussetzungen des Überlebens. Was dessen Bezahlbarkeit anbelangt, so hält dieses monetäre Versprechen nur so lange wie die
    bis weit über ihre Leistungskraft verschuldeten Nationen sich dem Gaukelspiel der
    „Hochfinanz“ noch hingeben wollen.

  59. colorcraze@: Wir hatten ja...
    colorcraze@: Wir hatten ja schon einigemale die Gelegenheit gegen/aneinander
    „die Klingen zu kreuzen“. Sogar furchtbarer Weise einander offene Türen eingerannt.
    Für den durchaus als angenehmen, zivilen und ersprießlich empfundenen small talk dafür an dieser Stelle meinen besten Dank.

  60. @Plindos 28. März 2011,...
    @Plindos 28. März 2011, 11:43

    Schade. Schade, dass Sie partout versuchen, mir eine Kernkraftdebatte anzuhängen, obwohl sich mein Einwand deutlich erkennbar und ausschliesslich auf Ihren Beitrag zur chemischen Industrie (!) bezog. So wird das nichts mit einem über smalltalk hinausgehenden Austausch – dessen Grundvoraussetzung ist das Ernstnehmen des Gesprächspartners :-).

  61. Meine Herren... mir scheint,...
    Meine Herren… mir scheint, Sie reden aneinander vorbei. Egal ob Kernkraft oder Chemie, ich sehe den überragenden Einfluss von Lobbies in der Politik sehr kritisch – wobei man trotzdem die Kirche im Dorf lassen sollte und feststellen, dass der Staat hier immer noch sehr gut funktioniert im Vergleich zu anderen Ländern.

  62. Sophia Amalie Antoinette...
    Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia@: Schön, daß Sie mir teilweise—- rechtgeben. Mir geht es aber nicht um „Rechthabenwollen“, auch nicht um einen Metaphernaustausch.
    ThorHa@: Anhängen will ich Ihnen überhaupt nichts, sondern ich erlaube mir lediglich den Hinweis, daß bei beiden genannten Schlüsselindustrien und den dazu befugten Aufsichtsorganen ähnliche Abhängigkeiten, Defizite, vorherrschen. Das natürliche Gewinnstreben, welches ihnen unbenommen sei, der genannten Industrien führt aber in seinen Auswirkungen zu Zielkonflikten mit der kritischen Öffentlichkeit. Und das absolut dazu notwendige Korrelat sollte Aufgabe der Politik und der Behörden sein. Nach meinem persönlichen Urteil, meiner Vermutung nach, stimmt da Einiges nicht, liegt geradezu im Argen. Es kann und darf nicht sein, daß die hochtechnisierte Industrie in einem hochkomplexen Gefüge wie es unser Staat ist, bestimmt wie z. B. die Ausgangsdaten der Kontrolle zu lauten haben (womöglich unter Hinweis auf das Herstellungsgeheimnis bei Verweigerung der Herausgabe von Daten) oder das Personen, die eben noch Staatsämter, Kontrollfunktionen inne hatten, auf einmal auf der Gegenseite sitzen. Wie fatal das sein kann, zeigt z. B. die immer noch weiter schwelende Finanzkrise und ihre Ursachen. Das es da Resilienzen auf allen betroffenen Seiten, gibt sollte nicht verwundern jedoch der gegebene Anlaß sein, der zu Änderungen führt.
    ..
    Im Übrigen: Wenn ich Sie nicht Ernst nehmen würde, wären Sie mir keines Kommentars wert und vice versa. Wir könnten uns gewiß Kennziffern, Statistiken, Diagramme aller Art „um die Ohren schlagen“, würden aber im Endeffekt wahrscheinlich nur anöden.

  63. @Plindos:
    ...
    Mit den...

    @Plindos:

    Mit den Abhängigkeits- und Austauschverhältnissen zwischen Behörden, Unternehmen und Politik rennen Sie bei mir weit offene Türen ein. Nur ist das Problem eben nicht trivial. Fangen wir mit einer populären Forderung an: Kein Wechsel zwischen Behörden und Unternehmen, egal, in welche Richtung. Würden viele unterschreiben, nicht wahr? Ich nicht. Bevor man mir nicht plausibel erklärt hat, wie z.B. Behörden überhaupt noch auf dem Stand ingenieurwissenschaftlichen Denkens bleiben wollen. Angefangen bei dem, was zur Zeit technisch möglich und sinnvoll ist, über den Praxiseinsatz neuer Werkstoffe, Produktions- oder Prüfverfahren bis hin zu der Sinnhaftigkeit welcher Prüfungen wann und wo und in welchen Intervallen. Wer glaubt, dieses Wissen liesse sich rein theoretisch erwerben, der irrt. Wie also organisiert man einen Austausch ohne Gefahr der Interessenvermischung? Gar nicht.

    Und es geht ja weiter. Selbst auf „Experten“ ist nicht immer Verlass, je weiter diese die reine Naturwissenschaft verlassen. Von den wenigen Ausnahmen abgesehen (Roubini, Stieglitz et al.) haben ganze Horden von Wirtschaftswissenschaftlern nicht die geringste Ahnung des Finanzcrashes von 2008/9 erkennen lassen, auch dann nicht, wenn Sie alle formalen Kriterien zur Unabhängigkeit mit summa cum laude erfüllt haben. Die Unabhängigkeit des Denkens ist nicht messbar, die Fähigkeit zur Wahrnehmung auch schwer- bis unkalkulierbarer Risiken wird nur im Militär wirklich kultiviert. Wenn alle hinter derselben Maus herrstarren, nimmt auch keiner den sich nahenden Elefanten wahr.

    Und damit endet es nicht. Risiko und Risikotoleranz hat mit der echten Bedrohung genau überhaupt nichts zu tun. Sonst wären z.B. alle Kohlekraftwerke samt dem Kohlebergbau längst beendet, die Opfer dieser Energieerzeugung liegen um Potenzen über denen der Kernkraft. Sonst wären Autos schon lange verboten, gegen das Verkehrsrisiko ist das Lebensmittelrisiko auch aus industrieller Produktion einfach lächerlich gering. Etc., etc. – Risikowahrnehmung der Menschen ist von vielen Faktoren abhängig und de facto völlig irrational, dafür aber politisch wirksam. Da machen Sie auch mit der besten unabhängigen Expertenberatung nichts.

    Und dann bleibt mir eben nur, mit einem Blick auf Lebenserwartung, Gesundheitsrisiken, Kriminalitätsrisiken und den sonstigen Lebensrisiken am Ende festzustellen, dass wir in Westeuropa in einer absolut einmalig risikoarmen Umgebung leben. Was dem wachsenden Bedrohungsgefühl vieler Menschen widerspricht. Auch weil sie inzwischen täglich mit dem Horror der gesamten Welt geflutet werden und unser Verarbeitungsapparat für Bilder weit entfernter und für uns irrelevanter Katastrophen, Kriege und Verbrechen nicht gemacht wurde.

    Und keine einfachen, schon gar keine bequemen, Lösungen in Sicht. Wenn mir doch nur genetisch die Fähigkeit zur Verzweiflung gegeben wäre :-).
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  64. @Sophia Amalie et cetera.:...
    @Sophia Amalie et cetera.: „[man sollte] feststellen, dass der Staat hier immer noch sehr gut funktioniert im Vergleich zu anderen Ländern.“
    .
    Auf dem Globus gibt es etwa 200 Staaten. Welche meinen Sie? A wie Angola? B wie Bulgarien? Z wie Zypern?
    Sollten Sie unseren Staat allein mit unseren Nachbarländern vergleichen wollen, dann seien Sie gewiss: Auch dort sind Merkel, Westerwelle & Co. längst keine Namen mehr, sondern nur noch eine Diagnose.

  65. ThorHa@: Danke für Ihre...
    ThorHa@: Danke für Ihre Replik. Die Behörden z. B. stehen im Austausch mit den Hoch-und Fachschulen. Regenerieren sich auch von daher. M. E. reicht der Erfahrungsaustausch mit den Industrien, nicht zu vergessen mit den hocheffizienten Mittelstandsunternehmen, völlig aus, und zwar durch die neutral und objektiv wahrgenommene Kontrollfunktion. Wie es in der Praxis der Betriebe zugeht erfährt jeder geeignete Absolvent der zuvor genannten Schulen in diversen Praktika. Wenn nicht, so sollten sie zur Pflicht gemacht werden. Ausserdem gibt es Periodika, Seminare, Kongresse etc. zum nachhaltigen, praxisgerechten Wissenserwerb.
    ..
    Bin weder ein Befürworter der Kohlekraftwerke noch z. B. der unsäglichen Zerstückelung unserer Mittelgebirgslandschaften durch die grotesken „Windmühlen“.
    Ich hege eine durchaus utopische Vorstellung von der zukünftigen Energieerzeugung.
    Es gilt hier nur neue Denkmuster zuzulassen und zu wollen diese finanzieren. Die wissenschaftlich-ingenieurmässige Kapazität neue Pfade zu beschreiten wären in unserer Zivilisation ohne weiteres aus dem Stand heraus vorhanden.
    ..
    Leider vermag ich nicht Ihre Form der Risikodarstellung zu teilen. So ist die Gegenüberstellung von Verkehrsrisiken zur Lebensmittelproduktion so ohne weiteres nicht stichhaltig bzw. nachvollziehbar. Das genau hängt mit der Zielediskussion zusammen. Wieso brauchen wir überhaupt die völlig unsinnige Abhängigkeit der Volkswirtschaft von der Automobilproduktion? Wieso benötigen wir den größenwahnsinnigen Landschaftsverbrauch für die daraus resultierenden Straßen? Die damit korrelierende groteske Zerfledderung der Städte? Völlig unnötiger Erzeugung vonZiel-und Quellverkehr? Brauchen wir überhaupt das alles was da so produziert wird?
    ..
    Aus persönlicher Einsicht enthalte ich mich der klassisch industriell erzeugten landwirtschaftlichen Produkte weil sie mich nachweislich geschädigt hatten und ausserdem einfach, zumindest für mich, ungenießbar sind.
    ..
    Mit der Keule Irrationalität wird schnell geschwungen-sollte sie wirklich virulent sein, dann ist doch die Frage woher sie rührt. Z.B. hatte das Engagement meiner Familie
    in der Öffentlchkeit dazu geführt, daß im Umfeld von Trinkwasser-Talsperren keine
    chemische Düngung etc. der Anrainerfelder mehr so ohne weiteres stattfinden darf.
    ..
    Bequeme Lösungen hatte die Menschheit durch die Zeiten noch nie gefunden, es waren immer Lösungen mit einem Janusgesicht behaftet. Widerspruch: Wir leben in Westeuropa keineswegs in einer risikoarmen Umwelt, diese Risiken sind nur von der Komfortbrille weggeblendet. Wer den globalisierten Freihandel will, der wird nolens volens auch mit der globalisierten Nachrichten- und Bilderwelt geflutet. Man braucht sich ja dessen nicht unbedingt aussetzen. Verzweiflung brauchts nicht, die Lektüre z. B. von Seneca oder Bibel hält einen getrost davon ab.
    ..
    Für meine Ausführungen gilt die salvatorische Klausel ;-)Servus!

  66. @Plindos: Nitrat in...
    @Plindos: Nitrat in Trinkwasserspeicher schütten ist allerdings dämlich, da taten Sie schon recht daran, dagegen was zu unternehmen. –
    Aber ich stimme auch eher ThorHa zu, daß wir in einer sehr risikoarmen Umgebung leben, denn viele werden richtig alt – wir haben inzwischen eine ziemliche Inflation von 100jährigen. Wobei sich mir die Sinnhaftigkeit einer gar so langen Lebenserwartung vieler für die Gesellschaft nicht erschließt. Einige, unbedingt, aber so viele? –
    Ansonsten finde ich die Autodichte in kleinen Landstädtchen auch zu hoch. Aber das wird schon noch nachlassen, wenn der Benzinpreis steigt.
    @ThorHa: the elephants in the room – manchmal werden sie verdrängt, weil man nicht weiß, wie man sonst leben soll: ich erinnere mich an das Interview mit dem Banker vor wenigen Jahren, der sagte, es sei ihm völlig klargewesen, daß der Anstieg der Immobilienpreise nicht so weitergehen konnte und daß es Wahnwitz war, Leuten ohne festes Einkommen ein Haus auf Kredit überzuhelfen, aber entweder er ließ sich dafür bezahlen, daß er eben u.a. auch das tat, oder er hätte kein Einkommen mehr gehabt. – Was die AKWs in Europa angeht, so sehe ich da schon das Problem, daß Kostendrückung und Schlamperei einreißen können, die dann zu Versagen durch Verschleiß führen. Was ja in vielen Fällen so ist, bei der Berliner S-Bahn dürfen wir es laufend erleben. Unter vielem anderem.

  67. Rheinwein, egal ob in der...
    Rheinwein, egal ob in der Nachbarschaft oder in Afrika: ich bin allerdings überzeugt, daß wenige Staaten so vernünftig funktionieren und ihren Bürgern soviele Rechte gewähren wie unserer – trotz aller Defizite, die ich niemals bestreiten würde.

  68. @plindos
    "Nachsatz: Wieso gibt...

    @plindos
    „Nachsatz: Wieso gibt es in Reaktor 3 Fukushima Plutoniumproduktion? Man wollte doch wohl nicht etwa…..?“
    wundert sie das? mich nicht, oder warum wollten die usa eine drohne hineinsenden um zu messen?

  69. bertholdIV@:Tach auch, sonst...
    bertholdIV@:Tach auch, sonst alles Danke ;-).
    ..
    Vermutlich sollte Gott Pluton (Πλούτων) die Referenz erwiesen werden. Ein Heiligtum des Pluton wird als Plutonion bezeichnet.
    Was sollten die sonst wohl wollen?

  70. tach auch oder grüß g-tt aus...
    tach auch oder grüß g-tt aus wien, ganz okay bei mir, bei ihnen?. ich weide mich im schmerz leider noch – verzeihen sie werte sophia- am verlust des werten don. ja sicher referenz an pluton… aber gegen den schnellen brüter, im nachhinein waren ja die demonstrationen auch im sinne wessen? mich verwirren die messwerte, die iaea berichtet ganz anderes als manche zeitung. immer noch etwas undurchsichtig das ganze?

  71. @bertholdIV: grüße Sie,...
    @bertholdIV: grüße Sie, schön, daß Sie hierhergefunden haben (ja, es ist jammerschade, vielleicht lassen sich die Frankfurter ja noch erweichen und raffen sich auf, doch noch was für ihre überregionale Bedeutung zu tun, aber ich glaubs nicht. Und Retrostyle pflegen ist nicht meins.)… so als Ausweichquartier… wissen sie vielleicht was genaueres von IAEA-Meßwerten oder -Berichten? Ist da was im Netz dazu? – Ich nehme an, daß die Japaner wohl eine eigene Wiederaufarbeitungsanlage haben – was bei den vielen AKWs, die sie haben, nicht verwunderlich wäre -, oder vielleicht mit den USA da was tauschen; aber daß bei der jap. Atomtechnik die Chinesen (die die Anlage aus Hanau gekauft haben) involviert sind, glaube ich nicht. Russen auch nicht. Wg. heftigem Insulanertum (Kurilen u.a.). Meinen Sie, die Japaner bauten an einem Schnellen Brüter?

  72. @colorcraze
    ja das ist alles...

    @colorcraze
    ja das ist alles jammerschade, aber als ausweichquartier – verzeihen sie werte frau sophia – ist es doch hier sehr kommod. zu ihrer frage
    http://www.iaea.org. da steht ein täglicher bericht(e) drin.
    vielleicht sollte man bei plutonium nicht nur an schnelle brüter denken. aber ich bin da nicht der experte. muss mich mal wieder einlesen, studium ist lange her

  73. bertholdIV@:So is Läbbän, ä...
    bertholdIV@:So is Läbbän, ä äwiga Wondel, nebbich, sonst fast alles im grünen Bereich.
    ..
    Sollten die Nipponesen wirklich an Plutonium rumgebastelt haben, gar an waffen-fähigem, dann sind sie mit dem Klammersack gepudert. Vielleicht wurden sie, weil im „focus“ der Amis derohalben, gedrohnt?
    ..
    Der Glaube der heutigen, hochtechnisierten Gesellschaften an die saubere (?) und hocheffiziente Wunderkraft der Atomenergie hat ja einen geradezu mythischen Charakter. Per gedanklicher, selbstinduzierter Lobotomie ist aber dessen direkt dem Hades (Unterwelt, Welt der Toten) entsprungene, drohende Gesicht des Pluton damit aus dem Blickwinkel geraten.
    colorcraze@:…wissen sie vielleicht was genaueres von IAEA-Meßwerten oder -Berichten?.. Diese Meßwerte können doch nur welche von der rühmllchen TEPCO sein. Im übrigen ist das doch auch so ein Verein wie o.a.O. von mir denunziert.
    Das erinnert mich immer an die berühmten Werte, wie z. B. die des Cholesterins, mit denen sich die Menschen heute gegenseitig ihrer Gesundheit versichern, lachhaft.

  74. @Plindos: mit was würden Sie...
    @Plindos: mit was würden Sie denn bei einem heißen, womöglich durchgesuppten Meiler messen gehen, und womit würden Sie Fotos machen? Jemand hinschicken, der nie zurückkommt??? Wenn man Fotodrohnen hat, nimmt man selbstverständlich diese – was denn sonst. Das ist immer das beste, wenn man sich von einem desaster area erstmal Überblicksbilder verschafft. Ob Versicherung oder Katastrophenschutz, das ist doch eigentlich Standard. – Ja nun, die melden die Werte der IAEA wohl auch nur schleppend, aber jedenfalls kommt dort „was“ Einschlägiges an. – Daß man Kennzahlen nicht überbewerten darf, dürfte die Finanzkrise ja nun breiten Kreisen klargemacht haben (und der Ernährungsbewußtseinsdiätlerwahn hat mich im Leben noch nie interessiert, im Gegenteil, ich habe ihn seit jeher bekämpft, wenn derlei an nahestehenden Personen aufkam)…

  75. Im Vergleich mit dem großen...
    Im Vergleich mit dem großen DA fühle ich mich als Ausweichquartier bereits geehrt.

  76. @Plindos 28. März 2011,...
    @Plindos 28. März 2011, 15:56
    Nur kurz zu zweien Ihrer Einwände:

    Wissenserwerb: Für alle praxisgeneigten Berufe bieten die Hochschulen, Seminare etc. bestenfalls die theoretischen Grundlagen + das Wissen, wo man nachschlagen kann. Ich habe täglich mit Horden frisch von der Universität kommenden Ingenieuren zu tun, von denen 3 (nicht aus eigenem Versagen!) nicht die Leistung eines praxiserfahrenen alten Hasen erbringen können.

    Lebensrisiken: Ihr Glaube sei Ihnen unbenommen. Alle, ausnahmslos alle Risikoindikatoren allerdings weisen in die Richtung „geringeres Lebensrisiko“. Die einzige Ausnahme, die ich anzuerkennen bereit wäre, sind die Zunahme sehr langfristiger, generationenübergreifender Lebensrisiken. Sonst halte ich mich als nüchterner Projektmensch an Fakten. Und die sind eindeutig.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  77. @Sophia:
    Dieses...

    @Sophia:
    Dieses Ausweichquartier ist sehr bequem :-). Und liegt zumindest mir auch etwas näher, als des Dons einmalige Mischung aus Kulturpessimismus, privatem Hedonismus, Bildungsbürgerlichkeit, Fortschrittsdüsternis und zeitweiser Untergangslust, wie ich sie in den letzten drei Monaten gelesen habe.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  78. ThorHa, fühlen Sie sich wie...
    ThorHa, fühlen Sie sich wie zu Hause. Noch ein Täßchen Kaffee?

  79. ThorHa@: Natürlich ist die...
    ThorHa@: Natürlich ist die Praxis der Prüfstand aller Theorie. Durch dieses Fegefeuer
    mußten Sie, ich, alle anderen Adepten hindurch um anschliessend sich auf einem Prokrustesbett wieder zu finden. Dennoch beharre ich, nicht aus Sturheit, auf meiner These, daß es nicht angehen gehen kann, daß sich Prüfungsorgane die Vorgaben von den zu Prüfenden stellen lassen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Prokrustes
    ..
    Glaube ist allenfalls eine transzendente Größe. Genau wie Sie, bin ich tagtäglich gezwungen mich den unverhüllten (komplexen) Tatsachen des Lebens/Berufs zu stellen. Das, was Sie als geringeres Lebensrisiko hinstellen, sollten Sie schon etwas näher erläutern. Sehen Sie dies versicherungsmathematisch anhand von Sterblichkeitstabellen oder in Bezug auf Qualitäten? Oder aber in der leichteren Verfügbarkeit von Energie und Nahrung in Bezug auf Ertrag und Aufwand zur Erlebenszeit (unter Inkaufnahme welcher Risiken für Um- und Nachwelt, sowie zu dem Genpool des Bios?) Dem titanenhaften Streben der Neuzeit (seit etwa 1500 n. Chr.) scheint die Menschheit, nach der gegenwärtig zu beobachtenden Klimax, ein anderes Bild (Imago) gezwungenermaßen entgegenzustellen. Das hat überhaupt nichts mit Fortschrittsdüsternis zu tun sondern eher mit einer Veränderung der Einstellungen gegenüber den Methoden und Zielen, damit den Qualitäten zu tun.
    ..
    Ein sehr interessantes Gedankenexperiment wird von den Statistikern und Professoren Göran Kauermann und Helmut Küchenhoff in der heutigen Printausgabe der FAZ (Natur und Wissenschaft) vorgestellt bezüglich der Frage der Risikenein-schätzung in Bezug aus AKW´s und daraus eventuell zu gewinnender Einsichten resp. zu ziehender Konsequenzen.
    ..
    Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia@: Ihr Kollege S. reflektiert auch ganz witzig über Literatur gewürzt mit eine Schale des köstlichen Gifttranks ;-). Dann machen wir´s uns also hier zukünftig ganz kommod? Sp(r)itzig sollte es hoffentlich aber weiterhin hier zugehen.

  80. @Sophia
    Cher Sophia, Ihr Blog...

    @Sophia
    Cher Sophia, Ihr Blog zeichnet sich wie das des Dons auch dadurch aus, dass es seine Leser und Kommentarschreiber ernst nimmt. Und sie als Gesprächspartner begreift, nach bestem Vermögen. Andere Blogs hier in der faz sind schlicht falsch etikettiert. Wer zwar Kommentare zulässt, aber praktisch nie selbst antwortet, schreibt kein Blog. Und wer nicht einmal Kommentare freischaltet, schreibt nicht einmal theoretisch ein Blog.
    Den Kaffee habe ich genossen :-).
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  81. colorcraze@: Gewiß, Ihr...
    colorcraze@: Gewiß, Ihr Argument ist natürlich stichhaltig bezüglich der Datener-hebung. Mein Einwand war eher ironisch gemeint.
    Nur die Datenerbringungen bringen, nach meiner Einschätzung nicht mehr allzuviel. Bei diesen havarierten Reaktoren kann man vermutlich nur noch mit Brachialmaß-nahmen rangehen. Mehr oder weniger subtil versucht man schon seit dem dortigen Doomsday die Sache in den Griff zu bekommen (unsere gewohnten Metaphern werden nicht annähernd der Katastrophe gerecht). Hatte es aber nicht geschafft, leider. Allein, daß die gesamte Welt mit der 38 Mio.-Bevölkerung der Großagglomeration Tokio bangt, damit der Wind nicht in die „falsche“ Richtung bläst, ist in sich schon so absurd, daß einem der Atem stockt…
    @@:
    Die Kühnheit, mit der Herr Prof. Töpfer gerade die Einrichtung der Ethikkommission bezüglich des weiteren Umgangs mit AKW´s im heutigen FAZ-Interview im Allgemeinen und Besonderen zu begründen sucht, ist m. E. schlicht hanebüchen. Es ist doch signifikant, daß bei Beginn des Einstiegs in diese Technik seit der Mitte des 20. Jhdts. in D. weder ein Alternativszenario unter Plausibilitätsgesichtspunkten (Notwendigkeit) noch überhaupt die Möglichkeiten von echten Havarien und deren realen Folgen wirklich in Betracht gezogen wurden. Den Gegnern seit damals schlicht ihre politische Unfähigkeiten der Beeinflußung der Bevölkerung vorzuwerfen ist ebenso schlicht wie unverschämt. Vieleicht sollte er sich mal alte Archive der Medien über die wohlwollenden Streicheleinheiten Seitens der Exekutive ansehen die den damaligen Atomkraftgegnern zuteil wurden.
    ..
    Über der Frage der Ethik der Berechtigung sowohl des Abschaltens der AKW´s als auch der Aufrechterhaltung des möglichen weiteren Betriebs sind wir doch, vermutlich sogar das Gros der Bevölkerung, schon längstens hinaus.
    Die Kostenfrage der generellen und sofortigen Abschaltung ALLLER ATOMKRAFTWERKE ist sowieso irrelevant, da die wahren Kosten, samt denen der Entsorgung von Abfallprodukten während der Laufzeit und der Abriß, der Erzeugung des Atomstroms immer verschleiert wurden. Zumal die internen Kalkulationen nie Gegenstand der Veröffentlichkeit waren. Auch die Frage von Rückstellungen von Finanzmitteln für den Rückbau ist nicht voll durchschaubar und dieser soll dem Steuerzahler/Bürger aufgebürdet werden. Politiker von format, egal welcher Couleur, sollten den doch Mut haben, den Energieriesen die Berechtigung ihrer drohenden Strompreiserhöhungen abzufordern.
    ..
    Ist es etwa von der Politik ethisch vertretbar gewesen, daß es keinen Versicherer auf diesem Planeten gab, der diese Werke je gegen deren wahre, ihnen innewohnenden Risiken versichern wollte? Was würde Herrn Prof. Töpfer wohl zur Ethikfrage einfallen, wenn, was die göttliche Vorhersehung verhüten möge, in der nächsten Stunde die Frage des sog. stochastischen Restrisikos von einem der nicht abzuschaltenden AKW´s wirklich virulent würde? Vielleicht der wundersame Satz des damaligen Bundesinnenministers Angesichts der Havarie des Tschernobylmeilers, es bestünde keinerlei Grund zur Beunruhigung. Das Bundesland Bayern ist trotz dieser hehren Worte immer noch im Bannkreis von dessen Strahlenauswirkungen (Unter div. Blickwinkeln von öffentl. Einrichtungen wohlge-merkt).
    ..
    besorgt:
    http://www.br-online.de/aktuell/bayern-25-jahre-nach-tschernobyl-DID1301314188697/index.xml
    abwiegelnd:
    http://www.lfu.bayern.de/strahlung/tschernobyl/index.htm
    Habe die Ehre!

  82. @Plindos: von...
    @Plindos: von Brachialmaßnahmen müssen Sie mir nichts erzählen, das hab ich schon vor X Tagen ausgesprochen, und es war mir beim Blick auf die Karte ohnehin klar, daß das mit Sicherheit ungesund für Tokyo wird. Dann fegte die Angstwelle durch D und die Leute wurden richtig kopflos, als könnten sie von ihren Lebensumständen und -voraussetzungen einfach weg. Das ist noch nicht vorbei. Wenn Töpfer eine Ethikkommission einberuft (ja, in der Tat, darüber ist es hinaus: seit das erste AKW gebaut und in Betrieb genommen wurde), dann ist das doch Betschwesternquatsch. Es kann politisch einzig nur um „wie und wann umsteigen“ gehen, aber zaubern geht eben nicht. Das werden auch die badenwürttembergischen Städte noch qua eigenem Tun begreifen lernen müssen.

  83. @Plindos: wg. Versicherung....
    @Plindos: wg. Versicherung. Sind denn „Ewigkeitsschäden“ durch Bergbau versichert? Wohl nicht, weil „Ewigkeitsschäden“, oder? – Man wird sich wieder daran gewöhnen müssen, daß das Risiko bei einem selber liegt.

  84. @Plindos in aller Kürze:...
    @Plindos in aller Kürze:
    „Das, was Sie als geringeres Lebensrisiko hinstellen, sollten Sie schon etwas näher erläutern.“
    Habe ich schon. Alle Risikoindikatoren kombiniert, kulminierend in durchschnittlicher (versicherungsmathematischer) Lebenserwartung, weisen eineindeutig auf ein gegenüber 1850 insgesamt drastisch gesunkenes Lebensrisiko – von Gesundheit über Ernährung bis hin zu Gewaltkriminalität. Bestimmte, extreme, frühere Lebensrisiken glänzen in Westeuropa seit 1945 sogar durch völlige Abwesenheit, am wichtigsten das zur Zeit nichtexistente Kriegsrisiko.
    Mit Ihren Qualitäten und Imagos kann ich leider nichts anfangen, letztlich ist das für die Diskussion um Lebensrisiken auch irrelevant.
    Gruss,
    TH

  85. ThorHa@: Es freut mich, daß...
    ThorHa@: Es freut mich, daß Sie ohne Lebensqualitäten auskommen könn(t)en. Das mit den (orakelnden(sic!) Imagos und den dazu notwendigen Ausführungen würde momentan zu weit führen, hilfsweise könnte es sich um geänderte Zielvorstellungen halten.
    Zu den angedeuteten Statistiken habe ich, rein privat, ein äusserst gestörtes Verhältnis. Weil das führt zu zur Skepsis, im Griechischen sinngemäß etwa mit >hinschauen< zu übersetzen. Das geminderte Kriegsrisiko war bei beim Ungarnaufstand 1956 oder bei der Kubakrise wirklich deutlich greifbar. Von manch anderem casus belli in den letzten, vergangenen 60 Jahren ganz zu schweigen. Und weiter zum Glauben, den Sie ja weiter oben monierten. Dazu ein heutiges Zitat aus dem FAZ-NET:>„Ich glaube, dass wir schon heute hohe Sicherheitsanforderungen haben“, sagte Röttgen.< Meinte er , der Bmin. Dr.R. das nun quasi metaphysisch oder mehr im Sinne "ichweißvonnixmeinNameistHase" oder ist er sich seiner Sache doch nicht so sicher? Verzeihen Sie mir bitte, daß ich mich heute so "flutschig" und rabulistisch verhalte, es ist halt die schiere Argumentationsnot ;-) Nachsatz: Der Rheinländer (kath.): "Mia sin zwar katthollisch jetäuff, ewe mia jläuben nüs!" colorcraze@: Tapfere Einsicht. Ansonsten rekurriere ich auf die vielberufene normative Kraft des Faktischen. Nach einem grösseren Störfall wird sicherlich ein Ruck durch die Landschaft gehen, der das beschleunigte und gebotene Abschalten als conditio sine qua non erscheinen lassen wird. Nix für ungut, schönen Tag auch!

  86. Heute in der SZ/Feuilleton...
    Heute in der SZ/Feuilleton über: Im Untergrund mit Julian Assange. Letzter Antwort besonders aufschlußreich! H. Clinton protegiert Facebook und twitter für den Arab. Frühling. Logisch. Es war aber nicht als die Wahrheit.
    Die elpais drückte es anders aus: Es waren die Waffen auf den öffemtlichen Plätzen, die die Proteste gewähren ließen. Auch das stimmt.

  87. "Sonst halte ich mich als...
    „Sonst halte ich mich als nüchterner Projektmensch an Fakten. Und die sind eindeutig.“ (ThorHa29. März 2011, 23:08)
    .
    Immer häufiger fällt mir auf, dass genau dies nicht mehr zu gelten scheint: Die Eindeutigkeit von Fakten. Als Ingenieur bin ich in ungeduldigen Momenten geneigt, schier zu verzweifeln, weil viele liebe Mitmenschen gedanklich nicht bereit sind, auch nur ganz einfach verständliche Gesetzmäßigkeiten anzuerkennen und einfache logische Schritte nachzuvollziehen, um eine Diskussion überhaupt erst zu ermöglichen.
    .
    Meine Kinder (Grundschule) schauen sich jeden Abend kurz vor acht die Kindernachrichten „logo“ auf KIKA an. Dort wird derzeit natürlich auch viel über Atomkraftwerke und die Folgen von Unfällen berichtet. In bin erstaunt, wie gut dort auch komplexe technische Sachverhalte in einer sogar für Kinder verständlichen Form dargestellt werden. Anschließend erläutert mir ein achtjähriges Kind, wie ein Atomkraftwerk ungefähr funktioniert und kann Alpha- Beta- und Gammastahlen auseinanderhalten. Hier treffen die Programmmacher auf eine Zielgruppe, die unbegrenzt neugierig ist und einfach alles wissen will.
    Und dann begegnet man bei einer Geburtstagsfeier den Eltern dieser Zielgruppe. Was geht da eigentlich verloren auf dem Weg zum Erwachsenwerden?
    .
    1986 haben sich meine Eltern über Nachbarn amüsiert, die nach Tschernobyl über die Grenze nach Frankreich fuhren, um dort ihre Lebensmittel einzukaufen. Die Franzosen hatten damals keine Messwerte über die radioaktive Belastung von Lebensmitteln veröffentlicht. Offensichtlich wirkte das beruhigend. Wenn man die Fakten schon nicht interpretieren kann, will man sie vielleicht auch gar nicht wissen.

  88. apreslude, nicht davon zu...
    apreslude, nicht davon zu reden, dass man Fakten ja auch manipulieren kann. Fakt war, dass es eine Obergrenze für die Belastung gab – aber das hat sich ja nun geändert.

  89. @Plindos: naja, die normative...
    @Plindos: naja, die normative Kraft des Faktischen und das Orakeln… kann sein, daß Tokyo untergeht, die Erdbeben sich sehr verstärken und das Dach der Versicherungen komplett wegfliegt. Es geht doch seit nunmehr mindestens 3 Jahren nur noch darum, wo man einen Fallback einziehen kann, um ein einigermaßen Überleben zu gewährleisten. Der Abschied von Amerika schmerzt, und man will ihn nicht wahrhaben, derweil in schneller Folge ab und an altbekannte Muster aufscheinen, die sich aber schnell als unzureichend erweisen. Mit vorwärts ist nicht viel, sinnvoller wären Sturmmaßnahmen gegen zuviel rückwärts.

  90. @Sophia: eine Obergrenze für...
    @Sophia: eine Obergrenze für Belastung ist aber eine Setzung und Entscheidung: bis zu diesem Punkt, nach jetzigem Wissen. Mit dem Apfel, der einem auf den Kopf fällt (Schwerkraft) ist es ein bißchen anders.

  91. apreslude@: Diesbezüglich...
    apreslude@: Diesbezüglich wird uns ja von verschiedener Seite der Verständnis-horizont geöffnet bzw. erweitert, somit auch die vielbeschworene Lebensqualität.
    Wir die Kaufleute, Ingenieure, Logistiker, Beamte etc. sind angehalten nach dem neuesten Stand der Technik die neuesten Normen und Verordnungen einzuhalten.
    >Die EU-Kommission hat vor dem Hintergrund des Atomunfalls in Fukushima die Grenzwerte radioaktiv belasteter Lebensmittel-Importe per Eilverordnung 297/2011 vom 25. März verdoppelt.
    So wurde die zulässige Belastung für Baby-Nahrung von 370 auf 400 Becquerel pro Kilogramm angehoben. Für Milch- und Molkereiprodukte gelten 1.000 Becquerel pro Kilogramm statt die bisherigen 370. Der neue Grenzwert für alle übrigen Lebensmittel beträgt 1.250 Becquerel pro Kilogramm. Vorher waren es 600 Becquerel pro Kilogramm.< Weiteres S. u. h.s.q.y.p. oder Big brother is worried about you! youhttp://wirtschaftsthemen.net/politik/nuklearer-notstand-eu-erlaubt-20-fach-hoehere-radioaktivitaet-in-lebensmitteln-als-nach-tschernobyl/007647.html http://de.wikipedia.org/wiki/Becquerel_(Einheit)

  92. ...
    colorcraze@:Sturmmaßnahmen:…als da wären?
    Vor Gericht und auf hoher See ist man allein! Vielleicht meinte Herr Bundesaußen-minister Dr. G. Westerwelle das auch in Bezug auf sein Monitum vor der UN samt Stimmenthaltung? Es könnte ja durchaus sein, daß wir umgekehrt einmal urgent auf die Stimme der USA angewiesen wären?

  93. @Plindos: die Enthaltung war...
    @Plindos: die Enthaltung war jedenfalls durchaus im Sinne Obamas, der genau weiß, daß eine dritte Front nicht mehr geht. Ob im Sinne der bekannten 200 Familien Amerikas und Teilen des Apparats, steht natürlich dahin. So konnte er sich rauswurschteln. Jetzt muß die Großmacht Dänemark noch verstehen (ist allmählich dabei).

  94. @apreslude, es schreibt sich...
    @apreslude, es schreibt sich in Erinnerung an Vergangene Weisheiten doch recht unbeschwerlich.
    1986 begehrten wir bereits gegen die Volkszählung auf. Wie sich heute bei Sichtung vieler Portale herausstellt, war das wohl zuviel Skepsis. man prostituiert sich heut allzu gern en detail. Kurze Zeit später beruhigte uns dann Innenminister Zimmermann (CSU), der Wind komme aus Westen, macht euch keinen kopf.
    Insofern müssen wir wieder lernen, uns in die Arme der Politik zu begeben und vertrauen auf….

  95. @plindos, wenn ich ergänzen...
    @plindos, wenn ich ergänzen darf: das Recht ist wie ein Schiff auf Hoher See. Man weiß nie, in welchen Hafen es einläuft.

  96. nico@: Wo sich ein, wenn auch...
    nico@: Wo sich ein, wenn auch unliebsamer Δικηγόρος (Anwalt) findet, zeigt er schon mal an, wo etwas strahlt und leuchtet, womöglich findet das Staatsschiff doch noch den richtigen, den rettenden Hafen….
    http://www.strahlentelex.de/Leukaemie-Anhoerung%20Vorlage%2014-N%20Edmund%20Lengfelder.pdf
    http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~EF5EC7B4A23B4494EA174F7F840DAC44E~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  97. ...ja, das Staatsschiff wie...
    …ja, das Staatsschiff wie ein einwandiger Öltanker im Geleitzug der vier Zerstörer.

  98. @Sophia: Natürlich kann man...
    @Sophia: Natürlich kann man Fakten manipulieren.
    Aber kann man solche Manipulationen durchschauen ?
    Das große Experiment Internet hat eigentlich gerade erst begonnen, weil jetzt endlich genügend Substanz vorhanden ist.
    Es gibt die, die Manipulationen durchschauen und das auch darstellen können.
    Dann gibt es die, die manipulieren für ihre eigenen Zwecke.
    Dann gibt es die, die aufgrund ihrer Fähigkeit, Plausibilitäten, Wahrscheinlichkeiten und logische Schlüsse nachzuvollziehen, die einen von den anderen unterscheiden können.
    Und dann gibt es die, die das alles nicht können und sich gerne auch mal in Verschwörungstheorien flüchten.
    .
    Bleibt die Frage, welche Richtung setzt sich durch ?
    Irgendwie bin ich sogar optimistisch, ich finde, die Qualität steigt, die Möglichkeiten, Pannen zu vertuschen haben dramatisch abgenommen, weil bei einem nicht mehr begrenzten Publikum immer irgendjemand aufpasst und plausibel überzeugend argumentiert. Und dann reicht tatsächlich ein Einzelner.

  99. nico, das mit dem Schiff haben...
    nico, das mit dem Schiff haben Sie schön gesagt.
    .
    apreslude, ganz sicher. Andererseits wird der Informationsdschungel aber auch undurchschaubarer und am Ende ist es doch eine Frage: wem glaubt man? Welcher Statistik, welcher Einschätzung, welcher Interpretation, welcher Zeitung?

  100. @ Sophia 01. April 2011,...
    @ Sophia 01. April 2011, 10:01:

    Ungeteilte Zustimmung. Zu der wachsenden Unsicherheit (wem glaube ich was) haben „Wissenschaftler“ erheblich und selbstverschuldet mit beigetragen. Von den Ökonomie-Experten, deren Selbstsicherheit krass mit der Genauigkeit ihrer Orakel kollidiert über Juristen, die selbst Folter zu legalisieren wissen bis hin zu Psychiatern, die sich nicht entblöden, öffentliche Ferndiagnosen zu veröffentlichen. Das alles befeuert von einer Medienmaschine, in der eifrig die Maxime schrill, laut, entschieden und radikal verfolgt wird. Und in der Schnelligkeit vor Genauigkeit, Urteil vor Faktenermittlung, Schlagzeile vor Substanz geht.

    Das Ergebnis dieser Ingredienzien trifft auf eine zunehmend halb- oder viertelgebildete Bürgerschaft (im Gegensatz zu völlig ungebildet). Die aus dem unbestreitbaren Fortschritt ihre Bildungsniveaus den Schluss zieht, alles und jedes selbst gültig beurteilen zu können, auch komplexe ingenieur- oder naturwissenschaftliche Sachverhalte. Und schon irgendwo irgendeinen „Wissenschaftler“ im Netz findet, der ihre Auffassung zu legitimieren scheint.

    Dieser nicht wirklich gute Mix wird abgerundet durch die Fähigkeit des Internets zur vollkommenen Entkopplung von Erfahrungswelten. Man kann im Netz und durch das Netz ermöglicht sich nur noch in geschlossenen Zirkeln aufhalten, in denen die eigene Meinung verstärkt und jede Begenung mit einer anderen Meinung verhindert wird, nicht zuletzt durch das rabiate „Wegbeissen“ von zufällig aufschlagenden „Anderen“. Ein Aspekt des Netzes, der in der öffentlichen Berichterstattung selten bis nie vorkommt, da werden immer die menschenverbindenden Elemente betont.

    Das Endergebnis ist langsam aber beständig wachsende Unsicherheit auf einem schwindenden Fundament (vermeintlicher) Sicherheiten. Auch daran wird sich der Mensch anpassen. Aber die Gesellschaften, die am weitesten auf diesem Weg gegangen sind, unsere, haben ihr Urteil erkennbar bereits gefällt. Man kann die weit unterhalb der Selbsterhaltung liegenden Geburtenraten der Völker des Westens auch lesen als den Wunsch nach Selbstauflösung. Haben wir die Schraube der Individualisierung und Liberalisierung eine Umdrehung zu weit angezogen?

    Nachdenkliche Grüsse,
    Thorsten Haupts

  101. Es wird sehr interessant zu...
    Es wird sehr interessant zu beobachten sein, wie man sich gegen die Klage des Rheinischen Türpitz zu verteidigen gedenkt. Es geht dem Vernehmen nach um immerhin 20Mio. monatlich, so eine Geldmaschine läßt man ungern auf standby. Nicht nur für die Anwaltsschar eine Menge Prozeßkosten und Gebühren. Sollte am Ende dabei rauskommen, es bleibt agbeschaltet, stellten das AKW Biblis und weitere ein Sicherheitsrisiko dar – auch bereits in der Vergangenheit. Das werden die sich nicht gefallen lassen. Und wie überhaupt wird die EU das sehen.

  102. Sophia Amalie Antoinette...
    Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia@:
    Bisher dachte ich immer wir würden in einer aufgeklärten Wissensgesellschaft
    leben, und nun Sie mit Ihren Glaubenszweifeln? Die reine Dogmatik lehrt und erklärt doch ALLES auf das Ausgetüfteltste mit a-priori-Basiswissen, zumal „Neurophilosophen“ uns mittlerweile sogar ethische Grundüberzeugungen abgewöhnen wollen. Sollte es etwa doch wider Erwarten einen Hiatus zwischen Glauben und Wissen geben? (Vorsicht: Alles nur ironisch gemeint!)

  103. ThorHa@: Scheinbar ein...
    ThorHa@: Scheinbar ein Nebenthema.
    Ihr durchaus verständliches Beklagen der demographischen Entwicklung Deutschlands setzte mit seinen Gründen dafür etwa um 1965 ein. Ein materieller Beschleuniger war, neben der explosiv wirkenden Entzauberung von moralischen Größen, Gewißheiten und Anschauungen in Sachen Sexualität und deren individueller Verfügbarmachung, nämlich die fertilitätshemmende/unterbrechende Wirkung der Pille. Warnende Stimmen vor deren unreflektierten Gebrauch (auch in Bezug zu hormoneller Langzeitwirkung) wurden im privaten wie staatlich-öffentlichen Bereich in den Wind geschlagen. Ebenso die nach wie vor nichtsanktionierte Abtreibung der weiblichen Frucht. Wer da nicht mitdachte oder handelte wurde als Chauvinist oder Reaktionär gebrandmarkt.
    Ob man nun die Thesen von Thilo Sarrazin schätzt oder nicht, sie sind u. a. mit als Resultat daraus entstanden und bedingt durch diese Entwicklung.
    MfG
    Plindos

  104. Plindos, ich hätte Ihre...
    Plindos, ich hätte Ihre Ironie auch so verstanden… und so spannend ich philosophische Fragen finde, am Ende ist mir das zu verstiegen. Am Ende hängt es davon ab, was oder wem ich glaube in einer unüberschaubar komplexen Welt. Zumindest für die meisten.

  105. "Ebenso die nach wie vor...
    „Ebenso die nach wie vor nichtsanktionierte Abtreibung der weiblichen Frucht.“

    Ich habe mir schon immer die Frage gestellt, warum das ausgerechnet von Konservativen (zu denen Sie habituell gehören) so intensiv thematisiert wird. Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein hatte nicht einmal die katholische Kirche mit Abtreibung ein Problem, ein baby galt erst nach der Geburt als Mensch. Alle Antworten, die mir auf diese Frage eingefallen sind (die offizielle – Lebensschutz – ist wenig glaubwürdig), waren wenig schmeichelhaft für Abtreibungsgegner.

    Meine Frage ging ohnehin wesentlich tiefer, als zur reinen Aufzählung der die demographische Entwicklung begünstigenden äusseren Merkmale, bei denen Pille und Abtreibung eher die geringere Rolle spielten. Und bei beiden waren warnende Männer wiederum in einer moralisch absolut unhaltbaren Position, weshalb die gesellschaftlichen Kämpfchen auch so schnell entschieden waren. Meine Frage zielte eher darauf, ob der noch immer relativ freie Westen noch an seine eigene Zukunft glaubt.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  106. Sophia Amalie Antoinette...
    Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia@: Excusez! Glauben (sic) Sie mir bitte, ich habe noch viel weniger Durchblick als die meisten der hier Kommentierenden.

  107. @ThorHa: (wg. Demographie)...
    @ThorHa: (wg. Demographie) also, ich seh das so, daß wir durch die Entdeckung Amerikas vor 500 Jahren einen Anreiz zu starker Menschenvermehrung hatten, der dann überschoß und nur noch durch Umstellung auf Industrie auf der Basis von fossilen Energieträgern gehalten werden konnte, und nun ist eben ziemlich vorbei mit fossilen Energieträgern, also hätten weiterhin mehr Menschen keinen Spielraum mehr, und so wird es halt wieder weniger. Und Europa eben wie immer vorneweg als Pilot, daher bei uns (und in China!) die Abnahme der Menschenvermehrung.

  108. Mit den Menschen, die von...
    Mit den Menschen, die von nichts eine Ahnung haben, meinten Sie wahrscheinlich auch die „Wissenschaftler“, die die Sicherheit von Atomkraftwerken aus unzulaessigen Schaetzungen „berechnen“ und dabei zu Ergebnissen wie „einmal in einer Million Jahren plus/minus einer Fehlertoleranz von ZEHN Millionen Jahren“ kommen? Siehe „Atomkraft-Sicherheitsforschung ist Pornographie …“ > http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=208416

  109. @ThorHa: gute Frage. In...
    @ThorHa: gute Frage. In Anbetracht von Dahinvegetieren und Von-einem-Ast-auf-den-nächsten-Hüpfen für viele kommt nicht sonderlich viel Lebenstüchtigkeit auf.

  110. ThorHa@: Sehen Sie es mir...
    ThorHa@: Sehen Sie es mir „habituellen Konservativen“ nach, wenn ich leichte Denkschwierigkeiten habe (dieser Typus Mensch ist zu sehr mit seinen Vorurteilen behaftet). Da Sie anscheinend eine unanfechtbare, fortschrittliche geistige Position haben, könnten Sie doch vielleicht etwas konkreter mehr von Ihrem Arkanwissen zur allgemeinen Aufklärung ausbreiten?

  111. colorcraze@: Dont be worry:...
    colorcraze@: Dont be worry: Chips are not radiation hardened!

  112. CrisisMaven, es gibt solche...
    CrisisMaven, es gibt solche und solche Wissenschaftler.
    .
    Plindos, klug ist, wer weiß, dass wir nicht viel wissen.

  113. @plindos
    was halte sie von...

    @plindos
    was halte sie von Gunnar Heinsohn thesen?

  114. @Plindos:

    Nichtverstanden,...
    @Plindos:
    Nichtverstanden, sorry. Sollte Sie der „habituelle Konservative“ beleidigt haben, war das nicht meine Absicht.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  115. bertholdIV@: Je nun, es gibt...
    bertholdIV@: Je nun, es gibt solchene und solchene Säulenheilige. Mein Statement gilt nur für meine private Sicht der Dinge als „habitueller Konservativer“. Wobei ja Privates u. U. blitzschnell in Öffentliches umschlagen kann. Die Geschichte lehrt und bietet „schlagende“ Beispiele dafür. GH Thesen wären doch was für den Refeudalisierer (im Blog von Signore DA), um dessen Dienstboten-Reservoir für den europäischen zukünftigen Neo-Techno-Feudaladel aufzufüllen ;-)
    ..
    Gesetzt der Fall, wir würden einen ähnlichen GAU, mit Folgen wie sie in Nippon zu erwarten sind, erleiden, ist es eh fraglich, ob man dann überhaupt so viel genetisch Beeinträchtigte Wesen für wünschenswert hielte (einschl. einem selbst, so etwa mein strahlender Altensitz).
    ..
    Allein die Entsorgung unserer 28 AKWs sind diesbezüglich eine schöne strahlende Hinterlassenschaft bis in die nächsten 500 bis 1000 Jahre hinein für unsere ersehnte Nachkommenschaft. Diese wird auch gern die entsprechenden Lager hüten. Quasi zur freien Anbetung der Nemesis.
    ..
    In welchen Zeiträumen nun Folgenabschätzer und andere Experten zu denken bereit sind, vermag ich so direkt nicht zu beurteilen. Die Gauss´sche Zahl e lässt einen ja so etwas rel. einfach anhand von Zerfallskennziffern errechnen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Technikfolgenabsch%C3%A4tzung

  116. <p>ThorHa@ Machen Sie sich...
    ThorHa@ Machen Sie sich bitte keine Sorgen, ich muß gestehen in gewisser Weise hätten Sie sogar recht. Wäre doch öde würden wir uns unsere Einmütigkeiten bestätigen. Also: Immer feste druff, ich schenke Ihnen ggf. als Riposte auch nichts ;-

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