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Gerechtigkeit für Kim Dotcom

24.01.2012, 12:33 Uhr  ·  Ein rosa Cadillac, eine Villa, ein Leben in Saus und Braus: Vor dem Hintergrund eines für die New Economy eher durchschnittlichen Daseins wird der Blick auf die eigentliche Leistung von Kim Dotcom verstellt: Er hat eine Plattform gegründet, auf der für Inhalte im Netz Zahlungsbereitschaft existiert, und das mit minimalen Kosten und aktiver Hilfe der Nutzer.

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Eigentlich ist Kim Dotcom, oder, wie er früher hiess, Kim Schmitz, mitsamt seiner Vita keine ungewöhnliche Erscheinung. Seine Firma für Datensicherheit mag nach dem Verkauf an den TÜV Rheinland pleite gegangen sein, aber wer Aktien von Kabel New Media besass, sollte wissen, wie sich das anfühlt. Er hat bei Letsbuyit mit guten Nachrichten ungeschickt die Kurse manipuliert und dabei einen gewissen Gewinn gemacht, aber auch bei Infineon, Brokat Technologies und Cargolifter las man schöne Geschichten. Als Schmitz mit Letsbuyit spekulierte, war die Firma erkennbar schon am Ende – diejenigen, die dieses Startup an die Börse brachten und den Kurs weit nach oben schnellen sahen, verdienten weitaus besser auf Kosten anderer. In seiner Jugend machte Schmitz ausserdem ein paar Dinge, die mal diesseits und mal jenseits vom rechtlich Zulässigen waren, aber diese Vorgeschichte haben viele Internetvordenker.

Bild zu: Gerechtigkeit für Kim Dotcom

Das betrifft auch seinen jetzt nach der Verhaftung breit ausgewalzten Lebensstil. Wer da von “Saus und Braus” redet, weiss nicht, wie es damals in der New Economy zugegangen ist. Er sei ab und zu mit dem Helikopter geflogen. Mei, möchte ich da sagen, einer der ganz grossen Vordenker des deutschen Internets, der aus der Politik in die Wirtschaft gewechselt war, erwartete, dass man ihn zum Vortrag in einem Schloss auch mit dem Heli einflog, weil ihm die Anfahrt mit dem Auto vom Flughafen zu lange dauerte. Das war für die über zwischengeschaltete Organisatoren letztlich zahlende Landesregierung selbstverständlich. Kim Dotcom hatte eine ganze Flotte von Autos. Das war in der New Economy normal, erfolgreichen Firmen wurden ganze Flotten aufgedrängt, und bei der Gelegenheit auch genug Autos nahegebracht, die nicht nach normalem Middle Management aussahen. Der Dienstneunelfer, der Firmenferrari, die AMGs, um die Investoren schnell am Flughafen abzuholen, das war damals normal. Es gab Firmen, die nach der grossen Venture-Capital-Tranche – übrigens oft genug durch öffentliche Garantien abgesichert – Wochen damit zubrachten, Businessflitzer, Sofas und beste Adressen für den kommenden Überflieger am Neuen Markt auszusuchen.

Damit wurde man nicht zum Paria, das musste man nicht verstecken, im Gegenteil: Das war unverzichtbar, wenn man in den führenden Areas des Fortschritts auffallen wollte. Der Minister holte dazu dann die Journaille und schrieb in die Einladung, wieviel Geld es wert ist, wenn sie auf Kosten der Allgemeinheit drei Tage mit 5 Sternen und all den Stars zubringen. Die provokanten Aussagen von Schmitz, er sei sehr klug und würde sehr reich werden, wären nicht weiter aufgefallen. Exzesse? Da war ein Kapitalgeber mit der PR-Frau eines Bürostartups allein in der Sauna. Oben gab es die Gespräche und wir lagen unten am Pool. Aus der Perspektive der voll entwickelten New Economy ist Kim Dotcom so monströs wie ein Goldhamster. Einer von vielen. Vielleicht etwas mehr, etwas lauter und etwas drastischer, wenn etwas scheitert. Aber keine Ausnahmeerscheinung.

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Viele seiner Kollegen mit weitaus grösseren Schäden sind längst wieder da, sie haben Stiftungen, bemühen sich um Nachhaltigkeit, geben Seminare für Lebenserfolg, laden in ihre Anwesen in bester Mittelmeerlage ein, machen Hintergrundgespräche und besonders gern in Naturschutz und Ökologie, entwickeln Windparkfonds und jonglieren mit nachwachsenden Rohstoffen. Ich habe wenig Zweifel, dass es dem Ökohype mit diesen Ex-Neuökonomisten anders als der echten New Economy ergehen wird; bei Kim Dotcom liegt der Fall nur insofern anders, als dass er dem Internet und dem Stil seiner Jugend treu geblieben ist. Die einen entwickelten sich vom Dienstneuelfer zum Diensthybridcayenne weiter, während das in Neuseeland aufgeflogene Anwesen noch einmal vorstellt, wie die alte New Economy aussähe, wenn sie 2012 erfolgreiche Geschäftsmodelle vorzuweisen hätte.

Nun kann man sicher nicht ganz zu Unrecht darauf verweisen, dass das Geschäftsmodell von Megaupload weniger das Hochladen als vielmehr das Herunterladen von urheberrechtlich geschützten Daten war, was deren Erschaffer nicht goutieren. Wäre man böse, würde man sagen: Megaupload machte global Geschäfte mit dem geistigen Eigentum anderer Leute, und wenn wirklich 4% des gesamten Datentransfer des Netzes auf diese Firma entfielen, dann war das Geschäft nicht eben klein. 500 Millionen Dollar Schaden habe die Firma den Rechteinhabern verursacht, darf man lesen, und 175 Millionen Dollar soll Schmitz mit Werbung und den Abos für seine Dienste verdient haben. Wobei man natürlich auch sagen muss: Es ist unklar, ob jene, die ihre 175 Millionen  an die Firma gegeben haben, genauso leicht 500 Millionen an die Rechteinhaber gezahlt hätten.

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Immerhin: Sie haben für das Herunterladen von Material anderer Leute diese 175 Millionen bezahlt. Das ist schon mal ein Fortschritt im Vergleich zu Napster, den Torrents und anderen Anbietern, die überhaupt kein Geld für Downloads nehmen. Und das macht den Fall nun wirklich aussergewöhnlich, denn es ging Megaupload nicht einfach nur um Datenraub und Weitergabe, sondern um die Frage, was Menschen für welche Leistung zu zahlen bereit sind. Die 500 Millionen, die an Schaden beklagt werden, sind es nicht. Die 175 Millionen, die eingenommen wurden, sind es offensichtlich schon. Wenn, wie bei Megaupload, keine irrwitzigen Beschränkungen, Entrechtungen der Käufer, Drohungen und Zwänge den Nutzern den Spass am Geschäft verderben. Megaupload hat nicht versucht, seine Kunden mit Lizenzbestimmungen von Besitzern  – wie man das bei einem Buch oder einer Platte ist – zu zeitlich begrenzten Mietern von Inhalten zu machen, die idealerweise bei jedem Systemwechsel oder jeder Vertragsänderung neu zu erwerben sind.

Dazu kam bei Megaupload die Verfügbarkeit aller Inhalte unter einem Dach. Auch diese Idee hassen Inhalteanbieter, seitdem es das Netz gibt: Alles Streben geht dahin, den Nutzer in einer eigenen Firmenwelt zu halten und ihn so wenig wie möglich an andere abzugeben. Der Nutzer soll am besten nur Musik von einem Label und Filme von einem Unterhaltungskonzern mieten, deren Online-Community nutzen und auf gar keinen Fall über die Grenzen des Systems hinaus schauen. Diese Vorstellung hat sich seit gut 15 Jahren als grundfalsch erwiesen, weshalb Apple mit seinem iTunes-Store nach Belieben mit Zeitungen, Filmhändlern und Musikern Schlitten fahren kann: Die Nutzer wollen nicht Firmen, ihre Vertriebe und deren Inhalte, sondern die Inhalte so einfach und verlässlich und günstig wie möglich. Firmen und Vertriebler sind ihnen meistens egal. Diese simple Erkenntnis hat Megaupload gross gemacht, zusammen mit der grandiosen Idee, den eigentlichen Vorgang der Piraterie den Nutzern zu überlassen.

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Nur so ist diese Firma in der Lage gewesen, mit einer Handvoll Mitarbeitern und angemieteten Servern diese erstaunlichen Gewinne zu erzielen. Die Rechteinhaber, denen angeblich 500 Millionen entgangen sind, hätten ihre Inhalte vermutlich nicht so günstig ins Netz gebracht; Heerscharen von Anwälten, Programmierern und Beratern hätten Ewigkeiten damit zugebracht, dem System auf allen Ebenen jede Möglichkeit des Missbrauchs auszutreiben, und entsprechend hohe Kosten verursacht. Man könnte also frech die Frage stellen: Wären die Rechteinhaber in der Lage gewesen, selbst so ein umfassendes Downloadportal aufzubauen, mit dem sie 175 Millionen Dollar und jede Menge weiterhin gern zahlender Kunden abgeschöpft hätten, die selbst für die Bereitstellung der Inhalte sorgen? Ein Portal, das für sich so etwas wie Marktführerschaft beanspruchen kann? Mit schlanken Strukturen und einem Chef, der auf die Nutzern nicht wie ein raffigieriger Contentmafioso wirkt, mit Armeen von Anwälten im Hintergrund und der ständigen Drohung, beim kleinsten Verstoss gegen die Regeln werde man in die Privatinsolvenz abgemahnt?

Nüchtern betrachtet hat Kim Dotcom erfolgreich gezeigt, wie man mit Inhalten im Netz aus Nutzern dauerhafte Kunden macht: Indem man ihnen kundenfreundlich die Plattform liefert, die sie wollen, zu einem Preis, den sie zu zahlen bereit sind, und das alles, ohne sie dabei zu kriminalisieren. Ich habe wenig Zweifel, dass man ihm nun den Prozess machen wird – aber ich habe grosse Zweifel, dass diese 175 oder gar 500 Millionen Dollar in Zukunft bei den Rechteinhabern landen werden. Megaupload hat Zahlende und Inhalte zusammen gebracht und die Kunden zufrieden gestellt. Jetzt ist das alles weg. Und die Inhalteindustrie kann sich erneut auf die Suche nach zahlender Kundschaft machen, draussen, im Netz, wo die nächsten Piraten vielleicht einfach ein wenig vorsichtiger sind, ihre Strukturen besser tarnen und eine ganz normale E-Klasse fahren, wie ein normaler Abmahnanwalt.

 
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Lesermeinungen zu diesem Artikel (113)
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nooee. - das geschaeftsmodell...

nooee. - das geschaeftsmodell von megaupload ist mir nicht bekannt. aber was die 100% tochter megavideo gemacht hat, ist lupenreinste hehlerei. - aus. vorbei. und das ist gut so.

0 Tim Scholl 24.01.2012, 13:07 Uhr

Guter Artikel. Danke. Aber man...

Guter Artikel. Danke. Aber man sollte auch immer wieder hervorheben, dass genauso Musiker, Filmemacher, ihre Songs oder Trailer bei Megaupload hochladen konnten, um damit zum einen PR zu haben und zum anderen an den Downloads Geld zu verdienen!

Super geschriebener Artikel,...

Super geschriebener Artikel, der die nun vermeintlich Kriminellen mal aus ganz anderer Sichtweise betrachtet. So gesehen ist es nämlich fakt, dass Megaupload vielen Kunden ein ansprechendes Angebot bieten konnte. Ich denke irgendwo zwischen den unattraktiven Angeboten in den Stores der Rechteinhaber und dem ungezügelten Treiben von Megaupload befindet sich die finale Lösung eines legalen Onlinevertriebs von geistigem Gut.

0 PrinzAldi 24.01.2012, 13:43 Uhr

Das was Kim Schmitz geschafft...

Das was Kim Schmitz geschafft hat, schaffte vor Ihm nur Steve Jobs. Kim hat eine Plattform geschaffen, worauf Menschen für eine Leistung bezahlen. Aber keine 20 Euro für eine CD, wo 19 Euro als Gewinn an die Firmen fließen und der überwiegende Teil Schrott ist [inkl. die Verpackung und der Bonus-Rotz]. Eventuell sollten die großen Konzerne endlich wach werden und eine Plattform schaffen, wo die USER das bezahlen, was Sie bereit sind zu bezahlen. Nicht an jeden einzelnen, sondern an eine einzige Stelle [so wie Itunes]. Allerdings scheitert es an der Industrie, die noch gieriger ist als DOTCOM Schmitz. Da will jeder mehr als der andere und schon gibt es keinen Weg zur Einigung. Es wird ein zweiter Schmitz kommen und da weitermachen. Noch eine Anmerkung zu Rapidshare: Erst illegal und dann versuchen in die legale Schiene zu fahren ist auch nichts anderes. Schaut mal bei Alexa, wie die Zugriffe sich seit 1 Woche verlagert haben. Das zum Thema "Wir von Rapidshare arbeiten mit den Behörden zusammen und löschen Accounts. Wovon bitte wollen Sie dann leben. Cloud gibts an jeder Ecke für LAU [und das ohne Zwangslöschung nach xx Tagen]

Was ist jetzt eigentlich der...

Was ist jetzt eigentlich der Unterschied zwischen youtube und Schmitz?

Genauso wie Kopieren kein...

Genauso wie Kopieren kein Diebstahl ist ist es auch keine Hehlerei. Daten sind keine Sache. Und man nimmt sie niemandem weg.

Die Pointe ist doch gar nicht,...

Die Pointe ist doch gar nicht, ob die Schmitz-Firma illegal oder legal gewesen ist, abf. Es geht darum, daß es ein rentierliches Geschäftsmodell gäbe, wenn die Contentindustrie ihre Kunden nicht als zumindest potentielle Verbrecher behandeln würde. Haben Sie sich noch nie über DVDs aufgeregt, auf den zuerst ein Antipiraterie-Spot und zwei oder drei Trailer kommen, bevor man ins Hauptmenü gelangt? Bei mir kommt nichts Illegales auf die Festplatte, aber ich könnte manchmal verzweifeln, mit welchen quasi-terroristischen Schikanen einem das Leben schwer gemacht wird. Bei Weltbild ist es mir nach 8 Wochen heftigem Schriftverkehr nicht gelungen, ein e-Book zu erwerben. Ich kam mir vor wie Buchbinder Wanninger. Gerade gestern hab ich Lovefilm über die Wupper geschickt, weil sie gegen jedes Versprechen doch eine automatische Aboverlängerung geschaltet haben. Es ging mir nicht um die 10 Euro, sondern die stillschweigende Frechheit. Der Verzicht auf digitale Rechteminderung bringt ganz offensichtlich doch nicht weniger Erträge (siehe Megaupload), aber zufriedenere Kunden.

0 Mythmaker 24.01.2012, 14:08 Uhr

"Megaupload hat Zahlende und...

"Megaupload hat Zahlende und Inhalte zusammen gebracht und die Kunden zufrieden gestellt." Und warum hat Megaupload nicht Zahlende und diejenigen die die Inhalte produzieren zusammengebracht? Dann wären die 175 Millionen allerdings nicht komplett beim Herrn Dotcom gelandet. Die richtige Frage, warum die Inhalteindustrie so schwerfällig ist, wird hier schon richtig gestellt aber das Problem, dass man sich gerne zu Lasten anderer Leute Arbeit bereichert - natürlich ist das immer die Schuld der Nutzer - wird mir immer zu sehr nach hinten gestellt. Warum wird denn nun von Google etc. SOPA und Konsorten angegriffen. Weil sich Google gegen die Zensur einsetzt, weil Google am Datenschutz interessiert ist? Sorry, so naiv kann keiner sein.

Schmitz wollte Megaupload...

Schmitz wollte Megaupload anscheinend vollständig "legalisieren". Laut der Anklageschrift hat er Verhandlungen mit den Major-Labels bezüglich eines Lizensierungvertrags geführt und außerdem Kontakt mit US-amerikanischen Musikern aufgebaut. In einem Interview hat er gesagt, er wolle neunzig Prozent der Einnahmen an die Musiker weitergeben. Wenige Monate später kam das FBI zu Besuch. An der persönlichen Strafbarkeit von Schmitz besteht m.E. kein Zweifel (das die Verbreitung von unlizenzierten Inhalten in der Anfangszeit massiv durch Megaupload gefördert wurde, ist offensichtlich), aber das Timing der Aktion lässt doch einen sehr, sehr schalen Beigeschmack zurück.

0 Steve Anorizz 24.01.2012, 14:14 Uhr

Danke für diesen super...

Danke für diesen super Artikel! Ich bin aus Österreich und kann nur beurteilen wie es hier ist, aber bei uns schreiben die Tageszeitungen kein Wort in diese Richtung - für die ist das nur ein böser Hacker und Internetpirat, der einen immensen Schaden verursacht hat und nun endlich hinter Gitter ist - der Osama bin Laden des Internets wurde endlich geschnappt. So oder so ähnlich sieht das meist aus, die Artikel sind kurz, sehr aussageschwach und eben auch noch falsch. Falsch insofern, dass Megaupload nicht als verbrecherische Institution, sondern als früher längst überfälliger Service zu sehen ist. Einfach als gute Idee! Hollywood bietet mir Mist für 10 € im Kino und für 20 € wenn ich drei Monate warte, dafür dann nicht nur einmal. Megaupload bietet mir für lau den selben Inhalt, wenn ich ihn schnell haben will (aber in jedem Fall dauerhaft!) zahl ich eben ein bisschen. Klar, dass das einfach wirtschaftlich besser ist. Jedenfalls sehr gut auf den Punkt gebracht, ich teile diesen Standpunkt. Mehr dazu hab ich übrigens in diesem Blogeintrag dazu geschrieben: http://steveanorizz.wordpress.com/2012/01/23/kim-dotcom-und-das-verbrechen-filesharing/

"In seiner Jugend machte...

"In seiner Jugend machte Schmitz ausserdem ein paar Dinge, die mal diesseits und mal jenseits vom rechtlich Zulässigen waren, aber diese Vorgeschichte haben viele Internetvordenker." Mit Verlaub aber das ist absoluter Blödsinn! Kimble hat in seiner Jugend für illegale Inhalte Geld kassiert und danach seine "Kunden" und die gesamte damalige Szene ans Messer geliefert. Welche "Internetvordenker" können auf eine solche Karriere zurückblicken?

0 P. Seudonym 24.01.2012, 14:36 Uhr

Die beste im Mainstream...

Die beste im Mainstream publizierte Analyse der Usancen im Handel mit immateriellen Gütern seit dem geleakten Abmahngeschäftsmodell der Musikindustrie - Chapeau !!!

Naja… 1. 175 Mio Einnahmen...

Naja… 1. 175 Mio Einnahmen - 500 Mio Schaden Das paßt doch nicht zusammen. Die Einnahmen sind bestimmt ein wenig geschönt um das Kaliber des Bösewichts größer erscheinen zu lassen. Und der Schaden? Wenn eine US Amerikanerin ein paar Musik-Torrents läd sind es sonst gleich einige 100.000 (ok, mit punitive damage) – das bei 4% (glaube ich auch nicht, allerdings verlor Congent 20% des Kurses) des internet traffics?. Mir ist nicht klar, wieso der so niedrig angegeben wird. 2. Wer bezahlt die Rechnung? Bei den bbs hat er mit dem Gravenreuth gegen freies Geleit die Nutzer zahlen lassen (siehe: http://www.gulli.com/news/12565-nachruf-guenter-freiherr-von-gravenreuth-2010-02-22 ). Mal gucken wie lange es daueret bis hier die Logfiles ausgewertet sind. 3. Innovation? Zuviel der Ehre für ihn. Er war nicht der erste, hat es nur konsequent auf Piraterie ausgerichtet. Mit den Konsequenzen. Die Grundaussage des Textes fällt schon über die eigenen Prämissen.

0 donalphonso 24.01.2012, 14:49 Uhr

Noise, es gab durchaus Firmen,...

Noise, es gab durchaus Firmen, die mit voller Absicht vor die Wand gefahren wurden, um die Ausfallversicherung zu kassieren und davor wurden noch schnell die Core Asset5s verkauft. Es gab genug Leute, die die Steuervorteile von Venture Capital mitnehmen und dennoch eigentlich normal investierten. Es gab Kickbacksysteme und Ideen- und Softwareklau, es ganb "vergessene" Soialbeiträge und verschleppte Insolvenzen. Das alles ist nicht legal gewesen, und trotdem gelten viele, die darin verwickelt waren, heute nicht als Kriminelle. Die haben die rechtlichen Probleme anderweitig gelöst, und heute machen sie ungeniert weiter. Sicher, Kimble hat damals seine Kunden ans Messer geliefert. Ich kenne einige Fälle von Sekundärinsolvenzen wegen nicht bezahlter Rechungen. Auch nicht schön, wenn eine Firma wegen sowas eingeht.

Sehr interessanter Artikel....

Sehr interessanter Artikel. Wobei mich natürlich interessieren würde wieviel von den 175 Millionen, auf Abos entfällt. Denke schon der Großteil ist Werbung. Den mit sehr viel traffic wird man heute richtig reich im Internet. Was ich allerdings lustig finde ist, wie oben schon angesprochen, dass sich niemand über Youtube aufregt und ich deren Ländersperrungen sehr leicht umgehen kann. Auch ist es sehr fraglich, wenn das FBI (im Auftrag von Film-/ Plattenfirmen) Niederländer und Deutsche auf Neuseeland verhaften kann. Kommt ja nicht von ungefähr, das der da wohnt. Muss der nächste der sowas aufzieht, gleich nach Russland ziehen und die Miliz bezahlen, dann ist er sicher auch sicher vor dem langen Arm des FBI. Die Sexindustrie ist wie immer schon einen Schritt weiter. Die haben den Trend frühzeitig erkannt und benutzen die großen Seiten jetzt massiv um eigene Werbung zu schalten, bzw. haben Konkurrenzprodukte entwickelt.

@don alphonso Alle genannten...

@don alphonso Alle genannten Beispiele waren keine "Internetvordenker" sondern Zocker. Das Internet war nur das Medium ihrer Aktivität. Kimble hat nichts anderes gemacht, als zu seinen unseligen Mailboxzeiten nur eben viel fetter aufgezogen.

0 donalphonso 24.01.2012, 15:15 Uhr

Peter Kabel zum Beispiel...

Peter Kabel zum Beispiel hat ein Verfahren wegen Insolvenzverschleppung einer der grössten deutschen Internetfirmen gegen eine Zahlung vom Hals bekommen. Und niemand würde bestreiten, dass er Internetvordenker war. Oder man denke an den Neef und den Kauf von ZLU.
.
Ich will den Kim Dotcom hier gar nicht beschönigen. Ich finde es nur falsch, wie hier ein Mastermind des Bösen aufgebaut wird, um so etwas simples wie einen Tauschdienst und mit Vergehen, die in meinen Augen weitaus lässlicher sind als das, was Facebook mit den Daten der Menschen macht. Dass Megaupload im Gegensatz zu diversen Contentplattformen von Sony oder Bertelsmann funktioniert hat - sicher unter der Voraussetzung der Urheberrechtsverletzung - ist aber offensichtlich. Und man kann daraus durchaus etwas über die Wünsche von Kunden lernen.

"Dass Megaupload im Gegensatz...

"Dass Megaupload im Gegensatz zu diversen Contentplattformen von Sony oder Bertelsmann funktioniert hat - sicher unter der Voraussetzung der Urheberrechtsverletzung..." Hm, bei sony und bertelsmann muss man für etwas zahlen, was man bei Kimble nach kurzer Wartezeit kostenlos kriegt. Was kann man daraus wohl über die "Kundenwünsche" lernen?

0 donalphonso 24.01.2012, 15:57 Uhr

Irrtum. Unter den...

Irrtum. Unter den Megauploadbedingungen sind Leute bereit, etwas zu bezahlen, wofür sie bei anderen unter deren Bedingungen nicht bezahlen. Was sagt uns das über Geschäftsmodelle? UUnd wieso glauben manche, dass der Kunde jedes noch so fiese Geschäftsmodell weg vom Besitz hin zum Mieten goutieren muss?

Vielen Dank für diese etwas...

Vielen Dank für diese etwas andere Art der Betrachtung! Die 90er Jahre un der Beginn des Netz-Zeitalters waren tatsächlich etwas besonderes, vergleichbar mit einem mittleren Goldrausch. Wer sich präsentieren konnte, extrovertiert, mit einer Idee ausgestattet und noch plausible Business-Pläne mit Excel anfertigen konnte war klar im Vorteil. Das soll nichts beschönigen, nur ist der zeitliche Kontext nicht ganz unerheblich. Ich verstehe bis heute nicht, was so schwierig daran ist ein Modell auf die Beine zu stellen, dass sowohl Rechteinhaber und auch Rechteverwerter auf eine Linie bringt. Die genannten Zahlen scheinen ja zu beweisen, dass das Geschäft lukrativ ist. So wird wohl demnächst die nächste Firma durchs Dorf getrieben...

savall, ja, danke, point well...

savall, ja, danke, point well taken. rein theoretisch mag ich folgen. es bleibt mir letztendlich aber zu abstrakt. - wenn leute selbstausbeuterisch der piratenromantik froenen, mit wackelkameras filmpremieren mitschneiden um diese als erste ins netz zu stellen.... ok... jeder hat hobbies... und das netz ist dunkel und weit. - wenn jetzt allerdings jemand auf diese schattenstrukturen aufsetzt, diese hegt und pflegt, nett beleuchtet und fuer den eintritt in die spiegelwelt geld verlangt, dann greift all das nicht mehr, was ich einem naiv-romantischen piraten noch gerne bereit bin, zu verzeihen. - gerade im umkehrschluss wird ein schuh draus. die planmaessigkeit und das vorhandensein eines 'geschaeftsmodells' adelt hier nicht, sondern qualifiziert die tat als verbrechen. und don, natuerlich lernt man bei megavideo ueber nutzerpraeferenzen - von denen viele sich ob des entrichteten geldbetrages uebrigens im quasi legalen bereich waehnten... - aber ueber genau diese nutzer lernt man auch bei kik und h&m. denen reicht es, einen minimalablass zu zahlen und dann ist die kleine seele rein. - solch einem mist braucht kein weiterer vorschub geleistet zu werden.

Recht So! Wider dem...

Recht So! Wider dem Antihedonismus in der digitalen Bewegung! Weggeknastet ist Kim Schmitz gemeint sind wir alle! http://www.digitalmusicnews.com/permalink/2011/111221airvinyl http://pastebin.com/yRVC9YU8 Wider dem Antihedonismus - Solidarität mit allen Gefangenen - Weggeknastet ist Kim Schmitz - Gemeint sind wir alle Dies ist ein Apfel, der unserer Ansicht nach wohl schon länger in die Runde geworfen werden muss. Schon seit einiger Zeit entwickelt sich das Milieu das wir als emanzipatorisch, discordianisch und weitestgehend hedonistisch einschätzten und uns dort wohlfühlten zum Teil in bedenklich staatstragende Richtungen. Dass dies sich unabhängig entwickelnden Projekten wie der Wikipedia oder der Piratenpartei widerfährt ist weder besorgniserregend noch überraschend, beim puren Chaos aber, einer der wenigen verbliebenen Keimzellen für fundamentale Kritik, kreativem Umgang mit Systemen (insb. technischer wie sozialer Natur) und Widerstand gegen Bevormundung müssen solche Umstände Grund zu großer Sorge, Reflektion und Kritik sein. Gemeint sind hier insbesondere die verschiedenen Prozesse der Desolidarisierung die in den letzten Jahren um sich gegriffen haben. Exemplarisch wollen wir hier auf den aktuellen Fall von Kim Schmitz eingehen, obwohl Teile hiervon auch auf Assange, manche Aktionen mit dem Label Anonymous und andere zutreffen mögen. Anlass sind die Einlassungen prominenter Stimmen, die aber sicherlich nicht bloß für sich sprechen, sondern auf Resonanz stoßen. Dem wegen Urheberrechtsverletzungen in gewerblichem Außmaß angeklagten und deswegen von den USA in Neuseeland verhafteten Kim Schmitz wird mit Verweis auf seine früheren illegalen und zum Teil definitiv auch unmoralischen Machenschaften die Solidarität verweigert. Das geschieht als O-Ton-Geber in einer Medienlandschaft die es auf "Die Bonzen" (Zumwinkel), "Die Banker" (Ackermann) und "Die Korrupten Politiker" (Wulff) abgesehen hat - struktureller Antisemitismus inklusive http://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismusforschung#Struktureller_Antisemitismus - und nun aufgrund ihrer Impotenz und als Übersprungshandlung Kim Schmitz dem ob der unsicheren Zukunft aufgewühltem Mob als Beute darbietet. Dabei wird von den Medien weder die eigene Rolle hinterfragt, noch ob die Misstände generell vielleicht etwas mit Herrschaft und ihrer Reproduktion zu tun haben. Ebensowenig hinterfragt wird der Verstand der vielen Menschen, die alle möglichen Verbrecher, Kriegstreiber, Rassisten, Nazi-Kollaborateure und Mörder wählen, gewähren lassen oder sogar im Amt bestätigen, obwohl sie so ganz maßgeblich zur Situation beitragen. Gelegenheit und medialen Mehrwert gibt dabei Kims gänzlich unbescheidener und exzessiver Lebensstil, der in den gleichen Artikeln als Aufreger präsentiert wird. Antihedonismus par excellance. Als würde das bißchen Luxus was ändern. Als wäre eine protestantische Verzichtsethik angebracht. Dass hier jemand für das automatische Speichern und Ausliefern von Bitfolgen international verfolgt wird spielt dabei für die twitternde Selbstdarstellung keine Rolle. Man mag zwar spekulieren, dass es vielleicht bei Megaupload auch schattigere Ecken in den Serverfarmen gegeben haben könnte - das ist aber nicht Grund der Verfolgung. Sich hier der Aussendarstellungspflege wegen zu distanzieren halten wir für absolut inakzeptabel, es ist ein Verrat am Kampf für die Freiheit der Menschen Information frei und unkontrolliert austauschen zu können. Wir sehen uns hier nicht genötigt Kim Schmitz als Helden, Hüter der Moral und des Anstandes oder Retter sonntäglicher Filmabende zu feiern, gleichzeitig sehen wir aber nicht ein, warum er hehren Moralvorstellungen genügen müsste. Und um Missverständnissen vorzubeugen: Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass Kim viel Gedankengut pflegt, welches verwerflich ist und auch, dass er noch weitaus mehr fragwürdige Aktivitäten am laufen hatte. Weiterhin ist uns Schmitz weder persönlich bekannt noch auf Anhieb sympathisch. Richtig ist, dass technologisch und vom Benutzerkonzept her Bittorrent rundum die bessere Möglichkeit zum Informationsaustausch bietet. Allein, es schützt nicht vor Verfolgung durch gelangweilte Studenten bei den Servicedienstleistern der Abmahnindustrie, es sei denn man betreibt es über TOR oder ähnliche Anonymisierungsdienste, was wir aber ob der limitierten Bandbreite in diesen Netzen und ihrer politischen Bedeutung für eine schwere Verfehlung halten. Wie gut man bei Megaupload vor Verfolgung geschützt wird wenn die Betreiber unter Verfolgungsdruck stehen, wird sich nun zeigen. Zugegeben sind wir nicht sehr optimistisch. Dennoch muss klar sein: Spektakulär weggeknastet wurde Kim Schmitz. Gemeint sind wir alle. Alle die, die, sei es aus finanziellen Unpässlichkeiten, Neugier, Bequemlichkeit, anderweitiger Nichtverfügbarkeit, Datenschutz- und DRM-Bedenken oder sonstigen Gründen, urheberrechtlich geschützte Bitfolgen über welchen Kanal auch immer empfangen haben, sollen verfolgt werden und der lukrativen Zweitverwertung von Monopolrechten zwangsweise Beitragen, wobei man sich keine Illusionen machen braucht das Geld käme vielleicht irgendwann bei bedürftigen Künstlern an. Die Bedrohung derartiger Banalitäten mit Knast ist eine Beleidigung jeglichen Rechtsempfindens. Ganz ähnlich läuft die Meinungsbildung zu diversen Anonymous-gelabelten Aktionen, die mit ihren DDOS-Attacken eigentlich die historisch mildeste Form des ungehorsamen Protests darstellen. Es fliegen keine Steine, es muss kein Wasserwerfer anrücken, es geht nichts zu Bruch, es macht noch nicht einmal Lärm - lediglich ein paar Kisten sind für eine Weile nicht erreichbar. Trotzdem wird seitens vieler erfahrener Chaoten der oft legitime Protest pauschal als albern und kindisch disqualifiziert, über die technische Unbedarftheit der Aktionen gelächelt. Sicherlich gibt es bei so manchen Postionierungen unter diesem Label einiges an Unreflektiertheit, gerade bei einem solchen Gebilde verbietet sich jedoch jede pauschale Betrachtung. Gegenüber den Medien gibt man sich wieder distanziert um "das gute Bild des Clubs" nicht zu beschmutzen - vermutlich in der Hoffnung, dass das Chaos demnächst genauso Schwiegermutterkompatibel ist wie die Toten Hosen oder der TÜV. Parallel wird auf Twitter hauptsächlich über den amtierenden Bundespräsidenten schwadroniert, als ob es nichts irrelevanteres gäbe. Als ob es wünschenswert wäre in diesem Amt, einem Relikt alter Nationalstaaten, einen tatsächlich redegewandten, charismatischen Grüßaugust zu haben, der das deutsche Volk seiner selbst versichert. Ebenso haben sich alle von Assange abgewendet. Wir wollen hier nicht Antifeminismen bedienen und Täter-Opfer-Umkehr betreiben. Die Vorwürfe der Schwedinnen, dass er beim Sex das Kondom entfernt hat und sie dies als Verstoß gegen ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung erachten können wir garnicht zurückweisen. In der öffentlichen Diskussion wiederum ist es dann paradoxerweise der Vorwurf der Egomanie, Geltungssucht und Gier, der die Desolidarisierung legitimiert. Dabei sollte klar sein: Das schwedische Gesuch nach Auslieferung ist politisch motiviert, und damit meinen wir nicht die bessere Situation für den feministischen Diskurs in Schweden. Dass hier Großmacht- und Geheimdienstinteressen intervenieren ist schwer zu bezweifeln. Die von Schweden aus mögliche Auslieferung in die USA ist gerade vor dem Hintergrund des dort mittlererweile geltenden Feindstrafrechts eine Bedrohung. Auch hier wäre Solidarität angesagt, jedenfalls verbunden mit aller Kritik an der Person. Stattdessen herrscht schweigen im Walde, man blickt herab auf die moralisch Unwürdigen, und freut sich ob der eigenen Seriösität und Relevanz. Ändert das. diskordianische Grüße, Initiative Luxus für Alle wir behalten uns vor die Urheberrschaft zu leugnen und das Gegenteil zu behaupten. tl;dr: früher war mehr radikalität. freie daten für alle.

Mir sind keine verlässlichen...

Mir sind keine verlässlichen Zahlen bekannt, in wie weit sich der Umsatz auf Werbeeinahmen und Abos aufteilt. Wenn der Hauptumsatz wirklich über Abos gefahren wurde, dann dürfte die Feilscherei um die Passwörter der Logfiles gerade in vollem Gange sein. Schmitz ist und war kein Held, kein Vordenker und schon gar kein Entdecker innovativer Geschäftsmodelle. Es hat schon immer gut funktioniert, Sachen zu Spottpreisen an den Mann zu bringen, die einem nicht gehören. Wo bitte ist da die Innovation und vor allem wo ist die Möglichkeit dieses "Geschäftsmodell" zu den SELBEN Konditionen in die Legalität zu überführen?

bei GEZ geht es um ganz andere...

bei GEZ geht es um ganz andere Summen. Für content den nicht alle wollen, aber bezahlen müssen. Einseitig dargeboten und mit der Macht des Rechtsstaates aufgezwungen.

0 perfekt!57 24.01.2012, 16:49 Uhr

"Ich will den Kim Dotcom hier...

"Ich will den Kim Dotcom hier gar nicht beschönigen. Ich finde es nur falsch, wie hier ein Mastermind des Bösen aufgebaut wird, um so etwas simples wie einen Tauschdienst und mit Vergehen, die in meinen Augen weitaus lässlicher sind als das, was Facebook mit den Daten der Menschen macht. Unter den Megauploadbedingungen sind Leute bereit, etwas zu bezahlen, wofür sie bei anderen unter deren Bedingungen nicht bezahlen. Was sagt uns das über Geschäftsmodelle?" . eben. wegbleiben. einfach verzichten. . und womöglich wäre die "luther-bibel" so gesehen das erste "megaupload" der geschichte der neuzeit gewesen. wenn auch von seiten luthers aus das geschäftsmodell ein anderes war (*g*). (und deshalb die konterrevolution kam und kommen musste und acht und bann und alles andere, eben weil man wie bekannt wenn möglich ebenfalls zurück zu den früheren geschäftsmodellen wollte (ablass), welche ja bis dahin auch legal gewesen. jedenfalls nach massgabe des herrschenden kartells. aber nur am rande. demnächst wählt er noch spd. oder pirat.)

kaktus, "Tatort" ist u.a....

kaktus, "Tatort" ist u.a. Virginia (USA). Dass Neuseeland den USA Rechtshilfe gewährleistet, ist weder ungewöhnlich noch verwerflich. . Don, die Verwerter sind sicher nicht dumm. Sie könnten eine mit Megaupload vergleichbare Plattform (Musik für wenig Geld ohne DRM und sonstige Gängelung) schon aufziehen, sie wollen es aber nicht. Dann laufen ihnen die Kunden in Scharen von den überkommenen Verkaufskanälen dahin weg. Warum sollten sie auf Umsatz verzichten? Mit der oben angesprochenen Legalisierung und der Direktvergütung der Musiker, die Schmitz mit Swizz Beatz et al. schaffen wollte, hätte er über Nacht eine ernsthafte Konkurrenz für die Labels aus dem Boden gestampft. Es ist daher schon auffällig, dass die Ermittlungen nicht 2005 angelaufen sind (als die ganz offensichtlich illegalen Sachen wie die Uploadervergütung gelaufen sind), sondern erst, nachdem Schmitz Pläne bekannt wurden.

0 perfekt!57 24.01.2012, 17:26 Uhr

"Die vom...

"Die vom Wirtschaftsministerium erarbeitete „Abschaltverordnung“ sieht dafür nach Informationen dieser Zeitung ein maximales pauschales Entgelt von 60.000 Euro je Abnehmer und Jahr für entsprechende Verabredung zwischen Netzbetreiber und Betrieb vor." . noch ein "megaupload" - energie, resp. vergütung für "mega-nicht-download" sozusagen. . und schade, dass man in den westvierteln für das zeitweise abschalten von haushaltshilfen nicht auch so viel bekommt. ist nicht bügeln eigentlich auch noch recht stromintensiv? und große hybridwagen laden? . und ja, unser philipp rockt! http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/folgen-der-energiewende-60-000-euro-fuers-stromabschalten-11620477.html . ("wenn auch von seiten luthers das beabsichtigte geschäftsmodell ein anderes war", nattürlich.)

Kann man ernsthaft so falsche...

Kann man ernsthaft so falsche Schlüsse ziehen? Anscheinend, mit der passend wirren Argumentation, die an den entscheidenden Stellen keine Logik hat...

0 veil of ignorance 24.01.2012, 19:12 Uhr

Das sehe ich grundsätzlich...

Das sehe ich grundsätzlich anders. Man kann diese beiden Geschäftsmodelle nicht gegenüberstellen, da die Geschäftsidee von Megaupload notwendigerweise auf dem Modell der Konzerne aufbaut. . Man sollte meinen, dass die Softwareindustrie der größte Feind dieser one-klick-hoster wäre. Schließlich kann ich mir Programme die mehrere Tausend Euro kosten in Windeseile herunterladen. Jedoch haben die meisten Programme einen gravierenden Vorteil: sie haben einen Nutzen. Möchte jemand nun ein richtiges Geschäft aufziehen, übersteigt der Nutzen die Kosten und das Programm wird gekauft. Für die Nichtkommerzielle Nutzung haben illegale Downloads den Vorteil, dass junge Menschen bereits an die Produkte gebunden werden, bevor sie überhaupt ins Berufsleben eintreten. . Im Gegenteil dazu haben diese ganzen Lieder und Filme nun überhaupt keinen Nutzen. Die Unterhaltungsindustrie verdient daran, dass Menschen ihre Zeit verschwenden. Der Nutzen, oder besser gesagt das Verlangen danach, muss erst produziert werden durch Marketing. Dieses Marketing greift natürlich ineinander mit anderen Wirtschaftszweigen. Es werden unrealistische Schönheitsideale produziert, was eine Schönheitsindustrie bedient mit anti-aging und Botox Schnippelleien. Es werden ganze Identitäten von Weiblichkeit und Männlichkeit erschaffen, neue Lebensgefühle kreiert, sogenannte Marktlücken. . Der Direktvertrieb wäre der Tod dieser ganzen Popkultur-was natürlich nicht die schlechteste aller Welten wäre.

word @elita. Schmitz war weder...

word @elita. Schmitz war weder ein besonders genialer Vordenker noch ließe sich das Geschäftsmodell praktikabel auf die legale Schiene bringen. Zudem: Überall wo man nicht so eine breite Masse an potenziellen Interessenten für das eigene Produkt wie etwa bei Filmen und Musik hat, ist die Abolösung wohl kaum kostendeckend. Ich zahle 15€ im Monat und kann mir dann kostenlos die Adobe Creative Suite, ProTools und alle andere teuer entwickelte Software der Welt runterladen? Lachhaft.

0 donalphonso 24.01.2012, 19:50 Uhr

Pardon, aber jedes Geschäft,...

Pardon, aber jedes Geschäft, das nicht von der Kundenseite her gedacht wird, ist ein problematisches Geschäft. Dass es nicht leicht ist, ist mir auch klar, aber die Abos bei megaupload existieren und die bei der Contentundustrie nicht. Man kann das doof finden, die Industrie macht das seit mindestens Napster, aber wenn sie eine gute Antwort hätte, gäbe es Megaupload nicht. So einfach. Also sollte man Megaupload nicht als Verbrechen sehen, sondern auch mal als reales Marktgeschehen.

Ich warte immer noch auf den...

Ich warte immer noch auf den Beleg, dass vorrangig die Abos das Geld in Kimbles Kassen gespült haben und nicht die Werbung malewareverseuchter Abzockerseiten.

0 donalphonso 24.01.2012, 20:23 Uhr

Nun, diese Behauptung stellt...

Nun, diese Behauptung stellt die Anklageschrift auf.Geld verdienen mit Premiumaccounts zum Download ist rechtlich etwas anderes als Werbeschaltung.

0 donalphonso 24.01.2012, 20:23 Uhr

Ich lasse mir von Noise aber...

Ich lasse mir von Noise aber auch gern das Gegenteil beweisen, immer nur zu.

@Limitet5 Wo ist denn das...

@Limitet5 Wo ist denn das Problem? Insbesondere Adobe LEBT davon, dass Menschen ihre Tools ERSTMAL illegal bekommen. Dadurch bauen die sich doch einen Stamm an Nutzern auf. Ich kenne etliche Leute, die die Adobe Produkte nicht legal erworben haben. Aber nicht, weil sie es nicht wollten, sondern weil sie es sich nicht leisten können. Sobald die die Knete haben, möchten sie auf den Comfort von Updates und Support auch nicht verzichten und schlagen zu. Was wäre denn z.B. gegen eine Freemium Variante einzuwenden? Die Testversion ist anstatt 30 Tage am Stück unbegrenzt nutzbar, dafür aber nur 2 Std. am Tag. Wer mehr will zahlt 20€ im Monat. Die kann sich auch der Grafik-Azubi leisten oder der freischaffende Fotograf. Wie Don Alphonso schon sagte: Heutzutage ist jedes nicht kundenorientierte Geschäft zum Scheitern verurteilt, da die Kunden heutzutage dann einfach ihre eigenen Regeln aufstellen - sie haben die Macht dazu. Und mal davon abgesehen, kannst du mir nicht erzählen, dass die Weiterentwicklung von bspw. Photoshop CS4 auf CS5 so kostspielig ist/war, dass sie dafür immernoch knapp 900€ verlangen können. Da bezahlt man Prestige und Namen. Sonst wären die (glücklicherweise existierenden Studentenversionen) ja auch gar nicht möglich.

Und wieso soll Urheberrecht...

Und wieso soll Urheberrecht (hier geht es jetzt um das finanzielle Element) überhaupt geschützt werden? Gibt es denn nur dadurch ein gutes und ausreichendes Angebot an Unterhaltung? Der reine Existenzschutz einiger Unternehmen reicht als Grund nicht aus.

na klar, don. reales...

na klar, don. reales marktgeschehen ist auch das verpulvern von nashoernern. schoen mit der kettensaege einmal mitten durchs gesicht. ein weniger widerwaertiges verbrechen wird es durch die gnade ach so guetiger nachfrage freilich nicht.

Aha, weil eine Anklageschrift...

Aha, weil eine Anklageschrift etwas behauptet, muss ICH das Gegenteil BEWEISEN? Es wird immer lächerlicher! EOD

0 donalphonso 24.01.2012, 20:45 Uhr

Wir reden hier aber nicht...

Wir reden hier aber nicht über einen Aberglauben, sondern über ein ganz normales. legales Produkt. Das Problem ist nicht die Datei, sondern der Vertriebsweg. Und ich glaube durchaus. dass andere Vertriebswege als die existierenden eher gegen illegale Downloads helfen, als das Austrocknen einer Tauschbörse, Es ist ja nicht so, dass Megaupload der erste Versuch ist. Das geht jett schon seit über 10 Jahren so. Da könnte man vielleicht umdenken, besonders, wenn es einem als Industrie eh schon nicht gut geht. . noise, das war ein Angebot, das kann man annehmen oder ablehnen oder rumpampen. Letzteres ist aber fraglos die dümmste Option.

Noise, alle der...

Noise, alle der Öffentlichkeit vorliegenden Indizien sprechen dafür, dass Megaupload durch die Abonnements - und nicht durch die Werbung – das große Geld verdient hat. Das FBI hat die Finanzströme umfassend ausgewertet, was in der Anklageschrift dargelegt wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dabei größere Fehler gemacht wurden. Bannerwerbung spült nicht derart viel Geld rein. Limitet5, da bin ich mir nicht sicher. Zumindest für Musik scheint mir die Idee von Schmitz durchaus praktikabel, die Musiker mit 90% am Gewinn zu beteiligen. Letztlich ist das iTunes logisch zuende gedacht. Von den übrigen 10% hätte sich Schmitz durchaus noch jeden Monat eine neue Limousine kaufen können.

@noise: Den Medien zufolge...

@noise: Den Medien zufolge sollen die angeblichen Einnahmen von 175 Mio zu 150 Mio aus den Abos, zu 25 Mio aus Werbung stammen.

danke für die Aufklärung -...

danke für die Aufklärung - bin wirklich einigermaßen überrascht aber dennoch der Meinung, dass dieses Abo-Modell nicht zu den SELBEN Konditionen in die Legalität portiert werden kann.

schon klar, dass die industrie...

schon klar, dass die industrie herausgefordert ist. mit brachialgewalt zurueck zum status quo ante ist zu billig, da sind wir uns einig - und schmitz? - hat schmierig gepockert und verloren. gewusst, was er tat, hat er auch. - klappe zu, affe tot. - an die lustige zeit im drophead coupe wird er sich lange erinnern.

Einige Branchengrößen sehen...

Einige Branchengrößen sehen das von Schmitz angedachte Vergütungsmodel ebenfalls positiv: http://www.techdirt.com/articles/20120120/15060817494/busta-rhymes-backs-megaupload-says-record-labels-are-real-criminals.shtml . Es bleibt festzuhalten: Schmitz betrieb jahrelang Megaupload, ohne das sich jemand daran gestört hat, wobei er in der Anfangszeit die Verbreitung unlizenzierter Inhalte wohl allen Indizien nach gefördert hat. Zu diesem Zeitpunkt hätte das FBI Megaupload problemlos ausknippsen können. Dann fängt er an, die anscheinend schon länger bestehenden Kontakte zur Musikindustrie und zu den Künstlern auszubauen. Die Vergütung von Uploadern wird gestoppt, die Industrie erhält immer umfangreichere Möglichkeiten, Dateien zu löschen. Am Ende steht dann ein sehr attraktives Vergütungskonzept. Schmitz produziert mit mehreren Weltstars ein Werbevideo. Dass man die alle getäuscht hat, ist äußerst unwahrscheinlich. Für irgendwen dahergelaufenen machen die keine Werbung. Dann schlägt das FBI zu. Ohne irgendwelchen Verschwörungstheorien nachhängen zu wollen - ich finde das Timing schon etwas merkwürdig.

Das Motto des Artikels: Ich...

Das Motto des Artikels: Ich definiere, was ich für legal und angemessen halte. Folgt eine Industrie dieser Definition nicht, ist sie selbst schuld, wenn Interessierte zur Selbstjustiz greifen. Und da diese Haltung unter Netz"bürgern" Mainstream ist, fühlt man sich so richtig als Teil einer Mehrheit, obwohl sie im realen Leben nicht existiert, diese Mehrheit. "Ich finde die Kauf- oder Mietbedingungen für Musik und Filme scheisse, also bin ich berechtigt, zu klauen." Und wer die Infrastruktur dafür bereitstellt, dass dieser Diebstahl möglichst einfach erfolgt, ist ein Held. Ich hoffe für den Autoren des Blogeintrages, dass sich diese Haltung nicht eines Tages auf altes Silberbesteck oder alte Bilder überträgt. Das ist nicht dasselbe? Doch, das ist dasselbe. Dass geistiges Eigentum schutzwürdig ist, hat überhaupt erst ermöglicht, dass erfolgreiche Künstler an ihrer Kunst erstmals in der Menschheitsgeschichte gut verdienen können. Eine Errungenschaft des 19. Jahrhunderts. Die jetzt unter dem Sturm der digitalen Möglichkeiten zum kostenlosen Abgreifen dieses Eigentums durch jedermann zusammenzubrechen droht. Nein, mir gefallen die Einschränkungen beim Erwerb von Datenträgern für Spiele, Musik oder Filme überhaupt nicht. Nur geht die Entwicklung - wegen der Dotcoms und der Sympathisanten ala Don - z.B. in der Spieleindustrie im Moment in eine Richtung, die des Dons Interessen diametral zuwiderläuft. Mit Steam & Co. werden Spiele unwiderruflich an ein Onlinekonto gebunden, zunehmend sogar ohne Netzverbindung unspielbar. Und ich weiss, beri wem ich mich dafür zu bedanken habe. Nein, die bösen, bösen Firmen sind es nicht. Die hatten letztlich keine andere Wahl! Gruss, Thorsten Haupts

0 donalphonso 24.01.2012, 23:15 Uhr

Nein, das Motto ist einerseits...

Nein, das Motto ist einerseits ein Einspruch gegen die Verfreakung des Kim Dotcom - wenn man wollte, könnte man durchaus heftigere Beispiele für Verfehlungen finden. Und zum anderen die Frage, was denn den Erfolg ausmacht, warum es funktioniert und was man daraus lernen kann. Nur durch das Vernageln eines Angebots macht man dessen Nutzer nicht zu den eigenen Kunden. Es kann ja durchaus sein, dass Kunden- und Verkäuferwunsch weit auseinander liegen, aber dann muss man halt überlegen, was die Distanz verkleinert. Sonst füttert man nur Anwälte, und irgendwann schlägt das dann auch auf den Buchmakt und jene Ecken der Musikindustrie durch, die noch nicht so irre sind. Ich zum Beispiel kaufe monatlich sicher an die 10 CDs und freue mich trotzdem, wenn ich Konzertmitschnitte bei Youtube finde.

Don, auf den Buchmarkt hat es...

Don, auf den Buchmarkt hat es schon lange durchgeschlagen. Auch wenn man ebooks grundsätzlich nicht mag, es ist doch schade, dass die Verlage deren Verbreitung in Deutschland sabotieren, indem die Konditionen völlig an den Kundenwünschen vorbei gestaltet werden, siehe bspw. das libreka Debakel. Dann wird über die ebook Piraterie gejammert. Wenn Megaupload etwas gezeigt hat, dann, dass Nutzer durchaus bereit sind, für digitalen Content zu bezahlen - für "legale" Inhalte vermutlich sogar noch bereitwilliger.

Es fehlt ein Ansatz. Wie sieht...

Es fehlt ein Ansatz. Wie sieht es mit der Rolle von PayPal aus? Das Pentagon hat mit einem einzigen Anruf wikileaks einen herben Schlag verpasst, indem sie deren PayPal-Konten einfrieren ließen. Wieso geschah dies nicht bei megaupload? Die haben bis zum Ende mitverdient, trotz des angeblich so hohen Schadens an der Content-Industrie. Jede Wette das die jetzt eingefrorene Gelder für 'ungewisse Zeit verwahren' werden. Dürften viele Millionen sein. PayPal ist ein US-Unternehmen und hat Freunde bis nach ganz oben. Aber niemand wird PayPal anklagen das sie sich der Beihilfe schuldig gemacht hätten. Obwohl die immer und überall wissen wo Gelder bewegt werden. Selbst legitime und bekannte Geschäftspersonen wie der Macher von minecraft hatten schon Probleme mit Paypal und wurden der Geldwäsche bezichtigt. Die wissen immer bescheid wenn etwas fragwürdig ist. Bei einem millionenschweren Unternehmen wie megaupload sowieso. Anstatt einen Ausländer im Ausland verhaften zu lassen und noch seine Auslieferung zu fordern, hätten die USA einfach den Draht zu PayPal durchtrennen können, und damit megaupload einen empfindlichen Schlag versetzen können. So wie sie es mit wikileaks schon taten.

0 Falkenherz 25.01.2012, 07:53 Uhr

Mich haben diese...

Mich haben diese Megaupload-Seiten sehr geärgert. Eine Schweinerei. Da wird von einigen bewusst und "aus Spaß" Urheberrecht (eine richtige Hobbygemeinde hat sich da gebildet) verletzt, und Megaupload verdient Geld daran. Das wäre ein klassischer Hehler, wenn es denn Diebe gäbe. Mit Internet-Vordenkerei hat das nichts mehr zu tun, ein solcher Internet-Vordenker hätte nämlich - wie übrigens viele Alternativen - auf gleicher Basis und kostenlos die Cloud bereitgestellt. Dann nämlich wäre die Grenze zum kosten- und straffreien Privatgebrauch nicht oder jedenfalls nicht nachweisbar überschritten. Man kann nicht einerseits Rechte zum Geldverdienen blatant ignorieren und andererseits sich darauf aufbauend ein Recht zu Geldverdienen erschaffen. Da muss man schon konsequent bleiben. Und für Leute, die im privaten Leben jegliche Bodenhaftung verloren haben, habe ich grundsätzlich kein Verständnis. Ob es ein frankfurter Jungbänker, ein Wulff oder ein Kim irgendwer ist. . Dennoch kann ich Dons Ansatz nachvollziehen. Diese Internet-Verfielfältigung existiert, und kann auch nicht weggeklagt werden. Die Medienindustrie mit ihren dekadenten Schnarchnasen stützt sich faul und bequem wie im späten Rim auf überkommene Rechts- und Lebensstrukturen. Weg damit, das ist der Lauf der Dinge. Aber das ist eigentlich (außer natürlich in den Zeitungen als Bestandteil der Medienindustrie) nichts wirklich Neues.

Werter Don, ich habe Ihren...

Werter Don, ich habe Ihren Schreibstil sofort erkannt, obwohl ich nicht über die FAZ-Seite gekommen bin, sondern über den lawblog, das nur als Vorbemerkung. Die Verfreakung von Kim Schmitz finde ich nicht so merkwürdig, besser hätte man sich den Typen nicht ausdenken können, da hat man dann einen, dem man Verfehlungen im großen Stil auch gleich zutraut, quasi der Zuhälterhabitus in der Hackerausführung. Den hat wahrscheinlich der Typ erfunden, der auch Nordkorea erfunden hat in seiner Freakigkeit. Letztendlich ist der Lebensstil eines zeitgenössischen Londoner Investmentbankers ja aber auch nicht anders, es fehlen nur die Nutten. Im Spießbürger kommt da natürlich gleich die Schadenfreude hoch, wenn es sich bei den Hintermännern um 3 chinesische Geschäftsleute mit unaussprechlichen Namen gehandelt hätte, wäre es sicher eine kleine Notiz wert gewesen und gut ist. Die Betrachtung als funktionierendes Geschäftsmodell fand ich sehr interessant und habe ich so in der Form auch noch nicht gelesen. Schöne Grüße aus dem Norden, Moritz

0 Andreas Meixner 25.01.2012, 09:23 Uhr

Mit der Begründung, mit der...

Mit der Begründung, mit der man jetzt Schmitz verhaftet hat und ihm den Prozess macht...Mit dieser Begründung müsste man jeden Bankvorstand verhaften und anklagen, dessen Institut seinen Kunden Schließfächer anbietet... Da liegt nämlich auch viel Illegales und Gestohlenes herum.......

0 Franz Klausen 25.01.2012, 09:39 Uhr

Also hier sieht das fast so...

Also hier sieht das fast so aus als ob Megaupload das Filehosting erfunden hat. Noch bevor Kimble auch nur daran gedacht hat, hat Rapidshare einen riesen Erfolg und Millionenumsätze mit genau der gleichen Masche gemacht. Jetzt wo alle dicht machen wird Rapidshare wohl wieder der Gewinner sein. Den Platz wird halt der nächste einnehmen, wie bei Kino.to Kinox.de etc. Dass Rechteinhaber mit einer Flatrate immernochgut verdienen würden, sieht ja keiner ein. Und die wenigen Flats die es gibt sich auf wenige Majors verteilt, nein danke.

Bravo! Endlich mal jemand, der...

Bravo! Endlich mal jemand, der was vom geschäft versteht, leiderwird auch dieser ungehört an Sony, Warner und Konsorten abprallen. Allerdings muss man Kim Schmitz vorwerfen, daß er sich einfach ungeschickt verhalten hat. Der Anstrich, der gutbürgerlichen Geschäftstätigkeit wie bsp. bei Rapidshare haben ihm gänzlich gefehlt und das wird nun zu seinem Problem.

Wie wir gelernt haben, sind...

Wie wir gelernt haben, sind die Kunden durchaus bereit für Photoshop CS5 einmalig 10 EUR oder vielleicht auch 100 EUR zu bezahlen. Heißt das jetzt, dass sich konkurrierende Firmen aus Unterhaltung und Softwareentwicklung an einen Tisch setzen sollen, um GEMEINSAM eine Plattform zu entwickeln, wo man ihren GESAMTEN digitalen Content zu Spottpreisen downloaden kann? Wenn nicht, welches funktionierende LEGALE Geschäftsmodell lässt sich denn aus den kimbleschen Visionen ableiten? Ich meine die Frage durchaus ernst.

0 steakhouse 25.01.2012, 10:45 Uhr

Ein ähnliches Fazit kann man...

Ein ähnliches Fazit kann man bei Hehlern oder dem türkischen Kleinhändler, der im Touristenort garantiert echte Fußballtrikots oder echte Nike-Shirts für 5 Euro verkauft, auch ziehen: Letztendlich haben die nüchtern betrachtet ein Produkt zu einem Preis angeboten, den der Kunde zu zahlen bereit ist. Das macht die Sache nur dummerweise nicht weniger verwerflich.

Ein ergiebiges Thema, toll...

Ein ergiebiges Thema, toll beschrieben, mit typisch Don Alphonsischem Schlußakkord. Bravo! Allerdings kann man nicht die Erkenntnis, das es auch anders ginge und gehen müßte, und keiner soviel für das Original bezahlte, zum Vorwand nehmen, Angebote solcher Portale zu legitimieren. Daß die Medienindustrie mit Ihren Vasallen nichts anders sind als die Bankenfürsten mit Ihren speichelleckenden Handlangern und Erfüllungsgehilfen, ist wohl klar und überall erörtert worden. Was die Summen angeht, so haben hier zuvorderst die Anwälte das Sagen. Denn: Je höher der Streitwert, desto mehr BRAGO. Und die haben nur die Top-Juristenarmada, denn Kohle haben sie genug aus den Künstlern bzw. Medienkonzernen gepresst, indem sie stets den Schutz der Medien in den Vordergrund stellten nach dem Motto: never change a runing system. Anwälte regieren doch längst die Welt. Und die Banken. Besitzstandswahrung. Beides ist systemrelevant, vom Volk finanziert.

0 Felix Jongleur 25.01.2012, 12:21 Uhr

ThorHa: Nein, nein, nein. Es...

ThorHa: Nein, nein, nein. Es ist eben -nicht- dasselbe wie mit Silberbesteck. Diese Gleichsetzung - illegale Nutzung geistigen mit Diebstahl fremden Eigentums - ist ein Kommunikationsproblem und m.E. einer der wichtigsten Gründe dafür, dass vielen Usern auch schlicht das Unrechtsbewusstsein fehlt. Was man tatsächlich tut, ist Schwarzfahren. Die Bahn fährt ja auch, wenn ich nicht bezahle, also lass' ich's halt. Problematisch wird's dann, wenn sich das zu viele denken, so dass das Schienennetz nicht mehr gewartet werden kann, neue Züge nicht mehr in Frage kommen etc., aber soweit denkt ja keiner. Sind doch so viele, die Musik kaufen, und ich nehm' ja keinem wirklich was weg. Der Unterschied ist natürlich, dass niemand aus Bequemlichkeit oder Verfügbarkeitsgründen schwarzfährt, weshalb sich das Problem da noch in Grenzen hält. Könnte man bei Warner und Universal auch mal drauf kommen. Um so viel mehr dreht sich die ganze Debatte nicht.

0 harteworte 25.01.2012, 13:31 Uhr

Diese "Geistige...

Diese "Geistige Eigentum"-Argumentation suggeriert oft, es würde nur dann (höherwertige) Musik oder Kultur produziert, wenn der sog. "Künstler" (Retortenhitfabrikant, überbezahlte Studiomusiker, Musikautomaten), vor allem aber der ganze Rattenschwanz an Vertrieb und Marketing und Gema dahinter, dabei seinen Obulus abgreifen kann, und noch die Erben des "Künstlers" von seinem Wirken lebenslang profitieren können. Das verkennt aber völlig die Realität. Kultur entsteht stets aus ganz anderen Gründen, und sämtliche Innovationen von dur bis moll, von Jazz bis Punk bis Techno entstanden hauptsächlich nicht mit oder für, sondern eher gegen einen Markt, und zwar aus Liebe. Liebe zum Ausdruck, zum Experiment, zum Wagnis, zur Verfeinerung, zum künstlerischen Austausch (sic). Legendär sind die Jazzstars, die mit dürftigen Knebelverträgen abgespeist, drogensüchtig oder als Alkoholiker in Armut starben - bereits unter den ach so kulturförderlichen Bedingungen des "Geistigen Eigentums". Aktuell werden nun wieder (auch deren) Schutzfristen verlängert, für Musikkonzerne und Erbengemeinschaften. Kultur? Menschen begannen sicher nicht vor 50-20.000 Jahren, Knochenflöten zu schnitzen oder Höhlen zu bemalen, weil sie sich primär einen monetären Vorteil davon versprachen. Und seitdem dies zur primären Motivation von Kulturproduktion erklärt wurde, geht es mit der Kultur ja auch eher bergab, wie mit so vielen anderen Dingen, denen zwangsweise das Markt-Denken aufoktroyiert wurde. Jahrhundertelang waren Austausch, Kopie und Nachempfindung Motor der Kulturproduktion. Und die paar Innovationen, die es noch heute gibt, finden wiederum nicht wegen finanzieller Vorteile statt, sondern wiederum aus Liebe zur jeweiligen Kultur und ohne solche Berechnungen, denn dann setzt man eher auf Wiederholung von etwas bereits Erfolgreichem. Womit natürlich nicht ausgesagt ist, dass Künstler kein Dach über dem Kopf haben und stets arme Hungerleider sein sollen. Aber denen, die scheinbar das Wohl der Künstler im Kopf habend, immer für sog. "Geistiges Eigentum" argumentieren, geht es doch oft primär um eine (wirtschaftsliberale) Ideologie, um Schutz von Eigentumsrechten, um schiefe Vergleiche zu der Realwirtschaft, oder um ein aktuelles fantasieloses und überkommenes Geschäftsmodell, das aus Bequemlichkeit doch bitte "geschützt" werden soll - aber sicher nicht um die Essenz von Kultur, von der sie meist nicht mehr verstehen, als Zuhälter von der Liebe.

@harteworte: Danke, genau so...

@harteworte: Danke, genau so ist es.

0 donalphonso 25.01.2012, 14:31 Uhr

Ich schalte gern Kommentare...

Ich schalte gern Kommentare frei, aber nicht Pöbelei nur um des Pöbelns willen.

Super Artikel !...

Super Artikel ! Chapeau! Klarer kann man diese ganze Geschichte nicht zusammenfassen.

0 Libertärer 25.01.2012, 14:53 Uhr

Dieser schwache Zug zeigt...

Dieser schwache Zug zeigt erfahrungsgemäß, dass gerade Personen, die meinen besonders objektiv zu kritisieren, nicht kritikfähig sind. Rein sachlich einfach gehaltene Kritikpunkte: - Wer die Vorzüge der Verfassung genießt sollte rechtsstaatlich genug sein, um zu akzeptieren, dass Verstöße gegen diese auf die selbe Weise anerkannt werden müssen. - Die Rechtfertigung falscher Handlungen über schlechte Beispiele anderer Personen ist argumentativ unglaublich schwach und kann nachweislich nie als Rechtfertigung oder Entschuldigung dienen. - Auch wenn ich den aktuellen Rechtsgedanken geistlichen Eigentums nicht gutheiße, hat die gesamte Produktpalette von MegaUpload systematisch die Unterwanderung und den Missbrauch dessen gefördert. Es hilft nichts, das ist geltendes Recht. - Das Bezahlsystem von MegaUpload war bei Weitem nicht so einfach und transparent wie hier dargestellt und kann nur über eine sehr abwegige Wahrnehmung des Marktmechanismus als Preis für Inhalte wahrgenommen werden, vor allem weil das eigentliche Angebot des Unternehmens auch nicht derartig platziert wurde.

0 Leider arg Gebeutelter 25.01.2012, 15:08 Uhr

"20 Euro für eine CD, wo 19...

"20 Euro für eine CD, wo 19 Euro als Gewinn an die Firmen fließen" Wer ganz offensichtlich keine Ahnung von dem Geschäft hat, sollte besser nicht seinen Senf dazu geben. (angefangen von der USt:3.19 €, etc.) . "Ich finde es nur falsch, wie hier ein Mastermind des Bösen aufgebaut wird, um so etwas simples wie einen Tauschdienst und mit Vergehen, die in meinen Augen weitaus lässlicher sind als..." Das läßt sich leicht sagen, wenn man nicht von den Musikverkäufen und damit verbundenen Zahlungen an Urheber leben muss, wie ich: Einbruch der Einnahmen seit etwa 2003 bis heute: von etwa 60.000 p.a. auf etwa 10.000 p.a. - weil kein Mensch mehr CDs kauft sondern kostenlos runterlädt: soll ich 'ne Liste der vielen Konkurrenten (oder Kollegen) vom Megaupload senden? . "Es hat schon immer gut funktioniert, Sachen zu Spottpreisen an den Mann zu bringen, die einem nicht gehören." Ein wahrer Satz.

ich finde den Aspekt wichtig...

ich finde den Aspekt wichtig dass die Seite abgeschaltet (und damit die Firma zerstört) wurde BEVOR der Prozess veranstaltet ist. Das ist Willkür und kein rechtstaatliches Handeln...!

@harteworte: Sie lesen (und...

@harteworte: Sie lesen (und glauben) zu viel den Mythen in Tüten, den Rock&Popzeitschriften, die genau das, was Sie da schildern, seit anno Dunnemals... ach lassen wir's. Ich arbeite seit 42 Jahren in & mit der Musik, meist auf Seiten der Musiker, und ich kann dies Geraune Außenstehender vom "armen ausgebeuteten Künstler" nicht mehr hören. Es sei hier milde gelaunt mitgeteilt: das sind meist keine Heilige.

@harteworte: Ach, Sie zahlen...

@harteworte: Ach, Sie zahlen auch nur für das Schnitzel vom Biobauern, das aus dem Discounter darf geklaut werden? Ansonsten gilt für Ihren Beitrag: "Ich finde die Kauf- oder Mietbedingungen für Musik und Filme scheisse, also bin ich berechtigt, zu klauen." Offensichtlich könnte es bald wieder eine gesellschaftliche Mehrheit für Selbstjustiz geben ... Die für Selbstgerechtigkeit ist ja nie verschwunden. Gruss, Thorsten Haupts

0 Urs Baumann 25.01.2012, 15:47 Uhr

Absurdistan lässt grüssen!...

Absurdistan lässt grüssen! Das Schmitzsche "Hehler"- Business Model a la Megaupload existiert schon seit den 80er Jahren. Immer wieder versuchten dubiose Figuren mittels BBS ilegalen Handel zu betreiben. Diesem Fall nun eine Legitimiät anzuhaften ist so abstrus wie einem Drogendealer humanitäre Absichten anzudichten. Der Megauplodad Business Case hält ohne ilegale Inhalte keine 0.1% und wäre chancenlos. Und seit wann entscheiden den Dritte was mit Eigentum anderer zu geschehen sei? Was würden wir dazu sagen wenn andere über unser Daten, Ideen, oder uns selbst frei verfügen würden?

@Don Alphonso: Die Verfreakung...

@Don Alphonso: Die Verfreakung ist nun einmal das einträgliche Geschäftsmodell aller Medien seit Erfindung des Ausrufers. Sie findet ihtre Mehrheit über den simplen Mechanismus der Selbstbestätigung, gottseidank anders zu sein. Was den Erfolg angeht - AFAIR haben die Nutzer von megaupload nicht für Inhalte bezahlt. Sondern nur für schnellen und uneingeschränkten zugang, aka Bandbreite. Daraus wird kein Geschäftsmodell. Das gibt es schon, heisst Apple iTunes, Song für 99 Cent. Das Gegenmodell gibt es auch schon, heisst Steam und beschert dem Nutzer neben den Normalkosten für ein hübsch verpacktes Spiel mit Handbuch Zwangsupdates, Onlinezwang und die Unmöglichkeit, ohne Netzverbindung zu spielen. Das erste Modell gibt es seit 5 Jahren und es hat nachweislich nicht zum Rückgang der Raubkopien geführt. Das zweite gibt es seit 2 Jahren und es hat nachweislich zum drastischen Rückgang von Raubkopien geführt. Preisfrage - welches wird sich durchsetzen? Gruss, Thorsten Haupts

Ein genialer Artikel zum Idol...

Ein genialer Artikel zum Idol meiner Jugend - danke!

0 Kim Dotcom 25.01.2012, 16:46 Uhr

@Jeeves Es wäre sehr...

@Jeeves Es wäre sehr freundlich von Ihnen, wenn Sie eine Liste der vielen Konkurrenten (oder Kollegen) vom Megaupload senden. Vielleicht ist ja einer dabei, den ich noch nicht kenne und in den ich noch ein paar Milliönchen investieren kann. MfG Schmitz

Dies ist der erste wirklich...

Dies ist der erste wirklich sinnvolle Beitrag zu diesem Thema. Vielen Dank dafür.. Interessant, wie sich die Diskussion sonst überall einfallslos im Kreise dreht und entweder auf halbgarem Niveau die (Il-)legalität von MegaUpload beschriehen oder für/ gegen die Person Kim Schmitz ge(t)wittert wird. Eher letzteres ist eben aktuell die moderne Sau, die wie seit Menschen Gedenken, durchs Dorf getrieben wird, ohne einen konstruktiven Gedanken zur Thematik zu produzieren. Aber mitgeredet wird. Immer. Haraldo

Mal wieder ein Artikel vom...

Mal wieder ein Artikel vom hier üblichen Niveau. Will sagen: bisher das am besten durchdachte Textstück, was ich zu diesem Thema zu sehen bekommen habe. @Leider arg Gebeutelter: Wenn man nach so vielen Jahren im Musikgeschäft immer noch kein zeitgemäßes Geschäftsmodell entwickelt hat, dann sollte man vielleicht lieber den Weg gehen, den schon die Berliner Pferdekutscher Anfang des 20. Jahrhunderts genommen haben. Und nicht noch anderen erzählen wollen, wer angeblich keine Ahnung hat, von Rechenbeispielen.

Das eigentliche Problem geht...

Das eigentliche Problem geht ja noch um einiges weiter: http://www.youtube.com/watch?v=yYqkU1y0AYc

Wer Leichen im Keller hat, ist...

Wer Leichen im Keller hat, ist angreifbar- und entscheidet nicht mehr mit über das Timing.. Regelmäßig irrelevant ist das Geschrei, der Nachbar hätte auch welche vergraben und evtl. sogar noch eine mehr.. Allzu sehr über himmelschreiende Ungerechtigkeit kann man sich allerdings im Vergleich der westlichen Welt mit dem Rest nicht beschweren..

Drittklassiger Artikel ohne...

Drittklassiger Artikel ohne Hintergrundwissen. Man sollte vielleicht erwähnen das er einen Musikhandel aufmachen wollte in dem die Künstler 90% der Einnahmen behalten. Und das er den Künstlern angeboten hat ihre Videos gegen Geld auf Megavideo zu Hosten. Alles legal. Aber das wäre ein aus für die großen Labels gewesen und das ist der Grund für seine Verhaftung.

0 donalphonso 25.01.2012, 19:59 Uhr

Man sollte entweder den...

Man sollte entweder den Unterschied zwischen "das" oder "dass" kennen oder den Mund schön zulassen, bevor das Wort "Drittklassig" entfleucht. Und jetzt mach Deine Hausaufgaben, damit Du die 6. Klasse Hauptschule schaffst.

der aspekt mit der 90%...

der aspekt mit der 90% beteiligung für die künstler erscheint mir trotzdem als ein wichtiger.

0 perfekt!57 25.01.2012, 21:22 Uhr

Am besten Gerechtigkeit für...

Am besten Gerechtigkeit für alle Unternehmer. Und Veränderungen, in gefühlt teils weiter wachsender Geschwindigkeit, gibt es in allen Bereichen. Immerhin auch die FAZ berichtet weiter zeitnah und wahr aus der Gegenwart. . "Malière hat bislang erst Teilerfolge erzielt. Doch keiner der Teilnehmer des Dechema-Workshops zweifelte daran, dass die zielgerichtete Schöpfung solcher Kunstorganismen gelingen kann. Genau darum aber, um Schöpfung oder Schaffung künstlichen Lebens, darf es Catenhusen zufolge, jedenfalls in der Kommunikation nach außen und der gesellschaftlichen Debatte, nicht gehen. ... Doch die Industrialisierung hat, zumindest was die Massenherstellung künstlicher Gene angeht, längst Fahrt aufgenommen." http://www.faz.net/aktuell/wissen/mensch-gene/synthetische-biologie-das-trauma-gentechnik-11622176.html . darin: "HEURISKO GmbH is a biotechnology company founded in 2008 at Frankfurt/Main. It commercialises a unique technology of automated evolution of microorganisms in continuous cultures. The technology enables the enlargement and the adaptation of the microbial biodiversity to the needs of the chemical, pharmaceutical, energy and food industries." "enlargement of the biodiversity" also, http://www.dechema.de/achema2009_media/Downloads/Biotech_Abstracts-p-934/8280.pdf . polemisch formulert: solange bis auf weiteres keiner beim downloaden gestört wird ... . . (u.a. das passiert, wenn man eine zukunftstechnolgie (so muss man wohl trotz allem sagen) im eigenen land vollkommen verteufelt, statt eine politik des sowohl-als-auch zu wählen: abgestufte zusagen und abgestufte strafen wechseln einander bei bedarf ab.) . aber nur am rande. und grüße.

@Karsten: Das sind ja zwei...

@Karsten: Das sind ja zwei paar Schuhe. Klar werden Leute für das Produkt begeistert, die es zunächst illegal beziehen, und solche Freemium Geschichten könne die sich ausdenken. Vorgeschlagen wird im Artikel aber, das Modell von megaupload alle Musik, Filme und Software der Welt zu einer Flatrate anzubieten, zu legalisieren. Nach welchem Prinzip wird dann die Kohle an die Firmen verteilt? Ja wohl nach Clicks. Ein Musikkünstler hat da wohl hundertmal mehr potenzielle Klicker am potenziellen Start als z.B. der Anbieter von Software für Spezialbereiche. Wie gesagt, für Musik und Filme kann das klappen, siehe simfy, spotify usw.

0 perfekt!57 25.01.2012, 21:53 Uhr

"Das Problem ist nicht die...

"Das Problem ist nicht die Datei, sondern der Vertriebsweg." . das hat luther zumindest von anfang an nicht geglaubt. er passt, wenn man so will, in grenzen tatsächlich als vergleich. . denn er hat eine ihm lediglich leihweise und zum ausschließlich dienstlichen gebrauch überlassene wertvolle und sozial exklusive originaldatei (bibel in latein) heimlich und kriminell und illegal und zum zwecke der vorteilsgewinnung (gutes gefühl bei sich selbst als psychologischem mehrwert) in ein neues format konvertiert - und dieses produkt dann subunternehmern (buchdruckern) kostenlos zum zwecke der weiterverbreitung im billigen massenmarkt (gegen geld womöglich) unkontrolliert überlassen - und sich selbst dann auch noch der gerechten verfolgung durch die rechtmässige macht durch flucht entzogen. . was blieb? mächtige verbündete suchen - und eine eigene parallelorganisation aufziehen. (wer die datei besitzt hat alle rechte an ihr, auch die bestimmung eines erfolglosen vertriebsweges. oder den einsatz von anwälten) . aber erneut nur am rande. . und nicht die wohnung ists. (schön, dass wir dank sophia i. jetzt auch wissen, dass don a. fast ausschließlich von antiquitäten bewohnt wird. (füllen sie ihn nicht fast ganz aus? lächel...)) . Und solange also die Westviertel nicht vollkommen zu Leichenfledderern der Restgegenwart würden. (Sich for the time beeing mehr oder minder nur noch bis ausschließlich von den "auch so" und anstrengunglos erreichbaren Untergangsfragmenten einer umgebenden Restgesellschaft nähren würden ... .)

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 25.01.2012, 21:56 Uhr

@saugfuß: Wollte, wollte,...

@saugfuß: Wollte, wollte, wollte. Mag ja sein, aber die Frage bleibt, ob diese Absichtseklärung nicht Augenwischerei war. Fakt ist, dass viele Künstler vertraglich an Labels gebunden sind und somit ohne echte Handhabe, ihre Werke für so eine Plattform extra zu lizenzieren. Das hätte also in absehbarer Zeit nur bei irgendwelchen Indie-Freaks und Nischenkünstlern funktionieren können. So lästig und gestrig es auch scheinen mag, aber wer so ein Ding auf eine legale Grundlage stellen will, kommt an den Majors nun mal nicht vorbei. iPod und iTunes wären nie geflogen, wenn Steve Jobs nicht in langwierigen Verhandlungen Warner, Universal, Sony & Co. überzeugt hätte, dass das der Weg zum Kunden ist.

0 harteworte 25.01.2012, 21:57 Uhr

Mit dem örtlichen Westviertel...

Mit dem örtlichen Westviertel hatte sichs der "Kimperator" in Neuseeland auch noch verscherzt: http://www.heise.de/tp/blogs/6/151291 Solchermaßen sich selbst ins soziale Aus geschossen habend, war es nur ein Frage der Zeit, bis die bloßgestellte und parodierte feine Gesellschaft ihn ihren ganzen Zorn spüren ließ. So gehts ja nicht!

wie groß ist eigentlich der...

wie groß ist eigentlich der prinzipielle unterschied zwischen dem maximalprofit-orientierten betrieb eines saugportals und der steueroptimierungsfunktion eines finanzinstitutablegers auf den, sagen wir mal cayman islands?

Weder werden arme Künstler...

Weder werden arme Künstler (wohlgemerkt sprechen wir hier über die Bekannteren) von einer boshaften Plattenindustrie gegeißelt, noch muss einer von uns zu viel für einen Film oder einen Song, ein Buch oder sonst etwas zahlen.. Wenn ich mir die Erwachsenen um mich herum ansehe, war ich immer der Meinung, derartiges "lade hier dies und jenes hoch, klaue dort diesen Film und sehe ihn zwei Tage früher" sei das Lippenstift im Drogeriemarkt klauen der heutigen Teenies, aber wenn ich hier die Beitraege so lese - Angst! Wie kann man als ausgewachsener Mensch nur so tief sinken?

Und nein- Dotcom taugt wohl...

Und nein- Dotcom taugt wohl nicht als Märtyrer- schade...

@harteworte 15/01/12...

@harteworte 15/01/12 22:57: Ja, der Humor der Kiwis funtioniert halt ein bisschen anders. Da kann man mit der typisch deutschen Art schon mal auflaufen. Zumal die Nachbarn beim Thema 'Krimineller in der Nachbarschaft' wohl gleich 'Wertverlust' gedacht haben, gerade jetzt wo wir aus der Immobilienflaute langsam rauskommen... . Und schon besser gar nicht den Grosskotz raushaengen lassen. . Apropos, DA: das 'aufgeflogene Anwesen' (http://www.nzherald.co.nz/business/news/article.cfm?c_id=3&objectid=10624628&ref=rss) ist angemietet, der geplante Kauf wurde aufgrund der bekanntgewordenen Vorstrafen vom Overseas Investment Office torpediert. . Die Frage die sich mir stellt - was wollte Kimble gerade in NZ?

0 Ruben Thorwaldt 26.01.2012, 03:10 Uhr

Sehr geehrter "Don...

Sehr geehrter "Don Alphonso", endlich mal wurde die ganze Geschichte aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und hervorgehoben, dass ein neues Geschäftsmodell entstanden ist, dass die Contenteigner bis heute konsequent verschlafen. Vermutlich müssten sie statt multi- nur noch millionen Dollar einnehmen - UNTRAGBAR! Danke für den Artikel : )

Ich dachte immer der sei "too...

Ich dachte immer der sei "too big to fail" :)

0 perfekt!57 26.01.2012, 10:08 Uhr

Und einmal mehr unser...

Und einmal mehr unser Vintschgauer, der die ganz normalen Tatsachen ausspricht: "Dass man in Deutschland nicht selbstbestimmt sein darf, hat historische Gründe. Wir sind mehr Künstler und Abenteurer als Journalisten. Jede große Tat im Bereich des Wortes existiert zunächst einmal nur als Idee. Daraus wird dann Realität - wenn alles gutgeht. Es bleibt sogar eine geschriebene Linie im Fels." http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/im-gespraech-david-lama-und-reinhold-messner-dort-oben-lebe-ich-als-anarchist-1884655.html

Guter Artikel. Ich möchte...

Guter Artikel. Ich möchte noch einen Anspekt aufnehmen. Mich erinnert es an die Umweltbewegung, die von Politik und Wirtschaft nicht augegriffen wurde. Stichworte Externalisierung von Kosten durch LKW-Transporte, Entstehung der Grünen Partner und Umweltbewegung. Heute sehen wir Piratenpartei und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im Netz, die von etablierten Kräften in Politik und Wirtschaft nicht verstanden und daher einfach abgelehnt werden. Für mich ist das verhalten von FBI beim einzigen ernstzunehmenden Wettbewerber von Apple iTunes aus Sicht Wirtschaftspolitik fragwürdig. Jetzt haben wir neue Geschäftsmodelle, die das Internet hervorbringt und ein Versagen bei GEMA und anderen, darauf zu reagieren. So länger die Musik- und Filmindustrie sich in Blokadehaltung versucht, desto drastischer werden die Veränderungen sein, wie es Apple und Megaupload bereits vorgemacht hat. Die schillernde Person Kim Dotkom lenkt daher von der im Artikel beschriebenen anzuprangernden Vorgehensweise des FBI ab.

Diebe haben das Vorgehen gegen...

Diebe haben das Vorgehen gegen Hehler schon immer für inakzeptabel gehalten.

0 Johannes P. 27.01.2012, 10:27 Uhr

@ThorHa: "Das gibt es schon,...

@ThorHa: "Das gibt es schon, heisst Apple iTunes, Song für 99 Cent. Das Gegenmodell gibt es auch schon, heisst Steam und beschert dem Nutzer neben den Normalkosten für ein hübsch verpacktes Spiel mit Handbuch Zwangsupdates, Onlinezwang und die Unmöglichkeit, ohne Netzverbindung zu spielen. Das erste Modell gibt es seit 5 Jahren und es hat nachweislich nicht zum Rückgang der Raubkopien geführt. Das zweite gibt es seit 2 Jahren und es hat nachweislich zum drastischen Rückgang von Raubkopien geführt. Preisfrage - welches wird sich durchsetzen?" Seit wann gibt es denn eine belastbare Methode, um die Zahl illegaler Kopien nachzuweisen? Selbst wenn wir Ihre irreführende Beschreibung richtigstellen -- Steam hat keinen Onlinezwang, der wurde als Steigerung vom UbiDRM eingeführt -- fällt es mir schwer, daran zu glauben. Egal ob Steam oder UbiDRM, nach meinem Eindruck wächst die Zahl illegaler Kopien nur immer weiter und es wird immer einfacher, an sie zu gelangen. Auch die durch Steam oder Steam+UbiDRM geschützten Werke sind problemlos verfügbar. Aber selbst, wenn wir Ihnen auch diesen Punkt ohne jede empirische Basis zugestehen, ist für Ihr Argument immer noch nichts gewonnen. Denn langfristig durchsetzen wird sich etwas nicht nur deshalb, weil es die Zahl illegaler Kopien verringert, sondern nur dann, wenn es die Umsätze steigert. Dafür, daß irgendeine Maßnahme im Krieg gegen die illegalen Kopien diesen Effekt hat, gibt es noch weniger Anhaltspunkte. Und so pragmatisch wird dieser Krieg am Ende auch beigelegt werden, IMHO. Man kann sich ewig über die Gerechtigkeit und über kantianische Abstraktionen des Eigentumsbegriffes streiten, aber wenn ein Werkzeug seinen Bestimmungszweck nicht erfüllt, egal wie sehr man es strapaziert, dann hat dieses Werkzeug keine Zukunft.

@Leider arg...

@Leider arg Gebeutelter: Umsatzeinbusen über einen längeren Zeitraum können im kulturellen Bereich durchaus am Wandel der Zeit bzw. der Geschmäcker liegen. Nicht nur die Generationen Wechseln, sondern sogar der Geschmack des Einzelnen. Ich kenne viele Menschen, die trotz leicht zugänglicher, kostenloser Kopien weiterhin und sogar noch gesteigert Geld für Musik und Filme ausgeben. Ich glaube sogar auf grund des Bewusstseins der Raubkopien, wird der Gedanke, einen Künstler zu unterstüzen, noch deutlich gestärkt. Kennt hier jemand "Bandcamp.com"? Ich bin erst kürzlich auf diese Seite gestoßen, auf der man Lieder und Alben von eher unbekanneren Künstlern kaufen kann. Zum Teil ist der Preis mit "name your price" angegeben, was bedeuted, dass der Käufer entscheiden kann, wie viel er zahlt. Und siehe da, viele Käufer bezahlen dort deutlich mehr, als nötig (Zitat von der Startseite: "On name-your-price albums, fans pay an average of 50% more than the minimum.") Der Vergleich vom geklauten Besteck oder Lippenstift mit Raubkopien ist so alt, wie das Thema selbst und war auch früher schon unzutreffend. Was nicht bedeuten soll, dass Raubkopien kein Vergehen seien und man damit niemandem schadet. Aber diese veralteten und zu einem großen Teil überflüssigen Strukturen betteln ja gerade zu darum, dass man sie irgendwie austrocknet. Was mich am meisten schmerzt, wenn ich eine CD (z.B. von BMG) kaufe, ist, dass ich damit zum Großteil nicht den Künstler unterstütze, dessen CD ich eigentlich gerade gekauft habe, sondern mein Geld quasi dafür spende, dass die nächste Castingshow mit all ihrem irrwitzigen Marketingbudget auf Sendung geht. Und bei dem Gedanken wird mir unwohl. Denn das einzige, was die großen noch fördern, ist retorten Kultur, die jeder dahergelaufene machen kann. Songs vom Fließband, Gesang von zweitklassigen Sängern (dank Software auch kein Problem mehr) und Musik auf Knopfdruck. Und nochmal zurück zum Thema: Megaupload und Konsorten funktionieren alle nur wegen der illegalen Up- und Downloads. Anders macht es auch keinen Sinn. Legale Inhalte, wie z. B. geschäftliche Daten, legt man auf einen eigenen, einen sicheren und selbst verwalteten Server. Das kann sogar weniger kosten als ein Abo bei den "One-Click-Hostern". Und an einer Spekulation möchte ich mich auch noch beteiligen. Mal angenommen, es wären tatsächlich 175 Mio. € aus Abonements gewesen und würde diesen Wert 30 Mio. Nutzern zuordnen, dann wären da immer noch die nicht zahlenden Nutzer. Denn zu zahlen hat man nur einen "Premiumaccount" um schneller und ohne Wartezeit herunterzuladen. Also denke ich mir einmal aus, dass es 30 Mio. zahlende Kunden waren, die 500 Mio. € Schaden verursacht haben, dann wären da noch die 70 Mio. (fiktive Zahl) nicht zahlenden Kunden. Was das für die Schadenssumme bedeuten würde ist auch klar. Ebenso klar wie, dass auch die 500 Mio. € Schadensumme so unglaublich beliebig ausgewählt sind. Ich vermute, dass bei der Hälfte aller Dateien auf den Servern nicht bekannt oder feststellbar ist, um was für Inhalte es sich handelt.

@Don Alphonso "Irrtum. Unter...

@Don Alphonso "Irrtum. Unter den Megauploadbedingungen sind Leute bereit, etwas zu bezahlen, wofür sie bei anderen unter deren Bedingungen nicht bezahlen" Das glauben Sie ? Die Gier, etwas günstiger - am besten umsonst - zu bekommen ist es, die die Nutzer von Megaupload et. al. antreibt. Gäbe es aktuelle Filme für 1,99 - niemand würde sie kaufen, solange man auf irgendeinem Weg umsonst daran kommen kann. Obwohl es noch keine befriedigende Lösung seitens der Filmindustrie gibt, erscheint mit die heroisierung eines Kim SchmitzDotcom verfehlt.

fefe hat's wohl heute auch...

fefe hat's wohl heute auch gelesen und meint: "Er" (der Don) "hat natürlich völlig Recht: der eigentliche Feind ist die Contentmafia. Auch wen Kimble ein dankbarer Abnehmer ist." Dass die Musik- und Filmindustrie "der Feind" (!) ist, hab ich so nicht rausgelesen, da ist wohl beim verehrten fefe der Wunsch der Vater des Gedankens.

Irgendwer fragte nach Namen...

Irgendwer fragte nach Namen einuger kriminellen Kollegen von Megaupload, hier sind ein paar: Filepost, Depositfile, mediafile, sendspace, rapidshare, freakshare, uploaded, 4shared, turbobit, filefactory, ...

0 Konrad Duden 29.01.2012, 20:28 Uhr

Das ß ist entgegen...

Das ß ist entgegen anderslautender Gerüchte nicht abgeschafft. Es sei denn, man ist Schweizer. Die sagen allerdings nicht "mei".

0 Ingo Lembcke, Hamburg 29.01.2012, 20:35 Uhr

Hier mal eine interessante...

Hier mal eine interessante Info, wieviel woran verdient wird. Hoffentlich klappt das mit den Links, der 2. ist sehr lang. How Much Do Music Artists Earn Online? (eigentlich eher: How much must an artist sell to have an US$-average income?) http://www.informationisbeautiful.net/2010/how-much-do-music-artists-earn-online/ Evtl. ist auch die ursprüngliche Tabelle (dort verlinkt) interessant: https://spreadsheets.google.com/ccc?key=0Aqe2P9sYhZ2ndE9iZHhWc0pMcDlCdmxNdmFRQXRPY3c&hl=en_GB#gid=0

0 borderline 29.01.2012, 21:03 Uhr

Der unterschied zwischen...

Der unterschied zwischen megaupload und YouTube? 15 bzw.72minuten limit

Ich halte dagegen: Während...

Ich halte dagegen: Während es für die Industrie (oder die Künstler in der Selbstvermarktung) IMMER eine Untergrenze für die Rentabilität gibt, kennt ein Megaupload (stellvertretend) diese nicht. Mehr als Server muss da ja nicht bezahlt werden. Marketing und Produktion übernimmt ja glücklicherweise wer anders. Wenn ein Kim Dotcom nur 15 Mio mit diesem Geschäft gemacht hätte, wäre er nach normalen Maßstäben immer noch Reich. Selbst 1,5 Mio wären noch genug Geld. Und die Leute würden weiter fürs kopieren Bezahlen aber für die Ware nicht. Nur weil es billiger ist. Und wenn dann die Kreativwirtschaft dank der "175 Mio müssen euch aber langen!!!11"-Mentalität kollabiert ist, dann weinen doch wieder alle. P.S: Ich finde die "Content-Mafia" auch nicht toll. Vieles was da abgeht ist eine Schweinerei. Aber ob sich das Problem dadurch löst, dass man von einer "Mafia" zur anderen als Bezugsquelle ausweicht darf angezweifelt werden. P.P.S: Wie leicht es ist, mit einem Millionenpolster auch als Kreativer "pro Megaupload" zu sein, kann man sich wohl denken. Siehe Jan Delay, der erst gegen die GEZ rantet und dann, als er merkt, dass er doch daran verdient die Notbremse zieht und um die Peinlichkeit abzuwenden nur den Weg sieht alles Geld zu spenden.

@Jens: Ja verdammt, es gibt...

@Jens: Ja verdammt, es gibt jede Menge Leute, die für sowas zahlen. Ich kenne genug, die solche Abos nur haben, weil es keinen einzigen gottverdammten Online-Shop für Filme gibt, bei dem das Angebot länger als eine Woche reicht und man die Filme auch so abspielen kann wie man es gerne möchte! Und ja, ich habe einiges ausprobiert und teste immer mal wieder legale Streamanbieter, aber die taugen nischt!. Eben drum halt ich dann nach Billig-DVDs ausschau oder leih mir welche, nur um mich dann zu ärgern, weil ich sie erstmal rippen muss und dann die ollen Hüllen hier rumliegen hab, platz oder umweltverschmutzung pur - wider jeden logischen Verstand!!!! Bei einem illegalen Hoster bekomm ich diesen Service dann aber - noch viel billiger nebenbei! Oder wenn ich mir die "Arbeit" mit Freunden teile und Material tausche... (natürlich nur altes das vor dieser unsäglichen Kopieschutzregelung gerippt wurde)... Ich mag Filme und Musik, geb auch gerne Geld dafür aus in unterschiedlichster Form, aber man kann gar nicht so viel kotzen wie man möchte bei all der Borniertheit unserer Contentindustrie. Natürlich hat erstmal der Erschaffer von Content Rechte daran, aber insbesondere da wir uns hier eine recht oligopole Vertriebsstrukter geschaffen haben, muss der Kunde offenbar den Vertreibern auch mal unter Missachtung von dessen Vorstellungen des Geschäftsmodells, für das sie ja schon versuchen essentiell die Gesellschaftsordnung zu verändern, beibringen wie er seinen Stoff gerne hätte. Die Sucht geht hier im übrigen in zweierlei Richtung: der Kunde ist "süchtig" nach Kultur und für die ist in unserer industrialisierten Gesellschaft eben die Contentindustrie verantwortlich gemacht worden (nicht offiziell per Gesetz und sozialistischer 5-Jahressteuerung, sondern implizit über die Art wie unsere globalisierten Märkte funktionieren) und selbige Industrie ist süchtig nach Gewinnmaximierung und hängt dabei völlig verblendet an ihren alten etablierten Arten Content zu vertreiben, nämlich mit dem Daumen feste drauf. Oder anders gesagt, Verzicht ist deshalb keine Option, weil wir einen Großteil unserer Kulturschaffung eben vertrauensvoll in diese spezialisierten Hände gelegt haben. Gar keine Frage, dafür sollen unsere Spezialisten auch ihr Abendbrot bekommen, aber darf man jammern, wenn man einzelnen Schauspielern Millionenbeträge zahlen kann, weil ja eben mittlerweile ein weltweites Millionenpublikum angesprochen wird, und das über eine Vermarktung via Netz sicherlich nicht kleiner würde, vor allem, wenn man die Sachen dann auch so bekäme wie man sie wollte! Zumal sie ja wohl schwerlich damit argumentieren können, dann würden alle illegal tauschen... denn wer das will, der kann es auch jetzt schon. Zuletzt noch zu diesem Schwarzfahrvergleich, der zwar schon besser als irgendwelche Diebstahlbezüge sind, aber so wie oben angesprochen den Nagel auch wieder nicht auf den Kopf trifft. Ein Großteil der Contentschmarotzer, der zahlt nämlich durchaus, nur nicht immer und für jede Fahrt - und manchmal vielleicht auch im Nachhinein - und oft hat er seinen Fahrschein auch nicht dabei oder er hat einen Fahrschein für die Fahrt mit Sitzplatz am Fenster, sitzt aber jetzt am Gang, das hätte die Contentbahn, dann aber gerne einzeln bezahlt - sowieso wenn jemand anderes den bezahlten Platz nutzt, dann soll der gefälligst auch selbst zahlen...

@asdf: Natürlich kann illegal...

@asdf: Natürlich kann illegal grundsätzlich theoretisch billiger als legal, ABER: Es gibt momentan doch überhaupt kein legales vergleichbares Angebot, rein von technischer Seite über die Preise kann man ja noch streiten!!! Bei Musik gibt es ja immerhin schonmal brauchbare Downloadshops (iTunes, Amazon) und legale Streams, was ich sehr löblich finde. Da kann man noch hier und da mäkeln und eine Flat fordern, aber das gräbt dem Sharen imho schonmal dick das Wasser ab. Bei Filmen? Ebbe. In den Staaten hat es Netflix - und Hulu, die sind da vergleichsweise fortschrittlich... aber eben auch national begrenzt (wie sehr mir doch diese nationalstaaterei auf den Geist geht), aber hier in deutschen Landen? Zumeist minimales Angebot, nicht vernünftig abspielbar, nicht downloadbar, etc. pp. Und auch wenn illegale Inhalte billiger sein können, die Frage ist ob sich das dann noch lohnt für die Illegalhoster, wenn es gleichwertige legale Angebote gibt, ob noch genug uploaden etc. - ein Großteil sehnt sich nämlich durchaus nach legalen, nutzbaren Alternativen. Das Problem ist nur, je länger das auf sich warten lässt, desto mehr Menschen werden ans hintenrum suchen gewöhnt und tun es aus Gewohnheit, also hurtig liebe Industrie, was vernünftiges aufgebaut! Natürlich gibt es die armen Schweine, die für alles zu wenig Geld haben, die Kiddies, deren Taschengeld nicht reicht etc. pp. Aber ehrlich, die würden auch ohne Tauschbörse nicht groß einkaufen. Man sehe es als freie Kultur, dafür kann man dann den Kulturanteil im Harz4satz reduzieren - falls da einer vorhanden ist. Und natürlich kann man so auch Kunden binden, die ganzen Kiddies, die man an ein Genre, eine Band bindet, fährt später zu deren Konzerten, Festivals, kauft Merchandise und ggfs. dann auch mal Musik. Comicverfilmungen wären heute nicht halb so erfolgreich, hätte meine Generation nicht früher "kostenlos" von früh bis spät deren Zeichentrickvarianten konsumiert. @Don: Hey wenn du hier sowieso gegenlesen musst, kannst du auch gerade etwaige Rächtschreibfehler korrigieren - und wehe du übersiehst eine versteckte Pöbelei :P

0 Alexander 30.01.2012, 00:14 Uhr

Wow, zehnmal soviel Kommentar...

Wow, zehnmal soviel Kommentar wie Artikel, wer soll das alles lesen?

Also das liest sich mal ganz...

Also das liest sich mal ganz so, als hättest du da keinen Account gehabt. Furchtbar, was du hier zusammen konstruierst. Ich will die Musikbranche keinesfalls verteidigen und sehe dringend Bedarf an vernünftigen, günstigen Angeboten - aber bei Megaupload ging es nie und nimmer darum, dass Kunden hier bezahlen, weil das Geschäftsmodell "so toll" ist. Ich würde auch mal vermuten, dass die Diskrepanz zwischen erwirtschaftetem Geld und dem offiziellen Preis der im Laufe der Zeit geladenen Musik, Filme etc sich in einem ganz anderen Verhältnis bewegt. Wer einmal einen Account bei Rapidshare & Co. hatte, der weiß, was man da "für sein Geld bekommt" …

Unfassbar wie die Befürworter...

Unfassbar wie die Befürworter der Raubkopie es überhaupt schon geschafft haben sich als "politische" Partei zu etablieren! Piratenpartei? Demnächst die Megaupload Partei? Der dicke Kim als Märtyrer? Als Ersatz für die (berechtigt kritisierte) Contentmafia? itunes war nur der erste Schritt derselben. Es geht um Datentransfer und wie man für jedes im Netzt hin und her geschubste bit und byte Geld verlangen kann. Egal ob es ein verschlüsselter byte, der Spam oder der neuste Film ist. Erst wenn apple für jedes byte welches Ihr mit Euren Eierföhns im Netz auf und ab schickt, auch noch kassieren kann, werdet Ihr es vielleicht merken. Am besten wäre die ganzen Anti-Urheber kreischer hier würden mal selber etwas uheberrechtliches schaffen, aber dazu wird es wohl nie kommen. Als nächstes bitte rapidshare abschalten und die Betreiber verhaften!

Erstmal: Es waren natürlich...

Erstmal: Es waren natürlich GEMA & MI und nicht die GEZ, gegen die Jan Delays Aussage ging. (http://www.golem.de/1111/88014.html) @Thaniell: Auch ob es für viele Menschen nicht doch eine vergleichbare Lösung gibt zweifle ich an. Ich extrapoliere mal aus meinem Bekanntenkreis, sicher nicht Repräsentativ aber garantiert auch keine Ausnahmeerscheinung: Hier versorgen zwei Leute mit dicker Breitbandanbindung 15 andere mit ihren Kopien. Die anderen sind schlicht zu unbedarft (und zu faul zum Lernen) um selbst zu Kopieren. Übrigens alles keine Schüler/Studenten oder H4-Empfänger, sondern Leute mit normalen Jobs. Das ganze geht natürlich nicht so schnell und dass da mal drei Tage bis eine Woche gewartet werden muss ist ganz normal. In dieser Zeit hätte man problemlos die DVD/BLU-RAY bei Amazon (oder LOVEFiLM) bestellen können. Da beträgt die Lieferzeit ca. einen Tag, wenn man rechtzeitig bestellt. Auch die Leute ohne Premium-Accounts, die z.B. über den JDownloader laden haben deutliche Wartezeiten, mit denen es Amazon aufnehmen könnte. Letzlich führt mich das wieder zum Preis zurück. Don sagt: Die Kunden wollen billiger. Ich sage: Die Kunden wollen auch dann noch billiger, wenn die Industrie diesen Wunsch erfüllen würde (ja ich weiss - momentan eine Utopie) weil ihnen dann gezeigt wird, dass ein Abo für eine Kopierseite auch noch billiger geht... Und schon kann man Dons Argumentation wieder 1:1 anbringen. Eine Kopierplattform könnte von 1,5 Millionen € leben. Die Kreativindustrie nicht.

0 Dieser ewig dumme Vergleich .. 30.01.2012, 09:48 Uhr

"Wenn megaupload geschlossen...

"Wenn megaupload geschlossen wird, dann müsste man auch die Post, Mietwagenfirmen usw geschlossen werden, denn ihre Dienste können ja auch mißbraucht werden." Der Vergleich hinkt. Denn die Post bietet ihre Dienste nicht an um Waffen und Drogen zu transportieren und die Mietwagenfirmen gibt es nicht um Bankräuber mit Fahrzeugen zu versorgen. Megaupload wurde aber mit einem klaren Vorsatz gegründet,- mit dem geistigen Eigentum anderer Geld zu scheffeln. Der Vorsatz wird in der Klageschrift ausführlich belegt. Die wenigen legalen Inhalte hätten niemals zum beschlagnahmten Vermögen geführt. Die meist privaten, legalen Inhalte wurden übrigens meist nach wenigen Wochen gelöscht, weil nur wenig Nachfrage danach bestand. Kim Schmitz wusste genau, das sein Geschäftsmodell nur dann profitabel sein wird, wenn er attraktive Inhalte hostet. Das die Musik, Filme, Games und Software nicht sein Eigentum sind, hat ihn wenig geschert. Und die Formulare mit denen man angeblich Urheberrechtsverletzungen anprangern oder sperren lassen konnte? Nebelkerzen. Reines Ablenkungsmanöver. Und komisch übrigens das niemand auf die anderen Straftatbestände neben den gewerblichen Urheberrechtsverletzungen eingeht. Passt Geldwäsche, Steuerhinterziehung und organisierte Kriminalität nicht zum Bild von Kim Schmitz, dem Rächer der Enterbten?

0 Florian G. 30.01.2012, 14:34 Uhr

Klasse Artikel, größtenteils...

Klasse Artikel, größtenteils klasse Kommentare, danke! Hätte die FAZ das nun nur für zahlende Kunden bereitgestellt und/oder fefe das nicht als Lese-Tipp gepostet, ich hätte es nie mitbekommen und könnte nicht anderen davon berichten, daß es sich lohnt, hier ab und an reinzuschauen, bzw. bei diesem Artikel speziell. ;-) Gruß!

0 Kinder, Kinder, ... was ist denn hier los? ... 30.01.2012, 14:34 Uhr

Also, 1. Kim Schmitz hat...

Also, 1. Kim Schmitz hat etwas Kriminelles gemacht. Ob man das mag oder nicht, steht doch gar nicht zur Diskussion. 2. Es ist deswegen kriminell, weil es die ganze Kette vom Bürger über den Politiker bis hin in die legislativen Gremien so will. 3. Die Inhalteanbieter und Rechteverwerter stehen zu Recht am Pranger. Sie jammern und weinen und treten und kneifen. 4. Das Geld, welches sie genau deswegen nicht bekommen haben, hat sich jemand anders gegriffen. 5. Es ist in unserer Hand, diesen Anachronismus aus der materiellen Welt abzuschaffen. 6. Kim Schmitz ist kein Promi und schon gar nicht wie Steve Jobs. Er ist ein lautes überhebliches Dotcom-Kind mit wahrscheinlichem hohem IQ und noch "höherem" Ego. 7. Leute, die Megaupload Geld gegeben haben, geben es auch anderen Plattformen. Was sind 200€ im Jahr, wenn man hochverfügbar, schnell alles laden kann, was man will ... aber für 200€ Crippleware mit DRM oder Bluerays mit User Prohibited Actions oder Online mit Zeitbegrenzung? Nope. Nope Nope. Mit kotzt mein Blueray Player an ... der war teuer und geliehene Filme gängeln und quälen mich mit Spulsperren, ewigen Bootszeiten, Werbung ... 8. Machen wir uns nix vor: Massenhaft Porno auf Megaupload und Konsorten. Wahrscheinlich mehr als alles andere ... Die wahren Zahlen wird einem lieder niemals jemand nennen ... leider Etwas, dass sich beliebig oft ohne Qualitätseinbussen vervielfältigen lässt, ist nach meinem Verständnis per se wertlos. Genauso agiert auch der Markt, die Bereitschaft viel Geld für etwas auszugeben mit oft zweifelhafter Schöpfungshöhe tendiert umso mehr gegen Null desto mehr gejammert, geweint, getreten und gekniffen wird.

0 Gedanken... 30.01.2012, 15:50 Uhr

...,die mal in den Raum...

...,die mal in den Raum geworfen gehören, damit sie wer mit mehr Zeit und Motivation entwickelt:
1.)
Wenn die Leute, die glauben Megaupload zu nutzen sei nur recht und billig in der Minderheit sind, warum rechnet es sich dann nicht die kleinen Fische einfach laufen zu lassen, und dafür die ganzen Content-Rechte-Justiz-Komplexe mal auf eine rationale Größe bringt, die nur signifikante Schäden verhindern, wenn sich dergleichen lohnt...
Das muss nich qualitativ beantwortet werden. Mich würden hier mal harte Fakten zu den aktuellen Zuständen (wie verteilen sich die Gewinne, und wie hoch sind die Durchschnittsgehälter/-Bilanzen derer die sie erwirtschaften (jeweils separat Händler, Künstler, Verwerter,...)) und ein durchdachtes Gegenmodell mit halbwegs realistischen Zahlen (würde heißen wesentlich kleinerer Verwerteranteil dafür eine Störgröße für die kleinen Fische, die man laufen lässt)
2.)
Vertriebsmodell:
Onlineplattform, strikt Accountgebunden,
man hat so 2-5 z.B Aufladungen, mit denen man einen Film kostenlos sehen darf, mit der Möglichkeit im nachhinein zu zahlen (ihn ganz zu erwerben?),
die Aufladungen bauen sich dann nach und nach wieder auf durch Käufe von Filmen im Portal (so vielleicht 1 Aufladung pro 2-3 Käufe).
Intention des Ganzen: Kunde zahlt für Inhalt, die es ihm wert sind, kann aber auchmal Experimente wagen, Neues probieren und muss es nicht zwingend bereuen.
...zur qualitativen Diskussion (kann auch sein, dass es derartiges gibt, hab da nicht groß nachgeforscht)

Sinnloser undifferenzierter...

Sinnloser undifferenzierter Artikel, trägt nur zur Verklärung und Mythenbildung bei und enthält so viel Wahrheit wie die Boulevard Artikel in diesem Land

0 flipchart 31.01.2012, 15:54 Uhr

Netter Artikel, leicht...

Netter Artikel, leicht verklärend, aber er hat eine schöne Diskussion angestoßen, die ich hier mit Begeisterung verfolgt habe. Ich sehe das so, dass es ein zentrales Problem gibt: die Übertragung der Verwertungsrechte der Werke von Künstlern auf Labels. Letztere erledigen Marketing und Vertrieb. Erstere schaffen das Werk. Somit müsste es eigentlich anders herum laufen, dass die Künstler den Labels ein gewisses Kontingent für Preis X verticken und wenn das aufgebraucht ist, müssten die Labels nachkaufen. Momentan kaufen sich die Labels ein unbegrenztes Vervielfältigungsrecht plus diverse Pflichten der Künstler wie Live-Auftritte und Promo-Gehampel zum Festpreis...

Ich finde den Artikel im...

Ich finde den Artikel im Prinzip gut, wobei ich bzgl. Schmitz eher noise als Don Alfonso zustimme... er war kein Vordenker, er hat bloß ein Geschäftsmodell kopiert das andere entwickelt haben (hat RS deswegen Ansprüche gegen ihn?) Und allgemein zum Thema: eines meiner wichtigsten Prinzipien lautet: Unterstelle niemals Bosheit, wenn es auch Dummheit sein kann. Die Contentindustrie hat sich dieses Privileg allerdings inzwischen verspielt, ich glaube nicht mehr daran, dass sie schlicht zu dumm sind ein vernünftiges Angebot zu entwickeln oder es verschlafen haben, ich glaube die Überlegungen sehen vielmehr so aus: X Milliarden Einnahmen durch Offlineverkäufe X Millionen durch Abmahnungen X Peanuts durch Alibi Online-Angebote Wenn wir ein brauchbares, legales angebot it vernünftigem Preis/Leistungsverhältnis schaffen, verlieren wir dabei das ein vielfaches an Offlineverkäufen, selbst wenn wir ein vielfaches an EInnahmen wie die illegalen Portale einnehmen, wird das dadurch nicht ausgeglichen, und realistisch ist sowieso eher dass die Abmahnungen eher dem entsprechen was wir kassieren können. Fazit: ein legales UND brauchbares Angebot mindert unsere Einnahmen, setzen wir uns lieber für Gesetze ein, mit denen wir mehr durch Abmahnungen kassieren können um unsere Ausgaben zu steigern. -------------------- In meinen Augen ist es in Zeiten von SOPA und ACTA nichtmehr Kavaliersdelikt, sondern verdammte Bürgerpflicht, diesen Unternehmen soviel Schaden zuzufügen wie möglich, aber ehrlicherweise muss ich gestehen, ich bin dafür zu feige, wäre ich bei den Nazis auch gewesen. ;/

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.