Deus ex Machina

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Neo-analog, post-digital oder total egal?

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Vordenker und Trendgurus sehen bereits das post-digitale Zeitalter anbrechen, in dem die Unterscheidung zwischen analoger und digitaler Welt keinen großen Sinn mehr ergibt. Eine Standortbestimmung

Vordenker und Trendgurus sehen bereits das post-digitale Zeitalter anbrechen, in dem die Unterscheidung zwischen analoger und digitaler Welt keinen großen Sinn mehr ergibt. Eine Standortbestimmung

Was war das doch für eine grandiose Zukunft, wie man sie sich in den späten 50ern oder frühen 60ern für unsere Jetztzeit ausmalte: atomgetriebene und fliegende Autos in gigantischen Häuserschluchten, endlose Laufbänder für den Fußgängerverkehr in glaskuppelüberdachten Megametropolen – oder dass sich der hypermoderne Mensch vor lauter Zeitnot nur noch mit praktischer Tuben- und Pillen-Nahrung ernährt wie Astronauten im All. Gemessen an diesen kühnen Visionen der Futurologen der Nachkriegsära nimmt sich das real existierende Hier und Jetzt mit Flachbildschirmen, Festplattenrekordern und tragbaren Fernsprechern mit Fingerwisch-Bedienung fast ein bisschen, nun ja, bescheiden aus. Karl Valentin, der bajuwarische Erz-Spötter, hatte es schon richtig erkannt: „Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie mal war.“

Heute vielleicht noch weniger denn je. Angesichts sich überlappender Retro- und Nostalgiewellen scheint es fast, als wäre für weite Teile der heutigen Gesellschaft hinten das neue vorne. Als Indiz für diese Diagnose mögen die Proteste gegen Stuttgart 21 ebenso herhalten wie die seit Jahren steigenden Verkaufszahlen der Zeitschrift „Landlust“ oder der Geschäftserfolg des Spezialversenders Manufactum. Der reklamiert für sein Sortiment das Motto „Es gibt sie noch, die guten Dinge“ ¬- und nur in den allerseltensten Fällen sind diese vorgeblich guten (weil langlebigen) Dinge elektronisch oder gar virtuell. Regiert da „German Angst“ vor den disruptiven Folgen der Digitalisierung? Sind Versuche eines nachhaltigeren Konsums im Analog-Gegenständlichen nur eine Flucht in Sachwerte, weil sich immer mehr Prozesse des modernen Daseins in teilvirtuelle Service-Clouds verlagern?

Bild zu: Neo-analog, post-digital oder total egal?

Vielleicht darf man das nicht ganz so eng sehen als Frage von entweder-oder. Ironisch-spielerische Kombinationen von alt und neu sind auf dem Gadget-Markt derzeit heiß gehandelt: Da stöpseln sich junge Leute archaische Telefonhörer aus der Ära des Postmonopols als Sprechhilfe ans Smartphone, der letzte Schrei bei den Handy-Klingeltönen ist die klassische Zweischalen-Bimmel des Wählscheiben-Telefons. Und wer den technologischen Cross-Over auf die Spitze treiben will, der kann sich eine pseudo-antike mechanische Schreibmaschine per USB als externe Tastatur ans Ipad klemmen.

Wenn man diversen Vordenkern und Trendgurus glauben darf, dann markieren solche spielerischen Fusionen von analoger und digitaler Technik einen Paradigmenwechsel, ein neues postdigitales Zeitalter. „Postdigital heißt gerade nicht, dass digitale Technologien und digitale Medien heute keine Rolle mehr spielen. Genau das Gegenteil ist der Fall: Die tiefe und nachhaltige Durchsetzung der Digitalisierung ist eine notwendige Bedingung für den postdigitalen Zustand“, schrieb Benedikt Köhler bereits vor zwei Jahren. Oder anders gesagt: post- meint durchaus nicht anti-, so wie die Postmoderne ja auch keine Gegenmoderne darstellt, sondern auf den Errungenschaften der Moderne gewissermaßen aufsetzt.

In Berlin findet im Mai die diesjährige „next“-Konferenz unter dem Oberthema „Postdigital“ statt. Da werden sich dann Marketingleute, Kreative, Investoren, Start-ups, Technologie- und Social-Media-Experten die Köpfe heißreden beim Versuch, diesen noch ziemlich abstrakten und blutleeren Begriff mit Leben zu erfüllen. Über postdigitalen Lifestyle und Workflow referiert der in Hamburg lebende Grafiker, Designer und Objektkünstler Jeremy Tai Abbett, der analoge und digitale Gerätschaften zu allerlei skurrilen Installationen zusammenfügt. Abbott und andere Postdigitalisten wollen den PC und all die anderen digitalen Plattformen vom Podest mit der gemeißelten Inschrift „Technologie“ herunterholen. „Ein Hosenknopf oder ein Reißverschluss ist auch Technologie. Sie wird aber nicht mehr als solche wahrgenommen und ganz selbstverständlich genutzt.“ Diesen Weg werde die digitale Technik auch gehen, sagt Abbott, man wird sie soundso oft am Tag nutzen, ohne zweimal darüber nachzudenken. Die vernetzte technische Intelligenz ist dann so allgegenwärtig, selbstverständlich und unspektakulär wie Sauerstoff in der Luft oder das Trinkwasser, das aus dem Hahn kommt. Bereits 1998 hatte der MIT-Medialab-Chef Nicholas Negroponte unter der Überschrift „beyond digital“ die These vertreten: Computer, wie wir sie heute kennen, seien erstens langweilig und verschwänden zweitens in Alltagsdinge, von smarten Nägeln über fahrerlose Autos und therapeutische Barbiepuppen bis hin zu intelligenten Türschlössern, die den Paketboten hereinlassen und den Hund bei Bedarf hinaus. Doch wirklich erreicht ist das gelobte Land Postdigitalien, das Negroponte uns verhieß und wo man Nano-Computer in der Kleidung und den Schuhen mit sich herumträgt und sogar mit dem Essen runterschluckt, freilich noch nicht. Für den vielbeschworenen intelligenten Kühlschrank etwa, der selbsttätig Milch oder Butter nachbestellt, sehen die Hersteller bislang keinen Massenmarkt.

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Wahrscheinlich wird es in der nächsten Zeit immer weniger um den großen und weltverändernden Wurf gehen, sondern eher nach dem abgewandelten Motto von Maos Kulturrevolution: Lasst Millionen Microcomputer blühen! Das neue Internetprotokoll IPv6 hat die drohende Knappheit von IP-Adressen abgewendet. Ein wesentliches Hindernis für Vernetzung von Kleinstcomputern ist damit aus dem Weg geräumt. Schätzungen des Netzwerkausrüsters Cisco zufolge dürften im Jahre 2020 rund 50 Milliarden Geräte über Netzanbindung verfügen. Sensoren, Kameras, und eingebaute Kleinst-Chips werden den heute bekannten Datenraum enorm erweitern. Adidas hat bereits einen intelligenten Laufschuh vorgestellt, der Geschwindigkeit, Beschleunigung, gelaufene Distanz und Laufrhythmus protokolliert. Solches permanentes „self-measurement“ wird uns irgendwann genauso selbstverständlich und banal erscheinen wie Tacho und Tankanzeige im Auto.

Aber führt die Geräte- und Datenschwemme nicht dazu, dass sich das Hamsterrad immer schneller dreht und uns vor lauter selbst- und fremderzeugtem Datenwust irgendwann die Synapsen durchschmoren? Hirnforscher Gerald Hüther teilt diese Sorge nicht: „Wer digitale Medien mit großer Begeisterung als Werkzeuge einsetzt, passt sich und die neuronalen Verschaltungen in seinem Hirn daran an.“ Wie der Medientheoretiker Marshall McLuhan sinngemäß sagte, ist es kühl, wo das Leben heiß hergeht. Anders gesagt, jeder Trend trägt auch bereits den Keim des Gegentrends in sich. Wir erleben eine Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, in der sich postdigitale Pioniere mikrocomputerisierte Kleidungsstücke (sogenannte „wearables“) überziehen und daran tüfteln, Daten nicht nur auf Displays von Datenbrillen zu projizieren, sondern auf Kontaktlinsen oder direkt auf die Netzhaut. Und zur gleichen Zeit leben noch genügend Menschen, die noch nicht mal ihr Girokonto online verwalten und die es gerade mal geschafft haben, sich bei Facebook anzumelden. Die sind noch gar nicht so recht digital beschleunigt, während sich die Netz-Avantgarde bereits in postdigitalen Lebens- und Arbeitskonzepten einrichtet – und die Langsamkeit wiederentdeckt. Manchmal ist hinten dann eben doch das neue Vorne.

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23 Lesermeinungen

  1. „Ein Hosenknopf oder ein...
    „Ein Hosenknopf oder ein Reißverschluss ist auch Technologie. Sie wird aber nicht mehr als solche wahrgenommen und ganz selbstverständlich genutzt.“
    Meine Rede. Man nutzt Technologie, wo sie nützlich ist. Ohne dass man sich ständig darüber auslassen muss. Mir war schon immer unverständlich, dass ich zum einen, ohne darüber nachzudenken, den Telefonhörer abnehmen und sofort ganz selbstverständlich mit dem anderen Ende der Welt sprechen kann, während andere jahraus-jahrein nächtelange Verschlimmbesserungen im Innern von Computern vornahmen, als wäre das irgendwie wichtig.
    Ebenso Internet. Ich nutze es, wo es mir nützt, und das tut es weitgehend. Aber da endet auch schon meine gedankliche Beschäftigung damit.

  2. Meinem Eindruck nach ist...
    Meinem Eindruck nach ist technologisch erstmal eine Pause angesagt. Die Vision des Internet in Datenbrillen oder gleich im Gehirn würde gegenüber heute nicht viel Fortschritt bedeuten. Die nächsten Jahre geht es darum, daß die Leute die Möglichkeiten des mobilen Internet nutzen. Nimmt man den Erfolg der Piraten als Maßstab, ist die Bevölkerung auf dem besten Weg dahin. Und wenn bis 2020 in den Köpfen der Leute die aktive Beteiligung an Politik per liquid feedback etabliert ist, könnte der kulturelle Verfall dieser Gesellschaft verkürzt werden. Denn die Aktiven bilden dann wahrnehmbares Gegengewicht zu den Dummen, populistische Politiker
    könnten in die Zwickmühle geraten. Ansatzweise spüren wir das jetzt schon, wenn ein shitstorm über Äußerungen losbricht, die der dumme Teil der Bevölkerung immer beklatscht hat.

  3. @stimviech: Sie sprechen da...
    @stimviech: Sie sprechen da einen wichtigen Punkt an: Die Erosion traditioneller repräsentativer Politikmechaniken ist wahrscheinlich nur ein weiteres Wirkungsfeld der gleichen Kräfte, welche das Massenmediengeschäft durchschütteln. Hatte dazu grade ein sehr interessantes Gespräch mit dem Chefforscher einer Werbeplanungsagentur. Das sind für gewöhnlich Leute, die mit spitzem Stift rechnen können und nicht unbedingt im Verdacht stehen, dem Neuen gegenüber allzu unkritisch-aufgeschlossen zu sein. Aber der sagte sinngemäß, wir seien praktisch nur noch wenige Meter entfernt von Postdigitalien.
    .
    @anderl: Aus Anwendersicht ist das so ziemlich der pragmatischste Standpunkt, den man zu dem ganzen Themenkomplex haben kann. Andererseits: Hier ist nun mal ein Reflektionsraum für gefühlte Technologiefolgenabschätzung, und solange die hier abgehandelten Themen als diskussionswürdig empfunden werden, sind wir nach meinemDafürhalten noch nicht an dem Punkt, dass die Digitalität so allgegenwärtig und unhinterfragt um uns herum ist wie Wasser- und Stromleitungen.

  4. > Neo-analog, post-digital...
    > Neo-analog, post-digital oder total egal?
    Total egal, denn erstens kommt es anders als zweitens wie man denkt.
    Das postdigitale Zeitalter hat zweifellos begonnen, auch wenn die Blogschreiber noch immer auf eine Tastatur hämmern wie ihre Vorfahren und einige Leute auch ohne Internet noch ganz glücklich leben.

  5. @tricky1: "Die Zukunft ist...
    @tricky1: „Die Zukunft ist schon da“, pflegt der SciFi-Autor William Gibson zu sagen, „sie ist nur sehr ungleich verteilt.“ Das ist es, was ich mit der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen meinte: Die einen sind schon post-, während andere gerade mal in den prä-Zustand wechseln. Interessanterweise scheinen den einen die Befindlichkeiten der jeweils anderen kaum noch vermittelbar zu sein. In diesem Kontext muss man unser Hämmern auf den Tastaturen der Blogwerkstätten als Versuch zu sehen, Brücken zu bauen oder zu dolmetschen, kurz: Mittler zu sein (und nichts anders meint ja Medium).

  6. Ich bin mit dem Internet nun...
    Ich bin mit dem Internet nun schon seit gut 20 Jahren mehr oder minder beschäftigt und habe die Erfahrung gemacht, dass sich jede Vision irgendwann doch eingestellt hat. Wenn ich mir das Tempo des technologischen Fortschritts anschaue dann wird es auf diesem Innovationsniveau weitergehen. Es wird immer jene geben, die dies ablehnen und ich verstehe sie gut. Nur bestimmen sie nicht mehr den Fortgang der Entwicklung.
    Als Kontrast dazu eine kleine Geschichte (nichtkommzieller Link) aus einer zeit, als ein Telefon schon Luxus war –
    http://goodnewstoday.de/gute_nachrichten/2012/01/14/kindheitserinnerung-die-telefonzelle-und-oma-anrufen/

  7. @Raoul: Lustig, dass sie die...
    @Raoul: Lustig, dass sie die Telefonzelle ansprechen. Wir hatten ein Telefon, aber für längere und innigere Gespräche mit meiner ersten Jugendliebe bin ich mit Taschen voller Groschen zu diversen Telefonzellen geradelt. Mit dem Siegeszug des Handys hat man sie totgesagt. Hier um die Ecke steht aber noch so ein gelber teilverglaster Fernsprechquader – und oft genug sehe ich Jugendliche, die im Adressbuch ihres Handys blättern, dann den schweren Hörer von der Gabel nehmen und Geld einwerfen…
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    Man muss die Geschichte des Internets, die ich so ab 1994 intensiver verfolgt habe, aber auch als Abfolge von jeder Menge trial and error sehen. Was wurde aus den gehypten Push-Diensten, den B2B-Plattformen, der Content Syndication und all den anderen Säuen, die durchs digitale Dorf getrieben wurden?

  8. Es gibt in Wirklichkeit keine...
    Es gibt in Wirklichkeit keine Zeit, das ist wohl bewiesen. Also ist Alles gleichzeitig.

  9. Wieso sind jene, die über die...
    Wieso sind jene, die über die modernen Technologien nachdenken, nur so früchterlich oberflächlich? Postdigitales Zeitalter. Neoanalog gar. Dabei weiß der Autor offenbar nicht einmal genau, wovon er überhaupt redet. Denn eine Schreibmaschine ist ein digitales Eingabegerät und kein analoges. Daran ändert auch die USB-Schnittstelle nichts. Beim Füllfederhalter könnte man vielleicht diskutieren. Aber im Grund sind alle auf isolierbaren Einzelzeichen basierenden Systeme digital. Erst die gesprochene, gar gesungene Sprache mit ihren Tonhöhen ist analog.
    So weiß man nicht, was eigentlich mehr gesagt werden soll als: Die Technik entwickelt sich weiter. Klingt nur irgendwie scheußlich banal. Aber das die Dinge interessanter gemacht werden, als sie es sind, ist ja nun auch nichts wirklich neues.

  10. In den schicken Chefetagen und...
    In den schicken Chefetagen und Chill-out Lounges der Großstädte mag eine postdigitale Ära bevorstehen. Auf dem flachen Land, wo Highspeed-Internet immer noch die Ausnahme ist, steht die Hinwendung zum digitalen Zeitalter noch bevor. Überhaupt kommt mir die oben geführte Diskussion wie die Langeweile der Großstadt-Schickeria vor, die süchtig nach Neuem ständig neuen Trends und Mikroepochen nachfiebert.

  11. @Landei: Auch Ihnen darf ich...
    @Landei: Auch Ihnen darf ich meinen Kommentar von gestern, 16 Uhr 18, wärmstens ans Herz legen. Ich denke auch nicht unbedingt, dass sich da lediglich ein Stadt-Land-Gefälle neigt. Mein Cousin, ein Landwirt, hat übers Internet schon vor 20 Jahren Futtermittel und dergleichen geordert, da hatte ich noch nicht mal eine Emailadresse, geschweige denn einen Browser auf dem Rechner.
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    @hebold: Vielleicht wäre „binär“ tatsächlich etwas präziser, aber was hülfe es der Debatte, sich so präzise auszudrücken, dass einen kaum noch jemand versteht?
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    @Tobias: Wie heißt es so schön: „Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – alles eins in Yog Sothoth.“ ;-)

  12. Also ich finde neue...
    Also ich finde neue Technologien, oder wie die MIT Gurus sagen, „Selbstverständlichkeiten“ selbstverständlich super. Mir wurde vor zwei Jahren ein Herzschrittmacher eingepflanzt. Man empfahl mir ein Modell mit Remote Funktion von einer kalifornischen Firma. So hat mein Arzt die Möglichkeit, über eine Weboberfläche jederzeit auf die Datenbank meines Herzschrittmachers zuzugreifen oder weitere Einstellungen vorzunehmen. Die Daten fließen direkt in die Patientenakte meiner eGK ein — selbstverständlich E2 Cloud Technologie. Dank Wlan bin ich nicht verkabelt, sondern kann mich selbstverständlich frei in der Wohnung bewegen. Die Entwickler haben auch wirklich an alles gedacht, denn das Tollste ist der voll automatisierbare Impulsgeber, den ich über das Webinterface wie einen Wecker einstellen kann. So kann es nie vorkommen, dass ich einmal verschlafe.
    Kürzlich haben mich die Entwickler des Geräts angerufen und mir ein Sicherheitsupdate der Software eingespielt, sogar kostenlos. Zuvor war es nämlich möglich, aus dem Internet ohne Passwort-Schutz auf die Weboberflasche des Geräts zuzugreifen. Das Problem haben die Sicherheits-Ingenieure aber bravurös behoben. Neben dem Passwort-Schutz wurde ein Warnhinweis geschaltet, dass Unbefugte den Herzschrittmacher nicht abschalten dürfen. Selbstverständlich fühle ich mich wieder sicher.

  13. @anderl:
    Sie haben ... Recht....

    @anderl:
    Sie haben … Recht. Zumindest, was die Mehrheit der Menschen angeht. Man integriert neue Technik in seinen Alltag, wenn sie nützlich erscheint und leicht zugänglich ist. Ich schon einmal zugespitzt, dass Internet für die Masse als Mischung aus Telefonbuch und Supermarkt genutzt wird.
    Diese platt-pragmatische Herangehensweise erklärt allerdings auch einen Teil der Aufgeregtheiten, Zuspitzungen und Verständnislosigkeit bei Debatten mit demjenigen (kleinen) Teil der Menschheit, für den das Netz tatsächlich Lebensraum geworden ist. Sie einen verstehen nicht einmal, wovon die anderen reden (in beide Richtungen).

    @Marco:
    Retrogarde ole :-). Die einzig wirkliche Gefahr des Post-, Neo- oder sonstwie digitalen Zeitalters liegt für mich in jener unheiligen Allianz aus den Kostenoptimierern der Dienstleistungsindustrie mit den Propagandisten der sonstwie Digitalität, die in der Lage sein könnte, alle Menschen ins Netz zu zwingen, weil personen- und ortsgebundene Dienstleistungen nicht mehr existieren. Aber die Gefahr ist gering, solange die Marktwirtschaft im kern nicht angetastete wird – solange schafft sich eine Nachfrage früher oder später das entsprechende Angebot.
    Grosso Modo halte ich die Aufgeregtheiten um das „Netz“ ohnehin für ein klares Zeichen dafür, dass die Alltagsrealität so langweilig geworden ist, dass man die Adrenalinschübe künstlich erzeugen muss. Was aus historischer Perspektive sehr zu begrüssen ist, iunteressante zeiten waren schon immer schlechte zeiten für den „kleinen Mann“.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  14. @Heinz:
    Ach du heilige...

    @Heinz:
    Ach du heilige Einfalt: Ist es eine Glosse oder riskieren Sie tatsächlich Ihr Leben mit einem über Internet ansprechbaren Herzschrittmacher?
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    Ist ja toll wenn dieser Zugang jetzt mit einem Passwort geschützt ist, aber woher wollen Sie wissen ob es nicht Hintertüren hat oder alle Implantate dieses Herstellers über dasselbe Administratoren-Passwort Admin1234 zugänglich sind?
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    Ich wünsche Ihnen dennoch ein langes glückliches Leben ;)

  15. @Marco:
    Wenn es nicht...

    @Marco:
    Wenn es nicht vermittelbar scheint, dem Internet Freak klar zu machen dass man u.U. auch ohne ganz glücklich leben kann, so liegt dies imho daran dass sich doch kein Blogschreiber die wirtschaftliche Grundlage entziehen und bei Feaks unbeliebt machen will?

  16. @tricky1: Ich kann da für...
    @tricky1: Ich kann da für andere Blogschreiber nicht sprechen. Wenn Sie meine hiesigen Beiträge über Post-Privacy, Data-Love, Facebook-Revolution, Targeting und was sonst noch alles gelesen haben, wird Ihnen nicht entgangen sein, dass ich hier keinen Kuschelkurs mit abgehobenen Vorturnern der Daseinsdigitalität fahre. Und „wirtschaftliche Grundlage“ ist ein großes Wort in diesem Zusammenhang, mein Honorar hier (und anderswo) zahlen nicht Internetfreaks, sondern Medienhäuser, die nicht geringe Teile ihrer Erlöse mit Produkten aus totem Holz erzielen.
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    @Heinz: Danke für Ihre interessante Wortmeldung. Das liefert doch mal eine Facette zum Stichwort“ das Internet der Dinge“, die deutlich lebenswichtigere Aspekte beleuchtet als der vielbeschworene intelligente Kühlschrank. @tricky1: Beim Auto nennt man das Phänomen „Risiko-Homöostase“ – das heißt, der Sicherheitszuwachs durch ESP ec. wird oft kompensiert mit riskanterer Fahrweise. Übertragen auf den Herzschrittmacher würde ich sagen: Die Internet-Schnittstelle minimiert einige Risiken herkömmlicher Apparaturen, nimmt dafür aber andere Unsicherheiten in Kauf.

  17. Guten Tag,
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    dies ist eine...

    Guten Tag,
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    dies ist eine automatische Nachricht von Heinz Müller. Leider kann Heinz Müller Ihre Nachrichten nicht mehr persönlich entgegennehmen.
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    Grund: Heinz Müller befindet sich auf dem Weg in die Intensivstation. Aufgrund einer Fehleinstellung des Herzschrittmacher Impulsgebers ist Heinz Müller kollabiert. Der Impulsgeber sollte aus gesundheitlichen Gründen, gemäß der 3000-seitigen Geräteanleitung, nicht mehr als 10 Impulse pro Tag setzen.
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    Fehlerursache: Der Herzschrittmacher von Heinz Müller war in der Weise programmiert, dass nach jedem neuen Leser Kommentar im FAZ-Blog „Stützen der Gesellschaft“ das Gerät automatisch einen Impuls setzte. Dies hatte eine Überhitzung des Geräts und den Zusammenbruch des Patienten zur Folge.
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    Sollten Sie weitere Fragen zum gesundheitlichen Zustand von Heinz Müller haben, wenden Sie sich bitte an die Amazonas Service Hotline unter 0000010101110112*.
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    Mit freundlichen Grüßen
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    Ihre Amazonas Gesundheitskasse
    Amazonas E^2 Digi-Mentales Next Generation Cloud System
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    * 131,80 EUR/Minute aus dem deutschen Festnetz, höchstens 420,00 EUR/Min. aus deutschen Mobilfunknetzen (Mo.–So. 8:00 bis 22:00)
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    .
    Wie hat Ihnen unser Service gefallen? Bitte bewerten Sie unseren Service wann und wo immer– Sie können uns auch ———-GPS Übertragungsfehler: Übertragung abgebrochen.

  18. @Marco Settembrini di...
    @Marco Settembrini di Novetre
    Ja, es waren in der Tat andere Zeiten. Es ist heute immer noch Try and Error, aber das Netz bietet immer noch jede Freiraum um seine ideen zu verwirklichen. Vieles klappt nicht, aber die Ideen treiben die Entwicklung voran.

  19. @Heinz Autoresponder:...
    @Heinz Autoresponder: Kommentar des Tages!
    .
    @Raoul: Ja, die gescheiterten Ideen bilden gewissermaßen den Humus, auf dem die erfolgreichen Modelle gedeihen. Doch selbst mit diesem Wissen im Hinterkopf kann ich nicht bei deutsche-startups.de lesen, ohne dass mich der Gedanke durchzuckt, boah, wer braucht das alles?

  20. @Heinz @H....
    @Heinz @H. Autoresponder
    Großes Kino, danke dafür!

  21. @Heinz
    ok, wenn sie mut haben,...

    @Heinz
    ok, wenn sie mut haben, dann veröffentlichen sie hier mal die IP ihres schrittmachers – das password kriege ich selber raus

  22. Kommen se, rücken se mal...
    Kommen se, rücken se mal rüber, lassen se das Steuer mal los, des können se ruhig der Technik überlasse, die kann des inzwische och ohne se, kann sehe, höre, schmecke, spüre, kann singe und jubiliere, sogar Witze erzähle, und des alles zehnmal oder mehr schnelle, als a Mensche des kann, nur miteme fühle hat ses ned so, de Technik, abe des kriege mer au noch hin. Die Zukunft ist digital, ist einfach, zweifach, im Ergebnis dreifach, mehr braucht es nicht. Was ist die Evolution? Ein steter Optimierungs- und Energiespar-Prozess. Und Wir sind viel zu vielfältig und zu verspielt und vor allem zu langsam und zu teuer.
    Schwarzarbeiter!, ruft die DaSeins-Steuerfahndung und droht mit erhöhtem Bussgeld, wenn Wir nicht bezahlen, für Unseren Aufwand. Aber, … Sie wissen, es gibt stets ein Aber, … aber dafür hauen Wir Uns voll rein, bei der Weiterentwicklung der Technik, wenn Wir schon bei Unserer Weiterentwicklung stets mauern und verstockt darauf beharren, dass Wir so bleiben wollen, wie Wir sind. Wir sind doch die Spitze des Fortschritts, oder? Noch.
    Ja, die Technik ist schon geil, was die inzwischen alles kann, Wahnsinn! Und als Nahrung reichen der Elektronen und was die an(baut)treibt, ist der Technik egal. Sonne, Wind, Wasser, Atomumordnungen, irgendwas lässt sich immer finden und alles Bio. Garantiert.
    Dafür wird das Mensch immer weniger geil, Unser Quantum an Geilheit ist bald aufgebraucht, die Technik ist schon bald: Das Neue Gott. Ein digitales Gott: „dG“. Der alte Gott war noch ganz Mensch, der zukünftige Gott, ist ganz Maschine. Die Kunst wehrt sich verzweifelt gegen diesen Prozess und will immer mehr mit TechnikWarnung bezaubern (i Robot, Terminator, Avatar, Tron …) aber sie tut es mit immer mehr technischem Aufwand, also voll und Ganz kontraproduktiv, es ist seltsam diesem Fortschritt zuzusehen.
    Wenn jetzt Eines den Anfangssatz meines Kommentars auch nur halbwegs für stimmig oder gar sinnvoll gehalten hat, weil Es GLAUBTE, das Mensch steuert irgendwas, so weiss Es inzwischen hoffentlich, dass das Mensch noch nie an irgendeinem Steuer selbst gedreht hat, zumindest was die Prozesse angeht, aus denen Wir bestehen und die Unser Handeln und Tun und Entwicklung bestimmen. Wir sind beste Handlanger. Geschöpfte Geschöpfe, die tun und lassen, was angesagt ist. Im kleinen mögen Wir wählen zwischen Weissbier und Merlot, aber …
    Muss das so bleiben? Wenigstens auf den Beifahrersitz könnten Wir doch aufrücken, oder? Erstmal. Aber ich befürchte der Masse ist das zuviel, die ist genügsam, konsumiert und konstruiert brav, bis, ja bis, die Technik flügge ist, bis die Maschinen selbst wissen, was zu tun und wo es in Zukunft lang geht.
    Da haben Sie Ihre Post @Marco, oder war das jetzt Prä, ach ich weiss nich …
    Aber gut, vielleicht liege ich ja völlig falsch, wahrscheinlich sogar, und die Maschinen werden Uns weiterhin anständig dienen, werden Uns füttern und versorgen, von der Zeugung bis zum Verfall, oder Wir werden Selbst zu Maschinen, werden alles Zellulare durch Digitales ersetzen, ja ganz gewiss, so wird es SEIN.

  23. "Die Freiheit des Denkens
    und...

    „Die Freiheit des Denkens
    und die Freiheit der Bewegung
    ist das Prinzip
    unserer
    Gesellschaft“
    .

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