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Auf dem Boulevard de Klischee

24.05.2012, 12:04 Uhr  ·  Maschinenoptimierte Überschriften und Software, die selbständig Spielberichte und Wirtschaftsnachrichten verfasst - die Automatisierung journalistischer Textproduktion hat gerade erst begonnen.

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Maschinenoptimierte Überschriften und Software, die selbständig Spielberichte und Wirtschaftsnachrichten verfasst – die Automatisierung journalistischer Textproduktion hat gerade erst begonnen.

Als ich Mitte der Achtziger das Berufsziel Journalist ins Auge fasste, war ich mir einigermaßen sicher, dass ich zwei Dinge wohl nicht erleben werde: dass das Schreiben von Meldungen, Berichten und Reportagen in Billiglohnländer ausgelagert wird und dass zweitens in meiner zu erwartenden Lebensspanne die Computertechnik in die Lage kommen sollte, selbsttätig Berichte zu verfassen und somit den Journalisten entweder überflüssig zu machen oder zum Technikbediener umzuwidmen.

Was den zweiten Punkt angeht, muss ich gestehen: Da habe ich die Entwicklung wohl unterschätzt. Schreibsoftware ist dem Vernehmen nach inzwischen tatsächlich in der Lage, in journalistischen Standardsituationen wie Spielberichten, Wahlanalysen oder auf Kennzahlen basierenden Unternehmensnachrichten lesbare Berichte zu verfassen. Beim US-Wirtschaftsmagazin „Forbes” kommen automatische Schreibprogramme des Herstellers Narrative Science ebenso zum Einsatz wie beim College-Sport-Sender „The Big Ten Network”, der damit nur wenige Minuten nach Spielende zu jedem Spiel einen Kurzbericht online stehen hat. Bei „Forbes” sind es vor allem auf Zahlen wie Umsatz, Gewinn und dergleichen basierende Berichte über Unternehmen, bei denen narrative science als Autor zeichnet. Das heißt, Kollege Computerprogramm spielt überall dort seine Stärken aus, wo es darum geht, aus Zahlen- und Datensammlungen in sehr kurzer Zeit lesbare Texte zu generieren.

Bild zu: Auf dem Boulevard de Klischee

Frank Rieger vom Chaos Computer Club hat in seiner Trendgeschichte über Automatisierung eine interessante Induktionsschleife in diesen Informationskreisläufen herausgearbeitet: „Die von den Textsynthese-Algorithmen erstellten Meldungen über Unternehmen und den Handelsverlauf an der Börse werden wiederum von automatischen Börsenhandelssystemen erfasst und analysiert, die daraus eigentlich Indikatoren über die Stimmung am Markt ableiten sollen. Die aus den automatisch erstellten Börsenmeldungen extrahierten Daten fließen so wiederum in die algorithmischen Handelsaktivitäten ein: Algorithmen schreiben für ein Publikum der Algorithmen.” Das stimmt sogar in mehrfacher Hinsicht, schließlich zielen diese automatisch erstellten Texte nicht allein auf Publikum aus Fleisch und Blut – sondern auch auf Suchmaschinen. Und da können diese zu minimalen Personalkosten hergestellten Textprodukte dem Seitenbetreiber wertvolle Dienste leisten, wenn sie Suchmaschinentraffic generieren und das Ranking der Seite in der Suchergebnisliste verbessern. Aber da stellt sich irgendwann schon die Frage, ob das langfristig auf ein Modell hinausläuft, das der Satiriker Ephraim Kishon skizziert hat, als die ersten erschwinglichen Schachcomputer auf den Markt kamen. Das brachte Kishons Freund Jossele dann nämlich auf die Idee, gleich zwei davon zu kaufen, gegeneinander spielen zu lassen und derweil ins Kino zu gehen.

Holger Schmidt, bis vor kurzem im Dienste dieser Zeitung und jetzt Netzökonomie-Blogger bei focus.de, hält es aber für wenig wahrscheinlich, dass der Journalistenberuf in naher Zukunft obsolet gemacht wird von Textprogrammen: „Computer schreiben nur Artikel, die sonst nicht entstehen würden. Die Computer können auch nicht recherchieren, Geschichten ausgraben oder Interviews führen.” Für die Texte würden weiterhin auch richtige Journalisten benötigt, die passende Textpassagen vorschreiben, die später immer wieder verwendet und neu zusammengesetzt werden können. Auch für die persönliche Note der Texte seien die Kollegen aus Kohlenwasserstoff zuständig.
Aber die siliziumbasierte Konkurrenz holt auf: Softwarefirmen haben den Online-Journalismus als Absatzmarkt entdeckt und bieten allerlei Dienste und Werkzeuge zum Optimieren von Inhalten feil. Der Anbieter Visual Revenue preist ein Analyseprogramm an, das die Durchschlagskraft von Online-Überschriften messen kann. Das sogenannte “Instant Headline Testing” soll die Klickraten auf Websites in nie gekannte Höhen klettern lassen. Bislang mussten Schreiber sich auf ihr Bauchgefühl und die überlieferten Weisheiten erfahrener Schlagzeilenklöppler verlassen. Jeder Volontär oder Journalistenschüler dürfte schon mal von der Ideal-Überschrift gehört haben, die der Entertainer Rudi Carrell vor Jahrzehnten mal so getextet hatte: „Deutscher Schäferhund leckt Inge Meysels Brustkrebs weg”. Da ist alles drin, was emotionalen Wallungswert verspricht, die Nation, das beliebte Haustier, die Brust für das Thema Nummer eins (Sex), der Krebs stellvertretend für Schicksalsschlag und Inge Meysel als prominente Person. Den Part müssten heute eher Verona Pooth oder Daniela Katzenberger spielen, aber ansonsten dürfte diese Ideal-Headline immer noch einen brauchbaren Weg zur hohen Anklickrate weisen.

Bild zu: Auf dem Boulevard de Klischee

Ob es uns Medienschaffenden nun passt oder nicht: Diese technischen Hilfsmittel, die wahrscheinlich noch ganz am Anfang ihrer Möglichkeiten stehen, stellen nicht nur unsere gewohnten Arbeitsabläufe in Frage, sondern unser gesamtes Selbstverständnis. Kurzfristig gesehen hat “Meedia”-Redakteur Christian Meier sicher recht mit seiner Frage, ob es uns mit diesen Werkzeugen gehen könnte wie mit dem Navi im Auto: „Erst mal dran gewöhnt, geht am Ende jegliches Gespür dafür verloren, wie man von A nach B gekommen ist und wo um Himmels willen man überhaupt gerade herumgurkt.” Aber die Fähigkeiten der Programme, den Erzählduktus journalistischer Stilformen zu adaptieren und zu reproduzieren, vielleicht sogar persönliche Stilmarotten anzunehmen, werden sich noch weiter entwickeln. Und damit stellt sich irgendwann die Frage, was genau macht eigentlich den spezifisch-menschlichen Faktor in der Berichterstattung aus?

Seien wir doch mal ehrlich: Auch heute schon würde ein Gustave Flaubert verzweifeln, wenn er sich an einer Neuauflage seiner legendären Platitüdensammlung „Das Wörterbuch der Gemeinplätze” versuchen würde. In den Redaktionen jeder Gattung grunzen die prall gemästeten Phrasenschweine, und wer von uns noch kein Klischee bedient hat, der werfe den ersten Stein. In meiner früheren Bürogemeinschaft hatten wir vor Jahren mal scherzhaft rumgehirnt, wie eine typische Geschichte in „werben & verkaufen” anzuteasern wäre. Das läse sich etwa so: „Der Agenturmarkt ist in Bewegung. Junge, ambitionierte Newcomer-Agenturen versuchen den etablierten Networks mit pfiffigen Ideen Kunden und Marktanteile abzujagen.” Und was soll ich sagen, vor ein paar Monaten fand ich fast exakt diese Satzkonstruktion im w&v-Inhaltsverzeichnis. Warum sollte es Computerprogrammen dauerhaft verwehrt bleiben, solche sprachlichen Muster zu erkennen und zu reproduzieren?

Bild zu: Auf dem Boulevard de Klischee

In der Lokalberichterstattung sehe ich auch einiges Automatisierungspotenzial. Geben wir dem Computer ein paar Eckdaten wie das Datum, den Namen und Zweck der Veranstaltung sowie die Wetterdaten am fraglichen Tag, dann sollte ein Programm doch durchaus in der Lage sein, die Sorte von Bericht abzuliefern, die der Journalist und Lokalblogger Hardy Prothmann mit dem schönen Begriff Bratwurst-Journalismus bezeichnet hat: „Obwohl die Aussichten nicht gut waren, zeigte sich der Wettergott letztlich doch gnädig und grüßte mit Sonnenstrahlen die Festbesucher – sehr zur Freude der zahlreichen Gäste. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: Wie es sich für ein zünftiges Fest gehört, löschten viele mit kühlen Gerstensaft ihren Durst und ließen sich natürlich wie jedes Jahr die leckeren Bratwürste schmecken.” Die handelnden Personen sind meist „voll des Lobes und Dankes”, da wird „unterstrichen”, „betont” und „hervorgehoben”, „sich gefreut” und „scherzhaft angemerkt”, „sich erinnert” und „erklärt”. Im Kern, so Prothmann, handle es sich dabei um aufgepumpte Phrasen, also Bratwurstpoesie.

Wenn selbst diese publizistische Bastion des Lokalen von den Replikanten und Schreibrobotern erobert ist, dann sind vielleicht die Blogs das letzte Zufluchtsgebiet, wo der Mensch noch Mensch sein darf und wo die Subjektivität ihr Reservat findet. Andererseits: Wenn die FAZ auf die Idee käme, ein Schreibprogramm in Konkurrenz zu „Stützen der Gesellschaft”, „Ding und Dinglichkeit” und „Deus ex Machina” bloggen zu lassen, wäre ich auf das Ergebnis schon mal gespannt. Oder um es mit einem abgegriffenen Klischee zu sagen: Konkurrenz belebt das Geschäft.

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (64)
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Hoffentlich lesen das dann...

Hoffentlich lesen das dann zumindest die Roboter, freu. . Roboter schreiben und Roboter lesen das, was roboter geschrieben haben. Hey, was für ein Spaß. Aber seien wir doch mal ehrlich: Berufsschreiber haben schon längst ihre fertigen Textmodule, die sie nur passend abändern. Auch das ist eine gewisse Automatisierung. . Brautwurstjournalismus "„Obwohl die Aussichten nicht gut waren, zeigte sich der Wettergott letztlich doch gnädig und grüßte mit Sonnenstrahlen die Festbesucher - sehr zur Freude der zahlreichen Gäste. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: ..." . Genau diese hirnverstrahlte Scheiße lese ich schon seit Jahren nicht mehr. Der Wettergott sei mir gnädig ... Solche Dummsprachmuster (auch gerne genommen: "pffifige Ideen") lassen sich nur in recht platten Medien oder in PR-verwanzten Medien durchsetzen. . Ausgerechnet die W&V. Sie kämpft schon seit Jahren gegen massiv zurückgehende Auflagen. Mit Robotertext kann sie vielleicht ihre Personalkosten reduzieren, aber die Auflagen sicherlich nicht erhöhen. Vielleicht hat ja bereits ein Roboter dieses unglaublich schlechte W&V-Cover* gemacht: http://www.wuv.de/nachrichten/agenturen/adc_aktion_das_erste_w_v_cover_zum_selbst_gestalten , worüber der werbeblogger.de spricht: http://www.werbeblogger.de/2012/05/15/montagspredigt-analoge-kreativitat-im-zeitalter-wv/ . [*Schlechtes Cover im Sinne von: langweilig, unattraktaktiv, banal.] Der Link:

Auf Blogs generell als...

Auf Blogs generell als "letztes Zufluchtsgebiet" würde ich nicht setzen. In vielen Blogs ist auch dieser roboterhafte "Hausfrauenhobby-Textstyle" zu bewundern. Kann man nicht lkesen, ohen Krätze zu kriegen. Keine echte Verbesserung. . Selbst die auch nachgelassen habende New York Times behauptete neulich in einer englisch-sprachigen Gastbeilage in der Süddeutschen, dass Text heutzutage kein Thema mehr wäre, nicht attraktiv und keine Währung mehr. Es wurde von ihr das Zeitalter der Bilder hochgelobt. Wobei die NYT einschränkte, dass die Währung Bilder zwar auch stark gesunken sei, sich aber immerhin hoher Attraktivität erfreue. Oh, was für eine neue Erkenntnis. Die NYT wirdschonwissen, kämpft nämlich auch. ^^

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 24.05.2012, 13:32 Uhr

Nun habe ich da oben den...

Nun habe ich da oben den Hinweis nicht elegant untergekriegt, dass ich ja selber gelegentlich für die w&v schreibe und vorher lange für Horizont-Specials getextet habe. Und ja, auch in meiner regelmäßigen Arbeit für die Wirtschaftswoche hatten sich mit der Zeit bestimmte magazinige Muster eingebrannt, das beschränkte sich nicht mal auf die Schreibe, sondern formte zum Teil sogar Denke und Weltwahrnehmung (Wettbewerb gut, Regulierung schlecht). Da erwies sich die anspruchslose und unambitioniert-pseudonyme Privatbloggerei irgendwann als gute Therapie, um diese sprachlichen Verkrustungen wieder etwas aufzubrechen. . Und danke für den Link zum Werbeblogger, da war in den letzten Wochen und Monaten leider so tote Hose, dass ich da kaum noch hinklicke. Schön, dass da wieder mal was stattfindet, auch wenns (mal wieder) nur nett verpacktes Rumgekrittel ist. . Zu Kommentar #2, Katzen- und Strickblogs hatte ich in meinem Schlussabsatz auch weniger im Sinn als mehr so die Zeitungsblogs wie dieses hier. Nicht dass ich die nun alle toll fände, aber zumindest sieht man paar Ansätze, Geschichten ein bisschen anders zu erzählen als in den Ressorts.

Die Blogs hier: lese ich...

Die Blogs hier: lese ich ebenfalls kaum noch, sorry. Ab und und zu noch unsern Herrn Ingendaay. . Dons Tegernsee-hier-reich-dort-arm-Muster lechzt ebenfalls langsam nach Auffrischung. Er schreibt immerhin entlang dieser Thematik seit drei Jahren, da darf er das. . Ich behaupte: - Blogs sind entweder tot oder ein Nischenthema. - Text ist tot. Volkssport und Robotersport geworden - Design ist ebenfalls tot. Volkssport. Robotersport durchaus in Ansätzen vorhanden.

0 HansMeier555 24.05.2012, 13:49 Uhr

Soll das jetzt heissen, dass...

Soll das jetzt heissen, dass die Qualitätsmedientexte bisher allesamt von echten Menschen verfaßt worden sind, die irgendwo in Fleisch und Blut tatsächlich existieren? . Wenn das mal eine gute Nachricht ist.

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 24.05.2012, 14:03 Uhr

Haha, grad eben hats beim...

Haha, grad eben hats beim Antworten gehakt, dann war mein Kommentar doppelt da, und nun habe ich eine Mail im Postfach, danke, dass Sie mein Blog "Aufforderung zum Tanz abonniert haben." Da wüsste ich aber was von! . Ich will zur Nachbarschaft hier mal so sagen: Manches lese ich nicht aus dem Grund, dass ichs so ultragut fände, sondern zum Teil mehr, um mich ins Erstaunen darüber zu versetzen, was es alles gibt. Als Hausmann und Homeofficer gehe ich ja oft (und durchaus gerne) in den Supermarkt, aber die Frage, was sich die Eigenmarkenverpackungsdesinger bei Quengelmann oder Netto-Nord gedacht haben mögen, hätte sich mir im abgefahrensten Drogenrausch nicht gestellt. Wie soll ich sagen, das ist so uninteressant, dass es all in seiner unfassbaren Uninteressanz schon fast wieder interessant wird, host mi? ;-) . Text ist tot - das liest man aber auch schon seit Jahren. Weiß noch, wie die Burda-Akademie des nächsten Jahrtausends oder wie das damals hieß das Thema vor fast 15 Jahren puschte. Iconic turn und so. Gleichwohl ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Aneinanderreihen von Worten immer mehr zur Nebendisziplin wird. Muss ich mal noch bisschen sacken lassen...

Text ist tot heißt, dass kaum...

Text ist tot heißt, dass kaum mehr etwas damit verdient ist. Das soll dann ruhig der Roboter machen. Eine Maschinensteuer wird denkbar.

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 24.05.2012, 14:10 Uhr

@HansMeier555: Ist es nicht,...

@HansMeier555: Ist es nicht, eigentlich wärs schmeichelhafter für die Zunft, wenn man all die sprachlichen Verrenkungen, die da Tag für Tag verzapft werden, einem Computerprogramm in die Schuhe schieben könnte.

Also, "ein Schreibprogramm in...

Also, "ein Schreibprogramm in Konkurrenz zu „Stützen der Gesellschaft", „Ding und Dinglichkeit" und „Deus ex Machina" bloggen zu lassen", wie Sie schreiben, ("Sanchos Esel" nicht vergessen!) dürfte dürftig ausfallen. Aber um Kommentare zu verwalten und mir zu antworten, das kann ich mir schon heute gut vorstellen. Wenn Sie es denn nicht bereits insgeheim benutzen. Schon heute bekomme ich auf meinem Blog jede Menge automatisch generierter Scheinkommentare, die nur eine (meist dreckige oder betrügerische) Webseite für Suchmaschinen relevanter erscheinen lassen wollen, als sie ist. Mögen die Betreiber dieser Webseiten und deren angeblicher SEO-Experten beim überqueren der Straße von einem rostigen Fahrrad aufgespiesst werden!

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 24.05.2012, 14:25 Uhr

@Vroni: Das war nicht das, was...

@Vroni: Das war nicht das, was die Medienvisionäre damals meinten, aber so gesehen hast Du natürlich recht. . @pardel: Diese pseudoteilnehmenden Comments sind wirklich eine Seuche. Da kommen wir mit Captchas auf Dauer nicht mehr weiter, wir brauchen den Replikanten-Test wie bei "Blade Runner".

War da nicht gerade solch...

War da nicht gerade solch Metaphern-Automat hier an dieser Stelle acht Mal zugange?

0 E.R. Binvonhier 24.05.2012, 15:12 Uhr

Wenn Computer für Computer...

Wenn Computer für Computer schreiben, bräuchte man auch Computer, die für Abmahnungen, Plagiatsverdacht und Urheberrechte zuständig sind. Auch Computer brauchen Rechtssicherheit!

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 24.05.2012, 15:14 Uhr

@jeeves: Hitzebedingt steh ich...

@jeeves: Hitzebedingt steh ich wohl grad auf dem Schlauch. Wer, wo, was?

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 24.05.2012, 15:24 Uhr

@E.R. Binvonhier: Die komplett...

@E.R. Binvonhier: Die komplett durchdigitalisierte Content-Wertschöpfungskette sollte diesen Teilbereich in der Tat nicht aussparen. Und wo die computergestützte Juristerei waltet, ist die elektronische Exekutive nicht weit: Redaktionsbesuch von Robocop...

0 HansMeier555 24.05.2012, 15:32 Uhr

Braucht man nur noch ein...

Braucht man nur noch ein Programm das diese Texte dann noch liest, und die mit ihnen beworbenen Produkte kauft.

0 HansMeier555 24.05.2012, 15:36 Uhr

Egal. Die Erfindung der...

Egal. Die Erfindung der Gummipuppe hat die Edelkurtisane nicht brotlos gemacht.

@ E.R. Binvonhier Finde es...

@ E.R. Binvonhier Finde es sogar perfekt, wenn Computer Computer abmahnen. Das ist paradoxe Intervention perfekt zu Ende gedacht. @ MeierHans, ja Sie 555, bei diesem endlosem nachwachsendem Bedarf nach echten Titten... wird das freilich nicht brotlos. . Aber wer hat schon Bedarf, ja Hunger und endlosen Appettit auf wirklich echte, edle und durchdachte Texte. Max. 1%. Die meisten können doch einen perfekten Text nicht einmal sehen, wenn er vor britscherbraat (das war Fränkisch) ihnen steht. Bei einer Edelnutte gelingt es ihnen grad noch so. Die meisten Y-Chromosomenträger können besser gucken als denken. Die XX-Chromosomenträger aber auch, sind keinen Deut besser. . Das ist auch der Grund, weshalb Bildchen den Schlamassel etwas besser (aber nur grad noch ...) überleben werden. Die NYT, die alte Tante, hatte schon Recht. S. o.

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 24.05.2012, 19:47 Uhr

Vroni, ich kann noch...

Vroni, ich kann noch nachvollziehen, wie man dazukommen kann, den Niedergang des Textes auszurufen. Allerdings sehe ich auch nicht so recht, dass das Bilder sonderlich aufwertet (sieht man mal von den Darstellungen ab, welche die Menschheit und vor allem deren männlichen Teil seit jeher besonders ansprechen). Wenn man die Macht der Bilder darin sieht, dass sie sozusagen weitgehend unreflektiert mehr die emotio als die ratio ansprechen, dann droht uns mit dem Absterben der Textkultur, welche im Gefolge von Renaissance und Reformation mit dem Buchdruck entstand, eine neues Mittelalter, in dem sich das einfache Volk wieder mit dem Starren auf bunte Glasfenster abspeisen lässt. Keine schöne Aussicht, auch wenn man dann auf den heutigen und künftigen Fenstern mit bisschen Rumwischen toll spielen kann.

Interessante Aspekte, aber...

Interessante Aspekte, aber auch nicht wirklich verwunderlich, denn die Zahl der Informationsträger im Netz ist nicht vergleichbar mit der Medienwelt vor dem Internetzeitalter. Alle wollen die gleiche Meldung als ihre ureigene verkaufen. Wenn dann noch die Redaktionen immer dünner (zumindest quantitativ)besetzt sind, dann ist so ein maschinell erstellter Text naheliegend, wenn auch keine wirklich gute Lösung. Was die Texte im SEO-Breich angeht, so gibt es dort natürgemäß auch maschinell erstellte Texte oder auch billig eingekaufte Texte. Seit dem Pengiun Update von Google erhalten aber immer mehr Seiten die Quitting für Knausertum - Unique Content gewinnt an Stellenwert und das ist gut so. Schließlich wollen und machen die Firmen auch ein gutes Geschäft im Netz. Billig ist halt am Ende billig. Hier eine Geschichte einer Texterin, die an Ihren Beruf glaubt (nicht kommerzieller Link) - http://goodnewstoday.de/gute_nachrichten/2011/10/30/mein-traumberuf-als-texterin-%E2%80%93-20-jahre-musste-ich-warten/

0 HansMeier555 24.05.2012, 20:07 Uhr

Das Grundgesetz in...

Das Grundgesetz in Bildsprache! . Aus Bildern würden wieder Buchstaben werden, wie vor 5.000 Jahren in Ägypten.

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 24.05.2012, 20:51 Uhr

@Raoul: Naja, als nächstes...

@Raoul: Naja, als nächstes werden die Bots im SEO-Bereich dann dahingehend umprogrammiert, sowas wie uniquen content zu generieren oder zumindest etwas, das Tante Gu als solchen wahrnimmt - bis zur nächsten Kurskorrektur der Suchmaschine. Solche Nachjustierungen wie das Penguin Update werden von Marktteilnehmern, die unmittelbar davon betroffen sind, als Tsunamis oder Kontinentalplatten-Kollisionen empfunden, aber gehen Sie mal mit Mikro und Klemmbrett in die Fußgängerzone und fragen Sie rum, wer davon überhaupt Notiz genommen hat. ;-) . @HansMeier555: Einen gewissen Charme mag ich dieser Idee gar nicht absprechen, das würde den Sublim-Charakter unserer, ähem, Verfassung richtig schön betonen. Bei der Vorstellung indes, wie unsere jeweiligen Mobilfunk-Verträge oder Krankenversicherungs-Konditionen in Hieroglyphenschrift aussehen könnten, brennen mir aber schon die Augen.

0 E.R. Binvonhier 24.05.2012, 21:00 Uhr

Vroni, warum sollten es mehr...

Vroni, warum sollten es mehr als 1% sein, die vor sehr guten Texten auf den Knien liegen, weil der Text höchst artifiziell ist? Ebenso bei Bildern, der Super-String-Theorie etc. . Ich halte es lieber mit Oscar Wilde, wenn sie von Kunst nichts verstehen, sagen sie doch einfach es gefällt mir oder eben nicht. ...und 1% von 80 Mio., das ist schon ein Wort - und ein Markt. Ein sehr stabiler würde ich vermuten, wenn da nicht die alte Regel wäre 'mit der Nachfrage steigt das Angebot' - wo sonst kommen plötzlich z.B. die ganzen Informatiker her? . ...und wenn erst Computer Computer programmieren; sollte schon seit 30 Jahren so sein, tja

0 E.R. Binvonhier 24.05.2012, 21:09 Uhr

Werter Marco, wenn schon -...

Werter Marco, wenn schon - dann Runen - liegt näher. . HansMeier555, immer diese Bildungshuberei, wenn man schon übereingekommen ist, das alles zu vergessen.ts,ts

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 24.05.2012, 21:43 Uhr

Aber Runen sind ja doch mehr...

Aber Runen sind ja doch mehr eine Art Alphabet, und wenn die Schriftkultur von einer Bildkultur abgelöst werden sollte, wäre eine Bilderschrift wie die Hieroglyphen schon die naheliegendere Option. . Heute haben wir in der Internetkommunikation ja schon vereinzelt Zeichen einer hybriden Zwischenschrift, die wieder mehr ins Bildliche verweist, für die ich mal in Übersetzung des Begriffs Emoticon das deutsche Wort "Gefühlsglyphe" geprägt habe.

Ich bekenne: Ich _hasse_...

Ich bekenne: Ich _hasse_ Textwüsten, die aus Bausteinen zusammengesetzt sind. Man wird überall damit zugekippt: Stellt man dem Support eine Frage per Email, sitzt garantiert irgendwo eine Billiglohnkraft, die Antwortbausteine voller Allgemeinplätze zurückschicken muss. Auf Ebay oder Amazon muss man sich erst durch seitenweise Rauschen scrollen, um endlich den Text zu finden, der sich überhaupt auf den dargebotenen Artikel bezieht. Und sogar Computerspiele erzählen oft keine von Menschen erdachte, abgeschlossene, fantasievolle Geschichte mehr, sondern lassen den Spieler durch computergenerierte Spielwelten schreiten, um computergenerierte Items abzugreifen. Dabei schaffen es Hersteller wie Blizzard sogar, die Storyline weitgehend zu automatisieren. Zu doof, dass Algorithmen nicht wirklich Fantasie haben und man diesen Kunstwelten doch immer anmerkt, dass sie aus den immergleichen Versatzstücken zusammengesetzt sind.

0 Maurizio della Rovere 24.05.2012, 22:04 Uhr

Also so ´ne Sprachsoftware -...

Also so ´ne Sprachsoftware - geile Sache! Damit befeure ich alle möglichen Chats und Partner-Sites und sortiere lässig die Bilder auf meinem I-Phone ...

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 24.05.2012, 22:21 Uhr

@Kurt: Sicher, das ist...

@Kurt: Sicher, das ist lästig, aber vielleicht sollten wir trotzdem froh sein, solange wirs noch merken, wenn man uns verbalen convenience junk vorsetzt.

0 Patrick Ryf 25.05.2012, 04:57 Uhr

Man muss unterscheiden...

Man muss unterscheiden zwischen einfachen und komplexen Texten. Einfache Berichte mit x-fach verwendeten Floskeln lassen sich ohne weiteres automatisiert herstellen. Komplexere Texte und Sachverhalte jedoch nicht. Und dies gilt bestimmt noch für die nächsten 10 Jahre wenn nicht mehr. Die Problematik liegt beim 'Verstehen' der Zeichen und Worte. Ob es sich nun um Sprachsoftware, OCR oder Input-orientierte Programme handelt, keines kann zurzeit 'verstehen'. Komplexere Texte oder auch Handschriften können auf absehbare Zeit nicht automatisch transkribiert oder erstellt werden. Firmen oder Institute, welche Gegenteiliges behaupten müssen mit Vorsicht genossen werden, da IMMER gravierende Einschränkungen zu erwarten sind. Z.B. OCR Handschrift, aber nur Blockschrift....etc. etc. Anders sieht es bei kurzen banalen Texten aus. Börsenmeldungen oder Fussballberichte können ohne weiteres automatisiert geschrieben werden. Warum? Weil die Texte aus journalistischer Feder auch jetzt schon banal, eintönig und mit wiederkehrenden Phrasen durchsetzt sind. Der unterschied ziwschen einem Computer der Berichte schreibt und einem Menschen der solchen banale Texte verfasst ist einzig und alleine der, dass der eine viel Geld kostet und auch noch behauptet Journalist zu sein. Vielleicht besinnen sich Zeitungen und Schreiberlinge mal darauf, dass eben nicht nur die Geschwindigkeit und Anzahl Artikel zählt, sondern auch die Qualität. Nur wer Qualität zu liefern vermag, der wird auch langfristig noch schreiben dürfen. Wie ich finde, eine gute Entwicklung, immerhin werden wir so diese 'Pseudo'-Journalisten los, die ohne Sachverstand und Hintergrundwissen irgendwelche Texte abschreiben.

0 Henning Leise 25.05.2012, 05:56 Uhr

Das Hauptproblem ist wohl, wie...

Das Hauptproblem ist wohl, wie man den Maschinen beibringt, die Texte im Sinne von 1968 zu färben.

@Marco Settembrini di...

@Marco Settembrini di Novetre Das stimme ich Ihnen zu!

0 Saim Alkan 25.05.2012, 06:50 Uhr

Leider wieder oberflaechlich...

Leider wieder oberflaechlich recherchiert und ohne Fachmeinungen von allen Seiten runtergeschrieben. Schade

Ein weiteres Phänomen sind...

Ein weiteres Phänomen sind Drehbuch- und Storyboard-Programme, die das Personal und die Schicksalsschläge in Vorabendserien oder Spielfilmen verwalten und auch gestalten können, indem sie selbst "überraschende" Wendungen und Entwicklungen schematisch vorschlagen. Da tun sich auch, je nach Geschmack, Abgründe oder Utopias auf. Ich persönlich glaube oder hoffe ja, dass das ähnlich gehen wird wie bei der Malerei und der Fotografie: Man wird nicht mehr etwas nacheifern, was der Apparat sowieso besser kann, sondern sich eher den Dingen mehr zuwenden, von denen die Maschinen nichts verstehen und nichts verstehen können. Der Kultur kann das nur guttun.

Übrigens glaube ich eher,...

Übrigens glaube ich eher, dass Bilder tot sind, bzw. heute meistens ähnlich wie Text (also semantisch) produziert und konsumiert werden, und meistens auch noch in Kombination mit diesem. Wo gibts denn noch autonome Bilder, außerhalb von Galerien und Museen? Und selbst da...

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 25.05.2012, 07:37 Uhr

@Saim Alkan: Höre ich da vor...

@Saim Alkan: Höre ich da vor allem Bedauern darüber heraus, dass ich Sie nicht angefragt habe zum Thema? Allerdings - und da unterscheidet sich ein Blogbeitrag in der Intention und Machart doch deutlich von einem Marktüberblick - sollte dieser Beitrag auch gar keinen erschöpfenden Rundumschlag leisten, sondern eine subjektivere Sichtweise bieten, die nicht mal in allen Teilen völlig bierernst gemeint war. Grade von einem Vertreter eines Unternehmens, das sich Textkompetenz auf die Fahnen geschrieben hat, hätte ich erwartet, dass er dieses Stück korrekterweise eher als Glosse/Kolumne erkennt, bei der umfassende Rechercheleistung und Abfrage aller denkbaren Marktteilnehmer nicht im Mittelpunkt steht. Ansonsten: point taken, wie man auf Neudeutsch sagt. Wenn ich das Thema mal ernsthafter und umfassender angehe, habe ich Sie auf dem Zettel, versprochen! . @cupido: Was vielerorts an Stockphotos an die Online-Beiträge geklatscht wird, damits bunt auf der Seite ist, spricht durchaus für diese These. Und hier in der Blog-Abstellkammer haben wir nicht mal Zugriff auf das Bildmaterial der Zeitung, was dazu führt, dass ich bestimmte Motive (wie das Bild 1 im Beitrag) öfters recyceln muss. Man steht immer mit einem Bein im Fettnapf, und sollte hier dereinst mal ein Computerprogramm walten, was die Bebilderung automatisiert, wird meine Begeisterung grenzenlos sein. . @Hening Leise: Bei Welt Online hat man sicher diametral entgegengesetzte Sorgen. ;-) . @Patrick Ryf: Ja, kann sein, dass die Automatisierung die syntaktischen und semantischen Underachiever aus dem Markt kegelt. Andererseits ist die Frage, ob s davon besser wird. Dem Menschen verzeiht man ein gewisses Maß an Unperfektion doch leichter als der Maschine. Einem überforderten Schalterbeamten der Bahn wollte ich noch nie eine reinhauen, aber kürzlich war ich ungelogen kurz davor, den Tatschbildschirm eines Fahrkartenautomaten zu Klump zu treten. ;-)

Sie haben, in einem Bericht...

Sie haben, in einem Bericht über automatisierte Textproduktion, den Finger in die schmerzhafteste Wunde des Journalismus gesteckt: Beliebige Phrasendrescherei über austauschbare Ereignisse. Nicht-Nachrichten unter jedem Gesichtspunkt. Packt man jetzt noch das reine Abschreiben von Pressemitteilungen und dpa Meldungen dazu, hat man vermutlich die Hälfte des deutschen Tageszeitungsjournalismus erfasst, alle Lokalzeitungen eingeschlossen. Und dann ist der Ersatz von Menschen durch Algorithmen weder ästhetisch noch informationstheoretisch ein Problem. Wer bisher mit diesen Formen von nachrichten und Berichten zufrieden war, wird das auch mit automatisch generierten Texten sein. Eine Bedrohung für Journalismus, also die professionelle Aufbereitung von selbst recherchierten Fakten in einen interessantgeschriebenen Text, entsteht dadurch nicht. Für die wirklich guten Journalisten ist es sogar die Chance, sich abzuheben und herauszuragen, aus der Masse der Kopien und der "Ich sag auch mal Y zum Thema X, obwohl ich weder Ahnung habe noch sie mir anzueignen gedenke". Der Automatisierung fielen noch nie die anspruchsvolllsten Tätigkeiten zum Opfer ... Gruss, Thorsten Haupts

@ E.R. Binvonhier Hmhm. Ein...

@ E.R. Binvonhier Hmhm. Ein artifizieller Text ist nicht: ein guter Text. Artifiziell heißt künstlich, gekünstelt. Jedenfalls sollte man vor artifiziellen Texten eben nicht auf den Knien liegen. . Aufgeblähte Sprache wird in D gern mit intelligenter Sprache verwechselt. Man vergleiche deutsche Dissertationen sprachlich mit englischen Dissertationen. In D verwendet man Sprache gerne zur Distinktion "ich bin gscheit, du bist dumm". Woanders, weil man verstanden werden will. . Ein Häuptling der überheblichen Blähsprache war übrigens Guttenberg. In seinen Reden, in seiner Dissertation. Besonders übel die Einleitung, die wohl tatsächlich von ihm stammte.

0 HansMeier555 25.05.2012, 10:21 Uhr

An unserer Uni gab es einen...

An unserer Uni gab es einen Literaturprofessor, der tatsächlich im Seminar sagte: "Gewöhnen Sie sich doch einmal an, Fremdworte zu benutzen".

Automatisierte Texte entfalten...

Automatisierte Texte entfalten ihre wahre Schoenheit und Groesse erst mit PP Praesentationen.

0 E.R. Binvonhier 25.05.2012, 11:01 Uhr

@Vroni, bin ich froh, dass ich...

@Vroni, bin ich froh, dass ich nicht mit Ihrem Sprachverständnis geschlagen bin. Die Interviews von Guttenberg lösten bei mir nur ein 'komisches' Gefühl aus, das schützt mich davor dem Mann und seiner Dissertation näher zu treten. Sie sind all dem 'schutzlos' ausgeliefert.;-)

0 E.R. Binvonhier 25.05.2012, 11:13 Uhr

Vroni, aber danke, dass Sie...

Vroni, aber danke, dass Sie sich um meins bemüht haben.

ThorHa: wenn wir dann weiter...

ThorHa: wenn wir dann weiter die kritische Masse haben, die bereit ist die schwierigeren (handgemachten) Artikel zu lesen und zu bezahlen.

@icke: Nach einem Blick auf...

@icke: Nach einem Blick auf die Auflagenzahlen der Tages- und Wochenzeitungs- Qualitätspresse in Deutschland scheint mir das wahrscheinlich. Bestes mir bekanntes Gegenbeispiel aber ist der economist. Auflagensteigerung in 10 Jahren um fast das Doppelte auf nunmehr 1,4 Millionen. Mit einem absolut schlichten Layout, dem vollständigen Verzicht auf Promis/Skandale/Homestories/ Tit*Bildern etc., mit dem immer wieder ekennbaren Bemühen um Sachlichkeit geschriebene Artikel, liberal in jeder Beziehung. Gruss, Thorsten Haupts

@Icke: Und wenn nicht, ist die...

@Icke: Und wenn nicht, ist die Menschheit tatsächlich am Ende. Gruss, Thorsten Haupts

0 astroklaus 25.05.2012, 12:54 Uhr

Was man mittlerweile weithin...

Was man mittlerweile weithin so lesen muß (auch in sog. Qualitätszeitungen), ist tatsächlich immer häufiger zur Auslösung (mindestens) leichter Depressionen geeignet. Als hätte Wolf Schneider nicht die Journalistenschule geleitet und sich in vielen Büchern über gutes Deutsch nicht die Feder faserig geschrieben (um auch mal eine richtig schräge Floskel einzubauen). Dazu gehörte übrigens auch die Aufforderung, vom Leser her zu denken, wenn man schreibt - das ist aber nun gar nicht durchgedrungen. (Auch die "Rechtschreibreform" zielte auf "einfacheres Schreiben" und nicht auf besseres Lesen - ich sach jetz ma nix dazu, ob sie das erreicht hat.) Automatisierte Floskelschreiberei hat dabei immerhin den "Vorzug", daß der Leser es schneller auffassen kann, weil er ja nur bekannte Versatzstücke serviert bekommt.... Sich mit den dazugestellten Bildern herauszureden, hilft meistens aber nichts: je abstrakter das Thema, desto sinnfreier das groß drübergestellte Bild - meist trägt es nichts (in Worten: gar nichts) zum besseren Verständnis bei. Was hilft mir zB beim Verständnis von Opels aktuellen Schwierigkeiten ein großes Foto eines Arbeiters in der Motorenmontage oder von mehreren unbekannten Mitarbeitern vor dem Werkstor? Im Gefolge der sog. "Sokal-Affäre" wurde übrigens vor 12 Jahren bereits ein "Postmodernism Generator" ins Internet gestellt, der auf Knopfdruck garantiert sinnfreie pseudophilosophische Artikel generiert - mit Gliederung, Literaturverzeichnis etc.

Ich erwarte sehnlichst den Tag...

Ich erwarte sehnlichst den Tag wo solche Programme für (pseudo) wissenschaftliche Blogs der FAZ eingesetzt werden, denn gute Algorithmen werden wenigstens die eingespeisten Fakten richtig wiedergeben ;) . Ein wichtiges Stichwort hat der Schreiber dieses Blogs vergessen: Am Gelde hängts ...

@ A620 kringel. Darf ich Ihren...

@ A620 kringel. Darf ich Ihren wunderbaren Satz vor dröger B2B-Kundschaft weiterverwenden? (Ich bin sicher, sie versteht ihn lediglich 1:1 und dann ist mein Anti-PPT-Unhold-Spaß noch größer.) . Apropos Bratwoscht-Journalismus: Mein Angetrauter(Texter, Nistgermane, Spötter) hat in unserem Blog dieses unsägliche "für das leibliche und seelsiche Wohl" und weitere 7 Grausamkeiten ironisch aufgespießt. . Was dann kam, damit hat er nicht gerechnet: Kommentare, in denn man treuherzig fragte, wo denn dieses herrliche Fest stattfinde, man wolle da auch hin. . An dem Tag habe ich gar nicht mehr zu lachen aufgehört. Mein Mann hat nie wieder so etwas versucht.

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 25.05.2012, 13:26 Uhr

@tricky1: Muss man das...

@tricky1: Muss man das heutzutage wirklich noch explizit dazuschreiben? Im ersten Absatz des Beitrags ist ja von Billiglohnländern die Rede, das sollte dem kundigen Leser schon klarmachen, wohin die Reise geht, auch ohne dass mit dem Zaunpfahl gewunken wird. Im Übrigen bin ich auch guter Dinge, dass bevor die Blogbeiträge automtisch geschrieben werden, Kommentar-Textblöcke in der gewünschten Tonalität ausgewählt werden können, von "Der Schreiber hat keine Ahnung" bis hin zu "Endlich schreibts mal einer" oder "loooooooool". ^^
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@Astroklaus: Wolf Schneider kann lange fordern, vom Leser her zu denken, aber solange der Schreiber in hierarchisch gegliederten Redaktionsabläufen steckt, schreibt man in erster Linie für Ressortleiter, Textchefs und Chefredakteure. Der Sprachpapst stellt es immer so dar als hätten wir alle Freiheit der Welt, so zu schreiben, wie uns der Griffel grad in der Hand liegt. Wobei ich nicht bestreite, dass innerhalb der Grenzen, die durch die Redaktionshierarchie und Blattlinie gesetzt sind, noch vieles verbessert werden könnte.

0 astroklaus 25.05.2012, 14:08 Uhr

Ja, leider - dieses...

Ja, leider - dieses Bedürfnis, als Schreiber Eindruck zu schinden durch möglichst aufgeblasene Schreibe - das ist halt ziemlich "deutsch" und weitherum fest verankert. Beim oben erwähnten "Economist" gelingt es oft, komplexe Sachverhalte nicht nur vergleichsweise einfach, aber dennoch korrekt darzustellen, sondern auch noch eine kleine Pointe oder eine etwas ungewöhnliche Formulierung zur Auflockerung einzustreuen. Hierzulande würde so etwas vermutlich schnell als "unseriös" gestrichen. (Bei den mir persönlich bekannten Sachverhalten war aber in jedem Fall die Darstellung absolut sauber, was man von den meisten Phrasensammlungen nicht behaupten kann.) Zu bemerken ist hierbei, daß genau dies ein Feld ist, das auch durch noch so ausgefuchste Algorithmen nie bedient werden kann. Was den Bratwurst-Journalismus angeht: was wäre meine Schwester über so etwas froh gewesen, als sie als Volonteuse über zB Karnevalsveranstaltungen schreiben mußte. Da war perfektes Timing gefragt: kam man nur etwas zu spät, war keiner mehr ansprechbar, um auch nur die Basisinformationen aufzunehmen...

Mal kurz nachdenken: Computer...

Mal kurz nachdenken: Computer generieren Texte, die in Facebook gepostet Entscheidungen von Zuckerbergs Kunden beeinflussen. Da lassen sich doch sicherlich Menschen finden die dafür zahlen. Muss ich gleich mal nachsehen … . Übrigens, als ich in der deutschen Vorlese-Stimme meines neuen Löwencomputers Atemgeräusche vernahm, wurde ich aller Illusionen beraubt was die Einzigartigkeit meiner analogen Zukunft angeht.

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 25.05.2012, 17:27 Uhr

@der_papa: Bislang basieren...

@der_papa: Bislang basieren die Geschäftsmodelle, über die wir hier reden, doch darauf, dass irgendwo am Ende einer Lieferkette ein Mensch sitzt, der eine Werbung zur Kenntnis nimmt oder idealiter gleich zum Kaufakt schreitet. Vielleicht erleben wirs ja noch, dass der Endkunde es ebenfalls an irgendwelche Bots delegiert, sich damit zu befassen; vielleicht muss man ein bestimmtes Transaktions-Limit in bestimmten Produktgruppen setzen und andere, weniger erwünschte Kategorien von Waren und Dienstleistungen per opt-out ausschließen. Oder die Datenkraken haben uns bis dahin schon so gründlich durchleuchtet, dass sie wissen, womit sie uns gar nicht erst zu kommen brauchen. Das wird bestimmt toll. . Vorlesende Löwencomputer, die rumschnaufen? Was es alles gibt! Aber inwiefern bedroht das die Einzigartigkeit des Nutzers?

ThorHa: Der Economist! Warum...

ThorHa: Der Economist! Warum gibt es nicht mehr davon? Anderes Beispiel, anderer Kulturkreis: Le Canard Enchaîné, wirtschaftspolitisch zwar ein anderes Spektrum, im übrigen aber auch - well researched, well written, opinionated.

@Marco: Naja, bedrohen...

@Marco: Naja, bedrohen natürlich nicht (zumindest primär). Ich hatte ja schon früher mal (vor 5 oder 6 Jahren) an anderer Stelle mal behauptet, das wir eines Tages Filmplakate haben werden, die damit werben, das echte Menschen mitspielen. Die Entwicklung hat mir bisher Recht gegeben. Wir sind auf dem Weg dahin. Nach der anfänglichen Euphorie über Computereffekte ist aber für mich ein Trailer in dem ein Großteil der Bilder elektronisch erzeugt werden ein Hinweis auf einen Film, den ich nicht sehen will. Dabei habe ich nichts gegen Elektronik. Ich mache Musik mit Synthesizern und Samplern. Ausschließlich. Das also ist es nicht. . Ich fühlte mich ja auch nicht bedroht, sondern desillusioniert. Und wie die Raubtiercomputer-Entwickler dafür sorgen, das man die künstliche Stimme immer schwerer von einem sprechenden Mensch unterscheiden kann, so werden ihre Kollegen in anderen Firmen mit Sicherheit jetzt schon Ideen haben, wie man dem elektronischen „Phrasenschwein“ einen Thesaurus und eine Metapherdatenbank mit auf den Weg in die Redaktionsstuben geben kann. . Und genau so wie wir uns an Streichersamples aus der Retorte in der Blockbuster-Filmmusik gewöhnt haben, so werden wir uns an Artikel gewöhnen, die von einer CPU generiert wurden. Meiner Meinung als erstes beim Kicker und bei FTD. Was da drin steht ist ja jetzt schon hauptsächlich aus Plastik Aber, es gibt einen Lichtblick. In der Musik-Produktion sind Computer allgegenwärtig. Vom Computer komponierte Musik hat es aber bisher nicht in die Charts gebracht, bei allen berchtigten Zweifeln …

0 Veil of ignorance 25.05.2012, 20:59 Uhr

Ist doch schön wenn man...

Ist doch schön wenn man triviale Sachverhalte auf ihren Kern zurückführen kann. Und mal bei aller Liebe. Überregionale Medien waren noch nie ein Hort der wissenschaftliche Texte oder hochtrabenden Literatur. Irgendwo bleibt dann doch nur wieder der unreflektiere Kulturpessimismus übrig. . Btw. "Bratwurstjournalismus." Bei Veranstaltungen, ob Feste, Demos oder Konzerten, kommt es nicht darauf an was berichtet wird, sondern in erster Linie dass berichtet wird: Wenn im Wald ein Baum faellt, ... ... und keiner ist da um es zu hoeren, macht es ein Geraeusch?

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 25.05.2012, 21:14 Uhr

Können wir das mit Sicherheit...

Können wir das mit Sicherheit wissen? Die Tatsache, dass unter praktisch jedem Musikstück ein oder mehrere Komponistennamen stehen, bürgt letztlich für gar nichts. Da die GEMA und die anderen Verwertungsgesellschaften einem Computerprogramm keine Tantiemen und dergleichen zahlen, würde sich der Anwender eines erfolgreich komponierenden Musikprogramms ins Knie schießen, wenn er nicht sich selber als Komponisten angibt - es sei denn, er kommt zu dem Schluss, dass er ein besseres Geschäft macht, wenn er das Programm (oder entsprechende Patente) verkauft. Aber das ist nicht mein Hometurf, vielleicht kann uns ja Kommentator Jeeves das noch bisschen genauer aufdröseln, was wäre wenn. . Aber davon abgesehen hast Du recht, die maschinelle Textgenese ist nur eine kleine Facette in einem viel größeren Entwicklungszusammenhang, in dem die Technik immer mehr bisherige Bastionen erobert, die wir einst für uneinnehmbar hielten. Note to myself: Es wird Zeit, sich allmählich mit dem Themenkomplex Singularität vertraut zu machen.

0 HansMeier555 26.05.2012, 08:48 Uhr

Das Programm, das die Reden...

Das Programm, das die Reden unserer Bundestagsabgeordneten schreibt, kann so schlecht nicht sein. . Und wann kriegen wir endlich Wahlcomputer? . Von Roald Dahl gab es mal eine Kurzgeschichte über einen riesigen Computer, der Romane schreiben kann, nach veränderlichen Stilparametern.

Dieser Computer steht in der...

Dieser Computer steht in der Schanzenstraße in Köln und schreibt „Der Bergdoktor“ und so'n Kram für Bastei-Lübbe. Isch schwöer …

@Marco: Im 1. Absatz stand...

@Marco: Im 1. Absatz stand aber gerade das Gegenteil, nämlich dass Billiglohnländer keine Gefahr darstellen würden. Damit hatte der junge Marco tatsächlich in unerwarteter Weise noch Recht, weil die Algorithmen im Hochlohnland diesen Umweg unnötig machen. . Der kundige Leser war also nicht süchtig auf den Zaunpfahl und ausgefeiltere Blogsysteme umfassen längst Bewertungssysteme. Der FAZ genügen offenbar Klicktotale *sfg*

0 Saim Alkan 26.05.2012, 16:22 Uhr

@Marco Settembrini di...

@Marco Settembrini di Novetre Vielen Dank für die Antwort. Meine Gedanken bringe ich als erfahrener Texter und Autor gerne mit ein und nicht nur weil wir in diesem Bereich sehr aktiv sind. Als ich das System entwickelte, war die Marktsituation für Texter durch "Bratwurstautoren" sehr schwer. Die alte PR-Regel 1 Mark pro Wort, war längst durchbrochen. Heute kauft man Texte zu 8ct das Wort. Von Menschen geschrieben. Das bedeutet: Texte mit 200 Wörtern gibt es für 1,60 EUR. Qualität gegen null. Die moralische Frage in Bezug auf Entlohnung von Mitarbeitern stelle ich hier lieber nicht. Ich würde mich freuen, wenn wir einmal die Chance hätten mit Gegnern und Befürwortern ein Gespräch zu führen. Von Angesicht zu Angesicht. Mit einem Austausch der Argumente, nachdem wir die Grenzen und Möglichkeiten Automatisierter Texte beleuchtet haben. Bis dahin wünsche ich allen, die SIRI nutzen und so furchtbar gegen Textgenerierung wettern ein wenig mehr Objektivität. Ich bitte hierzu gerne einen runden Tisch an....

0 Oliver-August Lützenich 26.05.2012, 20:25 Uhr

Also, meine persönliche...

Also, meine persönliche automatisierte Spracherkennungs- und Spracherzeugungs-SanftWare leistet erstaunliches und läuft ausgezeichnet, zwar noch weit entfernt von wirklich unbekümmerter Präzision und der garantierten Wucht bei der Verbreitung nach Innen, wie nach Draussen, aber ich arbeite täglich damit und dafür, sie zu verbessern und um Neues, an Wörtern und Sätzen und Wissenswertem, zu erweitern. Das klappt auch und ich bin oft genug erstaunt und hocherfreut, was dabei so an Texten entsteht, Sie kennen das ja inzwischen, deswegen verstehe ich auch gar nicht so recht, warum ich oder auch Wir das auslagern wollen, diese Vermögen in Maschinen stecken wollen? Ein Kommentator hat recht, mit der Feststellung, dass Wir jetzt nur noch die Maschinen brauchen, die das von Maschinen getextete lesen, dann ist das Mensch auch diesen Auftrag los. So eins nach dem anderen übertragen Wir Menschen unsere Fähigkeiten und Tätigkeiten auf Maschinen, ohne dass sie dort eine wirkliche Verbesserung oder bedeutende Weiterentwicklung erfahren. Ich komme da langsam nicht mehr mit? Das erscheint mir so zwanghaft. Wollen Wir Uns abschaffen, Uns überflüssig machen? Ist das ein Programm, das in Uns arbeitet mit dem Auftrag des DaSeins: zuerst aufraffen, dann anschaffen und dann abschaffen? Und das ganze bebildern Wir mit molliger Musik und bunten Bildchen, damit Wir gar nicht merken, was da so läuft in und mit Uns, oder besser, es wird Uns mit drolliger Musik und prolligen Bildchen schöngewellt, damit Wir brav Unseren Auftrag ausführen. Aber wozu braucht das DaSein "denkende", "komponierende", "schreibende", ... handelnde Maschinen? Tja, sehen Sie, was meine WeichZartWare wieder so alles erfunden hat, manchmal denke ich, wenn ich das so lese, ob ich dieser ZartSache vielleicht zuviel Fragezeichen zugemutet habe? Da, schon wieder eins, also wirklich? Sehen Sie, es kann gar nicht mehr auf hören, also ziehe ich jetzt mal den Stecker aus der Steckdo

@Vroni - Nur zu, sehr gerne...

@Vroni - Nur zu, sehr gerne und lassen Sie mich gelegentlich mitlachen, bitte

0 HansMeier555 27.05.2012, 19:05 Uhr

Da ich letzte Woch öfter mal...

Da ich letzte Woch öfter mal Fernsehen mitbekam, möchte ich zu Protokoll geben, wie sehr mich das anekelte: Diese Intonation, vor allem bei der Werbung, (aber auch bei Serien und Filmen) mit ihrer grotesken Überbetonung und künstlichen, aufmerksamkeitsheischenden Satzmelodie. Und alles so maschinell und stereotyp, dass alles auch von einem Computerprogramm hätte generiert sein können. . Wie halten all die Normalbürger es nur aus, mit so was den ganzen Tag zugedröhnt zu werden? Kann man sich an so was gewöhnen?

0 Marco_Settembrini_di_Novetre 28.05.2012, 17:55 Uhr

@alle: Bitte um Entschuldigung...

@alle: Bitte um Entschuldigung für die Verzögerung beim Freischalten. Ich war über Pfingsten in Offleiningen und hatte eigentlich damit gerechnet, dass schon der nächste Beitrag online geht und dessen Autorin dann noch die eingehenden Reaktionen zu diesem Beitrag freischalten kann. ;-( . @HansMeier555: "If someone talked to you the way advertising does, you'd punch him in the face", habe ich mal irgendwo gelesen. Und das trifft exakt meinen Nerv. Ich gehe aber mal davon aus, dass die Leute tatsächlich zunehmend abstumpfen, je mehr sie sich diesem Geblöke aussetzen. . @Oliver-August Lützenich: Ich hoffe, Ihre Programmierung sorgt dafür, dass Sie Ihren Netzstecker wieder rechtzeitig reinstecken, um die Akkus wieder aufladen zu können. Und wie gesagt, ums ganz abschaffen der Menschheit scheint es bei diesen Entwicklungen nicht zu gehen, irgendeine biologisch-kohlenwasserstofftoffliche Reaktion wird am Ende der Lieferkette schon erwartet, damit Wertschöpfung stattfinden kann. Aber die Transaktionskosten jedes einzelnen Zwischenschritts bis dahin, da ist sicher noch Spielraum nach unten... . @Saim Alkan: Gibt es denn überhaupt ernstzunehmende Gegner, mit denen es sich zu reden lohnte?

0 Saim Alkan 03.06.2012, 19:59 Uhr

@Marco Settembrini di...

@Marco Settembrini di Novetre Gegner, Befürworter??? Ich nehme an die von Ihnen zitierten Herren wären schon ein guter Einstieg in eine Erörterung...

Hallo, ganz im ernst : das...

Hallo, ganz im ernst : das wird immer schlimmer! wir bekommen Email die automatisch generiert werden, Webseiten werden inzwischen genau so aufgezogen, immer schwieriger zu sehen was echt ist und was nicht ! dieser kommentar ist echt und von einem nenschen geschrieben ! extra mit dem fehler einem nenschen :) sowas macht kein bot mehrmals :D

dichtete und vertonte in seinen sittlich desorientierten Jugendjahren Spottverse, deren Vortrag er mit der Mandoline begleitete.