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Leistungsschutzrechthaberei

28.02.2013, 23:46 Uhr  ·  tl;dr: Wenn Du merkst, dass Du auf einer toten Lasagne zu Springer nach Stuttgart21 reitest, steig ab.

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In einer Welt der reinen ökonomischen Vernunft würde man sich dieser seltsamen Rechtsfrickelei, die da Leistungsschutzrecht oder kurz LSR genannt wird, vielleicht folgendermassen nähern: Wieviel Geld erhält man dadurch, und wieviel bleibt davon übrig, wenn man die Kosten für absurde Rechtsstreitigkeiten um einzelne Wortbröckchen sowie für das Wiedergewinnen der verlorenen Sympathie durch Werbegeschenke, Werbetexte und andere kundenbindende Massnahmen davon abzieht? Was übrig bliebe, wäre dann Gewinn aus vier Jahren Streit, PR und politischer Einflussnahme, was man eigentlich auch noch abziehen müsste. Das wäre dann, naja, grob geschätzt fast so lukrativ wie Stuttgart21.

Ich denke, es ist nicht ganz zufällig so, dass das Gesetz, das heute beschlossen werden soll, eine frappante Ähnlichkeit mit der Beschlusslage für Stuttgart21 hat: Wenn man vorher gewusst hätte, was da kommt, hätte man sich aufgrund des begrenzten Nutzens vermutlich anders entschieden. Aber die Kosten sind nun mal schon da und man möchte wenigstens irgendwie nicht als Verlierer aus der Sache herausgehen. Also macht man das fertig und was daraus am Ende wird, entscheiden ohnehin die Gerichte. So ist nun mal die Politik und das Verhalten der Lobbyisten, aber hier soll es um eine andere Frage gehen: Um den immateriellen Preis, den wir zahlen. Das, was man mit verbilligten Toastern und Studentenabos wird abfedern wollen: Den Schaden für die Beziehung zwischen Medien und ihren Lesern, die eigentlich eine Besondere sein sollte. Oder wenigstens, so hoffen es die Medien, besser als zwischen dem Kunden und seinem Toastbrot und seinem Katzenfutter.

Diese Vorstellung kommt noch aus der Zeit vor dem Internet, als überregionale Zeitungen etwas Besonderes waren, und man bei uns im Haus pro Haushalt ein Abo der Regionalzeitung haben musste. Das ist nur 20 Jahre her, inzwischen sind davon exakt Null übrig geblieben, aber dafür hat jeder Internetanschluss. Und wenn unsere Lokalzeitung einmal an der Tür klemmt, geht sie meist ungelesen in den Mülleimer. Noch schlechter ergeht es all den Zeitungen, die kostenlos beim Studentenwohnheim gegenüber abgeladen werden: Erste Namen. Unbeachtet, ungeliebt, vergessen. In meinem Viertel der Altstadt gab es vor 20 Jahren 4 Zeitungskioske, heute sind es Null. Man kommt wohl nicht ganz um die Erkenntnis herum, dass sich mit dem Netz die Art der Kundenbeziehung zwischen Medien und Nutzern stark gewandelt hat. Es ist unbestreitbar, dass man uns nicht mehr so gerne kaufen mag. Um so wichtiger, das ist die Lektion aus dem Internet, ist es, dass man uns dennoch gut leiden mag.

Wer viel mit Lesern zu tun hat, dem ist durchaus bewusst, dass man dafür weder schleimen muss, noch den Lesern nach dem Mund reden oder sich ihnen und ihrer Existenz anbiedern muss. Mein anderes Blog, die Stützen der Gesellschaft, beschreibt das Leben aus der Perspektive eines reichen, egomanen Nichtstuers vom Tegernsee, was weder marktkonform noch angepasst oder gar respektvoll zu Berlinern oder Österreichern wäre; es blickt auf alles herab, was nicht am Tegernsee ist, und es bemäkelt die urbane Wucherung, nach der diese Zeitung benannt ist. Was passiert, wenn jemand versucht, die Abgabe von Kommentaren bei dieser charakterlich schwachen Unternehmung zu behindern, kann man hier nachlesen: Da toben die Leser, weil sie den Eindruck haben, man nähme ihnen etwas weg. Vieles ist nicht eben freundlich, aber umgekehrt ist die Lektion aus dem Relaunch der Blogs: Sie betrachten sich nicht nur als Leser oder als Klickvieh, sondern als Teil der hier stattfindenden Meinungsbildung. Es ist nicht „mein“ Blog und nicht das Blog der Zeitung, wo mein Text endet, ist es ist der offene Salon der Leser. Wir können sie nicht einfach im Netz zu einem Abo zwingen, aber wir können ihnen etwas geben, in dem sie uns zu einem Teil ihres Lebens machen.

Redet man nun mit Verlagsmitarbeitern diverser Häuser über das LSR, so hört man – vermutlich zutreffend – dass der grosse Gegner Google doch gar keine Sympathie bei den Menschen hätte. Aber wenn man mit den normalen Nutzern redet, sieht das etwas anders aus. Da schwankt die Haltung zwischen Gleichültigkeit und Ablehnung des LSR, und zwar tatsächlich nicht zugunsten der Suchmaschine, sondern aus Sorge – begründeter Sorge, wie man jetzt leider erkennen muss – um das Netz. Was man überhaupt nicht hört ist, dass jemand das LSR toll findet. Und das ist für die das LSR fordernden Medien ein Problem, denn damit hat zwar Google keine Sympathie, aber die LSR-Lobbyisten haben nochmal deutlich weniger. Also eher Antipathie. Und wer viel im Netz unterwegs ist, weiss auch, dass diese resignierende, ablehnende und leicht verächtliche Haltung genau diejenige ist, der man nichts verkaufen kann. Seltsamerweise verstehen Medien die Empörung wegen der GEZ und des Pferdefleisches und der Schummeleien bei S21; dabei ist das LSR bei den Nutzern auch nichts anderes für unseren Ruf, als Stuttgart21 für die Bahn. All das Trommeln und Abwerten der anderen als “Googlelohnschreiber” hat nichts geholfen, es wird einfach nicht beliebt. Und diese Leser da draussen sind nun mal unsere Kunden. Es gibt keine anderen.

Das mag man in der Filterbubble der Verlagsmitarbeiter anders sehen, aber besonders die Mitarbeiter in den Onlineredaktionen haben ihre eigenen, erheblich grösseren und mit Kundschaft gefüllten Filterbubbles. Sie merken durchaus, wie schlecht die Stimmung bei der Kundschaft ist – wenn sie nicht wie der Verfasser dieser Zeilen das LSR seit jeher für so sinnvoll wie Darmgrippe halten. An einem Februartag in Berlin, von Österreichern übertragen. Vor weniger als einem Jahr wurden noch jene Belgier und Franzosen als Kämpfer gegen Google hochgeschrieben, die sich nun mit ein paar Groschen abspeisen lassen und willig, auf dem Rücken liegend mit der Datenkrake kopu kooperieren. Jetzt gibt es in Deutschland ein Gesetz, bei dem es nur Verlierer gibt. Und vielleicht bald auch so eine Einigung, weil sich aus diesem Gesetz sonst nichts herauspressen lässt. Sympathieträger sehen anders aus, und man mag nicht länger neben ihnen stehen. Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung Online nehmen gegen dieses LSR Stellung, der Konflikt ist längst innerhalb der Medien ausgebrochen. Nicht, weil Google so gut ist. Sondern weil die ganze Idee trotz all des Lobes so sagenhaft schlecht angekommen ist. [EDIT1.3.2013, 12:12: Die Süddeutsche nimmt kein Blatt vor den Mund: "Das ist schlecht, denn das Leistungsschutzrecht war von Anfang an keine gute Idee."]

Jetzt wird es sinnlose Rückzugsgefechte geben, einzelne Politiker machen den Hasenfuss und möchten dagegen stimmen, man wird weiter auf Raubsnippetnutzer im Internet einschlagen und vielleicht den einen oder anderen Blogger abmahnen, und einen Aggregator versenken. Nur aus Leistungschutzrechthaberei. Bilanzkosmetik in den Konzernzentralen. Billige Siege nach dem verlorenen Krieg. Ob die für das Desaster verantwortlichen Politiker je die Pressezuneigung erhalten, die sie sich vielleicht erhofft haben, ist eher unwahrscheinlich. Das Vorhaben wird längst in Onlinemedien als Pressevariante des Hoteliergeschenks gebrandmarkt, und mit einem mittelnetten Brief von Wagner gewinnt man auch keine Wahl.

Ein hässliches Gesetz in einem hässlichen, sonnenarmen Februar. Das ist die Geschichte, die das LSR gemacht hat, und es fühlt sich an, als sei ein Politikermercedes mit Medienvertretern auf dem Beifahrersitz vorbeigefahren und hätte alles mit Matsch vollgespritzt. Wenn man klug ist, geht man in ein Cafe, wärmt sich auf und spricht über andere Dinge, die allen gefallen, bis man den Ärger vergessen hat. Egal wer Wahlen gewinnt, egal ob Google in 10 Jahren noch da ist oder nicht: Leser und Medien müssen irgendwie miteinander auskommen. Das geht nicht über Zwang und, wenn es bessere Medien mit denkenden Lesern sind, schon gar nicht mit PR in eigener Sache und für so einem Gesetz. Es geht eher, indem man sich nicht gleichgültig ist. Man wird nicht beliebter, wenn man Google schlechter macht. Man muss nett sein und zuhören. Sympathie braucht kein Leistungsschutzrecht.

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Veröffentlicht unter: Google, Leistungsschutzrecht

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (41)
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5 Egon Weissmann 01.03.2013, 04:55 Uhr

Aus dunkler Vergangenheit ... !

A propos "Leistungsschutzrecht" oder LSR.
Off topic, --- Einst sah man ueberall die Markierung LSR an allen moeglichen Gebaeuden.
Leute mit langer Erinnerung erkennen dies als Kuerzel fuer "Luft Schutz Raum" ... das zeigte die drei Buchstaben, unterstrichen mit einen Pfeil der in die Richtung dieses besagten Raumes zeigte.
Also LSR, als air raid shelter in english parlance.
Und nun zurueck, zur Gegenwart.
Px vobiscum

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

[...] des Beitrags in der FAZ (wie ist das...

[...] des Beitrags in der FAZ (wie ist das eigentlich hier mit dem [...]

6 Don Alphonso 01.03.2013, 11:24 Uhr

Stellvertetend für Tausende anderer Tweets:...

Stellvertetend für Tausende anderer Tweets:
https://twitter.com/Impertinenzija/status/307431147632197633
#lsr ist durch? Dann weiß ich ja, was ich als Nächstes mache: Zeitschriftenabos kündigen. Die Herrschaften haben es ja nicht mehr nötig.

Do homman Dreg im Schachderl, würde man in Bayern sagen. Kunden sollen nicht so denken.

2 Thorsten Haupts 01.03.2013, 11:31 Uhr

Der Grossteil der Debatte

findet hier statt:
http://stuetzendergesellschaft.wordpress.com/2013/03/01/leistungschutzrechthaberei/

Gruss,
Thorsten Haupts

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

5 Der Tiger 01.03.2013, 12:51 Uhr

@Thorsten Haupt

Sicherlich, ein großer Teil der Diskussion findet da drüben statt… oder überhaupt nicht mehr. In den letzten Tagen habe ich über den Niedergang der FR nachgedacht. Ich war kein FR Leser. Ich bin auch kein ARD oder ZDF oder sonst-Fernsehgucker. In Deutschland müsste ich die Öffentlich-Rechtlichen zwangsfinanzieren, aber nicht den Erhalt der FR. Die 35 noch verbliebenen Redakteure der FR müssen aber irgendwie finanziert werden. Von Ihrer Erbschaft a la Don können sie nicht leben.

Antworten (3) auf diese Lesermeinung

5 Walter Wiesmann 01.03.2013, 14:26 Uhr

"Man wird nicht beliebter, wenn man Google schlechter macht. Man muss nett sein und zuhören. Sympathie braucht kein Leistungsschutzrecht."

Das sollten man allen beteiligten Medienvertreter auf die Stirn tätowieren :-)

3 Emiliopolo 01.03.2013, 14:32 Uhr

Bitte sagt wieder Beschreid

Wo finde ich den verdammten Knopf, der mich bei jedem neuen Beitrag per Mail aus der Lethargie reißt? Den gab es doch bei Deus ex Machina immer?

Ach ja und zum LSR kann ich nur eins sagen: Wen kratzs, mich interessiert dieses Thema überhaupt nicht und ich verstehe auch den Hype nicht, der darum gemacht wird.

Aber per Mail benachrichtigt werden, das wäre fein, Danke!

Antworten (5) auf diese Lesermeinung

6 Reinhold Wüst 01.03.2013, 15:12 Uhr

Das Ergebnis ist die Absicht

Politische Äusserungen im Internet sind mit Veröffentlichung des Gesetzes für Deutsche verboten. Ende Gelände. Die Abmahnwelle ist vorbereitet. Die FDP schiebt ihrer Klientel mal wieder etwas über den Tisch. Der Normalbürger wird seinen blog sofort löschen, andernfalls riskiert für tausende Euro in Anspruch genommen zu werden. Das ist der Rückfall in das Zeitalter der Restauration! Das politische Establishement will uns ruhigstellen. Es herrscht Ruhe Land! Gewonnen haben die Feinde der freien Meinungsäusserung und Freunde der alten SED-Kultur. Das ist das Europa-Konzept! Volkesmeinung wird mit immensen hohen wirtschaftlichen Folgen unterdrückt. Das zum Thema "freie Presse"!

6 Karl S. Walter 01.03.2013, 15:22 Uhr

*träum*

Die oberste Bundespräsidente verweigert sich der Ausfertigung dieses unsinnigen und außer für Abmahnrechtsabwälte und ähnliche Jurageier nutzlose Gesetz mit der Begründung, allein das Ansinnen, dass er dieses überflüssige Gefrickel unterschreiben wolle, sei Mißbrauch eines Verfassungsorgans.

Im Schlaf trifft man eine Prozession des Zeitungsverlegerverbands, die bereits seit einem Jahrzehnt dorschnöschenhaft die Chancen des Internets verschnarcht und träumerisch nach einer Googlegoldader in Eldorado sucht.

Für wen wird es ein böses Erwachen geben?

4 Der Tiger 01.03.2013, 15:42 Uhr

Mit Sympathie gewinnt man keinen Rechtsstreit

@FAZ IT Leute!
Die Reihenfolge der Kommentare finde ich verwirrend. Die Kommentare 1. Ordnung fangen mit dem ältesten an, die der 2. Ordnung mit dem zuletzt eingegangenen.
Warum?
@Torsten Haupts
Ich bin mir da nicht sicher. Die meisten Kommentatoren scheinen rübergewandert zu sein, weil sie, wenn sie hier kommentieren, ihre Rechte für ihre Text an die FAZ abgeben. Das war zwar schon vor dem Relaunch so, aber wurde allen erst klar, als das entsprechende Kästchen in rot in der Kommentarfunktion erschien.
.
Um es ganz klar zu sagen, ich gebe meine Ideen und Texte nicht an einen Unbekannten ab. Deswegen kommentiere ich drüben nicht. Wenn es zu einem Rechtsstreit über meine Kommentare käme, an wen würde ich mich wenden?

Antworten (5) auf diese Lesermeinung

2 Holger Wild 01.03.2013, 16:20 Uhr

Don Quijote

Ich verfolge den Keese schon recht lange und habe mich mehr als mir gut tut über diesen Don Quijote der Neuzeit echauffiert. Ich hoffe dieses alberne Alibigesetz beendet das Thema endgültig, dann hat es wenigstens etwas gebracht.

1 Bernd Schneider 01.03.2013, 16:30 Uhr

LSR deleted

Das LSR ist ein unnötiges und nicht gebrauchtes Gesetz, ab in den Mülleimer damit.
Wurde nicht schon mal an einen Freitag von einer Minderheit von Abgeordneten, die über das Wochenende in Berlin geblieben waren, über eine unsinniges Gesetz abgestimmt?

2 Der Tiger 01.03.2013, 18:23 Uhr

Man kann auch Prozesse delegieren

Nur mal so ein ganz anderer Gesichtwinkel. Gesetzt den Fall, jemand sammelte meine Kommentare vom FAZ/SdG Blog und veröffentlicht sie in einem Buch unter seinem Namen. Gesetzt den Fall, er würde damit steinreich. Dann brauche ich keinen kostspieligen Prozess zu führen, um meinen Anteil an meinem intellektuellen Eigentum zurückzukriegen. Denn der FAZ Verlag, der viel mehr Resourcen hat als ich, wird den Rechtsstreit führen. Ich aber werde mich amüsiert lächelnd zurücklehnen und die eingeforderten Tantiemen der freien FAZ/FR Presse gönnen.

4 Karl Wilhelm 01.03.2013, 18:29 Uhr

Steuergeldverschwendung!!!

Kann mir mal jemand erklären wieso hier ein Gesetz verabschiedet wird, dass niemandem hilft, viel Ärger erzeugt hat und noch mehr erzeugen wird, rechtliche Fallstricke inkludiert und keine Klarheit schafft sondern beliebig interpretiert werden kann. Ich betrachte das als massive Verschwendung meiner Steuergelder, und nehme das den beteiligten Parteien und den hinter der Initiative stehenden Lobbyisten nachhaltige übel!!!
Gruß KaWi

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

0 Der Tiger 01.03.2013, 22:27 Uhr

@Torsten Haupt

Natürlich ist die vollsanierte Altbauwohnung auf der anderen Seite viel schicker als dieser dürftig eingerichtete Blogbau. Ich gebe auch jederzeit zu, dass ich die Donna Lauras vermisse. Nicht mal B4 verkehrt hier mehr. Aber immerhin hat sich meine Frage an ihn bezüglich der Unfehlbarkeit eines emeritierten Papstes von selbst ergeben, da Ex-Papst Ratzinger von sich aus gesagt hat, dass er dem nächsten Papst gehorsam sein wird. Fand ich höchst interessant. Schon der 10 jährige Tiger war niemandem mehr gehorsam.
.
Da wandelt dieser alte Herr zwischen fabelhaften Antiken- und Renaissancegebäuden und Gemälden. Ich kenne Castel Gandolfo sehr gut, weil ich in Rom und Frascatti sehr oft aus geschäftlichen Gründen war. Es gibt da ein Restaurant gleich neben der Papstresidenz mit einem traumhaften Blick. (Ich hoffe, noch einmal in meinem Leben dort Risotto zu essen)..... Aber es gibt mir doch zu denken, dass der emeritierte Papst in all seinem Prunk wesentlich weniger frei ist als ich in meinem kalvinistischen niederländischen Reihenhaus ohne Blick und voller billiger IKEA und secondhand Möbel... und mit selbstgekochtem Risotto.

1 Otto Meier 02.03.2013, 13:40 Uhr

Ersatzbefriedigung

In einer Zeit, in der die Leser immer weniger bereit sind, das Gelesene finanziell zu honorieren, bleiben nur wenige Möglichkeiten für die Schreiber, Einkommen zu generieren. Dabei ist die Möglichkeit, gewerbliche Nutzer zur Kasse zu bitten, die erfogversprechendste. Das Leistungsschutzrecht ist das folgerichtige Ergebnis.

Als Zeitungen noch reine Printmedien waren, sah das noch ganz anders aus. Da bestimmte die Auflage das Einkommen. Je höher die Auflage, desto höher auch die Werbeeinnahmen. Da mußte, wer lesen wollte, zahlen.

Seitdem das Internet zum Informationsmedium Nummer eins wurde und die gedruckten Auflagen mehr und mehr zurückgingen, stellte sich zwangsläufig die Frage nach dem Ausgleich der Einkommensverluste. Denn der Internetnutzer ist ob des übergroßen Angebotes weder Willens noch gezwungen, für die angebotene Leistung zu zahlen. Der Internetleser weicht gegebenenfalls auf andere, kostenfreie Angebote aus.

Google und Co. werden also wohl oder übel zahlen müssen, denn auch eine Suchmaschine hat keinerlei Wert, wenn mit ihr nichts gefunden werden kann. Ein kluger Schachzug der Printmedien.

Und im Grunde ist es doch auch nur recht und billig, wenn der geneigte FAZ-Leser das Geschriebene auch finanziell honoriert. Ob direkt oder indirekt, das kann allen doch im Grunde völlig egal sein, oder?

0 Klickvieh 04.03.2013, 17:14 Uhr

Parallelblog

Ich nehme an, das Parallelblog/Kommentarblog dient dazu, jemanden etwas zu zeigen. Viel Glück dabei, mir will es scheinen, da ist jemand etwas dickköpfig und technikfern. Solche Leut' treiben mich auf die Palme.
Zum Leistungsschutzrecht: Was für eine Bezeichnung! Kann mich jemand aufklären? Welche Leistung ist (angeblich) gemeint? Wie wird sie geschützt? In wessen Recht? Ich habe den Eindruck, die Häufung an Euphemismen in einem einzigen Wort übersteigt meine Verständnisfähigkeit, was vermutlich des Gesetzesgebers absicht war. Ich blicke einfach nicht durch. Mein Reflex in solchen Fällen: ablehnen. Also bin ich dagegen, obwohl ich nicht verstehe, wogegen genau.

[...] beim Thema Leistungsschutzrecht; da...

[...] beim Thema Leistungsschutzrecht; da erzählt man mir, dass ein böser Monopolist sich auf Kosten der Medien bereichere und man [...]

[...] das verstehen, hört man als Vertreter...

[...] das verstehen, hört man als Vertreter der Onlinezunft oft von Printkollegen. Natürlich sei das Leistungsschutzrecht kein allzu gelungenes Gesetz, aber bei allen Makeln erlaube es doch, in diesen schwierigen Zeiten [...]

[...] Weg zum Leistungsschutzrecht...

[...] Weg zum Leistungsschutzrecht zerschlagen haben, hat Don Alphonso sehr gut unter der Überschrift “Leistungsschutzrechthaberei” zusammengefasst. Er konstatiert, dass das Vertrauen zwischen Leser und Zeitung darunter sehr [...]

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.