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E-Uporn statt Youporn

25.06.2013, 18:04 Uhr  ·  Amerikanische Firmen sollen sich an europäische Rechte halten, lautet eine unrealistische Forderung europäischer Politiker. Sie beklagen feige die Folgen der NSA-Überwachung, statt sich mit den Verantwortlichen für Schnüffelei und Spionage auseinanderzusetzen.

Von

Ganz zu Beginn des ungeheuerlichen Prism-Skandals, den jetzt manche zu einem Snowden-Skandal umbiegen wollten, erzählte der nach HongKong geflohene Regimekritiker Informant, wie sich die CIA nach seinem Erlebnis Zugang zum Schweizer Bankwesen verschafft haben soll: Da wurde ein Bankmitarbeiter mit Alkohol abgefüllt, ans Steuer seines Autos gesetzt, von der Polizei erwischt und dann gefügig gemacht, mit dem Geheimdienst zusammenzuarbeiten. Die CIA ist zwar nicht die in Amerika ebenfalls recht hart durchgreifende Steuerfahndung, aber die eine Diensthand wäscht eben nun mal gern die andere, und so ist man in der Schweiz gerade ein wenig besser auf Snowden zu sprechen, als in dem Vasallenstaat, in dem ich hier gerade nahe der Grenze zur Schweiz in das Neuland schreibe, in dem meine und Ihre, liebe Leser, Grundrechte von sog. Partnern und den angeschlossenen sozialen Diensten mit Füssen getreten werden.

Soziale Dienste, die zum Glück ja nicht alles wissen: Ich zum Beispiel fand es ja schon immer lustig, dass die entsprechenden Portale im Rotlichtbereich damit werben, man sollte ihre Medienangebote mit Hilfe sozialer Netzwerke zu verbreiten. Wer, dachte ich mir, ist so irre, seine gerade betrachteten MILFs und Teens ernsthaft den Freunden bei Facebook und Google Plus mitzuteilen? Und das in einer Welt, in der alle ihre Mitgliedschaft bei Singleseiten eher verschweigen, weil man nur ungern über die Schattenseiten des Singledaseins spricht. In dieser verklemmten Gesellschaft kenne ich nur eine Handvoll – zumeist eher unansehnlicher – Berliner, die mit Polyamorie oder ihrem Profil bei Sklavenseiten hausieren gehen, es gibt ein paar Bordelle mit Twitteraccounts, der Rest macht bei Nacht, so liest man bisweilen Schätzungen, die Hälfte drei Viertel des Datenvolumens des Netzes mit nicht jugendfreien Filmchen aus, und schweigt darüber. Sogar Partnerschaftseiten sind sagenhaft prüde; man erfährt viel über Musikgeschmack und Karriere, aber so gut wie nichts über sexuelle Vorlieben (wobei ich raten würde: Finger weg von LeserInnen neuer deutscher Literatur und amerikanischer Bestseller).

Nun aber dürfen wir lesen, dass die sog. Partner des britischen Geheimdienstes mit Hilfe ebenso britischer Telcos in unsere Überseeglasfasernetze schauen, und das kleine Problem ist nun, dass unsere zuweisbaren IPs in Deutschland sind, und die ausliefernden Server oft, sehr oft in den USA. Vielleicht sind die Briten ja so prüde, dass sie wegschauen, wenn ein dickes Datenpaket der einschlägigen Angebote kommt. Aber vielleicht haben sie auch eine Datenbank, in der steht, wie viele Gigabyte von welchem Sexserver an welche Stelle geht. Wenn die nationale Sicherheit und die Suche nach Terroristen den Amerikanern befiehlt, chinesische Unis zu hacken, wenn die Briten Internetcafes aufstellen, um Russen bei internationalen Konferenzen auszuforschen, wäre ich zumindest überhaupt nicht überrascht, wenn sie auch wüssten, wann in welchem Büro was gesehen wurde. Pornographie ist ja nicht verschlüsselt und erlaubt mit den Tags auch eine einfache Zuordnung.

Nun wäre es vermutlich nicht ganz einfach, mit solchen Daten einen Freigeist wie mich unter Druck zu setzen, der aus seiner perversen Neigung zur Patristik einerseits und Literatur der Aufklärung andererseits nie einen Hehl gemacht hat, und der mehrere Gigabyte nackter Frauen aus der Zeit vor 1800 auf seiner Festplatte und Quadratmeter davon in Öl auf Leinwand an den Wänden hat. Aber wie es der Teufel haben will, hat man hier bei uns im schönen Oberbayern gerade einen konservativen Bürgermeister beim Anfertigen von Spannerbildern erwischt, womit seine Karriere vorbei ist. Und die öffentliche Moral neigt nicht gerade zum Differenzieren, wenn es um sexuelle Neigungen geht. Es ist natürlich im Gegensatz dazu meistens kein Verbrechen, Pornographie als solche zu betrachten. Aber wenn bei der NSA schon das Ansurfen von unbeliebten Medienseiten zu Verdächtigungen führt, muss man sich vor Augen halten: Auch das Wissen, was ein Politiker die letzte Woche so geschaut hat, kann in den Augen der argwöhnischen Wähler verheerende Folgen haben. Vor diesem Hintergrund sollten sich gerade Konservative und Freunde traditioneller Werte vielleicht überlegen, ob sie weiterhin so leichtfertig darüber reden wollen, dass die Gerechten natürlich nichts zu verbergen hätten.

Denn es gibt einen Gegensatz zwischen dem, was man nicht zu verbergen gezwungen ist, und dem, was nicht zu verbergen dennoch schadet. Die Einschätzung des USA-Regimes State Departments ihrer nachgeordneten Handlanger in den Vasallenstaaten ist sicher ehrlich und nicht falsch gewesen, aber sobald sie als „Wikileaks“-Affäre bekannt wurden, war die Reaktion eher unerfreulich. Die NSA und das Schnüffeln unserer britischen Partner muss man sich wie ein umgekehrtes Wikileaks vorstellen, wo jedoch nur an diejenigen geleakt wird, die etwas damit anfangen können. Und die dann sagen könnten: Wir müssen wissen, welche Sexualpraktik der Abgeordnete Soundso bevorzugt, denn dann können wir Agentin X ansetzen und wenn die dann erfährt, welche Geschäfte mit den Russen und ihrem Erdgas geplant sind, dient das unserer nationalen Sicherheit. In einer Welt, in der gezielt ein Kinderpornographielink auf Rechner gespielt wird, und Informanten von Steuerhinterziehung prominenter Angehöriger der Oberschicht als gefährliche Verrückte weggesperrt werden, sollte so etwas zumindest nicht überraschen.

Deshalb wäre es in der aktuellen Debatte, die gerade in Europa tobt, vielleicht etwas kurz gedacht, nur bekannten amerikanischen Internetfirmen wegen ihrer Verstrickung in Europa zu drohen, die lediglich wissen, welche Bücher wir kaufen, wo wir uns einloggen und mit wem wir über Gregor von Nazianz und Fragonard sprechen. Sicher, ein freies Europagoogle, das sich an die Gesetze und das Grundgesetz hält, und nicht von einem bei der Aufklärung von Polizeiversagen beim Naziterror versagenden Innenminister verwässert und von den Briten ausgeforscht wird, wäre schön. Aber wenn man konsequent wäre, müsste man zuerst auch alle delikaten Bereiche entsprechend schützen, die wirklich privat bleiben sollten. E-Uporn statt Youporn.

Oder andere sexuelle Vorlieben entwickeln. Oder eigene Server aufbauen. Oder auf Bücher zurückgreifen. Oder zur Überzeugung gelangen, dass Sex doof ist, und Kirchenväter lesen. Und wenn das alles, wie so vieles andere, nicht praktikabel ist?

Dann muss man eben dafür sorgen, dass man sich so etwas nicht mehr als Vasallenstaat gefallen lassen muss, und von Neuland hohnspricht, wenn daneben ein Heuchler in die Kameras grinst und die Standardlüge der nationalen Sicherheit bringt, über die sich selbst das Regime der Chinesen zurecht empören kann, und die auch Amerikaner mittlerweile ablehnen. Das wäre der wirklich harte Weg: Diesen angeblichen Partnern verdeutlichen, dass sie nach den Gesetzen unseres Landes illegale Handlungen begehen, dazu kein Recht haben, und dass man wie Hong Kong gewillt ist, die eigenen Bürger zu schützen – denn dafür sind Staaten nun mal da. Denn das Kernproblem ist, dass man sich in der Totalüberwachung die Überlegung sparen kann, ob man etwas zu verbergen hat. Es ist nichts verborgen, und alles kann verwendet werden. Man muss es nur richtig aufbereiten. Irgendetwas wird sich immer finden, ganz ohne Waterboardimg, man muss es nur konstruieren, um den anderen damit nach der Genfer Methode zu erpressen und ruinieren.Vor der Willkür von Behörden im Ausland, die keine Mitarbeiterzahlen und Budgets angeben, und für die Geheimgerichte alles abnicken, als wären es Wackeldackel aus einem Volkswagen, und angesichts des Generalverdachts sind wir alle nackt und rechtlos. Wir Internetnutzer und PronoausdembayerischenRokokoOnlinesteller schon.

Aber nicht die Afghanen, die heute einen Anschlag auf den Präsidentenpalast in Kabul und die CIA-Zentrale verübt haben, im Jahre 11 des angeblich für die nationale Sicherheit gewonnenen War on Terror, in dem jeder überwacht werden darf und niemand darüber reden soll, denn es geht ja um die nationale Sicherheit. Oder wenigstens um die Profite von Barcley.

HINWEIS:

Wenn es hier bei den Kommentaren manchmal ruckelt, ist es nicht die NSA,  sondern Javascript – und dagegen gibt es auch ein spezielles Kommentarblog.

 

Veröffentlicht unter: Überwachung, zukunft, Datenschutz, Ethik, Social Media

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (52)
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Darum geht's.

Danke, danke, danke. Das geht in die Richtung, wo das Problem tatsächlich vergraben liegt: Was wird mit den installierten Instrumenten gemacht? Und was kann damit alles sonst noch angestellt werden? Das statistische Auswerten von Milliarden E-Mails wäre ja nichts, wo man sich unendlich drüber aufregen müßte. Und wenn der einzige Daseinszweck der neuartigen Multi-Tetra-Byte-Behörden das Verhindern von unschuldigen Toten wäre, müsste man sich nur über die enorme Ineffizienz wundern - Verbot von Maschinenpistolen in Bürgerhand wäre effektiver. Aber es geht längst um ein Instrument, dass die gesamte politische Sphäre verändert und entdemokratisiert. Schätzungsweise 90% aller Hinterbänkler im Parlament sind durch irgendeinen Blödsinn erpressbar - bisserl was Unanständiges, bisserl Urlaub in der Villa von Lobbyisten gemacht, bisserl billig neues Auto bekommen, bisserl die Gattin auf Staatskosten "beschäftigt" etc ad infinitum. Man hat doch jetzt schon den Eindruck, dass kaum ein Politiker oder eine Politikerin wagt, die Reichweite und Tiefe der Aufklärungsarbeit zu kontrollieren und einzuschränken - ähnlich wie kaum ein Politiker noch wagt, sich mit dem Springer-Verlag anzulegen. Die Debatte dreht sich viel zu sehr um das vordergründige Ekelgefühl - sozusagen um das ästhetische Missvergnügen der ubiquitären Beschnüffelung durch die Datenhunde und den Verlust des "unbeschwerten" Surfens. Daran könnte man sich ja gewöhnen wie an das Abgetastetwerden am Flughafen - "wenn's der Sicherheit dient", nun gut. Nur ist die Ästhetik der zur Seite gezogenen Blümchengardine gar nicht der zentrale Punkt. Wichtig ist das, was Sie hier ansprechen: Verträgt sich so viel unkontrollierter "Heimatschutz" überhaupt mit einer demokratischen Verfassung? Eindeutig nein, denn da entsteht eine neue Macht im Staat, die sich am Ende von niemanden mehr kontrollieren lassen muss. Dieser CIA/NSA-Komplex steigt doch schon zu einer Art KGB auf. Die Argumentation ist dabei historisch immer die gleiche: innere und äußere Feinde, die angeblich eine ständige riesengroße Bedrohung wären. Dabei richtet kein äußerer Feind am Ende so viel Schaden an wie die Behörde, die Demokratie, Öffentlichkeit und Völkerverständigung an eine militaristische und imperialistische Staatsauffassung opfert.

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

Nichts zu verbergen? Folge 2.

Nichts zu verbergen? Folge 2.... Nun, lebe NSA, BND, GCHQ, DBDDHKP und Konsorten, Ihr habt doch bestimmt fleißig Daten über mich alten Bombenleger gesammelt. Warum solltet Ihr das auch nicht tun, immerhin bin ich schon zweimal an......

The Bootleg Files

Sind die Serverfarmen erst einmal installiert, bedient sich Horch und Guck ganz ungeniert. Auch Googels Datenbrille wird bald vieles erleichern. Wo bleibt eigentlich der Protest all der analogen Grundrechte-Verteidiger? Stattdessen wird per Brief um Aufklärung gebeten, mit der Bitte um freundliche Beantwortung.

Wenn die etablierten Parteien weiterhin alles verschlafen, dann ist der amerikanischen Ökonomin Shoshana Zuboff uneingeschänkt zuzustimmen: Seid Sand im Getriebe! Ihr lesenswerter Beitrag ist eine gute Ergänzung zu Dons Weckruf.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/widerstand-gegen-datenschnueffelei-seid-sand-im-getriebe-12241589.html

Ach ja, gerade lese ich auf faz.net: Irische Pleitebanker haben den Staat betrogen. Die Gesprächsmitschnitte der Führung der Anglo Irish Bank wurden der Zeitung „Irish Independent“ zugespielt und jetzt veröffentlicht.

Sicher ist das erst ein Auftakt zur großen Online-Show: The Bootleg Files. Alles frisch angezapft und aufbereitet - wie es uns der Nutzer so in die Hände spielt! Ihr freiheitlich-demokratisches Tarnkappenteam.

1 Profiterole 25.06.2013, 22:38 Uhr

Frage

Ha! Als Literaturstudent würde ich ja zu gern wissen, wieso Sie davor warnen, sich mit LeserInnen deutscher und amerikanischer Belletristik einzulassen.

Antworten (2) auf diese Lesermeinung

[...] Amerikanische Firmen sollen sich an...

[...] Amerikanische Firmen sollen sich an europäische Rechte halten, lautet eine unrealistische Forderung... [...]

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

Danke

Vielen Dank für diesen erhellenden Beitrag. Wäre ich Kultusminister, wäre Ihre Zeitung in jeder weiterführenden Schule Standardlektüre.

Da in den USA jährlich mehr Menschen bei Badeunfällen zu Hause umkommen als durch international gesteuerten Terror, sollte die NSA mal Ihre Aufmerksamkeit auf die Badewannenhersteller richten.

Antworten (2) auf diese Lesermeinung

6 Anton Paschke 26.06.2013, 09:03 Uhr

Um was geht es?

>Da in den USA jährlich mehr Menschen bei Badeunfällen zu Hause umkommen als durch >international gesteuerten Terror, sollte die NSA mal Ihre Aufmerksamkeit auf die >Badewannenhersteller richten.
Ja, aber das ist nicht geil, damit kann man auch niemandem Angst einjagen.
Nach meiner Meinung ist die Wirtschaftsspionage der lukrative Teil der Ueberwachung. Beispiel: Systemrelevante nationale Firmen erhalten von NSA die Offerten aller Mitbewerber, noch bevor sie eingereicht wurden. Raten Sie, wer den Auftrag bekommt?
Eigentlich muessten die EDV Verantwortlichen der grossen europaeischen Firmen etwas machen, beispielsweise die Banken mit dem SWIFT. Sie werden aber nichts machen, weil die Mehrheit des Aktienkapitals dieser Firmen bereits amerikanischen Besitzern gehoert.
Europa ist heute dort, wo Westafrika im Jahr 1880 war - am Anfang der Kolonialzeit. Auch die Senegalesen haben die franzoesische Kultur bewundert. Die Stimmung hat umgeschlagen, als nach 1918 die paar Ueberlebenden zurueckgekehrt sind.

Warum eigentlich...

...musste der Schweizer Nationalbankchef damals gehen?

http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/uebersicht/hildebrands-kontoauszug-weltoche-konstruktion-1.14395360

Warum wurde Zumwinkel öffentlich mit Presse hingerichtet, Uli H. aber nicht?

Warum darf Mr. 100.000 DM weiter den Finanzminister imitieren, auf wessen Gnade lebt der Mann politisch noch?

Warum wurde die JVA Weiterstadt niedergebrannt? Um einen Informanten an die RAF-Führungsebene heranzuführen und sie dann in Bad Kleinen mit Kopfschuß aus nächster Nähe zu liquidieren?

Wie oft lügt dieser "Mr. Euro" eigentlich so am Tag, wenn "es eng wird"?

http://www.sueddeutsche.de/politik/luxemburgs-geheimdienst-affaere-juncker-1.1584565

Fragen über Fragen.

Die moderne Gesellschaft dekonstruiert sich täglich mehr, wo Schwulitäten nicht mehr reichen, helfen Steuerunterlagen, Kipo oder konstruierte Trunkenheitsfahrten.

0 Eckhard Mieder 26.06.2013, 09:37 Uhr

Elefantenrüsselfisch

Danke. Da es mitunter gut tun kann, Signale von Verbündeten zu bekommen:
http://www.untergrund-blättle.ch/gesellschaft/gnathonemus_petersii.html
Ich bin nicht so romantisch und irre, zu glauben, es lie0e sich ein Bündnis einer Habt-ihr-sie-nicht-alle-Vernunft schaffen. Aber voneinander zu wissen, ist vielleicht ein Quadratzentimeterchen vom Stoffe Hoffnung.

PS:

Wow, 9000 Dissidenten in einem "Hort der Freiheit", very strange....

http://www.guardian.co.uk/uk/2013/jun/25/undercover-police-domestic-extremism-unit

1 Lieschen Müller 26.06.2013, 10:32 Uhr

Ist das was Neues?

Ist es nicht so, dass unsere Nachrichtenübermittlung zwischenzeitlich privat ist, d.h. z.B. unsere Deutsche Telekom, Deutsche Post eine AG sind? Das heißt doch, dass sich Jeder einkaufen kann, direkt oder indirekt und somit Mitspracherechte erhalten - korrekt?. Und Britische Firmen sind auch offiziell auf dem Telekom Sektor unterwegs. Ja wenn ich meine Nachrichtenübermittlung für Jeden zugänglich mache, dann muss ich mich doch über diese Situation nicht wundern. Da hilft kein 'Schön reden'. In einer Gesellschaft, wo Jeder Jeden belügt, betrügt und versucht sich einen Vorteil zu verschaffen wird man das auch nicht mehr in den Griff bekommen. Soviele Leute kann man gar nicht wegsperren oder kontrollieren, das wäre auch unbezahlbar. Die Moral ist der Aufhänger und da sind auch die Religiösen Gruppen gefragt, denn offensichtlich haben selbst führende Persönlichkeiten Probleme mit der Aufrichtigkeit und Recht von Unrecht zu unterscheiden. Hält man ihnen einen Spiegel vor und kommen die 'Sünden' ans Licht, reagieren sie panisch. Was sind denn das für Vorbilder? Ist das eine beispielhafte Problemlösung? Wohl kaum. Als gestandene, intelligente Persönlichkeiten mit Charakter werden sie ja wohl soviel Mut haben, sich ihrer Fehlentscheidungen zu stellen und die vorbildlich zu bereinigen. Nachdem soviele Fehler begangen wurden, sind die Sünder nicht allein. Anständig wäre, wenn sich alle die, die z.B. im Fall Hoeneß gesündigt haben, an seine Seite auf die Klagebank stellen und gemeinsam, solidarisch und aufrichtig ihre Sünden bekennen und mithelfen die Sache zu korrigieren, ihr Gewissen bereinigen. Das sind wahre, gestandene Männer & Frauen und die verdienen dann auch eine zweite Chance. Wenn Anstand und Aufrichtigkeit nicht mehr zählen, wo kommen wir denn da hin? Unschuldige bekommen Dinge auf die Rechner gespielt und müssen Buße tun für die wahren Verbrecher, die weiterhin Ihr Unwesen treiben? Und Sex sowie sexuelle Präferenzen gehören zum Leben, ein offenerer Umgang wäre hier wünschenswert, dann gäbe es weniger Spanner, sexuelle Belästigungen und Übergriffe. Möchte nicht wissen wieviele Menschen/Banker etc. mit Hilfe von Drogen sexuell stimuliert werden, um ihr Ansehen zu schädigen, sie anfällig für Erpressung zu machen oder auch 'nur' um an Informationen zu kommen. Es wird derzeit auf jedem Gebiet alles auf die Spitze getrieben. So kann es meiner Meinung nach nicht weitergehen und es ist jeder Einzelne gefordert an einer neuen, gerechteren Welt mitzuarbeiten.

0 Lieschen Müller 26.06.2013, 10:52 Uhr

Überwachung wäre nicht notwendig, würde man offen miteinander kommunizieren!

Wieviele studieren in England? Ob Sprachschüler, Schüler von Business Studies oder Geschäftsleute, die ihr Englisch aufbessern, es wird ein großer Teil sein. Dort wird sich auch ausgetauscht, unter Schülern, im Unterricht, es wird die eigene Firma als 'Casestudy' genommen, es werden Abhandlungen geschrieben. Je nach Unternehmen kann das sehr interessant sein. Also es findet auch ein freiwilliger Austausch statt, für den man auch noch selbst zahlt. Man überreicht Daten zusammen mit einem Scheck. Da macht auch Niemand ein Aufhebens drum. Es gibt sogar britische Businessschulen, die mit deutschen Bundeswehrschulen zusammenarbeiten. Es gibt also eine Gewinnbringende Zusammenarbeit, wenn jetzt noch Beide Seiten aufrichtig wären und ihre Probleme offen ansprechen würden, um sie ein für allemal zu beseitigen, könnte noch viel mehr erreicht werden, im positiven Sinne. Fokus auf Aufbau und Optimierung, ausbügeln von Schwächen.

1 Ein Guter Mensch 26.06.2013, 11:26 Uhr

Wir sind die Guten,

Sagen sie. Ja, gut für wenn? Gut für die Amerikaner. Genauer, für die guten Amerikaner. Besser gesagt, für die von ihnen als gut bezeichnete Amerikaner. Und so weiter.

Und: was möglich ist, wird passieren. Das lehrt uns die ganze Geschichte.

Aber was nützt das? Uberwacht zu sein, das tut nicht weh. Noch nicht.

Luxemburg

Schön zu lesen, vielen Dank.
Nur die Überschrift trifft's nicht recht. Youporn mit Sitz in Luxemburg ist schon E-Uporn.

WW II

Im Artikel wird ausgesagt, daß Staaten ihre Bürger schützen müssen.
Dies ist in Bezug auf DEU i.V.m. USA und GBR unzutreffend, da DEU kein souveräner Staat ist, weil WW II immer noch nicht beendet ist - es besteht kein Friedensvertrag. DEU ist weiterhin besetzt von USA und GBR, und insofern haben diese zwei Allierten lediglich eine Maßnahme in ihrem Besatzungsgebiet durchgeführt.
Allerdings bleibt zu fragen, wie freie Staaten (z.B. BEL, FRA, NLD) dies sehen.

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Kirchenväter

Kirchenväter lesen bringt uns - und dieses Blog ebenfalls direkt auf die Watchlist im Staate der Heiligen der letzten Tage.

So war sich Augustinus - der so wie wir in einer Zeit der allgemeinen Errosion der staatlichen Ordnung lebte - nur zu sehr bewußt, wozu der Verlust der Rechtsstaatlichkeit führt:

"Remota itaque iustitia quid sunt regna nisi magna latrocinia? quia et latrocinia quid sunt nisi parua regna? Manus et ipsa hominum est, imperio principis regitur, pacto societatis astringitur, placiti lege praeda diuiditur." (De civitate dei, IV, 4, so auch vom damaligen Papst Benedikt im Bundestag zitiert)

Es ist daher vom zu eingehenden Studium der Kirchenväter abzuraten. Was natürlich auch für Verfassungväter (speziell der USA) gilt, die ähnliche subversive Gedanken hegten.

Pronographie dagegen stört die "principis" nicht im geringsten, denn auch hier ist ja "placiti lege praeda diuiditur". Aber ein schönes Einflußmittel ist es trotzdem - in Oberbayern order Texas.

P.S.:
"Was sind also Königreiche außer große Räuberbanden, wenn die Gerechtigkeit fehlt? Denn sind auch Räuberbanden nichts anderes als kleine Reiche? Sie sind eine Schar von Menschen, sie werden durch den Befehl eines Anführers gelenkt, sie werden durch eine Übereinkunft/Pakt der Gesellschaft zusammengeschlossen, die Beute wird nach fester Übereinkunft geteilt."

P.P.S.: Für den Anfang: Macht das "Safe Harbour Agreement" zum Thema.

0 Thomas Philippi 26.06.2013, 13:30 Uhr

Na, endlich kommen die ersten Betrachtungen über Sinn und Zweck der Übung

Es wird noch einige Zeit dauern, aber dann wird es begriffen, es handelt sich um einen "closed loop", oder schliessbaren Regelkreis.

Wie einst Herr Helphand die russische Revolution befeuerte, man streitet sich heute noch darüber, ob er nicht im Dienste gleich zweier Herren stand, bietet so ein Fieberthermometer im Darm des Volkes ungeahnte Möglichkeiten, die helfende Hand einzusetzen.

Unvergessen ist, ich liebe Euch alle, Mielke, die Inkarnation des Gutmenschen moderner Prägung, in der Tradition moderner Masseneinflussnahme, die ihre weltweite Bedeutung zu Anfang des 20. Jahrhunderts gewann. Wo, im Lande der grössten Marktschreier, nachzulesen bei Tocqueville, der, nebenbei, auch ein schönes Büchlein über die Revolution 1789 verfasste.

Die gegenwärtige Situation erwuchs aus einer Reihe vorhergehender Massnahmen, die den Boden fertilisierten, Geschichte schreibt man langsam und stetig, Man räumt die die fremde Basis, heute meist die MINT Industrie weg, erzeugt Angst, Hyperventilation und Schockstarre, bis im Stadium der Schnappatmung nach den Parolen der Gutmenschen gegriffen und der Ablasshandel, begleitet von Kolonnenmusikern, erblühen kann.

Das man nach Jahrzehnten der Dauerberieselung aus Hollywood durch Filmchen hackenschlagender, schnarrender Gestalten das Wesen des Schnauzbarts nicht mehr begreifen wollte oder sollte, Dad's Army tat ein übriges, führt nun dazu, das die enigmatische Anlage der Weltverbesserung nicht nur dem Bedienungspersonal im Halse stecken zu bleiben droht.

Daher wäre es auch gut, wenn dem amerikanischen Drängen nach Auslieferung des kleinen, unbotmässigen Wichtes Herr Putin stattgäbe, dann wäre die Front der lupenreinen Demokraten ja endgültig klar und sie könnten sich auf die Fühlungslolle
konzentrieren, die doch alle wünschen.

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Meist ist es allerdings das falsche Ende nach dem geschnappt wird und zu Vergiftungeserscheinungen führt. Das naive Ende hat zwar so seine Tücken, führt aber nicht unbedingt zum sofortigem Tode, es kann also weitergewurstelt werden, bis an das selig Ende.

zum Grusse

Der Generalverdacht gegen die politische...

Der Generalverdacht gegen die politische Klasse erscheint in der Tat nicht mehr abwegig, dass man mit pikanten Geheimnissen jedermann gefügig und zahm machen kann, vielleicht sogar einst steinewerfende Taxifahrer oder glühende Pazifisten zu engagierten Anhängern humanitär notwendiger Militäreinsätze und friedenserhaltender Maßnahmen nicht nur im befreundeten Ausland, sondern sogar weit über die eigenen Grenzen und die von Bündnissen und Bündnisfällen hinaus...

4 Bettina Gmoser 26.06.2013, 14:04 Uhr

Jetzt etwas dagegen tun

Dieser Artikelt spricht tatsächlich das eigentlich Kernproblem an:
Es geht nicht darum, wo sich Snowden gerade aufhält, es geht darum, dass die USA und auch GB gerade in ihrem Überwachungswahn vor nichts und niemandem halt machen. Und vor allem geht es darum, dass Deutschland eine Bundesregierung hat, die nicht das geringste dagegen unternimmt, dass hier gezielt Grundrechte verletzt werden.

Wer sich auch eine Haltung der Regierung wünscht, die jene vertritt, denen sie verpflichtet ist, kann hier seine Stimme kundtun:

https://www.openpetition.de/petition/online/prism-verstoesst-gegen-das-deutsche-grundgesetz-die-ueberwachung-muss-eingestellt-werden

Wers gut findet, bitte auch weiter verbreiten, jede Stimme zählt!

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0 Harald Schmidt 26.06.2013, 17:45 Uhr

Neue deutsche Literatur und amerikanische Bestseller

Darüber muss man stolpern - unvermeidbar. Chapeau für dieses unfassbar böse Zusammenspiel einfacher Worte.

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0 Rosalinde 26.06.2013, 20:03 Uhr

Großartig: Sowohl die Überwacher als auch...

Großartig: Sowohl die Überwacher als auch die vorgeblich Überwachten, einschließlich ihrer damaligen Gründerväter, könnten die Ausführungen des Augustinus zum 'Gottesstaat' gelesen haben. Freilich gilt auch: "Et nemo nisi per amicitiam cognoscitur" (Und niemand wird ohne Freundschaft erkannt), De diversis quaestionibus octoginta tribus 71,5. - Aus 1999: "Der NSA-Schlüssel ist in jeder Version von Windows ab Windows 95 OSR2 aufwärts enthalten. Dieser Fund ist nicht nur für nicht-amerikanische IT Manager beunruhigend, die sich auf Windows NT stützen, um Hochsicherheitsdaten zu verwalten. Dass sich nun auch noch eine kryptographische Hintertür in das meistbenutzte Betriebssystem überhaupt installieren lässt, sollte ausländischen IT-Managern eine Warnung sein." - P.S.: Natürlich heißt das nicht, daß es nicht auch in anderen BS entsprechende Mechanismen gibt - Freudig entbiete ich daher meiner Geliebten Führung einen freundlichen Gruß !

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0 bossy bob 26.06.2013, 22:02 Uhr

"dass man wie Hong Kong gewillt ist, die eigenen Bürger zu schützen"

Snowdon ist meines Wissens kein Bürger Hongkongs.
& wenn hier wirklich jemand glauben sollte, die Regierung HKs (oder gar der VRC) würde ihre Bürger weniger bespitzeln als die Amis, der muß schon recht große blaue Augen haben. Mal abgesehen davon, daß der angebliche Skandal eher Auslandsspionage betrifft (mit US-Amerikanern als Kollateralschaden).

Skandalös ist wohl eher die Tatsache, daß berechtigte Bedenken, Nachfragen oder sogar Klagen von US-Amerikanern mit dem Argument der "nationalen Sicherheit" abgeschmettert werden können, ohne daß irgendwelche Beweise vorgelegt werden.

Daß die USA im Ausland spionieren, sollte aber wohl niemanden überraschen. Der Umfang mag zugenommen haben, aber qualitativ ist da kein großer Unterschied zur Vergangenheit. Die ganze Aufregung v.a. in Deutschland riecht wieder mal ziemlich nach Empörungskultur.

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0 Paul Sibel 27.06.2013, 01:31 Uhr

"Kugel statt Medaille"

Jede Medaille hat 2 Seiten...auch die "Freiheit", "Transparenz"...
das ist die "Scheibe unseres Bewußtsein"...
und genau so funktioniert unser "Lebensraum", den wir eingerichtet haben.
Das ist der Stand von...die "Erde ist eine Scheibe".
Weil wir "Bildung", fast ausschließlich, in Richtung X-Achse...waagrecht be(wußt)treiben.
"Flächenwachstum" mit einer Bildungstiefe, "Y-Achse", entsprechend der "Medaillendicke".
Wir "rollen" auf dem Medaillenrand durch die "Zeit". Pro Person und pro Gesellschaft.
Mittlerweile 7.000.000 Personen und "globalisierte Gesellschaften",
mit großer "X-Y"-Bildung-Differenz.
Die Medaille wird kippen...
es sei denn wir starten weltweit "X-Y-Achsen-Gleich-Bildung".
Dann leben wir "Bewußt-GLOBAL" auf der "Erd-Kugel"...
und die hat dann "EINE Kugeloberfläche" und keine 2 Seiten.
Dann "rollen" wir im "Gleich-Gewicht-Maß" durch die "Zeit"...
Generation für Generation....
Willkommen auf der "Globus-Erde"...mit "Globus-Bewußtsein".

....Übrigens...."GLAUBEN" ist "GLOBEN"..."Bewußtsein-Bildung".

:-)

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0 Tyler Durden Volland 27.06.2013, 08:01 Uhr

Wenn es so harmos wäre, wie Sie meinen, Don....

Lassen wir das Banale mal beiseite. Jeder der sich mit andersartiger Behauptung nicht als Heuchler outen will weiss, dass das Internet in allererster Linie, und zwar ganz, ganz weit vorne, zunächst mal eine Porno-Maschine ist.
Das bayrische Spiessertum mit seinen Bürgermeistern ist wie üblich weder zeitgemäss noch informiert, es ist wie seine Mitglieder und jene von diesen gewählten Politiker einfach nur dumm und primitiv.
Nun zum wichtigeren Thema.
Seit ich in diesem Blog schreibe, weise ich regelmässig auf einige Sachen hin, die sich nach einigem Abwarten stets als Banalitäten erwiesen haben. Da ist zB das Thema der Demokratie.
Zum x-ten Male: Es gibt seit langer Zeit keine Demokratie mehr. Schlimmer, da eine Demokratie selber denkende Menschen verlangt, kann man sogar sagen, es habe sie nie gegeben.
Aber selbst wenn man die peinliche Realität der Bürger mal als gegeben akzeptiert, dann hat immer noch Colin Crouch mit seinem 2006 erschienen Buch „Post-Demokratie“ recht.
Wem selbst die Arbeit dies wenigstens mal auf Wikipedia anzuklicken zu viel ist, dem sei gesagt, dass der Unterschied zur Demokratie im Wesentlichen diese Punkte sind:

A Post-democracy may be characterised with:
non representative elections
citizen rights are not respected by the state, or its representatives
or, impossibility to get balanced debates

Für unsere Daten Realität bedeutet dies, dass Regierende nicht an die Gesetze gebunden sind, sondern wie zB derzeit, lediglich die Regierten an die Märkte.
Regierungen tun ALLES was möglich ist. Dass die Datenseuche derzeit nur den USA und den Briten zugerechnet wird, bedeutet nur eines: Die anderen sind halt noch nicht dabei erwischt worden.
Wenn umgekehrt zu Snowden, ein Ling Peng Pang Pung als chinesischer Hacker dasselbe mit chinesischen Daten getan hätte, würde dieser selbstverständlich in den Vereinigten Stasi von Amerika und ihrem Präsidenten Georg W Obama als grosser Freiheitsheld gefeiert! Und die deutschen Medien feierten mit!
Snowden und Assange würden nackt in die Nachbarzellen von Manning gesperrt, hätte man sie denn in ihrer Gewalt.

Der deutsch/bayrische Staatstrojaner war doch eigentlich ein Beispiel das allen die Augen hätte öffnen können. Solange nichts bewiesen werden konnte, bestritt man alles. Danach versuchte man es im Parlament zu legalisieren, log aber was die Eigenschaften, bzw Grenzen der Spionage anging munter weiter. Das banale Fazit:
ALLES was getan werden kann, wird getan.
Und, dies ist vor allem ein Trend der unumkehrbar ist!
Man sollte sich da keinen Illusionen hingeben oder glauben was Don Alphonso so beschönigend schreibt. „…sollte so etwas zumindest nicht überraschen“. Diese Weigerung zu sehen wie weit alles tatsächlich bereits gekommen ist, spielt nur der anderen Seite in die Hände.
Es ist das dumpfe Gut-Menschentum der rechten und linken Spiesser, die das alles erst möglich gemacht hat. Jene, die sich weigern anzuerkennen, welche ungeheure Rolle bestehende Machtverhältnisse, zB auf dem Medien-Sektor spielen. Die Damen Merkel, Springer und Mohn beherrschen die öffentliche Meinung, und das Volk weiss wo es alle paar Jahre sein Kreuzchen zu machen hat.

Werter Don, auch Ihnen kann man den Vorwurf nicht ersparen, sie beschönigen die Relität vor sich selber und den Lesern. „Dann muss man eben dafür sorgen, dass man sich so etwas nicht mehr als Vasallenstaat gefallen lassen muss“…. Soll ich jetzt da drüber lachen, oder was? Nicht nur zufällig schlagen sie nichts Konkretes vor das man tun könnte, ausser albernen Ideen die am Kern vorbeigehen, denn: Wenn ihre Lösungen mit den heutigen Menschen möglich wären, dann hätten wir das ganze Problem überhaupt nicht! „Das wäre der wirklich harte Weg: Diesen angeblichen Partnern verdeutlichen, dass sie nach den Gesetzen unseres Landes illegale Handlungen begehen, dazu kein Recht haben, und dass man wie Hong Kong gewillt ist, die eigenen Bürger zu schützen – denn dafür sind Staaten nun mal da.“
Erstens interessierte das keinen der massgeblichen US Beteiligten, selbst wenn eine Merkel so etwas tatsächlich meinen würde. Sagen darf sie es ja im Wahlkampf mal ab und zu, aber nur folgenlos, wie in solchen Fällen üblich.
„Den angeblichen Partnern verdeutlichen…“, ja, wenn sie irgendeine Macht besitzen die einer Drohung zu möglicher Gegenwehr Gewicht verleihen könnte! Welche Drohung würden Sie, Don, der deutschen Regierung denn mal so vorschlagen?
Zweitens haben Regierungen wie Merkel ja gar nichts gegen den Vorgang an sich, sondern nur gegen die schlechte Publicity. Merkel stört höchstens, dass sie aus Snowdens e-Papieren lernen musste, dass ihre Methoden, bzw die „ihrer“ Angestellten in den deutschen Sicherheitsdiensten weit weniger effizient überwachen, als der US Stasi das anscheinend kann.
Und drittens und entscheident: Die deutschen Bürger in ihrer gesammelten Dummheit werden auch in Zukunft genau dasselbe korrupte Verbrechersgesindel in alle Ewigkeit weiterwählen, weil es bei denen nun mal nicht weiter reicht, als zum Ressentiment gegen alles was weniger blöd ist.

Es gibt NICHTS, dass man dagegen tun kann.
Dies ist die Zukunft! Und sie hat angefangen!
Und die Entwicklung ist unumkehrbar….

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0 Helmut Weiß 27.06.2013, 14:43 Uhr

Publikumsbeschimpfung

@TDV:

Nun mal nicht so defätistisch. Vergleichen Sie die Metternich- Bismarck-, Nazi- und Stasizeit mit der heutigen Situation. Es gibt einen gesellschaftlichen Fortschritt, auch wenn er eine Schnecke sein mag. Heute können Sie die Regierungs-Chefin und andere Politiker auf das gröbste beleidigen und Ihnen wird kein Haar gekrümmt.

Ich habe bei der letzten Wahl eine bestimmte Partei gewählt, und lasse mich deswegen nicht von Ihnen als "dumm" schmähen. Wenn Sie die Revolution fordern, werden Sie aktiv und ballen Sie nicht die Faust in der Tasche. Aber es gibt gute Gründe, Ihnen nicht zu folgen.

Ich hoffe, daß ich mich schlicht und für jedermann verständlich ausgedrückt habe.

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

Neue übelkeitserregende Drecksack-Berufe...

Neue übelkeitserregende Drecksack-Berufe für echte Drecksäcke, die es immer noch nicht kapiert haben:
(Quelle: "Die Finanzjobs der Zukunft", SPON, http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/branchenreport-fuenf-finanzjobs-der-zukunft-a-907516.html

"Client Profiler

Wer: Informatiker, Wirtschaftswissenschaftler, Sozialwissenschaftler, Psychologen

Wo: Marketing, Marktforschung, Vertriebssteuerung

Was: Die Herausforderung im Privatkundengeschäft lautet, einfache Anlage- und Kreditprodukte mit geringen Transaktionskosten herauszubringen - statt des x-ten Garantiezertifikats, das kein Normalsparer versteht.

Viele Banken setzen auf IT-gestützte Marktforschung. "Dafür suchen die Institute beispielsweise Data-Mining-Spezialisten, die in sozialen Netzwerken neue Kunden und Trends identifizieren", so Ulrich Meyer von Steria Mummert Consulting. Client Profiler profitieren davon, dass der digital vernetzte Kunde kaum noch Geheimnisse hat."

Drecksack-Auszug Ende

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0 Tyler Durden Volland 29.06.2013, 04:42 Uhr

Nur mal zur Klarstellung...

Haben sie tatsächlich meine Antwort von gestern morgen zensiert?

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ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.