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Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Päderastie und Totalüberwachung für den gebildeten Mittelstand

| 136 Lesermeinungen

Kinderpornographie ist das Lieblingsargument der Freunde einer Vorratsdatenspeicherung. Im Fall Edathy kann man sehen, wie die Behörden mit Daten, Grauzonen und Vermutungen umzugehen gedenken.

In einem derartig verworrenen Fall wie dem des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy ist es keine besondere Überraschung mehr, wenn die Akte seines Verfahrens nicht mehr unter Verschluss, sondern in den Medien ist. Die Süddeutsche Zeitung hat sie offensichtlich gelesen und zitiert breit aus dem Inhalt – und der ist gruslig.

Es ist jenseits des abstossenden Geschäfts mit solchen Bildern aber auch etwas gruslig, weil Edathy, wenn man so will, über eine Art Vorratsdatenspeicherung und ihre Interpretation gestürzt ist. Aus den Datensätzen der ausgehobenen kanadischen Firma soll nach den Untersuchungen hervorgehen, dass er von 2005 bis 2010 31 mal Kunde war. Dass ihm die moralische Dimension der Bestellungen bei diesem Anbieter für Abgründiges und Verwerfliches durchaus bewusst gewesen sein sollte, ist kaum zu bezweifeln: Demzufolge wurden verschiedene Emailadressen benutzt, manche Inhalte mit der Post verschickt, andere aber auch mit der IT des Bundestages heruntergeladen. Dass so ein Verhalten für einen Abgeordneten nicht akzeptabel und generell höchst fragwürdig ist, versteht sich von selbst, die rein strafrechtliche Bewertung sieht aber anders aus. Hier vermerken die Unterlagen bei den in Frage kommenden Dateien, sie „sollte(n) strafrechtlich nicht relevant sein“. Obendrein hat Edathy über einen Anwalt nach Bekanntwerden der Aktion der kanadischen Polizei gegen den Pornohändler seine Kooperationsbereitschaft bei der Staatsanwaltschaft angeboten.

Die Geschichte nahm eine andere Wendung: Richter und Staatsanwaltschaft neigten eher zur Annahme, dass „nach kriminalistischer Erfahrung“ in solchen Fällen noch mehr zu finden sei, und so kam es zur reichlich späten Hausdurchsuchung, zu den Photos durch das Fenster von Edathys Wohnung, zu den Stöpseleien bei SPD und CSU, und schliesslich auch zum Rücktritt von Landwirtschaftsminister Friedrich, der sich früher wie Edathy für die Vorratsdatenspeicherung eingesetzt hatte. Die besondere Ironie an der Sache: Hätte die Staatsanwaltschaft den Fall lediglich auf Basis der ihr vorliegenden Beweise und Daten behandelt, wie das von politischer Seite bei der geplanten Einführung der Vorratsdatenspeicherung versprochen wird, wäre die ganze Geschichte vielleicht nie aufgekommen. Statt dessen wurde ein „Graubereich“ entdeckt, in dem sich Edathy befinden sollte, über die Natur der Inhalte müsste letztlich erst ein Richter entscheiden, und dazu kommt dann noch die „kriminalistische Erfahrung“, dass da noch mehr ist. Und so nahm das Verhängnis seinen Lauf.

Unwillkürlich muss man an Amazon denken: „Kunden, die Nacktbilder von Jungen kauften, interessierten sich auch für andere pornographische Inhalte“. Oder an jene Professorin, die aufgrund der Persönlichkeitsstruktur von Männern sexuelle Übergriffe vorhersagen will. Oder an die Spieltheorie. Oder an den Film Minority Report, in dem vorhergesagt wird, wer ein Verbrechen begehen wird, mit dem entscheidenden Unterschied, dass es im Fall Edathy diesen Minority Report nicht gibt, sondern nur diese Schande für den Journalistenberuf, die auf der anderen Strassenseite die Bilder seiner Wohnung schoss, und Medien, die auf Basis dünner Informationen Edathy lebenslang bestraften. So, wie es sich im Moment aber darstellt, ist Edathy aufgrund der Informationen aus Kanada und der deutschen Gesetzeslage nicht eindeutig zu belangen. Dazu müsste man mehr finden – aber nach allem, was man bislang weiss, und was in der Aufgeregtheit und Schuldzuweisungen der Politik und Behörden etwas unterging, wurde bisher nichts Entsprechendes entdeckt.

Allzu viel gehört also offensichtlich nicht dazu, Gründe für einen Anfangsverdacht zu finden und mit Textbausteinen, wie die Süddeutsche schreibt, die Hausdurchsuchung und damit den irreversiblen Schaden für den Betroffenen einzuleiten. Wer sich an den Redtube-Fall und die Leichtigkeit erinnert, mit der von einem deutschen Gericht Tausende fragwürdigen Abmahnungen ausgesetzt wurden, mit vermutlich vielen privaten Problemen, bekommt vielleicht eine Vorstellung davon, wie das erst einmal sein wird, wenn alle Verbindungsdaten restlos und vollumfänglich gespeichert sind, und dann mit „Erfahrungen“ und passenden Graubereichen verbunden werden.

Bei der Vorratsdatenspeicherung werden neben dem plakativen Reizthema Kinderpornographie auch meist organisierte Kriminalität und Terrorismus als Begründung angesprochen. Eigentlich sollte man in einem Rechtsstaat glauben, dass gilt: Nulla Poena sine Lege, keine Strafe ohne Gesetz. Wer nicht mit Drogen handelt, ist kein Drogenhändler, wer keine Bombe schmeisst oder sich dazu verabredet, ist kein Terrorist, wer keine Kinder schändet, ist kein Kinderschänder. In diesem Fall hat man aber Daten, die belegen, dass Edathy vermutlich die rechtlichen Freiheiten weitgehend ausgeschöpft hat. Das kann dank des Gummiparagraphen 184 StGB Verbreitung von Pornographie und dessen mitunter absurden Folgen sehr schnell gehen. Für §184b – Kinderpornographie – könnte rein inhaltlich betrachtet eine gut sortierte Klassikerbibliothek schon ausreichen, Mirabeaus „Bekehrung“ und Hic et Haec“, Gides „Falschmünzer“, Manns „Tod in Venedig“ („Jedenfalls ist hier Päderastie annehmbar für den gebildeten Mittelstand gemacht“, erkannte damals Alfred Kerr). Oder auch Gipsabgüsse attischer Kouroi, die ich beim Studium der Klassischen Archäologie gesammelt habe und die jetzt in dem Raum stehen, in dem ich für diesen Beitrag recherchiert habe – und ich habe nicht den mindesten Zweifel, dass die Seiten, die ich heute Abend dafür besuchte, mit etwas bösem Willen auf grosses Interesse an Pädophilie, Drogenmissbrauch und Gründung einer terroristischen Vereinigung schliessen liessen (durch einen cis-heteronormativen, überzeugten Kinder-, Alkohol-, Tabak- und Drogenhasser, der bei einer bürgerlich-liberalen Zeitung arbeitet).

Solange auf der anderen Seite ein Staat und Behörden wären, die mir diese Informationsfreiräume vollumfänglich garantieren und sie mit grösstmöglicher Vorsicht behandeln, wäre eine Vorratsdatenspeicherung nicht allzu schlimm. Was aber in diesem Fall offensichtlich wird, ist das Gegenteil: Wer seine Rechte und Möglichkeiten ausschöpft, macht sich verdächtig. Wie die Grauzone anzusetzen ist, wie die Daten zu bewerten sind, die dann komplett und langfristig und jederzeit abrufbar sind, liegt ganz im Ermessen der Behörden – und bitte, nur ein paar hundert Meter von diesem meinem Zimmer, in dem der Tod in Venedig neben Hic et Haec steht, steht auch das Landgericht, das die Urteile im Fall Rudolf Rupp sprach. Bei Edathy haben 31 Internetvorgänge in 5 Jahren gereicht, um eine Existenz komplett zu zerstören. Vorratsdatenspeicherung bedeutet nicht weniger, als alle Verbindungen derartigen Verdächtigungen auszusetzen – oder eben darauf zu achten, dass man wie in einer Diktatur jeden Graubereich vermeidet, den das System definieren könnte. Die dafür nötigen Gummiparagraphen gibt es bereits, und selbst, wenn am Ende doch ein Freispruch oder eine Verfahrenseinstellung herauskommt, bleibt genug Ärger und Strafe hängen – völlig harmlose Bekannte wurden schon wegen Gotteslästerung verfolgt. In einem Internet voll mit anfälligen Routern, leichten Passwörter, infizierten Rechnern, staatlichen Trojanern, irren Stalkern und der Möglichkeit, anderen etwas unterzuschieben, kann das schnell gehen.

Dazu kommt noch ein weiteres Problem: Im Fall Edathy wird sein Jahre zurückliegendes Verhalten jetzt benutzt, um Abschätzungen über sein Verhalten in der Gegenwart vorzunehmen. Es ist schon übel genug, dass private Firmen wie die Schufa, Ebay, Amazon, Facebook und Google das tun und das Leben und Denken beeinflussen wollen, aber bei der staatlichen Überwachung sind die Folgen ungleich schlimmer. Das Menschenbild dieser rückwirkenden Verhaltensüberwachung ist fast schon totalitär – dass ein Mensch sich ändert, dazulernt, sich bessert, wird damit erst gar nicht angenommen, die alten Verfehlungen bestimmen das Bild und die Folgen für die Zukunft. Der nächste logische Schritt – Entwicklung von Modellen und Programmen, die auf Basis des Nutzerverhaltens potentielle Täter und Risikogruppen schon im Entstehen autonom aufspüren – wird dann sicher nicht lange auf sich warten lassen, wenn erst einmal alle Daten vorhanden sind. Hier noch ein Netzfilter – wegen KiPo natürlich und allenfalls wegen Extremismus – und da noch ein Verbot von Anonymisierungsdiensten, statt dessen eine Bürger-ID für das Internet, und das Netz ist so sicher wie in Nordkorea und China. Irgendetwas muss so ein Innenpolitiker ja fordern, wenn seine alten Forderungen erfüllt wurden, und sich an den grundlegenden Problemen nichts ändert.

Hinweis:

Es gibt für diesen Beitrag auch eine kommentarfreundliche Version.

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136 Lesermeinungen

  1. heißes Eisen
    Da haben sie aber ein verdammt heißes Eisen angepackt, werter Don. Eine Person mit sehr speziellen Neigungen, Sicherheitsdienste mit offenen Rechnungen, sich verplappernde Berufspolitiker, und Journalisten ohne Skrupel beim Eindringen in die Privatsphäre.

    Dies jetzt auf allen Kanälen dargeboten und schon schäumt der deutsche Michel beim abgründigen Spiel aller Beteiligten. Und keiner hat dabei eine reine Weste. Kann mir einfach noch kein abschließendes Urteil darüber bilden und vertraue auch weiterhin auf die Arbeit investigativer Journalisten wie Leyendecker und Co. Hierbei könnte die FAZ ruhig noch einen Zahn zulegen.

  2. Rechtsstaat in Bedrängnis
    So sehr es auch befremdlich sein mag, dass erwachsene Menschen überhaupt sexuell von Kindern angezogen werden, so bedenklich ist es doch auch, dass hier pädiophile Neigungen, die ohne Übergriffe auf Kinder oder den Konsum solchen Materials, welches auf solchen Übergriffen beruht, eben noch keine Straftat darstellen, öffentlichkeitswirksam ausgeschlachtet werden, um das rechtsstaatliche Empfinden der Menschen zu schleifen. Zu sehr berührt das Thema die Urangst von Eltern vor denen, die aufgrund solcher Neigungen die Unantastbarkeit ihrer Kinder verletzen könnten.

    Zu selbstverständlich erachten wir die uns selbst schützenden Aspekte des Rechtsstaats, zu sehr haben wir uns daran gewöhnt, uns sicher vor haltlosen Anschuldigungen und dem Willkührzugriff unserer Justiz zu halten, dass unser Bekenntnis zum Rechtsstaat ins Wanken kommt, sobald uns die Möglichkeit schrecklicher Verbrechen so nahe tritt, dass wir meinen davon betroffen werden zu können.

    Mir kommt es so vor, als ob der Fall Edathy nicht von ungefähr jetzt hochkommt, zu einem Zeitpunkt, an dem Verursacher der Totalüberwachung und ihre stillen Unterstützer bei uns, ungeduldig werden, dass der Protest gegen NSA und GCHQ immer noch nicht abflauen. Die Botschaft scheint zu sein: „Seht her, da bewahren uns die 5-eyes immerhin vor übergriffigen Politikern. Das ist doch zu etwas gut.“ Dies ist politische kurzsichtig. Auch bei dem letzten Übergriff auf Grundrechte in Deutschland setzten selbst bei vielen ursprünglichen Gegnern sich langsam die Beschwichtiger durch. Um 1936 meinten viele: „Nichts wird so heiß, wie es gekocht wird.“ Werch ein Illtum! Wir sollten wach bleiben: Es entschuldigt nichts den Bruch von Grundrechten. Verbrechen gab es immer. Verdacht von Verbrechen auch. Die historische Errungenschaft des Rechtsstaats hat sich früher auch nicht durch den Verweis auf Verbrechen verhindern lassen. Deshalb müssen wir auch heute unseren Rechtsstaat gegen die Ursupatoren in Geheimdiensten und Politik verteidigen – unermüdlich und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln!

    • Welche Proteste?
      Also so gerne ich sie ja sehen würde, aber die Proteste gibt es nicht wirklich. Merkel hat das Aussitzen anscheinend perfektioniert und die Bevölkerung ist der unkommentierten Pressearbeit mal wieder überdrüssig geworden. Hat ja bis jetzt bei jeder Merkel-Krise auf Bundesebene funktioniert. ;)

      Die meisten Menschen, die Sie fragen, lesen doch solche Artikel wie diesen hier gar nicht erst und können Ihnen auf Fragen zum Thema NSA nur stupide Antworten der Kategorie „Ich merk davon nix“, „Ich habe keine Zeit, mir darüber Gedanken zu machen“ und „Was ist diese NSA?“. Das ist ganz unabhängig vom Bildungsniveau.

      Traurig aber wahr, Frösche im erhitzenden Wasser.

    • Elternfürsorge
      Zitat: Zu sehr berührt das Thema die Urangst von Eltern vor denen, die aufgrund solcher Neigungen die Unantastbarkeit ihrer Kinder verletzen könnten.

      Nun machen Sie mal halblang! Erstens ist es erwiesen, die alles Überwiegende Zahl von Übegriffen auf Kinder kommen aus der eigenen Familie! Gerade Mütter sind hier sehr aktiv, das geht los bei vollkommen unsinnigen Knabenbeschneidungen, um die Buben an der Masturbation zu hindern bis zu dauernden Geschlechtsumwandlungen bei sogenannten Zwittern, die dem Kind gar nichts nutzen, sondern nur zu totaler Gefühllosigkeit führen und den selbsternannten „Experten“ Einnahmen verschaffen. Ich habe von einem Fall gelesen, der zehn mal auf das jeweils andere Geschlecht umoperiert wurde und der Stop kam erst mit der gesetzlichen Mündigkeit des Delinquenten.

      Eben weil auf die Eltern kein Verlass ist bzw. denen das im Grossen und Ganzen in der gelebten Praxis wurstegal ist, deshalb gibt es Initiativen der Betroffenen, das gesetzlich verbieten zu lassen, aber das interessiert niemanden. Aber wenn ein Politiker sich an Photos nackt spielender Kinder aufgeilt, ist das ein Skandal für die ganze Republik. Offensichtlich will man nicht Kinder schützen, sondern Beschäftigung für Juristen kreieren…

  3. Es hat vor
    Kurzem mal jemand gefragt, was denn die Hacker eigentlich mit den Zigmillionen gerade geraubten E-Mail-Adressen vorhaben. Ganz einfach, Ihr Lieben: Die Adressen werden sowohl zum Versenden als auch zum Empfang von Kinderpornographie benutzt. Jeder, aber auch wirklich jeder (nein, nicht jede!) hat dann irgendwann irgendwo in seiner Post was Strafbares – sei es als vermeintlicher Absender, sei es als Empfänger (nein, kein -In!). Es gilt Beweislastumkehr – heia, das wird ein Spaß!!!

  4. Er arbeitet also doch für diese Zeitung.
    „MRM – Minority Report Michelangelo“ – Am 18. Februar 1564, heute vor 450 Jahren, ist Michelangelo gestorben.

    BBC’s sehenswertes „The Divine Michelangelo“ (Tube) wurde vermutlich auch darum heute wieder im TV gesendet. Ganz normaler Bildungsvorgang sicher.

    Und wer mehr Thomas Mann im Regal hätte, würde vielleicht wissen, dass „Die Erotik Michelangelos“ noch vom 75-jährigen Mann verfasst wurde, M. und M.’s Schicksal Dauerfaszination dieses vermutlich höchst unschuldig-schuldigen Päderasten waren – und von Mann ein kleines später persönlich so öffentlich vorgetragen. Und sicher hat man das im Regal, und selbstverständlich mit ganz höchstpersönlichen Anmerkungen und Anstreichungen. Und schon seit Jahrzehnten.

    Und der Vorgang der kleinbürgergerlich-gierigen Überwachungswünsche, sich selbst vermutlich unreflektiert als Ersatzbildungsvorgang ausgegeben (1), Wissen und Kenntnisse schnell und heimlich zu bekommen – und billlig und schnell und so das andere dafür bezahlten – wäre duch Geduld oder Duldsamkeit nicht aus der Welt zu schaffen. Solcherart Fehlverhalten pflegt seiner inneren Natur nach grenzenlos, schrankenlos zu sein. Die Herrschaft des Rechts ist wiederherzustellen.

    1 – „ich konnte zwar leider nicht studieren (weil man mich ungerecht behandelte, nicht ließ, mir die finanziellen Möglichkeiten genommen oder nicht gegeben waren), trotzdem kenne ich aber auch viele Geheimnisse“. Vollkommenes mißverstehen des Bildungsvorganges universiärer Natur so auch ausdrückend.

    Die NSA-Überwachung z.B. ist ganz offensichtlich als kleinbürgerlich-faschistoid einzustufen auch. Aber darüber reden, es anzuzeigen alleine wird nichts ändern. Brauchen doch diese Art nicht änderbarer Persönlichkeitsmerkmale, und wären sie die von Kollektiven, ein abzuwertendes, feindliches, „sozial als minderwertig als man selbst“ erkanntes, darum einzuhegendes, usw. „außen“, sich selbst daran und dadurch zu fokussieren. alle veränderungsnotwendigkeiten des kriegerischen mannes liegen aber ausschließlich in ihm selbst, nirgends anders.

    Und Merkels Frankreich-Initiative, wie jetzt vorgetragen, ist auch nicht die Lösung. Aber es gibt sie.
    .

  5. Nichts Neues unter der Sonne.
    „Totalüberwachung für den Mittelstand“ ist ja auch nicht vorgesehen. Solche absichtlichen Mißverständnisse gehören genau deswegen verboten – und unter Strafe gestellt. „Der verkennt absichtlich unsere guten Absichten und schmäht öffentlich unser aufopferungsvoll-selbstloses Bemühen – ins LAGER mit ihm – UMERZIEHEN!“

    Und „Michelanglo bis 75“ – ein Alter in dem Man(n) kaum noch sexuell aktiv wäre? Ließen tief blicken, diese, solche Annäherungen … . „Nachhaltig-unbewältige“ also, „kam nicht drüber hinweg der arme Kerl“, „heute könnte der aber Hilfe haben klar.“ Könnte er, sollte er? Und Namens welcher und wo und wie vorbestimmter Normierung?

    Hätte sich alles auch damit zu tun, das Deutschland heute schon wieder zu klug und zu selbstvergessen aus vollem eigenen Selbstverständnis handelte. Gibt nämlich im deutschen TV bereits seit ein paar Wochen eine klug gemachten TV-Spot von 30 Sekunden, welcher aussagt „Deine Neigung ist natürlich und nicht negativ und auch nicht pervers und soll auch nicht weg-therapiert werden, bist Du aber in Sorge wg. einer möglichen Ausübung, von der wir alle wissen, sie ist nicht zu tolerieren, so rufe an“ – und dann die Nummer. Deutschland halt. In so Dingen ziemllich weit vorne auf der Welt, richtig Klasse.

    Und die Angst vor Kinderfixxer ist auch kleinbürgerlich, wie alle derartigen Ängste.

  6. Wobei man heute, A. D. 2014,
    einmal mehr versucht sein könnte, über den mitteleuropäischen Sprachköper, „den an sich“, neu nachzudenken. Und das würde zu keinen neuer Ergebnissen führen, sondern evtl. feststellen müssen, das Kontinuität fehlte, Kontinuität der Herausgehobenen und Herausragenden.

    „Das Schreiben, worüber es sonst keiner tut“ – Thomas Bernhard hatte in diesen Tagen auch 25. Todestag. Vermutlich daher wurde „Thomas Bernhard – TV-Dokumente 1967-88“ (Tube, 49 min.) wiederholt.

    Für die Generation@ könnte es daher vor allem erst einmal die (selbst gestellte) Aufgabe sein, bei voller Gesundheit und relativ unbeschädigt – und wäre es ohne Werk – zumindest älter zu werden, als Bernhard es tat, also 58 zu werden. Und alles andere käme danach. Eine persönlichem Form von „Anti-Bernhard“ sozusagen – Integration, nicht Überwindung.
    .
    Und alles hier ist angelsächsische Errungenschaft. Ungefähr alleine. Wir würden hier sonst nicht schreiben, noch uns bilden.

  7. Titel eingeben
    Edathy war auf einer Liste von Pornobestellern. In diesen Filmen waren “horrific sexual acts against very young children, some of the worst that they have ever viewed,” laut kanadischer Polizei. Nachdem Edathy frühzeitig gewarnt wurde, hat man bei ihm natürlich nichts mehr gefunden und es wird wahrscheinlich nicht reichen, um ihn strafrechtlich zu belangen.
    Ist er deshalb unschuldig? Ist eine Alice Schwarzer unschuldig, nachdem sie sich frei gekauft hat? Im juristischen Sinne mag das sein, im moralischen Sinne sicherlich nicht. Natürlich ist das Strafrecht, kein Moralrecht. Deshalb ist es umso wichtiger, diese Fälle in die Öffentlichkeit zu bringen, damit sich jeder sein eigenes Urteil erlauben kann.

    Ach halt, er wurde ja hereingelegt.
    Ein Motiv dafür gibt es nicht, immerhin war er auf Seiten des Geheimdienstes. Einen Anwalt hat sich Edathy genommen, um mit den Behörden zu kooperieren, noch bevor die kanadische Polizei die Pressekonferenz im November gab. Das war noch so früh, dass die deutschen Behörden dem Anwalt nichts sagen konnten. Bevor die Sache spruchreif war, hat Edathy sein Amt niedergelegt und seine Mitarbeiter weitervermittelt. Und ganz zum Schluss, nachdem schon alles in trockenen Tüchern war, wurde die Polizei tätig. Der Päderast wäre wahrscheinlich einfach mit einem blauen Auge davon gekommen, wenn nicht einer den Fall durch gestochen hätte.
    Vielleicht kann dieser ganze Amigo Sumpf nur trocken gelegt werden, wenn die VDS eingeführt wird.

    • Fragwürdiger Beitrag
      Das ist so ein Beitrag der dermaßen irreführend ist, dass man sich nur fragen kann, ob der Verfasser schlecht informiert ist, oder bewusst in die Irre führt. Wenn Edathy tatsächlich Kinderpornographie bei der kanadischen Firma gekauft hätte, könnte man ihm das nachweisen, und zwar anhand der gleichen Kaufdaten, mit denen sein Erwerb „strafrechtlich nicht relevanten“ Materials getätigt wurde.
      Mit welcher Quelle können sie belegen, dass E. seinen Anwalt VOR den Verlautbarungen der kanadischen Behörden genommen hat? Ode ist das wieder so eine Verschwörungstheorie, mit der indiesem Fall die VDS legitimiert werden soll?
      Solche Beiträge sind einfach nur unterste Schublade…

    • Sie haben deb Beitrag nicht verstanden, Edathy hat seinen Anwalt Kontakt mit den DEUTSCHEN Behörden aufnehmen lassen.

    • Falsch
      Das englische Zitat „horrific sexual acts…“ bezieht sich auf das Material, was der Händler auch noch quasi unter der Ladentheke angeboten hat. Edathy hat dieses Material allerdings nicht gekauft – so steht es zumindest auf den gefundenen Lieferlisten. Schlimm genug was er laut Listen bestellt hat – aber eben nicht das, für das Sie ihn verurteilen.

      Ihre falsche Annahme ist genau die Gefahr bei einer Vorratsdatenspeicherung. Sie ziehen aus dem was Sie lesen die falschen Schlüsse.

      So ist es auch nicht ungewöhnlich, wenn jemand eine ausgetauschte, alte Festplatte zerstört. Niemand will, dass der Nachbar oder ein Müllmann an seine privaten Daten kommt.

      Möglicherweise wurde er gewarnt – das wissen wir beide nicht – in dem Fall hat er die Festplatte möglicherweise wegen anderer Sachen, z.B. Raubkopien zerstört. Wer weiß.

    • Und es geht dem Staat auch gar nichts an, was man auf der eigenen Festplatte gespeichert hat.
      Generell ist nicht jeder grundsätzlich verdächtig, sondern erst einmal unschuldig. Das einzig Gute an dieser Sache ist, dass zwei maßgebliche Fürsprecher der VDS über gerade diese gestolpert sind. Leider fällt das Plappermaul weich, der andere mit den antiken Vorlieben glücklicherweise nicht.

    • Eben
      „Ihre falsche Annahme ist genau die
      Gefahr bei einer Voratsdatenspeicherung
      Sie ziehen aus dem was Sie lesen die
      falschen Schlüsse.“

      Davor sollen dann Daten, noch mehr Daten
      schützen.
      Die Hoffnung stirbt zuletzt…

      …und das mit den „horrific sexuel acts…“
      darf auch nie fehlen.

    • Titel eingeben
      Ihre Einschätzung

      „Nachdem Edathy frühzeitig gewarnt wurde, hat man bei ihm natürlich nichts mehr gefunden“

      zeigt genau, was für schlimme Folgen diese Indiskretion hat. Edathy hat überhaupt keine Möglichkeit mehr, sich vom Verdacht reinzuwaschen. Eine Durchsuchung ohne Ergebnis entlastet ihn vor der Öffentlichkeit nicht. Auch wenn er nie kinderpornografisches Material besessen hat, kann er Ihr Argument nicht widerlegen.
      Die perfekte Methode, eine Existenz zu zerstören.

    • Wer alte Festplatten zerstört, muss nicht einmal Raubkopierer sein
      Da ich selbst Berufsgeheimnisträger bin, würde ich nie eine Festplatte einfach in den Schrott werfen, selbst wenn sie defekt ist. Von einem Abgeordneten erwarte ich ebenfalls diese professionelle Sorgfalt im Umgang mit alten Datenträgern. Mit anderen Worten: Zerstörte Festplatten begründen keinen Anfangsverdacht, es sei denn, es handelte sich um sehr neue Exemplare, die nach menschlichem Ermessen nicht schrottreif gewesen sein können. Auch wer Zeitschriften wie die c’t liest, wird nie eine Festplatte einfach so entsorgen, auch wenn ausschließlich harmloses Zeug drauf war, nicht einmal eine Musikdatei ungeklärter Herkunft.

  8. Gläserne Bürger... zerbrechen leichter
    Das erschreckende an diesem Fall ist nicht, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt. Das erschreckende ist, dass sie das öffentlich tut, quasi mit Kamerabegleitung.
    Am Ende wird es so ausgehen:
    Das Verfahren wird eingestellt, aber der eifrige Beamte hat ja sein Pflicht getan.
    Das Interesse erlischt, aber der Sensationsreporter hatte seine Auflage.
    Eine Existenz ist zerstört, aber das interessiert keinen mehr.

    • Dass man Edathy kaputt machen wollte, der Verdacht drängt sich auf, ja.

    • Titel eingeben
      wenn im sinne von falls: und warum konnte der dann nicht klug wählen? also abwägen zwischen den unverletzlichen gestaltungsmöglichkeiten, die ihm sein amt bot, und kleinbürgerlichen handlungen einer sagen wir „informations-selbstbeschaffung im netz“?

      so gesahen wäre edathy immer schuld – und die staaten ermittelten und informierten sich gegenseitig zu recht – so, wie sie es tun. schließlich hätte edathy auch delegieren können, was er selber tat, nicht? (sogar müssen, verantwortlicher weise. daher wäre und bliebe er politisch ein versager, keine gnade.)

    • eher nicht
      Nein, der E. hat sich schon selbst kapott gemacht. Aber das Gute ist : wir verlieren ja hier keinen der „Besten“ denn er ist ja

      a) ein A[edit] (Bilder von nackten kleinen Jungs … was fuer ein ( – ) eben!)
      b) dumm obendrein : Bestellung der Bilder ueber die IT des Bundestages (also quasi seines „Arbeitgebers“).

      Also ein dummes A[edit]. Na denn.

    • Ja, hoffentlich ist die Existenz Edathys zerstört!!
      Es irritiert, dass es in Ihrem Blog heißt, das „bestellen von Videos mit nackten Kindern sei moralisch höchst fragwürdig“…. es ist zutiefst verurteilenswert und eckelhaft und es ist richtig, dass dieser Mann jetzt öffentlich eine Persona Non Grata geworden ist. Völlig egal, wie es ausgeht, dass Edathys Existenz zerstört ist, ist wunderbar und sollte vielleicht andere abschrecken, die ähnliches vorhaben oder bereits tun!

    • Es gibt in diesem Land, auch wenn es manchen nicht gefällt, auch für Angeklagte, Verdächtigte und Straftäter Rechte, die man zu respektieren hat – das unterscheidet uns von einer Diktatur. Und es gibt für mich keine Pflicht, mich im Ton zu vergreifen, wenn andere das gern hätten. Aber wer sich hier im Ton vergreift, muss damit rechnen, in der Spamtonne zu landen.

      Schön dass wir das geklärt haben.

    • Titel eingeben
      … aber darauf das Herr Edathy nicht besonders geschickt vorgegangen ist (end-to-end) koennen wir uns schon einigen? Insofern bleibe ich dabei: Hier geht keiner der „Besten“ …

    • Es gibt in diesem Land auch ein Recht auf geschicktes Vorgehen. Aber es macht hier wohl kaum einen Unterschied mehr.

    • Titel eingeben
      … ach kuerzen wir das ganze doch mal ab – der Kollege E. kann ja einfach mal bei fb die von ihm gekauften Bilder posten, dann koennen wir uns alle ein Bild machen worum die ganze Aufregung handelt. (Und jetzt kein Copyrightgeheule … )

  9. Titel eingeben
    Also, die SPD, die die Lufthoheit über die Kinderbetten erkämpfen will und eine Familienministerin Schwesig in Position bringt, schickt einen? Typen ins Parlament, der sich an kleinen nackten Jungen aufgeilt. Da wird dann „im Namem des Volkes“ über das Adoptionsrecht für Homosexuelle abgestimmt. Über Homoehe und Akzeptanz von was für welchen Schweinereien auch immer.
    Und dann, Oh Weh und Ach, eine kleine Lokalzeitung wagt es über die speziellen Vorlieben des örtlichen Abgeordneten zu berichten?
    Das dumme Wahlvieh wissen zu lassen, was für einem Charakter…… sie Macht und Einfluss verleihen? Darf das sein?
    Jounalisten und Medien, die Informationen entweder nicht wissen wollen, oder nicht weitergeben und immer hübsch artig einfärben um uns blödes Volk dumm zu halten, sind für mich ein Teil des verkommenen Politiksumpfes.
    Das Thema Voratsdatenspeicherung scheint mir hier nur als Nebelkerze benutzt zu werden um aus dem Herrn Edathy einen Märtyrer zu machen.

    • Überhaupt nicht. Es gibt aber einen Unterschied zwischen moralischen Ansprüchen und rechtlichen Folgen. Nicht alles, was m.E. jemanden als Politiker untauglich macht, macht ihn zum Verbrecher. Ein paar Bilder können ein Leben zerstören, die Befürwortung von der Verelendung hunderttausender alleinerziehender Mütter in diesem Land gilt als Sozialgesetzgebung. So ist das eben.

    • @smaug
      Und Sie müssen auf die Verkommenheit noch eins draufsetzen, in dem sie das Adoptionsrecht für Homosexuelle ins Spiel bringen und so tun, als wären Homosexuelle und Pädophile das gleiche und als gäbe es keine heterosexuellen Pädophilen. Würden Sie das Adoptionsrecht für Heterosexuelle und in Frage stellen, wenn auf den Bildern kleine Mädchen gewesen wären? Und welchen Kommentarrichtlinien entspricht es eigentlich, Homoehe und „welche Schweinereien auch immer“ in direkten Zusammenhang zu bringen?

    • Titel eingeben
      Welche Partei hat nochmal dieses neue Scheidungsrecht das Frauen in die Verelendung treiben kann zu verantworten??? Ähm,- Ex GROKO Justizministerin Zypries SPD.
      Moralische Verantwortung und rechtliche Folgen…..

  10. Nulla Poena sine Lege
    Frau Friedrichsen gestern bei Jauch und Sie hier, sagen dass so ein Verhalten für einen Abgeordneten nicht akzeptabel sei, und stellten sich damit über das Recht. Daraus folgt, dass die Überwachung über strafbare Handlungen hinaus rechtens sein muss und die Ächtung von rechtlich irrelevanten Handlungen legitimiert ist. Man wird sich wohl entscheiden müssen, ob die Gesetze verschärft werden oder die Edathys dieser Welt weiterhin als unbescholten zu gelten haben. Siehe auch http://generatoren-der-irrelevanz.de/tagesschau-2

    • Wie scharf denn noch? Schon heute ist das meiste freier Ermessensspielraum dank §184, das hat sich seit Oskar Panizza nicht geändert. Ich finde es im übrigen krank, was an Gewalt und Ekel im TV zu sehen ist, dagegen ist vieles in Sachen Porno in meinen Augen vollkommen harmlos. Die gleiche Landesmedienanstalt, die RTL den Schungelekel machen lässt, will Pornofilter im Internet. Als ob die Darstellung von Liebe verwerflicher als das sind, was die Glotze treibt.

    • entweder oder
      die Formel: „entscheiden …, ob die Gesetze verschärft werden oder die Edathys dieser Welt weiterhin als unbescholten zu gelten haben.“ enthält zwei Varianten. Instinktiv haben Sie nur auf eine Variante reagiert, nämlich auf die Verschärfung der Gesetze und nicht auf das Schweigegebot gegenüber einem unbescholtenen Bürger, wie es Herr Edathy bis dato ist.

  11. Treffer
    Sehr gelungener Beitrag, weil Sie das Auge auf die Meachnik lenken. Dabei ist zunächst wurscht, was E. tatsächlich auf der Seele und möglicherweise verbrochen hat. Wichtig ist, wie vom BKA aus neu definiert wird, was ein begründeter Verdacht sein kann und was nicht und wie mit dem Veracht dann im politischen Raum operiert werden kann.
    Sie erregen im übrigen selbst einen schlimmen Verdacht gegen sich, dass Sie den direkt neben Ihrem „Tod in Venedig“ stehenden Nabokov mit seiner Lolita vergessen haben (ach, der steht da nicht? Warum haben Sie das Bucht entfernt? Es muss doch Gründe geben, dass Sie das Buch nicht besitzen?) Kriminaltechnische Untersuchungen würden zeigen, dass Sie das Buch mehrmals zur Hand genommen haben. „Warum haben Sie das Buch so intensiv gelesen?“, „Wie bewerten Sie die darin geschlderten Vorgänge?“,“Auf Seite 235 haben wir im Papier 0,02my Schweißspuren gefunden – wieso?“, „Wir müssen die Öffentlichkeit darüber informieren – oder Sie räumen den Verdacht gegen Sie aus, indem Sie einen Beitrag schreiben, wie wichtig die Arbeit des BKA ist und wie unerlässlich eine umfangreiche Vorratsdatenspeicherung …“
    Es wird spannend sein zu beoabchten, ob die Parlamenterier in Berlin noch zeitig genug aufwachen, um zu merken, dass sie kurz davor sind, komplett verkaufte Typen zu sein …

    • Ganz ehrlich, bei Lolita ist jede Grenze überschritten, schliesslich spielt das Buch in einem Land namens Amerika und das lehne ich klar ab. Wo ist der nächste Scheiterhaufen?

      Vergessen habe ich auch sonst noch viel – gestern etwa ersteigerte ich da Bild eines Biedermeiermädchens, dem die Bluse verrutscht. So ist das.

  12. Mit Verlaub - Sie sind ein hundsgemeiner Sympathisant
    der Freiheit und begeben sich vor Zwangsweinweisung am besten in Präventivhaft

  13. Sehr fragwürdige Vergleiche
    Ja, es stimmt schon: es gibt klassische Literatur, Gemälde, Säulen usw. in denen Dinge dargestellt werden, die aus heutiger Sicht als Kinderpornographie gelten würden. Wobei das auch für viele andere nicht akzeptable Handlungsweisen wie Mord und Totschlag oder Folter gilt. Und diese Darstellung nicht zwangsweise verherrlichend sein muss.

    Im Fall Edathy wurde aber bewusst Material bestellt, dass sich im Grenzbereich befand. Es geschah wiederholt – 31 mal. Es ist also ein Muster zu erkennen, und das ist nicht auf künstlerisches oder geschichtliches Interesse zurückzuführen, denn im Gegensatz zu den Klassikern ist die rechtliche Grauzone zum Zeitpunkt der Bestellung schon existent und nicht das Ergebnis sich ändernder Moralvorstellungen.

    Zudem: Edathy hat das Material vernichtet. Die Aussage, dass es rechtlich unbedenklich sei, stammt von ihm bzw. diesem fragwürdigen Lieferanten. Die Vermutung, dass eben nicht alle Bilder nur moralisch, aber nicht strafrechtlich bedenklich seinen, liegt sehr nahe. Genauso wie die Vermutung, dass die Kanadier nicht die einzigen Lieferanten waren.

    Allerdings gebe ich dem Autor in einem Punkt Recht: daraus ein Argument für die Vorratsdatenspeicherung abzuleiten ist nicht gerechtfertigt. Ja, das mag effektivere Kriminalitätsbekämpfung ermöglichen, aber zu welchem Preis? Um die Freiheit zu verteidigen selbige zu opfern? Kann nicht Sinn der Sache sein.

  14. "Nach kriminalistischer Erfahrung" sind wir alle sittenlos und potentielle Straftäter!
    So hat ja auch die Stasi mit der offiziellen Kindergartenbevölkerung der DDR verfahren:
    Jeder wurde mißtrauisch beäugt.
    Als Westler habe ich das in den 70ern und 80ern bei Besuchen in der DDR jeden Tag heftig zu spüren bekommen!
    Unsere Staatsanwaltschaft hätte das natürlich auch gern hier, das liegt in der Natur deren Rolle.
    Aber bei diesem Ekelthema will da kein Politiker und kaum ein Journalist die Anwaltschaft per Hinweis auf die Rechtslage zurückpfeifen und sagen: Was macht ihr da? Wer berechtigt euch, grundsätzlich etwas anderes anzunehmen, das Faktum esoterisch und völlig willkürlich hochzurechnen, wenn nichts Ungesetzliches zu finden ist?
    Ihr spielt hier Gesetzgeber und macht euch strafbar.

  15. Freiwillig totalüberwacht?
    Die Parteichefs wollen sich alleine treffen
    .
    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/edathy-affaere-parteichefs-wollen-sich-allein-treffen-12805622.html
    .
    … mit oder ohne Handy, mit oder ohne Handy-audience?

  16. Titel eingeben
    Danke für Ihren Beitrag. Sie nennen die Punkte, um die es – jenseits aller Stammtischdebatten – wirklich geht.

  17. Schnüffeldiktatur??
    Bis zur Bankenkrise und dann zu den Enthüllungen über die NSA hatten viele Menschen den Vertretern der Politik in den westlichen Demokratien, trotz mancher Fehler, prinzipiell irgendwie vertraut. Nun kommen Fragen auf, wieweit sind Gesetze wie gegen Kinderpornographie, zum Schutz von Frauen, gegen Drogen oder Terrorismus überhaupt wirklich ehrlich, um dem rechtschaffenen Bürger ein Leben in Freiheit und Sicherheit zu gewährleisten. Diese Themen liefern zumindest vordergründig Argumente, Menschen zu überwachen (Rechtschaffene haben nichts zu befürchten??), Grundsätze des Rechtsstaats, wie Unschuldsvermutung in Frage zu stellen (siehe Konflikt Schwarzer- Kachelmann). Die Fälle NSU und Buback lassen staatliches Handeln im Ermittlungs- und Strafverfolgungsbereich fraglich erscheinen. Gerade die aktuelle Diskussion über den Fall Edathy lässt die Ermittlungen weltweit wiederum als äußerst fragwürdig erscheinen, wenn die durchgesickerten Informationen stimmen. Wie berichtet, sind offensichtlich ca. 300 Nutzer, aber keine Lieferanten des Schmuddelkrams, also die Haupttäter und Profiteure entlarvt worden; dafür der weltweite Millionenaufwand? Diese Frage zu klären, wäre vielleicht höchst interessant, wenn man bedenkt, dass die üble Affäre Dutrox in Belgien auch keine Ergebnisse zu den Hintermännern gebracht hat. Geht es hier gar nicht so sehr um Aufklärung der wirklichen Verbrechen? Wenn diese Fragestellung aber nicht absurd ist, so stellt sich neben dem Kindesmißbrauch auch die Frage nach möglichem (geplanten??) Gesetzesmißbrauch. Wie einfach ist es eigentlich für einen Geheimdienst, Verbindungsdaten zu fälschen und die Rechner unbescholtener Bürger mit strafbaren Material zu verseuchen, nachdem vorher die Internetadresse mißbraucht wurde. Unliebsame Personen lassen sich so schnell und wirksam ohne KZ oder ähnliche offensichtliche Rechtsbrüche schnell und sogar rechtsstaatlich sauber entsorgen. Wäre hier nicht eine gesellschaftliche Diskussion zur Rolle des „vordergründig Guten“ und der „Ethikkommissionen“ etc. in unserer Gesellschaft dringend von Nöten. Insbesondere wäre es wohl auch nötig, die Interessenlage der Initiatoren dieser Gesetzeskomplexe durch investigativen Journalismus detailliert zu durchleuchten.

  18. Klasse Artikel!
    Danke für den tollen Text! Vielleicht lernen damit Politiker endlich, über was sie eigentlich entscheiden…

  19. Da ist schon was dran: solange entsprechende Pädo- Literatur nur eine kleine Minderheit las,
    die sich über die Kunst gerechtfertigt schien, nahm es der Staat und die Vertreter dessen Ethik grollend hin.
    Die „humanistische“ Elite hatte sich ideologisch geschützt.

    Über das Internet droht nun aber eine Art Volkstümlichkeit aller möglichen Perversionen, d.h. die allgemeine Ethik droht zu kippen.

    Hier wird dann ganz anders eingegriffen, und das muß dann auch sein.
    Denn:
    Perverse Freiheiten einer selbsternannten alten Pädo- Elite (siehe Odenwaldschule) sind keine
    Begründung und Rechtfertigung, daß nun fürs Volk auszudehnen nach dem Motto: die haben es doch auch…
    An dieser Stelle muß ich also Alphonso klar kritisieren und hiermit widersprechen!

    • Historischer Irrtum
      Literatur, die pädiophile Neigungen bediente, gab es immer schon auf etwa jedem literarischen Niveau. Auch wird es immer sexuellen Abusus von Kindern gegeben haben. Vor der Aufklärung galt dieser noch nicht einmal als Skandalon. (Wie viele gerade adelige Mädchen wurden bereits mit 12/13 Jahren verheiratet.) Ab dem späten 18. Jahrhundert wurden derlei Neigungen dann öffentlich zwar skandalisiert, in der Praxis aber (in Kontinentaleuropa, am deutlichsten in Frankreich) stillschweigend ignoriert, wenn die Akteure eine ordentliche soziale ‚Fallhöhe‘ aufwiesen, die „delicti“ in geheimen Schmuddelecken abliefen und deren Opfer dem nach allgemeiner Auffassung eh im Überfluss existierenden ‚Subproletariat‘ abgeschöpft wurden. Was wäre denn passiert, wenn ein Häuslerkind „garstige Geschichten“ über einen Regierungsrat verbreitet hätte? Es wär dem Häuslerkind gar nicht gut bekommen; man hätt’s wegen „schmutziger Phantasien“ vielleicht gar in die „Besserungsanstalt“ gesteckt.

      Es ist unumschränkt gut, wenn Minderjährige heute ernst genommen werden und sexuelle Übergriffe Erwachsener auf Kinder (und ohne solche entsteht auch keine Kinderpornographie) unumschränkt als Verbrechen eingestuft und dementsprechend strafrechtlich verfolgt werden.

      Man sollte nur nicht hieraus den häufigen puritanistischen Fehlschluss ziehen: Dies wird nichts daran ändern, dass es Menschen gibt, die sich von Kindern erotisch angezogen fühlen und solche Anziehung deshalb auch literarisch dargestellen (können…sollen), wie Thomas Mann, der sie vermutlich auch empfunden, aber nicht ausgelebt hat, dies auch tat. Man wird auch niemanden daran hindern können, von der Darstellung eines entblößten Rubenschen Barockengels erregt zu werden. Das geht auch – in einem Rechtsstaat- niemand das Geringste an, unabhängig ob der Erregte Politiker, Staatsanwalt oder Lehrer ist, solange er jedes empirisch existierende Kind auf diesem Planeten intakt belässt. Auch die in vielen literarischen Werken geschilderte Verbindung von Lust und Erniedrigung von Menschen gibt es als innerseelisches Phänomen – und es sollte nicht als Gegenstand von Literatur und Kunst tabuisiert werden. Deshalb ist dennoch jeder Mensch, der sich realiter an der Erniedrigung eines anderen aufgeilt, widerlich – und begeht er aus dieser Neigung eine Straftat, soll er auch zur Rechenschaft gezogen werden.

      Man soll bitte eben nicht meinen, man sei moralisch gegen eine Untat aktiv, wenn man eine Hexenjagd gegen Menschen betreibt, die nur eine Neigung hierzu verspüren. Diese selbst wird sich nie ausmerzen lassen; bleibt sie als Neigung nur im Menschen, ist sie aber auch kein Verbrechen. Der sicherste Schutz gegen Kindesmissbrauch besteht in der Stärkung kindlichen Selbstbewusstseins. Kinder, die wissen, was sie wollen und was nicht, und die laut Hilfe einfordern, wenn sie sich bedrängt fühlen, sind der sicherste Schutz gegen Kindesmissbrauch. Die hysterische Hexenjagd aber gegen jeden, dem irgendwer – noch vor jedem gesicherten Nachweis einer Straftat – einen Pädiophilieverdacht gegenüber ausspricht – dient nicht den Kindern, sondern ganz anderen Interessen. Und dieser hysterische Umgang damit erscheint mir, mit Verlaub, ein aus dem ursprünglichen Kulturkreis des Puritanismus (UK/USA) importiertes zu sein und – wie Don Alphonso – halte ich es für eine politische Instrumentalisierung.

    • Selbstwusste Kinder ...
      Mit Verlaub, verehrte Frau Böttcher, die Behauptung, dass der sicherste Schutz gegen Kindesmissbrauch das starke Selbstwertgefühl eines Kindes sei, ist eine überholte Theorie, da das Selbstwertgefühl eines Kindes leider viel zu oft mit der systemischen Förderung eines aufgeblähten lauthals polternden Egos verwechselt wurde/wird. Schauen Sie sich doch einmal sorgfältig um in Kindertagesstätten, Sportvereinen, Grundschulen, in Familien: Wo und wie kann denn dort etwa ein filigran und sensibel veranlagter „Knabe“ Selbstwertgefühl aufbauen? Er darf sich ja nicht einmal zu seiner Sensibilität konstruktiv äußern (und das ist das Gegenteil von Emanzipation), er würde sofort als „Weichei“ gemobbt. Wo und wie kann ein in dümmlich-autoritären Verhaltensstrategien geübter „Knabe“ , der „das Rudel anführen will“ Selbstwertgefühl entwickeln, wenn er denn für sein ausuferndes „Platzhirsch-Verhalten“ nur Anerkennung erfährt, seine „anderen“ Fertigkeiten und Fähigkeiten aber den Lernanforderungen eines deutschen Klassenzieles nicht entsprechen? Wie geht es „Knaben“, die wissen, dass ihre Mutter den Peiniger liebt oder ihm vertraut und nie auf die Idee kommen würde, dass er ein „perverses Schwein“ ist?
      Die Tricks der Pädophilen sind extrem variabel, intelligent, von heimlichem Hass, Machtgier, unbewussten Rachegefühlen geprägt und gerade Kinder mit aufgeblähtem Ego sind ihre leichtesten Opfer, weil sie noch viel manipulierbarer und später auch erpressbarer sind als Kinder „anderer Provenienz“. Die Täter brauchen sich doch nur auf die entsprechende Gefühlsstruktur der Kinder einzustellen…
      Am hilfreichsten sind immer noch jene Strategien, die von verantwortungsbewussten Müttern/Vätern entwickelt werden, indem sie ihre Kinder liebevoll, zeit-intensiv, sorgfältig, kultiviert und sehr aufmerksam beobachtend auf ihrem Lebensweg begleiten.
      Sicherlich haben Sie Recht, wenn Sie meinen, dass es immer Kindesmissbrauch geben wird, aber die Wachsamkeit in einer sozialen Gemeinschaft, in Schulen, in Elternhäusern sollte erhöht werden können.
      @ Jan Schmidt: Ja – „Wir brauchen einen Kulturwandel. Und Gesetzesänderungen, die die Rechte der Opfer stärken. Und mehr Therapieplätze.“ Und mehr kundiges (!) Personal nicht nur in den Ermittlungsbehörden, sondern in Schulen, in den Psychiatrien.

    • Ich vermisse hier die immanente Logik
      Ich weiß nicht, woher Sie die Binsenweisheit hernehmen, die Auffassung, die Stärkung des Selbstbewusstseins eines Kindes sei die beste Vorbeugung gegen Missbrauch, sei überholt, wo alle realiter stattfindenden Präventionsmaßbahmen von Jugendämtern, einschlägigen, kommunalen Institutionen, Grundschulen und weiterführenden Schulen genau hierauf abzielen. Ich arbeite in der schnöden pädagogischen Praxis; falls sie aber über andere, aus welchen Quellen auch immer stammenden, professionellen Wissenspfründe auf diesem Feld vefügen, dann nennen Sie doch bitte deren Quelle.

      Ihre Antwort lässt mich aber doch an Ihrem pädagogischen Sachverstand sehr zweifeln: Zunächst sprechen Sie von ‚übersensiblen Knaben‘, die Angst haben als ‚Weichei‘ verspottet zu werden (- von wem? vom Missbrauchenden? von der peer group?), und bestätigen damit die allgemeine Schulauffassung: nämlich das Kind darin zu bestärken, selbst Grenzziehungen vorzunehmen zu können, wo ihm andere zu nah kommen. Dann aber verkünden Sie, die Kinder mit dem „aufgeblasenen Ego“ seien am stärksten gefährdet, Missbrauchsopfer zu werden. Seitwann hat denn ein SELBST=BEWUSSTES Kind ein „aufgeblasenes Ego“? Eine merkwürdige Gleichsetzung, die wenig pädagogisch fundiert ist. Auch beißt sich Ihre Auffassung, dem Kind könnten ausschließlich die Eltern helfen (-da wo Elternhäuser in dieser Hinsicht gut funktionieren, muss professionelle Pädagogik in der Tat wenig tun), mit dem Szenario des „Knaben“, der gefangen ist, weil sein „Peiniger“ von der Mutter geliebt werde. (Denn Sie wissen anscheinend immerhin, dass der primäre Tatort des Kindesmissbrauchs die eigene Familie ist, in deren Hände allein sie die Vermeidung legen wollen.) Nur was ist genau das Ziel Ihrer Kritik? Wo spricht auch nur eine Ihrer skizzenhaft aneinandergereihten Einzelpunkte gegen meine angeblich überholte Grundannahme?

      Zudem haben Sie ein Kernstück meines Beitrags (absichtlich?) missdeutet: Zusätzlich zur präventiven Stärkung von Kindern braucht es beim Umgang mit Päderasten, d.h. mit Menschen, die bereit sind für ihre Befriedigng, real ein Kind durch Eindringen in seine Intimsphäre schwer zu traumatisieren und zu verletzen, einer angemessen ausgestatteten und rechtlich korrekt arbeitenden Ermittlungsbehörde und entsprechender Strafgesetze. Aber es braucht keine mittelalterliche Hexenjagd auf Menschen wegen des bloßen Verdachts pädiophiler Neigungen. Denn nicht jeder, der dessen verdächtigt wird, verspürt sie auch. Und manche sind pädiophil veranlagt, gehen dieser Neigung aber real niemals nach, außer in einem verinnerlichten Bereich (etwa dem Lesen von Thomas Manns Novelle oder dem Besuch von Rubens-Ausstellungen.) Für diese Leute hat sich dann weder die Staatsanwaltschaft noch die Presse zu interessieren. Auf der anderen Seite ist ein Großteil von Menschen, die Sexualstraftaten an Kindern begehen, gar nicht pädiophil, sondern vergreift sich jeweils an Kindern, weil er (selten: sie) sich an Erwachsene nicht herantraut. (Wenn Sie’s nicht glauben, lesen Sie mal forensische Untersuchungen.)

      Auf jeden Fall aber ist es kein Verbrechen wert, dass man seinetwegen den Rechtsstaat ad acta legt. Selbst das abscheulichste nicht. Denn wenn der Rechtsstaat besiegt wird, wird Verbrechen zur Regel statt zu Ausnahme.

  20. "Totalüberwachung für den gebildeten Mittelstand"
    Ich bin entsetzt über die Schnüffelei der Herren mit Dr. Justitia in Staatsdiensten und ihrer Sympatisanten in Zeitungsdiensten und kann mir leicht vorstellen , wie eine Verfolgung ala Verdacht,Unterstellung und Gestapomethoden leicht zu menscheln ist, in dieser Republik. Die FAZ nehme ich da aus. Aber mit dem Vorwurf der Pädasterie wird die vorurteilsfreie Information über Wissen (=Aufklärung) fahrlässig schnell an den Pranger gestellt. Alleine schon das Wort „Nacktheit“ könnte in Vereinigung mit anderen Worten und Suchmaschinen zu Unrecht führen. Da ist der Rücktritt von Friedrich noch das normale. Das annormale zum Vorgang ist:14 mal ist nix passiert und beim 15 mal, wurde aus „Justitia“ wegen abhehört. Eine SCheinmoral im Prlament ist die Folge und eine schmutzige Justiz. Das Wort „rein“ können sich die Herren sparen.

  21. Speicherung von IP-Daten
    Ich stimme Ihnen im Prinzip zu, aber:
    Es ist bei der VDS nicht geplant zu speichern wer welche Internet-Seiten besucht hat,
    Ihr Provider darf das auch nicht.

    • Google tut's doch längst
      Das nennt sich „Verlauf“*. Man kann ihn immerhin noch selbst löschen. Versuchen Sie das mal bei einem Skype-Chat! Aber niemand weiß, wie lange die Verläufe noch als Backup in der Cloud vorhanden sind.

      *Wer sich als Google-User anmeldet, etwa weil er Gmail oder Youtube nutzt, kann auf jedem seiner Endgeräte seine Suchverläufe und Bookmarks aufrufen, daheim und unterwegs.

      Was die VDS aufzeichnen würde, wären IP-Adressen – und wer die in Verbindung mit dem Zeitpunkt kennt, kann eine Menge rekonstruieren.

  22. Päderastie bedeutet auf der anderen Seite sexualisierte Handlungen an Kindern vorzunehmen.
    Das ist also nicht nur ein Faszinosum übersättigter Westler, sondern eine kriminelle Handlung an Schutzbefohlenen und damit zurecht unter Strafe gestellt, werter Autor.

  23. Übertreibung
    Es ist eine Übertreibung zu sagen, die Persönlichkeitsrechte aller Internet-Nutzer seien in Gefahr, weil sie im Fall Edathys vermeintlich oder tatsächlich verletzt worden seien. Ein Bundestagsabgeordneter ist nicht einfach eine Privatperson. Er hat hinzunehmen, dass diejenigen, die er vertritt, wissen wollen, worin oder woran er Befriedigung findet. Auch wenn die Bilder noch nicht als pornographisch zu bewerten sind, so verdient eine Person, die sich daran vergnügt, kein Vertrauen mehr. Man kann auch nicht argumentieren, man könne ihm zwar nicht in moralischer, aber doch in politischer Hinsicht vertrauen. Es ist nicht abwegig, dass eine Person mit einer derart verqueren Einstellung auf vielen Politikfeldern verqueren Maßstäben folgt.

    • Titel eingeben
      > Ein Bundestagsabgeordneter ist nicht einfach eine Privatperson. Er hat hinzunehmen, dass diejenigen, die er vertritt, wissen wollen, worin oder woran er Befriedigung findet.

      Ernsthaft? Und wo werden die Grenzen gezogen? Soll jeder Politiker nun sein komplettes Privatleben offen legen und ihnen mitteilen, wann er sich welchen Porno anschaut und welches seine Lieblingsstellung ist? Nur weil ein Politiker in der Öffentlichkeit steht, heißt es nicht, dass ihm kein Privatleben zusteht. Das eine ist seine persönliche Sache und das andere sein Beruf. Und solange er zwischen Privat- und Berufsleben unterscheiden kann und keine strafbaren Handlungen vornimmt (welche zu diesem Zeitpunkt nicht nachgewiesen werden konnten), geht es niemanden etwas an, was er zu Hause tut.

      Die Bürger wählten ihn und seine Partei, weil sie seine politische Einstellung teilen und sich am besten politisch (= sein Beruf) von ihm vertreten fühlen und nicht, weil er die gleichen Pornos mag oder die gleiche Tütensuppe isst (= privat).

    • ... nicht primär Privatperson: Ja, er ist auch Amtsträger, also ist seine Privatheit eingeschränk
      Meinem 1888 geborenen preußischen Großvater und Beamten war das noch selbstverständlich.
      Ein hoher Beamter war vor 1914 so ein bischen adlig, und auch immer Reserveoffizier, also einer mit Haltung.

      Heute glaubt ein SPD- Mann offensichtlich, privat machen zu können, wozu er – rein egozentrisch und nicht erotisch verkehrlich motiviert – körperliche LUST hat, solange es nicht verboten ist.

      Das ist keine edle (adlge!) Haltung, das ist gar keine Haltung, das ist Gleichgültigkeit gegenüber dem Dritten, hier dem Kind, das ist wegen der manischen Körperegozentrik -rein auf das Ich bezogen – eine widerliche Geilheit und Einstellung!

  24. wir müssen reden
    Und so wird auch dieser Fall sicher als Argument für die Totalüberwachung genutzt werden, danke für die Aufzeigung dieser, ja wie soll man es nennen, Taktik gar? Oder ’nur‘ Schwachstellen?

    Dabei liegt hier auch ein Skandal in der Vorverurteilung, bzw, wie diese kanalisiert wurde.

    Den Opfern der Päderasten würde eine Aufhebung der Verjährungsfristen sicher mehr dienen. Aufstockung des Personals, und die Polizei würde sicher auch mit herkömmlicher Ermittlungsarbeit weiterkommen. Dass hier gespart und gedruckst wird, ist ein Hohn, womit ich wieder bei ‚gar Taktik‘ lande.

    Allein, es ist aber auch keine einfache Lösung des rechtlichen Problems greifbar. Es gibt aber einen krassen Kontrast in der Wahrnehmung des in Deutschland als schlimmstes Verbrechen angesehenen Kindesmissbrauchs (in Frankreich zb ist es der Bruder- oder Vatermord), und der Infiltrierung des Lolitaeffekts in Film, Werbung und Porno. Was darauf schließen lassen könnte, dass die Empörung über den gemeinen Päderasten, der Grauzonenbilder konsumiert, vielleicht doch bei vielen bigott ist.

    Wir brauchen einen Kulturwandel. Und Gesetzesänderungen, die die Rechte der Opfer stärken. Und mehr Therapieplätze (für Missbrauchsopfer, aber auch für Pädophile). Und mehr Personal bei den Ermittlungsbehörden. 4 Ideen, die die Totalüberwachung alt aussehen lassen. Dies ist ein Text, für den ich Mut sammeln musste. Aber alles beginnt mit Sprache.
    LG

  25. Falsches Beispiel
    Das ist doch sehr in einer Richtung gezogen. Man kann es auch so machen: Herr E. kauft in einer Herren-Videothek ein, in deren Programm neben anderen auch harte Kinderpornos zu finden sind. Allein das (Abbuchung) reicht für eine Hausdurchsuchung. Und das ist nicht etwa eine Ausnahme, um Pädos zu schikanieren. Das kann ihnen genauso bei Drogen etc passieren. Ehrlich gesagt, kann man in Deutschland relativ schnell eine Hausdurchsuchung bekommen.

    Sein Pochen auf Privatsphäre ist absurd: Wenn sie wollten, könnten die Betreiber der Seite oder die kanadischen Behörden ihn bloßstellen, wie sie wollten, da er dort keinerlei Schutzrechte genießt

    • Wer einen Bundestagsserver benutzt ...
      … um sich Fotos von kleinen Jungs zu verschaffen, braucht auf seine Privatsphäre sowieso nicht mehr zu pochen. Im Gegenteil ist er da eine Aufklärung schuldig, wozu der den Server missbraucht hat. Das würde ihm auch bei keinem Arbeitgeber durchgehen, wenn man ihn dabei erwischt.

  26. danke!
    danke! wenigstens einer im blaetterwald, der noch ueber den tellerrand schaut und dabei das wesentliche sieht.

  27. Totalitär
    Die Mentalität vieler Bürger, Bürokraten, der sogenannten Zivilgesellschaft, vieler Medienvertreter und einzelner eifernder Politiker ist längst totalitär und hat eine nachhaltige Auswirkung auf die ehemals entwickelten Demokratien. Freiheit und Meinungsvielfalt sind zum Opfer von öffentlichen Hexenverfolgungen und Hetzkampagnen geworden. Es ist nicht nur bedauerlich, dass sich anscheinend auch Justizbehörden daran beteiligen, sondern es ist ein Indikator für den fortschreitenden Totalitarismus unser westlichen Gesellschaften. Diese Art von Totalitarismus könnte sich schlimmer entwickeln als andere derartige Diktaturen der Vergangenheit, weil es keine sichtbare Leitfigur gibt, sondern die Gesellschaft selbst sich immer mehr in ein freiheitsfeindliches Netz verstrickt. Danke für Ihre Analyse!

    • Chapeau Alonso
      Hallo Don Alonso. Manchmal da schreibst schon ein paar ulkige Sachen aber diesmal möchte ich einfach nur sagen: Chapeau! Einfach nur ein Horror wie sich durch psychologische Induktion Dinge aufschaukeln. Dagegen wurde ein einfaches(?) Mittel geschaffen, es heisst Rechtstaat und Schutz der Privatsphäre zum jeden Preis.
      Was hier geschieht, sind Methoden totalitärer Regime der Vernichtung einer Person.
      Es spielt dabei keine Rolle ob Edathy schuldig ist oder nicht. Schliesslich wurde ja im Falle der anderen 16 verdächtigen nichts öffentlich.

  28. Maas wird der nächste "Experte"
    Justizminister Maas will die VDS einführen, egal wie der EUGH urteilt. Diese Koalition ist einfach ein Haufen … Dann lieber den eigenen Internetverkehr nach Russland umrouten. Dort sind sie wenigstens ehrlich, was die Handhabe von Daten angeht. Jeder, der sich mit IT ein wenig auskennt wird es im Zweifelsfall so machen. Pech für die Internetanfänger der Parteien, obwohl diese das Netz anscheinend wirklich missbrauchen.

  29. Ach der Arme Edathy
    > Bei Edathy haben 31 Internetvorgänge in 5 Jahren gereicht, um eine Existenz komplett zu
    > zerstören.

    Wie komplett zerstört? Jetzt da jeder weiß, dass Edathy nichts Verbotenes getan, sondern sich „nur“ Bilder nackter Jungs angesehen hat, ist er doch rehabilitiert. Oder?
    Ich finde es merkwürdig, wie viele Sympathisanten/Verteidiger Edathy hat und mit welcher Selbstverständlichkeit, mit zweierlei Maß gemessen wird. Wo waren denn die Empörten und Verteidiger der Unschuldsvermutung, als Nadja Drygalla ihre Olympiahoffnungen begraben musste? Mir scheint es, dass persönliche Interessen (Vorratsdatenspeicherung, Kampf gegen Rechts u.a.) das Urteil der meisten Verteidiger von Edathy bestimmen. Bei Nadja Drygalla, Uli Hoeneß o.a. sind die gleichen Leute erstaunlich zurückhaltend oder zeigen gar unverhohlen ihre Schadenfreude.

    • Ähem:
      „Ich finde es merkwürdig, wie viele Sympathisanten/Verteidiger Edathy hat und mit welcher Selbstverständlichkeit, mit zweierlei Maß gemessen wird. “ Es sind nicht unbedingt wie sie belieben zu schreiben, Sympathiesanten/Verteidiger von Etathy; ich denke den entscheidenden Punkt haben sie nicht verstanden oder wollen ihn nicht verstehen, hier geht es um die Aushöhlung rechtsstaatlicher Prinzipien (Unschuldvsermutung, keine Beweislastumkehr, ….) Das und mehr, das sind die Punkte, die uns einem Rückfall in die Zeit der Hexenprozesse bewahren. Und mit zweierlei Maß wird nicht gemessen. Es wird nämlich ein Gerichtsverfahren (gegen Hoeness) stattfinden, und es wird ein Urteil geben. Wird es ein Gerichtsverfahren gegen Edathy geben?

  30. Öffentliches Recht
    …wird durch privates Recht ersetzt.

    Hatte Margaret Thatcher doch recht:
    „There is no such thing as society.“

  31. Verjährung nach StGB
    Ich meine, wenn es sich nur um Jugendpornografie gehandelt hat, ist die Sache verjährt:

    Das Delikt sieht eine Maximalstrafe von einem Jahr vor:

    㤠184c Verbreitung, Erwerb und Besitz jugendpornographischer Schriften

    (1) Wer pornographische Schriften (§ 11 Abs. 3), die sexuelle Handlungen von, an oder vor Personen von vierzehn bis achtzehn Jahren zum Gegenstand haben (jugendpornographische Schriften),

    1. verbreitet,
    (…)

    wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    (4) Wer es unternimmt, sich den Besitz von jugendpornographischen Schriften zu verschaffen, die ein tatsächliches Geschehen wiedergeben, oder wer solche Schriften besitzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Satz 1 ist nicht anzuwenden auf Handlungen von Personen in Bezug auf solche jugendpornographischen Schriften, die sie im Alter von unter achtzehn Jahren mit Einwilligung der dargestellten Personen hergestellt haben.“

    Die letzte Besitzverschaffung erfolgte 2010, sagt die Presse.

    㤠78a Beginn

    Die Verjährung beginnt, sobald die Tat beendet ist. (…).“

    Die Verjährungsfrist beträgt: drei Jahre.

    2010, 2011, 2012, 2013, 2014 ….

    „§ 78 Verjährungsfrist

    (1) Die Verjährung schließt die Ahndung der Tat und die Anordnung von Maßnahmen (§ 11 Abs. 1 Nr. 8) aus. (…)

    (3) Soweit die Verfolgung verjährt, beträgt die Verjährungsfrist

    1. dreißig Jahre bei Taten, die mit lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht sind,
    2. (…)
    5. drei Jahre bei den übrigen Taten.“

    • @J Jens: "Jugendpornografie" als Tatbestand gehört abgeschafft!
      Denn – konsequent angewandt – bedeutet das doch, dass damit heute ein Großteil der Jugend, die ihre „sexuellen Abenteuer“ zu gerne mit dem Handy filmt, kriminalisiert wird. Es ist zwar uninteressant, wer sich diese Vermischung von „Moral“ und „Justiz“ irgendwann mal ausgedacht hat. Jedenfalls gehören die entsprechenden Paragrafen schlicht und einfach in den Shredder.

    • JuPo ist sowieso ganz schlecht definiert
      In §184b, Kinderpornographie, ist ein Verweis auf das eigentlich verletzte Rechtsgut, §176(1), also Sex mit Kindern. Besitz und Verbreitung von Kinderpornographie ist ja allenfalls eine Handlung im Umfeld oder Vorfeld dieser Straftat. §184c ist handwerklich schlecht (dort fehlt der Bezug zu einer Straftat), denn es gibt mit §180 ja einen Paragraphen, der Jugendliche vor Sexarbeit schützt, und der dann auch auf Vorfeld und Umfeld ausgedehnt werden kann. Grundsätzlich muss für Besitzverbote gelten, dass sie sich auf das Vor- oder Umfeld schwerer Straftaten beschränken. Ein Besitzverbot von Bildern, die etwas darstellen, was nicht mal eine Straftat ist, ist völlig unverhältnismäßig.

      Selbst aufgenommene Sexting-Bilder sind IMHO erst dann Rechtsverletzungen, wenn sie ohne Zustimmung verbreitet werden (Recht am eigenen Bild). Das wollen die Aufgenommenen in der Regel nicht… ist ja auch peinlich. Mit Zustimmung und für Geld ist dann wieder §180…

      Schlecht ist auch das „wirklichkeitsnahe Geschehen“. Man hat es eingeführt, weil Hersteller von KiPo sich mit „ist alles nur gephotoshopt“ herausgeredet haben, das schwierig nachzuweisen war, und man nicht „im Zweifel für den Angeklagten“ sein wollte. Das war ein grundsätzlicher Bruch mit rechtsstaatlichen Prinzipien (genau dieses „in dubio pro reo“ ist ein ganz wichtiges Prinzip), und muss natürlich weg, weil das inzwischen so ausgelegt wird, dass auch Strichzeichnungen oder reine Fantasie als KiPo/JuPo gilt.

  32. Tugendterror.
    („Wer sich an den Redtube-Fall und die Leichtigkeit erinnert, mit der von einem deutschen Gericht Tausende fragwürdigen Abmahnungen ausgesetzt wurden, mit vermutlich vielen privaten Problemen, bekommt vielleicht eine Vorstellung davon, wie das erst einmal sein wird, wenn alle Verbindungsdaten restlos und vollumfänglich gespeichert sind …“). Das wird dann ein Eldorado für alle echten und Möchtegern-Kriminalisten werden! Die Masse der Daten – und wenn die schon mal vorliegen, müssen die ja schließlich auch ausgewertet werden!!! – wird bei der Justiz gewiss zu einem „Jobwunder“ führen. Dieser Graubereich von Moral und Justiz wird viele anlocken, die schon immer mal gerne den den Staatsanwalt spielen oder ersten Stein werfen mochten! Und sage niemand, dass am am Ende für die ganz Uneinsichtigen (Bürger) nicht gar sowjetische Verhältnisse mit ihren psychatrischen Anstalten drohen. Natürlich alles „politisch korrekt“ und „ethisch nachhaltig“ …

  33. Lasst tausend Blumen sprechen!
    Als nach dem Sieg Maos über den General Tschiankaischek zur Konsolidierung der Ergebnisse des Langen Marsches im kommunistischen China plötzlich und unerwartet generell die Medien freigegeben wurden, da gab es eine Welle von Meinungen über Politik, Welt und kunst, die sich nicht mehr kompatibel zeigte zur Generallinie der roten Partei.

    Als das Meinungschaos perfekt war, schlug die Partei zu: Wen man greifen konnte, der wurde verhaftet, und viele verschwanden in den unbekannten Lagern auf Nimmerwiedersehen. Die Leute hatten sich vertrauensvoll – wie heute die Menschen bei Twitter und Facebook – ihr eigenes tödliches Dossier geschrieben.

    Vorratsdatenspeicherung ist etwas mit ähnlicher Aussenwirkung: Gnade uns Gott, wenn das Merkel oder ihr Machtnachfolger entdeckt, das Regieren als totaler Diktator sei weniger Stresszeugend als in der blöden Demokratie: Dann wird man uns allen den Hals abdrehen oder die Gurgel durchschneiden, ohne das die Medien auch nur zucken!

    (Warum habe ich – wie ich soeben bemerke – trotz so viel Text noch 4950 Zeichen frei? Sonst sind es doch insgesamt nur 1.000. Warum wird das nich vorher beaknnt gemacht: man nähme als Schreiber einen vollkommen anderen Anlauf!).

    Sei es, wie es nun einmal ist, ich breche hier ab und bekräftige nur das Eine: Hiess es bei Hobbes, der Mensch sei des Menschen Wolf, wozu dann das altüberlieferte cave canem passte, so muss es heute heissen: CAVE REGEM – hütet euch vor denen, die euch regieren!

  34. Es ist schon
    höchst bedenklich, wie hier von einigen Mitforisten das Thema Kinderpornographie euphemistisch mit historischen Rückbezüglichkeiten gewissermaßen „entschärft“ werden soll, nah dem Motto „ist ja alles nicht so schlimm, könnte jedem passieren“.

    Da wird von Internetkontrolle geschwurbelt, die den Fall überhaupt erst hat publik werden lassen, was natürlich genau wegen dieser Kontrolle eigentlich ungeheuerlich ist.

    Edathy widerfährt nichts anderes als jedem stinknormalen Verdächtigen, der in den Fokus staatsanwaltlicher Ermittlungen und journalistischer Aufmerksamkeit gerückt ist.

    Ich kann nicht finden, dass man zwischen „einfachen Bildchen mit nackten Knaben im alter von 9 – 13 oder 14“ und „Kinderpornographie noch unterscheiden muss.

    Wer weiß, dass Kinder gerade in diesem Alter ein sehr sensibles Schamgefühl haben, der wird wissen, dass diese Fotos und Videos keine Aufnahme einer Model-Castingshow sind, sondern höchstwahrscheinlich unter Zwang entstanden.

    Und das lässt eben schon ein besonderes Urteil über Leute zu, die sich an solchen Bildchen ergötzen. Wenn man die publizierten Fakten richtig liest, scheint es sich offenbar um homoerotische Pädophilie zu handeln.

    Es mag zwar Leute geben, die das als Privatsache ansehen, aber wenn Kinder als Opfer betroffen sind, ist es eben keine Privatsache mehr – so einfach ist das!

    • Nacktheit = Pornographie?
      Wenn E. nichts anderes widerfährt, wie jedem Verdächtigen, was macht dann die Presse bei der Hausdurchsuchung? Ist das die normale Vorgehensweise?
      Weiterhin gibt es für Begriffe wie Pornographie eine Definition – und die beinhaltet mehr, als das bloße Darstellen nackter Körper. Wenn man die Darstellung von Nacktheit kriminalisieren würde, wären nicht zuletzt zahlreiche Kunstwerke illegal, um mal nur ein Argument dagegen zu nennen. Wie welche Bilder entstanden sind ist nicht bekannt, insofern ergehen sie sich hier lediglich in Spekulationen. Sie können das ja alles für moralisch anstößig halten, aber die strafrechtliche Bewertung sieht offenbar anders aus.

    • Also...
      Ich würde kein Kind mehr auf ein
      Gymnasium schicken und das mit
      der Gymnastik ist sowieso – äh-

      Igitt

    • höchstwahrscheinlich unter Zwang?
      Herr der Fliegen (1963) angucken dann weist du um was für Filme es da geht. Versuch mal ein Kind dazu zu zwingen ausgelassen und fröhlich im Wasser zu planschen. Ich stell mir das ehrlich gesagt etwas schwierig vor.

  35. Law & Order
    Mein Mitleid mit Herrn Edathy hält sich in Grenzen. Im Regelfall ist es ja die Politikerkaste, die groß auf Law & Order macht, und Menschen kriminalisiert, die eigentlich Hilfe bräuchten.

    Man könnte hier z.B. auch Parallelen ziehen: wenn Edathy hier zum Opfer stilisiert wird, weil die Fotos von nackten Buben ja ohne Schaden von irgendjemandem erstellt wurden, halte ich hier einfach mal dagegen, dass es sich wohl genauso um eine Einstiegsdroge handeln könnte, wie es z.B. Cannabis fälschlicherweise nachgesagt wird. Herr Edathy ist wohl süchtig, und was wäre das Pendant zu Heroin in diesem Fall?

    Eigentlich möchte ich im Sinne des Opfers urteilen, und sagen, Cannabis steht jedem frei, ist zu legalisieren, schadet niemanden, und dieses Prinzip wäre auch im Fall Edathy anzuwenden. Da aber gerade sein Schlag Menschen für Vorratsdatenspeicherung und Kriminalisierung von Bürgern vehement eintritt, sage ich: gut, dass es mal den richtigen erwischt hat. Sorry; selbst schuld und keinerlei Mitleid!

  36. Grenzüberschreitungen sind anscheinend nicht selten -
    der Umgang damit wirkt auf mich indessen reichlich selektiv. Solange ein Klaus Zumwinkel vor laufender Kamera das Haus durchsucht bekommt, eine Beate Zschäpe vor Abschluss eines Gerichtsverfahrens in der Presse als ‚Neonazi-Terroristin‘ bezeichnet werden kann, kann Pädathygate nicht als Einzelfall gewertet werden. Rechtsstaatlichkeit hat für alle Bürger zu gelten.

  37. zunächst einmal: danke
    für diesen lesenswerten und differnzierten Beitrag von Don Alphonso.

    Die Causa hätte vermutlich nicht den Zug bekommen, den sie nun hat, wären da nicht auch Teilnehmer der Große Koalition involviert, wie es aussieht.

    Und was die vielen selbsternannten kleinen Staatsanwälte hier so äußern erstaunt insofern, als auch für sie selbst das Internet „Neuland“ zu sein scheint.

  38. Hexen jagen
    Die Vorgehensweise in Hannover funktioniert wie die mittelalterliche Wasserprobe: die Anfangsverdächtige wurde überkreuz gebunden in ein Gewässer geworfen. Ertrinkt die mutmassliche Hexe, so galt ihre Unschuld als erwiesen. Schwimmt sie oben, so war dies ein deutliches Zeichen für Hexerei (die mit dem Tode zu bestrafen war).

  39. Rechdschraibonk
    Sorry, aber völlig unabhängig vom Artikel, das tut beim Lesen sooo weh …

    „Don Alphonso ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.“

    DIE (Kunstfigur) kann zwar nur IHREM (Verfasser) „nicht vollkommen unähnlich“ sein, aber mein Gott, wer würde schon ausgerechnet in einem Printmedium damit rechnen, auf Grundkenntnisse der deutschen Rechtschreibung zu stoßen?

    • Muhaha, kringel! Das tut genauso weh. Falscher Satz:
      Es muss heißen:
      “ …wer würde schon ausgerechnet in einem Printmedium damit rechnen, auf FEHLENDE Grundkenntnisse der deutschen Rechtschreibung zu stoßen?“

      Zudem ist es nicht so sehr die Rechtschreibung (Orthografie), sondern die arg bairisch anmutende Grammatik unseres lieben Hausherrn, die in dem von Ihnen inkriminierten Absatz unklare Bezüge bastelt.

      Gruß
      der Kater

  40. Welche Rolle spielt eigentlich Klaus-Dieter Fritsche?
    Merkwürdigerweise wird jetzt die Rolle von Klaus-Dieter Fritsche (CSU), Merkels
    neugeschaffenen Geheimdienst-Staatssekretärs, kaum durchleuchtet. Der frühere Vizepräsident des Bundesamts für Verfassungschutz fiel im Untersuchungsausschuss zur NSU ziemlich unangenehm auf, da er auf zahlreiche Fragen auch von Edathy nicht antwortete und diesen dazu brachte, die Sitzung abzubrechen. Zuvor hatte er in einem Schreiben an die Behörde den Fall heruntergespielt.

    Welche Informationen hat also Fritsche konkret an Friedrichs weitergereicht? Werden die Ermittler aus Hannover etwa auch kritische Fragen an ihn richten?

    Auf heise.de schreibt Detlef Borchers: In seiner letzten großen Rede anlässlich der Herbsttagung des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden forderte Fritsche eine erhebliche Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung und ging damit sogar über seinen Vorredner, BKA-Chef Jörg Ziercke, hinaus. Man brauche vor allem Daten und nochmals Daten, „nicht nur Verkehrsdaten, sondern auch Inhalte von E-Mails“, um der Internet-Kriminalität Herr zu werden.

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Der-neue-Geheimdienst-Staatssekretaer-die-NSA-Affaere-und-einige-offene-Fragen-2067189.html

    • Wird Zeit für einen neuen Radikalenerlass...
      …mit dem man solche Verfassungsfeinde, die unsere FDGO mit Füßen treten, aus dem Amt entfernen kann. Solche Extremisten sind doch total unglaubwürdig, sobald sie auch nur ein böses Wort über Stasi und Gestapo äußern. Werden die denn nicht mehr aufs Grundgesetz eingeschworen?

  41. Analogie zum Fall Gurlitt
    „Es begann mit einer Routinekontrolle. Ein Septemberabend im Jahr 2010. Ein älterer Mann sitzt im Schnellzug EC 19 von Zürich nach München. Zollfahnder sind auch mit im Zug. Sie wollen von dem Mann wissen, ob er Bargeld anzumelden habe. Nein, antwortet der Herr mit den grauen Haaren – und er lügt nicht. Doch er wirkt nervös, die Beamten stellen weitere Fragen, schließlich holt er 9000 Euro heraus, 18 druckfrische 500-Euro-Scheine, wie Recherchen des Magazins Focus ergeben haben. 10.000 Euro sind ohne Anmeldung erlaubt.

    Trotzdem bleibt der Verdacht eines Steuervergehens bestehen……“ SZ 04.11.2013

    Auch Herr Gurlitt hielt sich an den erlaubten gesetzlichen Rahmen.
    Das reichte aber um ihn jetzt unter Betreuung zu halten.

    • ... und seine
      Bilder ist er los. Alt genug für irgendeine Demenz ist er auch – also wird er die Betreuung nicht wieder los: Denn er könnte sonst ja die Vermögensmaßnahmen, die sein Betreuer veranlasst hat, rückgängig machen wollen…

    • Titel eingeben
      Merke Regel Nr.1 am Zoll: nie nervös sein.

  42. Zerstörte Existenz
    „Bei Edathy haben 31 Internetvorgänge in 5 Jahren gereicht, um eine Existenz komplett zu zerstören.“

    Diese „Internetvorgänge“ zerstören die Seelen der Kinder, deren Körper weltweit zur Schau gestellt werden. Sebastian Edathy gehört als Kunde zu denen, die dies mitfinanzieren. Wo bleibt die Empathie für die betroffenen Kinder?

  43. Es geht um die Doppelmoral, um den Missbrauch der Moral
    Gleich wie wir den Fall/das Delikt moralisch/ethisch beurteilen. Ob wir Edathy verurteilen, oder dessen Rechte verteidigen – http://blog.herold-binsack.eu/2014/02/auf-welche-weise-und-zu-welchem-zweck/. Ob wir ihm glauben, oder ob wir ihn richten. Es geht nicht um Moral; es geht um die Doppelmoral. Um das „Schmuddelsandwich aus Prüderie und Pornographie“ – http://blog.herold-binsack.eu/2013/08/2722/. Das und nicht eines Edathys mögliche sexuelle Neigungen macht die Schlüpfrigkeit aus. Er wird gedeckt/er wird verfolgt/er wird gesponsert/er wird geopfert, je nach Lage und Opportunität. Die sexuellen Neigungen werden missbraucht. Ihr Gebrauch, ob platonisch oder material-körperlich, steht doch gar nicht zur Debatte. Die Pädophilie bleibt hoffähig – in den Schlafzimmern mächtiger Netzwerker – http://blog.herold-binsack.eu/2013/01/die-beziehung-zwischen-macht-und-sexuellen-ubergriffen/. Durch ihre Neigungen werden sie gefügig gemacht und dann zu Fall gebracht. Wenn die politische Opportunität es erfordert. Einer hat‘s gesagt: jetzt geht‘s um die Vorratsdatenspeicherung. Wie praktisch.

  44. Frau Merkel
    Spricht Herrn Gabriel ihr Vertrauen aus.

    Diese Phrase ist von hohem, gewolltem
    Wiedererkennenswert.

    Der Herr Gabriel hat in seiner Selbstdarstellung
    überzogen.
    Hat er wirklich geglaubt, dass er derjenige ist,
    der es schafft die BK alt aussehen zu lassen?

    Müntefering 2.0
    …und das im Handumdrehen !

  45. Nichts als Unterstellungen
    Die ganze Diskussion hier ist Typisch für unsere Medienlandschaft. Auf der Basis irgendwelcher Verdachtsmomente (die können konstruiert, gefälscht, falsch interpretiert, …) wird der Name einer Person und der angeblichen Verwerflichkeiten so lange breitgetreten und in schwülstigen Satzkontrukten moralisch hin und her gewälzt, bis niemend mehr in Frage stellt, ob sich diese Verdächtigungen den tatsächlich bewahrheiten.
    Diese Methoden (siehe NLP) sind manipulativ und werden zur unterschwelligen Meinungsmache eingesetzt.

  46. Thomas Manns moralische Integrität
    Sie haben vollkommen Recht. In Folge der geschwätzigen Prinzipienlosigkeit unserer politischen Klasse kann Herr Edathy nicht mehr weitermachen, der im NSU-Untersuchungsausschuss dafür sorgte, dass Ermittlungsbehörden gewaltig in Erklärungsnot gerieten, welche auf dem rechten Auge blind Mord und Totschlag in unserer Demokratie zuliessen. Ich lernte einmal, dass die Immunität von Abgeordneten ein hohes Gut ist, die sie vor Ermittlungen von Behörden schützen sollte, die damit ihrerseits politischen Gegnern im Parlament die Existenz entziehen können oder sie gefügig machen können. Davon kann in unserer Demokratie keine Rede mehr sein, wenn Minister und Fraktionsvorsitzende und landesgrüppliche Klüngel in vorrauseilendem Gehorsam die Pornoseitengebrauchsgerüchte ihrer abhängigen Abgeordneten zum Kriterium für die Ausstossung ihrer Experten nutzen.

    Zwei Vergleichsfälle fallen mir ein: 1. Hat nicht ein bayrischer Staatsminister mal einen Polen totgefahren und durfte weitermachen, weil er dabei betrunken war und im Dienst tränke er ja nicht? 2. Hat Thomas Mann seine moralische Integrität bspw. in seiner Kritik am Nationalsozialismus verloren, weil er zeitlebens mit seiner Pädophilie zu kämpfen hatte (sie aber hoffentlich nicht ausleben konnte). Es kann kein Päderast sein, der nicht Kinder schändet oder schänden lässt. Wie kommt eine Staatsanwaltschaft dazu, Ermittlungsergebnisse, Untersuchungstermine und vieles mehr in die interessierte Öffentlichkeit sickern zu lassen? Warum spricht der Bundestagspräsident nicht? Warum interessiert die Medienmeute eigentlich nicht die Bohne, welche Prinzipien hier über Bord geworfen werden, sondern nur, wer als nächstes welchen Posten bekommt?

  47. Wie leicht es doch ist - Leute ans Messer zu liefern. Unrecht lohnt sich doch.
    Der ganze Vorgang erinnert an einen schäbigen Geheimdienstabklatsch.

    Wie röstet man den ungeliebten Nachbarn ? …und ich würde mich auch garnicht wundern – wenn die nächste Welle der Geldbeschaffer ….nun keine Musikdownloads mehr sind.

    Mit dem aufgebördelten WLAN …eingekauften Emailpasswords – kann man also so einen Politiker , Rechtsanwalt, Beamten..“abschiessen“…???

    Für eine Geldkarte reicht ein Stempel eines gefälligen Aussenpostamtes.

    Anfangsverdacht – Mann (Trägt das Tatwerkzeug)
    Anfangsverdacht – Geschäftsmann/Frau (kann was vor der Steuer verheimlichen)
    Anfangsverdacht – Laptop ??? (Tor-Nutzer??)

    Die Staatsanwaltschaft hat zuviel Geld ? Die Steuerkohle wird Verwulft ?

    Das kann JEDEN treffen – da reicht ein böser Nachbar….

    Man sollte doch bitte die Namen der Staatsanwaltschaft gleich mit veröffentlichen! Passt prima in die Reihe …Stenglein, Melsheimer, Bogdanov.

  48. Edathy ist über sich selbst gestürzt.
    Die SPD hat seit November 2013 deutlichst zu verstehen gegeben, dass sie einen Intensiv-Sammler von Bildern unbekleideter Kinder und Jugendlichen als Mandats- und Funktionsträger in ihren Reihen nicht duldet – völlig unabhängig davon, ob besagtes Material strafbewehrt ist oder nicht. Edathy hat selbst gewusst, dass sein „Hobby“ niemals ans Licht der Öffentlichkeit hätte gelangen dürfen. So hat er sich denn auch selbst entsprechend verhalten hinsichtlich seiner kanad. Bezugsquelle – spätestens seit 2009.
    Edathy ist im Gegensatz zu 800 ähnlich oder gleich gelagerten Fällen in Deutschland im Gefolge der Kanada-Affäre sein Promi-Malus zum Verhängnis geworden und erlebt das mehrfach dokumentierte Schicksal von Personen im Licht der Öffentlichkeit, wo es um ein Beruf oder Mandat o.ä. angemessenes Verhalten, Anstand, Ethik, Moral, .. geht und nicht um ein abgeschlossenes Gerichtsverfahren oder (nicht) eingestellte Ermittlungsverfahren ( siehe jüngst noch der Fall Linssen in einem völlig anderen Bereich).

  49. Es geht um die Doppelmoral, um den Missbrauch der Moral
    Gleich wie wir den Fall/das Delikt moralisch/ethisch beurteilen. Ob wir Edathy verurteilen, oder dessen Rechte – http://www.deutschlandfunk.de/ermittlungen-gegen-edathy-bilder-von-nackten-jungs-darf.694.de.html?dram:article_id=277382 verteidigen. Ob wir ihm glauben, oder ob wir ihn richten – http://blog.herold-binsack.eu/2014/02/auf-welche-weise-und-zu-welchem-zweck/. Es geht nicht um Moral; es geht um die Doppelmoral. Um das „Schmuddelsandwich aus Prüderie und Pornographie“ – http://blog.herold-binsack.eu/2013/08/2722/. Das und nicht eines Edathys mögliche sexuelle Neigungen macht die Schlüpfrigkeit aus. Er wird gedeckt/er wird verfolgt/er wird gesponsert/er wird geopfert, je nach Lage und Opportunität. Die sexuellen Neigungen werden missbraucht. Ihr Gebrauch, ob platonisch oder material-körperlich, steht doch gar nicht zur Debatte. Die Pädophilie bleibt hoffähig – in den Schlafzimmern mächtiger Netzwerker – http://blog.herold-binsack.eu/2013/01/die-beziehung-zwischen-macht-und-sexuellen-ubergriffen/. Durch ihre Neigungen werden sie gefügig gemacht und dann zu Fall gebracht. Wenn die politische Opportunität es erfordert. Einer hat‘s gesagt: jetzt geht‘s um die Vorratsdatenspeicherung. Wie praktisch.

  50. OH, diese Schmerzen! Kaum dich ma ne Tüte Deutsch, hat mich auch gehilft.
    “ … Friedrich, der sich früher wie Edathy .. “
    Nicht vielleicht doch „früher ALS“? Wenigstens denen zuliebe, die von noch Erinnerungsresten an die deutsche Rechtschreibung gequält werden?

    “ … sondern nur diese Schande für den Journalistenberuf, die .. Bilder .. schoss“
    Wer denn nun? Schoss die Schande die Bilder, oder der Beruf?

    “ .. mit der von einem deutschen Gericht Tausende fragwürdigen Abmahnungen ausgesetzt wurden .. “
    Also entweder „tausendeN fragwürdigeN“ (berlinerdeutsch), oder „tausende fragwürdige“ (beides ohne N), aber IMMER kleingeschrieben als Adjektiv.

    “ .. In einem Internet voll mit anfälligen Routern, leichten Passwörter, infizierten Rechnern, staatlichen Trojanern, irren Stalkern ..“
    Alle mit N, bis auf eins? Hat sich dieses vorwitzige N vielleicht einfach selber an eine andere Stelle geschlichen?

    Es ist ja niemandem ein Vorwurf daraus zu machen, daß diese Reglungswut bis hinauf in die Politik (gesetzliche Diktatur für Kultur = Sprache/Rechtschreibung) nicht jedem liegt, aber wenn man sich damit in die Öffentlichkeit stellt, sollte man im Zweifel schon mal einen Lektor bemühen (“ .. jemanden fragen, der sich mit sowas auskennt. *Pling* >Gel-be Sei-ten< ")

    • Gemeint ist: Früher genauso wie Edathy. Ausserdem bin ich Bayer, ich dürfte das so schreiben. Sogar „ois wia“ dürfte ich schreiben tun, gell.

    • rechtschreibung
      mit verlaub -werter fakerol – hätten sie mein buch lektoriert, wäre es dann doch (!?) ein bestseller geworden?!? soll ich meinem bisherigen lektor alle schuld in die schuhe schieben? ja! ja! ja!
      ich schreibe nämlich – wenn es um literarische arbeit geht – gern alle wörter klein, oder auch GROssß, weigere mich, interpunktion zu nutzen, liebe freie hexameter, rhythmus, dem ich satz- und wortkonstruktionen unterordne …

      und immer dann, wenn ich nicht „kunstvoll“ agieren darf und saubere analytische, sprachliche texte mit allen dazu gehörigen regeln verfassen muss (ja, das beherrsche ich zwangsweise auch) dann langweile ich mich zu tode, fühle mich eingeschränkt und bevormundet. aber don alphonso, da haben sie recht, betreibt ja hier keinen literarischen kunst-blog. ich kann seine schwächen dennoch nachvollziehen…

      ach fakerol, können sie nicht mein buch kostenfrei neu lektorieren? ich beteilige sie dann auch am eventuellen materiellen erfolg, falls sie es schaffen, aus meiner arbeit KEINEN SCHULAUFSATZ/KEINEN GÜNTER GRASS/KEINE HILDE DOMIN/CHARLOTTE ROCHE zu machen. allerdings verschweige ich ihnen nicht, dass es in diesem werk leider auch (sorry) um sexuellen missbrauch allerdings im 19. jh geht, um mord und totschlag, böse frauen und übelste männer, adlige betrüger, uralte legenden, gemeine grausame verlorene verzweifelte geister – um mythen der menschheit eben. :-)))) oder hat don alphonso sie gerade schon kostenfrei gebucht?

    • und doch!
      Kennt man, diese Ausreden von Leuten, die die simplen Regeln nicht kennen. Und die dann immer auf Autoren zurück greifen, die seit hunderten von Jahren tot sind und die sie nie erreichen werden. (Aber sich mit denen vergleichen. Geht’s noch?)
      Ein paar simple Regeln:
      Nach dem Komparativ: als.
      Substantive = Groß schreiben.
      Nach weichem, langen Vokal = ß.

      So.o schwer ist’s nicht, es macht das Lesen (und Verstehen: Buße oder Busse?) leichter. Und man vermutet dahinter eher einen klugen Kopf als einen Bauer, der auch mal ein Korn findet.
      Nix für ungut.

    • Bauern!
      …als einen Bauern! Der Bauer ist aber kein blindes Huhn, da verwechseln Sie zwei Redewendungen. Merke: Auch ein blinder Bauer trinkt mal einen Korn.

  51. Kulturerneuerungstinitiative
    Sehr geehrter Don Alphonso,
    oh, Sie haben nackige Jünglinge griechischer Herkunft in Ihrem Arbeitszimmer sPornotehen? Und das unter dem Deckmäntelchen der Kulturbeflissenheit? Da wird’s aber Zeit mit dem Aufräumen!
    Unbedingt sollten auch die Brutstätten der Pornografie, die archäologischen Museen geschlossen werden, ebenso die Museen, die barocke Gemälde mit Schäferidyllen zeigen, oder, ein wahrer Hort der Sünde, die christlichen Kirchen. Es flattern Puttos, nackige Kinderengelchen von Kanzeln bildhauerisch herab und treiben ein lüsternes, unverfrorenes süßes, pralles Leben auf Gemälden in diesen Häusern, die doch eigentlich Haupttankstellen der bürgerlichen Moral sein sollen mit angeschlossener Seelenbekümmerung.
    Was ist eigentlich mit der Werbung für Markenprodukte, auch da wurden schon Kinder gesichtet, zwar nicht nackig, aber dafür manchmal mit viel willigerem Eindruck. Und was ist im Schwimmbad los, diesem Sündenbabel neuester Zeit? Hin und wieder sieht man sogar kleinste Menschen völlig unbekleidet, ohne sich je per Kreditkarte nach Kanada zu trauen.
    Der Sommer bietet überhaupt manchen Einblick auf Minderjährige, die glauben bekleidet zu sein, aber manchen Einwanderer aus muslimischen Ländern und auch gefestigte Christen zu großem Erstaunen ob Ihrer Freizügigkeit treiben.
    Das natürlich die politischen Amt- und Anzugträger ohne Zweifel alle moralisch gefestigt sind und durch Zucht und Auswahl des Parteienstaates von völliger Integrität sind, zeigt sich besonders schön an den drei staatstragenden und -vertretenden Institutionen hannoveraner Staatsanwaltschaft, SPD und CSU. (Eigentlich muss man die nichtwissende Kanzlerin aufgrund ihrer Ahnungslosigkeit auch noch in diese Gruppe integrieren.)
    Man fragt sich schon, was los ist, wer wann was wußte und wie sich wo welche Informationen ihren Weg bahnte.
    Ein schönes Puzzle gemischt mit „Malefiz“ und „Mensch ärgere Dich nicht“, aber leider kein schönes Spiel für die betroffenen Kinder und Politiker.
    Da lob ich mir die Kulturgriechen.

  52. IBM: "Predictive Crime Prevention"
    Sehr geehrter Don,

    Ihre Referenzen auf Science Fiction Filme wie Minority Report sind ganz unnötig. IBM – die Erfinder und frühe Propagandisten des ursprünglich als Marketing Slogan gedachten Terminus “Big Data” – machen aus den bereits heute von Staaten (Public Sector) zu erwerbenden Lösungen gar keinen Hel: http://www-01.ibm.com/software/analytics/spss/11/na/cpp/. Dort ist etwas die Rede von: “The benefits of Memphis Police Department’s predictive crime prevention practices include a 30% reduction in serious crime overall.”

    Tja – Was einmal gespeichert ist, will schließlich auch ausgewertet werden. Und wer kann schon etwas gegen eine 30% Reduzierung von “serious crime” haben (außer Verbrecher und Ihre Sympathisanten natürlich – was wiederum einen Umkehrschluss auf den Verfasser dieses Blogs zulässt – und dessen Kommentatoren). Staatsverbrechen werden in den benutzten Statistiken gewöhnlich nicht berücksichtigt.

    “Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.” (zitiert nach Strata, Terry Pratchett)

  53. Letzter Absatz
    Mir misfällt der letzte Absatz! Edathys Verhalten mag zwar vom jetzigen Zeitpunkt aus „Jahre zurück“ liegen, jedoch orderte er scheinbar ein letztes Mal im Jahre 2010, ein Jahr später im Jahr 2011 wurde der kanadische Betreiber der ominösen Website im Zuge der Operation Spade hochgenommen und jene Website geschlossen. Nun darf Jeder selber mutmaßen, ob Herr Edathy möglicherweise auch in den darauffolgenden Jahren nach 2010 weiter „Material“ bezogen hätte, wäre dies nicht geschehen. Zudem, Kinderpornographie ist nunmal höchst brisant und Bilder von kleinen, nackten Jungen (wenn auch juristisch legal, so doch) zumindest verdächtig, da sagt man als Ermittler nicht einfach „Ach lass mal, liegt schon ein paar Jahre zurück und wir glauben ja an das Gute im Menschen! Der hat sich bestimmt verändert und macht das nicht mehr!“

    • kennt man
      „Möglicherweise“, „hätte“…
      …sie mutmaßen und schreiben wie die Politiker und ihre hörigen Staatsanwaltschaften.

  54. Endlich!
    Endlich mal ein Text in einer Mainstream-Zeitung,der mit kühlem Kopf und unter Anleitung des Verstandes zu diesem Thema geschrieben wurde.Als ehemaliger DDR-Bürger weiß ich wovon ich rede: Wo Informationen egal ob schriftlich oder audiovisuell zensiert werden wird auch der Mensch der diese konsumiert zensiert und zwar im Sinne von Benotungen nach vorherrschender Moral. Gestern waren es die JUden und die Klassenfeinde heute sind es die „Kinderschänder“ und nicht mehr alszulange sind es die „normalen“Pornokonsumenten, nämlich dann, wenn der Zusammenhang zwischen „frauenverachtenden“ Sexfilmen und frauenverachtendem Verhalten generiert und Springer-publiziert wird.Dann dauert es nicht mehr lange und der Beate Uhse-Kunde wird zum stillen Komplizen aller Frauenunterdrücker.Und wenn es hier wirklich um das Wohl der Kinder gehen würde,warum soll der Anblick nackter lachender Kinder bestraft werden, wenn gleichzeitig das überflüssige Beschneiden von minderjährigen Jungen bei vollem Bewusstsein und unter Beisein von Publikum tagtäglich in unserem Rechtsstaat praktiziert wird, obwohl dieser doch die körperliche und seelische Unversehrtheit garantiert. Wo bleibt der Aufschrie aller Kinderschützer wenn Minderjährige in Drittweltländer in Fabriken ausgebutet werden, damit die Kinderschützer hier im Westen Textilien zum Billigtarif bekommen? Fragen über Fragen die einem das Leben in dieser heuchlerischen Gesellschaft schwer machen zusätzlich zu der Angst bald in der BBD zu leben, dem Big Brother Deutschland.

  55. Titel eingeben
    Einer der wenigen guten Artikel in der Presselandschaft diesem Thema.

    Ich verfolge die Berichterstattung zu diesem Fall nun schon eine Weile und es kocht mehr und mehr in mir die Wut hoch. Jedoch nicht auf den ach so schlimmen Pederasten Edathy und alle anderen, noch Konsens der breiten Öffentlichkeit, diverser Hetzblätter und der meisten Politikern so lebensunwürdigen Triebtätern und Vergewaltigern, die Leute mit pedophilen Neigungen laut diesen sind. Vielmehr kotzt es mich an, das in diesem Land, mit diesem hysterischen Getue, nach und nach ganz entscheidende Grundrechte dem ach so heroischen Kampf gegen die Kinderpornographie geopfert werden. So mancher Artikel den ich dieser Tage zu diesem Thema gelesen habe, war unterstes Stammtischniveau und es war sofort ersichtlich, dass es hier nur noch um Quote und Auflage geht. Ach die Politik verfolgt ja unter anderem mit diesem Thema eines: Stimmenfang. Der Kreis, der mit politischen Argumenten nicht überzeugt werden kann, wird halt mit emotionalen Ködern gefangen. Und ich denke, dies ist ein nicht unerheblicher Teil der Wählerschaft.
    Ich denke auch, dass es weder der Politik noch den Ermittlungsbehörden wirklich vorrangig um Opferschutz geht. Eher ist darin der Versuch zu sehen, einen Fuß in die Haustüre der Bürger zu bekommen. Dies hatte man auch mit der Terrorismusschiene versucht, jedoch war dort der Aufschrei, nach Privatsphäre und Datenschutz wesentlich höher. Das Thema berührt halt nicht.
    Um nun das Volk dennoch kontrollieren zu können, werden seit Jahren immer neue Gesetzverschärfungen erlassen und die Gesetze immer schwammiger formuliert um einen großen Spielraum bei der Ermessungszuweisung, was denn nun legal oder illegal sei zu haben.
    So sind neben Posing-Bildern auch Darstellungen strafbar, die nachweislich Erwachsene Darsteller mit kindlichem bzw. jugendlichem Aussehen zeigen oder auch gezeichnete Mangabilder deren Darstellung jener eines Kindes gerecht werden. Als ob dies, jedoch noch nicht reicht, werden dann sogar Hausdurchsuchungen erlassen, bei Fällen in denen das Bildmaterial als legal eingestuft wird und somit sämtliche rechtsstattlichen Regeln über den Haufen geworfen. Ich denke der Staat, hat unter dieser Prämise bereits die Befugnis, bei vielen mal „nachzuschauen“.
    Außerdem wird so für den Pedophilen, der versucht, seine Neigung noch im Legalen auszuleben, schon seine Neigung zur Straftat. Die sexuelle Präferenz dürfte überdies kaum selbst gewählt sein. Und der sexuelle Trieb eine der stärksten Triebe des Menschen. Auch beim Umgang mit diesem Problem versagt die Politik meiner Meinung nach völlig!
    Den eigentlichen Opfern dieser Taten wird darüber hinaus mit dieser Politik überhaupt nicht geholfen, da sie sich fast vollständig damit begnügt, auf die Konsumenten einzuprügeln. Dies ist einfacher und genauso Medienwirksam. Tiefgreifende Ermittlungen in Täterkreisen finden hingegen meines Erachtens selten statt.
    Ich denke wir befinden uns mit der jetzigen Diskussion am Scheideweg, ob wir dem Staat und der Justiz, aus falschen Moralvorstellungen, die Tür in unseren Privatleben öffnen, oder sagen: So nicht!

    Ich hoffe mit diesem Post rücke ich nicht ins Visier der StA Hannover oder des BKA ;)

  56. erfrischend
    Sehr geehrter D.A.,

    die stickige Luft ein wenig in Bewegung zu setzen, scheint mir lebensnotwenig! Dass Sie das können wie nur wenige, tut gut und es tut der FAZ gut, die ja etwas unlustig daherkommt. Die taz hatte am 14.2. einen Lichtblick und die Süddeutsche ist wirklich redlich. Danke auch für die netten Zitate…

  57. Pingback: www.michael-michaelis.de

  58. big data works
    Die statistische analyse von daten mit dem ziel, korrelationen zu finden, funktioniert hinreichend gut. „Wo rauch, da auch feuer“ hat man früher einmal gesagt. So auch die schlussfolgerung der Kriminalpolizei bzgl dem kostenpflichtigen Bezug von Nacktphotos. Die statistische Schlussfolgerung versus der Unschuldsvermutung. Dilemma.

  59. Die Dimensionen der ganzen Aufgeregtheit
    führen mal wieder in die Urgründe menschlicher Existenz. Weswegen auch immer hat die Natur dem organischen Leben Sexualität untergemischt. Und erst, wenn wir uns auf die Festplatte verabschiedet haben, hört das – vielleicht – auf. Bis dahin werden wir mit ihr leben müssen und auch mit ihren ‚Störungen‘ in Form ungezählter Paraphilien.

    Wie seit jeher ist das Bedürfnis nach Sex einem anderen Bedürfnis besonders kompatibel: dem Geldbedürfnis. So kann aus einem gestörten Urinstinkt eines Einzelnen im globalen Marktdigitalismus mal eben eine mittelprächtige Regierungs-, wenn nicht Staatskrise erwachsen.

  60. Bravo, lieber Don,
    furios!!!

  61. Sing, Brüderlein sing
    „Die Gedanken sind frei
    Wer kann sie erraten?
    Sie fliehen vorbei
    Wie nächtliche Schatten;
    Kein Mensch kann sie wissen,
    Kein Kerker verschließen
    Wer weiß, was es sei?
    Die Gedanken sind frei.“
    Hoffentlich mittlerweile GEMA frei, wie lange noch?

    • GEMA?
      Die GEMA vertritt vor allem Komponisten. Für den Text hier oben wäre z.B. die VG Wort zuständig. Aber da der Autor seit mehr als 70 Jahren tot ist, ist sein Text Allgemeingut.
      .
      Nix wissen aber über die GEMA meckern, dat ham na jerne! (aber das machen ja viele und da möchte man ja nicht abseits stehen, was, Ludwig?)

    • Nein, die Gema ist zuständig
      Als ehrenamtlicher Autorenvertreter kann ich Ihnen versichern: Die VG Wort ist zwar für Lyrik zuständig, aber nicht für das, was man heute „Lyrics“ nennt. Auf deutsch: Wir kümmern uns um Sach- und Fachliteratur, Journalismus, Belletristik, Poesie und Drehbücher, nicht aber um Liedtexte. Die waren immer Sache der Gema.

  62. Gedanken.
    Unabhaengig vom aktuellen Fall ist zu ueberlegen, ob denn nicht die Moeglichkeit besteht, dass einer unliebsamen Person beliebige Dateien auf die Festplatte aufgespielt werden koennen.
    Als Virus sozusagen, der sich Anfang Mai oder so schamlos entblaettert.

    Eigentlich wuerde ich gern vorschlagen, die entsprechenden Stellen der Wand- und Deckengemaelde in der Sixtinischen Kapelle zu schwaerzen; alternativ alle dortigen Bilder von irgendeiner staatlichen Exekutive mit Saeure zu veraetzen. Entartete Kunst, jawoll! Nieder mit den Putten.
    Man koennte auch jene Al-Quaida-Mitglieder beauftragen, die in Timbuktu Denkmaeler schleiften.
    Offenbar befinden wir uns weltweit in einer Art Kulturrevolution..

    Edathy´s Fall ist nur ein Symbol.
    Gut, dass sich kurz vor der EU-Wahl Politiker in ihrer Hilflosigkeit wieder einmal vor aller Welt so praesentieren muessen, wie sie wirklich sind: Menschen eben, zynische zumal.
    Verdraengen, verleugnen, verraten, Opfer suchen, Opfer verbrennen.
    Das Opfer ist nicht Edathy, dass Opferlamm war Friedrich.

    Warum redet oder schreibt zur Zeit keiner ueber die Kinder, die zur Photosession zwecks finanziellem Gewinn von ihren Eltern ueberredet wurden?

    Kennt einer noch die Mini Playback Show?

    PS:
    Ich habe aufgrund einiger paranoiden Wort- und Bilderfilter in der Twittersoftware einen meiner dortigen Accounts geloescht.
    Der zweite Account wurde wegen Unverschaemtheit gesperrt.
    Hier wurde sozusagen dem hehren Plan des Deutschen Presserates vorgegriffen.
    Ich las, dass jener Rat aufgrund von Beschwerden… Hier frage ich mich, hat gar ein Politiker vom Schlag eines Martin Schulz bei irgendeinem Rat dieses Rates angerufen, da er die Shitstuerme gegen ihn nicht mehr ertrug? Dabei ist gerade dieser groesste Wichtigtuer der EU fuer seine derben Sprueche bekannt: „Ich entlasse euch alle.“
    Na denn.

  63. Ein Ermittlungsprogramm
    das mit einer 15% Fehlerquote wie im Fall der Kinderpornos
    Terroristen und ähnlichem arbeitet ist inakzeptabel.

    Bei anderen Programmen liest man von 1 oder 2 Prozent.
    Manchmal wird auch nur eine Fehlerquote von nur 0,5% geduldet.

    Ich würde vorschlagen die Strafverfolgungsbehörden
    lassen ihre Algorithmen noch etwas an sich arbeiten,
    bevor sie noch weitere Daten sammeln oder speichern.

  64. Handfester Verdacht oder vage Vermutung?
    Liegt hier eine handfeste Vermutung oder nur ein vager Verdacht bzw. eine vage Hoffnung vor, Beweismittel zu finden? Gilt Art. 13 GG nurmehr auf dem Papier, als pure Propaganda?

    Zwar hat sich die Justiz an die Unschuldsvermutung zu halten. Beschränkt diese sich nur auf die strafrechtliche Verurteilung, hindert jedoch nicht, einen Menschen unnötig durch Indiskretionen sozial zu erledigen?

    Was ist dazu zu sagen:
    Ein Mensch nutzt „tausend legale Steuertricks“ . Zudem hat er ein Schweizer Konto. Haussuchung mit allem Tatütata geht voll in Ordnung? Bedenken nur bei „Rechtsstaatsbewahrern“ (Thomas , Herr Darnstedt Spon)

  65. Manipulation und Kontrolle
    Mit emotional stark besetzten Themen wird uns doch jeder Mist verkauft. Man will für alle Gutes tun, die Sicherheit erhöhen, alle beschützen… doch letztlich geht es immer nur um Machterhalt der herrschenden 1 %. Kinderpornografie ist schlecht, weiß jeder. Genauso schlecht wie seelische und körperliche Gewalt gegen Kinder oder Kinderarmut, wichtige Bereiche, die aber nur selten thematisiert werden. Das allein deutet schon auf Manipulation und Unehrlichkeit hin. Man gibt dem Volk emotionales Futter und hält es schön beschäftigt, kann Menschen ruinieren, die man loswerden will unter dem Beifall aller auch noch Gesetze verabschieden, die uns weiter in Richtung Diktatur bringen. Ein perfektes perfides System und kaum einer bemerkt es.

    • "...emotionales Futter" fuer das Volk
      Sehr gut!

      Ich mag sie langsam, diese Saetze wie „Fluesse von Blut durchstroemen die Strassen von Kiew“, „Die USA reagieren mit Entsetzen“, „Jetzt spricht Edathy“.
      In mir keimt dann jedesmal die Frage, wann denn endlich unsere Koenigin in ihrer unnachahmlichen Art dazu Stellung nimmt. Was sagt Steinmeier? Das ist unheimlich wichtig, wobei die Betonung auf unheimlich liegt.
      Merkwuerdig, dass sich diesmal Gauck noch zurueckhalten kann. Aber seine vier oder sechs Redenschreiber scheinen eh ueberlastet. Gut Ding will eben Weile haben.

      Gibt es eigentlich alternativ zu den Reden unserer hohen Herrschaften einen Regierungs- oder Volks-Blog mit oeffentlichem Kommentarbereich?
      Bloede Frage, der wurde outgesourct und den kann man gefaelligst bei Google verfolgen: von spannend bis zutiefst deprimiert, von beseelt bis wahnwitzig: die Welt geht unter, die Sonne geht auf, kraeftiger Genmais-Kolben statt schlanker Banane, Freiheitskaempfer sind Terroristen, nein umgekehrt.
      Ganz selten tauchen aeusserst fluechtige Meldungen auf, die von einer Diaetenerhoehung berichten, noch vor der EU-Wahl. Man weiss ja nie, was danach kommt, nicht wahr.

      Der Kampf der Ueberschriften: Don´s ebenfalls grenzwertige Artikelueberschrift – einer nun wirklich scharfen Rasierklinge gleich – erreicht leider nur eine ueberschaubare Menge von Lesern.
      Was tun? Vielleicht sollten Leitmedien solch „emotionales Futter“ schlicht und einfach auf die Startseite knallen, jeden beschaulichen Sonntag.

  66. Juristen - Sachzwaenge - Presse
    Der Anteil der Juristen im Bundestag betraegt satte 80%.

    In letzter Vergangenheit verfestigt sich der Eindruck, dass Staatsanwaelte und andere Teile der Justiz Stampeden veranstalten, die offenbar nur von der Presse aufgehalten werden koennen.
    Der jahrelange Einsatz der SZ im Falle Mollath ist so ein Beispiel.

    Ein Staatsanwalt, der ausschliesslich der Wahrheitsfindung verpflichtet ist, darf nicht vorab die Presse (Kachelmann) mit einbeziehen.
    Eine Staatsanwaltschaft, die nur der reinen Wahrheitsfindung verpflichtet ist, darf keine Datenvorenthaltung taetigen (NSA).
    Anwaelte, die sich ihre eigenen Weihnachtsgeschenke per Abmahnungen finanzieren wollen, gehoeren selbst sofort strafrechtlich verfolgt (Redtube).

    Eine Presse und ein Browser namens Google, die im Auftrag filtern (Nachrichtungsauslese) gehoert gebrandmarkt; taeglich und ausserst heftig.

    Politiker, die Einfluss auf die Justiz nehmen wollen…aber wie oben geschrieben:
    80% der Bundestagsabgeordneten im Bundestage sind ja Juristen.

    • nicht ganz.
      „Ein Staatsanwalt, der ausschliesslich der Wahrheitsfindung verpflichtet ist,“
      .
      Das ist leider nicht ganz richtig.
      Er ist seinem Dienstherrn verpflichtet. Meint: er ist weisungsgebunden.
      Hört! hört!

    • Genau. Es ist der Richter...
      …der der Wahrheitsfindung dient.

  67. Der Fall Edathy
    Wenn ich diesen Artikel lese, wird mir Angst. Wir sind schon total durchsichtig geworden und das kann ausgenutzt werden. Wie wird das weiter gehen?

    • Wie es weitergehen wird?
      Nach der EU-Wahl wird sich eine grosse Ergebenheit breitmachen in den Hirnen der vertrauenden und geduldigen Waehler. Man nennt sie in der Masse wohl auch den Souveraen.
      Solange wir bereit sind, aus eigener Bequemlichkeit heraus die Verantwortung fuer schlichtweg alles in die Haende von Politikern zu uebergeben, ist es auch nichts mit Selbstbestimmung.

      Es verwundert mich etwas, dass dieser Artikel so viele „Tueren“ austoesst.
      Bei solchen Artikeln sollte man sich wuenschen, dass er ein laengeres Eigenleben entwickelt.

  68. Titel eingeben
    danke Don Alphonso

  69. Vor langer, langer Zeit
    …40 Jahre oder so – auf dem Höhepunkt des RAF Terrors –
    hieß es mal: der Rechtsstaat lässt sich nicht erpressen.

    Jetzt erpresst der Staat das Recht.

  70. Der gebildete Mittelstand hat versagt
    Es ist ihm nicht gelungen aus G9 ein G8 zu
    komprimieren.
    Aus weniger mehr zu machen.

  71. Test - im andern Blog wurde es nicht genommen
    @pascha50 – Das alle über alles wissen, ist menschenunmöglich. Eine computer-cloud mag zwar alle E-Mails, Telefongespräche, SMS, GPS Daten, Flugdaten und was auch immer speichern, aber ein Mensch muss das alles durch Algorithmen filtern, bevor er andeutungsweise versteht, was läuft.
    .
    Darüber hinaus, wenn einer weiß (und schon seit 15 Jahren wusste), dass er beobachtete wird und das bei Reisen, Telefongesprächen, E-Mails und was auch immer einkalkuliert, dann fällt der von Menschen programmierte Algorithmus, der die Masse der Clouddaten nach Normalverhalten sortiert, auf die Nase….und liefert das falsche Ergebnis.
    .
    Und wenn darüber hinaus auf einmal die Leute in California bemerken, dass der beobachtete jemand in Europa wusste, was sie machen und sich dementsprechend verhielt, dann sitzen die Leute in California über ihren NSA Daten und haben überhaupt keinen Durchblick mehr. Was ist nun Fake und was ist echt…. Peinlich.

  72. "Schwulitäten"
    So ist das nun mal das mit „der“ Politik.
    Ehe man es sich versieht steckt man mittendrin in „Schwulitäten“ wie in „Pädophilien“:
    Beim Sex hört der Spaß nicht auf, da fängt er für Politiker erst an.
    Sollte man sich allerdings mit der rechtsradikalen Neoschwuchtala anlegen wollen, sollte man sich besser ganz warm anziehen.
    Wer dann noch Kinderbildchen von kleinen Jungs mit grenzwertig heruntergelassenen Feinripp-Unterhosen bezahlt sich einen herunterlädt, weil das ja noch legal sein soll, der kriegt was auf die Mütze, auch weil er nicht aufgepaßt hat und nochdazu mit seiner gut benamten kreditkarte bezahlt hat.
    Bei soviel Doofheit wundert einen bald garnichts mehr.
    Aber dass sowas auch noch eine fragil gebaute Koalition in Erklärungsnöte bringt, das zeigt auch wo wir eigentlich leben – nicht gerade in der besten aller möglichen Welten.

    • ps=nachtrag
      erstaunlich kann nicht das Gewese um soviel Dummheit sein: erstaunlich muß bleiben, wie klug man mit Dummheit umgehen möchte, um nicht noch blöder dazustehen als die ausgemachten Delinquenten.
      Und das in der Bildungsrepublik Deutschland.
      In Uganda sind Schwule neuerdings verboten.
      Ich hab nix gegen Neger: die sind halt genauso doof wie die anderen Menschen.

  73. Erst
    Hat uns die “ unsichtbare Hand “ beglückt.
    Dann bekamen es mit der “ Hand Gottes “ zu tun.
    Nun ist es „der zürnende, strafende Gott“ selbst, der sich einmischt.

    Was für Karrieren doch an der Wall Street möglich sind.

  74. hoppla
    und wieder einmal greift weit Vorweg,
    die Geschichte nahm einen anderen Lauf.
    Stell vor, mit Absicht,
    ein Pferdsteck,
    was nimmt er in Kauf,
    ohne Nachsicht.

    Dienste ohne Gewissen
    gibts ja schon,
    laut gebissen,
    juckt wie Hohn.

    wo bleiben die Festnahmen?
    Scharfe Sherriffs
    oder Inobhutnahmen
    des Bilderriffs?

    Fragezeichen fragezeichen
    Unter der bizarren Geschicht
    Ging der wirklich über Leichen
    mit hübschem Gesicht

    Scheinbar popular
    die Bildersuche
    gesehen ohne Monokular
    bei denen zu Tuche

    Mann sagts offen,
    es bleibt hier nichts zu hoffen,
    nur Abgründe tun sich auf,
    beim Bilderkauf

  75. Vorgeschoben?
    Die letzten Schlagzeilen zur Kinderpornographie bei BKA Beamten entlarven das tatsächliche Dilemma unseres vermeintlichen (?) Rechtsstaates. Es stellt sich nämlich erneut nach den Fällen Barschel, Buback/RAF, Herrhausen/RAF, Rohwedder/RAF, Heisig, NSU, Kungelei mit NSA und GCHQ, Wulff usw. die Frage nach der Arbeit deutscher Staatsanwaltschaften und des Sicherheitsapparates im allgemeinen. Es entsteht immer mehr der Eindruck, dass nicht nach der Rechtslage sondern nach politischen Interessen und Vorgaben ermittelt wird (oder eben auch nicht). Von der flächendeckenden Ausspähung zum Unterschieben falscher Datensätze ist es nicht mehr weit. Vor diesem Hinitergrund ist nicht mehr das Thema Kinderpornographie sondern zunächst die Frage nach der Rechtmäßigkeit und Funktionsfähigkeit von Sicherheitsapparat und Justiz zu stellen. Ganz vorne steht dabei die Arbeit der Staatsanwaltschaften und ihre Abhängigkeit von der Politik und dem höheren Beamtenapparat. Solange hier nicht wirklich alle Hausarbeiten gemacht sind, kann das Thema Kinderpornographie nicht zufriedenstellend gelöst werden. Die Gefahr des staatlichen Mißbrauchs der Mißbrauchgesetze ist zu groß geworden.

  76. Schon immer
    Das war doch schon immer so.

  77. Pingback: Für Gerechtigkeit, Lautstärke und Lynchjustiz | Stützen der Gesellschaft

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