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Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

In den Bleikammern der digitalen Zwänge

| 159 Lesermeinungen

Wenn ich in Italien bin, wohne ich fast immer in Mantua in der immer gleichen Wohnung. Den Schlüssel habe ich ohnehin bei mir, und wenn ich nach einem harten Arbeitstag, wie etwa während des Erdbebens spät Nachts ankomme, gibt es eine Routine, die garantiert, dass mein Beitrag am nächsten Morgen beim Redakteur liegt. Aufsperren, Licht einschalten, Computer anschliessen, Wasser für den Tee aus dem Wasserhahn holen und auf den Herd stellen, und bis das Wasser kocht, sind auch alle notwendigen Akkus in den Ladegeräten. Wenn ich am nächsten Morgen dann in das Auto oder auf das Rad steige, sind alle Kameras wieder für tausend Bilder gut, und falls es unterwegs nötig wäre, würde der Rechner acht Stunden mit dem Akku laufen. So kann ich arbeiten, so weiss ich schon am Abend, dass mich am nächsten Tag nichts aufhalten wird.

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Momentan bin ich nicht in Mantua, sondern in sehr unterschiedlichen Hotels in der Steiermark, in Slowenien, Venedig und Padua. Alle Hotels sind sauber, gut geführt und sehr bemüht. Richtig prima klappt das mit dem Arbeiten in einem Haus, das sicher seit 40 Jahren keine Restaurierung mehr gesehen hat: Dort bekommt man einen Schlüssel, es gibt Lichtschalter, Steckdosen und am Morgen einen Kellner, der so freundlich ist, Tee in jeder gewünschten Menge zu bringen. Das ist wichtig, weil ich ohne Tee nicht in den Tag starten kann. Ich brauche niemanden, der mir in dieser Hinsicht Vorschriften macht. Eines meiner Hotels will in dieser Hinsicht modern sein, und hat einen elektronischen Vollautomaten für wirklich vorzüglichen Kaffee, bestätigen andere Gäste, aus dem ich Wasser zapfen kann. 0,7 mal den Inhalt einer Tasse. Ein Digitaldisplay sagt mir nach einem Piepston die Menge und leider hilft mir das überhaupt nicht, denn die Teemenge ist durch den Beutel definiert, und die Kombination aus zu wenig Wasser und zu viel Tee schmeckt schauderhaft.

Nun sollte man in Italien als Teetrinker das Jammern verlernt haben, aber das hier ist nur ein Beispiel., wie eine digitale Innovation das Leben für einen der Zukunft aufgeschlossenen Menschen erschwert. Ich hacke das System, indem ich mir zweimal den elenden Piepston anhöre – wieso muss mich so eine Kiste am Morgen fies anpiepsen? Wenn ich sowas will, reise ich mit einer Netzfeministin – und die Tasse anderthalb Durchläufe unter dem Wasserstrahl stehen lasse, unter den verständnisvollen Blicken des Kellners, der ebenfalls mit der Maschine leben muss. Der Rest geht dann eben in den Ablauf. Das ist mein Aufstand gegen den Zwang des Digitalen. Mir ist völlig klar, dass das Verschwendung ist, die sich nicht gehört, aber ich brauche meinen Tee und kann es mir nicht erlauben, mich ohne meine Dosis Teein ans Steuer zu setzen, um dem italienischen Verkehr zu trotzen.

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Gestern bin ich nach Venedig gefahren. Venedig ist wunderschön, aber wie es nun mal im Herbst so ist: Es wird früh dunkel. Man sollte also früh aufbrechen. Idealerweise lässt man das Auto auf dem Festland stehen, und nimmt den Zug. Das kostet von Padua aus lachhafte 4 Euro und bringt einen direkt ins Zentrum. Ich hasse zwar Züge, aber in diesem Fall füge ich mich, und finde am Bahnhof eine ganze Batterie Fahrkartenautomaten. Die quäken mich an, dass ich auf meine Wertsachen achten soll, und teilen mir mit, dass der nächste günstige Zug in sieben Minuten geht. Bis ich mich durch den Kaufvorgang und die diversen uninteressanten Optionen geklickt habe – nein, ich brauche nur eine simple Einwegkarte und sonst nichts – vergehen schon einmal zwei Minuten. Dann stecke ich meine EC-Karte in den Schlitz, gebe die Geheimzahl ein, und die Kiste hat nun offensichtlich keine Programmroutine, um mir zeitnah mitzuteilen, dass die Funktion gerade ausgefallen ist. Ich starre eine Minute auf ein nicht wegklickbares Bild, bis die Maschine sich in den Ausgangszustand versetzt. Ich versuche es nochmal, und der Italiener neben mir ebenso. Wir stellen fest: Die Kisten gehen beide nicht. Und es gibt keine Möglichkeit, die lumpigen vier Euro in einen Schlitz zu stecken. Das ist heute alles digital. Und überall ausgefallen.

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Ich fahre nur für den Genuss nach Venedig, aber wenn ich da einen Termin hätte, müsste ich anrufen und erklären, dass ich noch vor einer sehr langen Schlange eines der wenigen Automaten stehe, der doch noch altes Bargeld nimmt, weil die Schlange vor dem Verkaufsschalter noch länger ist und verzweifelte Leute draussen vor der elektronisch öffnenden Glastür Nummern ziehen, um Einlass zu bekommen. Der gewünschte Zug hat glücklicherweise auch Verspätung, lässt mich die Maschine wissen, und so kann ich dafür noch ein Ticket buchen. Das ist fein. Weniger fein ist der Dialog am Ende, dass der Zug bereits seit zehn Minuten weg ist. Das stimmt zwar nicht, trägt aber dazu bei, dass ich recht geladen auf dem Bahnsteig stehe und beschliesse, etwas über digitale Zwänge zu schreiben. Mit einem menschlichen Fahrkartenverkäufer wäre das nicht passiert, und dafür würde ich auch zwei Euro extra bezahlen. Wenigstens sind die Gondoliere in Venedig noch analog. Und man kann die Tickets für den Wasserbus auf dem Canal Grande am Markusplatz noch bei einer sehr freundlichen und auskunftsfreudigen Dame am Schalter erwerben. Die kostet etwas mehr als die Zugfahrt. Aber völlig gelassen stehe ich auf dem Schiff und weiss, ich werde ankommen.

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Als ich ankomme, drückt man mir einen Schlüssel in die Hand. Einen echten, analogen Schlüssel. Das ist inzwischen selten geworden; modernere Hotels machen das alles mit Scheckkarten, die nur so lange die Tür öffnen, wie man gebucht hat. Einmal stand auch schon in einem sehr ungünstigen Moment jemand mit so einer Karte in der Zimmertür einer Bekannten, bei der ich – Moment, das geht Sie gar nichts an, aber jedenfalls hatte man an der Rezeption trotz fehlenden Checkouts schon die neue Karte ausgestellt. Seitdem mag ich Schlüssel, mit denen man auch von innen abriegeln kann. In einem Hotel auf der Reise hatte man dagegen schon auf ultramoderne Haustechnik umgestellt: An der Tür ist der Kartenslot. Und hinter dem Kartenslot sind alle Stromkreisläufe des Raumes. Keine Karte, kein Licht, kein Strom, nichts. Und da frage ich mich schon, wie man als Ingenieur einerseits so digital denken kann, und andererseits den Bewohnern beim Verlassen der Zimmer den Saft abdreht. Unsereins geht und denkt, dass die Akkus von Mobiltelefon und Kameras und Rechner bis zum Abend geladen sein sollten. Öffnen wir dann die Tür, piepst das Handy kläglich, der Akku des Rechners ist völlig runter, und die blaue LED beim Ladegerät sieht man erst am nächsten Morgen. Diese moderne Karte zwingt den Nutzer seiner batteriebetriebenen Gerätschaften, beim Laden neben ihnen zu sitzen. Betreutes Charging. Wer da einen Abendtermin hat, hat ein Problem. Wenn der Akku beim Frühstück noch nicht geladen ist, bricht der Ladevorgang gleich nochmal ab.

Wenn Marcello Mastroiani in La Dolce Vita zu seinem nächsten Reportageauftrag aufbricht, springt er nach dem Frühstück einfach in den Wagen und fährt los. Im schlechtesten Fall sind meine Akkus immer noch halb leer, die Teetasse ist nur halbvoll, der Kartenautomat streikt und wenn es im Hotel eine Computerpanne geht, liegt schon jemand anderes in meinem Bett. Immerhin kann er vermutlich nicht mit meinem Rechner ins Netz, denn Hotelnetzwerke reagieren oft allergisch auf meine zwischengeschalteten Privacytools im Browser und werfen mich ständig raus. Ich kann mich noch nicht mal beklagen, denn das ausgedünnte Servicepersonal ist froh um jede digitale Hilfe, und die Stromabschaltung sorgt für den Umweltschutz, und dafür, dass der steigende Meeresspiegel in 200 Jahren Berlin noch immer nicht geschluckt hat. Man muss das alles verstehen, das macht heute jeder so, das ist die Zukunft, Maschinen ersetzen Menschen und können eh alles besser: Besonders das Ignorieren, das Anpiepsen, das Nichtverstehen, das Steckerziehen und das Beziehungsbeenden. Es bringt einen nicht um, aber im Gang steht noch ein alter Schuhputzautomat. Da drückt man auf einen Knopf, und er läuft, solange man drückt. Technik, die genau das tut, was man möchte. So hat man sich das in den Zeiten des Wirtschaftswunders erträumt: ein Knopf, eine Funktion. Heute gibt es Displays wie in Kubricks Odyssee im Weltraum, und die Technik legt sanft ihre unnachgiebigen virtuellen Hände um unsere Gurgeln. Solange es echte Schalter, Drehgriffe und Schlösser gibt, ist sie beherrschbar. Man kann sie töten, wenn es sein muss. Dieses Herrschaftsverhältnis kehrt sich gerade um.

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Schuld – sind wir selbst. Wir und unsere Abhängigkeit von diesen kleinen Kisten. Ich warte nur darauf, dass man in Menschen Reserveakkus einbaut, die sich durch die Bewegung selbst laden und den nötigen Strom erzeugen. Und einen universellen Berechtigungs-Chip, der alle Türen öffnet, die erlaubt sind, und einen von allem abhält, was man nicht bezahlen kann. Dann macht nämlich auch so eine Kaffeemaschine Sinn, die einem mitteilen kann, wie wenig Wasser sie einem zu geben bereit is: I’m afraid I can’t do that, Dave. Das ist dann alles supermodern und verspricht, all die komplexen digitalen Schritte, die uns heute so nerven, durch eine native und unumgängliche Lösung zu ersetzen.

Sie verstehen, dass ich zwar gern in Italien bin, aber mich schon auf meinen hochgiftigen, radioaktiv verseucht floureszierenden Lichtschalter in der heimischen Küche freue, den man nach dem zweiten Weltkrieg für einen Beitrag der Technik zu einem besseren Leben gehalten hat. Aber die EU beschäftigt sich natürlich lieber mit den Gefahren der Kerzen. Das romantische Flackern – da muss man etwas tun, das darf nicht sein, und ich frage mich, ob das Hirn derer, die das tun, nicht auch so etwas wie ein tiefentleerter Akku ist.

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159 Lesermeinungen

  1. Don, Menschen kosten Geld :-).
    Die Dienstboten arbeiten heute nicht mehr für einen (echten!) Hungerlohn 80 Stunden die Woche und geben sich mit einer Dachkammer zufrieden. Das ist das eine. Und das andere sind unsere aggregierten Prioritäten. Wenn die Mehrheit der Deutschen danach handelt, als sei Geiz wirklich geil. Und im Alltag jeden Cent spart, damit man sich (je nach Kassenlage) 3 Wochen Malle oder 3 Wochen Karibik leisten kann, dann hat das allerorten Auswirkungen.

    Mit anderen Worten – nicht die Digitalisierung ist das Problem. Wir sind es, zumindest kollektiv. Praktisch jede/r von uns kann das beobachten, wenn wir uns in einen Flieger quetschen, der uns für 100 Euro von Berlin nach Istanbul bringt. Im Ölsardinenmodus.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Titel eingeben
      Klasse!

    • Das ist die Illusion
      dabei werden Maschinen ordnungspolitisch massiv subventioniert, sie sind effektiv eben nicht billiger, nur im gegebenen gesetzlichen Umfeld scheinbarer verbesserter Normen, die in der Praxis keine Bedeutung, außer Enthaftung entfalten, die wir mit einer vernünftigen Rechtsprechung gar nicht bräuchten.

  2. fahrkartenautomaten, tee und lust
    aber DON, reisen sie doch mal an die Cinque Terre…………dort sind alle fahrkartenautomaten notorisch ausser betrieb weil kaputt…….

    und schon Heinrich Böll sagte bzw. schrieb natürlich:

    „man trinkt nicht in italien ungestraft tee und in irland kaffee…………“

    gute reise…………besuchen sie bitte auch schloss Duino……….immer anregend………..auch objectBe würde ihre gedanken dazu sicher schätzen……..und der blick bei schönem wetter ist atemberaubend.

    • @ djangohatnemonatskarte
      Lieber djangohatnemonatskarte,

      ach ja, wie recht Sie haben. Natürlich schätze ich die Gedanken unseres Bloggwartes außerordentlich, doch ebenso die Ihren, wo sie so nett an mich gedacht haben.

      Ich bin ja gerade noch in in meinem Haus im Tessin und, wenn auch Sonnenschein, der herbstliche Wind bläst heute kalt von Norden und zum Sonnen ist es heute zu kühl. ( Ich hatte hierzu ja auch ein kleines Abenteuer, nur so nebenbei. Mehr hierzu aber auf http://objectbe.blogspot.ch/ )

      Meine Erinnerungen an die Cinque Terre liegen doch schon ein wenig zurück. Mit einigen ganz netten Herren aus Mailand hatte ich vor einiger Zeit das Vergnügen vor Portovenere eine Nacht auf deren Jacht verbringen zu können. Ein Abendessen an Land haben wir jedoch wegen der vielen Touristen doch vermieden.
      Und mit H.Bölls Zitat haben Sie ja auch so recht. Aber Tee und Holundersaft halten Don Alphonso wohl zusammen. Das muß man akzeptieren.

      Ich werde wohl nie Gelegenheit haben einen Champagner mit ihm zu trinken.

      Seien Sie herzlich gegrüßt
      ObjectBe (http://objectbe.blogspot.ch/)

  3. Kartenslot
    Einfach beim Verlassen des Zimmers irgend ne x-beliebige Karte in den Slot und gut ist es.
    Ist nur ne rein mechanische Geschichte.

    • Titel eingeben
      Das war mal so. Inzwischen werden die Karten magnetisch beschrieben. Aber es gibt doch eine einfache Lösung: Gute Hotels geben dem Gast immer ZWEI Karten beim Check-in – auch wenn er alleine anreist.

    • Titel eingeben
      Mit einer x-beliebigen Karte hatten wir es auch versucht. Ging aber nur mit der zweiten Zimmerkarte. Wohl denen, die zu zweit sind – sie können mit einer Karte Akkus laden (sofern sich Steckdosen finden – auch nicht immer) und Klimaanlage laufen lassen, wenn sie weg sind, und mit der anderen Karte wieder ins Zimmer…

    • Widerstand leisten
      Wir werden auch gegenüber den technischen Zwangsjacken lernen (müssen), Widerstand zu leisten, damit wir damit leben können.

    • Resistance is futile. Aber wir können sie vielleicht betrügen und hintergehen. Darin sind Menschen gut, und Computer wissen nicht, was das ist.

  4. Der Trend geht zur Zweitkarte
    Servus Don,
    auch alleine reisend lasse ich mir in „besseren“ Hotels immer zwei Chipkarten geben – eine für die Türe, die andere für den Strom. Erfahrungsgemäß tut es auch jede andere Karte in Standardgröße, aber die meisten davon will man ja nicht unbedingt zurücklassen während man unterwegs ist.

    Die Digitalisierung möchte ich aber prinzipiell verteidigen, jedoch mit der beträchtlichen Einschränkung, dass sie oft schlecht gemacht ist. Nehmen Sie die Bahnfahrkarten. Früher musste man entweder eine zufällige Zeit zwischen 0-20 Minuten am Schalter einplanen (z.B. wenn die Omi vor Ihnen alle möglichen und unmöglichen Verbindungen nach Hintertupfow, MeckPomm zu Weihnachten erfragt [im Juli!!!]) oder sich mit den Fahrkartenautomaten abmühen, die NUR Bargeld nahmen und NUR Münzen zurückgaben (kaputt waren die Dinger natürlich auch ab und zu – und als Entschuldigung galt es nur wenn alle Automaten des Bahnhofs defekt waren). Wenn man dann ein Reiseziel hatte, das nicht zu den N Zielen mit Zahlencode gehörte, musste man eine Ersatzkarte ziehen und sich dann im Zug noch mit dem freundlichen verbeamteten (!) Schaffner auseinandersetzen.
    Heute kann ich zumindest bei der DB das Billet in zwei Minuten auf meinem Telefon erwerben – garantiert ohne Schlange und egal wohin. Auch die digitalen Automaten sind um Größenordnungen besser als die alten, weil sie mir nicht nur das Ticket verkaufen, sondern auch eine qualifizierte Fahrbahnauskunft geben. Dass die DB allgemein zu einem schandhaften Symbol deutschen Niedergangs geworden ist kann man der Digitalisierung nun wirklich nicht vorwerfen. (Wenn ich nur daran denke, wie ich als Kind den völlig unironisch gemeinten Ausspruch „pünktlich wie die Eisenbahn“ als Lob zu hören bekommen habe!)

  5. Tipp
    Lassen Sie sich beim nächsten Mal einfach zwei Plastikkärtchen an der Rezeption geben.

  6. Titel eingeben
    Ich weiß nicht, TH, warum immer sofort jemand wie Sie auftaucht, der diese dämliche Schuldfrage stellt und dann auch überflüssigerweise gleich selbst beantwortet, WIR sind schuld – na prima.
    Es geht nicht um Schuld, es geht um technologische Entwicklungen mit all ihren, manchmal als positiv und manchmal als negativ empfundenen, Implikationen.
    Analoges Beispiel: Wenn ich ein neues Gewürz für mich entdeckt habe, probiere ich es an allen möglichen Gerichten aus, sehr bald weiß ich, wofür es gut zu gebrauchen ist und wofür eher nicht, und der Gebrauch normalisiert sich dementsprechend.
    Nun hinkt der Vergleich zw. Kochen und Digitalisierung natürlich auf mehr als nur einem Bein, aber dennoch, wir sind momentan in der Probierphase, wir versuchen alles aber auch wirklich alles, soweit möglich, zu digitalisieren bzw. mit digitalen Elementen zu verbinden. Ich hoffe, es kommt auch in diesem Falle zu einer Normalisierung, wetten würde ich darauf aber nicht, könnte durchaus sein, daß die Vernunft dabei auf der Strecke bleibt.
    Außerdem bietet das alles ja auch so wunderbare Überwachungs- und Steuermöglichkeiten, welches Unternehmen und erst recht welcher Staat kann da schon nein sagen.
    Eines weiß ich aber genau, so lange Typen wie 4.0-Oettinger für’s Digitale in der EU zuständig sind, sieht es sehr düster aus.

    • ????
      Ich will mal höflich den Mantel des Schweigens über den Inhalt legen, aber in einem haben sie recht.

      „…könnte durchaus sein, daß die Vernunft dabei auf der Strecke bleibt.“

      Bei den Politikern die wir haben und den Machtstrukturen in denen die Oettingers der Welt ganz, ganz weit oben sitzen?

      Da „könnte es sein“ ???

      Ich bin da ganz bei ThorHa. Man konnte diese Entwicklung vorhersehen. All die völlig überflüssigen „Bequemlichkeiten“ eines Smartphones, die unfassbare Dummheit in der 24/7 Erreichbarkeit etwas Positives zu sehen. Wie zu kurz gekommen muss man sein um sowas toll zu finden. Für die Arbeit braucht es mancher, aber um fünf wird es ausgeschaltet.
      Wo diese Entwicklung, und die kommende Total-Überwachung enden, kann man ganz unterhaltsam in Gary Shteyngarts Zukunftssatire »Super Sad True Love Story« nachlesen.
      SEHR lesenswert, gibts in jeder Bücherei….

      Um Überraschungen wie die Beschriebenen zu vermeiden muss mann nur mal nachdenken. Alles was ein Computer kann ist den Unterschied zwischen einer 0 und einer 1 erkennen. Den UNterschied zwischen einer Leitung auf der entweder Storm fliesst oder nicht. Und das ein paar Millionen mal in der Sekunde, gewiss, aber im Grunde doch nichts anderes als das was auch eine Amöbe kann, oder?
      Wer dann von der Realität überrascht wird, ist selber Schuld.

      Was erwartet Ihr eigentlich alle, von solchen Leuten?
      Mal abgesehen von den paar Narren die ihr eigenes Leben zerstören, wie Snowden oder Assange, ohne auch nur das Geringste aufzuhalten, sind diese IT-Leute genau wie die meisten anderen Menschen in Business um Geld zu verdienen. Ob sie nun an Geldautomaten unbefugt betrügen, ob sie e-mails aus Nigeria verschicken, oder für VW Software schreiben… Ob sie es der Deutschen Bank ermöglichen in Mikrosekunden Anteile an- und wieder zu verkaufen.. oder ob sie einen Staatstrojaner schreiben…

      Was glaubt ihr eigentlich alle, was das für Leute sind?

  7. In den Bleikammern der digitalen Zwänge...
    Sag‘ ich doch auch Don…
    nicht wer wenig hat ist arm, sondern wer viel Diener(energie), auch Digitalenergiediener, wünscht.
    Ist ein Zitat, von wem war das noch?
    Hänsel-chen und Gretel-chen…health-chen und g-ripe-chen
    die Geist-Gesundheit und das Geist-Be-g-reifen, die
    „Leben-Akku-Ladung-Leistung“…
    verirrten sich im Energie-Besitztümer-Tee-Diener-Digital-Wald?
    Das „Abspecken“ der „Blei-Kugel-Westen-Werteheit“ hat gerade
    begonnen..
    aber die Märchen-Geschichte kennen Sie ja.

  8. Das ist alles supermodern
    und leider nicht rational, sondern es soll mich als Nutzer rationalisieren.
    Alle wollen einen erziehen, besonders jene, die noch weniger Verstand haben als man selbst. Und diskutierte man über die Jahrhunderte und zuletzt in der Neuro-Debatte die Frage des freien Willens, so hat der Konsumismus diese clandestin entschieden: ein Konsument hat Folge zu leisten und seine Lebensenergie in den Dienst „der Sache“ zu stellen.

    • .
      „Das ist alles supermodern und leider nicht rational, sondern es soll mich als Nutzer rationalisieren.“

      Ein bischen Rationalisierung hat noch den wenigsten geschadet.

    • Wie sollte ich dann meine verquasten, unstrukturierten Beiträge schreiben?

    • Dieser konsument präferiert Wochenmärkte, Antiquitätenhandel und selber machen.

    • Mit Kierkegaard
      gesprochen, D.Alphonso, schleifen Sie an der Grenze des ästhetischen zum moralischen Stadium. Da erscheint dann Manches etwas verzerrt und anderes unverständlich.
      mfGPF

  9. Mamma mia
    Ach Don,
    im Lande des Espresso, Capucchino, macchiato nun auch Tee trinken wollen. Meine Mutter, geprägt durch die Zeit in UK nach dem WK II, pflegte bei solchen Anwandlungen in der Fremde zu zitieren: „When in France, do as the french“.
    Leider bekomme ich das auf Italienisch als Spruch nicht so gut hin, aber Sie wissen was ich meine.
    Für das Austricksen der Zentralschalter in den Hotelzimmern ist das Einschieben einer beliebigen Karte passenden Formats erstaunlich oft erfolgreich. Lassen Sie sich doch demnächst eine Rabattkarte geben in der kleinen Stadt an der Donau, die Sie nie registrieren, die aber für solche Fälle hilfreich ist.
    Und wenn Sie öfter wieder kommen, fragen Sie ob der Hotelier nicht einen Samowar kaufen und betreiben kann, so einen elektrischen. Zwei Hotels in D wo ich häufiger dienstlich bin haben so etwas, aus dem Kran am Samowar kann man analog die passende Menge zapfen, et voila!
    Was eine Fahrkarte nach Venezia angeht, hätte ich vermutlich sogar vor der morgendlichen Abfahrt ins Internet geschaut, das dürfte bei der Bahn in Italien genau so gehen wie in Deutschland, und wenn die pfiffig digitalisiert sind brauchen Sie die Fahrkarte nicht ausdrucken, sondern speichern den Code in passbook oder wie es gerade auf dem Smartphone Ihres Vertrauens heißt. Bei mir wissen aus dienstlichen Gründen sowieso immer viele Menschen wohin ich gerade fahre, da ist die Frage ob big brother mitliest nicht sehr relevant.
    Hauptsache das Wetter hält da unten.
    Gruß aus Berlin

    • In bella Italia
      Mit Verlaub Prince Mateki, ich hoer immer noch den Rat: „Do in Rome, as the Romans do“… in France ist es etwas schwieriger finde ich, den nicht jeder hat Stil, Panache und all dieses savoir faire, das die Einheimischen so benutzen. However, we try our best.
      Cheers

    • Es gibt kein Smartphone, zu dem ich Vertrauen hätte, und ich habe darauf auch kein Internet. Ich will das auch gar nicht. Wenn ich nicht am Rechner bin, bin ich offline und genau so will ich auch sein. Ich erachte offline als Lebensqualität und mir fehlt dann auch nichts. Ganz im Gegenteil.

      Samowar gab es in Graz, da muss ich das Hotel Wiesler sehr lobend erwähnen. Aber ich weiss natürlich auch, dass die Teekultur in Italien wie die Kultur des Barfusskaufens im Januar gepflegt wird. Das wird sich auch nicht mehr ändern, und so hat jedes Land nun mal seine Droge. Als ich jung war, gab es Hotels, die noch nicht mal schwarzen Tee hatten.

    • „When in France, do as the french“.
      Schade, dass es in diesen Zeiten nicht mehr Menschen wie Ihre Mutter gibt…

  10. .
    warten sie ab, bis man nur noch per smart-phone zahlen darf.

    eine wunderbare neue welt der garantiert ganz sicher reibungslosen abläufe wird sich dereinst auftun damit.

    äh, moment-

    • Kleiner Tip....
      Falls sie ein paar sehr unterhaltsame Stunden bei Regenwetter verbringen wollen, empfehle ich auch Ihnen Gary Shteyngarts »Super Sad True Love Story«.
      Der relativ kurze Roman beschreibt genau diese Entwicklung ganz witzig. Sie scheinen zu glauben, dass das bargeldlose Bezahlen das Ende dieser Entwicklung sei?

      Lassen Sie sich mal überraschen, was so ein kleines Smartphone am Ende alles können kann.
      Sie werden nicht enttäuscht sein, versprochen….

    • Ich denke, dass die überalternde Gesellschaft ein Schutz vor solchen bargeldlosen Bestrebungen sein wird.

    • Davor habe ich nicht wenig Angst, aber selbst im kartenverliebten Land Italien nimmt man gerne Bares und braucht es auch für die Schattenwirtschaft. Man kann schliessliche sexuelle Dienstleistung, ehrenwerten Antikenhandel und Privatabfüllungen nicht mit Geschirrspülen abarbeiten – insofern gibt es genug Interesse, dass es so bleibt.

    • .
      nun ja, gewisse apparäte haben fast überall einzug gehalten, allein man selbst sträubt sich noch nach kräften. nicht noch ein gerät, das aufmerksamkeit verlangt. ein neuerer computer muss hier ständig upgedated werden, sonst läuft er nicht mehr, welch ein ausgemachter unsinn.

      bedauerlicherweise wird man vermutlich in einigen jahren ohne smartphone allerdings keinen parkplatz, dann wohl für das elektrofahrzeug, mehr buchen können.

      wenn mea parvitas einmal hoffentlich dereinst ins höhere alter mit mehr schwierigkeiten, dann solche apparäte umfassend zu begreifen, kommen wird, wird es ziemlich sicher so sein – natürlich nur zur allgemeinen sicherheit, da sie, lieber don, die schattenwirtschaft ansprachen:
      im feinkostgeschäft wäre der erwerb von wunderbarer foie gras oder einer order champagner mit restriktionen verbunden, entweder ein lautes fiepen oder eine sich über monate hinwegstreckende erhöhung des beitrages zur krankenversicherung nach sich ziehen, inklusive wegfall von leistungen von krankheiten, welche daraus entstehen könnten, vermutlich von schnupfen bis senkfuss.

      was interessant wäre, wäre ein verbreitetes und angewandtes wissen auch für nicht-nerds, wie man sein smartphone sichern tatsächlich könnte gegen kriminelles kapern. allein nicht alle experten sind auch welche, besonders diejenigen, die äppel mit sich führen…

    • Wenn das so kommt, pendle ich nur noch zwischen meinen Wohnsitzen. Da ist überall Parkplatz. Aber wie auch immer, der fortschritt wird sicher von den Alten und ihrer Lobby aufgehalten. Schliesslich ist Inklusion Pflicht.

    • @ Don
      Ich bin mir sicher, dass ihnen ihr Optimismus diesbezüglich in nicht allzu ferner Zukunft ausgetrieben wird…

      Das einzige was diese Entwicklung tatsächlich aufhalten könnte, das wäre…. ein Krieg in MItteleuropa.

      Es ist sowieso das Thema bei dem ich stets am meisten den Kopf schütteln muss. Jeder brave Bürger macht sich wegen der Flüchtlinge ins Höschen. Ein Problem, das (inkl der Abschiebungen) sich mit ´Geld lösen lässt. Gerade hat man ja wieder 2 Milliarden Steuergelder an deutsche und französische Banken bezahlt. Geld das offiziell nach Griechenland ging, aber eben nichts weiteres war als eine weitere Tranche zur Bankenrettung, wegen Vergabe (bewusst!) fauler Kredite.
      Mit 2 Milliarden kann man Bleibe-Berechtigte alimentieren und den Rest abschieben….

      Das eigentliche Problem, DAS KOMMEN WIRD, ist die Totalüberwachung und die totale Datenspeicherung! Und das Thema ist völlig verschwunden… naja, bitte, es ist eure Zukunft!

  11. Die Kunst des Workarounds
    Das im Beitrag beschriebene Problem stellt sich im Grunde bei jeder neuen Windowsversion oder neu gestalteten (ergo von jetzt an scriptverseuchten) Website. Es gibt dann doch oft einen Workaround, in der analogen wie der digitalen Welt. Wer am Eingang von Supermärkten keine 1-Euro-Münze findet, um einen Einkaufswagen zu lösen, kann dies beispielsweise mit jedem beliebigen Geldstück tun, wenn er… – aber Halt! Die ewigen Neuerungen sind ja kein Zufall, sondern sollen meist die bekannt gewordenen Ausweichmanöver verbauen. Also behalten wir sie besser für uns – und vor allem bei uns, in der analogen Welt.

    Apps bedeuten Kontrollverlust. Sie lassen nur das zu, was auch im Horizont ihrer Schöpfer vorkommt. Und diese Web-Designer und -Developer waren eben meist die Klassenkameraden der Social Justice Warriors. Verschärfend hinzu kommen die Vermarktungsmethoden vieler Apps: Wenn die Kunden glauben, nicht mehr ohne zu können, erfolgt ein Update, das leider, leider nicht mehr ohne Zugriff auf Bilder und Daten, Positionsdaten usw. funktioniert. Das Internet der Dinge wird hier noch viele Möglichkeiten eröffnen.

    Workarounds sind an sich eine gesunde Sache: Sie beflügeln den Erfindungsreichtum in einem Leben, das in praktischer Hinsicht viel zu einfach geworden ist. Die Digitalisierung macht hieraus jedoch eine sehr einseitige Herausforderung, die sich zudem systematisch in eine permanente Überforderung steigern lässt. Denn wenn schon Profis nicht mehr mit dem Wildwuchs von Sprachen, Querbezügen und schlechtem Code klarkommen, wie soll es dann der interessierte Laie? Dass nicht nur Sie, sondern auch viele andere Männer an Fahrrädern herumbasteln, liegt sicher auch am Charme des rein Mechanischem. (Wie die Digitalisierung die Bastelei mit zeitgenössischen Autos verändert hat, und welche Bezüge sich dabei zu Schummelsoftware eröffnen, diesen Fragen wäre noch nachzugehen.)

    • Supermarkt...
      20 cent Münzen funktionieren auch…

    • Das ist der Grund, warum ich mit den Apps erst gar nicht anfange – und auch nicht sonderlich an deren Zukunft glaube. Ich hatte ein interessantes Gespräch mit einer Museumskraft, die diese schwarzweissen Kasterl in allen Räumen hat, weil da auch ein Japaner war, und sie darüber lachte – das sei der erste seit Monaten gewesen, der das nutzte, und mehr als auf den Tafeln steht auch nicht im Netz. Aber natürlich wollte das Kulturministerium der Region un-be-digt, dass so etwas Modernes in die Räume kommt. Nur das passende Publikum kommt nicht.

  12. Schöne neue Welt
    Ein wunderbarer Artikel, der mir aus dem Herzen spricht.
    Wir leben in einer Welt, in der nix mehr funktioniert auf Anhieb, in der Funktionsfehler bereits in Neumaschinen eingebaut werden – des Konsums wegen, in der Menschen durch Karten ersetzt werden – des Geldes wegen, in der alle ausspioniert und gegängelt werden und die Nachkommen das noch nicht einmal als Problem erkennen. Ich bin froh, dass ich 60 bin und diese Unzeit nicht mehr allzu lange ertragen muss. Obwohl – wer weiss, vielleicht lohnt es sich auch heute noch ein Hotel zu eröffnen, in dem noch alles so ist, wie es einmal war, in dem es Menschen statt Maschinen gibt. Vielleicht wird auf die Dauer auch eine Firma, in der man bei Anruf nicht ein Callcenter, sondern tatsächlich einen kompetenten Menschen erreicht, erfolgreicher sein, weil sie sich positiv abhebt. Und noch etwas würde sich so tatsächlich lösen lassen, es gäbe mehr Menschen, die in Lohn und Brot wären, aber deutlich weniger Shareholdervalue, dafür mehr Menschlichkeit. Man wird ja noch träumen dürfen…

    • Es gibt zum Glück auch Gegenbeispiele – etwa die frühen Olympus PEN, die jetzt schon sechs Jahre alt sind und bei mir immer noch klaglos laufen, siehe Beitrag, und ich habe auch einige nachgekaut, weil sie spittbillig sind, und immer noch tolle Bilder machen. Will sagen, es gibt Leute, die wirklich sauber arbeiten und langfristig denken. Vielleicht müsste man einfach mehr die Guten loben.

    • Witzig....
      Ich hab auch eine alte Olympus… funktioniert noch ausgezeichnet und hat den grossen Vorteil, dass man einen drei-einhalb Minuten Film auf ihr drehen kann, nicht grösser als 21MB reinbringt, den man man dann problemlos an jede e-mail anhängen kann.
      Die Canon meiner Frau mit x Megapixeln bringt gerade mal 7 sekunden(!) in 21 MB unter.

  13. Tja, die Kerzen...
    „Romantisches Flackern“? Im Anhang zum Beschluss der Kommission geht es hier um das Thema „Brandneigung“:
    „Die Flamme darf maximal eine bestimmte Höhe erreichen; bei der Festlegung einer sicheren Höhe ist die natürliche Schwankung der Flamme während des Abbrandzyklus zu berücksichtigen.“

    Auch für die Definition, was eigentlich eine Kerze ist, bin ich sehr dankbar. Leider gibt es aber kein Sonderkapitel für den Gebrauch eines Stövchens.

    Aber was muss ich da lesen: Beuteltee – aber nicht doch…

    • Mein Bienenkerzenzieher hat sich nie um Regeln geschet, und wenn ich welche brauche, muss ich nicht ins Internet. Vermutlich geht dann die nächste Warnung gegen seine Honigseife – könnte Zucker enthalten.

      Ansonsten gibt es Kerzenputzscheren. Wo ist das Problem?

    • Ihnen kann geholfen werden, Teetrinker
      Wir gehen dabei davon aus, dass dieses „Stövchen“ von einem Teelicht mit Wärmeenergie versorgt wird. Dazu biete ich Ihnen an:

      Besondere Güte- und Prüfbestimmungen für Teelichte RAL-GZ 041/3.

      Können Sie aufrufen. Da wird es dem EU-Fachstab „Kerzen“ förmlich schwarz vor Augen, was sich die Deutschen da beginnend von 1925 an alles ausgedacht haben.

  14. Apokalypse
    Es tut mir leid, aber ich muß schon wieder Karl Kraus zitieren.(1909)

    „Es ist meine Religion, zu glauben, daß Manometer auf 99 steht. An allen Enden dringen die Gase aus der Welthirnjauche, kein Atemholen bleibt der Kultur und am Ende liegt eine tote Menschheit neben ihren Werken, die zu erfinden ihr so viel Geist gekostet hat, daß ihr keiner mehr übrig blieb, sie zu nützen.
    Wir waren kompliziert genug, die Maschine zu bauen, und wir sind zu primitiv, uns von ihr bedienen zu lassen. Wir treiben einen Weltverkehr auf schmalspurigen Gehirnbahnen.“

    • Un deshalb lasse ich meine Schuhe beim Schuster machen, wo ich mir Form und Farbe aussuchen kann. Es gibt nichts Entspannenderes und Giftgasfreieres, als diese Stunde in Verona bei der Wahl des Leders.

      Ich muss bei Gas immer an „Gas“ von Georg Kaiser denken – immer noch aktuell, leider.

    • KaBalz weist Savall
      auf die obige Anzeigetafel von Venezia Santa Lucia hin. PRIMA CLASSE IN TESTA.

  15. Es war immer die Eule, nicht die Lerche! Und: Wer ist "wir"?
    Der Text – wohl von einer Nachteule verfasst – spricht mir aus der Seele.
    Doch wer ist „wir“?

    Es sind nicht alle Menschen geiz-geile Flug- oder Hotel-Sardinen, es kommt einme nur so vor. Nicht alle sind auf dem Trip, dass diese fiese, gängelnde Pieps-Technik toll sei. Eher finden sich auffällig viele Leute, die sich Hacks einfallen lassen. (Hier auch grade: „…irgend ne x-beliebige Karte in den Slot und gut ist es.“)

    „Life-Hacks“ wird zur Rubrik in Magazinen.
    Hersteller sollten besser das Ohr an ihren wohlfühlbedürftigen Kunden haben, ähm an ihren fiesen Geräten: So muss Technik NICHT!!

    Fiese, laute italian Kaffeemaschinen, die jemandem mit empfindlichem Gehör den Morgen, ja in schlecht gedämmten Cafés sogar den ganzen Café-Aufenthalt verderben (ich sage nur Prinz Muschkin in München, was ein fieser Radau, dieses Zischen), mei.

    Ich erinnere, falls einer vor einem übel piepsenden Monster in Nostalgie verfällt: fies pfeifende Teekessel! Die den Teekessel aufsetzende Lerche war und ist immer schon wach, der machte das nix. Es wurde vom Geheule aber auch die Eule wach, die war dann den Rest des Tages schwer beleidigt und vergrätzt. ES GIBT KEINERLEI ÄHNLICHKEITEN MIT DEM VERFASSER DIESE KOMMENTARS! ECHT NICHT!!!Einself!!

    • In Padua sind es die Kirchenglocken von San Antonio, die einen aus dem Bett ballern – ich wohnte direkt gegenüber. Aber das gehört einfach dazu. Techniker sin ja oft Menschen mit autistischen Zügen, die den eindruck haben, die Menschen verstehen sie nicht. Das erklärt dann vieles in Sachen Design. Speziell, wenn Designer nicht dort leben, wo die Nutzer sind. Das ist auch so ein Problem der Globalisierung.

  16. Kartenslot
    Wie schon Blackout sagte ist das nur mechanisch.

    Ist inzwischen auch eine meiner ersten Handlungen im Hotel – Visitenkarte in den Schlitz stopfen und dann können die Elektrogeräte auch während des Dinners laden; das dann auch unnötigerweise die Klimaanlage weiterläuft, ist schade, aber wohl unvermeidlich.

    • noch.... NOCH !!!!
      Was glauben sie wie lang das dauert, bis die das regulieren?
      Ein findiger Verkäufer, der denen zeigt, dass der Einbau mittel- und langfristig mehr einspart als die Inverstition kostet… RFDs kosten fast nichts.

    • Das muss ich mir merken – aber vermutlich erfindet bald jemand einen Slot, der wirklich genau diese eine Karte haben will und nicht öffnet, wenn drinnen eine steckt. Das wird dann bitter.

    • Kann man erkennen....
      Bisher funktionieren die Dinger noch mechanisch. Beim Einstecken einer Karte wird eine Feder zur Seite gedrückt, die den Kontakt zur Stromleitung herstellt.
      Einfach mit einer Schere ein Stück Karton in derselben Breite zurechtschneiden. Damit läuft die A/C in meinem Hotel Zimmer in BKK immer….

  17. Die Technik legt sanft ihre unnachgiebigen virtuellen Hände um unsere Gurgeln.
    Das ist eine sprachlich wunderbare und in der Realität schmerzhaft zutreffende Beschreibung – danke dafür!

    @thorha
    Auf beiden Seiten sind die Menschen das Problem: als Anbieter und als Verbraucher. Ich als Verbraucher wäre auch (fast immer) bereit, einen weiteren Euro (oder auch mehrere) für guten Service zu bezahlen, aber den will keiner haben. Ich habe der FAZ inzwischen mehrfach angeboten, einige Euro pro Monat für eine werbefreie Web-Site zu zahlen; kürzlich ahbe ich eine Adblocker aktiviert, daraufhin kam ein langes Lamento des Online-Chefs MvB. Es fehlt vermutlich an klugen Köpfen auf der Anbieterseite – hinter der Zeitung sitzen sie ja angeblich schon länger.

    • Gern geschenen – di Frage ist eigentlich, wie man der Technik selbst die Gurgel umdreht.

    • NEIN !
      „Die Technik legt sanft ihre unnachgiebigen virtuellen Hände um unsere Gurgeln.“

      Das tut sie nicht, das tun wir selber!
      Sie wollen es anders? Schmeissen sie ihr Smartphone weg… oder hören sie mit ihrem heuchlerischen Gejammer auf!

      Kein Mensch wird dazu gezwungen vernetzte Auros oder Hauhaltgeräte zu kaufen…. In unserem drei Personen Haushalt gibt es drei Computer mit Win 7, sonst nichts das mit dem Internet verbunden ist.

      Immer dieselben lächerlichen Ausreden wenn es um die Verantwortung dafür geht, wer die „unnachgiebigen virtuellen Hände um unsere Gurgeln“ legt!
      Wem die Meinung, die andere Leute über einen haben, wichtiger ist als… der darf das, aber er sollte mit dem Jammern aufhören.

  18. Titel eingeben
    Knipsschalter, Drehgriffe, Türklinken und Schlösser sind allzeit beherrschbar für digital nicht so perfekt geschulten Menschen,
    das dachten wir uns als wir von Toulon aus telefonisch für zwei Nächte eine Unterkunft hinter der nördlichen Flanke des „windigen Berges“ buchten“. Obwohl, das Hotel nach der Art wie es Don hier beschreibt, in Savona, zwei Wochen zuvor, hatte keine bleibenden Schäden hinterlassen. Digitalisiert, aber o.k.

    Die gewählte Unterkunft in einem dieser hoch aufgeschichteten Dörfer der Provence, die in den unruhigen früheren Zeiten Schutz vor eindringenden Muselmännern bieten sollte, hat weder einen Internet-Auftritt noch ziert sie sich mit dem gastlichen Namen Hotel. Es schmückt sie, ca. 4 Meter lang und kunstgeschmiedet, die archaische Bezeichnung „Auberge de B.“ Bis auf die Gaststube kannten wir die Lokalität nur „du dehors“ als uns dort einst, nach der Besteigung und Abstieg vom Ventoux die freundliche Madame la propriétaire völlig außerhalb der üblichen Essenszeiten eine 6-Personen-Terrine mit soupe de courgettes, geröstetem Brot und Aïoli unter den blühenden Lindenbaum servierte. Es gab auch das ortsübliche alkoholhaltige Getränk dazu; neben unserem Tisch hatte versonnen der Wächter des Hauses Platz genommen.
    Wir kommen also an, der Abend senkt sich nieder, das Haus ist verschlossen. Unsere „portables“ sagen beide „rien ne va plus“, beide unbedacht vom „Bordtarif“ so leergelutscht, so dass sie die Wirtin nicht herbeirufen mochten. Hier kommt jetzt der digital mindergeschulte Mensch ins Spiel, der zum Glück aber noch über analoge Fähigkeiten verfügt. Etwa 50 Steinstufen geht es hinauf, zu dem Haus aus dem der Rauch eines Buchenfeuers drang, innen eine fröhliche Runde von vier älteren Herren und einer Dame. Eine Runde, nicht einmal ein Anlass wie man versicherte, auf dem Tisch Champagner. Einer der Herren ist seit unserem ersten Besuch bekannt, der Kunstschmied-Steinbildhauer-Bronzegießer alles-in-einem, Elsässer, der Liebe wegen hier hängen geblieben. Er restauriert ständig in der Ortschaft herum und auf die Anfrage, ob er auch mal ruhe kommt: „Nix z´schaffe ha i ned glernt“. Bevor meiner Bitte um einen Anruf genüge getan, hatten wir ein Glas in der Hand, verbunden mit der Einladung zur abendlichen Feier anlässlich der beginnenden Hirschjagd anderntags. Dazu keine weiteren Ausführungen, nur eines noch.
    Die Auberge ist eine Herberge, im wahrsten Sinne des Wortes, aber zu klein für ein Heer-groß genug als Unterschleif für eine Jagdgesellschaft. Mit Etagenklo im Gästezimmergeschoß, altmodischen Steinzeugplatten als Fußboden, da muss man durch. Die Bettwäsche ist an einigen Stellen zerschlissen und nicht alle Spinnweben an der Decke entfernt. Aber trefflich geeignet für den müden Wanderer-oder eben für Jägersleut´ nach der Hirschjagd und seinen Folgen. Dazu mit ausgezeichneter, aber nicht „überregional ausgezeichneter“ Küche. An digitalem Schnickschnack war außer dem Kartenlesegerät auf dem Zinc weit und breit nichts zu sehen. Es muß nicht immer…..Ach ja, der „berger allemand“ lebt leider nicht mehr.

    • Titel eingeben
      Ach, waren Sie in der Provence? Wie nett.

    • Ha – genau so war das an der Grenze zu Slowenien. Einfach angehalten, wo es schön war, gefragt, und alles war sofort stimmig. Allerdings ist das eine Ferienregion für alte Leute, die alles noch auf gut Glück machen. Ich werde davon in der nächsten Geschichte berichten.

  19. Einspruch
    „Schuld – sind wir selbst. Wir und unsere Abhängigkeit von diesen kleinen Kisten.“

    Schuld ist etwas individuelles, immer! Wer abhängig ist, hat keine Schuld. Höchstens daran, dass er sich überhaupt in die Abhängigkeit begeben hat. Letztere Frage aber pauschal zu beantworten mit: Klar, das haben wir doch alle, freiwillig war das, natürlich! ist schon etwas snobistisch, oder?

    „Ich kann mich noch nicht mal beklagen, denn das ausgedünnte Servicepersonal ist froh um jede digitale Hilfe, und die Stromabschaltung sorgt für den Umweltschutz, und dafür, dass der steigende Meeresspiegel in 200 Jahren Berlin noch immer nicht geschluckt hat. “

    Finde den Fehler * Finde den Fehler * Finde den Fehler * Finde den Fehler

    „Man muss das alles verstehen, das macht heute jeder so, das ist die Zukunft, Maschinen ersetzen Menschen und können eh alles besser: Besonders das Ignorieren, das Anpiepsen, das Nichtverstehen, das Steckerziehen und das Beziehungsbeenden.“

    Das ist der Fortschritt. Sie sind nicht allein mit Ihrer Entscheidung, den Computer in allen Lebenslagen der Netzfeministin vorzuziehen. Allein sein wäre ja auch unsozial.

    • Ja, ja.... aber sicher....
      „Höchstens daran, dass er sich überhaupt in die Abhängigkeit begeben hat.“

      Ausreden sind immer ein Kennzeichen von Dummköpfen…..

      Einfach mal eine x-beliebigen Deppen fragen, warum er sein „Smart“phone nicht aus seinem Leben entfernt.
      Soviel Tee kann man gar nicht kochen, dass der bis ans Ende der Aufzählung seiner Ausreden braucht.

      Aber…. typisch deutsch… das liebste Hobby: jammern, jammern….

    • Ich finde es ja erfreulich, wenn mein Smartphone aus ist -was es oft ist – und vor anderthalb Jahren hatte ich zwölf Monate lang gar kein Handy, und das habe ich auch überlebt. Auf der Kiste mache ich kein Internet. Wenn ich unterwegs bin, bin ich eben nicht erreichbar. Fertig.

    • Ich bin dafür, dass man den Rechner wie jeden anderen Haussklaven nur dann benutzt, wenn man ihn braucht. Gestern zun Beispiel hatte ich zwischen zehn Uhr Morgens und Mitternacht damit nichts zu tun, wie ein Herr. So muss das sein. Ignoranz ist eine gute Waffe, und ich habe alles bar bezahlt.

    • P.S.: Dass Berlin in 200 Jahren nicht absäuft, ist natürlich ein Fehler. Wie es auch ein Fehler war, den Slum nicht an die Russen zu verkaufen, statt Nachrüstung zu machen. Das hätte den Ostblock genauso ruiniert. Un man könnte von dort heute wieder Sklaven kaufen.

    • .
      „wenn mein Smartphone aus ist“

      et tu, brute?

  20. Und als Ausblick
    auf den Fortgang der geschilderten Entwicklungen empfehle ich, mal wieder Stanislaw Lem „Technologie und Ethik“ zu lesen

    • Falsch !
      Lem ist Kindergarten…..

      Gary Shteyngart »Super Sad True Love Story«

      Vertrauen sie mir einfach mal…..

    • Davon gibt es kein Executive Summary, das die Schuldigen dieser Technik lesen könnten.

    • Danke für den Hinweis, Herr Bogner.
      Lade ich mir gelegentlich als e-book herunter. ;-)

    • Waschmaschinentragödie
      Ich mochte den Lem der mittleren Jahre lieber als den Essayisten der späten, der zum Warner und Mahner wird, zu einer Figur, die der deutschen Neigung zur weinerlichen Moralisierung mit Weltuntergangsbefürchtungen entgegenkommt und sie bestätigt. Klar, in seinen Romanen und Erzählungen, sind mehr Welten untergegangen und zuschanden gekommen, als bei den meisten anderen Schriftstellern, aber wenigstens hatte es Spaß gemacht.

      Ich glaube i.ü. weder an eine Technologiefalle, noch an Zukunftsschocks. Ein nicht geringer Teil der Energie einer technologischen Zivilisation wird darauf verwendet, Technologie zu normalisieren, sie zu einem gewohnten Teil der Wirklichkeit zu machen, sie dem gesellschaftlichen Theater und den menschlichen Bequemlichkeiten anzupassen. Ab einem bestimmten Punkt beklagen sich die Leute nur noch über die Größe der Sitze in einem Flugzeug, während sie dabei so gut wie möglich von allen physikalischen Veränderungen ihrer normalen Umwelt abgeschirmt werden. Deswegen muss man auch die generelle Klage nicht allzu ernst nehmen, man werde von Designern manipuliert, es sei denn man ist Reinhold Messner oder Kampfpilot, der weiß wie sich Beschleunigung anfühlt, die man nicht qua Funktion und Design von ihm abstrahiert hat.

  21. Usancen
    … aber werter Don, Sie verwenden das B-Wort. Ich dachte, das heißt Reichshauptslum…

    Zum Thema könnte ich noch Erfahrungen mit den Check-In Schaltern der Lufthansa beitragen (denen ohne menschlichen Widerpart), aber das wäre jetzt wohl redundant.

    • Ich weiss schon, warum ich lieber eigenverantwortlih mein Auto zu Schrott fahre, als mich stundenlang in sog. Lounges in allerschlechteste Laune zu steigern. Ich bin kein Freund des Fliegens. So gar nicht. In keiner Hinsicht. Allein schon die Anreise zu diesen Nichtorten. Bäh.

  22. Der Alptraum hat begonnen
    Vor einiger Zeit flatterte mir auch eine Werbung vom Elektronikfachhandel ins Haus, die mir die voll ferngesteuerte Wohnung per Smartphone versprach. – Mit meinem Steinzeitknochen natürlich ein Witz; aber für den Kulturpessimisten in mir ein Alpttraum. – Für unter 500 Euronen kann man sich dann selbst überwachen (lassen).
    Da würde ich mir eher einen Störsender für all das Zeugs kaufen oder mechanische Haushaltsgeräte von Manufactum, die kann ich äh meine Frau noch selbst reparieren.

  23. Die Digitale Gouvernante
    Beim lesen kam mir nur noch diese Nettigkeit im Sinn.

    http://www.dailymotion.com/video/x1959yw_michel-aus-loenneberga-maennchen1_shortfilms

  24. Maschinenglück
    Keine Sorge,in wenigen Jahren werden wir nen Chip im Kopp oder am Arm mit uns tragen.Dann wirds schon funktionieren. Und wenn nicht,ab nach Nepal.Da gibts keine/nur wenige Automaten.Das natürlich nur dann geht,wenn man bezahlt hat am Terminal mit dem Chip.Oh…warte mal…

    • Ich habe das ja mit dem Transalp mit dem Rad ausprobiert, um zu zeigen, wie man der Überwachung auch heute noch bei uns entgehen kann, wenn man Wert darauf legt. Allerdings füllt man beim Checkin im Hotel mit dem Pass auf.

  25. o tempora
    Welche Art von Bleikammer oder Hotel ist denn das, welches da keinen Wasserkocher aufweisen kann ?

    Wenn es im Hotelbetrieb schon kein Kocher mehr aus Fleisch und Blut sein darf, gibt es doch für recht wenig Geld entsprechende elektronische Geräte.

    Die im Text beschriebenen ‚Vollautomaten‘ helfen jedenfalls niemandem, da muss die Not schon groß sein.

    • Normalerweise habe ich meistens einen dabei, aber diesmal kam der Urlaub so überrasched, dass ich schon italienische Hemden nachkaufen musste. Aus drei Tagen wurden bislang acht. Und ein Ende ist nicht absehbar, ich muss noch auf die Terra Ferma und nach Verona.

    • "Aber diesmal kam der Urlaub so überraschend" ....
      … sehr sehr schön, den muss ich mir merken, um das einzustreuen, wenn von Leuten mit viel Arbeit und wenig Zeit mal wieder über effiziente Urlaubsplanung schwadroniert wird.

    • Arbeit, was ist das?

    • Arbeit ist das, was geleistet werden muss ...
      … wenn der Anspruch besteht, spätestens alle 3 Jahre das neueste Selbstversklavungs Unterordnungs Vehikel beim Händler abzuholen, statt den alten SLK zu fahren, der in der Familie passenderweise gerade frei wurde.
      .
      Was macht eigentlich Ihre Barchetta?

    • Arbeit
      ist Kraft mal Weg.

      Deshalb: Wenn Sie sich schon oft genug mit dem Rad kra(e)ft(ig)(be)wegen, warum laden Sie Ihre Ersatzakkumulatoren nicht währenddessen damit auf?

      Achso:
      Nix StVo.
      Nix Dynamo.
      (Noch’n Gedicht? No!)

  26. We einer eine Reise tut....
    Der Fahrkartenautomat im Frankfurt Flughafen heute nahm keine 20ziger (oder mehr) und meine ABN-Amro Karte fand er auch nicht gut. Man muss immer verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten mit sich führen, und/oder geduldig mehrere Schlangen abwarten.
    .
    Dafür hatte der Flugkartenautomat nicht nur meinen Amsterdam Direktrückflug reserviert, sondern auch noch den über Charles de Gaulle. Fand ich sehr charmant. Wenn der direkte ausgefallen wäre, hätte ich eine garantierte Alternative gehabt.
    .
    Aber in der anlogen italienischen Hotelwelt konnte man auch Einiges erleben. In der Nähe von Rome war ich vor vielen Jahren regelmäßig aus geschäftlichen Gründen. Eines Tag stellte ich höchst erstaunt fest, dass mein Zimmer tagsüber an Pärchen vermietet wurde. Im Bett war Blut …. Aber nicht von mir. Die Hotelleitung zuckte etwas verlegen mit der Schulter und bezog das Bett neu. Daraufhin bin ich aus Neugierde mal tagsüber zurückgekommen, und das Zimmer war belegt und verschlossen.

    • Ja, Rom ist wild und gefährlich und obendrein überteuert. Allerdings habe ich bda einen sehr schönen Geheimtip – voll analog, sehr guter Tee, Silberkannen, Palazzo, Dachterrasse – den ich hier aber nicht veröffentlichen werde. Man muss nur 2 Monate im Voraus buchen.

  27. Bravo und
    Danke für diesen humorigen Lichtblick im winterlichen Herbst.
    M.A.Titz

  28. Technik, die sich korrekt verhält aber unmenschlich ist
    Ein Aspekt, der, glaube ich, noch nicht angesprochen wurde: Es gibt auch Technik, die das Falsche tut, indem sie bestimmungsgemäß arbeitet.
    Ich arbeite in einer öffentlichen Einrichtung in einem nagelneuen Gebäude, das weiss, wie hell es sein muss, wann die Luft ausgetauscht werden muss und welche Raumtemperatur gut für mich ist. Das Dumme ist nur: mir ist es oft zu dunkel – das Licht läßt sich aber nicht einschalten; die Luft ist schlecht, aber solange der „Co2-Wächter“ die Luft für gut befindet, wird sie nicht ausgetauscht; die Heizung geht erst an, wenn der Bewegungsmelder eine hinreichend große Menschenmenge vermutet usw.
    Ich finde diese Art der Entmündigung empörend.
    (Weil oben gefragt wurde, wer „Schuld“ hat: In meinem Falle würde ich vermuten, dass die Technik konform zu deutschem Regelwerk arbeitet, das vermutlich aus „Empfehlungen“ der EU gezeugt wurde.)

    • Das ist eben energiesparend. Der Computer hat Vorgaben, die er abarbeitet und die als ausreichend angesehen werden, und as Humankapital hat keine Ansprüche zu stellen. Das ist übrigens ein Grund, warum ich nicht bei der FAZ in FM arbeiten würde: Die Luft ist wirklich schlecht. Als Heuschnupfengeschädigter spüre ich das. Ich werde dort drinnen kurzatmig. Immerhin kann man die Fenster öffnen, aber am Gesamtklima ändert das wenig. Es sind so Aspekte des Dasein, an die Städter sich gewöhnt haben, selbst wenn es sie krank macht. Vermutlich gibt es auch schlaue Formeln, die aus Heizkosten, Luftaustausch, Licht und Krankheitstagen das Optimum errechnen, und bei steigenden Energiepreisen lohnt sich auch ein kranker Mitarbeiter.

    • Geschrieben in einer angenehmen Seebrise an der Lagune.

    • Lieber Herr Bürger, wir sind halt nur Menschen und von der Technik etwas anderes zu er-
      warten als unmenschlich zu sein, ist doch von der armen vielgeplagten Technik nun wirkklich zu viel verlangt. So eine Technik ist halt auch nur ein Mensch.

  29. Kein Tee ?
    Aber Don. Wie kann man nur ohne (analogen) Tauchsieder reisen…..
    Ich trinke jeden Morgen, auch jetzt gerade, anderthalb Liter feinen Darjeeling, selbst auf Reisen im Hotel….

    Sie sind undankbar: „Dann stecke ich meine EC-Karte in den Schlitz, gebe die Geheimzahl ein, und die Kiste hat nun offensichtlich keine Programmroutine, um mir zeitnah mitzuteilen, dass die Funktion gerade ausgefallen ist.”

    Ist es nicht ein herrliches Gefühl, wenn man seine „Geheimzahl“ eingibt und alles was passiert ist, dass die Homepage wieder erscheint?

    Wenn man eine „Geheim“zahl eingibt, dann ist sie erst mal weg….
    Das ist ganz demokratisch. Wenn man einer Partei seine Stimme gibt, dann ist die auch weg….

    • Wenigstens waren es keine gefälschten Automaten. Mein Verdacht ist, dass die Daten nicht mal raus gingen, weil die Kiste sofort nach der Eingabe eingefroren ist. Ansonsten bin ich ein grosser Freund des Bargelds und zahle, was möglich ist, mit Scheinen aus einem mitgeschleppten, grossen Bündel. Wie ein Schwarzmarkthändler.

  30. Nicht, dass ich neugierig wäre, ...
    … Sir, aber ich täte es halt gern wissen.
    Immer, wenn Sie Ihre Vorliebe für Tee anklingen ließen, habe ich mich gefragt, wie Sie ihn wohl zubereiten mögen, wie er überhaupt in das Silberne hineinkommen mag.
    Mit der japanischen Teezeremonie wird es wohl nichts werden, denn da bräuchte er die Tränen einer verliebten jungen Frau, also wohl eher die chinesische Art, um den vollen Rosenduft und ihren Geschmack zu genießen, wenn er nicht gar die Herbheit des Ziegeltees bevorzugt, wie er in den Steppen und Wüsten Asiens so gern in Milch aufgekocht und kräftig gesalzen getrunken wird, fast wie ein Nahrungsmittel, wie in Tibet und im ganzen Himalaya, dann schon mit ranziger Yakbutter versetzt, sehr nahrhaft, aber doch nicht jedermanns Sache, wie auch im Heimatland des Samowars, im Iran, wo der köstliche schwarze Tee mit Zimtstange versetzt wird, ähnlich wie bei den Russen, die neben den Samowar stets ein Schälchen mit köstlicher Konfitüre zur freundlichen Bedienung stellen, nicht so kultig, wie die Leute im Maghreb, die in winzig anmutenden Kännchen den Tee kochen, schaumig dekantieren und überstark süßen, den Zucker in Klumpen archaisch von einem Zuckerhut abschlagen, verhaltener bei den Friesen, die den Kluntje im heißen Tee knistern lassen, nachdem sie köstliche Sahne in ihm zum Aufwolken bringen, aber nicht so wie die Briten, die stets um 17 h kühl und sachlich die Sahne in den Tee gießen, um so ein großartiges Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen, wie ansatzweise die Südamerikaner, die in kleinen Männergruppen mit der Thermoskanne unter dem Arm und den Matetrinkgefäßen in der Hand aus speziellen Röhrchen zutschend spazieren gehen, indessen sich die Türken in Männergruppen beisammensitzend von den jüngsten Burschen den Tee servieren lassen, der über Nacht im Aufguß seine Qualität erlangte, während deutsche Studenten in der Examenszeit aus Beutelchen mit grünem Tee zweimal Teeaufgüsse herstellen.

    A b s ä t z e !

    Tee trinken,
    und nun weiß ich, wie Sie es machen:
    Pappbecher in den Automaten, heiße Plärre reinlaufen lassen und den Teebeutel reinhängen.

    Mit fielen Grüßen,

    Bernard del Monaco

    • Dort, wo ich bin, ist das Wasser zumeist sehr gut, wenngleich etwas hart: An der Donau kommt es aus dem Jura, am Tegernsee aus den Bergen und in Mantua trotz der Nähe zum Po aus den südlichen Kalkalpen. Das ist wichtig, denn das Wasser in Padua kommt definitiv nicht aus den Bergen, und as schmeckt man. Seifig-weich. Wenn das Wasser gut ist, muss es eben kochen und der lose Assam-Tee ziehen. Ich trinke fast nur Assam odr Ceylon, und zwar nicht sehr stark, aber im Normalfall viel. In Venedig habe ich es mit einer wohlbekannten und hochwertigen Marke in einem feinen Cafe versucht: Schmeckt nach Brackwasser, wie das Wasser im Hotel. Das Wasser ist einfach wichtig. Manche Briten nehmen ja ihr Wasser mit, oder kaufen es in Flaschen, um Tee zu machen.

    • Es hat
      machmal auch Vorteile ein paar Tage auf Tee zu verzichten: Nachdem ich im Sommer einige Tage ohne Wassekocher in Paris weilte, schmeckte der Tee -dann wieder zuhause- so gut wie schon lange nicht mehr.

    • Ich habe inzwischen ein passables Cafe mit Känchen gefunden – das ist auch gut für meine schmerzenden Füsse.

    • Woher wissen Sie eigentlich, wie Brackwasser schmeckt?
      Und seifig: Hat man Ihnen, als Sie Kind waren, öfter mal den Mund damit ausgewaschen?

    • Es schmeckt ein wenig so, wie hier die Luft an den Kanälen riecht. Oder bei uns daheim an Donau-Altwässern.

  31. tl;dr
    tl;dr: Ist ein Scherz, ich habe den Text gelesen, obwohl er zu lang ist und sich letztlich in einem lahmen Technikgenöle erschöpft. Die Welt wäre viel einfacher, wenn man sich auf einfache Tricks konzentriert. Der Tee macht sich schneller und besser mit einem Mini-Wasserkocher für 5 Euro, der Strom im Hotelzimmer geht auch dann, wenn man _irgendeine_ Karte in den Kartenschlitz steckt, und der Fahrkartenautomat versagt nur dann, wenn er das Rechenzentrum anrufen muss – mit Chipgeld geht er noch. Im Grunde ist es nicht viel anders als früher, als man im Hotelzimmer auf den Stuhl steigen musste und die herunterhängende Stromleitung abstützen musste, um Licht zu haben: Gewusst, wie.

    • Es gibt ein sehr schönes Hotel am Lago Maggiore, da ist beim Wasserkochen dauernd die Sicherung für das ganze Stockwerk ausgefallen. Da hat die eine Person den Kocher ins Wasser gehalten und die andere stand neben dem Sicherungskasten. Und der betraf das ganze Stockwerk.

      Ich will doch nur heisses Wasser, so viel, wie ich brauche. Das ist alles.

    • Titel eingeben
      Njä, vielleicht doch mal nen Wassertank (daß das Wasser in Venedig und der Poebene eher suboptimal ist, kann man erwarten) und Esbitkocher mitnehmen? Meinjanur, wenn die Elektrik so wenig lastfest ist.

  32. Besser mit schlechter Qualität
    Mich erinnert der Artikel an ein Phänomen, bei dem ich mich frage, ist die Verbesserung eine Verschlechterung.
    Simples Beispiel heute komme ich an meinen Arbeitsplatz mit S-Bahn innerhalb von 20 Minuten. Dies kann ich im 30-Minutentakt machen.
    Vor zwanzig Jahren musste ich zweimal umsteigen, es dauerte mehr als eine Stunde. Der Takt war ein 2-Stunden-Takt.
    Damals gab es keine Verspätungen, jetzt schon. Was ist besser?
    Flugreisen. Vor dreißig Jahren hätte ich mir keinen Flug zum Nordkap leisten können. Jetzt schon. Vor dreißig Jahren war der Serice besser.
    Also der Lebensstandard steigt, wobei die qualitative Ausführung des Lebenstandards abnimmt.
    Bei dem Bahnbeispiel, durch die besseren Bedingungen spare ich defacto Zeit. Aber durch die häufigeren Verspätungen habe ich das Gefühl, die Dinge hätten sich verschlechtert.
    Die interessante Frage ist, wie viel würde es mehr kosten, den neuen besseren Standard mit der alten guten Qualität zu liefern.

    • In der Archäologie gibt es dafür den Fachterminus „Gesunkenes Kulturgut“. Nehmen wir einmal Stuck: Vor dreihundert Jahren brauchte man dazu einen speziellen Künstler, der aber wegen der Materiallosten oft mit Pappmachee arbeitete. Im vorletzten Jahrhundert wurden die Profile schon seriell hergestellt, und wurden für grössre Schichten erschwinglich. Heute ist Stuck meistens aus Styroper und im Baumarkt erhältlich. Dinge werden verfügbar, wenn man Kompromisse eingeht.

    • Don, das ist auch nicht weiter schlimm.
      Viele Beschreibungen gefühlt abnehmender Lebensqualität gehen grosszügig über die Tatsache hinweg, dass die gehobene Lebensqualität historisch eine Umgebung der 1% Oberschicht war. Und auch nur verfügbar in 1% der menschlich besiedelten Orte zu (für 99%) absurd hohen Preisen. Die „abnehmende“ Lebensqualität wird aber heute von gefühlt 50% der Bevölkerung kommentiert. Die fälschlich glaubt, sie hätte einen Anspruch auf genau diese Lebensqualität – und zwar überall und zum Discountpreis.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Das ist doch selbstverstädlich – einfach, weil die 99 Prozent irrelevant sind. Das ist eine Konstante der Geschichte und in jeder besseren Fürstengruft zu belegen.

    • massentierhaltung
      die frage ist ja, müssen wir unbedingt in einer engen konservenbüchse (siehe Th.H. anmerkungen !) zum nordkap und dieses zumüllen, nur weil der flug „billig“ ist ?

      im lufttransport ist heute alles spottbillig, zumindest auf den idiotenrennbahnen der welt……………aber müssen mann oder frau, das fragt ja auch DON, sich das antun……….massentierhaltung ab einfahrt ins parkhaus, im warteraum, im flugzeug und beim sog. disembarking.
      „betreut“ von personen, denen das bedauern anzusehen ist, dass dieser beruf kein ticket für den gehobenen heiratsmarkt mehr ist.

      mich wundert, was der moderne mensch alles auf sich nimmt, aber der anspruch- und kulturlosigkeit sind keine grenzen gesetzt.

      und ist S-bahn-fahren nach 19 uhr heute trotz noch vorhandener enger taktung ein genuss oder überhaupt noch auszuhalten ?
      in D-land wohl kaum, in singapur schon !

    • Lieber Herr Bürger, wir sind halt nur Menschen und von der Technik etwas anderes zu er-
      warten als unmenschlich zu sein, ist doch von der armen vielgeplagten Technik nun wirkklich zu viel verlangt. So eine Technik ist halt auch nur ein Mensch.

    • Ja klar, wenn man ernsthaft von Fortschritt reden will, ist das nur mit rein quantitativen Ver-
      gleichen möglich: Vorher mehr als eine Stunde – jetzt 20 Minuten oder so ähnlich. Bei qualitativen Änderungen sind solche „Fortschrittsvergleiche“ – ohne eben wieder die Krücke der Quantität zu benutzen – nicht möglich, man kann nur sagen: das eine – das andere. Queen Elesabeth I. von England hatte 5 Paar Seitenstrümpfe (Wenn ich recht erinnere, es können auch 3 gewesen sein – auf jeden Fall nur wenige.) – wieviele Paar Kunstseidenstrümpfe oder inzwischen inzwischen Strumpfhosen hat heutzutage die europäische Durchschnuttsfrau? Was sagt uns dieser Unterschied?

  33. Titel eingeben
    @ Don Alphonso sagt:
    @ 27. November 2015 um 09:05 Uhr

    Die Frage ist, ob dein Wasserproblem ein Ausdruck dieses Phänomens „„Gesunkenes Kulturgut“ ist. Was aber dann eigentlich impliziert, Du möchtest bestimmte Dinge wieder elitärer machen.

  34. KaBalz dankt, Herr Dünnhaupt,
    sie haben es erraten. Die Betonung lag aber auf der analogen P. Springen Sie mal über Ihren Schatten und beehren den Don mit dem gleichen liebenswerten Adjektiv für seine feinen Reiseberichte.

  35. Ob
    die digitale (Kriegs-)Welt der analogen überlegen ist, werden
    wir Alle noch erfahren.

  36. Jammerey
    Am Kartenslot herum zu manipulieren, wäre mir unangenehm,
    außerdem zieht es ja nur digitale Verschlimmerungen nach sich.
    Ich ziehe es vor auf unangenehme Zumutungen zu verzichten.
    Man wird gut im Finden von anderen Möglichkeiten.
    .
    Kaffeemaschinengezische und Kaffeesiebgeklopfe
    mit infernalischem Geschirrgeschepper;
    dazu Holzstuhlherumgerücke auf gefliestem Boden,
    begleitet von unterschiedlichem Stöckelschuhstaccato.
    Natürlich müssen da die Leute brüllen, um gehört zu werden.
    Aber womöglich tut denen das Brüllen gut;
    was weiß man schon.

    Will man es ausblenden, scheitert man u.U. an der eigenen KonzentationsUNfähigkeit; auch das ist >ärgerlich.
    Wenn man genau hinhört, kann man eine Musike raushören.
    .
    Denn eins ist klar: im Orchestergraben ist es nicht leiser.
    Treibt einen nicht manche Stimme zur Weißglut?
    Fazit:
    Man muss das Geräusch des anderen/der anderen lieben.
    Sonst wird man irre.
    Ich hab vorsichtshalber Ohropax dabei.

  37. ... doch was dieser Automatenseuche die Krone aufsetzt ...
    … ist die Einfalt ihrer Schoepfer, die zunaechst solche unzulaenglichen Dinger ersinnen und mit dem Argument, ein Automat sei nicht bei der Gewerkschaft und brauche keinen Urlaub, an den Mann bringen. Irrtum! Auch die Automaten nehmen Urlaub – uns lassen sie das wissen durch Botschaften wie „out of order“, oder „chiuso“ in italienisch. Werden deren Schoepfer dann mit entsprechendem Feedback konfrontiert, raesonieren sie , der Mensch waere eben die Schwachstelle, ja, der Fehler im System. Angesichts dieser Erfahrungen ist mir schleierhaft, wie wir – Politiker und Gesellschaft – auf den naechsten Verkaufstrick dieser Bastler hereinfallen konnten, ihre Automaten wuerden zur unserer Sicherheit beitragen: Es sei ja schon ein Sicherheitsgewinn, sagen sie, wenn erst mal der Mensch, dieses fehlerbehaftete Wesen, bloss die Finger von einem Vorgang lasse – ja, und was gaebe es dann anderes, als dass eben ein Automat die Sache uebernaehme, nicht? Mir graut vor einer Zukunft, fuer die uns selbstfahrende Automaten angedroht werden, die das Steuer mit einer Selbstverstaendlichkeit innehaben, als waere das Sicherheitsargument – genau wie das Angstargument der Versicherungen – mehr als ein billiger Marketingtrick. Obwohl es genau genommen tatsaechlich mehr ist: Wir begeben uns in die Haende von fanatischen Idioten – so bezeichne ich Leute, die, alles links und rechts in ihrem Leben liegenlassend, allein in grenzenloser Ueberzeugtheit von ihrem Beruf der Maschine an sich huldigen, ihren Glauben an den perfekten Mechanismus – und der blossen Zeitfrage, bis es sowieso gelungen sei, die Vielfalt des menschlichen Gehirns zu kopieren. Was wurden sie dann tun? Bauten sie dann die endgueltige Maschine und huldigten ihr als ihren Gott? Abgesehen von der Unmoeglichkeit dieser Aufgabe wuerde ich den Leuten ihren Gott sogar goennen: Im Prinzip wuerde der sich naemlich nicht anders verhalten als – ein Mensch. Doch warum soll sich der Rest von uns inzwischen vom Irrweg anderer knechten lassen? Bloss wegen der Einsparungen, weil die Automaten nicht bei der Gewerkschaft sind? Die Gewerkschaft – sie ist an allem schuld, das wusste ich schon immer :-)

    • Das Geheimwort heisst „Wartungsintervall“. Das Intervall ist ist fest definiert, die Wartung dagegen kann dauern. Gibt es jetzt sogar schon bei manchen Radlreparaturen – da werden alle zwei Jahre die Züge ausgetauscht, die Jahrzehnte halten. Dauert dann zwei Wochen. Gibt es aber überall.

    • Robotermärchen
      „Bauten sie dann die endgueltige Maschine und huldigten ihr als ihren Gott?“

      Sie scheinen die „Robotermärchen“ nicht zu kennen.

  38. @TDV
    Einige der unsinnigsten Kommentare, die ich seit langer Zeit in diesem Blog gelesen habe – Respekt.
    Wer ist „ihr“?
    „Alles was ein Computer kann ist den Unterschied zwischen einer 0 und einer 1 erkennen.“ – falsch, eine CPU kann nur das, ein Computer kann viel, viel mehr.
    „Lem ist Kindergarten…..“ – also, tut mir leid, das ist schlicht dumm.
    Was soll diese lächerliche Besserwisserei?
    Ich z.B. photographiere mit kiloschweren Mittel- und Großformatkameras auf Kodak Tri-X, analoger geht es nicht, außer Sie sehen die Photographie als überflüssigen technischen Schnickschnack, wie viele im 19.Jhd. und empfehlen, man hätte besser bei Malerei und Zeichnung bleiben sollen.
    Trotzdem würde mir nie im Traum einfallen, dem Don seine Olympus PEN ausreden zu wollen!

    • ...weder die Kodak Ti-X, die Olypus und schon gar nicht Dons SLK
      sollte man ausreden wollen. Aber das genöle hier im Blog hat, sollte man ihm glauben, mit dem Pack (freilich unausgesprochen) zu tun dem man die Ventilfunktion im Mutterblatt zu kommentieren entzogen hätte. Nur langsam, zumeist bei unverfänglichen Themen, schaltet man ja dort wieder gnädig auf „1“ (um in der digitalen Sprache zu bleiben). Mir ist nicht bekannt, dass der Blog nur akademisch gesegneten Lesern zustehen solle. Es wäre vielleicht an der Zeit, dass Don dazu mal das eine oder andere Wort sagt. Vielleicht etwas versteckt, dennoch mit „hoppla-Effekt“, in einem seiner Reiseberichte aus der Region die er schon ankündigte.

    • Wert? Am Ende auch noch Anspruch? Korrekte Rechtschreibung? Ja, guter Mann, wo kommen wir denn da hin?

  39. Es war einmal ein Lift
    Ich werde nicht verraten, wo das war, denn wenn ich es sage, dann werden irgendwelche elektronisch vernetzten Tugendwächter versuchen, mir diese Tat anzulasten.
    Bei uns im Haus gab es einen Lift – das heißt, es gibt ihn noch, aber er funktioniert nicht mehr. Jemand hat nämlich ein Kabel abgeschnitten, jemand, der von der Dauerberieselung aus dem Lautsprecher so genervt war, daß er (oder sie?) zur Tat geschritten ist.
    Dauernd sagte eine bemüht beruhigende – und daher umso unerträglichere – Stimme: „Arriving to the 1st floor.“ „Arriving to the 2nd floor.“ „Arriving to the 3rd floor.“ Und so weiter bis zum obersten Stockwerk, und wieder zurück. Nicht, daß es keine Leuchtanzeige gegeben hätte, die das Gleiche bekundet, schweigend; aber das scheint nicht mehr auszureichen. Zu allem Überfluß kam dann bei jedem Halt noch: „Have a nice day.“
    Bis es jemandem zu viel wurde. Unterhalb der Druckknöpfe gibt es eine kleine Platte, die man mit einen Schraubenzieher aufhebeln kann. Dahinter verlaufen ein paar bunte Drähte, denen man freilich nicht ansieht, was ihre genaue Aufgabe ist. Mit einer kleinen Schere hat jener Jemand einen nach dem anderen Draht abgeschnitten, bis die Stimme tatsächlich verstummte. Köstliche Ruhe, die aber dadurch noch verstärkt wurde, daß die Liftkabine plötzlich stehenblieb und dann ganz langsam zur nächsttieferen Station herabglitt. Wo sie endgültig blieb.
    Irgend jemand muß schließlich entdeckt haben, daß der Lift nicht mehr funktionierte, hat einen Techniker gerufen, der nach einer sehr analogen Weile kam, die Tür öffnete und den eingesperrten Jemand befreite.
    Zuvor hatte der die Wartezeit genutzt, den besagten Deckel wieder einzusetzen und darauf die eindeutige Weisung gekratzt: „Shut up!“
    Bis das alles aufgefunden wurde, war der (die?) Jemand natürlich über alle Berge. Der Kundendienst wartet auf die Ankunft von ein paar neuen Drähten vom Lifthersteller, um sie wieder einzubauen. Ob der Lift dann wieder mit Stimme funktioniert oder ohne, das war bei Redaktionsschluß noch nicht bekannt.

  40. Ich nenne technischen Fortschritt ab sofort "Strömungstransformator" ...
    … diese Chuzpe ist einfach sensationell!

  41. @Tauchsieder-TDV
    Da Sie ja ein Liebhaber der analogen Einfachheit sind und dem Don die Verwendung eines Tauchsieders empfohlen haben, hier mal ein kleiner Tipp, falls man doch ohne Tauchsieder in die weite Welt aufgebrochen sein sollte:
    1. Man nehme zwei dünne Bleche, sagen wir 5x5cm, biege die Ecken um, lege sie mit den umgebogenen Ecken nach außen aufeinander, lege zwischen die Ecken je ein abgebrochenes Streichholz, natürlich den Teil ohne Zündkopf und binde die Bleche an den Ecken mit Zwirn zusammen.
    2. Man nehme ein zweiadriges Stromkabel mit Stecker und klemme je eine Ader unter eine der umgebogenen Ecken der Bleche.
    3. Man werfe das Teil in ein mit Wasser gefülltes nichtmetallisches (!) Gefäß und stecke den Stecker in eine Steckdose.
    4. Dann gibt es zwei Möglichkeiten, entweder es kracht, und die Sicherung fliegt ‚raus, oder das Wasser kocht in kürzester Zeit.
    Einfacher geht’s nicht, außer man befindet sich in einer steckdosenfreien Zone, dann hilft nur noch offenes Feuer.

    • Methode Jackass.

    • Steckerwirrwar
      In diesem Sinne haben lettische Orchesterkollegen mal einen Universalstecker für ihr Bügeleisen gemacht: Stecker weg und die blanken Drähte direkt in die Dose…

    • Aber Hans….
      Ich habe nichts gegen Digitales, wenn es tatsächlichen Nutzen hat, der nicht nur darin besteht das eigene Ego aufzuplustern.
      Und gerade diese Ausgabe des Blogs behandelt ja gerade diesen entscheidenden Unterschied.
      Nahezu ALLE „Apps“ sind völlig überflüssig und unnötig.
      Wenn sie es nicht glauben, können wir gerne bei meinem nächsten Besuch zB in München, ein Wettrennen machen. Sie benutzen ein GPS und ich keines…
      Man ärgert sich meist über digitalen Fortschritt. Als mein 300 Euro Creative mp3 Player nicht mehr zu benutzen war, weil ein 1Euro Stecker zum Aufladen nicht ersetzbar war, habe ich zwei Jahre gebraucht einen neuen Player zu finden, der tatsächlich in der Lage ist meine eigenen Zusammenstellungen so abzuspielen wie ich sie eingab. Ohne sie in verschiedene Folder der 217 verschiedenen Musikkategorien einzusortieren. Creative hat das neue Modell dann klaglos zurückgenommen. Ich fand dann irgendwann ein chinesisches Produkt in Shanghai, das mit Listen bestehen lässt, und dessen Batterie sage und schreibe 80 Stunden benutzt werden kann und das 9 Euro kostet. Perfekt mit einem Beyer 100 Euro Kopfhörer fürs Fahrrad.

      Da mir die Beschaffenheit des Blechs das ich in tauchsiederfreien Ländern finden kann nicht bekannt ist, würde ich mit ihrer Methode sicher lange auf den Tee warten müssen, da ich, wenn noch nicht mal einen Tauchsieder, ganz sicher auch keine Ersatz-Sicherungen dabei habe. (Eine mit Staniol Folie, Original Lindt, geflickte hat mal einen kleinen Zimmerbrand ausgelöst.)
      Da ich Tee immer sehr früh trinke, bevor Hotel Küchen öffnen… es gibt sehr gut funktionierende Reise-Tauchsieder. Man nimmt nach Ankunft zwei Tassen mit aufs Hotel Zimmer… während man die erste geniesst, bereitet man die zweite, usw usw. In der Tat, völlig analog…

  42. Teilanaloge Teemaschine
    Vor etlichen Jahren war ich mal in Jodrell Bank in der Nähe von Manchester in einem Institut. Dort versammelte sich die gesamte Belegschaft mittags in der Bibliothek, eine fahrende Mamsell verkaufte Sandwiches (das Institut liegt „etwas außerhalb“). Für die Getränke gab es eine imposante Maschine, etwa wie eine überdimensionale Musikbox. Man mußte Hartgeld einwerfen und ein kleiner Rechner bestimmte jeweils flugs, welche Getränke man mit der bereits eingeworfenen Summe bekommen durfte und ließ entsprechende Lämpchen blinken. Ich stellte also meine Tasse hinein, warf entsprechend viele Pence in den Schlitz, drückte auf den Knopf mit dem mir zusagenden Tee und – plumps! fiel ein Teebeutel in die Tasse (immerhin ein Tetley’s).

    Heißes Wasser gab es nebenan bei der Mamsell…

  43. Jackass
    Na das würde ich nicht sagen, funktioniert sehr gut, das kann ich Ihnen versichern, man muß sich halt zu helfen wissen, ich könnte ihnen auch einige digitale Tricks offerieren, aber leider sind die Zeiten für solch harmlose Späße im Netz vorbei.
    Letztendlich ist das Problem die Ignoranz auf beiden Seiten.
    Was wir brauchen, ist nicht das Beharren auf der Antithese, sondern das Streben, nach einer vernünftigen Synthese, kombiniert mit einer vernünftigen Koexistenz von analoger und digitaler Welt.
    Es geht darum, sich die Fähigkeit des rationalen pragmatischen Denkens zu bewahren, um es einmal etwas pathetisch zu formulieren.

  44. Schön...
    Habe diesen Blog genossen wie selten einen. Tja, was soll man/frau dazu mitnehmen?
    Eine gewisse Indifferenz bleibt: die heutige Technik hat wie alles zwei Gesichter, es ist eine „Vereinfachung und Beschleunigung“ die goutiert wird, aber sobald diese zu „aufdringlich“ wird, seht der Mensch sich nach den guten alten Zeiten, oder wie soll es sich nennen, diese Aufzählung der Widrigkeiten und der Annehmlichkeiten….
    Ich persönlich habe seit 4 Wochen mein gutes altes Nokia (15 Jahre) ausmustern müssen. Kämpfe nun mit einem Smartphon mit allem, :-) Naja, man/frau muß ja nicht alles nutzen. Aber ein gewissen Reiz besitzt das Ding ja schon…
    Ach ja, lieber Don: war für 15 Jahren im australischen Busch unterwegs und auf den letzten Tropfen Benzin im Jeep: eine Urwald-Tankstelle hatte schon Kartenzahlung (Bargeld war auch aus, mannomann). Da hockten wir hier noch auf dem Bäumen diesbezüglich, war ich erleichtert: Cooktown war mir! Bin seither nicht mehr geflogen, ist mir zu stressig und zu aufdringlich. Meine Freizeit plane ich selbst, auch mir einem ordentlichen Packen Bargeld im Säckel, es geht wunderbar. In diesem Sinne..so long we will see…

    • Bei meinem Samsung habe ich schon Probleme, den richtigen Druckpunkt beim Wischen und Schieben zu finden. Also telefoniere ich damit nur. Apple kommt mir eh nicht ins Haus.

  45. ...ohne meine Dosis Teein ...
    Sir, Sie wissen schon, dass Sie damit ein Problem haben, kein sehr großes, aber doch erwähnenswert?
    Pathogenetisch stehen Sie den Alkoholikern näher als den Kiffern.

    Trinker aller Länder!
    Vereinigt Euch!
    Denn Alkohol ist
    Keine Droge,
    sondern
    ein Genussmittel!

    Unser nächstes Trinkerfestival findet am 31. Dezember in Berlin am Brandenburger Tor statt.

    Mit fielen Grüßen,

    Bernard del Monaco

  46. Lieber Don Alphonso, ich vermute, wir sind Leidensgenossen: Liebt Sie die Technik auch nicht?
    Es könnte natürlich auch auf Gegenseitigkeit beruhen … Ich habe nämlich den Eindruck, daß sich ALLE Technik an einem rächt, weil man MANCHE Technik nicht liebt.
    Vielleicht können Sie auch etwas aufklären, was mir seit vielen Jahren nicht gelingt: Wer hat den italienischen Hotels diese schrecklichen Kaffeeautomaten in den Frühstücksräumen aufgeschwatzt? Wer hat den italienischen Hoteliers gesagt, daß für die ausländischen Turisten, die doch vielfach nur wegen des guten italienischen Expresso nach Italien kommen, dieser unbeschreiblich schlechte Kaffee aus den Frühstücksautomaten gut genug ist?
    Und auch in Venedig gibt es ein Geheimnis aufzuklären: Welchen Sinn macht es, daß die vor einigen Jahren neu eingeführten elektronischen Tickets für die Vapotetti (Wasserbusse) von den Verkäufern jeweils einzeln nach dem (sehr langsamen) Ausdruck extra noch mal am Automaten aktiviert werden müsssen und wozu gibt es dazu extra nochmal (wiederum sehr lanmgsam) ausgedruckt eine Quittung? Sind die dadurch erzeugten langen Schlangen an den Ticketkassen – insbesondere bei den Vaporetti-Anlegern beim Bahnhof – so absichtlich geschaffen worden?

    • Also. bei mir ging das mit den Karten sofort, trotz Marcusplatz. Prima Service, einmal hinhalten, fertig. Da ist man schon froh drum, nqach so einem Tag.

      Mechanik liebt mich übrigens.

  47. Titel eingeben
    Genau das gleiche ist meiner Gattin passiert, als sie hier in Berlin ’ne Fahrkarte für die S- oder U-Bahn haben wollte. Und zwar andauernd.
    „Früher“ gab’s an jedem Bahnhof mindestens zwei Schalter mit netten Verkäufern, die auch für etwas „Ordnung“ (heute: Sicherheit) und evtl. Auskunft sorgten.
    Scheiß auf digital. Auch die LPs waren besser als diese kleinen silbrigen Dinger. Und meine Einnahmen durch Musikverkäufe sind nur noch ein Zehntel dessen, was ich früher bekam. Scheiß digital.

    • @kdm
      Bsuchen sie mal Tokyo…. An JEDEM, selbst dem kleinsten U- oder S-Bahnhof gibt es mindestens ein halbes Dutzend Fest-Angestellte. Neben den Automaten hat IMMER irgendwer am Schalter zu sein.
      Alles ist immer peinlichst sauber, auch Toiletten werden im Stundentakt geputzt. Kein Zug darf mehr 30 Sekunden Verspätung haben, sonst muss sich der Fahrer an jedem Bahnhof entschuldigen und verbeugen und dann beim Vorgestzten antanzen.
      Kein Zug ist verschmutzt, keine Scheibe zerkratzt.

      Und die Kosten sind exakt dieselben wie in zB Frankfurt.

      Der Unterschied wird Neo-Liberalismus genannt, früher nannte man das Profit-Maximierung und davor schlicht und einfach: Habgier!

    • Tyler, so ein bisserl Differenzierung täte auch in Ihrem Alter gut ...
      Erstens ist die Metro in Tokio privat, profitorientiert und macht auch Profit. Letzteres ist wesentlich beeinflusst durch die japanische Metropolendichte aka Verstädterung und durch die Tatsache, dass (deshalb) die Individual-Motorisierung Japans nie so weit ging, wie die der USA und Westeuropas.

      Auf dem Land hat der japanische Öffentliche Nahverkehr fast exakt dieselben Probleme, wie die westeuropäischen Anbieter.

      http://www.citylab.com/commute/2011/10/why-tokyos-privately-owned-rail-systems-work-so-well/389/

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  48. Tja
    Also Don, mit dem Abfackeln, da haben Sie recht, zumal bei maroder italienischer Elektrik.
    Liebe Henriette, ihre Geschichte aus dem australischen Busch ist klasse, die gäbe eine prima Vorlage für einen surrealen Film ab. Aber die Sache mit dem Packen Bargeld funktioniert leider nicht mehr immer, ein Bekannter erzählte mir kürzlich, daß zumindest in Scandinavien, ich glaube, er meinte vor allem Schweden, die Bestrebungen dahin gingen, die Möglichkeit der Barzahlung stark zu beschneiden, keine Ahnung, ob das stimmt.
    Wenn man keine Wahl mehr hat, wird’s wirklich übel.
    Ich kann jedoch auch mein Scherflein zu den digitalen Bleikammer beitragen, denn gestern bin ich mit einem kleinen Bus gefahren, 10 Plätze oder so, und neben dem Fahrer befand sich nicht nur ein supermoderner Fahrkartenautomat, der aber kurioserweise leider gerade kaputt war, weswegen mir der Fahrer das Schwarzfahren ausdrücklich gestattete – allerdings frage ich mich seitdem, ob ein Kontrolleur das auch so locker gesehen hätte – nein, da gab es auch noch ein Samsung-Tablett. Auf meine Frage, wozu das gut sei, zumal in so einem Minibus, zuckte der Fahrer resigniert mit den Schultern und meinte, das sei zum Zählen der Fahrgäste, zwecks Steigerung oder Überprüfung der Effizienz oder so, im sei das auch schleierhaft. Die Fahrsicherheit wurde jedenfalls nicht gesteigert, denn der Fahrer schaute während er fuhr, immer mal wieder auf das Tablett und tippte auch darauf herum.
    Absurd, was soll man dazu sagen!?

  49. Lieber Don, Sie kauften Ihre Vaporetti-Tickets am Markusplatz? Aber wenn man mit der Bahn nach
    Venedig kommt, muß man die an der Stazione Ferrovia kaufen. Oder sind Sie mit dem Taxiboot zum Marcusplatz gefahren? Ist ja auch viel schöner. Ich muß leider, da ich mit Turisten oft in der Nähe des Bahnhofs wohne, für die dort je 4 Vaporetti-Tickets kaufen (Wir sind zwar auch mit Taxibooten unterwegs, aber Tickets erhalten die eben als Zusatznutzen, um sich auch individuell über die Tage gut umsehen zu können.) … mal so ca. 20 Turisten. Können Sie sich vorstellen wie lange das dauert? Aber ich weiß, wo man diese lange Verkaufsprozedur durchsteht, ohne von anderen, die nur schnell ihr Ticket kaufen wollen, erschlagen zu werden. Wo? Verrate ich nicht: Ein bißchen Geheimwissen muß man ja wohl auch haben dürfen.

    • Ich bin das alles zu Fuss marschiert, weil ich dazwischen noch ein paar Kirchen angeschaut habe. as hat sich auch gelohnt, meistens war ich ganz allein. Nur die Rückfahrt in die Bahnhofsregion habe ich dann mit dem Bus gemacht. Venedig bei Nacht auf dem Canal Grande.

  50. UN-Bericht »Replacement Migration« (ST/ESA/SER A./206) - Massenansiedling in D und EU
    Sehr geehrter Don,

    haben Sie noch eine schöne Reise.

    Hoffe Ihr Interesse auf ein UN-Projekt zu lenken, dass man auf UN-Seiten anschauen kann. Zuvor möchte ich frage, warum das Projekt nicht bekannt ist, dass uns betrifft, und ob große Nationen wie die USA oder China, aber auch Saudiarabien oder Russland sich nicht jedes entsprechende Projekt verbitten würden.

    http://www.un.org/esa/population/publications/migration/migration.htm

    Replacement Migration:
    Is It a Solution to Declining and Ageing Populations?

    United Nations projections indicate that over the next 50 years, the populations of virtually all countries of Europe as well as Japan will face population decline and population ageing. The new challenges of declining and ageing populations will require comprehensive reassessments of many established policies and programmes, including those relating to international migration.

    Focusing on these two striking and critical population trends, the report considers replacement migration for eight low-fertility countries (France, Germany, Italy, Japan, Republic of Korea, Russian Federation, United Kingdom and United States) and two regions (Europe and the European Union). Replacement migration refers to the international migration that a country would need to offset population decline and population ageing resulting from low fertility and mortality rates.

    Siehe auch die Überlegungen über Rentenalter usw., als sei es ein IWF-Rezept – z. B. letzte Seite des deutschen Abstract: http://www.un.org/esa/population/publications/migration/execsumGerman.pdf

    Es könnte ein Grund für Merkels Handeln sein, die hier agierte, wie weiland Kohl: Altkanzler Helmut Kohl bekennt:
    „Bei der Euro-Einführung war ich ein Diktator“
    http://www.merkur.de/politik/helmut-kohl-bei-euro-einfuehrung-diktator-zr-2846068.html

    Übrigenes sind die meisten Pro-Flüchtlings-Propagandabeiträge der Tagesschau.de auf Blogebene gesunken. So u. a., wo über die Selektion der Flüchtlingsströme in den balkanstaaten berichtet wird: https://blog.br.de/studio-wien/2015/11/23/die-balkanlaender-stoppen-erfolgreich-wirtschaftsfluechtlinge-fuer-europa-und-riskieren-viel/

    Wie immer wird mit schlechtem Gewissen und angeblichen Ego argumentiert, als sei es alles nur ein Frage des Willens!

    Ehrenamtliche fliehe die Verhältnisse: http://www.derwesten.de/staedte/bochum/vorwuerfe-gegen-kunden-tafel-verliert-300-ehrenamtler-id10341318.html (und das ist schon etwas älter).

    Diesen ganzen Dunkelmännern, wie jenen in dem UN-Projekt, gehört deutlich entgegengetreten. Es ist nicht nur unser Land, und nicht nur das, wofür unsere Vorfahren schinderten und litten, sondern vor allem das unserer Kinder und hoffentlich Kindeskinder. Da hat sich keiner einfach einzumischen.

    Leute, die wie die Merkel eine der Mehrheit so diametral entgegengesetzte Agenda haben, die unser Land und der Bevölkerung einfach umgestalten wollen, muss man entgegentreten. Das Land und seine Leute stehen nicht zur Disposition für irgendwelche Spinner in der UN oder im Bundeskanzleramt!

    Letztlich sind die eben Genannten, wie die MSM (incl. großer Verlage), Parteien und die Bertelsmänner Transmissionsriemen und nützliche Idioten eines so drastischen Projektes.

    Viele freundliche Grüße – azur

    • Langeweile
      wird der Motor dieser Organisatoren und Propagandisten sein.

      Selbstverliebt am grünen Tisch, Menschen dazu verführen sich
      um den Globus scheuchen zu lassen.
      Erklärt auch die beliebig wechselnden Erklärungen für die Migration.

      Was für ein Reservoir für Geschichtenerzähler. Jeder kann sich bedienen
      vom Wissenschaftler bis zu Klein Erna.

    • KaBalz an azur
      erläutern Sie bitte „die neue Blogebene“. Uawg

  51. Sonnenseite des Lebens?
    Wer Türen selber öffnen muss und seinen Tee mit eigner Hand bereiten, hat noch zu keiner Zeit Eliten angehört. Auch wenn der billge Abklatsch, den er sich grad leisten kann, ihn sich in höhren Sphären wähnen lasst. Wer wirklich auf der Sonnenseite weilt, kennt solche Mühen nicht!

    • Darum dreht sich dann der übernächste Beitrag, keine Sorge.

    • Elite?
      des Pudels Kern kann sich drehen wie er will, bei einer Weltbevölkerung
      von 7 Mill. sind selbst die 1% eine Massenveranstaltung.

      Da hätte ich zu gerne gewusst: Wer sind die 1% der 1%und wie leben
      sie, analog oder auch in einer Welt der automatischen Türöffner und
      Teezubereiter?

  52. zur weiteren Verwertung
    http://www.ze it.de/kultur/2015-11/klimakonferenz-paris-mann-risiko-geschlechtergerechtigkeit-10nach8

  53. Auf nach Shangri La!
    Hallo, TDF äterchen,

    wie man lesen kann, sind Sie wieder voll hergestellt.
    Gemäß meinem Versprechen wird Ihnen in den nächsten Tagen auf meine Kosten das Flugticket nach Shangri La zugestellt. Reisetermin ist der 32.Dezember.
    Der Dalli Lama hat mir zugesichert, Ihnen seinen besten Mönch für retrograde Gebetsübungen und Meditation abzustellen.
    Sie werden in einem der berühmtesten Höhlenklöster hoch oben im Himalaya zu Gast sein. Genießen Sie die kristallklare Bergluft und den blauen Dunst der Hochgebirgswelt.

    Glückliche Reise!

    Was ihr, also die anderen Leute, denkt, weiß ich nicht. Aber ich wünsche TDF äterchen, dass er freundliche Sanftmut und Verständnis in Shangri La in sein Wesen einziehen lassen sollte.

    Mit fielen Grüßen,

    Bernard del Monaco

    • Hmmm....
      Wissen sie was der Unterschied zwischen ihnen und mir ist?

      Ich hab mich mit dem Mann mal unterhalten, und fand ihn übrigens ertfrischen ehrlich.
      Ich bin übrigens Zyniker, oder wie Bierce sagt: „…a blackguard whose faulty vision sees things as they are, not as they ought to be.“
      Sie hingegen sind in der Phase des Phrasendreschen stecken geblieben…

  54. Albtraum (Alp? Wie schreibt das die FAZ jetzt?) Hotelfrühstück
    Eine Lanze für den Kaffeeautomaten! Erspart 10 Minuten Personalwinkerei in der Hölle der Frühstücksräume.
    Hotelkategorie spielt keine Rolle, überall die gleichen schneuzenden, hustenden und prustenden Ekelgestalten, die sich über mich durchaus dasselbe denken dürfen.
    Seit Zimmerpreis und Frühstück getrennt buchbar sind, gibt es auch kein Entkommen in Bars und Bäckereien der Umgebung für den existentiellen Morgenkaffee. Dort sitzen die Spartouristenterroristen und verwüsten die Landschaft. Samowar, idyllische Geheimherbergen, freundliche, diskrete Bedienung? Ja, bei Agatha Christie.
    Wegfahren ist nur mehr mit einer Logistik für menschliche Minimalkontakt zu ertragen. Bin hier absolut für die totale Digitialisierung zu Abschottungszwecken.
    Hat mich jetzt verblüfft, dass Sie dies als Reisender beklagen und der letzte Absatz ist natürlich fulminant gelungen.
    PS: Graz hat aber sehr Ihr Wohlwollen errungen …

  55. Das Digitale ist böse!
    schrieb er, in Italien weilend, in sein Blog.
    In schätzungsweise 1,5 Tagen knapp 140 Kommentare, möglicherweise geschrieben in aller Welt, ohne nennenswerte Barrieren für jedermann und -frau zu lesen bzw. zu erstellen.
    Derzeit 54 Empfehlungen auf Google Plus. Wie viele der Kommentare sind am Smartphone entstanden?

    Man versuche das mal Analog.

    Alles relativ.

  56. Don
    Don Alphonso sagt: 27. November 2015 um 08:56 Uhr

    “Es gibt kein Smartphone, zu dem ich Vertrauen hätte, und ich habe darauf auch kein Internet. Ich will das auch gar nicht. Wenn ich nicht am Rechner bin, bin ich offline und genau so will ich auch sein. Ich erachte offline als Lebensqualität und mir fehlt dann auch nichts. Ganz im Gegenteil.”

    Das kann ich wortwörtlich unterschreiben.

    Aber was mich dazu mal interessieren würde, das wären Zahlen. Ich bin am Rätseln wieviele Leute in der Sache ebenso denken UND handeln wie wir.
    Gibt’s da eine Statistik? Oder wird die geheimgehalten um nachhaltigen Schaden von „unserer“ Wirtschschaft fernzuhalten.
    Nicht auszudenken was passieren könnte, wenn die Bürger feststellen würden, dass man auch ohne leben kann…

  57. Neckische Konterkommentare!
    Sir, vielen Dank für die Wasserpartie.

    Dazu noch eine kurze Bemerkung als Teeaufbrüherklugsch…ei.
    Omas Wasserkessel war schwer. Allmählich, doch beständig, baute sich eine dicke Kruste aus Kesselstein im Inneren auf. Ob damit die Wasserhärte messbar abgesenkt wurde, ist mir nicht bekannt. Aber Tee und Kaffee waren ausgezeichnet.
    Derselbe Effekt entsteht im summenden Samowar.
    Die braune Patinaborke in den beiden Kannen der britischen Teezubereitung wird wie ein Heiligtum umsorgt. Wer diese Schicht zu entfernen sucht oder gar mit chemischen Spülmitteln angeht, begeht ein Sakrileg. Es ist ein Kunstfehler der Teebereitung.

    Die Teeplantagen auf Sri Lanka und in Assam habe ich besucht. Dort leben arme, aber freundliche Menschen. Einmal wurde ich mit Sticklyreis auf Bananenblättern bewirtet.
    Die alten Bonsai-Knorren von Teebüschen scheinen noch aus britischen Zeiten zu stammen, die Giftspritzerbrigaden jedoch nicht. In den nachfolgenden Aufbereitungsstufen in den Manufakturen spielt dieser Aspekt keine Rolle mehr.
    Sir, genießen Sie dennoch Ihren Tee weiterhin mit viel Vergnügen. Auch nach jahrzehntelangem Teegenuss habe ich selbst keinen Mangel in der Manneskraft zu vermelden.
    Und wie wir alle lesen, zeitigt die euphorisierende Wirkung frisch aufgebrühten Tees bei Ihnen besonders reizvolle Antworten.

    Mit fielen Grüßen,

    Bernard del Monaco

  58. pars pro toto
    Verloren in der entmensch(lich)ten Automatenwüste ist das eine, verwüstete Redaktionen sind das andere. Dort ging es vom Bleisatz über die papierlose Redaktion zur hirnlosen Presse mit Copy&Paste. Die totale Gleichschaltung durch Reuters halten nur noch ein paar analoge Blogwarts auf: Wenn der Laden morgens aufmacht, hängen die noch ihr Kommentarfähnchen dran.

    Steht schon bei Moses: ‚Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe.‘ Bei ausbleibender göttlicher Eingebung (=Vollautomat) fallen wir lt. 2.thermodynam. Gesetz in die max. Unkenntis zurück, nicht nur beim Teetrinken. Wieviele schlucken alles, was wie gedruckt lügt?

    ‚Qualitätsmedien‘ heisst das eingetragene Warenzeichen der pol. Blowjob-Automaten. Zusehends unbefriedigend für die Kundschaft, wie #Hetze zeigt. Die Kundschaft muss DRINGEND umprogrammiert werden, nicht die Automaten – womit ich bei beim Thema, den Bleidächern wäre…

  59. Pingback: Lesestoff - Ausgabe 93 - DenkfabrikBlog

  60. There are further escalator problems at Holborn
    Es mag absurd erscheinen, hier auf die eigene Zeitung hinzuweisen, aber der heutige Beitrag von Gina Thomas gehört einfach hierher: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/rolltreppen-der-londoner-u-bahn-station-holborn-13936030.html

    Kein Smartphone, kein „falsch programmierter Schweinehund“ (Spliff) kann einen Menschen so vollkommen versklaven, wie es der öffentliche Massentransport des analogen Maschinenzeitalters geschafft hat. Nirgendwo sonst ist er so entmündigt und den Launen eines anonymen Etwas so hilflos ausgeliefert wie als Pendler. Und doch: Die kleinste Chance – und sei es beim Umsteigen – ergreift er, um nach Taiga, Tundra und den angebundenen Tarifzonen auch diese Umgebung zu erobern und für seine eigenen Zwecke urbar zu machen. Das ist im Ergebnis nicht immer schön – dass das Berufsleben auch als Rattenrennen bezeichnet wird, dürfte hier seinen Ursprung haben. Und natürlich wird sich an den Realitäten auch nichts wesentliches ändern. Wenn die Ressourcen bereits restlos ausgeschöpft sind, hilft auch kein digitaler Smartekrams mehr.

    Bleibt noch zu ergänzen, dass der Beitrag mehr darstellt als eine kleine Kuriosität fürs Feuilleton – er hat unbestreitbar Nachrichtenwert. Ohne ihn wären die oft schwer zu erschließenden Verhaltensregeln an diesem hochfrequentierten Ort einmal mehr ungeschrieben gebliebenen.

  61. TDV outet sich, ...
    obschon ich mir nicht vorstellen kann, dass das im öffentlichen Raum wirklich jemand interessiert.
    Aber genau das macht einen Unterschied zwischen uns aus: Während er sich mit einem Mann unterhält, mache ich es dank meiner eindeutigen Prägung und Leidenschaften nur mit Frauen. Wirklich, das ist keine Phrase von mir.

    Mit fielen Grüßen,

    Bernard del Monaco

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