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Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Das Web und die Pleite, die der Guardian will

| 244 Lesermeinungen

Wenn Firmen anfangen, ihre Kunden zu beschimpfen, ist das Ende meist nah.

Vor einem Monat war es beim britischen Guardian so weit. Die Zeitung, die durch ihre Zusammenarbeit mit Wikileaks und Edward Snowden vielleicht zur wichtigsten Stimme der digitalen Aufklärung geworden war, blickte in ihre eigene Kommunikation mit den Lesern, und veröffentlichte eine wenig erbauliche Untersuchung: Die zehn am heftigsten angegriffenen Autoren waren acht Frauen und zwei “non-white“ Männer. Der Guardian schob ein Editorial hinterher, das erklärte, wie er die Freiheit des Netz gerade sieht:

Free speech online can be revolutionary. But it can also poison the very bloodstream of democracy

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Für eine mittlerweile global agierende Zeitung, die sich mit den mächtigsten Geheimdiensten des Westens, Politikern und Gerichten angelegt und viel für genau diese Freiheit getan hat, ist das ein ernüchterndes Statement. Owen Jones – ein ehemaliger Gewerkschaftslobbyist und einer der vielen linkslastigen Neuzugänge beim Guardian während dessen Expansionsbestrebungen – sieht den Dialog mit den Lesern am Scheideweg:

Now we can have a two-way conversation, a dialogue between writer and reader. But the comments have become, let’s just say, self-selecting – the anonymously abusive and the bigoted increasingly staking it out as their own, leading anyone else to flee. Such is the level of abuse that many – particularly women writing about feminism or black writers discussing race – have simply given up reading, let alone engaging with, reader comments.

Was ein erstaunlich hartes Urteil eines liberalen Mediums über eine Leserschaft ist, die auf der anderen Seite durch ihre Treue und ihr Klickverhalten dafür sorgt, dass die eher kleine Printzeitung im Digitalgeschäft eine weltweit beliebte Marke geworden ist. Wenn man einmal notorische Trolle herausrechnet, sollten Kommentatoren eigentlich die treuesten und offensten Leser sein, die am ehesten der Kundenbindung zuträglich und bereit sind, im Netz als „Evangelists“ der digitalen Marke aufzutreten. Der Guardian verdankt seinen Einfluss auch genau jenen, die seine Inhalte im Netz weiter verbreiten und dadurch mehr Leser auf die Seite locken.

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Nun deutet Owen Jones schon an, worum es im Kern bei der “dark side“ seiner Leserschaft geht: Um Fragen des Feminismus und der Ethnizität. Der Guardian hat in den letzten Jahren Autorinnen und Autoren wie Owen eine Heimat gegeben, die man im Netz auch als “Social Justice Warriors“ bezeichnet, und die nun offensichtlich besonders von den Kommentarkonflikten betroffen sind: An erster Stelle ist die amerikanische Radikalfeministin Jessica Valenti, die eine erfundene Gruppenvergewaltigung ein einer Universität mit dem Schlachtruf “I stand with Jackie“ verteidigte, obwohl längst klar war, dass sie – und mit ihr der Guardian und viele andere Medien- einer Borderlinerin und einer versagenden Journalistin auf den Leim gegangen war. Oder die israelfeindliche Autorin Laurie Penny, deren pauschalisierende Aussagen über Männer und andersdenkende Frauen schon ein gerüttelt Mass an “dark side“ in die Debatten einbringen.

Der Guardian war jahrelang als Sprachrohr dabei, als eine gewisse Emma Sulkowicz versuchte, ihren von Vergewaltigungsvorwürfen frei gesprochenen Exliebhaber öffentlich mit Vorwürfen zu ruinieren. Der Guardian gab der fragwürdigen Connie St. Louis eine Bühne, um ihren Rufmord gegen den Nobelpreisträger Tim Hunt voranzutreiben. Dass der sich als Opfer gebende Guardian momentan nicht mit einstimmt, da Teile der britischen Labourparty und deren Vorsitzender eine Hetzjagd gegen die als konservativ geltende BBC-Journalistin Kuenssberg veranstalten, ist eine bemerkenswerte Ausnahme – dafür ist erneut die Klage über “Trolle“ gross. Professoren, die in England mit den dortigen Political Correctness Bestrebungen ein Problem haben, werden weniger freundlich abgehandelt – der religionskritische Zoologe Richard Dawkins, der manchen Linken nicht konform genug ist, wurde für den Troll des Jahres 2013 nominiert. In Amerika ist und bleibt der Guardian ein wichtiger und einseitiger Medienpartner der “Campus Rape“ Debatte. Der Guardian ist nicht linkskiberal – er definiert, was linksliberal zu sein hat, und lässt Abweichungen nicht zu: Abusive und Hate Speech sind immer die anderen.

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Kurz, es ist kaum möglich, die Website zu besuchen und nicht auf neue, linke und sehr zugespitzte Positionen zum Zustand der Welt zu stossen, die bis zu den Standpunkten des Guardians böse und gemein ist. Dazu kommt eine ausgeprägte Verbots- und Empfehlungshaltung, die dem Leser erklärt, wie er sich besser verhalten sollte. Und natürlich droht beim Guardian immer die rechte Weltherrschaft. Tories ist England, Trump in den USA, Umweltvergiftung, Gesundheitsgefahren, und ab und zu ertönt Jubel, wenn man etwa den beliebten, aber gefeuerten TV-Moderator Jeremy Clarkson den eigenen politisch korrekten Lesern zum Frass vorwerfen kann. Der Guardian bietet reichlich Ansätze zu Debatten, aber er führt sie selbst nicht gerade so, als sei er sonderlich an abweichenden Meinungen interessiert.

Die Leute, die der Guardian unter dem Chefredakteur Rusbridger und nach den Welterfolgen mit Assange und Snowden eingekauft hat, sind nicht wirklich Ausdruck einer breiten Meinungsvielfalt. Der Guardian besetzt eine linksliberale Nische, aber mit einem Aufwand, als sei er ökonomisch eine publizistische Weltmacht. Das kann man als Leser, wenn man von der Arbeit des Guardian überzeugt ist, fördern. Der Guardian verlässt sich darauf, denn das Stiftungsvermögen, von dem er zehrt, stammt aus dem Verkauf einer Internetanzeigenfirma, die früher jährlich Gewinne abwarf. Das Defizit zwischen den horrenden Kosten für die Onlineplattformen und den Erträgen aus Stiftung, Zeitungsverkauf und Werbung müssten und könnten die Leser tragen. 49 amerikanische Peseten Förderung im Jahr ist wahrlich nicht viel für die Zeitung, die die NSA und das State Department vorgeführt hat, und die nun gezwingen ist, massiv Personal abzubauen.

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Aber es ist ein Haufen Geld, wenn ein Blatt ständig suggeriert, andere Sichtweisen wären automatisch verwerflich und ihre Vertreter Brandbeschleuniger für den eigenen moralischen Scheiterhaufen. Ich schreibe beim Guardian keine Hasskommentare, ich denke mir immer: „Moment, liebe Autoren, da wäre ein wenig differenzierte Haltung, mit etwas Rücksicht auf den kulturellen Kontext, und Betrachtung aller bekannten Fakten…“ – und dann gebe ich auf. Es lohnt sich nicht. Ich lese gern andere Meinungen, man muss mir nicht nach dem Mund schreiben, aber der Guardian setzt auf eine harte, ideologische Linie, die an keiner Stelle selbstironisch durchbrochen wird. Das ganze Projekt verkörpert in seinen besten Momenten die Aufklärung, aber im täglichen Umgang stellt es einem dauernd die Frage: Wir oder sie? Bist Du auf unserer Seite oder der falschen? Die Ausweitung der Redaktion hat Leute an die Tastaturen gebracht, für die das totalitäre Motto “Listen and believe“ der grundlegende Anspruch an die Leser ist. Das ist mir so unsympathisch, dass ich nicht mehr zahle, obwohl es mir sehr wichtig erscheint, dass es ein Sturmgeschütz wie den Guardian in seinen guten Momenten gibt.

Es mag angesichts der amerikanischen und britischen Innenpolitik auch Sinn machen, extreme Positionen zu vertreten. Die grossen Leistungen sind wichtig und unbestritten, aber darüber hinaus geht der Medienkonzern seinen Weg zu einer sehr klar definierten und spitzen Zielgruppe. Diese Zielgruppe gilt als richtig, abweichende Meinungen gelten als “dark side“. Ich habe mir die langen Kommentardebatten um Campus Rape, Racism und Political Correctness dort angeschaut, weil sie, anders als die Beiträge selbst, durchaus vielstimmig sind: Da ist jede Menge Emotion drin. Für ein Produkt wie eine Zeitung kann das gut sein, wenn sie es annimmt und nicht verdammt.

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Was nun über die desolate Finanzlage der Stiftung und die ausbleibende finanzielle Unterstützung durch die Leser bekannt wird, und über die Bewertung ihrer eigenen lesenden Kunden, spricht eher für krasse Fehleinschätzungen des Schreibpersonals. NSA und Botschaftsdepeschen sind fraglos Themen, die das gesamte liberale und teilweise auch konservative Spektrum kommen lassen. Das soll nun als Klickvieh sektiererischer Editorials für Umsätze sorgen. Aber Debatten sind selten wie bei der Totalüberwachung des Internets eindeutig in Gut und Böse geteilt. Der Guardian jedoch führt – zumindest nach meinem Empfinden – alle Debatten so, und wer sich dort überall bestätigt sieht, nuss schon ein sehr einheitlich links gebürstetes und reines Weltbild haben.

Diese Leute gibt es sicher, aber sie zahlen die vielen Mitarbeiter nicht. Deshalb verbrennt der Guardian Geld, beschimpft seine früher begeisterten Leser als Gift, und kritisiert die freie Rede im Internet. Der Guardian schreibt nicht für das Internet, sondern für “The web we want“. Es wird spannend sein zu sehen, ob der Guardian dieses Web irgendwo findet, ohne darüber pleite zu gehen.

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244 Lesermeinungen

  1. Sie betreten als weisser Mann einen Raum. Empfangen werden Sie mit den Worten:
    „Ah, ein Vertreter des frauenhassenden, rassistischen, Vergewaltigungen befürwortenden, kapitalistischen Patriarchates. Tuen Sie Busse und unterstützen ab sofort vorbehalt- und kritiklos den intersektionalen, antirassistischen Feminismus!“
    Äh – nein?
    „Rassist! Vergewaltiger! Frauenhasser!

    ROFL. Wenn ich bewusst provoziere, weiss ich wenigstens, mit welchen Reaktionen ich rechnen muss und kriege wegen der Reaktionen keine Krise.

    Die Kinder des intersektionalen, antirassisitischen Feminismus schon. Die kreischen dann, suchen safe spaces und rufen nach staatlicher Bevormundung. Genau deshalb werden sie gnadenlos scheitern. Und ich bin durchaus gemein genug, mich über einen dadurch augelösten Nervenzusammenbruch zu freuen und ihnen gute Genesung zu wünschen. Sieht gerade so aus, als würden AfD, Front National und Donald Trump dafür sorgen, dass es mehr Nervenzusammenbrüche gibt. Gut!

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Dass Trump mit Clinton gleichzieht, könnte einem schon zu denken geben.

    • die Süddeutsche ist beim Geschlechterthema keinen Deut besser
      „Tuen Sie Busse und unterstützen ab sofort vorbehalt- und kritiklos den intersektionalen, antirassistischen Feminismus!“

      Ziemlich genau so war mein Eindruck (s. http://maninthmiddle.blogspot.com/2016/05/sueddeutsche-propaganda.html) von der „Recherche“-Kampagne der SZ vor ca. 3 Wochen. Das ganze ist nur noch hemmungslose Propaganda, die vor keinem noch so plumpen rhetorischen Trick zurückschreckt. Die Indoktrination ist an vielen Stellen dermaßen dick aufgetragen, darauf fällt nach meinem Eindruck nur noch ein harter Kern von radikalisierten Feministen herein, die immer wieder ihre Vorurteile bestätigt sehen wollen, von den Don Alphonso-Fans vermutlich keiner mehr.
      Die SZ ist beim Geschlechterthema ein Kopie von Emma und TAZ geworden. Ich frage mich immer, wer diesen radikalen Standpunkt noch ernst nimmt.

    • Jetzt ist erstmal die FPÖ dran
      …für Nervenzusammenbrüche zu sorgen.

    • @mitm: Auch wenn das vorübergehend beunruhigend wirken kann, ganz ruhig bleiben.
      Das ist selbstzerstörerisch. Ich hatte in den achtzigern auch eine Phase – als Christdemokrat, Soldat – in der ich dachte „Ach Du Schreck“. Damals hiess die Filterblase Antikapitalismus, Neomarxismus, Antiimperialismus etc.

      Hat sich zuverlässig selbst zerstört. Überdreht. Wird diesmal wieder passieren – die Anzeichen sind europa- und USA-weit kaum zu übersehen. Feminism is cancer.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • @Don
      Zum Thema Trump und Clinton würde es sich lohnen vielleicht mal etwas gründlicher nachzudenken?

    • Ich bin für Sanders.

    • Don !
      Das ist keine Antwort. Ich natürlich auch, aber…. Auch der ist übrigens keineswegs so gut wie er klingt für den Rest der Welt, Ausspolitik eine Kopie Hilarys, inkl Kriege!. (Hören sie mal Bill Maher am 13.5. rein: Jeremy Scahill, von Intercept…)

      Gehen sie ruhig mal davon aus, Hilary gegen Trump… und jetzt bitte dazu eine Antwort!

    • jajajaja
      Es wird nicht alles besser durch mehr Frauen. Die Frage ist, ob alles gut ist mit genug Männern? Worum geht´s nochmal?

      Die Debatte ist einfach müßig, denke ich. Deutsche Männer stehen regelmäßig nicht übermäßig auf deutsche Frauen, es existiert in der Tat nicht ein einziges attraktives Klischee über sie, während einem zu Italienerinnen, Französinnen, Asiatinnen, Russinnen, Schwedinnen – ja sogar zu Engländerinnen sofort schmeichelhafte (natürlich rassistisch reduzierende!) Dinge einfallen … Und entsprechend zurückhaltend fällt dann auch die Antwort der Damen aus, uns nicht-lieben können wir schließlich alleine, vielen Dank auch!

    • @Thorsten Haupts: "Das ist selbstzerstörerisch. ....
      @Thorsten Haupts: „Das ist selbstzerstörerisch. Ich hatte in den achtzigern …“

      Naja, in den 80ern war der Feminismus aber auch schon Teil der Filterblase, und er hat sich nicht selbst zerstört, sondern seine mediale und politische Macht sogar erheblich ausgedehnt (nach meinem Eindruck, ich bin kein Experte für die jüngere deutsche Geschichte). Nach den mir bekannten Analysen sind deutlich heute mehr als die Hälfte der Journalisten mittel bis streng feministisch eingenordet, ich rätsele immer, ob denen ihr Tunnelblick auf das Geschlechterverhältnis noch bewußt ist. Ablegen werden sie ihn jedenfalls nicht mehr.
      Feminismus ist für diese Leute nach meinem Eindruck eine Art Ersatzreligion und ideologische Heimat, wo die Rollen von Gut und Böse klar verteilt sind und man nicht viel nachdenken muß. Der verzeiht man auch gröbste innere Widersprüche und notorisches Versagen in der Praxis, andernfalls geriete das komplette Selbstkonzept aus dem Lot. Das ganze korreliert mit dem in anderen Kontexten beklagten Verlust der Studierfähigkeit. Diese – platt gesagt – Volksverdummung ist für mich das eigentlich Erschreckende. Und die Süddeutsche Propaganda ist nichts anderes als eine Verdummungsstrategie, da wird selber denken durch glauben und nachbeten ersetzt. Beim Guardian scheint es nicht viel besser zu sein.

    • Titel eingeben
      Naja, so wie die marxistischen Verschlängelungen vordem. Man kann sich nach der Decke strecken, um mit vielen Windungen nachzuvollziehen zu suchen (gelingen wird es nimmermehr), was die großen Meister vordachten, oder man sucht halt den direkteren Zugang, der phänomenologisch-fragmentarisch bleiben muß, aber gleichwohl zu einem Schluß kommt.
      Letzteres sind tendenziell eher Leute, die Kinder in der Nähe haben – sie haben begriffen, sie können nicht ewig zögern.

    • @GnM "Deutsche Männer ..."
      @GnM „Deutsche Männer stehen regelmäßig nicht übermäßig auf deutsche Frauen, ….“

      Zuviel Süddeutsche, Emma oder TAZ, ersatzweise auch Guardian gelesen? Dann glaubt man sowas. Injektion von depressiver Selbwahrnehmung ist deren Geschäftsmodell. Die Verpartnerungsstatistiken sprechen eine andere Sprache. Der deutsche Mann liegt der deutschen Frau nach wie vor zu Füßen. MGTOWs sind die Ausnahme.

      „es existiert in der Tat nicht ein einziges attraktives Klischee über sie, …“

      Bullshit. Die deutsche Frauen sind knackiger denn je. Natürlich jede individuell anders. Die Nutzung von Klischees ist völlig unopportun und außerdem Sexismus!!!

    • @mtm - oder so
      Ach, Herzchen …

      sehen Sie, so ein wenig Klischee (aber bloß nicht zuviel!!) tut manchmal doch ganz gut. Darf ruhig ein wenig geschwindelt sein. Das gehört wohl einfach zu den Dingen, die sich erfreulicher Weise nie ändern. Also – ran an den Feind!

  2. Vielen Dank für einen weiteren treffenden Kommentar
    Lieber Don,
    gerne lese ich Deine Kommentare. So manches Mal stimme ich mit Ihnen nicht überein, aber trotzdem lese ich Sie immer gerne. Andere Meinungen zu lesen und zu hinterfragen ist, der Wetzstein an dem man seinen Geist schärft. In letzter Zeit wird aber dieeser Wetzstein immer mehr nicht zum Schärfen des Geistes, sondern zum Zertrümmern genutzt. Statt des fruchtbaren Austausches von Rede und Gegenrede, die es dem Zuhörer erlaubt, nach dem Überdenken der Argumente zu einer Schlußfolgerung zu kommen, wird mit dem Flammenschwert der moralischen Selbstüberhöhung auf den „Feind“ eingedroschen. Das gemäß dem Prinzip actio= reactio entsprechend verbal gewaltätig zurückgeschlagen wird ist die logische Konsequenz.
    Von daher würde ich mir wünsche mehr Ihrer Kollegen würden Ihrem augenscheinlichen Motto folgen: Freundlich im Wesen, aber hart in der Sache.

    • Danke. nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich finde Debatten um sexuelle Gewalt durchaus richtig. Das Problem ist nur dass, wenn man Probleme mit Gesetzesverschärfungen hat, sofort verdächtigt wird, selbst ein Freund sexueller Gewalt zu sein. Und das ist dann kein Diskurs mehr.

    • Titel eingeben
      Wollen Sie damit auf die Reaktionen auf dies hier https://twitter.com/faz_donalphonso/status/731484179121221632 anspielen?
      Schon lustig wie sich einige bis in die Forderung nach Ihrerm Rauswurf hineinsteigern, weil Sie angeblich rassistische Gesetze für Deutsche fordern.
      Die Empöreria-Mitläufer der bekannten Fraktion halt. Dankbares Popcornliefervieh. :)

      Zum Guardian, den habe ich bis 2012,2013 oft und gern online gelesen.
      Wenn ich längere Reisen mit dem Zug unternahm, kaufte ich mir oft die Printversion im Bahnhofskiosk (vor allem in den Niederlanden, wo die Auswahl an deutscher Lektüre überschaubar ist) und das das bis lange nach meinem Studium. Gefiel mir sehr gut. Ist dann aber alles immer weniger geworden, heute klicke ich den nur noch selten – und wenn, dann den Sporteil.
      Wobei, vor Jahren hatte ich ein Abo der SZ, mittlerweile meide ich selbst deren Onlinesparte wie der Teufel das Weihwasser! Das Gefühl, die mit einem Klick zu unterstützen, ist…unangenehm.
      Bei Spon, jahrelang meine *front page of the internet* ist es das gleiche, seit 2014 und der Campus Rape und Sulkowicz und den darauffolgenden Ereignissen hasse ich mich regelrecht für jeden Klick dorthin. Dpa und Ideologie von des Antisemiten Gnaden. Eklig.

      Bei der Zeit ist es was anderes. Wobei ich von zu vielen Artikel nur noch Headliner lese um dann sofort auf Kommentare zu klicken. Da les ich dann mit Genuss Gegenwind, Richtigstellungen und am liebsten den Sermon des Zielspielers zu Genderartikeln. Hatte oft ein *made my day*-feeling.

      Mir gefällt, dass das Radfahren heute nicht im Fokus steht (tschuldigung, nicht bös gemeint.)
      Danke für Ihre tweets mit Popcorngarantie, würden Sie schon verraten wer dies ist: https://twitter.com/helarctos/status/729936274161815552?
      LG

    • Sexuelle Gewalt
      Auch hier muß die Gleichheit der Waffen gelten. Wer der sexistischen Verunglimpfung oder sexuellen Gewalt angeklagt ist, muß das Recht zur Verteidigung seiner Integrität haben. Also, geschah eine strafbare Handlung, so sind die Gerichte der Ort der Klärung. Ist es nicht strafbar, sollte es aber strafbar sein, so sind die Gesetze entsprechend anzupassen, damit die Gerichte ein Urteil fällen können. Ist es aber weder strafbar noch sieht die Mehrheit einen Sinn ind er Strafbarkeit, dann sind die Aktionen des Guardian u.a. unlauter. Dies wollte ich sagen. Sollte ich Ihren Kommentar in dieser Richtung falsch verstanden haben, so bedaure ich dies zutiefst.

    • @D.A.
      „Und das ist dann kein Diskurs mehr.“

      Jawohl, das ist auch kein Thema für einen Diskurs. Am besten – einfach die Staatsanwaltschaften ausdünnen, damit regelt sich das Problem von selbst.


    • Wenn man Nichtgleiches über einen Kamm schert, kommt nur kontraproduktiver Quatsch dabei raus.
      Das ist doch der Punkt.
      Die Belästigung europäischer Frauen durch europäische Männer ist minimal und wird jetzt schon mehr sanktioniert als nötig. Denn das ist einfach: die können nicht weglaufen, aber man kann ihnen leicht zu mehreren am Kittel flicken.
      Anders verhält es sich mit den zugelaufenen männlichen Glücksrittern. Die schmeißen ihre Pässe weg, machen sich ungreifbar und treten gern als Rudel auf. Wenn sie festgenommen werden, passiert ihnen gar nichts. Die sinnvolle Behandlung dieser Klientel würde deswegen in einer saftigen Portion Dresche bestehen, jedesmal wenn sie sich danebenbenehmen. Das ist auch ohne viele Worte ganz unmittelbar verständlich.

  3. Hass-Journalismus
    „…aber der Guardian setzt auf eine harte, ideologische Linie, die an keiner Stelle selbstironisch durchbrochen wird.“

    Ein interessanter Artikel, der das Problem in diesem Satz zutreffend auf den Punkt bringen dürfte. Allerdings ist das alles ja auch nicht ganz neu, oder?

    Ich selbst lese den Guardian inzwischen nur noch sehr, sehr selten – meistens nur noch, wenn mir ein Artikel vorgesetzt wird, kaum noch aus eigenem Antrieb heraus. Tatsächlich war der Guardian aber das Medium, das bei mir schon vor Jahren ganz zentral zu einem gewissen Grund-Misstrauen gegenüber den Mainstream-Medien geführt hat. Auslöser war konkret die nach meinem Empfinden bis zum Erbrechen einseitige Berichterstattung des Guardian zu Israel, die ich jedenfalls in Teilen als antisemitisch wahrgenommen habe. Es wundert mich ein wenig, dass das hier im Artikel gar keine Erwähnung findet.

    Alles, was heute als „Lügenpresse“ kritisiert wird, konnte man schon damals beobachten: das Unterschlagen wesentlicher Informationen, die Begebenheiten in ein anderes Licht rücken könnten; der klare „Spin“, der auch Beiträgen, die keine Kommentare sind, gegeben wird; das Verwischen aller journalistischen Darstellungsformen; das sinnentstellende Zitieren und „Montieren“, die Emotionalisierung – alles mit dem Ziel, eine bestimmte ideologische Botschaft zu verbreiten.

    Manchmal habe ich das Gefühl, all das, was man seinerzeit auf diesem Themenfeld gerade beim Guardian „erprobt“ hat (freilich noch weitgehend in Übereinstimmung mit dem Denken der eigenen Leserschaft), hat man dann später auf andere Sachverhalte übertragen, und so sind wir irgendwann bei jenem modernen Hass-Journalismus gelandet, für den der Guardian heute in fast jeder Beziehung steht, den aber auch zahlreiche deutsche Medien wie etwa „Spiegel Online“ seit Jahren im Kern pflegen. Man kann nur hoffen, dass dieser Hass-Journalismus irgendwann an den Gesetzmäßigkeiten des Marktes scheitert, weil er zu sehr ausgreift.

    Im Übrigen kann ich, das nur am Rande, allerdings auch die unumwunden positive Haltung in Bezug auf den Guardian, Wikileaks und Snowden – jedenfalls *so* – nicht teilen. Ich kann zwar ganz gut verstehen, dass und warum der Don so denkt, und ich möchte dem auch eine gewisse Berechtigung nicht absprechen. Aber in einer Welt, in der im Zweifel der FSB am anderen Ende der Leitung sitzt, scheint mir doch auch das (moralisch) schon zu sehr in Kategorien von „schwarz“ und „weiß“ verhaftet.

    • Ich schreibe gerade einen Beitrag speziell zum Thema Antisemitismuzs und Linke, daher wollte ich das hier nicht ausbreiten.

      Dass wir nur eine Seite der Probleme kennen, ist natürlich weniger schön. Es holft aber, sich ein wenig Gedanken über den ausmass der Überwachung zu machen, und den eindruck zu gewinnen, dass es letztlich dann auch jene trifft, die es verursachen.

    • Titel eingeben
      @Krampus: „FSB“ (russischer INLANDS(!)-Geheimdienst)…. Reicht Ihnen der „pöse Putin“ nicht mehr?
      .
      (muss man wirklich daran erinnern, WER die gesamte Welt ausspioniert? WER Bomben wirft? WER Staaten zerstört? WER foltert? WER ganz offiziell die Weltherrschaft will? …und wie gerade auch noch rauskam: WER Nelson Mandela ins Gefängnis brachte?)

    • Offene Augen
      @Don Alphonso

      Okay, ich freue mich auf den Beitrag.

      @Klaus

      Ich hatte mir schon gedacht, dass mein Beitrag eine antiamerikanische Tirade nach sich ziehen könnte. Wenn es schon mal um den „großen“ und den „kleinen Satan“ und auch noch Russland geht… Aber es hält sich bei Ihnen ja noch in Grenzen. Witzigerweise hatte ich sogar damit gerechnet, dass irgendein Troll herausstellen würde, der FSB sei ja formal nur ein „Inlandsgeheimdienst“, in (bewusster?) Unkenntnis dessen, was diese Behörde mit zwischen 200.000 und 300.000 Mitarbeitern tatsächlich so alles macht (übrigens sogar im Rahmen ihrer *formalen* Zuständigkeiten – schauen Sie sich doch mal etwas genauer an). Zum Thema Überwachung:

      https://en.wikipedia.org/wiki/SORM

      Im Übrigen ging es mir weder darum, den USA einen Persilschein auszustellen, etwa für die Katastrophen, die im Nahen Osten angerichtet worden sind, noch darum, Putin zu verteufeln. Kaum etwas halte ich selbst für dümmer. Ich würde nicht einmal die Sanktionspolitik gegen Russland wegen der Krim aufrechterhalten. Aber man kann ja trotzdem auch sonst mit offenen Augen durchs Leben gehen, oder nicht?

    • Ja, ja, Krampus
      Das kennen wir von ihnen ja schon länger, wie immer NICHTS an Fakten aber eine Meinung… und diesmal gleich zwei Beiträge lang…

      (Antwort nicht erforderlich)

    • Fein gemacht
      „Ja, ja, Krampus
      Das kennen wir von ihnen ja schon länger, wie immer NICHTS an Fakten aber eine Meinung… und diesmal gleich zwei Beiträge lang…
      (Antwort nicht erforderlich)“

      Natürlich möchten Sie auf Ihren Troll-Rülpser keine tatsächliche Antwort, TDV, das kann man bei Beiträgen wie den Ihren, die tatsächlich allesamt nahezu inhaltsleer sind und sich im Grunde in reinen in ideologischen Unmutsbekundungen erschöpfen, auch kaum leisten. Aber wer wäre ich, wenn ich das Funktionieren der Pawlowschen Reflexe nicht wenigstens honorieren würde? Insofern: Fein gemacht, Sie haben erwartungsgemäß wieder einmal Männchen gemacht.

  4. Titel eingeben
    Als täglicher (nichtzahlender & bislang nichtkommentierender) Guardianleser kann ich der Analyse weitgehend zustimmen. Zum Glück ist der Guardian für allgemeine Nachrichten – solange es sich nicht um SJW-Themen handelt – immer noch eine gute Quelle.

    „Die zehn am heftigsten angegriffenen Autoren waren acht Frauen und zwei “non-white“ Männer.“
    Leider sind die damals nicht näher auf die Themen der Autoren eingegangen, die vermutlich wesentlich größeren Einfluss auf Zahl & Heftigkeit der Angriffe haben als Geschlecht oder Hautfarbe der Schreiberlinge. Kann mir z.B. gut vorstellen, daß Thrasher einer dieser Autoren war. Der schreibt so voreingenommen anti-weiß (oder vielleicht auch antirassistisch, was vermutlich beim Guardian aufs Gleiche rauskommt), daß er geradezu darum fragt, betrollt zu werden.

    • Mein eindruck ist da oft, dass die Nachrichten nur noch die Beilage sind. Und den Meinungen nicht widersprechen dürfen.

      Trasher gibt es auch in Deutschland, die taz versucht so etwas ähnliches mit einer Kolumne auch.

    • ???
      Sie können doch nicht verlangen, dass jemand eine Zeitung für die paar Leute macht die heute noch an Fakten interessiert sind… Der Markt für Medien, dass sind die, die ihre Meinung bestätigt finden wollen

    • Titel eingeben
      Internetzeitungen verkaufen zu können, ist ein Geschäftsmodell, nach dem immer noch mühselig gesucht wird.

  5. Ende des Guardian würde mich freuen
    Das ist keine neue Entwicklung beim Guardian, das Blatt war schon vor Jahren, als ich es noch gelesen habe, einfach nur unerträglich, bis oben hin voll mit identity politics und der herablassenden, im Grunde schlichtweg beschränkten Weltsicht des linksliberalen Londoner establishments, in der nicht sein kann, was nicht sein darf (da werden auch noch die Vorgänge von Rotherham im Grunde zum Werk weißer Rassisten, zumal Nordengland für den Guardian wohl ohnehin den Status hat, den Sachsen für deutsche Gutbürger hat, nämlich = Mordor). Ein durch und durch widerliches Blatt mit großer Toleranz gegenüber islamistischen Anwandlungen (bis hin zur Veröffentlichung von Gastkommentaren von Hamas-Leuten)…hat auch durch die Snowden-Enthüllungen, die ich eigentlich für wichtig halte, bei mir nicht an Sympathie gewonnen…bei aller vorgeblichen Kritik ist der Guardian Teil des Establishments, das für viele der heutigen Probleme verantwortlich ist. Wenn der Guardian kaputt gehen würde, würde mich das fast noch mehr freuen als das Ende vieler etablierter Medien in Deutschland, es hätte Signalwirkung.

    • Probleme der Medien liegen nach Ansicht der Medien nie an den Medien selbst. Und wenn man als Printredakteur eine linksbizarre Anwandlung im Onlinebereich ungut, weil im Kern rassistisch findet, wird einem erzählt, wie viele Freundinnen der Rassitin das verbreitet haben. Insofern glaube ich nicht wirklich, dass Signale ankommen würden.

      Die Abtrennung von Hauptstädten und Provinz ist in Deutschland in den Medien ein Dauerproblem.

    • @DonAlphonso
      „Die Abtrennung von Hauptstädten und Provinz ist in Deutschland in den Medien ein Dauerproblem.“

      Das ist in Bezug auf den Guardian aber noch viel schlimmer, weil ohnehin ja ein England London eine mehr als fragwürdige Dominanzstellung innehat…in Deutschland gibt es immerhin noch mehrere regionale Zentren, und Berlin ist im Grunde nur politisch und vielleicht „kulturell“ Hauptstadt, nicht auch noch wirtschaftlich und finanziell. Worüber man wirklich froh sein kann, ein Berlin mit der alles beherrschenden Stellung Londons wäre unerträglich.

    • @D.A.
      Die Abtrennung von Hauptstädten und Provinzen ist das Problem? Das denke ich eher nicht. Ich denke, Stadt und Land leiden beide darunter, dass vorrangig bestimmte Verzerrungen dargestellt werden. Ich meine – Berlin ist im deutschen Maßstab eben groß. Und natürlich konzentrieren sich hier bestimmte Dinge, weil hier die Sozialkontrolle schlechter funktioniert. Darauf fokussiert man sich dann und ruft es eilig zum Standard aus, weil man hipp und vorne dabei sein will, egal wobei – was einerseits völliger Unfug und andererseits auch gar nicht in der Form durchhaltbar ist, das geht nur mit ständig wechselndem Personal. Wenn man tatsächlich eine Hauptstadt wollte, die den Namen verdient, müssten andere Randbedingungen her, dann müsste eben auf eine andere Weise als bisher protegiert werden. Ein weites Feld, aber Sie haben wieder damit angefangen. Schöner Artikel, übrigens, Danke.

    • Das Ergebnis ist dann halt das Aufkommen von Parteien, die gegen Genderismus sind und letztlich dann den Verhütungswilligen schaden.

    • @D.A.
      Tut mir leid, ich kann Ihnen nicht folgen. Die AfD kommt aus – Berlin?

      Also – meinetwegen. Ja, ja – hier wohnt der Teufel persönlich, bleibt alle weg, sonst frisst er Euch.

  6. Surfer sollten Wellen erkennen können
    So scheint es ja, wenn man sich die verlinkten Themen in den Sinn ruft.

    Und jene, die sich mit solchen Veröffentlichungen zu profilieren scheinen im Sinne einer guten Sache, surfen eben auf ihren Wellen und weniger auf denen, die Journalisten und Medien im Auge haben sollten.

    Erstere leben gut davon – ich kanns und mags nicht belegen, dazu wäre Don´s Recherchefähigkeit viel geeigneter, doch würde mich nicht wundern, wenn diese ihr Fähnchen bei Gelegenheit oft auch in anderen Wind hängen würden – Medien sollten jedoch in der Lage sein, kritischer und substantieller hinzuschauen, bevor diese sich zu Bevormundungs- oder Beglückungsmedien machen lassen.

    So hat mich ja schon das Editorial erschreckt, denn die statistische Schlussfolgerung ist auf Grundschulniveau. Zumindest die publizierte. Vielleicht sind die tatsächlichen Erkenntnisse ja tiefschüfender und vielsagender.

    Vielleicht wäre es ja auch so, dass nicht das Geschlecht, die ethnische Zugehörigkeit, der Glaube Anlass für heftige Widersprüche in den Kommentaren war, sondern das Geschriebene.

    Aber halt, so langsam begebe ich mich auf glattes Eis, denn allein diese Frage könnte ja schon ein Indiz dafür sein, dass ich ein altes, weißes, rassistisches, patriarchalisches Arschloch bin.

    Letztendlich zeigt sich daran, dass die Leser, die Bevölkerung nicht so dumm ist, wie eben viele glauben und – was für eine Sauerei im Sinne der gerechten Sache – eben nicht einfach alles schlucken, was ihnen für die einzig richtige und akzeptable Sichtweise vorgesetzt wird.

    Bevormunden scheint ja in einigen Kreisen en vogue zu sein bis hin zu deutschen Regierungsvertretern in unterschiedlichem Ausmaß.

    Manche Gründe erschließen sich nicht, manchen kommt man auf die Schliche, bei einigen öffnet Don Alphonso die Augen wie auch andere.

    Als Student bin ich durch einen Zufall zu einem geworden, der seinerzeit Totalitäres bekämpfte. Weniger durch unmittelbare Attacken. Wir waren halt damals die einzigen, die Betroffene aus destruktiven Kulten befreien konnten. Und diesen Nahestehenden Rat geben konnten.

    Das hat meinen Sinn für Indoktrination, aufgezwungenes akzeptables Verhalten, Druck zu konformen Verhalten, Niedermachen alles anderen, extremistischen Äusserungen usw. weitaus mehr geschärft, als die intensive Beschäftigung mit dem unsäglichen Reich. Denn es zeigte, Versuche Totalitäres zu schaffen, gab es und gibt es immer wieder.

    Wehrhaft muß man halt bleiben, als einzelner und als Gesellschaft.

    Danke dafür, Don Alphonso.

    Und danke, dass Sie uns dieses Beispiel gegeben haben, dass uns zeigt, wir alle mögen zwar blöd sein, aber ganz so blöd wie viele Medienschaffende, Ministerielle, Redakteure und Minister denken, dann doch wieder nicht.

    • Bitte, gern geschehen. Es gibt ja auch viele sauber arbeitende Journalisten, und auch viele „Influencer“, die nicht ganz so latt arbeiten. Aber es ist erlennbar, dass sich gerade im Mediengeschäft etwas grundlegend ändert, weil die Leser sich, ähnlich wie bei den Parteien, nicht mehr repräsentiert fühlen. Darüber muss man mal reden, aber vielleicht nicht so, wie der Guardian das macht.

    • Viele sauber arbeitende Journalisten
      So müssen Sie das natürlich schreiben, Don Alphonso. Das verdenkt Ihnen auch niemand.
      Und mir hoffentlich ebenso wenig die Frage ‚Ja, wer denn?!‘. Vereinzelt sicher, aber kaum in den mainstream-Medien. Da wird nur noch kopiert was das Zeug hält.
      „Beide blamiert, Amt beschädigt“ gab es vor kurzem beim Mutterschiff. Und fast gleichzeitig genau dieselbe Schlagzeile in der WELT. Und dann habe ich mir die Diskussion bei Youtube angesehen, und festgestellt, dass es außer ziemlich viel Kindergarten doch einen Diskutanten gab, der infantiler war als der andere, und der von der 8 Minute an Querschläger abgelassen hat.
      Eine echte Analyse durch genuine Journalisten gab es weder hier noch da. Bloss die identischen Texte waren zu finden. Und aus dem Youtube clip ergab sich auch die Quelle von „beide blamiert, Amt beschädigt“: das war der Politikwissenschaftler Hofer im österreichischen Fernsehen direkt im ersten Kommentar nach Ende der Diskussion.

      Journalismus, my foot! Da kommt die Schlagzeile ohne Quellenangabe gleich aus dem Mund des österreichischen Erstkommentators direkt in die Setzmaschine bei FAZ und WELT. Reflexion, Analyse sind offenbar nur für Schwächlinge.

      [Und posten in eingeloggtem Zustand funktioniert noch immer nicht. Ich glaube nicht, dass ich der einzige bin.]

    • Titel eingeben
      Es ist nach meiner Beobachtung schon seit längerem so, dass in den Foren die viel interessanteren Informationen und Perspektiven zu finden sind. Wer ein bisschen Ausdauer und Lese- bzw. Medienkompetenz mitbringt, merkt da bald, wo nur ein Spinner oder Psycho perfekt herummeiert, oder wo es interessant wird. Und oft, viel zu oft, werden „Artikel“ als Werbung, als getarnte Meinungsmache, als manipulativ, meist aber als schlicht handwerklich schlecht gemacht entlarvt.
      Probieren Sie es mal auf den Wirtschaftsseiten der FAZ aus. SPON ist härter, und auch die WELT sollte man gesehen haben. Und man frage sich dann, warum die Süddeutsche sowas nicht mehr hat, und ob das dem Blatt gut tut, wenn es dauerhaft ernst genommen werden will

    • ...auch die WELT sollte man gesehen haben...
      @greenbowlerhat

      Entschuldigen Sie, wenn ich Ihre Vorlage zu einer Anmerkung missbrauche.

      Der WELT konnte ich eine Weile zusehen, gehörte sie doch in den letzten Monaten zu den wenigen Blättern, die online Leserkommentare zu den entsprechenden Themen zuließen.

      Was dabei nicht nur mir auffiel: Sachliche, wissenschaftliche, faktengestützte, vermittelnde bzw. abwägende Kommentare hatten nahezu keine Chance, veröffentlicht zu werden bzw. lange zu überdauern. (Abonnement oder nicht.) Überhaupt keine hatten sie, wenn sie (Teil-)Aussagen des Artikels tatsächlich in Frage stellen konnten bzw. Wissen boten, das andere Schlüsse zuließ.

      Dagegen hatten Kommentare bessere Chancen, die unsachlich oder simpel waren oder Zugelassenes redundant aufgriffen. Es gab Kommentatoren, die ihre Überlegungen mehrfach umformulierten, um durchzukommen. Ich kann mich dabei an einen (fundiert-kritischen) Kommentator erinnern, dem dies gelang, indem er Rechtschreibfehler einfügte oder die Syntax verunstaltete – sich also (wie erwünscht?) selbst als Simplex desavouierte. (Und dem es sogar gelang, diese Methode für andere zu beschreiben.)

      Es gab evtl. einige Sonderphasen, etwa nach Köln (freier? Austs verstärktes Eingreifen?) oder kurz vor den Wahlen (im Grunde Vollsperrung). Insgesamt fielen/fallen die Kommentarspalten der Welt aber eher unter die Rubrik (staatstragende?) Diskurssimulation.

      Nun. Vielleicht immer noch offener als bei den Öffentlichen. Oder auf den Guardian-ähnlichen Seiten, wo schon mal hype-gelikte Hausdackel mit Anpiss-Lizenz dem Ankömmling ans Bein gehen: „Du Wurm (!) willst uns (!) die Welt erklären?“

    • WELT
      interim, vollkommen richtig.
      [Ich hatte einen langen Kommentar zum Thema, beim Abschicken ausloggen vergessen, pamm, Error 500, alles weg. FAZ-IT-Abteilung offenbar verfatzt.]

      Doch zurück zum Thema: Bei der WELT habe ich einige Kommentare ‚verloren‘, bei denen nun wirklich nichts mit Hetze oder Hass war. Erst dachte ich, hmm, Irrtum. Nein, es war Wiederholung. Hartes ging fast immer durch, aber jeder Kommentar zu inhaltlichen Fehlern, Verdrehungen, Auslassungen wurde abgelehnt. Am Ende hatte ich den Eindruck, nicht Hass und Hetze sollten hinausmoderiert werden, sondern jede Kritik am journalistischen Handwerk unterbunden werden. Also eine Pervertierung der Zensur, bei der die Autoren – oder ihnen Nahestehende – Kritik an der Arbeit selbst unterdrücken.

      Ich habe ein bei mir einhundert Prozent funktionierendes Ingredienz, meine Kommentare abgelehnt zu bekommen bei der WELT: Mit 15 Jahren Leben und Arbeit in einem islamischen Land kann ich Muslime noch so loben, sobald ich etwas schreibe zur politischen Seite des Islam, zu den Forderungen von Koran oder Hadiths an die Gläubigen: abgelehnt. Das muss bei den ‚Moderatoren‘ als Thema a non grata auf der schwarzen Liste stehen.
      Nach dem 5. oder 7. Kommentar habe ich es dann aufgegeben.
      Gerne reihe ich mich ein in Ihr „Was dabei nicht nur mir auffiel:“

      Bei Focus ist das anders. Da wird gewürfelt. Vor wenigen Tagen gab es den Daumen runter für
      „Recht haben Sie. Doch Berlusconi zu benennen ist nicht unbedingt ein Verkaufsargument für Ihren Kommentar.“
      Das entspricht nicht den Nutzungsbedingungen des Forums bei Focus.

      Auch bei der tagesschau kann man ähnlich wie Sie es beschreiben, relativ viel Kritisches schreiben, solange man sich der Ausdrucksweise und Grammatik eines Halb-Analphabeten bedient. Mir hat man dort fast alle sauber formulierten, durchargumentierten Beobachtungen und Analysen rausgeworfen, auch wenn sie garantiert ohne Hass, Hetze oder Verleumdungen waren.
      Wahrscheinlich wäre das anders, wenn ich brav pro-Establishment schriebe.

      Hätte ich mehr Zeit, würde ich gerne ein Buch schreiben, das die Analyse eben genau dieser Zensurmassnahmen in der deutschen Presselandschaft stichprobenartig sammelt und nach den entsprechenden Medien analysiert.

    • Titel eingeben
      @Uwe Dippel: das kam bei meinem Beitrag vielleicht nicht ganz raus, ich fand die Kommentare in der WELT durchaus auch eher würzig. Aber dennoch zeigen sie, wie das Volk denkt. Die ZEIT hat auch Foren, die aber so blöd zu lesen und bedienen sind, dass es keinen Spaß macht.
      Ich muss allerdings auch einschränken, ich lese eher die Wirtschafts/Finanzbereiche. Und da gibt es sogar bei der WELT ganz interessante Beiträge. Freilich sind dort die Themen auch nicht so emotinal besetzt wie dort, wo als Artikel getarnte Schwachsinnssalbadereien von RadFems und HeraDLindMachtWasüberFlüchtlinge zusammentreffen. (Hat jemand den „Tinder“ Artikel im Feuilleton der FAS gestern gelesen? Brrr.)

    • Nein, worum ging es da?

    • @Uwe Dippel
      Danke für Bericht und Hinweise.
      BTW – ich wüsste noch gern, wie die Moderation/Zensur da überhaupt geregelt wird.

  7. Titel eingeben
    So ungefähr vor 50 Jahren las ich gern den „Spiegel“. Das war reine Notwehr, denn ich wusste so immer, welche Themen mein Deutschlehrer in der nächsten Klassenarbeit ansteuern würde. Das Beste im Magazin waren aber die vorne abgedruckten Leserbriefe. Wie immer die damals schon „moderiert“ wurden, kann ich nicht beurteilen. Sie waren aber informativ, oft besser als das Geschreibsel der Redakteure. Heute haben wir ein Überangebot an Journalisten. Wir haben allein in Düsseldorf bei 600.000 Einwohnern 20.000 Unternehmensberater. Vielleicht haben wir 40.000 Journalisten. Alle wollen eine „Marke“ (brand) werden und mit ihrem Geschwätz irgendwie auffallen (gemessen mit „likes“). Die Überpopulation an nichtsnutzigen Akademikern führt ja nicht dazu, dass die sich zum Müllwerker umschulen lassen, nein, sie versuchen mit Gewalt sich in diversen „sozialen“ (?) Netzwerken Gehör zu verschaffen. Daher stammt der Informationsmüll und mit dem sind Zeitungsredaktionen schlicht überfordert. Wir haben ja nicht nur einen perfect57a sondern viele.

    • So kann man das natürlich auch sehen. Prinzipiell sind die niedrigen einstiegshürden tatsächlich ein Problem, aber eigentlich kann man von dem Beruf wirklich nur abraten – solange nicht der Guardian oder der SPON einen für solche Aufmerksamkeitsdefizite bezahlt.

    • Sorry, noch eine allgemeine Anmerkunhg: Ich lösche auch Kommentare – gerade mal wieder. Es ist manchmal nicht anders möglich, wenn man halbwegs sauber am Thema debattieren will, und es gibt einfach Leute, die nur provozieren wollen. Das ist, denke ich, unstrittig. Debatte ist etwas anderes als persönliche Diffamierung. Dann schmeisse ich auch mal Einzelpersonen raus. Das ist nötig, damit alle anderen mehr Freiraum als sonst üblich haben.

    • perfect57!
      Wenn nur alle Trolle so wandlungsfähig wären.
      perect57! (Jürgen Braun) war unter mehreren Nicks
      unterwegs auch hier in diesem Blog.
      Da erfuhr er viel Zuspruch mit anderem role model

  8. Reader cocooning
    Als ehemaliger Inselbewohner und Guardian-Leser kann ich dem nur zustimmen. Mir und vielen meiner linksliberalen Freunde ging der Guardian ab etwa 2010 so auf die Nerven, dass wir unsere Abos gekündigt haben. Spaetestens zu diesem Zeitpunkt war der Guardian nämlich zum Spiegelbild rechter Medien in den USA geworden, gewissermassen das Fox News der linken Londoner Intelligenz.

    Einen derartig einseitigen Zuschnitt auf eine Subkultur nennt man in der angelsaechischen Medienlandschaft „cocooning“. Das bezieht sich v.a. aufs Fernsehen, trifft aber auch auf Radio und Printmedien zu. Der Konsument einseitiger Medien puppt sich gewissermassen wie eine Raupe ein und ignoriert die Welt und die Meinungen ausserhalb seines Kokon. In einer so engen Echokammer fällt weder den Journalisten noch ihren Lesern auf, dass sie sich geradezu manisch auf Dinge stürzen, die die grosse Masse der Menschen selbst in ihrem politischen Lager nicht so entsetzlich wichtig findet.

    Nehmen Sie z.B. die Posse um die gender-neutral bathrooms in den USA. Natürlich muss man die Persoenlichkeitsechte der Transsexuellen achten, aber die fast durchgängig schlechten und unterfinanzierten öffentlichen Schulsysteme der angelsaechischen Welt sollten ihre knappen Mittel nicht darauf verwenden müssen, Schulklos gender-neutral umzubauen, sondern darauf ihre Lehrer besser zu bezahlen.

    Donald Trump hat eine berühmte Transsexuelle das Damenklo im Trump Tower benutzen lassen. Obama erlässt dagegen ein Edikt, nach dem Schulen gender-neutrale Toiletten anbieten müssen. Das sieht in der amerikanischen Öffentlichkeit ganz schlecht aus und laesst Trump wie einen laissez-faire und weltoffenen Konservativen dastehen, Obama dagegen als einen linksradikalen Autokraten.

    So was ist extrem dämlich, aber auch die Demokraten müssen es manchmal ihren social justice warriors recht machen, auch wenn ihnen das im Wahlkampf Sympathien kostet – aber vielleicht will Obama ja gar nicht das die Clintons wieder ins Weisse Haus einziehen.

    • Das mit den Klos hatte man letzthin im Spiegel online – von einer Frau, bei der man eh den eindruck hat, dass sie sich denh Stil beim Stürmer und die Themen beim Guardian holt. Hauptsache extrem. Sowas gab es auch beim CCC-Kongress, da stöhnten einige Leute doch sehr. Aber wer Minderheiten nocht achtet, ist eben z verdammen, und dann wundern sie sich, warum es plötzlich Schwule in der AfD gibt, denen das alles auch zu weit geht.

      Der Knackpunkt bei mir war nicht die Linie an sich, sondern die Unfähigkeit, einen Irrtum einzugestehen. Jessica Valenti wäre in Deutschland längst sowas von zur Hölle geklagt, dass kein Mensch sie mehr schreiben lassen würde. Es ist gut, dass das in UK und USA nicht passiert, aber die foöge ist dann, dass sie Falschanschuldigungen auch heute noch widerholt. Bei uns wäre sich gekachelmannt worden.

    • Die libel laws
      auf der Insel sind im Vergleich zu entsprechenden deutschen und v.a amerikanischen Gesetzen absolut drakonisch. Könnte man Frau Valenti unter britischen Gesetzen dran kriegen, wäre der Guardian vermutlich noch schneller pleite.

      Was Bento angeht, so ist das doch völlig ignorabel. Wer liest das schon – ausser Ihnen und vermutlich nur aus professionellem Interesse?

    • Ja, aber der Fall Sulkowicz und Guardian international sitzen nun mal in den USA.

      Es ist nicht nur bento. schauen Sie sich Zeit Online und SZ an.

    • Titel eingeben
      Bei SPON machen sie jetzt zeitweise schon die „Bei Bento“ Kennzeichnung raus, damit man wenigstens einen Klick und zwei Sekunden Verweilzeit behaupten kann. Einfach schäbig, aber das passt zum gesamten anbiedernden Auftreten.

    • Den Spiegel
      lese ich auch nicht mehr, weil ich die Selbstgerechtigkeit und Dummheit der Herren Diez und Augstein unerträglich finde. Die Zeit konsumiere ich nur in der Papierausgabe wenn ich bei meinen alten Eltern zu Besuch in Deutschland bin.

      Insgesamt ist mir die deutsche Presse einfach zu blöd und zu schlecht recherchiert. Deshalb beschränke mich auf den New Yorker, den Economist und meine lokale Presse. Wenn ich wissen will, was die Deutschen so denken, vergleiche ich SPON und FAZ.net, wobei ich sagen muss, dass beim SPON bis auf Hasnain Kasim niemand wirklich lesenswerte Beitraege schreibt. Sind das jetzt alles am Hungertuch nagende Berliner Volontäre?

      In jedem Fall, war ich sehr sauer, als der Guardian zu einem Käseblatt für social justice warriors geworden ist. Ich fand ihn so um 2005 wirklich grossartig und bin nach wie vor ein Linker, aber eben einer, dem es darum geht, Armut, Chancenungerechtigkeit, Sexismus und Rassismus langfristig zu entschärfen und deshalb pragmatisch anzugehen. Mit dummdreisten Aktivismus kann ich einfach nichts anfangen.

    • Make a difference? You ain’t gonna make a fucking difference. Forget about that.
      @Jerry

      Sie können Armut, Chancenungerechtigkeit, Sexismus und Rassismus beobachten, in dem sie den Medien diesbezügliche Informationen entnehmen.
      Sie können dies nutzen um sich zu unterhalten, sich zu bilden oder sich zu positionieren. Nur ändern wird das nichts.

      Hauptursache des Scheitern der Linken ist die Unterschätzung des Gegners
      bei gleichzeitiger Überschätzung der eigenen Macht.

      Ich muss immer lächeln, wenn Herausgeber auf Seite Eins der ganzen Welt mitteilen, Herr Erdogan/Putin/der Bürger muss sich erklären, sich ändern, zurücktreten, in sich gehen, verstehen, ….
      Ob bei der FAZ oder Spiegel oder Bild, die Dummheit dieser Personen offenbart sich sobald sie etwas schreiben.

      Jeder, der ein Studium erfolgreich abgeschlossen hat, der weiß, dass man den Konsumenten gewinnen, den politischen Gegner überzeugen und den Feind vernichten muss. Nirgendwo wird gelehrt, dass es ausreicht, wie Babies bzw. Journalisten bzw. linke Politiker zu weinen, zu fordern und zu schreien.

    • Gender Neutral Bathrooms
      Neulich gab es ja die Geschichte mit dm Mann in Seattle, der munter in eine Damenumkleide marschierte, um sich dort umzuziehen. Mehrfach. Natürlich war er nur ein Troll, aber er hat das Gesetz auf seiner Seite, und zitierte das auch, um sich Zugang zu verschaffen. Niemand konnte ihm beweisen, daß er sich nicht als Grau identifiziert. Wie denn auch?

      Die Mehrheit der Frauen will keine Menschen mit Penis in ihren Toiletten und Umkleiden haben. Besonders nachdem das Thema Transsexualität jetzt breitgetreten wird, und man oft liest, daß diese Menschen oft verheiratet waren,mKinder zeugten, und nach wie vor einen auf Frauen ausgerichteten Geschlechtstrieb haben. Sie sind laut Gendertheorie dann eben lesbische Frauen, weil der zu Penis 0% das Geschlecht bestimmt.

      Komischerweise gilt hier das „No means no!“ der Frauen nicht.

    • Ich weiss es offen gesagt nicht.

    • "den Konsumenten gewinnen,
      den politischen Gegner überzeugen und den Feind vernichten“.
      Und wenn das nicht funktioniert, hat man zwei Optionen: Man muss aufgeben oder auch den Konsumenten und den politischen Gegner vernichten. Wie das wiederum funktioniert, kann man in „Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt“ nachlesen.

    • Bezeichnenderweise hat Louise Mensch, auch so ein bevorzugtes Hassobjekt des Guardian, jetzt Heatstreet aufgemacht, mit Murdoch-Unterstützung, das genau auf jene zielt, die der Guardian verbratzelt.

      anyway, auch buzzfeed, für die diese Form des Feminismus wichtig ist, hat gerade einen Einbruch erlitten. Es gibt einfach zu viel von dem Zeug im Internet.

    • Heastreet, verehrter Don, zeigt auch nur, welche Herdentiere Journalisten
      und Verleger sind. Den Bedarf nach einer dediziert anti-korrekten und anti-SocialJusticeWarriors Publikation dürfte es schon länger geben.

      Es zeigt darüber hinaus, wie wenig vertraut selbst sehr junge Journalisten mit Jugend- bzw. alternativer Kultur sind. Regelmässige Besucher von reddit, 4chan oder ähnlichen Versammlungsorten hätten gewusst, dass da ein brachliegender Medien-Konsumentenschatz zu heben ist.

      Nur vorsichtshalber (und nicht an den Don gerichtet): Mir muss niemand erzählen, auf welchem Niveau Heatstreet (oder Breitbart) spielen. Auf dem Niveau von buzzfeed oder bento natürlich. Passd scho.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  9. unsachlich
    Don schreibt:

    „Was ein erstaunlich hartes Urteil eines liberalen Mediums über eine Leserschaft ist, die (…)“

    An dieser Stelle erweist sich für mich, dass Don unsachlich argumentiert. Zwar reißt er sein argumentatives Gegenüber (hier: Owen Jones) nicht ganz aus dem Kontext, gleichwohl aber um ihn anschließend gründlich misszuverstehen und die Kritik von Owen an problematischen Strömungen in der Kommentatorenschaft gleich zu setzen mit Kritik an den Lesern schlechthin.

    Das ist schlechter Stil, pardon.

    Oder aber Don glaubt, die Zusammensetzung der Kommentatoren im Gurdian (gerade gegenüber weiblichen Autorinnen) sei ähnlich angenehm und strukturiert, wie die Kommentatorenschaft in seinen Blogs.

    Dem ist nicht so. Wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, die Kritik von Owen an bestimmten Kommentatoren (übrigens: zumeist weiße ältere Männer voller Abneigung und Vorurteile – bis hin zu offenen Hass) sei gleich zu setzen mit Kritik an „den“ Lesern, ist mir völlig unklar, denn Owen macht ja unmissverständlich klar, dass die hetzerisch und laut auftretenden Kommentatorenaktivisten aus den rechten politischen Randbereichen eben nicht „die“ Leser repräsentieren.

    Gleichwohl prägen diese aber den Ton und vertreiben damit viele andere, moderater gestimmte, gesitteter auftretende Kommentatoren.

    Noch rätselhafter ist mir, wie Don die Existenz dieses Problems völlig in Abrede stellen kann. Er müsste es kennen, zum Beispiel von den Momenten, wo er sich kritisch über die AfD äußert.

    Wie gesagt: Es ist mir ein Rätsel.

    zu:

    „Die Leute, die der Guardian unter dem Chefredakteur Rusbridger und nach den Welterfolgen mit Assange und Snowden eingekauft hat, sind nicht wirklich Ausdruck einer breiten Meinungsvielfalt.“

    Von einer linksliberal ausgerichteten Zeitung wie den Guardian vor allem Ausgewogenheit und perfekte politische Neutralität zu verlangen, geht mir in meinen Augen zu weit. Auch geht es mir zu weit zu behaupten, es gäbe im Guardian keinerlei Meinungsspektrum mehr, und dies ausgerechnet damit zu begründen, dass dort Autorinnen wie Lauri Pennie zu Worte kommen.

    Entweder ist das Selbstironie seitens von Don – oder ich muss den Haken an dieser Sichtweise erklären. OK, ich muss. Zugegeben, es fällt mir schwer, weil ich eigentlich davon ausgehe, dass Don es selber bemerkt. OK, ich muss leider:

    1. Es ist nicht der Weltuntergang, wenn Laurie Penny hier und da – und im Guardian – kontroverse Artikel veröffentlicht. Oh, und mitunter ist sie sogar lesenswert, auch wenn ich ihre Standpunkte oft ablehne.

    2. Es ist erbärmlich – ja richtig gelesen, die Veröffentlichungen von verhassten feministischen Autorinnen aufzuführen, um dies geradezu als Beleg eines Anschlags auf die Meinungsfreiheit zu verstehen.

    Pardon: Meinungsfreiheit bzw. „breite Meinungsvielfalt“ heißt eben auch, Don, als persönliche Haltung zumal, dass man nicht immer bejammert, wenn jemand mit einer Meinung zu Wort kommt, die man nicht schätzt. Dieses in neurechten Kreisen (ähm, und bei radikalen Linken ebenfalls) hochbeliebtes Bejammern jeder einzelnen Veröffentlichung, die den eigenen Vorlieben nicht entspricht:

    Das ist geradezu ein Rückschritt an Zivilisation.

    Das gilt dann allerdings auch für die neurechten Trollhorden, welche mit ihren Methoden den Diskurs gezielt vergiften, indem sie die Kommentarspalten von linken Autoren oder Feministinnen mit Ablehnung, Aggression, Wut und unsachlicher Argumentation überfluten.

    Nebenbei bemerkt, ganz ähnliche Taktiken zur Prägung und Beeinflussung wenden auch Salafisten in Internetforen an. Mit einem Wort:

    Hetze.

    • Versuchen Sie doch bitte, sachlich zu bleiben, mein Bester,

      Ich stele an keiner Stelle in abrede, dass es üble Kommentare gibt. Das gibt es hier ganz genauso. Mei. Das ist aber nicht das Thema.

      Die Feministinnen führe ich auf, weil die Hauptkonflikte laut Guardian bei ihnen stattfinden. Und ich erkläre, warum das so ist. Wenn der Guardian über Gleichberechtigung schreibt, ist nichts los. Wenn Valenti fodert, Rechtsgrundsätze aufzuheben, ist das was anderes.

      Das Thema ist, und das verkennen Sie einfach, die schwierige Lage eines erfolbsverwöhnten Mediums. Warum zahlen so wenige, obwohl der Guardian tole Arbeit gemacht hat? Offensichtlich, weil der Guardien ein Netz fordert, das es nicht gibt, und Kunden, die selten sind. Ich versuche zu erklären, was mich da abhält. Das ist alles. Also stressen Sie sich da mal nicht so rein. Danke.

    • Von einer Zeitung Neutralität zu verlangen geht zu weit?
      Mein lieber John Dean, Ausgeogenheit sollte Standard sein. Wenn Sie gerne eine Sammlung von Opinion Pieces lesen, dafür gibt es Blogs.

      Ich möchte Ihnen die Bücher Animal Farm, Brave New World, und Fahrenheit 451 ans Herz legen.

    • Verzeihung,...
      …aber es ist eben doch genau (!) das Thema.

      Nämlich: Dass ein bestimmter Typ von Kommentatoren ein Problem darstellt, nicht nur gelegentlich wie Sie meinen, sondern ganz ernsthaft und durchaus genau so wie es Owen darstellt.

      Deren Verhalten trifft in polarisierenden Zeiten ganz besonders jene, welche die perfekte Angriffsfläche für den neurechten Mob darstellen. Im Guardian, aber auch vielfach woanders hat man dieses Problem. Und es ist ein Problem.

      Sicher lässt sich damit argumentieren, dass der Guardian bestimmten feministischen Denkschulen viel Platz (imho: zu viel Platz lässt) und damit auch bestimmte Reaktionen anzieht, von Leuten, die mit „vernagelt“ noch freundlich umschrieben sind. Auch ließe sich eventuell sagen, dass die wenig vorbildliche und oft überaus rigide Diskussionskultur von Vertretern von linksextremer Correctness und von Radikalfeministinnen ein durchaus gültiger Erklärungsbaustein darstellt: Auch für die Reaktionen, die dann die im Guardian schreibenden Feministinnen treffen. Aber das ist eben nur einen Baustein von vielen, der bei allzu großer Beachtung das Hauptproblem außer Betracht lässt:

      Das massive, ungehobelte, aggressive und diskursvergiftende Auftreten dieser Kommentatoren, die mit „dummdreist und aggressiv auftretenden Männerhorden“ oft sogar noch viel zu sanftmütig umschrieben wären.

      Das ist ein echtes Problem und Owen hat es sich nun einmal heraus genommen, darüber zu schreiben. Ich halte es weder für eine gute Idee, dieses Problem in Abrede zu stellen oder klein zu schreiben, noch für eine gute Idee, „die“ Leser mit ebenjenen problematischen Kommentatoren gleich zu setzen.

      Normaler Weise würde ich mir, gerade auch bei feministischen Diskursen, auch eine breitere Meinungsvielfalt wünschen als ausgerechnet diejenige, die im Guardian präsentiert wird. Dieser Teil der Kritik von Don, wenn es so gemeint sein sollte, kann ich problemlos teilen, und auch, dass bestimmten sektiererischen linken Strömungen ein zu breiter Raum eingeräumt wird.

      Nur, dann muss man allerdings auch fragen, warum „moderate Feministinnen“ (ich finde diesen von mir gewählten Begriff sogar ausnehmend blöd, mir fällt nur im Moment kein besserer ein) schlicht so selten sind, so selten sogar, dass es kaum welche gibt, die sich im Guardian einer Lauri Penny entgegen stellen könnten.

      Es gibt sie einfach nicht. Und wenn man sich dann mal darüber Gedanken macht, warum das der Fall ist, dann kommt man wieder auf den Punkt von Owen zurück: die – ich nenne sie mal so vereinfachend – aggressiven Trollhorden in der Kommentatorenschaft.

      Meiner Meinung ist es so: sie unterbinden ausgewogene Diskurse, sie verdrängen die ruhigeren Stimmen, sie radikalisieren – und zwar sogar den politischen Gegner. Oh, und ich finde, es gäbe da deutlich interessante Diskussionsansätze als ausgerechnet den, die Schuld an diesen Zuständen direkt beim Guardian zu suchen. Es ist nicht so, dass ich beim Guardian alles toll finde, aber diese Zeitung ist eine wichtige Stimme in unserer Zeit.

      Oh, und um jetzt an dieser Stelle mal einen Hitlervergleich einzuschieben: Das Verhalten dieser neurechten aggressiven Trollhorden (vereinfachender Begriff, sorry) ähnelt in Wirkung und Strategie dem Vorgehen der SA-Schläger in den 20er und 30er Jahren, bei der es gezielt darum ging, dem politischen Gegner die Räume zu nehmen.

      Dass dies hier ohne körperliche Gewalt abläuft und „nur“ mit regelmäßigen Bedrohungen und Beleidigungen, das macht es zwar besser, aber lange noch nicht gut.

      Die spannende Diskussion wäre für mich weniger, warum der Guardian angeblich selber schuld sein soll, und mehr – auch völlig unabhängig vom Guardian – was dagegen Sinnvolles getan werden könnte, ohne gleich so weit zu gehen wie die SZ.

      Vielleicht eine Softwarelösung?

    • Pardon, ich glaube nicht, dass jemand etwas gegen feministische Denkschulen hätte. Es gibt ganz konkrete und leicht aufzeigbare Situationen, in der der Guardian Positionen fördert, die vielen grenzwertig erscheinen, ohne dass man auch nur einen funken „Neurechts“ sein müsste. Valenti, die Rape Hoaxes explizit verteidigt und weniger Schutz für das Ansehen von Männern fordert, wird als Opfer perfinder Kommentare präsentiert. Das kann man machen. Aber dann braucht man auch Kunden, die das zahlen. Darum geht es. Der Guardian verkauft das und ich bezweifle, dass es dafür genug Kunden gibt. Ich kaufe es nicht, obwohl mir der guardian nahe steht.

    • @ John Dean. Moderate Feministinnen
      „Es gibt sie einfach nicht.“ [Moderate Feministinnen]

      O ha. Doch, doch. Und ob es die gibt.
      Bei mir sitzt eine zu Hause.

      Die hat aber – hat sie selbst erklärt – keinerlei Bock mehr, moderate Kommentare ins Netz und fürs Netz zu schreiben. Denn da saß sie im Netz der Hetzer zwischen allen Stühlen und konnte was erleben. Den Stühlen der ‚linksbizarren Aktivisten‘ einerseits und den Stühlen Erzrechter, Männerbewegter und Maskulisten, die ihren Hass auf vermeintlich körperlich Schwächere auskübeln wollen.

      So kommt, dass sie als Moderate gar nichts mehr schreibt. Sie „hat ja sonst nix mehr zu tun“, sagt sie spöttisch, „tempus fugit!“ und „Lieber geh ich jetzt ein Regal nageln!“ Das Netz ist für sie durch als Sammel-Pisspott der endgültig Durchgeknallten.

    • @Samsara sagt: 16. Mai 2016 um 10:35 Uhr
      „Von einer Zeitung Neutralität zu verlangen geht zu weit?
      Mein lieber John Dean, Ausgeogenheit sollte Standard sein. Wenn Sie gerne eine Sammlung von Opinion Pieces lesen, dafür gibt es Blogs. “

      Ich suche ja schon seit Jahren, vielleicht können sie mir ja helfen?

      Welche Zeitung kennen sie denn die zumindest einigermassen ihren Anforderungen entspricht?

      Naja, nichts für ungut… immerhin haben sie mich mit ihrem Kommentar aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts zum Lachen gebracht: „Neutralität, Ausgewogenheit….“ der ist echt gut.

      Danke.

  10. Titel eingeben
    Ja und Nein. Natürlich sollte eine Zeitung von der Bedeutung des Guardian vielfältige Meinungen in den Kommentaren zulassen, und natürlich geht „hate speech“ nicht nur von rechts nach links, von Mann zu Frau oder von Weiß zu Schwarz (und natürlich verstößt das, was ich gerade gesagt habe, gegen die reine Lehre). Aber was sind das für Kommentare, die nicht durchgelassen werden? Sind es diffamierende Kommentare, persönliche Angriffe, menschenverachtende Äußerungen? Wir bekommen sie ja nicht zu Gesicht, also fällt es schwer, sich dazu zu äußern.
    Mir fällt nur auf – jedenfalls, wenn ich mir mal die Kommentare zu kontroversen Themen antue – dass sich da leicht etwas hochschaukelt, dass sich Vertreter sehr weit rechtsaußen liegender Meinungen gegenseitig bestätigen bzw. dann auch von dem Medium, in dem ihre Kommentare freigeschaltet werden, bestätigt fühlen. Der Erfolg der AfD ist m.E. nicht allein auf die Flüchtlingskrise zurückzuführen, sondern eher darauf, dass in den Jahren zuvor, angefangen bei Sarrazin, Meinungen gesellschaftsfähig wurden, die sehr weit rechts von der Mitte liegen. (Ich halte das für eine Entwicklung, die uns noch gefährlich werden kann.)

    • Nach meiner Beobachtung ist es ähnlich wie bei der Zeit – das heisst, es wird sehr schnell gelöscht, wenn etwas nicht in die Kram passt. Da wird dann gesagt, man sollte das doch bitte belegen. Viele Bereiche sind, das sagt der Guardian selbst, weitgehend unproblematisch. Es kracht halt bei den Reizthemen, wenn der Guardian ewxtremistische Thesen vertritt. Das wird angesichts des neuen Bürgermeisters in London jetzt auch kaum besser, wenn es um den Islam gehen wird.

    • Kommentarlöschung
      Also bei mir wurden bei der Zeit nur Kommentare gelöscht, in denen ich mit Belegen auf Fehldarstellungen im Artikel hingewiesen habe und dies nur beim Thema Israel und BDS. Das hat mich ziemlich erschüttert. Und beim Thema Sarrazin ist speziell Mely Kiyak wenig zimperlich. Wäre sie die biodeutsche und er der Türke, hätte man sie mit der Rassismuskeule aus der Zeit jagen können. Übrigens auch beim Thema Sachsen. Gegen Sachsen kann man gar nicht voreingenommen genug sein, wenn es nach der „nicht-rassistischen“ Dame geht.

    • Mely Kiyak ist ein spezielles Problem. Das ist dann halt der -ismus von der anderen Seite auf Basis ihrer eigenen Herkunft.

  11. Pingback: Dreißig Tage Bloggen: Tag 16 – Geschichten und Meer

  12. es liegt vor der eigenen Haustüre !
    „Willst du immer weiter schweifen ? Sieh das Gute liegt so nah.“

    werter DON, wie ist den die situation bei der Prantlhauser Zeitung und wer hält sie finanziell am leben ?

    ja, es gibt diese belehrungsmedien mit missionstrieb. täglich lernen wir dies bei SWR1, da werden dann auch mal berufsbezeichnungen von als genehm selektierten interviewgästen grob zurechtgebogen – um nicht zu sagen verfälscht – nur um der präferierten politschen blockparteienmeinung vermeintlich noch mehr gewicht geben zu können.

    in münchen und stuttgart ein verzweifelter kampf gegen die erkenntnis, dass sich das politische grundparadigma verändert hat. bekämpfung kognitiver dissonanzen „at its best“. wie aus dem lehrbuch.

    und am schluss ist immer vorsicht angebracht: „Brüderlichkeit“ oder Tod ! oder zumindest volksumerziehung !

    • Naja, die SZ war ja schon mal fast pleite. Aber erst seit der Asylkrise ist da etwas sehr Garstiges ausgebrochen, über das man sich nur wundern kann. Die Kommentare sind dort eh geschlossen, statt dessen gibt es von oben herab „Dossiers“ zur Gleichstellung, die von Feministinnen erstellt wurden. Solange da Hannah Beitzer schreibt, muss man wohl damit leben.

  13. Selbstzerstörungsmodus
    Eine Zeitung, die sich „der Wahrheit“ verpflichtet fühlt, hätte z.B. im Fall der Emma Sulkowicz alle Fakten sammeln müssen und beiden „Sichtweisen“ Raum und Druckerschwärze geben müssen…
    Wenn man aber wie in dieser Angelegenheit so einseitig berichtet, verliert man jeden Anspruch die „vierte Gewalt“ im Staate zu sein!
    Sehr erhellend ihr Artikel: der Guardian bekommt genau den „Shitstorm“, den er sich mit der Verpflichtung solcher sog. Journalisten ins Haus geholt hat.
    Wenn der Guardian zur Selbstreflexion fähig wäre, könnte er die negativen Kommentare auch als Reaktion seiner noch nicht ideologisierten Leser wahrnehmen… Man könnte dann auch dankbar sein, daß man -noch- Leser hat, die selbst denken und Idioten – auch wenn sie sich als Journalisten bezeichnen- als solche bezeichnen.
    Genau solche Artikel wie der ihre erwarte ich von einer guten Zeitung – daß ich über die Hintergründe von Ereignissen informiert werde!
    Mehr davon bitte!
    Grüße
    Frank Beil

    • Die Sache ist halt, dass der Guardian jetzt genau das Gegenteil macht: Valenti wird als Opferpräsentiert und der Leser zur Ordnung gerufen. Es ist denen bewusst, dass etwas nicht funktioniert, aber an ihnen kann es definitiv bicht liegeb. Also löschen sie und machen eine Kamoagne gegen Trolle. Vermutlich würden sie pluralistisches Denken für Schwäche halten.

    • Titel eingeben
      „Es ist denen bewusst, dass etwas nicht funktioniert, aber an ihnen kann es definitiv bicht liegeb. Also löschen sie und machen eine Kampagne gegen Trolle.“
      .
      Hatten (und haben) wir das nicht genau das gleiche auch hier bei uns? (= „alle von Putin bezahlt“, und ähnliches)

    • Bei mir nicht.

      Allerdings hatte ich tatsächlich mal den Fall einer Putinanhängerin, die es energisch versuchte,

  14. We must...!
    Der Guardian soll ja so gut sein. Hört man hierzulande immer. Den lesen die informierten Leute. Dann klick ich drauf und es ist dort eigentlich wie bei der taz, lauter moralisierende Besinnungsaufsätze im pastoralen „We must…“-Sound. Paranoid-„prowestliches“ Russlandbashing, Neoliberalismus, Gender, Welcome Islam, Klima, also der ganze wilde Mix, den man hier auch bei Spon und Co. findet. Halt ein Labourblatt. Zuletzt New Labour, jetzt mehr wieder old Labour. Der Kulturteil ist manchmal noch ganz gut, aber ansonsten halte ich den ja insgesamt für ziemlich überschätzt. Wo ist da der Mehrwert? Also ich klick da nur noch selten drauf. Egal was die da an Kommentaren zusammenlöschen. Wegen den gefährlichen“Putintrollen“, die die Leser nur verwirren oder warum auch immer. Gibts da nicht noch was besseres?

    • gDas ist auch etwas mein Eindruck. Der Schwung ist weg. speziell in Bezug auf Clinton, über die der Guardian einiges sagen könnte. Es dümpelt so dahin, und es ist vorhersehbar.

      Aber nicht wirklich klug und gewitzt.

    • Titel eingeben
      „The Economist“ (?)

    • KDM.....
      Im Economist strotzt JEDER Artikel voller Meinung die munter mit den Fakten vermischt wird.
      Perverseste aller Manipulation… völlig unerträglich für jemanden der Fakten sehen will um sich eine eigene Meinung zu bilden.
      Leider ist dies das normale, jeder der seine eigene Meinung irgendwo liest, der hält noch den grössten Dreck sofort für richtig….

  15. Titel eingeben
    Nun, es ist eben eine Klassengesellschaft: in ökonomischer Hinsicht ist der trennende Faktor das Geld – es teilt in Unter-, Mittel- und Oberschicht. Im Internet ist dies meiner Meinung nach die Intelligenz; genauer gesagt das Triumvirat aus rationaler, emotionaler und sozialer Intelligenz. Diejenigen, die alle drei Teile in hohem Maße besitzen, sind eben auch nur – wie die Oberschicht – in sehr dünnem Anteil vorhanden. Die breite Masse besitzt von dem einen mehr, vom anderen weniger und dann gibt es nunmal auch den Anteil derer, die von allem halt zu wenig mitbekommen haben. Und so ist dann auch die Anzahl der Comments zu werten…

    • Diskurs ade
      Ich hab nie verstanden, wo denn das Problem ist, wenn Leute zu etwas unterschiedliche Meinungen haben. Für manche scheint das ja der pure Horror zu sein: Widerspruch. Und die Trolle, wenns denn überhaupt mal echte sind, und nicht einfach nur irgendwelche Pöbler – die sind ja oft auch lustig auf dadaistische Weise und helfen, es alles nicht so bierernst zu nehmen. Und wenn nicht, liest man halt weiter und schüttelt den Kopf. Die Kommentare spiegeln halt wieder, was da draußen so in Köpfen ist, das will man doch auch wissen. Aber wer schon bloßen sachlichen Widerspruch als Troll-Angriff auf sich sieht wie letztens diese Bentotante, für den stellt sich die ganze Welt natürlich als Trollhölle dar. Schnell in den kuscheligen Safe-Space, wo alle das gleiche sagen und denken (müssen)! Schotten dicht! Der politische Diskurs, was war das doch gleich. Aber ohne Guardian sähen Spon, taz und Co. alt aus, die klauen da ja recht gern.

    • Titel eingeben
      Was auf den ersten Blick anmutet wie jemand, den wir früher „Memme“ oder „Weichei“ nannten, ist im Grunde ein aggressives, autoritäres Verhalten.

      Man mag darüber sinnieren, woher das kommt. Es könnten die üblichen Verdächtigen Einzelkind-Schicksal, Mutter-mit-Kind-als-Lebensprojekt, Helikoptereltern sein. Die übrigens gleichzeitig einhergehen mit immer neuen immer mehr Betreuungsmodellen, weil man doch arbeiten muss. Für die Rente, den Riester, gegen Armut und Abstiegsangst.

      Eine meiner Thesen ist, dass es seit Jahren Kindern meist verwehrt bleibt, ihre natürliches Aggressionspotential zu äußern und anschließend eigenständig (!) zu lernen, was man besser macht und was nicht. Stattdessen bleiben sie verhaftet in dem Verhalten 2jähriger, die nur dann im Sandkasten ruhig spielen können, wenn Mama in Sichtweite und Schnuffeltuch in Griffweite sind.

      Wie überhaupt dieses ganze „Schutz“-Gekreische einen an Kinder-die-nach Mama-Rufen erinnert. Das Psycho-Trauma des (vermeintlich) verlassenen Kindes, welches nun die Gesellschaft in Geiselhaft nimmt, um endlich immer zu Mama rennen zu können, wenn einem danach ist. Aber Mama muss arbeiten, oder macht Party, oder machte zu viel Party und jetzt muss Mama immer arbeiten damit überhaupt Geld da ist.

      Wer Kinder hat und bei Kindergarten- und Schulfesten, in Elternvertretungen und Elternabenden und vielleicht noch im einen oder anderen Verein unterwegs ist, wird vielleicht so wie ich beobachten, dass es nicht besser wird. Denn die, die heute so sind und die ihre ersten Kinder bekommen (übrigens meist die ersten Kinder die die Menschheit seit 13.000 Jahren erlebt, und dann auch noch so früh-ent-wick-elt! sagichdir) die ziehen ihre Kinder so groß, wie sie es selbst erlebt haben, wie sie selber sind.

    • @ greenbowlerhat. Schutzgekreische
      Wenn man schon dazu einen (Küchen-)psychologisierenden Ansatz hat,
      ich hab auch einen, aus der Gesetzgebung und Rechtsprechung (unserer):

      Das Recht hat den Schwächeren zu schützen.
      (Kann man nachlesen bei Juristen; wer den Satz als Grundsatz ablehnt kann gern nach Nordkorea, hust …)

      Jetzt wieder Küchenpsychologie:
      Kann sein, dass diese Leute einen wirklich grundsätzlichen Kindheitsschaden haben, also zuwenig oder zuviel gehätschelt wurden. Und besser eine kognitive Verhaltenstherapie bräuchten, statt im Netz losgelassen zu werden. Kann aber auch sein, dass sich erwachsene ‚Kreischer‘ in unserem Rechtssystem wirklich nicht ausreichend geschützt fühlen (ebenso wie die Pegidisten, die sind auch so gestrickt). Dem kann man doch auf den Grund gehen wollen, bevor man sie wenig wertschätzend in die Tonne tritt.

      Es mangelt gemeinhin an Wertschätzung.
      Ein Netz, das die noch nette Hommingberger Gepardenforelle https://de.wikipedia.org/wiki/Hommingberger_Gepardenforelle#/media/File:Hommingberger_Gepardenforelle_Suchergebnisse.png
      und dieses altlustig-kämpferische „If you can’t stand the heat, get out of the kitchen!“ des knorrigen ex-Militär-www lange propagiert hatte, erntet jetzt, was es säte: Die Weiber und die Linken packen auch ihre Flinten aus. Und schießen auch recht ordentlich quer samt ‚friendly fire‘. Heult doch.

      Das und so Spielchen, Hoax-Lügen weiter aufrecht zu erhalten statt zuzugeben, dass man Mist baute, ist einfach erbärmlich. Wie wärs mit Abschuss-Netz und Lügen-Netz statt ‚Lügenpresse‘. Mir war Lügenpresse als Begriff für das was online abgeht, schon immer zu eng gefasst ;-)

  16. Die Wortschöpfung „Klickvieh“ geht – mit Dank an den Autor – in meinen Wortschatz ein. Was der Autor als „krasse Fehleinschätzung des Schreibpersonals“ geißelt, höhnt der Jargon der Straße als „links-grün-versiffte-Lügenpresse“. Die meisten Zeitungen hierzulande beklagen sinkende Verkaufszahlen. Die Tendenz von Blättern, welche die Szene als „Prantlhausener-Pest-und-Pinocchio-Postille“ verhöhnt, ist nach dem Scannen weniger Überschriften ohnehin klar. Wenn die ZEIT beispielsweise etwas wie von „BIODEUTSCHEN“ titelt, so finden Kritiker die Vokabel allein schon rassistisch. Nicht wenige Stammleser verorten hingegen in „BIODEUTSCHEN“ den bewussteren Käufer von gesünderen Lebensmitteln, der im BIOLaden statt bei ALDI einkauft. Das Beispiel belegt, wie Kommunikation zwischen Bewohnern verschiedener Welten zunehmend desolat abläuft. Wo Verständige verstummen, gewinnen Klickviecher an Macht. Macht der Masse. Blogger verziehen sich in „splendid isolation“ mit Fingerübungen wie hier als Lesermeinung. Danke dafür.
    http://n0by.blogspot.de/2016/05/koln-bluht-bunt-im-verschandelten.html

    • Schreibpersonal ist nicht böse gemeint, das bin ich auch: Ich diene schreibend dem Leser.

    • "Ich diene schreibend dem Leser"
      Na potzblitz, Sie klingen ja wie Friedrich der II. von Preussen! Aber im ernst, das ist genau die Geisteshaltung, die ich hier im Blog immer wieder spüre und schätze, wegen der ich hier auch gerne zu Gast bin. Danke!

    • Gern geschehen und ja, ich meine das ernst. Ich bin ja selbst auch Leser und möchte ernst genommen werden.

  17. Aufschlussreich, danke
    Faszinierend ist, dass früher Begriffe wie Bigotterie und moralische Anmaßung vor allem der konservativen Seite zugeordnet wurden und linksliberal/alternativ/links sich als Korrektiv verstanden hat. Ob diese Selbsteinschätzung jemals zutreffend war, ist die Frage. Offensichtlich ist es nur ein Verkaufsargument.

    Mit dem Wechsel der tatsächlichen oder angenommenen Meinungsführerschaft hat sich die Attitüde ins offen Autoritäre verlagert. Sozusagen von der APO zur Apodiktik.

    Die Übergangslosigkeit bei der Wandlung von „progressiven“ zu stalinistischen Attitüden ist ein womöglich nur rudimentär erkundetes Gebiet für Gesellschaftswissenschaftler und Psychologen.

    • Gesellschaftswissenschaftler und Psychologen sind tendenziell eher auch auf deren Seite zu finden und erklären uns lieber, warum wir arabisch lernen sollten.

    • Titel eingeben
      Es gab immer eine autoritäre, und eine antiautoritäre Linke. Der autoritäre Sowjetkommunismus hat auch gegen linke ukrainische Anarchisten Krieg geführt (und diese somit verraten, zuvor gings noch gemeinsam gegen die Zaristen).

      Der antiautoritäre Flügel war meist auch der kleinere, leisere, fragendere, intellektuellere. Selbst 1968.

    • Von der Apo zur Apodiktik!!!
      @ Antesde

      Sehr starke Formulierung! Danke dafür.

      Für mich war die Apo zwar noch nie linksliberal, aber der letztliche Einfluss in der Gesellschaft war dies am Ende doch, also ein liberalisierender, progressiver Einfluss, und auch einer – so sehe ich das – den unser Land damals nötig hatte.

      Ob die politischen Gruppierungen, die heute links der Mitte stehen, mit ihrer Programmatik heute genauso wertvoll sind wie damals, das ist dann allerdings eine gute Frage. Für mich sind die Grünen eine Partei mit einem irrationalen – und für die Mehrheit der Bevölkerung – deutlich zu teuren Klima-Fimmel, welche im Bereich der durchaus wichtigen Flüchtlingsproblematik einen naiven und imho wenig nützlichen Standpunkt pflegen, während sie im Bereich der Steuerpolitik längst schon in Richtung einer Besserverdienerpartei unterwegs sind.

      Grundsätzliches Problem vieler Strömungen links der Mitte scheint mir eine Haltung des Moralisierens zu sein, die weitaus zu selbstgewiss davon ausgeht, dass die eigenen politischen Initiativen „auf der moralisch richtigen Seite“ stehen.

      Das gilt mir in der Summe auch für den Feminismus, den ich einerseits als notwendig erachte in der heutigen Welt, aber durchaus ein Stück weit anders, rationaler, unideologischer, freundlicher, realistischer und nicht zuletzt weniger Larmoyant wünschen würde.

      Oh, und in der 50er-Jahre-Gesellschaft, die sich viele AfD-Anhänger so emsig herbei wünschen, voll von irrationalen Ressentiments, da möchte ich allerdings noch weniger leben.

      So viel ist sicher. Genau genommen, fühle ich mich im gegenwärtigen Parteienspektrum nicht vertreten. Nicht durch eine FDP, die sich völlig unverändert vor allem als Besserverdiener-Klientelpartei gebärt, nicht von der deutschen Beamtenpartei des ständiges Kompromisses, die mit Gabriel einen geradezu kongenialen Vertreter gefunden hat, der kaum wie ein anderer Elend und Leid der heutigen Sozialdemokratie verkörpert, sicher nicht einer dogmatisch angebotspolitisch agierenden CDU, die genau genommen nur noch eine stärker auf Konzern- und Wohlhabendeninteressen ausgerichtete Entsprechung zur SPD darstellt, und auch nicht von den Übrigen.

      Oh, und ganz sicher nicht von der AfD und noch – pardon – übleren Gruppierungen.

    • ja
      @None
      Die Machno-Bewegung in der Ukraine wurde von den Sowjets niedergemacht, so wie die spanischen Anarchisten. Ganz nach dem Vorbild von Marx, der für die Säuberung der „Internationale“ gesorgt hatte. Zwanghaft-autoritäres Gehabe ist ein dauerhafter Charakterzug der Linken geworden. Und die, die es womöglich unbedingt nicht sein wollen, heulen wohl der Einfachheit halber mit den Wölfen.

      @Don
      Sehr zutreffender Einwand. Ergebnis: Eine riesige Lücke. Mit vereinzelten Lichtblicken wie Götz Aly, der sich allerdings als Historiker versteht.

    • Diese Lücke wird schon gesehen, die Rauskaufangebote an mich kommen teilweise aus so einer bestimmten Ecke. Aber ich weiss nicht, ob so etwas funktionieren kann.

    • Arabisch zur Integration?
      @ Don
      Diese Laberfrauen möchte ich mal erleben, wenn sie beruflich dauernd in Westafrikanischen Staaten zu tun hätten als Frau, wo ein paar Brocken Arabisch für den Fall des Falles sinnvoll sein könnten. Es ist nämlich nicht lustig, wenn nach den Anschlägen auf Hotels dort die Empfangschefin sagt: Sie kommen nach ganz oben. Steigt man dann oben aus dem Fahrstuhl, sitzen gegenüber 2 Typen mit Knarre zur Sicherheit da.Das ist dann nochmal was Anderes wie Ebola…
      Mehr kann und möchte ich nicht sagen.

  18. Täglich müssen
    Heute:

    http://www.theguardian.com/commentisfree/2016/may/16/unsafe-sex-girls-health-feminism-sexual-trend-young-people

    We must…

    Unseren täglichen We-must-Artikel gib uns heute wie auch jeden anderen Tag. Natürlich beeinhaltet dieses we nicht sie selbst, sie weiß ja bereits Bescheid und macht das bereits, aber You must klingt halt immer so doof. So nach Nanny. Nach britischem Protestantismus. Das liest dann ja keiner mehr. So liest es ja vielleicht noch jemand, der sowieso die gleiche Meinung vertritt oder sich seine Meinung immer erst beim Guardian ziehen muss. Dafür Geld: nein.

    • Prinzipiell hat sie da nicht unrecht – die Frage ist halt, ob man bei der Umsetzung die richtigen Schwerpunkte setzt oder morgen wieder Transtoiletten bespricht, Und ob das Thema Gesunhdheit allein mit Feminismus zu bewerkstelligen ist, weiss ich angesichts der diversen Vertreterinnen mit massiven Problemen (Fat Acceptance, Magersucht, Krankhetsgeschichte von Laurie Penny)auch nicht.

    • Medien-Elend 2016
      Prinzipiell hatte und hat der ganze Feminismus nicht Unrecht, das ist ja offenkundig. Genauso wie Antirassismus oder eine Kritik an autoritären Systemen wie etwa Russland. Nur, der Ton macht halt die Musik, und da hat sich doch was sehr verändert in Punkto Selbstgerechtigkeit, Sendungsbewusstsein, Immunisierung gegen Kritik, intellektuelle Diskursfähigkeit. Stil. Ich hätte ja gern einen linksliberalen Guardian auf der Höhe der Zeit, klischeefrei und kritikfähig. Was ich aber bekomme, ist das hier beschriebene, und es ist umso tragischer, wenn man so von etwas abgestoßen ist, das einem inhaltlich eigentlich nahe sein müsste, näher als die FAZ. Da liegt so viel im Argen mittlerweile, man weiß garnicht, wo man anfangen sollte. Es hat wohl auch damit zu tun, dass es ein Mainstream geworden ist und dadurch von Leuten nachgeplappert wird, die unter anderen Bedingungen halt was anderes sagen würden, wenn es der Karriere nützt. Und mit dem, was die NZZ in dem Artikel über deutschen Journalismus gerade beschrieb, stolz hochgehaltene Einheits-Haltung und so eine Erziehungsmission von oben, statt offener Gesellschaft und Diskurs. Nur noch eine erlaubte Meinung, alles andere muss „attackiert“ und weggebissen werden, sofern nicht irgendwie migrantisch grundiert, dann muss es wieder verteidigt werden, egal wie konservativ: Die vielen logischen Widersprüche, die Denkverbote und Dogmen. Die ganze verlogene Sprache. Das stößt einem halt auch dann übel auf, wenn man zuvor selbst eine ähnliche Meinung vertreten hat und theoretisch weiterhin vertritt – man möchte sich damit nicht identifizieren und solidarisieren, sondern verspürt auf einmal den Drang, für diese Leute eher den Advocatus Diaboli zu geben. Widerspruch! Wie es alles bei Leuten ankommt, die von vornherein eine andere, konservativere Meinung vertreten und dafür dann im Nannystil oberlehrerhaft ständig angegangen und gemaßregelt werden, kann man nur schaudernd erahnen. Not in my name, jedenfalls. Funktionieren tuts ja auch nicht, wenn man die Umfragen anschaut. Geht eher nach hinten los. Egal.

      Den verlinkten Artikel hab ich zb. nur noch überflogen, wenn da oben schon wieder steht We must…, interessiert mich nämlich schon gar nicht mehr, was da nun noch so kommt, das übliche wahrscheinlich halt. Es lockt mich einfach nicht mehr so, spricht mich nicht an. Wie In-die-Kirche gehen für eine Predigt. Ich weiß nun nicht, ob das in Owens Sinn ist, denn ich bin ja weder Troll, noch Masku oder AFD und wäre wohl sogar eher die Zielgruppe. Aber so halt nicht, ähnliches gilt auch für Zeit, Spon usw. Hat ja seinen Grund, dass ich nun stattdessen missmutig die FAZ anklicke, denn da stören mich natürlich wieder andere Sachen, die Stoßrichtung vieler polit. Kommentare zb. Aber stilistisch -wenig Einwände.

  19. So you want to create a god? Your own god?
    Man dankt für diesen klugen Beitrag am frühen Morgen und möchte, dank Kommentarfunktion, hinzufügen:

    „The web we want“ ist gleich nebenan zu Erdogan Osmanische Reich II und Putins Re-Sowjetunioniesierung.
    Sind halt alle etwas überfordert mit der Moderne und bei Überforderung schreit und schlägt der Mensch halt mal um sich und träumt von der totalen und absoluten Meinungsdikatur. Natürlich sind das alle lupenreine Demokraten, diese Erdogan, Putins und Jones. Und auch SPON und BILD Online stehen mit beiden Füßen auf dem Grundgesetz, wenn sie jeden Tag dem dummen Leser die einzig richtige Wahrheit über die Bedrohung der Frauen durch den weißen Mann, die Liebe der Flüchtlinge zur weißen Frau und den einzig wahren Grund für alles Böse (Putin) zwischen die Ohren drücken. Alle sind für Meinungsfreiheit, für frei Wahlen und für Wettbewerb. Nur sollte der Leser und der Bürger und alle anderen einfach mal verstehen, dass er nicht vorbei kommt, an der göttlichen Einsicht eines Herr Reichelt oder eines 20 jährigen Jungredakteur bei Bento. Die sind erleuchtet, per Arbeitsvertrag.

    Whatever, in der modernen Welt wechseln in der Regel nicht die Gescheiten sondern die Gescheiterten in die Politik und in die Medien. Folglich wird es schwer, wenn man aus dieser Position dann den nicht gescheiterten Ex-Kommilitonen die Welt erklären will. In einer Gesellschaft mit 50% Akademiker, die auch alle mal Sex hatten und auch mal im Ausland waren und auch mal Gewalt kennen gelernt haben und auch mal ….

    Genau diesen Umbruch können wir gerade beobachten. Die Journalisten werden mit dieser modernen Welt mittels der Kommentarfunktion konfrontiert, und verstehen nicht, dass sie nicht mehr „Wahrheiten“ verkünden und auch keine Deutungshoheit verteidigen können. Stattdessen schreien sie und kappen die Kommentarfunktion, d.h. ihre Verbindung zur Realität.
    Es wird noch dauern, bis sie lernen in dieser neuen Welt erfolgreich zu kommunizieren, d.h. auf gleicher Augenhöhe mit den Lesen. Das „wie“ ist da noch ungeklärt, aber dass es unausweichlich ist, das zeigt Ihnen der Kapitalismus jeden Monat. Kurz bevor er sie frisst.

    • Naja, der Claim zeigt halt, wie sie denken. Das kann man machen, die Frage ist nur, ob sich das Web dem Guardian anpasst.

    • Ordinary people under extraordinary pressure
      Naja,

      es ist das gleiche Niveau wie bei der Diskussion um die Flüchtlinge:
      Erleuchtete Menschen glauben, anderen erleuchteten Menschen das Licht ausdrehen zu müssen.
      Operieren wie im Mittelalter.

      Intelligente Menschen beobachten Strukturen und nicht Menschen. Menschen werden sich Strukturen immer anpassen. Auch wenn sie vorher schreien und sich gegenseitig abschlachten. Am Ende gewinnt die Struktur.

      Und die Struktur der Moderne ist:
      Im Kapitalismus, in der Demokratie und im Internet hat die Mehrheit immer Recht.
      Period.

      Und an diesen Strukturen kommt keiner vorbei. Kein Justizminister, keine Facebook-Säuberungsaktionen, keine Republikaner und auch keine SPON-Blogger.

      Alle Erloschen in dem Moment, in dem sie den Mund aufmachten.

    • Ja, Goodnight.....
      „Und die Struktur der Moderne ist:
      Im Kapitalismus, in der Demokratie und im Internet hat die Mehrheit immer Recht.
      Period. “

      Wenn ich an D.A. Blogs etwas kritisiere, dann ist es das, dass er genau dies permanent ignoriert!

      Dies scheint mir zum eigentlichen Problem unserer Zeit geworden zu sein und da es noch nicht mal eine Ansatz zur Lösung irgendwo zu sehen gibt, wird das Thema totgeschwiegen.
      Wenn man sich die Konsequenzen mal klarer macht, dann bleibt einem nur sich zu freuen, dass man keine 20 Jahre alt ist….
      Da wird über nichts weiter als über Details wie Feminazis und andere A….L…. gestritten, als sei das ein Problem!

  20. Journalistischer Kampfmodus
    Wichtiger Artikel von Heribert Seifert in der NZZ vom 14. 05. 2016:

    Hetzer, Idioten und Dumpfbacken

    • Titel eingeben
      NZZ?
      Da verweise ich doch gerne auf das eindeutige Ergebnis einer Untersuchung: „Qualität der geopolitischen Berichterstattung in der Neuen Zürcher Zeitung“
      .
      Mein Bild von diesem angeblich so neutralen Blatt wurde dadurch doch recht angeknackst.

  21. Was sonst?
    Ihre Kritik am Guardian ist nicht ganz unberechtigt, doch die Frage ist, welche UK Zeitung man sonst lesen soll. Den Telegraph, die Times, die Mail? Den Telegraph lese ich, wenn ich mich authentisch über den Stand im Brexit-Lager informieren will, aber sonst? Bleibt die Financial Times, die vielleicht beste europäische Tageszeitung, aber die ist online teuer. Dass der Guardian diese Reflexion über die Kundschaft bringt, zeichnet ihn immerhin aus, von der FAZ kenne ich das nicht. Zu Trump war neulich ein sehr guter und nachdenklicher Kommentar mit Video zu lesen und zu sehen. Dem angepatzten Nobelpreisträger wurde in Interviews durchaus Raum zur Darstellung seiner Sicht der Dinge gegeben. Manche AutorInnen, deren misanthropische Grundfärbung ich kenne, lasse ich generell beiseite. Außenpolitisch befindet sich der Guardian übrigens oft noch im kalten Krieg bzw. in der Tradition des englischen Weltreichs. Zur Selbstironie, allerdings in einem Feld das ihnen wohl zu vulgär ist um es zu beachten, vergleichen sie einmal die Kommentierung des Song Contests im Guardian mit der in der FAZ. Oder die Fussballkommentare. Die FAZ hatte den VFB Stuttgart zu Beginn der Saison noch als Geheimtipp gehandelt, jetzt schreiben sie der Abstieg war absehbar. Kein Wort der Selbstkritik. Halten sie dagegen den geknickten Kommentar im Guardian zur Einschätzung von Leicester City. Was sagt denn, um wieder ernstere Dinge anzusprechen, die FAZ dazu, dass sie in der „Zeit“ als Organ einer Linkswende (A. Soboczynski) angesehen wird? Und schließlich, wie beurteilen sie den Umstand, dass ihr Beitrag in diesem Weltblatt, der eine englische Zeitung kommentiert, keine Reaktion findet. Sind Sie so etwas wie ein Seismograph der FAZ-Redaktion? Ein Köder an der FAZ-Angel? Wie tragen sie zu den Gewinnen der FAZ bei?

    • Pardon, ich bin Feuilleton und habe weder mit Fussball noch mit ESC zu tun.

      Ich bringe der FAZ so viele PIs und Leser von ausserhalb, dass es sich lohnt, mich hier zu halten, bekomme ich ab und zu zu hören. Die Leute, die mich rausaufen wollen, müssen wohl aquch irgendeinen Grund sehen. Wenn ich mir mal die Werbepreise anschaue, scheine ich jedenfalls kein Verlustgeschäft zu sein, und meine Kosten sind, weil ich daheim arbeite, recht bescheiden.

    • Titel eingeben
      „rausaufen“
      Er meint: raus-kaufen.
      .
      A propos: Wieso ist Ihr Blog Rebellenmarkt so gut wie „tot“? Weil hier soviel erscheint?

    • Aufgrund von ein paar Verwerfumgen habe ich gerade keine Lust, öffentlich men Leben auszubreiten. Ein paar Leute sind mir momentan etwas zu wissbegierig.

    • Titel eingeben
      Wie kdm schrieb: den Economist; lesen Sie den Economist. Ich habe das Abo seit 1992

  22. Meinungsfreiheit oder Sozialismus
    „Ich habe mich aus den richtigen Gründen geirrt, während Sie und Ihresgleichen aus den falschen Gründen recht hatten.“ Pierre Courtade
    (zitiert vom Briten Tony Judt: Die Geschichte Europas seit dem Zweiten Weltkrieg, S. 230; das Kapitel trägt bezeichnenderweise den Titel „Kulturkrieg“)

  23. Das Pendel hat angehalten
    Lange schwang es nach links, und das war ganz gut. Aber mittlerweile setzt doch eine Überfütterung ein, weil mit immer abstruseren Forderungen in die immer gleiche Kerbe gehauen wird. Thomas Sowell brachte es sehr schön auf den Punkt:

    „If you have always believed that everyone should play by the same rules and be judged by the same standards, that would have gotten you labeled a radical 60 years ago, a liberal 30 years ago and a racist today.“

    Langsam schwingt das Pendel zurück. Herr Fleischhauer hat neulich meiner Meinung nach ganz gut im Spiegel beschrieben, wie die SJW Fraktion den Backlash selbst generiert. Sehr zum Mißfallen von Frau Stokowski natürlich.

    • Ja, das ist wirklich der Punkt. momentan gibt es ja eine Vielzahl von „angekommen und jetzt bitte alle integrieren“-Beiträge in Deutschland, die nicht darüber reden möchten, dass davor vielleicht erst mal 60% der angekommenen abgeschobenm werden sollten, so hart es klingt – aber so ist das Gesetz.

    • Die Sache mit dem Pendel
      irgendwie freue ich mich darauf wenn das Pendel zurückgeschwungen ist, und ich wieder als antiautoritärer Wüterich gegen ein konservatives Establishment wettern kann.
      Die derzeit herrschende Klasse ist ein sehr unangenehmer Gegner. Die selbstgefällig zur Schau gestellte Inkompetenz, gepaart mit solch larmoyantem Auftreten, verursacht eher Übelkeit als Kampfgeist.

  24. the guardian - igitt
    Seit der guardian einem muslimischen Terroristen, Abdul Wahid (mit einem entzückenden Portraitfoto), der die Ausbreitung des IS-Kaliphats propagiert, eine Plattform gegeben hat, halte ich dieses Presseorgan für dermaßen inferior, dass es mir mit dem Niedergang des guardian gar nicht schnell genug gehen kann.

    http://www.theguardian.com/uk-news/2015/jul/24/david-cameron-extremism-struggle-generation-abdul-wahid

    • Genau das ist liberal
      Das auch jemand wie Wahid zu Wort kommt, ist für mich lobeswert (und liberal): verschiedene Meinung zu hören um ein Vollständiges Bild zu bekommen. Ich gebe zu es ist nicht leicht, sonst würden es alle machen, allerdings die Überwindung der eigenen Komfortzone empfinde Ich häufig sehr erfüllend. Ich würde Ihnen „Talking to the enemy“ von Scott Atran empfehlen (eine Menge Wahids die zu Wort kommen).

    • Interessant
      Das schien mir jetzt allerdings interessant. Der Unterschied ist ja, ob es sich wirklich um einen Terroristen handelt, oder einen überzeugten Muslim.
      “Well, we have a view on democracy. I believe in voting, I believe in elections. The caliphate we want to see is one where a ruler would be elected, accountable, not above the law; accountable to people, to political groups, to elected assembly, to independent media.”

      Ob mir das gefällt oder nicht, dieses und andere Zitate sind durchaus im Bereich des Akzeptablen, denke ich. Und das wäre sogar ein Pluspunkt für den Guardian, wenn es genauso ein Interview gäbe mit einem UKIP-Vertreter.
      Genau das erwarte ich von einem Presseorgan, das von mir Unterstützung haben möchte: es berichtet.

      Da habe ich halt eine andere Meinung als Krächzit.

    • @Uwe Dippel @Aurelian Urzica
      Dr Abdul Wahid, the chairman of the executive committee of the British wing of Hizb ut-Tahrir, which campaigns for the establishment of a caliphate and the introduction of sharia law.

      In a response, on the leftist political blog Left Foot Forward under the headline “Why is the Guardian giving a platform to Hizb ur-Tahrir”, Dave Rich of the Community Security Trust, which monitors anti-Semitic attacks, said the article epitomised the “double standards” and “moral blindness” of apologists for Islamism. He pointed out that a Hizb ur-Tahrir leaflet, which Dr Wahid refused to denounce, said of Jews: “Eradicate their entity and purify the earth of their filth.”

      (Zitiert aus:http://www.independent.co.uk/news/media/opinion/the-media-column-freedom-of-speech-is-the-name-everyone-gives-to-their-mistakes-especially-media-10458150.html)

      Es hat für mich nichts lobenswertes, wenn man solche Leute mit Samthandschuhen anfasst, ihnen keine wirklich kritischen Fragen stellt aber stattdessen so tut, als seien ihre Vorstellungen wie eine Gesellschaft organisiert sein sollte, irgendwie ganz normal.

      Die Wunschwelt eines Abdul Wahid auf eine Stufe zu stellen mit den Ansichten von UKIP ist absurd. UKIP würde niemand steinigen wollen, keine Hände und Füße abhacken und auch keine Schwulen von Hochhäusern stoßen.

      Ich finde es sehr befremdlich, wenn einem die Maßstäbe so verrutschen, dass die entsetzliche Barbarei der Sharia gleichgesetzt wird mit einer kritischen Haltung gegenüber der britischen Mitgliedschaft in der EU.

      Ich wünschte, die Anhänger des Kulturrelativismus würden ihre Komfortzone überwinden und frisch anfangen zu denken.

  25. Das WEB
    Es sollte eine neue, eigene Welt sein, freier und unabhängiger, für Jeden nutzbar ohne Aufwand, ohne Kontrolle , ohne Regeln ,ohne Geld.
    Das Web der nicht fleischige , elektronische Traum , das perfekte Links.
    Eine neue Welt neben der ach so schrecklichen materiellen Welt .
    Der Traum ist zerplatzt , das Web ist keine bessere Welt, wahrscheinlich noch nicht einmal eine eigene Welt. Die Frage ist, ob das Web als einziges Mittel in der Welt übrig bleibt ?
    Wie weit gehen die Möglichkeiten des Webs, elektronisch Ersatz zu schaffen .
    Das Web ist das Mittel, sich zu verwirklichen, sich unendlich darzustellen, Geld zu verdienen , Waren, Dienste zu kaufen und zu verkaufen , Kunst zu schaffen , Information und Wissen zu verbreiten , Macht auszuüben , unendlich gut zu sein und unendlich böse zu sein.
    Ist das Web so mächtig, so reich an Möglichkeiten, dass es alles verdrängt ? Buch, Zeitung , Schuhladen, Bank , Geld , Schule, Uni , Büro , Theater , Fabrik , Cafe , alles irgendwann , wie schnell , weg ?
    Es ist voller Konkurrenz , positiv ,voller Vielfalt .
    Der Kampf um Geldmittel und Meinungsführerschaft ist nur um ein Vielfaches potenziert worden, weil jeder teilnehmen kann, selbst machen kann, seinen Senf dazu geben kann und weil es allzu menschlich ist, anderen zu sagen, wo es lang geht . The Web we want , wollen viele.
    Wer bleibt übrig, wer erzählt die Geschichte, wer kreiert das Narrativ, was die Menschheit leitet.
    Die Revolution frisst ihre ersten Kinder. Regeln sollen her, Gesetze , dies alles zu bändigen, in einen brauchbaren Rahmen zu fassen, Kontrolle auszuüben, zu bestimmen, wer kontrollieren darf, welche Eroberer und Schlauberger einen Kopf kürzer zu machen sind.
    Manche erledigen sich selbst. Erledigen wir uns mit dem Web selbst ?
    In welchem Verhältnis bleibt die gegenständliche Welt zur elektronischen. Wer zählt dann zu den Mächtigen ? Der, der noch ein Fahrrad hat und tatsächlich durch die Toskana radeln kann ?

  26. Freue mich, nicht allein zu sein
    Der Artikel hat mir aus der Seele gesprochen, manchmal zweifle ich ja schon an mir (bin ich jetzt alt, spießig, verblödet?), wenn ich beim Lesen von Guardian, Zeit oder taz das Gefühl bekomme, ich gehöre nicht mehr zu den Linken. Ich habe mich immer als eher feministisch und politisch eher links eingestuft. Aber was beim Guardian unter Feminismus läuft, kann auch mich nur zu ablehnenden Kommentaren bringen. In der Antisemitismusdebatte ist der Guardian total lasch, wenn die Kriterien angelegt würden, die bei angeblich frauenfeindlichem Verhalten verwendet werden, sähe die Berichterstattung anders aus. Diese schreckliche BDS-Kampagne wird geradezu wohlwollend begleitet, obwohl man sich vor den Beteiligten und ihren Methoden nur gruseln kann (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Boycott,_Divestment_and_Sanctions).
    Und gesellschaftlich relevanter als die Toilettennutzung ist es allemal.
    Kritische Leser sind unerwünscht, wem der Content nicht gefällt wird unterstellt er sei halt reaktionär/rechts.
    Ich hoffe sehr, dem Guardian fällt noch rechtzeitig ein, dass vielleicht die Leser nicht so unrecht haben. Dawkins und Hunt sind mir jedenfalls lieber als Penny und Sulkowicz.

    • Immerhin hat es jetzt schon zum Sturz von Rusbridger gereicht. Vermutlich gibt es da auch interne Kämpfe – man wird sehen, wie sich das einpendelt. Ich glaube einfach, dass sich der Guardian mit gewissen Autoren und den fehlenden Alternativen keinen Gefallen tut.

    • Titel eingeben
      Beim Rusbridger-Sturz gehts um inhaltliche Ausrichtung? Ich dachte, um wirtschaftliche Strategien.

    • Das kann man nicht wirklich trennen. Die inhaltliche Ausrichtung ist nun mal der Kern des Produkts, und da wurde viel Geld versenkt.

  27. andere Meinungen zulassen
    Manche haben ja schon Schwierigkeiten , eine Themaabweichung zu zulassen. Auch in der Faz. Herr Reents schreibt einen Artikel zur Sprache des Grundgesetzes , läßt aber nicht zu , dass man bekennt , lieber höre man den 1. Satz des Art. 1 GG als den Satz , den der marokkanische König gesagt haben soll, er könne kein Gesetz machen, welches dem Koran widerspricht.
    Was hier zumeist zur Sprache kommt, empfinde ich auch, das Pendel schlägt jetzt weit in die rechte, konservative Ecke, ganz einfach , weil der Bürger die ständige , schulmeisterliche , alles einnehmende Denke Links a. nicht mehr hören kann und b. an der Wirklichkeit scheitern sieht. Das Pendel schlägt mit Wucht , weil seit 25 Jahren alles anders ist. Die Zweiteilung der Welt hat aufgehört und das Web ist gekommen .
    Sie, Herr Don A., können das alles viel besser ausdrücken , es macht aber Spaß in etwa daran teilzunehmen und den Gedanken freien Lauf zu lassen, auch wenn das Thema verfehlt sein sollte.

  28. Polarisierung gegen Neutralisierung
    Was Sie, werter D.A., zum Guardian beschreiben – ist das wirklich spezifisch „links“? Es gab in der deutschen Presse bis vor ungefähr 20, 30 Jahren eine grobe Aufteilung in hochwertige liberale Mitte, links und rechts. Die Fahnenträger kennen Sie besser als ich. Dann begann, mit dem Druck der Zahlen, die Orientierung zur Masse der „Mitte“, bei Parteilautsprechern wie bei den Printmedien. Resultat ist heute, daß die Vielfalt einer Einfalt gewichen ist und man bestenfalls in Ihrem Mutterorgan (selten), der NZZ (häufiger) oder dem Economist (häufig) noch liberale „Meinung“ und Diskussion findet. Liberal nicht im Sinne der neocons sondern der Mächtigen, die jedem Untertan seine Façon ließen. Diese Entwicklung führt dazu, daß wenige Organe – wie der Guardian – ihre Positionierung abseits der Mitte als Alleinstellungsmerkmal suchen. Ganz, wie auch die Netzgemeinde zur Radikalisierung neigt, kontrapunktisch zur intellektuellen Ödnis der vormaligen Leitmedien. Schon die primitive Neigung, sich mit gleichgesinnt scheinenden zu umgeben, sorgt für die Polarisierung, befördert durch die niedrige Einstiegsschwelle im Netz. Und so sind im Netz gleichermaßen polarisierend-einseitige Lautsprecher zu finden wie es der Guardian im Printbereich ist. Ob das auf Dauer trägt – ich habe da meine Zweifel. Gäbe es bei taz, Guardian, oder auch F.A.Z. tatsächlich eine Debattenkultur, wie Sie es hier zulassen, stünde es um die finanzielle Lage dort wie auch um die politische Öffentlichkeit in Deutschland besser.
    Geistiger Einheitsbrei führt zwangsläufig zur Radikalisierung, an allen Rändern. Die Entstehungsgeschichte der Grünen ist ein gutes Beispiel, der Niedergang der SPD begann 1982, der der CDU 2015.
    Darum sehe ich den Guardian als Zeitzeichen mit großer Bedeutung. Lesen muß ich ihn darum nicht, genausowenig wie Spiegel, Welt, W.A.Z. oder Zeit. Reuters ist besser.
    Übrigens steuert die NZZ gerade gegen – mit erweitertem und vertieftem Deutschlandteil und Betonung auf „längere Lesestrecken“ und erweitertem „Meinung & Debatteteil“. Darum werde ich das Abo dort erneuern.
    (Daß der Staatsrundfunk in D hier nicht auftaucht braucht nicht erklärt zu werden.)
    Schöner Gruß
    M. A. Titz

  29. Die hohe Kunst des Guardian - Privilegiert sein und sich trotzdem extrem benachteiligt fühlen
    Die Meinungsmacher im Guardian entblößen sich selbst. Sie sind zugleich grandios und trivial, aufklärerisch und nachtragend, ernsthaft und albern. Viele Artikel könnten den folgenden Untertitel haben: Privilegiert sein und sich trotzdem extrem benachteiligt fühlen.

    Mir ist dies vor einiger Zeit schon bei einer anderen britischen Autorin aufgefallen:
    https://ernstwilhelm.wordpress.com/2014/06/10/monoethnizismus-geht-gar-nicht-mehr/

    Diese Leute schreiben und reden stilistisch auf einem durchaus hohen Niveau. Doch dient dies letztlich nur dazu, die eigene narzisstische Wut zu verbergen. Solch extrem aufgeladene Emotionalität scheint ihren Ursprung in der Geschlossenheit der Zirkel dieser Schreiber zu haben. Vielleicht ist dieser ganze Diskurs nur eine vulgäre Ablenkung vom wahren Leben? Bei so manchen Leser dann allerdings auch. Self-selecting? Die Schreiber und die Leser!

    Das hatte vor 50 Jahren schon Pippi Langstrumpf drauf. Allerdings mit einer positiven Sicht auf die Welt: 2 x 3 macht 4 widdewiddewitt und Drei macht Neune! Ich mach‘ mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt ….

    • Ich mach Dir die Welt, wie sie mir gefällt
      Es wäre damals bei Fr. Hahles schon authentischer rüber gekomen,
      hätte Sie ghesungen: widdewiddewitt und Drei macht Neune! Ich mach‘ DIR die Welt widdewidde wie sie mir gefällt

  30. Beispiel
    Könnte ich beim Guardian kommentieren, würde ich jetzt „There is nothing wrong with cultural appropriation, we all do it and it’s a good thing“ unter diesen Artikel schreiben, und mir dabei nicht als Troll vorkommen. Wir hätten da eben eine Meinungsverschiedenheit. Das Problem mit cultural appropriation oder auch was das im Umkehrschluss bedeutet, konnte mir noch niemand wirklich erläutern. „Hybride Kulturen – nie gehört“. Das ist wieder so ein Beispiel für so ein unlogisches Dogma, das unhinterfragt (mit) übernommen wird, weil vermeintlich aus der richtigen Ecke stammend. Gerade in Deutschland sollte einem das doch eher komisch vorkommen, dass man sich „fremde“ Kulturen nicht aneignen darf und in der „eigenen“ verharren soll. Ist aber beim linken Guardian Common Sense. Nur ein Beispiel (bezieht sich alles auf den letzten Absatz hier).

    https://www.theguardian.com/technology/2016/may/16/uncharted-4-looter-adventurer-character-cultural-appropriation

  31. Titel eingeben
    Ich lese den Guardian ja sehr selten, erinnere mich aber, im Zusammenhang mit Assange/Wikileaks seinerzeit einen Artikel gelesen zu haben, von einem nicht-weißen Autor, der einfach derart neben der Spur war (er schob das Ganze auf „versagende Kryptographie“ – in der Logik, wenn der Schlachter seinen Kollegen absticht statt den Schweinen, war das ein Versagen des Messers), daß er in einer Zeitung nichts zu suchen hatte. Wenn die nun natürlich zunehmend in der Art geistig Behinderte mit Abiturienten zusammenrührt haben, wundert es nicht, daß die Leserschaft unwillig wird, denn sie will halt ein Blatt für Erwachsene und nicht Kleinkinder als Welterklärer.

  32. we could
    Bei der Oberschicht der drei Intelligenzen könnten wir doch ganz unideologisch von Triumfeminat sprechen…und außerdem aus lauterer Dankbarkeit für diesen unseren einzigartigen Don-Kokon und aus gegebenem pfingstlichen Anlass alle gemeinsam fest dafür beten, dass es draußen in der bösen (Medien)welt wenn schon nicht Heiligen Geist, dann wenigstens etwas mehr Hirn regnen täte!

  33. 1977
    DA, Nobody makes it half as good as you.

    Wann platzt eigentlich die Journalismus- Blase?

  34. Wird mit Lesern noch kalkuliert
    oder gehen die Eigentümer nicht schon längst von offener oder versteckter staatlicher Subventionierung über Inserate aus. Anders gibt’s das nicht. Das kauft niemand mehr.

    Ich sehe das Pendel ganz und gar nicht herumschwingen. Vielleicht werden mehr dieser „du bist zwar dämlich, deine Ängste nehmen wir aber trotzdem ernst und jetzt Ruhe“ Texte eingespeist, doch der Grundtenor bleibt. Mit ist es inzwischen auch egal, ich lese zwar weiter viel, aber es verletzt mich nicht mehr. Ich habe zu viele Meldungen von Publizisten, Autoren, Theaterschaffenden, Menschen die mir Maßstab waren gelesen, die mich zutiefst entsetzt und enttäuscht haben. (Für das was die kirchlichen Vertreter aufführen ist ein besonderer Kreis der Hölle reserviert.)

    Ob es historische, geopolitische, soziologische, philosophische, klimatische Bedingungen sind – es wäre aufzuhalten und es ist jeder Einzelne verantwortlich zu machen, der diesen Wahnsinn befördert.

    Für die von Ihnen erklärten Medienhintergründe, die unglaublichen personellen Verknüpfungen bin ich überaus dankbar. Es ist immer noch schlimmer als man ohnehin schon annimmt.

  35. Ein weiterer Blickwinkel von der Insel
    http://www.patcondell.net/i-vote-against-you/

  36. Keine Duldung dunkler Kritik
    Lieber Don Alphonso, vielen Dank für diesen aufschlussreichen Blog.
    Guardian online und New York Times gehörten viele Jahre lang zu meiner bevorzugten angelsächsischen Lektüre. Inzwischen ist die Vorliebe zu beiden ab-geflacht, warum, habe ich bisher nicht weiter analysiert. NYT finde ich inzwischen langweilig, Guardians Artikel sind inzwischen oft ziemlich flach.

    Ich verfolge selten feministische Themen, es sei denn, sie werden, wie im Fall Tim Hunt, Mainstream. Bei Brüderle waren die heftigen Reaktionen ziemlich überzogen: Der Vorfall geschah in einer Bar, Brüderle war alkoholisiert, das zufällige Treffen war privat. Tim Hunt dagegen redete bei einem Arbeitsessen vor weiblichem Publikum, vor Kolleginnen. Was er sagte, war vermutlich witzig gemeint, aber die moderne Frau will Witze, in welchen angehende Wissenschaftlerinnen als Mädchen“ verniedlicht werden, welche beim geringsten Anlass hilflos losheulen, einfach nicht mehr hören, unabhängig davon, wie das gemeint sein mag. Die Reaktionen bzw. dafür die Karriere Hunts zu zerstören, waren allerdings völlig überzogen und unangemessen.

    ***

    What harm is done?
    ‚Even if I tell myself that somebody calling me a nigger or a faggot doesn’t mean anything, it has a toll on me: it has an emotional effect, it takes a physi-cal toll. And over time it builds up‘
    Steven Thrasher, Guardian writer

    Das kann ich durchaus nachempfinden. Darum ist eine Moderation nicht nur sinnvoll, sondern notwendig. Vor vielen Jahren las ich unzensierte Leserkommentare in einer österreichischen und einer US Publikation. Im US Thread wur-den Andersdenkende als „cockroaches“ beschimpft, im österreichischen herrschte ein ähnlich vulgärer Ton. So etwas zu lesen würde ich nicht ertragen und auch nicht wollen.

    Ich möchte nicht wissen, was man z.B. auf SPON Forum zu lesen bekäme, wenn dort nicht zensiert würde. Doch die Zensur dort geht viel weiter: Die poli-tische Meinungsbildung wird durch die Moderation gezielt beeinflusst, durch Nichtveröffentlichung abweichender Meinungen, selbst wenn sie völlig sachlich dargestellt werden. Nicht in allen Threads, aber gesamt gesehen ist das eindeutig so, in Stokowskis Kolumne ist das besonders ausgeprägt, jedenfalls bei meinen Posts.

    • Tim Hunt
      Ich hoffe, sie meinen folgendes nicht ernst:

      „Tim Hunt dagegen redete bei einem Arbeitsessen vor weiblichem Publikum, vor Kolleginnen. Was er sagte, war vermutlich witzig gemeint, aber die moderne Frau will Witze, in welchen angehende Wissenschaftlerinnen als Mädchen“ verniedlicht werden, welche beim geringsten Anlass hilflos losheulen, einfach nicht mehr hören, unabhängig davon, wie das gemeint sein mag. Die Reaktionen bzw. dafür die Karriere Hunts zu zerstören, waren allerdings völlig überzogen und unangemessen.“

      Inzwischen sollte wirklich jeder mitbekommen haben, was bei der Rede wirklich gesagt wurde.

      Kurz in der Times: (leider mit Zahlschranke)
      http://www.thetimes.co.uk/tto/science/article4501733.ece
      http://www.thetimes.co.uk/tto/science/article4478368.ece

      gerne auch hier beim Don:
      https://blogs.faz.net/deus/2015/07/24/der-fall-tim-hunt-tonmitschnitt-bringt-seine-verfolger-in-bedraengnis-2730/

      und wirklich ausführlich auch nochmal hier:
      https://unfashionista.com/2015/07/21/the-silence-of-the-shams-wcsj2015-falsely-reported-sir-tim-hunt/

      Es gibt inzwischen eine Audioaufnahme vom Ende der Rede, auf der zu hören ist, wie nach dem völlig harmlosen (und selbstironischen) Witz von Tim Hunt alle drüber lachen und applaudieren.

      Oder auf Englisch:
      „So in fact Sir Tim had not made remarks about women in general at all. He had made an ironic joke about his own marriage and followed it with praise of women in science, and the toast was received with applause and laughter.“

      Und nicht die Lügenkampagne, dass die zwei Aktivistinnen danach verbreitet haben:
      „Connie St. Louis: – Not in the slightest bit humorous. Very clearly, nobody was laughing – there was a room full of about a hundred people – nobody was laughing, everybody was stony faced.“

      bzw: „After he finished, there was this deathly, deathly silence.’ ‘Nobody was laughing.“

      Eine wirklich ekelige Kampagne. Sollte man aber bitte 2016 nicht mehr nachplappern!

    • Titel eingeben
      @ Gastllichkeit
      Ich habe die Geschichte damals in allen Details verfolgt, mein Englisch ist ausgezeichnet.

      Ich verwehre mich dagegen, dass Frauen auch noch vorgeschrieben wird, worüber sie bitte sehr zu lachen haben und was sie witzig finden sollten. Ich kenne diese süffisanten Old Boys Witze zu genüge, sorry.

      „Eine wirklich ekelige Kampagne. Sollte man aber bitte 2016 nicht mehr nachplappern!“

      Sie haben wohl überlesen, dass ich die Kampagne und seine Entlassung ungerecht, überzogen und absolut unangemessen fand. Sie haben mehr Zeit und Energie dazu verwendet, die Sache noch mal wiederzugeben. Was sagt das aus?

    • Zusatz
      @ Gastlichkeit
      17.5.16 13.16 Uhr
      Habe leider vergessen, meinen Nick anzuklicken

    • Mücke und Elephant
      „Was er sagte, war vermutlich witzig gemeint, aber die moderne Frau will Witze (…)“

      Es war nicht „vermutlich“, sondern ganz offensichtlich witzig gemeint und wurde von den anwesenden Forscherinnen (sicherlich „moderne Frauen“) auch exakt so aufgefasst.

      Aber wenn das ironisch gebrauchte Wort „girls“ einer Ihrer Hauptkritikpunkte an der Rede von Hunt ist, müssen wir das Thema tatsächlich nicht vertiefen. Über Humor sollte man nicht streiten und Ironie in Texten wird von den allermeisten Menschen eh missverstanden. Da halte ich mich dann lieber an die Reaktion der damals tatsächlich Anwesenden.

      In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch einen entspannten und lustigen Abend.

  37. Titel eingeben
    Als Katharine Viner 2015 übernahm, klang das noch so:
    Viner leitet als neue Chefredakteurin den „Guardian“. In einer Rede erklärt sie, was sie vom Journalismus im Zeitalter des offenen Internets erwartet https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/der-aufstieg-des-lesers

    Ich fand den Guardian lange sehr spannend.
    Wie er dem Internet begegnete und zu Zeiten, als fast alle anderen
    Printmedien jammerten, die neuen Möglichkeiten umarmte und
    tatsächlich daran wuchs, versuchte die Leser/Kommentatoren mit ins Boot
    zu holen, einzubinden, ihnen durch Veranstaltungen und Diskussions-
    foren eine Platform zu bieten, die weit über das Medium hinaus ging.
    Die Zusammenarbeit mit Wikileaks und Snowden, exzellente Berichterstattung vom Kairoer Tahrir Platz.
    Nachdem Rusbridger weg war, habe ich den Guardian etwas aus den Augen verloren.
    Ich hoffe, er rappelt sich rechtzeitig.

    • Es ist Marktwirtschaft. Entweder man findet Kunden oder man findet sie nicht, Der Guardian hatte ideale Bedingungen.

    • Titel eingeben
      commentisfree wurde doch schon deutlich eingeschränkt, d.h., nur sporadisch angeboten während des mysteriösen Verschwindens von MH 370 und nach dem Absturz von MH 17. Da standen einige interessante Sachen, auch von Piloten oder Expiloten, zu interessant manchmal, außerdem bei letzterem haufenweise russlandfreundliches Zeug. Kommentarbereiche werden schnell limitiert, wenn Leute das Denken anfangen. Trotzdem konnte man da schlauer werden. Der Debris, den sie jetzt langsam finden, liegt etwa dort, wo die Leser hingetippt hatten.
      Der Pilot hatte was Bestimmtes vor, darf man annehmen, einer der Piloten. In Deutschland wäre ihm das vielleicht gelungen, nur mal (etwas kryptisch) nebenbei.
      Ob dann für den Pulitzer-Preis irgendwelche Kompromisse versprochen wurden, bleibt uns verschlossen. Die einseitige Stellungnahme für Assange/Manning/Snowden erscheint mir heute recht fragwürdig, denn möglicherweise wurden Leute gefährdet, Navy Seals beispielsweise.
      Der online Guardian ist inzwischen uninteressant geworden, wird wohl risikoarm pc geführt.

  38. Zähne und Klauen
    In langen Jahrzehnten eines Berufslebens an der scharfen Kante der Demokratie, häufig ausgeübt in Weltgegenden, die vom Tourismus sinnvollerweise gemieden werden, wurde sehr deutlich, was in freien Gesellschaften mit Zähnen und Klauen verteidigt werden muss: Die Rede- und Pressefreiheit. Sie ist der wichtigste Indikator von Freiheit überhaupt. Umso bestürzender die Lage, in die wir manövriert worden sind, und in der dieser eigentlich lesens- und schätzenswerte Guardian nur ein Beispiel ist. Wieso lassen wir das zu? Warum erlauben wir Sendeanstalten, die an unserem Finanztropf baumeln, Regeln zu brechen? Wo ist die peinlich genaue Trennung von Nachricht und Kommentar geblieben? Jugendfrohe Nachrichten(sic!)-Sprecherinnen, die niemals Verantwortung getragen haben und im geheizten Studio nur virtuellen Kontakt zur Realität halten, bilden sich ein, den Souverän erziehen zu müssen (in öffentlichem Forum erwähne ich keine Namen, sonst würde ich z.B. Marietta S. anführen). Und für unsere Talkshows gilt: Werft die ewig gleichen Wiederkäuer hinaus, abgehalfterte Feministinnen und Ex-Politiker können uns nichts mehr mitteilen. Lasst die Jugend rein – das Land, um das es geht, ist deren Europa. Also lasst sie zu Wort kommen.

  39. Google News und sprachliche Integration
    Als Nutzerin der Google News Deutschland und US/UK mache ich in letzter Zeit immer öfter die Beobachtung, die gewisse Nachrichten über deutsche Ereignisse bei der deutschen Version der News nicht erscheinen, während sie sogar auf Google US News angegeben werden. Selbst eine gesonderte Suche auf der deutschen Version bleibt manchmal erfolglos. Neulich gab es auf Google UK eine Meldung über irgendwelche Proteste aus Deutschland, mit heftigen Bildern von brennenden Autos. Darüber wusste ich nichts. Beispiele aus jüngster Zeit: der vor dem Wahlbüro von Frau Merkel platzierte Schweinskopf. Ebenso fand ich die Nachricht über die 70 durch BKA beobachteten Flüchtlinge auf Google US News, in der deutschen Version erschien dagegen keine Meldung. Neue von Flüchtlingen begangene Straftaten bzw. Schlägereien werden auf deutschem Google nicht gemeldet, davon hört man evtl. beim Lokalsender im Radio oder in der Lokalpresse. Das fällt schon auf, denn sonst gibt es eine Meldung über jede Katzentaufe. Anfang des Jahres sahen die deutschen News noch ganz anders aus, heute business as usual. (Wenn auf Zuckerberg politischer Einfluss genommen wird, warum denn nicht auch auf Google. Schließlich haben die, im Gegensatz zu Facebook, ihre eigene Organisation in Deutschland, was die Sache einfacher macht.)

    Dafür fand ich eben diese helldeutsche Meldung.
    http://www.mopo.de/hamburg/hamburger-sprachforscherin–deutsche-sollten-arabisch-lernen-24064270

    „Viele Deutsche sprechen Englisch, Französisch oder Spanisch. Geht es nach der Hamburger Sprachforscherin Angelika Redder, sollten möglichst drei weitere Sprachen dazukommen: Arabisch, Persisch und Kurdisch. Die Professorin meint: Integration der Zuwanderer dürfe keine Einbahnstraße sein, auch sprachlich nicht.“

    • Nachrichten unterdrücken...
      @ Tamarisque
      Man hat ja schon seit einer Weile das Gefühl aus vielen deutschen Medien nicht umfassend oder sehr einseitig informiert zu werden.

      Wie immer: herzlichen Dank an Don und die Mitkommentatoren!

  40. Wer hat angefangen?
    Hallo Don, haben Sie sich von diesem Artikel inspirieren lassen?
    http://www.nzz.ch/feuilleton/medien/journalismus-im-kampfmodus-hetzer-idioten-und-dumpfbacken-ld.82631
    Auch Herr Seifert thematisiert die Bevormundung und Beschimpfung des Lesers. Wenn die Reaktion der Journalisten auf die Zurückweisung der Beschimpfung nur, wie auf dem Schulhof, im „Der hat aber angefangen“ besteht, braucht sich keine Zeitung über sinkende Auflagen zu beklagen.
    Grüße Uli

    • Nein, ich bin Autodidakt.

      Aber der Beitrag in der NZZ hat schon ein paar Punkte für sich.

  41. Linksliberal
    Werter Don :
    Du hast doch uns !

  42. Maßstäbe
    „[…] Menschen die mir Maßstab waren gelesen, die mich zutiefst entsetzt und enttäuscht haben.“

    Daher besser keinen allzusehr ‚anbeten‘.

    Vor allem nicht die Tugendbolzen.
    Es sind keine über uns stehende Geschöpfe. Es sind alles nur: Menschen.
    Surprise!

    Seit Mahatma Ghandi, als rauskam
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43365494.html

    dass der Tugendprediger politisch zwar erfolgreich, aber privat nicht unbedingt ein tolerantes Engelchen war, hab ich keine Leute geduldet, die mir Maßstäbe sein sollten. Also schon immer, aus dem Bauch heraus schon als Kind. Geht bestens. Jeden Tag besser.

  43. This is a rebellion, isn't it? I rebel!
    Strukturen beobachten:

    Meinungsdiktatur erzeugt Rebellion, insbesondere bei Akademikern. Und wir haben einfach zu viele Akademiker.

    Beobachten: Der Don, der Böhmermann, der Tilo Jung, die Anne Will, der Jan Fleischhauer.

    Alle anders, aber alle rebellieren.

    All das wächst und gedeiht gerade. Neue Karriere, neue Strukturen, neue Chancen. Man muss den moment of time nutzen, so wie die AFD.

    Noch ist da eine Merkel, ein Augstein, ein Prantl.
    Aber ihre Uhr tickt … laut und schnell.

  44. apodiktische Sprachförderung
    @Don Alphonso
    16. Mai 2016 um 11:42 Uhr

    … und hier die Sicht einer Sprachwissenschaftlerin:
    http://www.welt.de/regionales/hamburg/article155381888/Deutsche-sollten-Arabisch-oder-Kurdisch-lernen.html

    Nach der erschöpfenden Lektüre eines Artikels von WELT-Niveau bieten sich – zur Erholung – weitere Beiträge der gleichen Autorin an, z.B. dieser hier auf der Höhe der ZEIT:

    „Titel hierher“
    Verbformen wie „brainstormen“ und „chatten“ zeugen von einer lebendigen und selbstbewussten Sprache, sagt die Sprachwissenschaftlerin Angelika Redder:
    http://www.zeit.de/online/2006/40/deutsche

    Vorschlag: Umgehend ins Arabische und Kurdische übersetzen.

    Oder dieser: Nicht-sententiale Äußerungsformen zur Realisierung konstellativen Schilderns
    http://www.verlag-gespraechsforschung.de/2006/pdf/gui-redder.pdf
    Wer würde hier nicht unwillkürlich an Ernst Jandl denken? Ich nicht.

  45. Vielen, vielen Dank!
    Warum sollte der Guardian nicht die gleichen Fehler machen, wie viele andere deutsche „Qualitätsmedien“. Man muss sich nur die Kolumnist_*innen-Reihe bei SPON anschauen:

    Montag: Jan Fleischhauer – Der Schwarze Kanal
    Dienstag: Margarete Stokowski – Oben und unten
    Mittwoch: Sascha Lobo – Die Mensch-Maschine
    Donnerstag: Jakob Augstein – Im Zweifel links
    Freitag: Thomas Fricke – Die Rechnung, bitte!
    Samstag: Sibylle Berg – Fragen Sie Frau Sibylle
    Sonntag: Georg Diez – Der Kritiker

    Was für eine bunte Meinungsvielfalt (einer (Fleischhauer) gegen sechs)! Ich komme jedes Mal aus dem Staunen nicht heraus und finanziere diesen Kram auch noch mit meinem Abonnement, ich Idiot! Schaue ich dann noch bei bento vorbei, weiß ich, welche Schülerredaktion sich dort schon für die Zukunft warm läuft. Unglaublich! Wenn das Augstein selig noch erleben dürfte.

    Genau das Gleiche bei der SZ: Die Internet-Ausgabe ist mittlerweile inhaltlich und optisch deckungsgleich mit SPON/bento. Ich frage mich, ob sich diese ganzen Schreiberlinge so billig anbieten und ob die alle von der gleichen Kaderschmieder kommen. Warum stellen die Zentralen in Hamburg oder München diese Leute alle so bereitwillig ein?

    Übrigens, Herr Diez wollte diese Woche schon demokratische Diskussionen verbieten. Er will doch allen Ernstes erreichen, dass Vertreterinnen und Vertreter demokratisch gewählter Parteien, die ihm nicht passen, nicht mehr an Talkshows der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender teilnehmen dürfen. Herr Augstein hatte schon ähnliches geschrieben. Es ist zum Haareraufen! Und die Herrschaften bei SPON finden das anscheinend alles ganz fabelhaft.

    Dazu kommt dann noch Frau Berg aus Zürich mit der doppelten Staatsbürgerschaft und belehrt uns Idioten hier in Deutschland, die leider nur einen Pass und einen Wohnsitz haben, darüber, wie wir gefälligst zu leben haben. Schade, ich würde auch gern mit staatlichen Theatersubventionen im Rücken meinen Wohnsitz wechseln und von dort aus schöne Beiträge zur Situation in Deutschland schreiben. Geht nur leider nicht. Mir fehlt das Geld, mein Beruf ist im Ausland nicht zu gebrauchen (reaktionärer Jurist) und ich habe (mehrere) schulpflichtige Kinder. Natürlich fehlt mir auch das Talent, das linksliberale Theaterpublikum und Großbürgertum mit wunderbaren Ideen und Formulierungen zu bereichern.

    ICH BIN SO WÜTEND ÜBER DIE MEDIEN!
    Das ist nur noch linkspädagogischer Einheitsbrei der übelsten Sorte. Dort wird nur noch ein „urbaner HH/B/M-Lebensgeist“ wiedergegeben, der so dermaßen abtörnend ist.

    Mich würde letztendlich mal interessieren, wie diese Herrschaften alle so leben! Was verdient man so als Journalist_*in/Kolumnist_*in in vorderster Reihe? Ist man auch in seiner Freizeit für das ehrenamtlich aktiv, was man mit seiner Tastatur so propagiert? Oder glaubt man/frau, es reicht, ein paar steile Texte mit belehrendem Inhalt an die dumme Leserschaft zu schreiben (Boa, ey, ich muss gerade schon wieder an Herrn Diez denken, grrrrrrrrrrrrr.)? Hat man damit schon den Weltfrieden gerettet? Ist da Handeln und Denken kongruent?

    So, ich geh‘ jetzt wieder aus dem Internet in meine Provinz zurück, grolle in mich hinein und lese am besten nur noch meine alten Bücher. Soll die Welt moderner werden, aber ohne mich. Ich habe ja außerdem noch ein paar Kinder, die mich sicherlich in der Pubertät mit den Inhalten dieser ganzen journalistischen Mischpoke ärgern werden. Bis dahin will ich mich für den innerfamiliären Meinungskampf noch ausruhen.

    Aber wir haben hier immerhin schon gendergerechte Toiletten und bei uns setzen sich die Männer beim Pinkeln hin.

    Schöne Pfingsten noch aus dem Münsterland! Möge der Geist mit Euch sein.

    • Ein paar von denen leben nicht allzu gut, bento Zeit und SZ sollen teilweise nicht sonderlich gut zahlen.

      Aber Sie werden damit leben müssen, dass bestimmte Medien einfach Proagandistinnen wollen und einkaufen. Die FAZ hatte sowas ja auch mal. was jetzt bei der Zeit endgelagert wurde. Dass es hier nicht mehr ist, hat auch seine Gründe; ein paar von denen wollten mich rauskegeln bzw. versuchten es hier in den Kommentaren als Trolle unter diversen Namen und gleiche IPs.

    • ... they're gonna have the surprise of a lifetime.
      Der Diez (und der SPON) schießt da klar gegen Anne Will, da sie sich seit dem zweiten Merkel-Interview als Rebellin geoutet hat.

      Meinungsdiktatur führt zu Rebellion führt zu radikalen Attacken führt zu mehr Rebellion.

      Kann man alles schön beobachten.
      Und zwar mit dem Wissen, dass die Rebellion gewinnen wird.
      Denn die Intelligenz ist mit ihr.

      @Don

      Lass sie rein, die Trolle. Lass sie rein.

    • @DonAlphonso
      „ein paar von denen wollten mich rauskegeln bzw. versuchten es hier in den Kommentaren als Trolle unter diversen Namen und gleiche IPs.“
      Das ist aber auch bemerkenswert doof (und kindisch)…sollten Journalisten da nicht ein bißchen technikaffiner sein?

    • Ich glaube, ich schrieb damals – allgemein – was von „Giftnattern“, und das haben da einige empört auf sich bezogen und marodierten dann hier herum. Das mit den IPs bei WordPress scheint einigen einfach nicht klar zu sein.

    • Moral?
      „Die FAZ hatte sowas ja auch mal. was jetzt bei der Zeit endgelagert wurde. Dass es hier nicht mehr ist, hat auch seine Gründe; ein paar von denen wollten mich rauskegeln bzw. versuchten es hier in den Kommentaren als Trolle unter diversen Namen und gleiche IPs.“

      Und so jemand möchte einen über Moral belehren. W i d e r l i c h!

      Bin ich sehr froh, dass das nicht von Erfolg gekrönt wurde.

    • Titel eingeben
      Na ja, Fleischhauer ist der Hofnarr unter den Pausenclowns. Hält sich aber gut gegen das Millionärssöhnchen und die Millionärsgattin.

    • Statt SPON...
      …empfehle ich gelegentlich den Bayernkurier zu lesen. Tun Sie sich die Diez Propaganda nicht an.
      Das Interview von Herrn Aust mit Seehofer vor wenigen Tagen in der Welt war auch recht interessant. Es steht dort u.a., dass manche Politiker (und vermutlich auch Journalisten) im kleinen Kreis ganz andere Meinungen vertreten als öffentlich.

  46. Zu altmodisch für die Guardian Pleite
    Sehr verehrter Don!
    Ich fand ihren Bericht interessant wie immer. Allerdings muss ich zugeben, dass ich wahrscheinlich etwas zu altmodisch dafür bin, denn ich kann mit diesen Feministinnen sei es vom Guardian oder Spon oder Zeit oder TAZ nichts anfangen. Für mich sind das einfach nur Tussis, die in einer Parallelwelt leben, welche mit aktueller Politik nicht sehr viel zu tun hat. Mich beschäftigt dieser Tage viel mehr die Frage: werden die Briten für einen Brexit stimmen? Ich halte es für ziemlich wahrscheinlich. Und was kommt dann? Dass die Amis sich für Trump entscheiden werden, halte ich für sicher. Wie werden die beiden Entscheidungen die Weltpolitik verändern?
    Mit freundlichen Grüssen
    L.H.

  47. Titel eingeben
    Did it occur to anyone to see if the women who are writing for The Guardian are simply the ones writing extremist sexist nonsense, which results in The Guardian’s left-leaning readership making negative comments?

  48. Etwas wohlfeil in einem FAZ Blog verehrtester Don
    Warum in die Ferne schweifen?

    Lieber Don! Über den Guardian zu schreiben ist an dieser Stelle doch wohl ein bisschen wohlfeil: Ihr bespielt hier das Blog einer Publikation, die subtiler und exzessiver Lesermeinungen zur Meinungsmache nutzt als irgend eines der angelsächsichen Medien sich dies getrauen würde. Während dort mit offenem Visier gekämpft wird, versucht es die FAZ ganz „subtil“ und ihre Verachtung der Leserschaft dokumentierend:

    Eine Publikation, die ihre Kommentarspalten je nach redaktioneller Tendenz und zu unterstützender Meinung öffnet und schließt („Leserkommentare FAZ: Daten & Interpretationen“ http://wp.me/p4lrpC-f).

    Deren Herausgeber auch ganz offen dazu stehen und und in bigottester Art und Weise darüber Klage führen („Die Krokodilstränen eines Manipulators – Reinhard Müller schreibt über die Meinungsfreiheit“ http://wp.me/p4lrpC-2v).

    Eine Publikation, die sogar die „offenen“ Diskussion über Ihre Foren manipulativ verbiegt („FAZ: Sagt mal was wir hören wollen…“ http://wp.me/p4lrpC-bs).

    Allerdings: Gut das Ihr darauf aufmerksam macht, das diese Publikationen in einer globalen Konkurrenz um die Köpfe der Leser stehen. Und gut auch, das es einfach der „bessere Deal“ ist, die NYT oder die WP oder – ja oder eben den Guardian online zu abonnieren, als eine gut gemeinte Lokalzeitung aus Frankfurt für Deutschland. Sehr viel weniger Geld, viel mehr Bytes per Buck, bessere Qualität, offene Debatten.

    Und Eure Stücke, verehrter Don, kann ich ja auch so lesen. Und wenn Ihr befürchtet für ein offenes Wort in Sachen FAZ aus der Gnade der selben zu fallen – schreibt doch einfach in der NYT oder dem Guardian weiter. Eure interessierten Leserinnen erreicht Ihr auch dort.

    Ja – ich würde bezahlen für eine Publikation deren Verhalten integer, neutral und journalistisch wäre. Ich zahle nicht für „Haltungsjournalismuß“ der (1) seine eigene Vortrefflichkeit in jedem Satz affirmieren muß und (2) mir erklären will, was meine Haltung sein sollte und (3) seine Manipulationsversuche auch noch vergütet haben will (da gucke ich doch lieber ARD oder ZDF, die werden ja ganz offen per Verordnung dafür bezahlt).

    Vermutlich ist diese Art von Journalismus auch noch zu bräsig, um überhaupt in eine Konfrontation mit den Diensten kommen zu können, denn er begreift ja nicht einmal das er deren williger Helfer ist. Das hat dann der Guardian den Frankfurtern dann wohl klar voraus.

    • Die FAZ ist ein pluralistisches Medium, mein Zugang zu Kommentaren wird nicht von allen geteilt, und es gibt natürlich auch Debatten, wie man damit umgehen soll. Reinhard Müller ist aber kein Herausgeber, ich selbst kann mit kommentarkritischen Ansätzen nichts anfangen. Nichts desto Trotz herrscht bei mir eben das Klima, das hier herrscht – und selbst, wenn mir jemand „Hetze“ unterstellt, schalte ich das frei und gehe darauf ein. Ob das der richtige Weg ist. weiss ich nicht. Aber es scheint von den Lesern honoriert zu werden.

    • "Hetze"?
      Ist das das Niveau auf dem sich die Auseinandersetzung mit Kritik in der Redaktion abspielt? Sie Armer!

  49. Wes' Brot ich ess, des' Lied ich sing
    Was die Ursache für den derzeitigen Zustand der sog. „Presse“ betrifft, habe ich nur 2 Erklärungen:
    Entweder gilt der Grundsatz „wes‘ Brot ich es, des‘ Lied ich sing“ in seiner vollen Härte oder das geistige Niveau der Journalisten und Redakteure ist mittlerweile unterirdisch.
    Von Herrn Herrn Augstein oder Herrn Prantl möchte ich hier gar nicht reden, aber was ein Volkswirt wie Herr Piper in der Prantlhausener Zeitung als Essay unter der Überschrift http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/freihandelsabkommen-alle-gegen-ttip-ihr-werdet-euch-noch-wundern-1.2992936 schreibt, ist entweder Lobbyarbeit oder mehr als unterirdisch! Und dafür soll auch noch bezahlt werden.
    Wenn Journalisten nicht mehr wissen, was Hauptbestandteil ihrer Tätigkeit ist, nämlich recherchieren, berichten und erklären, dann haben sie ihren Beruf verfehlt.
    Aber vielleicht liegt es auch am Schulsystem, dass die Leute nicht mehr zwischen „wissen“ und „meinen“ unterscheiden können.
    Von mir aus kann eine Zeitung auch zur Gänze aus „Meinung“ und „Kommentare“ bestehen, dann muss es aber klar als solches bezeichnet werden und auch – selbst wenn sie grob oder verletztend ist – eine Debatte zu gelassen werden.
    Und wer als Hardcore-Feministin Männern gewisse Körperteile abschneiden möchte, muss es auch aushalten, wenn wenn „alte weiße Männer“ ihr im Gegenzug die Kehle.
    „Wie man/frau in den Wald ruft, schallt es heraus“.
    Geradezu wohltuend ist doch hier der Blog und die Diskussion.
    Mit Fakten unterlegte und begründete Meinungen und eine sachliche Auseinandersetzung.
    Hoffentlich noch lange!

    • quid pro quo
      „Und wer als Hardcore-Feministin Männern gewisse Körperteile abschneiden möchte, muss es auch aushalten“

      Das ist eine Tücke des Netzes, da man oft nicht auf den ersten Blick erkennt mit wem man es zu tun hat.
      Ein anderes und etwas harmloseres Beispiel:
      Die Behauptung, jeder Mann der gegen bedingungslose Einbürgerung argumentiere folge lediglich seinem Sexualneid, ist kommunikativ in exakt derselben Güteklasse wie die These, weibliche Befürworter der Einwanderung sähen lediglich endlich eine Chance, einen jungen attraktiven Partner unter den Zuwanderern zu finden.
      Da sprechen Leute einfach dieselbe Sprache und die vermeintliche Kulturkollision erweist sich als gegenseitiges Ankacken unter gleichen. Man haut auf die schwächsten Stellen und hofft auf die größtmögliche Kränkung. Ja, so Leute gibt es und gab es schon immer. Im Netz gibts bloß keine Watschen, die noch in jedem Biergarten Grenzen der Geduld zeigen können.

      Außerdem dürften beide genannten Thesen, so verletzend sie für die Mitglieder der jeweiligen Adressatengruppe auch sind, sich nicht als prinzipiell unzutreffender erweisen als z.B. Regierungsverlautbarungen bezüglich Fragen der Einwanderung.

      Von daher sind das Umgangsformen die man beklagen kann, man kann aber auch damit leben. Man muss nicht in jedem Hinterhof die Welt verbessern und sollte eine gute Moderation schätzen lernen, die grausige Umgangsformen von abweichenden Meinungen unterscheiden kann.

    • Das sind nun mal seit dem Raub der Sabinerinnen alteuropäische Denkmuster. Was man aus der Geschichte allersings weiss ist, dass Kommunen durchaus nach genetischer Diversität streben, oder, wie es so schön heisst, Gegensätze sich anziehen. In Bayern kreuzt man ja auch jede vierte Generation eimen Stier eim, damit wir widerstandsfähig bleiben. Das sieht nicht immer schön aus, funktioniert aber prächtig.

  50. Sexuelle Gewalt und Gesetzesverschärfung
    Eine Antwort von Don Alphonso bringt mich dazu, dazu noch kurz etwas zu schreiben.

    Don Alphonso schrieb ja sinngemäß, wer der Meinung wäre, über eine Gesetzesverschärfung sei zu diskutieren, würde schon als Freund oder Befürworter sexueller Gewalt bezichtigt.

    Es ist ja schon eine Weile her, dass ich studierte:

    An der Universität zu Köln gab es unter den Studenten eine Umfrage, wer Opfer sexueller Gewalt geworden sei und wer sexuelle Gewalt verübt hätte, ich meine mich zu erinnern, es wäre nach Vergewaltigung gefragt worden, nicht nach sexueller Gewalt.

    Das Ergebnis erstaunte und erschreckte nach der ersten Durchsicht der Antworten.

    Denn Studentinnen der juristischen Falkultät wurden weit, weit überproportional vergewaltigt bzw. waren sexueller Gewalt ausgesetzt.

    Und Studenten der juristischen Fakultät bekannten sich in der anonymen Umfrage weit, weit überproportional dazu, „vergewaltigt“ bzw. „sexuelle Gewalt ausgeübt zu haben“.

    Schon erstaunlich, denn damals galten in Köln Lehramtsstudentinnen als äusserst willig.

    Nun, die Erklärung kam kurz nach der Vorstellung des Umfrageergebnisses auch zutage:

    Juristinnen und Juristen wußten halt dank ihrer Ausbildung auch damals schon, dass ein Nein ein Nein bedeutet.

    Weshalb gabs seinerzeit keine Strafanzeigen (soweit mir bekannt ist)?

    Weil halt manches erste Nein sich wandelte.

    Völlig absurd, was da nun grad abgeht in der Debatte der Gesetzesverschärfung.

    Denn ein Nein war halt immer schon ein Nein.

    Und man mag es ja in vielen Fällen bedauern, ein Beweis muß immer erbracht werden, damits zur Verurteilung reicht.

    Damit es nicht falsch verstanden wird, ich bin gegen jegliche Gewalt, auch der sexuellen. Das steht ausser jeder Frage.

    Was allerdings Anlass zu diesem Interventionismus ist, scheint mir eher Einfluss eigenartiger Lobbyarbeit zu sein und dem Ergebnis von Köln zu Silvester und ähnlichem.

    Doch, meine Frage ist:

    Liegt die Ursache angesichts des diese Verschärfung Herbeiführenden nicht eher darin, dass den Strafverfolgungsbehörden Bekannte nicht entsprechend behandelt, also verurteilt und möglicherweise auch abgeschoben werden?

    In NRW kann man diesbezüglich nur noch mit dem Kopf schütteln.

    • @Thomas
      Die Gesetzesänderung schützt übrigens Männer genauso wie Frauen. Vielleicht sollten Sie die Angelegenheit mal neben das AGG legen und sich dann ein paar Gedanken machen. Oder die Augen auf, wenn Sie auf die Straße gehen und wenn Sie sich die jungen, hübschen Männer von heute so ansehen.

    • Die Gesetzesänderung schützt Männer?
      Wovor? Ich habe noch nie von einem Mann gehört (oder gelesen), der eine Frau wegen sexueller Belästigung anzeigte, obwohl es diese Belästigungen (selbst beobachtet) natürlich gibt.

      Täte er es und bekäme Recht, nützte es auch wenig – Frauen bekommen bei solchen Delikten selbst dann einen Strafrabatt, wenn es um die Vergewaltigung eines Dreizehnjährigen durch eine dreissigjährige Lehrerin geht.

      Und da 90% plus aller sexuellen Avancen physisch noch immer offen durch Männer eingeleitet werden (müssen. Ja ich weiss schon, dass Frauen vorher den Startschuss signalisieren :-)), tragen beim Sex Männer jetzt eben ein zusätzliches Risiko.

      Kann man machen …

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  51. lyssenkoismus
    sie schildern ein phänomen, das sich auch anderswo, in münchner oder in hamburger (dort gleich doppelt) publikationen bestaunen lässt.
    verwundert? wenn sie den blick noch etwas weiten und die berichterstattung der betreffenden blätter zum thema klimawandel mal genau betrachten und sie mit den wissenschaftlichen (!) berichten des ipcc oder des iac (d. h. nicht den presse-releases! – und nein, eike, achgut oder die kalte sonne müssen sie nicht lesen) vergleichen, gehen ihnen die augen erst recht über. der jahrhundertschwindel, dargeboten in der prawda reinster form, journalistischem lyssenkoismus inkl. versuchter massenverblödung.
    leider gelingt auch der faz in dieser debatte die notwendige distanz und objektivität nur ungenügend.
    so what? auch „kluge köpfe“ sollten davon ausgehen, dass sie als leser hinters licht geführt werden. eigentlich immer.

  52. Titel eingeben
    Frau Dr. Heuse hat einen wichtigen Aspekt angesprochen, und zwar die Wirkung eines Brexit. Als Mitwirkender in der Logistik (vulgo Straßengütertransporte) über 20 Jahre möchte ich behaupten: gar keinen. Die Zollanmeldungen sind automatisiert, um Staus der Lkw zu vermeiden. Da passiert nichts. Ob jetzt GB mehr in die EU verkauft oder weniger, ist eh wurscht. So viele Sachen, die wir nachfragen, machen die gar nicht. Und ob die mehr Schweinefleisch aus Rheda-Wiedenbrück (vom Schalke-Präsidenten) nachfragen wird, ist Jacke wie Buxe. Interessant wird sein, ob der Ausstieg von GB die gängige Praxis der EU stoppt, je nach Ratspräsidentschaft bestimmte national erfundene Regelungen zu verallgemeinern. Was kaum jemand gemerkt hat: das, was mit TTIP uns angedroht wird, haben wir schon längst. Zwei Beispiele: EN 12642 bezüglich Aufbautensicherheit von Lkw entstammen in Anhang eins von dem einen deutschen Prüfinstitut und der in Anhang zwei von dem anderen Prüfinstitut. Dann gab es unter schwedischer Ratspräsidentschaft die Änderung von EN 12195-1. Die entspricht jetzt den Forderungen einer schwedischen Papierfabrik, welche sich selbes von einem schwedischen Prüfinstitut hat zertifizieren lassen. Dies nur als zwei Beispiele aus meinem Tätigkeitsbereich. Ich fürchte, unsere Transatlantiker wollen mit TTIP nur den Zugriff auf das haben, was wir intern sowieso schon machen: die Normen und Standards von der Industrie schreiben zu lassen. Ich meine, das EU-Parlament zeigt uns ja heute schon, wie die für die Eliten endgültige Form des Parlaments auszusehen hat: Es hat nichts zu bestimmen, findet sich aber unglaublich toll. Die Fakten werden woanders geschaffen. Insofern wäre ein Brexit heilsam für eine Debatte, was von der EU für die beteiligten Staaten sinnvoll ist. Ich persönlich habe es vor 20 Jahren sehr positiv empfunden, nicht an jeder Ländergrenze im Zollbüro für einen Stempel auf dem T2-Dokument anzustehen. Mehr aber auch nicht.

    • <Da passiert nichts>
      Bezüglich der (Un)Zugänglichkeit der Insel von Kontinentseite her wohl wenig, aber wie sich die erneute Orientierung am früheren Empire auswirkt, dürfte eine „spannungsvolle“ Geschichte werden…

    • Brexit
      Es ist schon erstaunlich, welche Hysterie um einen Euro Grexit gemacht wurde und wie gelassen einem Brexit entgegengesehen wird.
      Meine Einschätzung ist, dass er vor allem die zentrifugal-Kräfte weiter stärken wird.
      Es wird immer mehr Europäer geben, die sich fragen werden, warum sie in diesem Club, der für das eigene Land sehr viele Nachteile bringt, noch Mitglied sein sollen…
      Warum sich einem tendenziell undemokratischen Bürokratie Moloch weiterhin unterwerfen?

  53. Diese sind Details, NICHT das Problem…
    Beim Lesen stellte sich automatisch nach einiger Zeit die Frage ein, ob das nun ein Blog Beitrag nur gegen die „Trollerei“ oder gegen den Guardian ist.
    Und beim zu Ende Lesen kommt man mehr und mehr zu der traurigen Einsicht, dass der Autor zu Gunsten einer Einteilung der Welt in die „Guten“, siehe: „Es mag angesichts der amerikanischen und britischen Innenpolitik auch Sinn machen, extreme Positionen zu vertreten“, und der Bösen, umschrieben als Trolle, die es sogar wagen sich zu jener böseseten aller Einstellungen: „israelfeindlich“ zu bekennen, einer Gesamtsicht der Lage vorzieht?

    Das Problem ist der mittlerweile nahezu völlige Verlust jeglicher Qualität ALLER Massen-Printmedien, parallel zur Entdeckung des Internets durch jene „lesenden“ Massen denen die Verlage ihre Lügenpresse tagtäglich aufs Neue gerne gegen Bezahlung andrehen möchte. Der Erfolg des Guardian lag darin, dass er sich diesem Trend am Längsten widersetzte.

    Stuart Heritage war nur einer von einen halben Dutzend Autoren die den von ihnen kritisierten Artikel produziert haben und der Herr ist ausserdem einer jener „Journalisten“ die im Guardian jene Seite repräsentieren, die sich nach Schirrmachers und Felicitas Abgang auch in der FAZ weiter und weiter verbreitet.
    Trotzdem, die meisten Beiträge dieses eigentlich ja uninteressanten Herrn sind verglichen mit zB einem Gumpbrecht wahre Goldgruben an Ehrlichkeit, Einsicht und Intelligenz.
    Das Dawkins Zitat, das sie verlinken (aber verschweigen!) lautete: „All the world’s Muslims have fewer Nobel prizes than Trinity College, Cambridge” ist völlig korrekt. So zu tun als sei dies eine islamophobe Aussage kommt zwar an, ist aber ungefähr genauso tiefschürfend wie die Behauptung, jemand der Israel-feindlich ist, sei auch Antisemit.
    Der ganze Artikel ist im übrigen bereits zwei einhalb Jahre alt und sagt wohl nicht viel über den gegenwärtigen, aber leider immer unlesbarer werdenden Guardian

    Das mMn eigentliche Problem, das sie verschwiegen, ist die traurige Tatsache, dass in einer Welt in der die Demokratie der politischen Weisheit letzter Schluss ist, IMMER die Masse der Blöden die Mehrheit sein wird und, dass sich diejenigen, die sich dieser um des Geldes und der Macht Willen zur Wahl stellen, oder ihre Print-Produkte, Net oder nicht, zum Verkauf anbieten, dass diese sich entweder auf dasselbe Niveau begeben müssen…. oder auf dem Markt nicht überleben können.
    Das gilt von Merkel über Petry zu Trump, und von Guardian hinab über die FAZ zu Bild!

    Jetzt immer wieder mit negativen Beispielen zu dem, was die Blöden heute als „Links“ zu bezeichnen pflegen zu kommen, ist da wahrlich wenig hilfreich. Denn es ist Teil genau derselben Verdummung!
    Ganz im Gegenteil, es ist contra-produktiv. Denn es macht nicht auf das eigentliche Problem aufmerksam, es kritisiert lediglich den Teil der den eigenen Wünschen nicht entspricht…. tut also genauso dasselbe.
    Man sollte auch nicht übersehen, diese „andere“ (ja ebenfalls schreibende) Dark Side, die weder links ist, noch gar Recht hat, ist aus der Massen-Bewegung der politisch Korrektheit. entstanden.
    Und solche Leute waren früher zuerst den Merkel-Fans und dann auch den Merkels selber sehr willkommen. Deswegen haben wir ja nur mehr fünf Einheitsparteien.
    Als erstere dann merkten, dass ihre strohdummen Hoffnungen sich durch die Merkels niemals erfüllen würden, kippte die Stimmung.
    Anlass war der „historische Zufall der Migrationskrise“.
    Und die Masse der Invektive begann jegliche Grenzen zu überschreiten. Und so lehnen es Foristen die ihre völlige Machtlosigkeit in den verlogenen Demokratien heute erkannt haben ab, der Art wie man seine Meinung ausdrückt auch weiterhin jenen Zwang antut, der den verlogenen und manipulierenden Redaktionen auch noch im letzten Qualitätsblatt ermöglicht diese weitgehend als innerhalb des Status Quo darzustellen, und sie zur geradezu Zensur zwingt…. (Einige wenige Foristen lehnen das mehr und mehr für sich ab, ThorHa wäre so einer, und ziehen sich lieber zurück, anstatt sich auf solches Niveau fallen zu lassen)

    Diese Hilflosigkeit zwischen der Wahrheit einerseits und dem den Anteilseignern Zumutbaren lavieren zu müssen hat den Journalismus natürlich auch beim Guardian beschädigt. Der Lösungsversuch dazu, wie sie ihn beschreiben, zeigt nur welche Geistesgrössen heutzutage weltweit das Sagen haben. Denn die Zeiten ändern sich radikal….
    Es ist bei den Medien, wie in der Politik auch. Man will Medien nicht mehr bezahlen die einseitige Interessen vertreten, so wie man jetzt auch in der Politik beginnt Politiker, Parteien und Regierungen zu fordern die die eigenen Interessen vertreten und nicht mehr nur die der Wirtschaft und Finanzwelt!
    Blogs die den Guardian dafür angreifen machen sich selber auch zum Teil dieser Einseitigkeit. Es sind Rückzugsgefechte zu Gunsten einer Welt die längst nicht mehr existiert. Links und Rechts gibt es seit ein, zwei Jahrzehnten nicht mehr und die Feinde von Politics as usual, a la Obama & Hilary, werden täglich zahlreicher und immer mehr sagen offen, es interessiert sie einen Dreck was jetzt kommt. Hauptsächlich etwas anderes. Der einzige der ein unserer Zeit angemessene Politik zu machen scheint ist ausgerechnet ein Putin! Egal ob Hilary oder Trump… denkende Amerikaner würden ein paar Bundesstaaten von für einen Politiker wie Putin geben! In De findet man ja nicht mal mehr Einen der Merkel nachfolgen will… so verfahren ist das alles bereits.
    Leicht zu verstehen, dass da seit einiger Zeit eine Entwicklung abläuft, die wohl nicht zu stoppen ist, und von deren Ende keiner auch nur den Schimmer einer Vorstellung hat…
    Einen Vorwurf wie diesen ausgerechnet in der Faz zu bringen: „Der Guardian bietet reichlich Ansätze zu Debatten, aber er führt sie selbst nicht gerade so, als sei er sonderlich an abweichenden Meinungen interessiert”, zeigt nur wie richt

    • Titel eingeben
      „dass in einer Welt in der die Demokratie der politischen Weisheit letzter Schluss ist, IMMER die Masse der Blöden die Mehrheit sein wird …“
      .
      …und die Politiker das nicht nur wissen sondern es weidlich zu ihren Gunsten ausnutzen.

    • All we ever see of stars are their old photographs.
      Leider falsche Schlussfolgerung, denn am Ende wird Kommunikation immer und immer wieder in Form einer Differenz stattfinden müssen. So ist die Struktur der Kommunikation
      Folglich wird es auf Links und Rechts zulaufen, was man in der Realität in Europa und USA gerade wunderbar beobachten kann.

    • @Goodnight....
      Sie haben ein eigenartiges Weltbild….. Wenn sie „geistige Inzucht“ bzw das Gegenteil, den „Shitstorm“ als „Kommunikation in Form einer Differenz“ verstehen, dann mögen sie zwar Recht haben und Teil der Mehrheit sein, aber sonst….

      „Links und Rechts“ ?????
      Ich glaube sie sollten in einer freien Stunde ihre wohl bereits Jahrzehnte alten Überzeugungen mal hinterfragen. Nicht mal Hilary und Bernie unterscheiden sich deutlich in rechts und links. Natürlich ist HIlara alles was „rechts“ so verachtenswert macht, nur…. Bernie hat zwar einige gute Ideen, die aber im Falle seiner Wahl an den Rep Mehrheiten scheitern werden, weil diese leider wohl zu Recht deren Finanzierung für unmöglich hält… nur… auch Bernie ist für Regime Change und bei allem Guten Willen so was für Links zu halten schafft wohl seit Joschka keiner mehr.

      Die Menschen haben die Schnauze voll von Politics as usual, daher Trumps Erfolg. Ob das letztlich besser ist oder nicht ist völlig egal. Gestern war Wahlkampf in Calofornien und die Bernie Wähler haben unmissverständlich klar gemacht, dass sie nicht gewillt sein werden für Hilary zu stimmen!
      Für einen Amerika Verachter wie mich war diese freudige Überraschung eine Flasche des besten Roten wert….

      @kdm… Stimmt natürlich, aber ich habe das Gefühl der Erfolg der AfD könnte der Anfang einer Entwicklung sein, nach der dies nicht mehr so selbstverständlich sein könnte, wie die Merkels der Republik das seit Kohls erstem Wahlsieg vor 30 Jahren bisher immer erwarten durften…
      Ich bin allerdings verwundert, dass Die Linke so ganz aus den Mainstream Medien verschwunden ist.

    • Whisky Tango Foxtrott
      @TDV

      Sorry, aber ob die Menschen die Schnauze voll haben oder nicht ist der Kommunikation völlig egal. Die Kommunikation bestimmt wie wer sich wo politisch einzuordnen hat.
      Versuchen Sie sich mal weder links noch rechts noch in der Mitte einzuordnen. Einfach mal versuchen…

    • So ganz Schlaue wie sie....
      … die haben mich sowas früher auch schon immer gefragt.
      Ich bin Anarchist, für mich ist es schlicht und einfach indiskutabel, wenn Leute sich das Recht anmassen im Leben anderer rumzufuhrwerken.
      Ob das Rechte, Linke oder solche die sich für die Mitte halten tun ist mir völlig egal.
      Ich war nie dumm genug in meinem Leben Fehler zu machen, die irreparable Konsequenzen nach ziehen. Das ermöglichte mir die Freiheit IMMER einfach meine Koffer zu packen und wegzugehen, wenn es mir irgendwo zu dumm wurde.

  54. @Gastlichkeit
    Herzlichen Dank fuer Ihre praezise Klarstellung zur Schmierkampagne Guardian vs Tim Hunt

  55. Betr. asemann.de
    Lieber Don, sonst immer sehr um saubere Quellenarbeit bemüht, verlinken Sie hier auf den Blog eines politischen Kommentators, der nicht einmal das gesetzlich vorgeschriebene Impressum hat. Wer ist „asemann.de“ und warum sollen wir ihn aus seiner Anonymität heraus als relevante Stimme akzeptieren?

    • Ich habe das in meinem privaten Blog auch nicht – trotzdem hat mich die FAZ genommen. Ich weiss allerdings, wer das ist, und finde den vertrauenswürdig.

    • Impressum
      „Gesetzlich vorgeschrieben“ ist für Deutsche natürlich mehr als Gottes Wort. Auch darum habe ich meine Heimat schon vor langer Zeit verlassen.

      Wer heute einen MSM kritischen Blog unter Klarnamen betreibt, ist entweder naiv oder lebensmüde – in einer Zeit, in der staatfinanzierte „Antifanten“ massenweise ungestraft Gewaltverbrechen begehen dürfen gegen alle, die es wagen, der Einheitspartei und Einheitsmeinung zu widersprechen.

      Für mich zeugt das Fehlen eines Impressums von Klugheit und Oppositions-Willen gegen staatliche Bevormunding. Beides ist heute nötiger denn je!

    • Übrigens
      Hätte es auch Ihnen freigestanden, Ihre Meinung hier unter Ihrem Klarnamen kund zu tun.
      Ich respektiere, dass Sie das nicht tun.

  56. Pingback: Unser aller blinder Fleck

  57. Einige gibt es ja dennoch, die veröffentlichen, was wo anders nicht mehr
    gedacht, geschrieben und dem Leser vorgetragen wird, z.B. hier:
    http://www.rolandtichy.de/gastbeitrag/merkel-und-die-hidschra-unbeabsichtigte-einladung-zur-eroberung/
    Vielleicht macht sich jemand mal die Mühe, all die Themen, die wichtig sind und gerade „ausgelassen“ und „verschwiegen“ werden, aufzulisten.
    Und wenn dann eine (kann es sein, dass es wirklich nur eine?) Partei ist, die gegen den Mainstream schwimmt, schlagen alle auf sie ein. Kein gutes Zeichen – wie so viele andere, vor denen man momentan noch lieber die Augen verschließt. Schon zu spät?

    • Ich halte diesen Beitrag für deutlich übertrieben. Es mag welche geben, die so denken, aber ich warne davor, Migration unter dem religisen Aspekt zu betrachten. Es mag ein paar Bezugspunkte geben, aber die Rückmedungen, die ich von unserer hiesigen türkischen Gemeinde habe, gehen eher dahin, dass sie von diesen Heiden überfordert sind, speziell bei Alkohol.

    • Übertrieben oder nicht - es ist dennoch Thema und die Angst schwelt -
      also warum es nicht öffentlich diskutieren – in den Parteien, mit allen!! Muslimverbänden, im Bundestag, in den Medien, mit denen, die durch diese nicht nur Religion kulturell geprägt sind und ihren Weg aus ihr heraus gefunden haben.
      Weshalb wird das Thema Islam und die Gefahr, die von ihm ausgehen kann, so unterm Tisch gehalten?
      Wir wissen nicht, wer sich in Deutschland wo aufhält und wir wissen nicht, wie viele tagtäglich weiter über die Grenze kommen.
      Wir wissen, so wir wollen, dass durch smartphones ein rasches Vernetzen einzelner innerhalb Minuten stattfinden kann – also weshalb kein öffentlicher Diskurs?

    • <Migration betrachten>
      Daß die Glücksritter aus explizit religiösen Gründen daherlaufen, denke ich nicht, aber daß sie sich dann hier als Marginalisierte als Kollektiv erkennen bzw. zusammentun (die clanbeherrschten Viertel und „Köln“ sind der sichtbare Anfang davon) und dies sich dann einen religiösen Überbau gibt und dadurch eine starke organisierte Gewalt wird, halte ich zumindest für die nächsten 5-10 Jahre für möglich und unbedingt zu vermeiden.
      Daß die DITIB-Leute damit erstmal nichts zu tun haben, ist auch klar, denn sie sind staatlich-türkisch und auf Türken abonniert. Was da einläuft, wird sich eher von Wahabiten und Deobandis angesprochen fühlen, die sich ja auch fleißig organisieren.

    • @Gast
      Occams razor: Nicht komplizierter machen, als es ist. Die Motive der Zuwanderers sind trivialer. Es geht wie ja meistens üblich um die Kohle. In bspw. Portugal oder Tansania ist die nahöstliche Zuwanderung gleich null. Denn das Angebot ist nicht zufriedenstellend und schon gar nicht auf 5-Sterne-Niveau. So ein Umzug ist aufwendig und sollte sich, wenn schon, denn schon lohnen. Dazu äußerst amüsant: http://www.welt.de/politik/ausland/article147863205/In-Uruguay-waechst-die-Wut-auf-undankbare-Syrer.html

    • Türkische Gemeinde
      Don Alphonso, Sie machen nicht viele Fehler, aber den einen hier wenigstens konsistent und konsequent: Türken sind keine guten Informanten über die arabische Welt.
      Ich habe jahrelang mit Vertretern der letzten gearbeitet, und die ticken völlig anders als Türken.
      Und nicht einmal Araber sind Araber. Und Maghrebiner sind anders als Irakis. Völlig normal. Skandinavier sind anders als Belgier und die anders als Spanier und die anders als Italiener. Und Leute aus Milano anders als die aus Bari.

      Migration der derzeitigen Migranten hat, tut mir Leid, auch mit Religion zu tun.

    • Danke Uwe Dippel - in der Türkei wurde die Scharia durch Atatürk bereits
      1924 abgeschafft – schleicht sich aber wohl übers Hintertürchen wieder ein und hat darüber hinaus sehr wohl Geltung in der vom Islam bestimmten Welt.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Scharia
      Auch die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte“ fußt auf der Scharia,
      ganz allgemein und für alle Menschen, nicht nur für die Nachkommen des Propheten Mohammed.
      Im Artikel 2, in dem es um das Recht auf Leben geht, heißt es unter anderem: „Das Leben ist ein Geschenk Gottes, und das Recht auf Leben wird jedem Menschen garantiert … und es ist verboten, einem anderen das Leben zu nehmen, außer wenn die Scharia es verlangt.“

      Wir haben scheints eher keinen Plan damit umzugehen und verschließen die Augen – andere aber schon ihre Ziele, die sie deutlich verfolgen.
      Hamed Abdel-Samad, Prof. Dr. Bassam Tibi, Ayaan Hirsi Ali beschreiben u.a. in ihren Biografien ihre rigide Sozialisierung in dieser Kultur und die Schwierigkeiten des Ankommens im Westen. Auch Oriana Fallaci konfrontiert in ihren Büchern mit dem Islam und seinem totalitären Anspruch.
      Ich habe das Gefühl, überrollt zu werden und merke, wie sehr ich Freiheit und unsere bisherige Art der Zusammenlebens, mit all seinen Defiziten, schätze und behalten möchte.

  58. Wer ein Glashaus besitzt muß eben viel mit Steinen schmeißen.
    FAZ-Hank im Fernsehen, hier ab 4:50 https://www.youtube.com/watch?v=wGwUPlQAQlY – und was wohl das gebildete Ausland z.B. angelsächsicher Art davon dächte? http://tinyurl.com/z9nhb3z

    wie auch immer mit „falsch“ zu widersprechen geht nun reflektiert im gebildeten abendland (und in warmherziger schirrmacher-nachfolge?) eben bereits schon seid damals gar nicht mehr.

    und wo es doch unterliefe, machte es also sich selbst kenntlich, in dem man ein kleines, korrigierendes „also ich meine „yes, but“, „ja, aber“ nachschöbe, den eigenen bildungs- kultur- und weltschnitzer kenntlich zu machen, „pardon, wir waren falsch.“

    auch der faz fehlte es also längst an substanz? denn hier wirkte es eben wie es wirkte, don a. erhöbe sich über den guardin aus natzistisch-egoistischen gründen der eigenen vorteilsnahme, seine kritik bringt nichts, so kostet den/die anderen nur.

    grad genauso wie hank im tv lieblos, dogmatisch, belehrend und nur den eigenen vorteil suchend rüber kommt. kaum hat er eine ahnung davon. und schwer verständlich angesichts der realen not eigentlich anvertrauter schäfchen aus dem eigenen volk.

    die faz ist mit ein teil des problems, durch nach unten treten sucht sie auf der leiter überm abgrund aber klug drei vorteilssproßen höher zu sein als alle anderen? immerhin so viel?

    und gibt es eine andere? für rom z.b.? als warmherzig?

    • Ich muss um Nachsicht bitten, aber Herr Hank ist bei der Wirtschaft und damit habe ich so wenig zu tun wie er mit mir, der ich im Feuilleton bin. Es gibt fraglos verschiedene Ansätze, jeder sort selbst dafür, wie er beim Publikum ankommt, und ich denke, es gibt da durchaus einen Weg, der lederfeeundlich ist, ohne anbiedernd zu sein.

    • Der Don macht schreibend lustige Sachen,
      der Leser wird zu Leder (auch gegerbt?), aber das kann passieren bei der geographischen Nähe von „s“ und „d“ auf der Klaviatur, vor allem wenn man gleichzeitig im Fond auf dem siège du conducteur sitzt, navigieren und chauffieren muß. Das „d“ liegt allerdings nur diagonal gesehen in der Nähe des „t“. Aber nichts für ungut, wenn ich sonst nichts zum Guardian beitragen kann.

    • Nee, Gast, der Link
      von Hank ist hier eine Reportage über Kayaking. Und bei 4:50 kommt gerade der Nachspann.

  59. Neues Elend alter Zeitungen
    Tja, alte Männer mit langem Gedächtnis sind halt gefährlich, sie erinnern sich…
    In meinem Fall an den Tip des Englisch – Lehrers, da hieß die Zeitung, die es natürlich nur auf Papier und mit einem Tag Verzug gab, noch
    Manchester Guardian, sie galt damals als links-liberal, aber ernst zu nehmende Alternative zur alten Londoner Tante. Mit der Murdochisierung der Medien wurde diese Alternative wichtiger, wenngleich der etwas belehrende Tonfall auch vor dem Netz-Zeitalter schon schmerzte. Immerhin kannte ich das aus der Zeit, Motto „Von Oberstudienräten für Oberstudienrätinnen gemacht“.
    Der Guardian hat sicher seine Verdienste, und bei britischen Themen ist es manchmal nach wie vor interessant rein zu schauen. Aber selbst da muss man dann immer auch nach anderen Perspektiven schauen, und wenn es die Times ist.

    Hinweis für den Don: von daheim aus dem Urlaub und deshalb mit anderer ip als sonst

  60. Wäre dieser Artikel aus der NZZ auch in Deutschland...
    …publizierbar?
    .
    Journalismus im Kampfmodus
    Hetzer, Idioten und Dumpfbacken: Kommunikative Rüpelei hat auch in den traditionellen Medien Platz gefunden. Dem Wutbürger tritt im Internet der Wutjournalist gegenüber.

  61. Des Pudels Kern oder die Abschaffung von eigenen Entscheidungen
    Viel wird über die Gleichschaltung der Meinung nicht gesprochen.
    Dass dies im Rahmen des ablaufenden Programms der Politischen Korrektheit geschieht, ist eine Feststellung.

    Eine Feststellung kann auch eine Differenzierung von Sachverhalten darstellen.
    Diese Unterscheidung (Differenzierung ) ist die Grundfunktion.
    Unterscheidung ist die Negierung der Aussage „alles ist gleich“.

    Gleichschaltung der Gedanken dient dazu, den Biocomputer der humanoiden Rasse die Möglichkeit zu nehmen eigene/abweichende/unerwünschte Entscheidungen zu treffen.

    Diese Gleichschaltung geschieht unterschwellig – weil sie von anderen latent operierenden Programmen verdeckt wird (Lügenpresse).

    Das heißt, dem Biocomputer ist nicht bewusst, dass er von Agenten gesteuert wird die ihm abgewöhnen wollen, eigene Entscheidungen zu treffen.
    Keine eigenen Entscheidungen/ Unterscheidungen/Wahrheiten/Wahrnehmungen mehr zu haben bedeutet Unfreiheit/Unterjochung/Leibeigenschaft/Sklaverei/Verlust der Persönlichkeit/Gefühlsarmut.

    Aktuelles Beispiel: Prince Damien

    Er wird verkauft/benutzt als Superstar von Deutschland.
    Weder Mann noch Frau.
    Wird zum Objekt.
    Zum Idol (Trugbild).

  62. Das große Missverständnis
    Solange Journalisten glauben, sie sind für Meinungsmache zuständig und nicht für Meinungsbildung, wird aus Aufklärung und Diskurs eben Missionierung. Damit bedient man zwar auch ein kleines Klientel, wird aber seiner Aufgabe nicht gerecht. Und sägt auch wirtschaftlich an seinem Ast. Ich bewundere die FAZ deshalb, weil sie – nicht unbedingt als liberal verschrieenes „Blatt“ – dem seit Dotcomtod geschätzten Don eine Plattform bietet. Damit handelt die FAZ liberal und demokratisch anstatt nur darüber zu faseln. Und sichert sich sogar libertäre Leser, die sonst mit der FAZ nicht viel anfangen können. Dass der Don aber nicht nur sein journalistisches Handwerk versteht, sondern ein Kunsthandwerk daraus macht, verwandelt die Lektüre, die Argumentation und die Faktenlieferung zudem noch in Unterhaltung. So soll es sein, so soll es bleiben.

  63. in EWG-EU Fan seit 1959
    @Folkher Braun – In den fünfziger Jahren war das Essen im Haus meiner Eltern ziemlich vegetarisch und lokal. Dann gab es auf einmal Hühnchen am Sonntag. Ich war begeistert. Zwei Wochen später gab es wieder Hühnchen. An meinem Hühnerbein nagend fragte ich meinen Mutter: “Warum? Sind wir jetzt auf einmal reich?” Meiner Mutter Antwort hat mich sehr geprägt: “Lisbeth”, sagte sie, “Es gibt jetzt die EWG und seitdem kommen die Hühnchen aus Holland und sind bezahlbar.” Ich war total begeistert und seither bin ich eine EWG/EU Fan.

    • Gute Frau Lisbeth, Ihre Kommentare lese ich gerne,
      und man merkt, dass wir beide nur 1 Jahr auseinanderliegen* (*schreibe ich immer noch zusammen). Auf diesen und Ihren unteren hätte ich viel zu sagen, aber unten auf dem Wiesle liegen gefühlte 2 Millionen Ster Holz zur Aufarbeitung.
      .
      Daher nur kurz. Ihren Bezug Hühnerbein-EWG können Sie nur als ironische Beigabe meinen. Ich weiß es noch genau, unser Volksschullehrer sprach 1956/57, in der zweiten/dritten Klasse, wenn er nicht gerade über seine Bienen und über seine Soldatenzeit am Atlantikwall redete, über die Friedensbestrebungen über eine gemeinsame Wirtschaft in Europa. Dabei fielen damals die Namen Monnet, Schumann, Adenauer, De Gasperi, De Gaulle und Montanunion (woraus dann die E.W.G. entstand). Und als Kind sah ich dann wie ununterbrochen die Koks-und Kohlezüge aus dem Ruhrgebiet die Moseltalstrecke Richtung Lothringen/Luxemburg rollten. So ganz kann das an Ihnen auch nicht vorbei gegangen sein.
      .
      Und dieser Satz mit der Austreibung des Patriotismus qua Besuch von Kriegerfriedhöfen im Elsaß, den muß ich mir noch mal durch den Kopf gehen lassen. Ich z.B. wähne mich als Patriot-auch ohne irgend einer Nation um uns herum an die Gurgel zu wollen. Trotzdem mußte ich am Pfingstsamstag meiner Enkelin auf Anfrage in deutlichen Worten erklären, was es mit den Nattern in den Krallen des deutschen Adlers am Deutschen Eck zu Koblenz für eine Bewandtnis hat(te).
      Schalom.

  64. Konfliktlösungskompetenz...
    …ist nicht nur ein schweres Wort. Es ist einfacher, den Gegner zu entmenschlichen, für dumm zu erklären oder sonstwie mundtot zu machen, als sich auseinanderzusetzen. Ist auch problematisch, da viel behauptet, aber wenig belegt wird. Frauen und bestimmte Ethnien (Jessas) bekommen beim Guardian negative kommentare. Fragt sich da keiner, ob die nicht ein bisschen viel Müll online stellen, und es dem Leser langsam reicht? Oh mitnichten, das ist tief verwurzelter kontraisotorisch intersektionell-hegemonischer und dennoch patriachalisch internalisiert-verschoben-negierter BELIEBIG*ismus. Ist doch offensichtlich.
    Hauptsache, derdieXx AutorX*InnenXnnen müssen nicht aus dem safespace raus und sich mal eine andere Meinung anhören. Ist ja auch unzumutbar… Retraumatisierung und so.

  65. Die andere europäische Lektion meiner Mutter
    @Folkher Braun – Meine Mutter hat mir aber auch noch etwas andres beigebracht. Mit sechs Jahren, 1955, machte ich meine erste Auslandsreise, ins Elsass. Im Auto stritten sich meine Eltern ob das nun wirklich eine Auslandsreise sei, oder ob das Elsass nicht doch eigentlich deutsch sei. Im Elsass besuchten wir mehrere riesige Soldatenfriedhöfe, wahrscheinlich weil mein Vater mir etwas Patriotismus beibringen wollte. Während er sich die großen Skulpturen anguckte, ging meine Mutter mit mir an den Gräbern entlang und las die Namen der Gefallen vor, einschließlich Alter. Ich war sehr gut in Rechnen. Zwischendurch fragte sie, 18 Jahre, wie viel Jahre älter als du? 22 Jahre, wie viel Jahre jünger als ich? Guck mal, wie viele das sind, alle noch ganz jung. Reihenweise Gräber, den ganzen Hügel hoch. Nach dem dritten riesigen Soldatenfriedhof hatte die promovierte Historikerin ihr Ziel erreicht, mich sehr nachdenklich gemacht und mir jeglichen möglichen Patriotismus für immer ausgetrieben.

    • Nationalismus versus Patriotismus
      Sie verwechseln Patriotismus mit Nationalismus, wie heute leider die meisten Menschen als Folge gewollter Indoktrination.

      Patriotismus ist natürliche Liebe zur Heimat, die der Liebende auch anderen zugesteht. Nationalismus ist Selbstüberhöhung und meist mit Haß auf die anderen, vermeintlich niederen Staaten verbunden.

      Das Problem ist allein der Nationalismus, der seine neuere Heimat ja gerade im Frankreich der freimaurerischen „Revolution“ hatte.

      Wären Franzosen Patrioten, hätten sie niemals im noch in den 70-iger Jahren rein deutschen Elsaß (wo ich damals sehr oft zu tun hatte) die deutsche Sprache sogar als Fremdsprache an den Schulen verboten!!!

      So etwas haben Preußen oder Habsburg mit Menschen anderer Muttersprache in ihren Gebieten nie getan, denn sonst gäbe es heute kaum noch jemanden, der Ungarisch, Slokakisch oder Tschechich etc spräche.

      Die Franzosen sind vom Staatsverständnis leider pure Nationalisten, was patriotische Gefühle nicht ausschließt. Darum haben sie alle „erbeuteten“ Deutschen zwangseingemeindet.

  66. Die Frage ist doch, welchen Weg sollen, wollen oder können Medien im Internet überhaupt gehen.
    Prä-Internet gab es wenig Kommunikation zwischen Medien und deren Nutzern. Die Kommunikation beschränkte sich mehr oder weniger auf Leserbriefe, die veröffentlicht wurden oder auch nicht. Das Netz ermöglichte dann erstmals die breite Kommunikation zwischen Medien und Nutzern. Allerdings blieb es mehr oder weniger bei der Form des Leserbriefes. Was jedoch neu war, war, daß nun die Nutzer über die von den Medien bereitgestellten Plattformen miteinander kommunizieren konnten. Die Medien verkamen zusehends zu Stichwortgebern eben jener Kommunikation, die oft nur noch wenig mit dem von den Medien gelieferten Stichwort zu tun hat.

    Das scheint mir das Problem nicht nur des Guardian zu sein. Es wäre an der Zeit, daß sich die Medien weiter entwickeln. So könnte der Tenor der Nutzerdiskussionen aufgegriffen werden, um Themen weiter zu vertiefen, um Argumente gegeneinander abzuwägen, um dem Ganzen einen Sinn zu geben.

    Das aber würde bedeuten, sich davon zu verabschieden, jeden Tag eine neue Sau durchs Netz zu treiben. Vielmehr sollten die heute mehr oder weniger isoliert behandelten Themen miteinander verknüpft werden, um Zusammenhänge deutlich werden zu lassen. Das würde den Blick mehr auf die größeren Zusammenhänge lenken, wodurch ganz neue Argumentationen und Erkenntnisse möglich würden. Auch bei den Nutzern. Stattdessen sind Medien und Nutzer nach wie vor Parallelwelten, die zusammenzuführen ein wichtiger und notwendiger Schritt wäre.

    Das Orientieren an zahlender Kundschaft, wobei Werbung wohl mehr Geld in die Kasse spült als Abonennten, halte ich dagegen für wenig erfolgversprechend. Das führt zu Abhängigkeiten, Opportunismus und Gleichschaltung. Andererseits, das unbedingte Festhalten an oberlehrerhaft vertretenen Ideologien macht auch nicht viele Freunde.

    Daher denke ich, daß die Zusammenführung o. a. Parallelwelten ein Weg sein könnte, die durch das weitläufige Angebot des Netzes verursachten Finanzierungsprobleme aller Medien zu mildern. Aber so, wie es einmal war, Leser bezahlen für das Gelesene, so wird es nie wieder werden. Dazu ist das kostenlose Angebot im Netz einfach zu groß.

    (Also irgendwie hakt es mal wieder beim Absenden von Antworten, daher noch ein Versuch als Gast.)

    • @Gast Meier
      Begehen sie da nicht einen Denkfehler?

      All die Medien über die sie da sprechen, die existieren ja nicht aus idealistischen Gründen, z.B mit dem Ziel den Menschen das Selber-Denken beizubringen.
      Um zu existieren braucht man eine Marktsegment, dem mans ein Produkt verkaufen kann. Ganz wie in der richtigen Welt auch.

      ALLES andere hat da zurückzustehen. Ich nehme mal an auch Don Alphonso hat den Guardian mal geschätzt und hat auch irgendwo glaube ich geschrieben, dass es ärgerlich ist wenn eines der letzten Qualitätsblätter, das ja auf dem Markt eine wirklich gute Ausgangsbasis hatte, die eigen Stellung durch immer grösseren Mangel bei der Qualität der Artikel/Journalisten, dies alles zerstört.

      Ich selber akzeptiere halt einfach, das es nur noch einzelne gute Guardian Artikel gibt und sehe darin kein Problem sondern ein Symptom. Das Problem ist der die neo-liberale Wirtschaftsform die solche Konsequenzen unvermeidbar macht.
      Ein Chef Redakteur hat Gewinne zu erwirtschaften, oder … er war Chef Redakteur.
      Ich gehe allerdings davon aus, dass der Neo-Liberalismus in nicht allzu ferner Zukunft in einer massiven Welt-Wirtschaftskrise eine sehr böses Ende findet. Der letzte wirkliche Aufschwung nach der Entwicklung des Computers für die Masssen ist vorbei, und Neues gibt es nichts.
      http://www.heise.de/newsticker/meldung/Geschaeft-mit-Unterhaltungselektronik-beginnt-das-Jahr-mit-sattem-Minus-3209521.html

      Die Subventionen für Unverkäufliches wie die derzeitigen Elektro AUtos sprechen ja auch eine deutliche Sprache….

    • Alles andere hat da zurückzustehen, TDV?
      Na, dann würde ich von den Medien, der vierten Gewalt, aber auch nicht wirklich Positives erwarten.

      Doch ganz so schlimm ist es ja nicht, denn das Marktsegment des Guardian existiert ja durchaus, die Frage ist nur, ob sich die Adressaten gerne beleidigen lassen und ob sie zahlungskräftig und -willig sind. Übrigens ein Problem, mit dem auch die taz zu kämpfen hat.

      Was die Ausrichtung der Medien betrifft, spezieller Medien, so steckt da aber auch oft Herzblut dahinter. Nehmen Sie beispielsweise mal den Freitag. Ein Idealismus, der weniger gewinnorientiert ist als beispielsweise bei der BILD.

      Nehmen wir mal die zahlenden Leser der FAZ. Ich vermute mal, daß es bei denen mehrheitlich nicht auf die Kosten des Abos ankommt. Auch vermute ich, daß ein FAZ-Abo bei einigen einem Statussymbol gleichkommt, unabhängig vom persönlich präferierten Inhalt. Das sieht doch bei den zahlenden Lesern des Guardian, der taz oder des Freitag sicherlich ganz anders aus. Und viele Leser können sich die Abos auch finanziell nicht leisten. Angesichts der von mir vermutet deutlich größeren potentiellen zahlungswilligen Leserschaft böte es sich daher wohl an, den Abopreis, ähnlich wie der Ansatz der taz – besser noch wie bei der BILD, drastisch zu senken. Quantität und Qualität müssen sich ja nicht ausschließen.

      Leider sehe ich weder ein Ende des Kapitalismus noch des damit verbundenen Neoliberalismus. Denn dazu bedürfte es weltweiter drastischer gesellschaftlicher Veränderungen. Vielmehr hat es immer schon ein Auf und Ab der Weltwirtschaft mit immer denselben Gewinnern und Verlierern gegeben. Zwar sind die Formen der Unterdrückung und Ausbeutung immer subtiler geworden, wirklich geändert hat sich daran aber noch nie etwas. Und das Erschreckende daran ist, daß es dabei auch nicht auf das politische System ankommt. Denn in ihrem Kern der Herrschaft unterscheiden sie sich alle nicht.

      Solange Minderheiten über Mehrheiten bestimmen, kann sich nichts zum Positiven verändern, dessen sollten wir uns bewußt sein. Die Theorie der Demokratie beinhaltet ja genau das, die Herrschaft des Volkes, der Mehrheit. Nur, in der Praxis gibt es eben weder Demokratie noch Sozialismus oder Kommunismus. Immer sind es „die Eliten“, wirtschaftliche und politische, die die Entscheidungen „zum Wohle des Volkes“ treffen. Das muß geändert werden, bevor überhaupt auch nur ein Ansatz von Demokratie entstehen kann. Daher wiederhole ich mich immer wieder gern, heute wäre durch die Technik ein imperatives Mandat umsetzbar und könnte dafür sorgen, daß die Vertreter des Volkes auch in seinem Sinne handeln müssen. In meinen Augen der einzige Weg, der Unmündigkeit zu entkommen.

      Am Schluß noch ein Gedanke zu den Medien. Am Anfang standen überwiegend nur lokale Printmedien zur Verfügung, überregionale oder gar ausländische Medien erschienen schon aufgrund des transportbedingten Zeitproblems nur sporadisch, wöchentlich oder gar nur monatlich auf dem heimischen Markt. Ihre Zahl war dementsprechend übersichtlich und gering. Ihre meinungsbildende Macht und ihr politischer Einfluß waren enorm. Radio und Fernsehen liefen ihnen nach und nach den Rang ab, selbst zu einer Zeit, als alle Printmedien quasi tagesaktuell zu erhalten waren, änderte sich daran kaum noch etwas. Kostenlose Werbeblättchen überschwemmten in dieser Zeit und bis heute den Markt, Verlage erhielten so eine neue Einnahmequelle. Dann kam das Internet. Lokale Redaktionen wurden geschlossen, Lokalzeitungen gingen in überregionalen Zeitungen auf. Während so bei den Lokalzeitungen die Vielfalt verloren ging, entstand im Netz eine unüberschaubare Vielfalt an Medienangeboten, die kein Mensch mehr im Auge behalten kann. Da dieses Angebot dazu noch fast ausschließlich kostenlos war, den Printmedien die Abonennten wegbrachen, sahen sich die „Qualitätsmedien“ zu einem ebenfalls kostenlosen Angebot im Netz gezwungen, um nicht an Bedeutung und insbesondere an Werbeeinnahmen zu verlieren. Die redaktionelle Qualität nahm, nicht nur aus Kostengründen, gleichzeitig flächendeckend ab. Mir ist kein Weg ersichtlich, daran etwas zu ändern.

      Ein letzter Aspekt noch. Die Vielfalt des heute verfügbaren Angebotes hat aus ehemals homogenen Leserschaften Leser gemacht, die sich heute überwiegend nur noch themenbezogen und medienübergreifend informieren – wenn überhaupt. Darunter leidet die Meinungshoheit. Das muß zwar nicht negativ sein, führt aber im Ergebnis zu einer Zersplitterung grundsätzlicher Meinungen und Überzeugungen, zerstört die vierte Gewalt und macht es so sehr einfach, die mehr oder weniger richtungslose und unschlüssige Mehrheit der Menschen zu manipulieren. Denn aus These und Antithese wurde eine Vielzahl derselben, die kaum noch ein Mensch überblicken kann, der sich nicht ganztätig damit beschäftigt. Hier zeigt sich, daß Vielfalt nicht unbedingt positive Folgen haben muß. Entscheidungen werden eben schwieriger, je mehr Informationen zu berücksichtigen und je mehr Entscheidungen zu treffen sind. Auch fällt es immer schwerer, die Glaubwürdigkeit und sachliche Richtigkeit von Informationen zu überprüfen, denn auch das erfordert Zeit und dauerhaftes Engagement. Früher wurden Aussagen der Medien nur selten hinterfragt, konnten nicht wirklich hinterfragt werden. Das ist heute anders und da liegt ein weiteres Problem. Denn wenn die Medien, siehe Flüchtlingsproblematik, Sozialstaatproblematik etc., einmal an Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft verloren haben, dann geht es ihnen wie den politische Parteien, dann verlieren sie ihre Nutzer. Das geht heute sehr schnell und ist kaum reversibel.

      Nun, wir werden sehen, welche Printmedien das nächste Jahrzehnt überstehen werden. Viele werden es nicht sein. Und es ist auch nicht gesagt, daß es die Qualitätsmedien schaffen werden, zu überleben. Zu sehr sind sie noch ihrer alten Klientel verhaftet, scheuen sie sich davor, die Realität der Gesellschaft vorbehaltlos abzu

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      “Na, dann würde ich von den Medien, der vierten Gewalt, aber auch nicht wirklich Positives erwarten.”

      Ich schrieb doch, dass das Grundproblem der Neo-liberalismus (=Habgier) ist und solange der herrscht wäre es albern etwas Positives von den Medien zu erwarten.
      Leute denken entweder selber oder sie tun es nicht.
      Ich war sowohl bei der Grünen als auch der taz Gründung dabei und als Fundamentalist natürlich unbrauchbar. Meine Vorhersage, dass sich dort ein linkes Spiessertum entwickeln würde, ist ja voll eingetroffen. Wie weit diese peinlich dumme political Correctness schliesslich führen würde, war uns eigentlichen 68ern (ich mach da grundsätzliche Unterschiede) noch unvorstellbar. Man stelle sich mal vor jemand hätte uns damals gesagt es gäbe mal einen grünen Aussenminister der einen illegalen, völkerrechts-widrigen Angriffskrieg führen würde. So jemanden hätten wir tot-gelacht. In der Beziehung ist die konservative Kritik (zB ThorHas) an den 68ern völlig korrekt, nur ist sie halt anders gemeint.

      „Leider sehe ich weder ein Ende des Kapitalismus noch des damit verbundenen Neoliberalismus. Denn dazu bedürfte es weltweiter drastischer gesellschaftlicher Veränderungen.”

      Dies wird kein Teil des simplen auf und ab der Weltwirtschaft. Es gibt derzeit kein Produkt das Zuwachsraten hätte, wie es lange Zeit das Auto war, oder dann die Computer Produkte. Ohne Produkt, kein Aufschwung.
      Dazu die Staats- und Banken- Pleiten, und der Niedergang der USA die sich diesen ökonomisch nicht leisten können, und dem zumindest eine Präsidenten Hilary militärisch hinauszuschieben versuchen wird!

      „Immer sind es „die Eliten“, wirtschaftliche und politische, die die Entscheidungen „zum Wohle des Volkes“ treffen. Das muß geändert werden, bevor überhaupt auch nur ein Ansatz von Demokratie entstehen kann.”

      Auch dies ist richtig, nur ich drücke das ein wenig simpler, „defätistischer“, aber dafür auch unmissverständlicher aus: Das kann sich nicht ändern weil die Massen zu blöde sind und auch immer zu blöde sein werden!
      Ich habe in vielen Ländern auf vier Kontinenten jahrelang gelebt und fand dieses Problem überall identisch, ironischerweise muss ich zugeben, dass ausgerechnet Mitteleuropa mir am zivilisiertesten erscheint….
      Wie sie es anderenortes schreiben: „Mir ist kein Weg ersichtlich, daran etwas zu ändern.“

      Der Zusammenbruch des Medien Marktes ist dem Internet zu verdanken. Konsumenten wollen nicht nach- oder selberdenken, die wollen heute ihre Meinungen bestätigt sehen um der Bedeutung des eigenen Egos willen. Man findet „seine“ Webseite und betreibt geistige Inzucht, wie man das früher nur in den Stehkneipen und an Stammtisch tat. Politik und Wirtschaft begrüssen das, die Entwicklung zeigt das ja deutlich. Nicht EINE Qualitätszeitung existiert mehr und die einzige Partei die in der jetzigen Situation Zulauf hat ist die AfD.
      Also viel Spass!

    • Also mir wird ja immer schon vorgeworfen, ein Pessimist zu sein, TDV,
      was würde man wohl zu Ihnen sagen?

      Es bleibt mir eigentlich nur, Ihnen grundsätzlich zuzustimmen. Insbesondere mit der „geistigen Inzucht“ stimme ich Ihnen durchaus zu, wenngleich ich das auch dem Überangebot zuschreibe, welches zu einer Überforderung führt. Es gibt daher auch nur einen Punkt, an dem ich nie zustimmen werde, dem der blöden Masse.

      Das, TDV, ist die Rhetorik und Dialektik unserer Eliten. Eines 68ers unwürdig, da falsch adressiert. Auch ich bin politisch ein Kind jener Zeit und habe es sehr genossen, daß Kinder und Jugendliche aller Bildungsebenen gemeinsam revoltierten. Leider endete diese Zeit dann endgültig mit der Gewalt gegen Menschen durch die RAF. Lange hat es dann gedauert, bis ich mich der WASG anschloß und so später in Die Linke wechselte. Schnell habe ich mich dann aber wieder aus der aktiven Politik verabschiedet, als mir klar wurde, daß es auch dort nur um Posten und Pöstchen, weniger aber um politisch sinnvolle Arbeit ging. Der Fisch stinkt eben nicht nur vom Kopf, sondern auch von der Schwanzflosse her.

      Zivilisiert oder doch nur domestiziert, das ist wohl die Frage. Und, aber das nur am Rande, ein BGE würde diesen Zustand der Gesellschaft in meinen Augen auf alle Zeiten zementieren. Denn, satte Bürger planen keine Revolutionen.

      Nun, um noch einmal auf den Pessimismus zurückzukommen, ich sehe mich selbst als Realist, der pessimistisch in die Zukunft blickt, die Hoffnung aber immer noch nicht ganz verloren geben will und kann. Wer weiß, welche Chancen die Krisen uns vielleicht doch noch eröffnen.

      (Also irgendwie ist da der Wurm drin, ich kann nur noch als Gast antworten.)

    • Guten Morgen
      Ach, das mit dem Pessimisten ist so eine Sache. Ich führe, zugegeben unverdientermassen, ein sehr zufriedenes, ich bin versucht zu sagen, glückliches, vor allem aber ein stressfreies Leben. Ich hab alles, was ich will. Und es ist mir gelungen ein Land zum Leben zu finden, in dem nicht wie in DE der Nationalsport darin besteht, anderen vorschreiben zu wollen, wie sie gefälligst zu leben haben. Was kann man mehr wollen.
      Was da kommen mag, Wirtschafts Kollaps weltweit, 3. Weltkrieg… kennen sie die Desiderata?
      Wohl das Wertvollste was je geschrieben wurde:

      http://mwkworks.com/desiderata.html

      In unserem Zusammenhang der Abschnitt:

      „Nurture strength of spirit to shield you in sudden misfortune.
      But do not distress yourself with dark imaginings.”

      Ich werde auch dann eine Weg zu leben finden, bis dahin lebe ich im Hier und Jetzt.

      Aber sie haben ganz Recht, der Punkt an dem wir uns unterscheiden ist, dass ich keine Illusionen brauche und ehrlich akzeptieren kann, dass das eigentliche Problem aller Probleme darin besteht, dass die Masse zu blöde ist.
      Sie sind zur Linken gewechselt? Wie nennt man Leute die wissen können, was man auf Wagenknechts (nicht der Linken!) Webseite lesen könnte? Ihr macht Ausreden für die????
      Ich kenne alle Ausreden, danke, sie interessieren mich nicht!
      Wir haben alle dieses eine Leben und entweder wir tun etwas oder halt nicht, nach 80 Jahren sind wir tot und kein Schwein interessiert sich dann noch für Ausreden.
      Das Leben ist ein Geschenk und diese Welt ist das einzige Paradies in dem wir je leben werden. Was wir damit anfangen steht uns frei… Lesen sie die erste Zeile bei Max Stirner.

      Mehr ist dazu nicht zu sagen.

      Bzw. lassen sie es mich mal ganz krass sagen:

      „Leider endete diese Zeit dann endgültig mit der Gewalt gegen Menschen durch die RAF.”
      Ich fand das zwar auch nicht gerade toll, aber ich lehne es ab zu verdrängen, dass wir Auf einer Welt leben in der alle eineinhalb Sekunden ein Kind im Alter von unter vier Jahren elendiglich krepieren muss, weil Pfennige fehlen um für Basis-Impfungen und sauberes Trinkwasser zu sorgen.
      Ich kann auch noch böser: Obwohl ich selbstverständlich sowas niemals selber täte, so sehe ich den 9/11 doch als eine völlig berechtigte und auch angemessene Antwort auf die Politik der USA.
      Ich lehne es ab mit BEIDEN Seiten Kompromisse zu machen.

      „Denn, satte Bürger planen keine Revolutionen.“

      Das ist wahr, nur sehe ich auch keine Hungernden die eine machen. Revolutionen waren in meinen Augen nie etwas anderes als eine gewisse psychische Hygiene, Dampf ablassen. Nennen sie mir mal eine, an deren Ende tatsächlich „die Guten“ an der Macht waren und blieben?

      Die Realität? Gerne, zwei Meldungen von heute:

      „Merkel und die EU verhindern Aus für Glyphosat in Europa“

      „EU: Sanktionen gegen Russland müssen verlängert werden“

      In so einer Welt wollen sie erklären und über Ausreden diskurtieren?

    • In so einer Welt wollen sie erklären und über Ausreden diskutieren?
      Aber sicher doch, TDV. Ist es nicht das, was Max Ehrmann zum Ausdruck bringt? Zumindesst warnt er ja vor Hochmut und Verbitterung, fordert den in sich ruhenden Menschen im Streben nach persönlichem Glück. Nun ja, wie alles, kann man auch Ehrmann so oder so interpretieren. Revolutionen fordert er jedenfalls nicht, lehnt sie letztlich sogar ab. Ob das der richtige Weg sein kann, bezweifle ich dann doch sehr.

      Selbstverständlich spricht nichts dagegen, sich seine eigene kleine heile Welt zu bauen, wo auch immer, aber dann bleibt „eigentlich“ auch kein Raum mehr für gesellschaftliche Kritik, da man sich ja quasi aus der Gesellschaft verabschiedet hat.

      Die WASG fusionierte ja seinerzeit mit der PDS, es entstand Die Linke. Der habe ich dann aber aus vorgenannten Gründen nur noch knapp zwei Jahre angehört. Danach hatte ich von Parteien endgültig die Nase voll. Was Sahra Wagenknecht betrifft, so ist mein Verhältnis zu ihr etwas gespalten. Zwar stimme ich überwiegend mit ihr überein, insbesondere was die Rolle der Finanzwirtschaft im Verhältnis zur Realwirtschaft und die daraus resultierende Marktmacht einiger Konzerne oder den Lobbyismus oder die Demokratie betrifft, aber was die EU betrifft, finde ich ihre Argumentation nicht nachvollziehbar. Richtig ist zwar, die heutige EU ist eine Fehlkonstruktion, aber das liegt doch nicht an ihrer Größe, sondern an eben der Nationalstaaterei, zu der Sahra Wagenknecht scheinbar auch zurück möchte. Das aber hat keine Zukunft.

      Schließlich, das Elend der Welt. Das, da bin ich mir sicher, werden „wir“ niemals beseitigen können und wollen, solange es Nationalstaaten gibt, die sich noch dazu fest in der Hand des Kapitals befinden. Der Wunsch nach persönlichem Wohlstand, den auch Sahra Wagenknecht mit dem Nationalstaat verbindet, verhindert dies zuverlässig. Das Denken in derart überschaubaren Kategorien kann keine globalen Probleme lösen. In meinen Augen sind und bleiben die Nationalstaaten in der Hand politischer und wirtschaftlicher „Eliten“ das größte Übel für die Menschheit, das hauptursächlich für das Elend dieser Welt ist. Ob Putin, Merkel, Hollande, Erdogan, Amazon, Google, Microsoft, Monsanto, Ratingagenturen, IS oder wer oder was auch immer, immer spielen Nationalstaaten, ihre Grenzen und Interessen, auch dabei eine überragende Rolle. Das Kapital weiß das zu nutzen, die nationale Politik selbstredend nicht, sie kann es nicht, selbst wenn sie es wollte.

      Zum Schluß noch ein Gedankenspiel zu Schröder und Agenda 2010. Schröder ermöglichte es den deutschen Finanzinstituten am großen Börsenspiel teilzunehmen. Die Folgen sind bekannt. Was wäre geschehen, diese Deregulierung hätte nicht stattgefunden? Ich denke, das hätte am Ende dieselben Verluste bedeutet, wenn auch in Form entgangener Gewinne. Es hätte sich vermutlich besser angefühlt, aber kaum einen realen Unterschied bedeutet. Denn in beiden Fällen hätte der Staat helfend eingegriffen, um die Folgen zumindest auf Zeit abzumildern. Daher sehe ich den Fehler nicht mehr grundsätzlich in der Zockerei selbst, sondern in der Verschiebung der Haftung für die Folgen auf den Staat. Warum sollten die Verursacher der Krisen etwas an ihrem Verhalten ändern, wenn ihr Verhalten für sie selbst überwiegend folgenlos bleibt? Nur, falls Nationalstaaten unterschiedlich reagieren, was bedeutet das dann für den einzelnen sich selbst isolierenden Staat und seine Bürger in einer globalisierten Welt? Kann das überhaupt funktionieren? Ich denke nicht. So gesehen hat der Vorwurf linker Spinnerei durchaus eine Berechtigung und Sahra Wagenknecht sollte nochmal darüber nachdenken, ob der Rückzug auf den Nationalstaat wirklich eine Lösung sein kann. Dem Kapital ist national nicht mehr beizukommen, das steht für mich zweifelsfrei fest.

      Gerade fällt mir auf, wir haben uns schon wieder meilenweit vom Thema entfernt. ;-)

    • Titel eingeben
      “Selbstverständlich spricht nichts dagegen, sich seine eigene kleine heile Welt zu bauen, wo auch immer, aber dann bleibt „eigentlich“ auch kein Raum mehr für gesellschaftliche Kritik, da man sich ja quasi aus der Gesellschaft verabschiedet hat.”

      Und wo sehen sie da ein Problem?

      Das Problem der EU ist, dass sie den Konzernen bei der Betrügerei dient und den „Blöden“ das mit den Vorteilen einer gemeinsamen Währung und geöffneten (und wie man sieht, jederzeit wieder schliessbaren) Grenzen schmackhaft macht.
      Aus dem hier so gescholtenen Guardian:

      http://www.theguardian.com/commentisfree/2016/may/12/anti-corruption-summit-us-united-kingdom-tax-havens#comment-74063286

      Deshalb hat Wagenknecht sogar hier recht. Die ganze EU (NATO und EURO ebenso) müsste abgeschafft und neu geplant werden, leider geht das mit den alten Parteien, alten Regierungen und alten Bürgern nicht.

      „Das Denken in derart überschaubaren Kategorien kann keine globalen Probleme lösen.”

      Sie beabsichtigen ernsthaft „globale Probleme“ zu lösen?
      Und schreiben mir es gibt Leute die sie für einen Pessimisten halten? ;-)

      Auch die Abschaffung der Nationalstaaten würde in der real existierenden Welt NUR den üblichen Verbrechern nützen!
      Das Problem ist, dass die existierenden Regierungen ihre Politik im Sinne der Multis machen, weil Arbeitsplätze nun mal leider wichtiger als Korruptions Bekämpfung sind. Dass Landesgrenzen übergreifende Anti-Korruptionspolitik nicht möglich ist, zeigt die EU doch deutlich genug…. oder?

      Ich kenne Wagenknechts Aussagen zu den Banken nicht, aber es wäre alles deutlich anders gelaufen, wenn man die HRE damals einfach hätte Pleite gehen lassen. Die Anteilseigner wären ab dem nächsten Tag gezwungen gewesen ihr Geld nicht mehr automatisch dort auf den Tisch zu legen, wo man ihnen auf dem Papier die höchste % Zahl verspricht. Wir hätten eine andere Banken Welt und ich hab eine Studie gesehen in der die bei einer Pleite der HRE entstandenen Kosten für den Steuerzahler geringer gewesen wären, als sie es tatsächlich wurden….

      Mein eigene Meinung dazu? Ich lese (höre) gerade Paul Stratherns Medici Biographie und liebe Stellen darin, wenn man sogar Bischöfe nackt auszieht und dann mit einem Strick um den Hals aus dem Fenster der Signoria im 3.Stock schmeisst. Die Herren bissen sich dann allen Ernstes in den neben ihnen hängenden Toten fest um noch ein, zwei Atemzüge länger zu leben….
      Ich könnte eine recht lange Liste Deutscher niederschreiben die diese Behandlung verdienen. Nicht weil es etwas ändern würde, nicht nur Herrhausen sogar Buback wurden ja anschlissend zu Helden hochstilisiert, denn solche Attentate helfen grundsätzlich nur den üblichen Verbrechern… sondern aus psychologischen Gründen.

      Um auf ihren anfänglichen Einwand zurück zu kommen, GERADE wenn man (auch physisch) ausserhalb der Gesellschaft lebt, sieht man deutlicher, weil im Habermasschen Sinne Interesse-los, was in ihr vorgeht…

    • So uninteressiert oder besser noch neutral liest sich das aber nicht, TDV.
      Wie dem auch sei, mit Gesellschaft hatte ich auch nicht die deutsche gemeint. Denn mir scheint, Sie haben sich ganz generell von gesellschaftlichen Zwängen befreit. Dagegen ist ja auch nichts zu sagen, daher das „eigentlich“ in Gänsefüßchen. Ob der Blick von außen auf die Gesellschaft aber besser als der von innen ist, angesichts der eigenen Vorstellungen, die ja auch gesellschaftlich geprägt sind, bliebe noch die Frage.

      Richtig ist jedenfalls, EU oder Nationalstaat, das Zusammenwirken der wirtschaftlichen und politischen Eliten unterscheidet sich nicht. Daher ist das auch nicht das Problem. Allerdings sehe ich im Gegensatz zu Sahra Wagenknecht keine realistische Möglichkeit, daß ein Nationalstaat allein eine Chance hätte, daran etwas zu ändern. Die Chancen als EU dürften da deutlich besser sein. Denn, ob es uns nun gefällt oder nicht, die wirtschaftliche Bedeutung spielt dabei eben auch eine Rolle. Ein Nationalstaat läßt sich eben viel leichter isolieren, als beispielsweise die EU. Die EU als Bundesstaat würde de facto schon mal einige Nationalstaaten beseitigen, analog der Freihandelszonen der Wirtschaft. Die Wirtschaft, das Kapital, hat das schon lange als Vorteil erkannt, nur die Politik scheinbar noch nicht.

      Was die Banken betrifft, so möchte Sahra Wagenknecht, wenn ich sie da richtig verstehe, die Finanzwirtschaft wieder in den Dienst der Realwirtschaft stellen, momentan ist es ja umgekehrt. Das würde das Ende der Zockerei bedeuten, wäre zu begrüßen, ist aber national überhaupt nicht durchführbar. Und da sind wir dann wieder bei den globalen Lösungen. Globale Lösungen bei einer unendlichen Zahl von Nationalstaaten sind unrealistisch. Realistisch sind sie eben nur, gäbe es nur wenige Nationalstaaten, Chance Bundesstaat EU, oder besser noch keine Nationalstaaten, was am Ende ja dann einem einzigen Nationalstaat gleichkäme, dem der Menschheit. Realistisch könnte man vielleicht in Zukunft zu Nationalstaaten wie China, Rußland, Europa, USA usw. kommen, was schon eine deutliche Verbesserung wäre. Denn je weniger Partikularinteressen, desto geringer die Probleme.

      Ob sich durch den Tod einzelner Bischöfe, Manager etc. etwas ändern ließe, wage ich, auch auf die psychologische Wirkung bezogen, ebenfalls zu bezweifeln. Denn das ändert ja die Strukturen nicht. Es werden neue Bischöfe und Manager folgen. Dasselbe gilt für Bankenpleiten, die ändern im Grunde nichts, solange nicht die Strukturen geändert werden. Und da sind wir wieder beim Übel der vom Kapital gesteuerten und abhängigen Nationalstaaten.

      Was wirklich helfen könnte wäre ein kostenneutraler Umbau des so genannten Sozialstaates. Basierend auf erzwungener Solidarität. Dadurch könnte schon einmal viel vom gesellschaftlichen Sprengstoff entschärft werden. Das wäre auch in Nationalstaaten möglich und würde deren Überwindung deutlich vereinfachen und beschleunigen. Das wäre auch ohne Frontalangriff auf das Kapital möglich und somit realistisch machbar. Warum es nicht geschieht? Ich weiß es nicht.

  67. Schweizer Unausgewogenheit
    E.R.Langen – Über diesen NZZ Artikel habe ich lange nachgedacht. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich auch den darin erwähnten FAZ Artikel gelesen, kann also selbst den NZZ Artikel beurteilen. Seinerzeit wunderte ich mich, warum die FAZ sich so viel Mühe mit dieser Familie macht.

    Über den FAZ Artikel urteilt die NZZ:
    “Der Besuch eines «FAZ»-Reporterteams beim Verlegerehepaar Götz Kubitschek und Ellen Kositza, die eine intellektuelle Fundierung rechtsgerichteter Positionen versuchen, geriet zu einer vom entschiedenen Willen zur Denunziation getriebenen negativen Homestory. Willkürlich ausgewählte Bücher im Besitz der Verdächtigen gelten als Ausweis rechtsreaktionärer Gesinnung.” Wie soll man sonst Bücher auswählen? Oder hätten die FAZ Journalisten die Bücher ignorieren sollen? Ferner “Und ganz übel ist, dass man im Hause Kubitschek/Kositza traditionelle Formen des Familienlebens pflegt.” Die Familienform wird beschrieben, aber – meiner Erinnerung nach – nicht als übel an sich.
    .
    Ich würde sagen, zumindest dieser Teil des NZZ Artikels ist auf dem selben unobjektiven Niveau, wie die von den Schweizer kritisierten Artikel in den diversen deutschen Zeitungen.

    • Geachte nevrouw Heuse,
      the same in the FOCUS. Ich lese dieses angeblichen Spiegel-Pendant (inzwischen ein zweifelhafter Vergleich, denn der Spiegel meiner Jugend ist unterirdisch) nur in Wartezimmern-oder wie jetzt als Auslage eines Lesezirkels über Pfingsten in einem Hotel an der Lahn. Ich stieß dabei auf den „Besuch eines Reporterteams des FOCUS bei Thilo Sarrazin“ und mußte das Deckblatt des Zirkels beiseite tun, da ich mich im „Goldenen Blatt“ wähnte.

    • @Lisbeth Heuse
      Der NZZ-Artikel war parteilich. Das ist in Ordnung (zu selten auf dieser Seite), aber ein wenig mehr Abstand hätte der Kritik auch gut getan; an solche Vorwürfe sollte man mit sauberem Besteck gehen, zumal ja gerade die Subjektivität der Faz-Kollegen im Zentrum des Vorwurfs stand.

  68. same old story
    Momente der Aufklärung enden regelmäßig in der Schleife ‚Und täglich grüßt die Guillotine‘. Linke Projekte kommen ohne Säuberungen nicht aus, sonst liegt zu viel Realität rum, über die sie stolpern.

    Immerhin: ‚Dark side‘ ist das Derivat einer demokratischen Herkunftlinie und schaut nicht auf die Kohle. Bei uns heißt das ‚dunkeldeutsch‘ – Gaucks Dankeschön an die Berliner Demokratietravestie, die ihm den Job verschafft hat.

  69. Oops
    „Kurz, es ist kaum möglich, die Website zu besuchen und nicht auf neue, linke und sehr zugespitzte Positionen zum Zustand der Welt zu stossen, die bis zu den Standpunkten des [Mediums] böse und gemein ist. Dazu kommt eine ausgeprägte Verbots- und Empfehlungshaltung, die dem Leser erklärt, wie er sich besser verhalten sollte. Und natürlich droht beim Guardian immer die rechte Weltherrschaft.“

    Ich dachte, ich sei in einem Artikel über die ZEIT Kommentare (die mitunter mit kruden Verweisen der Redaktion zensiert werden) oder bei der FAZ, wo solche Kommentare still und heimlich einfach verschwinden.

  70. Yes Minister
    Aus der genialen Serie „Yes Minister“ ist mir die Frage der pubertierenden Tochter an den beamteten Vater am Frühstückstisch in Erinnerung („Have you please finished with the Guardian, Daddy?“) .

    Der Guardian war wie seine deutschen Pendants schon immer ein Selbstvergewisserungsblatt. Was sich geändert hat, ist der Niveauverlust des schreibenden Personals, maW eine durch und durch verfehlte Personalpolitik. Ich kann die allermeisten Artikel auf ZON oder SPON nicht mehr ernstnehmen. Sie regen nicht an, sondern allenfalls noch auf, weil sie durchweg durchsichtigen Spin haben („Greenthink“), gedanklich primitiv sind, und noch dazu in schlechtem Krüppeldeutsch („Greenspeak“) geschrieben von z.T. bildungsfaulen Leuten, denen ich nicht mal einen Kühlschrank abkaufen würde.

    Ich teile die Einschätzung vieler, dass bei ZON idR nur noch die Foren lesenswert sind, SPON ist völlig heruntergekommen und die FAZ hat auch zT bedenkliche Ausfälle, ist aber – wie dieser Blog – auch partiell immer wieder anregend.

    Aber zum Thema: Die Verdammung der Kritiker ist nur die notwendige Kehrseite des totalitären Weltbildes dieser Primitivschmierer, das in Alternativlosigkeiten denken kann (weshalb die berüchtigte Julia Schramm jüngst sogar eine Merkel-Eloge publiziert hat). Das wird mE notwendig zum schleichenden Untergang dieser Publikationen führen, die FR und die Taz machen es auf dem deutschen Markt vor.

    Sie, Herr D.A., machen es dagegen mE richtig und vorbildlich. Moderieren ist aber eine Kunst, die Bildung voraussetzt.

    Das

    • Titel eingeben
      „Der Niveauverlust hat sich geändert“? (nicht doch das Niveau?)
      „dieser Blog“? (nicht das Blog?)
      ein „Weltbild, das in Alternativlosigkeit denken kann“? (ein Weltbild denkt?)
      usw.
      Dies zur Kritik „gedanklich primitiv … und noch dazu in schlechtem Krüppeldeutsch“ (und Ihr „maW“?)

  71. Weder das eine noch das andere
    @Selbstdenker – Vielleicht haben Sie Recht was den Unterschied von Nationalismus und Patriotismus betrifft. Vielleicht verstehe ich das wirklich nicht. Ich denke ich bin weder das eine noch das andere. Ich bin Europäer mit niederländischem und deutschem Pass.

  72. p.s.
    @ Selbstdenker – Ich liebe Europa, Frankreich, Griechenland, Deutschland (ein bisschen), Niederlande, Belgien……..

  73. "Wem die Stunde schlägt" von Di Fabio
    Für die Kommentatoren, die sich für den Zustand der EU interessieren, heute lesenswert, nochmal nzz
    http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/die-eu-unter-dem-druck-der-populismen-wem-die-stunde-schlaegt-ld.82381

    • Ach,,, wirklich? Lesenswert?
      Die übliche Abwieglerei die so tut als existierten die tatsächlichen Probleme überhaupt nicht….. di fabio halt… welch ein Lacher!

  74. WELT und andere Portale mit Filteroption
    Zu der Zensur bei der WELT hat der Blogger Hadmut Danisch einen interessanten Beitrag geschrieben:
    http://www.danisch.de/blog/2016/03/14/filtersoftware/

    Es sieht also so aus, als ob WELT sich der Software bedient und unliebsame Kommentare strikt filtert bzw. filtern lässt. Da muss man sich über nichts mehr wundern.

  75. Der Fefe hat auch was zum Thema:
    http://blog.fefe.de/?ts=a9c66ab9
    .
    Nichts für ungut, Don Alphonso.
    Danke für Ihre immer besser werdenden Artikel.
    Gute Entspannung in Italien.
    Und Gruß an alle altbekannten Kommentatoren.

  76. Meinung zuerst, suche Argumente
    Lieber Don
    Meistens bin ich doch nur ein stiller Leser und begnüge mich mit Lesen. Doch bei diesem Thema brennt mir etwas zu sehr unter den Nägeln und es wurde noch nicht angesprochen: die Thesen von Kahnemann.

    Ich bemerke seit längerem (mehr oder minder ausgeprägt), dass so manch ein Journalist sich eine Meinung bildete und Argumente rund um diese sucht bzw. schreibt. Bei Interviews werden dementsprechend Fragen gestellt.
    Je nachdem, wie tief eine Person in einer Ideologie verankert ist, desto stärker kann dieser sehr menschliche Mechanismus wirken.

    die Welt ist viel zu kompliziert, um immer alles zu analysieren. Seit ich von dem Mexhanismus weiss, höre ich auch Antifa, Salafisten, Rechtsradikalen, Zionisten, BGP, Papst usw ohne Wut, Scham und Ablehnung zu.

  77. Die noble Kundschaft im Web
    1. Der Guardian kann sich freilich keine andere Kundschaft backen. So sehr man das wollte. Was da ist, ist da. Was anderes gibt es nicht. Aber er darf Grenzen setzen, wenn er nicht jeden „Kunden“ haben will. Es herrscht Angebotsfreiheit, man muss nicht alle „Kunden“ wollen. Sein Bier. Eine Hure nimmt auch nicht jeden „Kunden“. Außer sie ist absolut am Ende.

    2. Meinungsdiktatorschaft? Henne-Ei!
    Die social warriors versuch(t)en deswegen ihr Glück, weil Meinungs-Warriors der fremdenfeindlichen Ecke einfach real existent sind und schon immer da sind, da waren. Immer all hier.

    Mich wundert überhaupt nicht, dass social warriors alle Register ziehen. Ziehen und zogen die anderen schon immer – und immer selbstbewusster – ebenfalls alle Register.

    Ob social warriors schuld am Backlash sind? Weiß ich nicht. Vielleicht ist der vermutete Backlash gar keiner – war er schon immer da. Dann ist er ein Immer-da-Lash. Oder der Vorher-Lash.

    Wer will das entscheiden. Die Henne? Das Ei?

    Fremdenfeindlichkeit und Misogynie ist im Menschen fest verankert.

    Ich denke da auch an diese Gehirntests, bei denen Leuten, die sich für überaus liberal halten, Bilder von Farbigen gezeigt wurden und ihre Gehirnaktivitäten darauf hin explodierten. Statt lässig zu bleiben. Die Stunde der Wahrheit.

    Wie gesagt, mich wundert nicht, dass einige Journalisten oder ganze Zeitungen bei der Gemengelage ihre Grenzen überschreiten: Die Gefahr des Inhumanismus ist real. Da tut man, was man kann. Auf seine eigene menschlich fehlbare Weise.

    E scheint notwenig zu sein. Die Fratze des Inhumanismus erhebt wieder ihr Haupt. Im Gewand des ‚Das muss man doch sagen dürfen‘.

    Was ich vermisse:
    Ich vermisse eine tiefenscharfe intellektuelle Aufarbeitung dieser Dinge von den Linken, von den Humanisten. Es wird Zeit. Statt dessen Internetkriege voller Nebelkerzen.

    Ein großes Tabu, Xenophobie als dem Menschen fest zugehörig zu bezeichnen. Ist es leider.

    • Ein grosses Tabu? Äh - nein.
      Können Sie von mir dreimal täglich hören – gruppenbezogene (Vor)Urteile gehören zum Menschen wie das Atmen. Heute, gestern und trotz aller SJWs auch morgen. „Feminism is cancer“ ist auch so ein Vorurteil – schliesslich gibt´s ja auch ein paar anständige Feministinnen :-).

      Nur sollte man vielleicht unterscheiden zwischen „Rassismus“ (der Annahme, bestimmte Menschen“rassen“ seien von Natur aus minder- oder höherwertig). und dieser Art von Vorurteilen. Letztere als „Rassismus“ zu bekämpfen, bestärkt sie wahrscheinlich noch zusätzlich. Denn die meisten Menschen kennen, gegebenenfalls vage und diffus, den Unterschied sehr genau.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Woher
      Woher wissen Sie das:
      „Denn die meisten Menschen kennen, gegebenenfalls vage und diffus, den Unterschied sehr genau.“

      Finden Sie?

    • Titel eingeben
      „Die Gefahr des Inhumanismus ist real. Da tut man, was man kann. Auf seine eigene menschlich fehlbare Weise.”

      Das ist wahr, nur so mancher kommt halt aus der anderen Ecke und schaut sich EU… Nato… die permanenteUS Kriegsverbrecherei… Euro & Banken… die deutsche Parteienlandschaft… Bildung und Gesundheit müssen sich rechnen… von Vollzeitjob kann man keine Familien ernähren… skrupellose Betrügereien von Konzernen wie VW oder Monsanto… Regierungen die konsequent gegen die Interessen der Bürger entscheiden.

      Warum haben Leute kein Recht DIES als inhuman zu verurteilen und darauf zu reagieren????

  78. ßßßßßßßßßßß
    Kennt der Autor irgendwie kein ß? Ist ja grausam zu lesen.

  79. Sehr interessant
    Wirklich sehr gute Beschreibung der derzeitigen Medienwirklichkeit. Ich habe dazu noch 3 Anmerkungen:

    1. Die FAZ ist meiner Meinung nach häufig auch nicht viel besser. Ich hatte z.B. zu dem Artikel „Flüchtlingskrise Jetzt reden die Leser“ folgenden von der FAZ nicht freigegebenen Beitrag geschrieben:

    Der ursprüngliche Artikel war schon sehr tendenziös und da verstehe ich entsprechende Reaktionen. überschrift dort: „Reden, nicht hassen“, schon ein schlechter Einstieg dem Gegenüber Hass zu unterstellen. Dann z.B. das „angebliche“ Schweinefleischverbote, Muslime, die blonde Frauen bedrängten … Und das alles ist natürlich nur erstunken und erlogen nach Meinung des Autors. Sylvester in Köln war dann wohl eine friedliche Multikultifeier wo alle ein super buntes Fest gefeiert haben. Dann haben natürlich alle die sich kritisch äussern Verlustängste etc.

    Im neuen Artikel geht es mit der selben Attitüde weiter, der Autor sieht sich selber wohl als superneutral , ist aber doch gleich wieder genauso manipulierend und beleidigend wie im ursprünglichen Artikel, z.B. die Nichtnennung der Herkunft bei Straftätern, pi-Leser seien sowieso nur Rassisten oder was denn so schlimm sei, wenn 90% der Flüchtlinge jungen Männer sind. Und die Manipulationen gehen weiter, siehe Artikel Umfrage AfD.

    Warum wird so etwas nicht veröffentlicht? Kritik am Autor geht anscheinend überhaupt nicht oder war es der Sarkasmus?

    2. Ihre Antwort zum Thema Islam in den Beiträgen. Sie begehen den Fehler dass Sie glauben die Moslems sind alle wie Ihre Freunde. Dem ist nicht so. Ich hatte zu der Zeit von 9/11 einen gläubigen Moslem als Bekannten, Frau mit Kopftuch und Mantel. Der ging mir schon vorher etwas auf den Keks weil er andauernd versuchte mich zum Islam zu bekehren. Für mich war das etwas seltsam aber meine Devise lautet eigentlich leben und leben lassen. Dann kamen die Anschläge und nachdem der erste Turm zusammengebrochen war bekam ich dann einen Anruf von besagtem Herren der mir mit freudig erregter Stimme mitteilte, „Jetzt gehts los, jetzt gehts los“. Endlich bekam der grosse Satan (USA) eins auf den Deckel. Also genau in dem Moment wo jeder halbwegs mitfühlende Mensch an die Leute im 2.Turm gedacht hat und ich mir zumindest ausmalte wie schrecklich das sein muss zu wissen, dass man stirbt und nichts dagegen machen kann und nur darauf warten kann dass der 2.Turm einstürzt oder aber selbstbestimmt in den Tod springen kommt dann so ein Anruf mit einem jubelnden gläubigen Moslem. Ich hatte mich an dem Tag auch gewundert über die andauernden Hupkonzerte, sonst nur bei Hochzeiten, aber durch den Anruf war mir klar dass gerade dieser Anschlag von gläubigen Moslems gefeiert wird. Vorher war der Islam für mich nur eine seltsame Religion, danach war und ist es in meinen Augen die grösste Gefahr für die Menschheit. Übrigens hatte der Bekannte mir dann nach einer Woche mitgeteilt, dass nach seiner Meinung der kleine Satan (Israel) in Wirklichkeit für die Anschläge verantwortlich sei. Es gibt übrigens noch andere Belege für das Abfeiern möglichst vieler Tote durch islamistische Anschläge. Einmal ein Interview mit dem Leadsänger von Eagles of Death Metal Jesse Hughes:
    http://takimag.com/article/surrendering_to_death_gavin_mcinnes/print#ixzz48ioGfxcb
    Dann noch ein Interview (Englisch) mit Tommy Robinson bei The Rubin Report:
    https://www.youtube.com/watch?v=LQOkrwJXRFQ

    3. Sie schreiben über falsche Vergewaltigungsvorwürfe am Beispiel Kachelmann. Aber gerade hat doch die Politik das Gesetz geändert um den Beweisanspruch wegen Vergewaltigung herabzusetzen. Ob Kachelmann nach dem neuen Gesetz auch freigesprochen worden wäre? Ich bezweifel es.

    PS: gezwungen, nicht gezwingen

    • Dass die Freundschaft nicht Bestand hatte, liegt vielleicht auch am Koran und
      der Auslegung der 5. Sure, je nach Imam:
      „Ihr Gläubigen, nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden! Sie sind untereinander Freunde. Wenn einer von euch sich ihnen anschließt, gehört er zu ihnen…“. (Sure 5,51)
      Noch konkreter ist die Anweisung: „Kämpft gegen diejenigen, die (…) nicht der wahren Religion angehören, bis sie kleinlaut aus der Hand Tribut entrichten!“ (Sure 9,29).
      Wie steht es mit solchen, die nur den Koran und seine Auslegung durch ihre Imame kennen und die Anweisung, dass, was im Koran festgelegt ist, nicht in Frage gestellt werden darf, als totalitäres Prinzip leben?

      Wie kann Integration bei solchen Voraussetzungen gelingen, wenn Einstellungen, Glaubenssätze und gelernte Verhaltensmuster von sonst als Analphabeten erkannten als unbedingt und richtig angesehen und gelebt werden müssen, auch wenn Grenzen überschritten werden und das Umfeld sich so diametral ändert?

      Nur mal, um es zu verdeutlichen: die auf diese Weise glauben wissen, dass das, was wir leben und tun, falsch ist und bekämpft werden muss – ohne wenn und aber.

    • Da darf man in aller Fairness daran erinnern, dass der Koran in diesen Fragen
      durchaus in sich widersprüchlich ist:

      „Diejengen, die glauben und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Christen und die Sabier – alle, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben und tun, was recht ist, denen steht bei ihrem Herren ihr Lohn zu, und sie brauchen keine Angst zu haben, und sie werden nicht traurig sein“ (2:42).

      (Jesus) „… Und wir gaben ihm das Evangelium, das Rechtleitung und Licht enthält, damit es bestätige, was vor ihm da war, die Thora, und als Rechtleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen“ (5:46).

      Letztlich ist der Islam in einer fundamentalistischen Auslegung genausowenig mit einer modernen, freien, Gesellschaft zu vereinbaren wie das Christentum. Man kann nur die freie Gesellschaft weiter hartnäckig verteidigen und darauf bauen, dass eine de facto Entreligionisierung eintritt, wie bei den meisten europäischen Christen auch, bei denen die Religion nicht mehr handlungsbestimmend ist, sondern nur noch ein Einflussfaktor unter vielen.

      Ich bezweifle allerdings zunehmend die Fähigkeit und den Willen der heutigen westlichen Gesellschaften, ihre Prinzipien standhaft und hartnäckig zu verteidigen, was einer meiner Hauptgründe dafür ist, den Zuzug weiterer Massen von traditionell halbislamisierten Kameltreibern abzulehnen. Der westliche Selbsthass, der in angelsächsichen und zunehmend auch deutschen Geisteswissenschaften gelehrt wird, spricht da Bände.

      Aber aus dem Koran selbst lassen sich mindestens ebensoviele Zitate ziehen, die für Mitmenschlichkeit, Liberalität und Frieden sprechen, wie solche, die das Gegenteil tun. Nur dass die, die zu uns kommen, mit einer barbarisierten, vulgären und vereinfachten Form des Islam vertraut sind – Ähnlichkeiten zum europäischen Mittelalter, wo das auch für die europäischen Christen galt (inklusive der untersten Ebene der Geitlichkeit) sind unübersehbar.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • @THorha
      Ich bin da was den Islam angeht ganz bei Ihnen… mit dem neuen Bürgermeister von London wird endlich mal ein normaler Muslim in der Öffentlichkeit exponiert stehen.
      Wie immer schreien auch bei denen die Schwachköpfe am Lautesten und leider ermöglicht das Internet zu so ziemlich allem was an Dummem passiert eine geradezu perverse Verstärkung und Marginalien werden so zum Mainstream.

      Aber trotzdem…. vielleicht sollten sie sich doch mal langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass dies alles nicht vom lauteren Himmel gefallen ist, sondern äusserst handfeste Gründe hat:

      „Der westliche Selbsthass, der in angelsächsichen und zunehmend auch deutschen Geisteswissenschaften gelehrt wird, spricht da Bände.“

      Es mehren sich nun mal auch in DE die Menschen, deren Leben keineswegs so komfortabel ist wie das Ihrige und die angesichts des Reichtums des Landes nicht länger gewillt sind ihre menschenunwürdigen Lebensumstände brav als in alle Ewigkeit unabänderlich hinzunehmen?

    • Freude am 11. September
      @ Hans Meyer
      ihre Erfahrung teile ich:
      das Erlebnis, ein breites Grinsen, ja, Freude auf dem Gesicht eines Palästinensers, der bereits seit Jahren scheinbar perfekt integriert in München lebte, beim Anblick der einstürzenden twin Towers zu sehen, werde ich nicht vergessen.

      Zu glauben, die hier ankommenden arabischen jungen Muslime würden ihre kulturelle Identität aufgeben und sich durch Deutschkurse etc. integrieren lassen, ist vollkommen naiv.
      Der Blick nach Frankreich und Belgien sollte genügen.

  80. Keine Zeitung ohne Don
    Lieber Don,
    seit mehreren Monaten, sind sie mir eine Stüzte im Leben. Ich weiss nicht mehr ob links, rechts oder gerade aus.
    Aber sie schaffen es, mir wieder eine Richtung zu vermitteln – das finde ich sehr gut!
    Das hört sich jetzt ungemein platt an – aber ich meine es wirklich so. Habe sogar auch „No Script“ für ihre Zeitung extra für Sie ausgeschaltet!
    Bis demnächst
    Ihr Friedolin

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