Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Der nette völkische, hassmobbende Nationalist aus Schottland

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Nationalismus ist die letzte Zuflucht der Idioten. Sagten wir in der Schule, die im Bayern unter Franz Josef Strauss oft durch rechtsreaktionäre Lehrer und Schüler Anlass gab, diesen Satz zu bemühen.

Drei Jahrzehnte später komme ich fast nicht umhin, den Satz immer noch zu sagen. Nicht nur, weil der Nationalismus tatsächlich auf dem Vormarsch in Europa ist. Auch, weil bei einigen grossen Onlinemedienauftritten Berliner, Prantlhausener und Hamburger Herkunft, die ansonsten jedes rechte Gedankengut weit von sich weisen, nach dem Brexit wieder unverhohlen blau-weisse Fahnen geschwungen und völkische Sezessionen bejubelt werden. Nicht bayerisch-blau-weisse Fahnen, wie hier mit dem Löwen beim nationalistischen Denkmal für den Schmied von Kochel

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sondern die Fahne der Schotten.

Nationalismus ist die letzte Zuflucht der Idioten, die davor alle anderen Argumente verloren haben. Nach dem Referendum hiess es bei den Gewaltfreunden des Spiegelsonderschulenablegers Bento zuerst, das sei gar keine Wahl gewesen, sondern ein Putsch der “Generation Rollator“, der Alten, gegen die mehrheitlich sehr pro-europäische Jugend. Inzwischen wissen wir, dass die Wahlbeteiligung unter Jugendlichen mit 36% sehr niedrig war – was die anderen 64% von der Wahlurne fern hielt, könnte Anlass zu Spekulationen sein. Vielleicht generelle Politikverachtung in einem System, bei dem man nur die Wahl zwischen der dumpf-nationalistischen UKIP und dem Tory-Establishment unter dem panamabelasteten David Cameron hat, das der Jugend das Studentenleben und das Internet vermiest? Es ist auch gut möglich, dass die Juncker-Merkel-Austerity-EU unter allen Jugendlichen keine Mehrheit hat. Daran ändern auch die paar Videobotschaften junger Remain-Aktivisten nichts, die deutschen Medien realitätskonstruierend als Beweis für eine pro-europäische Gesinnung zeigten, während sie den Jubel der jungen Brexit-Vertreter einfach unter den Tisch fallen liessen und hier lieber alte, weisse Männer zeigten.

Die nächste Verteidigungslinie des “In Wirklichkeit will die Jugend bleiben“-Spins war jene obskure Petition, die britische Regierung sollte ein zweites Referendum ansetzen, wenn ein hohes Quorum nicht erreicht werde. Es folgte eine regelrechte Kampagne von BBC, Guardian, Spiegel Online und Zeit.de, als die Petition scheinbar viele hunderttausend Internetnutzer, ja gar Millionen in Bewegung setzte, um hier ihren pro-europäischen Willen zu bekunden. Darunter monierten kritische Leser, dass man solche Zahlen bei einer einfach zu manipulierenden Website vielleicht nicht allzu ernst nehmen sollte. Der Verdacht war richtig: Ausgerechnet dank eines Murdoch-Mediums wurde bekannt, dass die europafreundliche Presse dem Hackernetzwerk 4chan und seinen Skripten auf den Leim ging. Die Petitionsplattform hatte nicht einmal stutzig gemacht, dass Europaverteidiger zu Tausenden scheinbar aus Nordkorea und dem Vatikan kamen. Für 4chan ist der Hoax, dem die Presse europaweit aufsass, ein grosser Erfolg: Ansonsten wird 4chan in den Medien nämlich nur als Musterbeispiel für Rassismus, Sexismus, abartigen Porno und Mobbing genannt. Apropos Mobbing:

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Die Leute, die hier Donald Trump als „Affengesicht“ und „Spermatrompete“ beschimpfen, sind Schotten. Bei etwas niedriger Wahlbeteiligung als im Rest des Landes hatten sich 38% für den Austritt aus der EU ausgesprochen, und 62% dagegen. Trumps Glückwünsche wurden daher eher schlecht aufgenommen, und die Kaskade der Beleidigungen erfreut sich im Netz grosser Beliebtheit. Die Leute, die hier ihrem Unmut in einer justiziablen Form freien Ausdruck geben, kennt man in England als “Cybernats“. Sie bilden eine Art digitale Schlägertruppe, die für die nationale Eigenständigkeit Schottlands eintreten und mit konzertierten Aktionen schon früher von sich Rede machten. So wurde beispielsweise die Autorin J.K. Rowling mit einer Schmutzkampagne überzogen, als sie sich beim Referendum über die Unabhängigkeit von Schottland für einen Verbleib bei Grossbritannien aussprach. Cybernats-Mitglieder rekrutieren sich vor allem aus Anhängern der Scottish National Party, und momentan sind sie die digitale Speerspitze beim Anliegen, nach dem Brexit ein neues schottisches Referendum durchzuführen.

Was von deutschen Medien mit grosser Euphorie zur Kenntnis genommen wird, weshalb momentan blauweiss bemalte Gesichter und schottische Fahnen neben der Parteivorsitzenden Nicola Sturgeon vorteilhaft abgebildet werden. Die Schotten, so die Hoffnung, werden entweder ein Veto einlegen (obwohl ihre eher maue Wahlbeteiligung auch ein Grund für den Erfolg des Brexitlagers ist, was aber in Deutschland niemand so schreibt), oder aus dem vereinigten Königreich aus- und in die EU wieder eintreten. Offensichtlich herrscht in den Redaktionen eine Vorliebe für kleine, krisengeschüttelte und unterentwickelte Staaten in der Peripherie: Die seit der Finanzkrise von London mühsam am Leben erhaltene Royal Bank of Scotland ist eines der Hauptopfer des aktuellen Börsencrashs, und angesichts des Ölpreises ist das teure Nordseeöl für die Staatsfinanzen so hilfreich wie Meerwasser für die Banken in Island, Zypern und Griechenland.

schotta

1707 war das selbstständige Schottland übrigens schon mal am Rand der Pleite, und wurde damals von den Briten mehr oder weniger übernommen, um einen Staatsbankrott abzuwenden – heute würde man “Bailout“ sagen. Die SNP bedankte sich dafür, indem sie im 2. Weltkrieg die Beteiligung von Schotten an der britischen Armee im Kampf gegen die deutschen Nazis ablehnte. In den 70er Jahren gewann die Partei an Popularität mit der Forderung, schottisches Öl – aus dem Meer vor Schottland – müsste den Schotten zugute kommen. Die Autonomie der Region ist für sie nur der erste Schritt zur Unabhängigkeit von den Briten. National eigenständige Folklore steht hoch im Kurs, und wirtschaftspolitisch stellt sich die SNP gegen die Spardiktate aus London. Ihre Hymne beschwört den Zusammenhalt von Blut und Boden, und nimmt Bezug auf eine Schlacht, die vor 700 Jahren in einem Massaker endete, das sogar nach den Vorstellungen der damaligen Zeit ausserordentlich grausam war. Die SNP ist eine nationalistische und separatistische Bewegung, die politisch motivierte Fehlinterpretationen des Mittelalters am Leben erhält, und Andersdenkende in Sachen Eigenstaatlichkeit und wegen nationalistischer Symbole ihrem eigenen Netzmob zum Frass vorwirft, während deutsche Medien dieses Ansinnen begeistert begrüssen.

Ich habe gewisse Schwierigkeiten, Unterschiede zwichen dem völkischen Nationalismus der SNP und dem der FPÖ, etwa in der Südtirolfrage, zu erkennen. Das Gewalt und Krieg verherrlichende Liedgut der Schotten ist auch nicht moralischer als das Lied “Südtirol“ der Band Frei.Wild, das eben jene ZEIT aus Hamburg verdammt, die nun den schottischen Austritt begrüsst. Die Ideologie der angeblich keltischen Schotten ist historisch betrachtet ähnlich, pardon, irrsinnig wie die Ideologie der angeblich keltischen Bewohner Padaniens, die die italienische Lega Nord in Spektakeln feiert, die wiederum an die Inszenierungen der SNP erinnert: Die einen berufen sich auf das Schlachtfeld von Legnano und Alberto de Guissano, die anderen auf die Schlacht von Bannockburn und Robert the Bruce. Die Lega Nord und die FPÖ gelten als rechtspopulistische und völkisch argumentierende Sündenfälle der Wähler – die SNP und ihre balkanisierenden Tendenzen schreibt man gerade zum Retter des Europäischen Gedankens hoch.

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Der Nationalismus ist die letzte Zuflucht der Idioten, und nachdem man die Briten jetzt für Nationalisten hält, können es die gegnerischen Schotten mit ihrem Drang zur richtigen EU nicht sein. Die Unabhängigkeitsbewegungen in Sardinien, Norditalien, Südtirol, dem Baskenland, Katalonien, der Bretagne, Korsika, Wallonie, Flandern und Galicien werden es mit Freuden zur Kenntnis nehmen. Wenn die Einstellung zur EU stimmt, dürfen sie vielleicht auch bald auf vorteilhafte Portraits ihrer Führerinnen und Führer hoffen – in jenen Medien, die in Deutschland den Sachsen wegen mangelnder Willkommenskultur den Säxit nahelegen.

Denn Rassismus, Hatespeech, Nationalismus und Chavinismus ist es nur, wenn andere es tun.

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357 Lesermeinungen

  1. wg. Altenprügel für Britische Wählerinnen allüberall (bento)
    Welcher weiße Mob hat die Jungen eigentlich davon abgehalten, wählen zu gehen (über 60% Nichtwähler bei den unter Dreißigjährigen)? Die Unterhaltungs- oder vielleicht doch die Kosmetikbranche? Social Media?
    1 schmutziges Geheimnis in diesem Zusammenhang: Die hohe Anzahl von Nichtwählern bei der migrantischen Jugend?

    • Titel eingeben
      Die Gebühren, sich zur Wahl anzumelden?

      Ja, das kostet da Geld. Darum hat mein Mann nicht abgestimmt.

    • Kein Mob, der Spass ist schuld
      >Welcher weiße Mob hat die Jungen eigentlich davon abgehalten, wählen zu gehen

      Das war nicht der weisse Mob sondern das Glastonbury Festival:
      http://www.zeit.de/kultur/2016-06/brexit-abstimmung-junge-alte-yougov-umfrage?cid=7384799#cid-7384799

      p:

      On a serious note: In Wahrheit sind die vermeintlich hoch-politisierten weltoffenen Jugendlichen Europas womöglich uninformierte Hedonisten mit grenzenlosem Anspruchsdenken, und einem unerschütterlichen Glauben an den Status Quo der jeden gestandenen Konservativen in den Schatten stellt. Ersteres finde ich entschuldbar und normal für Jugendliche, letzeres bedenklich.

    • Oooops...
      Wirklich? Das kostet Geld? Man lernt nie aus…

      Also bei mir würde ich nach kurzer Bedenkzeit sagen, die Grenze würde bei 50 Euro liegen.

      PS: Damit wir uns nicht missverstehen, ich meine damit wenn man MIR 50 Euro bezahlt, dann würde ich vielleicht wählen gehen, bzw: den Wahlschein ungültig machen, einwerfen und dann schön Essen gehen.

    • @ Gast 28.06.2016, 22:50
      Und wieviel kostet es denn nun?

    • Gäste
      haben eine Neigung, urban myths zu verbreiten. Oder gar zu generieren.

      Hier gibt es vergleichsweise wenig Trolle, und das ist gut so!

  2. Der Hadrianswall
    Die kulturelle Grenzlinie hat sich kaum verändert. Etwas über 5 Mio Schotten, das sind ca 8% von UK hätten es gerne anders. In der dem Monumentalfilm : Der längste Tag* – wurde es mehrfach angedeutet wie unterschiedlich die Kulturen sind. Das schlimmste für manche war nicht das deutsche MG-Feuer, man stopfte sich etwas in die Ohren um die Klänge des Dudelsacks nicht hören zu müssen. * Der Film aus dem Jahr 1962 behandelt die Landung der Alliierten in der Normandie.

  3. Wie gut, dass es wenigstens ein einziges Land auf der Erde gibt
    wo die völkische Ideologie Verfassungsrang hat und mit dem wir trotzdem bedingungslos solidarisch sind.
    Obwohl es nicht mal zur EU gehört.

  4. brexit or not - what ist the question?
    Vielen Dank für diesen Beitrag. Er war überfällig.

    Auch das ganze Gedöns von Juncker und Schulz ist unerträglich.

    Nach der Lektüre des Figaro wird klar, warum die EU-Spitzen auf sofortigen „Austritt“ dringen… Für wie dumm hält uns die Nomenklatura?

    http://www.lefigaro.fr/international/2016/06/27/01003-20160627ARTFIG00009-le-brexit-arlesienne-de-l-ete-2016.php

    • Für Stimmvieh.

    • Auch im Figaro: "Hollande et Merkel en panne de projet pour l'Europe" =>
      muß wohl nícht übersetzt werden. Weiter: Brexit : le splendide isolement des élites= Die fabelhafte Isolierung der Eliten (mit einem dieser ekeligen Fotos von Jun(c)ker Aufdringlich).
      .
      Angela Merkel refuse aux Britanniques une Union « à la carte » A.M. lehnt für GB eine Gemeinschaft « à la carte » ab. Ist klar, geht denen in F runter wie Öl aus dem EU-Ölkännchen, dann sitzen die bisher immer auch rosinenpickenden und sondergeregelten Franzosen wieder alleine am Tisch.
      .
      Nicht klein war mein Schreck angesichts Madame Sturgeon. Hat A.M. eine kleine Schwester, von der wir nichts wußten? Sogar die Kittel farblich abgestimmt.

    • @Gast (cf. Figaro-Artikel) - Die schämen sich offensichtlich überhaupt nicht,
      ja die kennen wohl überhaupt keine Scham. Was da so verlautet wird nennt man auf französisch „magouillage“ – die charakteristische Art, wie man in Brüssel – und anderswo – zu Beschlüssen oder Nicht-Beschlüssen kommt.

      Unterdessen toben die „Mainstream Medien“ und zerren alle möglichen angeblich „schuldigen“ hervor, z.B. die Alten. Was sie nicht einsehen wollen, ist, dass zumindest in D die grosse Mehrheit der Politiker und der Medien, so wie auch die Brüsseler Politiker, in „porte a faux“ zur Wählerschaft sind. Diese Weigerung, die Wirklichkeit zur Kenntnis zu nehmen, hat sich bereits bei der Behandlung der Referenden in Frankreich und den Niederlanden zur EU-Verfassung, in Irland und zuletzt in Griechenland gezeigt (übrigens auch im nicht-EU-Staat Island, der seitdem nicht mehr EU-Kandidat sein will). Die Leute sagen „Nein“, aber der politisch-mediale-finanzmarkt-Komplex beharrt auf „Ja“ – zur Not läßt man solange abstimmen, bis das Ergebnis passt.

      In diesen Spalt zwischen Wirklichkeit und Politischer Klasse dringen dann verschiedene mehr oder weniger zweifelhafte Bewegungen ein,
      und die Leute wählen sie nicht zuletzt, um diese System zu stoppen.
      Dabei wäre es so einfach, wenn man akzeptierte, dass in einer Demokratie zur Regierungspolitik immer eine Opposition gehört, und dass diese zu respektieren ist, und die Chance haben muss, die bestehende Regierung abzulösen – so dass der Wähler sich tatsächlich zwischen Alternativen entscheiden kann. Leider scheint die Merkel-Krankheit der „Alternativlosigkeit“ auch in Brüssel zu herrschen, und so überläßt man die Rolle der Opposition einem Nigel Farage und einer Beatrix von Storch.

      Ich hätte GB lieber in der EU als draussen – aber lieber Brexit, als niochmal so eine dumme Trickserei, welche den Ruf der EU endgültig zerstören würde, und ausserdem die britsche Demokratie – immerhin eine der ältesten und angesehensten in Europa – ernsthaft beschädigen würde.

      Aber man kann noch offen, dass das britische Referendum endlich ein „Rendez-vous mit der Wirklichkeit“ auslöst, eine Schockwelle durch die Staaten der EU schickt, und eine andere Politik bewirkt sowohl in der EU als auch in GB.

      Übrigens – kennt jemand aus dem Physik-Unterrischt die Konstruktion mit vielen in Reihe nebeneinander in einem Gestell hängenden, einander berührenden Metallkugeln? daran erinnern mich die gegenwärtigen Ereignisse: lenkt man am einen Ende der Reihe eine Kugel aus, und läßt sie gegen die nächste prallen, so bleiben die Kugeln in der Mitte ansscheinend unbeweglich, und nur am anderen Ende fliegt eine Kugel soweit weg, wie der Faden zuläßt, an dem sie aufgehängt ist. Als Physikerin sollte Merkel das eigentlich wissen: sie hat 2015 die deutsche Kugel ganz weit ausgelenkt („Wir schaffen das“) – und am anderen Ende in GB war der Brexit das Resultat. Keine Aktion ohne Reaktion: der anfängliche Impuls bleibt erhalten.


  5. Ach, das war eine Internetpetition!
    Hab mich schon gewundert, daß die so schnell auf 3 Mio gekommen sein wollen.
    Ob die Schotten sich zu einem Austritt aus dem UK herbeilassen – so arg schlau wärs nicht, aber möglich – ist ihre Angelegenheit; zugegebenermaßen stellt sich ihre Situation nun anders dar als vorher, weshalb ich ein 2. Referendum ausnahmsweise mal nicht als EU-übliches Nachkarten („so lang wählen lassen, bis die Regierungsmeinung erreicht ist“) empfinden würde.
    Es wäre allerdings ein Auftakt zu westeuropäischen Regionalseparatismen.
    Oder, anders betrachtet:
    bei der Vereinigung von BRD und DDR gingen die (seit 45 virtuellen) Ostgebiete flöten. Man kann das als eine Kontraktion Deutschlands ansehen.
    Wenn GB Schottland abhanden käme, wäre das eine Kontraktion Englands.
    Und der Austritt Englands aus der EU wäre eine Kontraktion der EU.

    Wir werden sehen, wie weit der Stein rollt.

    • Prinzipiell spricht nichts gegen kleinere einheiten, wenn grössere Einheiten nicht funktionieren. Das kann man auch über Mentalitäten erklären. Aber dann muss man auch über die Ursachen reden und wenn es Keltisch sein soll, nicht erst nehmen.


    • Nein, eben nicht kleinere Einheiten.
      Es wäre völlig falsch, da nun mit einer generellen EU-Regel „wir regionalisieren alles“ zu kommen (hat man ja verwaltungsmäßig versucht, aber das ist rein virtuell und so lebensfähig wie eine 10 Jahre tote Leiche).
      Es geht um ein paar Umgruppierungen mit anderen Zentren.
      Barcelona und Mailand sind echte Zentren, Glasgow-Edinburgh ist aufgestiegen, Belfast hinter Dublin ziemlich bedeutungslos geworden.

    • Titel eingeben
      „Kontraktion Deutschlands“

      Ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen, dass sich die Landkarten – gerade des sog. „Deutschland“ – alle paar Jahre ändern?!

      Der deutsche Nationalstaat hat seit 1871 nur Unglück über sich und die Menschen gebracht – von mir aus kann er verschwinden zugunsten eines subsidiären Europas der Regionen!


    • @martin: ich teile nicht ihre büßerische Selbstmordneigung und meine, daß Sie, wenn Sie sich die Landkarten anderer Länder ansehen, die gleichen Veränderungen (mal groß, mal klein, manchmal nicht vorhanden) sehen.
      Ich empfehle Ihnen, mal ein wenig im europäischen und anglosächsischen Ausland mit den Leuten zu reden, sowie sich ein wenig mit Geschichte zu befassen, um ein realistischere Einstellung zu bekommen.

  6. Bravo!
    Ohne die Leistung des Autors schmälern oder kleinreden zu wollen: War das jetzt wirklich so schwer, dass — vier Tage nach ultimo mit grundsätzlich nur zwei vorzurecherchierenden Templates — Don Alphonso damit aufrollen muss?

    • Danke.

      Anderkleben einfach am Guardian-Ticker. Das spart denken.


    • Wie ich schon im Fahrradkeller anmerkte, die nächste Zeit wird man aus den Medien nichts Informatives erfahren, die drehen jetzt frei, ohne Bodenhaftung.

    • Richtig lesen!
      Auch wenn der Autor schon etwas dazu schrieb, also erledigt, dennoch:
      Welche Templates? Ein Brexit und ein Non-Brexit.
      Der Text oben spricht etwas gänzlich anderes auch an: die Pervertierung der empfundenen ‚Richtigkeit‘. Leute die sich überschlagen auf dem Weg zu einen total vereinten Europa, no borders – no nations, dem Nationalstaat die Existenz am liebsten vernichten würden, überschlagen sich urplötzlich mit ihrer Unterstützung für sub-nationale Freiheits- und Unabhängigkeitsbewegungen; bis hin zum selbstständigen Schottland.

      Was ist denn so fashionable an einem Zerfall von GB in mehrere kleinere Einzelstaaten? Diese Frage muss man genau an diese selben Leute richten, den Europa nicht gross genug und nicht zentralisiert genug sein kann. Beziehungsweise denen, für die der nation state *das* Dorn im Auge ist. Ausser natürlich der Schottischen Nation, oder der Londonesischen Nation.

    • Ja.
      Fü unsere Qualitätsmedien schon. Beim Kindergartenblatt Bento hat eine „Schülerzeitung“ im Werdegang stehen, damit sie auf drei Dinge kommt. Ansonsten ist es wie der Don sagt, man schreibt einfach bei anderen ab. Qualitätsstandards und Quellenlage sind egal, jeder beruft sich auf den anderen.

    • Uwe.....
      Was verstehen sie denn daran nicht?

      Man muss ja die Meinung nicht teilen, aber auch selbst ich muss zugeben dass Bayern ohne Merkel/Berlin/Brüssel besser beraten wäre und Don schreibt seit Monaten genau dazu.
      Local government ist immer vorzuziehen IN DER REAL EXISTIERENDEN WELT ist es garantiert das kleinere Übel!

    • @TDV
      Mir scheint, wir verstehen uns meistens. Nicht.
      Nicht weil wir verschiedener Meinung wären, sondern wegen meiner oftmals unverständlichen Argumentation.
      So wie auch hier: dem advocatus diaboli wird seine Argumentation vorgehalten. So auch hier.
      Also eigentlich *hat* es funktioniert, nur meint man, mich vom Gegenteil überzeugen zu müssen.

      Bei Don Alphonso bin ich da nicht so sicher, so wie er oftmals über ‚Nationalismus‘ herfällt. Das Wort ist sicher zurecht auch negativ besetzt. Mir gefällt daher der ’nation state‘ besser, die staatliche Organisation einer grösseren, zusammenhängenden Einheit in einer Nation.
      Sollte man der EM beiwohnen, entweder direkt oder indirekt, ist dort eine ganze Menge Nationalismus sichtbar. Ist das negativ? Finde ich nicht. Wir hatten Frieden in Europa seit 1945, trotz verschiedener Nationen.
      Ich glaube auch nicht, dass es schlecht ist, wenn Menschen ihre Identität *auch* in einer Nation finden. Zu NS-Zeiten war das allerdings vollkommen über jede Grenze weg. Was ist schlecht oder gar gefährlich, wenn ‚der Franzose‘ andere Lebensvorstellungen hat als ‚der Deutsche‘?

      Lange Rede, kurzer Sinn: Natürlich rennen Sie bei mir offene Türen ein!

  7. Titel eingeben
    Besser kann man Heuchelei, zweierlei Maß – Anlegen, die Unfähigkeit oder -willigkeit zu logischem Denken und sonstige intellektuelle und moralische Defizite von Politikern und Medien nicht decouvrieren! Bei aller Tristesse des Inhalts, wie immer, ein exzellentes Lesevergnügen. Danke.

    Die netten Drohgebärden und das beleidigte Gegeifere bei einschlägigen EU Chargen und ihren Regierungen zeugen überdies noch auf breiter Front von ausgeprägter Talentlosigkeit zu Diplomatie, Kommunikationskultur, Umsicht, Contenance, Fairness (eine bei den britischen’Idioten‘ nach wie vor hoch im Schwange stehende Tugend) und mangelhaften persönlichen ’social skills‘. Sicher wird diese jetzt gerade erst sich so richtig aufbauende Performance der EU bei vielen Brexiteers ein qed Gefühl evozieren…

    Und mal abgesehen von den wirklich hübschen alljährlichen Highland Games: ein englischer Freund wünschte gestern schon mal vorauseilend alles Gute zum weiteren Problemfall eines kleinen Landes als strukturschwachem, garantiertem Nettoempfänger der EU…


  8. Die Frage ist, in welchem Maße der schottische Eigensinn wirklich politisch organisiert und mit welchem Maß an Zustimmung beim Wahlvolk versehen ist, und in welchem Maß nur ein Netzphänomen.
    Medien- und noch stärker Netzphänomene kann man leicht aufblasen.
    Rückhalt und Ausdauer entscheiden darüber, ob sowas überhaupt in Betracht kommt (was letzthin scherzhaft als BaWüXit und BayXit angesprochen wurde, wäre z.B. aus diesem Grunde unmöglich), und dann irgendwann eine knallige Gelegenheit, ob es sich dann tatsächlich materialisieren kann.

    • Ich denke, in Bayern gäbe es bei den Ureinwohnern eine klare Mehrheit für eine repräsentative Monarchie, und man müsste schnell machen, denn die Wittelsbacher sind ja auch die Chefs der Jakobiten – wenn Schottland geht, müsste man sich um die Herren streiten.


    • Wittelsbacher
      Oh yeah. Die Idee hat was.
      Aber ich glaube einstweilen nicht so recht daran.

  9. Titel eingeben
    Schottland ist eigentlich noch das kleinste Problem – das Hauptproblem ist, dass das Land durch das Referendum gespalten ist und es im Moment in manchen Regionen ziemlich unschön zugeht. Niemand weiß, wie es weitergeht – am allerwenigsten die Politiker, die für einen Austritt aus der EU waren. Aber während des Wahlkampfs wurde insbesondere von denen der Himmel auf Erden versprochen, und sowohl damals als auch jetzt ist klar, daß es den nicht geben wird.

    Aber für Ausländer und Einwanderer (mit oder ohne britischem Paß) hat sich die Situation geändert, denn plötzlich scheinen viele zu glauben, offener Rassismus ist akzeptabel. Selbst wenn die meisten Briten sehr freundlich sind und das haben, was man in Deutschland wohl „Willkommenskultur“ nennt (im positiven Sinne des Wortes), so reichen ein paar wenige um die Stimmung zu vergiften. Dazu kommt, daß viele EU Ausländer seit vielen Jahren im UK Leben und sich in das Land integriert haben – ein Beispiel ist natürlich das Gesundheitswesen, aber auch Hochschulen; für die wirkt das Ergebnis natürlich wie ein Schlag ins Gesicht der so nicht absehbar war (die meisten fühlten sich im UK bisher willkommen).

    Daß die Schotten natürlich hier wieder ihre eigene Sache voran bringen wollen, ist nicht verwunderlich – und die EU macht die Sache nicht leichter, denn während es beim letzten Referendum noch undenkbar war, daß Schottland einfach der EU Beitritt (als neues Land muß es sich genauso bewerben wie jedes andere auch) so soll es jetzt plötzlich ganz anders sein.

    Man gewinnt ein wenig den Eindruck die EU sei froh über das Ergebnis, da sie jetzt ein unliebsames Mitglied loswerden kann – und vergisst dabei, daß das UK eigentlich gar kein so schlechter Europäer war:

    http://ec.europa.eu/atwork/applying-eu-law/docs/annual_report_32/com_2015_329_en.pdf

    Vielleicht wäre es am besten, die Sache ein wenig ruhiger anzugehen und abzuwarten, bis sich die Lage etwas geklärt hat. Was bei den ganzen Diskussionen nämlich anscheinend vergessen wird ist, dass es hier nicht einfach nur um ein ungezogenes Land handelt, sondern um das Schicksal von run 60 Millionen Menschen.

    • Ich habe so eine Ahnung, dass es da ganz gewaltig kracht und eskaliert, wenn der Brexit nicht kommt.

    • Titel eingeben
      Wo – im UK oder der EU? Irgendetwas wird kommen, aber im Moment weiss niemand ganz genau, was das sein wird. Die Zusammenarbeit mit der EU war ja nicht auf Zeit ausgelegt, sondern auf Dauer – und in vielen Fällen wurde nationale Verantwortungen auf EU Institutionen übertragen und damit ist natürlich auch Fachwissen verschwunden (z.B. wenn sich einzelne Mitgliedstaaten auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert haben).

      Selbst wenn Leave die besten Absichten hatte – die Komplexität haben sie wahrscheinlich erheblich unterschätzt. Ich hoffe, daß das Ergebnis der Verhandlungen so pragmatisch sein wird, wie man es von Briten eigentlich gewohnt ist – das wird aber genau dazu führen, dass es kracht, auf die eine oder andere Weise. Die Versprechungen von Leave lassen sich unmöglich halten – abgesehen von den unsinnigen £350m und einem Ende der Einwandung wird das UK auch nach einem Brexit nicht vollständig unabhängig sein, wenn es mit anderen Ländern Handel treiben will.

      Wie man es auch sehen will, es wird spannend: es ist allerdings eine Spannung, auf die ich gerne verzichtet hätte.


    • dass es da ganz gewaltig kracht und eskaliert, wenn der Brexit nicht kommt
      Ja. Das wäre ein Jahrhundertaffront gegen 1000jährige Tradition.

    • Zwei Dinge GuxGux
      „…daß das UK eigentlich gar kein so schlechter Europäer war“

      Das wäre der…. Iraq Krieg!
      Der Brexit ist mir willkommen, weil damit der Sancho Pansa der USA aus der EU entfernt wird und damit endlich eine Möglichkeit entseht, Europa ein wenig von USA/NATO zu distanzieren und der Kriegstreiberei Einhalt gebieten kann.

      Nächste Woche wird die Chilcot Inquiry nach sieben Jahren endlich veröffentlicht, recherchieren sie das mal und lesen den Report und informieren sie sich über Labour und Corbyn, was da läuft.
      „In Großbritannien wird gegen den Labour-Vorsitzenden geputscht … und die deutschen Medien schweigen“

      http://www.nachdenkseiten.de/?p=34001#more-34001

      Leider, wie zu erwarten, gibt es in DE immer noch eine riesige Mehrheit an Ignoranten die die von den USA ausgehende Kriegsgefahr nicht wahrhaben wollen… Sich einfach mal ein paar der Fakten zu Gemüt führen: „Atomschlachtfeld Deutschland – ein Phantasiegebilde oder eine am wahrscheinlichen Ablauf orientierte Vorhersage?“ Ebenfalls bei

      http://www.nachdenkseiten.de/?p=33985#more-33985

      Das zweite wäre, dass es in den USA bald eine Präsidentin geben wird, und wenn jemand die Schnauze voll von der ewigen penetranten (natürlich gerechtfertigten) Trump Basherei hat, weil er langsam selber merkt, dass damit wohl in erster Linie von den Fakten über Hilary abgelenkt werden soll, was ja sehr erfolgreich abläuft, gibts hier ein paar Beispiele dafür, was sie in den deutschen Medien nie lesen werden:

      http://www.globalresearch.ca/why-hillary-clinton-wont-allow-her-corporate-speeches-to-be-published/5533094

    • Ein gespaltenes Land
      @ Gux Gux
      „Schottland ist eigentlich noch das kleinste Problem – das Hauptproblem ist, dass das Land durch das Referendum gespalten ist und es im Moment in manchen Regionen ziemlich unschön zugeht.“

      „Ein gespaltenes Land“ scheint inzwischen ein Ausdruck zu sein, der immer dann eingesetzt wird, wenn ein knapper Wahlsieg nicht genehm ist. Als ob es eine imaginär vorgeschriebene „Gewinnmarge“ gäbe, bis das Resultat akzeptabel ist, aber diese „Marge“ nur dann Anwendung findet, wenn „uns“ das Resultat nicht passt. Wenn das Resultat „uns“ passt, ist alles okay. „Uns“ = „wir“, diejenigen, die auf der „richtigen“, hellen Seite stehen, eine kuschelige Einheit der diktatorisch vorgeschriebenen künstlichen möchte-gern-muss-erreicht-werden Einigkeit.

      Die jungen Leute haben sich also nicht so rege an der Wahl beteiligt, so so. Weil sie mit dem Resultat nie gerechnet hätten? Weil ihnen die EU am Allerwertesten vorbeigeht? Oder weil sie Besseres zu tun hatten, nach dem Motto: Lasst die Alten nur machen. Wenn‘s passt, ist gut. Und wenn nicht, dann haben „wir“ einen Sündenbock und können mit Fug und Recht behaupten, dass die Jungen durch die Alten um ihre Zukunftschancen betrogen werden.

    • Titel eingeben
      TDV – ich habe nie behauptet, das UK sei Perfekt, allerdings ist es auch nicht sehr viel schlechter als die europäischen Freunde. Die hämische Freude, vie man aus vielen Kommentaren liest, ist natürlich jedermanns gutes Recht, verkennt aber die Realität da sie die Rolle des UK auf sehr wenige Dinge beschränkt. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Staaten gibt es hier noch eine ausgeprägte Debattenkultur und keine alternativlosen Schritte.

      Und was Corbyn angeht – ich kann beim besten Willen nicht erkennen, warum ein Putsch gegen ihn eine schlechte Sache ist. Corbyn hat Labour gespalten und ruiniert; er war wohl einer der unfähigsten Führer der Opposition seit langem und hat sich im Referendum ganz klar dadurch ausgezeichnet, dass er klammheimlich „Leave“ unterstützt hat.

      Ich teile nunmal ihre Meinung nicht, wonach die USA (und deren Verbündeten) von sich aus böse sind – schlicht und einfach weil ich an die Existenz des an sich bösen nicht glaube. Es geht um Macht, und Machtpolitik hat ihre Schattenseiten egal ob sie von den USA oder Russland (oder wem auch immer gemacht wird). Ob eine Distanzierung von der NATO Europa wirklich hilft, wage ich zu bezweifeln. Für Deutschland wird sich wohl nichts ändern, aber ich kann mir kaum vorstellen, daß die EU in der Lage ist, die baltischen Staaten zu schützen.

      Tamarisque: ein gespaltenes Land bezieht sich darauf, wie der Wahlkampf geführt wurde, und ein Referendum polarisiert natürlich, das war in Schottland nicht anders (und auch bei einem anderen Ausgang des Referendums wäre es nicht anders gewesen).

    • Gar nicht aufregen!
      Es gibt eben keine Fairness und Ehrlichkeit mehr, Tamarisque. Ihre Worte sind verschwendet.
      Natürlich weiß jeder bessere Mensch – also der mit richtiger Haltung; also Grüne, SPDist, CDUler, LINKEr – dass das alles nur ist weil die falsche Seite gewann.
      Bei van der Bellen hat sich niemand über die 3 Promille aufgeregt, sondern eher von ‚Glück gehabt‘ gesprochen.
      Schließen Sie mal alle die Augen und stellen sich die medialen Verwerfungen vor, hätte Hofer mit 3 Promille gewonnen! Da würde die öffentliche Meinung bombardiert.

      Off topic, und dennoch: der einzige, der mit 3 Promille wirklich gewinnt ist Junckers:
      https://www.youtube.com/watch?v=1fASN9oYGdw

    • Das kleinere Übel
      Dass Trump als Businessman und GOP Kandidat über die GMO’s anders denkt, halte ich für eher unwahrscheinlich. Aber ich weiß es nicht, denn er hält sich bei diesem Thema bedeckt. Er streitet den climate change ab und hält ihn für eine chinesische VT, mit welchen die Chinesen den USA schaden wollen. Trump befürwortet explizit fossil energy und oil industry, wie es sich bei der GOP gehört. Man kann ihm höchstens zugute halten, dass er da nichts vorheuchelt.

      Was die Reden vor Goldman Sachs & Co. betrifft, so hat Hillary Clinton es geschafft, das Thema perfekt vor der Öffentlichkeit geheim zu halten. Ich hatte vor Monaten dafür nach Artikeln gesucht und fand nichts, außer diesem kurzen Satz:
      Sources have said that the speech was “glowing,” and that she sounded like a “Goldman Sachs managing director,” which would explain why she is reluctant to release it.
      http://www.salon.com/2016/02/15/hillary_clinton_brought_this_on_herself_how_a_democratic_primary_coronation_turned_into_a_war/

      ***
      Die Basisfinnen sind schon längst entzaubert. Dank der Regierungsbeteiligung ist ihre Unterstützung stark gesunken. Der Plan, einen Fixit zu lancieren, ist vielleicht ein Versuch, ihre „Ehre“ als Anti-Partei noch zu retten. Die Koalition wird den Plan kaum unterstützen. Wie das Parlament darüber entscheidet, ist vollkommen offen. Jedenfalls wird es spannend.

    • Titel eingeben
      @Tamarisque: unter uns, der Klimawandel war eine Marketingidee, die nacheinander Atomstromer, Sonnenkollektorfertiger, Styroporhersteller und Regierungen (für zusätzliche Steuern) genutzt haben. Wie das mit Werbeideen so ist, schlug sie in verbissenen Glauben um, der inzwischen ernsthafte Forschung bedroht.

    • @Gux Gux
      GuxGux…

      Mag sein, dass ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt habe. Ich habe nichts gegen das UK und es liegt mir fern eine Rangliste der EU Staaten aufzustellen…
      Der „Feind“ ist DIESE Eu. Sie und ihre Währung gehören komplett abgeschafft und neu aufgestellt. Wie ThorHa richtig bemerkte stellt sich halt die Frage, woher ehrliche Menschen nehmen, die das könnten.

      Ein vereintes Europa ist in meiner Vorstellung eine Banalität, natürlich mit Ländern die eingermassen gleich weit in ihrer Zivilisierung sind. Ein Land wie zB Irland, dass den apple und Google bei 10% Ertragssteuern Unterschlupf gewährt, gehört nicht dazu.
      Aber selbst in diesen 5, oder 8 oder 12 sind leider immer noch um die 300? Millionen verblödeter Kasperles die alles Mögliche behalten wollen. Das UK ist weder besser noch schlechter als der Teil Europas den ich meine.

      Zu den USA: Wie kommen sie dazu mir zu unterstellen ich hätte jemals in meinem Leben das Wort „böse“ verwendet?

      Studieren sie das Problem mal, finden sie heraus welche Art von Leuten nach den USA im 17ten, 18ten und 19ten Jh. in die USA ausgewandert sind, welche „Werte“ die hatten, dass dort ausser Gewalt jahrhundertelang KEINE Gesetze Wirkung hatten, und dass sich die heutige US Politik aus diesen Wurzeln speist.
      Georg Carlin: „America is country founded by slaveholders who wanted to value their freedom. So they killed a lot of white English people in order to continue to own their black slaves, so they can wipe out the rest of the red Indian people, and move west so they could steal the rest of the land from the brown Mexican people, so they had Nevada where they could develop their nuclear bombs and throw it on the yellow Japanese people…”

      Anschaulich und äusserst unterhaltsam können sie die Geschichte der USA in Romanen von Cormac McCarthy oder auch Gore Vidal nachlesen. Da ist nichts böse, die saind einfach ganz normal so.
      Rabauken wie Trump fallen genauso wenig vom Himmel wie die Abermillionen die so was wählen. Und auf der anderen Seite eine durch und durch korrupte „Elite“ vertreten durch Hilary.

      Und das ist dort NORMAL! Da ist nichts Böses. „Das Böse“ ist ein lächerlicher, albern kindischer Begriff mit dem man kleine Kinder und die Blöden manipuliert, damit sie nicht zu viel über die Realität nachdenken! Religionen und anderer Abschaum benutzen solche Begriffe…

  10. Pattrotismus, Klugheit, Nationalismus
    Für Außenstehende, auch gebildete wortmächtige Stützen kann es schwierig sein, Nationalismus von Patriotismus zu scheiden. Eine Trennung Bayerns von Deutschland, Frankens von Bayern kann ich mir schön ausmalen. Auch habe ich keine Probleme, harte Urteile über den RHS schmunzeln zu lesen. Jetzt auf einer Nicola Aigner setzen und mit Ihr an der Spitze aus Deutschland scheiden?

    Ich kenne keine Schotten. Ich weiß nicht, wie Schotten sich üblicherweise ausdrücken.
    Behaupten will ich, daß die Aussagen der Tage unmittelbar vor und nach Brexit emotional besonders geladen ausgesprochen und verstanden wurden. Patrioten können nationalistisch klingen.
    Das wird wieder.
    Zeit, SZ, SPON werden es nicht mögen und nicht verstehen. Auch hier in der FAZ gibt es eher schwache Aussagen zu Johnson und den Brexiters. Wieso sollten die jetzt einern fertigen Plan haben? Deren Energien waren auf eine Aufgabe ausgerichtet. Jetzt duerfen sie innehalten, feiern, nachdenken.
    Und Zeit vergehen lassen. Ob Theresa May oder Boris Johnson PM werden wollen? Wenn sie es wollen, wissen sie um den kairos. Sie können sich zu früh strecken oder zu spät. Dieses Wochenende wäre zu früh gewesen.
    Sturgeon war sehr früh laut. Ein Teil ihres Momentums wird verpuffen. Schulz war sehr sehr früh und laut. Sein Indiz Pfundkurs kann morgen anders aussehen.

    Männer denken mit dem Hirn. Oder mit dem Herzen. In Britannien auch mal mit der Brieftasche und nur selten mit dem Teil für das Monty Python soviele Namen wussten.
    Ich denke, Schottland, Nordirland und Wales werden sich mit der eigenen Mitgliedschaft in der Uefa zufrieden geben. Die Verbindungen über den Hadrianswall sind viel enger, als über die Nordsee.
    Vielleicht radeln Sie mal den Wall entlang?

  11. 'Haltung' ist auch ein letzter Zufluchtsort der Idioten
    Wenn es knapp wird mit Argumenten, die Fakten für die normative Kraft ausgehen, ist noch immer die wunderbar wandlungsfähige ‚Haltung‘ da.
    Nicht diejenige die man mir beim Militär versucht hat beizubringen „Nehmen Sie Haltung an!“, sondern die aus einem politisch korrekten Gewissen erwachsene.

    Das gab es zu meiner Zeit deutlich weniger. Gut, man durfte die UdSSR nur begrenzt kritisieren, aber wenigstens im täglichen Leben waren meistens Fakten Grundlage der politischen Arbeit.

    Mit der politischen Korrektheit wurde das Waffenarsenal verbreitert. Zunächst wurde alles abgeschafft, was pejorativ erschien, danach auch, was möglicherweise pejorativ interpretierbar wäre.
    Und als einmal klar war, dass die Flexibilität dieser Dumm-Dumm-Geschütze wunderbar einsetzbar war, formbar wie Knetmasse, war es nur noch ein kleines Stück bis hin zur Erfindung der Haltung. Mittlerweile braucht es keiner weiteren Waffen, wenn man sich eines Ungeliebten Etwas entledigen will. Es reicht der Vorwurf der ‚Haltung‘.
    Ein Hetzer hat einfach nicht die richtige Haltung. Egal, ob was er sagt, faktisch korrekt ist oder nicht. Selbst wenn er nicht-pejorativ gegenderte Ausdrucksweisen verwendet, er ist ein Hetzer. Punkt.
    Auch das Wort ‚rassistisch‘ bietet sich an. Haltung, bitte! Fakten sind egal.

    Wir haben das neulich im Zusammenhang mit Orlando erlebt. Wir sind so weit, dass Fakten nicht zählen, oder wie wir von Ronald Reagan lernen durften: ‚facts are stupid things‘.
    Wenn man schreibe, der Täter sei ein homophober Moslem, richtig, müsse man sich doch der Generalisierung entgegenstellen, so schreibt ein Freund. Haltung bewahren. Also immer brav dazufügen, dass sich daraus keine Generalisierung für alle Muslime ableiten lässt. Honi soit qui mal y pense, sagte der mediävale Franzose. Denn die Ableitung entsteht ausschließlich im Kopf des korrekt Denkenden.
    Richtige Haltung zwingt einen geradezu, ein Argument das von der AfD kommt, oder auch nur kommen könnte, als ‚rassistisch‘ oder zumindest ‚rechts-populistisch‘ vom Tisch zu wischen, und dem Autor ein ‚Hetzer!!‘ hinterher zu rufen. Haltung ist alles. Fakten sind nichts. Denn auch wenn dieses Argument nicht rassistisch ist, ist es eben doch. Aus Haltungsgründen. Und ‚populistisch‘ schießt ähnlich, wenn auch zunehmend stumpf. Der Schütze selbst ist immer gefeit davor, selbst einer zu sein, ein ‚Populist‘. Das schützende Schild ist die Haltung. Also die richtige Haltung, die von der Meinung du jour als die richtige eingestuft ist.

    Hätten die Briten vor einigen Tagen mit 52% sich gegen den Brexit ausgesprochen, hätte niemand nach dem Quorum oder der knappen Entscheidung fragen dürfen. Glücklicherweise hätten die dummen Jungen sich von den Urnen fern gehalten, und die Briten sich endgültig zu guten Europäern qualifiziert. Haltung. Sie hätten die richtige Haltung bewiesen.
    Wie knetbar der Ausdruck ist, sieht man in der Realität. Denn – für den Fall dass dieser Fakt bisher unbekannt war – die Briten haben sich genau anders herum entschieden. Also sie haben keine Haltung gezeigt, die Jungen hätten richtig entschieden wenn sie nur gekonnt hätten. Jetzt zu schreiben, sie hätten ja, wenn sie bloß den Hintern hoch bekommen hätten, ist – man lernt schnell! – faktisch richtig, aber: die falsche Haltung. Also im Gesamtergebnis als argumentum non gratum verzeichnet. (Nein, ich kann kein Lateinisch!)

    Wenn man sonst wenig hat und kann: richtige Haltung geht immer. Bestes Beispiel: Jakob Augstein. Von dem lässt sich richtige Haltung leicht lernen.

    • Orlando und die Suche nach einem nichtislamistischen Motiv ist auch so ein Sündenfall – und als dann klar wurde, dass es keines gibt, war die Sache verschwunden.

    • Kino
      Oder die Sache, die „untergegangen“ ist während des Brexit, dass ein Geiselnehmer erschossen wurde in einem deutschen Kino.
      Man kannte weder seine Identität noch sein Motiv, aber es war sofort klar das es ein „verwirrter“ Einzeltäter war und kein islamistischer Terroranschlag.
      Was noch unterging war, dass am nächsten Tag ein fast identischer Fall in Paris auftrat, ebenfalls nur mit Waffenattrappen bewaffnet, wie der Täter in Deutschland.
      Wofür doch ein Brexit gut ist.

  12. Guter Nationalismus, schlechter Nationalismus ?
    Lieber Don Alphonso,

    vorab, haben Sie ihn noch nicht vermißt in der vergangenen Woche ? Ach, Sie wissen nicht von was ich spreche?

    Ich meine den Verwesungsgeruch über dem Mare Mediterraneum, der vor dem Brexit und der Fußballunterhaltung tagtäglich von der deutschen Qualitätspresse, als olfaktorische Verstärkung eines gewünschten schlechten Gewissens, unter die Leserschaft gestreut wurde.

    Das Beweinen der politischen Leichen Junkers und der K., nach dem Brexit, war plötzlich bedeutungsvoller als die aufgequollenen Wasserleichen, die in Italien auch in diesen Tagen an den Strand getrieben werden.

    Ich gestehe freimütig, auch ich habe es, beim Aufschlagen der Zeitungen angenehm empfunden nicht ständig mit islamischen Kullerkinderaugen und Mitleid einfordernden Artikeln konfrontiert zu werden.

    Grundsätzlich Ihrem Satz „Nationalismus ist die letzte Zuflucht der Idioten.“ zustimmend, empfinde ich den Rest als Detaillehuberei, eines in der Abgeschiedenheit des Tegernseer Tales, zwecks eitler Selbstfindung Angesiedelten.(Ob Sie mir dies jemals verzeihen werden?)

    Guter Nationalismus ist, wenn wir die Bayernhymne singen:

    Gott mit dir, du Land der Bayern,
    deutsche Erde, Vaterland!
    Über deinen weiten Gauen
    ruhe Seine Segenshand!
    Er behüte deine Fluren,
    schirme deiner Städte Bau
    Und erhalte dir die Farben
    Seines Himmels, weiß und blau! 

    Die Briten sind ja jetzt auch Nationalisten und Deutschland ist „Gut“, übernimmt gar die Führungsrolle der „Guten“.

    Der Herr Gabriel sagte: „Zugeständnisse an Briten könnten Untergang Europas bedeuten.“ (FAZ-Liveticker zum Brexit – 28.06.2016)

    Was aus Sicht dieses Menschen nur bedeuten kann, daß er mit unseren Nachbarn in Großbritannien, also denen, die ihre nationale Identität – sind das jetzt Nationalisten? – bewahrt sehen wollen, weniger rücksichtsvoll umzugehen gedenkt, als mit all den Islamis, die man sich seit einem Jahr ins Land, nach Europa, unter der K. Führung holt.

    Ja, liebe Briten so sieht das aus. Euch nachzugeben könnte der Untergang Europas bedeuten; nicht der Islam.

    A propos, Islamis, unter der Überschrift: „In hessischen Flüchtlingsunterkünften entscheiden Pressestellen, was Journalisten sehen. Und was nicht.“ ( http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/fluechtlingsunterkuenfte-hinter-verschlossenen-tueren-14312377.html ) beklagt sich die Presse darüber, nicht die ihr notwendig erscheinenden Informationen bei den Armutsflüchtlingen in den Kontakthöfen des Islamismus zu erhalten.

    Die Presse möchte ja schon alles wissen, um dann gottgleich, darüber zu entscheiden, was sie dem geneigten Leser weiterzureichen gedenkt.

    Berichte über die Konzentrationslager (die lateinische Wortherkunft bedeutet sammeln, zusammenziehen oder zusammenlegen) und wie gegenwärtig dort z.Z. ramadanisiert wird, schrieb Anabel Schunke am 26.06.2016 unter der Überschrift: „Die doppelte Geiselhaft der Deutschen“.

    Nicht das Geringste verbindet mich mit einer AfD, FPÖ, Lega Nord oder gar der Lega dei Ticinesi, doch Ausgrenzung durch die Würg-Engel mit muselmanischen Maximen, wie die K. oder der Maiziere, oder Maas, wird ganz sicher auch keine Lösung sein.

    Seien Sie herzlich gegrüßt
    ObjectBe (objectbe.blogspot.com)

    • Zum Verwesungsgeruch liegt hier ein halbfertiger Beitrag… es gibt so viel zu tun,


    • es gibt so viel zu tun,
      Ja, wir sind gerade in einem Katarakt.
      Danke, daß Sie so viel schreiben und Kommentare zulassen.
      Das hilft ein bißchen beim Sortieren.

    • Titel eingeben
      Bitte in der Bayernhymne „deutsche Erde“ durch „Heimaterde“ ersetzen – wie das im Übrigen auch unser hochverehrter Papst Benedikt vorbildlich gemacht hat.

      Und es ist kein Nationalismus wenn Sie die Bayernhymne singen – Bayern ist kein Nationalstaatskonstrukt des 19. JHD, sondern ein uralter, gewachsener Staat. Ganz ohne Pathos!

    • Wir haben ihn allerdings um Sklavonien, bekannt als Franker, erbeuteweitert.

    • Titel eingeben
      Es gibt keinen guten Nationalismus, aber es gibt Vergleiche, die hinken, ObjectBe.

    • Kinderkulleraugen
      Wirksam ja, aber wohl auch schwer zu bekommen. Deshalb werden sie öffentlichkeitswirksam immer schön nach vorne gerückt. Es gibt ein Video einer kanadischen Reporterin, in dem man sieht wie die drei einzigen Kinder in einem Flüchtlingscamp für Pressfotografen zusammengetrommelt werden.


    • @DA: Franken und Schwaben werden sich von Bayern abspalten!

    • Nur zu!

  13. Titel eingeben
    Hmmmm… ich tue mich mit diesen Ansichten durchaus schwer – vor allem bei dem Thema Schottland.

    Zunächst einmal die zitierten Hymnen, die als Beweis herangezogen werden. Sorry, aber wenn man sich die Hymnen vieler Staaten anguckt, wird man da häufig etwas mit Blut, Boden oder anderen „anrüchigen“ Dingen finden – andersherum, die Liste mit den Ländern, die kaum Martialisches in ihren Hymnen haben, wird kürzer.

    Schottland hatte sich in dem viel zitierten Referendum für den Verbleib im Vereinigten Königreich entschieden, unter der Prämisse, Teil der EU zu bleiben – das war eines der _Hauptargumente_ für den Verbleib. Da Schottland nun gegen seinen Willen aus der EU heraus soll, könnten sie sich nun für den Austritt aus UK entscheiden.
    Diesen Umstand mit dem Nationalisten in Südtirol gleichzusetzen ist weit neben allen Gegebenheiten – das kann man nicht einmal ansatzweise miteinander vergleichen, weil die Umstände vollkommen andere sind.

    Und ja, sicher mag es völkische Idioten bei den Schotten geben – aber hey, aber in welchem Land Europas gibt keine derartigen ewig gestrigen Spinner?
    Aber die meisten Schotten haben mit diesen ewig gestrigen Schotten eben nichts gemein – sie wollen einfach nur weiterhin der Europäischen Union angehören – und Menschen, die in erster Linie einem Europa angehören wollen als Nationalisten abzustempeln – nun ja, kann man machen, aber……

    • Nun, man kann das natürlich mit dem Liedgut auch locker nehmen. Aber dann bitte bei allen und damit auch bei Frei.Wild, wenn die schon zum 1000. mal erklärt haben, dass sie das nicht so meinen, wie es ihnen nachgesagt wird. Tatsächlich sehe ich da eine Art Kampagnme, die wirklich verzichtbar ist. Südtiroler haben einen grossen Stolz auf ihre Heimat, das ist halt so. Das Problem ist doch, dass man sich bei Bergvolk A. total locker macht und bei Bergvolk B. immer sofort den SS-Schergen sieht.

    • zu den sogenannten Südtiroler Nationalisten
      Dirk Wilking zur Band Frei.Wild (http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/Frei-Wild-Auftritt-sorgt-fuer–rger-12691385)
      „Im Lied «Südtirol» etwa wird eindeutig Italien angegriffen: Südtirol soll nicht mehr zu ¬Italien gehören, vielmehr wollen sie etwas Grossdeutsches. Es ist ein klassisches Modell der rechtsextremen Szene, dass die Staatengeografie Europas in Frage gestellt wird.“

      Herr Wilking stellt die Dinge auf den Kopf: die stolzen Südtiroler (s. auch Freiheitskampf von Andreas Hofer im 19.Jahrhundert) wurden gewaltsam gegen ihren Willen in einen fremdsprachlichen Kulturraum (Italien) eingegliedert, ausdrücklich entgegen dem Selbstbestimmungsrecht der Völker (=eines der Grundrechte des Völkerrechts). Aber nicht etwa das wird von Herrn Wilking als nationalistischer Akt erwähnt, ja nicht mal Herrn Benito Mussolinis Unterdrückung der Südtiroler (Herr Mussolini war übrigens laut Hitler übrigens dessen bester Freund), sondern der nachvollziehbare und wütende Protest dagegen durch Frei.Wild.

    • Ich hannte noch Südtiroler, die die Zeit des Faschismus und der Optanten miterlebt haben.

      Man muss sich nachträglich wirklich wundern, dass die Autonomie nach dem Terror der 60er Jahre letztlich doch recht friedlich kam, das hätte auch ganz anders ausgehen können. Nachdem ich aquch immer wieder in Südtirol bin, kommen mir die Aussagen nicht allzu schräg vor.

      Mal ein Beispiel: Ich sehe eher südländisch aus, und mir passiert es öfters, dass mich Südtiroler italienisch ansprechen. Und sie entschuldigen sich sehr deutlich, wenn sie merken, dass ich Bayer bin.

      Da gibt es noch ganz andere Bruchlinien als dieses Lied, lesen Sie mal den Teitteraccount der Freiheitlichen Ulli Mair, zum Beispiel.

    • Frei Wild Kritik von Dirk Wilking
      Er leitet diese Institution:
      http://www.gemeinwesenberatung-demos.de/Institut/tabid/909/Default.aspx

      Was weiss ein Brandenburger Kämpfer für die gute Sache denn von Bergvölkern in den südlichen Alpen, von Mussolini-Faschismus, von Hitlers Umsiedlungsplänen auf die Krim (sic!).
      (natürlich ist man in jener Institution bzw. ihrem Trägerverein auch gegen jeden Extremismus, ausser wenn er von links kommt, weil er dann einfach nicht existiert…).

      Das problem ist doch: je nachdem welche „Experten“ man befragt, weiss man schon vorher einigermaßen, wie ihr Urteil ausfällt. Herr Wilking denkt eben von Berlin/Brandenburg, also von flachem Gelände aus.

  14. Informationsgesellschaft
    Wir leben in einer Zeit, da die Informationsquellen der Öffentlichkeit (vulgo: Medien) keine Informationen mehr bringen, sondern mundgerecht aufbereiteten politisierten Spin. Die Quellenlage kann auch gar nicht unklar genug sein, daß nicht einer beim anderen abschriebe und noch eins draufsetzt.

    Daß die breite Öffentlichkeit ohne Hinterfragen alles glaubt und verbreitet, macht es nicht besser. Entschuldigungen und Richtigstellungen bleiben meist aus; wozu auch, am nächsten Tag wird schon die nächste Ente bzw. Sau durchs Mediendorf getrieben.

    • Übermorgen kommt dann GinaLisa.

    • WIe bitte?
      „Daß die breite Öffentlichkeit ohne Hinterfragen alles glaubt und verbreitet, macht es nicht besser.“

      Macht es nicht besser????

      Ist es nicht vielmehr so, dass dies das eigentliche Problem ist? Und, dass es KEIN Mittel dagegen gibt?

  15. Fusionsreaktor in kritischer Phase
    Fulminanter Beitrag! Hut ab.

    Mal angenommen, die Schotten setzen ihre angestrebte Separation von UK demnächst in die Tat um und beantragen ihre Aufnahme in die EU. Die Regierungen von Spanien, Frankreich, Italien und Belgien werden, eingedenk ihrer internen Separatismusprobleme, Schottland einen Vogel zeigen.
    Als Trostpflaster für die abblitzenden Schotten wäre eine Fusion der Royal Bank of Scotland und der Deutschen Bank zu erwägen. Falls letztgenanntes Institut dann noch aktiv sein sollte. Wenn nicht, wäre es allerdings zu spät, Silberkannen zu erwerben.
    Im übrigen benötigt die EU weder die Beihilfe der Schotten noch sonstiger Nationalisten um sich selbst zu zerlegen, sie hat ja den Euro. Den macht Juncker als Trotzreaktion auf den Brexit zur alternativlosen Zwangsjackenwährung.

    • Es wird auf jeden Fall ein elendes Prpblem, zumal England dann dazwischen liegt. Dazu kommt das Problem, schnell eigenstaatiche Strukturen aufbauen zu müssen, und das wird teuer. Sich nach 40 Jahren von Brüssel lösen ist leichter als nach 300 Jahren von England.

      Mir wäre es lieber gewesen, die EU hätte ihren Austritt aus Europa erklärt.


    • Mir wäre es lieber gewesen, die EU hätte ihren Austritt aus Europa erklärt.
      Merkel im September 2015 ihren Austritt aus Deutschland hätte uns auch einiges erspart.

      Trotzreaktion auf den Brexit
      Und die kann uns noch Kopf und Kragen kosten, wenn das durchkommt:
      http://www.zerohedge.com/news/2016-06-27/eu-officials-unveil-ultimatum-blueprint-final-solution-european-super-state


    • Sich nach 40 Jahren von Brüssel lösen ist leichter als nach 300 Jahren von England.
      Unbedingt, ja. Deswegen haben sie das Gefühl, entweder jetzt oder es klappt die nächsten 300 Jahre wieder nicht.

    • Aber Don....
      Sie sehen das zu negativ…. denken sie an die Arbeitsplätze, eine ganze Industrie ensteht dort dann. Wachstum!

      Berufswunsch: Schmuggler in Schottland, in den Highlands.
      Gott, wie romantisch….

  16. Ein Unterschied
    Ein Unterschied zwischen dem SNP- und dem FPÖ-Nationalismus ist vermutlich doch der, dass die FPÖ keine „Fremden“ in ihrem Land haben will, während die nationalistischen Schotten wenig Probleme mit Migranten aus anderen EU-Mitgliedstaaten zu haben scheinen. Falls Schottland sich in einem nächsten Referendum von Vereinigten Königreich lossagt, wäre die Aussage: In einem UK, das in die EU eingebunden ist, wollten wir bleiben (2014er Votum). Wenn jetzt aber UK die EU verlässt, ziehen wir einen Verbleib in der größeren Einheit EU dem in der kleineren UK vor. Das finde ich eigentlich weniger separatistisch, so als würde Bayern aus der Bundesrepublik austreten und Franken den Wunsch artikulieren, Bayern zu verlassen, um in der Bundesrepublik bleiben zu können.
    Apropos: Was sollen denn „bayerisch-blau-weiße Fahnen“ sein? Bayerische Fahnen sind weiß-blau, nicht blau-weiß!

    • Die FPÖ ist inzwischen nicht meht durchgängig fremdenfeindlich, man differenziert da schonm recht deutlich, und das ist auczh ein Schlüssel zu den aktuellen Erfolgen. Ich weiss nicht, was die SNP zu einer Migrationsbewegung sagen würde, die unserer entspricht. Was ich so gelesen habe, ist man für eine qualifizierte einwanderung, aber das sind heite ja viele.

    • Na, sagen wir mal:
      Kroaten, Rumänen und Bulgaren, die so qualifiziert sind, dass sie als Bauhilfsarbeiter oder Zimmermädchen arbeiten und damit so gerade ihren Lebensunterhalt verdienen können. Würde mich wundern, wenn die FPÖ die Einwanderung dieser Personen begrüßen würde. Und würde mich wundern, wenn die SNP gegen Einwanderung dieser Art etwas hätte, denn das ist ja gerade die Freizügigkeit, welche die EU-Mitgliedschaft bewirkt. Dass der Brexit etwas mit den in Deutschland aufgenommen Flüchtlingen zu tun habe, wie Sie mir anzudeuten scheinen („Migrationsbewegung, die unserer entspricht“), wäre zumindest rational schlecht zu erklären. Denn die Flüchtlingskrise und deren Bewältigungsversuche zeigten ja gerade, dass UK nicht von der EU gezwungen werden kann, Flüchtlinge in nennenswertem Umfang aufzunehmen.

    • Aber zahlen für die Flüchtlinge, die sie nicht aufzunehmen gedenken,
      zahlen sollten sie schon. Und es ging ein Pro-Kopf-Betrag von Euro 250.000,– durch die Medien. Genannt irgendwo bei einem Besuch in einem osteuropäischen Land.

  17. All greatness comes from loss.
    Naja, es könnte ja noch schlimmer kommen.
    Die letzte Zuflucht der Idioten ist die Religion.
    Denn die war noch vor der Nation identitätsstiftend.

    Wenn Einheiten zerbrechen (wie gegenwärtig EU), dann orientieren sich die Menschen zurück an Ebenen, die ihnen davor jahrzehntelang Halt gaben. Und da steht nun einmal die Nation.

    Ohne EU muss man erst einmal suchen, wo welche Nationen noch funktionieren können, und da läuft es eben wild und quer und bunt.

    Wird sich stabilisieren. Wird dauern. Kann unschön werden. Denn das Problem bei neuen Einheiten ist, dass sie sich entlang neuer oder alter Differenzen orientieren, d.h. eventuell werden lang vergessene Differenzen aktiviert um Stabilität zu gewinnen.

    Wobei man sich fragen sollte ob der Durchgriff auf Religion vielleicht doch nicht sinnvoller wäre. So ein Westen versus Islam könnte unter Umständen sinnvoller als ein Schottland gegen England, Tirol gegen Italien oder Bayern gegen Berlin sein.

    Wir werden sehen. Das ist sicher.

    • Ich glaube, die EU hat in vielen Bereichen mehr Probleme geschaffen als gelöst, und damit zu vielen vor den Kopf gestossen. Vor allem die Verkrustung, symbolisiert durch Junkcker und seine Leute. Das kan nicht gut gehen. und manche Länder wie Ungarn zeigen ja, wie man dem System eine lange Nase dreht.

    • The dreamers exhaust us. They must die before they kill us with their blasted dreams.
      Don,

      es ist etwas komplizierter:
      Die EU hat sich in einen Wettlauf mit der Moderne begeben….und verloren.

      D.h. die funktionale Differenzierung konnte nicht mehr eingeholt und auch nicht mehr gebändigt werden. Der Todesstoß für die EU kam von außerhalb, d.h. durch den Kapitalismus im Jahre 2007/2008. Das konnte die EU nicht mehr auffangen, vielmehr ist sie mehr und mehr zu einem hierarchischen Gebilde unter deutscher Führung degeneriert, was nicht gut enden konnte, wie alle durch Deutschland geführten Bewegungen. Merkels Willkommenskultur war letztlich nicht anderes wie des Führers Russlandkrieg: Eine einzige allmächtige Entscheidung, die dann den ganzen Kontinent in den Abgrund führte.

      Whatever, wir werden der EU noch nachtrauern, insbesondere wenn in naher Zukunft einer kommen wird um den ganzen Kontinent mittels einer neuen Differenzen zu einigen. In der Regel läuft das über „Konflikt“. Und der Preis für „Konflikt“ ist deutlich höher als der für Bürokratie einer EU.
      Wie schon gesagt, mein Tipp ist: Westen versus Islam.


    • Wie schon gesagt, mein Tipp ist: Westen versus Islam.
      Hmmmm… zeichnet sich ab, ja. Die Frage ist, ob man diese Kurve noch kriegt.


    • Merkels Willkommenskultur war letztlich nicht anderes wie des Führers Russlandkrieg
      Ich glaube, auch da haben Sie recht.
      Es war der entscheidende Wendepunkt durch Überexpansion.
      Nochmal kräftig expandieren, wenn man schon mit Macht in die Eisen steigen sollte.
      Aber die roten Ampeln werden weiter überfahren, weil es ja geht.
      Wir werden ein Sich-Zurückziehen der EU in den Elfenbeinturm erleben, indem sie die jetzt noch ein bißchen funktionierenden Strukturen plattmachen. Denn sie wollen den europäischen Bundesstaat, und dafür machen sie alles kaputt, was in 1000 Jahren gewachsen ist. Krieg zwischen Staaten war vorgestern, heute herrscht Krieg gegen Staaten und Bürger.

  18. Complete and utter bollocks
    This article is absolute nonsense and shows little or no understanding of Scotland and the Scots, trying to insinuate that Scottish nationalism has some relation to fascist ideology (Freiwild??) is moronic, people are angry and rightly so they have been lied to and tricked. Dozens of my ancestors were killed in the 1st and 2nd world war but in spite of the absurd insinuation in this article this has nothing to with the SNP of today, this is a perverted twisting of unrelated sources in a similar manner which led to this whole Brexit chaos we are experiencing. „Nationalism die letze zuflucht der Idioten“ you should make an analysis of the German football team and the media and get back to me :)

    • That’s exactly what members of the Lega Nord tell me. and they come up with their opposition to the Merle law, and their pro-gay Sindaco in Verona, and of course I’m dead wrong reducing them to the right wing topics. Actually, the new chairman Matteo Salvini came from the left. Of course they are not fascists, they just feel tricked after all those hard times. I even believe that they think they are just centrist, normal citizens trying to do the best for their country. However, it is based on a certain Feeling that we in Germany call „völkisch“, especially when it comes to the celtic origin. I’m an archeologist and art historian. I know this part of the ideology is utter BS. And Italian or Tyrolean Fascists are really another cup of tea, Casa Pound, for example.

      Anyway, as I live in Bavaria and lombardia which was controlled by the Lega, I know how to survive under völkische regimnes. The main point of the article is the pathetic way German media deals with it’s own morals.

    • Moronic? Well, possibly...
      Mate, did you probably rely on Google translator or something? This might explain your complete lack of awareness of the utterly sarcastic parts of the above read. However, qualifying it as ‚absolute nonsense‘ is, surprise, absolute nonsense, as is the imputation of Don *illegitimately* linking historical events or facts to todays SPN. Without justification on your part.

    • Nonsense
      The writer in his muddled analysis plainly knows nothing about Scotland. He uses historic Hitlerite and Fascist and Blut und Boden manifestations of volkisch and regionalist nationalisms as a matrix for what is happening in Scotland. I do wonder if he sees Scotland, a nation not a region, through a skewed Herrenvolkisch anglocentric prism. This is the kind of stuff one might read in, paradoxically, the right wing press in England ie Daily Mail, Daily Express even Daily Telegraph where below the line comments are often Scotophobic. The SNP is not racist, welcomes immigrants, is not even anti-English, it simply stands for the restoration of freedom and sovereignty. Is that criminal?

    • I beg your pardon, you didn’t get the point. There can be no doubt that the SNP is a straight nationalist movement, and the simple question is: Why don’t German journalists take that into account when they are cheering the independence?

    • ????
      Should these three gentlemen by typical for Scotland and having listened to four decades of utterances by Sean Connery I harbour that suspicion… maybe they should remain in the UK and outside the EU?

      After all, the problem that the EU has is, that it urgently needs to be cleaned of peoples who think they are very, very special and thus deserve special exceptions…

  19. Es wundert mich, no borders - no nations hier derart bestätigt zu sehen.
    „Denn Rassismus, Hatespeech, Nationalismus und Chauvinismus ist es nur, wenn andere es tun.“ Und tun, tun es alle immer wieder.

    Wer an Nationen hängt, muß akzeptieren, daß diese ihren nationalen Bedürfnissen folgen. Alles andere wäre unlogisch. Wie sie das tun, hängt einzig davon ab, wie sie es tun können. Die einen machen es mit Soldaten und NSA, die anderen mit Mitteln der Wirtschaft, wieder andere mit Hilfe der Technik. Alle aber machen es jedenfalls mit und durch Manipulation ihrer Bürger mit allen Mitteln.

    Alles, was momentan zu Recht oder zu Unrecht an Positivem der EU zugerechnet wird, abseits der Frage, ob es nun gut oder schlecht gemacht ist, basiert letztlich auf dem Gedanken von no borders – no nations. Und so schlecht kann der Gedanke ja nicht sein, wenn sich manche Nation darum reißt, der EU anzugehören.

    Daß die Petition zumindest derb gepusht war, hatte ich schon vermutet. Irgendwie erinnerte mich das an Köln. Nur gut, daß so etwas im Netz nicht unbemerkt bleibt. Die unrühmliche Rolle der Medien auch in diesem Zusammenhang; was soll man dazu noch groß sagen oder schreiben.

    Tja, ansonsten kam mir angesichts der politischen Entwicklungen, Irrungen und Wirrungen nur noch ein Gedanke: Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Wir brauchen dringend mehr Referenden, ganz besonders in Deutschland sollten sie überhaupt mal möglich sein, um grundsätzliche Fragen einmal abseits der „Eliten“ zu klären. Dann würde sich zeigen, was Demokraten wirklich wollen.

    • Doch, das soll und muss man schreiben. Immer wieder.

    • Kranken- und Pflegeheim
      “ Und so schlecht kann der Gedanke ja nicht sein, wenn sich manche Nation darum reißt, der EU anzugehören.“

      Klar, man wird so seine Armen leichter los.

    • Aber Oberländer.... erst denken, dann schreiben....
      … natürlich und die Reichen wollen ihre Produkte dorthin verkaufen. Sie haben die Angewohnheit immer nur die eine Seite sehen zu wollen.

      Fahren sie mal an.. zB die tschechische Grenze und zählen am Montag sehr früh am Morgen mit, wieviele Busse da mit Billigst Arbeitern angefahern kommen und den Leistungsträger unter dem deutschen mittelständischen Unternehmern ihre Abzocker Profite ermöglichen.

      Es waren die bürgerlichen Parteien und nicht die Linken, die auch aus genau diesem Grund meinten, die ehemaligen Ostblock Länder müssten unbedingt in die EU, und dann genau wie bei den Syrern jetzt behaupten, das seien alles nur Chirurgen die da kommen…..

  20. Nationalismus und Separatismus
    [Klarnamen vergessen]

    Ist es wirklich so schwer, Unterschiede zwischen der FPÖ und der SNP zu erkennen? Sich auf Liedgut und Geschichte zu beziehen, scheint mir keine erfolgversprechende Strategie zu sein, wenn man ein stichhaltiges Argument für die Ähnlichkeit der beiden Parteien nachweisen will.

    Sind denn von SNP ausländerfeindlichen Parolen bekannt? Mir nicht, aber ich lasse mich aber gerne belehren.

    Weiterhin, wie passt es zu Ihrer These, dass Nicola Sturgeon die Partei, die wirklich der FPÖ ähnlich ist, nämlich UKIP, massiv für ihre Ausländerfeindlichkeit angegriffen hat? Und gleichzeitig auch noch betont hat, dass Schottland jederzeit allen EU-Bürgern offen steht?

    Da scheint es doch massive Unterschiede zu geben, wenn man sich einmal anschaut, wofür die jeweiligen Parteien, die Sie hier in einen Topf werfen wollen, heute tatsächlich stehen. Und wenn man diese Unterschiede zur Kenntnis nimmt, was bedeutet das dann für die Frage, ob Schottland nationalistisch ist? Ist Schottland nationalistisch in dem Sinne, dass es unabhängig von Großbritannien sein will (also eigentlich nur separatistisch ist) oder in dem, wesentlich üblicheren und ärmlichen Sinne, dass die Schotten ihre Nation für die beste der Welt halten und Angehörige anderer Nationen allenfalls als Touristen sehen wollen?

    • Aus Platzmangel habe ich die israelkritischen AHEM Strömumngen bei der SNP nicht erwähnt, da könnte man auch etwas… aber egal.

      Ich denke aucg, dass man es sich nicht so leicht machen darf und sagen „Alles Nazis“. Aber wenn jemand schon seine Geschichte auf 700 Jahre alte Schlachten aufbaut und vor zwei Jahren dafür noch ein neues Denkmal hinstellt, das das eigene Volk hochleben lässt – dann könnte man schon mal genauer hinschauen.

      Und klar, es gibt Unterschiede. Deshalb kommen sie auch nicht in Europa wirklich zusammen, die Nationalisten. Aber das ist mE kein Anlass, dann unkritisch zu werden. Speziell, wenn man sonst sofort die Nazikarte spielt.

  21. Titel eingeben
    Die latente Abschätzigkeit, mit der Sie Südosteuropa verbal nicht selten belegen (hier: „balkanisierende Tendenzen“) irritiert durchaus, zumal Sie die aktive deutsche und österreichische Unterstützung separatistischer Bewegungen in den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts, und auch in den Vierzigerjahren, in diesen europäischen Regionen, ausblenden. Tatsächlich ist dieser separierende Blick, der „guten“ von „schlechtem“ Chauvinismus trennt, je nach politischem und wirtschaftlichem Interesse, kein neues Problem. Fraglich, ob sich diese Sichtweisen wirklich geändert haben. Darauf deuten Sie, an anderen Beispielen, völlig zurecht hin. Wer gegen die deutschen Nazis und ihre Kollaborateure gekämpft hat, das genau zu erfahren und zu erinnern, ist eine Notwendigkeit. Und ein sicheres Mittel gegen latenten Hochmut.

    • Ich sage offen, dass ich für die Wiedereinführung des aufgeklätzrn Feudalismus bin. Das hat mit Nation nichts zu tun, und Leibeigenschaft ist besser als ihr Ruf.

    • Titel eingeben
      Mit der Leibeigenschaft haben´s die Naziherrschaften ja auch versucht, von denen ich sprach, Don Alphonso, nur hatten zu viele Einheimische, die nicht umgebracht wurden, etwas dagegen – und siegten. Apropos Aufklärung: Der Begriff „Slawen“ hat etymologisch nichts mit Sklaven zu tun, der „Nemac“, „Niemiec“ oder „Němec“ etc., womit man in einigen slawischen Sprachen Deutsche meint, ist ja auch nicht „stumm“, was die Herkunft dieses Begriffes in den slawischen Sprachen ist, – nur, weil die Germanen bei den ersten Begegnungen mit Slawen keine slawischen Sprachen sprachen, waren sie eben sicher nicht stumm und Stumme. Etwas einsilbig vielleicht, manche von ihnen, damals schon, wie auch heute in manchen Biergärten zu beobachten ist, mit gelegentlichen Neigungen zu den größten Grobheiten der Menschheitsgeschichte, da haben Voltaire und Kant wenig anrichten können. Wenn es dann nur noch grobe, immerhin geistreich grobe Größenphantasien sind, Don Alphonso, sind wir südlich der Alpen und östlich des Bayerischen Waldes ja schon froh.

  22. Eigentlich...
    Eigentlich wollte ich zu dem ganzen Komplex etwas schreiben, vor allem zu Juncker und wo es die ‚Alten‘ wirklich verbockt haben, aber dann wollte ich doch nicht. Nun tue ich es doch noch, aber nur um das zu ergänzen, was Don Alphonso zum Scluss schreibt.

    Es gibt die Redewendung „Der Feind meines Feindes ist mein Freund.“. Das scheint jetzt im Falle des Brexits und der Schotten für viele Journalisten zu gelten Dabei scheinen sie zu vergessen, dass sie vor nicht allzu langer Zeit selbst noch gegen eine Loslösung von Schottland vom Vereinigten Königreich angeschrieben haben. Aber es zeigt eben, dass die oben erwähnte Maxime aus dem Bereich der Realpolitik nichts anderes als praktizierter Zynismus ist und nicht weit führt. Man denke nur an die unheilige Allianz aus ‚Gendertröten‘ und Islamisten, um es den alten, weißen Säcken mal so richtig zu zeigen. Oder man denke an den Kalten Krieg, Stichwort Afghanistan. Aber da der Zweck bekanntlich die Mittel heiligt, ist dann eben auch jedes Mittel recht. Um ein anderes Beispiel anzuführen, sei nur auf Jugoslawien verwiesen. Kroatischer Nationalismus = gut. Serbischer Nationalismus = Nazi-böse.
    Aber es ist eben immer so: Diejenigen, die verlangen, wir sollen vernünftig sein und bspw. die Verwässerung von Kündigungsschutz, Zeitarbeit, befristete Verträge, HARTZ IV, TTIP und Kriege im Namen der Freiheit (der Vernunft) gut finden/akzeptieren/hinnehmen, sind die eigentlichen Radikalen, Revoluzzer, die Zerstörer von Ordnung und Vernunft. Was Juncker und Merkel in kurzer Zeit erreicht haben, hätte eine USPD nie hingekriegt, auch nicht mit Kurt Eisner.

    • Altes arabisches Sprichwort:
      Ich gegen meinen Bruder;
      ich und mein Bruder gegen unsere Vettern;
      ich, meine Brüder und Vettern gegen die, die nicht mit uns verwandt sind;
      ich, mein Bruder, meine Vettern und Freunde gegen unsere Feinde im Dorf;
      sie alle und das ganze Dorf gegen das nächste Dorf.

    • Kluger Beitrag
      Das habe ich gerade mit Vergnügen gelesen. Stimme zu – und schweige trotzdem nicht. Empfehle allen Lesern übrigens Jakob Augsteins Kolumne im online-Spiegel (welchen man ansonsten verlustfrei ignorieren kann) zu diesem Thema.
      Hätte dann noch eine Frage, die jedoch wohl nie beantwortet werden wird: Versteckt sich hinter dem Pseudonym „Don Alphonso“ der kunstsinnige Venetianer D. Schümer? War nämlich schon froh, daß lange nichts mehr von ihm zu lesen war, und erfreue mich stattdessen an wohlformulierten Beiträgen von Dath, Strobel y Serra und vielen anderen.

    • Nein – wenn Sie googeln, kommt schnell mein realer Name.

  23. Wer schreibts denn?
    Werter Don,

    nur so mal als Frage: Wo lesen Sie denn diese großen Jubelberichte über das mögliche Referendum der Schotten?
    Ich sehe – auch in der Zeit – nur ziemlich ruhige Berichte darüber – sachlich und ohne Emphase geschrieben.
    Nach ihrer Darstellung hätte ich da etwas mehr Erregung bei den Zeitautoren erwartet. Und auch bei FAZ, Spiegel, Taz und sogar dem Freitag eigentlich alles sehr objektive Darstellungen
    Kann es sein, dass sie in letzter Zeit die Scheuklappen etwas zu eng eingestellt haben?

    • Ich denke nicht. Aber was ist sachlich bei Nationalisten, die einen eigenen Staat gründen wollen?

  24. Hass und Schaum vor dem Mund
    Danke für diesen Beitrag – ich dachte schon, ich leide an selektiver Wahrnehmung: Hass und Schaum vor dem Mund kommt immer öfter aus der ach so progressiven und aufgeklärten Ecke. Böse Frage an den Insider: Reden die Herren Hank und Stelzner (mein Kompliment für deren sachliche Kommentare!) und die Herren Frankenberger und Zastrow eigentlich noch miteinander und wenn ja in welcher Lautstärke?

  25. Leichte Übung
    Mehr ist es für Sie offenbar nicht, wenn Sie den Blödsinn deutscher Medien vorführen. Ich hoffe, Sie haben wenigstens etwas Spaß dabei; mir ist seit Langem meine Zeit zu schade, sie an das Geblöke dauerrerregter Heere von „Medienmachern“ zu verschwenden, denen karrieregemäß ausgetrieben wurde, zwischen Quantität und Qualität unterscheiden zu können. Quotencheck und passende Denkschubladen sind Voraussetzung und Werkzeug der meisten Redaktionen, seien Sie bedankt, dass sie sich den Erzeugnissen aussetzen und aus Blödsinn unterhaltsame Funken schlagen. Sowas lese ich dann doch ganz gern ;-).

  26. Titel eingeben
    Anderkleben?

  27. Titel eingeben
    Eindrücklicher wird der Befund, wenn man die Frage umformuliert: „Wie viele Menschen aus der entsprechenden Altersgruppe haben für den Verbleib in Europa gestimmt?“

    Und das sind die Zahlen:

    18-24: 26 %
    25-34: 36 %
    35-44: 37 %
    45-54: 33 %
    55-64: 35 %
    65-xx: 33 %

    Es ergibt sich das genaue Gegenteil der Behauptung, die Alten hätten den Austritt durchgebracht. Nur eine Altersgruppe hat signifikant seltener für den Verbleib in der EU gestimmt. Die Generation Bento.

    • Relative pro EU-vote per age bracket in per cent
      Big like.


    • Und jetzt noch die Prozente der Brexiteers, so daß man die Nichtwähler in jeder Altersstufe ausrechnen kann, dann wird das zu einer echten Meldung, im Gegensatz zu dem dümmlichen Bullshit-Bingo von Alten vs. Jungen.

    • Die Prozente der Brexiteers ...
      … dürfte Nils nicht ohne Grund weggelassen haben. Denn der Effekt, der entsteht, wenn man die ganze Altersgruppe (nicht die Wähler) als Basis der Berechnung nimmt, wirkt natürlich auch bei den Leave-Stimmen, das heißt, auch hier wird der Anteil der Jungen relativ verringert. Dadurch ergeben sich nun dummerweise Zahlen, die die These „die Alten haben den Austritt durchgebracht“ sogar noch stärker stützen:

      18-24: Leave 25%, Beteiligung 36%, Leave absolut 9%
      65+: Leave 61%, Beteiligung 83%, Leave absolut 51%

      Fazit: Bezogen auf die ganze Altersgruppe ist der Anteil der Alten, die für den Austritt gestimmt haben, mehr als 5x größer als der Anteil der Jungen. Fazit2: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

    • der Spin Jung gegen Alt
      funktioniert nur in Deutschland, wenn man die deutsche Alterspyramide
      im Kopf hat. Die britische sieht etwas anders aus. Allein die Gruppe der
      15 -25 jährigen stellen 12,4% der Bevölkerung. Die 65-90 jährigen
      16,9 %.

    • Wieder ein schönes Beispiel
      dass es den deutschen Medien nicht um England
      oder gar Schottland geht, sondern jedes Ereignis von wo auch
      immer, für die eigen Agenda zurechtgebogen wird.

      Wenn das ein besorgter Bürger tut, igitt – ach, ist der blöd
      und uninformiert.

    • Was hat die Alterspyramide ...
      … mit der Aufteilung der Wähler je Altersgruppe zu tun? Richtig: Gar nichts. Tut mir ja fürchterlich leid, dass ich eine „Enthüllung“, die offenbar prächtig in Ihr Weltbild passte, zunichte gemacht habe. Aber an den Zahlen ändert das nichts: Von den Wahlberechtigten der Gruppe 65+ hat jeder zweite für den Brexit gestimmt, von der Gruppe 18-24 nur jeder elfte. Was diese Feststellung mit Spin zu tun hat, dürfen Sie uns gern erklären.

  28. civic nationalism?
    Vielen Dank fuer diesen Artikel. Ich teile Ihre Vorbehalte gegenueber jeglicher Form des Nationalismus. Mann sollte allerdings der Vollstaendigkeit halber die Versuche der SNP einen civic nationalism zu kultivieren erwaehnen. Dies trug massgeblich zu ihrer Beliebtheit in liberalen Kreisen im Sueden der Insel bei und erklaert vielleicht warum ueber viel hinweggesehen wird.

    http://blogs.lse.ac.uk/politicsandpolicy/scottish-nationalism-stands-apart-from-other-secessionist-movements-for-being-civic-in-origin-rather-than-ethnic/

  29. Nettoempfänger und wenig Ausländer
    Um was ging es in erster Linier bei dem Referendum, bzw. was hat die Briten mehrheitlich für „out“ stimmen lassen? Hohe Zuwanderung und befürchtete noch höhere Zuwanderung, sowie hohe Zahlungen an die EU. Genau diese beiden Punkte sind in Schottland kein Problem. Schottland wäre Nettoempfänger und viel Zuwanderung gibt es dort auch nicht und wäre auch nicht zu befürchten. Ich finde es enttäuschend, dass keine deutsche Gazette auf diese einfachen Zusammenhänge kommt, wenn von der „EU Liebe“ der Schotten die Rede ist…

    • SIe irren....
      Ich habe britische Freunde und mich mit denen über das Thema unterhalten.

      Anlass wie weltweit derzeit derselbe, dass mehr und mehr Leute die Schnauze voll haben von Politics as Usual.

      Symptome sind neben der AfD, auch Bernie und Trump und Grillo und jetzt eben Brexit.
      Die Menschen verlieren ihre Lust am „kleineren Übel“!

  30. Basisfinnen für Fixit
    Die finnische rechtspopulistische Partei Basisfinnen, die zweitgrößte Partei Finnlands, welche in der aktuellen Regierung vier Minister stellt, hat mit einer Unterschriftensammlung eine Initiative zum Referendum über Fixit losgetreten.

    Die Initiatoren haben in kurzer Zeit bereits 18.800 Unterschriften von nötigen 50.000 gesammelt, um einen Antrag beim Parlament einzureichen. Das Referendum soll im Dezember 2017 stattfinden.

    Heute morgen war die Meldung in Europa noch nicht angekommen, inzwischen findet man sie auf Focus und NZZ.

    Richtig schmutzig wird es, wenn das erste Euro-Land den [xy]Exit macht, freiwillig.

    *) Perussuomalaiset. Das Programm ist anti-EU, sonst eine Melange aus anti-neoliberalen sozialen Aspekten, mehr Eigenverantwortung und allerlei nichtsnutzigen Punkten, mit einem Unterton skurriler Nationalromantik.

  31. Sicher...
    ist das alles nationalistisch. Sind nicht die meisten Nationalhymnen dumm und brutal? Nur ist der Umstand, dass die Schotten in die EU, also einem supranationalen Gebilde beitreten wollen, während nahezu alle anderen Nationalisten die EU verlassen möchten, doch ein recht relevanter Aspekt, wie ich finde. Ich mag mich irren, aber ich hatte auch bisher den Eindruck, dass die Schotten doch eher einen linken Nationalismus pflegen? In Abgrenzung zum englischen Neoliberalismus, der Monarchie etc.?

    Die Sache mit Trump war jetzt nicht das beste Beispiel: Der ist ja quasi vogelfrei. Die Schotten haben ihn auch auf dessen Golfplatz geärgert, in dem sie mexikanische Fahnen aufstellten. Was wiederum ein Statement gegen den Trump-Nationalismus ist.

    • Man muss sich halt als Medienmensch entscheiden; Sage ich, was ist, oder blende ich etwas aus? Und wenn ich es ausblende, warum verstörke ich es bei anderen?

  32. Rollator-Spins
    Gratulation zu diesem Beitrag der Extraklasse, lieber Don.

    Warum nun solche Rollator-Spins (tolle Wortschöpfung übrigens) allüberall im Mainstream?

    Begleitet von Merkels ungewohnten Tempo-Hin-und-Her?
    Unterstützt noch durch ihre engsten Adlaten Altmeier und Röttgen?
    Statt „einfach“ das Normalste zu tun: auszusitzen?

    Ich denke, weil die Abschiedsmesse für UK noch längst nicht gesungen ist. Vielleicht arbeitet der Dirigent (unser aller Hegemon) noch an der Partitur?

    Und als Nebenwirkung: die „Qualität“ der EU-Politik rückt durch Rollatoren und sonstiges Hin-und-Her völlig in den Hintergrund.

    Damit wir auch alle schön artig sind und drin bleiben …

  33. Wenn alle
    Nationalisten so friedlich wären wie die Schotten, dann würde unsere Welt um einiges besser aussehen.

    Im Übrigen: Nationalisten, egal wo, ob in Südtirol, Österreich, Italien, Frankreich, England, Deutschland etc. hassen Fremde. Der gemeine schottische Nationalist „hasst“ – wenn überhaupt nur Engländer. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied.

    • Und,
      ist der „nur“ Engländer kein Fremder?

    • Titel eingeben
      Da werfen Sie einiges durcheinander.

      Südtiroler sind keine „Nationalisten“, weil sie zurecht der Meinung sind, in einem ita. Nationalstaat überhaupt nix verloren zu haben.

      Hingegen sind Menschen, die z.B die Fusion der BRD mit der DDR befürwortet haben, selbstverständlich Nationalisten.

    • Ich war gegen die Eroberung der BRD durch die DDR.

  34. Völkisch?
    Schotten, Katalanen, Basken , Flamen… vielleicht Bayern ;)
    Sollen sie doch alle unabhängig werden, was spricht dagegen?
    Das wäre vielleicht der Start eines neuen Europas mit echter Subsidiarität, in dem sie sich die EU um die wirklich großen Sachen kümmert und der Rest, soweit möglich, in kleineren Einheiten entschieden wird.
    Die Darstellung des schottischen Nationalismus als „völkisch“ trifft die Sache dann auch nicht wirklich. Den Schotten geht es doch vorwiegend darum statt aus London regiert zu werden, wenigstens in Brüssel mitzuregieren. Wer völkisch denkt, spricht sich nicht gleichzeitig für Migration und Multi-Kulti aus. Daran ändert auch ein emotionaler Bezug auf die Kelten nichts, wobei der schottische Nationalmythos auch nicht weniger korrekt oder lächerlicher ist als der britische, deutsche oder so ziemlich jeder andere. Gewalt ging übrigens in den letzten Jahren hauptsächlich von Unabhängigkeitsgegnern aus. Nach dem Referendum vor 2 Jahren wurden regelrechte Hetzjagden veranstaltet. Das gleiche pro-britische Klientel, dass sich offensichtlich auch jetzt schon mal in Stellung gegen Ausländer bringt.

    • Ich hsbe 0 Sympathien für UKIP – es geht mir vor allem um die positive Rezeption von Eigenheiten, die woanders als schlecht und fragwürdig kritisiert werden. Ich hatte, weil Kirkcaldy eine Partnerstadt ist, einiges m8t Schotten zu tun – die waren durchaus robust, was die välkische Überzeigung anging. Noch etwas mehr als handelsübliche Bayern.

  35. Einseitiges Geschichtsbild
    Herr Alphonso,
    es hat einen Grund, warum Schotten und Iren die Engländer nicht mögen.

    Einer mag die jahrhundertelange und immer noch anhaltende Bevormundung durch Westminster sein, die sich früher aus der zentralistischen Politik und heute aus der ungleichen Bevölkerungsverteilung ergibt. Ein anderer aber auch die jahrhundertelangen Kriege und Opfer, durch die Schottland und die irischen Reiche versuchten, ihre Unabhängigkeit gegenüber den Engländern zu wahren. Die Union war lange nicht gewünscht und selbst bei der Vollendung nur durch die Elite des Landes. Ein anderer Grund mag auch die Erfahrung der „Highlands Clearances“ sein, bei der tausende Schotten starben und die zur weitgehenden Entvölkerung der Highlands führten und sich als großes Unrecht im Bewusstsein der Schotten einprägten.
    Ein anderer Grund mag auch die anhaltende Arroganz der Engländer sein, die sich immer als die „besseren“ Briten fühlten und an der jahrhundertelangen Assimilationspolitik, die fast zum Aussterben der gälischen Kultur in Schottland führten.

    Wie Sie sehen, gibt es genügend Gründe, weshalb die Schotten die Union mit England nie als wirklich glücklich empfanden und der schottische Nationalismus seit Jahrhunderten, wenn auch in unterschiedlicher Intensität, lebt.

    • Das glaube ich gerne. Ich verstehe nur nicht, warum historisch bedingte Ressentiments zu Tugenden für Europa umgedeutet werden.

    • Essen gern Froschschenkel
      Mary Stuart? Latente Liebe zu Frankreich, die in England niemals geteilt werden wird.

  36. erst Exodus, dann Exitus
    In der NZZ am 27.06.2016 kommentiert ein Apokalyptiker und ehemaliger EU-Kommissar namens Chris Patten die demokratische Entscheidung der Briten den „Brexit“ zu exekutieren, mit gebührender Dramatik. Optisch eingestimmt wird der Leser des Artikels mit einer düsteren Fotografie von Themse und Tower Bridge (von Matt Dunham/Keystone).
    Bemerkenswerter noch als das durchaus ansehnliche Bild die beigefügte knackige Legende: „Im Gegensatz zu den EU-freundlichen Jungen werden viele Brexit-Befürworter nicht lang genug leben, um ihre Entscheidung zu bereuen.“ 
Liest man den Artikel bis zum Ende, stellt man fest, dass die NZZ-Bildlegende den aus zwei Sätzen bestehenden letzten Absatz der Patten-Polemik paraphrasiert und zuspitzt:
    O-Ton Patten: „Viele der Brexit-Befürworter werden allerdings nicht lang genug leben, um ihre Entscheidung zu bereuen. Ganz im Gegensatz zu den jungen Briten, die mit grosser Mehrheit dafür stimmten, Teil von Europa zu bleiben.“
    http://www.nzz.ch/meinung/den-eigenen-selbstmord-ueberleben-brexit-eine-britische-tragoedie-in-einem-akt-ld.91875

    Die gleiche Polemik Pattens, des derzeitigen Kanzlers der Universität Oxford, – ohne Düsterbild, dafür mit Porträt-Briefmarke – gibt’s auch hier:
    https://www.project-syndicate.org/commentary/brexit-political-suicide-by-chris-patten-2016-06/german

    • Abstimmungsergebnis
      Ich las heute eine Statistik die sagte, dass man ab 50 alt ist – bis 49 ist man jung.Sorry, mit 50 ist man nicht alt. Ich fühlte mich damals wie 30 und hatte die volle Übersicht auf die Latten meiner Zäune.

    • mit 50 Jahren alt
      aber bis 70 Jahren erwerbstätig sein, was für ein Innovationshemmnis
      für die Jungen und ihre Zukuntserwartungen.

  37. Don Alphonso liegt falsch...
    Naja, ziemlich viel falsch in diesem Artikel, deshalb nur kurz zum Säxit Vergleich, habe weder in Edinburgh oder Glasgow jemals eine Pgedia ähnliche Demo gesehen. Als Deutscher der schon lange in Schottland lebt und davor in London muss ich mich fragen ob Don sich vor Ort mit dem Thema schottischer Nationalismus beschäftigt hat – würde ihn eher als Internationalismus bezeichnen und eine Reaktion auf den Little England Spirit des schottischen Nachbars.

    • Belegen Sie doch bitte meine Fehler anhand v9n Quellen.

    • Stellenweise vielleicht etwas oberflächlich
      Naja, ich lese Ihre Texte eigentlich ganz gerne, auch wenn Ihnen nicht immer zustimme. Aber hier beschleicht mich schon das Gefühl einer gewissen Oberflächlichkeit an zumindest ein oder zwei Stellen.

      „1707 war das selbstständige Schottland übrigens schon mal am Rand der Pleite, und wurde damals von den Briten mehr oder weniger übernommen, um einen Staatsbankrott abzuwenden – heute würde man “Bailout“ sagen.“

      Das stimmt sicherlich. Bei genauerer Lektüre der verlinkten Artikel wird aber auch klar: England war an der schottischen Pleite nicht unschuldig. Auch der gemeinsame König handelte hier eher wie ein englischer König, als ein schottischer. England mag als Königreich hier nicht mit Vorsatz gehandelt haben, aber Schottland im Endeffekt wurde ebenso clever wie kaltblütig in die Union gezwungen. Eine über die Jahrhunderte andauernde (auch wenn manchmal nur unterschwellige) Unzufriedenheit mit der Einheit oder gar ein „Mangel an Dankbarkeit“ mag daher kaum überraschen.

      Warum die Schotten gerade deshalb verplfichtet waren Großbritannien im 2. WK bedingungslos zu unterstützen erschließt sich mir aber auch aufgrund der zeitlichen Differenz von rund 250 Jahren nicht. Die Schotten hatten mitterlweile übrigens bereits eins ums andere Mal das gemeinsame Königreich verteidigt, auch jenseits der eigenen Insel (https://en.wikipedia.org/wiki/Military_history_of_Scotland#Part_of_the_British_Armed_Forces). Und letztlich ging es Douglas Young und der SNP meines Wissens weniger darum nicht gegen die Nazis zu kämpfen, sondern als Schottland selbst über den Militärdienst (genauer: jenseits der unmittelbaren Landesverteidigung auf britischem Boden) entscheiden zu können.

      Auch den Vergleich des „Liedguts“ finde ich nicht fair. Liedgut aus dem Mittelalter mit Werken zeitgenössischer Interpreten zu vergleichen ist auch dann problematisch, wenn dieses mittelalterliche Liedgut heute noch populär ist. Und wenn wir „Scots Wha Hae“ schon kritisieren, dann sollten wir Frankreich auch gleich bitten die Marseillaise in der Schublade verschwinden zu lassen. Für „The Flower of Scotland“ mag diese Argumentation nur bedingt gelten, allerdings ist es auch wesentlich weniger martialisch. Nennenswert wären vielleicht auch einige Textzeilen:

      „Diese Tage sind nun Vergangenheit,
      Und Vergangenheit
      Müssen sie bleiben,
      Und doch können wir uns erheben,
      Um wieder jene Nation zu werden,
      Die getrotzt hat
      Dem Heer des stolzen Edward,
      Und ihn heimwärts schickte,
      Damit er sich’s überlegt.“

      Man mag den (mal mehr, mal weniger offen martialischen) Vergangenheitsbezug solcher Hymnen im Allgemeinen ablehnen, darunter hätten aber neben der Marseillaise und den Schotten auch andere Hymnen zu leiden: http://www.bpb.de/internationales/europa/europaeische-union/171039/die-nationalhymnen-der-28-eu-mitgliedstaaten

      Und letztlich hakt auch der Vergleich zu LEGA Nord, FPÖ und Konsorten: Ein großer Kritikpunkt an eben diesen ist in der Regel die unterschwellige bis offene Fremdenfeindlichkeit. Sie mag nicht immer Parteiprogramm sein, aber sie ist eine konstante Begleiterscheinung. Die SNP ist sicherlich nationalistisch, aber ihr Nationalismus entscheidet sich gerade an diesem Punkt grundlegend von eben diesen Beispielen.

      Fazit: Was die Doppelmoral mancher großen deutschen (und ausländischen) journalistischen Publikationen angeht stimme ich Ihnen durchaus zu. Etwas mehr Abstand und weniger reißerische Berichterstattung könnten hier wahre Wunder wirken. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass Ihnen Schottland und die SNP dabei (versehentlich?) unter die Räder gekommen sind.

    • Nein, ich bin ja in vielen Punkten gar nicht der Meinung, dass es so schlimm ist. Ich wundere mich nur, dass vieles einfach so hingenommen wird, was bei anderen als ganz entsetzlich gälte.

      Ich kann auch nicht alles in extenso darstellen – dass Schottland nach viel Misswirtschaft 1707 nicht mehr mithalten konnte und die Wahl hatte, abgehängt zuu werden oder zu unterschreiben, ist wohl unstrittig.

    • "Little England Spirit"
      @ Mark
      „würde ihn eher als Internationalismus bezeichnen und eine Reaktion auf den Little England Spirit des schottischen Nachbars“.

      „Little England Spirit“. Bei den Engländern? Never ever. Die haben schon Globalisierung gemacht, durch ihr weltumfassendes Imperium Afrika-Asien-Pazifik, als die norddeutschen Fischerboote nicht weiter fahren konnten als höchstens bis Helgoland. ;-) Das prägt.

      Während unserer Asien-Aufenthalte hatten wir im Laufe der Jahre viele gute britische Freunde, sowohl Engländer als auch Schotten. Zugegeben: Engländer sind anders als die Deutschen oder die Nordeuropäer. Engländer regen sich über nichts auf, sondern bewahren ihre auf andere Europäer beinahe als royal wirkende Contenance in jeder Situation, und sie habe einen phantastischen Sinn für Humor. Ich habe noch nie erlebt, dass Engländer hinter dem Rücken über andere schlecht reden. Sie sind top erzogen, haben Stil, sind höflich, positiv, gastfreundlich, großzügig, ich finde sie super. They are great fun, die Schotten aber auch.

  38. Titel eingeben
    Familie, Gemeinde, Kreis, Bundes-Land, Nation, und dann endlich suprademokratisches Imperium. Nation ist die letzte Grenze innerhalb der Demokratie. Deutschland ist schon keine Nation mehr.

  39. Rule, Britannia ....
    Tja, so ist das halt, wenn „die Presse“ auf Sonderschulniveau mit irgendwelchen beliebig austauschbaren „Kategorien“ Stimmung macht ….. Die Ausfälle gegen die armen irrenden Alten (oder: die Gerontokratie), für die eine rasche Entmachtung inklusive Euthanasie für sinnvoller gehalten wurde, gab es ja auch bei der Frankfurter All gemeine …… jaja.

    Ich bin aber gegenüber den Regionalpatriotismen sehr aufgeschlossen; ich würde mir wünschen, dass das Recht auf Selbstbestimmung der „Volksgruppen“, die sich in einer gemeinsamen kulturellen Identität verbunden sehen, gewürdigt wird und zu einer Autonomie bzw. Selbstverwaltung der Regionen führen kann ….. Ich finde es bestürzend, wie z.B. die Bemühungen der KatalanInnen mit Füßen getreten werden ….

    Bzgl. der BRD kommt man da natürlich regelrecht ins Schwärmen …. Bayern autonom ^^ Vielleicht in Personalunion mit Böhmen und Mähren und dem Salzburger Land ^^
    Außerdem sollte man flexibler sein und auch mal ein Bundesland auflösen …… Heruntergekommene Gegenden wie Bremen oder Berlin könnte man verschenken oder meistbietend an russ. Oligarchen oder andere Mafia-Banden verpachten …..

  40. die Lernresistenz
    der großen Onlineauftritten Berliner,Prantlhausener und
    Hamburger Herkunft, kann man sich nur wundern.

    Ihre wütenden Bemühungen um Deutungshoheit können im Internetzeitalter nicht gelingen.
    Zu Zeiten der Printmedien hat es noch geklappt: wer zuerst seine Duftmarke setzt bestimmt die Meinungsrichtung. Nun beträgt die Halbwertzeit 1 oder 2 Tage.

    • Die Leser suchen sich halt raus, was ihnen passt, die Alternativen sind da, und was SPON besser als die DWN machen soll, weiss ich auch nicht.

    • Merkel hats doch gesagt!
      Die Dinge haben sich nach dem Markt zu richten… und die Medien haben dies mittlerweile, abgesehen von dieser Insel hier, ausnahmslos übernommen. Aus Auflagen sind Klick-Zahlen geworden und das Marktsegment welche Meinung die Wahre ist.
      Direkte Demokratie ist doch was Schönes! Beim Spiegel gibts jetzt schon vier(!) Produkte.

      Nach abnehmenden IQ:

      Printspiegel
      SPON + Paywall
      SPON free
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      Fakten und Informatinen sind „out“!
      Nur Marktgerechte Medien überleben! Früher sagte man „Lügenpresse“ und hielt es für ein vorübergehendes Problem.

  41. Zerfall Jugoslawiens
    Die Anerkennung der kroatischen Unabhängigkeit und die Vorbereitung des Maastricht-Vertrags (Umbenennung von EG in EU, Vorbereitung der gemeinsamen Währung, der Unionsbürgerschaft, etc.) fanden etwa zur selben Zeit statt. Und wurden von den selben Leuten vorangetrieben.
    .
    Irgendwann dazwischen veranstaltete der Gorbi sein Referendum, wo gefragt wurde, ob die Sowjetunion erhalten bleiben sollte oder nicht. Weiss der Teufel was dabei rauskam. War doch eh alles manipuliert und stalinistischen Omas bestimmt in der Mehrheit.
    .
    Hier wär niemandem eingefallen zu sagen, Esten oder Letten sollten bitte schön sowjetisch oder Slowenen oder Kroaten bitte schön jugoslawisch bleiben, „weil Nationalstaaten doch der Vergangenheit angehören“ oder weil „das nationale Prinzip nur den Hass schürt“ oder so.
    .
    Ja die Zeiten ändern sich
    Doch wir uns nicht mit ihnen
    .
    Wie sich die gültigen Phrasen, Prinzipien und Ideologien doch abwechseln, und wie hinter den Zeitungsüberschriften doch immer wieder derselbe hässliche Chauvinist zum Vorschein kommt.
    Der immer gleich die ganze Welt nach seiner Fasson glücklich machen und alle Unwilligen immer gleich mit Krise, Pest und Untergang bestraft sehen will.

    • In gewisser Weise mussman den Briten dankbar sein, weil jetzt Veränderung möglich wird.


    • Ich war damals bzgl Jugoslawien der Ansicht, daß die EU Druck ausüben sollte, daß die zusammenbleiben.
      Aber wie die EU so ist, kann sie eben keine praktische Politik, nur nebulöse Versprechungen und Bürokratie.
      Dann wurde es heiß, und Genscher stand vor der Wahl, zumindest einen Teilkrieg durch Anerkennung zu beenden, oder alles weiterlodern lassen. Und so fraß sich der Krieg weiter, Teilrepublik für Teilrepublik, wie eine Zündschnur.

    • vermutete Koinzidenzen
      Auslöser fürs Auseinanderbrechen war Titos Tod und die folgenden Querelen beim wechselnden Vorsitz und die Anerkennung erfolgte vor allem um das Eingreifen der Armee zu delegitimieren

    • Titel eingeben
      Auslöser fürs Auseinanderbrechen war Titos Tod
      Ja, auf alle Fälle.

      die Anerkennung erfolgte vor allem um das Eingreifen der Armee zu delegitimieren
      Hm, das ist mir neu, da ich das damals nicht verfolgt habe und mich mit den innerjugoslawischen Verhältnissen nicht gut auskenne. Habe nur durch urlaubende Bekannte mitbekommen, daß es damals vor den Kriegen schon ziemlich Stunk gab (Streitereien, Schlägereien mit als „zu einer anderen Volksgruppe“ bezeichneten Leuten).

    • liebe colorcraze,
      Sie sind es doch, weil nur Sie diese leseerleichternden kleinen Zwischenzeilen schaffen…
      .
      Also: der Balkan hat eine kontinuierlich blutige Geschichte; das Königliche Jugoslawien, der SHS (Srbi-Hrvati-Slovenci) Staat bis 1945 wurde auch SHS (sie hassen sich) genannt. Die interethnischen Auseinandersetzungen zwischen Orthodoxen und Muslimen in WK2 waren außerordentlich grausam; bis zu Titos Tod galt Unitarismus und
      Gegenläufiges wurde mit sehr harter Repression in Zaum gehalten.
      Deswegen denke ich, daß Touristen erst nach der Mobilisierung der Armee (eine Volksarmee, die in allen Teilrepubliken Kasernen und Waffenlager hatte, in deren oberen Rängen aber mehr Serben, die größte Volksgruppe, waren) in Slowenien ethnische Auseinandersetzungen beobachtet haben können.
      Zur Anerkennung auf Betreiben Genschers und Mocks kam es erst nachdem die Armee (nach unitaristischem Standpunkt legitimerweise!auch die UNO hätte sich nicht in Innerstaatliches einmischen dürfen!) auch in Kroatien aktiv wurde und bombardierte. Teile der Armee liefen zur neuen kroatischen Regierung über, die restliche Volksarmee wurde durch serbische Freischärler ergänzt – den Rest kann man in der Wikipedia lesen.
      .
      Schon lang wollte ich Ihnen sagen, daß ich mich sehr freu wieder Ihre
      Zwischenbemerkungen lesen zu können!


    • Teile der Armee liefen zur neuen kroatischen Regierung über
      Hm. Ab dem Zeitpunkt war es dann vorbei mit Interventionsmöglichkeiten von außen für einen Zusammenhalt, das kann ich verstehen.

      – Freue mich auch sehr, daß Sie mal wieder schreiben, liebe Försterliesel.

  42. Die Berichterstattung nach dem Referendum
    … war und ist für unseren Journalismus allerdings beschämend. Allein die Bildauswahl ist oft schon unmöglich. Zwei Beispiele von der FAZ-Seite vom Freitag:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/brexit/brexit-referendum-reaktionen-auf-eu-austritt-grossbritanniens-14305511.html
    http://www.faz.net/aktuell/politik/brexit/wahl-analyse-die-alten-waehlten-den-brexit-14301861.html

    Aber wo ich unseren Politikern und Medienvertretern so interessiert zuhöre, werde ich langsam ganz ruhig. Denn die Welt ist herrlich einfach. Jung ist gut; alt ist böse. Schottland ist gut, England ist böse (außer London. London ist gut.) Es ist alles gar nicht so kompliziert. Und all die politisch interessierten und kompetenten jungen Menschen auf der Insel – das mach doch Mut. Naja, nicht wenn man daran denkt, dass man selbst ja älter wird und damit offenbar zwangsläufig verblödet. Zum Glück wurde ja schon vorgeschlagen, Älteren das Wahlrecht zu entziehen. Dann können wir wenigstens keinen Blödsinn mehr anstellen, wenn wir mal mit Rollator unterwegs sind später.

    • Schön ist die Jugend, sie kehrt nicht mehr...
      Die Bilder sind manipulierend, ja. Sollen sich alle freuen, die noch einen aufrechten Gang haben. Obwohl die Jugend schon teilweise recht gebückt daher kommt vor lauter Zwitschern und Facebooken.

      Vielleicht freut sich ja manch eine/r der/die sowas schreibt, irgendwann auf Oma ihr klein Häuschen, wer weiß.Nicht gut, das Ganze.

      Alt ist nicht böse, alt hat Narrenfreiheit, wenn alt es richtig angeht.

    • so schön ist die aktuelle Jugend jetzt auch nicht – die Zeit argumentierte geraxde für Achselhaare und wir sollten den Grenzstreifen am Main gegen die pelzigen Barbarinnen gut sichern.

    • Der Pelz beschäftigt Sie,
      das merke ich. Inzwischen habe ich mir das Foto angesehen und ganz spontan fiel mir ein alter Witz ein:
      Ostia! Ostia! Noch zwei, rief der Italienische Bauarbeiter. Humor ist, wenn man trotzdem lacht bei der Debatte, die da läuft bei denen.
      Nun ist die Frage, ob die Hände zum Himmel oder zum Hirn sollen.
      Grenzsicherung ist immer gut, um der Hirnwirbeligkeit vorzubeugen.

  43. Schmied von
    Kochel ist ein kerniges Vorbild. Hätte ich hier auch gerne. Bin bloß kein Mann.

  44. Nationalismen und Staaten
    Ich finde den schottischen Nationalismus auch nicht so berauschend, um es mal vorsichtig auszudrücken. Aber man könnte ihn auch als Reaktion auf den englisch-britischen Nationalismus verstehen, der seit Jahrhunderten der nicht ganz so englischen Bevölkerung mitteilt, dass sie nur Bürger zweiter Ordnung sind. Das macht den schottischen Nationalismus natürlich noch nicht besser als er ist, aber immerhin hat er gegenüber dem englischen einen großen Vorteil (zumindest aktuell): Er manipuliert nicht die arme Bevölkerung, um die größte Geldwaschanlage der Welt und ihre Nutznießer vor den zarten Brüsseler Einflussversuchen zu schützen.

  45. Titel eingeben
    die bayerische Flagge ist weiß-blau und nicht blau-weiß…

  46. peedie proud tolerant nation
    Wer in Schottland gelebt hat merkt dass Schottland durchaus eine Nation ist die stolz ist auf ihren Nationalismus, aber, dass die SNP fuer Toleranz und Weltoffenheit steht: Das was Europa dringend mehr braeuchte. Scheint als koennen wir von den Insel staaten (Island und Schottland) im Moment lernen- wo das „wir“ und „Respekt“ voreinander im Vordergrund steht.
    Ich verstehe nicht wie man so einen Artikel ohne Quellen schreiben kann.
    Meine schottischen Freunde fragen eher ob man in Deutschland reisen kann oder ob Deutschland zu rechtsradikal geworden ist.
    Food for thought…

  47. Evidente Differenzen
    Doch doch, die Unterschiede sind evident:
    Die FPÖ und die Lega Nord sind konservativ-rechte Parteien, die SNP ist national und sozialistisch. Da muss es an sich klingeln.
    Österreich, vor allem Kernland der FPÖ Kärnten, wie auch Südtirol sind wohlhabender und bedeutend stabiler als Schottland, das sich traditionell durch gravierende Misswirtschaft auszeichnet und sich mit England nicht nur um den verbliebenen Schiffsbau streitet. Auch da sollte es klingeln mit einer nationalen Partei, die sich sozialistisch definiert.
    Es kann auch ruhig noch einmal läuten bei der erwähnten Historie, dass man nicht gegen Nazi-D kämpfen wollte. Die unschuldig aussehende weibliche Leitung sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Partei evtl. gefährlicher ist, als die Lega Nord beispielsweise, die ich für vollkommen ungefährlich, dabei aber für patriotisch halte.
    Ich weiß sonst zu wenig von Schottland, würde aber vorschlagen, es mit Norwegen zu vergleichen, dem es besser geht bei ähnlichen Voraussetzungen (viel Hochland, hartes Klima, wenig Bevölkerung, Öl, Tourismus mehr im Sommer, wenig Wintertourismus). Eine lose Assoziation Schottlands mit Norwegen und Island könnte daher sinnvoll sein, desgleichen natürlich eine Assoziation des UK mit genannten Ländern. Vermutlich würden sie florieren.
    Die Erweiterungsorgie der EU war verkehrt. Nach dem Beitritt Polens, Ungarns, Tschechiens, der Slowakei, Sloweniens und des Baltikums hätte Schluss sein müssen für ca. 30 oder mehr Jahre.
    Man kann nicht mehr ausgeben, als man einnimmt.
    Bei der Glücksritterpolitik, gern pauschal Flüchtlingspolitik genannt, scheinen das gerade Letztgenannte zu beherzigen.


    • hätte Schluss sein müssen für ca. 30 oder mehr Jahre
      Ja.
      Ansonsten kenne ich keine Schotten und habe deren Unabhängigkeitsbestrebungen nicht verfolgt, kann dazu nichts sagen.

    • Meine erste Zonen-Gaby
      Dem würde ich zustimmen … Aber, man staunt, vor Kurzem bekundete der kopflose Wendehals mit FDJ-Vergangenheit, auch Bosnien-Herzegovina sei ein aussichtsreicher Kandidat für eine baldige Aufnahme in die EU …. Das erste islamische Land Europas ….., wo die Begräbnisse der DAESH-treuen Dschihadsten im staatlichen Fernsehen übertragen werden und sich radikalislamisches Gedankengut seit dem Ende des Bürgerkrieges dank der niedergelassenen Import-Dschihadisten und wahabitisch-türkischer Finanzierung wunderbar etabliert ….. Die BRD-Kanzlerin agiert ja durchaus häufiger nach dem Motto von „Zonen-Gaby ( … ) im Glück: ….“

      An der schwarz-gelben Bundesregierung ging es ja auch schon vorbei, gesetzliche Maßnahmen zu ergreifen, um der Freizügigkeit zu begegnen, die den beiden bisher ärmsten Mitgliedsstaaten, Rumänien und Bulgarien, zuteil wurde …. Als der DAESH Mossul überrannte und Jesiden und Christen massakrierte, ging’s erstmal nach Bayreuth …. Ich bin ja nach wie vor davon überzeugt, dass Frau Dr. Murkel weiterhin „was mit Politik macht“, um die amtsspezifischen Privilegien für rabattierte Eintrittskarten zu gar sämtlichen Bühnenweihfestspielen nutzen zu können (-;

      Ja, Schlingensief hatte so recht ……

    • BIH
      Srebrenica und andere Gräuel sind der Grund dafür, daß die Wahabiten in BIH so Fuß fassen konnten

    • zu: Foersterliesel sagt: 29. Juni 2016 um 12:33 Uhr
      Nee, das ist als „Erklärung“ zu platt monokausal u. knüpft deutlich zu stark an mystifizierende Narrative an ….

      Alija Izetbegović (Vater des jetzigen Mitglieds im Staatspräsidium, Bakir I.) behauptete mit seinem islamci deklarasyon die Suprematie der islamischen Kultur u. sah BiH als Bestandteil der ummah an …… und intervenierte zudem nicht gegen die Kriegsverbrechen, die z.B. durch die mudžahedini verübt wurden ……

      Seit 2005 versucht BiH aber, sich von den mudžahedini zu trennen bzw. diese zu „expatriate“, da es die bekannten Probleme mit diesen communities gibt …. nur klappt es nicht ….. ///vll. sollten diese langbärtigen Polygamisten Asyl beantragen u. in Berlin oder Wuppertal Anschluß suchen (-; ///

      Salafismus/al-Wahhab ist natürlich nicht genuin „bosnischer Islam“ …. BiH ist aber wohl schlicht von Finanziers wie den Al Saud oder türkischen Ministerien abhängig …..

      Allesamt aber deutliche Warnsignale, die gegen eine Aufnahme BiH in die EU sprechen …….

    • zum "mystifiziernden Narrativ":
      mit dessen Exhumierung und DNA-Identifizierung immerhin Dutzende Pathologen beschäftigt waren…
      .
      Der bosnische Islam war bis zur Katastrophe der 90er sehr liberal,
      beeinflußt von bogumilischen Traditionen.
      .
      Wenn es je so etwas wie Bassam Tibis Euroislam gegeben hätte wärs dieser milde bosnische Traditionalismus gewesen.
      Die gegenwärtigen europäischen Probleme mit Islam und Islamismus sollte man nicht in die bosnische Vergangenheit projizieren und auch dem, konkurrierenden, serbischen Narrativ, dem die russenfreundlichen AfDler anzuhängen scheinen, mit Skepsis und kritischem Verstand begegnen.

    • nä nä nä
      äh was denn jetzt?! Srebrenica als Grund dafür, dass sich Islamismus in Bosnien-Herzegowina etablieren konnte oder „Projektion …. in die Vergangenheit“?!

      Na, das Profil des postkommunistischen Islam in Bosnien-Herzegowina war vielleicht verblaßt, aber seine Protagonisten verzichteten nicht auf Suprematieansprüche und Kulturimperialismus ….. das geht ja aus dem obigen post schon hervor.
      Zudem steht „Islam“ in Bosnien-Herzegowina synonym für „Osmanisches Reich“, Zwangskonversionen, für Repression christlicher Glaubensgemeinschaften, die höchstens klandestin überlebten und für „Janitscharen“ …. und selbst wenn diese jh-langen Okkupationserfahrungen im Erinnerungsschatz bosnischer und kroatischer Christen präsent bleiben, bilden sie nicht ein mystifizierendes und identitätsstiftendes Opfer-Narrativ!

      Nostalgie oder Imagination helfen nun auch nicht mehr; die Probleme sind vorhanden …. und werden sich aus europäischer Perspektive nur lösen lassen, indem Bosnien-Herzegowina niemals in die EU aufgenommen oder aber nach ethnischesn Gebieten filetiert wird, wobei das muslimisch dominierte Kernbosnien draussen bleibt …..

      Ach, über „den Islam“ zerbreche ich mir nicht den Kopf. Diese Religon ist nicht homogen, wird es trotz Universalanspruches nie sein, und ihre Angehörigen zerfleischen sich im Kampf um „Orthodoxie“ bzw. „reine Rechtgläubigkeit“ gegenseitig ….. also Konfliktpotential, das „man“ in Europa sowieso nicht braucht. „Islamismus“ ist gerade auch in außereuropäischen Länder mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung ein gravierendes Problem …….

      So far, so good. Ging es nicht eigentlich um die Leithammelmedien, die sich plötzlich für Nazis und reaktionäre Chauvinisten begeisterten? *grin*

    • @ nä nä nä
      Bosnien, das ehemalige „Gepardenfell“ (weil die ethnischen und religiösen Gruppen in Flecken durcheinander verstreut gesiedelt hatten, durch die wiederholten türkischen Einfälle hatte es stetigen
      Flucht-und Migrationsdruck nach Norden gegeben) ist ja nun bereits „ethnisch filettiert“, wie Sie so respektlos sagen.
      .
      Srebrenica ist gerade mal 20 Jahre her, die Mütter, Schwestern und Ehefrauen der Getöteten leben noch.

    • Oh pfui!
      Man gewinnt den Eindruck, dass (mal wieder) die „Gelbe Karte“ der Betroffenheit gezogen werden muß, um die Inkonsistenz u. mangelhafte Reflexion der eigenen Argumentation zu kaschieren ….

      (Ja, es leben noch viele Opfer vieler Bürgerkriege ….. diese Opfer neigen aber auch in ihrem Schmerz nicht zwangsläufig zu vertiefter Religiösität, religiöser Radikalisierung, Fanatismus, Fundamentalismus …..)

      Deshalb schließe ich mit einer orthographisch hoffentlich richtigeren Reminiszenz an einen erhabenen Meister der BRD, der ohne Süffisanz dumpfes Pathos u. dummen Dünkel so fein zu persiflieren wußte:

      „Nun muß die Försterin sich eilen,
      den Gatten sauber zu zerteilen.
      Schnell hat sie ihn, bis auf die Knochen,
      nach Waidmannssitte aufgebrochen.

      Sorgsam legt sie Glied auf Glied
      (was der Gemahl bisher vermied),
      behält ein Teil Filet zurück,
      als festtägliches Bratenstück,
      und legt, es geht auf vier,
      die Reste in Geschenkpapier.“

      Na also (-;

  48. Nationalismus ist die letzte Zuflucht der Idioten...wirklich?
    Früher habe ich auch einmal so gedacht, doch die Realität der „ent-nationalisierten“ Bewohner einer Landmasse hat mich bekehrt.

    Nationalismus ist der Kit der uns oberhalb der Familie oder Sippe zusammenhält. Er macht eine Gesellschaft erst möglich, er begründet überhaupt erst den Staat. Das liegt daran, dass man für „die Nation“ dann bereits ist Opfer zu bringen. Z.B. zahle ich in einen Steuertopf ein obwohl ein Bayer oder Sachse z.B. für mich wildfremd ist davon profitieren könnte und mich kümmert es nicht, ob ein anderer Deutscher davon mehr profitiert als ich. Mich stört es nicht in eine Krankenkasse einzuzahlen, obwohl meine Familie gesund ist und ich wenn ich das gezahlte Geld sparen würde für die eigenen Wehwehchen ich besser dran wäre.

    Es stört mich allerdings wenn unser Rentengeld nach Griechenland gehen soll. Sie sehen: Das ist die Grenze. Anstatt den Nationalismus dafür zu verdammen, dass er unsere Solidarität nur bis zur Staatsgrenze reichen lässt, sollte man ihm danken das er die Solidarität über die Familiengrenzen erweitert.

    • Da bin ich lieber Idiot
      Ich lebe in Schweden. Im Vorjahr kamen etwa 160.00 Migranten ins Land, das etwa 10 Millonen Einwohner hat. Aufgrund einer Willkommenspolitik, die sich an der Deutschlands zu messen versuchte. Heute wurde Schweden auf zwei Jahre in den UNO-Sicherheitsrat gewählt. Die herrschende politisch-mediale Elite, es gibt kein zutreffenderes Wort dafür, opferte Schweden auf dem Altar des internationalen Humanitätswahns und fühlt sich nun mit wohlverdienten Lorbeeren bekränzt. Auf Kosten des schwedischen Volkes. Nicht auf Kosten der schwedischen Bevölkerung, die Behauptung wäre falsch. Denn der sich rasant zunehmende Teil der Bevölkerung, der aus Regionen kommt, in denen man in der Grossfamilie solidarisch ist, aber nicht mit seinen Mitmenschen generell, ist ein sich nicht in die Bevölkerungsmehrheit integrieren wollender Fremdkörper. Es gibt zwar viele Ausnahmen von der Regel, aber bekanntlich sind es gerade Ausnahmen, die das Vorhandensein einer Regel belegen. Jeder der so denkt wie ich, wird schnell als Populist und schlimmer noch gebrandmarkt. Mit „völkisch“ ist auch „Volk“ anrüchig geworden. Die wohlmeinende politisch-mediale Klasse will den Menschen das Gefühl der Zusammengehörigkeit austreiben und sie entnationalisieren. Mit Zuckerbrot und Peitsche vorzüglich finanzieller Art. Und scheitert daran, dass es Werte gibt, die nicht an Geld gemessen werden können und letztendlich zum Tragen kommen.
      Meines Wissens hat Schottland kaum Probleme dieser Art. England dagegen in gewissen Gebieten recht grosse. Im Verhältnis zu den von mir zuvor angesprochenen Problemen sollten die das Zusammenleben von Engländern, Walisern und Schotten in einem Lande betreffenden doch gering sein. Sie sind es aber offenbar nicht. Für mich erstaunlich, da sollten ja Bayern und Friesländer noch weniger in einem Staat zusammenleben können, schon aufgrund der jedenfalls nachwirkenden Verschiedenheit des Glaubens. Es sind wohl über Jahrhunderte gewachsene Ressentiments, die die Mehrzahl der Schotten zur Trennung von England antreiben. Schade, aber Gefühle kann man eben jemandem nicht austreiben, jedenfalls nicht in einer Demokratie. Obwohl man es in Schweden mit allen Kräften von oben her versucht.

    • @GMiksche
      „Meines Wissens hat Schottland kaum Probleme dieser Art. “

      Natürlich viel weniger als England, aber es ist nicht so als ob es nicht auch in Schottland „Probleme“ gäbe:
      https://en.wikipedia.org/wiki/Murder_of_Kriss_Donald

      Das (wahrscheinliche) Zerfallen des Vereinigten Königreichs ist aber wirklich ein im Grunde erschütternder Prozess. Andererseits würde ich mir sowas ja doch für Deutschland wünschen…ohne NRW wär besser.

    • "Nationalismus macht eine Gesellschaft erst möglich, er begründet überhaupt erst den Staat."
      Junge, Junge. Auf solche absurden Zusammenhänge muß man erst mal kommen.

      Gesellschaften sind Zweckbündnisse und benötigen keinen Nationalismus. Nationen entstanden durch Gewalt und nicht durch Nationalismus. Staaten sind Verwaltungseinheiten, die keinerlei Nationalismus bedürfen.

      Nationalismus ist wie die Religion nur Mittel zum Zweck des Machterhaltes selbsternannter Eliten, die den Umstand ausnutzen, daß Emotionen bei vielen Menschen den Verstand dominieren.

    • Nationalismus
      Möglicherweise haben hier einige Menschen verschiedene Vorstellungen / Definitionen von Nationalismus.

      @tommy:
      „Das (wahrscheinliche) Zerfallen des Vereinigten Königreichs ist aber wirklich ein im Grunde erschütternder Prozess.“
      I beg to differ. Ich sehe da keine Kriegsgefahr, anders als beim Zerfall Jugoslawiens. Außerdem: Schottland und Nordirland wurden auch nicht anders als heim ins Reich geholt. Was ist da ‚erschütternd‘? Good ol‘ England and Wales können durchaus bestehen.

      „Andererseits würde ich mir sowas ja doch für Deutschland wünschen…ohne NRW wär besser.“
      Aber wer will ‚uns‘? Ich glaube, nicht einmal wir Niederländer.

      @Otto Meier:
      „Staaten sind Verwaltungseinheiten, die keinerlei Nationalismus bedürfen.“ Sie sollten sich für Brüssel bewerben. Zum Beispiel wenn Porky Pig Schulz als ‚Sympathieträger‘ zurückgeholt hat.
      Nein, Nationalismus ist keine gute Sache, aber eine vorübergehend wichtige Sache, um grössere Einheiten von Menschen in sinnvolle ‚Verwaltungseinheiten‘ organisieren zu können.


    • Auch dazu, Herr Dippel, bedarf es des Nationalismus nicht. Es reicht die menschenwürdige Gestaltung der Gesellschaft durch die Verwaltungseinheit. Denn eine solche Gesellschaft ist immer auch eine Gemeinschaft.

    • Titel eingeben
      Ja, es ist tatsächlich eine Religion und mit denen die „glauben“ ist per Definition schwer zu diskutieren…

      M.a.W. …. Der Satz ist halt leider korrekt „Nationalismus ist die letzte Zuflucht der Idioten“

  49. Schottland ist bereits eigenständig
    Ich habe 4 Jahre in Schottland gelebt und viel über die Frage der Schottischen Unabhängigkeit nachgedacht. Es gibt hier durch den Autor einige Unklarheiten, die am Ende zur Interpretation der schottischen Unabhängigkeitsbewegung als völkisch und nationalistisch führen. Einige Gedanken dazu:1. Im Kern ist jede Unabhängigkeitsbewegung in verschiedenen Anteilen völkisch und nationalistisch motiviert sodass man dies weder der SNP noch den anderen Separatisten per se vorwerfen könnte. Wie wollte man ohne Bezug auf längst vergangenes die Unabhängigkeit der Deutschschweiz oder Österreichs von Deutschland ohne Rückgriff auf die Geschichte oder auch nur die Wiedervereinigung der BRD und DDR begründen („Wir sind ein Volk“). Dabei geht es dann situativ weniger um die Geschichte als um ein von der Mehrheit getragenes Zusammengehörigkeitsgefühl. Ich habe daher Probleme mit der Breite des vom Autor verwendeten Begriffs „völkisch“ welches ich eher mit Rassismus assoziiere (welchen man der SNP zumindest nicht vorwerfen kann) 2. Eine Unabhängigkeitsbewegung hat per se nicht direkt mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des entstehenden Landes zu tun bzw. mit der Verbesserung derer. Dies gilt für die schottischer Unabhängigkeit wie für den Brexit, beides findet Befürworter trotz der sich abzeichnenden Malaise (ein anderer Punkt der vielen Beobachtern nicht nachvollziehbar erscheint). Daher sind Verweise auf die RBS oder das Nordseeöl nicht zielführend. 3. „Ich habe gewisse Schwierigkeiten, Unterschiede zwischen dem völkischen Nationalismus der SNP und dem der FPÖ, etwa in der Südtirolfrage, zu erkennen.“. Schottland im Gegensatz zu Südtirol ist bereits eigenständig, verfügt über eine eigene Regierung, und mehr oder weniger unabhängige Gesetzgebung, Exekutive, Judikative, Währung (wenn auch gekoppelt), Fussballmannschaft etc. Dies wird im übrigen auch von England anerkannt. Im Wahlkampf um die schottische Unabhängigkeit wurden Edinburgh mehr Rechte versprochen wenn Sie als „Country“ im „UK“ bleiben, es ging im Kern für die meisten Unabhängigkeitsgegner darum ob man mehr Unabhängigkeit von Westminster auch innerhalb des UK verwirklichen kann. 4. Die SNP ist nicht der einzige Befürworter der schottischen Unabhängigkeit, es geht eher um die praktische Umsetzung derer. Davon abgesehen dass diese de facto in weiten Teilen besteht (stellen Sie sich ein Referendum über die Existenz des schottischen Parlaments vor) wird Sie von der breiten Mehrheit Schottlands getragen. 5. Die SNP ist in Ihrem Kern sozialdemokratisch, pro-europäisch und nationalistisch. Dies ist ein wesentlicher Unterschied im Vergleich zu vielen anderen von Ihnen angeführten Unabhängigkeitsbewegungen. Ihr Erfolg speist sich zum Teil aus dem Versagen der Labour Partei in Schottland.

    • Jetzt reichts langsam....
      Dies ist jetzt wohl der zehnte Kommentar der uns erklärt wie brav und „nicht-rechts“ die SNP doch sei.

      Nehmen sie mal aus der Parallel Gesellschaft in Nord London ein paar tausend muslimische Familien und verpflanzen die nach Edinburgh… dann werden sie ganz schnell sehen was sich da alles entpuppt.

    • ...
      “ im Kern sozialdemokratisch, pro-europäisch und nationalistisch.“

      Die Schotten sollten sich dann sehr schnell daran gewöhnen, dass
      sie auch islamisch zu sein haben, und sich mit dem Euro-Islam
      auseinandersetzen.
      Wird für alle lustig, die schottischen Clans gegen die muslimischen
      Clans.

    • Titel eingeben
      „Nehmen sie mal aus der Parallel Gesellschaft in Nord London ein paar tausend muslimische Familien und verpflanzen die nach Edinburgh“ Es geht nicht darum von irgendwoher Familien zu nehmen und die zu verpflanzen, die SNP ist Stand heute nicht rassistisch und anti-islamisch. Die Kategorie rechts-links ist schlecht anwendbar, da Elemente von ganz links und rechts in einer Partei vereint sind. Im Übrigen können muslimische Familien -unvorstellbar aber wahr die meisten haben britische Pässe da viele aus dem Commonwealth (Pakistan z.B.) stammen- nach Edinburgh ziehenund sich dort niederlassen (und eine ganze Menge haben das bereits getan). Direkt im Stadtzentrum nahe der Southbridge in Edinburgh steht im Übrigen eine grosse Moschee. Die SNP stört sich keinen Deut dran.

  50. Titel eingeben
    Ne, sorry, DonAlphonso, aber den Nationalismus der SNP als „völkisch“ zu bezeichnen, halte ich für abwegig…im Gegenteil, die Partei gibt sich ja ausgesprochen einwanderungs- und europafreundlich. Da ist nichts mit Kritik an Multikulturalismus und Einwanderung, wie das z.B. bei UKIP aufscheint, deshalb liest man aus Schottland ja auch solche Meldungen:
    http://www.bbc.com/news/uk-scotland-36468441
    (wünscht sich Ruprecht Polenz ja übrigens auch für Deutschland).
    Natürlich kultiviert die Partei ein absurdes Geschichtsbild, bei dem sehr viel, u.a. die enthusiastische Beteiligung vieler Schotten am Empire, einfach ausgeblendet und durch einen abstrusen Opfermythos (sozusagen von Edward I bis Thatcher) und anti-englische Ressentiments ersetzt wird (übrigens auch ganz unkritisch rezipiert von deutschen Journalisten, musste da kürzlich Herrn Spahn von der Tichy-Seite berichtigen). „Blut und Boden“ wie z.B. die FPÖ will diese Partei aber eben nicht, sondern gibt sich durchaus für Einwanderung und Multikulturalismus offen. Man mag das für widersinnig halten, aber in dasselbe Raster wie nationalistische Bewegungen auf dem Kontinent passt die SNP nicht.
    Und tut mir leid, aber die NS-Bezüge verwenden sie auch ein bißchen inflationär (was SNP-Leute im 2.Wk gemacht haben, ist für heute irrelevant…das ist ein Menschenleben her)…deutsche Unsitte.

    • Es sind in etwa die Massstäbe, die deutsche Medien mit links bei anderen Nationalisten anwenden. Etwa bei der Schlacht auf dem Amselfeld, der Türkenbelagerung – da verdreht der Aufgeklärte auch imemr die Augen. Und natürlich hat Schottland eher ein Emigrationsproblem, das macht es leicht. Menschen aufzunehmen, wenn sie qualifiziert sind.

    • Titel eingeben
      „Es sind in etwa die Massstäbe, die deutsche Medien mit links bei anderen Nationalisten anwenden. “

      Das mag sein, aber wenn man die Welt verstehen will, kann man nicht nur den Blick auf die seltsame Wahrnehmung deutscher Medienvertreter richten. Ich lese Ihr Blog ja gerne und auch mit Gewinn, aber manchmal sind Sie mir da zu sehr fixiert auf all diese komischen Debatten irgendwelcher Twitter-geschädigten Bizarrlinker. Die sind zwar sicherlich nicht unwichtig (schon allein deshalb, weil man befürchten muss, dass diese Leute zunehmend mehr Einfluss gewinnen), aber nicht die einzig relevanten Diskurse.
      Und Schottland erscheint mir schon ziemlich speziell, der dortige Nationalismus ist im Grunde ja auch eine Folge der Erosion des alten Modells von Britishness (mit den Stützpfeilern Protestantismus und Empire – in dem Schotten überrepräsentiert waren; in dem Zusammenhang ist das Buch von Linda Colley „Britons: forging the nation“ sehr interessant, in dem es um das Entstehen dieser britischen Identität im 18. Jahrhundert geht, die in den letzten Jahrzehnten erodiert ist, übrigens auch ganz massiv in England). Das ist sehr schwer zu verstehen und zu beurteilen, deswegen wäre ich da vorsichtig, das in bekannte Raster zu pressen (auch wenn mir die schottischen Nationalisten herzlich unsympathisch sind).

    • Das ist halt ein Blog speziell über Internetphänomene, da kann ich nicht raus,

    • Titel eingeben
      „Und natürlich hat Schottland eher ein Emigrationsproblem, das macht es leicht. Menschen aufzunehmen, wenn sie qualifiziert sind.“ Das stimmt einfach nicht. Die Bevölkerung Schottlands hat einen Nettozuwachs durch Immigration genau wie der Rest des UK und die Bevölkerung hat ein Allzeithoch erreicht, sei es nund urch Iren, Polen oder Deutsche. Die Toleranz gegenüber Ausländern unterscheidet die SNP von UKIP, FPÖ und Lega Nord und ist nicht beiläufig als Zufall oder durch günstige Umstände abzutun.

  51. "Das Rumdrucksen des Tricksers" (SPON)
    Diese Krawall-Überschriften immer: Johnson ist ein „rumdrucksender Trickser“.
    .
    Aber morgen wieder gerechte Empörung über brutale Hassvokabeln wie „Altparteien“.

    • Kann man doch verstehen, oder?
      Wo kämen wir, bzw die in Brüssel denn hin, wenn das schlechte Beispiel Brexit Schule machen würde?
      Also nächstes kommen die Leute noch auf die Idee eine EU sei dazu um für sie Politik zu machen:

      „Die EU-Kommission erklärt überraschend, dass das Handelsabkommen CETA kein gemischtes Abkommen ist. Aus diesem Grund sei die Mitwirkung der nationalen Parlamente nicht zulässig.“

      Man will ja schliesslich auch noch TTIP an den Parlamenten vorbei durchziehen, schliesslich wollen etliche „unserer“ Vertreter mit Arbeitsplatz Brüssel die Zuschüsse für ihre Arbeit nicht wieder zurückzahlen müssen!

      Unterhaltsam finde ich wenn sich Konservative, wie Cameron und Merkel gegenseitig die Fresse polieren.
      „Der britische Premier Cameron hat die falsche Flüchtlingspolitik der EU für den Austritt Großbritanniens verantwortlich gemacht. Die Angst vor einer unkontrollierten Masseneinwanderung habe am Ende den Ausschlag gegeben. Die Tatsache, dass London massiv in jene Kriege verwickelt ist, die zu den Vertreibungen führen, erwähnte Cameron nicht.“

  52. Clean for the Queen
    Zwei Gruppen: Snobistische Tories und die Loser in der Provinz
    Ein Feind: Brüssel
    Konzept: Keins.
    .
    Motiv der Loser: RACHE an Thatcher, an den Snobs, an der City, an New Labour, an der Presse, an allen.
    .
    Motiv der Tories: Klassendünkel oder die Weigerung, mit Gabriel oder Juncker auf Augenhöhe reden zu müsen.
    .
    Fünfter Akt: Karl III…

  53. Don, schlagen Sie die Kinder nicht weiter :-)
    Kinder? Yep, Kleinkinder sogar. Wir werden nicht nur von denen regiert, sie berichten auch übereinander. Inzwischen ist die Kritik – die ein 16jähriger mit Denkvermögen mühelos formulieren könnte – sowas wie Kinderschändung. Die Kleinen können nichts dafür, man hat ihnen nie das Denken beigebracht.

    Das mit den 16jährigen war keine Kritik an Ihnen. Ich war nur wieder einmal fassungslos, dass in keinem deutschen „Qualitäts“medium auch nur mal nachgeguckt wurde, warum sich Zahlen einer Internetpetition im Minutentakt um vierstellige Zahlen erhöhte. Digital Natives? Pruuuust. Demential Naives.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Vielleicht hilft es ja.

    • Hmmmmm...
      “ Don Alphonso sagt: 28. Juni 2016 um 23:03 Uhr, Vielleicht hilft es ja.“

      23.03 Uhr…. darf man fragen nach wievielen Flaschen man wieder zum Sklaven der Hoffnung wird?

  54. Ein Trost bleibt
    Die Deutschen sind zwar lausige Verlierer wenn um die Wahlen anderer Leute geht, aber sie sind noch schlechtere Gewinner.

  55. Nationalismus und Idiotie
    Hm, Nationalismus als notwendige Bedingung für die Bildung eines Nationalstaates, ist also die letzte Zuflucht für Idioten. Mir scheint dass sie niemals richtig über diese Parole aus Ihrer Jugend nachgedacht haben.
    Ihre ständigen Sezessionswitzchen über Bayern sind nämlich nichts anderes als (bayrischer) Nationalismus.
    Aber das nur als kleine Anmerkung, denn ich habe jetzt gerade einfach keine Lust eine Vorlesung in Staatstheorie zu halten und der Frage nachzugehen, ob ein demokratisch verfasster Staat samt Sozialwesen ohne eine Nation überhaupt existieren kann. (Dagegen spricht nämlich einiges und mir will einfach kein Beispiel für einen Staat einfallen, der nicht von einer Nation getragen wird.)

    Ansonsten:
    Schottischer Nationalismus (pro-EU) ist was Tolles, Legitimes und Unterstützenswertes.
    Britischer, insbesondere englischer Nationalismus (kontra-EU), wie er sich faktisch im Referendum äußert, ist dagegen was Schlechtes, vollkommen illegitim und abzulehnen.
    Ja nee, is klar. Ich sitz schon wieder im falschen Film.

    Das einzig Gute, was ich dem entnehmen kann, ist dass Chronisten dieser merkwürdigen Zeit, wenigstens einen weiteren amüsanten Eintrag für nachfolgende Generationen festhalten können. Auf das spätere Generationen Spaß mit dem Irrsinn haben, der sich mir heute als normal und vernunftbegabt verkaufen will.

  56. Schöner Beitrag
    Danke, schön geschrieben. Allerdings ignoriert der Autor die Knappheit der Wahl und die Schockstarre der britischen bzw englischen Politik. Selbst das gekeife von Farage, klingt nach dem Pfeifen im Wald, er scheint ebensowenig damit gerechnet zu haben nun liefern zu müssen wie Boris. Siehe die kassierten Versprechen. Es wird allen nicht helfen, ausser den im Artikel angesprochenen Idioten. Also zurück an den Tisch und eine neue Zeichnung her, die Kompromisse zur Einigung werden allen wehtun müssen, um zu einem stabilen Konstrukt zu gelangen.

  57. Titel eingeben
    Daß „Großbritannien“ eine relativ moderne Konstruktion ist – kaum älter als 200 Jahre – kannst Du (mit Quellenangaben) ausgerechnet bei Garton Ash nachlesen.

    Warum sollte Deutschland hier nicht die Chance nutzen, einen alten Feind loszuwerden, der uns, mal so nebenbei, im Krieg all unsere Städte kaputtgemacht hat? Und der heute das beste Schoßhündchen der USA und ihrer Ostküste in Europa ist? Das ist im Moment *die* Chance schlechthin, England auf das zurückzustutzen, was es ist.

    • So argujmentiert auch die Lega Nord bei Italien.

      Das aktuelle Deutschland ist übrigens ersr 26 Jahre alt.

    • Titel eingeben
      Dann fragt sich freilich, warum dieses Deutschland von der Englischsprachigen immer noch (oder schooon wieder?) mit dem antikisierenden Begriff „Germanien“ bezeichnet wird. ;-)

      Im Ernst, es scheint mir klug, sich gelegentlich klarzumachen, daß die Engländer zwar ein bemerkenswertes Talent darin haben, all ihre staatlichen Institutionen als uralt und ehrwürdig zu präsentieren, daß aber etwa „Großbritannien“ kaum älter ist als etwa die USA.

      Jedenfalls ist das sinnvoller, als darüber zu lamentieren, daß ältere Herrschaften zu Wahlen zu gehen pflegen, während jüngere Leute lieber in der Unterhose mit dem Handy Online-Petitionen „zeichnen“.

    • Einigkeit
      Merkel und Schulz sind sich hierin einig und cachieren dies höchst mühevoll.

  58. Brexit, mit oder ohne Schottland...
    Es ist ein wenig kleinlich den armen Schotten aus dem Verhalten der Netz Gemeinde einen Strick drehen zu wollen. Nicht, dass die das etwa nicht verdienen, aber halt nicht mehr als ALLE anderer Internet Weisen weltweit, und das sind bald alle 7 Milliarden.
    Das Problem, und ich hab das bereits vor vielen Jahren hier gepostet, ist viel einfacher:

    „Eine Meldung, egal auf welcher Webseite, ist dann wahr, wenn sie meine Meinung wiedergibt, und sie ist Teil der Lügenpresse, wenn sie etwas anderes behauptet.“

    Oder wie im Schlussatz im Blog: Denn Rassismus, Hatespeech, Nationalismus und Chavinismus ist es nur, wenn andere es tun. Ganz genauso einfach ist das alles bei den berühmten 90% und das eigentliche Problem ist und wird bleiben, dass man daran nichts ändern kann. Ob die nun mehrheitlich Nationalisten/Patrioten sind, und ihre Dummheit halt bei diesem Thema offensichtlich wird oder woanders, das ist doch nun wirklich egal. Dummheit ist letztlich immer gemeingefährlich.

    Aber wegen der Macht der Dummheit der Dummen, ist die Herrschaft über das Internet für die Staaten wesentlich.
    Deshalb sind das eigentliche Problem sicher nicht die Schotten, oder die Bots in Korea, sondern Zensur und Überwachung bis zum Max:

    „Laut einem Gesetzentwurf zur „Ausland-Ausland-Fernmeldeaufklärung“, den das Bundeskabinett am Dienstag auf den Weg gebracht und über den sich die Koalition im Prinzip bereits verständigt hat, soll der BND das Internet schier im NSA-Stil überwachen dürfen….
    Konkret geht es beispielsweise um die Spionage an Netzknoten wie dem Frankfurter De-Cix. Bisher setzt der BND dabei Anordnungen nach dem sogenannten G10-Gesetz als Türöffner ein, auf deren Basis Bundesbürger überwacht werden dürfen, um auch an die begehrten „Routineverkehre“ alias „Ausland-Ausland-Kommunikation“ zu kommen. Die Mainmetropole und die dort verteilten De-Cix-Server erklärte der Bundesnachrichtendienst so kurzerhand zum „virtuellen Ausland“.“
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/BND-Reform-Bundesregierung-befuerwortet-grossflaechige-Internetueberwachung-3250327.html

    Was ich sowieso nicht ganz verstehe ist, warum sich irgend jemand über die Schotten den Kopf zerbricht.
    Ich bin ein Fan von Local Government… also zumindst partiell das Gegenteil von Brüssel

    • "Ich bin ein Fan von Local Government…"
      Oh je, bitte nicht, TDV. Was heißt denn partiell?

    • Partiell?
      Nun, das Gegenteil von Brüssel, wäre eine europäische Organsisation die aus ehrlichen und fähigen Menschen/Politikern besteht, die nicht von Lobbyisten gekauft sind.
      Local Government wäre ein Schritt in diese Richtung, weil ein TTIP mit Miesbach etwas arg teuer und unprofitabel wäre.
      Ich bin für Eigenverantwortung auch in solch kleinen, überschaubaren Kreisen, denn man hat die Verantwortlichen ja vor sich, im Gegenteil zu dem unangreifbarem Gesindel das sich in Brüssel rumtreibt.
      Viele, viele kleine Räterepubliken…

    • ehrliche und fähige Menschen und Politiker
      Als erstes habe ich mal auf die Uhrzeit der Antwort gesehen, dann aber fiel mir doch noch die Zeitverschiebung ein, TDV.

      Solche Menschen und damit auch Politiker können Sie doch an einer Hand abzählen. Spätestens, wenn „ehrliche Menschen“ zu Politikern werden, ist das Thema doch durch, denn Ehrlichkeit ist selten eine Sprosse auf der Leiter nach oben.

      Zu CETA und TTIP unbedingt https://www.campact.de/CETA-TTIP-Aktion ansehen.

      Viele kleine Räterepubliken, ja, das könnte ich mir vorstellen. Eigentlich reichte aber auch ein imperatives Mandat oder/und Direkte Demokratie. Dazu vielleicht einmal https://rebellmarkt.blogger.de/stories/2592676/#2593353 ansehen. Die Antworten haben mich überrascht.

  59. Signs o‘ the Times
    Einmal mehr gelingt es Ihnen, lieber Don Alphonso, mit Begriffen wie Nationalismus perfekt zu spielen, um die Absurdität zu entlarven, mit welcher diese, je nach Bedürfnis, zu eigenen Gunsten entweder eingespannt oder verteufelt werden.

    Signs of the times: Einerseits Individualisierung, Akzeptanz der Kultur und Lebensart des Einzelnen, andererseits der Anspruch auf Internationalisierung aka Globalisierung im Zeichen einer übergeordneten Egalisierung.

    Wie soll das zusammenpassen? In Anlehnung an die EU als das europäische „Haus“, so denke ich, wie Sie, werter Don Alphonso, dass ein kluger Vermieter dafür Sorge trägt, dass in seinem Haus die Mischung stimmt.

    • Ein kluger Vermieter achtet auf die Einhaltung der Hausordnung, Tamarisque.
      Und wenn diese Hausordnung sich auf konsensfähige übergeordnete Regeln beschränkt, dann bleibt auch genug Raum für individuelle Freiheit. Dann paßt alles gut zusammen, unabhängig der Mischung.

      Vielleicht sollte der Knigge mal wieder zur Pflichtlektüre werden. Vor kurzem las ich hier vom Don noch einen Beitrag zum Anstand. So altmodischer Kram könnte heute durchaus wieder nützlich sein.

  60. Die Schotten
    Wir sollten die nicht unterschätzen. Sie haben mit Adam Smith (1723-1790) einen Erklärbär zuhause, der sowohl die Wirksamkeit einer sozialen Struktur zwischen den Menschen (1759: Theory of moral sentiments) als auch die Zwänge der Ökonomie (1776: wealth of nations) beschrieben hat. So präzise, dass Herr Karl Marx sich in den „Theorien über den Mehrwert“ (MEW 26.1/2/3) sich maßlos über den Professor in Kirkcaldy aufgeregt hat.
    Ich wurde durch die Lektüre von Marx zum Smith-Fan, denn den interessierte keine Diktatur des Proletariats, der wollte nur wissen „how stuff works“. Und das hat er sehr genau beschrieben. So lautet die Einleitung zur „theory“ in der Übersetzung von Walter Eckstein (1934): „Mag man den Menschen für noch so egoistisch halten, es liegen doch offenbar Prinzipien in seiner Natur, die ihn dazu bestimmen, an dem Schicksal anderer Anteil zu nehmen, und die ihm selbst die Glückseligkeit dieser anderen zum Bedürfnis machen, obgleich er keinen anderen Vorteil daraus zieht, als das Vergnügen, Zeuge davon zu sein.“
    Vielleicht hilft so etwas bei der Einschätzung der aktuellen Brüll- und Zeter- Geschichten zum Brexit.

    • Ähem.....
      Wie Sie wissen sollten, machten weder Adam Smith noch andere, zB Ricardo, irgendwelche Erfahrungen mit der industriellen Revolution, da sie da bereits tot waren. Was uns solche „Fachleute“ also erzählen, muss am Thema vorbeigehen. Deswegen fand ich The Wealth of Nations auch so lächerlich.
      Was wir wissen wollen, dazu haben Smith&Co nichts zu sagen und das wozu sie schreiben existiert seit Jahrhunderten nicht mehr.

      Bei der Pirate Bay wurde vor einem halben Jahr „The Wealth of Nations“ als Hörbuch angeboten. Nach schnellen Download ging ich also wie so oft durch den Wald spazieren und hatte diesmal Adam Smith im Ohr… Es ist zwar recht leer dort, aber ab und zu trifft man halt doch Entgegenkommende und alle sahen mich stirnerunzelnd an. Etwas, womit man in Japan sonst nur ein Todesurteil würdigt.
      Auf meine Nachfrage hin erklärte mir ein freundlicher älterer Herr, dass es im stillen Wald doch ganz erheblich störe, wenn man jemanden schon über grosse Distanz lauthals Lachen hört….
      Ich hatte dies selber nicht mitbekommen, habe aber sofort auf ernstere Lektüre umgestellt und mir Meister Yodas Ende von Georg Schramm noch mal angetan.
      Also verglichen mit Adam Smith? Kein Humor, dieser Schramm….

  61. Titel eingeben
    I disagree with much of what has been said mostly in ignorance of Scotland here. The name of the Scottish National Party is a joining of two parties „the National Party“ and „The Scottish Party“ thus was formed the Scottish National Party. National meant it should be for all people in the towns, cities and country. It should also be for all people and classes. Its purpose was to give Scotland „Home Rule“ the same as New Zealand, Canada and Australia. Ethnic or blood or genetic ancestry NEVER had any part of this. Always there were people in the party who were English.
    During world war one in France much more risks were taken by the British Army of the lives of troops who were not English. Australia in Gallipoli Turkey Canada in France Indians in France and Scots everywhere. This led to Canada and Australia moving towards the USA politically. They delayed declaring war in 1939 thinking of not becoming involved. The memory of how badly used they had been. Scots too remembered their higher rate of death and some refused. But the Nazis could not be ignored so Scots went in larger portions and were killed in larger portions.
    But in the Referendum of 2014 never did the SNP blame English people and never foreign residents. They made sure person got a vote. Better than did the English in 2016. They only want a democracy the same as Holland, Denmark, Norway and Sweden. You do not call these countries evil ethnic nationalist. Then Why call the Scots this crime? The are not racist, they do not want to ban immigrants or refugees. They want to be a normal EU country.

  62. Litvak
    Ich bin nicht einverstanden mit viel von dem, was hier meist in Unkenntnis von Schottland gesagt worden. Der Name der Scottish National Party ist eine Verbindung von zwei Parteien „, die Nationale Partei“ und „The Scottish Party“ So wurde der Scottish National Party gebildet. Nationale bedeutete, dass es für alle Menschen in den Städten und Land sein sollte. Es sollte auch für alle Menschen und Klassen sein. Sein Zweck war Schottland „Home Rule“ das gleiche wie Neuseeland, Kanada und Australien zu geben. Ethnische oder Blut oder genetische Abstammung hatten nie Teil davon. Immer gab es Leute in der Partei, die Engländer waren.
    Während des Ersten Weltkrieges in Frankreich viel mehr Risiken wurden von der britischen Armee aus dem Leben der Truppen getroffen, die nicht Englisch waren. Australien in Gallipoli Türkei Kanada in Frankreich Inder in Frankreich und Schotten überall. Dies führte zu Kanada und Australien politisch gegenüber den USA zu bewegen. Sie verzögert den Krieg erklärte im Jahr 1939 denken nicht beteiligt zu werden. Die Erinnerung daran, wie schlecht sie verwendet worden war. Schotten zu erinnern, ihre höhere Rate von Tod und einige abgelehnt. Aber die Nazis konnten nicht außer Acht gelassen werden, so Schotten in größeren Portionen gingen und wurden in größeren Portionen getötet.
    Aber im Referendum von 2014 nie war die Schuld der SNP Engländer und nie Ausländer. Sie sorgten dafür, Person eine Stimme bekam. Besser als die Engländer taten im Jahr 2016. Sie wollen nur eine Demokratie genauso wie Holland, Dänemark, Norwegen und Schweden. Sie rufen Sie nicht, diese Länder böse ethnisch-nationalistische. Warum dann die Schotten dieses Verbrechen nennen? Das sind nicht rassistisch, sie wollen nicht, Einwanderer oder Flüchtlinge zu verbieten. Sie wollen ein normaler EU-Land zu sein.

    • Komischerweise wollen alle etwas über meine Ahnungslosigkkeit sagen und nichts über den frischen SNP-Mob, der einen Kekshersteller schikaniert, weil der auf die Abbildung eines Löwen verzichtet. Erstaunlich.

  63. Kein Massaker bei Bannockburn
    „die vor 700 Jahren in einem Massaker endete, das sogar nach den Vorstellungen der damaligen Zeit ausserordentlich grausam war“

    Dafür ist ein Beleg nicht erkennbar.

    1. Die Grausamkeiten gingen von den englischen Invasoren aus. Vor Bannockburn passierte das:
    „The Scottish border-town of Berwick … was sacked…Edward spared no one, whatever the age or sex, and for two days streams of blood flowed from the bodies of the slain, for in his tyrannous rage he ordered 7,500 souls of both sexes to be massacred…So that mills could be turned round by the flow of their blood.‘
    Account of the Massacre of Berwick, from Bower’s Scotichronicon“
    http://www.bbc.co.uk/scotland/history/articles/the_wars_of_independence/

    2. Ob eine Armee einen taktischen Rückzug unternimmt oder (teilweise) in Auflösung ist, ist auf mittelalterlichen Schlachtfeldern nicht klar zu erkennen. Bei einer 4:1-Überlegenheit der Engländer muss es darum gegangen sein, die Kampfkraft der englischen Armee so schnell wie möglich zu neutralisieren, um Neuaufstellung und Gegenangriff unmöglich zu machen.
    Massenhafte Gefangenennahmen stellen im Lauf einer unübersichtlichen und nicht eindeutig entschiedenen mittelalterlichen Schlacht ein enormes Risiko dar, da die Gefangenen nicht ins Hinterland gebracht und bei einem Gegenangriff jederzeit befreit werden konnten. Zudem waren erhebliche personelle Ressourcen für die Bewachung notwendig, deren Bindung bei begrenzten Ressourcen schlachtentscheidend sein konnte.

    Aus dem gleichen Grund wird auch der (im Gegensatz zu Bannockburn) eindeutig dokumentierte Hinrichtungsbefehl durch den englischen König Heinrich V bei Azincourt als Unsicherheit über den Ausgang der Schlacht, jedoch nicht als gezielte Grausamkeit beurteilt: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Azincourt#T.C3.B6tung_der_Gefangenen

    Interessant wäre eher die Frage, inwieweit die schottische Fundamental-Opposition zu England auf historischen Wahrnehmungen basiert. Wer als Ausländer nach Edinburgh kommt, nimmt sie als blühende britische Stadt wahr. Wo zudem jedes Jahr eines der weltweit wichtigsten Kleinkunstfestivals in englischer Sprache stattfindet. https://www.edfringe.com/

    • Schauen sie...
      … wenn man ihre Logik auf den Iraq anwendet, dann könnte ein Saddam behaupten er muss ein Ehrenmann sein, weil ihn die amerikansichen Verbrecher waren die ihn angegriffen haben.

      Auch wenn es von denen nicht viele geben mag, so wird doch kein normaler Mensch die Verbrechen der Engländer gegenüber Schotten oder gar den Iren kleinreden wollen, nur, warum soll sich aus dieser Vergangenheit irgendwas zwangsläufig für die Zukunft ergeben?

      Die Schotten hatten übrigens ein Referendum und mit „Nein“ gestimmt!

  64. Ohne
    Schade

    Bei Ihrer Schilderung der schottischen Unterwerfung im 18. Jahrhundert haben Sie die Rolle des „Butcher of Calloden“ unterschlagen , ohne den das schottische Nationalbewusstsein nicht so aggressiv sich bewährt hätte.

    Leider haben Sie auch die Ihnen hoffentlich am Herzen liegende Abspaltung vergessen: Den Freistaat Bayern, der in Europa auch – oder gerade deshalb – Restdeutschland eine bedeutende Rolle spielen kann. Und dann die Befreiung des Geschenks des froschfressenden Zwerges: Frei statt Bayern.

    Ein seit mehr als 200 Jahren Unterdrückter.

  65. Wer
    kann sich noch an die Aussagen der EU erinnern, als vor einiger Zeit die Unabhängigkeit der Katalanen zur Debatte stand und diese dann als selbständiger Staat so schnell wie möglich der EU und dem Euro beitreten wollten?

    Hieß es damals nicht seitens der EU, Katalonien müsste die Neuaufnahme beantragen unter der Voraussetzung, dass alle 27 EU-Mitglieder zustimmen.

    Wie ist das dann mit Schottland?

  66. Mehr Sorgen als über die fleeing Scotsmen
    mache ich mir aktuell Gedanken über den gestern in Frontal 21 vorgestellten Umlauf gefälschter Ausweisdokumente aus Richtung Syrien, Türkei und der IS-Rückzugsgebiete auf dem Balkan (z.B. BHI, das nach Aussage der Melkerin so bald als möglich in den erlauchten Kreis der jetzt bald auf 27 Reduzierten aufgenommen werden solle).
    .
    Schön dargestellt, wie sich z.B. in der Hauptstadt der Hellenen ein EU-Dokument für 250 € erwerben lässt, mit dem in EU-Europa mit dem richtigen Hintergrund jeglicher Zugang zu Bankkonten, Sozialleistungen, Steuerident-Nummer, „Gewerbe“-Anmeldung etc. möglich.
    .
    Mir fielen fast die Kartoffelchips mit Bier aus dem Gesicht, als da so ein Komiker aus der RHS vor die Kamera trat (Bezirksstadtrat Stephan von Dassel (Bündnis 90/Die Grünen,Abteilung Soziales und Bürgerdienste )) und erklärte, dass man bei den Behörden nicht viel dagegen machen, da „die Büroarbeitsplätze derart mit Equipment vollgestopft seien, so daß ein Scanner da absolut keinen Platz hätte. Und man könne nicht jedem „Kunden“ zumuten, daß man unter dem Vorwand, man müsse mal auf´s Klo, um eine rückwärtige Überprüfung durchzuführen.“
    .
    Wer das nicht glauben mag, Mediathek aufrufen.

    • Ja, bitter.

    • Doch, doch, wir würdigen Don Porcamadonnas Recherchen, die auf Wahrnehmungsdifferenzen in staatstra
      Es heißt BiH, nicht BHI (-;

      Hahaha, ja, bei zahlreichen Bü/Grü90-Gestalten mit „Regierungsverantwortung“ gewinnt man den Eindruck, dass das primäre Handlungsziel eher darin besteht, den raschen „Staatszerfall“ herbeizuführen. Vor allem in Berlin u. Düsseldorf ….. Tübingen und Miesbach mal ausgenommen …..

      Und bei einem Besuch im hochsauerländischen Schmallenberg wurde mir u.a. mitgeteilt, dass es im Sauerland auch so gutherzige Bü/Grü90-Gruppen gibt, die sich gegen die Abschiebung eines wegen (kiloweisen ?) Drogenbesitzes bzw. -handels rechtskräftig verurteilten Algeriers einsetzen, der sowieso jahrelang illegal (ohne jeglichen Aufenthaltstatus) in der Region „tätig“ war …..
      Achja, u. natürlich, dass „Institutionen“ ausgehölt werden, wenn die Straftaten von Neo-Migranten schlichtweg „kassiert“ u. wegen angeblich fehlender Sanktionsmöglichkeiten nicht geahndet werden …

      Wenn sich nunmehr „PolitikerInnen“ zu Mitwissern und Mittätern eines umfassenden „Sozialmißbrauches“ machen, verheißt das für ein Staatswesen nichts Gutes …. zudem wird die Solidarität mit „Flüchtlilngen“ dadurch ausgehöhlt u. in Frage gestellt ….

    • Titel eingeben
      Das habe ich auch gesehen, es ist deprimierend. In Athen gibt es massenweise Fälscherwerkstätten, das konnte man schon öfter sehen und lesen.Ich denke, irgendwann müssen die Grenzen geschlossen werden.
      Im Himmel ist z.Zt. Jahrmarkt.

    • @Deja ... hab mir das angesehen :-( sowie "politische Schönheit"
      Der Amtsfritze mit seinem dummen Ausreden war vielleicht einfach nicht vorbereitet und sowieso wohl überfordert vom allgemein bekannten Berliner Verwaltungschaos, zu dem er selbst beiträgt. Nichts besonderes also.

      Gruseliger fand ich die „Aktivisten“ vom „Zentrum für politische Schönheit“, die in zynisch mit dem Schicksal von Flüchtlingen spielen, um in wichtigtuerischer Weise die Öffentlichkeit zu provozieren.
      Es ist einfach verantwortungslos, den Leuten zu suggerieren, man könnte ihre Verwandten ohne gültige Papiere per Flugzeug nach Deutschland holen, wenn man weiss, dass es nicht geht. Über die „Tiger-Aktion“ kann man nur Max Liebermann zitieren …
      Das ZDF gibt mit „Frontal21“ natürlich gerne den Resonanzboden für diese scheußliche Unternehmung. Es ist schade, dass man den Straftatbestand des „groben Unfugs“ abgeschafft hat – hier wäre er angebracht.

      Im übrigen habe ich niemals verstanden, warum man die armen Leute den Schleppern und den Gefahren auf See überläßt, wenn EU und Türkei, EU und Marokko in Nordafrika durchaus gemeinsame Landgrenzen haben?

      Man könnte doch an der griechischen oder bulgarischen Grenze zur Türkei mit EU-Geldern – meinetwegen auch deutschen Geldern – vernünftige Grenzeinrichtungen und Aufnahmelager (Seehofers Transitzonen, aber an der Aussengrenze) schaffen und dort durch EU-Beamte bzw. von Beamten der Zielländer Passkontrollen und Prüfung der Einreise- bzw. Fluchtgründe durchführen. Und wer nicht akzeptiert wird, muss eben in die Türkei zurück. Mit ein wenig mehr Aufwand wäre so etwas ähnliches auch in Ceuta oder Melilla möglich, also auf EU-Territorium in Nordafrika.

      Von Istanbul kann man sicher ganz ohne Schleuser mit dem Bus an die EU-Grenze kommen, und von Tanger oder Casablanca ists auch nicht so furchtbar weit nach Ceuta. Was die Aufnahmelager angeht: nach dem Krieg mußten die meisten Flüchtlinge nach dem Westen ins Durchgangslager Friedland, bzw. in West-Berlin ins Notaufnahmelager Marienfelde, und mußten sich dort kontrollieren lassen.

      Wenn man dagegen die Leute erst einmal unkontrolliert reinläßt, und sie im Land verteilt oder einfach irgendwo aussteigen läßt, bzw. massenhaften illegalen Grenzübertritt zuläßt, braucht man sich über Chaos und Kontrollverlust nicht zu wundern.

      Aus den o.a. skizzierten Grenzkontrollstellen (EU-Aussengrenze) könnten dann akzeptierte Flüchtlinge und sonstige Einwanderer mit gültigen Papieren in ihre Aufnahmeländer reisen: mit Charter-Bussen, oder z.B. von Thessaloniki per Flugzeug bzw. von Ceuta/Algeciras mit Fähre und Flugzeug. Wichtig wäre nur: kein Einlaß ins Landesinnere vor Kontrolle, keine gefährliche Überfahrt übers Meer, volle Registrierung an der Grenze, keine Aktionen a la Idomeni, und bei Ablehnung direkte Zurückweisung in das letzte Transitland. Damit das funktioniert, müßten wirkliche Flüchtlinge eine faire Chance haben, aufgenommen zu werden, damit sie den legalen und sicheren Landweg dem gefährlichen Seeweg vorziehen. Wieso eine solche Regelung niemals in Betracht gezogen wurde, ist mir rätselhaft.

  67. @TDV zu Corbyn
    TDV – ich habe den Artikel zu Corbyn gelesen und bin ein wenig verwundert. Daß die Linken natürlich Corbyn unterstützen, ist nicht erstaunlich, aber ich hätte mir einen etwas ausgewogeneren Text erhofft. Gegen Corbyn wird nicht nur von ehemaligen „New Labour“ Abgeordneten geputscht – Corbyn hat sehr viel Rückhalt auch bei anderen Parteimitgliedern verloren gerade weil sie mit seiner Führung nicht einverstanden sind.

    Die Rolle des Oppositionsführers erfordert mehr als nur ideologische Linientreue – sie muß Oppositionsarbeit leisten, und Corbyn war bei PMQ (Prime Ministers Questions) Cameron regelmäßig unterlegen und hat die Regierung eben nicht so kontrolliert, wie man es von einer Opposition hätte erwarten können. Er hat auch die Lokalwahlen verloren (eines der schlechtesten Ergebnissen seit langem – insbesondere nach einer Wahl) und ist ansonsten nicht sonderlich erfolgreich. Seine Rolle beim Referendum war sehr zweifelhaft – sicher, Benn und andere haben Wahlkampf geführt, er hat sich aber sehr zurückgehalten. Hätte er offen für „Leave“ Wahlkampf gemacht, wäre es wahrscheinlich ehrlicher gewesen – so hat er anscheinend eher den „Remain“ Wahlkampf sabotiert (durch fehlenden Einsatz).

    Ob die Unterstützung durch die Partei wirklich so groß ist, ist auch nicht ganz klar. Die Unterstützer sind sehr laut, kommen aber auch großteils aus dem linken Flügel der Partei – oder sogar jenseits davon (e.g. socialist worker). An seiner Wahl konnte man für £3 teilnehmen …

    Wenn man den Artikel in den Nachdenkseiten liest, bekommt man den Eindruck, hier würde gerade ein ganz unanständiger Putsch stattfinden – in Wirklichkeit ist es aber wohl deutlich einfacher.

    • Titel eingeben
      Ich kann nicht beurteilen ob Corbyn Rückhalt verloren hat, aber ich weiss mit Sicherheit wer gegen den Brexit ist und dass auch diese Geschichte natürlich genau auf solche Leute zurückgeht. Die reaktionäre Times und der Kasperle Murdoch tun nichts anderes als unsere gleichgeschaltete Lügenpresse auch, warum auch nicht…. So ist das halt heute überall.
      Selbstverständlich steht nicht ganz Labour hinter Corbyn, bei 52 zu 48% ist das ja wohl normal.
      Und wenn jetzt nach dem Brexit auch noch ein Corbyn die kommende Wahl gewinnen würde…. da geht dann einigen der Allerwerteste auf Grundwasser.

      Ob das nun „ein ganz unanständiger Putsch“ sein sollte oder nicht, ist nicht die Frage für mich. In DE haben wir bei dieser Partei die Gabriels und andere Rechte, also keine Corbyns am Ruder, und egal welche Sauereien Politik gemacht wird, es herrscht Ruhe im Blätterwald und in der „sozialdemokratischen“ Partei.
      In DE gibt’s keine Linken in den 5 Einheitsparteien, hier herrscht das pseudolinke Spiessertum zusammen mit den „Normalos“.
      Im UK hingegen droht Gefahr von Links durch Corbyn…. The powers that be benutzten halt jede Gelegenheit, weil man es unter allen Umständen verhindern MUSS, dass Corbyn an die Macht kommt, so wie man auch mit allen Umständen in den USA verhindern MUSS, dass ein Trump und erst Recht kein Bernie an die Macht kommt.
      Ich persönlich sehe das auch nur als ganz normal an, „unanständig“ ist wohl die gesamtpolitische Lage auch in DE wo die eine Seite die ganze Macht inkl. der Medien hinter sich hat, und die andere, also Die Linke… gar nichts.

  68. Die Nation nicht gleich the nation etc.pp.
    Ich meine, daß sich ein Großteil Don Alphonsos Irritationen ausräumen ließe, wenn er zwischen Regionalismus (der Identität historischer Kulturlandschaft) und dem Begriff Nationalismus, wie er in Deutschland verwendet wird – als alles überspannendes Dach einer Volksgemeinschaft – unterscheiden würden.

    Die Protagonisten der Autonomie- Sezessions- und Unabhängigkeitsbewegungen Europas verfechten in der Regel die Idee eines Europas der Regionen. (Sie bilden im Europaparlament übrigens eine gemeinsame Fraktion mit den Grünen).

    Sie setzen auf Selbstbestimmung, Wahrung ihrer kulturellen Identität. Und trotzdem wenden sie sich, anders als die Nationalisten nach Don Alphonso, gegen Selbsterhöhung, Diskriminierung etc.pp (zum Nachschlagen: Brüsseler Deklaration und Bilbao-Deklaration der EFA – EFA, die European Free Alliance ist die Europapartei der Regionalparteien).

    Auch ich bin überzeugt, daß man die kulturelle Identität der einzelnen europäischen Landstriche wahren und dennoch gemeinsam im europäischen Haus leben kann. Unterschiede erkennen und gemeinsam feiern.

    Also, so einfach, wie es sich Don Alphonso macht, ist es eben nicht. Aber so ein Artikel kann dafür sorgen, daß man schön brav auf dem Pfad des Zentralismus und Gleichschalterei bleibt, weil man bloß nicht als reaktionär verdächtigt werden möchte. Zwischen reaktionärem Nationalismus und internationalistischer Gleichmacherei gibt es aber noch eine Menge Möglichkeiten zur Gestaltung Europas. Man muß sich nur mal trauen, sie auch zu denken…

    • Mir ist das im Kern egal, von mir aus darf man auch völkisch sein – was ich nicht verstehe und worum es im Beitrag geht ist, dass manche da ein Verhalten an den Tag legen, das bei anderen als extrem kritikwürdig gälte, und hier nicht.

  69. Noch etwas...
    Ich halte es für sehr interessant, für die Bewertung von Nationalismus/Regionalismus die NUTS-Ebenen der Gebiete auf denen sie festgestellt werden zu betrachten.

    Mein subjektiver Eindruck: Nationale Symbole von Staaten auf der Ebene NUTS-0 wirken auf Außenstehende in der Regel bedrohlich und intelektuelle Einheimische empfinden sie für gewöhnlich als unangenehm.

    Identitätsstifftende bzw. -anzeigende Symbole von Staaten und Regionen auf der Ebene NUTS-1 gelten in der Regel als sympathisch

    NUTS-0 ist z.B. Deutschland, NUTS-1 sind die Bundesländer, aber z.B. auch Dänemark – Das könnte auch anzeigen, warum der so gern bemühte Vergleich zwischen dem unverkrampften Verhältnis der Dänen zu ihrer Flagge im Vergleich zu dem Verhältnis der Deutschen hinkt. 11 der 27/28 EU-Mitglieder befinden sich auf NUTS-1 und darunter. Großbritannien liegt auf NUTS-0, Schottland, Wales etc. pp auf NUTS-1 Ein Europa der Regionen aus Mitgliedern der Ebenen NUTS-1 und darunter, könnte – weil notwendig – nach außen dennoch stark und selbstbewußt auftreten, hätte nach innen aber eine wesentlich harmonischer Struktur….


    • könnte – weil notwendig – nach außen dennoch stark und selbstbewußt auftreten
      Das bezweifle ich. Das ist bisher nicht gelungen, und es wird auch in Zukunft aus der EU nichts anderes werden als ein bürokratisches Nebelwesen, das in praktischer Politik kläglich versagt.

    • die Bösen und die Guten
      Die Seite der SNP hat einen Beitrag von Nicola Sturgeon geteilt.

      Sie schreibt: „4.15am on day 1 of fight to protect Scotland’s place in Europe – off to Brussels.“

      Stand jetzt haben das

      -30 Leser mit einem Wut-Emoticon
      – 309 mit einem Love-Emoticon
      – und 3576 mit dem klassischen „Gefällt mir“

      quitiert

      Nach meiner Lesart sind das 99,23 % unabhägigkeitsliebende pro-europäische Schotten gegen 0,77 % die das deutlich anders sehen. Das sollte jede Gesellschaft aushalten können. Natürlich nicht representativ, aber alles Wertungen von Leuten, die sich interessieren und genau aus der Gruppe stammen dürfte, um die es hier geht…

    • Wie ist es bei Farage?


    • NUTS-0 wirken auf Außenstehende in der Regel bedrohlich
      NUTS-1 gelten in der Regel als sympathisch

      Kann es sein, daß sie einem NUTS1-Hintergrund entstammen, und Ihnen deshalb, also aus Mangel an Gewohnheit sozusagen, NUTS0 zu groß ist? Mir ist NUTS1 nichts als überwundene Kleinstaaterei.
      Ich fände es zB sinnvoll, Skandinavien endlich eine NUTS0-Ebene zu geben, und die EU aus NUTS0-Regionalgruppen aufzubauen (die Visegrad-Staaten wären ein weiterer Kandidat für NUTS0 neu), denn so bekäme Politik auch einen halbwegs handhabbaren Rahmen. Wenn man alles zu NUTS1 zermahlt (aus D 10-20 Einzelstaaten macht), kann keine gemeinsame praktische Politik mehr stattfinden, weil das dann zuviele sind, um sich auf irgendwas einigen zu können.
      Das gäbe dann eine Struktur mit vollkommen abhängigen, machtlosen und politikunfähigen NUTS1-Gebieten, die ähnlich viel Spielraum hätten wie deutsche Gemeinden oder französische Departements, und darüber eine EU-Bürokratie, die der Außenwelt nicht gewachsen ist und solange in die Ferne schweift, bis wir hier die Scharia haben, weil sie einfach nie ihre eigenen Grenzen zu sehen in der Lage ist und sich zeitlebens weigern wird, ihre Hausaufgaben zu machen und strukturalistisch herumspielt.

    • NUTS-0 vs. NUTS-1
      @ colorcraze

      Jeder, der aus einer NUTS-0 Region stammt hat i.d.R. auch einen NUTS-1 Hintergrund zur Verfügung. Die einen berücksichtigen und pflegen ihn nur stärker als andere. Ich komme aus einer Ecke, in der NUTS-1 für die Identität leider kaum eine Rolle spielt. Meist hört man hier: „Man wird ja wohl noch sagen dürfen, daß ..(NUTS-0) toll ist. Ich bin stolz auf …(NUTS-0)….“

      Mir ist die NUTS-1-Jacke aber näher als der NUTS-0-Kartoffelsack.

      Für mich ist ein großes Problem der derzeitigen EU, daß auf der einen Seite NUTS-1-Ebenen und kleiner am Tisch sitzen (11 Staaten an der Zahl) und auf der anderen die NUTS-0er (17/18 Staaten an der Zahl). Federführend, bei welcher europäischen Problemstellung auch immer, sind ausschließlich die NUTS-0-Mitglieder, eines gibt den Takt vor und sagt wo es lang zu gehen hätte. Sind sich alle NUTS-0er einig, ist das Thema in der Regel durch. Wenn gebremst wird, dann in der Regel von einem anderen NUTS-0er in der Federführung. Die NUTS-1er verteilen sich auf die Lager und sind nach meinem Empfinden nur Stimmvieh.

      Wichtig wäre nach meinem Dafürhalten also, daß sich in den Brüsseler Gremien und Institutionen die Akteure auf Augenhöhe gegenüber sitzen, besser noch, sie säßen auf Augenhöhe beisammen. Dabei ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks und der eigenen Europavision, ob das nun NUTS-0 Einheiten oder NUTS-1-Einheiten sein sollten.

      Sie bevorzugen NUTS-0 ich NUTS-1. Für praktikabel halte ich beides. Sehe aber in einem Europa der Regionen den Vorteil, daß dieses gar nicht anders als föderal organisiert sein kann und den Regionen mehr bürgernähe ermöglicht, den Einwohnern eine klar begreifbare Identität bietet ohne, daß sie sich dazu selbst erhöhen und andere herbawüdigen müssen.

      Eine von Ihnen geforderte gemeinsame Politik kann auch durch NUTS-0-Ebenen verhindert werden. Aufgrund der diesen innewohnenden politischen und wirtschaftlichen Potenz sogar vehementer und rücksichtsloser als es Koalitionen von NUTS-1-Ebenen untereinander tun würden.

      Außerdem ist allein schon der Begriff „gemeinsame“ Politik interessant. Zerlegt er den Kontinent doch nur durch seine Verwendung in seine Bestandteile und geht von einem Nebeneinander aus. Voneinander getrennte, vollautonome Gemeinwesen, können eine gemeinsame Politik betreiben. Wenn jemand fordert mehr Kompetenzen in die Regionen, in die NUTS-1-Ebenen zu geben, und nur ausgewählte Kompetenzen in Brüssel zu lassen, so fordert er noch lange nicht die Vollautonomie für die Regionen.

      Es ist also eine Frage der Verfasstheit, wie die Ebenen, egal ob ausschließlich NUTS-1 oder NUTS-0 zu einer Entscheidung gelangen.
      Ich sehe übrigens phantastische Möglichkeiten der Meinungsbildung in den Gremien und Institutionen in einem Europa der NUTS-1-Ebenen. Partnerschaften und Koalitionen zwischen NUTS-1-Ebenen die bisher in Ihrer NUTS-0-Ebenen gefangen waren und dadurch oftmals ungehört blieben wären nun möglich.

      Jedes Medaille hat zwei Seiten, so hat alles sein Für und Wider; das Europa der Regionen scheint mir aber deutlich attraktiver als das Europa der Superstaaten.

      Ich bin ferner überzeugt, daß es sobald es bei den Bewohnern der NUTS-0-Ebenen mit der NUTS-1-Identität klappt, stellt sich auch ein positives Europabewußtsein ein. Meine Hoffnung ist, daß ein solches Europa eben nicht mehr als ein Europa, der von der Lebenswirklichkeit der Menschen entrückter nebulöser Lobby- und Bürokratenverein angesehen wird, sondern als Heimat, als Teil der eigenen Identität.

      Nur so ´ne Idee… aber besser als gar keine oder alter Wein in neuen Schläuchen… ;-)

    • Nachtrag an colorcraze
      Zitat colorcraze: „Wenn man alles zu NUTS1 zermahlt (aus D 10-20 Einzelstaaten macht), kann keine gemeinsame praktische Politik mehr stattfinden, weil das dann zuviele sind, um sich auf irgendwas einigen zu können.“

      Damit sagen sie aber auch, daß der Vorteil von NUTS-0 der ist, daß viele Meinungen und Standpunkte einfacher übergangen und ungehört gelassen werden können, oder? Einige wenige treffen und tragen eine Entscheidung ohne sich einer Mehrheit wirklich gewiss sein zu müssen…. Ein NUTS-1 besiertes Europa rückt die Entscheidungsebene in die nähe derer auf die sich eine Entscheidung hauptsächlich auswirkt, sehr sympathisch wie ich finde. Wer hat gesagt, daß Demokratie einfach und immer schnell gehen muß?

      Wenn wir der Auffassung sind, daß – wie heißt es immer so schön – „in einer globalisierten Welt schnelle Entscheidungen gefragt sind“, so sollten wir uns entweder von der Demokratie verabschieden und auch die Politik in die Hände der Globalisierungsnutznießer legen (haben wir doch noch nicht, oder?) oder wir stellen fest, daß nicht wir der Globalisierung (also den berühmten Banken und Konzernen) hinterherhecheln sollten, sondern diese gefälligst auf das Gemeinwesen in und mit welchem sie agiert und interagiert zu warten hat! Verrückt und banal zugleich, gelle?!


    • @tvinnefossen: ich finde ihr Idyll ja herzig, aber:
      Sie meinen, daß NUTS1 den Einwohnern eine klar begreifbare Identität bietet ohne, daß sie sich dazu selbst erhöhen und andere herbawüdigen müssen
      Ich weiß nicht, ob sie je Badener über Schwaben haben spotten hören oder Bayern über Preißn schimpfen: ich halte die Gruppenidentität für jederzeit anfällig für „sich selbst erhöhen und andere herabwürdigen“, das ist jeglicher Gruppenidentität inhärent, wurscht ob groß oder klein.
      Also, ich meine (ehrlich gesagt: ich bin mir 100% sicher), das bekommt man NIEMALS PRINZIPIELL weg. Weil es eben zu jeder GRUPPENidentität – das fängt schon bei Familie oder Freunden an – dazugehört.
      Es kommt ihnen jetzt so vor, als ginge das damit weg. Für 10 Jahre mag das auch stimmen, einfach weil da noch die Erfahrungen untereinander fehlen, und man erstmal miteinander zurechtzukommen versucht.
      Es gehen dann aber auch außenpolitische Erfahrungen verloren, die die NUTS0-Einheiten jahrhundertelang machten, und die NUTS1-Einheiten einfach nicht machen können, weil Länder dieser Größe vielleicht in 30.000 Jahren mal die Gelegenheit haben, etwas zu bewegen (man erinnere sich an Vasco da Gama und Portugal).
      Europa ist in der Welt nicht allein, die anderen maßgeblichen Einheiten sind China, Indien, Rußland, die USA. Die sind an Fläche und Bevölkerungszahl meist größer, NUTS1-Einheiten spielen da nirgendwo eine (außen-)politische Rolle.
      Und wenn Sie nun eine „regionalisierte“ (NUTS1) Struktur der EU hübsch finden, dann hat das nach 10 Jahren zur Folge, daß Außenpolitik, wenn überhaupt, ausschließlich nur durch die Dachebene EU noch möglich ist. Das funktioniert dann aber nur mit einem Zentralismus, da gibt es dann Hauptstadt und Pampa (ähnlich wie Rußland), und sonst garnichts.
      Das hat dann u.a. auch einen Verfall, eine starke Verblödung, der bisherigen europäischen Sprachen zur Folge, weil an die Hauptstadterfahrungen – die sprechen dann eine eigene abgehobene Sprache, man merkt es jetzt schon in Brüssel – keiner mehr ranreicht. Unternehmen in der Provinz können diesen Abstand nicht mehr aufholen, was sie jetzt, wo den NUTS0-Einheiten noch ein wenig Spielraum gegeben ist, noch halbwegs überbrücken können.
      Kurz, es löst den Erfahrungsschatz der größeren Länder auf, setzt aber nichts an dessen Stelle.

    • In Kürze, da Zeitmangel
      @colorcraze

      Nun, daß was Sie unter Selbsterhöhung feststellen, läuft bei mir unter Frotzelei. Wird gemacht und danach trinkt man einen aufeinander. Sie scheinen zu denen zu gehören, die Angst vor Identität haben, da Sie nicht wissen wie man mit Unterschieden/Abgrenzungen umgehen soll. Ich würde sagen menschlich.

      Außerdem scheint mein Idyll doch ein wenig dichter an der Realität zu liegen als Ihr Großmachtszenario

      Sie schrieben:

      „Es gehen dann aber auch außenpolitische Erfahrungen verloren, die die NUTS0-Einheiten jahrhundertelang machten, “

      Also das ist jetzt Ihrerseits wirklich ein romantisch-idyllisches Argument!! Wie soll eine Erfahrung verloren gehen oder besser gefragt, wo meinen Sie ist sie gespreichert, daß sie bei deiner Reform von NUTS-0 zu NUTS-1 automatisch verloren geht? Meinen Sie tatsächlich „Erfahrung“ oder dorch „(historisch bedingtes) Drohpotential“

      Sei es drum! Welche NUTS-0 Staaten haben außenpolitische Erfahrungen über JAHRHUNDERTE machen können?? – vor allen Dingen als Demokratien??

      Die NUTS0er der EU in Alphabetischer Reihenfolge

      Belgien, ggr. 1830
      Bulgarien, gegr. 1908
      Deutschland, gegr. 1871, 1918/20, 1933, 1949, 1990
      Frankreich, 1792,1848, 1871, 1946
      Griechenland, gegr. 1827/28, 1881, 1923
      Italien, gegr. 1870
      Niederlande, gegr. 1579
      Österreich, gegr. 1804, 1867, 1918
      Polen, gegr. 1918/20
      Rumänien, gegr. 1918
      Schweden, gegr. 1907
      Spanien, gerg. 1873, 1975
      Ungarn, gegr. 1918
      Vereinigte Königreich gegr. 1707, 1801, 1921

      Viele machen nicht mal 1 Jahrhundert voll, die anderen auch keine 2 Jahrhunderte. Ganz wenige dabei, die auf über 2 Jahrhunderte kommen kommen. Wie schon erwähnt, eine Außenpolitik als Demokratie haben einige nicht mal 50 Jahre betrieben.

      Sämtliche Erfahrungen, auf die man sich berufen könnte, sind Lehrbüchern zu entnehmen. Die sind nicht so groß als daß sie nicht in eine Bibliothek einer NUTS1-Ebene passen würden.

      Unterm Strich also eines dieser berühmten gefühlten Argumente, die einer genaueren Betrachtung nicht stand halten.


    • oder wir stellen fest, daß nicht wir der Globalisierung (also den berühmten Banken und Konzernen) hinterherhecheln sollten, sondern diese gefälligst auf das Gemeinwesen in und mit welchem sie agiert und interagiert zu warten hat!
      Sie denken da gewissermaßen im Straßenverkehr vom einzelnen Verkehrsteilnehmer her. Der Verkehr ist aber das Ganze, Wege und viele Teilnehmer mit unterschiedlichen Absichten.
      Und mit dem Warten ist es halt so: ein Bus wird nicht warten. Jedenfalls nicht lange. Und wenn sie meinen, irgendwo mitten im Weg warten zu können, werden sie von anderen, die auch da durch wollen, unter Flüchen weggeschoben. Warten oder warten lassen ist halt in vielen Fällen einfach keine wirkliche Option.

    • @colorcraze
      Thema Globalisierung und „warten“: Niemand hatbehauptet es würde einfach werden…

      Aber: „Und mit dem Warten ist es halt so: ein Bus wird nicht warten.“

      Oh doch, der wartet:

      1. Wenn niemand einsteigt und das Fahrgeld bezahlt
      2. Wenn die Zuständigen die Ampel auf Rot stellen
      3. Wenn die Polizei ihn anhält
      4. Wenn der TÜV technische Mängel feststellt

      5. In Ausnahmefällen wartet er auch, wenn der Fahrer nett ist. – Darauf sollte man aber nicht hoffen….. und eher zu sehen irgendwas aus 1-4 greifen zu lassen.

      Ganz grundsätzlich rollt auch der gesamte fließende Verkehr auf Wegen und Straßen, die zuvor entsprechend gewidmet und freigegeben wurden.
      Weder Widmung noch Freigabe bewerkstelligte der Verkehr selbst.

      Und irgendwo da, zwischen diesen ganzen Bildern und Gleichnissen, liegt das Problem, der Knackpunkt und des Rätsels Lösung.


    • Sämtliche Erfahrungen, auf die man sich berufen könnte, sind Lehrbüchern zu entnehmen.
      Erfahrungen machen es allenfalls sehr mittelbar in Literatur. Sie bestehen aus Erlebnissen und weniger aus artikulierter Reflexion.
      Mit Lehrbüchern ist da eben gerade garnichts.
      Würden Sie jemand, der keinerlei handwerkliche Erfahrung hat, ein Buch über energieverordnungsgerechten Heizungsbau in die Hand drücken, und ihn dann machen lassen?

    • Was zum Teufel ist "NUTS"?
      Ich kannte bisher das Wort „nuts“ nur als eine colloquial-Version von „crazy“.

    • Erfahrungen und so
      Hallo colorcraze,

      wer ist denn Ihrer Meinung Träger der Erfahrung. Ich würde keinem Nichthandwerker ein Buch über Handwerk in die Hand drücken und sagen mach mal. Aber einem Handwerker, der ein Handwerker ist, würde ich auch ohne mein Buch beauftragen. Dabei ist es mir egal, ob er einen großen oder einen kleinen Lieferwagen fährt oder mal fuhr. Die Erfahrung sitzt nicht in oder auf einem Territorium (oder im Firmenfahrzeug) sondern wird durch Menschen weitergegeben, gelehrt oder auch gemacht. Bei Ihnen klingt das aber ein wenig so, als ob mit dem Ende eines Staatswesens sämtliche Informationen und Erfahrungen unwiederbringlich in einem Schwarzen Loch verschwinden….

      @thomsen: https://de.wikipedia.org/wiki/NUTS

  70. NUTS
    @ Don Alphonso,

    Mein Kommentar zum Thema NUTS könnte im Prinzip auch einen Ansatz für die Erklärung geben, warum das eine eben doch nicht wie das andere ist.

  71. Narionalismus
    Der Nationalismus ist ein Elitenkonstrukt des 19. Jahrhunderts, ein Instrument, das bestimmten Zwecken diente, er „west“ nicht. Warum er heute wieder auftaucht, wofür er ein Symptom ist, das ist die Frage. Der Griff in die historische Kiste ist immer problematisch, sie selbst schreiben ja ständig über „österreichische Leibeigene“, „berliner Verhältnisse“ etc., natürlich mit dem Augenzwinkern der Ironie. Die kann aber sehr leicht umschlagen. Wieviele Witze wurden nicht über die Juden gemacht – vor 1933. Danach waren es keine Witze mehr. Die Schotten werden sich vermutlich eher an Locke und Smith halten als an ihre Krieger und ein Abkommen aushandeln, das Sie in der EU beläßt ohne sich vollständig vom UK zu lösen. Sie werden damit das Beste beider Welten haben und der eigentliche Gewinner dieser Sache sein.

    • Ich meine das todernst. Ich bin für die Wiedererrichtung des bayerischen Stammesherzogtums von 975. Und die angebliche österreichische Demokratie ist Leibeigenschaft bei Blockparteien, da muss man Rücksicht nehmen und behutsam voranschreiten.

      Mit dieser EU wird es keine Gewinner geben.


    • Ich bin für die Wiedererrichtung des bayerischen Stammesherzogtums von 975
      Ich nicht. Ist mir zu weit hergeholt. Ich will lieber Ottonik als Karolingerzeit.

      Mit dieser EU wird es keine Gewinner geben.
      Kann es nicht, weil 10 Mimimis eben keinen Sultan aufwiegen.

    • Naja, das ist ja an der Grenze, also das beste aus beiden Welten. Vor allem: Schwache Zentralmacht. Da stört uns keiner beim Sklavenhandel.

  72. P.S.
    Die Ironie der Südtirol-Geschichte ist, dass es der kosmopolitische jüdische Sozialdemokrat und Großbürger Bruno Kreisky war, der auf österreichischer Seite den größten Anteil an der Lösung hatte.

  73. Titel eingeben
    Lieber Don,

    angesichts Ihrer Aversionen gegen Berlin sollten Sie über die derzeitigen Entwicklungen, den möglichen Zerfall der EU bzw. der bestehenden Nationalstaaten nicht traurig sein.

    Bayern kann es – wie Scharnagl (für einen CSU’ler) richtigerweise festgestellt hat auch alleine!

    • Sie werden lachen, ich werde Berlin bald heimsuchen und den Leuten dort erklären, was sie tun müssen, um wieder Teil der zivilisierten Welt zu werden.

      Aber es ist offensichtlich, dass eine Loslösung der Schotten auch Deutschland nicht unberührt lassne wird.

  74. Titel eingeben
    „Aber es ist offensichtlich, dass eine Loslösung der Schotten auch Deutschland nicht unberührt lassne wird.“

    Dann sollte man die werten Deutschen mal darüber aufklären, dass es ihr „Deutschland“ als Nation auch erst seit knapp 150 gibt.

    Mein Urgroßvater ist 1864 geboren als Bayern noch ein selbständiger Staat war – 2 Jahre vor „Königgrätz“

    Zeit, die Geschichte wieder zurechtzurücken, oder?!


    • Bayern war von Napoleon bis zum Kaiserreich selbständig, etwa 60 Jahre. Das ist nichts im Vergleich zu der langen Zeit im HRR, und selbst Teilstaat der BRD ist es nun schon länger als seine „Selbständigkeit“ währte.

  75. Ämol ebbes gonz annersch,
    kürzlich schrieb in diesem Blog eine Dame über die Latifundien der Queen in Schottland und daß sie sich Gedanken über die zukünftigen Sommerfrische Derselben mache.
    .
    Und ich frage jetzt, wo denn zukünftig die Royal Navy ihre atomgetriebenen und mit ballistischen Raketen ausgestatteten U-Boote verbunkern soll wenn nicht mehr in Faslane-on-Clyde, Coulport oder Rosyth ? Sollen diese Einheiten spätestens in zwei Jahren neben C 35 (auch bekannt als Museumskreuzer Belfast) auf der Themse anlegen, gar gelb angestrichen werden ?
    .
    Die ansonsten so kühl und kühn denkenden Briten scheinen von allen guten Geistern verlassen. Wer soll denn einmal den Kern der anphantasierten EU-Streitkräfte bilden (grins) ?
    .
    Und die Argentinier, wenn sie schon nicht die Copa Amerika gewinnen, Messi den Mesxit vollzieht, werden sicher jetzt als Trostpflaster die Falklands zurück wollen.

  76. Titel eingeben
    Lieber Don,

    das ist, finde ich, ein guter Text über die elende Doppelmoral allerorten. Das nur, weil Ihren anderen dazu bei den „Stützen“ kritisiert hatte.

    Ansonsten: Willkommen in Berlin. Ich fühle mich zwar halbwegs zivilisiert und kenne viele noch wesentlich zivilisiertere Leute, aber wir waren hier schon immer gut darin, von Zivilisierteren zu lernen!

  77. Gute Idee
    … bewirbt sich da schon ein Alfons, der Zänker?

    • In jener Zeit waren meine Leute im Sklaven- und Seidenhandel aktiv. Das ist ein ehrenwerter Beruf.

  78. Spiegelbilder
    Glänzend, wie Sie Ihrer Zunft immer wieder den Spiegel vorhalten, nur erkennen die sich darin leider nicht oder ignorieren ihn einfach. Gilt bedauerlicherweise und in wachsendem Maß auch für Ihr Stammhaus, das auf den Brexit z. B. (noch ist er nicht wirksam) mit einem babylonischen Stimmengewirr reagiert, dem die traditionell geübte und markenbildende Contenance doch erheblich abgeht.

    Sei’s drum, Sie tun, was Sie tun müssen und erheben Ihre Stimme nicht umsonst. Die Dankbarkeit der Leser jedenfalls ist Ihnen gewiss.

  79. Demographie
    Servus Don,
    unter dem Hashtag Brexit habe ich irgendwo gelesen, dass auch wenn alle „Jungen“ zur Wahl gegangen wären, hätten diese die „Alten“ nicht überstimmen können, da sie weitaus weniger sind.
    Das wäre natürlich argumentativ etwas doof, wenn man die Wahlfaulheit der Jüngeren als Punkt herausstellt.
    In Deutschland wäre dies demographietechnisch eher möglich als in GB,
    da die Bevölkerung hier etwas älter als dort ist.
    Habe beim ONS (Office for National Statistics) etwas nachgeforscht
    und prozentpunktemässig halten sich die verschiedenen Gruppen in etwa die Waage. Auch wenn das ONS die Altersgruppen für diesen Zweck etwas unglücklich einteilt. z.B. 15-29 years old. usw.
    Da kann man teils nur grob über den Daumen peilen bzw. diese Gruppe
    komplett miteinrechnen, obwohl ein Teil davon noch nicht wahlberichtigt ist.
    Schwierig.
    Ist dir dieser Punkt bei deinen Nachforschungen auch über den Weg gelaufen?

    Gruss

    Dahoam

    PS: gehört jetzt ned unbedingt daher, aber merci für den RT des Feuilltonartikel der FAZ über BDS. Bei deren Propaganda bekomm ich fast immer das kalte Grausen. Hochhalten von Nationalisten, eigentlich Erzislamisten, (Hamas) und die Nichtbeachtung von Fakten („Freiluftgefängnis Gaza“). Rafah, anyone?
    https://www.hrw.org/report/2015/09/22/look-another-homeland/forced-evictions-egypts-rafah
    Egal, ist ja für einen besonderen Zweck. (Sarkasmus aus)
    PPS: muss jetzt raus, das Radl wartet. Pfiadi.

    • Gwern geschehen, zu BDS werde ich am Rande auch etwas machen, wenn es um GinaLisa geht.

  80. Die Unterschicht hat gesprochen
    Und zum ersten Mal seit 40 Jahren wurde sie wieder zu irgendwas gefragt.
    .
    Da werden Historiker noch lange rätseln, wie dieser Unfall passieren konnte. Cameron, Johnson und Konsorten:
    Wer hat die dazu gezwungen?
    Welcher Hafer hat diese Schnösel gestochen?
    .
    Zuviel Wodka Gorbatschoff getrunken?

    • Wodka? Nicht nötig....
      Diese Hans Wurste sind so unfassbar inkompetent, die glauben den ganzen Unsinn den sie Tag für Tag so von sich geben wirklich!

      Auf die Idee, dass es da jede Menge Leute, gar eine Mehrheit geben könnte, die nicht ihrer Meinung ist, sind sie erst jetzt, nach einigen Jahrzehnten wieder gekommen.

      Jetzt geht es solchen Leuten darum so schnell wie möglich CETA und TTIP irgendwie durchzuziehen, bevor so eine Pleite nochmal passiert!

  81. Holla die Waldfee!
    Die Petition war ein Hoax?! Oh mein Gott, das ist zum Schießen!! Hatte mich gewundert, dass das Hamburger Kampfblatt seit Tagen keine neuen Wasserstandsmeldungen zu den Klickzahlen veröffentlicht. Vielen Dank, werter Don, dass Sie mit Ihrer journalistischen Arbeit meinen Alltag versüßen!

    Zu den von Ihnen beschriebenen separatistischen Tendenzen: Mich würde ja brennend interessieren, ob sich Journaille und Politik mit dem gleichen Enthusiasmus äußern würden, sollten sich die Bayern vom Rest Deutschlands abspalten wollen.

    Vielleicht haben wir ja Glück, und Österreich entschließt sich noch zu unseren Lebzeiten, die sprachverwandten Gebiete zu annektieren.
    Bis es soweit kommt, schaue ich weiter übers Gebirge Richtung Süden und beneide die Nachbarn mit der rot-weiß-roten Fahne.

    • Nein, da wären wir ganz klar Nazis, und man würde mich hervorkramen und sagen, dss ich achselpelzige Zeitautorinnen als Sklavinnen an die Mauren in Spanien verkaufen möchte.

    • unten ohne die Dame, oben mit der herr
      Die sind doch alle komplett rasiert heutzutage. Ob das besser ist, wenn man wie ein Infant aussieht, ist die große Frage. Dafür ist der Busch der Frau dem Mann inzwischen ans Kinn gewachsen. Da fehlt oft nur das karierte Flanellhemd.

    • Don Alphonso, der Dealer
      Lassen Sie’s doch sein, Don Alphonso, immer Sachen verkaufen zu wollen, die wirklich niemand will.
      Berlin an die Russen.
      Zeitautorinnen nach Andalusien. Versuchen Sie es besser mit einem Fahrgeschäft. Geisterbahn, zum Beispiel.

  82. final-solution-european-super-state
    @colorcraze, 28. Juni 2016 um 23:15 Uhr

    Werte colorcraze,
    die wörtliche Übersetzung des Terminus final solution ausgerechnet in die deutsche Sprache erspare ich mir, Sie verstehen das, aber auch die Assoziation zum „Tausendjähriges Reich“ liegt in Reichweite.
    Die Lebensdauer dieses grandiosen Konstruktes ist allgemein bekannt. Zu Beginn des glorreichen Zeitalters war mein Vater 17 Jahre jung. Bekanntlich erlernt man fremde Sprachen in jungen Jahren leichter. Er nutzte die günstige geschichtliche Konstellation für einen Crashkurs Russisch, was in den Jahren seiner Gefangenschaft seine Überlebenschancen entscheidend verbesserte. Seine Lebensspanne übertraf die faktische Lebensdauer des TR um den Faktor 7,5. Soviel zu Glanz und Elend von finalen politischen Zwangsvorstellungen.
    Über die Wahrscheinlichkeit eines european super reich möchte ich nicht spekulieren. Sollte es aber Realität werden, gebe ich ihm höchstens tausend Jahre.
    Mit freundlichem Gruß

  83. Alle ins Eichenfass stecken
    Ich kann Schotten irgendwie nicht ausstehen. Allein die Behandlung am Flughafen Edinburgh beim Security Check macht nachdenklich. In Heathrow immer alle überaus freundlich. Wenn man sagt „hier flieg ich erstmal nicht mehr hin“, läuft in einem Land was verkehrt. Ganz anderes Land. Latent grob. Whisky-Trinker eben.
    Die Szenen gestern zwischen Juncker und Farage ließen mich heimlich hoffen, dass wir das Duell wieder einführen. Wir wären dann schneller mal einen los, manchmal auch beide. Wir könnten Wetten abschließen, das kleine Pendant zu Soros, der gut gewettet hat (ich gönn’s ihm übrigens, clever). Ich würde gegen Juncker wetten, weil ich dieses Filmchen gesehen habe, das jeder kennt.
    Am besten alle ins Eichenfass, aber falls Whisky draus wird, schmeckt er vielleicht dumpf und drückend.
    Wenn sie für Leave England votieren dort oben, können wir sie alle in diesen albernen Röckchen bewundern, auf die sie so stolz sind.

    Was aber Déjà de L’autre oben anmerkt, ist in der Tat wichtiger. Eine Staatschefin und ein paar Technokraten, die ein Land aufnehmen möchten, in dem IS sich einrichtet, Grundstücke kauft, sind unverantwortlich gegenüber der Bevölkerung in den einzelnen Ländern Westeuropas, die eines Tages aussehen könnten wie Aleppo. Syrer flüchten dann zurück. Wir hätten nur noch die Alternative des Suizid, ohne Mitnahme anderer, versteht sich.

    • Suizid
      Also, wenn es dazu kommen würde, Frau Merkel, ich werde immer einen Platz an meiner Seite freihalten. Nur für Sie. Melden Sie sich, wenn Sie soweit sind.
      Wenn ich schon gehen muss, dann bitte für einen guten Zweck.

  84. Was steckt wirklich dahinter?
    Schottland will also die Abhängigkeit von England gegen die Abhängigkeit von der EU tauschen. Mit Unabhängigkeit hat das doch wenig zu tun. Geht es nur um einen neuen Versuch der Unabhängigkeit von England oder wieder einmal nur um wirtschaftliche Aspekte, oder ergänzen sich hier die Wünsche zu einer mehrheitsfähigen Entscheidung? Was hat der Bürger davon, ginge es ihm dann besser? Was oder wer steckt wirklich dahinter?

    • die Verhandlungen erwiesen sich als schwierig
      Ich kann’s mir nicht versagen zu mutmassen: Es könnte am Whisky liegen. Tunnelblick?
      Bis die Schotten ihre Aufnahmeverhandlungen mit den 27 zustimmungs-pflichtigen EU-Groß- und Kleinstaaten (erfolglos) absolviert haben werden – (E, I, F und B, um Beispiele von einigen, mit einem Separatismusproblem gesegneten/gestraften EU-Mitgliedsstaaten zu nennen) – werden einige Fässchen Whisky stärkungs- und trosteshalber daran glauben müssen. Juncker hilf!

      By the way, Schottland in die illustre Gemeinschaft aufzunehmen dürfte sich für die EU als ein Pyrrhussieg über England erweisen. Oder sollte der Groll über den Brexit sich als so gross und dauerhaft erweisen, dass man die Engländer ernsthaft erzürnt?

      Womöglich sind Irish People da entspannter. Der große Literat und Schluckspecht Brendan Behan sagte einmal: „Whiskey ist gut gegen Schlangenbisse. Deswegen sollte er in keinem Schlafzimmer fehlen.“

  85. Faktor 7,5
    Werter Don, in meinem soeben an colorcraze geposteten Text steht eine fehlerhafte Zahl. Faktor 14,5 ist falsch. Richtig ist dagegen Faktor 7,5.
    Könnten Sie den Lapsus korrigieren? Vielen Dank – und Entschuldigung für die Umstände.
    mfG, L.

  86. Nationalismus?
    Nach Lektüre des sehr informativen Artikels wie auch der höchst lehrreichen Kommentare tue ich mich noch immer schwer damit, in Loslösungsbestrebungen in Schottland und sonstwo sofort verachtenswerten Nationalismus zu erblicken und nicht zunächst einmal den Versuch, dem Prinzip der Subsidiarität zum Erfolg zu verhelfen.

    Und der Rückgriff auf ein 700 Jahre zurückliegendes Ereignis, also das Vorhandensein einer ungebrochenen Traditionslinie bis hinab ins Mittelalter ist ja nun kein schottischer Sonderfall, sondern auf der Insel in vielfältigster Form andauernd anzutreffen. Auf uns Deutsche mag das befremdlich wirken, denn unser Blick auf unsere ja ebenfalls recht muntere Vergangenheit wird in der Regel von dem überdimensionalen Sch***haufen verdeckt, der sich vor einem Menschenalter in Deutschland auftürmte.

    • 70 Jahre ginge noch, aber wenn der Tierstil dann als „keltisch“ verkauft und in die vorrömische Epoche verlängert wird, hört es irgendwann auf.

      Ungeachtet dessen sind echte Traditionslinien bei den meisten Menschen aufgrund der sozialen Umwälzungen keine 100 Jahre alt – und das ist auch gut so, weil ansonsten hat man das irische Abtreibungsrecht.

  87. Sorry but no
    Jene obskure Petition, die britische Regierung sollte ein zweites Referendum ansetzen, wenn ein hohes Quorum nicht erreicht werde, hat ursprünglich die Brexit-Fraktion ins Leben gerufen, weil man mit einer knappen Niederlage rechnete.

    Die Brexit-Fraktion hat einen üblen, von Ressentiments gegen Ausländern, falschen Zahlen und unhaltbaren Versprechungen bestimmten Wahlkampf geführt.

    Die SNP hat mit „völkisch“ rein gar nichts zu tun. Ich kenne wenige „Nationalisten“, die weltoffener und rationaler denken als deren Anhänger.

    Als ich in den 1970er Jahren das erste Mal durch GB reiste, da wurde man auf der Straße in der englischen Provinz noch als „German swine“ oder gar „Nazi swine“ tituliert. In Schottland luden einen die Leute zu einem Whiskey ein.

    Trump zu beleidigen ist fair game, sorry. Initiiert hat dieser Schimpfkanonade übrigens die Sängerin Lilly Allen, eine Engländerin.

    Zur direkten Demokratie hat übringens der amerikanische Gründervater Alexander Hamilton Bedenkenswertes gesagt.

    „It has been observed by an honorable gentleman, that a pure democracy, if it were practicable, would be the most perfect government. Experience has proved, that no position in politics is more false than this.The ancient democracies, in which the people themselves deliberated, never possessed one feature of good government. Their very character was tyranny; their figure deformity: When they assembled, the field of debate presented an ungovernable mob, not only incapable of deliberation, but prepared for every enormity. In these assemblies, the enemies of the people brought forward their plans of ambition systematically. They were opposed by their enemies of another party; and it became a matter of contingency, whether the people subjected themselves to be led blindly by one tyrant or by another.

    http://teachingamericanhistory.org/library/document/alexander-hamilton-speech/


    • Jede andere Aussage zu Direkter Demokratie aus dem Munde der Eliten würde mich auch sehr verwundern. Und solange wir alle feste daran glauben, werden die Führer nicht aussterben.

    • Soll dsa ein Witz sein Avanatgarde?
      „…The ancient democracies…“

      Im Athen des Perikles waren gerade mal ein paar hundert reiche Männer wahlberechtigt…. aber so lächerlich können die Fakten gar nicht sein, dass sie von den reaktionären Lehrern an den Unis nicht noch zur Verblödung des Nachwuchses benutzt werden!

    • Athener Demokratie
      TDV, ich weiß zwar nicht, was reaktionäre Lehrer heute an den Unis lehren, aber hoffentlich nicht den Blödsinn, den Sie hier wiedergeben.

      Selbstverständlich kann man Hamilton hinterfragen. Wer allerdings direkte Demokratie fordert, setzt eine bestens informierte, nüchtern abwägende Masse voraus.

      Setzen wir das mal im Bezug mit nur einer Aussage der Leave-Bewegung, die man auf dem Bus spazierenfuhr. Sie wurde nach Umfragen von 78% aller Briten zur Kenntnis genommen und von über 40% geglaubt, obwohl sie durch Google in 2 Minuten falsifiziert werden konnte.

      Das zweite war das unsägliche Plakat „Breaking Point“ der UKIP mit den Menschenmassen.

      Das Ergebnis ist bekannt.

      Merkmal aller Populisten ist übrigens die Schmähung von „Eliten“. Nun fragen Sie mal einen Kranken, ob er lieber von einem bestens ausgebildeten Arzt behandelt werden möchte, oder von dem Kumpel, der sein Wissen aus der Apotheker-Rundschau bezieht.

      Dass ich Junker und Co auch lieber auf den Mond schießen möchte, ist eine andere Frage.

    • @Avantgarde
      Es klingt als wären Sie Hochschullehrer in den Sozialwissenschaften.?

      Sei es drum, Ihre Argumente sind nicht besonders überzeugend. Die Wahl Hamiltons hat mich verwundert, ebenso die Erwähnung des Herkunftslandes der Erfinderin einer Schimpftirade gegen Trump. Ist das nicht dicht an Rassismus, wenigstens Sippenhaft? Es ist materiell vollkommen egal, ob diese Dame Engländerin oder Norwegerin ist.

      Und die Aussage auf dem Bus …. stimmen, stimmt nicht … . Was heißt das? Selbst wenn es weniger wäre, und es ist wirklich weniger weil auch Geld zurückfließt und es ‚Rabatt‘ gibt – ist das nicht in sich pervers? – so fließen dennoch effektiv pro Woche mehr als 100 Millionen netto nach Europa. Mit den ‚2 Minuten googlen‘ kommt man da nicht weiter.
      Das Problem ist doch nicht, ob da 350 Millionen oder 100 Millionen fließen. Das Problem ist doch auch nicht, ob überhaupt Geld fließt, sondern was mit dem Geld (nicht) geschieht. Ein guter Teil wird effektiv verschwendet, und das findet sich auch bei Google, und das ist nicht in Ordnung, und es wäre vielleicht tatsächlich besser, dieses Geld in den NHS fließen zu lassen.

    • Busbotschaften
      Uwe Dippel

      Zur ersten Annahme: Nein

      Zur zweiten Frage: Der Hinweis auf die Engländerin soll lediglich ausdrücken, das kreative Beleidungen Trumps nicht das Privileg von Schotten ist.

      Zum dritten: Die Botschaft des Busses wurde von Nigel Farage Stunden nach der Wahl als „Fehler“ bezeichnet, was ihm die Tage und Wochen irgendwie entgangen war.

      Ja die Briten sind Nettozahler, zahlen allerdings seit Maggie nicht den Anteil, der ihnen gemäß ihrer Wirtschaftskraft zukäme.

      Nun, eine Gemeinschaft, in der jeder mehr rausbekommt, als er einzahlt, die gibt es nicht. Tatsächlich ist aber der nicht unmittelbar in Ein- und Auszahlungen messbare Vorteil, den die Länder (und auch das Vereinigte Königreich) von der Mitgliedschaft in der EU haben, nicht in wenigen Worten auf einen Bus zu schreiben. Norwegen bezahlt sogar, ohne Mitglied zu sein.

      Die Briten hätten genügend Geld, um ihren maroden NHS zu finanzieren, auch ohne die Gelder an die EU dafür abzuzweigen.

      Die Leave-Kampagne hat den Leuten weisgemacht, man könne, wie es so schön heißt, den Kuchen essen und behalten. Die Briten selbst würden nach wie vor die Freizügigkeit der EU genießen, müssten aber dafür nichts bezahlen und könnten selbst die Freizügigkeit in ihrem Land nach Gutdünken beschränken.

      Der Quatsch, den 52% offenbar geglaubt haben (TV-Komiker John Oliver konnte die Absurditäten in wenige Minuten zusammenfassen) war gigantisch.

      Und der Witz ist, dass der einzige, der diesen Brexit eigentlich will, Nigel Farage heißt.

      Die Tories wollten den gar nicht. Die wollten ihre Wählerschaft beruhigen, und Boris Johnson wollte Cameron beerben.

      Lustiges Detail am Rande: Die Briten, die sich immer über all diese „unelected people“ in der EU aufregen, bekommen jetzt einen „unelected PM“. So kann es gehen.

      Und sorry Don, man kann sich nicht immer hinter „Medienkritik“ und Ironie verstecken, und sich dann die Realität entsprechend zurechthämmern. Das funktioniert bei der SNP nicht, das funktioniert auch nicht bei anderen Parteien, die für Unabhängigkeit werben.

      Wenn deutsche Medien (sagen wir mal diejenigen, die sich noch informierte Schreiber leisten) die SNP nicht so unfreundlich behandeln wie die Hassbrüller rechtsradikaler Parteien, dann hat das Gründe.

      Deren Nationalismus (die Betonung liegt auf den -ismus) ist eine übersteigerte, diskriminierende Haltung, die zu extremem Übel führen kann.

      Die Schotten haben sicher auch ihre Pfeifen, nicht nur an den Dudelsäcken, aber was die SNP vertritt, hat mit Lega Nord, Vlaams Belang, FPÖ, AfD oder Front National rein gar nichts zu tun.

      Ich bin übrigens nicht für den Zerfall des Vereinigten Königreichs. Aber wäre ich Schotte, würde ich mich jetzt auch einiges fragen.

      Mal sehen. Bin demnächst dort.

    • Merkmal aller Populisten ist übrigens die Schmähung von „Eliten“.
      Und ich dachte immer, „Eliten“ seien Populisten. Nicht, daß ich etwas gegen Eliten (ohne Gänsefüßchen) hätte. Aber die sind eher selten und noch seltener an den Hebeln der Macht, sehen sich selbst auch selten als Elite an.

      Der Vorwurf des Populismus ist in meinen Augen völlig unbrauchbar und dient lediglich dazu, fehlende Argumente zu ersetzen. Denn ansonsten könnte und müßte man jede öffentlich vorgebrachte Meinung wohl als Populismus bezeichnen, egal ob von Eliten, „Eliten“ oder auch nicht. Bezeichnend ist doch, daß der Vorwurf des Populismus fast ausschließlich von „Eliten“ stammt. Welch ein Populismus.

      Wer andere als Populisten bezeichnet, ist in der Regel selber einer.

  88. Idioten, Rechtsradikale, Nationalisten, Demagogen und andere
    Zweifelsohne gibt es Idioten, Rechtsradikale, Nationalisten, Demagogen und andere. Abgesehen von den Rechtsradikalen waren die übrigens nicht immer negativ konnotiert. Mit ‚Nationalismus‘, wenn man den Begriff ‚modern‘ verstehen will, grenzen sich ja augenscheinlich sogar am Tegernsee bestimmte Bevölkerungsteile gegenüber anderen ab.

    Die letzte Zuflucht der Idioten, wenn es schon nicht der Tegernsee ist, dürfte primär darin bestehen, andere Leute als Nationalisten zu beschimpfen. Auch in Schottland gibt es Idioten, aber wenn man Ihnen androhte, sie müssten im UK bleiben, um in der EU bleiben zu dürfen, nur um jetzt die Bedingung umzudrehen, erscheint ein neues Schottisches Referendum abwägig, zumindest aber nicht abwegig.

    Die EU sollte sich überlegen, ob sie eine Wirtschaftsunion oder, quasi ‚auf Gedeih und Verderb‘, zusätzlich auch eine vollständig integrierte politische Union sein will. Letzteres wollen -auch am Tegernsee- ‚manche‘ nicht sein, und letzteres sind letztlich auch die USA nicht. Es wird hier aber so getan, als spielten diese Fragen keinerlei Rolle, und man könne sie daher unter den Tisch kehren.

    • Wie oft muss ich noch unter diesen Beitrag schreoben, dass es um _Medienstandards geht?

    • ALBA GU BRÀTH! ALBA GU BRÀTH! ALBA GU BRÀTH!
      Don,

      Die Verordnung ins Feuilleton scheint erhebliche Nebenwirkungen bezüglich der Qualität des Kommentars zur Folge zu haben. Neben leichten Damen und Rollatortreff etabliert sich hier jetzt die Reiseanekdotengruppierung. Jeder der mal in, um und drumherum Schottland gewesen zu sein meinte, will jetzt sein Expertenwissen aus Urlaubsreisen ableiten.
      Können Sie nicht ins Politikfach wechseln. Dann würde diese Leser vielleicht den Inhalt Ihrer Texte verstehen, wenn fett oben drüber POLITIK steht.

  89. NRW schwört nicht mehr auf das Wohl des deutschen Volkes
    Alle Parteien,- inclusive fdP und cdU, haben sich im Zuge einer Verfassungsänderung darauf geeinigt das Wohl der noch vorhandenen Reste des deutschen Volkes in Zukunft nicht mal mehr symbolisch zu wahren.
    No borders no nation, nur noch rapefugees welcome am Rhein.

  90. Erblindet, brauchen einen Daniel
    Eine imposante Stimme, die den Brexit als Wiedergeburt der Demokratie empfindet, ist Markus Somm, heute verlinkt auf dadg.
    Ich habe eine Theorie, die sicherlich, da es eine Theorie ist, diskutabel ist:

    Da gibt es für mich eine Clique, die sich genau einkreisen lässt: Sie wohnt in einem ellipsoiden Gebiet zwischen Brüssel und Berlin mit einer Ausbuchtung im Süden bis Paris und ist noch eng verbandelt mit den Finanzzentren Frankfurt und London. Die ganze Szene ist grotesk reich, umgeben von Armut, verstärkt durch selbst gewünschte Armutsmigation mit Parallelleben und Sehnsüchten nach Paralleljustiz.
    Vielleicht vernebelt das den Blick. Der Rest drumherum (den Osten, der wenig dafür kann, nehme ich aus) finanziert diesen Zauber. Farage übertrieb, als er konstatierte, keiner von jenen hätte jemals in einem anständigen Job gearbeitet, aber für etliche trifft das zu.

    Der Zirkel lässt sich, ohne das als problematisch zu registrieren, also finanzieren vom Rest. Das fängt mit Bayern und Baden-Württemnberg an und geht weiter mit Flamen, Niederlande, Dänemark, Schweden, Finnland, Österreich und vermutlich Norditalien, das auch noch den Süden schultert. Dieser sog. Rest, der die Last schultert, muss einer als blind und taub empfundenen Elite mitten in einem misslingenden Multikulti-Traum gehorchen. Sie entscheidet, er zahlt.
    Das konnte nicht gut gehen. Der Rest hat registriert, dass er ausgeblutet wird. Die EU-Hybris mit deutsch-französischer Unterstützung und Schubkraft ist ein Vampir, der Euro sein Zahn, und eine gefühlte Hälfte, auch in Deutschland, die das Konstrukt durchschaut, hat keine Lust mehr. Die gut bezahlte, sehr arrogante, Elite mit ihren ständig durch Aufnahme neuer armer Länder und den durch letztlich meist illegale Migranten dazu erzeugten Problemen löst diese seit Jahren auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung, ohne dieser ein Mitspracherecht zu geben, und wenn sie mal eins hat, und das passt nicht (Frankreich, NL), wird das einfach ignoriert.
    Nehmen die Kritiker zu, nimmt man schnell mal ein anderes Land auf oder ein paar mehr Migranten, so kann man geschickt seine eigene Position untermauern.
    Die Armut ist ihre Waffe und ihr Stimmvieh, der denkende, arbeitende, steuerzahlende renitente Bürger ihr Feind. Das wird niemals gutgehen können, und was die Briten gemacht haben, nennt man auch Schriftzug an der Wand:

    Mene mene tekel u-parsin
    Mene: Gott hat dein Königtum gezählt.
    Tekel: Man hat dich auf der Waage gewogen und zu leicht befunden.

    Jetzt müssten sich nur noch einige in der EU mit König Belsazar vergleichen, vielleicht kämen sie dann zurück auf den Boden ihrer Völker in ihren Heimaten, auf die sie angewiesen sind und weg von einer immer größeren Herrschaft. Das Buch Daniel sollten sie sich zu Gemüte führen. Und die Briten als einen Segen, denn an einem Mentekel kann nur eins schädlich sein:

    Dass man es nicht versteht.

  91. Titel eingeben
    “ colorcraze sagt:
    29. Juni 2016 um 11:45 Uhr

    Bayern war von Napoleon bis zum Kaiserreich selbständig, etwa 60 Jahre. Das ist nichts im Vergleich zu der langen Zeit im HRR, und selbst Teilstaat der BRD ist es nun schon länger als seine „Selbständigkeit“ währte.“

    Das Heilige Römische Reich war kein Nationalstaat, sondern ein Dachverband (eine Westentaschen EU) mit einem Kaiser der nichts zu sagen hatte. Manche dieser dem Reich angehörigen Länder sind bereits sehr früh (Schweiz), andere später aus dem Reich ausgeschieden.
    Niemand würde heute diesen Ländern die Eigenstaatlichkeit aufgrund dieser ehemaligen Reichszugehörigkeit absprechen. So hat das heutige Deutschland mit dem alten Reich auch wenig gemeinsam.

    Und wenn man als Bundesdeutscher heute allen Ernstes das „alte Reich“ hervorkramt, dann sollte man als Erstes die Frage stellen, weshalb dem heutigen Deutschland ausgerechnet jenes Land nicht angehört, welches jahrhundertelang die Kaiserkrone innehatte und das mit Abstand bedeutendste war. (Österreich)

    Appropos Napoleon: die größte Konstante in der bayr. Geschichte war die Waffenbruderschaft mit Frankreich. Nur zu unserem Vorteil!

    • Titel eingeben
      Niemand würde heute diesen Ländern die Eigenstaatlichkeit aufgrund dieser ehemaligen Reichszugehörigkeit absprechen
      Doch, ich tue das, eben weil sie ein gemeinsames Dach hatten. Die verschiedenen Städte und Gebiete waren sicher selbständiger als BRD-Bundesländer, aber daß man von einem Ausscheiden der Schweiz sprechen kann, heißt eben umgekehrt, daß die anderen gebunden waren, wenn auch recht locker.

  92. Die EU das Lourdes der Gegenwart
    Lieber Don Alphonso,
    heute ist im Tessin ein kirchlicher Feiertag und beim Pilgern in die Kirche wird man nachdenklich und so fragte ich mich, ob aus der klaren Begrifflichkeit der EWG eine EU wurde, zu einem Lourdes der Gegenwart.

    Unter der Versprechung einer Einheitswährung pilgerten die Nationalstaaten, vor allem aus dem Osten, in einer volkstümlichen Frömmigkeit nach Brüssel, um ihre nationalen, Identität gebenden, sentimentalen Kleinodien zur Schau zu stellen, um vor die Mutter Gottes zu treten und Aufnahme zu finden.

    Die beiden Buchstaben EU, wie der Euro wurden zur Devotionalie für eine versöhnliche und versöhnte neue Welt in der distinktive Werte keine Geltung mehr haben sollen und die kränkelnden Pilger karitativen Trost finden.

    Junkers und seinem Gefolge, unter ihrem viel zu großen „chapeau de pierrot“, mag es gelungen sein, kurzfristig eine soziale Utopie vorzugaukeln, in der alle Menschen dieselbe Sprache seines Glaubens sprechen.

    Doch die Wunderheilungen blieben aus, im Gegenteil.

    Sich der Gedanken der Aufklärung besinnend, brach jetzt einer aus der Pilgerschaft aus und wurde zum Apostaten. Vor allem deutsche Politiker begeistern sich jetzt dafür, daß die Apostasie heute noch im Islam anwendet und dort mit der Todesstrafe geahndet wird.

    Das populistische Geschrei der deutschen Politik wird hoffentlich auch wieder einer sachlichen Betrachtung weichen, wenn man erkennen mag, daß die Besinnung auf eine eigene Identität noch lange kein Nationalismus ist.

    ObjectBe (objectbe.blogspot.com)

  93. Danke lieber Don
    Sie sind einer der wenigen Gründe überhaupt noch die FAZ zu lesen. Wieso ist eigentlich jeder einzelne ihrer Blog-Artikel besser recherchiert als gefühlte 90% der Artikel im Hauptblatt?

    • Ach, ich finde die FAZ eigentlich wirklich enorm gut, im Verglech mit andeeren. Nur halt etwas zurückhaltend in der Bewertung.

  94. Sebastin Kurz am 24.6. bei ZIB 2 - hört sich an, wie eine Stimme mit Vernunft
    https://dabei.sebastian-kurz.at/notizen#/story=219

    Geifernde, der Kommunikation und des Diplomatischen nicht mächtige angeblich Mächtige, schwarz-weiß-denkende, über andere Herfallende und Abwertende wie bei der Griechenland gibt es genug zu hören auf allen Kanälen.
    Das was er sagt klingt durchdacht. Und geht in die richtige Richtung.
    Ob man ihn in dem ganzen Gezeter hört? Und dann vielleicht auch noch folgt? Wäre zu schön…

    • Minister Sebastian Kurz
      der Bursch hat sich im Außenamt (auch mithilfe kluger und erfahrener Beamter) wirklich ganz toll entwickelt – aber leider ist seine Partei in
      verschiedenster Hinsicht schwach, sogar die FPÖ ist gegen seine Vorschläge und die SP samt Grünen sowieso. Er hat eigentlich nur die CSU und die hiesigen Vernünftigen hinter sich und das könnte zu wenig sein – leider.

    • Auf den Punkt gebracht...
      …hat Sebastian Kurz die Situation. Einer der wenigen fähigen Politiker, der auf EU Ebene Einfluss hat!
      Danke für den Link!

  95. Über Nationalismus und gute Umgangsformen
    @Otto Meier
    29. Juni 2016 um 11:02 Uhr
    „Nationalismus ist wie die Religion nur Mittel zum Zweck des Machterhaltes selbsternannter Eliten, die den Umstand ausnutzen, daß Emotionen bei vielen Menschen den Verstand dominieren.“

    Der Nationalismus/Patriotismus wurde bei den Deutschen durch eine Umerziehungskampagne der Alliierten zum größten Übel erklärt und den Menschen ausgetrieben. So beschreibt das jedenfalls mein Mann.

    Sie können also Ihre Sicht für sich in Anspruch nehmen, aber Sie können dies bei denjenigen nicht voraussetzen, die in anderen Ländern aufwachsen. Wie in meinem Land Finnland, das erst 1917 nach bitteren Jahrhunderten vollen Leides endlich ihre Unabhängigkeit erlange. Diese Freiheit mussten die Finnen noch in 1939-1945 in einem grausamen Krieg gegen die UdSSR bitter verteidigen, was ihnen wie durch Wunder gelungen ist, allerdings mit erheblichen Verlusten. Die Finnen lieben ihr Land, sind große Patrioten, keine Nationalisten. Obwohl sie über ein Tausend Jahre Kriege geführt haben, gegen die Wikinger, Schweden und Russland, hatten sie ihre nationale Identität nie aufgegeben. Hier ein Link zu einer Liste der gesamten finnischen Kriege. Eine komplette Auflistung ist leider nur im Finnischen abrufbar. Ich gebe Ihnen den Link, damit sie sich ein Bild daraus machen können, was für ein Leid das finnische Volk im Laufe ihrer Geschichte hat ertragen müssen.
    https://fi.wikipedia.org/wiki/Luettelo_Suomen_historian_sodista

    Ich z.B. identifiziere mich mit den Deutschen, kaum noch mit den Finnen. Ich bin denen ziemlich entfremdet, spreche sogar gebrochen Finnisch, während mein Deutsch akzentfrei ist. Also ist Deutschland 100% meine Wahlheimat, meine Kinder und mein Mann sind Deutsche. Trotzdem verspüre ich zu Finnland eine emotionale Verbundenheit, die wohl nie abreißen wird und die mich manchmal zu Tränen rührt. Das können Sie gerne dumm nennen. Emotionen können unterdrückt, aber nicht beseitigt werden.

    Und ja, das Gefühl, seine eigene Heimat zu lieben, ist selbstverständlich emotional. Vielleicht sollten positive Emotionen die kalte und berechnende Ratio öfters mal übertrumpfen.

    Otto Meier 29. Juni 2016 um 11:29 Uhr
    „Vielleicht sollte der Knigge mal wieder zur Pflichtlektüre werden. Vor kurzem las ich hier vom Don noch einen Beitrag zum Anstand. So altmodischer Kram könnte heute durchaus wieder nützlich sein.“

    Der Knigge als Pflichtlektüre wäre in den Integrationskursen bei den Neuzuzügen sehr ratsam. Günstig wäre z.B. der Teil, in welchem beschrieben wird, dass es beim respektvollen, höflichen Umgang miteinander in Deutschland dazugehört, sich per Handschlag zu begrüßen. Der Sinn dieser schönen Geste scheint bei den Gästen nicht angekommen zu sein, weil etliche von ihnen die Hand der Hälfte der Menschheit nicht berühren mag, weil die Hälfte der Menschheit in ihren Augen als minderwertig gilt, irgendwo auf einer Stufe zwischen dem Homo sapiens masculus und dem Hund und dem Schwein gelegen.

    Und ja, eine Hausordnung ist wichtig. Dazu gehören Dinge, wie das Einmaleins des Benehmens Frauen gegenüber (Stichwort Köln), Selbstbeherrschung in Schwimmbädern, in den Unterkünften etc. Aber es scheint ja inzwischen alles im Lot zu sein, weil es gar keine Berichte mehr gibt, über Gewaltausbrüche in den Unterkünften (außer wenn der ganze Zelt brennt) oder sexuelle Belästigung, die Monate lang eine Dauermeldung waren. Wenn S-Bahn-Kontrolleure mit einer Gürtelschnalle windelweich geschlagen werden, so verschwindet die Meldung schnellstens, und weg ist er, ohne weitere Details zu kennen. Es ist zwar von einer Fahndung die Rede, aber der Leser erfährt keinerlei Details, was mich eher seltsam anmutet.

    Meine Töchter dagegen brauchen keinen Knigge. Sie haben beste Umgangsformen, sind gegenüber ihren Mitmenschen vorbildlich höflich und freundlich, und ich bin besonders stolz darauf, wie sie ganz selbstverständlich alten oder behinderten Menschen helfen oder ihren Platz anbieten.

    • Geschätzte Tamarisque,
      Patriotismus ist ein Euphemismus für den Nationalismus. Daß beides auch in Deutschland nicht abzuerziehen ist, zeigt der allgemeine Wunsch nach Rückkehr in die Kleinstaaterei. Und gerade Ihr Hinweis auf die finnische Geschichte sollte doch zeigen, wohin Patriotismus und Nationalismus führen. Oder sind Sie nicht der Meinung, daß auch auf Seiten der Aggressoren Patriotismus und Nationalismus im Spiel war. Wenn Menschen emotional manipuliert werden können, nehmen Sie mal Religionen, den Islam, dann sind sie eben zu allem fähig und sehen sich jedenfalls im Recht. Die USA sind doch das beste abschreckende Beispiel.

      Es geht auch nicht darum, die Liebe zur Heimat, die ich ebenfalls teile, abzulehnen. Von solchen Emotionen können sich wohl nur sehr wenige Menschen freisprechen. Nur bezieht sich das für mich eben nicht auf ein Volk oder eine Nation, sondern auf die Menschen mit denen ich zusammenlebe und -arbeite, die zu meiner Familie gehören, egal wo das ist. Schließlich sind Nationen nur willkürlicher Natur, haben die Menschheit aus Gründen getrennt, die ich in jeder Form ablehne. Patriotismus und Nationalismus sind für mich nicht mehr als daraus resultierende Mittel zum Zweck für fremde Interessen, mit denen ich nichts gemein habe. Wir werden nicht als Deutsche oder Finnen geboren, sondern als Menschen. Daher habe ich auch bei der EM keine patriotischen Gefühle, sondern dasselbe Gefühl, das ich auch bei Spielen der 1860er habe. Und daher ist mir auch Fremdenfeindlichkeit etc. völlig fremd.

      Allerdings bin ich mir aufgrund Ihrer Beiträge ziemlich sicher, daß Sie das im Grunde genauso sehen wie ich. Im Grunde trennt uns vermutlich nur die Einschätzung der Begriffe. Leider ist das eben nicht bei allen Menschen so, weshalb ich die Begriffe Patriotismus und Nationalismus als „verbrannt“ betrachte, da sie zu oft mißbraucht werden, die sich im Einzelfall dahinter verbergende Intention nicht eindeutig ist. Daß das zunehmend auch für die Heimatliebe gilt, macht es auch nicht leichter. Und um es abschließend völlig überzustrapazieren: Nicht jeder Patriot ist ein Nationalist, aber jeder Nationalist ist auch ein Patriot und beiden gemeinsam ist die Liebe zur Heimat. Positive Emotionen können eben auch negative Wirkung haben.

      Zu Knigge und Hausordnung. Derartiges Verhalten ist auf die Fehler zurückzuführen, die zu Beginn der Zeit der Gastarbeiter gemacht wurden. Mangelndes Interesse und unterschwellige Ablehnung sowie jegliches Fehlen integrativer Bemühungen hat insbesondere zur Isolation der Türken in der deutschen Gesellschaft geführt. Das hatte die Bildung von Parallelgesellschaften zur Folge, die sich zwangsläufig an türkischen Predigern und Verbänden orientierten, von diesen kontrolliert wurden und werden. Heute sind diese Parallelgesellschaften kaum noch aufzulösen, werden durch die Flüchtlinge zunehmend größer.

      Obwohl ich immer noch der Meinung bin, daß das nicht zwangsläufig so bleiben, sich noch verschlimmern muß, sehe ich nicht, daß politisch entsprechend reagiert wird. Im Gegenteil sehe ich, daß dieselben Fehler wiederholt werden und die gegenseitige Ablehnung auf beiden Seiten immer offener zu Tage tritt. Meine Zweifel, ob das noch lange gut gehen kann, wachsen. Das bedaure ich sehr, da ich vor 20 / 30 Jahren noch durchaus positive Erfahrungen in islamisch geprägten Ländern abseits der Touristik gemacht habe. Wie es dort heute aussieht, würde mich schon interessieren. Zu jener Zeit war dort jedenfalls noch keine Fremdenfeindlichkeit wie heute in Deutschland vorhanden.

      Wie dem auch sei, keine Gesellschaft kann auf Dauer ohne Gemeinschaft existieren. Sollten die Probleme also nicht (mehr) zu beseitigen sein, wird das genau die Auswirkungen haben, die Nationalismus und Patriotismus in ihrer häßlichsten Form zum Vorschein bringen werden. Emotionen werden an die Stelle des Verstandes treten, es wird kein gutes Ende finden. Die Richtung ist schon eingeschlagen.

      So, ich hoffe, daß ich noch halbwegs verständlich formuliert habe, um diese Zeit schlafe ich eigentlich schon. Aber es war mir ein Bedürfnis, Ihnen noch zu antworten.

    • Der Koran verbietet den Besuch von Frauen im Ramadan tagsüber -
      nachts ist es wohl erlaubt.
      Wenn nicht die Polizei Meldungen zurück hält liegt es wohl daran, dass nicht so viel Übergriffiges geschieht wie bislang.
      Ende Ramadan ist der 4. Juli – und dann denke ich, werden wir erneut über „rape“ reden – müssen.

    • @Otto Meier (war: @Tamarisque)
      „Und gerade Ihr Hinweis auf die finnische Geschichte sollte doch zeigen, wohin Patriotismus und Nationalismus führen.“
      Nämlich dazu, dass Finnland mit seiner Kultur und seinen Sprachen (Finnisch, aber auch Schwedisch und Samisch gehören dazu) und seiner demokratischen Organisation heute noch existiert, und sich nicht in dem russisch-sowjetischen Riesenreich aufgelöst hat.

      Vermutlich werden Ihnen mit Ihrer fast-Gleichsetzung von Nationalismus (eine Ideologie des 19. Jhdts) und Patriotismus (seit der Antike) Bewohner fast aller europäischen Länder widersprechen, und darauf hinweisen, wieviel Patriotismus notwendig war, damit ihre Länder und Völker die deutsche Besatzung im 2. Weltkrieg überstanden, und im Osten noch einmal die sowjetische Besatzung bis 1989/90.

      Die Solidarität mit dem Land, in dem man lebt, und mit seinen Bewohnern, schließt eben auch die Bereitschaft ein, für seine Existenz zu kämpfen, auch wenn man dabei sein Leben verlieren kann.

      Das gilt übrigens auch für die Bewohner der ehemaligen Sowjetunion: als es kein anderer Ausweg bestand, hat auch Stalin an den Patriotismus der Bewohner der Sowjetunion appelieren müssen, anstatt an ihre Parteitreue.

      Wenn es der EU gelänge, alle nationalen Patriotismen verschwinden zu lassen, dann würde sie für ihren Fortbestand gezwungen sein, sich zu einer vereinigten Nation zu entwickeln, die auf einem gemeinsamen europäischen Patriotismus beruhte. Das ist zur Zeit nicht vorstellbar, und vielleicht auch nicht wünschenswert.

      Übrigens sehe ich als „Nation“ (gut französisch) die Gemeinschaft der Staatsbürger eines demokratischen Staates an. Also auch z.B. die Schweiz trotz vier verschiedener Sprachen. Eine Demokratie ist ohne eine so verstandene Nation und zugehörigen Patriotismus nicht gut denkbar, denn die Unterwerfung unter einen Mehrheitsbeschluss setzt das Bewußtsein der Zugehörigkeit und die Treue zu einer Gemeinschaft der Staatsbürger, eben zu einer Nation, voraus.

    • Notwehr, Thomsen, hat nichts mit Nationalismus oder Patriotismus zu tun.
      Kriege werden vom Aggressor immer unter nationalen Gesichtspunkten geführt. Nationalismus und Patriotismus ausschließlich positiv darzustellen, verbietet sich daher von selbst. Ich lehne daher jede positive Sichtweise ab.

      Und ich kann mich daher auch nur wiederholen, Gemeinschaft, Gesellschaft und Nation haben grundsätzlich nichts miteinander zu tun. Auch Demokratie hat nichts mit Nation und auch nichts mit Unterwerfung zu tun. Unterwerfen müssen Sie sich nur einer Diktatur.

      Es ist und bleibt mir unverständlich, wie der Zufall der Geburt nationale Gefühle auslösen soll. Ein Patriot ist in meinen Augen nur ein besonders guter Untertan, um es mal so auszudrücken. Und was an Untertanen gut sein soll, wird sich mir niemals erschließen.

  96. Werkzeuge der Macht. Der lange Schatten der NWO.
    Wenn man die Medien oder eine beliebige Institution (Staat, EU etc.) verstehen will, muss man sich zunächst einmal die Frage nach der inneren Struktur stellen.

    Welche Rolle spielen sie im Rahmen der Gesamtgesellschaft.
    In welcher Beziehung stehen sie zu anderen Systemen von Macht und Autorität?

    Welche Ziele verfolgen sie. Das ist wichtig, da wir es mit einem ideologischen System zu tun haben.

    Schließlich müssen wir uns noch das doktrinäre Rüstzeug ansehen, mit dem die für das Funktionieren dieses Systems Verantwortlichen operieren.

    Kommt in dem, was die Topmanager des Informationssystems (der Medien, der Werbeindustrie, der politischen Wissenschaft, der Politik usw.) sagen, wenn sie zu ihresgleichen sprechen, eine Vorstellung darüber zum Ausdruck, wie das System funktionieren sollte?

    Wie sich herausstellt, sagen die wichtigen Leute in diesen Bereichen alle im Prinzip das Gleiche:

    Bei der Masse der Bevölkerung handelt es sich nur um “unwissende und lästige Außenseiter”, die man aus der öffentlichen Arena heraus halten muss, weil sie zu dumm sind und nur Schwierigkeiten machen würden, wenn sie sich daran beteiligten.

    Die gewöhnlichen Leute sollen “Zuschauer” nicht “Teilnehmer” sein. Sie dürfen alle paar Jahre wählen gehen und ihre Stimme für jemanden von uns, jemanden aus der dafür qualifizierten Schicht abgeben.

    Aber dann sollen sie wieder nach Hause gehen und sich mit etwas anderem beschäftigen, statt selbst am politischen Geschehen teilzunehmen.

    Die Massenmedien im eigentlichen Sinn haben die Funktion, die Leute von Wichtigerem fernzuhalten. Sollen die Leute sich mit etwas anderem beschäftigen, Hauptsache, sie stören nicht.

    Die wichtigen Angelegenheiten bleiben den großen Tieren vorbehalten: “SIE” kümmern sich darum.

    Die großen Medien sind einfach einer der Bestandteile dieses Systems.
    Sie sind zuallererst einmal große, sehr profitable Kapitalgesellschaften.
    Darüber hinaus haben die meisten von ihnen enge Verbindungen zu weit größeren Konzernen.

    Sie mischen ganz oben in der Machtstruktur der Privatwirtschaft mit, und diese Struktur ist extrem tyrannisch. Die großen Kapitalgesellschaften sind strukturell gesehen Tyranneien:

    sie sind hierarchisch und werden von der Spitze aus kontrolliert. Und wer sich damit nicht abfinden will, fliegt raus.

    Die Institutionen, mit denen die Medien im Rahmen ihrer Aktivität zu tun haben und mit denen sie in Verbindung stehen, sind ihrerseits bedeutende Zentren gesellschaftlicher Macht – die Regierung, die Großunternehmen oder auch die Universitäten.

    Wenn man Medienkritik betreibt werden die jeweiligen Leute oft sehr wütend:„Niemand sagt mir jemals, was ich zu schreiben (oder zu denken) habe.“

    Nur, dass sie ihre Position gar nicht innehätten, wenn sie nicht vorher schon unter Beweis gestellt hätten, dass niemand ihnen sagen muss, was sie schreiben sollen.

    Dasselbe gilt weitgehend auch für die Universitätsdozenten in den stärker ideologisch gefärbten Fächern. Sie haben eine erfolgreiche Sozialisation hinter sich. Um es in diesem System zu etwas bringen zu können, muss man die richtige Sozialisation und Erziehung genossen haben. Die Mitspieler im System sind die sogenannten “Verantwortungsträger”.

    Das ist die ideologische Seite der Sache und sie weist in dieselbe Richtung wie die institutionelle Struktur. Aber auch die ideologischen Grundlagen unseres Informationssystems dürfen nicht diskutiert werden.

    Dazu James Madison während der verfassunggebenden Versammlung:
    „Das neue System müsse das Hauptziel haben: Die Minderheit der Begüterten gegen die Mehrheit zu schützen und daher so gestaltet werden, dass es dieses Ziel erreichen kann.“

    (Auszüge eines Textes von Noam Chomsky)

    • It's not going to stop until you wise up.
      Gottchen, der alte Chomsky. Auch so einer, der noch mit einem Gesellschaftsmodell der Vormoderne operiert.

      Funktionale Differenzierung? Schon einmal gehört?

      Wenn nicht, dann weiter Chomsky und all die anderen Geschichten von der Verschwörung der Mächtigen lesen.
      (P.S.: Schon mal aufgefallen, dass diese mächtigen Gruppen so rein garnix kontrollieren, weil die Welt die ganze Zeit auseinanderfliegt? Nur so mal empirisch und so)

    • Herrlich...
      … also Chomsky ist doof und Luhman ist aktuell?

    • Simple maybe, but not easy.
      Luhmann ist state of the art.
      Oder kennen Sie einen, der auf seine Schultern steht?

      Chomsky ist in der Linguistik von Bedeutung. In den Sozialwissenschaften ist er nicht relevant.

      Diese Unterscheidungen sollte man führen können.

      Danke!

  97. Frontal 21
    @ Déjà de l´autre coté…
    29. Juni 2016 um 08:46 Uhr
    Was ich an Frontal 21 von gestern auch noch sehr gelungen fand, war die informative Übersicht über die EU, in welcher die Schwächen und die Verfehlungen der EU anschaulich dargestellt wurden.

    Der Kommentar des Bezirksstadtrats hat auch mich sprachlos gemacht. Zum Vergleich, wie mit den eigenen Bürgern umgesprungen wird: Bei den Hartz-IV-Empfängern werden, wenn es einen Verdacht über Missbrauch gibt, unangemeldete Kontrollbesuche zu Hause gemacht, wo die Schränke wie bei einer Hausdurchsuchung durchwühlt werden. Bei einem wichtigen Thema, wie eine verfälschte Identität, gibt es lauter dummer Ausreden. Unbegreiflich, aber offenbar symptomatisch für Berlin bzw. die Grünen.

    • @ Tamarisque, in einer Verwaltung
      in der noch Spuren preußischer Geschäftsordnungen wach gehalten, wäre dieser grüne Komiker ab morgen früh in den Aktenkeller irgend eines Archivs verbannt. Dabei hatte er, wenn man bedenkt, im übertragenen Sinne auch nichts anderes gesagt wie de Scheffin von det janze. Ick meene die vonnet jroßen janzen.

  98. Ooff topic, aber lustig:
    FAZ (heute): „Ikea hat in Amerika 36 Millionen Malm-Kommoden zurückgerufen, weil mehrere Kleinkinder von ihnen erschlagen wurden. In Europa sollen die Möbel weiter verkauft werden. Was das für deutsche Kunden bedeutet.“
    .
    Nach unseren Informationen sollte die Kommode zunächst „Zermalm“ heißen. Das fand Herr Kamprad dann aber zu ehrlich: „`Malm´ muss reichen, mehr Warnung ist blöd!“
    .
    Ganz unter uns: welche Genies kaufen eigentlich in dem Laden? Und: sind us-amerikanische Kinder wirklich schützenswerter als europäische? (Vielleicht nur wegen der Sammelklagemöglichkeit in den US?)

  99. Was haben Politik(er), Medien und Chamäleons gemeinsam?
    Nun, sie wechseln Farbe und Gestalt je nach Bedarf. Zumindest muß man diesen Eindruck gewinnen, wenn man die letzten Monate betrachtet.

    Da fällt die Orientierung doch zunehmend schwer. Na ja, bis auf den ÖR, auf dessen Hofberichterstattung war immer schon Verlaß. Regierungskritik des ÖR, kommt sie doch einmal vor, beruht in der Regel auf Kommunikationsproblemen, die die Filter des ÖR (Eigentor-Werbung im Herbst letzten Jahres) nicht rechtzeitig genug justieren ließen. Ansonsten wissen die ehemaligen Leitmedien nach einer Phase relativer Gleichschaltung scheinbar immer noch nicht, wie sie sich denn nun verhalten sollen.

    Oft genug wurde es hier im Blog ja thematisiert. Nationalismus, Patriotismus, linke und rechte Gewalt, Hatespeech etc. pp., früher konnte man sich über die zielgerichtete Verwendung entsprechender Termini in den Medien sicher sein, heute werden sie je nach Bedarf verwendet und umgemünzt. Was in der Politik immer schon usus war, frei nach dem Motto „Sozial ist, was Arbeitsplätze schafft“, greift nun auch in den Medien immer mehr um sich. Das politische Beispiel scheint abzufärben, klare Kante sucht man vergeblich, was gestern noch gut war ist heute schlecht, aus weiß wird schwarz und umgekehrt.

    Nie war es daher wichtiger als heute, derartige Umverpackungen zu ignorieren und sich auf den Kern der Beiträge, auf die Fakten zu konzentrieren, soweit diese überhaupt noch vorhanden und erkennbar sind. Als Konsument muß man da schon eine gefestigte Meinung mitbringen, um nicht durch emotionalisierte Beiträge verunsichert zu werden. Nicht, daß Meinungsmache, oder sollte ich besser Stimmungsmache schreiben, zu Meinungsbildung wird. Obwohl Bildung – na ja, das lasse ich mal besser.

    Ach ja, die persönliche Meinung. Woher stammt die eigentlich? Nun, ich bin in einer recht unpolitischen Familie aufgewachsen, was aber vielleicht auch an der Zeit lag, in der die meisten Menschen verständlicherweise mit Politik nicht allzu viel am Hut hatten. Das habe ich als Jugendlicher und junger Erwachsener dann gründlich nachgeholt. Nie habe ich in meinem Leben mehr Bücher gelesen als in meiner Kindheit und Jugend. Dazu kamen dann über Jahre endlose und extrem kontroverse Diskussionen über Gott und die Welt, die sich auch schon mal über Wochen hinziehen konnten. Und alles ohne Computer, Internet, Google oder Wikipedia. Und heute, wie bildet sich die Jugend heute ihre Meinung? Wie bilden sich Menschen heute generell ihre Meinung? Sicherlich gibt es auch heute noch so Exoten wie uns damals, aber allein die Wortwahl mag zeigen, wie ich heutige Meinungsbildung einschätze.

    Das Herauspicken zur eigenen Meinung passender Medienbeiträge setzt doch auch eine eigene Meinung voraus, oder täusche ich mich da? Und wie kommt die dann zustande? Mir scheint, der Versuch möglichst großer Objektivität und Neutralität bei der Meinungsbildung ist heute nicht mehr unbedingt so angesagt. Irgendwie scheint der Zufall im Laufe der Sozialisation da das Kommando übernommen zu haben. Das, zugegebenermaßen aufwendige und zeitraubende Quellenstudium scheint nicht mehr sehr weit verbreitet zu sein. Die modernen Kommunikationsmedien scheinen auch diesbezüglich eine gewisse Bequemlichkeit gefördert zu haben. Und wer dann noch schnell ein paar Zitate anerkannter Dichter und Denker googeln kann, verstanden oder nicht, ist oben auf. Erschreckend, „Spätrömische Dekadenz“, wie weit man damit heute kommen kann.

    Daß das auch auf die Medien nicht ohne Wirkung bleiben kann und die Kritiker, so sie denn alt genug sind, gern auch der Senilität und Bildungsferne bezichtigt, entmündigt werden sollen, wundert mich da nicht mehr. Ich befürchte, daß es vielen Machern auch überhaupt nicht mehr bewußt ist, daß sie dieselben Begriffe je nach Bedarf ganz widersprüchlich benutzen. Was interessieren schon Definitionen und deren Hintergründe.

    Nun ja, mich interessiert nicht wirklich, ob Briten, Engländer oder Schotten, Nationalisten oder Patrioten sind, mir reicht es völlig, wenn sie wahre Demokraten sind. Wenn sie frei sind, sich frei zu entscheiden, wozu auch immer. Über die Folgen der Entscheidungen kann man trefflich mutmaßen und diskutieren, aber man sollte demokratische Entscheidungen nicht von außen mit emotionalen Ausbrüchen bewerten. Das machen Engländer und Schotten schon selbst, was zwar in meinen Augen unvernünftig aber durchaus verständlich ist. Unsere Politiker und unsere Medien sollten nicht nur in diesem Fall etwas mehr Zurückhaltung üben.

    Es erfüllt mich mit einem gewissen Neid, daß sich in England die gegensätzlichen Interessen der Bürger in Parteien und Plebisziten wiederspiegeln. In Deutschland haben wir weder solche Parteien, noch Plebiszite auf Bundesebene. Stattdessen tummeln sich alle Parteien bis auf die AfD und in Teilen Die Linke in einer imaginären Mitte, repräsentieren nicht das Volk, das Volk, das zum Zuschauen verdammt ist und von Medien auch noch veräppelt wird.

  100. @TDV, der historisch jüngste europäische Krieg wurde von den Russen begonnen
    Der russische Ideologe Dugin propagiert die „eurasische Ideologie“ seit den 90ern. Die praktische Umsetzung dieser Blut- und Boden-ähnlichen Anwandlung konnten wir gerade in der Ukraine besichtigen. Ein Überfall auf einen unabhängigen Staat, begründet mit völkischer Rhetorik.

    Trumps Vorstellungen sind konfus und widersprüchlich. Isolationistische Vorstellungen haben aber einen prominenten Platz. Was in Praxis bedeutet, dass die Europäer sich darauf einstellen müssen, mit Putins Machtansprüchen allein klar zu kommen.

    Warum bei Konflitkfragen ausschließlich auf die USA fokussiert wird, ist unklar. Völlig absurd wirkt dann aber die Liebe der AFD zu Putin und seinem autoritären Staatsverständnis, wo die Einschüchterung und Ermordung von Oppositionellen kultiviert wird. Die Jugendorganisation der AFD ist sich nicht zu Schade, Bündnisse mit den „Naschi“, der Jugend-Wehrsportgruppe Putins zu schließen.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-jugend-und-putin-jugend-verbuenden-sich-a-1088721.html

    Selbst wenn bedingungslose Partnerschaft mit den USA der falsche Weg ist, die absurde Liebe zu einem gewalttätigen und inkompetenten Potentaten ist es erst recht. Das fragile Verhältnis sowohl von AFD als auch von Linken zu Rechtsstaat und demokratischer Legitimtät ist an fatal und an diesem Punkt leicht erkennbar.

    • Volksabstimmungen...
      @ Antede
      …fordern momentan jedoch die Linken und die AfD, eben gerade weil das deutsche Parlament kaum mehr etwas zu sagen hat und die Hälfte der Gesetze in Brüssel gemacht werden. Von diesen Parteien, die Sie als angeblich undemokratisch bezeichnen, wird angeprangert, dass rechtsstaatliche Prinzipien nicht mehr eingehalten werden.
      Auch von der CSU, aber die kann sich ja nicht durchsetzen.

      Das Problem ist doch eher, dass die sogenannten Parteien der Mitte die rechtsstaatlichen und die demokratischen Spielregeln nicht einhalten.
      Haben Sie über den Euro abgestimmt? Oder über irgendeinen der europäischen Verträge?

      Das Parlament hat ja noch nicht einmal über die Grenzöffnung für über eine Million Migranten im letzten Jahr abgestimmt.

      Das Problem ist das bekannte Demokratiedefizit Europas. Wer das kritisiert und ändern möchte, ist doch gerade Demokrat!

    • Ich pflege nun mal selber zu denken und damit on Konflikt zur Mehrheit...
      „der historisch jüngste europäische Krieg“…

      Mit Verlaub unter Europa verstehe ich Mitteleuropa, ob das rassistich ist oder nicht ist mir egal…

      Ein solcher Satz: „Selbst wenn bedingungslose Partnerschaft mit den USA der falsche Weg ist, die absurde Liebe zu einem gewalttätigen und inkompetenten Potentaten ist es erst recht.“ ist ein dümmlicher Manipulationsversuch. Es ist eine UNverschämtheit andersdenkenden, bzw überhaupt Denkenen, zu unterstellen es gäbe eine LIebe zu Putin/RUssland nur weil man die Verbrechen beider Länder jenseits ihrer Grenzen vergleicht und da stets zu unübersehbaren Schlüssen kommen muss.

      Wo sie natürlich Recht haben ist, dass selbstverständlich die USA eine sehr viel länger, ältere, brüderliche Beziehung zB zu Afghanistan oder dem Iray oder Libyen hat, als die Russland zur Ukraine….

      (Ich schreib lieber dazu dass das Sarkasmus ist, sonst grübeln sie noch drüber…)

      Hatte ich ihnen gegenüber schon mal erwähnt, dass Beiträge wie ihrer mich immer gegen jeden Zweifel feien, ob meine Entscheidung, nicht in DE unter ihresgleichen leben zu wollen, falsch sein könnte?
      Hatte ich? Dann: Entschuldigung!

    • Paradoxien
      gibt es in der Politik zuhauf. Das sollte man handeln können, auch wenn das auf die Kosten von Gewissheiten geht. Auch demokratisch gewählte Politiker brechen gerne Recht, oder agieren im Halbschatten. Das ist nichts Neues. Man muss dazu nicht einmal House of Cards gucken oder Bushs völkerrechtswidrigen Krieg kennen. Merkel ist grundsätzlich keine Ausname und Steinmeier hat in der Ukraine ziemlichen Unfug getrieben, als er den Sturz von Janukowitsch mit herbeigeführt hat.

      Die Frage ist eher, wie weit Allmachtspräsidenten gehen können und ob instiutionelle Korrekturen existieren oder möglich sind. In Russland ist Opposition eine lebensgefährliche Sache; die Grenze zur Diktatur damit überschritten. Putin ist Vertreter eines moderaten Totalitarismus, so wie Erdogan. Der Unterschied zwischen den beiden ist erstaunlicherweise, dass Erdogan unten durch ist und Putin weithin als respektabel gilt. Realität und Wahrnehmung sind wie immer verschiedene Dinge.

      Ob die Ukraine geographisch in Europa liegt oder nicht, ist nicht entscheidend. Kulturell gehört sie auf jeden Fall zu Europa, mehr als Syrien. Aber auch dort fördert Putin seinen seelenverandten Freund, der sein Volk weitaus brutaler bekämpft hat als der IS.

      Die Front National wird direkt von Putin bezahlt, die AFD verbründert sich über ihre Jugendorganisation. Was man von Naschi-Kampfsportgruppen wohl in Bezug auf Basisdemokratie lernen kann?

      Es gilt vermutlich immer noch die alte Regel: Die Kritiker der Elche sind meistens selber welche.

  101. Nationalismus
    Lt. Wikipedia: „Nationalismus bezeichnet Weltanschauungen und damit verbundene politische Bewegungen, die die Herstellung und Konsolidierung eines souveränen Nationalstaats und eine bewusste Identifizierung und Solidarisierung aller Mitglieder mit der Nation anstreben.“

    Was ist daran negativ?

    Mein Bild vom Autoren ist ein wenig ins Wanken geraten, da ich ihn in den vielen Beiträgen als sehr heimatverbunden verstanden habe.

    • Danke!
      Ich hatte weiter oben so etwas ähnliches versucht, bin aber an Otto Meier gescheitert.

      Es muss ja auch nicht die Nation sein, es kann auch das Ländle sein, oder Bayern, so wie bei unserem Gastgeber.
      Rein historisch bedingt – und vielleicht auch in der menschlichen Natur – muss bei einer Erweiterung des Gebietes oder Bereiches mit dem der Mensch in Frieden leben will, auch eine Identifizierung stattfinden können. In der Steinzeit waren es Familien, Siedlungsgemeinschaften, dann vielleicht Ortschaften, Dörfer, dann vielleicht Täler oder Flüsse, Gebirge, sicher gemeinsame Sprachen, Traditionen, Rituale, Religion. Und auch als es noch abstrakter wurde, dennoch immer etwas Identitätsstiftendes: man fühlt sich als Hesse, Franke, Okzitane, u.s.w.

      Dass man sich dann auch mit der Nation verbunden fühlt, ist ganz logisch. Das ist zwar historisch vorbelastet, aber deshalb ja nicht gleich falsch. Vor 5 Jahren habe ich mich stolz als ‚Europäer‘ gefühlt; und auch vehement vertreten (ich lebte zu der Zeit in Asien). Seit ungefähr einem, anderthalb, Jahren ist das leider nicht mehr der Fall.
      Und dann ist ‚graceful degradation‘ die logische Konsequenz, also der Rückfall auf die nächste Einheit, das nächste Netz darunter. Das ist dann eben die Nation.
      Mir ist vollkommen unklar, wie es jemanden überhaupt erstaunen kann, dass Parteien, die eine Stärkung dieser Identifikationseinheit verlangen, Erfolg haben.
      Das dann als Nationalismus und Rassismus zu bezeichnen, sollte jeder halbwegs gebildete Soziologe als unrichtig einstufen können, weil die Triebfeder bei der übergroßen Mehrheit kein geistiger Rückfall in tausendjährige Reiche ist, sondern eine vollkommen verständliche Suche nach einer kommunalen Identifikationsebene.
      Das erklärt übrigens auch die leider zu weit verbreitete Fremdenfeindlichkeit indem die Fremden nicht in die Kategorie der Identifikation (‚deutsche Kultur‘) fallen. Auch der kritische Standpunkt zum Islam ist damit teilweise erklärbar. Die große Mehrheit der Deutschen haben längst keine Angst mehr vor Muslimen. Dafür haben sie viel zu viele kennen- und schätzen gelernt. Aber ein Islam, der an den Grundfesten der Identifikationsebene sägt (encroachment), wird als abstrakte Bedrohung verstanden.

      Ich wette hohe Summen, dass an dem Tag, wenn die EU richtig funktioniert als übergeordnete Instanz in einem Europa der selbstständigen Regionen (übrigens genauso wie vor zwei Generationen die Bundesländer in der Bundesrepublik Deutschland!) mit einem sinnvoll verwalteten Euro das ‚Problem‘ von FN, AfD, PVV, u.s.w. von selbst verschwindet. Niemand besteht auf dem Zeigen von Ausweisen, oder dem Tausch von Währungen, wenn hinter jeder offenen Grenze alles genauso gut und sicher ist wie davor. Eben so, wie es vor 40 Jahren war, wenn wir von Hessen nach Niedersachsen fuhren.

    • Wenn schon Wikipedia,
      dann aber bitte keine Rosinenpickerei. Das Negative am Nationalismus und Patriotismus ist dort nämlich ebenfalls aufgeführt.

      Heimatverbundenheit hat nichts mit Nationalismus gemein.

    • Sie sind nicht an mir gescheitert, Herr Dippel.
      Wir haben halt unterschiedliche Meinungen zur Nation, die in meinen Augen eben nicht sinn- oder identitätsstiftend vom Himmel gefallen ist, sondern immer aus Gewalt resultiert, Gewalt im Namen und zum Nutzen anderer.

      Die Realität betrachtend analysieren Sie ja leider durchaus zutreffend. Und Ihr Bedauern hinsichtlich der Europäischen Identifikation teile ich. Nur wie man dann immer noch auf Nation und Nationalismus setzen kann, verstehe ich nicht. Schließlich scheitert Europa oder die EU doch genau daran. Wie soll ein Europa oder eine EU denn jemals funktionieren, wenn sie von Nationalstaaten abhängig sind, deren Nationalisten im Zweifel die Nation über alles stellen?

      Sorry, aber Ihre Argumentation ist und bleibt in meinen Augen widersprüchlich. Dennoch, lassen Sie sich von mir nicht irre machen. Wenn Sie scheitern, dann sicher nicht an mir.

    • Jesuit
      Herr Meier,

      da sind wir verschiedener Meinung.
      Ich lasse mich nicht freiwillig lieber vom Alkoholiker Juncker gegen die Wand schleudern, als einen Rückfall in Zeiten des Nationalismus zu ertragen.
      Ich bin auch Maoist: Mich interessiert die Farbe der Katze nicht, die bei mir die Mäuse fängt. Und wenn schon sie braun ist, ertrage ich das auch.

  102. Pingback: Three Things: Brexit Battle over Britain - Thus, History!

  103. Was deutsch ist
    Übrigens, wenn man die oft sauren Früchte der langen dt. Geschichte mit 70 jahren dt. Friedlichkeit kandiert, kommt durchaus was schmackhaftes heraus.

    • Nun ja....
      … aber wie sie bemerkt haben werden, gibt es mittlerweile etliche nicht zu übersehende Strömungen, die ernsthaft daran arbeiten dies wieder zu ändern?

    • Was ist denn nun deutsch?
      Krieg und Frieden kann es ja wohl nicht sein.

    • Was deutsch ist?
      Nun ja, Linzer Torte, Elsässer Gugelhupf, Königsberger Klöpse und Pilsener Bier, Bunzlauer Keramik, Egerländer Blasmusik und die Kastelruther Spatzen zum Beispiel. Oder etwa nicht?

      Neuerdings ist sogar der Islam deutsch und irgendwann wird womöglich einmal die ganze Welt deutsch sein ohne dass wir in irgend ein Land einmarschieren müssen. Sie kommen ja alle zu uns und wenn sie sich bekennen Deutsche zu sein, dann ist das was sie sind auch deutsch.

      So wird deutsch zu einem beliebigen entgrenzten Begriff. Es wird niemand ausgeschlossen. Wir tolerieren und integrieren alles und definieren den Begriff deutsch jedes Jahr neu.

    • "So wird deutsch zu einem beliebigen entgrenzten Begriff."
      Wieso wird? Das war er immer und wird er immer sein, Gewürztraminer.

    • "war er immer"
      Ja, fließende Übergänge und Mehrdeutigkeiten hat es schon immer gegeben. Allerdings nehmen die Vermischungen und Verwischungen zu, und auch die Geschwindigkeit der Änderung scheint sich zu steigern.

      Ich glaube, dass die Vorstellung, was deutsch ist und was nicht, vor beispielsweise 50 Jahren noch deutlich konkreter war, wie heute. Die deutschsprachige Bevölkerung Mitteleuropas war kulturell homogener. Das war tatsächlich noch eine Gruppe mit gleicher Hochsprache, sehr ähnlicher Kultur, Geschichte und Herkunft, die in dieser Beziehung auch recht klar gegen andere Gruppen abgegrenzt war. Das ist heute nicht mehr der Fall.


    • Na ja, wenn ich in ein Telephonbuch schaue, oder mir die „deutsche“ Sprache so betrachte, wenn ich „deutsche“ Musik aus vorherigen Jahrhunderten höre oder mir „deutsche“ Nobelpreisträger ansehe, überhaupt, wenn ich mir so anschaue, was alles „deutsch“ ist bzw. sein soll, dann kommen mir ernsthafte Zweifel an Ihrer Aussage. Ihnen nicht?

  104. Altpapier und Faktenprüfer
    Heute weiss jeder Politiker, dass eine öffentliche Äusserung, ein gedrucktes Wort für immer an einem hängen bleibt. Warum ist dies bei Journalisten nicht der Fall?
    Als neben Schottland und Wales auch Nordirland nach Unabhängigkeit rief, und auch dies unkritisch weitergegeben wurde, erinnerte ich mich an Meldungen wie „Terror in Belfast“. Nachzulesen im Archiv. Damals waren Zeitungen aus Papier und am nächsten Tag recycelt für Fish &Chips. Wer Ideologie transportieren wollte, konnte das „einfacher“. Heute brauche ich nur kurz eine Suchfunktion zu betätigen und bemerke, wie Fakten verbogen werden. Der dumme Leser merkt es nicht? Natürlich.

    Faktenprüfer wurden aus Kosten- und Zeitdruck rationalisiert. Solche Leute fallen nicht so schnell auf „Onlinereferenden“ rein. aber das ist zu teuer (Zeit, Lohn).

    Journalisten erweisen sich inzwischen als hervorragende Dramaturgen. Sammeln Argumente, die zu Ihrer Meinung und Ideologie passen (siehe Kahnemann). Wahrheit? Fakten?

    Etwas wird gerne vergessen: das Vertrauen der Leser zu erhalten ist schwer, es wiederherzustellen noch viel schwieriger.
    In grossen Teilen Europas schwindet dieses Vertrauen. Die Berichterstattung über den Brexit ist geradezu exemplarisch dafür.

  105. Fragwürdige Thesen
    So leid es mir tut, aber der Versuch politische Gegner per ad hominem Angriff zu desavouieren, dem gleich zwei falsche Annahmen zugrunde liegen (jeder Schotte, der Trump unflätig beschimpft muss ein Nationalist sein und der schottische Nationalismus, wie ihn die SNP propagiert sei ein völkischer) zeugt entweder von einer gehörigen Portion uninformierter Unverfrohenheit, oder aber bewußtem Einsatz von rethorischen Mitteln, die von der Kommunkationswissenschaft dem Bereich der Propaganda zugeordnet werden.

    Die Klassifizierung der Schlacht von Bannockburn als „ausserordentlich grausam“ mag nach dem heutigen Vorstellungen zwar zutreffen, jedoch war die Verfolgung eines fliehenden Gegners in dieser Zeit eher die Regel denn die Ausnahme.

    Auch wenn der Nationalismus der Scottish National Party, der im Kommunitarismus begründet ist und damit eben nicht völkischer Natur ist durchaus zu kritisieren ist, ist eine Geichsetzung mit dem rassistischen Nationalismus der FPÖ mehr als nur fragwürdig. Zumal Feminismus, Abrüstung und massiver Abbau der CO2 Emmissionen zu den programmatischen Kernpunkten der SNP gehören. (Dies sind wohl kaum Kernpunkte die zu einer völkisch rassistischen Partei passen.)

    Man kann separatistischen Bewegungen gegenüberstehen wie man will, aber mit einer derart verfälschenden Meinungsmache ist niemandem geholfen.

  106. News of the World
    Was macht eigentlich Rupert Murdoch und seine Firma?
    .
    Noch vor kurzem war das doch der, ähem, sagen wir mal, einflußreichste Qualitätsjournalist in Britannien, der drei Jahrzehnte lang den Marktradikalismus gepredigt hat.
    .
    Der hatte mit dem Brexit bestimmt nix zu tun, oder vielleicht doch?

  107. "There is no such thing as society"
    Das Votum für den Brexit ist die gewaltlose Entsprechung eines Volksaufstands.
    .
    „Sinn- und gnadenlos“.
    .
    Amtshäuser stürmen und alles kurz und klein schlagen hilft ja erst mal auch niemandem weiter.
    .
    Aber es bleibt die Hoffnung, dass die da oben begreifen, dass sie was falsch gemacht haben.
    .
    Alle jammern jetzt rum wegen der „Irrationalität des Mobs“ oder so.
    .
    Aber im Vergleich mit den Bauernkriegen 1525 war das Brexit-Votum ganz zivilgesellschaftlich-gewaltfrei. Genau so wie man es den Massen doch immer anempfiehlt.
    .
    Aber so ist das halt, die Unterschicht kann es denen da oben niemals recht machen.

  108. @ gux gux 29. 6. 9.05 Uhr / TDV wg. Corbyn
    Sie schrieben:
    „Ob die Unterstützung durch die Partei wirklich so groß ist, ist auch nicht ganz klar. Die Unterstützer sind sehr laut, kommen aber auch großteils aus dem linken Flügel der Partei – oder sogar jenseits davon (e.g. socialist worker). An seiner Wahl konnte man für £3 teilnehmen …“

    Vielen Dank – das war für mich die Info des Tages – von wg. Netzdemokratie – man wunderte sich ja auch im Falle Corbyn, wo eigentlich der rasante Anstieg der Untertützer bei gleichzeitigem öffentlichen Wehklagen vieler Mitglieder und Parlamentarier über den Parteiführer herrührte.

    Für mich haben Sie dieses Rätsel möglicherweise gelöst.
    Öh – das müßte den Don entzücken – da sollen auch Leute von der 4. Internationale dabei sein! – – –
    Nun – da kann er erklären: Wie trotzkistisch ist eigentlich Corbyn. Oder was ist eigentlich trotzkistsich daran, Corbyn zu unterstützen?
    Varoufakis wird – der Irrlichter sind nie genug, offenbar, in diesem Zusammenhang auch gerne zitiert, nachdem seine große Zeit in Spanien schon vorüber scheint…Oder war das auch nur so eine Fantasie von V. – und dem Oberschelm aus der Sonntags-FA namens Zizek. FAS, Varoufakis, Zizek, Corbyn und die Workers United und die 4. Internationale: Das müßte eigentlich reichen für die nächste große Überraschung in Britannien: Nämlich das alsbaldige Verschwinden der Labour-Party im einstelligen Prozentbereich. – Nun, warten wir’s ab, was aus der Richtung noch Überraschendes auf uns zukommt.

    Ich will ja nicht gierig erscheinen: Aber hätten Sie für das Online-Wahlverfahren und die 3 Pfund Sterl. einen Link?

  109. Spanien ist dagegen
    Spanien hat sich übrigens vorsorglich gegen die EU-Aufnahme Schottlands ausgesprochen, wegen des möglichen Präzedenzfalls für Katalonien.
    Die deutschen Medien hantieren hier völlig unvorsichtig mit extrem heiklen Konflikten und sind (wie immer) 100% sicher, sich auf die richtige Seite zu stellen. Sie sind nicht in der Lage zu erkennen, wenn sie sich dabei in Widersprüche verstricken.
    Wir dürfen uns jetzt also darauf freuen, wie England in der Berichterstattung zum neuen Buhmann wird. Die Nachrichten über den totalen Niedergang werden nicht abreißen. Das Pint Bier in der Hand, das uns jahrzehntelang als britische Gelassenheit und Freiheitsliebe schmackhaft gemacht worden ist, wird zum Symbol einer zurückgebliebenen Kultur werden, die endlich in multikultureller Toleranz ausgerottet werden sollte. Und das alles wegen 3 Prozentpunkten zu viel! Hätten nur 49% statt 52% für den Brexit gestimmt, wäre alles supi gewesen. Die Mehrheit wäre klar gewesen und die EU-Bürokratie vortrefflich legitimiert, ihren unabänderlichen (alternativlosen) Weg weiterzugehen. Kleine Ursache, große Wirkung.
    Man muss aber immer auch das Positive sehen: irgendwann kommt garantiert der Tag, wo das Geschreibe wirklich niemand mehr ernst nimmt. Das wird mein ganz persönlicher „independance day“ werden.

    • Wird wohl nicht draus....
      „irgendwann kommt garantiert der Tag, wo das Geschreibe wirklich niemand mehr ernst nimmt. “

      Schauen sie sich einfach mal an was der Urnenpöbel in den letzten 30 Jahren so alles gewählt hat… glauben sie wirklich die schnallen das mit den Medien?

      Der Beitrag über ihrem ist das Musterbeispiel. Normale Bürger informieren sich nicht, die checken nur ob ihre feste Meinung bestätigt wird oder nicht.
      Das Internet hat dies jetzt noch dazu so einfach gemacht, dass ein Normalo der Versuchung nicht wiederstehen kann….

      Hier ist ein netter Link zur Presse“freiheit“

      http://www.nachdenkseiten.de/?p=34038

  110. Freiheit muss man sich erkämpfen sonst bleibt man Sklave!
    Goodnight sagt:
    29. Juni 2016 um 18:13 Uhr
    It’s not going to stop until you wise up.
    Gottchen, der alte Chomsky. Auch so einer, der noch mit einem Gesellschaftsmodell der Vormoderne operiert. Funktionale Differenzierung? Schon einmal gehört? Wenn nicht, dann weiter Chomsky und all die anderen Geschichten von der Verschwörung der Mächtigen lesen.
    (P.S.: Schon mal aufgefallen, dass diese mächtigen Gruppen so rein garnix kontrollieren, weil die Welt die ganze Zeit auseinanderfliegt? Nur so mal empirisch und so)
    ….

    @ Goodnight,

    ehrlich gesagt, da hätte ich mehr von von Ihnen erwartet. Mein Fehler.

    immer die gleich alte Leier von der „angeblichen“ Verschwörung. Aber dann auch noch Ihre Aussage, dass die „Mächtigen“ nichts kontrollieren, zeigt doch bis ins Mark, wie recht Noam Chomsky hat. An Ihrem Beispiel –
    nicht persönlich nehmen – wird exemplarisch wie sehr das selbstständige Denken und Erkennen von Zusammenhängen Mangelware ist.

    Dass „Die Mächtigen“ alles daran setzen von der Masse des Fußvolks (Franz Josef Strauß) nicht entlarvt zu werden, versteht sich von selbst.

    Die breite Masse wird seit 100 Jahren systematisch mit Propaganda manipuliert. Ferngesteuert sozusagen.
    Tu was von dir erwartet wird.
    Wenn sie dies negieren, wäre folgerichtig zu behaupten, dass es weder Hitler, Stalin, Mao, Putin und all die andern durchgeknallten machtsüchtigen Egomanen und deren Propagandaregime nie gegeben hat.
    Und das ist nun wirklich Realitätsflucht.

    Man darf doch nur mal das Verhalten von Juncker und der ganzen Politikmafia betrachten (z.B.: Juncker will nationale Parlamente von TTIP/CETA-Abstimmung ausschließen -> totale Konzentration der Macht auf ganz ausgewählte Funktionäre. Ohne Kontrolle durch Volk, Recht und Rechtsprechung etc.). Das ist das Ende von Mitbestimmung von Volk und Demokratie. Das sind Kennzeichen einer weltumspannenden Diktatur.

    Ersetzen sie doch einfach das Wort Verschwörung durch „System des Machterhalt“ und Ihre sprachliches Konstrukt fällt zusammen wie ein Kartenhaus.

    Diese Funktionäre sind nur hochbezahlte PR-Manager des Systems EU/NWO.
    Legt man die Aussagen von N. C. über Medien und die Machtgefüge darüber, erkennt man wie sich alles zusammenfügt.

    Es darf kein System geben das die Massen steuert. Dann wäre man selber ja noch ein Rädchen im Getriebe.
    Schließlich würde das ja heißen, dass man sein Leben nicht selber kontrolliert – sondern nur im Rahmen des Systems funktioniert.

    Also lieber wieder in die Matrix zurück, anstatt sich der Wahrheit/Erkenntnis/Einsicht stellen.
    Doch das ist die Voraussetzung als Mensch zu wachsen – nicht einem Trugbild welches Andere mir einimpfen anheim zu fallen. Wie sagte doch John C. Lilly:

    Die Vorstellung unbeeinflusst von äußeren Einflüssen gewachsener Besitzer eines Biocomputer (Gehirn) zu sein ist reiner Selbstbetrug. Unsere Gedanken/ Routinen/Gewohnheiten/Vorstellungen/Annahmen/Glaubenssätze sind nüchtern betrachtet reines rosa Rauschen.
    Diese Gedanken/Routinen/Gewohnheiten/Vorstellungen/Annahmen/Glaubenssätze müssen wir überwunden, indem wir sogenannte Metaprogramme erstellen, die uns dies akzeptieren lassen und uns in die Lage versetzen diese Programme die ander in uns ablaufen lassen aufzudecken. Sie sind nichts anderes als Trojaner in unserem Geist.
    Ziel muss es sein ohne Angst ins Zentrum des Zyklon zu schauen. In unser Inneres – Das tiefe Selbst.

    Tut man das nicht – bleibt nur in die Matrix zurückzukehren die Andere für uns erstellt haben.

    Freiheit ist dann nur noch eine romantische Vorstellung von Verschwörungstheoretikern und Spinnern.

    Gott zum Gruße

    • Take a minute to consider your achievement.
      @Dr Seltsam

      straight talk:

      Sie haben keine Ahnung. Sie reden wirres Zeug.
      Sie haben sich nie mit Gesellschaftstheorie auseinandergesetzt.

      Sie haben keine Gesellschaftstheorie.

      Und Sie glauben auch noch, keine zu brauchen, um die Gesellschaft erklären zu können.

      Folglich haben sie sich wissenschaftlich disqualifiziert.

      Chomsky als Sprachwissenschaftler operiert völlig sinnlos, wenn er sich in die Sozialwissenschaften begibt. Ohne Theorie. Da kann man plaudern, aber mit Wahrheitsanspruch ist da nix.

      Ich erkläre Ihnen mal kurz state of the art:

      Menschen kommen in der Gesellschaft nicht vor.

      (selbst ein Habermas sprach von Handlungen und Lebenswelt, nicht von Menschen)

      Also bitte mal Fachliteratur lesen, bevor Sie wieder enttäuscht werden.

      Danke!

    • @ Dr Gar-nicht-so-Seltsam
      Hab da ein paar Details für sie…

      „….das einschlägige Juncker-Quote:

      „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.““
      Ganzen Artikel gibts hier:

      http://norberthaering.de/de/27-german/news/649-merkel-gabriel-ceta#weiterlesen

      …und zum TTIP Verfahren:

      http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/160630_Dr_Eva_Maria_Barki_INTERVIEW_TTIP_.pdf

  111. Gestern im TV
    Zunächst im ZDF ein Beitrag um 22:15, in dem alle medialen Falschaussagen (Petition etc.) wiederholt wurden.

    Später dann, Sender habe ich vergessen (ARD oder Phoenix), ein Bericht über explodierenden Rassismus gegen EU-Bürger nach dem Referendum.

    Mal sehen, was noch kommen wird.

  112. Bud Spencer im Sarg - unten die italienische Nationalflagge -
    unvorstellbar in D!

  113. Nationalismus, Patriotismus, Heimatliebe
    @ Otto Meier
    30. Juni 2016 um 02:37 Uhr

    Lieber Otto Meier,
    dass Sie noch zur späten Stunde mir eine Antwort schreiben, finde ich reizend. Herzlichen Dank dafür.

    Ich denke, dass die scheinbaren Uneinigkeiten auf der strengen Definition der entsprechenden deutschen Begrifflichkeiten beruhen. Aus einem geschichtlichen Aspekt verstehe ich das schon. Andererseits beobachte ich immer wieder, wie die Deutschen mit Begriffen wie Heimatliebe nach wie vor fremdeln, und das finde ich schade.

    Ja, das ist emotional, und Sie haben Recht: Dies hat mit den Menschen, mit den schönen Erfahrungen und Landschaften etwas zu tun und nichts mit Machtansprüchen auf Eroberung fremder Gebiete.

    Solche latenten Machtansprüche werden heute noch ideell gepflegt, nicht nur in Russland, wo das bei der ersten Gelegenheit konkret zu der Wiedereingliederung des ehemaligen autonomen Sowjetgebietes Krim führte, sondern auch z.B. in Finnland, wo die Karelien-Flüchtlinge, die ihre Heimatgebiete durch den Krieg an die Sowjetunion verloren haben, von deren Wiedererlangung durch Finnland bis heute noch träumen. Etwas, das den deutschen Vertriebenenorganisationen auch unterstellt wird (vielleicht sogar zu Recht). Diese Heimatliebe ist dann schon auch mit einem latenten Machtanspruch verbunden, selbst, wenn er keine Aussichten hat, erfüllt zu werden.

    Zitat: „Nur bezieht sich das für mich eben nicht auf ein Volk oder eine Nation, sondern auf die Menschen mit denen ich zusammenlebe und -arbeite, die zu meiner Familie gehören, egal wo das ist.“

    Mein eigener Fall zeigt, dass es eben nicht ganz so ist. Ich bin zwar mit Deutschland sehr eng verbunden und liebe das Land auf eine Art auch, doch das unterscheidet sich von der Heimatliebe zu meinem Ursprungsland.

    Allerdings besitze ich auch eine emotionale Verbindung zu den Orten, an welchen wir in Asien gelebt haben: sowohl zu Hongkong als auch zu Indonesien. Ich fühlte mich an beiden Orten wie zu Hause, aber ich würde mich mit denen nicht auf die gleiche Weise identifizieren wie mit Finnland oder Deutschland.

    Indonesien, ein mehrheitlich muslimisches Land, liebe ich z.B. sehr, weil wir dort als jung verheiratetes noch kinderloses Ehepaar eine wunderschöne Zeit verbrachten und später mit den Kindern dort ein zweites Mal lebten. Die emotionale Verbindung beruht auf Mentalität der Menschen: der Sanftmut, Freundlichkeit und Fröhlichkeit der Javaner und der Balinesen und der wunderbaren Landschaften.

    Bis 9/11 waren auf der mehrheitlich muslimischen Hauptinsel Java keine Frauen zu sehen, die eine Kopfbedeckung getragen hätten. Nur Schulmädchen, die eine muslimische Schule besuchten, trugen ein Kopftuch, aber selbst unter den Kindern waren diese Mädchen in der Minderzahl. Die Indonesier waren unglaublich tolerant, junge Mädchen und Frauen haben sich luftig und leicht bekleidet, sie waren von den Europäerinnen nicht zu unterscheiden. Wir haben dort kostbare Freundschaften geschlossen, die wir bis heute noch pflegen.
    Aufgrund der in Indonesien gemachten schönen Erfahrungen ist mein Abscheu gegenüber dem strengen bis fanatischen Islam bzw. dem Dschihadismus besonders groß.

    Nach 9/11 hat sich das Tragen einer Kopfbedeckung bei Frauen auf Java sehr verbreitet, doch das Land kämpft tapfer gegen extreme Strömungen des Islams. Deshalb ist das Land auch wiederholt eine Zielscheibe des Terrorismus, den die Indonesier mit großer Entschlossenheit bis heute effektiv bekämpft haben. So sind Anschläge in den letzten Jahren seltener geworden. Nach dem letzten, zum Glück durch die Polizei im letzten Moment vereitelten Anschlag in Jakarta, stellt sich das Volk entschlossen und in großer Solidarität vereint im Kampf gegen den Terrorismus. Dass die meisten Opfer des Terrors Muslime sind, wird gerne übersehen.

    Weil ich sehe, dass der Massenmigration mehrheitlich keine höflichen, liebenswerten Indonesier nach Deutschland bringen wird, daher meine großen Sorgen.

    • Beim Lesen Ihres Beitrages, Tamarisque,
      fand sich nichts, dem ich widersprechen könnte. Das hatte ich auch nicht wirklich erwartet.

      Sicherlich war die spezielle deutsche Geschichte der ursprüngliche Auslöser für meine Haltung. Deutsche waren halt in meiner Kindheit und Jugend verständlicherweise nicht sehr beliebt, das Land war besetzt, die Nazis wieder in leitenden Positionen, der Schuldkomplex omnipräsent. Es hat schon gedauert, bis mir bewußt wurde, selbst keine persönliche Schuld zu tragen, durch Eltern und Großeltern, allein durch die Zufälligkeit der Nationalität in die ich hineingeboren wurde, in Sippenhaft gelandet zu sein. Die 68er wirkten diesbezüglich wie eine Befreiung, Auslandsreisen weiteten den Blick. Der Haß auf alles Deutsche ließ nach, Europa wuchs zusammen, die Mauer fiel. Daneben zeigte der Vietnamkrieg und die Geschichte der Völker, daß auch andere durchaus ihre schwarzen Flecken auf der vorgeblich weißen Weste haben, der arabische Frühling verging. Ja, Auslöser war sicherlich die deutsche Geschichte, aber nur die hätte mich vermutlich nicht so weit von der Nation entfernt. Da kam vieles zusammen, auch der Imperialismus und anderes, was eben nicht immer und nur etwas mit Deutschland zu tun hat. So zum Beispiel selbst Religionen, aber auch Marx und Lenin, der Neoliberalismus usw. All das sowie die Überzeugung, daß der einfache und mit seinem Leben zufriedene Mensch nie ein Nationalist o. ä. aus eigenem Antrieb ist, so habe ich es zumindest auf meinen Reisen wahrgenommen, hat meine Einstellung geprägt und immer wieder bestätigt und gefestigt: Das größte Problem der Menschheit sind die Nationen und alles was damit direkt und indirekt zu tun hat. Selbstverständlich blende ich die Realität nicht aus, aber Träumen erlaube ich mir halt. Denn, sollte die Menschheit an Nationen festhalten, dann wird sie sich irgendwann selbst ausrotten, davon bin ich überzeugt.

      Daß die Verbundenheit mit dem Land, in dem man aufgewachsen ist, sehr ausgeprägt sein kann, sehe ich auch so. Allerdings geht das wohl allen Menschen so, so daß das letztlich doch auch wenig mit der Nationalität als solcher zu tun hat. Der Bayer fühlt sich in Deutschland und als Deutscher vermutlich auch nur in Bayern richtig wohl. Und selbst in Bayern womöglich nur am Tegernsee. Deutsch zu sein, ist halt keine menschliche Eigenschaft, ist im Grunde nur eine bedeutungslose Bezeichnung.

      Der Verlust der Heimat, z. B. durch Krieg, ist schmerzlich, aber eben oft auch selbst verschuldet und letztlich doch immer Folge einer Nation, die das Nationale über die Menschen stellt. Wer sich fremden Interessen beugt und Kriege führt, sollte sich über das Ergebnis nicht beklagen, das steht einzig den Opfern zu. Am Beispiel Dresden wird das sehr deutlich. Dort beklagen die Täter ihre Toten, bezeichnen sich selbst als Opfer, als Zivilgesellschaft, als ob es die im Land des Aggressors geben könnte. Die Toten sind Folge eigenen Handelns und keiner Staatsakte würdig, stille private Trauer wäre angemessen. Würden sie ihre eigene Dummheit beklagen, könnte ich das ja noch verstehen, so aber nicht. Wer seine Heimat liebt, sollte sie eben nicht selbst zerstören.

      Der Islam, ein schwieriges Thema. In meinen Augen ist das Problem nicht die Religion oder der einzelne Moslem, sondern die Instrumentalisierung der Religion durch „Eliten“ zu deren ganz weltlichen Zielen und Zwecken. Die Christen kennen das ja auch. Auch hier ist es die emotionale Schiene, die den Verstand stehen bleiben läßt. Auf Deutschland bezogen steht für mich außer Frage, daß türkische Prediger und türkische Verbände Wurzel des Übels sind. Daß unsere Politiker mit diesen spezielle Verträge machen und eine besondere Toleranz einfordern, verstehe ich nicht und lehne das auch grundsätzlich ab. Unsere Verfassung und auch die Menschenrechte kennen derartige Notwendigkeiten nicht, lehnen das im Gegenteil ab. Und so sollte es auch sein, dafür sind schon genug Menschen gestorben. Es wäre an der Zeit, deutliche Zeichen zu setzen, wenn es dafür nicht schon zu spät ist. Das Kopftuch sehe ich weniger als Problem. Wenn Frauen aus freier Entscheidung ein Kopftuch tragen wollen, dann ist das halt so. Ob ich das schön finde, spielt dabei keine Rolle. Zwar bin ich kein Kenner des Koran, aber soweit ich weiß schreibt der Koran kein Kopftuch vor. Und so bleibt jedenfalls ein Zweifel, ob das Tragen des Kopftuches wirklich freiwillig ist. Aber wie gesagt, das ist, wenn überhaupt, nur ein kleines Problem für mich, auch in Deutschland trugen Frauen zur Zeit meiner Kindheit verbreitet Kopftücher. Das gibt sich. Schwerwiegender finde ich da schon die Straflosigkeit der Körperverletzung an Kindern aus religiösen Gründen. Das hätte nicht geschehen dürfen, sollte umgehend beendet werden. Das war ein völlig falsches Zeichen.

      Die Massenmigration ist auch so eine Sache. Meine humanitäre Erziehung, oder sollte ich besser sagen Bildung, kommt da mittlerweile an ihre Grenzen. Dabei sehe ich das Problem aber weniger bei den Migranten, denn bei unserer Politik. Die Politik hat die Kontrolle verloren und bislang auch nicht zurückgewonnen. Und obwohl ich ein Befürworter von no borders – no nations bin, sieht die Realität eben anders aus und entsprechend sollte auch gehandelt werden. Es geht wohl nicht anders, als Prioritäten zu setzen und nur Menschen aufzunehmen, die an Leib und Leben bedroht sind. Und das auch nur so lange, solange die Bedrohungslage anhält. Sollte das jedoch so lange der Fall sein, daß eine Rückkehr einer Bestrafung gleichkäme, sollten die Menschen hier bleiben dürfen. Ansonsten halte ich es mit Sahra Wagenknecht: Wer sein Gastrecht mißbraucht, der muß gehen. Und ich setze hinzu, ungeachtet aller Umstände. Ungarn war in meinen Augen kein Fehler, die Fehler werden jetzt gemacht, erneut gemacht. Es wurde nichts aus den bestehenden Integrationsproblemen gelernt. Der gesellschaftliche Friede ist in akuter Gefahr.

      Schon wieder viel zu lan

    • @ Otto Meier
      Auch bin ich mit Ihren Ansichten weitgehend einig.
      Hier noch eine Ergänzung: Ich sehe das Kopftuchtragen per se als nicht unbedingt problematisch in einem mehrheitlich muslimischen Land, sondern wollte damit die Entwicklung in einem moderaten Land wie Indonesien ab 9/11 beschreiben. Denn ich frage mich, warum es ausgerechnet nach jenen grausamen Attentaten zu einer wachsenden Identifizierung mit Islam kam, welche in Indonesien z.B. durch vermehrtes Tragen des Kopftuchs ihren Ausdruck fand – für mich ein Paradox. Ein ähnliches Phänomen kann nach 9/11 auch anderswo beobachtet werden: Während bis Ende der 90er Jahre der in Saudi-Arabien oder Iran gängige Tschador/Hijab das strengste Kleidung für muslimische Frauen darstellte und in streng islamischen Scharia-Gesellschaften getragen wurde, haben muslimische Frauen auch außerhalb jener Länder angefangen, nicht nur diese, sondern sogar auch Niqab und Burka zu tragen.

      Zum letzten Absatz stimme ich Ihnen zu, sogar bzgl. des Ideals einer einheitlichen Weltgesellschaft, welche sich für mich allerdings immer mehr zu einer fernen und unerreichten Utopie entwickelt.

      Ihnen schönen Dank für diesen interessanten Austausch.

    • Hat mich auch gefreut, Tamarisque.
      Abschließend noch ein Gedanke zu Kopftuch usw.

      Gruppen haben immer schon Bekleidung, Frisuren etc. genutzt, um nach außen erkennbar zu sein. Freiwillig. Auch das Kreuz ist so ein Zeichen. Es gibt halt Zeiten, in denen ein Parka eine Bedeutung hat und Zeiten, in denen anderes bedeutsamer ist.

  114. Der Schulz aber nun auch wieder - http://www.faz.net/-gpf-8iys7
    Immer diese Extremisten, dachte ich mir. In England machen sich die Macher des Brexit aus dem Staub, das Referendum soll wohl ausgetrickst werden, in Brüssel wittern Juncker und Schulz Morgenluft, haben nichts verstanden, im Mutterschiff sieht man sich in der Ablehnung plebiszitärer Elemente http://www.faz.net/-gpf-8iy0w bestätigt.

    Der Wunsch nach den vereinigten Staaten von Europa liegt zwar auch mir nicht fern, aber was wäre dadurch gewonnen? Mit einer weiteren Regierung ist nichts gewonnen. Was Europa braucht, ist mehr und nicht weniger, CETA und TTIP, Demokratie. Und mehr Demokratie gibt es nunmal nur durch Plebiszite.

    Plebiszite sind keine Garantie für eine heile Welt, aber sie stellen zumindest wieder eine Verbindung zwischen Bürgern und Politikern her, ohne die Demokratie auf Dauer nunmal nicht funktionieren kann, wie die politische Verarbeitung der diversen Krisen der letzten Jahre doch wohl eindeutig bewiesen hat.

    Wer Demokratie meint, kann Plebiszite nicht verneinen.

  115. Titel eingeben
    JHM sagt:
    29. Juni 2016 um 19:58 Uhr

    Ähem … ich war das nicht. Habe hier eine geraume Zeit nichts mehr geschrieben. Jetzt werden schon Kürzel beliebig, die man seit vielen Jahren in vielen Kommentarbereichen benutzt, weil irgendwer das Kürzel kurzerhand kapert. Vielleicht wäre es möglich, nicht das Pseudonym anderer Leute hier zu benutzen, die quasi ältere „Rechte“ haben, sonst haben wir hier demnächst 10x Goodnight, 20x Tamarisque und 30x Obejectbe.

  116. Titel eingeben
    Es scheinen drei Antworten verloren gegangen zu sein?

  117. Apologie
    „Nationalismus ist die letzte Zuflucht der Idioten.“
    Oder auch
    „Was ich nicht mag ist mir geistig unterlegen.“

    Idioten fliehen grundsätzlich überall hin wo sie auf Rückhalt in einer Masse hoffen, so findet man sie bei Pegidisten, einem bunten Strauß an Kulten sowie auch bei grünen, unpolitischen und Marxisten.

    Intellektuelle hingegen fliehen aufgrund des Traumas der 30er vor dem Nationalismus, einer Strömung die je nach den Umständen durchaus einen fortschrittlichen Charakter haben kann, sich in einer seinen Wirtskulturen entsprechend vielfältigen Weise manifestiert und trotz seiner Exzesse auf eine von Intellektuellen vorangetriebene Erfolgsgeschichte zurückblicken kann.
    Sei es die Märzrevolution in Deutschland (Schiller, Grimm, Idioten?), die Geburt der modernen Türkei unter Kemal Atatürk oder Habib Bourguibas seperatistische Bewegung die den noch heutzutage stabilsten aller Maghrebstaaten hervorbrachte, das Erbe des Nationalismus wirkte noch bis in die 60er mit noch heute verehrten Vertretern wie Yukio Mishima oder De Gaulle.

    Mantras die den Nationalismus also unreflektiert durch die Jauche ziehen, sei es im 68er Jargon als Erziehungsmaßnahme gegen rechte Gewalt oder auch einfache Tugendbekennungen für die sich einfach ein paar Likes sammeln lassen, oft begleitet mit einem Einstein Zitat oder so, kommen seinem Wirken nicht gerecht und sind mit amerikanischen „Health care is communism!“ Parolen zu vergleichen.

    Als rechter muss man sich natürlich eingestehen dass das Niveau der wiederaufkommenden nationalistischen Bewegungen zu wünschen übriglässt.
    Sei es aufgrund eines Mangels an Denkern aufgrund des einhergehenden Rufmord den man in Kauf nehmen muss um derart kontroverses mit dem 21. Jahrhundert kompatibel zu machen, eine kleine aber laute Präsenz an Ewiggestrigen die alles diskreditieren an das sie sich aufgrund ihrer nicht existenten Chance auf Relevanz durch eigene Kraft anhängen wie Kot an einem Schuh (Was uns die Nazis, der linken die Kommis.) oder auch der Umstand das zerrüttetes Sozialgefüge und Zukunfsängste in erster Linie die alten sowie die untere Mittelschicht und Abwärts als erste betraf und sich eben daraus und nicht aus Studenten Wiederstand gegen Europa als föderalen Einheitstaat speist mit einer europäisch angehauchten Version der amerikanischen Identität-nur ohne libertäre Gedanken.

    Ob mit Tod und vergreisung der Boomer und damit dem Gedankengut der 68er das sich meiner jungen und politisch absolut apathischen Generation nur als Gesellschaftskonsens aufgeprägt und schlichtweg aus Ermangelung tiefgreifender Probleme oder Alternativen für die es sich lohnen würde den noch traumhaften Lebensstandart aufs Spiel zu setzen auch so angenommen wird auch wieder ein Fenster für eine neue Spielart alter Werte öffnet (so wie es mit islamischer Diaspora der 2. Generation geschah.) die überlebensfähig und intellektuell prägend wirken kann, bleibt abzuwarten.

    Oh und Schottland ist in etwa so völkisch wie 4chan-anonymes Anime, porno, politik, gore und ja! auch Gesellschaftsspiele Forum ein monolithisches „Hackernetwork“ ist.

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