Deus ex Machina

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Über Gott und die WWWelt

Hier spricht Dein Föhn

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Die Älteren unter den Lesern werden sich vielleicht noch an das Märchen von Susi Sorglos aus der Otto-Show erinnern: Susi Sorglos sitzt zuhause und föhnt ihr Haar… mit einem Föhn. Und wie sie so dröhnt und föhnt, da sagt plötzlich jemand: „Hallo, hallo Susi!““He“, sagt Susi Sorglos, „He, wer spricht’n ‚a?“ „Ich.““Wer is ich?“ „Ich, dein Föhn.““Mein Föhn kann sprechen?“ „Genaaau…““Das‘ aber schön, mein lieber Föhn.“ „Du, Susi?““Ja?“ „Ich liebe dein goldenes Haa‘! Ja, ja!““Wie schön du das sagst, mein lieber Föhn!“ Und Susi Sorglos streicht sich durch ihr goldenes Haar.

Susi_Sorglos

Nun war im Januar eine große Computermesse in Las Vegas, und wenn man den Berichten von dort glaubt, dann nähern wir uns rasant dem Zeitpunkt, an dem solche Märchen wahr werden. Da rollt eine ganze Welle von smarten Gerätschaften auf uns zu, die mit uns in Dialog treten wollen. Ein Gastautor der Fachzeitschrift “Horizont” hat sich auf der Messe umgesehen und ganz erstaunliche Dinge gesichtet. Da gab es Duschköpfe, die mit Farbspielen signalisieren, wenn zuviel Wasser verbraucht wird, smarte Mülleimer, die beim richtigen Recyceln unterstützen und sogar Einkaufslisten erstellen können.

Ein klassischer Dauerbrenner bei solchen Veranstaltungen ist der intelligente Kühlschrank. Dank der sogenannten „FridgeCam“ hat der Besitzer jederzeit und von überall aus den Durchblick, was sich in seinem Kühlschrank befindet. Was sich aus den vorhandenen Vorräten zum Abendessen zaubern lässt, verrät der Assistent “Smart Chef”, und natürlich behält der intelligente Kühlschrank auch den Überblick darüber, welche Lebensmittel noch wie lange verwendbar sind. Hier liegt der sprichwörtliche Hase im Pfeffer: Just dieser Tage vermeldete der WWF, dass allein in Deutschland jedes Jahr rund 18,4 Millionen Tonnen an Nahrung im Müll landen. Etwa zehn Millionen davon seien bereits heute vermeidbar – ohne den Einsatz neuer Technologien, wie eine WWF-Referentin Sprecherin in Berlin mitteilte.

Die Annahme, dass sich dieser Einspareffekt mit smarten Technologien noch weiter steigern lässt, scheint mir nicht allzu verwegen. Allerdings frage ich mich, wieviel Aufwand es erfordert, den gesamten Kühlschrank-Inhalt permanent zu inventarisieren. Klar, das System kann sicher Etiketten und Barcodes einlesen, aber was ist mit den Resten und ungelabelten Dingen, die ich in Tupperschüsseln packe? Was weiß der smarte Kühlschrank über eine Porreestange vom Wochenmarkt ohne RFID-Chip oder Barcode? Woher will der Kühlschrank wissen, wie lange ich den Rest vom Kartoffgelgratin maximal aufheben kann? Und dann haben wir über mein eigentliches hauswirtschaftliches Problem noch gar nicht gesprochen: Nicht einmal der tollste Mainframe-Großrechner könnte zuverlässig vorhersagen, ob meine Frau und meine Tochter auch tatsächlich Lust darauf haben, was der “smart chef” aus dem Vorhandenen so alles zaubern könnte. Egal, mit welchem Genuss ein Gericht gestern frisch gegessen wurde, wenn ich heute oder spätestens morgen die Reste servieren möchte, gibt es lange Gesichter.

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Nicht totuzukriegen ist anscheinend auch die Vision vom Kühlschrank, der Bescheid gibt, wenn wichtige Dinge zur Neige gehen. So träumt der Horizont-Gastautor von einer Smart-Fridge-Handy-App, die weiß, dass er seine Milch in der Regel bei Rewe in der Müllerstrasse kauft und ihn daran erinnert, wenn er gerade um die Ecke ist. “Der smarte Kühlschrank kennt die Produkte, die sich Woche für Woche in ihm befinden und erstellt mir eine Einkaufsliste fürs Handy, sobald sie ausgehen.” Nun ja, ich sage nicht, dass so etwas völlig nutzlos wäre, aber ich für mein Teil habe das rechtzeitige Wiederauffüllen der Schnelldreher wie Butter, Milch, Fruchtaufstrich und dergleichen inzwischen so routinemäßig internalisiert, dass mir eine Umstellung der Planung auf die Kombination Smartphone/smarter Kühlschrank keine nennenswerten Effizienzgewinne verheißt.

Doch spätestens wenn eine smarte Haarbürste als der letzte Schrei gepriesen wird, langt sich unsereins an den Kopf. Was soll die denn können? “Meinen Haarwuchs und meine Haareigenschaften analysieren und direkt auf meinem Handy auswerten”, heißt es in dem “Horizont”-Messebericht. Wer’s braucht. Bei mir gibt es da nicht viel zu analysieren, die Haare wachsen so regelmäßig, dass ich alle vier bis sechs Wochen zum Friseur muss. Ich kann da nicht dran ziehen, dass sie schneller wachsen, und verlangsamen lässt sich der Vorgang auch nicht, also bitte, was soll ich mich mit meinem Handy darüber unterhalten? Nach einem Bericht von heise online steht es um die Sicherheit solcher “internet of things”-Gerätschaften ohnehin nicht zum besten. So waren kürzlich über eine Million IoT-Geräte wie z.B. IP-Kameras zu einem Botnet zusammengeschaltet, das mit einer DDOS-Attacke diverse US-Dienste lahmlegte. Nicht auszudenken, wenn sich Putins Schergen oder die Nordkoreaner in die smarte Haarbürste reinhacken und die Nutzer plötzlich alle Schuppen oder Spliss kriegen.

Aber wir wollen hier nicht schwarzmalen. Der Wunsch, mit Hilfe intelligenterer Gerätschaften ein besseres, ökologischeres und nachhaltigeres Leben zu führen und seine Verbesserungspotenziale auszuschöpfen, ist zutiefst menschlich. Und den Geräteherstellern und App-Programmierern ist kein Vorwurf daraus zu machen, dass sie dieses Bedürfnis befriedigen. Die Sorge der Politik scheint denn auch eher zu sein, Deutschland könnte hier den Zug der Zeit verpassen. So ließ die Bundeskanzlerin dieser Tage verlauten, übertriebener Datenschutz dürfe nicht dazu führen, dass Deutschland zu einer Art Entwicklungsland werde.

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Diese Sorge muss man sich wohl eher nicht machen, wenn ich sehe, wer mittlerweile alles mit Fitness-Armbändern und Schrittzählern herumläuft und sein Radtraining mit Strava, Komoot & Co. dokumentiert. Wenn das virtuelle Bootcamp mit dem Druck von digitalen drill instructor wirklich die Welt ist, in der wir leben wollen, dann sollte uns keine Produktidee zu trivial oder abwegig sein. Dann her mit der smarten Klobürste, die anhand der Bremsspuren meine Ernährungs- und Verdauungsgewohnheiten analysiert und per Standleitung mit meinem Proktologen und mit meiner Krankenkasse kommuniziert. Dann brauchen wir auch smarte Kondome, welche die Klassiker-Frage “wie war ich?” objektiv und ohne falsche Rücksichtnahme beantworten. Der Performance-Auswertung sind da keine Grenzen gesetzt, und besonders smarte Verhüterli können dem Benutzer ja vielleicht eine SMS schicken, wenn die Partnerin gekommen ist. Susi Sorglos hätte da bestimmt auch ihren Spaß.

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116 Lesermeinungen

  1. Passt alles
    „Smart“ wird eben gern ausgelagert, vom Hirn aufs Händie. Das passt ganz wunderbar zur Bildungspolitik. Ein schlüssiges Konzept, könnte man sagen. Wird man von so einem Kühlschrank eigentlich auch zusammengefaltet, wenn man wieder nur Blödsinn vom Einkaufen mitgebracht hat?

    • Haha, das wärs noch!
      „Was hast’n da wieder gekauft, das isst doch keiner! Wo ist der Kassenzettel, bring das sofort zurück!“

  2. Keine Bange,
    irgendwann gibts dann auch (wegen Energiewende verpflichtend) eine App zum Energiesparen, die derartig überflüssige Gimmicks einfach abschaltet.

    • Leider nein.
      Diese Gimmicks kosten ja nichts, sie ’sparen‘ wirklich. Mit ‚Sparen‘ in der Mentalität der derzeitigen Grünen. Abgelaufenes nicht länger zu kühlen spart, ebenso wie die Vorgabe *jetzt* noch die vegane Wurst fürs Abendbrot zu kaufen, anstatt später noch einmal Energie für den Weg zum Supermarkt zu verschwenden. Der sich selbst abschaltende Fön, weil die Haare schon trocken sind. Den Kühlschrank eben nur ‚on time‘ aufzufüllen. Für die Nicht-Physiker: Ein voller Kühlschrank, so wie auf dem Bild weiter oben, braucht mehr Energie als ein weniger voller.

      Rein energetisch wäre diese Welt tatsächlich günstiger. Aber nach meinem Empfinden komplett entmenschlicht.

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      wobei „abgelaufen“ ja nicht mit „verdorben“ gleichzusetzen ist, Herr Dippel. Und die Entsorgung noch geniessbarer Lebensmittel heisst eben, dass die für deren Erzeugung notwendige Energie verschwendet wurde. Nicht wirklich öko, gelle?

      Mit „Energie sparen“ hat das etwa ebenso viel zu tun wie das „Sparen“ beim Kauf eines Elektrogerätes, das man nicht braucht, weil man das schon in älterer Form hat.

    • @Dippel: Sind sie sich mit dem Kühlschrank sicher?
      Ich gehe davon aus, dass alles, was in den Kühlschrank kommt schon gekühlt ist (also kommt fast keine Wärme in den Kühlschrank durch das Befüllen). Da Lebensmittel keine Kernbrennstäbe sind fallen sie als Wärmequelle aus. Die Wirkung der Isolierung sollte auch unabhängig von der Befüllung sein. Bliebe als Variable die Luft im Inneren des Kühlschranks. Meiner Ansicht nach wird bei einem vollen Kühlschrank die Menge an Luft reduziert, die sich beim Öffnen mit warmer Luft von Außen Mischen kann, weshalb der Energieverbrauch eher reduziert sein sollte. Wenn man natürlich soviel im Kühlschrank hat, dass das wie eine Isolierung zwischen Rückwand mit den Kühlwendeln und Tür wirkt gilt das vermutlich nicht mehr. Der energiesparendste Kühlschrank ist aber eh der in einem 8 Grad warmen Keller…

    • Als Unstudierte,
      @ Maschi, habe ich mich nicht getraut, obwohl ich gelesen hatte, dass ein voller Cooler weniger Strom verbraucht. Es ist wohl so. Ich hätte es nicht so schön begründen können, wie Sie.

  3. ....von Martenstein abgeguckt?
    Ganz nett, aber ich meine, so etwas schonmal von Martenstein gelesen zu haben. Aber für die total vernetzte Horrorvision (zB meine Health App warnt mich, dass es draußen zu kalt ist, und ich meinen Schal umzubinden habe, leider hat jedoch meine ReinigungsApp vergessen, mich daran zu erinnern, dass er noch von der Reinigung abzuholen ist usw) bin ich sowieso zu alt. Mit solchen Freuden sollen sich meine Enkel beschäftigen…

    • Martenstein wäre mir als Inspirationsquelle jedenfalls nicht bewusst. Ich hatte mich an diversen smarten Gerätschaften von TV über Mülleimer bis Stromzähler hier im Blog ja auch schon abgearbeitet.

  4. Atomkraft, Nein Danke!
    Wer erinnert sich noch an solche Aufkleber?
    Es wird Zeit für eine neue Version, denn die von Ihnen beschriebene Schöne Neue Welt ist für mich hauptsächlich erschreckend. Ich hätte da kaum Lust auf derartige Annehmlichkeiten.

    Es würde sicher noch einen Schritt weitergehen als von Ihnen beschrieben: Alle Produkte im Kühlschrank, die nicht eindeutig als ‚geniessbar‘ gescannt werden können, wandern automatisch in den Müll. Also alles selbst gekochte, Reste, alles ohne Labels.
    Und glauben Sie ja nicht, dass es da ein ‚opt out‘ geben würde. Entweder wird man in eine Ecke gestellt, oder die Krankenversicherung erhöht die Prämie von wegen ’nimmt Lebensmittelvergiftungen billigend in Kauf‘.
    Also die Kochinsel, auf der alles statt gekocht nur nur höchstens erwärmt wird. Zutaten reduziert zu pre-fab Gerichten.
    Sage keiner, das würde nicht akzeptiert werden. Dass man 24/7 zur Verfügung stehen muss, ohne Handy kaum mehr etwas geht, ohne E-Mail schon beinahe gar nichts mehr, und auch die Gesundheit an eine smart watch angebunden wird, ist ja schon beinahe Normalität.

    Da wird dann nicht wie bei Fahrenheit 451 eine Kolonie in der Walachei gegründet, um Literatur zu erhalten, sondern um ein normales Leben zu führen, wo es noch möglich ist. selbst eine Entscheidung zu treffen, irgendeine, Beeren aus dem Wald zu holen, einen Nussbaum zu haben und die Nüsse auch noch zu essen, und vor dem Winter Holz zu machen.
    Bei Fahrenheit 451 habe ich mich immer gefragt, ob ich die Normalität verliesse, um ein Buch zu werden. Hmm. In diesem Falle allerdings wäre ich sofort dabei, der verkabelten Welt die einer solchen Beschreibung gehorcht, den Rücken zu kehren.

  5. Witzischkait...
    kennt keine Grenzen, Danke für die lustigen Hinweise darauf, was ich auch künftig alles nicht brauchen werde, und den auf mein reziprok zur Begeisterung für Otto fortschreitendes Alter. Wenn mich schon keine app in der Zahnbürste erinnert: Der Spiegel tut’s auch – und er ist offline!

    • Gestern geisterte nicht nur im Mutterschiff ein Artikel
      der wohl zarte Hinweise darauf gab, wann eine Klobürste, ein Küchenschwamm und andere Utensilien zu entsorgen seien. Nachdem ich in der Welt einen gleichen Artikel sah und alt genug bin, um zu wissen, wann die Klobürste in die Tonne gehört, habe ich mir das Lesen dieser Artikel erspart. Es gibt allerdings Leute, die übernehmen mit der Wohnung auch die dort verbliebene Klobürste.

      Ist mir 1972 passiert, im Bad stand ne Bürste, die Generationen hinter sich haben musste und von mir mit sehr spitzen Fingern in Gummihandschuhen als erstes aus dem Haus getragen wurde, unter dem Beifall der Hausbesitzerin. Die, was ich da noch nicht wusste, einen Schlüssel zur Wohnung hatte und den täglich in unserer Abwesenheit nutzte.

      Gleiches wiederholte sich in mindestens zwei weiteren Wohnungen, also scheinen solche Artikel nicht gänzlich überflüssig, werden aber garantiert von den Betroffenen nicht gelesen.

  6. Sehr schön!
    Vor allem die letzten zwei Absätze sind eine sehr schöne Zuspitzung. Vermutlich will sich aber auch ein Proktologe nicht mit einer Klobürste unterhalten, wobei er natürlich für diesen Service ggf. den 2,x-fachen Satz berechnen dürfte (Geld stinkt ja bekanntlich nicht). Auch da kann man mit Otto (zumindest soweit ich weiß) kommen: „ich wurde gezwungen – mit Geld!“

    • Es ist überhaupt frappierend, wie zeitlos vieles ist, was Otto in den 70ern und 80ern abgeliefert hat.

    • Titel eingeben
      „wie zeitlos vieles ist, was Otto in den 70ern und 80ern abgeliefert hat.“
      .
      Aufgeschrieben haben’s ihm oft die Kollegen der Neuen Frankfurter Schule; das sollte man den jüngeren Lesern nicht vorenthalten. Vor allem Eilert, Gernhardt, Knorr.

  7. Smart
    ist natürlich an der Haarbürste gar nichts. Genauso wenig wie am Kühlschrank. Danke für diese wunderbare kleine Miniatur. Ich möchte Folgendes hinzufügen:
    Die kluge Hausfrau kauft zum Beispiel die blau verpackten und gar nicht schlechten Nudeln italienischer Provenienz nur dann, wenn sie für 70ct erhältlich sind und nicht zum normalen Preis von 140ct. Vielleicht bin ich Pessimist, aber irgendwie glaube ich nicht daran, dass irgend ein Anbieter folgender Versuchung widerstehen kann: Der Kunde stellt einen Blanko-Scheck zur Nachfüllung aus. Und diesen kann der Händler zur Optimierung der eigenen Marge einzusetzen. Sprich: Er wird immer zum Listenpreis verkaufen. Das ist gar nicht so schwer, die Wiederbeschaffungsschwellwerte genau so zu setzen, dass der Schuss vor oder nach der Aktion gesetzt wird.

    Das ist nur dem Berliner Hipster egal, weil dessen Döner immer 1,5€ kostet.

    • Genau der Gedanke mit dem Blankoscheck hielte mich davon ab, automatisches „replenishment“ in Kauf zuu nehmen. Ich bin nicht der große Schnäppchenjäger vor dem Herrn, aber bei der Markenbutter beispielsweise greife innerhalb des „relevant set“ zu der Sorte, die grad im Angebot ist, und beim Biofleisch im Alnatura kann man vor allem Montags sparen, wenn mehr Ware mit ablaufendem MHD da liegt.

  8. die Klassiker-Frage “wie war ich?” objektiv und ohne falsche Rücksichtnahme beantworten
    OMG! Das riecht nach Dauer-Schlafentzug zugunsten stundenlanger nächtlicher Debatten, sollte Susi der Äugleinverdrehenden Bauart „Nu mach schon!“ ihm eine vom Tütelchen abweichende Performance-Leistung bescheinigen wollen.

    Nicht auszudenken, mit welchem kumuliert Volkswirtschaftlichen Schaden
    die Arbeitgeber-Verbände wegens permanent unausgeschlafenem Human-Kapital zu rechnen hätten. Kann wech.

    ;-)

  9. Frei nach Fritz N.
    „Im echten Manne ist ein smartes Kind versteckt; das will spielen. Auf, ihr smarten Susis, so entdeckt mir doch das Kind im Manne!“
    Nicht genderkonform, schon klar.

  10. Huxley erzählte uns ja von der schönen, neuen Welt
    und wir sind auf dem besten Weg dorthin. Die Älteren von uns schütteln den Kopf ob der technikaffinen Jugend, die sich mit Armbändern, Smartphone und anderem Tüddel die Zeit vertreibt, dabei munter die Datensammelei unterstützt und das wohl noch nicht einmal für nachdenkenswert hält.

    Das singende Kondom wäre allerdings ein Gag, ich sehe schon die geschundene Männerseele vor mir, er hat’s wieder nicht gebracht… Den Neufeministinnen käme das aber wohl grad recht, endlich sagte dann jemand direkt, du weißer Mann bist ne Flasche.

    Heute muss alles smart sein, vom Wärmemesser am Heizkörper, die man auch mir unversehens in die Wohnung brachte, bis hin zur Fernsteuerung von Haus und Hof via Smartphone.

    Die Vorstellung, ein Smartphone kontrolliere meinen Kühlschrank, ist geradezu absurd. Jedenfalls für mich, anderen Zeitgenossen scheint das aber zu gefallen, die sind dann wahrscheinlich auch für die Abschaffung des Bargeldes.

    Vor Jahren habe ich mir ein Navi angeschafft, mein Ortsgedächtnis ist katastrophal und hin und wieder muss ich Strecken fahren, die mir fremd sind und sei es nur auf der anderen Rheinseite.
    Wenn mir mein Navi dann auf der Heimfahrt aber erzählt, ich müsse nun da oder dort wenden, um die oder jene Straße zu fahren, mir die Gegend dann doch halbwegs bekannt vorkommt, kommt es zu heftigen Streitereien mit dem grässlichen Weib in dem Gerät. Diese Hysterie sollte man bei solch einem Gerät nicht vermuten, es gibt sie aber und ich mache mir dann meinen Spaß draus, ganz anders zu fahren, als mein Navi will. Es ist immer verblüffend, wie sich die Dame dann sortiert und mir ständig meckernd erzählt, ich hätte jetzt aber da oder dort abbiegen sollen, ich aus Daffke auf vertrautem Terrain dann noch ne ganz andere Runde drehe und das Navi damit zur Verzweiflung treibe.

    Schon klar, das Teil ist auf Heimweg programmiert, ich auch, aber so kampf- und widerspruchslos übernehme ich keine Kommandos.

    Wenn mir jetzt noch jemand etwas über meine Haare erzählen wollte, wäre vollends Feierabend. Das Thema geht nur mich und meine Friseurin an, aber vielleicht wäre sie ganz froh, ich würde eher meine Haarbürste als sie anmeckern.

    • Wenn ich zwischen zwei Wohnsitzen pendeln würde, könnte ich mich für smart home vielleicht auch erwärmen, aber in vielen Fällen erscheint mir das als die Fortsetzung der Modelleisenbahn mit anderen Mitteln.

      Mit dem Navi habe ich auch immer wieder Gezacker, und deswegen fahre ich in aller Regel ohne.

    • Titel eingeben
      Ich bin einer der erwähnten kopfschüttelnden Älteren.
      In den siebziger und frühen achtziger Jahren bin (wohl nicht nur) ich mit ’nem vollen LKW oder auch PKW durch ganz Westeuropa getourt und habe immer gefunden: Die Stadt, das Hotel, den Konzertsaal; und spät in der Nacht oder am nächsten Morgen fand ich auch wieder den Weg raus, zur Autobahn und zum nächsten Spielort. Sogar Linksverkehr in England oder Chaos in Paris: kein Problem. … Und alles ohne Abitur.
      Kann das noch jemand heute, ohne all den technischen Schnickschnack?


    • Ganz klare Antwort, kdm, Nein! Nimm den Leuten ihr Smartphone weg, dann sind die meisten hilflos wie ein kleines Kind.

    • Ich kann keine Karten lesen
      ein wohl typisch weibliches Problem. Orientierungssinn habe ich überhaupt nicht, denn wenn ich mit meinem Mann im Wald spazieren ging und irgendwann die Nase voll hatte, meinte, den Weg dort jetzt zurück nehmen zu müssen, sagte mein Mann nur, gut, ich hole dich später ab. Ich habe ihm letztlich doch vertraut, er fand sich immer zurecht, während ich mich gnadenlos verlaufen hätte.
      Ich bringe es fertig, mir Routen im Netz anzuschauen, auszudrucken und mich trotzdem zu verfahren. Ganz abgesehen von dem Stress, den ich während der Fahrt habe. Darum das Navi, dem ich aber auch nicht alles glaube, da nicht auf neuestem Kartenstand.

      Aber nun bin ich so alt geworden, die letzte Ausfahrt werde ich wohl nicht verpassen.

    • Meine Frau ist eigentlich ganz gut im Kartenlesen, aber sie hat sich das Navi vor paar Jahren zu Weihnachten gewünscht. Und im Urlaub möchte ich es eigentlich auch nicht missen, aber hier behelfe ich mir auch öfters mit einem Ausdruck von Google Maps. Wenn ich mich damit mal vergurke, macht mich das nicht so annähernd so rasend, wie wenn das Navi mich in die Irre schickt. Vieleicht wäre es jetzt auch mal an der Zeit für ein neues, denn trotz aller Updaterei habe ich das Gefühl, die Genauigkeit lässt nach. Neulich auf der Autobahn um Eindhoven herum hatte das Gerät überhaupt keinen Peil, aber so neu schien mir dieser Streckenabschnitt gar nicht zu sein.

  11. Liese sich ausbauen.
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  12. läst sich erweitern
    Die Geschichte mit der Klobürste könnte man erweitern.
    Wie wäre es mit intelligenten Kloschüsseln, die den Urin untersuchen und
    vorhandene Drogenspuren an die Staatsmacht verschicken.
    Wenn das dann noch mit dem Anlassen des eigenen Autos verknüpft wird,
    steht die Streife schon um die Ecke… ;)

    • Die Idee hat Juli Zeh in ihrem dystopischen Roman „Corpus Delicti“ schon vorweggenommen, und ich hatte das in einem früheren Beitrag auch schon mal aufgegriffen, allerdings mit der nicht ganz so kafkaesken Idee, dem Benutzer einen leichten Stromschlag zu verpassen, wenn er für das kleine Geschäft nicht die Spartaste wählt. ;-)

    • Die Spartaste gehört in unseren Breiten verboten
      die Sauerei müssen die Stadtwerke dann mit Sonderspülungen aus den Kanälen bringen, weil die Leute so fürchterlich Wasser sparen. Und wer zahlt den Blödsinn dann, klar, wir alle doppelt und dreifach mit den Abwassergebühren.

    • Ich weiß noch, wie meine Eltern sich lange weigerten, diese Zusammenhänge zur Kenntnis zu nehmen, bis es irgendwann in der Prantlhausener Postille stand. Oder meine schwäbische Ex, die es mit der Papiertrennung so übergenau nahm. Die wollte es lange auch nicht glauben, dass das exzessive Raussortieren von jeglichem Papier aus dem Hausmüll den Brennwert so in den Keller bringt, dass LKW-weise Altpaier rangekarrt und mitverbrannt werden muss, damit die thermische Verwertung auf die nötigen 800 C° kommt. Nicht zu reden von dem Unsinn, Joghurtbecher, die auch nur geschreddert und verfeuert wreden, selber auszuspülen…

    • Déjà-vu
      Zitat:
      „…und ich hatte das in einem früheren Beitrag auch schon mal aufgegriffen“

      Als ich den Kommentar los schickte hatte ich ein seltsames Déjà-vu Gefühl.
      Daher also.
      Ich glaube ich habe sogar ihren damaligen Artikel auch in gleicher Weise kommentiert. oO
      Naja, man wird alt und greift immer zu den selben Sprüchen. ;)

  13. Titel eingeben
    „Dank der sogenannten „FridgeCam“ …“

    Das löste dann wohl endlich eine uralte Frage.
    Man muss nun daraus schließen (Kamera braucht ja Licht), dass die Lampe im Kühlschrank doch nicht ausgeht, wenn man die Tür schließt. Ha! Wusst ich’s doch.

  14. Netzstrümpfe sind toll im Fasching,
    Supervernetzung nicht.1968 kaufte ich meine erste Spülmaschine, das war noch ein Toplader.Die und eine Waschmaschine, ein Gefrierschrank, Staubsauger etc., wollte man haben, weil es sinnvoll und arbeitserleichernd war.
    Mit all dem Kram, der nun kommen soll, möchte ich nicht leben. Wir sparen Strom beim Kühlen, um ihn woanders zu verschwenden. Das bißchen „Aufladen“ sagt ein Mann, ist es ja nicht.Um all das zu umzutreiben, bedarf es sehr viel Energie,über die nicht geredet wird.

    Mir reicht es schon, wenn wir jetzt zwangsweise den neuen digitalen Stromzähler bekommen, wo festgestellt werden kann, wann ich die Maschinen an- und abstelle.

    Meinen Einkauf habe ich vorhin getätigt und mich von den Gemüse- und Obstangeboten inspirieren lassen, alles ohne Zettel mit Maß.Schon gehört? Vollkornreis ist sehr kontameniert mit Ungesundem.

    Wir haben hier Föhn, der mit 4 Plusgraden und Sonne zu uns spricht. Das ist nach 3 Wochen Dauerfrost auch mal schön.🌞

    • Kann man Reis essen?
      Bei mir steht zwar welcher rum, aber ich mag ihn nicht sonderlich. Ergo esse ich auch kein Sushi, kalter Reis, furchtbar.

      Diese putzigen Stromzähler haben wir noch nicht, aber ich fürchte, dass unsere Wohnungsgenossenschaft auf technisch neuestem Stand bleiben will und das Zeug hier auch bald Einzug hält. Da muss nur der TÜV oder sonstwer husten und schon kommt der nächste Blödsinn bei uns, rotweiß geringelte Pempel für die Feuerwehr mitten im Rasen vorm Haus und lauter so Pfürzlikram.

      Wann wird’s eigentlich wieder Sommer? Mir reicht’s mit der Kälte, muss man doch in Düsseldorf nun wirklich nicht haben.

    • Hallo Frau Simon
      Die Zähler werden, glaube ich, in der ganzen EU Pflicht. Sie müssen auch vom Verbraucher selbst bezahlt werden, sonst gab es sie ja „dazu“, als Ringeltaube sozusagen.
      Haben Sie schon Rauchmelder? Sollen schlecht für Kettenraucher sein, weil’s dann piept.Ich habe noch bis zum 31.12.17. Zeit…

      Ich mag mal ein Risotto, nicht so oft, sonst bevorzuge ich andere Beilagen.

      Wir haben hier 7Plusgrade und viel Sonne, meine Runde vorhin war ein Traum. Der refektierende Schnee macht alles so hell, auch abends noch.
      Ich schreib das, weil: rodeln und jodeln können wir hier auch!

    • Ich meine mich zu erinnern, dass die entsprechende EU-Richtlinie durchaus Spielräume offenlässt. Österreich hat dem Zwang zur Umrüstung auf smarte Stromzähler eine Absage erteilt. Es ist auch nicht so, dass die Umstellung auf das projektierte „smart grid“ den Rückkanal in jeden Haushalt zwingend erfordert, im Prinzip genügt es, nur bis zur Blockverteiler-Ebene zu gehen. Nur hätte man auf diese Weise keinen Vorwand, den Endkunden für die Netzumstellung zur Kasse zu bitten, also kriegt er einen neuen Zähler aufs Auge gedrückt, dessen Zusatzkosten sich am St.-Nimmerleinstag amortisieren, aber dem Endverbraucher das gute Gefühl gibt, er tue was Gutes für die Ene3rgiewende.

      Hatten wir hier aber auch schon, das Thema…

    • Tut mir leid,
      Herr Settembrini di Novetre,
      ich schreibe hier das erste Mal.Wusste nicht, dass es hier schon behandelt wurde mit dem Zähler.
      Wir setzen wieder mal alles 1:1 um? Na dann, langsam freut man sich direkt, das größte Stück Brot schon gegessen zu haben…

    • Ach, kein Problem, es wäre auch vermessen von uns Bloggern zu glauben oder vorauszusetzen, jeder hätte hier alles gelesen, was wir je von uns gegeben haben. Ist ja auch schon paar Jährchen her:
      http://blogs.faz.net/deus/2014/04/25/smarte-wanze-im-keller-2040/

    • Die Heizungsdinger haben wir seit über einem Jahr
      wurden uns meuchlings bei der Ablesung eingebaut. Ich meine, sogar ohne Vorankündigung.

      Rauchmelder haben wir vor Jahren von der Hausverwaltung geschenkt bekommen, dann kam im letzten Jahr die Meldung, dass man die Dinger jährlich warten muss, auf Wunsch veranlasst das die Hausverwaltung, wir bekamen neue geschenkt und so tobt also nun doch wieder ein fremder Kerl in der Bude rum.
      Auf Zigarettenqualm reagieren die nicht, da hätten die bei mir viel zu tun.

      Risotto, gut einverstanden, den mag ich auch sehr, aber für mich allein etwas blöd.

      Sonne hatten wir heute wohl auch und dann sogar 10°, ich hab das aber nicht so richtig mitbekommen, mein Rechner fuhr nicht mehr hoch, also Neuinstallation. Predige anderen immer Daten sichern… aber bei mir sieht das ganz übel aus. Da brüllt man einmal laut Merde und sucht sich den Wolf.

      Hatte bei allem und nix immer die Meldung „keine Rückmeldung“, egal, was ich machte, im Netz gesucht, Anweisung von mikkisoft befolgt, defragmentiert über Nacht und heute morgen fuhr die Kiste nicht mehr hoch.
      Also alles neu macht der Mai, installiere grad das Riesenupdatepaket von Tyler vom September, ich meine, er hätte mir noch zweites im späteren Herbst genannt, ich blick da grad nicht mehr durch. Das eine ist auf Stick und läuft, sind wohl nur 223 Dateien, das dauert.
      Habe eben gefrühstückt, hatte das ganz vergessen.

      So, muss gucken, was das Update macht, ich glaube, der startet gleich erstmal neu. Ich liebe es…

      @ Marco, was Gutes für die sogenannte Energiewende tun wir doch alle mit der Stromrechnung, jeden Monat blechen, auf dass die Windräder sich drehen oder auch nicht. Und der Blödsinn kommt von einer angeblichen Physikerin, man glaubt es wirklich nicht, dass die Ahnung hat (sie gibt zu, nur theoretisch, Praxis hätte ihr nicht gelegen, man möchte weinen).

    • A propos Strom, es ist kein Internetthema und auch nur von regionaler Bedeutung, und deswegen habe ich es hier auch nicht aufgegriffen. Wir haben hier drüben ja seit Jahr und Tag eine Provinzposse am Laufen wegen eines Konverters, der den Strom aus der Braunkohle irgendwie mit den Stromautobahnen Richtung Süden verschalten soll. In Osterath, wo ja schon ein Umspannwerk ist, wollte man den Klotz nicht haben, was wegen der Nähe zur Wohnbebauung irgendwie noch nachvollziehbar ist. Aber die Not-in-my-Backyard-Bewegung hat inzwischen anscheinend den ganzen Rhein-Kreis erfasst, selbst gegen einen Standort im Kaarster Niemandsland, wo laut Regionalplan Kiesabbau vorgesehen ist, regt sich Widerstand, nicht mal auf dem Kraftwerksgelände in GV-Frimmersdorf, wo die 12 alten Blöcke abgeschaltet werden sollen, will man den Konverter haben. Was genau das Problem sein soll, habe ich bis heute nicht verstanden.

    • Na wenn die Bayern ihre Leitung unterirdisch bekommen,
      kann man doch nur gleiches Recht für alle fordern. Dass niemand diesen Riesenklotz in der Landschaft haben möchte, verstehe ich gut. Dazu kommen dann ja die Wahnsinnsüberlandleitungen, erinnere mich an meine Kindheit, mein Vater zeigte mir die Dinger, stell dich mal dran, dann hörst du es sirren.

      Nee, ich will keine Energiewende, ich will weiterhin den Strom aus der Steckdose, ohne Riesenmaisfelder in der Landschaft, ohne Windflügel und son Gedöns, das wegen steigender Netzentgelte immer teurer wird.

    • Verstehe ich ansatzweise, aber sooo empfindlich bin ich nicht. Ob da jetzt noch paar Masten mehr in der reizlosen Landschaft rumstehen und irgendwo im toten Winkel zwischen Autobahn, Kiesaushub und Bahnlinie nach Krefeld so ein Konverterklotz rumsteht, macht in meinen Augen den Bock nicht fett. Ist ja nicht so, dass man das Ding in den Garten von Schloss Dyck geplant hätte.

      Die ganze Ecke zwischen dem Rhein und dem Tagebau mit den Wolkenfabriken ist mein Radel-Stamm-Revier, wahrscheinlich bin ich schon völlig verstrahlt von all den Stromleitungen, unter denen ich immer wieder durchfahre. ;-)

    • So etwas auf seinem Grundstück zu erlauben
      bedeutet wohl etwas in Richtung Ewigkeitsgarantie.

      Ich kann die Eigentümer verstehen, die sich eine Verwertung offenhalten wollen.

  15. Schergen
    „Nicht auszudenken, wenn sich Putins Schergen oder die Nordkoreaner in die smarte Haarbürste reinhacken“
    .
    :-) Aber haben die Amis nicht weitaus mehr Personal, Geld und den Willen (der Weltherrschaft, wie sie selbst zugeben) dazu? Und was man so über die hört, traue ich denen wirklich zu, in Haarbürsten zu spionieren. Die Russen sind nicht so doof.

  16. Mal was ganz anderes: Alltags-Gehirntraining ...
    .. wird damit leider überflüssig: Die Maschine merkt sich alles für dich und erinnert sich für dich an alles.

    Was auf der einen Seite wie ein Optimierungs-Wunschtraum und wie eine Erlösung aussieht („weg mit dem lästigen Kleinkram, den man sich auch noch merken muss!“), kann auf der anderen Seite ganz blöd nausgehen: Wir lasten unser Gehirn in Zukunft nicht mehr ausreichend aus.

    Diese als lästig erscheinenden Alltagsarbeiten braucht es aber für das Gehirn. Aufstrebende Portale fürs Gehirn-Jogging gegen Vergesslichkeit, für geistige Wendigkeit, beweisen das.

    Anderes Gehirntraining: Gedichte.
    Abrufbare Lyrik-Seiten haben das Gedichtauswendiglernen verdrängt.

    Was leider früher als Quälerei erlebt worden ist, welche unsere Eltern noch in der Schule erfahren leidvoll mussten. Dabei ist Gedichte und Lieder auswendig lernen und erfolgreich können gut für uns. Solche Leute sind auch sonst geistig reger und erfassen Inhalte rascher. Sind z. B. gegen strukturellen Analphabetismus gefeit, denn Gedichte haben Rhythmus und Struktur.

    Wenn ich mir die geistesabwesenden, vergesslich alles vergessenden Wesen vergegenwärtige, die mit einem SmartPhone-Brettchen durch die Gegend und gegen Laternenmasten laufen, aber ohne auch nicht mehr können, weil alles darauf abgespeichert ist, dann wird das noch richtig lustig.

    Das war jetzt gar keine Kulturkritik (die müsste fundierter sein), das ist als Kabarett gemeint (weine nicht, wenn du stattdessen auch lachen kannst.)

  17. smarte Haarbürste
    Analog zur „smarten Toilettenbürste“, die die Ernährungsgewohnheiten der Krankenkasse meldet, könnte eine Haarbürste ja dann jedes Mal ein Drogen-Screening durchführen und das Ergebnis der nächsten Wache melden. Was machen dann elektrische Zahnbürsten bei unregelmäßigem Gebrauch? Einen Termin beim Zahnarzt?

  18. wehe wenn sie losgelassen
    ich zaehle auf die Leser der FAZ. Moege eine ausreichend grosse Zahl Menschen die eigene Digitalisierung und Erfassung verweigern.

    Bitte gestatten Sie ein Zitat, ein Stück Reinhard May:

    Bis zum Tag, an dem man mich wegrationalisiert,
    Oder als nicht programmierbar einfach aussortiert,
    Wenn der große Rechner kommt und alles überwacht,
    Meine Vorlieben und Macken voll erfaßbar macht,
    Auch wenn ich schon ganz und gar maschinenlesbar bin
    Mit ‘nem Balkencode am Schniedel und ‘ner Prüfziffer am Kinn.

    • Wehe, wenn man sie als Nachbarn hat...
      Reinhard Mey? – Genau der fehlte noch! Auch eine von diesen Doppelexistenzen bzw. Kippfiguren. Kaufte sich ein Winzgrundstück auf Sylt, um dann seine rasenmähenden Nachbarn „Gartennazis“ zu nennen.

      Es ist hier überhaupt ein wenig – Pardon, halten zu Gnaden – kindisch, wenngleich man in diesem Blog Namen liest, die von Don Alphonso bekannt sind. Aber jede Seele hat halt eine staubige Ecke.

      Daher für das Kracherthema „Toilettenbürste“ hier noch dies: In Italien gibt es welche in komplett schwarz, die halten viel länger, ora capisco?!

      Wie hieß es früher auf den Projektbesprechungen zur Bauausführung? – Zu den Toiletten kann jeder etwas sagen.

    • Was genau ist jetzt kindisch oder staubig daran, dass man hier Namen liest, die von Don Alphonso bekannt sind?

    • Die Beiträge sind's, werter Marco, z.T. kindisch und staubig, mit den D.A.-Namen...
      …und besser keine solch dialektisch-journalistisch gewillkürten Verwechselungen Ihrerseits! Ora capisco?! – Besser wieder zurück auf den Kutter, ins Körbchen, mit T-Bürste und Zubehör, die Lecks ggf. zu stopfen…

    • Reisende soll man nicht aufhalten, bon voyage!

    • Ach Otto Moser, nun mosern Sie hier nicht auch noch rum
      es geht mir, ganz ehrlich, ein wenig auf den Geist. Sie überschlagen sich geradezu von Beitrag zu Beitrag mit ihren Beschimpfungen und was ändert das? Sehnse, nix.

      Hab übrigens den Updatelink selbst gefunden und gleich den neuesten noch dazu. Das nur zur Kenntnis, weil Sie ja auch da schon wieder auf 180 waren oder war’s höher oder hätte ich das etwa als Ironie sehen sollen?

      Nix für ungut, das musste jetzt nur mal raus.

  19. Kann man nix machen, die ThermoMix-Ära hat ja auch schon begonnen.
    Sich zu verweigern, kann man machen.

    (Mir kommt so etwas kaum ins Haus, ich habe es nicht gern, wenn mein Kühlschrank nach Hause telefoniert; es reicht schon, wenn meine Kater sich im Büro auf Geräte setzen, mit dem Hintern und den Pfoten Knöpfe drücken, Memos aufnehmen, scannen oder gar eine Nummer wählen … alles schon passiert.)

    Es wird jedoch nicht viel nützen, eine Gegenbewegung zu inszenieren, denn viele haben schon angebissen.
    Es ist kaum mehr aufzuhalten.

    Genauso wie es bereits tausende begeisterte ThermoMix-AnwenderInnen gibt (Leute, die glauben, ein sündhaft teures Ding, das selber schnitzelt, das Schnitzelgut auch gleich in der Schnipselwanne kocht, wäre eine Arbeitserleichterung; nein, man muss das Zeug und dieses Schneidwerk hinterher immer auch umständlich reinigen, da reinige ich doch ein Schalmesser und ein gusseisernes Pfännchen schneller), wird es Begeisterte geben, die das Internet der Dinge lieben werden.

    Weil es genau zwischen Spieltrieb und vermuteter Nützlichkeit verortet ist, beides gleichzeitig anspricht (verknüpft) und viele damit an den Haken kriegt.

    Wer da mehr wissen will, kann sich beim Thema ‚hooks‘ einlesen: Wie man Produkte ersinnt, die die Leute an den Haken kriegen.
    (Nein, nicht die WordPress-Hooks, das ist was anderes, wie Entwickler wissen.)

  20. Meine Rede
    Es wird nicht funktionieren! Die Kosten für Entwicklung und durch Fehler werden jeden potenziellen Nutzen auffressen. Ein Beispiel:
    Vor Jahren stand ich vor der Frage, ob ich zwecks 6. Sitzplatz einen Opel Zafira oder einen Citroen C4 Grand Picasso kaufe. Keine Frage: der Citroen ist das schickere Auto. Ich habe mich aus einem einzigen Grund gegen den C4 entschieden: die elektronische Handbremse. Ich traue sowas nicht über den Weg. Jahre später habe ich einen Bekannten gefragt, ob er denn mit seinem C4 zufrieden sei. „Bis letzte Woche war ich sehr zufrieden, aber inzwischen hat er 2 Mal eine Vollbremsung hingelegt und wir wissen nicht warum“, war die Antwort. Genau das war meine Befürchtung gewesen und der Grund, warum ich ihn nicht gekauft hatte. Kein Mechatroniker der Welt macht da dran was, außer Update oder Austausch. Ärger, Kosten, keine Lösung! Unendlich komplexe Fehlerzustände in Abhängigkeit von irgendeiner Vorgeschichte führen in einem zu einer Million Fällen zu unerklärlichem Versagen auch einfacher Steuerungen.
    Jetzt stelle man sich vor, dass nicht eine Steuerung versagt, sondern N Steuerungen in einer spontanen Interaktion, die noch nie zuvor mit genau diesen Teilnehmern getestet worden ist! Das wird in >99% der Fälle funktionieren, aber in <1% der Fälle so irre Fehler produzieren, dass jeder Besitzer froh wäre, er hätte das nie angeschafft. Reproduktion des Fehlers: kaum möglich.
    Ich bin in der Softwareentwicklung und -qualitätsicherung tätig und suche oft und gern nach Fehlern, die sonst keiner versteht. Es ist ein Wunder, dass unzählige Fehler in Software überleben und nur ganz selten zuschlagen können. Mit wachsender Komplexität und Autonomie interagierender Softwarekomponenten wird die Testabdeckung unweigerlich sinken – und das exponentielle Wachstum von Fehlern, die sich manifestieren, könnte eine Zivilisation regelrecht zugrunde richten. Hände weg von zu ambitionierter Software! Handbetrieb sichert unsere individuelle Autonomie. Software möglichst nur als endlicher Automat ohne jede Interaktion in einem Schwarm. Wir sind in der Qualitätspraxis meilenweit von solchen Anforderungen entfernt. Schon heute ist die Abhängigkeit von (meist eben doch schlampig geschriebener) Software bedenklich hoch.

    • Deckt sich in der Grundaussage mit einem Interview mit einem IT-Security-Spezialisten, das ich in Vorbereitung auf diesen Beitrag gelesen habe. IoT ist eine tickende Zeitbombe, die Wahrscheinlichkeit sei recht hoch, dass sich da was recht katastrophales zusamenbraut.

      Ich freue mich ja an jedem Jahr, das mein 3er Kompakt (Bj. 97, 260 TKM) noch ohne große Zicken mitmacht. Die motorisierten Konsolen von heute gehen mir recht schnell auf die Nerven mit allem möglichen Geblinke und Gepiepse. Zu seltsamen Manövern aufgrund Sensoren-Fehlmeldung kann der Kollege Don A. auch eine unschöne Geschichte aus einem Audi 3 beisteuern…

  21. smarte Verhüterli - das ist ja zum Kringeln :-)
    Überhaupt, alles sehr lustig, solange man nicht darüber nachdenkt. Denn falls man das tut, kommt einem nichts Smartes mehr in die Finger oder sonst wo hin. Und dasselbe gilt auch für alle Arten von Apps. Und ja, eigentlich müßte man den Netzwerkstecker ziehen.

    Denn der Kontrollverlust über die eigenen Daten weitet sich permanent aus. Wir können zwar hier und da ein Häkchen setzen und daran glauben, die Daten seien nun sicher, aber oft gibt es ja nicht einmal ein Häkchen. Auch stimmen wir dem Datenmißbrauch ja regelmäßig zu, um Google, Amazon, eBay usw. überhaupt nutzen zu dürfen!

    Kühlschrank, Haussteuerung und Klobürste – haben die eine Firerwall, ein Antivirenprogramm? Nein? Na, dann steht den Eindringlingen ja sowieso das ganze Netzwerk zur freien Verfügung.

    Einige wird es sicher freuen, wenn sie beim Nachbarn im Netzwerk mal nach dem Rechten schauen können. Vielleicht hat der ja ein Smart-TV mit Kamera und Mikrophon im Schlafzimmer stehen? Und der Kontostand könnte ja auch interessieren. Und mal eben schauen, wo der Bursche sich mit seinem Smartphone gerade rumtreibt, mal eben das Licht und die Heizung ausmachen oder den Schlüsselcode der Haustür ändern. Das wird ein Spaß.

    Daß auf Dauer die Versicherungsbeiträge für viele Menschen drastisch steigen werden, individuelle Preise für Waren und Dienstleistungen verlangt werden, der Fiskus über jeden Cent Bescheid weiß und Diebe direkt und im Vorbeigehen vom Smartphone abbuchen, lange dauert das nicht mehr, ist teilweise schon Realität. Ein Leben so ganz ohne Privatsphäre und Geheimnisse, keine Prostituierte mehr ohne Wissen der Ehefrau, na, das wird noch was werden. Manchmal bin ich wirklich froh, schon etwas älter zu sein.

    Was wir dringend bräuchten, wäre ein Gesetz, welches alle Technik-Hersteller und Anbieter dazu zwingt, daß jede sensible Datenbewegung protokolliert wird und in Echtzeit erkennbar und verfolgbar ist – für jeden Laien. Das ist die einzige Möglichkeit, den Datenschutz nicht endgültig zum Witz werden zu lassen.

    Aber, ansonsten fand ich den Beitrag wirklich sehr erheiternd.

    • Ja, vielen Dank, es war an der Zeit, mal bisschen was weniger ernstes zu machen. An dem Themenkomplex Überwachung, Schwund der Privatsphäre etc. habe ich mich in den ersten Jahren dieses Blogs fast ein bisschen müde geschrieben, und als Edward Snowden aus der Deckung kam, wusste man, es ist wirklich so schlimm, wie man es sich immer vorgestellt hatte.

      Der Gedanken, dass wir die Überwacher monitoren können sollten, hat durchaus Charme, ich sehe allerdings eine gewisse Asymmetrie der dazu nötigen Ressourcen als limitierenden Faktor.


    • Das Dumme daran ist, es scheint niemanden überhaupt zu interessieren. Die Bequemlichkeit wird wie immer +ber die Vernunft siegen und der Gesetzgeber selbst hat auch kein Interesse, sich die eigene Datengier zu verbieten. Schließlich kann man anhand der Daten doch wunderbar politische und gesellschaftliche Entwicklungen frühzeitig genug erkennen, um ihnen noch sehr subtil entgegenwirken zu können.

      Es läßt sich nicht aufhalten und es macht fast keinen Sinn mehr, sich dagegen wehren zu wollen.

    • Da sagen Sie was. Ich habe mich als Rufer in der Wüste wirklich heiser gebrüllt, Frank Rieger und Constanze Kurz vom CCC haben in dieser Zeitung auch regelmäßig dieses Themenfeld beackert, ab einem gewissen Punkt hat man das Gefühl, gesagt zu haben, was zu sagen ist. Und ja, ich selber habe mir irgendwann ja auch ein Smartphone aufnötigen lassen, den konspirativen Aufwand mit nicht auf mich registrierter SIM-Karte im Prepaid-Handy treibe ich selber ja auchnicht mehr.


    • Auch sehr witzig, das Vertrauen in die Clouds. Bei privater Nutzung mag das ja noch angehen, solange keine sensiblen Daten in der Cloud gespeichert werden. Aber bei Unternehmen? Die können nicht mal selbst ihre und die Daten ihrer Kunden schützen, glauben aber an Datensicherheit einer Cloud?

      Aber es handelt sich bei solchen Entscheidungen ja auch meist um finanzielle Überlegungen, die da den Ausschlag geben. Und wenn die Daten aus der Cloud geklaut werden, kann man die eigenen Hände ja auch sehr schön in Unschuld waschen.

      Hardware und Software ermöglichen heute das unbegrenzte Ausspionieren der Nutzer. Und je stärker die Nutzung der Hard- und Software von einem Internetzugang abhängig ist, desto schlimmer wird es, desto geringer die Kontrolle über die eigenen Daten.

      Bei Microsoft zeigt sich beispielsweise mit Windoes 10 und Office 365 wohin die Reise geht. Am Ende wird alle Software nur noch onlinebasiert funktionieren und alle Daten werden in der Cloud liegen. Man muß schon mehr als blauäugig sein, nicht zu erkennen, was dann möglich sein wird.

      Leider, selbst Sie, Marco Settembrini di Novetre, nutzen ja mittlerweile ein registriertes Smartphone, wird sich in einigen Jahren niemand mehr dieser Entwicklung entziehen können. Die Menschen werden zu Marionetten, deren Fäden sie selbst nicht mehr in der Hand haben werden. Wer sich verweigert, wird seine gesellschaftliche Existenz riskieren. Schöne Aussichten sind das.

      Es ließe sich noch viel zum Thema sagen oder schreiben, aber wozu. Es ist wie mit der Werbung oder mit den Religionen, die Menschen glauben, sie wollen glauben. Sie blenden die Realität einfach aus, verstehen oft auch nicht, was da auf sie zu kommt. Die totale Entmündigung.

    • .
      sieh an, die märzgefallenen. pardon für den hohlen scherz, denn:
      noch kann man sich halbwegs wehren, und man hofft doch sehr, dass man nicht dereinst alles mit einem smartphone betreiben muss: bezahlung sowie arztbesuche, parktickets und öpnv-karten (gar die haustür).
      spätestens dann wird man wohl darum herumkommen.

      allerdings ist es schwierig zu sagen, wohin die reise gehen wird.

      war nicht erst kürzlich zu vernehmen, dass ein tragbares telefon, das nur telefonieren und smsen kann, total chic sei?

    • Parktickets, die man nur mit dortigem Handy bezahlen kann, das nervte schon vor einigen Jahren im Estland-Urlaub. Man ist dort ja recht internetverrückt, es gibt WLAN-Hotspots in den hintersten Winkeln von irgendwelchen abgelegenen Nationalparks, auf der anderen Seite produziert dieser technische Avantgardismus neue Ausschlüsse, an die man vorher auch nicht gedacht hat.

    • Big Data war abzusehen
      In den frühen 80ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es eine Geo-Ausgabe, deren Titelbild einen Menschen von hinten zeigte, mit einer EAN versehen.

      Ich nahm dieses Exemplar mit zu einem Studienaufenthalt in Schweden, an der Handelshögskolan, heute Stockholm School of Economics.

      Und machte ein Thema draus, freies Thema als Referat – eben Big Data, zum Nachteil der Individuen.

      Mehr als dreißig Jahre ist es her, aber solange schon erkennbar, was kommen könnte und dementsprechend kommen wird.

    • Exakt seit der Zeit treibt mich dieses Thema auch um. Da gab es zum Orwell-Jahr 1984 im ZDF eine recht erhellende Sendereihe, und 1987 war Volkszählungs-Protest für mich als Politikstudent natürlich Pflichtprogramm.

    • Na gut, einer noch, die Router.
      Es hat ja schon einige Zwischenfälle mit Routern verschiedener Hersteller gegeben, das kann leider vorkommen. Von der größten Sicherheitslücke wird aber kaum berichtet.

      Heute bekommt der Kunde in der Regel einen vorkonfigurierten Router mit eingeschalteter Fernwartungs- bzw. Serviceoption des Anbieters. Ist ja auch schön bequem, den Router nicht mehr selbst einrichten und warten zu müssen. Daß damit dem Anbieter das gesamte Netzwerk zugänglich ist und dieser Zugang auch von Dritten genutzt werden kann, bleibt dabei unerwähnt. Wenn überhaupt möglich, sollte man diesse Zugänge abschalten.

      Und abschließend und wirklich als Letztes, wer kein IPv6 benötigt, sollte es im Router abschalten. Die Sicherheitsrisiken sind für normale Nutzer unkalkulierbar.

      Das Allerletzte: Abschirmende Hüllen für NFC-Smartphones. Noch Fragen?

    • An die Serie des ZDF
      kann ich mich nicht mehr erinnern, vermutlich habe ich die aber auch gesehen.

      Denn den Sendungen seinerzeit von ARD und ZDF war im Gegensatz zu heutigen Sendungen einiges zu entnehmen.

      Ich sagte einem Freund (der noch lebt, falls jemand Zweifel hegen sollte :) ) etwa Mitte der 80er voraus, dass vor dem Wechsel des Jahrtausends die Vereinigung von West- und Ostdeutschland käme.

      Das ergab sich einfach aus all den Sendungen, die damals vielfältig informierend waren.

      In Stockholm war ich die ersten sieben Monate des Jahres 1983, also ein Jahr, bevor Sie alarmiert wurden.

      Aber immerhin, Sie wie ich können seitdem die Gefahr der Daten erkennen.

    • Was genau die Initialzündung war, Volkszählung oder Orwell-Jahr, könnte ich im Rückblick nicht mehr genau sagen. Das Thema lag jedenfalls in der Luft, und ich hatte schon in den Jahren zuvor alles an dystopischen Romanen verschlungen, was die Schulbücherei hergab, Orwell, Huxley, Bradbury, Samjatin, Kasack, you-name-it.

      Ich hatte zudem das Kabelpilotprojekt Ludwigshafen mit der Keimzelle des privaten Fernsehens quasi vor der Haustür, es gab Btx-Feldversuche, also das waren schon spannende Zeiten, vor allem, wenn man auch paar Leute im Chaos Computer Club kannte.

    • Kennen Sie auch
      Nein die Welt der Angeklagten von Walter Jens?

      Das gehört in diese Reihe.

    • Oh, das kannte ich noch nicht, muss ich bei Gelegenheit nachholen. Es gab da mal von Ullstein eine schöne Buchreihe unter der Dachmarke „Ozeanische Bibliothek“, da war neben den Klassikern Orwell & Huxley auch „Das große Netz“ von Hermann Kasack dabei, da wird das ganze Genre ein bisschen hopp genommen. Nicht zu vergessen auch „Corpus Delicti“ von Juli Zeh, für mich das wichtigste Buch der Nullerjahre.

  22. Mama
    Ich will einen Roboter, der einkauft, kocht, mich füttert, und mir den Po abwischt. Und mir zum Einschlafen vorliest. Das gönne ich mir, das habe ich mir doch verdient!

  23. Achtung! Hier kommt der nach DIN 1362 vorgeschriebene Deutsche Forumspflichtnörgler!!
    Ich will Euren euphorischen Höhenflug ins Reich der elektronischen Zukunft ja nicht unterbrechen oder gar beenden, aber diese ganze Vision von der Klobürste, die einen bei der AOK verpetzt, weil hinten nicht die versprochene vegane cholesterinfreie, salz- zucker- und geschmacksreduzierte Knäckebrot-Schrot-Diät rauskommt, sondern (aus Kapazitätsgründen des überlasteten Hochleistungsverdauungssystemes) unverdaute Nahrungsreste von Schweineschmorbraten, Griebenschmalz, Parmesankäse und extra schaumiger Schlagsahne aus Frischmilchrahm mit 100% Fettgehalt, dem Traum von der Multi-Gender-Toilette, die die Inklusions-, Frauen-, Refugees-, Vielfalts-, Freiheits-, Wahrheits-, Gleichberechtigungs-, Quoten-, Gender- und Gerechtigkeitstoilettenbeauftragte anruft, wenn Herr D.A. aus F. mal wieder im Stehen gepinkelt, im Sitzen den Playboy gelesen und die ganze Zeit auch noch Reval ohne Filter geraucht hat oder der geniale Einfall des Haarföhns, der dem Tierschutzbeauftragen der radikalen Tierrechtspartei e.V. per Mail eine ausführliche Tatort-Analyse schickt, wenn die Friseuse Kim B. aus U. 50 000 unschuldige Kopflausembryonen mit dem Lockenstab gegrillt hat, scheitert an dem gleichen Umstand, warum keiner hier sehen kann, ob dieser Text wirklich von Thomas Marx oder vom letzten Literaturnobelpreisträger verfasst wurde. Man kann den Beitrag vielleicht bis zur WAN-IP-.Adresse (der Wide-Area-Network oder „öffentlichen“ Internet-IP-Adresse“, die vom Provider zugeteilt wird) verfolgen und auf der anderen Seite, im Local Area Network oder LAN über die Hardware (MAC) Adresse sogar den Computer, das Laptop oder das Smartphone identifizieren, auf dem dieser geniale Text in die Tastatur gehauen wurde, wer aber seinen genialen Geist zu derart bisher unerreichten geistigen Höhenflügen angetrieben, die Klobürste über das von Diät-Sünden verunreinigte Toilettenschüsselporzellan hat gleiten lassen, oder wer in cis-heterosexuell patriachalischer Hegemoniestellung die oktoberfestgestählten und landwirtschaftssiegelprämierten deutschen Leistungsnieren ausgelüftet hat, das kann niemand nicht sagen und auch sonst keiner wissen. Bei der Mensch/Maschine-Schnittstelle hört die maaskahanasche Schnüffelspur nämlich auf, in die Tasten haut man, in die Schüssel pinkelt man und mit der Klobürste putzt man sich die Zähne anonym, ausser, man ist so blöd und hat für seine überflüssigsten aller überflüssigen Gimmicks eine Sprachsteuerung wie SIRIS oder CORTANA (SIRIS, mach die Brille hoch. Cortanan umblättern, schnell!) oder eine Fingerabdrucksicherung am Klobüstenstiel, der vor dem toilettinischen Reinigungsakt den User Login und das Nutzerpasswort abfragt, weil sonst die „Klospülungsanwendung wegen eines ungültigen Vorganges geschlossen“ und der 124-Bit-verschlüsselte Zahlencode zur Öffnung der Kühlschranktür als erzieherische Massnahme vorübergehend gelöscht wird. Zur Lösung dieses „Mensch/Maschine/Schnittstellen-Anonymitäts-Problemes“ werden in naher Zukunft dann vermutlich alle Tätigkeiten, bei denen ein anonymisierbares Ein- oder Ausgabegerät benutzt wird, live über eine Streaming-App ins Internet übertragen. „Privatleben“ ist dann „so was von 70er“, „nichts für aufrechte Millenials (Generation Wisch und Weg)“, gemäß unserer neuen Wahrheitsministerin und Anti-Fake-News Beauftragten „nur noch was für Rechtsradikale, Reichsbürger und Nazi-Populisten“. Ehrliche, freiheitsliebende und rautenkonforme Turbo-Demokraten haben soetwas nicht, die haben nichts zu verbergen. „Refugees Welcome“, „Nie wieder Trump“ und „Stehpinkeln ist Hate-Speech“, DAS ist unsere Zukunft.

    • Dem Umstand, dass Toiletten womöglich nicht nur von einer Person genutzt werden, wäre mit einem Login an der Tür abgeholfen. Wenn die Klobürstentechnik so fortgeschritten ist, dass es zur Bremspur-Analyse reicht, dann sind wir vemutlich eh schon RFID-gechippt. Mit dem Handy/Smartphone tragen die meisten bereits einen Identifikator mit sich herum.

  24. Dr.med.
    Das Anliegen von Klobürsten besonders im Freien bedarf einer Wasserspülung.

    In einer französischen Alltagstoilette als Strandschläfer in den 70ger Jahren fand sich ein klarer Hinweis: Hier stehen die Fußspuren!

    Ohne Brille ging man in die Hocke …

    • Kleiner Quiz
      Und dreimal dürfen Sie raten, wer die Wasserspül-WCs in Frankreich eingeführt hat, genauso wie „Duschen“, „Rentenversicherung“, „Straßenverkehrsordnung“, „die Strafbarkeit unterlassener Hilfeleistung“, „Skigebiete“, „Mineralwasser mit Kohlensäure“, „Personalausweise“, die Uniformen der Gendarmerie, Sommerzeit, das Frauenwahlrecht, das in Paris heute noch an jedem ersten Mittwoch des Monats genau um 12.00 Uhr Mittags die Fliegeralarmsirenen heulen, „Samstags arbeitsfrei“, „bezahlte Urlaubstage“ und viele andere Sachen, die man dem lustigen französischen Buch „Hundert Dinge, die uns von der Besatzungszeit geblieben sind“ entnehmen kann. Auf YouTube gab es darüber ein wirklich lustiges Interview mit der Autorin, das ist aber auf magische Weise plötzlich verschwunden, genauso, wie es das Buch auf Amazon plötzlich nicht mehr gibt.

  25. Ich glaube,
    es ist ganz toll, wenn der Föhn oder die Klobürste intelligent wird. Man hat ja sonst nicht viel Intelligentes um sich herum. Die Politiker am aller wenigsten. Da könnte eine intelligente Klobürste wahrscheinlich manches verhindern, was ein unintelligenter Politiker eher versaubeuteln würde.

  26. Von Leuten die wir in der Eifel kennen die Nachbarn
    von an die 80, die haben, wie sich kürzlich erst herausstellte; in Ihre Küche und Einbauküche immer noch einen Herd aus Eisen mit echten Feuer drin; der Hausherr macht heimlich im Schuppen regelmäßig trockenes Kleinholz im Vorrat, genau passend für diesen Kochherd, und eine Stunde bevor die Frau mittags warm kochen will wird echtes Feuer gemacht, auch im Juli wenn es draußen 30 Grad sind, und die brauchen zum Kochen das ganze Jahr keine einzige Kilowattstunde – und meinen, sie wären ganz normale Leute, das gibt’s doch eigentlich gar nicht. Und wahrscheinlich kommt denn das gar nicht heimlich vor, die hängen es nur wegen der Blödheit des Restes der Welt nicht so sehr an die große Glocke, und wenn die Sonntags gut angezogen in die heilige Messe gehen und sich mit allen anderen normal unterhalten, fällt das noch gar nicht so auf, dass die heimlich weder Strom noch Gas verbrauchen zum Kochen und sich normal finden.

  27. Schnittstelle
    Das Mensch-Maschine- Schnittstellen Problem ist natürlich mit der DNA Analyse und Abgleich mit einer entsprechenden Datenbank gleich behoben!

  28. So amüsant es sich liest
    die Mittel zur Redressierung des Bürgers wider seinen Willen (zu gesundem Leben, zu polit.korrektem Einkauf, zur Risikostratifizierung seines Verhaltens, aus dem dann eine Anpassung der Versicherung als Geringstes folgt, etc.pp) nehmen zu.

    Die Bequemlichkeit wird zum Mittel des Totalitären. Die aus ihr resultierende Verdummung macht es leicht.

    Eine Erfahrung aus dem Leben in einer ausländischen Weltmetropole mit damals für mich unbekannten 24/7 Öffnungszeiten war, wie schnell man selbst dann die Fähigkeit zur Selbstorganisation einer Einkaufsplanung verliert, wenn man um 22.00 schnell noch die fehlenden Lebensmittel etc. nachkaufen kann. Und dies obwohl ich mir der Gefahr bewußt war.

    Im Resümee: die Thematik ist paradigmatisch brisant für den Zeitgeist!

    • Diesen resultierenden Konformitätsdruck hatte ich schon in meinem allerersten Beitrag hier thematisiert: http://blogs.faz.net/deus/2010/12/07/dotcomsomolzen-steigen-dir-aufs-dach-197/
      Die Zeit rennt, aber die Themen bleiben die gleichen. *seufz*

      Zum Thema „Späti“ noch einee subjektive Beobachtung. Ich hatte zumindest in Berlin nicht den Eindruck, als wäre die typische Späti-Kundschaft durch unmenschlich lange Arbeitszeiten daran gehindert, zu den regulären Ladenöffnungszeiten einzukaufen. ;-)

    • Nicht die bedürftige hard working labour Kundschaft im 24/7 Laden, abends um 21.oo
      Ne, das Gefühl habe ich auch nicht. Bei einer Durchfahrt mit dem Rad habe ich spät abends noch dankbar in so einem 24h Laden in Weimar eingekauft und , obwohl auf einer langen Radtour gegen Ende, umwehte mich zwischen den ganzen alternativ-Studenten als Einziger noch so der entferntere Hauch von Arbeit.

      Wie gesagt, ich war dankbar, denn sonst hätte ich keine Milch und kein Brot/Salami mehr bekommen…, aber zu Hause würde ich zu so einer Zeit aus Prinzip kein Geschäft betreten!

    • In meiner Heimatstadt Mannheim mit ihrem großen Binnenhafen gab es seit alters her die Schiffer-Verkaufsstelle, ein Cluster von Kiosken mit langen Öffnungszeiten und einem gewissen Grundsortiment an Lebensmitteln und sonstigem Bedarf. Da habe ich auch mal ein Pfund Kaffee gekauft, an den ich im Supermarkt nicht gedacht hatte. Aber eine Bekannte von mir hatte da regelmäßig ein Taxi hingeschickt, um sich Sekt-Nachschub nach Hause bringen zu lassen. Das fand ich immer ultra-dekadent…

    • "ultra-dekadent" und was kostet das alles im Letzten
      Sehe ich ganz genauso!
      Und ich habe schon ganz früh im Leben den Verdacht/das Postulat gehabt, daß alles einen irgendetwas kostet: Wenn man nicht mit Geld bezahlt, dann mit realer Lebenskraft und Autonomie.
      Dekadenz ist nur ein anderer Ausdruck für Heteronomie / Fremdbestimmtheit.

      mit gutem Gruß
      PF

  29. Pingback: Hier spricht Dein Föhn – Deus ex Machina – INTELLINEWS

  30. Gut geangelt!
    Dieser Leser war des Trumpsichtungsjournalismus müde und freute sich – vorschnell – auf Text mit hübschen Föhnbildern aus dem Alpenraum.

    • Ich hatte zuerst Fön ohne h geschrieben, dann aber festgestellt, dass das eine Wortmarke ist, seit der Rechtschreibreform wird der Haartrocktrockner genauso geschrieben wie der warme Alpenwind.

      Aber gucken Sie gerne beim Kollegen Don A. in den Twitter-Stream, da wird zünftig gerodelt und gejodelt. ;-)

  31. Titel eingeben
    Schön, mal wieder von ihnen zu lesen, Mark.

    Da tut sich ja ein weites Feld für Hacker auf; die Chips mal eben umkodieren und alles läuft aus dem Ruder mit gefakten Einkäufen oder wildgewordenen Apps.

    Leider wird Big Data in der FAZ kaum mehr thematisiert. Doch wenn sich die politischen Zeiten ändern sollten, dann sind unsere Smartphone-Profile auf „sicheren“ Servern begehrter Stoff für jedwelche Dienste.
    Erdogan und seine Mannen zeigen bereits sehr anschaulich, wie mißliebige Gülen-Anhänger über Soziale Medien ausfindig gemacht und verfolgt werden können.
    Doch was sich mit den Sinnesorganen nicht erfassen läßt, ist „out of mind“, der Neandertaler in uns läßt grüßen. Bitte bleiben sie, auch auf humorvolle Weise, beim Thema auf Sendung ;-)

  32. Ziemlich banales Beispiel ...
    Ich nutze seit Jahren (auch) eine elektrische Zahnbürste von Braun. Die fängt nach ein paar Sekunden an periodisch herumzustottern, weil sie mir sagen möchte, dass ich jetzt links, rechts, oben oder unten putzen soll. Eigentlich eine Kleinigkeit, ein Schulterzucken. Aber mich regt es trotzdem jedes Mal auf, dass irgendso ein Produktentwickler glaubt mir erklären zu müssen, wie ich mir die Zähne zu putzen habe. Grrrrr …

    Neulich hab ich dann im Dromarkt gesehen, dass das Nachfolgemodell jetzt sogar ein LCD-Display hat. Keine Ahnung, was da nun wieder alles dargestellt werden soll.

    • Mich hat das Gebrumsel der elektrischen Zahnbürste zuletzt so genervt, dass ich zum Entsetzen meiner Gattin neuerdings wieder mechanisch schrubbe.

    • Schrubben
      :-) Keine Sorge, ich hab Content für verschiedene Zahnärzte geliefert und keiner konnte oder wollte mir sagen, wie man richtig putzt. Und keiner hat elektrische Zahnbürsten als überlegen dargestellt. Einer meinte sogar, Herrgott, nehmen Sie meinetwegen den Finger, aber achten Sie auf die Zahnzwischenräume (Munddusche, Seide).

      Rigoroses Querbürsten mit hohem Druck sollte vermieden werden – mehr konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

      Interessant allerdings: Die ideale Zahnbürste ist ungebogen, kurz, hat einen relativ kleinen Kopf und gerade eingesetzte Borsten. Damit kann man jeden Zahn sehr gut gezielt „bearbeiten“. Hält man im Dromarkt danach Ausschau, findet man vielleicht ein-zwei Modelle, die dieser Beschreibung entsprechen. Und diese sind vergleichsweise hochpreisig veranschlagt.

      Ausnahme: Kinderzahnbürsten. Also, durchaus mal die Prinzessin-Lillyfee-Variante ausprobieren! :-D

  33. Titel eingeben
    Hallo Herr Settembrini di Novetre,

    persönlich muss ich sagen, nerven mich diese neuen Gadgets eigentlich nicht. Nur finde ich es privatssphäre-technisch etwas kritisch, sich mit all diesen Datenschleudern zu umgeben.
    Dazu fällt mir 2 Zitate von Ed Snowden ein:

    „I don’t want to live in a world where everything that I say, everything I do, everyone I talk to, every expression of creativity or love or friendship is recorded.“

    „Arguing that you don’t care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don’t care about free speech because you have nothing to say.“

    Merci für den schönen und auch etwas boshaften (Klobürste/Kondome!) Artikel.

    Gruss.

    D.

    • Immer gerne, es war mir ein Fest. Ich habe ja selber lange Jahre für „Horizont“ geschrieben, aber die Möglichkeiten, ein Thema auch mal so richtig gegen den Strich zu bürsten, waren dort doch sehr begrenzt. Umso dankbarer bin ich für diese Spielwiese hier, die mir so eine Geschichte ermöglicht.

  34. Wasserspül-WCs in Frankreich
    Das Buch lässt sich tatsächlich bei Amazon.fr finden:

    L’héritage de Vichy – Ces 100 mesures toujours en vigueur

  35. Ungeheuerlich !
    Und eine solches Ludditentum kommt von jemandem dessen Initialen MSN ergeben!
    Ihnen scheint die Ernsthaftigkeit zu fehlen, die man benötigt um der Weiterentwicklung der menschliuchen Zivilistion zu erkennen!

    Da kann man beim Lesen nur laut aufseufzen: „Pfui, wie kann man nur so gehässig sein, fast schon rassistisch!“

    „…ich für mein Teil habe das rechtzeitige Wiederauffüllen der Schnelldreher wie Butter, Milch, Fruchtaufstrich und dergleichen inzwischen so routinemäßig internalisiert, dass mir eine Umstellung der Planung auf die Kombination Smartphone/smarter Kühlschrank keine nennenswerten Effizienzgewinne verheißt.”
    Nur weil sie das können sollen die gentisch weniger Privilegierten am Morgen ihre aufgebackenen Chemiebrötchen aus Polen ohne Zuckerpampe drauf essen müssen, weil sie die App nicht installiert haben?
    Sie diskriminieren alle die von Natur aus bereits benachteiligt sind und nicht selber denken können!
    Typisch Trump Fan, der hat auch einen armen Behinderten beleidigt!

    Ich habe ihren Text als Hate-Mail an Maas gemeldet!

    • Ihre SJW-Sensorik dürfen Sie aber auch gerne nochmal nachjustieren. Die Steilvorlage, mein Geprahle mit dem Haarwuchs als ableistisch zu geißeln, haben Sie ausgelassen. So kenn ich Sie ja gar nicht. ;-)

  36. KLarstellung...
    Sie werden sich doch daran erinnern, dass das einzige Problem das ich auf dieser Welt kenne die generelle Dummheit ist und, dass ich was die digitale Form der Verblödung angeht, noch nicht mal ein „Smart“phone besitze, und statt zu twittern oder facebooken lieber mit dem Hund zwei Stunden mit einem Hörbuch vom mp3 player spazieren gehe.
    Mein Kommentar war also purer Sarksmus.

    In der „guten alten Zeit“ hätten sie das auf den ersten Blick gesehen. Aber das Problem unserer Zeit, Merkels Flüchtlingspolitik, bzw die nicht existierende sogeannte Obergrenze, hat die deutsche Gesellschaft leider bis zur Kenntlichkeit gesplaten und verändert und das meiste an Geistes-Verwandtschaften unwiederbringbar zerstört, in Familien, in Freundschaften… nur an den Stammtischen, wie sie ja leider an den Kommentaren der dortigen Neu-Zuwanderer bei Don selber sehen können, an den Stamtischen hat sich nichts gändert.
    Derselbe dumpfe rechte Mief…

    Wenn ich irgendetwas an ihrem Text kritisieren würde, so ist es seine Harmlosigkeit und seine Höflichkeit gegenüber Leute die zu dumm sind zu verstehen welche Folge diese generelle Digitalisierung hat. Wir werden sicher in nicht allzu ferner Zukunft wesentlich weniger harmlose Deppen als Merkel in Machtpositionen haben, und dann wird sich genau diese Dummheit noch rächen.

    My apologies… also, ich wollte sie nicht erschrecken. ;-)

    • Die Harmlosigkeit meines Beitrags ist natürlich kritisierbar. Andererseits werden Sie sich erinnern, dass ich die Gebetsmühle mit Warnungen vor Überwachung, totalitären Tendenzen und den dunklen Kehrseiten der Digitalisierung in früheren Beiträgen wirklich gedreht habe bis zum Pupillenstillstand.

      Und dann erleben wir, dass das vorhandene Instrumentarium dort, wo es mal drauf ankäme, nicht genutzt wird, irgendwelche Amris können unter den Augen der Behörden Anschläge vorbereiten und ausführen wie sie lustig sind und dabei noch mit mehreren Identitäten an verschiedenen Orten Sozialleistungen abgreifen.

      Während also das Info-Netz um die indigene Bevölkerung immer lückenloser zugezogen wird, fragt keine Sau nach der Identität von irgndwelchen dahergelaufenen Subjekten, die ihre Pässe in die Klos von Grenzraststätten gesteckt haben, das ist alles so irre, dass mir wirklich die Worte fehlen.

    • Sie können gern konkret werden
      denn es war vor allem die Landesregierung von NRW, die versagt und boykottiert hat.

      Boykottiert? Ja, denn aus dem Innenministerium des Landes NRW wurde das Gericht von Regensburg falsch informiert und somit wurde Amri wieder frei gelassen.

      Namen sollte man in diesen Tagen schon benennen.

    • Dabke...
      … ja, so kenne ich sie. Sie haben mein Allergie Knöpfchen gedrückt, ich bin halt sein einiger Zeit allergisch gegen Verharmlosung.

      Nur eines noch…. Im Falle Amri sollten sie mal nach-recherchieren. Hlaten sie es für Zufall das BND den zweimal am Wickel hatten?
      UND, dass ein Mitarbeiter des Verfassungsschutz es war, der ihn nach Berlin Chauffierte?

    • Spätestens als es hieß, man habe einen Tag nach dem Anschlag seine Papiere im LKW gefunden, klingelte bei mir schon der FNORD-Alarm, und nichts, was ich in der Zwischenzeit hörte und las, lässt mich noch ernsthaft an die offizielle Version glauben.

    • Die Frage ...
      … ist einfach

      welche Stelle ist dafür verantwortlich, dass dieser agieren konnte?

      Eine Bundesbehörde, eine Landesbehörde?

      Da wäre mir eine belastbare Benennung schon sehr lieb.

    • Thomas...
      Man kann ihr Denken zwar nachvollziehen, aber man sollte sich auch darüber klar sein, dass „unser“ „Rechtsstaat“ keineseg so weit geht, dass wir darüber jemals Klarheit erlangen werden. Das Musterbeispiel sehen sie ja derzeit im Prozess gegenn Tschäpe.

      Falls sie ein neus Hobby suchen, nehmen sie mal den „Terroranschlag“ auf Herrhausen. Lesen sie nach was er über unser Geld und Banken System gesagt hat, und was man dann bei der „Aufklärung“ des Anschlags alles über die bösen RAF Täter gefunden hat, nämlich nichts… Fall ungeklärt abgeschlossen.

      Damals fiel solches Vorgehen „unseres“ Staates zum ersten Mal so richtig auf. Ein beliebtes Thema für Leute die sich gern vom Rest der Welt als Verschwörungsdeppen bezeichnet sehen wollen, gäbe es auch Bad Kleinem. Von WTC #7 ganz zu schweigen…

  37. zum Thema
    Europa: Innovatives Allzweck-Ladegerät nun verfügbar

    Wer kennt nicht den Ärger mit den unzähligen Ladegeräten, die nicht zueinander passen? Von vielen Verbrauchern sehnlich erwartet, ist nun das EU-weite Ladegerät ASINUS endlich da. Das Gerät (im Bild links) ist kaum größer als ein Kühlschrank und passt damit in jede kleine Wohnung. Es wurde in einem griechischen Technologiepark entwickelt.

    Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Im Display wählt man das EU-Land vor (Deutschland findet man an drittletzter Stelle unter „X“, wie bei den €-Banknoten auch) und gibt die 8-stellige PIN ein. Sodann wird der Gerätehersteller und schließlich das Gerät vorgewählt. Das alte Siemens-Nokia-Handy findet man beispielsweise unter X-WvS-fuck/L-NokSuomi/staryMacchina. In einer checkbox gibt man dann die Ladespannung vor. Jetzt muss nur noch der Netzstecker in das Gerät geschoben werden, alles andere erledigt sich automatisch.

    In einer Pressekonferenz rühmte der zuständige EU-Kommissar Öttinger die einfache Bedienung und erklärte, dass mit diesem Standard ein Meilenstein für die Verbraucher gesetzt worden sei. Das Anschließen von Netzgeräten an herkömmliche Steckdosen soll EU-weit verboten werden, sobald genügend Haushalte mit ASINUS versorgt sind, erklärte Öttinger weiter. Allerdings benötigt ASINUS derzeit noch einen 380-Volt-Anschluß. Weil man aber daran denkt, mit ASINUS auch auf dem Gebiet der Elektromobilität mitzumischen, soll das auch so bleiben.

    • Da fehlt jetzt aber was...
      Das Wichtgste haben sie aber vergessen. Das Gerät muss stets an einem Ort aufgestellt werden, von dem aus es ungestörten Zugang zu einem Wifi Netz hat, um all die gelesenen Daten an den Computer zu senden, in dem alle Bürgerdaten gespeichert werden…

  38. Stromzähler
    sind meines Wissens nicht erst seit diesen neuen Geräten auslesbar.

    Ich meine mich zu erinnern, dass Wissenschaftler der Uni Münster aus dem Auslesen ganz herkömmlicher Stromzähler das im TV Gesehene erkennen konnten.

    Gegen die neuen Stromzähler sollte sich um so mehr ein Boykott aufbauen.

    • Au ja !
      Ein Volk das dreissg Jahre Kohl, Schröder ud Merkel wählt, soll einen Boykott gegen eine Massnahme der Obrigkeit aufbauen?

  39. Von mir aus ...
    … sollen halt die Wähler der Linken und der Afd die neuen Stromzähler boykottieren.

    Es geht einfach um eine kritische Masse.

    Es dürfte aber auch genug Konservative in der SPD und CDU/CSU bewegen, wie auch Anhänger der FDP.

  40. mehr
    Lieber Marco etc.,

    Ihr Beitrag hat mir sehr gut gefallen und ich würde mich freuen, mehr von Ihnen hier lesen zu können.

    Scheene Griess vunnem fasschd Mannemer vun de Gur-Palz.

    • Lieber Kyle,
      danke für den lieben Gruß aus der Heimat! Ich werde mich in den kommenden Wochen wieder rar machen müssen, weil ich an einem ziemlich zähen Jahrbuch-Kapitel arbeite, das mich über Gebühr absorbiert. Sobald ich das von der Backe habe, kann ich hier wieder mehr Präsenz zeigen. Einstweilen muss ich Sie also auf das Archiv verweisen, wenn Sie auf meinen Autorennamen klicken, bekommen Sie eine Übersicht über meine bisherigen Beiträge.

  41. Pingback: Lesenswerte Links – Kalenderwoche 5 in 2017 > Vermischtes > Lesenswerte Links 2017

  42. LOL!
    Directory Traversal Bug im Miele-Geschirrspüler:
    https://www.theregister.co.uk/2017/03/26/miele_joins_internetofst_hall_of_shame/
    Let it be!

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