Deus ex Machina

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Methadon, Krebs und das Spiel mit der Hoffnung

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Wer Krebs hat, sucht Heilung. Je schlimmer die Krebsart, desto drastischer werden teilweise die Maßnahmen. Viele Krebspatienten und ihre Familien klammern sich an jeden Strohhalm. Jeder Tag, jede Minute, die der Erkrankung abgeluchst werden kann, ist viel wert.

Die Erkenntnis haben auch diverse Quacksalber gemacht. Sie bieten ungeprüfte, nicht zugelassene, Medikamente oder “Naturheilmittel” an – gegen viel Geld, dass privat gezahlt werden muss. Durch die Verbreitung falscher Informationen und Zweifel an der evidenzbasierten Medizin schaffen Sie es, teilweise sogar heilbare Patienten von zugelassenen Therapien abzubringen.

Ein besonderer Fall ist es, wenn es neue Ideen, neue Ansätze zur Behandlung von Krebs gibt, die falsch kommuniziert sowie übertrieben und polemisch dargestellt werden. So geschieht es gerade im Fall Methadon, bei der die Studien einer Chemikerin als von der “Pharmalobby” verschmähte Therapie gehypt wird. Einschlägige Tweets und Diskussionen im Internet beherrschen die Debatte. Kann Methadon wirklich Krebs heilen? Wird Methadon gar Patienten vorenthalten – aus niederen finanziellen Beweggründen?

In Laboratorien weltweit forschen Menschen daran, wirksame Therapien gegen den Krebs zu entwickeln. Unter anderem tat dies auch die Chemikerin Claudia Friesen in Ulm. Sie forschte daran, dass Krebszellen, die mit Methadon behandelt wurden, besser auf eine Chemotherapie mit Doxorubicin ansprachen. Neu ist der Zusammenhang zwischen Opiaten und Krebszellen nicht, jedoch gab bislang es keine eindeutigen Ergebnisse. Friesen zeigte, dass sowohl bestimmte Blutkrebszellen (Akute Lymphatische Leukämie) als auch aggressive Gehirnkrebszellen (Gliom, derzeit nicht heilbar) starben, wenn sie sie mit einer Kombination aus Methadon und Doxorubicin behandelte. Resultate, die in Zellen außerhalb des Körpers, also in vitro (außerhalb des lebenden Organismus) gewonnen werden, sind jedoch wenig aussagekräftig. Sie eignen sich vor allem dafür, Mechanismen isoliert zu betrachten. Für klinische Aussagen eignen sie sich aber überhaupt nicht. Es fehlt ganz einfach der Körper drumherum.

Eine etablierte Methode ist es daher, Krebszellen in Mäuse zu transplantieren und diese dann zu therapieren. Auch hier gelang der Versuch, das Wachstum der Tumoren durch eine Kombination aus Methadon und Doxorubicin zu begrenzen. Nicht jedoch, das Tumorwachstum  aufzuhalten. Auch hier ist Vorsicht geboten. Bei diesen in vivo (im lebendigen Wesen) handelt es sich um „Modelltiere“ mit künstlichen Tumoren. Zudem bekamen die Mäuse eine Dosis von 20 bis 120 Milligramm pro Kilogramm Methadon pro Tag. Auf den Menschen übertragen können bereits 20 Milligramm pro Kilogramm eine Überdosis sein.

Daher sind also mehrere Kriterien und Einschränkungen zu beachten:

  1. Die Antikrebswirkung von Methadon konnte bisher nur bei wenigen Zell- und Tiermodellen gezeigt werden.
  2. In diesen Studien wirkte Methadon nur zusammen mit einem bestimmten Chemotherapie-Medikament (Doxorubicin), andere Wirkstoffe wurden nicht untersucht.
  3. Die Studien geben keine Aussagen darüber, wie gut verträglich eine Kombinationstherapie mit Methadon ist.
  4. Es gab zwar einen großen Teil an sterbenden Krebszellen, jedoch wurden nicht alle Krebszellen getötet.
  5. Die Mäuse erhielten eine sehr hohe Dosis an Methadon.
  6. Diese Hinweise stammen nicht aus klinischen Studien und sind damit nicht am Patienten getestet.

Nichtsdestotrotz, die alten Studien von 2008 und 2014 reichten auf einmal, eine Reportage zu drehen. Ihr Narrativ war deutlich: Mit Methadon sei für die Pharmaindustrie kein Geld zu verdienen, daher seien weitere Studien daran nicht lukrativ. Das Fernsehmagazin plusminus deutete sogar an, ein Krebsforscher würde aus persönlichem finanziellem Interesse eine Forschung an Methadon ablehnen. Kann man Menschen wirklich für so abgebrüht halten, unheilbar erkrankten Menschen die Forschung an einer potentiellen Therapie absichtlich vorzuenthalten, um den weiteren Verkauf eines teuren Medikamentes zu gewährleisten?

Es gebe doch nun Hinweise, eine Behandlung mit Methadon zu versuchen. Mit Methadon könne man nur gewinnen. Das ist aber nicht so einfach. Wir haben in der EU aus gutem Grund eine sehr strenge Regulierung bei der Zulassung von Arzneimitteln. Wir wollen wissen, wie etwas wirkt, wie stark es wirkt und was die Nebenwirkungen sind, damit Patienten eine sichere Behandlung gewährleistet werden kann. Bei Methadon als Ersatzmedikament kennen wir schon die Nebenwirkungen: Atemlähmung und Herzrhythmusstörungen sind dabei die wichtigsten. Beides kann unbehandelt zum Tod führen. Eine Gefahr der Überdosierung ist aufgrund der langen Verweildauer von Methadon im Körper  sehr hoch. Ob sich bei einer gleichzeitigen Krebsbehandlung die Nebenwirkungen verschlimmern oder weitere auftreten könnten, ist derzeit nicht klar.

In einer kleinen, rückwirkend durchgeführten Studie an Patienten, an der Friesen beteiligt war, fand sich zunächst einmal, dass Methadon zusammen mit einer Chemotherapie gegeben werden kann. Das ist nicht überraschend, denn Methadon wird wie andere Schmerzmittel in Palliativmedizin eingesetzt. Über eine Wirksamkeit ließen sich in der Friesen-Studie jedoch keine Rückschlüsse ziehen: In der Analyse waren nur 27 Patienten mit unterschiedlichen Gehirntumoren in unterschiedlichen Stadien eingeschlossen. Dies ist keine gute Ausgangsbasis für solide und statistisch aussagefähige Resultate. Es müsste also eine breit angelegte klinische Studie nach internationalen Zulassungsstandards  durchgeführt werden, und jene, die Friesen glauben, sammeln bereits Geld dafür.

Allerdings gibt es von anderen Forschern des MD Anderson Cancer Centers eine klinische Studie, diesmal mit über 900 Patienten, die keine Vorteile mit Methadon gegenüber anderen Schmerzmitteln zeigt. Ebenso gibt es auch eine prä-klinische Studie, die den Anti-Krebs-Effekt von Methadon in mehreren Zelllinien als deutlich geringer einschätzt als den anderer Opioide und auf diverse Mängel der vorhergehenden Studien hinweist.

Zusätzlich gibt es natürlich zahlreiche Anwendungsstudien  zu Methadon als reines Schmerzmittel  in der Krebstherapie. Spontane, außergewöhnliche Heilungen oder Besserungen hätte man hier sicherlich bemerkt.

Methadon wirkt nicht, nur weil man daran glaubt. Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie warnt vor unrealistischen Erwartungen und möglichen Gefahren: Bei Menschen in Suchttherapie war bei Methadon das Risiko zu versterben 46 % höher als unter Morphin. Groß ist auch die Gefahr des illegalen Erwerbs und Einsatzes von Methadon. Dies ist nun ein gefundenes Fressen für Wunderheiler und Scharlatane, die den Menschen mit falscher Hoffnung das Geld aus der Tasche ziehen wollen.

Warum hält Friesen dennoch so an ihrer Idee fest? Ein möglicher Grund ist, dass sie zusammen mit zwei Kollegen ein Patent auf die Anwendung von Methadon bei Krebserkrankungen hält (Methadon als Krebsmedikament war also sehr wohl patentierbar). Dieses wurde 2008, also bereits vor 9 Jahren, angemeldet und wird voraussichtlich 2028 auslaufen. Das Patent wurde außer in Europa auch in mehreren Ländern angemeldet und die Gebühren hierfür werden mit der Zeit immer höher. Insgesamt können dies höhere 5-stellige Beträge pro Jahr werden. Nach nunmehr 9 Jahren befindet sich das Patent nun in einem Alter in welchem  Patentgebühren exponentiell ansteigen. Denn nicht kommerziell genutzte Schutzrechte sollen die Innovation nicht blockieren.

Das Patent auf Methadon in der Krebstherapie ist für die Erfinder und Besitzer  derzeit ein Verlustgeschäft. Damit sich

ein Patent lohnt muss es entweder auslizensiert oder aber gewinnbringend verkauft werden. Das ist im Fall Methadon jedoch gar nicht nötig, da zugelassene Medikamente Off-Label genutzt werden können.

In einem gewissen Sinne hat Friesen also recht: Für ein Pharmaunternehmen wäre es nicht lohnend, Methadon als Krebstherapie zu erforschen und zuzulassen. Der potentielle Käufer oder Lizenznehmer müsste eine komplette klinische Entwicklung und Zulassungsstudie finanzieren, die zwischen 500 und 800 Millionen Euro kosten und 5-10 Jahre dauern kann. Ein Rückfluss dieses immensen Investments ist allerdings mehr als unsicher, selbst wenn die Therapie mit Methadon wirklich funktionieren würde. Zusätzlich wäre das Patent von Friesen und Kollegen bis zur Neuzulassung von Methadon als Krebsmedikament eventuell schon ausgelaufen oder die verbleibende Laufzeit wäre zu gering, um zumindest noch das investierte Geld zurück zu bekommen. Auch Generika-Hersteller würden schon im Markt warten.

Die emotional geführte Debatte um Methadon mit ihren Vorwürfen von Profitgier und Menschenverachtung fördert aber vor allem eines: Sie untergräbt das Vertrauen in Ärzte, die Arzneimittelhersteller und damit in die evidenzbasierte Medizin. Sie treibt Patienten geradezu in die Arme der Quacksalber, welche medizinische  Ergebnisse nach ihren Gunsten auslegen und sich falsche oder falsch interpretierte Informationen zunutze machen. So ist der Fall Methadon nah an einer Verschwörungstheorie, nicht zuletzt gefördert durch die einseitige und unkritische Berichterstattung.

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229 Lesermeinungen

  1. Grazie - interessant. Kein Ruhmesbaltt für plusminus
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    • nun ja...
      welche dieser ach so „kritischen und aufklärerischen“ Magazine i.d. ÖR Dendern haben denn das Recht, sich mit irgendwelchen Ruhmesblättern zu schmücken? PM? Report? Oder etwa diese „Markt“ – Sendungen, die Nuss Nougat Creme vom Aldi mit der vom REWE vergleichen und mir permanent vorschreiben wollen, was ich zu essen habe oder nicht? Die politischen Magazine waren früher teilweise richtig gut, sind doch aber nur noch angepasster Mainstream Mist, auf Boulevard Niveau.

    • Ich höre ab und zu jemanden in meinem Bekanntenkreis solche ÖR-Magazine loben - schaue sie aber
      kaum einmal. So eine Stunde/ Jahr, außer wenn es interessante Interviews oder Diskussionen gibt. Dann schaue meistens Phoenix, 3sat, den Schweizerischen Club oder auch mal Kerner oder Illner. Will kaum noch. Maischberger selten.

      Und natürlich youtube – zuletzt das überragende Interview, das der gefeuerte Google-Programmierer James Damore dem renommierten kanadischen Psychologen James B. Petersen gab.

      (Derlei ist für die ÖR-Fernsehleute in ihren riesigen Apparaten besonders schmerzlich: Petersen war schnell, er war perfekt vorbereitet, dem Thema in einer Weise gewachsen, dass ich sage: Besser geht es nicht – und er macht das nebenher – praktisch zu null Produktionskosten – – und ein paar Minuten nachdem er fertig ist, steht das im Netz und jedefrau (ehe) kann es weltweit umsonst ansehen.

      Aufwand und Ertrag zwisschen ÖR und Petersen – dieser Vergleich fällt schlecht aus. Mein Tipp:Petersen schlägt den ÖR in Sachen Effizienz um den Faktor 50 000. – Wenn dieses Missverhältnis eine Ohrfeige wäre – sie schallte von Flensburg bis Kiel – wenn nicht gar bis Hamburch oder Schduagädd!

      Was nun die Frage der Geistesgegenwart angeht, so sehe ich etwas noch Schrecklicheres vor meinem inneren Geistes-Lichtlein aufscheinen: Nämlich die Möglichkeit, dass in den gesamten deutschen ÖR-Schlössern und stattlichen Hofburgen, die wir uns hier leisten, noch g a r n i e m a n d – auch keine Niemandin (ehe) –
      diejenigen Höhen im Fall Google/Damore erklommen hat, die Petersen zu meistern vermochte.

      PS

      Behielte ich auch mit dieser Überlegung noch recht (ich will nicht, dass das stimmt, mir wäre es lieber, ich behielte Unrecht, Ehrenwort!) – nun, da wollte ich hinaus: Wenn auch das noch stimmte, dass noch niemand auch nur annähernd so korrekt und umfassend berichtet hat in den ÖR-Medein wie der kanadische Youtuber Jordan B. Petersen vor – nun ja: Vor bereits geschlagenen zehn Tagen, dann wäre das Gesamtfazit noch betrüblicher: Dann müsste man sagen, die ÖR-Fachkräfte seien nicht nur schrecklich ineffizient, sondern überdeis auch noch zu verspult, um etwas bereits ziemlich perfekt von Petersen Ausformuliertes nachzuerzählen.

      PPS

      Das Nacherzählen an sich ist keineswegs verwerflich; man soll nur brav die Quelle nennen, dann ist das ok. Aber die Missachtung von Leuten, die besser informiert sind – und besser informiert haben – – das, meine ich, wäre in der Tat ein großer Fehler.

  2. Fussnote
    Gute Zusammenfassung der gegenwärtigen Debatte.
    In einem Punkt möchte ich jedoch die Autorin korrigieren: Claudia Friesen hält das Patent nicht, sie ist lediglich die darin festgehaltene Erfinderin. Über den Arbeitnehmerauftrag liegen die potentiellen finanizellen Verwertungs- und sonstigen Patentrechte bei ihrem damaligen Arbeitgeber und nicht bei ihr. Doch trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, hat sie nachvolziehbarerweise ein (möglicherweise auf irgendeinem Weg auch finanzielles) Interesse an einer Fortführung ihrer Forschung – Auch wenn ich Fr. Friesen hier ebensowenig Böses unterstellen möchte, wie es in meinen Augen unangemessen ist, der bösen, profitgierigen Pharmalobby ihre Bosheit und Profitgier zu unterstellen.

    • Vielen Dank für den Input!

    • zu einer guten Zusammenfassung...
      …hätte auch gehört, die nachweislich erfolgreichen Fälle wenigstens einzuräumen, gerne auch in Relation zu setzen zu anderen Methoden, und zumindest die im Magazin berichteten positiven Praxiserfahrungen hinsichtlich Sterblichkeitsrate und Lebensqualitätbeurteilung nicht zu unterschlagen.

      Als ganz schlechten Stil finde ich einerseits, den nachgewiesenen wirtschaftlichen Zusammenhang prominent agierender Mediziner mit der speziell betroffenen Pharmaindustrie zu verschweigen, und andererseits der Methadon-Protagonistin exakt denselben wirtschaftlichen Vorteilsvorwurf zu unterschieben, der im übrigen so haltlos ist, dass man genau diesen Vorwurf sicherheitshalber schon im nächsten Abschnitt auf das Niveau der nachweislich wirtschaftlichen Unerheblichkeit wieder schleunigst einkassieren muß.

      Das ist keine Zusammenfassung mehr, schon gar keine gute, sondern schlichtes Fürdummverkaufen der Leserschaft durch selektive Berichterstattung.

      Ganz zu schweigen davon, dass mit der von der Medizin angebotenen und immens teuren Ersatztherapie die von anderen geforderten positiven Zahlen trotz immensen Aufwands und den Möglichkeiten der manipulativen Statistik zum Trotz wie man hört ebenfalls nicht erreicht werden. Bei monatlichen fünfstelligen Therapiekosten-Differenzen sollte eine diesbezügliche kritische Betrachtung nicht unter der Würde des Publizierenden liegen dürfen.

    • Es sind leider keine nachweisbaren erfolgreichen Fälle auffindbar. Wenn sie diese finden, also krebsheilung erwiesenermaßen durch Methadon, freue ich mich sehr darüber. Die Fälle die Prof. Hilscher erwähnt hat er zumindest nicht publiziert. Was sehr schade ist.

  3. Titel eingeben
    Als fachinterner Beobachter und Kenner ist es leider oft äußerst leicht Berichte zu aufgeputschten „Skandalen“ in ÖR-Magazinen wie plusminus, Monitor usw. fachlich zu hinterfragen – oder gar komplett zu durch einfachstes Fachwissen zu „zerlegen“.
    Entsprechende Magazine sind m.E. bereits seit Jahren oftmals derart „Skandalgeil“, dass sie auf der Suche nach einer „Story“ vor kaum etwas zurück schrecken aus dem sich ein Skandal drehen lässt – fachliches Unwissen und bloße Vermutung und Unterstellungen inklusive.
    Ich selbst beobachte dies schon längere Zeit im Finanzwesen – aber auch die aktuelle „Debatte“ um Diesel-PKW´s/Elektromobilität erscheint in vielen Punkten äußerst unsachlich und voreingenommen. Ob sich fachlich zahlreiche Behauptungen langfristig halten lassen werden wage ich zu bezweifeln.
    Was bleibt – wie in dem oben aufgezeigten Fall?
    – beim betroffenen Unternehmen schlechte Presse, Vertrauensverlust – beides mit Auswirkungen auf Umsatz, Beschäftigung und Gewinn.
    – bei der vom Gebührenzahler finanzierten Skandalpresse die positive PR weil man wieder einen „Skandal“ aufgedeckt hat + evtl. noch ein bischen Einschaltquote.
    Die Konsequenzen für diese Skandalgeilheit trägt regelmäßig ein anderer: ein Unternehmen inkl. Beschäftigten und die zu unrecht verunsicherte Gesellschaft

    • Titel eingeben
      Ich pflichte Ihnen völlig bei. Zu Ergänzen ist hier mMn. auch das Format Frontal 21. Die Qualität von Journalismus die auf Kosten der Gebührenzahler produziert wird ist in diesen Fällen unterirdisch. Den Journalisten geht es ganz offenkundig nicht um eine kritische Betrachtung der Sachverhalte. Viel mehr vermitteln Sie den Eindruck, dass die Arbeit mit einer reisserischen Schlagzeile beginnt und man fortan nur nach Dingen sucht die diese untermauern. Alles andere wird ausgeblendet.

  4. Danke
    Vielen Dank für diesen Beitrag

  5. Bitte erläutern Sie mir den Unterschied:
    Wachstum der Tumoren begrenzen

    Tumorwachstum aufhalten

    Nach meinem Verständnis ist die Begrenzung des Wachstums ein Beenden, also ein Aufhalten des Wachstums.

    (aus:
    Auch hier gelang der Versuch, das Wachstum der Tumoren durch eine Kombination aus Methadon und Doxorubicin zu begrenzen. Nicht jedoch, das Tumorwachstum aufzuhalten.)

    • Das bedeutet dass er weniger schnell wuchs. Eventuell hab ich das nicht ganz klar formuliert.

    • Wachstum von Tumoren begrenzen
      Mir fällt dazu ein das es schon gut wäre
      wenn Tumore Organgrenzen einhalten und
      nicht diffus durch alle Gewebearten hindurch wachsen.

      Bei Hirntumoren ist es auch wichtig das man das
      Wachstum wenigstens verlangsamen kann.

      Ein Wallnuss großer Tumor im Bauchraum
      hat andere Folgen als der im Gehirn da das gesunde
      Gewebe keine große Möglichkeit hat etwas verschoben zu
      werden da zum einen kein Platz da ist und
      die Schädeldecke nicht nachgibt.

      Bestimmte, langsam wachsende Tumore des Gehirns
      lassen sich zT sehr gut behandeln, vor allem auch dann
      wenn sie operativ zugänglich sind.

      Meine Erfahrungen als Krpfl sind allerdings schon älter.
      Ich war auch nur 1 Jahr als Anästhesie-Pflegekraft u.a. in
      der Neurochirurgie tätig.

  6. Vielen Dank
    Es tut sooo gut, mal einen sachlichen Beitrag zum Thema Methadon in der Krebstherapie zu lesen…

    • Ofra
      Der Artikel der FAZ scheint nur sachlich. Sachlich geschrieben aber leider nur eine subjektive Meinung des Autoren.
      Da sind viel zu viele Fakten unberücksichtigt und Fehler drin.

    • Dann bitte eine Liste der Fehler.

  7. Pseudoseriöses Getue der Medien und Verfall wissenschaftlicher Standards
    Vor einigen Jahren gab es im Privat-TV diese fürchterlich peinlichen, kitschig-trivialen Supi-Nanny Konserven, die wohl zusätzlich zur Verblödung weiter Bevölkerungskreise beigetragen haben. Aber nicht nur das: sie haben wie ich finde einen ganzen Berufsstand diskreditiert, den der Psychologen. Eine geschützte Berufsbezeichnung war und ist das eh nicht, und aus gerade diesem Grund haben sich dort wohl besonders viele Quacksalber breit gemacht.

    Ich habe gehört von einem der war vorher „Kunstschreiner“ (mal was anderes als immer nur im Kreis töpfern) und hat sich dann vom handwerklichen Scharlatan zum Pseudopsycho hochgearbeitet. Unter allgemeinem Beifall vieler Unterbelichteter, die ihn als eine Art Guru sahen. Viele alte Weiber waren plötzlich bereit Mittel aus der Privatschatulle locker zu machen um zu ihm in die Sprechstunde zu gehen statt auf Krankenschein ihre Einsamkeit in die Praxis eines lizenzierten Arztes zu tragen.

    Der Supi-Nanny-Müll ist ein gutes Beispiel dafür wie etwas erst proliferiert und dann durch inflationäre Ausbreitung die seriösen Standards untergräbt. Irgendwann wurde in Vorabendnachrichten zu jedem noch so unbedeutenden Ereignis ein „Psychologe“ befragt, ganz gleich ob es um Komasaufen, illegale Autorennen oder Einbruchsdelikte ging.

    Das andere Extrem sind die popanzhaften, snobistisch-selbstgerechten Investigativwichtigtuer des ÖR, die sich für ungleich schlauer halten als das Super-Nanny-Tratsch-TV. Na gut, letzteres ist bestenfalls auf halbgebildetem Niveau, aber ÖR ist keineswegs mehr als 10% besser.

    Ob da einer wie Wallraff rumlief, der sensationelle Dinge aufdeckte, die jeder Dummy, der bis drei zählen kann ohnehin schon wusste, oder ob es eine modisch gekleidete und mit Betroffenheitsmiene auftretende Zeigefingertratschtante war, die einen glauben machen wollte, es sei lebensgefährlich Salz nach Ablauf des Verfallsdatums weiter zu konsumieren (nachdem selbiges Jahrtausende in der Erdkruste lagerte und dort nicht schlecht wurde).

    Trotz unterschiedlicher Ansprüche landeten sowohl ÖR (das sich gern höchst arrogant, belehrend und anmaßend präsentiert) als auch Privat-TV (das sich diese Arroganz verkneift, denn bei einer Zielgruppe mit bestenfalls Hauptschulabschlussniveau käme es auch nicht so gut) auf demselben unterirdischen Level.

    Ich habe in den letzten Jahren insgesamt etwa 2 Stunden TV gesehen und selbst die bereue ich. Man meint immer das alles kann gar nicht mehr tiefer sinken, aber man wird immer wieder eines Besseren belehrt.

    Es war höchste Zeit, einmal auf Grundlage eines wissenschaftsbasierten Textes aufzuzeigen, das die angeblich so seriöse und plakativ-eitel zur Schau getragene Attitüde der ÖR-Schnaken auch nicht viel mehr wert ist als der Privat-TV-Trash.

    • Dafür...
      dass Sie in den vergangenen Jahren nur zwei Stunden Fernsehprogramm geschaut haben,meinen Sie sich recht gut auszukennen.

    • die Journaille
      Auch „Journalist“ ist wohl kein geschützter Titel:
      .
      „Jeder Idiot darf Journalist werden, das garantiert das Grundgesetz, und viele werden es auch tatsächlich, das kann man Tag für Tag in den „etablierten“ Medien nachlesen, angucken, anhören. Und, richtig: Im besten Fall wird Fehlverhalten sanktioniert. Im Regelfall bleiben Lügen, Fehler, Verdrehungen, Versäumnisse und Manipulationen – selbstverständlich – unkorrigiert und ungesühnt.“
      (Niggemeier, taz, 22.12.2007)
      .
      „Journalisten haben oft nicht nur wenig Ahnung von der Sache, sondern auch empörend geringes Interesse, Kenntnis zu erwerben. Sie leben in einem selbst geschaffenen Parallel-Kosmos der Nachrichtenlage, der Klicks und der sich überstürzenden Neuigkeiten. Es ist ein Jammer.“ (Thomas Fischer (BGH-Richter), Die Zeit, 3. Feb. 2015)
      .
      usw…
      .
      Ich hab‘ ’ne ganze Sammlung solche Aussagen. Die hier oben sind noch die nettesten.

    • Titel eingeben
      @Harry Charles,

      Sie haben die letzten Jahre etwa zwei Stunden ferngesehen und formulieren einen ausschweifenden Bericht über dessen Niveaulosigkeit, das ist jedenfalls interessant und doch irgendwie symptomatisch für die gesamte Methadondiskussion: ich habe versucht, zu dem Thema in der Breite zu lesen, von Verschwörungstheoretikern bis zu Stellungnahmen der Uni Ulm, jedes Mal, wenn ein neuer, (scheinbar?) substantiierter Beitrag erscheint, habe ich das Gefühl, in den letzten Jahren bestenfalls zwei Artikel gelesen zu haben. Da wäre das Löschen der Frage und Antwortseite zu Methadon durch die Rechtsmedizin: Vertuschungstaktik oder (übertriebener?) Paternalismus?
      Da wäre das Motiv der Habgier: Vorwerfbar oder kann man Unternehmen zu Altruismus in der Form zwingen, dass sie für mögliche Therapieformen hohe Verlustrisiken in Kauf nehmen müssen? Dürfte eine AG überhaupt rechtlich Patente erwerben, von denen die Gewinnerwartung deutlich unter null liegt, ohne in der Untreuestrafbarkeit zu landen? Wo bleibt das Fraunhofer Institut?

      Man sollte vermeiden, dem Vorwurf gerecht zu werden, den man anderen macht. Ich glaube weder „Schlafschafe“ noch „Aluhutträger“ sollten den Anspruch erheben, die Wahrheit zu kennen bzw. diesen in für die eine oder die andere Seite besonders wissenschaftlichen Artikeln wiederzufinden. Wenn (!) die Methadontherapie nicht wirken sollte, besteht in der Tat ein Risiko, dass Quacksalber aus dem Pharmagier-Narrativ Profit schlagen. Das Gegenteil ist noch nicht bewiesen.

    • Kurzer Verbraucher Verbraucherhinweis
      Geschützt sind die Berufsbezeichnungen „Psychologischer Psychotherapeut“ und „Ärztlicher Psychotherapeut“,die einer Facharztausbildung entspreche. Ebenfalls geschützt sind die Studienabschlüsse „Diplom Psychologe“ sowie „Master Psychologe“. Alles andere ist gesetzlich wenig bis gar nicht eingegrenzt.

    • @die Antwortenden (Marci, SoSo Saft)
      da muss ich mich nun kategorisch verteidigen. Ich brauche ganz sicher nicht mehr als 2 Minuten eines Programms zu sehen um zu wissen was los ist (länger halte ich es meist auch nicht aus, bei Lindenstraße nicht mal so lang). Ich könnte jetzt spitz sagen: wenn das bei Ihnen anders ist tun Sie mir fast schon leid.
      Man kann auch viel über bestimmte Sendungen von Bekannten, etc. erfahren. Der meiste Müll ist so stereotyp, vorhersehbar und inhaltsleer, dass es nicht nur pure Zeitverschwendung wäre sich mehr anzusehen, sondern obendrein eine Beleidigung für die Intelligenz. Das gilt sowohl für trivialen Tratsch à la Supi-Nanny als auch pseudoseriösen Betroffenheitsquatsch nach Muster +/-, Panorama, etc.

      Ich versuche immer die Einnahme von Kopfschmerz- oder sonstigen Tabletten nach Möglichkeit zu vermeiden. Auch wenn die um ihrem Fanatismus und ihrer Eitelkeit/Profilsucht zu frönen gelegentlich vorgeben, sich zum Anwalt der Gesundheit zu machen (und ich selbst versuche allerdings möglichst jeden ungesunden Einfluss von mir fern zu halten)-es ist wohl wesentlich gesünder sich zu schonen, indem man sowas gar nicht erst kuckt.

  8. Herzlichen Dank!
    Ich hatte etwas in der Richtung vor einigen Tagen schon einmal gelesen. Die Medienberichterstattung im medizinischen wie im naturwissenschaftlichen Bereich halte ich generell und schon seit Jahren für mindestens leichtfertig, manchmal unverantwortlich.

    Dise Berichte sind nicht der einzige und vielleicht nicht einmal der wichtigste Grund für den Kinder- und Verschwörungsglauben sehr vieler Menschen in diesem Wissensbereich. Aber ihren Anteil haben sie schon. Dagegen anzuschreiben ist mühsam und undankbar, deshalb danke dafür.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Das Risiko einer Methadonbehandlung bei Krebspatienten geht gegen Null
      @Anna Müllner sag t17. August 2017 um 00:23 Uhr
      „ „Angebliche Risiken“ ist ein bisschen untertrieben wenn Menschen bei nicht sachgerechter Anwendung sterben können, oder?“

      Man kann an jeder Überdosierung sterben, selbst an Kochsalz.

      Bei der Methadon-Behandlung bei Krebspatienten durch fachkompetente Ärzte geht das Risiko gegen Null.

    • Nicht alles was hinkt ist ein vergleich. Methadon kann sehr einfach überdosiert werden, wie ich in meinem Artikel schreibe. Bei Salz wehrt sich der Körper durch Erbrechen.

    • Nicht immer! @AM
      Ich kann nur sagen, dass das mit dem Erbrechen nicht immer funktioniert, aus eigener Erfahrung.

      Unter diesen Voraussetzungen ist mit einer Lebensmittelvergiftung in Kombination mit einem Aufenthalt in Zentralasien nicht zu spaßen.

      Die Anlage dazu ist wohl genetisch, ich weiß von wem ich das habe.

      VG,
      WZ

  9. Ernsthaftes Thema - nichts für Plauderei von Laien im Feuilleton
    Die Autorin wagt sich auf ein Gebiet, wozu ihr m. E. die fachliche Kompetenz und Erfahrung fehlt. Liest sich alles, wie abgeschrieben.

    Es gibt viele Beispiele im Medizinbereich, gerade aus dem Pharmabereich, wo man aus Profitgründen über Leichen ging.

    Fachgesellschaften schweigen in der Regel dazu. Man hat Angst, Sponsoren oder Forschungsgelder zu verlieren. Völlig korruptes System.

    Ehrlich redet man nur mit Fachkollegen, im privaten Kreis und vertrautem Gespräch.

    • Ich habe an Krebs geforscht und schreibe seit Jahren zu dem Thema. An fachlicher Kompetenz und Erfahrung mangelt es mir also nicht.

    • Welche Erfahrungen haben Sie mit Methadon-Behandlung?
      Über die angeblichen Risiken einer Methadon-Behandlung kann man als auf diesem Gebiet langjährig erfahrener Experte nur den Kopf schütteln.

    • Ich habe Erfahrungen damit, wie man klinische Studien und Publikationen liest und was sie aussagen. „Angebliche Risiken“ ist ein bisschen untertrieben wenn Menschen bei nicht sachgerechter Anwendung sterben können, oder?

    • Ernsthaftes Thema...
      Ja lieber H. v. Goslar, das ist ein ernsthaftes Thema. In diesem Blog werden eben auch anspruchsvolle Themen gebracht und berücksichtigt man die bisherige Darstellung als „Methadon heilt Krebst und böse Pharmakonzerne verweigern Forschung“, dann erscheint es mir sehr angemessen auch mal die Gegenargumente zu erörtern.
      Sicher ist auch nicht jeder der hier schreibt ein Experte, aber vielleicht möchten einige auch Fragen stellen. Ich finde es ein wenig unfair, dass Sie die Qualifikation von Frau Müllner so in Zweifel ziehen, nur aufgrund des Gefühls der Text wirke wie abgeschrieben. Niemand erfindet in der Forschung alles selbst, natürlich übernimmt man auch Ideen von anderen… Gehen Sie doch lieber mal auf die Argumente ein. Frau Müllner stellt sich ja auch nicht hin und sagt kraft ihrer Autorität sei Methadon gegen Krebs nutzlos, sondern sie zeigt auf, dass es eben keine eindeutigen Belege gibt, dass Methadon bei einer für Menschen verträglichen Dosis im Körper des Menschen den Krebs wirkungsvoll bekämpfen kann. In dieser Situation sind aus meiner Sicht diejenigen, die von einem Pharmaunternehmen erwarten, dass es mehrere hundert Millionen Euro in eine klinische Studie investiert, in der Pflicht bessere Anhaltspunkte für eine wahrscheinliche Wirksamkeit und Verträglichkeit bei der wirksamen Dosis zu vorzubringen. Euphorischer Hype durch Journalisten, die sich nicht mal besonders große Mühe geben, auch nur die bisher gelaufenen Untersuchungen zu verstehen und dann polemische Beiträge gegen die „böse Pharmaindustrie“ verfassen, trägt dazu rein gar nichts bei.

    • Titel eingeben
      Legen Sie an DA den gleichen Maßstab an?

      Der schreibt ja auch gerne über Themen ausserhalb seiner offenkundigen oder belegten Kompetenzen (Kunstgeschichte, Medien, Vermietung, Fahrräder etc.) ohne dass diese gleich in Frage gestellt werden.

  10. Praxis
    In der Diskussion werden Patienten, die ihre Bestrahlung/Chemotehrapie mit Methadon ergänzen, komplett ausgeblendet. Ein Freund von mir tut das mit Glioblastom im Kopf und er hat nun 36 gute Tage in Folge. Denn Methadon wirkt grossartig gegen die extreme Müdigkeit/Mattheit, die mit der Chemotherapie einhergehen. Das hört und liest man auch von vielen Anwendern. Das allein spricht für Methadon, zudem die tiefe Tages- Dosis von 20 mg vom Onkologen als „Zuckerwasser“ bezeichnet wird.
    Ob es weitere Erfolge bringt, weiss der Freund nicht, jedoch fühlt er sich jetzt hervorragend gut

    • Es ging auch nicht um die Stimmung/Müdigkeit des Patienten
      1) In der Studie ging es darum, kann die Gabe von Methadon die Wirkung der Chemotherapie verbessern (im Bezug auf die Bekämpfung des Tumors), nicht, ob es was an den Nebenwirkungen ändert. dass es sich positiv auf die Nebenwirkungen auswirkt glaube ich unbesehen (die meisten Opiate haben in etwa diese Wirkung)
      2) Es waren 20mg pro Kilo Körpergewicht (!), also kann man die beiden Dosen nur gleichsetzen, ich hoffe für Ihren Freund, dass da ein Unterschied mindestens um den Faktor 50 ist.

  11. Titel eingeben
    Der Artikel und die Komementare sind meiner Meinung nach sehr einsichtig und bewirkt, dass Frau Dr. Friesen, in ein negatives Licht gestellt wird.
    Jedoch war mein Eindruck von Frau Dr. Friesen eher positiv, deshalb frage ich mich wie dies sein kann wenn man das Thema nüchtern betrachtet müsste jeder Fortschritt in der Bekämpfung von Krebs gewürdigt werden.

    Zum anderen klingt es schon logisch, dass Pharmaunternehmen daran gelegen ist auch weiterhin ihre Produkte zu den aktuellen und äußerst hohen Preisen zu vertreiben.

    • Kopfschütteln
      „Ich habe Erfahrungen damit, wie man klinische Studien und Publikationen liest und was sie aussagen. „Angebliche Risiken“ ist ein bisschen untertrieben wenn Menschen bei nicht sachgerechter Anwendung sterben können, oder?“ so Frau Müller
      Welche Erfahrungen haben sie mit echten Patienten, welche zur Chemo oder Bestrahlung Methadon einnehmen? Ich vermute keine! Mit welch dummer Logik sie hier argumentieren, dass Patienten bei nicht sachgerechter Anwendung sterben können. Lesen Sie mal die Beipackzettel von unzähligen Arzneimitteln. Wenn ich diese nicht sachgemäß anwende, riskiere ich ebenfalls erhebliche gesundheitliche Schäden. Sie blenden völlig aus, daß Methadon D, L ein zugelassenes Schmerzmittel ist und die Patienten es nach Anordnung des Arztes einnehmen. Wenn es darüber hinaus, eventuell noch positiven Einfluss auf eine Chemo – oder Strahlentherapie hat, was steht dem entgegen? NICHTS! Mich verwundert darüber hinaus, dass es keine Diskussion darüber gibt, dass in der Drogensubstitution Methadon sehr hochprozentig verabreicht wird. Wo bleibt da ihr Aufschrei? Dürfte Methadon dort ganz andere, wirklich bedenkliche Wirkungen haben. Ich jedenfalls habe sehr positive Erfahrungen mit Methadon D, L gemacht. Mein Lebenspartner hat seit der Einnahme von Methadon D, L erheblich mehr Lebensqualität zurück bekommen und er ist völlig schmerzfrei, was vorher mit drei verschiedenen, von Onkologen verschriebenen Schmerzmitteln nicht gelang. Sie sollten sich mehr mit Patienten beschäftigen und ihre Erfahrungen hinterfragen, als von wem auch immer, mit welchen Interessen verfassten Publikationen lesen.

    • @Marcel Positiver Eindruck hier böser Kommerz dort?
      Wir sollten uns von den Argumenten ad hominem lösen, sowohl im Guten wie im Bösen, denn das sind keine Argumente. Frau Dr. Friesen kann durchaus eine gute Wissenschaftlerin sein und dennoch kann es sein, dass Methadon für die Krebsbehandlung kein Durchbruch ist.
      Zur gewünschten Würdigung des Fortschritts in der Krebsbehandlung: Einen solchen Fortschritt gibt es hier beim Methadoneinsatz bisher nicht. Es gibt ein bekanntes Präparat (Methadon) mit ein paar auf den Krebs bezogenen Daten im Mausmodell. Meinen Sie denn mit „Fortschritt würdigen“, dass bei jedem Wirkstoff der überhaupt ansatzweise im Modell etwas bringt, dann auf jeden Fall auch Klinische Studien folgen sollten? Das wäre unsinnig. Zunächsteinmal gibt es die nötigen Ressourcen dafür nicht. Es gibt einfach eine Vielzahl an Wirkstoffen unter denen Pharmaunternehmen jedes Jahr eine Auswahl treffen, mit welchen Sie nach der Präklinik weiterarbeiten. Fortschritt bedeutet hier in den meisten Fällen, als (wahrscheinlich) nutzlos für diese Indikation erkannte Wirkstoffe und Wirkstoffe mit zu starken Nebenwirkungen auszusortieren und kein weiteres Geld in eine Klinische Studie zu investieren.
      Das Pharmaunternehmen ihre Produkte zu möglichst hohen Preisen verkaufen wollen ist eine Binse. Das tut hier aber nichts zur Sache. Im Raum steht bei diesem Vorwurf wohl der Gedanke, Krebs könnte wirklich durch Methadongabe geheilt werden und die ganzen anderen Medikamente würde dann keiner brauchen. Glauben Sie mir, das ist abwegig. Das von Frau Müllner referierte Ergebnis deutet aus meiner Sicht eher darauf hin, dass die Wirksamkeit bei für Menschen veträglicher Dosierung nicht ausreichend ist. Warum? Frau Müllner listet sechs Punkte auf und zwei für diesen Sachverhalt besonders wichtige hier nochmal:
      „4. Es gab zwar einen großen Teil an sterbenden Krebszellen, jedoch wurden nicht alle Krebszellen getötet.
      5. Die Mäuse erhielten eine sehr hohe Dosis an Methadon.“
      Das ist also wirklich kein besonders euphorisch stimmendes Ergebnis. Trotz der hohen Dosis wurden nichtmal im Modell alle Krebszellen getötet! D.h. für die erfolgreiche Anwendung beim Menschen bräuchte man womöglich eine noch höhere Dosis. Diese Dosis wäre dann für Menschen wahrscheinlich unverträglich. Ganz ehrlich ich würde erstmal auch nicht in eine Klinische Studie mit Methadon investieren wollen.

  12. Wie immer eine sehr objektive Berichterstattung
    Der Titel sollte ironisch betrachtet werden.
    Natürlich ist das alles andere als objektiv. Es gibt zahlreiche Fälle die nicht erwähnt wurden.

    Würde jedoch bestimmt der Karriereleiter schade sowas zu veröffentlichen ;)

  13. Wohltuend differenziert
    Vielen Dank für diese differenzierte Aufbereitung. Leider hat man selbst bei öffentlich-rechtlichen oder als intellektuell geltenden Sendern bzw. Medien nicht mehr das Gefühl, dass es um eine echte Sachaufklärung geht. Polarisieren, empören und der Blick auf die Quote. Gute Recherche sieht anders aus – halt wie bei Ihnen !

  14. Warum wird mein kritischer Kommentar nicht freigeschaltet?
    Text eingeben

  15. Hallo ?
    Was ist das hier für eine einseitiges Forum gegen Methadon und Frau Dr. Friesen ! Es gibt doch nun bereits genügend Hinweise, Kasuistiken und auch evidente Studien für den Beleg der Wirksamtkeit von Methadon !! Und nein, es gibt keine sogenannten klinischen Studien, doch es hätte schon längst welche gegeben, wenn es lukrativ genug wäre, welche durchzuführen. Das hat doch ein sehr starkes Geschmäckle. Die Pharmaindustrie verdient eben kein Geld mit Methadon.

    Btw, zur Relation: Was für Nebenwirkungen machen denn z.B. sogenannte zugelassene, „sicherere“ Chemotherapeutika ? Dagegen sind die Nebenwirkungen von Methadon geradezu lächerlich !! Nebenwirkungen von Methadon wie Obstipation und Müdigkeit sind überschaubar und lassen sich gut handeln. Und sind „etablierte“ Chemotheraputika alle so sensationell gut wirksam ???? Mit Hilfe von Methadon wären diese möglicherweise wesentlich wirksamer und verträglicher ! Es ist doch ganz sicher den Versuch wert !
    Aber Methadon wird gleich als Teufelszeug gebrandmarkt. Weil es kein Geld bringt, es gibt kein Patent darauf.

    Lasst den Menschen und deren Angehörige, die den Tod vor Augen haben, deren Chemotherapie nicht wirksam genug ist, die selbstbestimmte Option der Methadoneinnahme ! Es kann das Leben verlängern, die Lebensqualität steigern oder sogar heilen. Wer dies verwehrt, handelt unethisch.

    • Dann zeigen Sie mir doch mal die Kasuistiken und Studien auf.

    • Hallo
      Ich kann Ihnen, Michael H. nur zustimmen. Auch wenn ich glücklicherweise meine Krebserkrankung nun schon ein paar Jahre überlebt habe (was ich dem hervorragend operierenden Ärzteteam und eventuell der Chemotherapie zu verdanken habe), so leide ich immer mehr an den Folgen und Nebenwirkungen der Chemotherapeutika. Und die sind mit Sicherheit wesentlich schlimmer als die beschriebenen Nebenwirkungen von Methadon.

    • Hallo
      Ich kann Ihnen, Michael H. nur zustimmen. Auch wenn ich glücklicherweise meine Krebserkrankung nun schon ein paar Jahre überlebt habe (was ich dem hervorragend operierenden Ärzteteam und eventuell der Chemotherapie zu verdanken habe), so leide ich immer mehr an den Folgen und Nebenwirkungen der Chemotherapeutika. Und die sind mit Sicherheit wesentlich schlimmer als die beschriebenen Nebenwirkungen von Methadon.

    • Naja, Atemstillstand und Herzinfarkt können schnell zum Tod führen, vor allem da ersteres mit einem friedlichen einschlafen einhergeht. Diese Nebenwirkung halte ich für dich sehr extrem, aber ich habe persönlich noch keine Chemo mitgemacht.

    • Chemo
      Ich habe 2010 mit einer Chemo begonnen. Diese hat mich auch geheilt, weil man den Krebs kannte. Liebe Frau Müllner, wenn die Chemo ins Gewebe läuft ist das lebensgefährlich für den Körper. Das ausgerechnet eine Journalistin die Gefahr von Methadon in die Gehirne der Menschen pflanzt, wo Ärzte und Ärztinnen die Gefahr nicht so sehen, erstaunt mich und macht mich skeptisch was ihre Glaubwürdigkeit und Kompetenz angeht.

  16. Hallo ?
    Es gibt doch nun bereits genügend Hinweise, Kasuistiken und auch evidente Studien für den Beleg der Wirksamtkeit von Methadon !! Und nein, es gibt keine sogenannten klinischen Studien, doch es hätte schon längst welche gegeben, wenn es lukrativ genug wäre, welche durchzuführen. Das hat doch ein sehr starkes Geschmäckle. Mit Methadon lässt sich eben kein Geld verdienen.

    Btw, zur Relation: Was für Nebenwirkungen machen denn z.B. sogenannte zugelassene, „sicherere“ Chemotherapeutika ? Dagegen sind die Nebenwirkungen von Methadon geradezu lächerlich !! Nebenwirkungen von Methadon wie Obstipation und Müdigkeit sind überschaubar und lassen sich gut handeln. Und sind „etablierte“ Chemotherapeutika (die mehrere Tsd. Euro pro Monat kosten können) alle so sensationell gut wirksam ???? Mit Hilfe von Methadon (Kosten 20 Euro pro Monat) wären diese möglicherweise wesentlich wirksamer und verträglicher ! Es ist doch ganz sicher den Versuch wert !
    Aber Methadon wird gleich als Teufelszeug gebrandmarkt. Weil es kein Geld bringt, es gibt kein Patent darauf.

    Lasst den Menschen und deren Angehörige, die den Tod vor Augen haben, deren Chemotherapie nicht wirksam genug ist, die selbstbestimmte Option der Methadoneinnahme ! Es kann das Leben verlängern, die Lebensqualität steigern oder sogar heilen. Wer dies verwehrt, handelt unethisch.

  17. Man sollte realistisch bleiben
    Die Pharmaindustrie hat in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, dass Profit gegenüber Moral einen deutlich höheren Stellenwert hat. In Deutschland wird vieles reglementiert, was auch gut ist. Aber schauen Sie sich mal in den USA um, dort herrschen ganz andere Situationen. Und wenn die Morals von Interesse wäre, würden die reichen Pharmaunternehmen ihre Medikamente in dritte Welt Ländern günstiger anbieten. Das tun sie aber nicht um einen Schwarzmarkt zu unterbinden, der die Einnahmen im Westen reduzieren würde.

    Ich bin der Meinung, dass ein Krebs Patient deutlich lukrativer ist, als ein gesunder und eine Mittel gegen Krebs schon viel früher existieren würde, wenn die reichen Pharmaunternehmen Geld und Motivation investieren würden. Nur fehlt es an letzteres.

    • Ganz im Gegenteil werden in den USA Arzneimittel, die einen klaren positiven Effekt haben, oft schneller zugelassen.

    • Titel eingeben
      Nur die Pharmaindustrie?

      Ist Profit über Moral nicht DIE Grundlage, die Voraussetzung unseres Gesellschaftssystems, das wir alle so ganz toll finden?
      Schauen sie auf andere Industrien, in die Politik, die Presse, bis hin zu Altersheimen: Profit über Moral.
      Wie sollte in dieser Umgebung, in dieser Gesellschaftsform die Pharma-Industrie da anders arbeiten? Sie würde untergehen wie alle Versuche bisher, die Moral tatsächlich ÜBER den Profit zu stellen. Leider.
      .
      Also hauen Sie nicht die pöse Pharmaindustrie, fassen Sie sich (alle) an Ihre eigene Nase.

  18. Forscher
    Anna Müllner schreibt: „ich habe an Krebs geforscht und schreibe seit Jahren zu dem Thema. An fachlicher Kompetenz und Erfahrung mangelt es mir also nicht.“
    Wo kommt das Geld für die Forschung her? Angst Gelder zur verlieren? Ich bin Krebskrank und sehe was die Medikamente kosten. Jeder der mit Farmaindustrie zusammen arbeitet wird Kritik über günstige Medikamente aussprechen.

    • Unterstellen Sie gerade allen Doktoranden und Doktorandinnen dieser Welt Korruption?

    • @ Hans...und sehe was die Medikamente kosten.
      Klinische Studien sind teuer. Die Pharmaunternehmen nehmen für ihre erfolgreichen Produkte einen Preis der hoch genug ist um auch die Klinischen Studien für am Ende nicht zugelassene Wirkstoffe mitzufinanzieren. So gesehen ist es doch gut, wenn für ein nicht erfolgversprechendes Präparat kein Geld rausgeworfen wird, oder?

  19. Lediglich eine Meinung, kein Artikel
    Schade, ein sehr tendenziöser und oberflächlicher Artikel mit wenig Wissen.
    Als Journalist lernt mensch auch die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen.
    Demzufolge ist der Artikel nur als Meinung zu verstehen und sollte auch als solches gekennzeichnet werden.

    • Die Gegenseite kam die letzten Wochen genug zu Wort.

    • Dazu kommen
      Mangelnde Grammatikkenntnisse (das/dass) und eine gewöhnungsbedürftige Sprache ( macht man Erkenntnisse?)…
      Dr. Marianne Koch im BR ist allemal unterhaltsamer…

    • Stimmt nicht Frau Müller
      Hier haben sie nicht angerufen oder sich in irgend einer anderen Form erkundigt.

  20. Frage an die Autorin
    Sollte ein Patient mit einem Glioblastom vorsichtshalber eine klinische Studie abwarten?

    • Ein Patient mit einem Glioblastom sollte mit Ärzten sprechen die sich mit seinem Fall auskennen.

    • Der Patient sollte....
      …sich in medizinische Hände begeben und sehen wor er/sie Methadon herkriegt. Die Charité forscht im sperziellen daran.
      Blos nicht warten. Was wenn die Studie negativ ausfällt!?

  21. NMDA Rezeptor
    Methadon hat im Gegensatz zu anderen Opiaten eine Wirkung am sogenannten „NMDA Rezeptor“, einem der Rezeptoren, die für die Narkosewirkung bestimmter Substanzen wie Lachgas, Xenon oder Ketamin (Ketanest) verantwortlich sind. Über NMDA Rezeptoren steuern Tumoren aber auch ihr Wachstum und ihre Tendenz, zu metastasieren. Die Blockade der NMDA Rezeptoren während einer Tumor-Operation, indem man bestimmte Narkosemittel auswählt und damit die „Einnistung“ gestreuter Krebszellen verhindert, ist ein Konzept, das im Moment erforscht wird.
    Bei den Mäusen, auf die Tumoren transplaniert werden, handelt es sich übrigens um thymusaplastische Nacktmäuse, die kein eigenes Immunsystem haben. Auf die kann man beliebige Zellen jedewender Spezies transplatieren, einschliesslich Tumorzellen, die subkutan gespritzt werden. Der sich dann entwickelnde Raumforderung unter der Haut wird täglich gemessen. Hemmt eine Substanz das sonst lineare Tumorwachstum, wird sie, wie oben angegeben, als „wachstumshemmend“ klassifiiziert. Ein Verschwinden eines solchen Tumores kann man nicht abwarten. Solange leben diese Mäuse nicht, beziehungsweise würden den Zerfall des Tumors, der nach ein paar Tagen so gross sein kann, wie die Maus selbst, nicht überleben.

    NMDA Rezeptoren-Blocker sind seit langem bekannt und erforscht, nur eben nicht für diese mögliche Anwendung.
    In der aktuellen Entwicklung bevorzugt man meines Wissens NMDA Blocker, die sich auch zur Narkoseanwendung eignen. Und das ist bei Methadon nicht der Fall. Das hat mit „Geldgier“ nicht das allergeringste zu tun.
    Wenn man diesen Forschungszweig recherchiert, benutzt man lieber „NMDA receptor“ und „tumor growth“ als Suchworte, nicht „Methadon“.
    Wenn man das aber kontinuierlich falsch macht, sollte man sich mit vollmundigen Vorwürfen gegen die „korrupten Ärzte“ ein wenig zurückhalten.

  22. Krankheit ist immer Sinnstiftend bis...
    Ich hatte die Geschichte um das Methadon bei Lanz Sendung gesehen und, gespannt hingehört… das doch noch was aus der Krebsforschung zu hören gab. Und daher!

    Ist der Tod nicht Voraussetzung? …um ihn mit einen Medikament aus dem Wege zu räumen? Selbst Krankheit muss eine Laufzeit haben… so wie Studien oder anderweitige Publikationen… es ist immer ein Ablasshandel, um zu sehen welches Medikament gewinnt.

    Wir brauchen Patienten, den wir das Überleben nicht verübeln wollen; kommen doch begierigen Hintergedanken stehts vom Arzt, sollten stattdessen des Patienten Meinung, darauf konsultieren.
    Er versteht mehr als sich die Studie zutraut…Patient ist gepiesackt, lautmalend bis verspannt!

    Solange nicht die Neugier den Tod nach sich zieht.

    Ich habe dieses Jahr festgestellt, der Arzt ist nicht neugierig, woher diese oder jene Krankheit kommt!
    Er entzieht den Patienten sein letztes Blut, führt die Rückschlüsse von Laborwerte auf den Faktor unbelehrbarer Patient. Sie sollten sich operieren lassen. Gut, er wollte nicht an sein Rückenmark, was andere einst forderten, um zu Diagnose kommen; wenn Ärzte um ein Patient der mithört diskutieren, ist er Mau oder Exitus.

    Am Ende Verarzte sich jeder selbst und Überarbeitete eigenes Medikation Risikos; Patient sieht das Vertrauen in nachhaltiger Existenz bedroht, wenn er schon den Beipackzettel an verbliebende Zeit spendet. Krankheit ist immer Sinnstiftend bis…

    Doch es liest sich wie eine Studie der das Geld fehlt, weil es nicht als medizinische Pointe ausreifte…

    Schade! Und doch Dank, Patienten auf dies verweisen…

    • sinnstiftend bis ..
      wer sich für so intelligent hält, sollte keine Mühe haben, soweit Deutsch zu lernen, dass man seine Schreibe lesen kann.

  23. Titel eingeben
    So halb OT:

    Kann mich dunkel erinnern, dass eine kurze (1-2 Tage vor der Chemo) Diät Krebszellen anfälliger für die Substanzen der Chemotherapie macht und auch die Apoptose fördert u.a. weil diese Zellen eh schon auf hochtouren laufen und eine Umstellung ihres Stoffwechsels von der Glykolyse zur β-Oxidation nicht so toll finden bzw. Probleme damit haben.

    bombjack

    • Es gibt keine „Krebsdiät“. Der Tumor holt sich was er braucht, eher leidet der Patient.

    • Titel eingeben
      Das habe ich auch gar nicht behauptet (Krebsdiät), sondern dass es Krebszellen nicht so gut finden wenn sie durch Fasten bzw. eine Diät gezwungen werden ihren Stoffwechsel zu ändern und damit empfindlicher für eine Chemotherapie werden: Auf die Schnelle:
      „Ketogenic Diet Aids Cancer Patients’ Sensitivity to Radiation, Chemotherapy“
      http://www.rsna.org/Newsdetail.aspx?id=9472

      bombjack

    • alles klar
      „Es gibt keine „Krebsdiät“. Der Tumor holt sich was er braucht, eher leidet der Patient.“

      Grundlage jeder Krebstherapie ist die Tatsache, dass Krebszellen einen anderen Stoffwechsel haben als gesunde Zellen. Vor dem Hintergrund ist es bereits unlogisch, jeden Gedanken an eine Krebsdiät in Bausch und Bogen auszuschließen. Es ist auch bereits widerlegt:

      In Russland forscht man seit Jahren erfolgreich dazu. Auch im Ruhrgebiet hat man Erfolge mit einer Spezialdiät erzielt, und zwar durch die Gabe von ordinärem SENF. Das auf seine präventive Wirkung zu reduzieren, ist wiederum unwissenschaftlich; es gilt ja eben, der Entstehung von neuen Krebszellen entgegenzuwirken.

  24. Wann...
    … bitte, wann schreibt endlich mal jemand eine wirklich differenzierte Betrachtung dieses Themas? Schon wieder ein Schwarz-Weiß-Malerei-Text, die einen pro Methadon, die anderen contra, und jeder behauptet für sich, sich ja so wunderbar auszukennen in der klinischen Forschung, in der Krebstherapie, im Lesen klinischer Studien – die im Abstract nicht selten etwas anderes verkünden, als im Rest des Textes, by the way! Was nicht passt, wird passend gemacht. Die Medizin ist da ja sehr gut aufgestellt.

    In den populärwissenschaftlichen Texten wird geschwafelt über die schrecklichen Nebenwirkungen von Methadon bei nicht sachgerechter Anwendung. Wer sich darüber auslässt, sollte umgehend einen Selbstversuch wagen und die überall in Apotheken problemlos und ohne Rezept erhältlichen Schmerzbekämpferchen wie Paracetamol, Ibuprofen, ASS und Co. nicht sachgerecht anwenden. Nach 10 hübschen kleinen Paracetamols auf Ex zeigt sich das dann ganz bestimmt. So ein hepatisches Koma ist ja auch weit weniger schrecklich als das, was Methadon auszulösen vermag.

    Wie sagt man so schön? Die Dosis macht das Gift.

  25. Na ja, wenn man keine Chance hat, muß man die nutzen
    Wenn nach den gesicherten Erkenntnissen der Medizin der weitere Verlauf absehbar ist, würde ich auch nach dem Strohhalm greifen, der manchmal auch hilfreich ist, da Krebserkrankungen auch teilweise eine psychische Komponente haben. Der Verteufelern der „Schulmedizin“, Pharmindustrie undgeldgieriger Forscher sei allerdings angeraten, sich mit den Äußerungen des apple-Chefs Steve Jobs kurz vor seinem Tode zu beschäftigen, als der öffentlich machte, das falsche Pferd gesattelt zu haben.

  26. Everything is conditional. We just don't know what the conditions are.
    Medizin ist keine Wissenschaft. Denn Medizin hat keine Theorie. Alles ist immer noch trial and error.
    Folglich ist da Tür und Tor geöffnet für Scharlatane, Quacksalber, Schauspieler, etc.
    Medizin ist da letztlich nur besser bezahlte Soziologie.

    Whatever, dass dann andere Funktionssysteme mit eigenen Leitdifferenzen in das System reingrätschen, wie hier angeführt die Massenmedien, verwundert dann nicht, ist eher die natürliche Folge.

    Krebs kennt die Medizin seit mehr als hundert Jahren…aber bisher ist da nix wesentlichen geschehen, gegen diesen Massenmörder. Hundert Jahre Forschung, all das Geld, all die Manpower, all die Tierversuche… und kein Ergebnis.
    Ergo: Nicht die Massenmedien sollten sich schämen, sondern die Medizin.

    • Sic tacuisses ...
      Goodnicht, alter Luhmann-Jünger, nicht alles, was Sie nicht verstehen, ist deswegen keine Wissenschaft :-).

      „Kein Ergebnis“ kann nur von einem vollständigen Obskuranten kommen – aber was will man auch von einem Luhmännchen anderes erwarten …

      Lachende Grüsse,
      Thorsten Haupts

    • gut gegeben.
      Danke ThorHa.

    • Second Order...changed the mind
      Von und zu Haupts, alter Strukturalist, die Sache ist wie immer abstrakter als Sie denken wollen.
      Wer oder was erklärt die Medizin zur Wissenschaft? Die Zuordnung zur Universität? Rechtswissenschaft ist dort auch, nennt sich sogar Wissenschaft, hat aber ausser Titel und Form keine inhaltliche Vorrausetzungen für Wissenschaft.
      Die Physik wurde erst durch Newton zur Wissenschaft, er gab ihr eine Theorie.. ohne Theorie ist alles nur Handwerk, ohne Struktur, man weissgarnix und auch nicht wohin und was man eigentlich falsifizieren will.
      Die Reputaion von Medizin beruht auf Handwerk, am Mensch. Von Genialität ist da nicht viel zu finden. All das ist eher bei Chemie und Biologie…obwohl die auch weit entfernt von Physik.

    • Schlaumeier
      Haupts, wer „sic tacuisses“ schreibt, sollte nicht ganz so großsprecherisch daherkommen. Andere lachen dann als letzte.

    • :Maybe it's Auto Immune...
      Btw:

      Man erkennt ja auch hier an all den Diskussionen im Kommentarbereich, dass alle mitreden können bei der Medizin, weil die Medizin eigenständig keine Antworten (vulgo:Ergebnisse) liefern kann. Wer braucht eine Wissenschaft die keine Wahrheit kennt?
      Da ist die VWL ja schon weiter….können zwar auch nix erklären, haben aber wenigstens Modelle…

    • keine gute Nacht
      Man wird Sie nicht fragen was Wissenschaft zu nennen ist.
      Also schrauben Sie sich da mal runter.

    • Ironically, that's not far from the truth.
      Anscheinend arbeitet die Autorin “ laut eigenen Angaben auf LinkedIn als Junior Consultant bei Dorothea Küsters Life Science Communications …, einer auf „Gesundheitskommunikation“ spezialisierten PR-Agentur, zu deren Kunden offenbar diverse Arzneimittelhersteller gehören“ ( siehe „Goodbar“ weiter unten)
      Tja, das zum Thema Wissenschaft. Die Dame ist nicht mehr als Wissenschaftlerin tätig. Sie arbeitet für ökonomische Interessengruppen.

      Wäre kein Problem, würde Sie hier nicht wertend über medizinische Behandlungsmethoden schreiben.

      Bitte um Stellungnahme.

    • Nächstes Mal wird das im Artikel stehen. Es ist ja nicht so als wolle ich es verheimlichen, sonst stünde es ja nicht in LinkedIn.

  27. Kein Wunder
    Was will uns denn die Autorin sagen.? Methadon ist kein Krebsheilmittel, aber ein Unterstützer. Ich kann das voll Verstehen, das betroffene Menschen, und wir sprechen hier über Menschen und nicht irgend eine Sache, nach jedem Strohhalm greifen, der Ihnen gereicht wird. Hier ist es doch die Pflicht unseres Gesundheitssystem dafür zu sorgen diesen Leuten zu helfen und wir sprechen hier über eine grosse Anzahl von Betroffenen. Die Pharmaindustrie denkt doch nur in Zahlen. Wenn man heute Radio einschaltet oder Zeitung liest und dort dann erwähnt wird, das Apotheker nur aus Gier Krebsmedikamente streckt, woran sollen Betroffene denn noch glauben. Wir wissen auch das eine positive Einstellung auch hilfreich sein kann, doch wenn durch solche Veröffentlichungen die Gemütsverfassung der Betroffenen wieder demontiert werden, bevor man etwas genaues weiß, ist das mit Sicherheit kontraproduktiv. Ist das Leiden dieser Leute nicht genug.

    • Leider hilft eine positive Einstellung nur dabei, mit der Krankheit umzugehen. Für das Überleben ist sie Studien zufolge unerheblich.
      Methadon ist ein Unterstützer bei der Bekämpfung von Leid bei Krebs, nicht gegen Krebs.
      Ich stimme Ihnen aber zu, dass es durchaus Menschen in der Medizin gibt, die derzeit das Vertrauen in die Medizin selbstständig untergraben.

    • Titel eingeben
      Frau Müllmer, sie haben ja keine Ahnung was sie da sagen!!!!
      Eine positive Einstellung ist das A und O jeden Krankheitszustand zu überwinden und gestärkt daraus hervorzukommen. Nicht nur um mit der Krankheit umzugehen. Das ist der Wille zum Leben der das Überleben bewirkt!
      Sie sehen nicht nur sehr jung aus, Sie sind für dieses Thema einfach zu unerfahren, jung und verkopft. Und schreiben für ein konservatives Blatt wie die FAZ aus Überzeugung oder für ihre Vita? Sie richten Schaden an mit dem voreingenommenen und halb bedachten Artikel. Es würde mich nicht wundern, wenn Sie auch noch Geld aus dem Hinterhalt zugesteckt bekommen für diesen Artikel.

  28. Titel eingeben
    Ich möchte in die Diskussion noch einfügen. Mein Mann leidet unter Lungenkrebs vortgeschritten er droht daran zu ersticken. Wir haben jetzt zur konventionellen Therapie 3.Linie Chemo und jetzt noch Bestrahlung Methadon als Schmerzmittel. Heute morgen sagt er, er fühlt sich eigentlich ganz gut etwas übel sei ihm. Jede Stunde die er so schafft und nicht leidet ist eine gewonne Stunde. Von diesem Patienten gibt es sehr sehr viele das wurde gar nicht erwähnt. Warum?????

    • Das liegt daran, dass Methadon den Atemreflex unterdrückt und so das Gefühl zu ersticken, das viele Lungenkrebspatienten haben, weniger wird. Genau dafür wird es oft eingesetzt. Das hat aber nichts damit das Methadon gegen Krebs wirkt, sondern mit seiner Eigenschaft als Schmerzmittel.

  29. Titel eingeben
    Frau Müllner sollte sich mit z.B. Herrn Doktor Hillscher, der schon über zehn Jahren Methadon einsätzt, in Verbindung setzen um Erfahrungen auszutauschen. Meine Mutter nimmt seit zwei Jahren Methadon als Ergänzung zu Ihrer Chemotherapie.Vor zwei Jahren hatte sie nach einem Brustkrebs viele Metastasen in der Lunge.stand heute – die meisten Metastasen sind verschwunden, die noch verbliebenen wachsen nicht mehr. Meiner Mutter geht es blendend. Mittlerweile nehmen über 6000 erkrankte Menschen, die ich aus einer Selbsthilfegruppe kenne das Methadon zur Chemotherapie, Tendenz steigenden.. Das sind Fakten! Das Internet ist überfüllt von positiven Berichten, mann müsste nur richtig suchen. MfG

    • Und es ist nicht möglich, dass dies an der Chemotherapie liegt? Also, nur mal gemutmaßt?

    • wunderbar.....
      Susanne, das ist sehr erfreulich und stiftet Hoffnung da, wo Ärzte empfehlen sich mit dem Ableben auseinanderzusetzen. Danke sehr.

      Frau Müllner, es liegt möglicherweise an der Chemotherapie in Kombination mit Methadon.

  30. Resultat solcher Meinungsmache
    Mein Mann hat eine sehr seltene und auf Chemotherapeutika nicht ansprechende Krebserkrankung, leider bereits im Endstadium. Als ob die Situation nicht schon belastend genug ist bewirkt diese Art von Meinungsmache im ÖR, dass wir von allen Seiten teils gutgemeinte, teils penetrante und fast aggressive Behandlungshinweise für Methadon bekommen. Unverantwortlich, dass gerade bei diesem Krankheitsbild so undifferenziert Hoffnung geschürt wird….

  31. Titel eingeben
    Als Betroffener ( Leukämiepatient ) stellen sich mir die Nackenhaare auf, bezüglich der vermeintlichen Kompetenz der Frau Müllner. Selten einen so unsachlich geschriebenen Text gelesen, wie diesen zum Thema Methadon. Aber mit dem Wissen um ihre Tätigkeit für z.B. Protagen AG erklärt sich das für mich von selbst. Ihre eigene angeführte Fachkompetenz im Bereich der Krebsforschung stammt dann woher, mit Verweis auf Ihr Alter von mal gerade 30 Jahren ??? Da bin ich dann doch eher geneigt, fachlich wirklich kompetenten Menschen wie Frau Friesen und Herrn Doktor Hilscher ( Kämpfer an vorderster Front ) zu glauben, bzw. mit einem Vertrauensvorschuss zu versehen. Ich bin Mitglied einer Gruppe mit weit über 4000 Krebskranken, die mit Methadon versorgt werden. Niemand , auch nicht Friesen oder Hilscher, benennen Methadon als Allheilmittel, aber es kann helfen, was viele Erfahrungen zeigen, und sei es nur, die Lebensqualität zu verbessern. Von den oft angesprochenen ach so gefährlichen Nebenwirkungen bis hin zum plötzlichen Herztod hatten wir unter den Mitgliedern noch keine. Wo sind die belegenden Studien dazu, dass Methadon in den Dosen diese tödlichen Nebenwirkungen hat ? Meine Onkologen behandeln mich mit D,L Methadon, sehen in mir den mündigen Patienten , der ich nun mal bin. Werde mich deswegen aber nicht den Standartherapien verschliessen, wie auch sonst keiner unter unseren 4000 + Mitgliedern. Und abschliessend muss ich leider sagen, JA, ich halte Menschen ( auch manchen Arzt ) für so abgebrüht, dass sie an uns Krebspatienten nur verdienen wollen, sicherlich manch o.a. Quacksalber , aber auch manch Arzt , der den Eid geleistet hat und damit spreche ich aus Erfahrung. Frau Müllner , Ihnen möchte ich sagen, eine differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema hat zumindest zwei Seiten. Sie werfen den Medien wer weiss was vor, aber genauso liest sich Ihr Artikel. Möge ein Jeder die Kraft haben , für sich selbst zu entscheiden, was er tun möchte im Kampf gegen den Krebs, für mich geht es um mein Leben…

    • Vielen - auch fachlichen - Dank, Herr Peters,
      für Ihren Kommentar, den lesenswertesten und erfahrensten hier in der Kommentarspalte. Es ist bemerkenswert und nicht ohne Reiz, dass Frau Müllner, die gerne schnippisch und aggressiv gegenkommentiert, zu Ihrem Beitrag schweigt.

    • Wer möchte schon einem Betroffenen Krebspatienten widersprechen...
      Es ist mir zwar nicht angenehm und dafür gibts im Himmel und auf Erden keine Empathiepunkte, aber was Sie zum Thema Methadon als Hilfsmittel zur Verbesserung der Lebensqualität anführen, hat mit dem Inhalt des Artikels einfach nichts zu tun. Im Artikel wird diskutiert ob Methadon wirklich so geeignet ist Krebs zu heilen, wie einige Medienberichte glauben machen. Dabei wird gezeigt, dass es bisher keine echten Belege gibt, nur ein paar Daten vom Einsatz hoher Dosierungen im Mausmodell.

    • Danke Kpax.
      Widersprüche sind selten geworden, sobald jemand seine persönliche leidenserfahrung ins Spiel bringt. Aber notwendig!

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  32. Danke
    Ich bin froh das sie dies veröffentlichen.
    Die falschen Hoffnungen, die dadurch erweckt wurden sind furchtbar.
    warum sprangen Medien aufgrund einer nicht ordentlich durchgeführten Studie, so darauf an?
    Behandelnde Ärzte der krebspatienten wussten von den gefährlichen Nebenwirkungen und rieten sofort davon ab. Warum fragte keiner der Medien mal die behandelnden Ärzte, die alles tun um etwas Zeit zu gewinnen.
    Jedenfalls Danke für diesen Artikel

  33. Was ein Artikel...
    Wirkt für mich so als sei dieser Artikel einfach dazu dar um Methadon schlecht zu reden und die Pharmaindustrie aus dem Kreuzfeuer zu befördern. Denkt doch mal nach warum es keine klinischen Studien gibt, weil die Kosten niemand tragen will. Weil man später mit Methadon kein Geld verdienen kann.
    Sehr einseitig geschriebener Text, schwach.

    • Tja, so ist das halt. Die hält sich an Evidenz und die ist einseitig.

    • Naja, nur am Rande
      Die Krankenkassen finanzieren auch homöopathische Behandlungen. Das tun sie, weil Kostenbelastung und Risiko minimal sind. Und weil auf der Habenseite der Placeboeffekt der Patienten ganz handfest zu Buche schlägt. Eine weise Entscheidung. Methodisch eine Variante von Evidenzbasierung, die recht raffiniert wirkt.

    • @ Antesde
      Das unmittelbare Risiko von Homöpathie ist nicht minimal, sondern Null, mangels Wirkstoff. Das mittelbare Risiko ist aber erheblich, dann nämlich, wenn aufgrund dieser Behandlungsweise ein wirksame unterbleibt. Das ist kein theoretischer Fall: Ich hätte mir jedenfalls zu Studentenzeiten eine Lungenentzündung erspart, wenn mein Arzt nicht gemeint hätte, mich mit dieser Quacksalberei behandeln zu müssen. Placebos helfen halt nicht immer.

      P.S. Danke an Frau Müllner. Kannte das Thema bislang nicht. Angesichts der typischen Verhaltensweisen und Argumente der Jünger „alternativer“ Behandlungen jeder Art, die auch in diesem Fall und bei einigen Kommentaren zum Ausdruck kommen, scheint mir Ihr Beitrag fair, kompetent und überzeugend.

  34. Respekt, Frau Müller!
    Klar, kann man weder die ökonomischen Grundlagen und Interessen von big pharma, noch die enorm komplizierte Biochemie bei Krebserkrankungen, noch die moralischen Implikationen von Tierversuchen in einer kurzen Kolumne erschöpfend abhandeln, aber ich habe selten einen Zeitungsartikel gelesen, der die Dinge dermaßen prägnant auf den Punkt bringt und gleich reihenweise von den erschreckend manipulativ agierenden ÖRs gestreute und gepflegte Vorurteile abräumt. Geht doch! Schade, dass es das nicht öfter gibt, sollte es aber. Sagt einer, der auch seit 20 Jahren Pharmaforschung macht.

    Viele Grüße

    Chemiker

  35. .
    Gestern Abend erschütterte mich die Plusminus-Sendung,
    in der gezeigt wurde, wie die Kämpfe von Patienten
    FÜR das gewünschte Methadon hintertrieben wurden.
    Ärzte verweigerten Patienten die Chemotherapie
    im Falle einer Methadon-Einnahme!
    Es kam eine Patientin zu Wort, der Methadon half
    länger und besser zu leben.
    Der Palliativmediziner Dr. Hans-Jörg Hilscher berichtete,
    dass die Sterberate unter den Patienten, die mit Methadon behandelt wurden, geringer war als bei anderen.

    Was letztendlich dem Menschen hilft und was ihn heilt
    weiß keiner so genau. (vgl. Placebos / Homöopathie)

    Wenn Methadon die Linderung von Leiden der Geplagten
    bewirkt, sollten die ‚Götter in Weiß‘ gnädiger sein.

    http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/methadon-krebstherapie-reaktionen-100.html

    • Es gibt auch andere Schmerzmittel als Methadon, die weniger gefährlich sind.
      Glauben Sie lieber einem einzelnen Arzt als den Studien von vielen anderen?

  36. Titel eingeben
    Hallo
    Wir hatten vor kurzem einen Sterbefall durch Krebs und „die Hoffnung stirbt zuletzt“.
    Ich denke wenn man sowieso geringe Überlebenschancen hat sollte man gar nicht sich so viele Gedanken machen ob ich ein Risiko mehr trage sondern als Patient geht es mir darum es mir zu erleichtern und gegebenenfalls eine weitere Chance zu bekommen zu überleben.
    Was nützen mir die Chemotherapien alleine wenn sie nicht anschlagen und mich körperlich fertig machen.
    Dies ist auch nur ein Versuch zu helfen. Auch hier gibt es keine Garantie.
    Wie verhält sich der Mensch selber wenn er davon betroffen ist und wie wenn er nur darüber diskutiert?

  37. Weitere Fake-Möglichkeiten dank Internet
    wo Privat-Influencer gegenüber institutionellen Nachrichtenproduzenten bevorzugt werden. Kombiniert mit unaufwändiger Verfahrens-Patentierung und der klassischen Mobilisierung von Verschwörungstheorie-Mechanismen gegen Skeptiker ist das ein relativ neues Geschäftsmodell. Aufwendiger und komplexer als das klassische Influencing von Jestin Coler bis Caroline Daur.

    Die Fake News haben die Migration von virtuellen zu realen Welt geschafft, sie werden zu Fake Products.

  38. Titel eingeben
    Das eigentlich tragische an dieser Geschichte ist, dass sich ein Magazin für eine derartig einseitige Berichterstattung hergibt. Die Fakten, die hier aufgezeigt werden, sind schließlich weder neu noch geheim – sie wären den Redakteuren auch zugänglich gewesen. Es gibt in Deutschland inzwischen auch ein „Science Media Centre“, das Kontakte zu Wissenschaftlern vermittelt – wobei man eigentlich erwarten könnte, daß die ARD das selbst kann.

    Ich habe bei mehreren Sendungen der BBC zu Gesundheitsthemen mitgemacht und war von deren Rechercheaufwand recht beeindruckt. Eine Fernsehsendung ist kurz und daher muß vieles vereinfacht werden – aber man hat sich zumindest die Mühe gemacht, zu recherchieren und Aussagen von Fachleuten bestätigen zu lassen. So etwas hätte ich von der ARD auch erwartet.

    Was aber viel schlimmer ist: wenn schon bei einem Thema, bei dem die Faktenlage recht eindeutig ist, derart fehlerhaft ist, was bedeutet das für andere Sendungen?

    • In Deutschland ist miese wissenschaftliche Berichterstattung nicht selten ...
      Keine Ahnung, woran genau das liegt. Aber eine Vermutung – die absolut grottenschlechte Ausbildung re „Wissenschaft“ in den Herkunftsstudiengängen von Journalisten (grosse Teile der Sozial- und Kulturwissenschaften) in Verbindung mit mässiger Intelligenz und starkem politischen Bias. Denn auch die Linken und Linksliberalen pflegen ihre bizarren Verschwörungstheorien – CIA, Grosskapital, Vatikan …

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • "Herkunftsstudiengängen von Journalisten"
      Zustimmung. Kenne das als eine etwas motzig-beleidigte Verteidigungshaltung/Erwartung/Hoffnung vieler „Geiwis“, die wir annehmen, durch die Beschäftigung mit den höheren Dingen des Menschtums wie durch Musenkuss zur Einsicht in alle anderen Felder (Methodik und Resultate) gleich mitbefähigt zu werden. Das bestätigt man einander, bis es alle glauben, und Arroganz kann auch aus Angst entstehen. Romantisches Erbe: Schläft ein Lied in allen Dingen…

      Disclaimer: 1) Mag Eichendorff auch. 2) Habe leicht renegatische Tendenzen. Merkt man vielleicht ;-)

  39. abwarten
    Hallo Frau Müller.

    Eine Frage. Sie befürworten eine unabhängige Studie in der EU, welche die Wirkung von Methadon bei einer Krebsbehandlung untersuchen soll?

    Denn alles andere basiert auf Vermutungen.

    Beste Grüsse
    M. Lukas

    • Wenn Sie den Artikel lesen finden Sie bereits eine große Auswertung, die keinen Zusammenhang zwischen verlängerten Überleben und einer Schmerzbehandlung mit Methadon zeigt. Auch wird methadon bereits sehr lange daraufhin untersucht, ob die Schmerzbehandlung schaden würde – ein Nutzen wäre da aufgefallen

  40. In Summe fragwürdiger Artikel - cui bono?
    Der Artikel wird auch über FAZ-Accounts bei Twitter angeteasert. Hier wird ein Vergleich mit der Impfgegnerdebatte hergestellt. Auch wenn die Autorin dafür vermutlich nichts kann: das ist unterirdisch! Impfgegner verweigern ja gerade die Anerkennung jeder Evidenz aus ideologischen Gründen. Mir wäre nicht bekannt, daß Friesen evidenzbasierte Medizin grundsätzlich anzweifelt und weiteren Studien zu ihrem Ansatz verhindert oder sich dagegen sperrt – im Gegenteil: sie sucht Geld dafür!

    Die Eröffnungsfragen sind höchst suggestiv.
    Frage 1 lautet „Kann Methadon wirklich Krebs heilen?“. Die Behauptung, daß Methadon Krebs heilen kann wird schlicht nicht erhoben, hier wird ein Strohmann abgefackelt. Es wird nur die These aufgestellt, daß es die Wirkung von Chemotherapeutika unterstützt. Das ist eine grundlegend andere Aussage!

    Frage 2 lautet „Wird Methadon gar Patienten vorenthalten – aus niederen finanziellen Beweggründen?“ ist ebenfalls höchst suggestiv. Ich teile zwar nicht alle möglichen Verschwörungstheorien die ggü. der Pharmaindustrie gerne mal verbreitet werden. Aber so zu tun, daß es völlig undenkbar ist, daß Gewinninteressen Entscheidungen in der Industrie dominieren auch ggü. Gesundheitsinteressen, halte ich für eine steile These. Denn mE gilt als gesicherte (und in den USA auch gerichtsfestgestellte) Tatsache, daß „BigTobacco“ Gesundheitsrisiken des Rauchens aus Gewinninteresse eben systematisch verharmlost hat. Es gab also sehr wohl schon Fälle, wo in der Industrie Gewinninteressen vor Gesundheitsinteressen gegangen sind.

    Was mE unterschlagen wird:
    1. Wenn ich mich richtig erinnere, sind die Dosen für die Krebstherapie unterhalb der Entzugsdosen. Wenn ich mich da richtig erinnere, halte ich herausgehobene Betonung der Gefahren von Methadon für fragwürdig.
    2. Nach meiner Erinnerung an den Fernsehbeitrag kommt es auf ein spezifisches Mischungsverhältnis der Methadon-Enantiomere an, das nicht dem in der Substitutionstherapie gebräuchlichen Mischungsverhältnis entspricht.

    Nach meiner Wahrnehmung sind gerade bei Krebstherapien Fortschritte relativ gering und übergroße Hoffnung falsch. Insofern ist dem Artikel an dieser Stelle zuzustimmen, allerdings ist das auch keine neue Erkenntnis. Es mag sein, daß das Aufgreifen durch Medien hier einen anderen Anschein erweckt. Ich habe die Berichte gesehen und nicht den Eindruck, daß Frau Dr. Friesen dies besonders befördert, wie der Artikel mE insinuiert.

    Ich halte es für fragwürdig, wie der Forscherin eigennützige finanzielle Motive unterstellt werden (und gleichzeitig solche Interessen der Pharmaindustrie als absurd darzustellen!). Besonders suggestiv ist dabei die Frage „Warum hält Friesen dennoch so an Ihrer Idee fest?“. Ich finde es keinesfalls ungewöhnlich, daß gerade ein Forscher, der von einer Idee überzeugt ist, genau daran festhält. Ohne Überzeugung und Hartnäckigkeit kommt ein Forscher mE nicht weit. Alleine aus dieser also nachgerade notwendigen Charaktereigenschaft eines Forschers unredliche Motive abzuleiten bzw. anzudeuten ist unredlich!

    • an CD
      Respekt CD , einer der wenigen Kommentare die bezeugen, dass der Verfasser weiss , wovon er spricht , danke dafür

    • Titel eingeben
      1. Lassen Sie sich nicht täuschen. Wenn „wir Ärtze“ Anhalt hätten das Methadon wirkt würden wir es einfach verordnen. Bei mir hat jedenfalls noch kein Pharmalobbyist vorgesprochen um mich davon abzuhalten. Ich kann meinen Patienten dennoch nur dringend davon abraten.
      2. „Nach meiner Wahrnehmung sind gerade bei Krebstherapien Fortschritte relativ gering und übergroße Hoffnung falsch“- Woher nehmen Sie ihre Erkenntnisse? Schauen Sie sich mal die Überlebensraten beim metastasierten Malignen Melanom (z.B. zwischen 2000 und 2017). Es gibt immense Fortschritte in der Onkologie. Aber eben nicht dadurch, dass man jedes Experiment aus der Petrischale blind auf den Menschen skaliert. In einer Petrischale können Sie Tumorzellen auch einfach mit Zucker oder Salz töten.

  41. Bebilderung
    Nebenbei: die Bilder zu dem Artikel sind erkennbar Bilder, die auf Brustkrebs anspielen. In Zusammenhang mit Brustkrebs wurde die Methadontherapie mW nicht propagiert. Gleichzeitig ist Brustkrebs mE eine der Krebsarten, vor denen Frauen m. W. die größte Angst haben.

    Ich finde die Brustkrebsbebilderung daher fragwürdig und aufmerksamkeitsheischend.

  42. Wer denkt an den Patienten?
    Sie wiederholen in Ihrem Blogartikel lediglich sämtliche Gegenargumente, die man dank der Fachgesellschaften schon öfters lesen durfte. Haben Sie beim Verfassen auch an die Patienten und ihre Familien gedacht, die mit einer unheilbaren einer unheilbaren Tumorerkrankung konfrontiert sind?
    Mein Vater bekam mit Anfang 50 die Diagnose Glioblastom. Inoperabel und unheilbar. Ihm wurden damals noch 3 Monate gegeben und die Aussicht mit Bestrahlung und Chemo das Wachstum zu verlangsam, um noch ein wenig Zeit zu gewinnen. Kennen Sie die Standardbehandlung bei Glioblastomen, das so genannte Stupp-Schema? Nach der OP folgen 6 Wochen Bestrahlung + Chemo und nach einer vierwöchigen Pause geht es dann mit 6 Zyklen Chemo, diesmal höher dosiert, weiter. Hat mein Vater alles gemacht. Und dann? Dann endet das Studienprotokoll und man soll auf ein Rezidiv warten. Ein Rezidiv, Was grundsätzlich noch aggressiver als der Primärtumor ist. Da es dann kein durch Studien erprobtes Behandlubgsprotokoll mehr gibt, können die Ärzte als individuellen Behandlungsversuch ausprobieren, was sie für sinnvoll oder auch rentabel (Avastin! – obwohl nachgewiesenermaßen ohne Erfolg) halten. Was würden Sie machen? Auf das Rezidiv warten? Mein Vater hat sich für Methadon entschieden und zwar schon während der 6 Zyklen der Standardbehandlung. Das ist jetzt über ein Jahr her. Er nimmt immer noch Chemo, da wir einen super Onkologen gefunden haben, der es ihm weiterhin verschreibt. Denn der Tumor schrumpft. Ein inoperables Glioblastom verkleinert sich. So lebt er jetzt schon deutlich über 1,5 Jahre mit dem Tumor im Kopf. Sehr viel länger als die Ärzte ihm prognostiziert haben. Und es geht ihm immer besser und nicht schlechter durch das Methadon. Wenn man es langsam einschleicht und bei der empfohlenen Dosis bleibt, sind auch keine ernsthaften Nebenwirkungen zu erwarten. Er hatte lediglich Verstopfung. Die Warnungen vor Herzproblemen und Atemstillstand sind aus dem Zusammenhang gerissen, da sie auf Dosen in der Drogensubstitution zu treffen, also deutlich mehr Methadon in dem Fall eingenommen wird.
    Setzen Sie sich mal mit Menschen zusammen, denen ihr Tod aufgrund von Krebs in naher Zukunft prognostiziert wird. Als Patient hat man nicht die Zeit 5 Jahre auf Studien zu warten.

    • Titel eingeben
      Liebe Steffi,

      danke, dass Sie Frau Müller mal daran erinnern, dass es neben Studien auch noch etwas anderes gibt im Leben. Nämlich den Mensch und die Familien und Freunde dieses Menschens. Meine Mutter ist auch an einem Glioblastrom erkrankt. Und wenn man dann ins Gesicht gesagt bekommt: durchschnittliche Lebenszeit 12-15 Monate bei Standardbehandlung, dann ist das als würde man den Boden unter den Füßen verlieren. Wie bitte lebt man ohne einen Funken Hoffnung? Und wenn es auch nur eine unberechtigte Hoffnung ist, so macht es die Monate, die einem bleiben, lebenswert.
      Ich persönlich habe am eigenen Leib erfahren, dass alternative Heilmethoden helfen (nicht im Falle von Krebs aber einer chronischen Krankheit), auch wenn Doktoranten in ihren Studien keine Wirksamkeit feststellen konnten. Und wie sagte mein Arzt so schön: „wer heilt, hat recht!“ Es wäre schön, wenn mehr Ärzte und sogenannte Fachleute sich einer solchen Sichtweise öffnen würden und neben den Standardtherapien weitere Optionen darlegen würden.
      Ich wünsche Frau Müller von ganzem Herzen einen deutlichen Zugewinn an Emphatie gegenüber Betroffenen.

    • Ein Detail fehlt
      „Auf das Rezidiv warten“ beinhaltet auch den Ausgang: „Es kommt kein Rezidiv“. „Null“ ist auch ein Ergebnis einer Rechnung oder anders herum, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis nicht eintritt, ist in der Erwartung mit drin.
      Alles andere sind internationale „Studien“, in denen versucht wird, etablierte Chemotherapieschemata zu verbessern. Und zwar einheitlich und weltweit. Damit wird vermieden, dass jeder irgendetwas anderes macht und man am Ende nicht weiß, was wirklich wirkt und was nicht. NIEMAND auf der Welt ist verpflichtet, an irgendeiner Studie teilzunehmen und JEDER Teilnehmer einer Studie kann sein Einverständnis JEDERZEIT und OHNE BEGRÜNDUNG zurückziehen. Dass darf auf die weitere Behandlung keinerlei Einfluss haben. So steht es in den Regeln ärztlicher Ethik, guter wissenschaftlicher Praxis und auch manchmal im Gesetz.

      Was mich interessiert: Ihr Vater hat eine Operation, insgesamt 12 Zyklen hochwirksamer Chemotherapie und eine ganze Serie von Bestrahlungen verabreicht bekommen. Wie kommen Sie darauf, dass es das Methadon war, das für seinen jetzt erfreulichen Zustand verantwortlich ist?

  43. Methadon
    Guten Tag
    entscheidend sind gar nicht die Untersuchungen von Frau Friesen. Entscheidend sind die Therapie Entwicklungen durch Herrn Hilscher. Von Ihm und seinem Apotheker wurde ein komplettes Therapie Konzept erstellt. Diese bestätigen heute schon die gefundenen Effekte von Friesen. Dies läuft alles ohne große klinische Studien..
    Ein ganz schlecht recherchiertes Stück Text..
    Das Problem mit den Fachleuten: Da keiner Methadon sonst anwendet, keine Forschung gibt gibt es auch keine Fachleute im nennenswertem Umfang. Daher müssen andere Methoden gefunden werden, die gefundenen Ergebnisse zu verifizieren. Da kann jeder Arzt zu beitragen. Bei Methadon ist die Kreativität der beteiligten Personen gefordert, eine Unterstützung der Pharmaindustrie wird es nicht geben.. Dazu sollten Sie aufrufen. Die Chancen übertreffen bei weiten die Risiken. Sollte man nach 1-2 Jahren feststellen, Methadon hat doch irgendwelche gravierende Nachteile kann man es immer noch verteufeln..
    mfg
    Peter

    • Titel eingeben
      Wie kann man ohne klinische Studien die Wirksamkeit einer Therapie untersuchen? Hilscher selbst schreibt „Einschlägige Studien zur Wirksamkeit in der Tumortherapie fehlen noch. […] Von Onkologen wird eine adjuvante Tumortherapie mit Methadon zum gegenwärtigen Zeitpunkt aufgrund der mangelhaften Studiendaten nicht empfohlen.“[1] Er hat interessante Ideen zum Thema Toxikologie, die nicht unbedingt der Mehrheitsmeinung entsprechen [2], aber das beudetet noch lange nicht, dass er auch recht hat.

      Interessanterweise sind die Beschreibungen von Frau Friesen in ihrer Publikation [3] extrem vage, denn sie beschreibt Fallbeispiele, „dass Patienten unter zusätzlicher Gabe von D,L-Methadon zur konventionellen Therapie pro tieren können.“ Das bestreitet niemand. Fallbeispiel 1 [4] zeigt, dass sich Methadon besser als Fentanyl zur Schmerztherapie eignet, Beispiel 2 [5] untersucht ebenso die Wirkung von Methadon als Schmerzmittel und auch bei Beispiel 3 [6] geht es nur um die Wirkung gegen Schmerzen.

      Selbst die Autoren der Studie, die Sie als Beleg für die Wirkung zitiert, kommen zum Schluss „Due to the small number of patients and retrospective study design, a final conclusion regarding improved outcome due to D,L-methadone administration cannot be made.“ [7]

      Aber alles das erfährt man auch, wenn man den angeblich „schlecht recherchierten“ Text liest, denn Dr Müllner bemüht sich, nach Fakten und nicht nach Meinungen zu suchen.

      Ihre Behauptung, Methadon würde nicht verwendet, stimmt eindeutig nicht (siehe Referenzen und Referenzen darin). Die Studien, die bisher unternommen wurden, zeigen keinen Vorteil in der Behandlung (übrigen sieht man auch keinen Effekt bei Patienten auf Methadontherapie).

      [1] https://link.springer.com/article/10.1007/s00940-016-0243-3
      [2] http://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4904685
      [3] https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0043-110160.pdf
      [4] http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0959804916323012
      [5] http://ascopubs.org/doi/full/10.1200/JCO.2001.19.11.2898
      [6] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27306912
      [7] http://ar.iiarjournals.org/content/37/3/1227.long

  44. Titel eingeben
    Die Aufmerksamkeit ist doch nur so groß, weil es einfach ist: Ein bekannter Wirkstoff soll helfen. Klares Ursache-Wirkungs-Prinzip. Denn in der Krebsforschung wird es immer komplizierter. Die Zeit der klaren genetischen Marker auf die bestimmte Therapien besser ansprechen, ist auch vorbei. Vor der Tür stehen Gensequenzierung und umfassende molekulare Tumorprofile. Auch ein Geschäft mit der Hoffnung, da die Wirksamkeit dieser personalisierten Krebsmedizin nicht mit einfachen Studien bewertet werden kann. Während Medien sich mit so banalen wie Methadon beschäftigen, wird mit dreistelligen Millionenbeträgen bei der Pharma- und Diagnostikindustrie an neuen Hoffnungen gearbeitet, die die Gesundheitssysteme ausplündern.

  45. Kommentar
    „Wir haben in der EU aus gutem Grund eine sehr strenge Regulierung bei der Zulassung von Arzneimitteln.“
    Da kann man sicherlich differenzieren. Diese Regulierungen sind auf den Contergan-Skandal zurückzuführen. Und deswegen nur verständlich. Wenn nun aber an Wirkstoffen länger geforscht werden muss, kommen sie später auf den Markt. Ob dadurch Menschenleben netto gerettet oder verloren werden, wird jedenfalls im Master Gesundheitsökonomik in Essen so gelehrt, dass wahrscheinlich mehr Menschen sterben als gerettet werden.

  46. Finanzielle Interessen?
    Die Anmerkung der Autorin, dass Frau Dr. Friesen an Methadon an unterstützenden Wirkung von Methadon in der Krebstherapie wegen eines eigenen Patentes festhalten könnte – und Patente ja jährlich Geld kosten, entbehrt jeder Grundlage. Auf dieses Thema ist vor einiger Zeit auch schon der Deutschlandfunk eingegangen – und hat öffentlich festgestellt:
    „Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes und Audios wurde angegeben, dass Frau Dr. Claudia Friesen ein US-Patent auf die Kombinationstherapie aus Methadon und Chemotherapie besitzt. Diese Aussage ist nicht korrekt. Patenthalter für zwei Erfindungen in der Kombinationstherapie von Opioiden (zu denen Methadon zählt) und Anti-Krebsmedikamenten ist die Universität Ulm. Als Inhaberin besitzt die Universität Ulm das mit einem Patent einhergehende Monopol- und Verwertungsrecht. Die Erfinder, darunter Frau Dr. Claudia Friesen, werden als Urheber im Verfahren benannt, haben darüber hinaus aber keine wirtschaftlichen Rechte. Für sie gilt das Gesetz der Arbeitnehmererfindung. Von einem Interessenskonflikt ist damit nicht auszugehen.“
    http://www.deutschlandfunk.de/methadon-k-ein-wundermittel-gegen-krebs.676.de.html?dram:article_id=391497

    Es wäre wünschenswert, wenn der Artikel dahingehend korrigiert wird. Gerade in den vergangenen Jahren haben wir ja oft genug erlebt, wie durch Vervielfältigung von nicht haltbaren Aussagen, Stimmung gemacht werden kann.

  47. Als ahnungsloser und für manches noch zu junger Mann
    habe ich eine ganz neutrale Frage: das Autorinnenfoto hat auf dem größeren Teil der Fläche das nach vorn gebürstete Haar der Autorin. Was ist der Hintergrund dieser Ostension? Wird das blond(iert)e Haar als besonderes Personmerkmal in den Vordergrund gezogen?
    Bitte nicht gleich beleidigt sein. Ich verstehe, ganz wertfrei, die „Schaut her meine Haare“-Pose nicht. Bei Männern kenne ich die so nicht, sie hat aber sicher eine gute, wertige Bedeutung?

    • ahnungslos haarig
      Es ist keineswegs sonderlich schlecht, sich als ahnungslos – in gewisser Hinsicht selbstverständlich nur – zu empfinden.
      Gerade dann läge es aber nahe, jede Gelegenheit zu ergreifen um zu lernen, dass es Frauen eventuell vorziehen, etwas anders zu machen als Männer, gerade auch dann, wenn das bis dahin gepflegte Weltbild dadurch einen Kratzer bekommt.

  48. @ Anna Müller: Danke für den Bericht
    Evidenz vor Eminenz!

    Zum Glück gibt es heute DKG-Zertifizierte Krebszentren in denen die Patienten auf der Grundlage der besten zur Verfügung stehenden Wissensquellen bzw. Daten behandelt werden. Es muss nachgewiesen sein, dass ein Medikament „hilft“ bevor es verabreicht werden darf.

    Bei Methadon ist nicht erwiesen, ob günstige Therapieverläufe tatsächlich durch Methadon verursacht wurden – Punkt!

  49. Die böse Pharmaindustrie ist an allem Schuld
    Ein Bekannter von mir, mit starkem Übergewicht,
    zunehmender Herzschwäche, deutlichen Unterschenkelödemen
    hat sich eine bakterielle Infektion eben da zugezogen.
    Sein Arzt verordnete u.a eine entzündungshemmende Salbe.

    Die Apotheke verkaufte dem H4 Empfänger der Dummerweise
    keine Befreiung für Arzneimittel hat eine Tube mit einem Homöopathischen Mittel das völlig Wirkungslos war für 13
    Euro. In der Apotheke hatte man sich nicht einmal die Mühe gemacht sich den betroffenen Unterschenkel anzusehen.

    Er ging wenige Tage später wieder zum Arzt da es schlimmer wurde und
    der verschrieb dann ein Antibiotikum das tatsächlich wirkte.

    Dummheiten gibt es nicht nur unter Journalisten sondern
    auch unter Menschen von denen ich Erwarte das sie Fachleute sind.

    PS damit will ich nicht sagen das homöopathische Mittel
    nicht Teil einer Industrie sind oder sein können.

    Wer das Beispiel im Vergleich zu Krebs albern findet
    weis vermutlich nicht wie viele Leute an einer Sepsis sterben.

    PS2 Den größten Fehler den man bei einer Krebserkrankung machen kann ist vermutlich durch mangelndes Vertrauen in die Fähigkeiten
    der modernen Medizin Zeit* zu verlieren.

    Bestes Beispiel dafür könnte Steve Jobs sein
    der vermutlich weil er glaubte alles besser zu wissen
    zu viel Zeit vergeudete.
    An Geld dürfte er keinen Mangel gehabt haben.

    * Ich möchte in dem Zusammenhang
    auf den Unterschied von Vorsorge und Früherkennung hinweisen.

    Unter Früherkennung verstehe ich regelmäßige routinemäßige
    Untersuchungen darauf ob sich etwas unerwünschtes entwickelt.

    Vorsorge ist zb: nicht rauchen, gesunde Ernährung, angemessene körperliche Bewegung in der frischen Luft etc.

    Der Begriff Vorsorgeuntersuchung ist m.E.
    Irreführend

  50. Vielen Dank
    Liebe Frau Müllner,
    vielen Dank für diesen sehr differenzierten Artikel!
    Die Art und Wiese wie die Protagonisten im Feld und manche Medien mit dem Thema umgehen halte ich unseren Patienten gegenüber für unverantwortlich.
    Ich behandele seit über 15 Jahren Hirntumorpatienten. Außerdem untersuchen wir neue Therapieansätze und Medikamente in Zellkultur als auch in Tierversuchen. Ich bin der Überzeugung, dass es dieser Erfahrung bedarf um die bisherigen Ergebnisse zu Methadon bewerten und einordnen zu können. Ich halte die präklinischen Befunde zu Methadon zwar für interessant aber in Anzahl und Qualität nicht ausreichend um einen Einsatz an Patienten zu rechtfertigen. Warum Frau Friesen hier in 3 Jahren seit der letzten Veröffentlichung 2014 nicht mehr Untersuchungen mit aussagekräftigeren Tierversuchsmodellen zeigt, verwundert mich sehr. Das kostet weder viel Geld noch viel Zeit.
    Außerdem haben wir, wie von Ihnen zum Teil zitiert, inzwischen mehrere Untersuchungen die keinerlei Hinweise ergeben, dass Methadon den Verlauf von Krebserkrankungen positiv beeinflusst. In unserem klinischen Alltag sehen wir inzwischen einige Patienten die von anderer Stelle Methadon erhalten. Leider erleben wir hier keine Überraschungen oder wundersame Verläufe. Warum sehen wir die von Frau Friesen und Herrn Hilscher berichteten positiven Verläufe nicht??? Stattdessen sehen wir Methadon Nebenwirkungen und müssen immer wieder auch Patienten deshalb stationär aufnehmen.
    In regelmäßigen Abständen werden eben seit Jahren immer wieder vermeintlich vielversprechende Therapieansätze „durchs Dorf getrieben“ und verschwinden dann auch wieder. Das ist der Lauf der Dinge. Die Leidtragenden sind leider unsere Patienten. Sie können die Sachlage in der Regel nicht selbst beurteilen und klammern sich verständlicherweise an jeden Hoffnungsschimmer. Wissenschaftler wie Frau Dr. Friesen (Chemikerin!), Ärzte wie Herr Hilscher und teilweise auch die Medien (Plusminus, Stern TV, etc.) sind in den letzten Monaten ihrer Verantwortung aber in keinster Weise gerecht geworden. Diese Kombination führt dann eben dazu, dass sich ein ungerechtfertigter Hype entwickelt den man durchaus schon als Verschwörungstheorie bezeichnen kann. Wenn ich mit meinen Patienten das Thema sachlich und ausführlich durchspreche, erledigt sich das Thema Methadon in praktisch allen Fällen.
    Mit besten Grüßen
    Neuroonkolgoe

    • Vielen Dank für Ihre Erfahrung aus der Praxis. Wissen Sie wie die Patienten das Methadon erhalten? Ich frage mich auch sehr, weshalb es so wenige Studien mit wenigen Tieren und wenigen Zelllinien gibt. Und auch nur in Kombination mit Doxo, was ja nicht die angenehmste Chemotherapie ist. Falls Sie mir über anna@zellmedien.de eine Mail schicken möchten würde ich mich sehr freuen.

    • Ohne Studie ist nichts glaubhaft
      Die Resulatate aus den Tierversuchen (Mäuse) lassen sich doch nicht auf den Menschen übertragen, wie man in medizinischen Kreisen sagt. Was für ein Beleg ist den das? Es sollte eine Studie unternommen werden um ernstzunehmende Ergebnisse zu erhalten.
      Vor Jahren wurde HIV mit Johanniskraut untersucht. Viel viel Geld floss da hinein und es wurde nichts daraus. Seit dem weiss man aber, Johanniskraut und HIV ist nicht günstig miteinander.
      Stellen Sie sich der Wissenschaft doch nicht in den Weg. Bitte klären sie ernsthaft auf und berufen sich besser nicht auf Einzelfälle die unverträglich auf Methadon reagieren. Das ist doch die selbe Nummer wie es den Befürwortern von Methadon vorgeworfen wird.

  51. Selber machen
    Ich verstehe nicht, warum die Methadonjünger nicht einfach eine eigene Pharmafirma aufmachen, wenn doch alles so simpel ist?

  52. Titel eingeben
    Sehr geehrte Frau Dr. Anna Müllner!
    Stimmt es, dass Sie für die Protagen AG arbeiten, die von Herrn Stefan Müllner gegründet wurde? Stimmt es, dass Protagen in Kooperation mit der Bayer Health Care Pharmacentials steht? Wenn das alles stimmt, erklärt sich für mich dieser inhaltlich einseitige Artikel von selbst, weil sich Ihr eigener Wirkungskreis sehr in der Nähe der Interessen von Pharmafirmen bewegen würde. Dann wäre Ihr Artikel, über den sich diskutieren ließe, für mich leider schon vom Ansatz her nicht mehr interessant.

  53. Krepieren geht über Probieren?
    Geehrte Frau Müllner,

    nun mal langsam mit den jungen Pferden, im Interpretieren klinischer Studien liegt meiner Erfahrung nach nur ein Bruchteil der Wahrheit. Die Evidenz von heute ist oft der Irrtum von morgen.

    So existiert beispielsweise eine Reihe von sicherlich evidenzbasiert entwickelten und – nach wie vor – verordnungsfähigen Präparaten, die sich im Laufe der Zeit als stark nebenwirkungsbehaftet erwiesen haben (wie Gyrasehemmer, Hormonersatztherapie etc… Vom Verbrechen durch Contergan will ich hier noch nicht reden.).

    Hierbei handelt es sich nicht einmal um Medikamente, die es mit sog. „Dread Diseases“ aufnehmen sollen. Dennoch gilt deren Anwendung z. T. noch als lege artis und lösen keine Haftungspflicht aus, wenn es zu – leider häufigen und perfiderweise zeitlich verzögerten – Problemen kommt. Da kommt der „Rote-Hand-Brief“ oft reichlich spät…

    Völlig anders schätze ich die Sachlage ein, wenn man in Anbetracht der Schwere einer Erkrankung – nach Abwägung – kalkulierbare Risiken in Kauf nimmt.
    Warum nicht Methadon statt dem gängigen Fentanyl gegen den Schmerz zu verordnen, leuchtet mir nicht ganz ein (außer man sieht nur den entstehenden Papierkram und eine engermaschige Kontrolle vor sich).

    Die Entwicklungs- und Zulassungskosten von Methadon als adjuvantes, NICHT singuläres Krebstherapeutikum stehen also letzlich der Hoffnung zumindest auf Linderung vieler Krebspatienten im Wege.
    Das gleiche Schicksal erleiden übrigens Patienten mit sehr seltenen Erkrankungen, die auf die Zulassung eines Orphan-Arzneimittels warten.

    Hier für Cinema-Begeisterte:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Lorenzos_%C3%96l_(Film)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Zeit_des_Erwachens

    Na, wer da nicht zum Zyniker wird und vom „richtigen“ Glauben abfällt!

    Treibt nicht ausgerechnet dieses gnadenlos wirtschaftliche Denken viele Betroffene, denen einfach die Zeit davonrennt, schnurstracks in die Hütte des quacksalbernden Medizinmannes und verhindert ehrliche, seriöse Erkenntnisse?

    Sie stellen die Frage nach dem Vertrauen in die Pharma/ Medizin, welche sich gerne einen wissenschaftlichen, menschenzugewandten Heiligenschein aufsetzt und angeblich dem gepeinigten Patienten nicht die letzte Kohle aus dem gebückten Kreuz leiert – ich auch!

    Das Polarisieren in „gute Schulmedizin“ und „böse Alternativmedizin“ hat lange, verheerende Tradition mit schrecklichen Folgen. Waren es früher Kräuterhexen, die verbrannt wurden, so werden heute Forscher gesellschaftlich exekutiert.

    Besser ginge es Hand in Hand – im Sinne des Patienten UND der Wissenschaft, wie ich finde!

    Glücklicherweise erlebt die Menschheit enorme Fortschritte in der Krebsforschung/ -behandlung und ich vertrete sicher nicht die Ansicht, jedem Hype oder Angebot aufzusitzen, das die sog. Alternativmedizin bietet.
    Dennoch eröffnen sich auch hier mMn gute Ansätze, die man nicht in Bausch und Bogen verdammen sollte, nur weil sie nicht evidenzbasiert sind (und aus genannten finanziellen Gründen niemals sein werden).

    Mir stellen sich eher mehrere Fragen bezüglich unabhängiger Forschung und Lehre (bei Bedarf gerne selbst ergänzen):

    – Wer stellt die Kriterien/ Standards einer klinischen Studie auf und kann diese erfüllen?
    – Wer ist in der Lage, diese Studien zu bezahlen und hofft, die gewonnenen Erkenntnisse gewinnbringend zu vermarkten?
    – Wer leistet sich ein Heer von Pharmareferenten, die mit dem missionarischen Eifer Jehova´s Zeugen (aber nicht deren selbstloser Entlohnung…) Praxen belagern?
    – Wer kann sich teure Werbung leisten und warum?
    – Wer windet sich aus „evidenzbasierten“ Schadensersatzklagen?

    Der „Heilige (Forscher-) Geist“..? Nun, hoffentlich ist der weder politisch noch wirtschaftlich abhängig und erst recht nicht börsennotiert!

    Ich für meine Person würde es vorziehen, ggfs. lieber unwissenschaftlich zu leben, als klinisch-wissenschaftlich über den Jordan zu segeln.

    Allen anderen wünsche ich: Mast-und Schotbruch und allzeit eine handbreit Wasser unter´m Kiel!

    Übrigens: Präparate baugleich „Contergan“ sind noch immer auf dem Markt. Im fernen Ausland kann man die tragischen Beweise von Anwendungen bei werdenden Müttern – immer wieder neu geboren – sehen.
    Wären die Schwangeren mal lieber zum „Scharlatamanen“ gegangen…

    • Lernen aus der Vergangenhiet
      Die bitteren Erfahrungen mit Contergan und vielen anderen neuen Medikamente haben ja eben gerade dazu geführt, dass unser Zulassungssystem so hohe Hürden setzt.
      Und am Ende ist dies auch richtig so. Erst wenn wir Wirkung und Nebenwirkungen systematisch erhoben haben könne wir wirklich beurteilen ob ein Medikament für unsere Patienten etwas taugt oder nicht.
      Donald Trump übrigens möchte am liebsten alle Zulassungsverfahren ersatzlos streichen. Der „Markt“ sei klug genug um zu entscheiden „welches Medikament gut und welches schlecht“ sei. Das würde natürlich der Pharmaindustrie so was von in die Hände spielen.
      Man mag sich nicht ausmalen, was dass für Patienten und Ärzte bedeuten würde. Wir würden dann eben würfeln welches Medikament wir einsetzen.
      In der Kinderonkologie werden letztlich alle Kinder im Rahmen von klinischen Studien behandelt und dies hat zu einer dramatischen Steigerung der Heilungsraten geführt. Das ist der Weg den wir gehen müssen. Für unsere Patienten.

    • Vergangenheit?
      So intensiv waren die Lehren aus der Vergangenheit nicht, jedenfalls nicht die bezüglich des Medikamentes „Contergan“.
      Dieses ist bei uns immerhin noch zugelassen und wir oder wurde zumindest im Jahre 2004 für die Behandlung des Multiplen Myeloms empfohlen.
      Schon intensiver waren die Lehren aus der Krankheit des Pferdes „Jim“ im Jahre 1901 an der Duke University in Durham/North Carolina.
      Aus dessen Blut wurde Antidiphterie-Serum für Kinder gewonnen und als sich das gutmütige Brauereipferd mit Tetanus infizierte, was bei Pferden keine Symptome macht, starben 13 Kinder an dem sonst so hilfreichen Serum.
      Daraufhin wurde 1902 der Biological Control Act erlassen, auf dem unsere heutigen Zulassungsstudien basieren.
      Die Firma Grünenthal hatte in den 60er Jahren den Prozess um den Schadenersatz für Contergan beinahe gewonnen.
      Unter anderem, weil ihr Hauptgegner, der Genetiker und Kinderarzt Widukind Lenz der Sohn des Nazi-Rassehygienikers Friedrich Lenz war und man ihm vorwarf, mit seinem Engagement für Behinderte sein Schuldgefühl abzuarbeiten. Weil er sich dann noch ein paar unwissenschaftliche Ausraster leistete, wurde er vom Prozess ausgeschlossen.
      Grünenthal schlug dann kurz vor dem Platzen einen Vergleich vor, der bis heute gilt. Verurteilt wurden sie nie.

      Zu den Fragen:
      „Studienkriterien“ werden von dem definiert, der die Studien durchführt. Sie richten sich nache der Wirkung eines Medikament. Statistiker rechnen dann die Gruppengrössen aus, bei denen man beweisen kann, das es sich um keinen zufälligen Effekt handelt.
      Die Studienprotokolle müssen dann durch die zentralen (EMEA, FDA), nationalen (BfArm, AFSSAPS) und lokalen Ethikkomissionen der Zulassungsbehörden und Universitäten, auf den Kontinenten, in den Ländern und an den Orten, wo sie durchgeführt werden, bewilligt werden. Das gilt auch für jede noch so kleine Änderung.
      Die Durchführung wird dann immer von dem bezahlt, der ein Medikament später vermarktet. Hat eine Firma für eine bestimmte Anwendung Zulassungsstudien durchgeführt, darf nur sie das Medikament für diese Anwendung bewerben und verkaufen. Das gilt auch für bereits zugelassenen Medikamente und für solche, für die die Patente abgelaufen sind.
      „Wirtschaftlicher Erfolg“ ist in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem keine Schande. Es resultiert daher auch daraus kein Recht auf einen Vorwurf.
      Die „Lex Grünenthal“ zeigt, das für „evidenzbasierte Schadenersatzforderungen“ die gleichen Kriterien an die wissenschaftliche Redlichkeit gestellt werden (müssen), wie an andere wissenschaftliche Studien auch. Daran scheitern die meisten dieser Prozesse, nicht am „bösen Willen der Pharmaindustrie“. Dass die sich verteidigen, ist ihr Recht, so wie bei jedem anderen auch.

      http://jamanetwork.com/journals/jama/article-abstract/1845511

      http://www.k-faktor.com/contergan/files/political_engagement.pdf

      https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/article/327961/vielversprechende-daten-effekt-thalidomid-multiplem-myelom.html

    • Lieber Herr Betroffener
      Über Wechselwirkungen von Medikamenten gibt es Apps für IPhone und Android, Checklisten für die Kitteltasche und sogar eine Seite im Internet (s.u.).
      Sie sollten diese aber meiden, sonst haben Sie noch etwas, das sie vermutlich viel besser wissen, als die jungen Quacksalber, die ihre Zeit nur mit Golfspielen verbringen.

      Zitat: „Empathie, Psychologie und eine verdammte Anamnese sind Fremdwörter bei vielen behandelnden Ärzten“.

      Ich weiß nicht, wieviel „Empathie“ Sie erwarten, die Tatsache jedoch, dass es jemanden gibt, der Sie behandelt, spricht dafür, dass dieser sich Sorgen um Sie macht. Allerdings nicht nur um Sie. Das müssen Sie lernen, zu akzeptieren.
      Wenn Sie an sich psychologische Probleme erkannt haben, die der junge Scharlatan übersehen zu haben scheint, zögern Sie nicht, ihn auf ihr inzestöses Traumverhältnis zu Ihrer Großmutter im Alter von 4 Jahren (als SIE 4 Jahre alt waren, nicht ihre Großmutter) hinzuweisen. Das hilft bestimmt, ihre Unterschenkelfraktur zu beheben.
      „Verdammte Anamnesen“ kenne ich tatsächlich auch nicht. Alle anderen Patienten haben Krankheitsgeschichten, auch „Anamnesen“ genannt, die sich aus verschiedenen Quellen speisen. Zum Beispiel aus den 350 Seiten alter Arztbriefe aus dem Klinikcomputer. Das muss dann auf 2 Sätze herunterkomprimiert werden. Dabei gehen manchmal ein paar Details verloren. Das liegt aber am System des „Informationstransfers“ in einer Klinik. Man hat sich schon lange darauf geeinigt, Überflüssiges einfach wegzulassen. Das betrifft dann (gefühlte) 349 Seiten der oben erwähnten Arztbriefe (nicht vergessen: laut Gesetz müssen alle Briefe und Befunde der letzten 20 Jahre archiviert werden und abrufbar sein. Da kann ganz schön was zusammenkommen).

      Zitat:
      Wissen die jungen Ärzte eigentlich noch, was es heißt, das Gesicht, die Hände, die Haut richtig anzuschauen? Was es heißt zuzuhören?? Was es bedeutet, Fakten die man aufnehmen soll auch richtig im Fragebogen einzutragen?

      Hände, Gesicht und Haut betrachtet man während eines Gespräches, quasi „wie im echten Leben“, weil man bestimmte Dinge so viel besser erkennen kann. Wenn man sagt: „Ich betrachte jetzt ihr Gesicht“wird der Patient versteinern, oder irgendeine Grimasse schneiden, die keinem Menschen weiterhilft. Sie merken das nur nicht.
      Fragebögen sind übrigens das unnötigste Utensil einer Krankenuntersuchung. So steht in jedem Fragebogen zur Narkoseaufklärung, wieviele Geburten und/oder Fehlgeburten Sie hatten, oder ob sie an Prostataproblemen leiden. Egal, ob Sie eine Frau oder Mann sind. Und: Welche „Fakten“ bei einem Gespräch aufgenommen werden „sollen“, bestimmt nur der, der sie aufnimmt. Der filtert sie automatisch nach Relevanz. Aber wenn Sie die Hämorrhoidenblutung in Stalingrad 1941 als relevant für ihre aktuell ausgekugelte Schulter betrachten, weisen Sie den jungen Schnösel einfach darauf hin.

      Zitat:
      So kommt es, dass Medikamente über längeren Zeitraum verabreicht werden, die sich gegenseitig blockieren oder Nebenwirkungen ins unerträgliche potenzieren. Man wird ärgerlich, wenn man mit logischem Denken und dem Lesen der Verpackungsbeilagen darauf kommt, dass die Medikamentenzusammensetzung nicht funktionieren kann. Wenn man durch „Selbstversuch“ herausbekommt, was einem hilft und was eben nicht.

      Unerwünschte Nebenwirkungen und zum Teil auch Wechselwirkungen von Medikamenten sind von Patient zu Patient verschieden. Das bedingt, das man einmal angesetzte Therapien „feintunen“, das heißt: „individuell anpassen“ muss. Dabei ist man darauf angewiesen, dass man vom Patienten über Nebenwirkungen informiert wird. Das lässt sich weiß Gott nicht aus dem Waschzettel eruieren, in dem jegliche unerwünschte Reaktion gelistet werden muss, die irgendwo auf der Welt jemals aufgetreten ist. Das heißt noch lange nicht, dass Sie sie auch haben.
      Die goldene Regel der „Selbstversuche“: „Erfolge werden dem, der sie durchführt, gutgeschrieben, Nebenwirkungen und Therapieversager dem Arzt, der die Medikamente verschrieben hat, dem man vorsichtshalber von diesen Selbstversuchen nichts erzählt und auch nicht, was man gerade nimmt, und was nicht“ kennen Sie vermutlich. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

      Zitat: Warum gibt es in Krankenhäusern kein einheitliches Softwaresystem, dass es ermöglicht, dem Patienten auf jeder (!) Station das für ihn Bestmögliche (damit ist nicht exklusiv oder überteuert gemeint) zukommen zu lassen?

      Sie meinen vermutlich „die bestmögliche Behandlung“ und nicht die Schnittblumen im Fenster. Antwort: weil jeder Patient ein Individuum ist, das keinem anderen Individuum gleicht. Das können Computer nicht wissen. Für die gibt es nur Kategorien, auf die sie programmiert sind. Wenn wir Computer als Frisöre hätten, hätten wir schon lange alle dieselbe Kopfgröße. Was Computer in der Medizin anstellen können, wollen sie garnicht wissen.

      Zitat: „Die Arroganz, die einem als Betroffenem und Angehörigem entgegenschlägt ist sehr oft nur sehr schwer zu ertragen“.

      Das mag sein, wird durch, Zitat: „“Es ist ein Fakt, dass man sich mittlerweile mit Anwälten sein Recht auf Behandlung erkämpfen muss“ aber ein wenig verständlich. Wenn Sie mit einem Anwalt in meiner Tür stehen würden,damit ich Sie auf eine bestimmte Weise behandeln soll, würde ich empfehlen, dass der Anwalt Sie behandelt.

      Zitat: Fragen stellen ist nicht erwünscht, man soll grenzenlos vertrauen und an die Heilung glauben – wie, wenn man stets das Gefühl hat, nicht die Wahrheit gesagt zu bekommen oder nicht Ernst genommen zu werden?
      Wie, wenn man keine Aussagen zu Befunden erhält, keine Aussagen über weitergehende Behandlungen, keine Aufklärung, was alles passieren kann und wie man damit umgehen kann.

      Wenn Sie erstmal mit einem Anwalt erschienen sind, der jedem Menschen jedes Wort im Munde herumdrehen kann, wird kein Mensch Ihnen irgendetwas Gerichtsverwertbares mehr sagen wollen. Das würden Sie genauso tun.

    • Eine Frage
      Eine Frage an Elly Seidl, die hier „Lorenzos Öl“ zitiert: „Lorenzos Öl“ besteht aus Oliven- und Rapsöl in einer bestimmten Zusammensetzung, die sich der Vater eines an einer sehr seltenen Stoffwechselerkrankung leidenden jungen Patienten hat patentieren lassen.
      Von dem Öl braucht man 100 ML pro Tag (bei einem Körpergewicht von 50 kg. Mit 100 kgKG braucht man das Doppelte). Die Anwendungszeit beträgt laut Produktinformation „mehrere Jahre“.
      500 mL des patentierten Wunderöles kosten Euro 347,27. Würde ich Oliven- und Rapsöl von ALDI im Verhältnis 4:1 mischen, und mehr ist das Öl auch nicht, hätte ich Tageskosten von ein paar Cent.

      Frage: Was genau unterscheidet Lorenzos Vater von der bösen, geldgeilen Pharmaindustrie?.

      http://navarro.ilorena.com/lorenzos-ol-anwendungen-nebenwirkungen-wechselwirkungen-und-warnungen/
      http://juris.bundessozialgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bsg&Art=en&Datum=2008-2&nr=10376&pos=1&anz=29

    • @ Thomas Marx v. 18.08. 23:20 Uhr
      Verzeihung, Herr Marx, ich habe Ihre Frage erst heute gesehen. Vielen Dank für Ihre interessanten Belege!

      Ihrer Ausführung entnehme ich Ihre Mutmaßung, ich würde der Pharmaindustrie grundsätzlich Bösartigkeit und Geldgeilheit unterstellen.

      Nein, mache ich nicht.

      Aber genausowenig unterstelle ich ihr grundsätzlich eine blütenweiße Weste.
      Vielleicht ist es mir nicht gelungen, exakt diesen feinen Unterschied herauszustellen, den ich verdeutlichen wollte.

      Um die Welt einfach in „gut“ und „böse“ zu polarisieren, fehlt mir der Missionsgedanke.

      Erlauben Sie mir noch die Antwort auf Ihre Frage „Was genau unterscheidet Lorenzos Vater von der bösen, geldgeilen Pharmaindustrie?“. Sie lautet:

      Die private Motivation.

  54. Methadon in der Krebsmedizin
    Die meisten Erfahrungen mit der Verordnung von D-L-Methadon haben Substitutionsmediziner.
    Die genannten unerwünschten Wirkungen sind bei den Dosierungen, wie sie jetzt aktuell bei der Mitbehandlung von PatientInnen mit Glioblastom verordnet werden, nicht zu erwarten.
    Es liegen außer einer wachsenden Anzahl von Fallberichten keine Evidenzen in Form von Studien, Langzeitbeobachtungen u.a. vor für die Wirksamkeit. Aber was spricht dagegen, D-L-Methadon zusätzlich bei den von Frau Friesen genannten Krebsformen zu verordnen? Und was spricht dafür?
    Eine Zusammenstellung der relevanten Fachveröffentlichungen und Artikel aus der Publikumspresse finden Sie hier:
    http://www.forum-substitutionspraxis.de/substitutionsmittel/methadon/methadon-in-der-krebsmedizin

    • Titel eingeben
      Danke H.G; Du hast wie immer Deine Hausaufgaben gemacht :-) . Zu dem Thema lese ich mir seit Langem die Augen rund; und die Berichterstattung bringt mich häufig auf die Palme. ARD hat sich „Faktencheck“ auf die Fahne geschrieben…. naja. Unabhängig vom Thema ob Methadon Sinn macht, erst mal zu den „Fakten“, (ich beziehe mich auf die Sendung) welche du ja kennst, aber manche MitleserInnen hier nicht: Methadon ist nicht als Schmerzmittel zugelassen, wie immer wieder betont wird. Das ist off-label, wird aber von der Bundesopiumstelle akzeptiert (dort nach zu lesen). Nicht patentfähig: Es ist ein Patent angemeldet; steht auch hier im Artikel. Die Uni Ulm würde „jetzt“ eine Studie bei Methadon und Darmkrebs veranlassen. Das ist ein alter Hut; eine Studie war schon genehmigt und wurde auf einem Kongress vorgestellt; kam wegen fehlender Daten (! aus dem gleichen Haus, also Ulm) nicht zustande. Das war 2015 und nicht „jetzt“. ….. Z Gastroenterol 2015; 53 – KG214
      DOI: 10.1055/s-0035-1559240 usw. was die möglichen Nebenwirkungen von Methadon betrifft, v.a. Atemstillstand: in den in den Dosierungen, welche bei Krebstherapie empfohlen werden, kaum zu erwarten. Substitutionspatienten erhalten ein Vielfaches und können damit auch zur Arbeit. Von den Nebenwirkungen einer Chemotherapie könnte ich aus eigener Erfahrung genügend erzählen. Ich hatte mich gegen Methadon entschieden; falls aber ein Rezidiv erscheinen sollte, werde ich erneut drüber nachdenken müssen.Methadon in den dabei verwendeten Dosierungen schadet zumindest nicht, und wenn jemand es zusätzlich zur Chemo nehmen möchte, um sicher zu gehen dass es ja hilft, warum nicht? Bisher gibt es eben nur Einzelfälle, und nicht Jede/r kann oder will warten, bis die Studien ein Ergebnis zeigen. Die übliche Berichterstattung sowie auch die Lobhudeleien gehen mir allerdings auf den Keks. Diesen Artikel oben fand ich da ganz ordentlich.

    • Besten Dank.
      Substitutionspatienten vertragen deutlich höhere Mengen an Methadon, da sie bereits an andere Opioide gewohnt sind. Das weiß man schon länger.

  55. Verzweiflung
    Leider gab es in meinem privaten Umfeld 4 Krebserkrankungen, von denen nur eine nicht tödlich endete. Die Verzweiflung, die die Hilflosigkeit im Patienten und denen, die ihn lieben, erwachsen lässt, wird leider skrupellos von diversen Seiten ausgenutzt.

    Man hat wenig Zeit, versucht sich zu informieren, und bleibt doch stets mit dem Gefühl zurück, dass man ratlos ist. In dieser Situation ist es natürlich besonders schlimm, wenn durch reißerische Medienberichte „informierte“ Bekannte einem jede Menge „gute“ Ratschläge geben.

    Sehr hilfreich wäre es, wenn Ärzte und Klinikpersonal genügend Zeit für Patienten und Angehörige hätten. Leider ist dies einfach nicht der Fall, die Zustände in einigen onkologischen Praxen bei der Chemotherapie sind einfach nur unerträglich. Auch mangelnde Empathie des Praxispersonals richtet da großen Schaden an. Wenn jemand eine Chemotherapie sehr schlecht verträgt und dann Sprüche a la „Zähne zusammenbeißen“ kommen, kann man kein Vertrauen seitens des Patienten mehr erwarten.

    Gegen die Nebenwirkungen der Chemotherapie braucht man jedenfalls geeignete Mittel. Wer nur Sprüche bekommt, glaubt leicht, dass Methadon aus niederen Motiven nicht verabreicht wird. Da jede Krebserkrankung anders ist und auch die verschiedenen Chemotherapien ganz unterschiedlich wirken, kann man aus eigenen Erfahrungen nur begrenzt Rückschlüsse ziehen. Bei der letzten Krebserkrankung im Bekanntenkreis (Glioblastom) wurde Methadon nebenher verabreicht und Nebenwirkungen der Chemo hielten sich in Grenzen, die Lebensqualität war besser, der Ausgang der Erkrankung leider nicht.

    Ich wünschte, die mediale Aufmerksamkeit richtete sich mehr auf die für alle unmenschliche Überforderung in Krankenhäusern und Praxen. Mit mehr Zeit für den Patienten und mit nicht völlig überstressten Ärzten und Pflegern wäre viel gewonnen.

    • Danke
      Danke für dieses Statement !!! Es ist wirklich unerträglich welche Situationen an Kliniken und Praxen herrschen. Empathie, Psychologie und eine verdammte Anamnese sind Fremdwörter bei vielen behandelnden Ärzten. Wissen die jungen Ärzte eigentlich noch, was es heißt, das Gesicht, die Hände, die Haut richtig anzuschauen? Was es heißt zuzuhören?? Was es bedeutet, Fakten die man aufnehmen soll auch richtig im Fragebogen einzutragen?
      In jeglichen Berufen wird auf Softwareprogramme zur Bewertung und zur Unterstützung der täglichen Arbeit zurück gegriffen. In der Medizin ist es nicht möglich die Medikamente eines Patienten aufzunehmen und auf gegenseitige Verträglichkeit überprüfen zu lassen. So kommt es, dass Medikamente über längeren Zeitraum verabreicht werden, die sich gegenseitig blockieren oder Nebenwirkungen ins unerträgliche potenzieren. Man wird ärgerlich, wenn man mit logischem Denken und dem Lesen der Verpackungsbeilagen darauf kommt, dass die Medikamentenzusammensetzung nicht funktionieren kann. Wenn man durch „Selbstversuch“ herausbekommt, was einem hilft und was eben nicht.

      Warum gibt es in Krankenhäusern kein einheitliches Softwaresystem, dass es ermöglicht, dem Patienten auf jeder (!) Station das für ihn Bestmögliche (damit ist nicht exklusiv oder überteuert gemeint)zukommen zu lassen?

      Es ist ein Fakt, dass man sich mittlerweile mit Anwälten sein Recht auf Behandlung erkämpfen muss – das ist kein Hören-Sagen, sondern tatsächlich durchlebtes Leid!

      Die Arroganz, die einem als Betroffenem und Angehörigem entgegenschlägt ist sehr oft nur sehr schwer zu ertragen.

      Fragen stellen ist nicht erwünscht, man soll grenzenlos vertrauen und an die Heilung glauben – wie, wenn man stets das Gefühl hat, nicht die Wahrheit gesagt zu bekommen oder nicht Ernst genommen zu werden?
      Wie, wenn man keine Aussagen zu Befunden erhält, keine Aussagen über weitergehende Behandlungen, keine Aufklärung, was alles passieren kann und wie man damit umgehen kann.
      Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige ist die einzige Antwort, die man erhält.

      Wie traurig.

  56. Mit Lobbyismus und Korruption durchsetztes Medizinsystem
    Gerade bei erfahrenen Ärzten dürfte das Vertrauen in die Pharmaindustrie und deren „klinische Studien“ sowie Informationen ähnlich hoch sein wie bei den Emissionsangaben der Automobilindustrie.

    Vieles, was an medizinjournalistischen Beiträgen veröffentlicht wird, ist verdeckte PR.

    Zur Meinungsmache im Internet gehören schon längst bezahlte Kommentare, organisiert durch Werbeagenturen.

    Das meiste; was an neuen Medikamenten herausgebracht wird, sind völlig überteuerte Pseudo-Innovationen, zum Teil risikoreicher als bewährte Medikamente.

    Zudem wird versucht, teure Lifestyle-Medikamente zu vermarkten. Gesunde sollen dauerhaft Pillen fressen, für höhere Leistungsfähigkeit, für bessere Gefühlszustände, gegen das natürliche Altern usw. usf. Das meiste ist nur Schwindel und Scharlatanerie, aber ein großes Geschäft.

    Seriöse Informationsquellen, die kritisch und objektiv berichten gibt, es kaum. Das gesamte Medizinsystem ist mit Lobbyismus und Korruption durchsetzt.

    Zu verlockend ist das Belohnungssystem, welche die Korruption aufrechterhält: Lukrative Nebenverdienste für Professoren, Politiker, Journalisten etc.,verdeckte PR-Honorare für „Fachvorträge“, Beraterhonorare, Sponsoring, Drittmittel für Forschung, Stipendien, Preise, „Forschungsreisen“ usw. usf.

    Zudem wird tatsächlich nur ein Bruchteil dessen, was an Werbung und PR ausgegeben wird, in wirkliche Forschung investiert.

    Mit kritischen Publikationen gegen die medizinische Profitindustrie wird man zu deren Feind erklärt. Dann verliert man seine lukrativen (Neben)Einkünfte und ggf. auch seinen Job. Und mit der großen Karriere und dem hohen Einkommen wird es nichts.

    Um die Frage zu klären, ob und in welcher Kombination Methadon bei Krebspatienten wirksam ist, bedürfte es im ersten Schritt gar nicht aufwändiger und teurer Studien, sondern lediglich die Erfassung und Auswertung von Anwendungsbeobachtungen durch behandelnde Ärzte und Patienten.

    P.S.
    Empfehlenswert als Romanlektüre:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Der_ewige_G%C3%A4rtner_(Roman)

    • @H v Goslar
      Sie machen hier genau den Fehler, den die meisten Laien machen: sie halten Studien für unnotwendig und Anwendungsbeobachtungen für ausreichend. Leider ist dies nicht der Fall, denn bei Anwendungsbeobachtungen gibt es viel zu viele Variablen, die das Ergebnis beeinflussen können und die eben nicht berücksichtigt werden. Das fängt mit der Auswahl der Patienten an und geht über die Behandlung und die Bewertung der Ergebnisse.

      Aus sehr gutem Grund vertraut man daher eigentlich nur sehr kontrollierten klinischen Studien (und die werden dann auch in richtigen Zeitschriften veröffentlicht – das sind idR seriöse Informationsquellen).

      Was ich aber wirklich faszinierend finde: in meinem Fachgebiet (Ernährung) wird uns immer vorgeworfen, wir würden zu viele Beobachtungsstudien machen – vielleicht sollte ich auf die Onkologie umsatteln?

    • Unseriös
      @Gux Gux sagt 17. August 2017 um 14:19 Uhr
      „Sie machen hier genau den Fehler, den die meisten Laien machen: sie halten Studien für unnotwendig und Anwendungsbeobachtungen für ausreichend.“

      Sie sollten erstmal lernen, aufmerksam zu lesen.

      Nirgendwo steht bei mir, dass ich Studien für nicht notwendig und Anwendungsbeobachtungen für ausreichend halte.

      Sondern ich schreibe von einem „ersten Schritt“.

      Alas jemand mit „Fachgebiet (Ernährung)“ sollten Sie sich aus medizinwissenschaftlichen Diskussionen heraushalten, wie alle, die kein Medizinstudium absolviert haben und daher nur über partielle Kenntnisse verfügen. Gerade auf dem Gebiet Ernährung wird viel Blödsinn von Möchte-gern-Wissenschaftlern publiziert. Eine Mode folgt der anderen. Völlig fern von schon seit langer Zeit wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen in der Biochemie.

      Wenn z.B. 100 oder 1000 gut dokumentierte Therapieverläufe vorliegen, wo unter Methadonbehandlung unerwartet positive Verläufe beobachtet oder sogar Remissionen nachgewiesen wurden, dann würde man diesen Ergebnissen nicht einfach in der Weise entgegnen, wie es Frau Müllner und einige Kommentatoren tun. Denn dann wäre offensichtlich, dass dies unseriös und patientenfeindlich ist.

      Selbstverständlich müssen sich an die Einzelfallbeobachtungen weitere wissenschaftliche Forschungen anschließen.

      Sollte sich eine Wirkungsverstärkung von onkologischen Therapien durch Methadon empirisch belegen lassen, auch wenn diese nur bei einer kleinen Minderheit der Patienten erfolgt, dann sind all diejenigen Experten blamiert, die bislang das Gegenteil behaupteten.

      Kein Wunder, dass man sich nach wie vor gegen Studien sperrt.

  57. Auch von meiner Seite vielen Dank
    für die wohlabgewogene Betrachtung aller Vor- und Nachteile der Methadontherapie in der Onkologie. Die tendentiöse Betrachtung mit vorausschaubarem Ergebnis bei Plusminus ist absolut widerlich.
    Man merkt, daß diese sogenannten Journalisten keine Vorstellung von medizinischem Vorgehen bei der Therapie von komplexen Erkrankungen haben und es vielleicht auch gar nicht wollen.
    Mit besten Grüßen
    M.Wessinghage

  58. Titel eingeben
    In der Summe ein schöner Artikel – nur wundert mich dass jemand, der nach eigener Angabe in der Krebsforschung tätig war, Sätze schreibt wie „Kann man Menschen wirklich für so abgebrüht halten…“
    Ich fürchte sogar, man muss. Unbedingt. Sonst sollte man mit Bewertungen von Vorgängen in diesem Bereich sehr zurückhaltend sein.
    Kontra Methadon aufgrund eines wie auch immer gearteten moralischen Kodex der globalen Gesundheitsindustrie zu argumentieren, die schon das Beste für die Patienten tun wird, ist leider mangels vorhandener Moral lächerlich. Man betrachte die Situation bei Medikamenten gegen AIDS, TBC, whatever in Schwellen- und Entwicklungsländern. Ein paar Punkte mehr im DAX rechtfertigen da schon mal ein paar Millionen Tote.
    Aber ansonsten schön geschrieben. Leider enttäuschend für die Anhänger von Herrn Hilscher, das erklärt sicher manche Reaktion. Ich hoffe, für den Kollegen gilt nicht Ähnliches wie für die Gesundheitsindustrie.

  59. Verständnisfrage an Frau Müller
    Frau Müller, Sie zitieren im letzten Drittel Ihres Artikels zwei honorable Studien, eine mit 900 Probanden und eine präklinische, welche anscheinend belegen, dass die Gabe von Methadon statt anderer Opioide bei Cancer nichts – oder auch nichts – bringe.

    Ist es aber nicht so, dass Friesen und Hilscher das gar nicht so behaupteten?

    Wenn ich der „aufgeputschten“ und verschwörerischen „Lügen“-Presse neutral versuche zu folgen (first of all dieser ARD/WDR-Film, der Stern -TV-Beitrag etc., aber auch diverse „widerlegende“ Fachartikel, letzteren auf doccheck.de vom Juli), dann haben diese eine erfolgreiche solitäre Anwendung ebenfalls nicht behauptet.

    Es wurde – ganz anders – zumindest ganz klar von Friesen – lediglich behauptet, dass das Methadon aufgrund seiner speziellen Eigenschaften in Bezug auf Rezeptoren, die es vor allen anderen Opioiden hat, als Gabe ZUSAMMEN mit einer Chemotherapie Wirkungen zeitigte.

    So wie ich das zuweilen stürmische Rauschen im Blätterwald verstanden habe – aber Sie könne mich gerne korrigieren, ob ich da einen Rauschen-Höhrfehler hatte – ging es dem bösen auflagengeilen Blätterwalt nie darum, Methadon als alleiniges „stand alone“-Krebsmittel zu hypen.

    Sondern man wurde, falls Dr. Friesen zitierend, nicht müde zu betonen, dass Mathadon lediglich ein hilfreicher Kopilot der Chemo sein kann, die Krebszellen gemeinsam besser aufzuschließen und zu bekämpfen.

    Habe ich das von Frau Dr. Friesen also richtig verstanden? Ja?

    Dann finde ich es unredlich, das Sie selbst da zwei seriöse Studien zitieren, um eine solitäre Krebs-Anwendung von Methadon zu widerlegen, die so – solitär – von Dr. Friesen nie das Thema war. Da wurde tatsächlich dann von Ihnen ein Strohmann verbrannt.

    Einzig bei Dr. Hilscher bin ich mir nicht sicher, was in seinem Hospiz denn für lebensverlängernde Allein-Methadon-Gaben so gewesen sein sollen. Die vagen Berichte von dort sind merkwürdig unsynchron mit Dr. Friesens deutlich differenzierteren Beobachtungen.

    Hilschers Erzählungen klingen für ungeübte tatsächlich nach solitärer Gabe, aber nur um Schmerzen zu bekämpfen und die verbleibende Lebensqualität zu erhöhen. Was ja nicht anrüchig ist – im Gegenteil – aber mit Friesens Thesen, wenn man scharf nachdenkt, dann absolut nichts zu tun hat.

    Denn in einem Hospiz gibt man gemeinhin keine kurativen Chemos mehr (kurativ: mit der Absicht final zu heilen), maximal palliative Chemos (palliativ: nur lindernd, und auch nicht mit der vollen Kraft und Dosis der kurativen Chemo). Davon habe ich aber noch nichts gehört, dass in Dr. Hilschers Hospiz mit palliativen Chemos hantiert wird.

    Wie sieht es also aus?
    Bisschen durcheinander das, finden Sie nicht?

    Mit besten Grüßen,
    einer, der nur versucht, aufmerksam zu lesen und zu unterscheiden frei nach Rathenau („Denken heißt vergleichen“)
    Und zwar alles, sowohl DEUS EX, mit Verlaub, als auch die anderen hupenden Postillen.

    Disclaimer:
    Habe weder persönlichze und berufliche Verbindungen zur Mainstream-Presse noch zu Pharmaverbänden.
    Hatte aber einen Vater, der vor Jahren an Nierenzellkarzinom gestorben ist. Sein Krebs wurde – obwohl er ständig zu Arzt wegen zunehmender Schmerzen am Rückgrat stiefelte, vom Arzt viel zu spät entdeckt.

    Derzeit gibt es eine weitere Verwandte von mir mit einem ebenfalls nicht ganz so tollen Staging (an dem jedoch kein Arzt schuld war, sie schwänzte halt jahrzehntelang Abstrich-Früherkennungsuntersuchungen). Welche sich zur Zeit in der Erholungsphase befindet nach Radiologie und Chemo. Sie ist nicht verzweifelt in dem Sinne, nach jedem Strohhalm greifen zu müssen, sondern eher ganz kühl und ruhig. Methadon sit ihr ein Begriff, falls sie inpalliative Chemo-„Ehrenrunden“ gehen muss wenn ein Rezidiv auftaucht. Wie ich sie kenne, wird sie ihr nächstes Ding zusammen mit Methadon durchziehen und ich wünsche ihr dazu alles Gute. Sie hat doch nichts zu verlieren, aber einiges zu gewinnen. Lebensqualität.

    In Bayern mithin schwierig die Arztsuche, eine Chemo mit niedrigen Methadon-Gaben begleiten zu lassen, weil sich da die Ärzte – anscheinend aus Unkenntnis der therapeutischen Anwendung/Rezeptur oder aus Angst vor dem „Suchtstoff“ – besonders arg querstellen.

    • Ich habe darauf hingewiesen, dass Methadon nicht alleine eingesetzt wird, weil viele Menschen dies nicht verstanden haben. ich habe also erklärt, welche Studien gemacht hat. Wenn dies bei Ihnen schon von vornerein richtig ankam dann ist es ja gut.

    • Danke. Doch noch ganz kurz ...
      Aber Sie haben diese 2 honorablen Studien insgesamt als als Beleg dagegen genutzt. Mit dem netten Wort „Allerdings“ beginnend.

      Es müsste also eine breit angelegte klinische Studie nach internationalen Zulassungsstandards durchgeführt werden, und jene, die Friesen glauben, sammeln bereits Geld dafür.

      Allerdings [von mir in fett gesetzt, d. S.] gibt es von anderen Forschern des MD Anderson Cancer Centers eine klinische Studie, diesmal mit über 900 Patienten, die keine Vorteile mit Methadon gegenüber anderen Schmerzmitteln zeigt.

  60. Titel eingeben
    „Kann man Menschen wirklich für so abgebrüht halten, unheilbar erkrankten Menschen die Forschung an einer potentiellen Therapie absichtlich vorzuenthalten, um den weiteren Verkauf eines teuren Medikamentes zu gewährleisten?“
    Ich fürchte ja. Die gesamte Medizin ist zu einem milliardenschweren Markt verkommen. Medizinische Ethik ist nicht abrechenbar.

    • Ihr Menschenbild ist sehr traurig.

    • Wieso trauriges Menschenbild?
      Hat Pjotr56 nicht vom Medizinmarkt gesprochen? Ist der ein Mensch? Oder sind alle Menschen dort? Seltsame Antwort.

    • Und nicht nur traurig, sondern in sich unschlüssig.
      Denn es gibt immer viele (globale) Wettbewerber, die vom Verkauf des teuren patentierten Mittel X überhaupt nix haben. Und die – derselben Logik folgend – nichts dagegen hätten, dem Konkurrenten kräftig Sand ins Getriebe zu schütten, indem man den Verkauf von X überflüssig macht und damit sabotiert.

      Im übrigen: Wem das mit dem „milliardenschweren Markt“ nicht passt, der kann sich ja politisch dafür engagieren, die gesamte medizinische Anwendungsforschung, -entwicklung und -produktion an staatliche Universitäten bzw. Unternehmen zu holen. Da gäb´s in Deutschland eine passende Partei, die wird Sie für diese Forderung mit offenen Armen aufnehmen.

      Disclaimer: Ich wäre aus Effizienz- wie aus Kostengründen dagegen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Mensch als Ware
      Den Mensch als Ware zu sehen ist doch nichts neues und verwerfliches, denn es wird ja leider so in vielen Bereichen praktiziert.

  61. Menschenbild
    Liebe Frau Müllner,

    Menschenbild und profitorientierte Unternehmenskultur sind Dinge, die nicht viel miteinander zu tun haben.
    Ich halte Entscheider in diesen Bereichen nicht für „böse“. Sondern für interessensgesteuert. Und die Interessen sind per Definition ökonomische, keine sozialen oder gesundheitsorientierten.
    Wer diese Vorgänge anders beurteilt, ist mE sehr naiv.

    • nein Max
      Seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen beruht auch auf einem sozialen Interesse, einem Interesse nicht nur des Einzelnen, sondern auch dem der sozialen Gemeinschaft, zu der er gehört, falls diese eine ist, die es wert ist, so genannt zu werden.
      Die Leichtfertigkeit mit allzuoft den in pharmazeutischen Betrieben Tätigen niederträchtige Absichten unterstellt werden ist unerträglich. Transfergeldempfänger sind schlecht beraten, wenn sie meinen, denen, die für ihren Lebensunterhalt arbeiten, Übles unterstellen zu dürfen nur weil sie finanzielle Verantwortung tragen.
      Der Profit in der Unternehmenskultur ist das Geld nicht nur für diejenigen die dort arbeiten. Noch wird Steuerzahlen letztlich doch zügig weg gesteckt. Noch.

  62. Danke für den Faktencheck
    In dem plusminus-Beitrag werden die Argumente in einer Art und Weise gewichtet, dass einem schlecht werden kann. Arzt XY sagt, der Nutzen von Methadon ist nicht bewiesen, aber er hat ja mal 500 € für eine Fortbildung bekommen… von der bösen Industrie, die ihr Geld damit verdient, dass es Menschen schlechte geht, die ja wahrscheinlich sogar den Krebs erst erfunden hat um Geld zu verdienen.
    Jedenfalls kann dieser Arzt nicht mehr ernst genommen werden, denn er ist ja korrumpiert. Da sträuben sich mit die Haare. Ist jemand, der eine Steuertückzahlung vom Finanzamt erhält jetzt auch unglaubwürdig, wenn er nicht die AfD wählt, da vom Staat korrumpiert?
    Die ganze Debatte über Methadon ist ein Trauerspiel über die generelle Bereitschaft der Gesellschaft, sich mit Sachthemen auseinander zu setzen die lieber an die Alchemie glaubt, als sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen. Sapere aude war gestern.
    Auch arm, dass plusminus nach dem Ausrutscher nachlegt, und zwar deutlich in die falsche Richtung. Deswegen Danke für diese differenzierte Bewertung, Frau Müllner.

  63. Titel eingeben
    „Es gibt auch andere Schmerzmittel als Methadon, die weniger gefährlich sind.
    Glauben Sie lieber einem einzelnen Arzt als den Studien von vielen anderen?“

    – Welche ???

    • Zum Beispiel jene die ich in meinem Text zitiere?

      Oder meinen Sie die Alternativen zu Methadon. Fentanyl und Morphin zum Beispiel. Beide stimulieren ebenso den Opiodrezeptor.

  64. Titel eingeben
    @ Anna Müllner 17. August 2017 um 14:37 Uhr
    Mein Menschenbild ist nur realistisch.

  65. Danke Frau Müllner
    Jetzt gibt es als neben Don Alphonso auch noch einen zweiten klugen Kopf in der FAZ, für den es sich lohnt, vorbeizuschauen :-)

    • Titel eingeben
      Sie sind mit Sicherheit nicht der dritte kluge Kopf, sondern ein Idiot oder ein Lohnschreiber. ;-)

  66. Wer so schreibt ist kein Menschenfreund
    Ich bin Sprachlos wie das so geschrieben werden darf. Will man Frau Dr. Friesen denn als Quacksalber abstempeln. Sie hat eine Endeckung gemacht die sehr interessant ist. Sie sagt „nicht“, das all die Chemotherapien und Strahlentherapien falsch sind. Sie hat Festgestellt, das Methadon als „Wirkverstärker“ wirkt. Dafür strebt Sie evidenzbasierte Studien an, damit das Mittel für die Krebstherapie mit eingebracht wieder. Das bereits vor 10 Jahren!!!
    Warum hilft die Pharmaindustrie und all die Ärzte nicht???

    Die Antwort liebe FAZ wissen Sie selber, ich will nicht wissen was für solch einen Artikel herausspringt.

    Der Krebs wartet nicht, helfen Sie Spenden zu sammeln, das evidenzbasierte Studien neutral auf den Weg gebracht werden.

    Reden Sie nicht von Quacksalber, denn das sind die Apotheker die Gepanscht haben!

    • Wieso haben denn Ärzte keine Interesse an dezidierten Studien zur Kombination v. Methadon+X?
      Die AIO (Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie) betreibt selbst Studien, und zwar mit bewährten Substanzen, ganz ohne die Pharmalobby. Warum hat diese respektable Gesellschaft denn bislang nicht die Kombination mit Methadon eingängiger untersucht? Weil es einfach vielversprechendere Ansätze gibt, Fortschritten bei der Therapie zu erzielen. Signale aus Zellen oder Mäusen sind halt mal eine ganz andere Baustelle als Menschen. Sehr anders.

      Dank der Presse wird die Philantropin Frau Dr. Friesen jetzt wahrscheinlich mit Forschugnsgeldern der alternativen Verschwörungstheoretiker überschüttet, Studien werden folgen. Und falls die keinen Vorteil zeigen ist eh keiner mehr da, der klagen kann, bzw. dann interessiert sich keiner mehr dafür. Aber für Frau Dr. Friesen sicherlich ein ganz passabler (sicherlich ungewollter) Nebeneffekt….

  67. Also,
    als Unstudierte möchte ich mal sagen, dass ich hier niemanden von den Kompetenten ernstnehmen kann, der nicht mal fähig ist, Frau Müllner mit ihrem richtigen Namen anzureden. Meine Güte, wie respektlos ist das denn?

    Käme dieser Hammer von Krankheit auf mich zu, würde ich mich der traditionellen Medizin zuwenden.Von Heilsversprechern halte ich nichts; aber viel von Schmerzvermeidung.

    Höchstwahrscheinlich bin ich ihr entkommen, weil ich jede Vorsorgeuntersuchung ignoriert und Glück gehabt habe.

    Meine Patientenverfügung geht in die Richtung.Soll heißen: keine Experimente.

  68. Hintergrundinformation ist Qualität!
    Für eine Einordnung der Position der Autorin wäre es hilfreich gewesen zu erfahren, dass sie als Junior PR-Beraterin in einer PR-Agentur tätig ist die sich als spezialisiert auf Life Science Communications bezeichnet (Dorothea Küsters Lifesciences Communications GmbH) (Quellen: Xing; http://www.dkcommunications.de/frameset.php?entrypage=kurzportrait ) .
    Diese führt in ihren Referenzen nicht nur namhafte Adressen der klassischen Pharmaindustrie wie Sanofi, Pfizer, … sondern hatte auch bereits konkrete Aufträge, für Pharma-Unternehmen (Mundipharma) die Fach-und Publikums PR bzw. die internationale Pre-Launch PR für Oxygesic (BtM-Opioid ) bzw. Palladon (BtM-Opioid) durchzuführen. Beides potente Schmerzmittel die auch bei Tumorschmerzen zum Einsatz kommen.
    Neben der Beratung von Pharma-Unternehmen bei der Produkteinführung gehört auch die Krisenkommunikation für Life – Science Unternehmen zum Angebotsspektrum der Agentur. Eine Krise durch eine Nachfrage nach Methadon mit dem kein Geld zu verdienen ist? Dem aber eine Wirkungsverstärkung der Zytostatika nachgesagt wird?

    Insofern sei der Autorin gedankt soweit ihre Bemühungen in bester journalistischer Absicht vom Streben nach objektiver Aufklärung getragen sind. Wollen wir die Hoffnung weiterleben lassen das sie sich nicht zu sehr vom Credo ihrer Agentur leiten ließ:
    “Die Dinge sind nie so wie sie sind. Sie sind immer das was man aus ihnen macht.“ http://www.dkcommunications.de/credo.html

    Ein kleiner Hinweis, etwa unter dem Stichwort „Interessenkollision“ wäre eines Qualitätsmediums würdig gewesen.

    • Die Zusammenarbeit mit Mundipharma war, wie sich auf der Seite einsehen lässt, 2006. Damals war ich gerade mal 19 und Studentin, wie sich auch meinem Xing-Profil entnehmen lässt. Sie trauen mir ja allehand zu.

    • Ach Frau Müllner,
      es geht doch nicht um das was Sie vor Jahren getan haben oder auch nicht. Sondern vielmehr um ihren Beitrag der am 16. August 2017 in diesem Blog erschienen.Zu einer Zeit, in der Sie seit über einem Jahr für das Unternehmen tätig sind. Dass Unternehmen nicht nur von gewesenen oder aktuellen sondern auch von potentiellen künftigen Kunden leben wollen wissen wir doch alle.

      Auch wenn der Don es anders sehen sollte: Genauso wie seriöse Ärzte zwischenzeitlich unter seriöse Fachpublikationen unter dem bösen bösen Stichwort „Interessenkollision oder Conflict of interests“ darauf hinweisen, dass sie Fördermittel, Sponsorengelder, Reisekostenzuschüsse,… von einem oder mehreren Pharma-Unternehmen erhalten hätte ich es einfach als intellektuell lauter angesehen wenn Sie auf ihre aktuelle Verbindung zu ihrem Arbeitgeber, der genannten PR-Agentur hingewiesen hätten.
      Auf einen Interessenkonflikt oder eine Interessenkollision soll hingewiesen werden, sobald diese droht. Das sehen auch das International Committee of Medical Journal Editors, die World Association of Medical Editors…) so, deren Verhaltensempfehlung lautet: „Conflict of interest (COI) exists when there is a divergence between an individual’s private interests (competing interests) and his or her responsibilities to scientific and publishing activities such that a reasonable observer might wonder if the individual’s behavior or judgment was motivated by considerations of his or her competing interests.” (Quelle: http://www.wame.org/about/conflict-of-interest-in-peer-reviewed-medical ).

      Es geht doch hier nicht darum welches Interesse für Sie gestern tatsächlich im Vordergrund stand und welche Interessen Sie für sich persönlich mit dem Beitrag verfolgten. Das können nur Sie wissen. Es kommt vielmehr auf den vernünftigen Beobachter oder Leser an der sich so seine Gedanken macht. Und dass diese Gedanken letztlich nicht eine seriöse Arbeit überlagern oder nachträglich entwerten.

      Insofern hätte ich ein offenes Visier besser gefunden. Nicht nur für Ihren Artikel sondern auch für die FAZ.

  69. Titel eingeben
    Ich sehe in diesem Thema viele Dinge äußerst kritisch und ein unnötiges emotionales Aufblasen von daher danke für diesen Beitrag
    .
    Allerdings möchte hinzufügen, dass Methadon unter deren zu gelassenen Verwendungszwecken tausendfach heutzutage verabreicht wird unter ärztlicher Aufsicht. Haben sie dazu Zahlen, dass der Anteil der Todesfälle oder Überdosierungen bei der Drogenersatztherapie oder bei der Schmerzlinderung exorbitant hoch ist?

    Des Weiteren folgen sie ja im Endeffekt doch der Argumentation, dass Methadon nie eingesetzt werden kann, da sich damit kein Gewinn generieren lassen kann, oder? Interessant wäre allerdings die Frage wie viele Behandlungen, die Methadon als Schmerzmittel in Begleitung nehmen, das Patent „unwissentlich“ verletzen.

    Letztendlich kann man sich doch nur fragen, warum die Forscher nicht selbst einen DFG-Antrag geschrieben haben, um weiter zu forschen.

    • Todesfälle unter Methadon
      Folgende Arbeit hat das Sterblichkeitsrisiko unter Methadon an einer Gruppe von 6000 (!!!) Patienten untersucht:

      Out-of-hospital mortality among patients receiving methadone for noncancer pain.
      Ray WA, Chung CP, Murray KT, Cooper WO, Hall K, Stein CM.
      JAMA Intern Med. 2015 Mar;175(3):420-7

      Die Patienten waren im Median 48 Jahre alt und wurden wegen Rückenschmerzen behandelt. Also keine Tumorpatienten und keine Drogenabhängige. Bei einer Behandlung von 1 Jahr sterben 2 von 100 Patienten. Das ist für meinen Geschmack je nach Tumorerkrankung und Prognose zu viel und zeigt eben das Methadon nicht völlig unbedenklich ist. Die Sterblichkeit war übrigens dosisunabhängig. Das Risiko zu versterben war in dieser Studie bei einer Dosierung von 0 bis 20mg sogar am höchsten. Methadon ist eben nicht gut steuerbar und wird von Mensch zu Mensch unterschiedlich verstoffwechselt.

  70. Gute Darstellung der Zusammenhänge
    Allerdings eine Anmerkung: Ca. 5% aller Patienten mit Glioblastomen gelten inzwischen als Langzeitüberleber. Aus meiner persönlichen Erfahrung kenne ich Patienten mit mehr als 10 Jahren Nachsorge ohne Anhalt für ein Rezidiv. Die Aussage „derzeit nicht heilbar“ trifft also sicherlich für die meisten Patienten zu, aber eben nicht für alle. Die Art und Weise wie insbesondere viele Medien frühe, meist präklinische Ergebnisse als Wundermittel gegen Krebs hypen ist allerdings sehr bedenklich. Aufgrund der plusminus Berichterstattung zu Methadon musst ich persönlich bereits mehrere zum Teil extrem lange Patientengespräche führen, allein um die erzeugte Verunsicherung „nicht richtig behandelt zu werden“ durch eine Umfangreiche Darstellung der (nicht vorhandenen) Evidenzlage zu erläutern. Leider gibt es eine schier unerschöpfliche Zahl an skrupellosen Menschen die Krebspatienten mit falschen Hoffnungen Geld aus der Tasche ziehen wollen und im noch schlimmeren Falle eine leitliniengerechte Therapie verzögern oder verhindern. Meiner Meinung nach sollten die Medien statt jeder präklinischen Studie zu verbreiten sich intensiver mit den schwarzen Schafen der Para-, Komplementär- und Alternativmedizin befassen und die Öffentlichkeit vor ihnen warnen.
    Solche Artikel erzielen vermutlich aber leider weniger Clicks als „Wundermittel gegen Krebs entdeckt“

    • Ich halte es für unärztlich, betroffenen Patienten Methadon zu verweigern
      @Strahlentherapeut 17. August 2017 um 15:41 Uhr
      „Ca. 5% aller Patienten mit Glioblastomen gelten inzwischen als Langzeitüberleber.“

      Meine Bitte ist, diese Prozentangabe zu belegen, möglichst mit Link.
      Ich weiß von Berichten über seltene Einzelfälle, aber nicht in diesem Ausmaß.

      Wenn es Beobachtungen gibt, dass das Tumorwachstum gestoppt ist oder es gar zu einer Remission kam, dann liegt doch die Annahme nahe, dass es möglich sein könnte, diese Prozesse therapeutisch zu beeinflussen, so dass die Zahl der positiven Verläufe erhöht werden kann.

      Sie gehen aber einfach davon aus, dass Methadon nicht hilfreich ist. Das jedoch genauso ein Glauben, wie bei jenen, die an Wundermittel glauben.

      Ich halte es für unärztlich, betroffenen Patienten Methadon zu verweigern, ohne über ein wissenschaftlich fundiertes Wissen über die Zusammenhänge zu verfügen, welche an positiven Verläufen beteiligt sind.

      Das erscheint mit als ignorante Medizin, so wie dies bei der jahrzehntelangen Leugnung psychosomatischer Zusammenhänge war. Oder wie die Pillen-Mediziner die Erfolge von Hypnosetherapie leugneten.

  71. Unabhängige Berichterstattung?
    Ich vermisse hier den Hinweis, dass Frau Dr. Anna Müllner offenbar keine Redakteurin der FAZ ist, sondern derzeit laut eigenen Angaben auf LinkedIn als Junior Consultant bei Dorothea Küsters Life Science Communications arbeitet, einer auf „Gesundheitskommunikation“ spezialisierten PR-Agentur, zu deren Kunden offenbar diverse Arzneimittelhersteller gehören. Wenn solche Hinweise fehlen, dürfen sich die etablierten Medien nicht wundern, wenn ihnen von immer mehr Menschen mit Misstrauen begegnet wird.

    • Anna Müllner hat schon lange davor bei mir geschrieben und ihrer Promotion u.a. zu diesem Thema geaerbeitet. Indofern, machen Sie es nicht so einfach. Echte Interessenskonflikte würden wir angeben.

    • Now you question my integrity?
      Mitarbeiterin einer auf „Gesundheitskommunikation“ spezialisierten PR-Agentur schreibt GEGEN eine bestimmte medizinische Behandlung in einem FAZ-Blog. (die hochgradig spezialisierte Themenwahl ist schon äußerst fragwürdig!)

      Das, lieber Don, kann man nicht einfach ignorieren, sorry.

      An andere gestellte Maßstäbe bitte auch an sich selber stellen.

  72. Titel eingeben
    Interessanter Beitrag – nur dumm dass ich ausgerechnet einen Literaturhinweis auf eine vergleichende Studie zum Gefahrenpotenzial die von Methadon vs Morphin vs Fentanyl etc. in der _Palliativmedizin_ vermisse. Hab ich was übersehen?
    Oder ist es vlt doch abwegig die _wesentlich_ höhere Dosierung in der Substitutionstherapie (ebenfalls ohne Literaturverweis!) auf die Umstände in der Palliativtherapie zu übertragen??
    Wissenschaftlich ist dieser Artikel eher enttäuschend und wird dem FAZ-Anspruch nicht gerecht.

    Als betroffener Patient würde ich mir einfach mal ein paar ml von dem Medikament gönnen und ggf weniger Fentanylpflaster kleben – das Restrisiko für das bisschen Restlebenserwartung ist aus persönlicher Erwägung irrelevant.

    Gesellschaftlich wünsche ich mir, dass unser Gesundheitssystem sich eine Studie dazu leisten kann – und zwar zackig.

  73. Klein
    Ich vermisse hier hier in erster Linie einen Hinweis, dass Chemotherapien an sich nicht effektiv sind. Jeder, der sich mit Krebs beschäftigt oder Familienangehörige hat, die an Krebs erkrankt sind, weiß das.

    Die „offizielle Medizin“ macht ihren Job verdammt schlecht – und das bereits seit über 100 Jahren. Wo bleibt der öffentliche Aufschrei, dass Chemo tödlich ist und im Kampf gegen Krebs extrem schlecht und selten hilft?

    Wer das nicht glaubt, googelt Statistiken oder den Beitrag vom Spiegel „Giftkur ohne Nutzen – DER SPIEGEL 41/2004“.

    Wir haben eine globale Krebs-Epidemie. „Fast jeder zweite Deutsche wird an Krebs erkranken“ – das ist eine Prognose des Robert-Koch-Instituts (Beitrag von 31.01.2017)

    „Offizielle“ Onkologie kann uns zurzeit nicht weiter helfen, macht euch keine falschen Versprechen. Warum also versperren sich diese verdammten Heuchler gegen alle neuen Möglichkeiten und lassen uns einfach sterben?

  74. Gast
    Ich fürchte aber, die profanere und realistischere Begründung ist die, dass sich die Frau eine goldene Nase verdienen will.
    Problematisch bleibt, dass sie als Nichtmedizinerin, Nichtpharmazeutin und, es schmerzt zu sagen, Nichtmalheilpraktikerin anmaßt, Leute medizinisch zu beraten und gegen Ärzte, Pharmaindustrie und alle, die sich gegenüber Methadon skeptisch äußern, aufzubringen.

    Nach meiner Auffassung kriminell, die Frau ist Chemikerin!!! Gibt es eine Presseerklärung der Uni? Distanzieren die sich?

  75. Titel eingeben
    @Anna Müllner 17. August 2017 um 15:25 Uhr
    Das Postulat von der „marktkonformen Demokratie“ (c) Angela Merkel hat u.a. in der Medizin zu fatalen Entwicklungen geführt.
    Mit unabhängiger Forschung würden wir letztlich qualifizierter fahren, als in der Drittmittelabhängigkeit von Konzernen, die einzig dem Shareholder Value verpflichtet sind.
    „Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden.“ John Maynard Keynes

  76. Spiel mit der Hoffnung ?
    Werte Fr- Müllner. Wer einmal einen schwerst an Krebs erkrankten Menschen auf seinem Leidensweg begleitet hat, dem die Ärzteschaft nach zahllosen Therapieversuchen letztlich keinerlei Hoffnung mehr macht, der versteht, das ein solcher Patient JEDES Recht hat, auch alternative und nicht anerkannte Therapien zu versuchen. Ärzte, die -was den von Ihnen untersuchten Methadonansatz – dann schlicht verweigern, sind an Arroganz kaum zu überbieten.

    Und noch etwas: Es ist, auch zu anderen medizinischen Gebieten, durchaus bekannt, daß die Pharmaindustrie keineswegs der „heilige Samariter“ ist, sondern durch und durch auf Gewinnmaximierung gepolt. Von daher ist die Vermutung, dass die Kostenfrage hier eine Rolle spielt, keineswegs so abwegig. Cashcow nennt man Medikamentenblocbuster.

    • Natürlich hat jeder Patient das Recht jede angebotene Therapie zu nutzen oder auch nicht.
      Die Frage ist nur: helfen die ihm mehr als die, die zugelassen sind? Und weiß der Patient mehr über seine Erkrankung als zB eine Ärztin.

  77. Titel eingeben
    Mein an Krebs erkrankter und am 3. Dezember des vergangenen Jahres früh verstorbener Vater erhielt auch Methadon unter Beteiligung von Frau Dr. Friesen verordnet. Der angebliche „Strohhalm“, an den er sich bis zuletzt klammerte, und von dem Frau Müllner eingangs ihres Blog-Beitrags spricht, bestand jedoch im Unterschied dazu in der herausgehobenen Erkenntnis, die Adorno seinerseits in seiner letzten Vorlesung vor seinem Tod ansprach und die sich in grundlegend geänderten Voraussetzungen gesellschaftlicher Effizienz findet (Adorno, Th. W.: Einleitung in die Soziologie, hrsg. v. Gödde, Chr., Frankfurt/Main, 2015, S. 32f, 4. Aufl.). Demnach entziehen ökonomisch-gesellschaftliche Mechanismen den Einzelnen, solange Dritte auf dessen menschliches Wesen illegitim zugreifen. Im Umkehrschluss heißt das, dass der körperliche Tod nicht eintreten kann, wenn der soziale Tod ausgeschlossen bleibt. In Wahrheit besitzt der Ansatz von Frau Dr. Friesen somit eine sehr viel längere Reichweite. Mit einem naturalistisch verkürzten Menschenbild hat er nichts gemein. Ohnehin untersagen die Ordinarien der Universität Ulm den ihr angegliederten Kliniken solch eine Unterkomplexität strikt. Würde sich Frau Dr. Friesen in ihrem Handeln nicht daran orientieren, könnte sie ohne weiteres Federlesen des wissenschaftlichen Fehlverhaltens bezichtigt werden. Insofern dieser Vorwurf nicht gegen sie erhoben wird, bleiben die Einsprüche gegen sie von vornherein unbegründet.

    • Titel eingeben
      Angesichts gesellschaftlich zunehmend pervertierter Verhältnisse entschwinden selbst völlig gesunden Menschen die Aussichten auf ein langes Leben immer öfter unwiederbringlich. Es könnte in der Konsequenz davon vermessener nicht sein, darüber hinaus denjenigen Menschen, die an Krebs als eine der vielleicht schwersten Erkrankungen leiden, Hoffnungen auf ein Überleben zu machen. Zentral geht es demnach darum, Ansatzpunkte für den Bruch mit den Praktiken zu identifizieren, deren einziger Zweck ist, den freien Diskurs zu vereiteln. Es sind also zuvörderst Machtfragen zu beantworten. Dass die ärztliche Gabe von Methadon dafür eine befriedigende und beglückende Lösung bietet, ist eher unwahrscheinlich. Ohne eine Konstitutionstheorie der Lebenswelt des Einzelnen, die jedweder Naturerkenntnis deshalb stets vorausgeht und die von Jürgen Habermas anlässlich seiner Vorlesungen an der Princeton University bereits im Jahr 1971 eingefordert wurde, ist an eine Annäherung an das Problem nicht zu denken. Nicht von ungefähr verlangen die einschlägigen Leitlinien für medizinische Eingriffe eine multidimensionale Anlage der Therapie. Lediglich die chemische Zusammensetzung von Methadon in den Blick zu nehmen und davon eine Heilung zu erwarten, verliert sich somit im Nichts und könnte zweifelsohne dilettantischer nicht sein. Allein, all das weist Frau Dr. Friesen weit von sich, wenn man sie darauf ansprechen würde. Ihr nicht nur hier im Blog der FAZ kurzerhand den besagten Frevel bloß zu unterstellen, ist an Niedertracht daher kaum zu überbieten.

    • Pervertierte Verhältnisse
      Wie pervertiert die Verhältnisse seit längerem sind, lässt sich bereits daran ablesen, dass schon im Jahr 1932 die „Zeitschrift für Sozialforschung“ gleich in ihrer ersten Ausgabe einen Vortrag von Max Horkheimer veröffentlicht, der Praktiken Dritter auf das Schärfste kritisiert, welche dem Einzelnen politisch keine andere Wahl lassen, als Leiden und Tod in Kauf zu nehmen, um mit Gleichgesinnten Glück erleben zu können (ebd., S. 138). Ohne grundlegend geänderte Voraussetzungen sozialer Effizienz verkommt demnach gleich welches Versprechen der Ärzte auf Heilung zu leerem Gerede. Fraglich somit, weshalb insbesondere Mediziner ein so geringes Interesse an einem Paradigmenwechsel haben. Horkheimer führt dabei ein Verhalten, das an überkommenen Formen festhält, anstatt sie notwendig durch höhere und rationalere Lebens- und Produktionsweisen zu ersetzen, auf eine „das Bewußtsein verfälschende Triebmotorik“ zurück. Psychoanalytisch gesprochen, würdigt solch ein Handeln Dritter den Einzelnen zu einem Objekt herab, das Gegenstand für ihre sadistischen Projektionen ist. Vor allem Krebspatienten müssen infolge dessen die Hölle auf Erden erdulden, falls nicht zuvor der Tod sie erlöst.

  78. Antwort
    I.d.R. weiß der Patient nicht mehr als die Ärzte. Wenn aber die behandelnden Ärzte erklären, dass sie mit Ihrem Latein am Ende sind, dann, spätestens, greift das Recht des Patienten, alles aber auch alles zu versuchen und nach jedem Strohhalm zu greifen. Nach heutigem Stand kann offenbar die Gabe von Methadon bei manchen Diagnosen ein solcher Strohhalm sein. Es ist aufgrund der Erkenntnis und Erfahrungen von Frau Friesen höchste Zeit, dazu umfassende klinische Studien auf den Weg zu bringen.

    Und Bitte, wenn Sie mir den Einwurf noch erlauben, seien Sie kritischer in Ihren Einschätzung der Pharmaindustrie.

  79. Danke sehr
    Vielen Dank für das Erklären.

    Wessen Kinder hin und wieder Kinderkanal sehen, der kennt die beschriebenen Effekte in der Berichterstartung sehr gut: es werden die Umstände nicht (mehr/ es schien früher weit besser, und vermutlich ist auch hiwr der Grad der Bezahlung für Sachverstand gesunken) nüchtern dargelegt ubd abgewogen, geschweige denn auch mal gesagt was man noch nicht (genau genug) wisse. Nein, immer häufiger werden Teilaspekte überbetont und immer wieder mit Unterstellungen und ‚Moralismen‘ operiert. Profitsucht treibr eben nicht nur bei der Pharmalobby für absurde Blüten, sondern auch scheinbar ‚Gute‘ können sich davon und vor der Sucht nach einfachen Erklärungen (leider immer häufiger) leiten lassen. Überbetont wird was schrecklich sei und was dem eignen Willen entspricht bzw dem der „Abnehmern“ der Nachricht (nicht nur voluntariatisch, sondern durchaus wirklich populistisch). Warum nicht mehr Gelassenheit, Zeit Dinge genauer zu prüfen und verschiedene Experten befragen..? Weil für niczts mehr Zeit und Geld vorhanden ist?

    Erinnere mich sehr gut an den ebenfalls sehr guten Beitrag 0ber Krebs bei Deus. Das ist mit vielen erhellenden Details in bester Erinnerung! Nicht nur weil eine sehr nahe Verwandte mit Pankreas zu kämpfen hat.

    Dabei haben wir zu ubterschiedlichen Heilweisen durchaus ein entspanntes Verhältnis. Weil heilt hat recht und mitunter führen etliche „Wege nah Rom“ (wer zB mal Akkupunktur erfoögreich erlebt hat, weiß das manches geht, dass nicht so rect erklärbar ist, wie die Tunneldiode, ohne die vieles in unserer gegebwärtigen Technik nicht funktioniert). Aber grundliches wissenschaftliches Arbeiten ist dennoch unabdingbar (welche Blüten dabei vermeidbar wären, sieht man an den Überprüfungen von zB Experimenten in der Psychologie, die in jüngster Zeit für Furore ges8rgt haben – bin sehr dankbar, wenn jemand entsprechend dem Lob des Zweifels, nicht zu verwechseln mit dem Lob des Zweiflers ebenfalls von Brecht arbeitet, nach dem man heiter auch denjenigen begrüssen soll, der das eigne Wort wie einen schlechten Heller prüft, denn nur so kommt man weiter, und oft genug war vieles dann doch anders aos große Postulate – aber bitte nüchtern, ergebnisoffen, logisch, präzise und genau!)!
    Danke und sehr gern Weiteres von Ihnen und anderen, die es so gut erklären können.

  80. @HvGoslar
    Ich habe Sie in der Tat ein wenig mißverstanden, das tut mir leid. Dennoch lasse ich mir nur ungern von Ihnen den Mund verbieten, zumal sie überhaupts nichts über meinen Hintergrund wissen – und es gibt zahlreiche Wissenschaftler ohne klinische Ausbildung deren Fachwissen in bestimmten Bereichen dem von Ärzten durchaus überlegen ist.

    Aber lassen wir das: es gibt auch die von Ihnen verlangten Beobachtungen nicht. Frau Friesen (auch keine Medizinerin) erwähnt zwar solche in ihrer Veröffentlichung, die zitierten Studien sind allerdings nur sehr wenig aussagekräftig. Ich habe mir auch erlaubt, über dieses Thema mit befreundeten Kollegen (in diesem Fall – Ärzte!) zu sprechen, die relativ viel mit Methadon zu tun haben, und keiner konnte so etwas bestätigen.

    Aber wer sperrt sich denn gegen Studien? Oder warum veröffentlichen Frau Friesen und Herr Hilscher (ein Arzt!) nicht die überwältigenden Daten? Immerhin hat Herr Hilscher in seinen Vorträgen auch behauptet, die bisherigen Kenntnisse zu PK und Toxikologie von Methadon seien falsch.

    Es gibt genug Zeitschriften, die so etwas sehr schnell veröffentlichen würden.

  81. Danke Frau Müllner
    Danke für den Gastbeitrag. Dank und Respekt für die freundlich zugewandte, aufrechte Führung des Kommentariats im allerbesten Don-Stil.
    Es ist mir eine Freude Sie zu lesen.

  82. Medikamente
    Sehr geehrte Frau Müllner,
    Ich möchte Ihren Artikel nicht kommentieren, sie sollten sich vielleicht besser informieren.
    Ich habe eine Frage an Sie!
    Welches Medikament kann bei einer Über Dosierung nicht tödlich wirken?
    Mit freundlichen Grüßen
    Rico Steudel

    • @ Ein betroffener - Medikamente
      Sie fragen „Welches Medikament kann bei einer Über Dosierung nicht tödlich wirken?“ Diese Frage passt doch gar nicht zum Artikel. Es ist doch ein Unterschied ob ein Medikament irgendwo versehentlich überdosiert wurde oder ob ein Medikament so hoch dosiert werden muss, dass es bei regulärer Behandlung tödlich wirken kann. Ist letzteres der Fall, kann es natürlich dennoch sein, dass ein hervorragend wirksames Medikament in der Krebstherapie eingesetzt wird. Dennoch wird man dann bei jedem Einsatz auch die evtl. tödliche Nebenwirkung berücksichtigen. Wenn es also andere Mittel gibt, die wie von Mitforist Thomas Marx (er schlägt vor NMDA receptor, tumor growth zu suchen) angedeutet, diese Rolle evtl. mit weniger Nebenwirkungen übernehmen könnten, dann wird verständlich warum ein möglicherweise tödliches Medikament nicht auf ungeteilte Begeisterung stöst.

  83. Beim Thema bleiben, bitte!
    Ich spüre, dass dieses wichtige Thema nur ein (zum Teil!) primitives Seilziehen zwischen Bekämpfer in zwei Lagern ist.
    Es geht eigentlich nur darum, dass diese Studie endlich wissenschaftlich abgeschlossen wird und dass der kranke Patient dann selber entscheiden darf, mit welcher Therapie er den Versuch zur Heilung starten will.
    Mein Vater hätte es gerne mit Methadon versucht aber niemand verhalf ihm dazu. Schon nur die Tatsache, dass Ärzte über den erwachsenen, bewusstpräsenten Patienten bestimmen, ohne die Bedürfnisse des Patienten ernst zu nehmen macht zusätzlich krank.
    Chemotherapien an sich haben (zum Teil!) schon grausame Nebenwirkungen – Heilung ist auch da (zum Teil!) Glückssache. Und weil es immer wieder Ausnahmen und ja, INDIVIDUEN gibt – kann dies oder das tödlich sein. Krebs ist (zum Teil!) sowieso tödlich und definitiv grausam – der kranke Mensch hat eigentlich nur noch das Recht, sich mit seinem Schicksal abzugeben. Und deswegen braucht er Informationen über alle möglichen unterstützenden Heilmethoden und soll selber (mit)entscheiden dürfen, wie er sich (zum Teil!) helfen lassen will.
    Es gibt keine 100%ige Sicherheit – ausser den einzigen, letzten (Teil!)

  84. Sobald jemand Ahnung hat versuchen sie einem was ans Leder zu flicken
    Lustig wie hier die üblichen Verdächtigen keineswegs versuchen die Argumentation zu widerlegen, sondern gleich einen Interessenskonflikt ausmachen wollen weil Frau Müllner vom Fach ist.

    Der wirklich hammerharte augenscheinliche Conflict of Interest bei Frau Friesen (Patentgebühren zahlt man ja nicht aus Altruismus, sondern als Investition in die Zukunft, weil man daran verdienen will) wird hingegen beflissentlich ignoriert. Übrigens, n=8 Mäuse in

    Das nennt man wohl auch den „Backfire-Effect“. Ich zitiere mal David McRaney:
    „The Misconception: When your beliefs are challenged with facts, you alter your opinions and incorporate the new information into your thinking.

    The Truth: When your deepest convictions are challenged by contradictory evidence, your beliefs get stronger.“

    • Falsch,
      Frau Dr. Friesen hält kein Patent an irgend etwas!

    • sicher?
      Patentinhaber ist wohl ehere die Klinik als Fr. Dr. Friesen.
      Was ist denn falsch daran, wenn man etwas positives findet, als Forschungsgrundlage und dafür auch bezahlt wird?
      :-D

  85. Kein Recht auf Wahrheit – kein rechtlicher Schutz vor Manipulation
    Mir kam der Artikel von Anfang an suspekt vor, denn für mich war dies das Gegenteil von fachkompetenten und kritischem Darstellung.

    Dank an die Mitforisten, die recherchiert haben, womit Frau Müllner ihr Geld verdient.

    Verdeckte PR gehört zu Normalität, selbst bei Medien, die sich das Image eines Qualitätsmediums geben.

    Hier der Bericht eines Journalisten zur „Schleichwerbung“:
    https://heisersstimme.wordpress.com/2015/02/16/sz-leaks-schleichwerbung-fur-steuerhinterziehung/

    Und hier generell zur Korruption im Journalismus:
    https://www.lobbycontrol.de/2013/08/gefallen-an-gefalligkeiten-wie-journalisten-umgarnt-werden/

    Beim vorliegenden Artikel drängt sich der Eindruck auf, es handele sich um eine konzertierte Aktion einer PR-Agentur im Auftrag der Pharma-Branche, auch angesichts entsprechender Kommentare.

    Im Kapitalismus gibt es kein Recht auf Wahrheit. Friedrich Engels sprach von einem System des „legalen Betrugs“.

    Für die Akteure des „legalen Betrugs“ ist es ein Job, mit dem man Geld verdient und Vorteile erlangt. So in der Werbung, beim Marketing, in der PR-Agentur, als Unternehmenssprecher etc.

    Fehlinformation und Manipulation sind in dieser Gesellschaft legal und daher fehlt den Akteuren meist ein Unrechtsbewusstsein.

    • HvGoslar
      Dr Müllner, aber auch andere (u.a. ich) haben hier zahlreiche Quellen zitiert, die eigentlich recht eindeutig zeigen, dass es zur Methadon-Therapie keine Daten gibt, die eine derartige Berichterstattung rechtfertigen. Selbst Dr Friesen bringt in einer ihrer Veröffentlichungen [1] zwar Fallbeispiele, aber es fällt schwer, diese als Argumente für die Methadontherapie _gegen Krebs_ zu interpretieren (die Autoren der entsprechenden Studien machen das nämlich nicht).

      Anstatt hier eher nebulös andere zu kritisieren, könnten Sie doch einfach einmal Argumente bringen und belegen? Ich bin mir sicher, hier lesen auch Ärzte mit – es gibt also sich auch Leser, die Sie verstehen.

      [1] https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0043-110160.pdf

  86. Titel eingeben
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  87. Ärzteblatt 17.08.2017 Bitte lesen: Methadon in der Krebstherapie: Nicht ohne Absprache mit dem Onko
    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77415/Methadon-in-der-Krebstherapie-Nicht-ohne-Absprache-mit-dem-Onkologen

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      „Johanna sagt“

      Bitte den Text auch lesen!
      Er ist so geschrieben dass ihn ein „Durchschnittsmitteleuropäer“ verstehen kann.

      Der Ton hier im Blog lässt bei manchen zu wünschen übrig.

  88. Methadon ab heute
    Wir sind selbst mal gespannt wie sich Mathadon in der Krebstherapie verhält. Seit heute kommt es zum Einsatz. Ich bin nicht selbst betroffen, aber eine nahe Verwandte.
    Methadon kann die Chemotherapie begünstigen, die erkrankten Zellen zu zerstören, es lindert den Schmerz und hellt das Gemüt auf – wie man sagt. Selbst wenn die Kombination Chemo & Methadon nicht den gewünschten Erfolg einer stärkeren Verkleinerung bringt, so ist es als Schmerzmittel wohl hervorrragend geeignet. Das zeigst sich gerade im Umfeld, also an einem Einzelergebnis, die nach zwei Jahren Krankheit endlich etwas Lebensqualität erreicht. Im PLZ-Bereich mit der 5 am Anfang ist es schwierig bis unmöglich einen Arzt zu finden, der es verschreibt – wir fanden keinen hier. Bekamen aber Aussagen über die Unbedenklichkeit des Methadons von Ärzten aus Unikliniken. Eine schädliche Überdosierung wäre praktisch nicht möglich. Schlimmstenfalls würde die Patientin einen Tag und einen Nacht durchschlafen. Diese Aussage steht im Widerspruch zu der Aussage von gefährlichen Nebenwirkungen von Frau Müllner.
    Es handelt sich bei der Lösung ja auch um eine niedrige Konzentration des Methadons.
    Wir werden sehen wie es sich mit dem Methadon verhält und dessen Wirkungserfolg. Die Antihaltung der Ärzte finde ich jedoch unglaublich, denn Sie haben ja noch nichteinmal eine Studie auf die sie zurückgreifen können um zu sagen: Es funktioniert nicht/ Es funktioniert. Und Menschen dieses Schmerzmedikament vorzuenthalten, nur weil es schulmedizinisch in einer begünstigenden Wirkungsweise in der Kombinationstherapie nicht legitimiert ist, aber als Schmerzmittel wohl von jedem Arzt verschrieben werden könnte und auch legitim ist, hat schon etwas borniertes. Für jeden Arzt entsteht wohl auch ein großer schriftlicher Aufwand, der nicht zusätzlich abgerechnet werden kann wenn Methadon verschrieben wird. Diese Mediziener scheinen dann doch nicht sooo leidenschaftlich zu sein – aber finanziell versorgt.
    Ich bin sehr gespannt wie sich das Mittel auswirkt. Zu verlieren gibt es im Falle meiner Betroffenen nichts.

    • Sehe das genauso wie Sie.
      Borniertheit II:
      Zusätzlich will ich anmerken, dass ich es nicht verstehe, wie man Methadon dann an Süchtige verabreichen kann, wenn es doch so gefährlich sei (2 Tote auf 100 in einer hier genannten Untersuchung). Da ist es plötzlich wurscht und scheint Arzt-ethisch gangbar. Weil es „nur“ Süchtige sind?

      Und das D,L-Methadon aber mit dem Hinweis auf Gefährlichkeit Todkranken verweigern, die vermutlich eh ihrem Exit ins Auge sehen.
      Das versteht kein Mensch.

      Ärzte messen anscheinend nicht mit dem gleichen Maß:

      Ich kann mich der hier geforderten Presseschelte daher nur halbherzig hingeben und gebe die Schelte als Netzroller zurück an die Ärzte, was das Geziere bei Todkranken soll und man bei der Substitution Junkies diese Probleme nicht mit dem gleichen Maß misst.

    • @ Mehrvertrauen - Methadon ab heute
      Hallo Mehrvertrauen! Für die Kombinationstherapie mit Methadon als den Krebs -in Kombination mit Doxorubicin- aktiv bekämpfenden Wirkstoff gibt es keine anerkannte Dosis, da Methadon für diese Indikation nicht zugelassen ist. Es ist für die Schmerzbehandlung und für die Heroinsubstitution zugelassen. Sie schreiben, die Dosierung des Methadons bei Ihrer Verwandten, entspricht der einer eher niedrigen Dosierung (wie für eine ergänzende Schmerzbehandlung üblich). Habe ich Sie da richtig verstanden? Für diese niedrige Dosis sehen Sie keine besonders schlimmen Nebenwirkungen. Sie fühlt sich mit Methadon besser. Das sei ihr gegönnt. Aber wo ist jetzt der Nachweis, das Methadon den Krebs bekämpft? Wo ist ein Beleg, der einen Unternehmer überzeugen könnte in Studien mit Methadon zu investieren? Die Pharmaunternehmen wollen Gewinne machen, ja, aber Methadon würde die Chemotherapie ja nicht verdrängen. Warum sollten Entscheider in Pharmaunternehmen etwas dagegen haben ihre Produkte durch Kombination mit Methadon zu verbessern?

  89. Und Ihre Anschuldigung
    ist jetzt fachkompetent und wissenschaftlich ? Kicher

  90. .
    Für mich, die nur die eine Plusminus-Sendung vom
    16.8. über Methadon sah, sind die Kommentare
    sehr aufschlussreich!
    Die Menschen sind offensichtlich so verschieden,
    dass der Behandler es schwer hat.
    Aber wie schwer haben es die Betroffenen selbst.

    Ich hatte, als ich 20 war, einen Knoten in der Brust.
    Damals gab es noch nicht diesen Krebs-Hype,
    also marschierte ich guten Muts in die Klinik.
    Der Knubbel war gutartig. Gottlob.

    Aber DANACH versuchten mir die Ärzte Angst
    einzujagen und folterten meinen Busen mit
    diesem Quetsch-Mammographiegerät.
    Aber nur 1 x!
    Ich entschied mich für eine Verweigerung jeglicher
    Vorsorgeuntersuchungen.
    Mir geht es seit 45 Jahren prima.

    Sollte mir das Schicksal so eine Diagnose verordnen,
    weiß ich nicht, ob sich meine innere Haltung verändern
    wird und ich dann plötzlich am Leben hängen werde,
    obwohl es ja dann gerade nicht mehr schön ist!

    Vor Schmerzen fürchte ich mich und ich werde bestimmt
    unleidlich sein und alles in mich reinstopfen was Linderung
    verspricht. Sollte es eine Überdosis werden, warum nicht.
    Aber das ist Gerede > als Gesunde, ich weiß.

    Allen Betroffenen wünsche ich, dass sie durch
    das Blog nicht (noch mehr) verunsichert wurden.
    Ihnen, Frau Dr. Müllner viele gute neue Erkenntnisse
    Habe Ihre Artikel auf scilogs.spektrum.de/lifescience
    gelesen. Informativ und gut zu lesen.
    Ich kenne die Seite wegen des Fischblogs.

  91. Titel eingeben
    Mein Mann ist Anfang des Jahres an Krebs verstorben (CUP).
    Nächtelang habe ich mich durch klinische Studien gewühlt.
    Zu jeder noch so kleinen Dosisänderung oder jetzt auch in Kombination
    mit einer Immuntherapie gibt es Studien.
    Von Erfolg wird schon gesprochen, wenn das Gesamtüberleben nur wenige Wochen oder Monate beträgt.
    Wenn Patienten nun eine Studie fordern, dann sollte das möglich sein.

    Frau Müllner schreibt hier: „nicht zuletzt gefördert durch die einseitige und unkritische Berichterstattung.“
    Eher das Gegenteil ist der Fall. Von der SZ bis hin zu Lokalzeitungen,
    wird vor falschen Hoffnungen gewarnt.
    Aus der SZ:
    “ Die Studie habe auch einen gesellschaftlichen Auftrag, sagt Wick: Ziel sei, auf Grundlage von Fakten Patienten zu beruhigen und die Debatte endlich zu versachlichen. Der Abschlussbericht wird für das Jahr 2022 erwartet.“

    Nun gerade Dr. Wick die Studie erstellen zu lassen, halte ich für falsch und wird aufgrund seiner schon vorher geäußerten Ansichten, von Betroffenen wahrscheinlich nicht als glaubwürdig akzeptiert.
    Zumal das Ergebnis erst 2022 vorliegen soll.

    • Das ist ganz normal. Solche Studien dauern in der Beantragung und Ausführung nunnmal eine gewisse Zeit. Das liegt daran, dass die Studien sehr aufwendig sind und man möglichst ähnliche Krebsfälle braucht um vergleichbare Daten zu erhalten.

    • Avastin & Dr. Wick
      Egal wie gut er es tut, Herr Dr. Wick ist zu nahe am Avastin, dass seine Studien – Resultate zum Methadon glaubwürdig erschienen.

    • Herr Prof. Dr. Wick hat gar keine Studien zu Methadon gemacht. Er ist einfach Neuroonkologe und zwar einer der erfolgreichsten Forscher in diesem Bereich.
      Avastin ist übrigens schon lange zugelassen und bald aus dem Patent. Sollte er davon je Vorteile gehabt haben – er wird sie nicht mehr lange haben. Egal ob methadon zur Anwendung kommt oder nicht.

  92. Interessenkonflikte
    Ich finde es faszinierend, wie schnell hier potentielle Interessenkonflikte hervorgehoben – und als alleinige Erklärung für die Aussagen von Dr Müllner verwendet werden. Mir wird das im richtigen Leben auch sehr gerne vorgeworfen, und ich frage mich dann immer, ob man aus solchen Vorwürfen nicht eher auf die moralische Integrität des Absenders schließen kann.

    Vielleicht ist das übertrieben (obwohl – wer selbst käuflich ist vermutet das sicher auch bei anderen), aber es ist auf jeden Fall ein Zeichen intellektueller Faulheit, denn mit so einem Vorwurf braucht man sich nicht mit vielleicht unbequemen Argumenten auseinandersetzen. Wenn man sich die Argumente in Dr Müllners Text ansieht, so sind sie recht überzeugend (und tendenziell sogar wohlwollend). Es wäre interessant zu sehen, was diejenigen, die hier einen Interessenkonflikt sehen, an beschriebenen Daten oder Informationen vermissen.

    (übrigens: einer der Kunden von Dr Müllners Arbeitgeber vertreibt Methadon.)

    • Titel eingeben
      „(übrigens: einer der Kunden von Dr Müllners Arbeitgeber vertreibt Methadon.)“
      .
      Und ich hab ’ne Gattin, deren Schwippschwager, der hatte mal ’ne Freundin, deren Onkel war mal Minister unter Putin/Honegger/Bush/Kohl (suchen Sie sich einen aus). Bin ich deshalb ein „Böser“?

  93. Antwort an Anna Müllner
    Solche Studien dauern eine gewisse Zeit.

    Nur hier handelt sich um die Überprüfung einer Kombination zweier schon zugelassenen Medikamente.

    • Ob damit verifiziert wird oder nicht ist egal, die Studien dauern so lange, da Erkrankungen so lange dauern und gerade bei Krebs Spätfolgen und Rückfolgen zu erwarten sind.

  94. Das Spiel mit der Hoffnung
    Es ist nunmal so, daß Kranke sich an jeden Strohhalm klammern, um gesund zu werden, der sich ihnen bietet. Die Kosten spielen dabei keine Rolle. Und das ist letztlich auch das große Problem, denn der Mensch wäre nicht Mensch, würde er das nicht zum eigenen Vorteil zu nutzen wissen.

    Ob nun Methadon ein geeignetes Mittel gegen Krebs ist und wenn ja, gegen welchen und bei welchem Menschen – keine Ahnung. Und diese Ahnungslosigkeit herrscht ja auch wohl in der Wissenschaft immer noch vor, da sonst der Krebs trotz seiner Vielfalt wohl längst besiegt wäre. Der einzige mir als Laien sinnvoll erscheinende Ansatz ist jedenfalls der, jeden Krebs individuell zu behandeln. Leider ist das auch die teuerste Variante und noch dazu eine, die der Pharmaindustrie nicht wirklich schmecken dürfte.

    Die Auseinandersetzungen zwischen Schulmedizin und alternativen Heilmethoden sind auch nicht immer dem Wohl des Patienten geschuldet. Auch da dürfte die Verteilung des finanziellen Kuchens eine gewisse Rolle spielen.

    Und letztlich, solange die Gesundheit der Menschen eine finanzielle Frage bleibt, mit Geld lebt es sich eben gesünder und länger, sind alle ethisch-moralischen Betrachtungen sowieso eher akademisch.

    Es reicht, in einer beliebigen Suchmaschine mal nach Pharmaindustrie, Korruption, Geheimverträge etc. zu suchen, sich an H1N1 zu erinnern oder an die nicht mehr vorhandene Parität in der Krankenversicherung zu erinnern, um den Sumpf zu erahnen, der sich da auftut. Eine kleine Auswahl:

    http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/urteil-zum-geheimvertrag-zwischen-der-uni-koeln-und-bayer-a-1048618.html
    http://www.sueddeutsche.de/wissen/schweinegrippe-impfung-konjunkturspritze-fuer-die-pharmaindustrie-1.49403
    http://gutepillen-schlechtepillen.de/arzneimittelpolitik-rabattvertraege-zwischen-pharmaherstellern-und-krankenkassen/
    https://www.op-online.de/welt/geldspritze-pharmabranche-497942.html

    Und last but not least aus dem Deutschen Bundestag:

    https://www.bundestag.de/blob/393618/96c6fc69db611847737844016d571193/stellungnahme_kreiss-data.pdf

    Jenseits aller Verschwörungstheorien darf man jedenfalls wohl sagen, daß auch im Gesundheitswesen, in der Forschung, bei panschenden Apothekern und wo auch immer, das Geld letztlich mehr zählt als der Mensch. Und das ist eine wirklich traurige Erkenntnis.

  95. Off-Topic, Antworten und Freischalten, bis...?
    Liebe Frau Anna Müllner,
    vielen Dank für Ihren interessanten und anregenden Artikel. Mir ist noch einiges eingefallen, aber ich schreibe nicht so gerne für den Mülleimer. Daher meine Frage:
    Wie lange beschäftigen Sie sich noch mit diesem Blog (also Freischalten und vielleicht auch Antworten)? D.h. bis wann hat es noch Sinn zu diesem Thema einen Beitrag zu verfassen?
    Lieben Gruß
    Kpax

    • Ich entschuldige mich dass ich gestern hier nicht freischalten konnte. Ich war leider nur sehr unregelmäßig in Reichweite eines guten Internetanschlusses.

  96. Skrupellos?
    Ehrlich gesagt, ich halte es schon für möglich, dass es Menschen gibt, die so skrupellos sind, dass sie PatientInnen aus Profitgier ein wirksames Medikament vorenthalten. (Ich sag nicht, dass es in dem Fall so ist, nur dass es grundsätzlich möglich ist)
    Ich habe selber vor langer Zeit Schulungen in der Finanzbranche besucht – was einem da geraten wird, um die Provisionen zu maximieren, ist erschreckend. Den Kunden werden Produkte empfohlen, die die höchste Provision haben – was anderes interessiert nicht. Auch Großkonzerne wie Nestle etc zerstören skrupellos die Lebensgrundlage von Mensch und Natur.
    ÄrztInnen machen sowas vielleicht nicht, aber die Entscheidungen in Pharmafirmen werden ja auch von Wirtschaftlseuten getroffen, nicht nur von ÄrztInnen.

  97. Unglaubwürdig
    Es finde wenige Kommentare von realen Anwendern. Dafür sehr viel
    theoretisches Blabla, von Leuten, die keinerlei praktische Erfahrung mit Methadon haben. Und jetzt mal Klartext : Es gibt Studien, die die Unschädlichkeit von Methadon belegen. Es schadet nicht, die Dosen sind zu tief.
    Es sterben diesen Monat so viele Menschen an Krebs, dass schon ein 5 prozentiger Erfolg eine Sensation ist.
    Meine Forderung : Methadon freigeben fürAlle die es wollen – die Studie wirdd nachgereicht.

    • @ Hendrik Unglaubwwürdig
      Sobald ein Arzt die Verantwortung für die entsprechende Behandlung eines Patienten mit Methadon übernimmt ist bereits Off-Label-Use möglich, d.h. die Behandlungs mit Methadon ist insofern nicht verboten. Auch als Schmerzmittel (mit niedriger Dosierung) ist Methadon bereits zugelassen. Falls Sie mit mit „freigeben“ meinen, dass Methadon ohne erfolgreiche Klinische Studien für eine beliebige Dosis als Krebsmedikament zugelassen werden soll, kann ich das nur ablehnen. Wenn alleine der Wunsch einiger Menschen und derens Subjektive Einschätzung genügen um ein Medikament zuzulassen, dann können wir uns die umfangreichen Zulassungsverfahren für Medikamente sparen. Diese Klinischen Studien dienen dazu Sicherheit und Wirksamkeit nachzuweisen, bevor es bei der massenhaften Anwendung zu Todesfällen kommt. Sicherlich kann man darüber diskutieren, ob das langwierige und teure Zulassungsverfahren (inkl. Phase I-III Studien) nicht verkürzt werden kann… Aber einfach die Zulassung erteilen? Das ist doch hoffentlich nicht Ihr Ernst.

  98. @ Neuroonkologe - Studien lesen lernen
    Die von Ihnen zitierte Studie habe ich nicht gelesen. Nur was hat diese untersucht?
    Den Morbiditätsfaktor im Median 48 Jahre alt zu sein?
    Das Sterberisiko verbunden mit chronischen Schmerzen?
    Das Risiko von Methadon für outpatients (Ambulanzpatienten)?
    Ich erlaube mir Sie zu zitieren und gleich mittens zu kommentieren:

    „Bei einer Behandlung von 1 Jahr sterben 2 von 100 Patienten.“
    Die Gesamtsterblichkeit in Deutschland liegt bei 1 zu 100. In der Studie jetzt doppelt so hoch. Wir sind älter als 48a und haben Schmerzen – hmmm.
    „Das ist für meinen Geschmack je nach Tumorerkrankung und Prognose zu viel und zeigt eben das Methadon nicht völlig unbedenklich ist. Die Sterblichkeit war übrigens dosisunabhängig.“
    Interessant das muss dann schon eine sehr harmlose Tumorerkrankung sein – also für eine aktinische Keratose brauch ich auch kaum Schmerzmittel…
    „Das Risiko zu versterben war in dieser Studie bei einer Dosierung von 0 bis 20mg sogar am höchsten.“
    Wundert mich kaum – mit zu wenig Schmerzmittel gehts eben schneller in den Suizid – Aber Momang! Schrieben Sie da nicht genau einen Satz vorher: „Die Sterblichkeit war übrigens dosisunabhängig.“

    „Methadon ist eben nicht gut steuerbar und wird von Mensch zu Mensch unterschiedlich verstoffwechselt.“
    Es tut mir leid .. an dem Kopfkino zum Filmtitel „von Mensch zu Mensch verstoffwechseln“ mag ich sie nicht teilhaben lassen. Das Methadon nicht gut steuerbar ist – im Vergleich zu Vicodin, Morphin, Fentanyl – nehme ich hier erst wieder ernst wenn mir wirklich mal eine Multicenterstudie mit vollen Datensätzen vorgelegt wird.
    Ich befürchte Ihr sicherlich gut gemeinter Beitrag war dosisunabhängig.

    Das Lesen und Verstehen von Studien ist eben nicht gut steuerbar. Das Aufstellen derselben ist richtig schwierig und sollte ohne Mathematikerin wohl besser unterbleiben.

    Die Menge macht das Gift

  99. RE: Todesfälle unter Methadon
    @Neuroonkologe
    Die von Ihnen zitierte Studie habe ich nicht gelesen. Nur was hat diese untersucht?
    Den Morbiditätsfaktor im Median 48 Jahre alt zu sein?
    Das Sterberisiko verbunden mit chronischen Schmerzen?
    Das Risiko von Methadon für outpatients (Ambulanzpatienten)?
    Ich erlaube mir Sie zu zitieren und gleich mittens zu kommentieren:

    „Bei einer Behandlung von 1 Jahr sterben 2 von 100 Patienten.“
    Die Gesamtsterblichkeit in Deutschland liegt bei 1 zu 100. In der Studie jetzt doppelt so hoch. Wir sind älter als 48a und haben Schmerzen – hmmm.
    „Das ist für meinen Geschmack je nach Tumorerkrankung und Prognose zu viel und zeigt eben das Methadon nicht völlig unbedenklich ist. Die Sterblichkeit war übrigens dosisunabhängig.“
    Interessant das muss dann schon eine sehr harmlose Tumorerkrankung sein – also für eine aktinische Keratose brauch ich auch kaum Schmerzmittel…
    „Das Risiko zu versterben war in dieser Studie bei einer Dosierung von 0 bis 20mg sogar am höchsten.“
    Wundert mich kaum – mit zu wenig Schmerzmittel gehts eben schneller in den Suizid – Aber Momang! Schrieben Sie da nicht genau einen Satz vorher: „Die Sterblichkeit war übrigens dosisunabhängig.“

    „Methadon ist eben nicht gut steuerbar und wird von Mensch zu Mensch unterschiedlich verstoffwechselt.“
    Es tut mir leid .. an dem Kopfkino zum Filmtitel „von Mensch zu Mensch verstoffwechseln“ mag ich sie nicht teilhaben lassen. Das Methadon nicht gut steuerbar ist – im Vergleich zu Vicodin, Morphin, Fentanyl – nehme ich hier erst wieder ernst wenn mir wirklich mal eine Multicenterstudie mit vollen Datensätzen vorgelegt wird.
    Ich befürchte Ihr sicherlich gut gemeinter Beitrag war dosisunabhängig.

    Das Lesen und Verstehen von Studien ist eben nicht gut steuerbar. Das Aufstellen derselben ist richtig schwierig und sollte ohne Mathematikerin wohl besser unterbleiben.

    Die Menge macht das Gift

  100. In einer meiner sadistischen Momente ...
    … würde ich jedem Oatienten genau die Medikamente in genau der Menge geben, von denen der Patient nach Ansehen eines youtube Videos glaubt, dass sie ihm helfen.

    Gottseidank bin ich kein Arzt. Und Gottseidank sind Ärzte und Medizinzulassungsbehörden normalerweise nicht sadistisch veranlagt.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  101. bin ich zu doof oder is euer labern Programm?!
    Ich bin ein betroffener Krebspatient!! Euer hochgestochenes Ärzte Deutsch geht echt gar nicht! Für wen haltet ihr Euch denn eigentlich? Pharmaindustrie und Ärztekammer…. is doch ein Verein….Der nur auf Profit aus ist…. Wir reden hier von Kartellen…. welche mit Sicherheit nicht darauf aus sind… sich die Butter vom Brot nehmen zu lassen ! Die leidtragenden sind WIR… die Betroffenen und ihr Alle… geht Tag für Tag und Nacht für Nacht ohne schlechtes Gewissen zur Arbeit oder legt euch zur Ruhe hin!!! Schämt Euch Alle

  102. Auch wenn die Diskussion schon abgeflaut ist
    https://academic.oup.com/brain/article-lookup/doi/10.1093/brain/awm204 – als Quellenangabe zur Frage des Langzeitübrlebens von Glioblastompatienten.

    @ Reiner Orth – Ihr behandelnder Arzt möchte ich nicht sein. Oder deutlicher gesagt: Wenn Sie so ein Problem mit Ärzten haben, dann gehen Sie doch zu keinem mehr hin, schmeißen alle pöhsen chemischen (igitt!) Medikamente in den Sondermüll (und bitte nicht ins Klo!!) – sofern Sie das noch nicht getan haben sollten. Und leben Sie still und vergnügt weiter (mit der Betoung auf STILL) – aber kommen Sie dann nicht später zum Schulmediziner, wenn es Ihnen dann so richtig dreckig geht…

  103. Liebe Frau Müllner,
    zunächst vielen Dank für Ihren sachlichen und informativen Artikel.
    In erster Linie möchte ich Ihnen aber mein Beileid aussprechen, von wie vielen teils aggressiven Kommentatoren Sie hier angegangen werden. Ich verstehe, dass Leid und Ausweglosigkeit Leute verzweifeln lässt – aber es ist noch lange kein Grund, jemanden persönlich, bloßstellend und verletzend aus der Anonymität des Internet heraus anzugreifen.
    Meine Aufrichtige Bewunderung dafür, wie sachlich und konstruktiv Sie auf die noch wirrsten Anwürfe eingehen.

    Herzliche Grüße!

  104. Komplott der Pharma-Industrie?
    Grundtenor vieler Beiträge:
    (1) Chemotherapie wirkt unzureichend
    (Am Ende sterben die Patienten trotzdem)
    (2) Pharma-Industrie verdient viel Geld damit
    (3) Methadon verstärkt die Wirkung von Chemotherapie
    ________________________________________
    (4) Logische Folge wäre: Menschen leben mit Methadon länger,
    Chemo könnte längere gegeben werden,
    Pharmaindustrie würde mehr verdienen
    Weshalb sollten die dagegen sein?
    Wären die Prämissen richtig, ist der Schluss absurd……

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