Deus ex Machina

Deus ex Machina

Über Gott und die WWWelt

Der kleine Unterschied zwischen einer Mörderdrohnenfirma und Google

| 48 Lesermeinungen

Die einen schicken zielgenau Werbung und die anderen die Hellfire-Rakete - und weil das alles zusammenhängt, sollte man sich überlegen, ob man amerikanische Firmen nicht besser als den weichen Unterleib der NSA behandelt, solange es noch geht.

Sieh an, sieh an: Amerikanische Internetfirmen, die sonst so gern über die Schattenseiten ihres Treibens schweigen, sehen sich gerade genötigt, Auskunft über ihre Kooperation mit Geheimdiensten zu geben. Natürlich wissen wir nicht, ob das wirklich die ganze Wahrheit über ihre Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten ist. Wir wissen nicht, ob sie ihre Daten absichtlich unverschlüsselt über das Netz schicken, um NSA und GCHQ das massenhafte Ausspionieren rechtlos gemachter Subjekte zu erleichtern, und natürlich äussern sie sich auch nicht dazu, was sie zu tun bereit wären, wenn sich die US-Regierung bei den Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen stärker für ihre Wünsche nach noch mehr Datenmissbrauch einsetzt. Auch sagen sie nichts darüber, wer von den Überwachten sein Leben wegen einer Mörderdrohne und dem System dahinter lassen musste. Aber immerhin, sie lüften etwas den Schleier.

Und sie hoffen, dass der geneigte Nutzer denken mag: Naja, die 10000 Abfragen bei meinem Emailanbieter weltweit, das ist ja gar nichts. Das kann man in etwa abschätzen, das ist nur eine kleine Minderheit, das wird mich direkt schon nicht treffen. Das sind vermutlich dann wirklich nur Terroristen und Schwerverbrecher. Und sie sind ja offen, sie berichten! Da bin ich weiterhin in guten Händen. Kein Grund, Silicon Valley zu hassen und in Altötting eine Kerze anzuzuünden, damit der St. Andreas Graben zeigt, wie tief er darunter die Hölle aufmachen kann. Ausserdem sind die Programme doch so praktisch, und mein neuen Androidhandy ist wirklich schick. Oh und Preissenkungen bei der Glotze, super! Das können doch gar keine bösen Firmen sein. Das bisschen Überwachung da

Und solange läuft andernorts das, was man vielleicht als Backlash bezeichnen kann. Da ist zum Beispiel die deutsche Justiz, die aus ihres Erachtens bedeutenden Gründen von Ermittlungen gegen die NSA und ihrer hierzulande begangenen mutmasslich gesetzeswidrigen Handlungen absehen will. Da ist Google, das gerade wegen der Nutzungsbedingungen zur Datensammlung eine Schlappe vor Gericht erleidet und weiter klagen möchte – besonders, weil man der Ansicht ist, Verbraucherschützer dürften gar nicht verklagen. Ihre Genanalyse-Beteiligung 23andme setzt sich grosszügig über gesetzliche Bestimmungen hinweg. Auch in den USA führen sich Technikfirmen wie Besatzungsmächte auf, und verhindern Gesetze, die ihnen nicht passen. US-Aussenminister Kerry spricht in Deutschland freundlich vor, und die Kanzlerin hat noch immer nicht Auskunft gegeben, wie die Amerikaner nun ihr Handy geknackt haben. Die gleiche Frau Merkel, die schon die Überwachungserfahrung der DDR zum Anlass nahm, den Widerstand über den Umweg des Postens einer FDJ-Sekretärin zu erreichen, lässt auch bei der Verhandlung zur grossen SPD-Kapitulation darauf drängen, dass der Juniorpartner für die Vorratsdatenspeicherung ist, von der sie allerdings, so sie von Amerikanern kommt, ausgenommen werden möchte.

Das Abkommen für eine eigene Europadrohne wird Deutschland auch unterschreiben – ob das erste Luftfahrzeug den Ehrennamen „De Maiziere“ erhält, sagt der Bericht nicht. Vermutlich aber werden die Tötungstechnikfirmen irgendwelche kryptischen Bezeichnungen verwenden, die die Zielgruppe nicht kennen muss, denn sie sollen die Überwachung gar nicht bemerken. Und wenn die Rakete einschlägt, haben sie vermutlich andere Probleme als die Identifizierung der Drohnenmarke – sowas kann ja ganz schnell gehen in einer Zeit, da auch Hacker und Beihelfer des Journalismus als Bedrohung definiert werden. Moment, ich muss mal schnell die Vorhänge zu machen und in den Keller gehen. Wir leben und sterben in spannenden Zeiten, in denen die Systeme unbeirrt und rasend schnell ihre Wege gehen. Kaum ist die Mail geschickt, kann man die Hellfire oder die Werbebotschaft empfangen, alles nur eine Frage der Datenanalyse und Zuweisung. Wenn Amazon noch am gleichen Tag liefern kann, kann es die US-Army sicher auch bald.

Trotz dieser nicht gerade angenehmen Entwicklungen, gegen die viele Beteiligte in der Politik machtlos sein wollen, weil die Amerikaner ja unsere Freunde und Partner sind, gab es vorletzte Woche im Internet ein wenig Aufruhr, weil diese Zeitung einen Text veröffentlichte, der dem Hass auf das Silicon Valley das Wort redete. Nun kann man solche Gefühlsregungen natürlich verurteilen. Aber wenn man sich einmal die ganze Datenverwertungs- und Gegnerausschaltungskette einmal anschaut, wird man erkennen, dass diese Firmen dort tatsächlich so etwas wie der weiche, zum kraftvollen Treten einladende Unterleib des Systems sind. Und das ist etwas, das jeder, jederzeit tun kann. Alle andern Beteiligten an dieser Politik der Ausforschung sind zwar verhasst, aber ausser der Reichweite der normalen Nutzer. Die Politik? Kann man nur alle Jahre mal abwählen und einen Bush durch einen Obama und eine gelbgesützte Merkel durch eine zartrosagestützte Merkel ersetzen. Die NSA, das GCHQ, der CIA dem BND und andere behaupten vor und nach Snowden, ihr Treiben wäre wegen der Terroristen wichtig, und keine Regierung will sich wirklich aufrappeln, und diese ausser Kontrolle geratenen Staaten im Staate dicht machen.

Genauso unzugänglich sind für den normalen Protest die Rüstungsfirmen, die Betreiber von Breitbandnetzen, die Netzwerkausrüster oder gar die geheimen Sondergerichte, die Überwachung erlauben. Die einzige echte Schnittstelle zu dem System, das die Überwachung erlaubt, sind eben jene Firmen in Amerika, die mit der NSA zusammenarbeiten. Und es sind für normale Nutzer Firmen, die grössten Wert darauf legen, gemocht zu werden. Yahoo hasste seine Rolle bei der Beihilfe für das chinesische Regime. Google hasste die Kampagne gegen Streetview, Amazon hasste die Beiträge über die Arbeitsbedingungen in Deutschland, Microsoft hasste die Kartellverfahren, Apple hasst Leute, die Sperren in den Geräten umgehen, und alle hassen sie es, wenn man sie, wie gerade in Italien, zwingen möchte, die üblichen Steuern zu zahlen. Es sind ganz normale, gierige, hassende Firmen, die ihren Aktionären verpflichtet sind, Geld einnehmen und so wenig wie möglich hergeben wollen. Datenschutz legen sie so aus, wie es ihnen am besten passt. Und es machen viele Kunden freiwillig für sie Werbung, so wie früher viele Aufkleber von Benzinfirmen auf den Autos kleben hatten. Oder wie sich Landwirte über dick gespritzte Schweine freuten, oder der Boom der Immobilien und Fondsprodukte der Investmentbanken in den USA gefeiert wurde, weil sich viele davon eine gute Rente versprachen.

Das hat sich radikal geändert. Ganz gleich ob Exxon, Monsanto oder Goldman Sachs, die Firmen haben durch ihre Skandale und die folgenden Proteste ihre Glaubwürdigkeit eingebüsst. Was sie nicht verloren haben, sind ihre Zugänge zur Politik und die Möglichkeit, ihr Personal in jene Behörden rotieren zu lassen, die darüber entscheiden, ob Fracking, Genfood oder riskante Anlageformen erlaubt werden. Aber sie alle haben es heute in Europa sehr viel schwerer. Weil sie in der öffentlichen Meinung nicht mehr die dynamischen Heilsbringer eines Neulandes sind, sondern fragwürdige Vertreter eines gegen die Menschen gerichteten Systems der Profitmaximierung. Die Firmen, die mit der NSA und anderen „Sicherheits“behörden kooperieren, halten es auch nicht anders, und die USA bezahlen auch dafür, wenn es nötig ist. Dann sollte man eben von der anderen Kundschaft auch nicht damit antworten, weiterhin diese Produkte uneingeschränkt zu lieben. Ein wenig Hass hilft denen sicher nicht nur in der PR-Abteilung beim Nachdenken, sondern auch bei ihren Freunden und Förderern in Europa. Und im Gegensatz zu den anderen Branchen, die für die USA wichtig sind, stehen die Nutzer bei den Internetfirmen direkt in einer Kundenbeziehung. Die Kunden und ihre Meinung von der Firma sind die Achillesferse dieses Wirtschaftszweigs.

Anders werden diese Firmen genauso weiter machen, wie es die Banken nach ihrem Raubzug auf Kosten der Staaten – man denke an die Libormanipulation und „Deutschland über alles“ in Irland – nun auch wieder tun wollen. Dabei helfen ihnen sog. Hier erwähnte sog. Netzvordenker, in deren Biographie Dinge stehen wie „war in den Nachrichten von RTLII“ oder „schreibt unregelmässig für“ im Sinne von „hat ausser seinem Onlinedasein wenig Vorzeigbares und wenn man ihm sein Spielzeug nimmt, müsste er über sein verkorkstes Leben und billige Nudeln nachdenken“. Das sind jene, die sich im Moment ereifern, wenn man die Rolle dieser schicken Firmen und ihres schummrigen Techtelmechtels mit Geheimdiensten, Politik und Behörden hinterfragen will. Solange aber Google und Co. nicht zur Erkenntnis kommen, dass eine gute, offene und faire Beziehung zum Kunden nötig ist, könnte es sein, dass die Kunden nicht nur hassen, sondern darüber nachdenken, was ihnen besser gefallen könnte. Vielleicht sollten sich diese Firmen alle nochmal Google Streetview in Deutschland anschauen, das ist ein schönes Beispiel, was passiert, wenn sich ein Weltkonzern auf Mietmäuler, wenig kompetente Politik und die Trägheit der Menschen meint verlassen zu können. Es ist von dahin noch ein weiter Weg zu einem Ruf wie Monsanto, aber generell kann man, wenn das Risiko zu hoch ist, auch Produkte aus Silicon Valley hierzulande wie einen räudigen Genmais verhindern.

Für die Verhinderung einer Mörderdrohne jedoch, und das ist der Unterschied, braucht man schon einen Bundesverteidigungsminister, das müssen wir auch weiterhin ihm überlassen.

HINWEIS:

Wäre die NSA so gut wie der Spamfilter hier, wäre das sehr lustig und ich müsste auch niemanden bitten, für Kommentare ins Kommentarblog auszuweichen.

0

48 Lesermeinungen

  1. Für die Verinderung von irgendwas, lieber Don, braucht man den deutschen Bundestag.
    Und der hat auch aus den Wahlergebissen der letzten Bundestagswahl den völlig richtigen Schluss gezogen, dass ihre Datensicherheit die Leute momentan nicht die Bohne interessiert.

    Ansonsten haben Sie natürlich völlig Recht – die Datengrundlage für das grosse Speichern, Fischen, Schnüffeln und Auswerten liefern der NSA die ganzen Netzkonzerne, die ja kommoderweise die Daten eh schon haben und amerikanischem Recht unterliegen. Macht es einem Geheimdienst so richtig einfach.

    Das Netz betrachtet die Mehrheit sowieso als Mischung aus Supermarkt und gelben Seiten.
    Deswegen sehe ich im Moment keine nennenswerte Verbraucherreaktion. Weshalb ich ja noch auf einen „echten“ Skandal hoffe – also nicht nur ein Datenleck sondern auch daraus folgenden, echten, Personen schadenden Missbrauch. Solange es den nicht gibt, werden Menschen ihrem Grundprogramm folgen – ihren Regierungen und deren Behörden vertrauen.

    Ich weiss noch nicht einmal, ob man das ernsthaft kritisieren kann. Eine Gesellschaft, die ihren Regierungen und Behörden automatisch und instinktiv misstraut, wäre vermutlich innerhalb weniger Jahre funktionsunfähig.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  2. Jeder will Daten-/Deutungshoheit
    Jeder fürchtet die Inventur.

  3. Der Die Das
    Das Wortspiel vor den Abkürzungen ist durchaus belustigend, nur werd ich aus dem Rest des Satzes nicht schlau. „Die NSA, das GCHQ, der CIA dem BND und andere behaupten und vor und nach Snowden, ihr Treiben wäre wegen der Terroristen wichtig[.]“ Was hat der Autor damit gemeint? (Braucht nicht veröffentlicht zu werden)

  4. Gut gebrüllt
    Ein super Empörungsartikel, aber wann geht donalphonso mit gutem Beispiel voran und verzichtet auf die Nutzung seiner bei GMail registrierten E-Mail-Adresse?

    Hier die Auflösung: Vermutlich gar nicht, denn die kostet ja nichts und ist so bequem. Tja.

  5. Titel eingeben
    Eine Diskussion, die Verantwortung Bottom-up verortet, ist doch an Naivität nicht zu überbieten: Big Data ist schuld, gerne auch mal die Mathematik oder die Spieltheorie (Schirrmacher), in Tateinheit mit google, fb und apple. Diese „ermuntern und ermutigen“ die NSA zur Überwachung (MOROZOV). Die NSA wiederum ist ein „Staat im Staate“ (Don). Oder wie es im englischen heißt, ein Produkt des „militärisch-industriellen Komplex“ (MOROZOV). Aber nicht nur die Problembeschreibung verläuft so, auch die Lösung. Datensammeln an-sich ist böse und jeder Pups sollte verschlüsselt werden. Die Geheimdienste gehören aufgelöst und die technische Infrastruktur in die Hände von kleinen Firmen gegeben. Alle Dinge, die dort fabriziert werden, stehen für die Guten kostenlos zur Verfügung. Die Lizenzvereinbarung wird den ewigen Weltfrieden schaffen und erhalten (fefe).
    Die Realität ist immer eine Art von Fiktion, der alle zustimmen. Aber die Agenten der Matrix hatten auch schon mal bessere Stories drauf.

    • Ja, das liest man öfters von ihnen....
      Dass ihnen die Konsequenzen dieser Entwicklung tatsächlich entgehen, darf man bezweifeln und die möglichen Gründe warum jemand trotzdem solchen Nonsense schreibt sind ja auch nicht sonderlich zahlreich…. Schwamm drüber.

      Nur wenigstens könnten sie sich angewöhnen Zitaten die richtigen Urheber zuzuordnen?
      Das mit dem „militärisch-industriellen Komplex“ stammt von einem gewissen Dwight D Eísenhower, selber ein recht erfolgreicher General, und anschliessend sogar Präsident der damals noch respektablen USA.

    • Titel eingeben
      Das zeigt doch nur mal wieder, dass Sie den Text von MOROZOV überhaupt nicht gelesen haben.
      Auf der einen Seite haben Sie keine Ahnung von Big Data und Algorithmen, wie ihr Beiträge zeigen. Deshalb stauen sich diffuse Ängste auf und münden in undifferenzierte Polemiken.
      Auf der anderen Seite bröckelt zunehmend das proamerikanische Weltbild und damit die Gewissheit auf der guten Seite der Geschichte zu stehen. Schön zu sehen an Ihrer Aussage, die USA sei mal respektabel gewesen. Als gäbe es eine Entwicklung von Gut zu Böse.
      Dieses Ideologische Vakuum wird durch ein Weltbild gefüllt, das größtenteils aus Paranoia besteht und in dem alles als Vorzeichen für den totalitären Überwachungsstaat gilt.
      Wer an dem Dilemma schuld sein soll und wie es folglich aufgehalten werden kann, weiß man noch nicht. Aber sicher liegt der Schuldige irgendwo zwischen Wischhandys, Google und den diversen Geheimdiensten. Im Zweifelsfall sind immer die Anderen schuld, das gehört zur Paranoia..

    • Zwei Dinge......
      Ich ziehe nun mal eine Welt vor in der sich niemand den Kopf über Big Data zerbrechen muss, weil die „herrschenden Kreise“ nicht genügend Mittel hatten um sie in diesem Zusammenhang zu missbrauchen. Ich sehe nur, dass diese Zeiten vorbei sind, deute mit dem Finger darauf und bezeichen es als die S***** die es ist. Mehr Zeit werde ich an so etwas nicht verschwenden, glücklicherweise brauche ich das in meinem Alter auch nicht.
      Die Konsequenzen dieser Entwicklung in unseren Länder werden ja noch ein wenig auf sich warten lassen. Man übt noch…. Wenn ich aber sehe wie die Fachleute von Lobo bis fefe stets behaupten mit den gegenwärtig zur Verfügung stehenden Mitteln könne man etwas dagegen unternehmen, dann erlaube ich mir so etwas Unsinn zu nennen.

      „Schön zu sehen an Ihrer Aussage, die USA sei mal respektabel gewesen. Als gäbe es eine Entwicklung von Gut zu Böse.“ Da haben Sie in der tat Recht, das war missverständlich. Es gab mal eine Zeit da war die Rolle der USA ausserhalb ihres Landes eigenen kleiner und von der Unterstützung anderer abhängig. Deshalb nehme ich bei aller Skepsis gegen politische korrekte Geschichtsbücher an, dass das amerikansiche Verhalten, wenn auch offensichtlich egoistisch, im 2.Weltkrieg, verglichen mit ALLEN ihren seither nachfolgenden Kriegen, „gut“ war.
      Und so gibt es da tatsächlich eine unübersehbare Entwicklung von gut zu böse….
      In Amerika dürfen sie gerne tun und lassen was sie wollen. Aber rücksichtsloser Egoismus der buchstäblich über Millionen von nicht-US Leichen geht, ja, da ist bei mir eine Linie überschritten. Die Amis lügen ja nicht (immer), sie sind von ihrer Exzeptionalität ehrlich überzeugt.
      Derzeit beklagt man die „Provokation“ der Chinesen vor ihrer Küste Eigenbedarf anzumelden, während man selber natürlich Russen und Chinesen frei vor der Californischen Küste duldet… Und um zu betonen wie friedlich die USA im Vergleich zu den provokanten Chinesen ist, schickt man atomwaffenfähige Bomber durch den von den Chinesen beantspruchten Luftraum,

  6. Es ist deine Bequemlichkeit, einfältiger Konsument!
    Danke Don, mal wieder für ihren Weckruf. Und auch der verlinkte Text von Evgeny Morozov redet Klartext mit seiner kritischen Polemik: die sogenannte „digitale Debatte“ wird von Lobbyisten und selbsternannten Internet-Gurus dominiert und Berliner Politiker rennen hilflos hinterher.

    Auch jetzt packt mich wieder der Zorn. Einmal angenommen, die DDR gäbe es noch und die Stasi hätte auch die Möglichkeiten der NSA zum Schnüffeln und Datensammeln! Was würde da ein Monitor-Bericht für einen Sturm der Entrüstung bei uns hervorrufen, im Namen der Menschenrechte und der Freiheit!

    Und all die wöchentlichen Enthüllungen der Späh-Praktiken und Methoden werden einfach so hingenommen. Es betrifft mich ja nicht, schaue lieber auf dem Flachbildschirm das nächste Fußballmatch (von den Bayern mit Hoeneß) und surfe auf Google nach den neuesten Angeboten.
    Auch ich bin heute der Amazon-Cyber-Monday-Kampagne auf den Leim gegangen, beim Kauf einer kleinen Olympus Pen. Schon nach einer Minute war die Kamera ausverkauft und das Ganze entpuppte sich als riesen Hype!

    Erscheinen aber kritische Artikel über die Arbeitsbedingungen und den Kampf der Gewerkschaft für besseren Lohn, gibt es überwiegend hämische und herablassende Kommentare von nicht nachdenken wollenden Konsumenten, auf welchen Knochen diese Preise ohne Porto letztlich zustande kommen.

    Lieber für sich allein beim „Wischen“ in der Google/Facebook-Blase, statt gemeinsam auf der Straße für unsere verbrieften Rechte. Es ist einfach zum Kotzen!

    • Die grosse Mehrheit der Menschen sieht nach wie vor das Problem nicht.
      Und das ist bei Licht betrachtet ein Riesenkompliment an Behörden und Regierungen – Otto Normalverbraucher und Liese Normalwähler gehen ganz selbstverständlich davon aus, dass der Staat sie auch dann nicht behelligt, wenn er alles über sie weiss.

      Diese Art von Vertrauen ist natürlich naiv, Menschen werden auf Dauer tun, womit sie durczukommen glauben. Aber um das Vertrauen zu erschüttern, darf es nicht nur die Grundlage für Missbrauch geben (Datensammlungen), sondern es muss als Missbrauch empfundene Konsequenzen haben, von denen sich viele wenn nicht selbst betroffen, dann zumindest selbst gefährdet fühlen.

      Vorher wird schlicht nichts passieren. Was eigentlich so richtig paradox ist – solange Geheimdienste sammeln, aber mit den Sammlungen „anständig“ umgehen, sie also nur gegen Kriminelle verwenden, wird die Datensammlung an sich nicht genügend Menschen aufregen. Man muss also perverserweise hoffen (langfristig ist das ohnehin sicher), dass sich die Geheimdienste so schnell wie möglich „unanständig“ im Sinne von Otto und Liese verhalten.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Der Staat, den niemand mehr ernst nimmt
      Die Bürger vertrauen dem Staat nicht, sondern sie finden ihn lachhaft und unfähig, irgendetwas Schlechtes oder Positives zielgerichtet durchzuführen. Deshalb schmähen sie ihn sorglos unentwegt, hier und überall, ungestraft und ohne Furcht. Jeden Tag lese ich eine neue Schmäh-Variante über die Kanzlerin, die Politiker und die Parteien. Wer die Berichterstattung über den NSU-Prozeß verfolgt hat, weiß daß auch von den Schlapphüten absolut nichts zu befürchten ist. Ich las, daß in einer Dienststelle der Chef in Phantasieuniform die Gänge entlang marschierte oder daß die STASI Geruchsproben in Gläsern sammelte und niemand später wußte, wozu man sich die Mühe gemacht hatte…

      Aber wehe, wenn die Zeiten schlechter werden. Dann rufen alle um Hilfe und hängen sich an Muttis Rockzipfel.

    • Titel eingeben
      Für die Mehrheit der Menschen gibt es wahrscheinlich gar kein Problem, denn sie sind nicht direkt betroffen. Ihre Daten helfen vielleicht dabei, Modelle zu entwickeln und auffällige Muster zu finden – sie selbst fallen dabei jedoch nirgends auf. Und im Gegensatz zu aufwändigen Überwachungsaktionen (z.B. Beschatten, Telefonabhören oder Briefe öffnen) fallen die Daten ja ohnehin an, d.h. sie können ohne großen zusätzlichen Aufwand gesammelt und ausgewertet werden. Inwieweit diese Datensammlung langfristig die Gesellschaft ändert, ist eine ganz andere Frage (und für die Mehrheit wahrscheinlich eine deutlich weniger wichtige als aktuelle Probleme) – und wahrscheinlich eine, die man nicht einfach beantworten kann.

      Die Mehrheit der Menschen gibt doch sehr freiwillig viele Daten preis, weil sie sich davon Vorteile verspricht. Google hat von Anfang an kein Geheimnis aus seinem Geschäftsmodell gemacht, und als GMail eingeführt wurde gab es sogar in der populären Presse Artikel darüber, daß Google die emails scanned und den Inhalt dafür nutzt, Werbung einzublenden. Man kann sich ohne Probleme einen eigenen Mailserver zulegen (das kostet dann natürlich etwas), seine Webseite, Blogs etc auf einem eigenen Server hosten und andere Karten- und Kalenderdienste nutzen. Dann kreiert man noch immer Metadaten, aber man kann zumindest den Zugriff auf den Inhalt kontrollieren. Weiterhin lassen sich emails einfach verschlüsseln und Metadaten per TOR zumindest verschleiern. Aber das macht natürlich Arbeit, und es ist viel einfacher, sich über die Geschäftspolitik einer Firma (die man freiwillig nutzt – es gibt schließlich Alternativen) zu ereifern, als eine solche zu Nutzen.

      „Big Data“ ist relativ neu, und im Moment wohl noch sehr in den Kinderschuhen, d.h. jeder versucht, was möglich ist, und es gibt kaum Einigkeit darüber, wie weit man gehen darf. Wenn man das mit der medizinischen Forschung vergleichen will: die strengen Kontrollen hinsichtlich der Genehmigung von Versuchen, Transparenz etc sind noch nicht so alt, und Versuche, die in der Anfangszeit der Medizin durchgeführt wurden, waren nach heutigen Maßstäben komplett inakzeptabel.

  7. Klar ist Google Klasse
    Regel 1: Lach dem Teufel ins Gesicht.
    Regel 2: Lass die Idioten denken was sie eh denken wollen.

    • Hatten wir das nicht schon mal?
      „Regel 1: Lach dem Teufel ins Gesicht.
      Regel 2: Lass die Idioten denken was sie eh denken wollen.“

      Ach ja… ich erinnere mich, es muss Anfang der dreissiger Jahre des letzten Jahrhunderts gewesen sein, da sagte dies ein gewisser Goldstein dies zu seinem Freund Sílberbaum….

  8. Ben Akiba
    Don Alphonso erninnert an unseren guten alten Don Quichotte. Der zerdepperte auch die Windmuehlen seiner Zeit.

  9. Und der Tag wird kommen,
    an dem dem gemeinen Katzenbild-Poster sein Upload-Handwerk gelegt wird.
    „Sind das ihre Katzen?“ „Wie viele Katzen sehen sie?“ „Falsch!“ „Denken sie nach.“ „Wie viele Katzen sehen sie?“
    Und keiner wird sagen können, er habe es nicht gewusst.

    • Falsch!
      Auch dann wird wieder jeder genau dies von sich behaupten….
      Wobei ich allerdings fürchte auch Sie werden uns nicht sagen können, woher denn diesmal die Alliierten kommen sollen.
      Im Moment ist sogar Putin einer der „Guten“…

    • ...
      Wozu auch, Tyler. Den Schäferhunden und dauerwedelnden Golden Retrievern kann es nur recht sein.
      Und für die Liebhaber natürlicher Vielfalt tut es auch ein Taschenhund.

    • Grrrrrr...
      Leider nur zu wahr.

  10. Da hilft nur noch Kreativität a la
    dem „Zentrum für politische Schönheit“ mit seinem Sarkophag für Heckler & koch. Mehr davon!!!

  11. nicht jede Mode mitmachen
    Jeder Einzelne kann nicht viel tun. Wenn aber viele das Wenige tun, wird es zur Masse und man kann etwas verändern. Zum Beispiel Kleinigkeiten die keine Mühe machen: Xquick anstatt Google zum Suchen, als Mailserver oder Blog-Hoster einen kostenlosen deutschen Anbieter nehmen. Meiden kann man Googles Gmail, Chrome, Youtube (ansehen ja, anmelden nein), Google News, Google+ … und den Facebook-Kindergarten sowieso erst garnicht mitmachen. Ebenso Twitter etc.
    Dann: nicht jedes neues technische Kommunikations-Spielzeug kaufen. Ich habe zum Beispiel nicht mal ein Taschentelefon oder gar irgendeins dieser Dinger, dass schon allzu viele vor der Nase tragen und mich verwundern läßt, wieso da nicht ab & zu einer gegen einen Laternenpfahl oder Baum läuft…
    Nein, man muss nicht mitmachen. Ich mache nicht mit und ich lebe ganz gut. Allerdings hab ich ’ne Frau. Achja: Auch TV ist seit Jahren nicht mehr existent für mich und wichtig schon gar nicht. Wichtiges gibt’s bei Fefe.

    • Leider
      ist Ixquick nicht so brauchbar – dort wird einfach zu wenig gefunden. Meine Verflossenen, von denen ich natürlich immer noch Etliches weiß, sind mit nicht sonderlich häufigen Namen ausgestattet, eignen sich also immer noch prima wenigstens zu Suchmaschinentestzwecken – bei Ixquick taucht nur ein Bruchteil der Ergebnisse auf, die Google anzeigt. Analogieschluss: Das wird bei Suchen nach Anderem nicht besser sein.

      Frage: Welchen Ersatz gibt es denn für news.google. ? presstoday.com ist zwar ganz nett, bringt sogar Fundstellen aus der FAZ, obwohl die im Verzeichnis der zur Verfügung stehenden internationalen Presseerzeugnisse überhaupt nicht auftaucht, man kann obendrein mit Wildcard* suchen lassen, aber insgesamt doch ziemlich dürftig.

      Tja, und dann die deutschen Mailboxanbieter: GMX löscht Inhalte, WEB.DE mittlerweile auch und Freenet gibt (wie Yahoo neuerdings) inaktive Nutzernamen wieder zur Neuanmeldung frei. Bekannte von mir haben sich kürzlich bei Freenet angemeldet, natürlich dabei nach möglichst kurzen Nutzernamen gesucht und wurden zu ihrer Freude schon bei drei Stellen fündig. Die eine bekommt nun Post vom Fratzenbuch, obwohl sie da nicht drin ist – die Kopfzeilen des Fratzenbuchbriefs zeigen ihre Freenetadresse mit einem anderen Namen. Die andere erhält Kontendaten von irgendeinem anderen Diensteanbieter – die Kopfzeilen dito. Directbox will eine Plauderknochen- bzw. Wischbrettchennummer haben. Apropos Wischbrettchen: Die Dinger enthalten ja eine Kamera – deren Bilder kann man wohl einblenden, sodass man Pfahl und/oder Baum doch noch rechtzeitig kurz vor einer möglichen Kollision sieht…

    • Titel eingeben
      Natürlich kann man das so sehen – aber was ist Mode, und was ist notwendig? Und welche Änderung macht wirklich einen Unterschied? Für die Überwachung von Metadaten ist es ziemlich egal, ob die Nachrichten verschlüsselt sind oder nicht, oder ob der Server in der EU oder den USA steht.

      Dienste wie Google+ oder Facebook sind auch keine „Spielereien“ mehr, sondern werden u.a. auch zur Arbeit und für ernsthafte Diskussionen verwendet – zum einen, weil man recht einfach viele Kollegen/Mitarbeiter etc erreichen kann, zum anderen, weil die Infrastruktur vorhanden ist. Facebook ist komfortabler als Mailinglisten und – was wichtiger ist – es kann von jedem bedient werden. Genauso ist der Verzicht auf ein Mobiltelephon oder ein Smart von nicht für jeden einfach, wenn man nicht den Beruf wechseln oder deutlich erschweren möchte.

      Die von Don angesprochenen Probleme sind durchaus vorhanden, nur lassen sie sich nicht durch hartnäckiges ignorieren beseitigen.

    • Ach ja?
      Text eingeben

    • ???
      „Jeder Einzelne kann nicht viel tun. Wenn aber viele das Wenige tun, wird es zur Masse und man kann etwas verändern“

      Wenn Sie mal etwas gründlicher darüber nachdenken, werden Sie merken, dass genau dies eben NICHT stimmt…. und das unterscheidet dieses Problem von anderen!

      Noch dazu, kann man eigentlich zur Kenntnis nehmen, dass zwei Drittel der Deutschen mit dieser Abhörerei kein Problem hat. Ich glaube in all den 65 Jahren meins Lebens habe ich noch nie erlebt, wie eine so folgenreiche Tatsache von nahezu allen Leuten so radikal ignoriert wird, wenn sie das Thema kommentieren!

      Und es ist sogar noch eine Nummer schlimmer: Selbst wenn diese zwiei Drittel die Überwachung nicht o.k. fänden, so könnte man trotzdem wegen der eindeutigen Machtverhältnisse nichts an den Zuständen ändern.

      Denn „Es geht hier um unsere Freiheit, um den Kampf gegen den Terror und gegen Kinderpornógraphie.“

  12. Titel eingeben
    Lieber Don Alphonso,

    bei diesem link: “ . Hier erwähnte sog. Netzvordenker, “ landet man nicht beim „Nudelkocher Seemann“, sondern bei Evgeny Morozow.
    Ich kenne beide nicht, und falls es Absicht sein sollte, bitte ich meine Unkenntnis zu entschuldigen.

    Herzlichst
    KK

  13. WOLF!
    Das Perfide an flächendeckender Obversation ist die damit einhergehende Verhaltensänderung, u. a. die Vermeidungsstrategien gegenüber dem – in diesem Fall – Unbekannten.
    Das ist Teil der uns vorliegenden Strategie.
    .
    Die unsichtbare Leine funktioniert nur, wenn ein vertrauensvolles Abkommen zwischen dem Alpha und dem Beta, Gamma etc. besteht. Hundebesitzer wissen das.
    Der Leitwolf hat sich beim Rudel zu legitimieren, er ist keiner, der im Verborgenen agiert. In Rudel ist es sehr oft das intelligenteste, nicht das stärkste Tier.
    Das gilt nicht nur für Wölfe, sondern auch für Primaten.
    Der Sinn einer Gesellschaft ist primär die Vergesellschaftung von Lebensrisiken. Kulturelle Zielsetzungen ergeben sich dann daraus. Eine Horde findet sich nicht zusammen, um die Keilschrift zu entwickeln. Die Keilschrift ist das Produkt der primären Zielsetzung.
    .
    (Man entschuldige mir den leicht belehrenden Tonfall, der überwiegenden Leserschaft wird das natürlich bekannt sein. Ich habe einen Verhaltensforscher in der Bekanntschaft und hatte einige anregende Gespräche, Vieles war mir auch nicht Neuland, aber hin und wieder ist es hilfreich, sich auf Grundsätzliches zu fokussieren.)

  14. die richtung stimmt hundert prozent, und ...
    in der tat müssten staatsmänner auf die usa einwirken. und man würde meinen: vermutlich direkt auf das volk, also alle menschen dort. die wahlbürger eben. denn manchmal kann die reine beschäftigung „ausschließlich mit der organisationssoziologie“ (a la nsa & co) nicht aussreichend erfolg versprechend sein.
    .
    und ja: vermutlich werden führende köpfe der nsa – die im grunde gar nicht einmal europaphob gewesen sein müssten – später einmal von und über sich selbst sagen „wir erst haben europa „und die generation don a. in ihm“ zu dem gemacht, was sie heute sind“.
    .
    so ähnlich wie führende willenskraft sich früher (leider) auch schon mal übte „captured
    in river mekong’s bamboo-cages – i. e. as guests of organisation’s like the vietcong, et cetera … .“
    .
    wer also begönne damit, die usa zu bereisen, dort überall das gesicht in die kameras zu halten und zu reden? schließlich haben die usa uns früher auch nicht verloren gegeben – mehr noch: sie tun dies bis heute nicht. (würden wir heilige eide drauf schwören, trotz oder gerade wg. nsa & co., nicht?)
    .
    auch, wenn der vergleich nicht alle angenehm wäre: das römische imperium hatte auch nicht die ausrottung aller germanen oder gallier zum ziel, sondern die durchsetzung seiner vorstellung von rechtsstaalichkeit und der „pax romana“, so weit sein zivilisatorischer impuls reichen konnte und wollte; wir wollen das ncht vergessen: nur weiter (!) müssen wir heute international kommen, als die damals, darüber hinaus. darauf vor allem gelte es einzuwirken, nicht? eine gobale „pax americana“ allein würde der vielfalt der welt eben nicht gerecht. vermutlich nicht ausreichend jedenfalls … .
    .
    von daher müsste man – die kanzlerin müsste es wohl stellvertrentend für alle deutschen tun – in öffentliche rede sagen, „yes mr. america, but …“ – unser schweigen ist unsere schuld – und markierte (von außen gesehen ganz sicher) die auch weiterhin bestehenden grenzen der deutschen unfähigkeit, „shame on us!“
    .
    was haben wir gelernt über demokratie? sie ist öffentliche rede, „and its all about how to adress my people“ – machten wir das denn hier in europa? und in ausreichendem masse? und zwar: nicht aus eigener sicht – sondern aus sicht der anderen – denn final würde nur diese zählen, oder nicht?!
    .
    und ja, der tiger hat es in der tat leichter, wenn das opfer weniger zuckt, lässt er lockerer. dahin geht sein instinkt.
    .
    dass der merkel keiner eine rede schreibt „an die große, einzigartige amerikanische nation“, und sie los schickt, tsss… .
    .
    die menschen sind immer erst dann verloren, wenn wir sie verloren gaben, nie vorher. but never again!
    .

    • Titel eingeben
      Das römische Imperium ist abgesehen von Bunga Bunga vorbei und die USA werde ich in meinem Leben hoffentlich auch noch absaufen sehen. Die NSA überwacht ja auch Pr0n-Seiten; mein Pr0n sind die sozialen Entwicklungen in den USA. Irgendwann werden sie sehr viel wissen und dennoch darum betteln müssen, dass China sie so finanziert, wie das die Inder mit den Briten mittlerweile tun.

  15. Die Narbe kann man noch sehen
    @Helmut Weiß – Ich kann Ihnen erklären, wozu Gerüche in Gläsern gesammelt wurden. Man kann damit Hunde anleiten, den Geruchsträger in einer Menschenmenge ausfindig zu machen; oder einfach nur so auf der Straße, wenn man nur ein Kleidungsstück einer Person hat, aber nicht weiß, wie sie aussieht.
    .
    Ich kann Ihnen versichern, der Biss eines Hundes, der auf Ihren Geruch trainiert wurde, geschieht schneller als eine unschuldige Hausangestellte reagieren kann, ist tief und tut anständig weh. Wenn man merkt, dass es Absicht war und sich die Attacke vor dem Grundstück eines Botschafters zutrug, kann man nur die Zähne zusammenbeißen und zum Arzt gehen. Zur Polizei zu gehen nutzt nichts.

    • Vielen Dank für die Erklärung
      Ich vermute aber, daß der Einsatz der Gläser einige logistische Probleme aufgeworfen hatte und sie deshalb nicht zum Einsatz kamen.

    • Titel eingeben
      Wie der Hund trainiert wurde, weiß ich natürlich nicht. Aber die Personalperson, die ihn ausführte, war offensichtlich nicht trainiert. Ich kann mich noch gut an ihr entsetztes Gesicht erinnern, als der Hund auf einmal wütend auf mich losraste (ich ging auf der anderen Straßenseite).

  16. @THorHa
    „… hat auch aus den Wahlergebissen der letzten Bundestagswahl den völlig richtigen Schluss gezogen, dass ihre Datensicherheit die Leute momentan nicht die Bohne interessiert.“

    Das ist zwar richtig, geht aber auch noch nicht ans Problem ran, denn was genau könnte denn der Bundestag letztlich tun?
    Die diplomatischen Beziehungen zu den USA aufkündigen?
    Und so kommt Frau Merkel ganz problemlos damit durch, heuchlerisch gegen die Ungeheuerlichkeit des Abhörens ihres Telefons zu wettern, obwohl es jedem klar sein müsste, dass das Einzige was sie stört wohl ist, dass ihr die technischen Möglichkeiten in umgekehrter Richtung (noch) nicht zur Verfügung stehen.
    Abhören ist an sich ja eine recht tolle Sache, das von-anderen-abgehört werden hingegen bei genau denselben Leuten aber meist unbeliebt.

    „..echten, Personen schadenden Missbrauch…“ Was stellen sie sich denn darunter vor?
    Ist es ganz im Gegenteil in der Realität nicht so, wie in der Fabel vom Frosch im langsam erhitzten Kochtopf?
    Genau den Knaller, den sie aus zugegebenermassen guten Gründen herbeiwünschen, wollen die Überwacher ganz und gar nicht. Immer langsam und scheibchenweise. Und es klappt, in jeder Hinsicht.
    Schlechte PR das Ganze?
    Im Augenblick schon, aber im Grunde?
    No problem, denn TINA für den Konsumenten.
    Man hat Zeit und wie man an den im TV zu beobachtenden US Staatsträgern täglich aufs Neue sehen beobachten kann, fehlt denen das kleinste bisschen Unrechtbewusstsein. Die sind überzeugt sie sind die Guten, und tun das Richtige..

    Sie erinnern sich an das Geschrei wegen des bayrischen Staatstrojaners vor ein paar Jahren? Und? Redet noch jemand davon? Glaubt jemand, dass der nicht tausend- oder millionenfach auf unseren Computern existiert?
    Nein, man verdrängt lieber, sonst bekommt man Schlafstörungen.
    Auch Fefe in seinem FAZ Beitrag begeht denselben Fehler. Er macht lauter Vorschläge die mit den Leuten, die sie umsetzen müssten, niemals passieren können. Wenn in den Positionen, vom Innenministerium bis in den Europa Rat anständige Leute sässen, mit denen man so was machen könnte, dann hätten wir all diese Probleme nicht.
    Nicht nur diese Politiker, die sich, so sie überhaupt denn verstehen was sie tun, für ihr korruptes Augen-zuhalten gut bezahlt lassen, nein, auch zwei Drittel der Deutschen ist die Abhörerei egal.

    „Wir“ haben KEINEN Weg in diese ablaufenden Sauereien irgendwie einzugreifen.

    Es gibt keinen Unterleib in den man treten könnte, und erst recht wo man als den Rechtsstaat Liebender, doch sowieso gegen Gewalt ist….?

    Also, THorHa: „Man muss also perverserweise hoffen (langfristig ist das ohnehin sicher), dass sich die Geheimdienste so schnell wie möglich „unanständig“ im Sinne von Otto und Liese verhalten.“
    Sehen Sie? Das wissen doch die Geheimdienste auch… und so werden sie einen Dreck das tun, was Sie „gerne“ hätten. Und die ganz traurige Wahrheit ist, dass die ja recht haben, entweder die reiten sich selber in die Grube oder es passiert gar nichts. Und all die fefe Artikel sind kontraproduktiv, weil sie die Leute noch mehr verdummen, indem sie ihnen suggerieren man könne etwas dagegen tun.

    • Tyler, diese Antwort steht sogar quer zu Ihren eigenen Überzeugungen:
      Selbstverständlich werden Geheimdienste früher oder später auch für den Otto Normalverbraucher sichtbar ihre Macht missbrauchen, weil sie es können, solange sie nicht gezügelt und besser kontrolliert werden. DAS liegt in der Natur des Menschen.

      Auch Ihre übrige Argumentation erinnert ein bisschen an Anrennen gehen Windmühlenflügel. Es gibt nun mal das Internet, es wird von Milliarden Menschen genutzt, damit wachsen automatisch die Datensammel- und auswertemöglichkeiten ebenso, wie die zu Information, Einkauf und Austausch.

      Das heisst aber mitnichten, die Menschheit könne und werde sich nicht auch daran anpassen. Wann, und wie diese Anpassung aussieht, keine Ahnung. Aber ich wehre mich ebenso entschieden gegen den „alles verloren“ Pessimismus, wie ich mich schon vor Jahren über die „mit Internet wird alles gut“ Idiotien amüsiert habe.

      Möglich, dass die von Morozov oder fefe skizzierten Gegenstrategien so nicht verfolgt werden, umgesetzt werden können oder zur Zeit umgesetzt werden wollen (durch Behörden und Regierungen). Sie enthalten aber nützliche Elemente und Bausteine von Gegenmassnahmen, letztlich wird viel vom Willen des Gesetzgebers abhängen.

      Hundertprozentige Überwachungsfreiheit werden Sie natürlich nie wieder erreichen können, aber die gab es auch noch nie und die sollte es auch nicht geben, solange es Kriminelle gibt. Aber für Paranoia scheint es mir denn doch noch erheblich zu früh, die Technologien existieren massenverbreitet grade mal 20 Jahre, über die damit verbundenen Gefahren und Möglichkeiten hat die öffentliche Diskussion erst gestern begonnen. Wenn Sie Regierende wie Gesetzgeber nicht automatisch für Verbrecher halten, ist die Lage auch keineswegs hoffnungslos (tun Sie es doch, war sie es schon immer).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  17. Manchmal wünsche ich mir,............
    ………mitten im Wald, ein geparktes Alienraumschiff zu finden. Ich stelle mir dann die enorme Bewaffnung mit allen möglichen Strahlen vor. Ich würde das Ding gleich, ohne mit der Wimper zu zucken, klauen. Dann währen sie Alle drann. Ganze Flugzeugträgerflotten würde ich zu kleinen Blechschippseln zerschneiden. Geheimdienstgebäude samt Personal in den freien Weltraum Beamen und Regierungen verdampfen! Jedem der eine Waffe in der Hand hält, würde ich das Ding glühend machen. Alle Atomwaffen würden ebenfalls unschädlich gemacht werden. Dann kommt aber die Ernüchterung, der geschaffene Status Quo würde zwischen den Nationen nicht halten, ich müsste immer wieder eingreifen. Da liegt leider das Problem der gesamten Menschheit. Selbst wenn es diesen ganzen Scheiß nicht geben würde, währen wir nicht zufrieden! Unsere Natur gibt das einfach nicht her, wir wollen immer besser sein und mehr haben, als der Nachbar, wir wollen uns aufspielen und anderen unseren Willen aufzwingen. So etwas wie Star Trek wird es nicht geben, da die Menschen nie bereit sein werden, ihre Grenzen aufzugeben. Wie im kleinen, werden auch im großen Maßstab die Menschen an Nationalitäten, Rassenzugehörigkeit und Gesellschaftsschichten festhalten. Dafür brauchen die Reichen und Mächtigen aber jenen so verhassten, allumfassenden Apparat der Überwachung. Hier in Deutschland, geht es doch nur noch um den Schutz der „Führungsschicht“, um Macht und Profiterhalt. Aber sollten die, die heute unten sind, nach oben kommen, haben wir wieder das selbe Dilemma! Ich lass das Raumschiff doch lieber einfach stehen.

  18. Erstklassiger Artikel, so stell ich mir guten Online-Journalismus vor! :)
    Hallo Alphonso,
    ich kann dem was Du geschrieben hast nur zustimmen, toller kritischer Inline- Blog der FAZ. Haette ich diesem alten konservativem Blatt nicht zugetraut, Texte wie deinen kenn ich eigentlich nur aus den viel spannenderen, unangepassten Alternativen Medien, die im Gegensatz zu den fossilen veralteten Medien von gestern immer mehr Zulauf haben.

    Deiner unbestechlichen vollen Breitseite gegen diesen Orwellschen Kontroll- und Konzentrationswahn von Geheimdiensten und ihren Komplizenregierungen von angeblichen „Volksvertretern“ kann ich einfach nur applaudieren, sehr erfrischend in diesem sonst pseudojournalistischem dt. Dickicht von Bauchrednern, Claqueuren, Handlangern, Abnickern und Lohnschreibern die ihren Job nicht machen. Enthuellungsjournalismus a la Seymour Hersh sowie Bob Woodward und Carl Bernstein – das kennt man ja hierzulande gar nicht in den Systemmedien. Stattdessen will man sich anscheinend gegenseitig uebertreffen in liebedienerischer Hofberichterstattung.
    Man muesste den Leuten auch endlich mal schildern, wie eigentlich heutzutage sogenannte „Journalisten“ in ihren Thinktanks rhetorisch konditioniert werden, nicht die Wahrheit zu sagen und stattdessen alle Rede- und Schreibkorsetts mit typischen Satzbausteinen zu verinnerlichen. Kein Wunder dass den langweiligen Zeitungen dauernd Leser wegrennen, wenn die alle nur Einheitsbrei wie zu sozialistischen DDR-Zeiten aufsagen und keine Freidenker sind.
    Umso erfreulicher daher deine sarkastischen Formulierungen und Analysen.
    Danke!

    Ich hab jetzt deinen Blog als rss-feed abonniert :]

    Gruss,
    Don Juan

Kommentare sind deaktiviert.